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Architektur: Bautipps (Teil 2)

Verbesserungen und Verschönerungen am Haus

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

Schadstoffe - Schimmel - erdbebensicheres Bauen

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Spiegel
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Russland: 4.7.2011: Zu schnell gebaute Häuser ergibt Swimmingpool im Keller

aus: Spiegel online: Russlands Waldbrandopfer - Tragödie nach der Jahrhundertglut; 4.7.2011;

<Aus dem Moskauer Umland berichtet Benjamin Bidder

Die Krise scheint vergessen, doch bewältigt ist sie nicht: 2010 brannte eine Feuerwalze das Dorf Mochowoje vor Moskau nieder. Premier Putin überwachte den Wiederaufbau per Videokamera. Geholfen hat das wenig. Heute kämpfen die Menschen gegen Überschwemmungen - und neue Brände.

Die alte Tamara hat ihr Dorf nicht oft verlassen: Einmal, nach Stalins Tod, reiste sie zu einem sowjetischen Jugendfestival nach Moskau. Dann, fast sechs Jahrzehnte später, verließ sie Mochowoje, 150 Kilometer vor Moskau gelegen, zum zweiten Mal, und diesmal für immer.

Jetzt hockt Tamara Fjodorowna Michailowa, 74, krause graue Locken, zwischen einem nagelneuen Kühlschrank, einer weißen Waschmaschine und glänzenden Möbeln. "Ich habe in meinem ganzen Leben nie solchen Luxus gekannt", sagt sie. "Ich danke der Regierung für die schnelle Hilfe." Dann streicht Tamara ein wenig verschämt ihren geblümten Kittel glatt, dreht sich zur Seite und weint ein wenig. "Aber die Heimat habe ich verloren", schluchzt sie.

Der Untergang brach plötzlich über Mochowoje herein und brummend wie eine Bomberstaffel. Ende Juli 2010, in Russland tobten seit Wochen schwere Torf- und Waldbrände, stieg schwarzer Rauch über dem Wald nahe Tamaras Haus auf. Sie griff nach der Ikone der Gottesmutter Maria und kniete sich betend auf die staubige Straße. Es half nichts: Tosend fegte der Feuersturm kurz darauf über die Baumwipfel auf die Häuser zu. Nicht alle Dörfler konnten fliehen. Einige Alte versteckten sich in ihren Vorratskellern, sieben erstickten .

Die Tragödie von Mochowoje war einer der traurigen Höhepunkte der Brandkatastrophe im vergangenen Jahr, ein Fanal vor den Toren der russischen Hauptstadt, nur zwei Autostunden vom Kreml entfernt. Rund 150 Dörfer wurden bei den schwersten Bränden in Russland seit Jahrzehnten verwüstet, 2000 Gebäude zerstört, mehr als 2200 Bewohner obdachlos.

Vergessene Krisen

Mindestens 53 Menschen kamen ums Leben, 90.000 wurden noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Tagelang lag die Millionenmetropole Moskau unter einer dicken Smogglocke. Ausländische Unternehmen ließen ihre Mitarbeiter ausfliegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl von Atemwegserkrankungen sprunghaft an, die Sterblichkeit in der Hauptstadt nahm um 50 Prozent zu. Insgesamt fielen der anormalen Hitze und dem Smog laut Regierungsangaben bis zu 55.000 Menschen zum Opfer.

Schlecht ausgerüstete Feuerwehren bekämpften die Jahrhundertbrände

Russlands Führung erkannte erst spät das Ausmaß der Katastrophe. Wladimir Putin sei wohl mit anderen Dingen beschäftigt gewesen, lästerte Julija Latynina, Kolumnistin der oppositionellen Tageszeitung "Nowaja Gaseta". Der Premierminister hatte sich mit Bikern getroffen und die in den USA aufgeflogene Agentin "90-60-90" Anna Chapman empfangen, während in seinem Land unterbesetzte und schlecht ausgerüstete Feuerwehren die Jahrhundertglut bekämpften.

Dort, wo einst der Ortseingang von Mochowoje lag, ragt heute ein drei Meter hohes Holzkreuz in die Höhe, ein Grabmahl für ein totes Dorf. "Bewahre Euch Gott", steht darauf. Ein Jahr nach dem Feuer wuchern Farne auf der Asche der verbrannten Holzhäuser, und vor den Kellern, aus denen die Bergungstrupps die Leichen zogen, blüht Kamille. In den Ruinen der wenigen Steinhäuser hausen nun Wanderarbeiter ohne fließendes Wasser. Es sind billige Tagelöhner wie Murat, 45, aus Usbekistan, die der findige Besitzer eines nahen Sägewerks dort einquartiert hat.

Bereits wenige Tage nach dem Feuer ordneten die Behörden an, Mochowoje aufzugeben. Zu klein schien der 300-Seelen-Ort, zu kostspielig der Neubau und Unterhalt von Straßen, Stromkabeln, Kanalisation und dem kleinen Sanitätsposten. Stattdessen baute der russische Staat in der Nachbarstadt Beloomut ein neues Viertel für die Menschen von Mochowoje. Für die Alten wie Tamara Fjodorowna mag der Neuanfang dort schwer sein, vor allem, weil der nächste Laden fast einen Kilometer Fußmarsch entfernt liegt, und kein Bus in der neuen Siedlung stoppt. Vielen Umsiedlern geht es mit den schmucken Fertigbau-Häuschen sogar besser als zuvor, junge Familien nutzen die großen Gärten, um ihre Häuser auf eigene Faust noch zu erweitern.

Den Aufbau der neuen Dörfer gemäß "moderner Technologien" machte Wladimir Putin zur Chefsache. Der Premier ließ Videokameras in den betroffenen Dörfern installieren, um den Wiederaufbau in Echtzeit zu überwachen und den örtlichen Beamten auf die Finger zu schauen.

Geholfen hat das freilich nicht immer.

Anna Jegorowna Surowowa entkam dem Feuer in Mochowoje nur mit Mühe und Not, die Flammen kokelten der 72-Jährigen Haare und Kleid an. Jetzt steht sie wütend in ihrem neuen Vorgarten in Beloomut und zeigt auf die andere Seite der neuen Fertighaussiedlung. "Gucken Sie, ,Putins Auge' schaute genau in die andere Richtung, weg von mir. Deshalb ist bei meinen Nachbarn alles in Ordnung, mein Kartenhäuschen dagegen droht bei jedem Regen weggespült zu werden."

"Hütte mit angeschlossenem Swimmingpool"

Weil der Boden zu sumpfig ist und die Fundamente schlampig gelegt wurden, stand bei Annas Einzug im November das Wasser einen Meter hoch im Keller. Anfangs ertrug die Alte den Misstand mit Humor. "Hereinspaziert in meine Hütte mit angeschlossenem Swimmingpool", scherzte sie, als die ersten Journalisten sie vor einem halben Jahr besuchten.

Doch auch der Einsatz von Pumpen brachte keine Besserung: Nach jedem Regenguss läuft der Keller wieder voll. Ursache ist ein Planungsfehler: Annas Hütte liegt tiefer als die der Nachbarn, einen halben Meter unterhalb der Straße. Die Stadtadministration hat Abhilfe bis Mai versprochen, passiert ist nichts. "Wenn wir uns beschweren wimmelt man uns am Telefon ab, und die Verwaltung behandelt uns inzwischen wie Feinde", sagt Annas Sohn.

Noch immer watet Anna knöcheltief im Wasser, wenn sie die kleine Holztreppe hinabsteigt. Schimmelpilze bevölkern die Wände des Kellers, der eigentlich als Vorratskammer für eingemachte Früchte und Kartoffeln dienen sollte. Im Winter zog es eiskalt durch Spalten hoch ins Bad, und der Holzfußboden im Flur wirft wegen der Nässe Dellen wie ein Wellblechdach.

Nachbarin Tamara Fjodorowna hat ebenfalls mit Wassereinbrüchen zu kämpfen. "Dann stinkt es im ganzen Haus, als sei jemand im Keller krepiert", sagt sie.

Auch beim Wiederaufbau von Werchnaja Werja, einem Dorf 300 Kilometer östlich von Moskau, konnten Putins Kamera-Augen nicht verhindern, dass bei der Drainage geschlampt wurde. Auch dort laufen die Keller voll. Wenn es regnet, stellte der Chef der oppositionellen Jabloko-Partei, Sergej Mitrochin, bei einem Besuch fest, tropft es zusätzlich von der Decke. Die Ursache für die Probleme liegt in der großen Eile, mit der die neuen Unterkünfte gebaut wurden. In Beloomut wurden 150 Häuser in nur drei Monaten hochgezogen, damit die Feuerflüchtlinge sie noch vor dem Winter beziehen konnten.

Die Waldbrandsaison hat in Russland wieder begonnen. Laut Angaben des Katastrophen-Schutzministeriums haben die Feuer bereits jetzt eine Fläche erfasst, die dreimal größer ist als sie es vor einem Jahr zur gleichen Zeit war."Die Prognose der Meteorologen ist ungünstig", sagt Alexej Jaroschenko von Greenpeace Russia. "Das heißt, wir erwarten einen trockenen und heißen Sommer. Aber das Land ist noch schlechter auf die Waldbrände vorbereitet als vor einem Jahr", warnt er.

Anfang Juni kroch wieder schwerer Brandgeruch unter der neuen Haustür von Tamara Fjodorowna in Beloomut hindurch, und wieder stieg Rauch bedrohlich gegenüber ihres Hauses auf. Nur einen Steinwurf von ihrem Zaun entfernt brannte der Wald. Diesmal bekam die Feuerwehr die Flammen schnell unter Kontrolle. Die Ikone der Gottesmutter, die Tamara aus Muchowoje retten konnte, liegt dennoch seither griffbereit auf dem braunen Nachtschränkchen in ihrem neuen Haus. Sicher ist sicher.>




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13.7.2011: Plastikflaschen-Architektur

aus: Welt online: Architektur: Recycelte Plastikflaschen sind Baustoff der Zukunft; 13.7.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13474015/Recycelte-Plastikflaschen-sind-Baustoff-der-Zukunft.html

<Autor: Eckart Granitza

In Schwellenländern entstehen stabile, preisgünstige und umweltfreundliche Häuser – aus leeren Getränkeflaschen. So können ganze Hochhäuser gebaut werden.

Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern vermüllen leere Plastikflaschen die Straßen, dabei könnten sie ein wertvoller Rohstoff für Neues sein. Tatsächlich greift seit einigen Jahren eine gute Idee um sich: in Honduras, Nicaragua, Brasilien, Thailand. Die leeren Flaschen, vorzugsweise aus PET (Polyethylenterephthalat), werden mit Erde, Schutt oder Sand gefüllt und mit etwas Mörtel zu Häuserwänden hochgezogen.

Das nimmt den Müll von der Straße und liefert umweltschonend und preisgünstig Wohnraum, der mit einfacher Technik herzustellen ist. Einer der Vorreiter der "Plastikmüll-Architektur" ist Andreas Froese aus Herford, ein Zimmermann mit Liebe zu Lateinamerika, der nützliche Lowtech-Idee nach Südamerika brachte.

Die Hightech-Variante des Bauens mit Recyclingplastik ist Professor Arthur Huang. Der taiwanesische Architekt ging weiter und entwickelte einen Baustoff, der in Taiwan schon als einer der Baustoffe der Zukunft betrachtet wird und auch in Europa kurz vor der Einführung steht. Auch Huang recycelt alte Plastikflaschen sowie anderen Plastikmüll aus PET. Aber er lässt sie von der Firma Miniwiz zu neuen futuristisch anmutenden, mit Luft gefüllten und durchscheinenden Hohlformen von etwa acht Litern Fassungsvermögen gießen.

Die Behälter sind wabenförmig – eine statisch besonders günstige Form. Sechsecke wie Bienenwaben kommen in der Industrie überall dort vor, wo ein leichtes und gleichzeitig stabiles Material benötigt wird. Das ist beispielsweise in der Luftfahrt beim Bau von Flugzeugen der Fall oder eben in der Architektur, wenn es darum geht, energiesparende und stabile – etwa erdbebensichere – Gebäude zu entwickeln.

"Bei der sechseckigen Zellform werden alle Zellwände doppelt genutzt. Das Verhältnis von Umfang zur Fläche ist viel günstiger als bei allen anderen geometrischen Formen, und letztlich ist die Stabilität der Wabenkonstruktion unübertroffen", meint Huang.

Vor Ort auf der Baustelle werden die Formen zu sogenannten Pollibrick-Fassaden zusammengesteckt. Huang ließ daraus unter anderem den neun Stockwerke hohen "Eco Ark Pavillon" errichten, der auf der im November 2010 eröffneten internationalen Gartenschau in Taipeh zum ersten Mal präsentiert wurde.

Die Wände des Pavillons bestehen aus 1,5 Millionen recycelten Kunststoffflaschen, die an einem leicht montierbaren und noch leichter wieder demontierbaren Stahlgerüst befestigt sind.

Auch in Deutschland ist Huang tätig. Kürzlich errichtete er einen kleinen Pavillon aus den Polli-Bricks auf dem Gelände des Energieforums Berlin, einem Bürogebäude und Veranstaltungsort mit kombiniert alter Industrie- und moderner Architektur. Er will den hiesigen Ingenieuren und Architekten ein Beispiel für nachhaltiges Bauen vorstellen und in Europa Kooperationspartner finden.

Die innen hohlen Plastiksteine sehen nicht nur futuristisch aus und geben viel Stabilität, sondern vereinen ein Vielzahl von Vorteilen. Sie seien fünfmal leichter als etwa vergleichbare Glaselemente, lichtdurchlässig und sehr haltbar, sagt Huang. "Und sie haben zudem eine optimale Ökobilanz." Die ökologischen Vorteile beruhen unter anderem auf Einsparungen beim Treibhausgas Kohlendioxid.

Die kommen dadurch zustande, dass man aufgrund des geringen Gewichts des Baumaterials nur ein leichtes Fundament und einen leichten Stahlunterbau benötigt. Zudem ist die Produktion vor Ort durch mobile Fabriken möglich. Und natürlich ist die Ökobilanz dadurch gut, dass das Material zu 100 Prozent aus Plastikmüll recycelt wird.

Abfall aus Plastik gibt es in Arthur Huangs Heimat Taiwan genug. Jährlich wandern dort allein 90.000 Tonnen Plastikflaschen und Behälter in den Müll. Weltweit hat sich die Nachfrage nach PET-Produkten seit 2000 fast verdoppelt. Warum also nichts mit diesem Rohstoff anfangen, fragte sich auch der auf Umweltrecht spezialisierte Berliner Rechtsanwalt Hartmut Gaßner.

Aus PET-Flaschen werden Bauelemente

"In Deutschland wandern jährlich allein 800 Millionen solcher Plastikflaschen in den Müll, wovon 500 Millionen paradoxerweise auch noch um die halbe Welt bis nach Asien geschickt werden. Eine verheerende Ökobilanz", sagt Gaßner. "Da wäre es doch viel schlauer, man würde sie verarbeiten und vor Ort als Baustoff nutzen." Gaßner, der das Zulassungsverfahren der Polli-Bricks in Deutschland betreut, sieht die Verwendung des lichtdurchlässigen Baustoffes vor allem für Lagerhallen, große Einkaufzentren, Museen und andere Kultureinrichtungen.

Während in Deutschland noch das Zulassungsverfahren läuft steht in Taipeh längst Huangs erste Polli-Brick-Fabrik, die er in Kooperation mit einigen Firmen errichtet hat. In einem riesigen Vorhof stapeln sich die benutzen Plastikflaschen. Im Inneren der Fabrik befindet sich ein gigantisches Tauchbecken, in dem die Flaschen gereinigt werden. Am Fließband rattern die alten Flaschen dann in Öffnungen verschiedenster Größe und werden in einem Ofen eingeschmolzen. Da das Material PET einen niedrigen Schmelzpunkt hat, wird dabei wenig Energie verbraucht.

Dann werden sie zu einem Plastikgranulat verkörnt. Dieses wird wiederum in einem sogenannten Streckblasverfahren eingeschmolzen in eine Vorform gebracht und schließlich aufgeblasen. So erhält man die sechseckigen Plastikflaschen, die mit nichts anderem als Luft gefüllt sind und wie ein Ei dem anderen gleichen.

Die große Menge an Luft in den Bauelementen ist auch für die guten Dämmwerte verantwortlich. Außerdem haben mehrere Tests in Taiwan ergeben, dass das Material sowohl sehr bruchsicher ist, als auch schwer entflammbar.

Alexander Rudolphi, Professor für nachhaltiges Bauen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, sieht außer den guten Dämmwerten vor allem die ausgezeichnete Ökobilanz als entscheidenden Vorteil: "Gemessen an einer konventionellen Bauweise dürfte es möglich sein, mehr als 70 Prozent des mit Bauteilen verbundenen Treibhauspotentials einzusparen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das gesamte System nach der Nutzung leicht demontierbar und recycelbar ist", meint Rudolphi. Deshalb sieht er vor allem einen Einsatzbereich in temporären Bauwerken wie zum Beispiel Ausstellungs- und Verkaufsgebäuden sowie Montage- und Messehallen.>

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21.7.2011: "Bindige Böden" machen Drainage auch in der Ebene notwendig: Tone, Schluffe, manche Sande, Gemisch aus Schluff und Ton

aus: n-tv online: Bauen: Körnergrösse des bodens entscheidet über Drainage; 21.7.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wohnen/Koernergroesse-des-Bodens-entscheidet-ueber-Drainage-article3866001.html

<Düsseldorf (dpa/tmn) - Drainagen halten Wasser von einem Gebäude fern, insbesondere an Hanglagen. Sie sind aber auch an ebenen Grundstücken nötig, wenn der Boden so beschaffen ist, dass er Regen- und Schmelzwasser nicht abführt.

Betroffen seien vor allem sogenannte bindige Böden: Sie haben eine plättchenartigen Aufbau, weshalb sie das Wasser aufnehmen und binden. Solche Böden seien Tone, Schluffe und manche Sande, aber auch Gemische aus Schluff und Ton. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf in ihrem aktualisierten Ratgeber «Feuchtigkeit im Haus?» hin.

Sande sind den Angaben zufolge bindig, wenn sie etwa sehr fein sind und ihre Körner nur einen Durchmesser von maximal 0,01 Millimeter haben. Sande sowie Schluffe mit einer Körnergröße von 0,01 bis 0,05 Millimetern seien hingegen schwach durchlässig.

Sickerfähig und wasserdurchlässig seien Böden, deren Körner mindestens zu 90 Prozent größer sind als 0,063 Millimeter. Dazu zählt Kies mit Körnern von 0,5 bis 1,0 Millimeter Durchmesser sowie Sand mit einer Korngröße von 0,1 bis 0,3 Millimetern.

Service:

Der Ratgeber «Feuchtigkeit im Haus» kostet 9,90 Euro und ist zuzüglich 2,50 Euro Porto und Versand erhältlich bei: Verbraucherzentrale NRW, Versandservice, Adersstr. 78, 40215 Düsseldorf, Telefon: 0211/380 95 55, E-Mail: &lt;publikationen@vz-nrw.de&gt;. Er kann auch online bestellt werden.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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Deutschland 25.7.2011: <Wohnen: Wasserschaden: Verursacher muss nicht alles zahlen>

aus: n-tv online; 25.7.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wohnen/Wasserschaden-Verursacher-muss-nicht-alles-zahlen-article3891371.html

<Koblenz (dpa/tmn) - Muss nach einem Wasserschaden neu gestrichen werden, hat der Verursacher die Kosten dafür zu tragen. Gezahlt werden muss aber nur für den neuen Anstrich der betroffenen Wand.

Nach einem Wasserschaden muss der Verursacher nicht für Renovierungskosten für angrenzende Räume aufkommen, entschied das Oberlandesgericht Koblenz (Az.: 2 U 209/10). Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin.

In dem Fall war Wasser in den Keller eines Wohnhauses eingedrungen. Die Nachbarn hatten auf dem direkt angrenzenden Grundstück ein Fertighaus errichtet und beim Bau eine mangelhafte Anschlussfuge zum Mauerwerk des Gebäudes errichtet. Dieser Fehler war aus Sicht der Eigentümerin die Ursache für den Wassereinbruch.

Die Richter gaben ihr im Prinzip Recht, begrenzten jedoch die Höhe des Schadensersatzes. Die Nachbarn müssten nur die Kosten der Malerarbeiten für die betroffene Wand tragen, nicht jedoch für die angrenzenden Wände. Die Tapeten an diesen Wänden seien bereits mehr als fünf Jahre alt. Nach diesem Zeitraum fielen in der Regel sowieso Schönheitsreparaturen an. So handele es sich dabei um sogenannte Sowieso-Kosten. Diese könnten den Nachbarn nicht auferlegt werden.

Quelle: n-tv.de / dpa>



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5.8.2011: Die Architektur eines Krankenhauses hat Einfluss auf den Heilungsprozess - macht manchmal sogar krank!

aus: Welt online: Schlechte Atmosphäre: Deprimierende Klinikarchitektur erschwert Heilung; 5.8.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13528853/Deprimierende-Klinikarchitektur-erschwert-Heilung.html

<Autor: Viktoria Schiller

Eine Umgebung zum Abgewöhnen. Gelegentlich werden Menschen von lieblos gestalteten Räumen sogar krank. In der Fachsprache heißt das "Sick-Building-Syndrom"

Lange, graue Krankenhausflure und ein beißender Desinfektionsmittelgeruch setzen Kranken zu: Architekturpsychologen plädieren für schönere Krankenhäuser.

Grau, kühl, steril - es gibt wohligere Orte als ein Krankenhaus. Glaubt man Experten, ist die wenig einladende Atmosphäre vieler Kliniken aber nicht nur unangenehm, sondern kann die Genesung von Patienten bremsen.

Eine Wissenschaftlerin der Universität Koblenz hat ein Schema entwickelt, mit dem die Architektur von Krankenhäusern beurteilt werden kann. Sie sagt: 60 Prozent der Kliniken haben Nachholbedarf.

Rotraut Walden zählt zu der kleinen Gruppe deutscher Architekturpsychologen. Etwa 20 Forscher widmen sich Walden zufolge hierzulande diesem Spezialgebiet der Psychologie. Ihr Anliegen: Die Wirkung von Bauwerken auf das Erleben und das Verhalten von Menschen zu untersuchen. "Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Architektur eines Gebäudes und der Gesundheit des Menschen", sagt Walden und verweist auf das sogenannte Sick-Building-Syndrom.

Bei diesem noch wenig erforschten Phänomen leiden Betroffene nach längerem Aufenthalt in einem Gebäude unter tränenden Augen, gereizten Schleimhäuten oder Juckreiz. Sobald sie den Ort verlassen, klingen die Symptome ab.

Krankenhäuser erforscht die Privatdozentin der Universität Koblenz, die auch Bürogebäude und Kindertagesstätten unter die Lupe nimmt, seit fast 15 Jahren. Über die Jahre hat sie ein detailliertes Schema entwickelt, das Klinikgebäude nach vier Kriterien bewertet: So wird untersucht, inwiefern die Architektur eines Krankenhauses funktional, ästhetisch, sozial und ökologisch ist. Dabei wird die Außenanlage einer Klinik ebenso durchleuchtet wie die einzelnen Stationen und die Patientenzimmer.

Waldens Anforderungen an eine Klinik sind dabei hoch. So sollte der Eingangsbereich aus ihrer Sicht einer Hotelrezeption gleichen: "Auch das Krankenhaus sollte sich als Gästehaus, nicht als Abfertigungshaus verstehen", sagt sie, betont aber gleichzeitig: "Man kann mit kleinen Mitteln viel erreichen." Dabei geht es der Expertin keinesfalls um Luxus, sondern um eine "Atmosphäre des Willkommens".

Patienten wollen Kontrolle behalten

Walden zufolge brauchen Menschen für ihr Wohlbefinden die Möglichkeit, ihre Umwelt beeinflussen zu können. Der gängige Krankenhausalltag dagegen führe bei vielen Patienten zu einem Gefühl der Hilflosigkeit: "Patienten fühlen sich wie Untergebene", sagt sie. In ihren Augen keine gute Voraussetzung, um schnell gesund zu werden.

Mit Kleinigkeiten könne aber Abhilfe geschaffen werden, betont die Expertin. Bereits das Aufstellen eigener Bilder oder das selbstständige Bedienen von Heizung und Licht wirke sich positiv aus. Weiße Wände haben im Krankenhaus der Zukunft dagegen nichts zu suchen. Die Expertin plädiert für mediterrane Farben.

Egal, ob Frauen-, Kinderklinik oder Chirurgie: Walden ist überzeugt, dass jede Abteilung einer Klinik, inklusive der Intensivstation, verschönert werden kann. "Wenn der Raum voller Geräte ist, kann man doch die Decke dekorieren", schlägt sie vor und fügt hinzu: "Ich nehme an, dass bei Berücksichtigung gestalterischer Mittel sogar die Gabe von Schmerzmitteln reduziert werden."

Daten über den ökonomischen Nutzen architektonischer Veränderungen an Krankenhäusern fehlen bislang. Walden ist sich aber sicher, dass durch Umbau- und Verschönerungsmaßnahmen nicht nur Arbeitsabläufe optimiert, sondern auch die Motivation und Leistung des Personals gesteigert und die Gesundung der Patienten beschleunigt werden kann.

Schon die Wahl des Grundstücks ist entscheidend

Wie viel beim Neu- oder Umbau eines Krankenhauses aus architekturpsychologischer Sicht zu beachten ist, zeigt sich, fragt man Walden nach der idealen Klinik. Schon bei der Wahl des Grundstücks prallen kaum zu vereinbarende Anforderungen aufeinander: So sollten Autobahn und Bahnhof gut erreichbar sein, Lärmbelästigung aber vermieden werden.

Im Krankenhaus selbst legt Walden größten Wert auf eine verständliche Ausschilderung, damit im Notfall nicht lebenswichtige Zeit verloren geht.

Bislang fristen die Architekturpsychologen im Gesundheitswesen ein Schattendasein. Dass sich Mensch und Gebäude wechselseitig beeinflussen, davon war dagegen 1943 schon Staatsmann Winston Churchill überzeugt. "Erst formen wir unsere Gebäude, dann formen diese uns", soll er 1943 gesagt haben.

dapd/db>


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18.8.2011: Eine begrünte Fassade ist ein ökologischer Sonnenschutz

aus: n-tv online: Bau: Begrünte Fassade als ökologischer Sonnenschutz; 18.8.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wohnen/Begruente-Fassade-als-oekologischer-Sonnenschutz-article4082801.html

<Berlin (dpa/tmn) - Eine begrünte Fassade ist ein ökologischer und preiswerter Sonnenschutz. Die Grünpflanzen hielten einen Teil der Sonneneinstrahlung ab, erklärt der Eigentümerverband Haus & Grund in Berlin. Außerdem wirkt sich die Verdunstung positiv aus.

Besonders geeignet für eine begrünte Fassade seien Efeu oder wilder Wein. Allerdings bedürften die Pflanzen einige Jahre, bis sie die gesamte Fassade bedecken. Sinnvoll seien auch außenliegende Jalousien, Markisen oder Rollos. Sie ließen die Sonne erst gar nicht ins Innere des Hauses eindringen. Jalousien und Rollos sollten an heißen Tagen ganztägig heruntergelassen werden, empfehlen die Experten. Wer lediglich die Gardinen zuziehe, verringere die Wärmeeinstrahlung nur geringfügig.

Quelle: n-tv.de / dpa>



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20.8.2011: Nach dem Bau ist vor der Reparatur: Regelmässige Kontrolle und Reparatur kleiner Schäden am Haus sind notwendig

aus: Welt online: Baumängel: Kleine Schäden am Haus muss man ernst nehmen; 20.8.2011;
http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article13553916/Kleine-Schaeden-am-Haus-muss-man-ernst-nehmen.html

<Autor: Stephanie Hoenig

Hausbesitzer sollten Fassaden und Dächer regelmäßig überprüfen. Die ständige Kontrolle des Eigenheims zahlt sich aus.

Bauschäden sind ärgerlich und können schnell ins Geld gehen. Deshalb sollten Bauherren oder Immobilienbesitzer schon bei ersten Anzeichen reagieren. Denn geringe Schäden sind meist kostengünstig zu reparieren – aber bleiben sie unentdeckt, drohen gravierende Folgen. An jedem Haus nagt der Zahn der Zeit. „Hausbesitzer sollten deshalb regelmäßig um ihre Immobilien gehen und sie mit kritischen Blicken checken“, rät der Architekt Olaf Voßhans aus Bremerhaven. Kleine Schäden sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und einfach ignorieren. Die Suche muss von oben bis unten und innen nach außen erfolgen.

[Feuchte und Schimmelpilze: Ursache suchen]

Schwierigkeiten gebe es bei vielen Gebäuden gerade mit Feuchtigkeit und Schimmelpilzen. Statt nasse Stellen im Keller, in Ecken und an Fassaden nur zu beheben, muss man umgehend nach der Ursache suchen. Auch wenn es im Keller anfängt, muffig zu riechen, ist dies ein Indiz für Schäden durch Feuchtigkeit. „Bei ungedämmten Kellern sollte in diesem Fall die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit mit einem Hydrometer gemessen werden“, erklärt Gisela Pohl von der Initiative Pro Keller in Schwerin. Liege die Temperatur dauerhaft unter 14 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit bei über 60 Prozent, könne auch eine defekte oder mangelhafte Abdichtung die Ursache für einen Schaden sein.

„Bei höheren Temperaturen kann die hohe Luftfeuchtigkeit aber auch an mangelhaftem Lüften liegen“, sagt Bauexpertin Pohl. Besonders im Sommer könne sich die in der Raumluft vorhandene Feuchtigkeit an den noch kalten Kellerwänden niederschlagen und zu Kondenswasser werden. Wer dann zu wenig lüftet, riskiere nasse Wände und die Bildung von Schimmelpilz. Ist allerdings unklar, woher die Feuchtigkeit stammt, sollte man einen Fachmann fragen.

[Wände auf Risse prüfen]

Die Wände des Hauses sollte man immer regelmäßig auf Risse prüfen, die sich zu großen Schäden ausweiten können. „Risse sind zwar oft harmlos – Hausbesitzer sollten ihre Entwicklung aber dennoch genau verfolgen“, rät Architekt Olaf Voßhans. Trägt man etwa einen Klecks Gips, eine sogenannte Gipsmarke, auf den Riss auf, sieht man, wenn er sich weiter ausbreitet.

[Die Pflege des Putz an der Fassade]

Als harmlos gelten jedoch so genannte Haarrisse, die sich im Putz bilden. „Sie sollten allerdings nicht breiter werden als 0,2 Millimeter“, erläutert der Architekt. Risse oder bröckelnder Putz an der Fassade sind hingegen mehr als nur ein Schönheitsfehler. Durch sie könne Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen. „Auf Dauer führen unerkannte Schäden zu gravierenden Mängeln an der Bausubstanz“, warnt Voßhans.

Erkennt man deutliche Veränderungen des Fassadenbildes, sollte gleich ein Spezialist hinzugezogen werden. Dieser geht dann der Ursache nach und deckt den Umfang des Schadens auf. Der Bauexperte und der Hausbesitzer sollten an der Fassade besonders typische Schwachstellen wie Fensterbrüstungen, Übergänge von Balkonen und Terrassen sowie Dachanschlüsse unter die Lupe nehmen.

[Grünspan am Kupfer]

Ein anderes Problem an der Fassade ist hingegen meist nur ein optisches: Grünspan. Auch an den Dachdeckungen schaden Moos, Algen und Flechten nicht. Wer dennoch sein Dach davon säubern will, sollte vorsichtig sein, rät Voßhans. Denn ein Hochdruckreiniger beschädige bei falscher Handhabung die Dacheindeckung und durchnässe die Dämmschicht.

[Untersuchung des Daches nach einem Sturm]

Wichtig sind jedoch regelmäßige Inspektionen des Daches auf Sturmschäden. „Abgedeckte Ziegel nach einem Sturm sieht auch ein Laie“, sagt Ulrike Heuberger vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Anders sei dies bei kleinen Schäden, etwa gelockerten Befestigungen. Temperaturwechsel greifen dann die Oberfläche an, was zu Rissen führt und An- und Abschlüsse beschädigt.

Mit der Zeit könnten so selbst kleine Dachschäden zu immensen Folgen führen. Solche Schäden könne meist aber nur der Dachdecker erkennen. „Schwierigkeiten bei Flachdächern gibt es, weil oft die Abflüsse auf dem Dach verstopft sind“, sagt Architekt Voßhans. Diese könne der Hausbesitzer aber meist selbst vom Schmutz befreien.

dpa>


Der
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20.8.2011: Kohlenmonoxidvergiftungen im Sommer durch Gas-Durchlauferhitzer und Gaskombithermen - immer Fenster öffnen

aus: Der Standard online: Hitzewelle: Kohlenmonoxidvergiftungen häufen sich: Bei schwülheisser Wetterlage können Abgase von Gaskombithermen oft nicht mehr durch den Kamin abziehen; 20.8.2011;
http://derstandard.at/1313024632013/Hitzewelle-Kohlenmonoxidvergiftungen-haeufen-sich

<Moderne Gasgeräte verfügen über einen Abgaswächter.

Wien - Kaum klettern die Temperaturen in die Höhe, treffen auch die ersten Meldungen über Kohlenmonoxidunfälle ein. Die Wiener Installateurinnung empfiehlt daher bei schwülheißem Wetter besonders vorsichtig zu sein.

Bei dieser Wetterlage können Abgase von Gasdurchlauferhitzern und Gaskombithermen oft nicht durch den Kamin abziehen. Die kalte Luft im Kamin wirkt wie ein Pfropfen. Der Raum, in dem das Gerät aufgestellt ist, und in weiterer Folge die ganze Wohnung können sich mit Kohlenmonoxid füllen. Vergiftungen, die rasch zu schweren Gesundheitsschäden und zum Tod führen können, sind möglich.

Fenster öffnen

Die Wiener Installateurinnung empfiehlt den Besitzern solcher Gasgeräte dringend, besonders vorsichtig zu sein. So sollte während des Betriebes, zum Beispiel beim Duschen, immer ein Fenster geöffnet sein. Die Geräte sollten möglichst nur kurz betrieben werden.

Michael Mattes, Innungsmeister der Installateure informiert, dass moderne Gasgeräte über einen Abgaswächter verfügen, der das Gerät im Fall des Falles abschaltet. "Jedoch schaltet sich das Gerät aus technischen Gründen zeitverzögert ab, wobei ein kleiner Raum bereits mit Abgase gefüllt sein kann. Durch ein verschmutztes Gerät, ist ein Abgasaustritt verstärkt." so Mattes. Eine regelmäßige, jährliche Wartung durch den Installateur ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern reduziert die Gefahren und den Gasverbrauch.

Die Innung empfiehlt zeitgemäße Gerätetechnik und weist auf die Möglichkeit zur Umrüstung auf geförderte Brennwertgeräte hin. Bei Brennwertgeräten werden die Abgase durch einen Ventilator ins Freie transportiert. Bei geringstem sicherheitstechnischem Mangel schaltet sich die Feuerung ab. Beim Ersatz von einem Altgerät durch ein modernes Brennwertgerät ist eine CO2-Einsparung von bis zu 2,5 Tonnen möglich. Der Fachbetrieb und die Homepage www.gasgeraetetausch.at informieren auch über die Gasgerätetauschaktion 2011.

Wichtig ist, die regelmäßige Wartung durch einen Installateur des Vertrauens durchführen zu lassen. Billiganbieter, die vermeintlich günstige Angebote in Stiegenhäusern anbieten, haben oft nicht die entsprechende Ausbildung, Ersatzteile und Berechtigung. (red)>


20 minuten
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21.8.2011: Luftreiniger-Steine aus Deutschland: Abgase werden in Salze verwandelt

aus: 20 minuten online: "Zauber"-Pflastersteine: Politiker wollen luftreinigende Steine; 21.8.2011;
http://www.20min.ch/news/zuerich/story/27623266

von Regina Ryser - Pflastersteine, die die Luft reinigen, sind in deutschen Städten ein Erfolg. Jetzt fordern Politiker, dass auch die Stadt Zürich den Einbau solcher Steine prüft.

Die Airclean-Pflastersteine.

Es klingt wie ein Zaubertrick: Mittels Sonnenlicht verwandeln die Airclean-Pflaster­steine giftige Autoabgase in saubere Luft. «Wir sind rundum zu­frieden mit dem Produkt», sagt Mario Heine, Sachgebietsleiter Baudurchführung im deutschen Erfurt, wo die Steine eingesetzt werden. «Die Luftqualität hat sich verbessert.»

Von den «Zaubersteinen» angetan ist der grünliberale Zürcher Gemeinderat Gian von Planta: «Das ist eine höchst interessante Erfindung.» Sie könnte in Zürich-West oder entlang der Autobahn eingesetzt werden, wo die Belastung über den Grenzwerten liege. Die Pflastersteine könnten künftig etwa in neu gestalteten Fussgängerquartieren oder als Randsteine verwendet werden. «Diese Entwicklung sollte die Stadt unbedingt prüfen», sagt Von Planta. Deshalb überlegt er sich, einen parlamentarischen Vorstoss einzureichen. Auch Markus Knauss (Grüne) findet die Pflastersteine prüfenswert: «Das ist eine innovative Idee.»

Obwohl der Grenzwert des Stickstoffdioxids in der Limmatstadt immer wieder überschritten wird, will die Stadt Zürich vom Airclean-Stein nichts wissen: «Der Einsatz dieser Technologie ist für uns derzeit kein Thema», sagt Tiefbauamtssprecher Stefan Hackh. «Entlang unserer Strassen hat es viele Bäume, die können die Luft genauso gut reinigen und spenden dazu noch Schatten.» Zudem setze die Stadt wegen der langen Lebensdauer auf Natursteine.>


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n-tv
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Deutschland 26.8.2011: Das Plusenergiehaus produziert so viel Solarstrom, dass man ihn auch noch verkaufen kann - und die Regierung gibt bis zu 150.000 Euro Zuschuss

aus: n-tv online: Plusenergiehäuser im Trend: Wohnen im eigenen Kraftwerk; 26.8.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Wohnen-im-eigenen-Kraftwerk-article4146816.html

<Besonders wichtig sind die großen Fenster an der Südfassade. "Mein Haus ist meine Tankstelle" lautet das Motto des Berliner Pilotprojekts. Im Vergleich zum Passivhaus lässt sich auch eine gewisse optische Verbesserung feststellen.

von Johannes Süßmann

Niedrigenergiehaus und Passivhaus waren gestern. Wer heute energieneutral wohnen will, kann inzwischen in sein eigenes kleines Kraftwerk ziehen: Plusenergiehäuser produzieren so viel Solarenergie, dass sie sie gar nicht selbst verbrauchen können. Die Bundesregierung bezuschusst den Bau der Umwelthäuser.

70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die Bereiche Verkehr und Gebäude. Der größte Posten ist dabei das Heizen. Entsprechend liegt hier – gerade im Zuge der von der Bundesregierung angekündigten Energiewende – ein enormes Sparpotenzial. Zwar stellen sich die Bundesländer bislang noch quer, die Förderung zur besseren Isolierung alter Gebäude mitzufinanzieren. Doch gibt es vor allem für Neubauten seit längerem innovative und hochentwickelte Ideen mit dem Potenzial, den Energiebedarf von Büro- und Wohngebäuden um ein Vielfaches zu senken. Inzwischen werden Häuser gebaut, die nicht nur keine Energiefresser, sondern sogar autarke kleine Kraftwerk sind; die nicht nur viel weniger Energie verbrauchen als der Großteil aller Gebäude in Deutschland, sondern die selbst mehr - saubere - Energie produzieren, als sie benötigen.

Plusenergiehaus heißt das dann, seit Kurzem wird ihr Bau auch vom Bundesverkehrsministerium (BMVBS) gefördert. Nach Niedrigenergie- und Passivhaus sind sie der nächste Evolutionsschritt in Sachen Energieeffizienz beim Hausbau. Niedrigenergiehäuser zeichnen sich, der Name deutet das an, durch einen sehr geringen Energieverbauch im Vergleich zu "normalen" Gebäuden aus. So darf ihr Bedarf an Heizwärme im Jahr maximal 70 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter betragen. Hinzu kommt eine effiziente, hochmoderne Dämmung, der Einsatz von Wärmeschutzglas sowie von Techniken, die die Abgabe von Wärme nach außen verhindern. Diese Verfahren wurden bei der nächsten Generation, den Passivhäusern, noch einmal weiterentwickelt. Hier wird nicht nur auf niedrigen Verbrauch geachtet, sondern auch – und wieder suggeriert es der Name – auf die Erschließung passiver Energiequellen. Ihre noch bessere Dämmung erlaubt es, sowohl die Kraft der Sonneneinstrahlung als auch die Eigenwärme von Menschen zum Aufheizen der Innenräume zu nutzen. Niedriger Energieverbrauch ist dabei natürlich auch beim Passivhaus ein wichtiger Baustein.

Bis zu 150.000 Euro Zuschuss

Beim Plusenergiehaus kommt nun noch die hocheffiziente, umweltfreundliche Eigenproduktion der Energie hinzu. Und die liegt eben so hoch, dass neben den Mengen für den Eigenbedarf sogar noch etwas übrig bleibt. Das BMVBS fördert das in 2011 nun zunächst mit 1,2 Mio. Euro. Jeder Antragsteller kann mit einem Zuschuss von bis zu 150.000 Euro rechnen. Nach Auskunft einer Ministeriumssprecherin sind davon maximal 80.000 Euro für "Technikförderung" sowie 70.000 Euro für "wissenschaftliche Begleitung" vorgesehen. Zusätzlich finanziert das BMVBS mehrere Pilotprojekte. In Berlin entsteht derzeit zum Beispiel ein Plusenergiehaus, das doppelt so viel Energie produzieren soll, wie es verbraucht. Der Modellversuch sieht vor, den Überschuss zum Betrieb eines zum Haus gehörenden Elektroautos zu nutzen, es gibt Kooperationen mit mehreren Autobauern. Ab 2012 soll dann eine vierköpfige Testfamilie das rund 130 Quadratmeter große Haus probehalber für ein Jahr bewohnen.

"Dieses Forschungsprojekt soll das Flaggschiff für eine neue Gebäudegeneration werden", sagt Rainer Bomba, Staatssekretär im BMVBS. Man erhoffe sich neue Erkenntnisse zur Verbesserung des Energiemanagements moderner Gebäude. Doch die gibt es längst. So setzte das Freiburger Architekturbüro Rolf Disch SolarArchitektur den Bau einer Solarsiedlung mit insgesamt 59 Plusenergie-Wohnhäusern sowie des Büro- und Gewerbekomplexes "Sonnenschiff" um. Nach eigenen Angaben sparen beide Projekte zusammen jedes Jahr umgerechnet 200.000 Liter Heizöl beziehungsweise 500 Tonnen CO2-Emissionen ein.

Solarstrom auch für die Nachbarn

[Die Faktoren:
-- Solarstromanlage
-- Süd-Fensterfront
-- hochlichtdruchlässige Verglasung
-- dreifach isoliertes Glas
-- Dachüberstand für den Sommer
-- hocheffiziente Dämmung
-- ausgeklügeltes Lüftungssystem mit nur minimen Wärmeverlusten].

Und so funktioniert es: Hauptenergiequelle eines Plusenergiehauses ist die Sonne. Das Dach besteht zu weiten Teilen aus einer Photovoltaik-Anlage, solarthermische Kollektoren erwärmen das Wasser im Haus. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Südausrichtung der Gebäude. Besonders im Winter wird dadurch die direkte Sonneneinstrahlung auf die großzügige Glasfront genutzt, um das Gebäudeinnere aufzuwärmen: Die hochlichtdurchlässige Verglasung ist dreifach isoliert, hält dadurch die Wärme im Haus. Die hoch stehende Sommersonne wird dagegen durch einen klassischen Dachüberstand abgeschirmt, sodass es auch bei hohen Außentemperaturen kühl bleibt im Haus. Hinzu kommt eine hocheffiziente Dämmung gemäß dem Passivhausstandard sowie ein ausgeklügeltes Lüftungssystem, das eine dauernde Frischluftzufuhr gewährleistet und dabei trotzdem kaum Wärme nach außen abgibt.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, um das Haus vor allem im Winter warmzuhalten, den reibungslosen Betrieb aller Haushaltgeräte oder warmes Wasser zu jeder Tages- und Jahreszeit zu garantieren, kann Energie aus regenerativen Quellen hinzugekauft werden. In der Praxis ist das jedoch nicht nötig, ganz im Gegenteil. Die Erfahrungen der Architekten zeigen, dass die Plusenergiehäuser tatsächlich einen Überschuss an Energie produzieren, der in die öffentlichen Netze abgegeben oder zur Versorgung benachbarter Häuser verwendet werden kann.

Die Entwicklung geht weiter - [wie der Überschuss von 36 kWh pro m2 pro Jahr zustandekommt - plus Nebeneinnahmen]

Nach Angaben von Disch SolarArchitektur liegt das Plus im Durchschnitt bei jährlich 36 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der gesetzlich vorgeschriebene Standard sieht einen Energieverbrauch von 260 kWh pro Quadratmeter und Jahr vor – der Bundesdurchschnitt liegt Schätzungen zufolge bei über 400 kWh. Ein Passivhaus darf ebenfalls bis zu 120 kWh Fremdenergie verbrauchen. Das Plusenergiehaus nun produziert im Idealfall 115 kWh selbst. Legt man der Berechnung des Verbrauchs Faktoren wie das energiesparende Verhalten der Bewohner und den Gebrauch sparsamer Haushaltsgeräte zugrunde, so liegt dieser im Schnitt bei 79 kWh pro Quadratmeter. Was in der Summe nichts anderes bedeutet, als dass ein Plusenergiehaus durchschnittlich einen Überschuss von 36 kWh an "sauberer" Energie erwirtschaftet.

Und nach Einschätzung der Architekten wird das mittelfristig noch mehr werden, da weiterhin an noch effizienteren Techniken gearbeitet wird. Mittelfristig gehen sie von einem möglichen Überschuss von 200 kWh pro Jahr und Quadratmeter aus. Der Nachteil liegt dabei wohl in erster Linie noch im Preis. Da ein Plusenergiehaus allerdings keine Nebenkosten, sondern durch den Produktionsüberschuss vielmehr Nebeneinnahmen produziere, tragen sich die Mehrkosten laut Disch SolarArchitektur im Vergleich zum Bau eines konventionellen Hauses wie von selbst. Was genau der Bau eines brandneuen Plusenergiehauses kostet, war allerdings nicht herauszufinden.

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16.9.2011: Das Umwelt-Hochhaus bei 30 Grad Aussentemperatur

aus: Welt online: Öko-Hochhaus: 30 Etagen, 30 Grad, keine Klimaanlage - trotzdem kühl; 16.9.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13608567/30-Etagen-30-Grad-keine-Klimaanlage-trotzdem-kuehl.html

<Autor: Britta Nagel

Nachhaltigkeit im High-Tech-Hochhaus: „1 Bligh" kommt sogar im heißen Sydney ohne umweltschädliche Kühlung aus und klärt sein eigenes Wasser im Keller.

Es kommt in Australien nicht alle Tage vor, dass die Regierungschefin zur Einweihung eines Gebäudes anreist. Doch schließlich ist es auch nicht irgendein Hochhaus, das Premierministerin Julia Gillard kürzlich in Sydney einweihte. "1 Bligh", wie das Gebäude nach seiner Lage an der Bligh Street heißt, ist das umweltfreundlichste Hochhaus Australiens.

Das 30-stöckige elliptische Gebäude verfügt als erstes Hochhaus des Landes über eine doppelschalige Glasfassade und kann aufgrund seiner natürlichen Belüftung sogar im tropischen Klima von Sydney teilweise auf eine Klimaanlage verzichten. Bislang war so etwas unvorstellbar. Eine Solaranlage auf dem Dach und ein auf Erdgas basierendes System erzeugen die umweltfreundliche Energie für Kühlung, Heizung und Strom.

Ein riesiges Atrium, das sich über alle 28 Geschosse erstreckt und das höchste Australiens ist, lässt die überschüssige erwärmte Luft aus den umliegenden Büros nicht ungenutzt verpuffen, sondern dient als natürliche Wärmeressource für die riesige Eingangshalle, in der lautlos acht gläserne Aufzüge zwischen den Stockwerken pendeln. Die Decken der einzelnen Geschosse können thermisch aktiviert und durch zirkulierendes Wasser gekühlt werden.

Für das unter chronischem Wassermangel leidende Australien wurde in "1 Bligh" sogar eigens eine Mini-Kläranlage im Keller installiert, die Wasser in trinkwasserähnlicher Qualität erzeugt und mehr Wasser klärt, als im Haus anfällt. 300 Fahrradstellplätze sollen den Mitarbeitern zudem eine energiesparende und gesunde An- und Abfahrt zur Arbeit ermöglichen. Und damit deren Ästhetik bei Arbeitsbeginn nicht leidet, wurden 300 Duschplätze eingebaut.

Die gestalterischen und ingenieurtechnischen Mühen zum Bau dieses Hochhauses, das auch für deutsche Verhältnisse zum obersten Standard gehört, haben sich gelohnt: "1 Bligh" wurde mit der bisher noch nie vergebenen "6 Star World Leadership"-Zertifizierung des australischen Öko-Standards Green Star ausgezeichnet. Dieses Muster an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit vermittelt einen Vorgeschmack, wie auch hierzulande künftig Öko-Hochhäuser aussehen könnten.

Zumal das Gebäude mit seiner schwingenden Form auch in ästhetischer Hinsicht ein Ausrufezeichen setzt in Sydneys wenig spektakulärer Skyline. Das elegante Gebäude, wirkt inmitten all der klotzigen 60er- und 70er-Jahre-Scheußlichkeiten in seiner Nachbarschaft wie ein kostbar schimmernder Solitär. In seiner puristischen, unaufgeregten Formensprache ist es gleichzeitig sehr europäisch.

Billige Energie war immer da

Der Düsseldorfer Architekt Christoph Ingenhoven hat gemeinsam mit dem australischen Büro Architectus das Hochhaus geplant, das von den australischen Medien viel Lob bekam und schon jetzt zum zweiten Architektur-Highlight der Stadt nach dem berühmten Opernhaus von Jørn Utzon gezählt wird.

"Ich danke den Architekten und allen Beteiligten dafür, dass sie uns mit diesem Gebäude einen Blick in eine saubere und nachhaltigere Zukunft ermöglichen", sagte eine sichtlich beeindruckte Julia Gillard am Eröffnungsabend auf der mit Bäumen bepflanzten 700 Quadratmeter großen Dachterrasse im 28. Stock.

Die feierliche Zeremonie, die elegant gekleideten Gäste, die in den Countdown der Premierministerin einfallen, das Feuerwerk, das Hochhausschluchten und Harbour Bridge erstrahlen lässt, wirken auf den deutschen Besucher fast ein wenig paradox. Hier, im fernen Australien, hofft die Politik, dass etwas vom Glamour der Öko-Architektur auf sie abfärben möge. In Deutschland hingegen tun grüne Politiker alles, damit ein grüner Bahnhof wie der, den Ingenhoven vor 15 Jahren für Stuttgart entwarf, nicht gebaut werden kann.

Australien, das aufgrund seiner reichen Kohlevorkommen stets über billige Energie verfügte und dessen Bürgern das Energiesparen vollkommen fremd ist, ist im Vergleich zu anderen Industrienationen ein Öko-Spätzünder. Der erste Öko-Standard für Gebäude wurde erst 2003 eingeführt. "Doch Australien holt unter der neuen Labor-Regierung mit Riesenschritten auf", glaubt Christoph Ingenhoven, der vor fünf Jahren mit den Arbeiten an dem 139 Meter hohen Öko-Turm begann. Die australische Regierung habe mittlerweile begriffen, wie wichtig grüne Architektur und die Erschließung alternativer Energien seien für ein Land, das viel stärker noch als Deutschland unter den Folgen des Klimawandels zu leiden hat.

Der Öko-Umbau geht allerdings vielen Bürgern zu weit. Vor allem scheiden sich die Geister an der sogenannten Carbon Tax, der von Gillard neu eingeführten Abgabe, die den CO2-Ausstoß jedes Bürgers und jedes Unternehmens besteuert.

Und dennoch: Egal, ob die Bevölkerung mitzieht oder ob die Weltwirtschaftskrise noch weiter eskaliert: Am Öko-Standard im Baugewerbe, da ist sich Christoph Ingenhoven sicher, führt weltweit kein Weg mehr vorbei. "Ganz einfach deshalb, weil sich künftig ohne Zertifizierung kein Gebäude mehr verkaufen lässt", sagt der Architekt. "Wenn ein Bauherr heute ein Bürogebäude baut, und es nach fünf Jahren wieder verkaufen oder vermieten will, hat er überhaupt keine Chance, dies zu tun, wenn er nicht über eine sehr hohe Zertifizierung verfügt. Es sind allein ökonomische Gründe, die Zertifizierungen für Investoren interessant machen, das hat nichts mit grünem Idealismus zu tun."

Ingenhoven, inzwischen Weltreisender in Sachen Green Building, hat das erste Öko-Hochhaus Japans gebaut, plant zurzeit in Singapur ein weiteres milliardenschweres grünes Hochhaus-Ensemble und will mit der neuen Google-Zentrale in Kalifornien sein Meisterstück abliefern.

Er hält nicht viel von einer weltweit einheitlichen Zertifizierung. "Ich wünsche mir eher eine gesunde Konkurrenz. Die fördert die Kreativität unter den Architekten." Dennoch glaubt er, dass sich weltweit das amerikanische LEED-Siegel durchsetzen wird. Nicht, weil es besser ist als andere Zertifizierungen, sondern weil die Amerikaner schneller waren als die Deutschen mit ihrem DGNB-Siegel – und das bessere Marketing betrieben haben. "Wir Deutschen sind mit unserem Siegel viel zu spät auf den Markt gekommen, auch wenn unsere deutsche Gründlichkeit das DGNB-Siegel zu einem anerkannten Standard gemacht hat."

Die Deutschen, deren Architektur und Ingenieurskunst seit einigen Jahren aufgrund ihrer Nachhaltigkeitskompetenz auch international gefragt ist, haben allerdings immer schon stärker als andere Länder nach ökologischen Richtlinien gebaut.

Die Amerikaner und Engländer, aber auch die Asiaten, entwickelten zwar früher als die Deutschen eigene Öko-Siegel, haben aber auch beim Green-Building-Wissen großen Nachholbedarf. >

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Der Standard
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1.9.2011: Brückenbau ohne alles: <Innovation: Neuartige Klappbrücke kommt ohne Zugseile und Hydraulik aus>

Klappbrücke
                ohne Zugseile und Hydraulik
Klappbrücke ohne Zugseile und Hydraulik [1]

aus: Der Standard online; 1.9.2011;
http://derstandard.at/1314652742490/Innovation-Neuartige-Klappbruecke-kommt-ohne-Zugseile-und-Hydraulik-aus

<TU-Forscher entwickeln ein energiesparendes Modell - Praxistest erfolgreich verlaufen

Wien - Keine Hydraulik und keine Zugseile - stattdessen nur eine solarbetriebene Wasserpumpe: Ein alternatives Konzept für eine Klappbrücke hat die Technische Universität Wien nun erfolgreich getestet. Im Auftrag der Stadt Wien entwickelten Techniker vom TU-Institut für Tragkonstruktionen eine Brücke, die vor allem damit besticht, dass sie weniger Energie verbraucht als herkömmliche Varianten.

Es werden nur zwei einfache Wasserbehälter und eine kleine Pumpe benötigt, die mit Solarzellen betrieben werden kann: "Die Bauteile unserer Brücke sind genau austariert, Druckstäbe leiten die Kräfte an den richtigen Stellen ab", erklärt Johann Kollegger von der TU. Ganz oben am Brückenpfeiler befindet sich ein Wasserreservoir, aus dem Wasser in zwei Metallbehälter geleitet werden kann, die am Brückenpfeiler beweglich montiert sind. Sind die Behälter voll, sinken sie nach unten und klappen gleichzeitig die Brückenfahrbahnen hoch. Am Ende liegen die Fahrbahnen senkrecht am Brückenpfeiler an, und selbst breite Schiffe können mühelos passieren.

Praxistest bestätigt Berechnungen

In einer Machbarkeitsstudie sollten die Techniker klären, ob man nach diesem Prinzip in schiffbaren Gewässern eine Brücke für Fahrräder und Fußgänger errichtet werden könnte, die gleichzeitig den Schiffsverkehr nicht behindert. Insgesamt soll die Brücke 100 Meter überspannen, der Abstand zwischen den beiden Brückenpfeilern soll 66 Meter betragen. Für eine solche Brücke würden eine einfache solarbetriebene Wasserpumpe und ein paar hundert Liter Wasser ausreichen, um die Fahrbahnen zumindest dreimal täglich zu heben und zu senken.

Um das neue Brückenkonzept auch in der Praxis zu testen, wurde am Versuchsgelände der TU Wien am Arsenal-Gelände der Klappmechanismus an einem Brückenpfeiler im Maßstab 1:5 ausprobiert. "Der Versuch verlief so, wie wir uns das gewünscht hatten", freute sich Johann Kollegger. "Unser Hebe- und Senkmechanismus hat sich bewährt." (APA/red)>


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Welt online,
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2.9.2011: Architektur: Deutschlands Vorschriften sind zu streng

aus: Welt online: Haussanierung: Energiespar-Zwang blockiert deutschen Wohnungsbau; 2.9.2011;
http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article13580199/Energiespar-Zwang-blockiert-deutschen-Wohnungsbau.html

<Autor: Daniel Wetzel

Eine neue Studie hat den Verdacht von Bauherren bestätigt: Zu strenge Vorgaben bei der energetischen Sanierung haben dramatische Folgen.

Wie warm muss Deutschland seine Häuser verpacken? Gibt es einen Punkt, an dem das staatlich verordnete Energiesparen umschlägt in volkswirtschaftlichen Unsinn? Die Verbände der Wohnungswirtschaft und der privaten Bauherren in Deutschland hatten angesichts der politischen Diskussion um die „Energiewende“ einigen Anlass, sich diese Fragen zu stellen.

Mit der Beantwortung beauftragten sie das Beratungs- und Analyseunternehmen Prognos AG. Die Studie der Experten liegt jetzt vor. Ergebnis: Schärfere ordnungspolitische Vorschriften für den Bau energieeffizienter Häuser wären „wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.“

Die deutsche Wohnungswirtschaft sieht sich durch die neue Studie in ihrem Verdacht bestätigt. Zu strenge staatliche Vorgaben zum energetischen Bauen sind kontraproduktiv, weil sie zu einem weiteren Rückgang des Wohnungsbaus führen und außerdem die Modernisierung des Häuserbestandes weiter verzögern. Schließlich befürchten die Unternehmen, mit den Kosten der deutschen „Energiewende“ überproportional stark belastet zu werden.

Denn nach dem Abschalten von acht Atomkraftwerken kann die Bundesregierung ihre klimapolitischen Ziele nur erreichen, wenn die Anstrengungen zum Stromsparen und CO2-Vermeiden in anderen volkswirtschaftlichen Sektoren – allen voran bei Gebäuden – drastisch verschärft werden. Immerhin entfallen auf den Gebäudebereich heute noch immer rund 40 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen.

Nachdem die Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahre 2007 erst vor zwei Jahren noch einmal deutlich verschärft wurde, denkt die Bundesregierung deshalb jetzt schon wieder über noch strengere Energiewerte für Neubauten nach, die in eine „EnEV 2012“ einfließen könnten.

Keine gute Idee, befanden die Experten der Prognos AG. Sie hatten untersucht, welche volkswirtschaftlichen Effekt die Verschärfung der EnEV 2007 auf das 2009er-Niveau hatte – und was es nun bringen würde, die Anforderungen für energetisches Bauen in Zukunft noch weiter heraufzusetzen. Nach ihren Berechnungen war die EnEV 2009 dem „wirtschaftlichen Optimum“ sehr nahe: Die dort vorgeschriebenen Investitionen in energiesparende Techniken zahlten sich in gerade noch angemessener Zeit für den Bauherrn auch wieder aus.

Dies aber würde sich drastisch ändern, wenn in Zukunft nun noch weitere bauliche Maßnahmen vorgeschrieben würden: Im Vergleich zur EnEV 2007 würde das die Amortisationszeit „um fast zehn Jahre auf bis zu 22 Jahre verlängern“, warnen die Prognos-Experten. Schon die EnEV 2009 hatte den zusätzlichen Investitionsbedarf im Neubau auf 30 bis 45 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erhöht.

Bei einer erneuten Verschärfung der Einsparverordnung um weitere 30 Prozent würde der zusätzliche Investitionsbedarf sogar auf 70 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche steigen, heißt es in der Studie. Die Folgen könnten dramatisch sein. Es bestehe die Gefahr, dass die ohnehin schon geringe Neubaurate in Deutschland weiter zurückgehe, warnen die Gutachter. Das würde auch zu sinkenden Steuereinnahmen führen.

„Insofern sind die klimapolitischen Ziele nur mit einer Verbesserung der Ertragsseite für die Investoren vereinbar“, heißt es in der Studie: Das Ordnungsrecht stoße „mit Blick auf der Wirtschaftlichkeitsgebot an seine Grenzen“. Um das politische Ziel einer höheren Neubau- und Sanierungstätigkeit auch zu erreichen, bedürfe es stattdessen „verbesserter Anreizinstrumente“.

Der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau, Ronald Rast, forderte die Bundesregierung angesichts der Studienergebnisse auf, den Wohnungsbau bei der Erfüllung seiner klimapolitischen Aufgaben zu unterstützen: Ohne eine ausgeweitete Förderung durch die KfW Förderbank und ohne eine steuerliche Förderung seien die gestellten Ziele nicht zu erreichen.

Wenn die hohe Schlagzahl auf der Verordnungsseite beibehalten werde, könne das am Ende sogar eher dazu führen, dass die Bautätigkeit fast ganz gestoppt werde. Der Deutsche Mieterbund forderte die Bundesregierung auf, die geplante steuerliche Förderung von Sanierungsmaßnahmen an Wohnungsgebäuden gegen den Widerstand der Bundesländer doch durchzusetzen.

Bundesländer fürchten Steuerausfälle

Der Bundesrat hatte im Juli dem entsprechenden Gesetzentwurf nicht zugestimmt, da die Bundesländer mögliche Steuerausfälle nicht tragen wollten. Deshalb müsse jetzt der Vermittlungsausschuss angerufen werden, sagte der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips: „Damit die Mieter nicht über Gebühr belastet werden, muss der Staat stärker fördern.“

Auch der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft, Axel Gedaschko, warnte: „Wenn die Bundesregierung jetzt nicht eingreift, wird eine historische Chance vertan.“ Aus Sicht von Ingeborg Esser vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) droht die Regierung bei einer weiteren Verschärfung der baurechtlichen Vorschriften auch soziale Aspekte aus den Augen zu verlieren.

„Wir laufen Gefahr, bei einer zu ambitionierten Erhöhung der Standards eine Zwei-Klassen-Gesellschaft aufzubauen“, sagte Esser. Mit Walter Rasch, dem Präsidenten des Bundesverbandes freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), stimmte sie überein, dass es zunächst darum gehen müsse, die Breitenwirkung der bestehenden EnEV 2009 zu verstärken. „Anstatt die Standards zu verschärfen, sollten wir lieber alle mitnehmen“, sagte BFW-Präsident Rasch.

Der Geschäftsführer der Bundesarchitektenkammer, Tillmann Prinz, warb dafür, das Kriterium der Wirtschaftlichkeit von energiesparenden Maßnahmen anders zu definieren. Es dürften die energetischen Werte eines Hauses nicht mehr isoliert betrachtet werden.

Vielmehr müsse auch die städtische Einbindung eines Hauses in die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit aufgenommen werden. So könne auch ein hervorragend gedämmtes Energiesparhaus noch die Umwelt belasten – wenn es nämlich weit außerhalb städtischer Strukturen als Solitär auf dem Lande gebaut werde – weil es so die Bewohner zum häufigen klimaschädlichen Gebrauch des eigenen Autos zwinge.

Ein citynahes Gebäude mit gutem Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr innerhalb einer Stadt sei in der energetischen Gesamtbilanz energetisch oft vorteilhafter, selbst wenn es nicht topsaniert ist.

mit dapd>



Der Standard
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21.9.2011: Billigangebote beim Bau kommen meistens teuer zu stehen

aus: Der Standard online: Auftragsvergabe: "Wer billig baut, baut meistens teuer"; 21.9.2011;
http://derstandard.at/1316390171962/Auftragsvergabe-Wer-billig-baut-baut-meistens-teuer

<Die Gewerkschaft Bau-Holz fordert, öffentliche Aufträge nach Salzburger Vorbild österreichweit an soziale Kriterien binden

"Leider hat sich zu oft erwiesen: Wer billig baut, baut meistens teuer", sagt der Salzburger Landesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Othmar Danninger. Oft lägen nämlich die diversen Angebote nicht weit auseinander - und hier müsse deshalb "der soziale und ökologische Faktor bei der Auftragsvergabe eine wichtige Rolle spielen", so der Gewerkschafter.

Er fordert nun, dass das beispielhafte Vorgehen des Landes Salzburg in ganz Österreich umgesetzt wird: Dort werden nämlich laut Aussendung der Gewerkschaft nun bei öffentlichen Auftragsvergaben die sozialen und ökologischen Kriterien der "Bau auf A!"-Kampagne berücksichtigt. Konkret heißt das, die Auftraggeber müssen für ihre Entscheidung berücksichtigen, wie viele Lehrlinge, Frauen, ältere oder behinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei potenziellen Auftragnehmern beschäftigt sind, welche Transportwege anfallen und ob in der Nähe ein Serviceangebot bei Wartung oder Reparatur besteht.

"Das Salzburger Modell rückt auch von Generalunternehmer-Verträgen ab, was insgesamt eine bessere Übersicht gewährleistet und es ‚schwarzen Schafen‘ zusätzlich erschwert, bei Aufträgen zum Zug zu kommen", findet auch Josef Muchitsch, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Lob für Salzburg. „Die Vorgangsweise, die die Salzburger Landesregierung gewählt hat, ist auch laut EU-Recht zulässig. Ich sehe also keinen Grund, warum dieses Modell nicht ehest möglich auch österreichweit umgesetzt werden soll." Man werde diesbezüglich das Gespräch mit den politisch Verantwortlichen suchen.

Den Salzburger Gemeinden ist es freigestellt, den Kriterienkatalog ebenfalls zu nutzen. "Es ist aber unbedingt nötig, dass auch die Gemeinden mit diesem Kriterienkatalog arbeiten. Nicht zuletzt sind öffentliche Auftragsvergaben nach dem Best- statt nach dem Billigstbieterprinzip auch ein ausgezeichnetes Instrument gegen Lohn- und Sozialdumping", so Danninger abschließend. (red)>

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n-tv
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24.10.2011: Vor der Wärmedämmung unbedingt das Haus auf undichte Stellen prüfen

aus: n-tv online: Bau: Vor Deckendämmung undichte Stellen aufspüren; 24.10.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wohnen/Vor-Deckendaemmung-undichte-Stellen-aufspueren-article4603956.html

<Düsseldorf (dpa/tmn) - Die beste Dämmung hilft nichts, wenn undichte Stellen im Raum bleiben. Daher sollte man vor dem Dämmen einer Geschossdecke Schwachstellen in und an Wänden und Rohren aufspüren und sorgfältig abdichten.

Wenn durch solche Lecks warme Luft aus dem darunterliegenden Raum entweicht und im Dachboden auf kältere Luftschichten trifft, bilde sich Kondenswasser, und das könne Schimmel fördern, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die Konsequenz seien Bauschäden.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt Hausbesitzern vor, ihre begehbare, oberste Geschossdecke bis Jahresende 2011 zu dämmen. Ausnahmen sind Ein- oder Zweifamilienhäuser, deren Besitzer nach dem 1. Februar 2002 dort eingezogen sind. Ebenfalls nicht betroffen sind Immobilien mit massiven Decken, die seit 1969 errichtet wurden, oder Holzbalkendecken egal welchen Alters.

Wenn der Dachboden in absehbarer Zeit ausgebaut und bewohnt werden soll, sehe die EnEV vor, das Dach statt der Geschossdecke zu dämmen, erläutern die Verbraucherschützer. Das sei auch erlaubt, wenn die Dacheindeckung ohnehin erneuert werden muss.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Welt
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31.10.2011: Studentenwohnheime: Umgebautes Gefängnis - ein umgebautes Polizeirevier - umgebautes E-Werk, Wasserwerk, Fabrik, Bauernhof, Wachturm, Gartenhaus

aus: Welt online: Skurrile Wohnheime: Deutsche Studenten ziehen in Kummer-Immobilien; 31.10.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13689510/Deutsche-Studenten-ziehen-in-Kummer-Immobilien.html

Obdachlosenheime, Gartenhäuser und Gefängnisse – Studenten interessieren sich vermehrt für ungewöhnliche Immobilien. Denn der Wohnraum wird knapp und teuer.

[Aus Gefängnis wird Studenten-Appartment-Wohnheim]

Das siebenstöckige Haus in der Frankfurter Innenstadt war ein Ort für Gesetzlose. Die Fassade dunkelgrau, in den Fenstern herunterhängende Jalousien. Im Inneren des Gebäudes – Zellen mit Gitterstäben. 30 Jahre lang sperrten die Beamten des 4. Polizeireviers hier Verbrecher ein. Heute kommen die Leute freiwillig. Aus dem Polizeigebäude wurde ein Studentenwohnheim mit 48 Appartements.

Das Studentenwerk Frankfurt am Main ließ das Haus für vier Millionen Euro umbauen. Die Ausnüchterungszellen sind einem Garten gewichen.

"Aus der Not heraus geboren"

Immer mehr Studentenwerke kaufen sogenannte Kummer-Immobilien, die meist leer stehen oder auf dem Markt nicht weggehen, und bauen sie zu Studentenwohnheimen um. "Es ist ein Trend, der aus der Not heraus geboren wurde", sagt Stefan Grob von den Deutschen Studentenwerken. "Wir versuchen damit dem Studentenansturm entgegenzuwirken."

Durch den doppelten Abiturjahrgang in Bayern und Niedersachsen und die Abschaffung des Wehrdienstes strömen mit mehr als einer halben Million junger Menschen so viele Studenten wie noch nie an die deutschen Hochschulen. An der Technischen Universität in München haben 8000 Erstsemester mit dem Studium begonnen – das sind 2600 mehr als das Jahr zuvor.

Mit 6300 neuen Studenten an der Uni Leipzig haben 3300 Erstsemester mehr als vergangenes Jahr ihr Studium aufgenommen. An der Uni in Hamburg haben sich vergangene Woche sogar 8500 Studenten eingeschrieben. So viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Ähnlich ist es in Frankfurt, Köln, Gießen.

Nicht annähernd genügend Wohnheimplätze

Wohnheime sind die billigste Wohnform für die Studierenden – abgesehen vom "Hotel Mama" natürlich. Nach der Sozialerhebung 2009 der Deutschen Studentenwerke kostete es im Schnitt 222 Euro, in einem Wohnheim zu leben mussten 237 Euro und in einer WG 264 Euro bezahlt werden. Aber es gibt nicht einmal annähernd genügend Wohnheimplätze.

Aktuell gibt es deutschlandweit 220.000 Wohnheime, aber mehr als 2,2 Millionen Studenten. Nur jeder zehnte Student kann also auf ein Zimmer in einem Wohnheim hoffen; in Hessen sogar nur jeder 13. Studierende. Es wird eng in den deutschen Unistädten. Die Studentenwerke reagieren und entdecken den Markt der günstigen Zweckimmobilien.

[Das umgebaute Polizeirevier]

So verhandelt das Studentenwerk Frankfurt am Main nach dem erfolgreichen Umbau des Polizeireviers schon über das nächste Wohnprojekt: ein ehemaliges Gefängnis. In Siegen wurde ein Obdachlosenheim erfolgreich umgebaut. Hier ist der Kauf eines alten Krankenhauses gerade in Planung.

[Das umgebaute Elektrizitätswerk]

In Kassel wohnen die Studenten in einem ehemaligen Elektrizitätswerk. Wo früher Stromzähler montiert wurden, wohnen jetzt Studierende mit Kindern. Im bayerischen Regensburg nutzt man besonders denkmalgeschützte Zweckimmobilien wie Klöster oder Bauten, die sogar zum Weltkulturerbe gehören.

So leben in der Regensburger Altstadt die Akademiker von morgen wie einst Rapunzel - in einem 50 Meter hohen Turm, der nach italienischem Vorbild im Jahre 1260 gebaut wurde.

"Wir sind für jede Immobilie offen"

"Grundsätzlich sind wir für jede Immobilie offen, die sinnvoll und finanzierbar ist – egal ob 'Kummer' oder nicht", sagt Katrin Wenzel vom Studentenwerk Frankfurt am Main, "doch das Gesamtpaket muss stimmen." Die Lage des Gebäudes sei wichtig, der Gesamtzustand und die Brandschutzanlagen.

"Bei einem Gefängnis muss man sich natürlich die Zimmergrößen anschauen. Kann sein, dass man da ein paar Wände einreißen muss", sagt sie. Das Geschäft muss sich lohnen, damit die Studentenwerke weiterhin bezahlbare Mieten anbieten können.

Denn gerade in den Unistädten sind Wohnungen auf dem freien Markt knapp und teurer. Laut der aktuellen 19. Sozialerhebung der Deutschen Studentenwerke geben die Studenten in München mit 348 Euro am meisten Geld für Miete aus. Dicht gefolgt von Hamburg und Köln mit 345 Euro und 333 Euro.

Der Bundesdurchschnitt liegt mit 281 Euro weit darunter. Zimmer in Studentenwohnheimen sind noch mal 20 bis 30 Prozent günstiger, aber eben auch sehr beliebt.

"Umbau ist manchmal günstiger als Neubau"

"Wir möchten, dass die Mietpreise für unsere Studierenden hier in der Stadt auf dem Boden bleiben", sagt Ursula Rosenstock vom Studentenwerk Osnabrück. "Der Umbau einer Zweckimmobilie ist manchmal günstiger als ein Neubau." Das Studentenwerk gilt nicht nur in Niedersachsen bei ungewöhnlichen Studentenwohnheimen als Vorreiter.

[Umgebautes Wasserwerk - umgebaute Fabrik - umgebauter Bauernhof]

Studenten können dort in einem ehemaligen Wasserwerk, einer Fabrik oder einem über 200 Jahre alten Bauernhof wohnen. Sie haben die Wahl zwischen einer Scheune, einer Remise und einem Stall. Alles im Fachwerkstil. Das Gemüsebeet gehört auch zum Grundstück, genau wie die hauseigenen Hühner.

"Es kommen immer mehr Makler mit Angeboten auf uns zu", sagt Rosenstock. "Aber wir nehmen längst nicht alles. Wenn zum Beispiel ein Gebäude direkt neben den Gleisen liegt oder eine schlechte Bausubstanz hat, ist das nichts für uns."

[Der umgebaute Wachturm]

Das Vorzeigewohnheim in Osnabrück ist ein ehemaliger Wachturm auf der Stadtmauer. Das kleine Fachwerkhaus ist wohl das kleinste Studentenwohnheim Deutschlands. Auf den 17 Quadratmetern, die sich über drei Etagen erstrecken, ist Platz für genau einen Mieter. "Natürlich lohnt sich so ein Wohnheim finanziell nicht, aber es ist eben ein Schmuckstück", sagt Rosenstock.

Verrottetes Gartenhäuschen renoviert

Jüngst kam ein weiteres Schmuckstück hinzu. Mitten im Osnabrücker Bürgerpark stand auf einer Lichtung ein fast verrottetes Gartenhäuschen. Das Studentenwerk hat das Häuschen umgebaut und vollständig renoviert.

Auf insgesamt 40 Quadratmetern wohnen da jetzt zwei Studenten. Der Park ist quasi ihr privater Garten. "Na ja, ganz so privat ist es auch nicht. Die Parkbesucher wollen das ungewöhnliche Häuschen oft erkunden, schauen in die Fenster oder wollen hinein", sagt Rosenstock und lacht. "Wir haben da jetzt einen Gartenzaun hingebaut."

Ein Gartenhäuschen hat das Studentenwerk Frankfurt am Main noch nicht. Dafür wurde dort ein Aufruf im Internet gestartet mit der Bitte an die Frankfurter, Studenten private Zimmer zur Verfügung zu stellen. Rund 200 Angebote kamen in den letzten zwei Monaten zusammen.

Eine ungewöhnliche Annonce war auch hier dabei: "Ein Raum wurde beschrieben als 'Zimmer in einem Haus mit schwierig pubertierendem Sohn – und einem Kaninchen'", erinnert sich Katrin Wenzel. Kurze Zeit später war auch dieses Zimmer vermietet.>

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16.11.2011: Glastüren in Haushalten mit Kindern immer mit Sicherheitsglas

aus: n-tv online: Bau: In Haushalten mit Kindern Sicherheitsglas verbauen; 16.11.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wohnen/In-Haushalten-mit-Kindern-Sicherheitsglas-verbauen-article4787721.html

<Troisdorf (dpa/tmn) - Besonders Familien mit Kindern sollten beim Hausbau oder Umbau darauf achten, Sicherheitsglas zu verwenden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Einscheiben-Sicherheitsglas und Verbundsicherheitsglas.

Denn stolpert ein Kind beim Spielen in eine Zimmertür aus normalem Fensterglas, könne dies lebensgefährlich sein, erläutert Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas in Troisdorf in Nordrhein-Westfalen.

Es gibt zwei Formen Sicherheitsglas: Einscheiben-Sicherheitsglas wird den Angaben zufolge bei der Herstellung auf mehr als 600 Grad erhitzt und dann rasch abgekühlt. Das sorge dafür, dass es bei Zerstörung in kleinste Krümel ohne scharfe Kanten zerfalle. In Gebäuden werde dieses Glas etwa in bodentiefen Fenstern verbaut.

Das Verbundsicherheitsglas bestehe aus mindestens zwei Glasschichten mit dazwischen liegender Spezialfolie. Beim Zerbrechen bleiben die Splitter an der Folie haften und das verringere die Verletzungsgefahr. Laut dem Verband wird dies etwa für Geländer genutzt.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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Deutschland 28.11.2011: Mosaik-Kacheln als neuer Hit im Badezimmer

aus: 28.11.2011: Bau: Mosaike selbermachen - Wohnen wie die alten Römer; 28.11.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wohnen/Mosaike-selbermachen-Wohnen-wie-die-alten-Roemer-article4873676.html

<Köln (dpa/tmn) - Da hat man was zum Gucken: Mit Mosaiksteinchen lassen sich Muster oder ganze Bilder im Bad, der Küche und auf horizontalen Flächen wie Tischen legen. Wer die Arbeit mit den winzigen Teilchen scheut, sei beruhigt: Man muss nicht Stein für Stein kleben.

Mosaiksteinchen haben einst die Villen der alten Griechen, Römer und Phönizier geziert. Doch man muss nicht als Tourist in Südländern die Muster und Bilder aus der Ferne betrachten - auch heutzutage und hierzulande werden sie gerne verlegt. Allzu großen Aufwand müssen Handwerker nicht befürchten.

«Diese alte Technik erlebt derzeit nicht nur in Badezimmern eine Renaissance», sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef bei Bonn. Auch Tische, Küchenarbeitsplatten und andere Möbel ließen sich mit selbstgestalteten Mosaiken verschönern. Zumeist werden aber kleinere Wand- und Bodenflächen in Küche oder Bad gestaltet, vor allem als akzentuierendes Element.

Als Mosaikfliesen werden bereits keramische Platten ab einem Maß von zehn mal zehn Zentimeter bezeichnet, erläutert Jens Fellhauer vom Industrieverband Keramische Fliesen + Platten in Berlin. Das, was man gemeinhin darunter kennt, ist viel kleiner - doch beim Verlegen genauso unkompliziert: Kleinere Mosaikfliesen, etwa im Maß von ein mal ein Zentimeter, werden oftmals schon vorgelegt mit mehreren Teilchen auf einer Netz- oder Papierunterlage angeboten - in fertigen Muster, Ornamenten und Szenen.

«Vorgefertigte Mosaikmatten werden wie große Kacheln mit Fliesenkleber an Wand und Boden befestigt und anschießend mit Mörtel verfugt», sagt Wolfgang Blum, Trainer an der DIY-Academy in Köln. Genauso kommen sie auf Tische oder andere Flächen.

Die Mosaikmatten lassen sich Blum zufolge mit einer Schere oder einem Cuttermesser in die passende Größe schneiden. «Mit auf Netzen aufgeklebten Mosaiken in kleinen Formaten lassen sich leicht Rundungen und Kanten gestalten», sagt Fellhauer. Deshalb seien die Mosaike im Mini-Format gut für Verkleidungen der Badewannen-Rundung oder abgerundeter Sitzbänke geeignet.

«Mosaike können auch lose oder sogar mit selbst hergestellten Mosaiksteinen gestaltet werden», erläutert Blum. Aus Fliesenresten beispielsweise, die man in vielen Baumärkten günstig bekommen könne. Mit einer Mosaikzange werden sie in die gewünschte Form und Größe geschnitten und die scharfen Kanten der Fliesenreste abgeschliffen.

«Ein Mosaikbild aus einzelnen Steinen sollte der Heimwerker zunächst probeweise auslegen», rät Blum. Zudem empfehle sich der Einsatz eines Klebers mit einer Trockenzeit von mindestens 30 Minuten - so bleibe ausreichend Zeit, die Teilstücke zu platzieren und wieder zu verschieben. Wichtig sei zudem, dass die Fugenabstände zwischen den Mosaikscherben nicht zu groß geraten.

Wie bei herkömmlichen Fliesen muss vor dem Verlegen der Mosaikelemente der Untergrund vorbereitet werden. Ideale Ausgangsbasis sei eine möglichst glatte, ebene und saubere Fläche, sagt Blum. Gipskartonplatten oder eine Tischplatte aus Holz sollten mit Tiefengrund gestrichen werden. Das verhindere, dass dem Fliesenkleber Feuchtigkeit entzogen wird.

Die Wahl des Fliesenklebers richtet sich nach dem Material der Mosaikfliesen. Durchscheinende Glas- oder Natursteinfliesen sollten mit weißem Marmor- und Granitkleber befestigt werden, denn er scheint nach dem Trocknen nicht durch. Für Keramikfliesen mit glasierter Oberfläche eignet sich ein herkömmlicher flexibler Fliesenkleber.

Die Masse wird nach dem Anrühren mit einer Glättkelle gleichmäßig aufgetragen und mit einem Zahnspachtel durchgekämmt. Die Größe der Zahnung richtet sich nach der Größe des Fliesenelements.

Nach etwa einem Tag Trocknungszeit kann das Mosaik verfugt werden Dazu wird Fugenmörtel mit einem Fugenbrett in diagonalen Bewegungen kreuz und quer in die Fugen geschoben und die Reste danach mit einem Schwamm abgewaschen. Bei Bildern, Ornamenten oder Bordüren in Fliesenbelegen sollte eine Fuge aus Silikon, eine sogenannte Bewegungsfuge, das Mosaik vom übrigen Belag abtrennen.

Auch Küchenarbeitsplatten mit Mosaiksteinen verbreiten mediterranen Charme - sie haben aber den Nachteil, dass sich die Fugen etwa durch die Kocharbeiten leicht verfärben und sich darin Bakterien festsetzen können. Möbelexpertin Ursula Geismann empfiehlt deshalb, die fertige Fläche noch mit Kunstharzlack zu versiegeln.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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Spiegel
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Deutschland 28.11.2011: Styropor-Wärmedämmung ist extrem entflammbar - und bei einem Brand brennt gleich das ganze Haus

aus: Spiegel online: Styropor-Platten in Hausfassaden: Wärmedämmung kann Brände zur Katastrophe machen; 28.11.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,800017,00.html

<Von Güven Purtul

Millionen Häusern und ihren Bewohnern droht bei Feuer offenbar ein Desaster: Styropor-Platten zur Wärmedämmung sind nach Recherchen des NDR extrem leicht entflammbar. Selbst die meisten Bauherren ahnen nichts von der tödlichen Gefahr.

Hamburg - Sie sollen die Wärme im Haus halten - aber sie können offenbar auch eine Katastrophe verursachen: Styroporplatten, die jährlich in Deutschland in Hunderttausende Häusern als Wärmedämmung eingebaut werden, wirken als Brandbeschleuniger. Die Isolierungen haben anscheinend zahlreiche Feuer erst zum Desaster werden lassen.

Platten aus Polystyrol, besser bekannt als "Styropor", kommen bei über 80 Prozent aller Wärmedämm-Einbauten in Häusern zum Einsatz. Sie sind besonders günstig und leicht zu verarbeiten.

Reporter des NDR haben das Material einem Realitätstest unterzogen - zu sehen am Montagabend in der Dokumentationsreihe "45 min": Sie haben ein Brand-Experiment in der Materialprüfanstalt Braunschweig durchführen lassen. Der Versuch entsprach einem simulierten Zimmerbrand. 160 Millimeter dicke Dämmplatten aus Polstyrol, geschützt durch Armierung, Putz und Anstrich wurden dem Ernstfall ausgesetzt: Ein Brand unter einer Maueröffnung entflammte das sogenannte Wärmedämmverbundsystem (WDVS) eines Markenherstellers.

Das erschreckende Resultat: Zwanzig Minuten hätte die Dämmung den Flammen standhalten müssen. Doch sie fing so schnell Feuer, dass der Versuch bereits nach acht Minuten abgebrochen werden musste.

Erstaunen in der Prüfhalle

Am Boden unter der Versuchswand hatte sich ein Brand aus brennend abtropfendem Polystyrol gebildet und trotz der Abluftanlage breiteten sich große Mengen giftiger, schwarzer Rauchgase in der Prüfhalle aus. Uwe Zingler von der Feuerwehr Braunschweig musste das Feuer mit seinem Team löschen. Sein Fazit: "Nach acht Minuten kann so eine Fassade schon gänzlich brennen und dann besteht die Gefahr, dass sich über die Fassade ein Dachstuhlbrand entwickelt".

So ähnlich hat es sich möglicherweise bei einem Großbrand im Juni 2011 abgespielt: Jugendliche hatten in einer Wohnanlage im niedersächsischen Delmenhorst zwei Müllcontainer angesteckt, gleich fünf Mehrfamilienhäuser brannten aus. Vermutlich machte die Wärmedämmung die Flammen zur Katastrophe: Die mit Polystyrol gedämmten Fassaden hatten Feuer gefangen, der Brand griff rasch auf die hölzernen Dachstühle mehrerer Gebäude über.

Bereits 2005 hatte der Großbrand eines Hauses in Berlin für Aufsehen gesorgt - die mit Polystyrol gedämmte Fassade hatte den Brand nach Beobachtungen von Zeugen erst so richtig angetrieben: "Dass ein Zimmerbrand dazu führt, dass die Fenster platzen, die Flammen rausschlagen, das ist nichts Besonderes", erinnert sich Albrecht Broemme, der damals als Leiter der Berliner Feuerwehr vor Ort war. "Dass aber die Fassade dann anfängt zu brennen und von sich aus den Brand mit einer ganz starken Intensität weitertreibt und dann von der Fassade aus das Feuer in weitere Wohnungen rein läuft - das ist schon ein Fall, der Gott sei Dank sonst nicht vorkommt."

Auch Bauherren sind ahnungslos

Bei dem Brand in Berlin kamen zwei Menschen ums Leben, etliche konnten in letzter Sekunde über die Rückseite des Gebäudes vor den giftigen Rauchgasen gerettet werden. Dennoch stellte die Staatsanwaltschaft Berlin ihre Ermittlungen ein. Die Bauweise und Bauausführung der Fassade sei zwar "möglicherweise brandfördernd" gewesen, "aber nicht in einer Weise vorschriftswidrig, dass sich hieraus eine strafrechtliche Verantwortlichkeit hätte herleiten lassen", erklärte Simone Herbeth, Pressesprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage.

Der Hartschaum ist nach wie vor der mit Abstand am häufigsten verwendete Dämmstoff. Vielen Bauherren ist die Brennbarkeit von Polystyrol nicht bewusst, denn sie verlassen sich auf wissenschaftliche Tests: Die Brandsicherheit von WDVS mit Polystyrol wird im Rahmen des Zulassungsverfahrens mit Brandversuchen im Originalmassstab geprüft. Durchgeführt werden die Experimente von der Leipziger Prüfungsanstalt für das Bauwesen und vom Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen. Es ist kurios, aber rechtmäßig: Die Tests werden von den Herstellern der Dämmsysteme selbst beauftragt und bezahlt. Das NDR-Team von "45 Min" hatte sich über Monate bemüht, bei einem solchen Versuch zu drehen - vergeblich.

Schliesslich beauftragte die Redaktion einen eigenen Brandversuch bei der Materialprüfanstalt in Braunschweig. Der Versuchsaufbau lehnte sich an die offiziellen Tests an. "Hierbei soll gezeigt werden, dass die Flamme, die durch den Brenner erzeugt wird, nicht erheblich an der Wand hoch wandern kann, das Wärmedämmverbundsystem also quasi wenig zum Brand beiträgt", erläutert Olaf Riese von der TU Braunschweig, der den Versuch im Auftrag des NDR leitete. Doch die Annahme erwies sich als trügerisch: Der Prüfingenieur war überrascht, wie schnell die Wärmedämmung Feuer fing.

"Wenn die Bewohner wüssten"

Warum ging der Test anders aus als die offiziellen Experimente des Zulassungsverfahrens? Entscheidend dafür könnte gewesen sein, dass der Versuch im Auftrag des NDR realistischere Bedingungen zeigte: Im Gegensatz zu herkömmlichen Tests verzichteten die Prüfer diesmal auf den Einbau einer Brandsperre aus nicht brennbarer Mineralwolle über dem simulierten Fenstersturz. Diese 20 cm breiten Streifen werden bei den üblichen Brandversuchen verwendet und sollen ein Eindringen der Flammen in die Wärmedämmung aus Polystyrol verhindern. Indes: Im Hausbau kommen die Brandsperren selten zum Einsatz.

Bei Einfamilienhäusern sind diese Brandsperren überhaupt nicht vorgeschrieben. Bei Gebäuden mittlerer Höhe (7-22 m) indes müssen sie eigentlich über den Fenstern eingebaut werden - allerdings nur sofern die Polystyrol-Hartschaumplatten eine Dicke von 100 Millimetern überschreiten. Jedoch sei die Montage der Einzelstreifen besonders bei Fassaden mit vielen Fenstern zeit- und kostenintensiv, schreibt ein Dämmstoffherstellers auf seiner Internetseite.

Eine wesentliche Vereinfachung - ohne Abstriche bei der Brandsicherheit - biete aber der "umaufende Brandriegel". Hierbei wird nach jeder zweiten Etage ein umlaufender, 20 cm breiter Riegel aus nicht brennbarer Mineralwolle verbaut. Damit gibt es aber jeweils ein ungeschütztes Zwischengeschoss, in dem ein Zimmerbrand auf die Fassade übergreifen kann. Diese Situation wurde in dem NDR-Versuch simuliert.

"Wenn die Bewohner um das Brandrisiko wüssten, würden sie wohl deswegen auf die Straße gehen", meint Albrecht Broemme, Präsident des Technischen Hilfswerks, der den Einsatz von Polystyrol in der Gebäudedämmung kritisch sieht - der Brandschutz wird dem Experten zufolge nicht ausreichend beachtet. "Das Thema", sagt Broemme, "war eben bislang etwas für Fachleute - Bewohner werden erst vom Brand überrascht."


"45 Min - Wahnsinn Wärmedämmung" im NDR-Fernsehen am 28. November 2011, 22:00 Uhr>


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Welt
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28.11.2011: <Schleswig-Holstein: Steigender Meeresspiegel zwingt zu anderem Bauen> - Deiche zum Hochklappen, verzichtbare Mauern, schwimmende Häuser - der klassische Deich ist nicht mehr genug

aus: Welt online; 28.11.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13739149/Steigender-Meeresspiegel-zwingt-zu-anderem-Bauen.html

<Ein Anstieg des Meeresspiegels würde Häuser an der Nordseeküste überspülen. Dem muss mit anderen Bauweisen oder Eingriffen vorgebeugt werden.

Schleswig-Holstein muss langfristig mit einem steigenden Meeresspiegel rechnen. Deiche zum Hochklappen oder verzichtbare Mauern sind nur zwei von vielen Ideen zur Rettung.

Schleswig-Holsteins Küsten an Nord- und Ostsee sind knapp 1200 Kilometern lang. Davon entfallen 553 Kilometer auf die Westküste sowie 637 Kilometer auf die Ostküste. Seit rund tausend Jahren bauen die Schleswig-Holsteiner immer höhere Wälle, um sich gegen das Meer zu schützen. Doch letztendlich gibt es keinen Deich, der einen hundertprozentigen Schutz bietet gegen den „Blanken Hans“ – wie die Einheimischen die Nordsee bei Sturmflut ehrfurchtsvoll nennen.

So sind auch heute noch fast ein Viertel der Landfläche in Schleswig-Holstein bei Sturmfluten von Überschwemmungen bedroht. In diesen Regionen an Nord- und Ostsee müssen 344.000 Menschen sowie Sachwerte in Höhe von 47 Milliarden Euro geschützt werden. Rund 50 Millionen Euro investiert das Land jedes Jahr in seinen Küstenschutz.

Seit der letzten Flutkatastrophe von 1962 ist es weder zu Toten noch zu größeren Sachschäden gekommen, wie es in einem Bericht zum Thema Küstenschutz des Kieler Umweltministeriums heißt. Doch der Meeresspiegel steigt unaufhaltsam und immer schneller an. Für den norddeutschen Küstenraum gibt es dazu bislang nur wenige Prognosen. Es gilt jedoch als sicher, dass die Region stärker als bisher durch Sturmfluten bedroht sein wird. Experten vermuten, dass der Anstieg des Meeresspiegels in der Nordsee und in der südlichen Ostsee wegen der flachen Meeresbecken über dem mittleren globalen Wert liegen wird. Die Prognosen der UNO zum Klimawandel gehen bis zum Jahre 2100 von einem globalen Anstieg des Meeresspiegels zwischen 18 und 59 Zentimetern aus.

Inzwischen suchen Wissenschaftler und Ingenieure nach Alternativen zu den klassischen Deichen aus Kleiboden mit Sandkern und Grasdecke.

[Der Klappdeich]

Eine moderne Erfindung ist der sogenannte Klappdeich auf der Hallig Hooge. Seine Wände stehen wie ein rechtwinkliges Scharnier zueinander und machen sich die Kraft der Fluten zunutze. Der Klappdeich kann bei Bedarf in wenigen Minuten aufgebaut werden.

["Warften": Der "Haubarg": Säulen tragen das Haus, die Wände des Parterres können geopfert werden]

Ein anderer Weg mit der Flut zu leben sind Häuser, die ohne Keller auf kleinen Hügeln – den sogenannten Warften – gebaut werden. Das waren früher die Haubarge auf Eiderstedt, rechteckige Bauernhäuser, die auf hölzernen Ständern stehen.

Die Mauern im Erdgeschoss haben beim Haubarg keine tragende Funktion und können bei Sturmflut problemlos dem Wasser geopfert werden, während sich Bewohner in die sicheren, oberen Stockwerke zurückziehen.

[Schwimmende Häuser]

Eine andere Idee sind schwimmende Häuser – eine Mischung aus Haus und Boot. Sie schwimmen bei Hochwasser einfach auf.

[Regionen neu gestalten: Strände anheben]

Eine völlig andere Methode hat der Sylter Meeresforscher Karsten Reise entwickelt. Statt das Land vor dem Meer zu schützen, will der Wissenschaftler letztendlich die gesamte Region neu gestalten, um sie an den beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels anzupassen.

Vor den Deichen will der Professor das Watt und die Küsten mit Sandaufspülungen anheben und „achtern Diek“ die Marsch zum Teil unter Wasser setzen. Gebäude sollten wieder auf Warften und Wurten angelegt werden oder bei Bedarf schwimmen können – verbunden mit Brücken und Dämmen. „Wo heute nur Weiden und Felder mit einigen Gräben sind, würden unsere Enkel eine Seenlandschaft finden.“ Die Deiche würden dabei weiterhin als Sturmflutbarrieren bleiben. „Meine Vision ist die einer attraktiven Ferienlandschaft."

dpa/cl>

Welt
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29.11.2011: Das Plastikflaschenhaus: erdbebensicher, feuersicher, kugelsicher - der "Flaschenbau" mit Sand gefüllt und mit Lehm und Zement verbunden - und ein Schnurnetz - Wände mit Schraubdeckeln - 18 Grad Innentemperatur - bis 2 Stockwerke oben drauf - das Projekt der NGO "DARE"

Flaschenhaus in Nigeria 01
Flaschenhaus in Nigeria 01 [2]
Flaschenhaus in Nigeria 02, Wand
                          mit Verschlüssen
Flaschenhaus in Nigeria 02, Wand mit Verschlüssen [3]


aus: Welt online: Baustoff der Zukunft: Plastikflaschen machen Wohnhäuser bombensicher; 29.11.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13741229/Plastikflaschen-machen-Wohnhaeuser-bombensicher.html

<Autor: Aminu Abubakar

Häuser aus Plastikflaschen? Was sich nach moderner Kunst anhört, ist ein ambitioniertes Bauprojekt in Nigeria. Eine Umweltorganisation will mit dem unkonventionellen Baustoff zwei Probleme auf einmal lösen.

Wohnen in Plastikflaschen: Innovatives Projekt soll Wohnungsnot in Nigeria lindern. Ein Bauprojekt in Nigeria setzt auf Häuser aus Plastikflaschen. Die Gebäude sind stabiler als aus Beton und widerstehen Erdbeben, Feuer und sogar Geschossen.

Das Haus ist in vielerlei Weise ein Wunderwerk und soll das erste von vielen sein. Auf 58 Quadratmetern Grundfläche wirkt der Bungalow mit zwei Schlafzimmern zunächst wie ein normales Haus.

Doch statt Steinen besteht es aus Plastikflaschen, die mit Sand gefüllt und zugeschraubt wurden. Die drei Kilogramm schweren Behälter werden aufeinander geschichtet und mit Lehm und Zement verbunden. Ein Netz aus Schnüren verbindet sie am Flaschenhals und gibt dem Bau zusätzlichen Halt.

Aus den verputzten Wänden ragen verschiedenfarbige Schraubdeckel heraus, die den Wänden ein einzigartiges Aussehen geben. Nach Angaben von Projektkoordinator Yahaya Ahmad sind die mit Sand gefüllten Flaschen stabiler als normale Betonblöcke.

Gebäude ist extrem stabil

„Weitere Vorteile sind: Das Bauwerk ist feuersicher, kugelsicher und erdbebensicher“, sagt Ahmad. „Im Inneren herrscht eine konstante Temperatur von 18 Grad Celsius, gut im tropischen Klima.“

Im Juni wurde mit dem Bau des Prototyps begonnen. Ist das Gebäude fertig, sollen Maurer daran ausgebildet werden. Bei entsprechender Anpassung der tragenden Säulen können bis zu zwei Stockwerke auf das Erdgeschoss gesetzt werden.

Zum einen sollen die Plastikflaschen, die Nigerias Straßen, Kanäle und Rinnsteine verschmutzen, beim Häuserbau recycelt werden. Gleichzeitig könnte das Projekt die Wohnungsknappheit im bevölkerungsreichsten Land Afrikas mildern.

[Das erste Plastikflaschenhaus Nigerias steht in Sabon Yelwa bei Kaduna - NGO "DARE"]

Der Prototyp eines Plastikflaschenhauses steht am Rande des Dorfes Sabon Yelwa bei Kaduna im Norden des Landes. Initiiert hat das Projekt die Nichtregierungsorganisation DARE (Verband zur Entwicklung Erneuerbarer Energien) mit Unterstützung von Londoner Fachleuten.

„Es ist das erste Haus in Afrika, das aus Flaschen gebaut wurde“, sagt Projektinitiator Christopher Vassiliu. „Es könnte dazu beitragen, Nigerias große Wohnungsprobleme zu lösen und die schwer verschmutzte Umwelt zu säubern.“

Der Flaschenbau liegt auf einer weitläufigen Farm und besteht aus einem Wohnzimmer in Form einer Rotunde, zwei Schlafzimmern, Küche, Innenhof, Bad und Toilette. Das Haus wurde so entworfen, dass es keine Treibhausgase produziert, da es komplett durch eingebaute Solarzellen sowie Methangas aus menschlichen und tierischen Fäkalien versorgt wird.

„Nigeria hat ein großes Abfall- und Energieproblem, und dieses Projekt ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, sagt die britische Umweltaktivistin Katrin Macmillan. „Auf Deponien brauchen Plastikflaschen Hunderte von Jahren, um zu zerfallen.“

Das Haus ist inzwischen zu 70 Prozent fertiggestellt und braucht insgesamt etwa 14.000 Flaschen. Auf dem Gelände häufen sich Flaschen, die von Botschaften, Hotels und Restaurants gespendet wurden.

Nach Einschätzung von Umweltexperten produziert Nigeria mit einer Bevölkerung von rund 160 Millionen Tag für Tag einen Müllberg von drei Millionen Plastikflaschen.

Gleichzeitig fehlen in dem riesigen Land etwa 16 Millionen Wohnungen, deren Bau umgerechnet 226 Milliarden Euro verschlingen würde, wie Nigerias Federal Mortgage Bank angibt. Mit einem Viertel der für ein konventionelles Wohnhaus veranschlagen Baukosten ist ein Plastikhaus darüberhinaus noch günstig, betont Vassiliu.

Umgerechnet knapp 10.000 Euro werden für das innovative Heim fällig. Das nächste Bauprojekt ist schon geplant: Ab Januar soll in Suleja nahe der Hauptstadt Abuja mit 200.000 Plastikflaschen eine Grundschule vergrößert werden.

AFP/oc>

20 minuten
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6.12.2011: In den "USA" werden Raketensilos zu Kellern von Villen umgebaut

aus: 20 minuten online: Neue Heimat: Raketensilo wird zur Luxus-Wohnung; 6.12.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/29121860

<Zwei Amerikaner verkaufen ein Luxus-Haus in der Einöde, das sie auf einem ausrangierten Raketensilo gebaut haben. Neben eigenem Flugplatz bekommt der neue Besitzer einen Mega-Keller.

Die Laurentinischen Berge erstrecken sich vom Bundesstaat New York bis hin nach Kanada. Im Gebirge im Nordosten der US-Metropole liegen auch die «Adirondack Mountains», in denen eine Immobilienperle liegt, die nun beim Auktionshaus «Sotheby’s» verkauft wird: Zwei Amerikaner haben auf einem früheren Silo für Atomraketen eine Luxus-Hütte gebaut, deren Keller mehr Wohnfläche bereithält als das eigentliche Haus.

Falls Sie jemanden zu Weihnachten beschenken wollen, der schon alles hat, könnte Sie die obige Bildstrecke inspirieren – vorausgesetzt, Sie können den Kaufpreis von 1,76 Millionen Dollar stemmen.

(phi)>

n-tv online,
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Deutschland 6.12.2011: <Wohnen: Beleuchtete Hausnummern vielerorts Pflicht> als Vorsorge für Notfälle in der Nacht

aus: n-tv online; 6.12.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wohnen/Beleuchtete-Hausnummern-vielerorts-Pflicht-article4940346.html

<Darmstadt (dpa/tmn) - In vielen Kommunen müssen Hausnummern beleuchtet sein, damit sie deutlich zu erkennen sind. Dafür müssen sie in einer gewissen Höhe angebracht werden. Darauf weist das Branchenportal Licht.de hin.

Die Pflicht zu beleuchteten Hausnummern gelte etwa in Berlin und Hamburg, teilt Licht.de mit. Selbstleuchtend sollten die Hausnummern mindestens zehn Zentimeter hoch sein. Werden sie angestrahlt, sollten sie eine Höhe von 20 Zentimetern haben. Nicht gut sichtbare Hausnummern könnten im Ernstfall entscheidende Minuten kosten, etwa wenn der Krankenwagen oder auch ein Taxi zum Flughafen das Gebäude nicht findet.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Spiegel
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6.12.2011: Begrünte Fassaden kühlen und isolieren automatisch von selbst - und nur asiatische Architekten merken das...

aus: Spiegel online: Grüne Architektur aus Asien: Ausfransende Neubauten; 6.12.2011;
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,801363,00.html

<Von Karin Schulze

"Haarig" und "zottelig" sollen sie sein: Das Stararchitekten-Team von WOHA revolutioniert mit seinen von Pflanzen überwucherten Bauten die moderne Architektur Asiens. Nun zeigt eine Frankfurter Schau das Werk des Öko-Duos aus Singapur, das bald auch Deutschland ergrünen lassen könnte.

Bei der Beschreibung der Bauten des Singapurer Architekturbüros WOHA fallen Wörter, die im Architekturjargon sonst nicht vorkommen: "haarig", "pelzig", "zottelig".

Dabei sind Wong Mun Summ und Richard Hassell selbst auf diese eigentümlichen Begriffe gekommen: "Warum entwerfen wir nicht ein sich selbst verschattendes Gebäude? Wir sollten es uns als haarigen, zotteligen Bau vorstellen, nicht als schickes, glattes Gebäude." So beschreiben die beiden WOHA-Gründer im Katalog ihrer Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt den Moment, als sie um die Jahrtausendwende einen neuen Typ von Wohnhochhäusern zu entwickeln begannen.

Für die ungewöhnlich fransige Kontur ihrer Gebäude setzen sie seitdem neben auskragenden Fassadenelementen vor allem Pflanzen ein. Dabei geht es den Architekten nicht um Dachgärten, die wie eine grüne Perücke dekorativ obenauf sitzen, sondern um kühlende Begrünungen und Berankungen, die Teil der Gebäudestruktur und -technik sind.

Schließlich fransen WOHA-Bauten nicht nur nach außen hin aus. Sie sind auch im Innern porös. Offene, luftige Strukturen aus vielen schmalen Türmen, offene Gänge, brücken- und balkonartige Terrassen und in luftiger Höhe eingezogene, sogenannte Sky Gardens machen aus massiven Blöcken locker verhäkelte, winddurchlässige und weitgehend natürlich gekühlte Komplexe. So sind sie ganz anders als der sonst in Südostasien dominierende Wohnblocktyp. Der wurde eigentlich für Europa und Nordamerika entwickelt, ist undurchlässig gegenüber Wind und Wetter und muss künstlich klimatisiert werden.

Begrünung statt Fahrstuhl

Der spezifisch tropische Hochhausbau des Singapurer Büros orientiert sich dagegen an traditionellen Wohnformen Südostasiens: an den Kampongs genannten Dörfern, in denen Bäume und große Dächer pavillonartigen Bauten Schatten spenden, während Wände aus mobilen, durchlässigen Paneelen und spezielle Korridore jeden leichten Luftzug weiterleiten und intensivieren.

Zuerst wurden derartige Bauweisen in Tourismusanlagen, etwa auf Bali, in Thailand oder in Malaysia, wieder aufgegriffen. Bevor Wong und Hassell sich 1994 selbständig machten, haben sie im Büro von Kerry Hill gearbeitet, einem Singapurer Spezialisten für Hotels und Resorts. Danach entwarfen sie einige Jahre lang tropisch offene Villen, begannen dann aber hoch zu stapeln: Sie übertrugen Elemente der Kampong- und der Resort-Bauweise auf Wohnblocks, in denen sie jeweils einige Geschosse mit eigenen gemeinschaftlich genutzten Gärten und Einrichtungen zu dorfartigen Einheiten in luftiger Höhe zu verbinden suchen.

In Singapur leben 80 Prozent der Bürger in Eigentumswohnungen, errichtet von einer staatlichen Gesellschaft. Diese mischt die chinesisch-, malaysisch- oder indischstämmigen Einwohner in den Blocks nach ihrem prozentualen Anteil in der Bevölkerung. Die Sky Gardens, die Grill- und Spielplätze sollen aus diesem Nebeneinander mehr machen. Hassell: "Unsere Vorstellung von den Gemeinschaftsbereichen ist, dass sie zum Miteinander inspirieren. Das passt zum Regierungsideal von nationaler Identität."

Für ihren Pflanzeneinsatz mussten die Architekten anfangs stärker kämpfen. Als sie etwa bei den Newton Suites eine begrünte Fläche als verschattendes Fassadenmaterial einsetzten wollten, fürchtete der Bauherr die Kosten. "Haarige" Architektur braucht schließlich hin und wieder den Friseur, der Auswüchse stutzt. Um die spektakuläre 100 Meter hohe Begrünung trotzdem realisieren zu können, soll WOHA einen der geplanten Aufzüge eingespart haben.

Dschungelversion der Hängenden Gärten

Inzwischen aber sind die Grünängste abgebaut, und immer mehr WOHA-Projekte entstehen: So wird der für 2014 geplante, 30-stöckige Turmbau Oasia Downtown über seine gesamte Länge von einer üppig bewucherten, pergolaartigen Struktur verhüllt sein - mit Grünflächen, die es auf 750 Prozent der Grundstücksgröße bringen.

Bis 2015 soll Skyville at Dawson fertig werden, ein riesiges Projekt des öffentlichen Wohnungsbaus. Das Parkroyal - ein von grün rankenden Kaskaden und offenen, palmenbestandenen Terrassen überzogener Hotelkomplex - wird bei seiner Fertigstellung 2012 vermutlich einer Dschungelversion der Hängenden Gärten von Babylon gleichen. The Met in Bangkok ist mit duftenden Frangipani-Bäumen gespickt. Im indischen Mumbai zieht WOHA gigantische Wohntürme hoch.

Beide Architekten wohnen übrigens in Apartments in ihrem ersten Hochhaus, dem Moulmein Rise. Für den 2003 fertig gewordenen Bau entwickelten sie etwa spezielle Lüftungsklappen, sogenannte Monsunfenster, abgeguckt bei den Langhäusern Borneos. Wong ist nämlich selbst in einem Wohnblock aufgewachsen, der für tropische Verhältnisse nicht geschaffen war. Er erinnert sich daran, dass bei nahendem Monsunregen immer Hektik ausbrach: "Hol die Wäsche rein!", rief seine Mutter dann. Und: "Schnell! Mach die Fenster zu!"

Typische WOHA-Bauten ergeben in den Tropen ökologisch natürlich mehr Sinn als etwa in Frankfurt. "Attraktiv sind unsere Gebäude aber auch", so Hassell, "weil sie mit ihrem Grünbewuchs sehr romantisch und weicher wirken als andere Bauten." In Frankfurt, der zentralen Stadt des gebeutelten Euro, scheint solch softe Anmutung derzeit gefragt: Schon vor der Ausstellungseröffnung haben sich lokale Projektentwickler bei den Architekten gemeldet, um sie für Bauvorhaben zu interessieren.


"WOHA. Architektur atmet." Bis zum 29. April 2012 im Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt am Main>

Welt
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17.1.2012: Kompakte Städte sind effizienter als zersiedelte "Gartenstädte"

aus: Welt online: Städtebau: Grüne "Gartenstädte" sind ein ökologisches Desaster; 17.1.2012;
http://www.welt.de/kultur/article13809804/Gruene-Gartenstaedte-sind-ein-oekologisches-Desaster.html

Schaffen wir zwei, drei, viele Oasen? So stellt sich das Berliner Architektenbüro SMAQ eine Stadt in der Wüste vor.

Grün sollen Städte heute sein, mit riesigen Parks und Einfamilienhausgebieten. Doch das ist nicht nachhaltig und macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn.

Ein Schlagwort macht die Runde und verspricht Lebensverschönerung, Gesundheit und ökologischen Fortschritt: urbane Landwirtschaft. Brachen sollen begrünt, Hauswände berankt, Balkone mit Tomaten bepflanzt und Dächer in Kartoffeläcker umgewandelt werden. Stadtbauern träumen von Treibhäusern und Fischfarmen, die Nahrungsmittel „direkt bei den Verbrauchern“ produzieren sollen.

Schon sind in Berlin die ersten Kahlflächen in Kultur genommen, im schweizerischen Wädenswil eine Firma gegründet, in Alsdorf bei Aachen eine Ausstellung gezeigt und in München Preise vergeben worden. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, das Kommunalreferat, die Stadtgüter und sogar der Bund Deutscher Architekten (BDA) München hat der missionarische Eifer so sehr gepackt, dass sie den Stadtagrariern beim Wettbewerb „Zukunft findet Stadt“ einen 1. Preis zuerkannten.

Versöhnung von Fortschritt und Natur

„Grüne Städte“ – das ist noch immer ein Gedanke mit Verführungsmacht. Fast ein Vierteljahrhundert ist es her, dass ein Tübinger Bauprofessor wie ein Wanderprediger durch die Lande zog und überall, wo er zu Wort kam, ein grellbuntes drei Meter breites Poster entrollte, das den Betrachtern eine so noch nie gesehene Zukunft des Städtischen verhieß.

Zu sehen war das Ludwig-Richter-Idyll einer wie mit Petersilie bestreuten Stadt, die sich von Horizont zu Horizont erstreckt, aber nur aus Einzelhäusern, kleinen Hausgruppen und Ökovillen besteht. Die Autobahnen schlängeln sich malerisch um künstliche Seen, als Blickfang im Vordergrund diente ein Liebespaar, über den Baumwipfeln schwebte ein Reiher.

Was der Visionär predigte, war nichts Geringeres als ein neues Paradies, die Versöhnung von technischem Fortschritt und Natur, von Verstädterung und Landleben, von Bevölkerungsexplosion und ökologischem Gleichgewicht. Die Landschaft sollte zum weltumspannenden Park werden, die Städte sollten sich in Villenlandschaften auflösen, der Tier- und Pflanzenwelt sollte im Biotop des Menschen zu einer in freier Wildbahn niemals erreichbaren Artenvielfalt verholfen werden.

Die "Gartenstadt-Idee" ist 100 Jahre alt

Hier will die „Wiederentdeckung des Erntens im urbanen Alltag“ (Werbeslogan) anknüpfen. Eine Grundidee ist die Einsparung von Nahrungsmitteltransporten rund um den Globus. Was auf dem Dachgarten gedeiht, muss nicht energieaufwendig aus Südafrika eingeflogen werden.

Die Einsicht ist so simpel, dass sie sogar in einem Kinderworkshop in Nordrhein-Westfalen abgefragt werden konnte: „Wo kann man in der Stadt Nahrungsmittel erzeugen? Sind vielleicht in der Zukunft die Grünflächen der Verkehrsinseln mit Salat bepflanzt?“

Doch so avantgardistisch die Begrünungsidee daherkommt, planungsgeschichtlich ist sie altbacken. „Gartenstädte“ wurden schon vor hundert Jahren von Ebenezer Howard und Raymund Unwin in England propagiert, doch ihre funktionalen Mängel haben ihnen bis heute nur eine Existenz an den Stadträndern gestattet. Und schon ihr „Vordenker“ Howard diagnostizierte an Letchworth, der ersten von ihnen, ihren Gendefekt: Werden sie „zu grün“, sind sie nicht mehr urban.

"Monsterstädte" sind besser als ihr Ruf

Heute sind Planungswissenschaftler überzeugt, dass das, was Moewes als „maßvolle Veränderung der stadträumlichen Struktur“ und „wohldimensionierte Kombination von Offenräumen und Überbauungsbereichen“ umschrieben hatte, ein Trugbild ist. Die später so genannte „Zwischenstadt“ ist weder ökonomisch noch ökologisch, weder verkehrs- noch versorgungstechnisch, weder sozialpolitisch noch sozialpsychologisch tragfähig und beherrschbar.

Wer auch immer sich auf das Thema „Renaissance urbaner Agrokultur“ kapriziert: Von der aktuellen Diskussion über nachhaltigen Städtebau kann er nicht viel mitbekommen haben. Grüne Städte sind alles andere als „grün“ in ökologischer Sicht. Weit mehr verdienen offensichtlich die als „Steinwüsten“ verrufenen Megastädte der Dritten Welt dieses schillernde Prädikat.

In seinen Forschungsbeiträgen zur informellen Moderne und zur weltweiten Verstädterung hat der Stuttgarter Architekturprofessor Eckhart Ribbeck schon vor einem Jahrzehnt gefragt, ob „nicht die angeblichen ,Stadtmonster‘ viel eher ,Sparstädte‘ sind, die mit geringen Ressourcen viele Millionen Menschen über Wasser halten, wenn auch unter prekären Bedingungen“.

Die städtische Dichte ist entscheidend

Folgt man dem Pionier des ökologischen Bauens in Deutschland, dem Münchner Architekten Thomas Herzog, ist die Antwort leicht. Nicht das Stadtgrün, sondern die städtische Dichte entscheidet darüber, wie viel Energie in einem Siedlungsgebilde gespart oder verpulvert wird.

Im Vergleich zu Hongkong, der am höchsten verdichteten Stadt der Welt, ist der Ölverbrauch im lockerer bebauten Berlin dreimal so hoch, in den noch weiter ausufernden Städten Paris, Hamburg und Zürich sechsmal so hoch, im Siedlungsbrei von Melbourne zwölfmal und im durchgrünten Los Angeles 18-mal so hoch.

Zu der Aufstellung von Herzog trägt Ribbeck selbst einen Aspekt bei, der die Bedeutung der Dichte unterstreicht: Mit 18 Millionen Einwohnern ist Mexiko Stadt eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt, mit 1300 Quadratkilometer Siedlungsfläche aber kaum größer als Berlin, das nur 3,5 Millionen Einwohner zählt. Dass sich aus einer solchen Verdichtung immense Einspareffekte ergeben, liegt auf der Hand.

Frei stehende Häuser brauchen mehr Energie

Den Modellrechnungen liegt eine einfache Erkenntnis zugrunde. Aufgelockerte Bebauung erweist sich deshalb als energetisch ineffektiv, weil sie ausufernde Leitungsnetze, lange Wege, zusätzlichen Verkehr mit zusätzlichen Fahrzeugen erzeugt.

Zudem gestaltet sich die Einzelhausbebauung als Ressourcenfresser, denn das frei stehende Haus hat vier Außenwände und ist – so der Namensvetter und Antipode des Propheten Winfried Moewes, der Dortmunder Bautheoretiker Günther Moewes, „in jedem Fall die energetisch ungünstigste Gebäudeart“. Nach seiner Rechnung verbrauchen 64 Wohneinheiten in 64 frei stehenden Einfamilienhäusern dreimal so viel Energie wie die gleichen 64 Wohneinheiten in einem einzigen Geschossbau.

In dem heute angesagten „nachhaltigen“ Städtebau käme es also gerade nicht auf neu aufgelegte Träume vom unschuldigen Landleben und von der Auflösung der Städte an, sondern auf das Gegenteil: Stadtentwicklung und konsequente Verdichtung.

"Politik der Zentrenstärkung“

Klimaschutz fängt beim Städtebau an. Wer immer mehr Auflockerung und immer mehr Grün für die Städte plant und propagiert, wer immer mehr Einfamilienhausgebiete, immer mehr Gewerbegebiete an den Stadträndern ausweist, der braucht mit den Milliardenprogrammen für die energetische Sanierung gar nicht erst zu beginnen. Er verjubelt die Einspargewinne ganzer Stadtviertel gleich wieder an der immer weiter in die Landschaft hinaus wuchernden städtischen Peripherie.

Inzwischen bekennt sich auch das Bundesbauministerium laut „Weißbuch Innenstadt“ zu dem „Ziel, für die Stadtzentren eine höhere Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft zu gewinnen“. Anknüpfend an die „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ (2007), fordert es für die Städte eine „Politik der Zentrenstärkung“.

Auf ein gespaltenes Echo müssen sich die Politiker freilich einstellen: Was für die Anhänger des einen Moewes der erste Schritt zur Rettung des Planeten ist, das ist für die Jünger des anderen Moewes die zweite Vertreibung aus dem Paradies.>

n-tv
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Frankreich 26.1.2012: Eiffelturm war anfangs gar nicht beliebt

aus: n-tv online: "Monster" und "Schande" für ParisEiffelturm anfangs verflucht; 26.1.2012;
http://www.n-tv.de/reise/Eiffelturm-anfangs-verflucht-article5318586.html

<Als vor 125 Jahren die Bauarbeiten für den Eiffelturm beginnen, sind viele Pariser entsetzt. Das "nutzlose und monströse" Ding werde der Stadt ihre Schönheit rauben, heißt es in Protestaufrufen. Niemand ahnt, dass der Januar 1887 Geburtsmonat eines Wahrzeichens ist.

Zwei Jahrzehnte für die französische Ingenieurskunst werben und dann ab in Richtung Schrottpresse: Als die Bauarbeiten für den Pariser Eiffelturm am 26. Januar 1887 begannen, waren seine Tage eigentlich schon gezählt. 125 Jahre später ist die französische Hauptstadt ohne das braune Stahlgerippe nahezu undenkbar. Unzählige Chansonniers haben die "eiserne Dame" besungen, noch heute inspiriert "la tour Eiffel" Dichter, Maler und Filmemacher. Miniaturversionen haben als Paris-Souvenir in Millionen Haushalten in aller Welt ihren Platz. Und das Original steht noch immer unübersehbar am linken Seine-Ufer und lockt jährlich Millionen Besucher an.

Das alles hätte Bauherr Gustave Eiffel (1832-1923) Ende des 19. Jahrhunderts wohl nicht mal in seinen kühnsten Träumen zu hoffen gewagt. Als der Ingenieur mit deutschen Vorfahren 1889 an der Spitze des Monuments die französische Flagge hisste, war sein Werk zwar mit 300,65 Metern der höchste Turm der Welt und zugleich die größte Attraktion der Weltausstellung anlässlich der 100-Jahr-Feier der Französischen Revolution. Aufgebrachte Bürger und vor allem Künstler verfluchten den Turm jedoch als "Monster" und "Schande" für Paris. Sogar ein Komitee zur Beseitigung des Bauwerks wurde gegründet.

Die Rettung bahnte sich erst später an. Mit dem Durchbruch der Telekommunikation wurde der aus 7300 Tonnen Stahl gebaute Turm plötzlich nützlich. Als Eiffels Pacht 1909 auslief, nutzte man ihn als Relais für Telegrafie und Funkverkehr. 1921 wurde von dort die erste öffentliche Radiosendung Frankreichs ausgestrahlt.

Erst im Zweiten Weltkrieg geriet er noch einmal in Gefahr. Die französische Armee fürchtete, dass die deutschen Truppen ihn als Sender verwenden könnten und erwog vorsorglich einen Teilabriss. Schließlich stand das Monument auch auf der Liste der Bauwerke, die Hitler zerstören wollte. Nach der Befreiung von Paris kletterte der Chef der Feuerwehr an die Spitze und ließ wieder die Trikolore flattern.

Die Faszination des Eiffelturms ist vermutlich auch heute noch vergleichbar mit der vor mehr als hundert Jahren. Je nach Wetter verwandelt sich seine Silhouette. Nebelschwaden kappen an trüben Tagen die oberen schlanken Etagen, verkürzen den Turm zu einem breitbeinigen Rumpf. Sonnenschein lässt das komplizierte Gitterwerk der Stahlstreben wie durchbrochene zarte Spitze erscheinen. Wenn es richtig heiß ist, gewinnt der Turm durch die Ausdehnung des Materials bis zu 18 Zentimetern an Höhe. Bei einem Unwetter 1999 schwankte die "eiserne Dame" um bis zu 13 Zentimeter.

Glitzerndes Märchenobjekt

Worte wie "Wahnsinn", "unglaublich" oder "genial" hört man noch heute jede Minute, wenn man durch das Besuchergewimmel unter dem Turm spaziert. In den Abendstunden werden aus den bewundernden Worten oft sogar "Oooh"-Rufe. Zu jeder vollen Stunde verwandeln dann 20.000 Leuchten den Turm für fünf Minuten in ein glitzerndes Märchenobjekt.

Langweilig dürfte der "eisernen Dame" in ihrem mehr als hundertjährigen Leben bislang nicht geworden sein. Regelmäßig zieht das Wahrzeichen Abenteurer- und Extrem-Sportler an. Am 200. Jahrestag der Verkündung der Menschenrechte balancierte der Seiltänzer Philippe Petit im Jahr 1989 vom Chaillot-Palast über die Seine zum Eiffelturm. Andere Male stürzte sich ein Fallschirmspringer vom Turm oder bezwang ein Mountainbiker 1300 Treppenstufen mit seinem Fahrrad.

Vor allem in den letzten zwei Jahren sorgten mehrfach Bombendrohungen für ungebetene Aufregung und Evakuierungsaktionen. Sprengstoff wurde allerdings nicht entdeckt. Nichtsdestotrotz wurden auf den Aussichtsplattformen im vergangenen Jahr mehr als sieben Millionen Besucher gezählt. Ein Rekord - mal wieder.

Ideen für die Zukunft gibt es reichlich. Jüngste Pläne sehen vor, 600.000 Pflanzen an dem Stahlgerüst anzubringen und den mit Antenne heute 324 Meter hohen Turm für einige Jahre zum "größten Baum der Welt" werden zu lassen. Weil das Öko-Projekt ohne Rücksprache mit der Stadt in den Medien publik wurde, standen die Chancen für eine Umsetzung zuletzt aber nicht so gut. Befürworter sind enttäuscht. Visionär Eiffel wäre bestimmt begeistert gewesen, sagen sie.

Ansgar Haase, dpa>

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Welt
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4.2.2012: <Sanierung: Dämmung ist das Todesurteil für Fachwerkhäuser>

aus: Welt online; 4.2.2012;
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13850905/Daemmung-ist-das-Todesurteil-fuer-Fachwerkhaeuser.html

<Autor: Cora Stephan

<Sie prägen das romantische Bild von Deutschland: Fachwerkhäuser, hier in Treuenbrietzen

Wer unter der Energiewende einzig und allein großflächige Dämm-Maßnahmen versteht, weiß nicht, was er sich oder anderen antut.

Es ist ein gutmütiger Geist, der ab und an durchs Haus weht und mir mit kühlen Fingern das Haar streichelt. Er mag es, wenn es draußen kalt ist und drinnen die Holzdielen knacken. Wenn der Sturm an den Dachziegeln zupft und durch den Kamin ruft. Wenn Regentropfen unter den Ziegeln hindurchgeschlüpft sind, durch den brüchigen Lehmstrich dringen und Klopfzeichen geben. Er fächelt mir zu, wenn mir am Schreibtisch warm geworden ist. Und manchmal erinnert mich der alte Herr (schon knorrige 170 Jahre alt) an die Zeiten, als man drei mit Holz und Briketts zu heizende Öfen brauchte, um das Haus auch nur annähernd warmzukriegen.

Prosaische Gemüter bestreiten natürlich, dass es ein guter Geist ist, der dieses Haus beseelt. Ein kleines, unscheinbares Fachwerkhaus. Innen alte Eichenbalken und Dielenboden aus Lärche, zwischen den Gefachen Lehmstrich, draußen Rauhputz. Keines dieser aufgebrezelten Fachwerkidyllen, die von außen nach Museum aussehen, aber auch keine mit Metzgerfliesen oder für die Ewigkeit gedachtem Eternit vollverkleidete Hofreite wie bei den Nachbarn.

Energetischer Sündenfall

Prosaische Gemüter nennen Zugluft, was mich in diesem Haus bewegt. Mangelnde Wärmedämmung. Energetischer Sündenfall. Die Kinder der Nachbarn sind längst in einen Neubau gezogen, genau deswegen. Und weil es in einem neuen Haus gerade Wände und rechte Winkel gibt. Besucher aus der Stadt, begeisterte Leser von Zeitschriften in hohen Auflagen, deren trügerische Titel "Land" mit "Lust" oder "Liebe" kombinieren, finden das Haus idyllisch. Gemütlich. Putzig. Verträumt. Und sind natürlich immer falsch angezogen, wenn sie mal vorbeikommen, um die gute Landluft zu atmen – was ihnen auffällt, sobald ihnen mein Geist spielerisch unters Hemd geht. Dann reiche ich Pullover.

Wann haben sie in ihrem durchklimatisierten städtischen Alltag schon mal die Chance, ihre Haut und ihre Sinne dem Tanztheater auszusetzen, das die Klimazonen eines alten Hauses anstellt? Schluss. Alles Unsinn. Alte Häuser sind nicht putzig. Sie sind erstens unpraktisch und machen zweitens Arbeit und sehen, wie meines, auch nicht unbedingt schön aus. Muss ja auch nicht, in dem Alter.

Energiesparend beheizen kann man so eine alte Hütte nur, wenn man Thilo Sarrazins Empfehlung folgt: warm anziehen und beim guten alten Glühbirnenlicht lesen. Das wärmt nämlich zusätzlich. Oder den Kaminofen anzünden. Holz wächst nach. Auch wenn die Feinstaubbelastung dank alter Schornsteine in der Energiebilanz zu beachten wäre.

Einzahlen in den Ökobioablasskasten

Man kann natürlich auch die beiden alten Eichenfenster im Schlafzimmer oder das Flurfenster durch Dreifachisoliergläser ersetzen – Uw-Werte unter 0,8 W/m2K! Aber das kommt mir nicht ins Haus. Energetisch gesehen bin und bleibe ich ein Sünder, der in den Ökobioablasskasten zahlen muss, und zwar kräftig. Da hilft auch nicht der biodynamische Salatanbau im Vorgarten, der Komposthaufen hinter dem Schuppen und die saubere Mülltrennung. Oder das gute AAA-Rating der Elektrogeräte.

Mein altes Haus passt nicht ins neue Deutschland, wie es einst Angela Merkel sah, die auf die Frage der Bildzeitung, was sie an Deutschland schätze, antwortete: "Ich denke an dichte Fenster! Kein Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen." (29.11.2004). Mag sein. Es ist noch niemand erstunken, aber schon viele sind erfroren. Und vielleicht hocken Politiker ja gern in der heißen Luft, die sie produzieren. Doch für ein Fachwerkhaus sind allzu dichte Fenster der Anfang vom Ende. Und was seinen sicheren Tod bedeutet: Luftdichter Verschluss außen und innen plus Silikon für die letzten widerstrebenden Ritzen.

Wer ihnen den Geist austreibt, die federleichte Luftbewegung, die sie durchzieht, tötet Fachwerkhäuser ab, da hilft weder Stoß- noch Zwangslüften. Tatsächlich sind Holz und Lehmstrich Baustoffe, die ein Leben haben – sie müssen atmen. Luftdichte Verpackung erledigt selbst jahrhundertealtes, eisenhartes Eichenholz binnen weniger Jahre. Die kann man dann, ganz ohne Vorarbeit durch Holzwürmer, mit dem Zeigefinger durchbohren.

Die Leichen sind zu besichtigen – in allen Landstrichen, in denen in den 60er Jahren der Charme alter Häuser wiederentdeckt wurde, wobei die wenigsten Handwerksbetriebe noch wussten, wie Fachwerk funktioniert. Vielen Häusern wäre es besser bekommen, man hätte sie in Wind und Wetter und Würde vergehen lassen. Zerstörung braucht keinen Luftangriff oder die Abrissbirne, das geht auch auf die sanfte Tour.

Fachwerk muss atmen

Ich habe mein altes Geisterhaus 1981 für wenig Geld gekauft. Eigentlich sollte das seit Jahren leerstehende Rattennest abgerissen werden, eines der ältesten, aber gewiss das kleinste Haus im Ort. Früher Sitz eines Schneiders, der auch Bürgermeister war, bis der Ort eingemeindet wurde und nicht mehr fürstlich sein durfte. Des Schneiders Arbeitsplatz ist heute mein Schreibtisch, ich sehe, wenn ich schreibe, die Spuren des Rollschneiders auf dem Holz, mit dem der alte Keil die Stoffe zugeschnitten hat. Der Blick geht durch zwei (dichte!) Fenster hinaus, auf den Weg hoch zum Friedhof. Und wenn ich diese Fenster sehe, weiß ich, wie viel auch ich falsch gemacht habe. Gottlob nicht alles.

Fachwerk bewegt sich. Fachwerk muss atmen, weshalb es durchlässig bleiben sollte. Und deshalb atmen auch andere Lebewesen in einem Fachwerkhaus freier: Ich habe keinen Schimmelpilz in den Wänden und keinen Sporenflug in der Luft und leide höchstens ab und an unter dem Duft nach Schweinegülle und Silage, der von draußen eindringt. Soll ich deshalb mein Home and Castle zum Bunker ausbauen? Für die Kriegsgeneration, die gehungert und gefroren hat, war das Draußen feindlich, weshalb es ausgeschlossen werden musste.

Lange vor der "Energiewende", schon zu Zeiten, als das Öl noch spottbillig war, hat man in meiner Familie das Wohnen in versiegelten Räumen zum Maßstab des Glücks erklärt. Ich reagiere auf solche Behausungen mit Atemnot. Wer unter der Energiewende großflächige Dämmaßnahmen versteht, weiß nicht, was er sich oder anderen antut.

Burka für das Haus ist ein Todesurteil

Die Burka für das Haus ist ein Todesurteil – für die großbürgerlichen Gründerzeitwohnungen in der Stadt ebenso wie für die letzten verbliebenen Fachwerkhäuser, die das romantische Bild von Deutschland prägen und deretwegen man so viele Japaner in Rothenburg trifft. Ich habe schon einige Häuser sterben sehen und daher nur eine Hoffnung: dass die relative Armut des Landstrichs, in dem ich lebe, verhindert, dass das Fachwerkhaussterben dank moderner Wärmedämmung Tempo aufnimmt.

Woanders wird sich zeigen, dass Vollverdämmung die Bewohner krank und die Vermieter arm macht und nur einer Menschengruppe nützt: Bau- und Abrissunternehmen. Ganze Landstriche werden aussterben, versichern die Demographen, der Vogelsberg liegt vorn, was die Bevölkerungsflucht betrifft. Sie werden also mehr oder weniger würdig vergehen, die alten Häuser, bei denen sich teure Wärmedämmung erst gar nicht lohnt. Und mit ihnen ihre Bewohner, im warmen Pullover, gebeugt, aber abgehärtet. Im Winde klirren die Fahnen. In den verwaisten Bauerngärten abgenagte Kohlstrünke und fliehende Katzen. Zeitenende.

Keine Solardinger aufs Dach

Bald ist jede Anhöhe im Vogelsberg mit Windanlagen bestückt. Auf den Dächern der Scheunen um mich herum blitzen Solarpaneele. Und irgendwann wird man in der Ferne die Masten der Starkstromleitung sehen, die Windenergie von Nord nach Süd transportieren soll. Selbst die Menschen in den wärmegedämmten Ställchen mit eingebauter Stoßlüftung werden dann für eine Politik zahlen, die nach Opportunität verfährt.

Und ich? Schraube mir keine Solardinger aufs Dach. Nicht aus ästhetischen Gründen oder weil bloß die schmale Giebelfront nach Süden ausgerichtet ist, man kann dank Subventionsgeldern mit der Sache ja Gewinn machen ganz ohne Effizienz. Sondern weil ich kaum etwas vernünftiger finde, als an fossilen Energieträgern zu sparen. Nur, wie?

Während andere auf die Sonne warten, träume ich nachts, wenn sich die Katzen an mich kuscheln, weil der Hausgeist kühl durch die Räume streift, vom Dachs. Und von Robert Stirling, einem auf den ersten Blick nicht sonderlich attraktiven Herrn. Schottischer Geistlicher, 1790-1878. Erfand den Stirling-Motor, der mit minimalem Energieinput Wärme erzeugt. Heute sitzt er in Blockheizkraftwerken, die es mittlerweile klein und handlich auch für Einfamilienhäuser gibt. Wenn ich genau hinsehe, sieht mein Hausgeist aus wie Robert Stirling.>


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20 minuten
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12.2.2012: Dach nicht vom Schnee befreit: <Schnee zerstört Olympiahalle von Sarajevo>

aus: 20 minuten online:
Lawinentote im Kosovo: Schnee zerstört Olympiahalle von Sarajevo; 12.2.102;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/19824597

<Das Dach der Eishalle in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo ist eingestürzt. Es krachte unter einer grossen Schneelast zusammen. Der Winter hat sämtliche Balkan-Länder fest im Griff.

Das Dach der Olympiahalle in Sarajevo ist am Sonntag eingestürzt. Laut ersten Informationen ist dabei niemand zu Schaden gekommen. In der bosnischen Hauptstadt fielen in den vergangenen Tagen grosse Mengen Neuschnee.

In der «Skenderija»-Halle waren während der Olympischen Winterspiele 1984 die Eishockey- und Eiskunstlaufwettbewerbe ausgetragen worden. Nach dem Bürgerkrieg (1992-1995) wurde sie zu einer Ausstellungshalle umgebaut.>

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Welt
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Deutschland 7.4.2012: Das Plus-Energie-Haus: Leben im eigenen Kraftwerk soll mehr gefördert werden

aus: Welt online: Erneuerbare Energien: In der Zukunft leben die Deutschen im Kraftwerk; 7.4.2012;
http://www.welt.de/dieweltbewegen/article106162121/In-der-Zukunft-leben-die-Deutschen-im-Kraftwerk.html

<Plus-Energie-Häuser sparen nicht nur Energie sondern erzeugen auch selbst welche. Noch sind die Gebäude teuer, doch die Politik denkt bereits über Zuschüsse über die staatliche Förderbank Kfw nach. Von Carsten Dierig

Norbert Röttgen will mit gutem Beispiel vorangehen. Der Bundesumweltminister hat sich bekanntlich nichts weniger als die Energiewende zum Ziel gesetzt. Also bastelt er – während er versucht, die Weichenstellungen für das ganze Land zu setzen – auch daheim im Kleinen an seiner eigenen grünen Revolution: indem er sein Privathaus modernisieren lässt.

"Es wird deutlich effizienter", sagt der CDU-Politiker. Und mehr noch: Das Gebäude soll in Zukunft sogar Energie erzeugen – und zwar mehr als für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom notwendig sind. Der Minister rüstet um auf den sogenannten Plus-Energie-Standard.

"Neue Bauweise ist wirtschaftlich notwendig"

Geht es nach der Politik, macht dieses Beispiel Schule. Und zwar sowohl beim Sanieren – wie aktuell im Fall Röttgen – als auch beim Neubau von Häusern. "Angesichts der knapper und teurer werdenden Rohstoffe ist das eine wirtschaftliche Notwendigkeit", erklärte der Bundesumweltminister jüngst beim Besuch in der Fertighauswelt Köln.

In der Musterausstellung werden 20 Häuser in Holz-Fertigbauweise gezeigt, sechs davon sind Plus-Energie-Häuser. Und die stehen unter besonderer Beobachtung des Bundesbauministeriums, denn sie sind Teil eines Modellprojekts der Behörde um den zuständigen Minister Peter Ramsauer.

Käufersuche verläuft nur schleppend

Auch der CSU-Politiker setzt sich nach eigenem Bekunden für nachhaltiges Bauen und Effizienzsteigerungen bei Gebäuden ein. Immerhin seien sämtliche Bauten in Deutschland für alleine 40 Prozent des Primärenergiebedarfs der Bundesrepublik verantwortlich.

Der Plus-Energie-Standard markiere daher einen Quantensprung, sagt Ramsauer. Er will diesen Haustypus schnellstmöglich marktfähig machen.

Vorher allerdings lässt der Minister vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik überprüfen, ob die Musterrechnungen der Fertighaushersteller auch wirklich aufgehen. Dazu kontrollieren die Forscher zwei Jahre lang Dutzende Messwerte der sechs Modellhäuser in der Kölner Ausstellung.

In die Bilanz fließen dabei unter anderem die Leistung der hauseigenen Photovoltaik- oder Windenergieanlagen, das Mini-Blockheizkraftwerk im Keller oder auch die Wärmedämmung der Gebäudehülle.

Plus-Häuser produzieren enormen Überschuss

Die Hersteller werben damit, dass bei Plus-Energie-Häusern jährlich ein Strom-Überschuss von rund 2500 Kilowattstunden entsteht. Ein Elektrofahrzeug könnte damit rund 15.000 Kilometer fahren. Passend dazu haben einige der Musterhäuser eigene Ladestationen für Elektroroller oder -autos.

"Die Lebensbereiche Wohnen und Mobilität wachsen zusammen. Eine Stromtankstelle für das Elektroauto vor dem Haus wird künftig häufiger zu sehen sein", sagt Johannes Schwörer, Präsident des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF). "Man könnte sagen, man lebt in einem Kraftwerk", kommentiert Umweltminister Röttgen. Die Energieversorgung werde dadurch dezentraler und zugleich bürgernäher.

Die ersten Käufer indes finden sich derzeit auch ohne offizielles Testat aus dem Bundesbauministerium – wenn auch schleppend. Zwar sprechen die Baufirmen von einem "riesigen Interesse". Es gebe kaum einen Kunden, der das Thema Energie nicht anspricht, sagt zum Beispiel Günter Baum, der Vorstandsvorsitzende des hessischen Fertighausherstellers Bien-Zenker.

Bei der konkreten Kaufentscheidung allerdings herrsche vielfach noch Zurückhaltung, berichtet der Manager. Grund dafür ist Baum zufolge der Preis der Plus-Energie-Häuser. Der nämlich liegt im deutlich zweistelligen Prozentbereich über dem eines durchschnittlichen Ein- und Zweifamilienhauses.

Zu den größten Preistreibern gehören dabei die Stromspeichersysteme, die auch der Autoindustrie beim Thema Elektromobilität noch große Sorgen bereiten. Zwar seien die Mehrkosten für ein Plus-Energie-Haus bereits nach zehn Jahren amortisiert, verspricht die Industrie. Dennoch sind viele Bauherren durch den anfänglichen Aufpreis finanziell überfordert.

EU macht Druck bei Klimaschutzzielen

Der BDF fordert daher "Marktanreize" für die Plus-Energie-Häuser, die nicht allein von Fertighausherstellern, sondern auch in konventioneller Bauweise angeboten werden. "Um für den durchschnittlichen Bauherren attraktiv zu sein, ist eine leicht zugängliche Neubauförderung unerlässlich", sagt Verbandspräsident Schwörer.

Er plädiert dafür, über die staatliche Förderbank KfW zinsvergünstigte Darlehen für den neuen Gebäudestandard anzubieten und dadurch möglichst vielen Bauherren den Schritt vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger zu ermöglichen. Zugleich fordert er, beim Programm "Energieeffizient Bauen" – damit werden Niedrigenergiehäuser nach den Standards KfW 55 oder KfW 40 gefördert – die Deckelung für zinsvergünstigte Darlehen von 50.000 auf 80.000 Euro anzuheben.

Die Minister Röttgen und Ramsauer zeigen sich nicht abgeneigt. Beide wollen die Anregungen prüfen und in die politische Debatte einbringen. Denn Gebäudeeffizienz sei ein wichtiger Beitrag bei der angestrebten Energiewende.

Noch dazu steigt der Druck vonseiten der Europäischen Union, die über eine neue EU-Gebäuderichtlinie ab 2021 ehrgeizige Klimaschutzziele vorschreibt. Die Vorgabe verlangt, dass künftig alle Neubauten in der EU nahezu keine Energie mehr für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung verbrauchen sollen. Der restliche Energiebedarf soll aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.>

Welt
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16.4.2012: "Samenbombe" gegen Grau: Guerilla-Gärtner in Deutschland begrünen Städte illegal

aus: Welt online: "Samenbombe": Wie Guerilla-Gärtner illegal Städte begrünen; 16.4.2012;
http://www.welt.de/politik/ausland/article106186353/Wie-Guerilla-Gaertner-illegal-Staedte-begruenen.html

<Heimlich begrünen Tausende Hobby-Gärtner deutsche Städte. Ihre Waffe ist die Samenbombe – eine effektive Mischung aus Erde, Dünger und Samen. Nicht überall sind die Anarchisten wohlgelitten. Von Christin Bohmann

Deutschland soll blühen. Bunt und möglichst überall. Grünstreifen oder Verkehrsinseln, Brachflächen oder Blumenkübel, alles wird Beet. Zumindest wenn es nach dem Willen der neuen Bürgergärtner geht. Still, leise, oft auch heimlich begrünen sie, was nach Ödnis und Tristesse aussieht.

In München tauchten vor Jahren die ersten Fotos der urbanen Gärtner in den Zeitungen auf: Schlechte Aufnahmen, absichtlich verwackelt, von Leuten mit Zwergenmützen auf dem Kopf und angeklebten Rauschebärten. Mit Säcken voller Saatgut zogen sie in die Nacht hinaus. Sie pflanzten und säten dort, wo in der Großstadt normalerweise kein Gras wächst.

Ihre Geheimwaffe ist die „Samenbombe“, ein Gemisch aus Erde, Dünger und Samen, eine Bombe, die keine zerstörerische Wirkung entfaltet, sondern bunte Blüten treibt. Schöner lässt sich die Anarchie des „Guerilla Gardening“ in den Städten kaum beschreiben, sagt Silvia Gonzalez, die vor Jahren selbst als grüne Aktivistin begann und mittlerweile stellvertretend für die Münchener Gärtner-Guerilla ein Büro beim Verein Green City e. V. bezogen hat, in dem sie halb ehrenamtlich zwischen dem Münchner Stadtgartenamt und der Bewegung zu vermitteln versucht.

Vermittlung nämlich ist nötig: Die Begrünungsaktionen sind oft nicht legal. Immerhin gehören die begrünten Flächen meist der Stadt oder Privatleuten.

Der harte Kern der Truppe, 15 Leute, hat gerade im Bahnhofsviertel damit begonnen, hässliche, graue, teilweise verrußte Wände mit „Moosgraffiti“ in eine lebendige Stadtlandschaft zu verwandeln. Ein paar Wochen lang hatte man die Münchner Guerilleros mit einer selbst hergestellten, grünen Paste hantieren sehen, dann brachten sie diese zum ersten Mal auf ein Stück Mauerwerk auf. „Ob’s was wird, bleibt abzuwarten“, sagt Gonzalez.

Kripo beschäftigte sich mit Sachbeschädigung

Es ist das alte Lied: Experimentierfreude und Einfallsreichtum der Aktivisten kollidieren mit Vorschriften und Eigentumsrechten. Vereinzelt wurde die Paste in den vergangenen Tagen von städtischen Reinigungstrupps wieder entfernt. Die Bepflanzungen auf öffentlichen Flächen gelten streng genommen als Sachbeschädigung; eine Straftat, für die der Gesetzgeber eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren vorsieht.

In Tübingen beschäftigte das illegale Treiben sogar schon die Kripo. Die trat auf den Plan, als sich in den Blumenkästen auf der pittoresken Neckarbrücke der Universitätsstadt plötzlich Ungewöhnliches, ja Verbotenes regte.

Zwischen Petunien und Begonien, Wandelröschen und Eisenkraut lugten grüne Triebe hervor, die dort ganz und gar nicht hingehörten. Gärtner der Stadt identifizierten die Invasoren als Cannabis sativa, zu Deutsch: Hanf. Das Kraut wurde schleunigst entfernt, der Verursacher jedoch nie gefunden.

"Verantwortung für den öffentlichen Raum übernehmen"

Auch in München wurden von der Guerilla gepflanzte Tulpen auf Verkehrsinseln oder entlang von Radwegen oft einfach abgemäht, weil die Absicht dahinter nicht erkannt wurde. „So machte es die Stadt“, sagt Silvia Gonzalez. Mittlerweile hat sich die Situation geändert.

„Wenn die vom Stadtgartenamt wissen, wo illegal Sträucher gepflanzt worden sind, gießen sie sie auch mal.“ Umgekehrt kümmert sich die Guerilla um „Grünpaten“, die öffentliche Flächen in der Nachbarschaft betreuen. „Es ist Zeit, dass wir alle zusammen Verantwortung für den öffentlichen Raum übernehmen.“

Das bedeutet, privates, aber bisher illegales Engagement und die öffentlichen Stellen zusammenzubringen.

Martina Neumann vom Leipziger Verein Ökolöwe sieht das ähnlich. Mit Spaten und Saatgut bewaffnet, betritt die Stadtgärtnerin gemeinsam mit ihrer Kollegin Juliane Klengel am Mittwochnachmittag den Hof der Kindertagesstätte Biedermannstraße im Leipziger Stadtteil Connewitz. Die Gärtnerinnen sind auf Begrünungsmission, ganz offiziell.

Ihre kleinen Helfer warten schon. Zusammen mit den Kindern legen sie heute hinter dem Kita-Gebäude eine Blumenwiese an. Das Saatgut bringen die Frauen selbst mit. Die Aktion ist Teil des Projekts „Leipzig soll blühen!“, das der Verein im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben hat.

Im Gegensatz zu den geheimen Guerilla-Aktionen in anderen Großstädten haben sich die Leipziger Ökolöwen das zuständige Amt für Umweltschutz mit ins Beet geholt. „Blühende Landschaften Süd“ heißt denn auch die Saatmischung, mit der die Gärtnerinnen dem Artenschwund in Leipzig entgegentreten wollen.

Verein verschickt kostenlose Samentütchen

Damit das klappt, schickt der Verein kostenlose Samentütchen an alle, die ein Fleckchen Erde mit Wildblumen und Wildgräsern gestalten wollen. „Im Vorjahr haben wir knapp 2000 Saatbriefe verschickt“, sagt Martina Neumann. In diesem Jahr sollen es mindestens genauso viele sein. Auch zehn Kindereinrichtungen, die sich bei dem Verein darum beworben haben, werden auf diese Weise begrünt. Das sieht schön aus und hilft der Umwelt.

Das aber ist längst nicht bei all jenen Aktionen der Fall. Viele Garten-Guerilleros handelten ökologisch ahnungslos, wenn nicht gar fahrlässig, moniert der Ludwigshafener Botaniker Johannes Mazomeit, der die oft sehr vielfältige Pflanzenwelt in Großstädten erforscht. Manchen Guerilleros, die auffällige Pflanzen wie Sonnenblumen ausstreuen, sei es egal, ob dies zu den örtlichen Pflanzengemeinschaften und Insekten passe. Nicht nur mit dem deutschen Recht, sondern auch mit der Stadtökologie also müssen sich die freischaffenden Pflanzer künftig besser arrangieren.

In Leipzig geschieht das schon. Dort säen die Gärtner und Kinder eine Mischung aus 48 mehrjährigen Wildpflanzen, die hier auch tatsächlich vorkommen, darunter Klatschmohn, Wilder Majoran und Spitzwegerich. Amina und Jason sind ganz vorn dabei, die Fünfjährigen dürfen im Beet buddeln.

Doch bevor es losgeht, muss der Boden erst einmal mit Sand aufgeschüttet werden. Hausmeister Hajo hat dafür eine Schubkarre voller Sand angekarrt. Mit Plastikschaufeln verteilen Amina, Jason und die anderen Kinder den Sand auf dem vorgeharkten Grund. Dann ist das Saatgut dran.

Die Kleinen vermischen es mit dem übrigen Sand. Dann wird wieder geschippt und geschüttet, anschließend trampeln die Kinder gründlich über den noch braunen Streifen Erde und drücken so den Samen fest. Zum Schluss gibt es auf dem Beet nicht viel zu sehen, außer zufriedenen Kindergesichtern.

Begrünungsaktionen oft nicht bloßer Selbstzweck

Solche Aktionen kommen nicht nur bei Kindern gut an. Grün beruhigt, sagen Farbpsychologen. Grün ist nachhaltig, sagen die Umweltschützer. Und nicht nur die. Seit Jahren predigen Experten, dass übermäßige landwirtschaftliche Nutzung und Lebensraumzerstörung in den Städten die Ursachen für den Artenrückgang in Deutschland seien.

Oft aber sind die Begrünungsaktionen nicht bloßer Selbstzweck oder ein allgemeiner Aufruf zu größerem ökologischem Bewusstsein. Vielmehr werden die Pflanzungen mancherorts auch als unmittelbarer Ausdruck politischen Protests genutzt.

So steckten in Tübingen Aktivisten immer wieder Sonnenblumenkerne in die Grünflächen auf Verkehrsinseln – auf dass mitten im Verkehrsstrom die Symbolblumen des Anti-Atom-Widerstands blühten.

Das wohl prominenteste Beispiel für solches Widerstandsgärtnern ist Stuttgart 21. Parkschützer von Robin Wood protestierten im vergangenen Jahr gegen die Abholzung alter Platanen und Kastanien durch die Deutsche Bahn im Stuttgarter Schlossgarten, indem sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 50 junge Platanen, Eschen und Spitzahornbäume in die aufgewühlte Erde pflanzten.

Doch wie der gesamte S-21-Widerstand mussten auch die Setzlinge vor dem Planungsrecht und dem Ergebnis der Volksabstimmung einknicken.

Freilich ist gärtnernder Protest eher selten ein konkret politischer gegen Großprojekte. Vielmehr richtet er sich oft auch gegen die alltägliche Verhässlichung der Städte. David K. zum Beispiel will nicht weiter nur zusehen, wenn es um die Gestaltung des städtischen Lebensraums geht. „Für mich bedeutet Guerilla-Gardening, mir das Recht auf aktive Mitsprache an der Gestaltung des öffentlichen Raums zu nehmen.“

Verschönern ist nicht alles

Mit Schaufel, Harke und Samen bewaffnet, zieht David K. in den Frühlings- und Sommermonaten durch Hamburgs Szeneviertel, die Sternschanze und St. Pauli, um dort den urbanen Raum zu verschönern. Doch Verschönern ist eben nicht alles.

Der 29-Jährige kritisiert, dass viele brachliegende Flächen und sogar Teile von Parks in Großstädten verkommen, weil von öffentlicher Seite aus zu wenig Geld in die Instandhaltung dieser Grünflächen investiert wird. „Guerilla-Gardening kann da eine gute Möglichkeit sein, wenigstens im Kleinen etwas zu bewirken“, meint er.

Kleine Veränderung, großer Effekt. Guerilla-Gärtnern hat sich in vielen Städten fest etabliert. Initiativen bieten Kurse an, Bioläden verkaufen „Samenbomben“. In Freiburg etwa veranstaltete die Initiative „Plätze!Häuser!Alles!“ am Ostersonntag einen Guerilla-Gardening-Workshop. Und auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof in Berlin säen Aktivisten jedes Frühjahr Sonnenblumen.

Dort hat sich aus der Gardening-Bewegung ein ganz legales Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Das Allmende-Kontor auf der Tempelhofer Freiheit, in direkter Nachbarschaft zum Neuköllner Kiez, ist offen für alle, die sich für das Stadtgärtnern engagieren wollen. Mit oder ohne grünen Daumen.

Mitarbeit: Hannelore Crolly, Friederike Gehlenborg, Hermann Weiß>

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20
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17.4.2012: Pet-Flasche mit Wasser drin im Dach installiert wirkt wie eine Lampe

aus: 20 minuten online: «Ein Liter Licht»: Schweizer erhellen Slums von Bogotá; 17.4.2012;
http://www.20min.ch/wissen/news/story/Schweizer-erhellen-Slums-von-Bogot--19545624

<von F. Voegeli
-

Zehn Studenten der HSG bringen ein einfaches Prinzip nach Südamerika: Mit einer Pet-Flasche und Wasser bringen sie Licht in die Hütten kolumbianischer Armensiedlungen.

Das philippinische Projekt mit dem Namen «Isang Litrong Liwanag» heisst auf Deutsch «Ein Liter Licht». Dieser leuchtende Liter, der in einer Pet-Flasche von der Decke hängt, macht für Slumbewohner einen gewaltigen Unterschied. In den Wellblechbehausungen ist es auch tagsüber dunkel, Fenster gibts nicht, und Lichtlöcher würden auch Regen in die Wohnungen lassen.

Das philippinische Projekt mit dem Namen «Isang Litrong Liwanag» heisst auf Deutsch «Ein Liter Licht». Dieser leuchtende Liter, der in einer Pet-Flasche von der Decke hängt, macht für Slumbewohner einen gewaltigen Unterschied. In den Wellblechbehausungen ist es auch tagsüber dunkel, Fenster gibts nicht, und Lichtlöcher würden auch Regen in die Wohnungen lassen.

Die MyShelter Foundation hat mit ihrem Projekt schon tausende Hütten in Armensiedlungen rund um Manila erhellt. Jetzt wird es auch in Kolumbien heller, denn ein Trupp HSG-Studenten des Masters in Strategy and International Management (SIM) hat sich mit demselben Ziel auf den Weg nach Südamerika gemacht. Im Rahmen des Praxiskurses SIMagination gründeten sie den gemeinnützigen Verein «Liter of Light Switzerland».

Hell wie eine Glühbirne

Das Prinzip ist simpel und ökologisch: Eine randvoll mit Wasser und etwas Bleichmittel gefüllte Pet-Flasche wird durch ein genau bemessenes und abgedichtes Loch im Dach gesteckt (siehe obiges Video). Die Flaschenhälfte an der Sonne reflektiert das Licht ins Innere der Behausung. Ohne weiteres, und ohne Elektrizität. Bei guter Sonneneinstrahlung wird die innovative Lichtquelle etwa so hell wie eine 55-Watt-Birne und muss nur alle drei bis fünf Jahre ausgewechselt werden. Das Bleichmittel sorgt dafür, dass das Wasser keimfrei und klar bleibt.

Das Solarflaschenlicht wurde gemäss der «New York Times» im Jahr 2002 vom Brasilianer Alfredo Moser erfunden. Der Mechaniker habe nach einem Weg gesucht, seine Werkstatt während eines lange andauernden Stromausfalls zu beleuchten. Welche Rolle die Studenten am Massachusetts Institute of Technology hatten, die unter anderem vom «Liter-of-Light»-Projekt als Designer und Entwickler erwähnt werden, ist nicht ganz klar, aber die Gratis-Glühbirne bringt auf den Philippinen jeden Tag mehr Licht ins Dunkel. Die Idee ist so simpel, dass sie auch ausserhalb des Projektes von den Bewohnern selbst umgesetzt und weiterverbreitet wird. Sollte es in Kolumbien ähnlich verlaufen, umso besser.

Neue Organisation vor Ort gegründet

Die St. Galler Studenten machten sich im Februar 2012 auf nach Bogotá, um vor Ort mit lokalen Hilfsorganisationen die Verbreitung des Konzeptes anzugehen. Einerseits wurden gemeinsam Flaschen in die Dächer von armen Familien installiert, aber es ging auch darum, die Organisationen bei ihrer Arbeit zur Seite zu stehen. So konnte die «Fundación Un Litro de Luz Colombia» ein Netzwerk von freiwilligen kolumbianischen Ingenieuren und Wirtschaftsstudenten aufbauen, die das Projekt vor Ort weiterführen und unterstützten werden.

Ausserdem wollen die Schweizer die Idee der Solarflaschen in weitere Länder verbreiten. «Liter of Light Switzerland» soll langfristig als Anlaufstelle für die vielen Hilfsorganisationen etabliert werden, welche die Idee von Solarflaschen schon in Sambia, Argentinien, Peru, Brasilien, Kolumbien, den Philippinen, Indien und Indonesien umsetzten. Dafür sind sie auf der Suche nach weiteren Vereinsmitgliedern und Sponsoren. Am 22. April laufen sie beim Zürich Marathon mit, um Spenden zu sammeln.

Die Wunderflasche

Der Gründer der MyShelter Foundation, Illac Diaz, hat das Potenzial der Pet-Flaschen auch in weiteren Projekten erkannt. In der philippinischen Stadt San Pablo baute er eine Schule aus tausenden mit Lehm gefüllten Flaschen.

Diaz selbst ist allerdings alles andere als eine Flasche. Der Wirtschafter aus Manila war als Model und Partygänger unterwegs, bevor er sich am Massachusetts Institute of Technology und in Harvard weiterbildete. Auch die Schweiz erscheint im Lebenslauf des engagierten Wirtschafters. 2008 wurde er vom WEF in Genf mit dem Titel «Young Global Leader» ausgezeichnet.>

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Fotoquellen
[1] Zugbrücke ohne Zugseile: http://derstandard.at/1314652742490/Innovation-Neuartige-Klappbruecke-kommt-ohne-Zugseile-und-Hydraulik-aus
[2, 3] Flaschenhaus in Nigeria: http://sustentaveisatitudes.blogspot.com/


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