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Architektur: Bautipps (Teil 1)

Verbesserungen und Verschönerungen am Haus

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

Schadstoffe - Schimmel - erdbebensicheres Bauen

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2.11.2005: <Vorausschauendes Bauen ist nötig> - wer behindertengerecht baut, baut gesellschaftsgerecht - Rettungskräfte sind dankbar

aus: Teletext des Schweizer Fernsehens SF1, 2.11.2005, Tafel 109; Stadtgestaltung, Wohnungsgestaltung, Wohnungseinrichtung altersgerecht, behindertengerecht und kindergerecht, Wohnungspolitik und Familienpolitik

<In 20 Jahren wird jede vierte Person in der Schweiz über 65 Jahre alt sein. Für sie müssen altersgerechte Wohnungen zur Verfügung stehen - aber nicht nur für sie: Auch Familien und Arbeitende können profitieren.

"Berollbare" Flächen in Bauten erleichtern nicht nur Familien mit Kinder- und Einkaufswagen das Leben, sondern auch Behinderten, Arbeitenden und nicht zuletzt den Rettungsdiensten das Leben.

Die bfu stellte an der Tagung im weiteren das Siegerprojekt des mit 250.000 Franken dotierten Age Awards 2005 vor. Der Preis ging an die Wohnsiedlung Steinacker in Zürich-Witikon.>

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Schweizer
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2.11.2005: <Wohnungsbau für Senioren nützt allen>

aus: Teletext des Schweizer Fernsehens SF1, 2.11.2005, Tafel 108

<Altersgerechtes Bauen, Sanieren und Planen umfasst alle Generationen. Dies ist das Fazit einer Fachtagung der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung Bern.

Im Hinblick auf die alternde Gesellschaft sei zu beachten, dass sich die Wohnbedürfnisse Älterer nicht grundlegend von jenen der jüngeren unterscheiden. Der Unterschied bestehe lediglich darin, dass Senioren stärker von der Gestaltung der Wohnung abhängig seien. Dabei spiele der Sicherheitsaspekt eine wichtige Rolle.

Auch der Gestaltung des öffentlichen Raumes sei Beachtung zu schenken.>

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n-tv
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3.5.2010: Balkone nachträglich anbauen

Häuser ohne Balkone können mit Balkonen ausgestattet werden, wenn ein Fenster zur Balkontür erweitert wird. Das Konzept ist einfach und bringt eine höhere Lebensqualität in der Wohnung und einen Mehrwert für die Wohnung, wenn die Bewohner wissen, leise mit dem Balkon umzugehen. Aber lesen Sie selbst:

aus: n-tv online: Mehr Sonne bitte: balkone nachträglich anbauen; 3.5.2010;
http://www.n-tv.de/ratgeber/immobilienkredite/Balkone-nachtraeglich-anbauen-article853552.html

<Frühstücken an frischer Luft, im Liegestuhl sonnen oder ein Buch lesen: ein Balkon erhöht besonders in Städten die Attraktivität und den Wert einer Wohnung. Der nachträgliche Anbau ist meist kein Problem.
Bei diesem Mehrfamilienhaus wurden die Balkone nachträglich angebaut. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

Nachgerüstet: Ein Mehrfamilienhaus mit später angebrachten Balkonen.

Viele Altbauten haben keine Balkone, oder der Zahn der Zeit hat ihnen so zugesetzt, dass sie saniert werden müssen. Bautechnisch lassen sich Balkone häufig relativ leicht im Nachhinein anbauen. Dennoch gibt es einige Hürden zu überwinden, ehe man in luftiger Höhe entspannen kann.

"Im ersten Planungsabschnitt sollten Wohnungsbesitzer bedenken, wofür sie den Balkon überhaupt nutzen wollen", sagt der Fachbuchautor und Architekt Thomas Drexel in Augsburg. Die Überlegung beginne mit der Ausrichtung, also der Himmelsrichtung. Wer gerne in der Sonne badet, braucht einen Südbalkon, fürs Frühstücken ist Osten ideal, und die Abendsonne lässt sich nach Westen genießen.

Wichtig sind aber auch die äußerlichen Gegebenheiten rund ums Haus. "Balkone zu einer Hauptverkehrsstraße laden nicht zum Verweilen und Erholen ein", warnt Drexel. Ein weiteres mögliches Problem: Verschattet der Balkon darunterliegende Fenster? Bei sehr großen Fenstern könne ein darüberliegender Balkon im Sommer dagegen einen Sonnenschutz ersetzen.

Balkonbau muss genehmigt und abgestimmt werden

Wenn architektonisch die Entscheidung für einen nachträglichen Balkonanbau gefallen ist, gilt es die rechtliche Seite zu klären: "In Mehrfamilienhäusern mit unterschiedlichen Eigentümern kann ein Balkon nur angebaut werden, wenn alle Besitzer des Hauses einwilligen", erläutert die Architektin Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. Eine weitere Option in einem Mehrfamilienhaus könne der gemeinschaftliche Anbau von Balkonen an allen Wohnungen sein. Auch die Nachbarn der umgebenden Häuser sollten um Zustimmung gebeten werden. Sonst drohe möglicherweise von dieser Seite Ärger - zum Beispiel wegen des Baulärms.

"Ein Balkonanbau ist in der Regel genehmigungspflichtig", sagt Reinhold-Postina. Dafür müsse der geplante Balkon, je nach Bundesland, unterschiedliche Bedingungen erfüllen, zum Beispiel was den Abstand zum Nachbarn angeht. Auch der örtliche Bebauungsplan spielt eine Rolle: Möglicherweise dürften bestimmte Baulinien und Fluchten nicht überbaut werden. Dies sollte vorab bei der zuständigen Behörde geklärt werden. Auch müssten bei geschützten Bauten Bestimmungen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden.

Selbsttragende Variante energetisch sinnvoll

Im nächsten Schritt steht die Entscheidung für die jeweilige Balkonkonstruktion an. "Die energetisch und häufig auch wirtschaftlich günstigste Konstruktion sind selbsttragende vorgestellte oder vorgehängte Balkone", erläutert Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Vorgestellte Balkone stehen mit ihrer Tragkonstruktion - meist aus Stahl - vor der Fassade und würden dort lediglich mit Verschraubungen fixiert, erklärt Kwapich. Vorgehängte Balkone würden an der Fassade befestigt und zusätzlich mit Stahlseilen abgehängt. Beide Konstruktionen hätten den energetischen Vorteil, dass nur wenige Verschraubungen und Befestigungen die Dämmung durchdringen. Dadurch würden Wärmebrücken vermieden oder reduziert.

Chance bei Haussanierung nutzen

"Ein guter Zeitpunkt zum nachträglichen Anbringen von Balkonen ist gegeben, wenn eine energetische Sanierung und Wärmedämmung der Außenwände ansteht", erklärt Drexel. Dabei könnten die Anschlüsse optimal geplant und mit den Dämmmaßnahmen kombiniert werden. Die Kosten für einen Balkon sind je nach Konstruktion unterschiedlich - mit einigen tausend Euro müsse man aber schon rechnen.

"Alte Häuser mit Balkon, bei denen die Geschossdecke als Bodenplatte nach außen gezogen worden ist, sind energetisch betrachtet problematisch", so Kwapich. Denn durch die ungeschützte Balkonplatte fließe zu viel Heizenergie nach außen. Diese Wärmebrücke führe zu einem hohen Energieverbrauch. Bei Häusern mit nachträglicher Dämmung müsse deshalb auch die Betonplatte mit gedämmt werden. Diese Lösung sei aber sehr aufwendig. Einfacher sei es, bei der Sanierung des Hauses die überstehende Betonplatte vom Gebäude abzutrennen und den künftigen Balkon mit speziellen Verbindungen thermisch vom Gebäude zu trennen.

dpa>

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n-tv
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6.6.2010: Reismörtel in Asien

aus: n-tv online: Grosse Innovation seiner Zeit: Reis-Mörtel besonders stabil; 6.6.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Reis-Moertel-besonders-stabil-article908027.html

<Die besondere Stabilität des alten asiatischen Reis-Mörtels geht auf das Amylopektin zurück. Dieses bildet den Hauptbestandteil der pflanzlichen Stärke im Reis. Das berichtet eine Gruppe um Bingjian Zhang von der Zhejiang University in Hangzhou. Die Studie ist im Journal "Accounts of Chemical Research" erschienen. Der stabile Baustoff wurde vor rund 1500 Jahren entwickelt. Damals mischten Arbeiter eine Art Suppe aus dem Klebreis mit den üblichen Mörtelbestandteilen, etwa gelöschtem Kalk. Die chinesischen Forscher der Neuzeit hatten Proben des alten Baustoffes mit zahlreichen Verfahren untersucht.

Womöglich handele es sich um den ersten "Komposit-Mörtel" aus organischen (Reis) und anorganischen (Gestein) Bestandteilen. Dieser war der Studie zufolge fester als der herkömmliche Mörtel zu jener Zeit. Das vielfach verzweigte Amylopektin sorgte dafür, dass das Wachstum der Kalziumkarbonat-Kristalle kontrolliert wurde und eine kompakte Mikrostruktur entstand. Dieser Baustoff sei eine der größten technologischen Innovationen seiner Zeit gewesen. Noch heute sei er bestens geeignet, um historische Gebäude wieder instand zu setzen.

dpa>

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n-tv
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Deutschland 20.8.2010: Das Programm zur Umwelt-Sanierung von Wohnhäusern ist sehr erfolgreich - so dass der Förderbank KfW die Fördermittel ausgehen

aus: n-tv online: Ratgeber: Umwelt-Sanierung von Wohnhäusern: KfW stellt Förderprogramm ein; 20.8.2010;
http://www.n-tv.de/ratgeber/KfW-stellt-Foerderprogramm-ein-article1314446.html

<Wer das Dachgeschoss und Haus energetisch saniert, konnte bislang auf KfW-Fördermittel setzen.

Die staatliche Förderbank KfW stellt ihr Programm für die energieeffiziente Sanierung von Wohnhäusern in großen Teilen ein, und zwar bereits zum September. Grund sei eine "unerwartet hohe Nachfrage" nach den Fördermitteln, erklärte eine Sprecherin der KfW. Die KfW vergab für die Förderung der energetischen Sanierung und des energieeffizienten Neubaus demnach im ersten Halbjahr 2010 fünf Milliarden Euro; im ersten Halbjahr 2009 waren es 3,7 Milliarden Euro gewesen. Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft und die IG Bau kritisierten die Einstellung der Programme.

Laut KfW werden die Bereiche "Einzelmaßnahmen" und "Sonderförderung" des CO2-Förderprogramms zum 31. August eingestellt. Das betrifft Teilsanierungen wie eine Fenstererneuerung, ein Heizungsaustausch oder eine Dachsanierung am Wohnhaus oder einer Wohnung. Auch der Zuschuss für den Austausch einer Nachtspeicherheizung fällt demnach ab September weg.

"Hier wird eines der wichtigsten Förderprogramme beschnitten, weil es zu erfolgreich ist", erklärte der IG-BAU-Vorsitzende Klaus Wiesehügel. "Das wird die Bundesregierung keinem Hausbesitzer, keinem Handwerker und keinem Umweltschützer in Deutschland erklären können". Auch die Bundesvereinigung Bauwirtschaft erklärte, es widerspreche jedweder Logik, ein derart erfolgreiches Programm einzustellen. In der Einsparung von Energie für Heizung und Warmwasser liege das größte Potenzial für eine Senkung des CO2-Ausstoßes.

AFP>

Schlussfolgerung: Es fehlt eine Stiftung für die Umwelt-Sanierung von schlecht gebauten Häusern, und zwar weltweit.
Michael Palomino, 20.8.2010


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Spiegel
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China 28.8.2010: Der "deutsche Energiestandard" wird "Mode"

Deutschland löst bei den Architekturvorschriften die "USA" als Vorbild in China ab. Das war eigentlich zu erwarten, nachdem die deutsche Autoindustrie sich in China einnisten konnte und so immer mehr Chinesen deutsche Autos fahren. Fehlen nur noch gute deutsche Fahrräder. Aber lesen Sie selbst:

aus: Spiegel online: Bauboom: China plant Neubauten nach deutschen Energiestandards; 28.8.2010;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,714350,00.html

<China will für Neubauten künftig deutsche Energiestandards nutzen. Nach Informationen des SPIEGEL soll die Deutsche Energie Agentur (Dena) verpflichtende Regeln für chinesische Investoren entwickeln. Peking will damit den Energieverbrauch drosseln, die Dena spricht von "riesigen Dimensionen".

Nach Informationen des SPIEGEL hat das Bauministerium in Peking die Deutsche Energie-Agentur (Dena) beauftragt, möglichst bald ein Regelwerk vorzulegen, das chinesische Investoren und Hausbauer auf Energiesparen, Wärmedämmung und erneuerbare Energiequellen verpflichtet.

Bisher orientiert sich China an laxeren US-amerikanischen Standards. Mit dem Schwenk zu deutschen Regeln will Peking den schnell wachsenden Energieverbrauch und CO2-Ausstoß drosseln. "Die Dimensionen sind riesig, und die Zusammenarbeit hat einen hohen Grad an Verbindlichkeit", sagt Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler.

Er erwarte zwar nicht, dass die deutschen Vorschläge eins zu eins umgesetzt würden. Aber schon mit einfachsten Auflagen lasse sich ein gewaltiger, überflüssiger Energieverbrauch verhindern. Der Bauboom in China bedeutet nach Einschätzung der Dena, dass 2015 die Hälfte aller Gebäude nicht älter als 15 Jahre sein wird. Zwei Milliarden Quadratmeter neue Gebäudefläche kamen zuletzt pro Jahr dazu.

Im Durchschnitt verbrauchen chinesische Häuser pro Quadratmeter viermal mehr Energie als deutsche. Die Dena hat in Mianyang in Sichuan bereits eine Grundschule entwickelt, die deutschen Höchstanforderungen genügt. In der Zehn-Millionen-Stadt Tianjin soll ein Wohn- und Geschäftskomplex mit über 200.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen, der deutsche Standards erfüllt.>


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20
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Wettbewerb "Solar Decathlon" 30.8.2010: Die Häuser der Zukunft sind Häuser, die überschüssige Energie produzieren (kleine Kraftwerke)

Deutsche und "amerikanische" Tüftler präsentieren Hausbauten, die mehr Energie produzieren, als sie benötigen. Der erste Preis ging an die TU aus Virginia in den "USA", der zweite Platz ging an eine Tüftlergruppe der Hochschule Rosenheim in Deutschland. Die Schweiz ist nur am Rande mit ein bisschen "Windnutzung" dabei. Nun, die sturen und dummen ETH-Präsidenten haben eben zu lange die Forschung bei der Sonnenenergie blockiert, keine Gelder gesprochen, und der Bundesrat machte es auch nicht besser und spezielle Programme gibt es so gut wie keine, wenn man vergleicht, wie viel Geld in Autobahnen verbuttert wird. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Plusenergiehäuser: Wohnen wir bald in kleinen Kraftwerken? 30.8.2010;
http://www.20min.ch/wissen/news/story/Wohnen-wir-bald-in-kleinen-Kraftwerken--17413064

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Lumenhaus der Technischen
                                      Universität Virginia im Sommer bei
                                      Sonnenaufgang
Das Lumenhaus der Technischen Universität Virginia im Sommer bei Sonnenaufgang

Lumenhaus der Technischen
                                      Universität Virginia bei Regen mit
                                      geschlossenen Wänden
Das Lumenhaus der Technischen Universität Virginia bei Regen mit geschlossenen Wänden

Lumenhaus der Technischen
                                      Universität Virginia im Winter bei
                                      Sonnenschein
Das Lumenhaus der Technischen Universität Virginia im Winter bei Sonnenschein

So freistehend in der Landschaft wird das Haus natürlich nicht dastehen, aber man soll es sich ja einfach machen, wenn man Grafiken produziert...

Das Rosenheimer Solarhaus, ein
                      Plusenergiehaus einer Tüftlergruppe aus Rosenheim
                      (Deutschland)
Das Rosenheimer Solarhaus, ein Plusenergiehaus
einer Tüftlergruppe aus Rosenheim (Deutschland)


<Das Passivhaus ist schon jetzt ein überholtes Modell. Die Eigenheime der Zukunft versorgen sich nicht nur selbst - sie produzieren einen Energie-Überschuss, der wieder ins Stromnetz eingespeist werden kann.

Mehr Energie produzieren als verbraucht wird: dank besonders effizienter Strom- oder Wärmegewinnung durch Solarzellen, Sonnenkollektoren und einer perfekten Isolierung ist das kein Wunschtraum mehr. In Zukunft werden Häuser zu kleinen Kraftwerken, die überschüssige Energie ins Stromnetz ableiten werden.

Einige dieser Innovationen werden und wurden beim Solar Decathlon geboren. Beim grossen Energie-Wettbewerb kämpfen seit Jahren Hochschulteams aus der ganzen Welt um den ersten Platz für das effizienteste Plus-Energie-Haus. Auch in diesem Jahr war es die Natur selbst, die die ambitionierten Nachwuchswissenschaftler vor grosse Herausforderungen stellte. Eine besonders knifflige Aufgabe nahm die Fachhochschule des bayerischen Rosenheims in Angriff: die Klimatisierung von Wohnräumen. Ein zukunftsweisendes Projekt - nicht zuletzt wegen der immer drastischer werdenden Auswirkungen der Klimaerwärmung.

Die Rosenheimer setzten bei ihrer Arbeit auf verschiedene Kühlsysteme. Um das Modellhaus komplett vor der Wärme abzuschirmen, wurde es versiegelt - trotzdem konnte die Frischluftzufuhr zu jeder Zeit sichergestellt werden. «Diese luftdichte Bauweise dient allein dem Energiesparen und ist durchaus sinnvoll. Dabei handelt es sich um ein Lüftungssystem, das die Wärme zurückgewinnt, das heisst, die Raumluft wird an der Aussenluft vorbeigeführt. Dadurch wird die Wärme übergeben und Energieverluste minimiert. Mit dieser Methode gelingt es uns, das Haus innerhalb von einer Stunde um acht Grad Celsius zu kühlen.» erklärt Johannes Donaubauer von der FH Rosenheim auf Anfrage des TV-Senders «3sat».

Um die Lufttemperatur zu senken, setzen die jungen Forscher auf sogenannte «Phase Change Materials» (PCM). Der Stoff in Plattenform vermag Wärme aufzunehmen und zu speichern. Die Rosenheimer bedienen sich dieses bereits etablierten Baustoffs, um ihn aneinander verbaut als Kühlkanal zu nutzen. Durch diesen Kanal wird die Wärme durch den Keller des Hauses geleitet - dabei speichert das Material die Wärme, die Luft wird deutlich abgekühlt und kann dann zur Klimatisierung der Wohnräume eingesetzt werden.

Nicht nur durch das clevere Kühlsystem, sondern auch durch ein bei Nacht nutzbares Solardach und weitere Innovationen konnte sich das deutsche Team profilieren.

Trotz dieser fortschrittlichen Technologien verwies die Virginia Tech [Technische Hochschule in Virginia in den "USA"] die FH Rosenheim - wenn mit 0,86 Punkten auch nur denkbar knapp - auf den zweiten Platz des Energie-Wettbewerbs. Die US-Amerikaner belegten mit ihrem Lumenhaus den Spitzenplatz.

In der Schweiz weht ein neuer Wind

Auch bei uns in der Schweiz wird der Fokus aufs Kühlen von Wohnraum gelenkt. Für die Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA) ist dabei der Wind von besonderem Interesse. Ungenutzt will man die Lüftchen zukünftig gerade in Ballungsräumen nicht mehr vorbeiziehen lassen. Jan Carmliet, Bauphysiker an der ETH Zürich ist besonders das Klima in Städten ein Anliegen: «Wind spielt in Städten eine grosse Rolle. Er beeinflusst die Umgebung von Gebäuden, das Mikroklima dort. Und wegen des Klimawandels leiden Städte unter immer höheren Temperaturen. Wir können den Wind nutzen. Passiv, das heisst wir verwenden keine andere Energie. Der Wind ist umsonst. Er kostet uns nichts. Und wir können ihn nutzen, um Gebäude zu belüften und sie herunterzukühlen», erklärt der Wissenschaftler.

Wie der Hausbau der Zukunft aussieht und welche Innovationen bereits jetzt genutzt werden, zeigt heute die Sendung «hitec».



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n-tv
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18.9.2010: Die Heizung, die Wasser in Eis umwandelt und so Wärme gewinnt: die Eis-Wärmepumpe

aus: n-tv online: Abkühlen und erwärmen: Einfamilienhaus mit Eis heizen, 18.9.2010,
http://www.n-tv.de/ratgeber/Einfamilienhaus-mit-Eis-heizen-article1515466.html

<von Alexander Klement

Wer an heizen denkt, denkt wahrscheinlich als allerletztes an Eis. Doch Wasser, das den Aggregatzustand in Eis wechselt, gibt viel Energie ab, die man mit Hilfe einer Wärmepumpe zum heizen nutzen kann.

Mit Hilfe einer Wärmepumpe kann dem Wasser Energie entzogen werden.

Heizen mit Eis – das hört sich erst einmal verrückt an. Doch so verrückt ist das gar nicht, denn im Eis steckt viel Energie. Um null Grad Celsius kaltes Eis zu Wasser zu schmelzen, wird etwa dieselbe Energie benötigt, wie wenn man Wasser von null auf 80 Grad Celsius erwärmt.

Die Menschen überlegen schon seit langem, ob sich die Wärme des Sommers nicht für die nächste Heizperiode oder die Kälte des Winters für den nächsten Sommer speichern lässt. Im Mittelalter bauten die Menschen Eisgruben und Eishäuser, um verderbliche Waren im Sommer zu kühlen. Später holten die Brauereien große Eisplatten aus den Teichen und setzten es zur Kühlung des Biers in riesigen Eiskellern ein.

Großer Eis- und Wasserspeicher

Dieser Gedanke wird mit modernster Technik kombiniert. Die Eisheizung kann im Sommer die Gebäude kühlen und im Winter heizen. Voraussetzung ist ein entsprechend großer, künstlich angelegter unterirdischer Speicher. Am Ende des Sommers befindet sich in dem Speicher Wasser, das viel Energie enthält. Mit Hilfe einer Wärmepumpe wird die Energie im Wasser umgewandelt und zur Warmwasseraufbereitung und zum Heizen verwendet. Dem Wasser wird im Speicher dabei so viel Energie entzogen, bis letztlich das darin enthaltene Wasser zu Eis gefriert.

Dieser Vorgang wird allerdings immer wieder durch unser Klima unterbrochen. Dem Wasser im Speicher wird Wärme durch die Erdwärme, der Luft und der Sonne zugeführt. Um das gesamte Heizsystem noch weiter zu unterstützen, kommen zusätzliche in der Regel Solar- oder Luftkollektoren zum Einsatz.

Systeme auch für Einfamilienhäuser

Nach Angaben der Firma isocal HeizKühlsysteme, die eine Eisheizung anbietet, bräuchte man einen Liter Heizöl, um 125 Liter Eis in Wasser umzuwandeln. Für Hotels wurden beispielsweise Speicher mit 800 Kubikmetern Eisinhalt gebaut. Dies entspricht der Speicherung von rund 6350 Litern Heizöl.

Mittlerweile wurden auch Systeme für Einfamilienhäuser entwickelt, die in diesem Jahr an den Start gegangen sind. Um Platz zu sparen, kann beispielsweise der Speicherbehälter unter einer Fertiggarage platziert werden.

Erdbohrung entfällt

Der Vorteil gegenüber einer Wärmepumpe, die die Erdwärme nutzt, liegt auf der Hand. Genehmigungsverfahren für eine Erdbohrung entfallen. Von dem Wasserspeicher geht keine Gefahr für das Grundwasser aus.

Für Einfamilienhäuser bietet isocal das SolarEis-System SE 12 an. Dieses eignet sich laut Hersteller für eine maximale Heizlast von 7,5 Kilowatt. Es besteht aus einem 12 Kubikmeter großen Speicher, 6 Kollektoren á 2 Quadratmeter sowie eine Steuereinheit. Die Kosten betragen annähernd 12.000 Euro inklusive Lieferung.>


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Wel
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China 13.10.2010: Rundhäuser des Volks der Hakka gegen Geister - mit bis zu 2 m dicken Aussenmauern

Hakka-Rundhäuser in China (01)
                            [1]
Hakka-Rundhäuser in China (01) [1]
Hakka-Rundhäuser in China (02)
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Hakka-Rundhäuser in China (02) [1]
Hakka-Rundhäuser in China (03)
                            [1]
Hakka-Rundhäuser in China (03) [1]
Hakka-Rundhäuser in China (04),
                            Innenhof mit Kochstellen und Hühnern [1]
Hakka-Rundhäuser in China (04), Innenhof mit Kochstellen und Hühnern [1]
Hakka-Rundhäuser (05), offene
                            Küche im Innenhof [1]
Hakka-Rundhäuser (05), offene Küche im Innenhof [1]
Hakka-Frau mit rundem Hut [1]
Hakka-Frau mit rundem Hut [1]

aus: Stern online: China: Warum das Volk der Hakka das Runde so sehr liebt; 13.10.2010;
http://www.welt.de/reise/Fern/article10223391/Warum-das-Volk-der-Hakka-das-Runde-so-sehr-liebt.html

<Bis heute lebt das Hakka-Volk in Südostchina in riesigen, traditionellen Rundhäusern. Das hat einen ganz bestimmten Grund.

Von Joachim Rau

Die Busfahrt von Xiamen, der alten Hafenstadt im Südosten Chinas, dauert mehr als vier Stunden. Ich bin der einzige Ausländer an Bord, was mich wundert, denn das Ziel meiner Reise, die legendären Rundhäuser des Hakka-Volkes in Yongding, wurde 2008 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

An einer Straßenkreuzung mitten in einer hügeligen Landschaft sollen meine Gefährtin Yun und ich aussteigen. Es gibt keine direkte Busverbindung nach Yongding, und so müssen wir uns ab hier selbst durchschlagen. Die Lösung steht direkt am Wegesrand: ein Motorrad und Herr Li, der sofort auf den laowai, den Ausländer, losstürmt und seine Dienste feilbietet.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als ihn zu engagieren, denn sonst kommen wir hier nicht vom Fleck. „Eine Unterkunft in einem der Erdhäuser kann ich auch besorgen“, verspricht unser Chauffeur. Das hört sich alles bestens an, und so fahren wir zu dritt auf seinem Chunlan-Motorrad chinesischer Fabrikation zu unserem Quartier. Als wir Yongding erreichen, wird schnell klar, dass Herr Li offensichtlich bei Unterkünften Wert auf das Wesentliche legt, denn sie ist mehr als einfach und bietet nur ein Bett und eine nackte Glühbirne. Dazu gibt es Mücken in Geschwaderstärke und eine Matratze, die optisch aus der Zeit vor der kommunistischen Machtübernahme stammt. „20 Yuan pro Nacht“, lächelt Herr Li, zwei Euro. Bessere Schlafmöglichkeiten, meint er, gäbe es zwar, aber nicht in einem traditionellen Rundhaus, und der Preis sei unschlagbar. Das klingt auch für uns überzeugend.

Für die Fahrt zu den riesigen tulou, chinesisch für Erdhaus, sitzen wir wieder auf dem fabrikneuen Chunlan-Motorrad. Die schmale Straße windet sich durch die Bergregion, und als wir einen Höhenzug erreichen, erblicken wir unter uns mehrere der hellbraunen Erdbauten, von denen jeder die Größe eines Fußballfeldes hat. Sie erinnern an das Kolosseum in Rom und dienten den verstreut lebenden Hakka-Familien seit dem 8. Jahrhundert n.Chr. hauptsächlich zur Verteidigung vor herumstreunenden Plünderern. 46 von ihnen wurden als schützenswertes Weltkulturerbe in die Unesco-Liste eingetragen.

Als das Volk der Hakka damals von Sibirien nach Südchina einwanderte, brachte es eine eigene Sprache und Kultur mit. Es ist eng mit den am Baikalsee lebenden Völkern verwandt. Durch die Ansiedelung in abgeschiedenen Bergregionen konnte sich die Hakka-Kultur bis heute weitgehend erhalten.

Familienclans schützen die uralten Bräuche

Berühmt sind vor allem die tellerrunden Hüte der Hakka-Frauen, und die Gesänge der Männer. In ihren melancholischen Volksliedern singen sie vom Land, der Arbeit, dem Leben – und der Liebe. Familienclans spielen immer noch eine entscheidende Rolle zum Erhalt der Dorfgemeinschaft – und schützen die uralten Bräuche.

Der wohl augenscheinlichste Unterschied zum Rest Chinas sind die Rundbauten: Fast alle Häuser haben nur einen Eingang. Bei einem Durchmesser von bis zu 80 Metern ist es weit von einer der entfernteren Unterkünfte zum Ausgang. Die meisten der Höfe sind kreisrund, manche auch viereckig, drei oder vier Stockwerke hoch und für 100 Bewohner angelegt.

In einem großen tulou können sogar bis zu 600 Hakka leben. „Die Gebäude sind rund, weil wir glauben, dass böse Geister lieber in der Ecke bleiben und sie in einer runden Konstruktion keinen Platz finden. Das verschont uns in den Rundbauten vor Unglücken“, sagt Herr Li. Die Hauswände sind aus einem Gemisch von Erde, Sandstein, Kalk und Stroh, verstärkt mit Verstrebungen aus Bambus. Das macht zunächst keinen soliden Eindruck, aber die Außenmauern sind bis zu zwei Meter dick und widerstanden damit viele Jahrhunderte Angriffen von Räuberbanden.

Die sind zwar längst Geschichte, trotzdem sind noch heute fast alle Erdfestungen von Hakka-Familien bewohnt, wenn auch meist von älteren Einheimischen. Die Jüngeren ziehen entweder in moderne Häuser im Dorf oder gleich in die nächste Stadt. So auch in unserem Haus, in dem außer uns Gästen nur noch drei alte Damen, 17 Hühner und sechs Enten logieren. Eine der Frauen erzählt uns, sie wohne schon mehr als 70 Jahre hier: „Als ich in das westliche Haus meiner Tochter zog, hatte ich jeden Abend Kopfschmerzen. Als ich zurückzog, konnte ich wieder gut schlafen.“

Mit Stolz haben sich die Hakka ihre Lebensart und die Tulou bewahrt. Wie gelandete Ufos zeugen über 20.000 überwiegend gut erhaltene Rundbauten von der Ankunft der Hakka vor über 1200 Jahren. In den 60er-Jahren sollen amerikanische Agenten, so erzählt man sich, in den Rundhäusern eine „ Raketenbasis“ vermutet haben. Mit etwas Glück lässt sich sogar noch ein tulou entdecken, der bislang vergessen irgendwo in der Bergwelt Südostchinas steht: als Denkmal einer lebendigen Kultur.>

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n-tv
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1.11.2010: Holz-Kaminofen einbauen als Alternative zur Öl- und Gasheizung

Nachträglich einen Kaminofen einbauen, das sollte man am besten mit dem Schornsteinfeger absprechen, und da sind einige Bedingungen zu beachten:

aus: n-tv online: Ratgeber: Geht fast immer: Kamin nachträglich einbauen; 1.11.2010;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Kamin-nachtraeglich-einbauen-article1830321.html

<Kaminöfen werden immer beliebter und das liegt nicht nur daran, dass sie so schön gemütlich sind. Mehr und mehr Hausbesitzer nutzen den Kamin als ernsthafte Alternative zum Heizen mit Öl oder Gas. Auch Häuser ohne Schornstein lassen sich nachrüsten.

Er verbreitet wohlige Wärme und ist dabei auch noch günstiger als  Gas oder Öl: Der Kamin.  Kein Wunder, dass er unter Hausbesitzern immer beliebter wird:  "Mehr als 90 Prozent aller Öfen werden gekauft, um Heizkosten zu sparen", sagt Michael Pommer von der DIY-Academy. Grundsätzlich lässt sich dem Experten zufolge in jedes Haus nachträglich ein Kaminofen einbauen. Allerdings sind dabei je nach Haustyp Besonderheiten zu beachten.

So sind in Neubauten, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet wurden, spezielle Öfen erforderlich. Sie müssen über einen externen Luftanschluss verfügen, da Energiesparhäuser quasi luftdicht sind. Irgendwo muss der zur Verbrennung nötige Sauerstoff ja herkommen. Gleiches gilt für Altbauten, die energetisch nach der EnEV saniert worden sind.

Nichts geht ohne Schornsteinfeger

Auch wenn im Haus kein Schornstein vorhanden ist, an den ein Kaminofen angeschlossen werden kann, ist das kein Hinderungsgrund. Dann wird einfach ein doppelwandiges Edelstahlrohr außen an der Hauswand montiert, per Kernbohrung an der Austrittsstelle ein Loch in die Hauswand gebohrt und das Abgasrohr an den externen Schornstein angeschlossen. Bevor die Wand aufgestemmt wird, sollte man aber mit dem Schornsteinfeger sprechen, empfiehlt Pommer. Denn der muss die Installation abnehmen und wird daher am besten von Anfang an in die Planungen einbezogen. Dabei geht es vor allem um den Brandschutz. So müssen beim Aufstellen eines Ofens bestimmte Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien eingehalten werden. Ist im Zimmer Parkett verlegt, muss der Ofen etwa auf einer Schutzplatte aus Metall oder Glas stehen.

Wichtig sind auch die Druckbedingungen am Aufstellungsort. So müssen die Rauchgase ungehindert durch den Schornstein entweichen. Daher dürfen in dem Wohnbereich nicht zeitgleich Ventilatoren - etwa in Dunstabzugshauben - betrieben werden. Der Schornsteinfeger berät Hausbesitzer auch im Hinblick auf die Heizleistung. Der Ofen muss richtig dimensioniert sein. Maßgeblich für den Heizwert ist nicht nur die Kubikmeterzahl der aufzuheizenden Räume sondern auch der persönliche Wärmebedarf. Will man mit dem Ofen die Heizung ersetzen, muss dieser "dauerbrandgeeignet" sein.

Für welchen Ofen sich Hausbesitzer auch entscheiden – auf jeden Fall muss er die gültigen Immissionsvorschriften erfüllen. Denn mit Inkrafttreten der überarbeiteten 1. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchV) im März 2010 dürfen neu installierte Kaminöfen nur noch bestimmte Mengen Feinstaub ausstoßen. Hausbesitzer sollten darauf achten, dass der Ofen typgeprüft ist und der Hersteller die Einhaltung der DIN- und EN-Normen garantiert.

ino/dpa>

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Spiegel
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11.12.2010: <Illegale Anbauten: Behörden finden Bausünder mit Google Earth>

aus: Spiegel online; 11.12.2010; http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,733708,00.html

Ein Pool im Garten, ein Anbau, die Zweit-Garage: Nicht jeder Hausbesitzer holt dafür eine Baugenehmigung ein. Oft bleibt das ohne Folgen, wenn etwa eine hohe Hecke den Blick aufs Grundstück versperrt. Doch damit ist jetzt Schluss, denn die Baubehörden habe Google Earth entdeckt.

Berlin - Bausünder könnte Googles digitaler Satellitenkarten-Weltatlas Earth teuer zu stehen kommen. Denn wer bisher ungenehmigte An- und Umbauten am Eigenheim und drumherum hinter hohen Hecken oder einem Konstrukt aus Hausfassade und Garage vor fremden Blicken zu verbergen suchte, könnte jetzt enttarnt werden. Mit Hilfe der Satellitenbilder, die Google kostenlos verfügbar macht, entdecken Baubehörden immer öfter illegale Bauten auf bislang uneinsehbaren Grundstücken. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein hin.

Schwarzbauten sind und bleiben illegal und werden auch durch sogenannten Zeitablauf nicht in ihrem Bestand geschützt. Selbst wenn sich viele Jahre lang niemand am formell illegalen Schwimmbad oder am nicht genehmigten Anbau gestört hat, kann die Bauaufsicht jederzeit auf das Baurecht pochen und die Herstellung baurechtsgemäßer Zustände verlangen. Sie kann den Besitzer auffordern, den Bau nachträglich genehmigen zu lassen, den Rückbau - Beamtendeutsch für "Abriss" - fordern oder ein Nutzungsverbot für den Schwarzbau aussprechen.

Dass sich per Google Earth bequem vom Schreibtisch aus Bausünder enttarnen lassen, die ohne Baugenehmigung bauen, um Kosten zu sparen und bürokratische Hürden zu umgehen, haben andere Länder längst erfolgreich vorgemacht. Die griechischen Behörden etwa haben im Kampf gegen die Staatsverschuldung bereits im Sommer damit begonnen, unerlaubte Bauten per Google Maps und Google Earth aufzuspüren. Laut Ioannis Kapeleris, dem Chef der neuen griechischen Steuerfahndungsbehörde, wurden damit allein in den Vorstädten von Athen 16.650 illegal errichtete Swimmingpools gefunden. Welche Einnahmen die damit verbundenen Strafgelder gebracht haben, kann man nur schätzen.

Da ist die Stadtverwaltung von Riverhead im amerikanischen Long Island auskunftsfreudiger. Sie hat mit Hilfe der Google-Technik Anfang August auf die Schnelle 250 nicht genehmigte Pools in ihrem Stadtgebiet entdeckt - und das Stadtsäckel damit um 75.000 Dollar anschwellen lassen.

Die Juristen von der ARGE Baurecht raten Hausbesitzern deshalb, sie sollten sich alle Um- und Anbauten vor Baubeginn genehmigen lassen. Das Bauen ohne Baugenehmigung stellt auch in Deutschland in allen Bundesländern eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden kann.

mak/dapd>


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n-tv
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Lutselus (Belgien) 26.12.2010: Viel Schnee lässt Kirchendach einstürzen

Wenn viel Schnee fällt, dann räumen Sie bitte das Hausdach, bevor Ihnen das passiert, was hier mit einer Kirche passiert ist. Der Schnee muss runter, bevor das Dach runterkommt! Das heisst: Der Klimawandel bringt wegen höherer Temperaturen nicht nur mehr Feuchtigkeit, feuchtere Wolken und mehr Regen und Überschwemmungen, sondern auch mehr Schnee, und die Hausdächer müssen also stabiler gebaut sein, oder regelmässig der Schnee auf den Dächern weggeräumt werden, vor allem, wenn es sich um flache Dächer wie bei dieser Kirche handelt. Und wenn Sie es nicht selber können, dann lassen Sie die Feuerwehr das Dach "räumen" und scheuen Sie die Kosten nicht, denn sonst ist das ganze Haus vielleicht nur noch Futsch. Nun, jetzt kann man ja ein Gemeindezentrum für alle Religionen oder für die Menschenrechte bauen. Dann ist der privilegierte Jesus endlich neutralisiert. Aber lesen Sie selbst:



Die Kirche von Lutselus
                            vorher
Die Kirche von Lutselus vorher
Die Kirche von Lutselus nach dem
                              Einsturz durch viel Schnee auf dem Dach
Die Kirche von Lutselus nach dem Einsturz durch viel Schnee auf dem Dach


aus: n-tv online: Nach der Mitternachtsmesse: Kirche in Belgien stürzt ein; 26.12.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Kirche-in-Belgien-stuerzt-ein-article2234496.html

<In Lutselus in Belgien stürzt kurz nach dem Weihnachtsgottesdienst das Dach einer katholischen Kirche ein - vermutlich wegen der Last des Schnees. An der Mitternachtsmesse hatten zuvor etwa 200 Menschen teilgenommen. "Wenn das während der Messe passiert wäre, hätte niemand überlebt", schätzt der Pfarrer ein.

Unter tonnenschwerer Schneelast ist kurz nach der weihnachtlichen Mitternachtsmesse im belgischen Ort Lutselus die Kirche eingestürzt. Als das Dach der 72 Jahre alten Backsteinkirche in der Heiligen Nacht gegen 4 Uhr nachgab, befand sich niemand mehr in dem Gotteshaus, teilte die Polizei mit. An der Mitternachtsmesse in Lutselus bei Diepenbeek rund 90 Kilometer östlich von Brüssel unweit der Grenze zu den Niederlanden hatten zuvor etwa 200 Menschen teilgenommen.

"Wir hatten sehr viel Glück. Wenn das während der Messe passiert wäre, hätte niemand überlebt", sagte Pfarrer Alain Vanherle, der den Gottesdienst in der katholischen Kirche Regina Pacis geleitet hatte. Von dem Gebäude der 72 Jahre alten Backstein-Kirche blieben lediglich Teile einer Außenmauser stehen. "Wir hatten niemals irgendwelche Probleme mit der Stabilität der Kirche", sagte Vanherle.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Etienne Steegmans, ordnete auf Anraten eines Bausachverständigen an, dass auch die wenigen noch stehenden Mauerreste dem Erdboden gleich gemacht werden. "Wir haben Glück im Unglück gehabt", sagte Organist Marcel Luts, der von der Straße aus auf die Reste der an einer Wand stehenden Orgel sehen konnte: "Man mag sich gar nicht vorstellen, was alles hätte passieren können." Die Polizei bewachte das Gebäude, weil sich noch einige Wertsachen unter dem Schutt befanden und mögliche Plünderer abgehalten werden sollten.

dpa>

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Welt
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1.1.2011: Der Kauf einer Kücheneinrichtung - und die Vermeidung der Fehler

aus: Welt online: Wohnungseinrichtung: Was Sie bei der Küchenplanung nicht vergessen dürfen; 1.1.2011;
http://www.welt.de/lifestyle/article9154201/Was-Sie-bei-der-Kuechenplanung-nicht-vergessen-duerfen.html

<Autor: Stephanie Hoenig

Küchen werden nur zweimal im Leben gekauft, heißt es. Bei so einer teuren Anschaffung sollten Sie diese Fehler deshalb besser vermeiden.

Bei dem Kauf einer Küche sollte man vor allem die eigene Körpergröße beachten.

[Verschiedene Höhen - Vermeiden langer Wege - Berücksichtung von Rechtshänder und Linkshänder bei den Spühlbecken]

Planungsfehler erschweren den Alltag in der Küche für viele Jahre: Falsche Höhen der Arbeitsflächen haben nicht selten Rückenschmerzen zur Folge, unnötig lange Wege zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen ziehen das Kochen in die Länge. Bei der Planung sollten deshalb die eigene Lebenssituation ebenso wie persönliche Gewohnheiten bedacht werden, rät Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) in Mannheim. Eine Großfamilie beispielsweise brauche eine andere Küche als ein Single, der gern Essen geht und zu Hause nur frühstückt.“

Für einen reibungslosen Arbeitsablauf sorgt eine Planung nach den einzelnen Funktionszonen. „Die Zonen Bevorraten, Aufbewahren, Spülen, Vorbereiten und Zubereiten werden idealerweise für Rechtshänder von links nach rechts angeordnet“, erklärt Hüther. So sollte das Spülzentrum bei Rechtshändern möglichst links vom Kochzentrum liegen. Dazwischen gilt es, ausreichend Arbeits- und Abstellfläche von möglichst 90 Zentimetern Breite einzuplanen.“

„Um Rückenschmerzen vorzubeugen, sollte die Arbeitsplatte der neuen Küche auch die richtige Höhe haben“, betont Hüther. Dies zeige eine wissenschaftliche Ergonomiestudie der Technischen Hochschule Darmstadt im Auftrag der AMK. Denn – so eines der Forschungsergebnisse - bereits eine länger andauernde Rückenbeugung von mehr als 20 Grad aus der Senkrechten nach vorn führe zu einseitiger Bandscheibenbelastung und damit auf Dauer zu Rückenbeschwerden.“

„Die richtige Höhe für eine durchgehende Arbeitsplatte kann ein Küchenkäufer bestimmen, wenn er bei angelegtem Oberarm den Unterarm waagerecht nach vorn winkelt“, erläutert Möbelexpertin und Fachbuchautorin Doris Haselmannn, die für die Stiftung Warentest ein Buch über Möbelkauf geschrieben hat. Vom Unterarm bis zur Arbeitsplatte sollten dann noch 15 Zentimeter Platz sein. So könne man beim Arbeiten bequem stehen. Die Höhe der Arbeitsplatte lasse sich üblicherweise mit unterschiedlichen Sockelfußhöhen anpassen.“

[Kochherd soll tiefer liegen - häufig genutzte Elektrogeräte sollen höher eingebaut sein]

Eine durchgehende Arbeitsplatte ist für die richtige Körperhaltung in der Küche nicht ideal. „Es ist besser ist, wenn das Kochzentrum wegen der Arbeit mit Töpfen und Pfannen tiefer liegt“, sagt Georg Stingel von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) im niedersächsischen Selsingen. Günstig für den Rücken sei es auch, häufig genutzte Geräte wie Kühlschrank, Backofen oder Geschirrspüler erhöht einzubauen.“

[Töpfe und Geschirr sollten nicht zu hoch aufbewahrt sein - Ziehregale - Oberschränke, die man herunterfahren kann]

Wichtig ist auch die Stauraumplanung. „Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt in der Küche Platz für rund 250 Kilogramm Geräte, Geschirr und Kochutensilien“, sagt Haselmann. „Schon beim Küchenkauf sollte man sich darüber klar sein, welche Gegenstände in den neuen Küchenmöbeln untergebracht werden. Am besten sollte schon vorher eine Liste der Dinge zusammengestellt werden, die in der Küche Platz finden müssen.“ Dabei gilt es, neben dem aktuellen Bedarf an Stauraum den künftigen gleich mit einzukalkulieren.“

„Um den Rücken zu entlasten, sollten schwere Gegenstände übersichtlich und bequem in großen Vollauszügen und nicht zu hoch in Oberschränken untergebracht werden“, rät Stingel. Oberschränke, die bei Bedarf heruntergefahren werden, gibt es meist nur in sogenannten barrierefreien Küchen. Zur Entlastung des Rückens darf auch eine Sitzgelegenheit in keiner Küche fehlen.

dpa>

Käse-Utensilien: <Ein Milchprodukt stilvoll geniessen

Guter Käse schmeckt noch besser, wenn man ihn stilvoll serviert. Zum Beispiel auf diesem Käsebrett aus naturbelassenem Buchenholz mit Glaseinsatz für sehr weiche und fette Käsesorten. Von Scanwood, um 50 Euro.

Die Käseglocke mit einer Platte aus Walnussholz und mundgeblasenem Glasdeckel hält Käse frisch und hungrige Insekten fern. Von Sagaform, um 30 Euro.

Dieser Hartkäsehobel aus Buchenholz raspelt hauchdünne Parmesanscheiben. Um 40 Euro, über www.torquato.de.

Der elegante Käsehobel von Sagaform bringt Hartkäse in mundgerechte Form. Um 8 Euro.

Mit dem Käsemesser mit Griffen aus geölter Eiche rücken Sie robustem Käse zu Laibe. Von Sagaform, um 8 Euro.

Ein Katz- und Maus-Spiel um den Käse lässt sich mit der Käseplatte "Cat & Mouse" betreiben. Von Artedona, um 135 Euro.

Komplettiert wird "Cat & Mouse" durch ein Käsemesser, dessen Griffende eine versilberte Maus ziert. Von Artedona, um 90 Euro.

Köstlich zu Käse: Fruchtpürees (Feige, Quitte, Pflaume und Limone-Chili), jeweils um 8 Euro. Über www.torquato.de

Wie ein Stück gelöcherter Schweizer Käse sehen Käseplatte und dazu passendes Käsemesser "Swiss" aus poliertem Aluminium aus. Von Artedona, um 94 Euro.

Der Pecorino: Der italienische Käse ist scharf und kann daher gut Soßen würzen, er füllt Tomaten und Pilze und lässt sich auch gut über Pasta reiben.

Der Emmentaler: Gerieben und im Ofen überbacken gibt der Emmentaler besonders Aufläufen eine feine und würzige Note.

Der Manchego: Der Spanier mit der schwarzen Rinde passt gut zu Olivenöl, Feigen und Erdbeerkompott oder -marmelade.

Ziegenkäse: Junger Ziegenfrischkäse ist mild und cremig. Mit Alter und Reifung wird er immer kräftiger.>

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20
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Flugzeugarchitektur 7.3.2011: Wenn die Wand zwischen WC und Frachtraum nicht sicher ist, dann ist grosser Diebstahl während des Fluges möglich

aus: 20 minuten online: Im Flugzeug: Diebstahl in 10.000 Metern Höhe; 7.3.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/19081656

<Ein dreister Diebstahl hat sich in einem Flugzeug ereignet. Der Dieb gelangte vom Klo in den Frachtraum, wo er rund 225 000 Franken entwendete. Vom Mann und der Beute fehlt jede Spur.

Das Passagierflugzeug mit dem dreisten Dieb an Bord war beladen mit umgerechnet rund eineinhalb Millionen Franken, welche die Sicherheitsfirma «Brink's» überführen wollte. Der Flieger der Air Antilles war in der Karibik unterwegs. Passagiere und Geld sollten vom französischen Überseedepartement Guadeloupe zur französisch/holländischen Insel Saint Martin gebracht werden.

Verschwunden: Ein Passagier und viel Geld

Dem Dieb gelang es laut dem «Telegraph», von der Toilette durch die Wand in den Frachtraum zu gelangen. Damit sein langer Klo-Aufenthalt - er verbrachte den grössten Teil der 40 minütigen Flugezeit darin eingeschlossen - keinen Verdacht erregte, gab er vor, dass ihm nicht wohl sei. Gestützt wurde diese These von einer Dame, die den armen «Kranken» begleitete.

Kurz vor der Landung bat das Gaunerpaar die Flugbegleiter, dafür zu sorgen, dass der Mann von einem Krankenwagen abgeholt werde. So konnte er die Zollabfertigung geschickt umgehen. Ein wenig später konnten die Ärzte den auf wundersame Weise vollständig genesenen Mann entlassen.

Was sie nicht wussten: Das Putzpersonal hatte währendessen in der Klokabine des Fliegers einzelne Geldbündel gefunden. Schnell stand fest: Der Mann hatte aus dem Frachtraum rund 225 000 Franken entwendet.

Seine Begleiterin konnte - oder wollte - keine Angaben dazu machen. Die Behörden haben bisher herausgefunden, dass es sich beim Ganoven um einen auf Guadeloupe wohnhaften Franzosen handelt. Von ihm wie auch von seiner Beute fehlt jedoch jede Spur.

(lue)>


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Spiegel
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Deutschland 23.3.2011: Bei 10% der Häuser lohnt sich keine Sanierung mehr, sagt die Baulobby

aus: Spiegel online: Radikal-Forderung der Baulobby: Jedes zehnte Haus soll abgerissen werden; 23.3.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,752747,00.html

<Lohnt es sich, einen Altbau zu sanieren? Für die Baulobby ist die Antwort in vielen Fällen klar: Sie fordert in einer Studie den Totalabriss von zehn Prozent der deutschen Wohnhäuser.

Berlin - Deutschland ist nicht mehr zu sanieren - das gilt zumindest für einen großen Teil des Immobilienbestands, behauptet die Baulobby. Mehr als jedes zehnte Wohnhaus in der Bundesrepublik sei wirtschaftlich nicht mehr zu modernisieren, Abriss und anschließender Neubau seien häufig günstiger. Das geht aus einer aktuellen Studie der Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau" hervor. In der Kampagne arbeiten die Verbände der Bau- und Immobilienbranche sowie die Gewerkschaft IG Bau und der Deutsche Mieterbund zusammen.

Laut Studie kostet der Neubau einer Wohnung im Durchschnitt 1075 bis 1350 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das seien rund 270 Euro pro Quadratmeter weniger als eine vergleichbare Vollmodernisierung.

Die Studie wurde von der Kieler "Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen" durchgeführt. Untersucht wurde die Bausubstanz von mehr als 36 Millionen Wohnungen. Dabei kam unter anderem heraus, dass jede sechste Wohnung, die bis Ende der 1970er Jahre gebaut wurde, weitgehend energetisch saniert ist.

"Allen Unkenrufen zum Trotz wurden in den letzten zehn Jahren in den meisten Beständen bereits wichtige Teilsanierungen vorgenommen", sagte der Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Walter Rasch. Um den Markt dennoch zu beleben, verlangte er - wenig verwunderlich - eine Erhöhung der Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die energetische Gebäudesanierung.

Auch sonst wird die Kampagne ihrem Ruf als Lobbyorganisation gerecht: Aufgrund des demografischen Wandels sehe man Bedarf für zusätzlich 100.000 altersgerechte Wohnungen in Deutschland.

wal/dapd>



Zum selben Thema äusserte sich auch die "Welt":

Welt
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23.3.2011: <Wohnimmobilien: Die Abrissbirne ist oft besser als die Sanierung>

aus: Welt online; 23.3.2011;
http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article12936118/Die-Abrissbirne-ist-oft-besser-als-die-Sanierung.html

<Autor: Norbert Schwaldt

Bei mehr als zehn Prozent aller Wohnhäuser lohnt sich die Modernisierung nicht mehr. Experten raten deswegen zum Neubau.

Mehr als jedes zehnte Wohnhaus in Deutschland ist nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren. Ein Abriss und ein anschließender Neubau sind günstiger als ein Umbau und eine Vollmodernisierung. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Studie der Kieler "Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen“ im Auftrag mehrerer Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft, die in Berlin vorgestellt wurde.

Untersucht wurden 36,2 Millionen Wohnungen in Ein-, Zwei- und kleinen Mehrfamilienhäusern. Dabei stellte sich heraus, dass die energetische Sanierung des Altbaubestandes besser ist als bislang angenommen. Jede sechste Wohnung, die bis Ende der 70er-Jahre gebaut wurde, ist weitgehend energetisch saniert. Nur vier Prozent der alten Wohngebäude in Deutschland sind nicht modernisiert.

Insgesamt ist die Modernisierung von kleinen Wohnhäusern aber deutlich teurer als ein Ersatzneubau. Eine Teilmodernisierung alter Ein- und Zwei- sowie Mehrfamilienhäuser würde laut Studie 598 bis 688 Euro je Quadratmeter kosten. Ein Abriss und ein Umzug in eine Mietwohnung würden mit 110 bis 266 Euro je Quadratmeter zu Buche schlagen.

Würden Altbauten vollständig energetisch modernisiert und auch noch barrierefrei für ältere Menschen umgebaut, würde ein Aufwand von 1334 bis 1611 Euro je Quadratmeter anfallen. Ein vergleichbarer Neubau – gegebenenfalls an einem anderen Ort – würde aber nur 1075 bis 1350 Euro je Quadratmeter kosten. Bei einer energetischen und altersgerechten Vollmodernisierung und Vergrößerung von Altbauwohnungen werden 1807 bis 2190 Euro veranschlagt. Abriss, Umzug und ein vergleichbarer Neubau erfordern dagegen nur einen Aufwand von 1185 bis 1616 Euro.

Bei 1,76 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland wären nach den Ergebnissen der Kieler Studie ein Abriss und ein anschließender Neubau sinnvoll. Das sind 11,8 Prozent des Gesamtbestandes bei diesem Bautyp. Bei kleineren Mehrfamilienhäusern liegt das Potenzial für einen sinnvollen Bestandersatz bei 285000 Gebäuden 51,85 Millionen Wohnungen. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes fordert deshalb, den Ersatz alter Wohnbauten in die staatliche Förderung aufzunehmen.

Neben der energetischen Gebäudesanierung stehen Seniorenwohnungen im Fokus der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“ der beteiligten Verbände. Bis zum Jahr 2025 brauche Deutschland knapp zwei Millionen altersgerechte Wohnungen, heißt es beim Deutschen Mieterbund, der vor einer „Grauen Wohnungsnot“ warnt: „Wir brauchen barrierearme Wohnungen, die es Menschen bis ins hohe Alter ermöglichen, in den eigenen vier Wänden zu leben.“ Derzeit gibt es bundesweit nur 500.000 barrierefreie Wohnungen.

Die Wohnungsbaupolitik sei ein „Sozial-Barometer“, betonte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel, Stefan Thurn. „Wohnungsbau in Deutschland war immer ein soziales Gut. Wir brauchen – neben seniorengerechten Wohnungen – deutlich mehr kostengünstigen Wohnraum in guter Qualität. Und das insbesondere auch für Singles und junge Familien, damit sie da wohnen können, wo sie wohnen wollen und wegen der Arbeit wohnen müssen.“ In Deutschland müssten jährlich rund 250.000 Wohnungen gebaut werden, sagt Hans Georg Leuck.

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau kritisiert, dass der Neubau seit Jahren weit unter dem Bedarf liege. Es sei falsch, KfW-Förderprogramme nur auf das energetische oder altersgerechte Sanieren auszurichten. „Wer abreißt und neu baut, hat die Chance, eine verbesserte Wärmedämmung und Schallschutz sowie eine ideale Raumaufteilung zu bekommen.“

Derzeit erarbeitet die staatliche KfW-Bank ein Programm für eine "Abrissprämie“ für Häuser, bei denen sich eine energetische Sanierung nicht mehr rechnet. Wie die Förderung der energetischen Gebäudesanierung weitergeht, ist völlig offen, nachdem im Haushaltsentwurf für 2012 dafür sämtliche Mittel gestrichen wurden.>


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n-tv
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1.4.2011: Verschiedene Möglichkeiten für die Heizung

aus: n-tv online: Alt- und Neubauten: Welche Heizung sich wo eignet; 1.4.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Welche-Heizung-sich-wo-eignet-article2996786.html

<von Alexander Klement

Es gibt längst gute Alternativen zu Öl- und Gasheizungen. Wärmepumpen, Pellet- und Holzschnitzelheizungen und sogar Blockheizkraftwerke stehen zur Verfügung. Doch längst nicht jedes Heizsystem passt zu jedem Haus.

Vor 30 Jahren war die Heizungsfrage noch völlig klar. Wer damals ein Eigenheim baute oder kaufte, installierte eine Gas- oder Ölheizung – auch in Abhängigkeit davon, ob Gas überhaupt verfügbar war. Außerdem sorgten noch Kohleöfen und Nachtspeicherheizungen für Wärme. Energieeffizienz und Abgaswerte spielten eine vergleichsweise geringe Rolle.

Wer heute ein Haus baut, muss Energieeinsparverordnungen (EnEV) für Gebäude einhalten. Momentan gilt EnEV 2009 die zum Ziel hat, den Energiebedarf für Heizungs und warmes Wasser um ca. 30 Prozent im Vergleich zu vorher gültigen EnEV zu senken. Die EnEV 2012 wird kommen und fordert nochmals eine Einsparung um ca. 30 Prozent.

Entscheidungen mit langfristiger Wirkung

Bauherrn müssen sich also zwangsläufig auch mit der Energiegewinnung auseinandersetzen. Wer die alte Heizungsanlage austauscht, steht vor einem ähnlichen Problem. Hier müssen Entscheidungen getroffen werden, die Auswirkungen auf die nächsten 15 bis 20 Jahre haben. Die Auswahlmöglichkeiten haben deutlich zugenommen. Es gibt die Ölheizung als Niedertemperatur- oder Brennwertkessel, mit Gas kann ebenfalls ein Niedertemperatur- oder Brennwertsystem oder auch ein Blockheizkraftwerk betrieben werden, Wärmepumpen gibt es als Luft-, Solewasser- oder Erdwärmesysteme. Außerdem gibt es noch Pellet- und Hackschnitzelheizungen und an manchen Orten ist auch ökologische Fernwärme möglich. Darüber hinaus lassen sich viele Heizungen mit Solarwärmeanlagen kombinieren.

Grundsätzlich gilt: Nicht jede Heizung passt zu jedem Haus. Wärmepumpen eignen sich beispielsweise eher für Häuser, die mit Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen ausgestattet sind, da diese am effizientesten arbeiten, wenn die Vorlauftemperatur nicht so hoch ist. Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat das Umweltbundesamt vor kurzem die Studie "Umweltwirkung von Heizungssystemen in Deutschland" herausgebracht, die kostenfrei heruntergeladen werden kann. Auf über 90 Seiten vergleichen die Experten die Heizsysteme für verschiedene Häuser unterschiedlichen Alters.

Mustergebäude im Vergleich

Bahnbrechend neue Erkenntnisse bringt die Studie nicht hervor, doch sie liefert einen guten Überblick und Entscheidungshilfen. Ein Ziel der Studie war es, die Vergleichbarkeit bei der Bereitstellung von Heizwärme, Warmwasser und Belüftung der Gebäude für unterschiedliche Gebäudegrößen und Energiestandards herzustellen. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf dem unsanierten Altbau und dem Neubau nach EnEV 2009. Hier wurden jeweils zwölf unterschiedliche Systeme mit und ohne Solarthermie betrachtet und in punkto Jahresgesamtkosten und Emissionswerten verglichen.

Öl-Kessel – unabhängig, ob als Niedertemperatur- oder Brennwertkessel – weisen die höchsten Emissionen auf. Dahinter reihen sich Luft-Wasser-Wärmepumpen und Sole-Wasser-Wärmepumpen ein. Bei den Wärmepumpen stellten die Experten je nach Einsatzgebiet größere Schwankungen fest. Weniger Treibhausgase verursachen Scheitholz- und Pelletkessel, die etwa gleichauf mit regenerativer Fernwärme liegen. Allerdings verursachen die Holzheizungen mehr andere Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid und Feinstaub. Die Gasheizungen sind in Abhängigkeit vom Energiestandard des Hauses bei älteren Gebäuden emissionsärmer und bei Neubauten emissionsreicher als Wärmepumpen.

Kostenbilanz

Dass die Jahresgesamtkosten für die Heizsysteme im unsanierten Bestand fast immer größer als bei Neubauten sind, war auch vor der Studie klar. Für Bauherrn interessant dürfte allerdings die Erkenntnis sein, dass die Kosten für das KfW-70-Effizienzhaus größer als für den EnEV-2009-Neubau sind. Dies hängt mit den zusätzlichen Kosten für die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und den höheren Stromkosten durch den Betrieb der Anlage zusammen, was bei dem Vergleich nicht in allen Fällen durch eingesparte Energiekosten ausgeglichen werden konnte.

Die beste Kostenbilanz im unsanierten Einfamilienhaus weist der Scheitholzkessel auf, der jedoch laut der Studie nur in wenigen Fällen aufgrund der notwendigen Infrastruktur und manuellen Beschickung in Frage kommt. Im Klartext: günstig, aber nicht gerade komfortabel. Dahinter folgen momentan noch die Brennwert- und Niedertemperaturkessel, die mit Öl betrieben werden, gefolgt vom Gas-Brennwertkessel. Auch bei Energiesparhäusern liegt der Gas-Brennwertkessel vor den Alternativen. Das ist momentan noch damit zu begründen, dass die Fixkosten der Alternativen zu Öl- und Gasheizungen vergleichsweise hoch sind (Ausnahmen bilden hier Scheitholzkessel und Fernwärme) und noch nicht durch die niedrigeren Verbrauchskosten ausgeglichen werden können. Bei Mehrfamilienhäusern zeigt sich ein ähnliches Bild.

Die besten Gas-Brennwertkessel

Die Stiftung Warentest hat zuletzt im Sommer des vergangenen Jahres Gas-Brennwertkessel mit Solarwärmeanlagen untersucht. Die Listenpreise inklusive Speicher und Regelung der acht getesteten Brennwertkessel reichten 4500 bis 5800 Euro. Auch bei den Testergebnissen lag das Feld dicht beieinander. Die Tester haben ausschließlich die Note "gut" vergeben. Günstig und mit dem zweitbesten Ergebnis (Note 1,8) hat die Remeha Calenta 15DS für 4500 Euro (De Dietrich Remeha GmbH) abgeschnitten.

Unterm Strich die richtige Entscheidung für eine Heizungsanlage zu treffen bleibt schwer. Wer glaubt, dass Öl- und Gaspreise in den nächsten Jahren stark steigen, wird sich trotz des momentan noch bestehenden Kostenvorteils nicht die herkömmlichen Heizsysteme einbauen lassen. Die Verbraucherzentrale Saarland warnt mit Hinblick auf einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie vor Wärmepumpen, da der Strombedarf dadurch gerade in den Wintermonaten deutlich steigen würde. Holzpellets sind bislang noch preisstabiler als Öl und Gas. Wie stark die Preise bei einem sprunghaften Anstieg der Anlagen steigen würden, vermag jedoch niemand so recht zu prognostizieren.>


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n-tv
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4.4.2011: Alte Heizpumpen austauschen und viel Geld sparen

aus: n-tv online: Heizungspumpe tauschen lohnt sich: Stromfresser im Keller; 4.4.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Stromfresser-im-Keller-article3014686.html

<Alte Heizungspumpen kosten eine ganze Stange Geld: Von der jährlichen Stromrechnung eines durchschnittlichen Haushalts macht die Pumpe rund 150 Euro jährlich aus. 25 Euro würden reichen, wenn man in eine moderne Hochleistungspumpe investierte.

Alte Heizungspumpen machen rund zehn Prozent der Stromrechnung aus.

Auf der Suche nach ineffizienten Elektrogeräten im Haushalt fällt der Verdacht meist zuerst auf alte Kühlschränke, Waschmaschinen oder Gefriergeräte. Der größte Stromfresser versteckt sich aber meistens im Keller: Die Heizungspumpe, die das erwärmte Wasser auf die Rundreise durch die Heizkörper schickt. Das Problem: Betagte, meist ungeregelte Standardpumpen drücken das Wasser stets mit voller Leistung durch die Leitungen. Oft sind es  80 bis 100 Watt, die rund 6000 Stunden im Jahr abgerufen werden. "Der Dauereinsatz der vielfach auch überdimensionierten Pumpenmonster erhöht die Stromrechnung im Ein- oder Zweifamilienhaus um bis zu 150 Euro jährlich", hat die Verbraucherzentrale NRW ausgerechnet. Folgende Tipps haben die Verbraucherschützer für Hausbesitzer:   

Sparen durch Austausch

Die Pumpentechnologie hat in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht. Wo früher eine Pumpe mit 100 Watt Leistung installiert war, genügt heute meist schon eine mit 20 Watt. Die Pumpenleistung sollte zudem knapp ausgelegt sein. Als Faustregel gilt: Für jeden Heizkörper sind etwa 0,5 bis 1 Watt Pumpenleistung erforderlich. Während ältere Pumpen ihre Leistung nicht an den tatsächlichen Bedarf anpassen können und deshalb bei geringem Wärmebedarf mit viel zu hoher Pumpenleistung arbeiten, ist für moderne, geregelte Pumpen die bedarfsgerechte Anpassung der Drehzahl ein Kinderspiel. Nach rund vier Jahren hat man in der Regel die Kosten für den Austausch wieder drin.

Optimale Auslegung

Als Herz der Wärmeverteilung braucht die Heizungspumpe gut eingestellte Mitspieler. So lässt sich verhindern, dass einzelne Räume zu viel Heizwasser, andere hingegen zu wenig abbekommen und deshalb trotz laufender Heizung nicht richtig oder zu langsam warm werden. Durch einen hydraulischen Abgleich, die Feinabstimmung zwischen Rohrnetz, Thermostatventilen, zentraler Regelung und Umwälzpumpe, kann der Heizungsinstallateur sicherstellen, dass genau die Menge aufgeheiztes Wasser durchs Rohrnetz fließt und in den Räumen ankommt, die dort auch gebraucht wird. Das spart mit jedem Pumpentyp – ob neu oder betagt – Energie und Geld. Bei der Installation von neuen Heizungsanlagen ist ein hydraulischer Abgleich ohnehin Pflicht.

Sparen beim Pumpen

Im Sommerhalbjahr sollte dafür gesorgt werden, dass die Regelung abschaltet, solange nicht geheizt wird. Bei neuen Heizanlagen ist das bereits vorgeschrieben und auch so eingestellt, doch bei älteren Heizungen ist das nicht immer der Fall. Sinnvoll ist es außerdem, in unbeheizten Räumen alle Rohrleitungen und Armaturen, die Heiz- oder Warmwasser führen, gut zu dämmen.

Heißer Tipp für warmes Wasser

In vielen Häusern sorgt eine zusätzliche Pumpe für warmes Brauchwasser in Küche und Bad. Auch diese Pumpe kann durch ein hocheffizientes Neugerät ersetzt werden, das deutlich weniger Strom verbraucht. Diese Zirkulationspumpe muss zudem nicht Tag und Nacht laufen, sondern kann über eine Zeitschaltuhr programmiert werden, damit sie nur dann zu Diensten ist, wenn wirklich warmes Wasser benötigt wird. Häufig kann in Ein- und Zweifamilienhäusern ohne großen Komfortverlust auch ganz auf die Zirkulationpumpe fürs warmes Wasser verzichtet werden. In größeren Gebäuden sind diese Sparmaßnahmen aus hygienischen Gründen nur eingeschränkt umsetzbar. Hier sollte eine hocheffiziente Pumpe zum Einsatz kommen und auf besonders gute Dämmung von Leitungen und Armaturen geachtet werden.

Sparsame Neugeräte erkennen

Auch bei Umwälzpumpen hilft ein Energielabel, sparsame Dauerläufer auszumachen. Obwohl europaweit noch nicht vorgeschrieben, haben sich viele Pumpenhersteller freiwillig verpflichtet, Umwälzpumpen in die Energiesparklassen A (effizient) bis G (wenig effizient) einzustufen. Eine aktuelle Übersicht mit Klasse-A-Pumpen gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

ino>

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Welt
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Eppelheim (Deutschland) 4.4.2011: Bürgermeister Dieter Mörlein erfindet die Sitzbank für Jugendliche ("Null-Bock-Bank")

Die
                    Null-Bock-Sitzbank ("Null-Bock-Bank"),
                    Erfindung für Jugendliche von Bürgermeister Dieter
                    Mörlein (Eppelheim bei Heidelberg) [4]
Die Null-Bock-Sitzbank ("Null-Bock-Bank"), Erfindung für Jugendliche von Bürgermeister Dieter Mörlein (Eppelheim bei Heidelberg) [4]

aus: Welt online: Design-Idee: Bürgermeister lässt eine "Null-Bock-Bank" bauen; 4.4.2011;
http://www.welt.de/lifestyle/article13064305/Buergermeister-laesst-eine-Null-Bock-Bank-bauen.html

<Jugendliche sitzen meist auf der Lehne. Warum? Das weiß keiner so genau

Meist macht Not erfinderisch. Im Falle von Eppelheim in Baden-Württemberg brachte jedoch der Ärger über Jugendliche den Bürgermeister auf eine Idee.

Der Bürgermeister von Eppelheim (Rein-Neckar-Kreis), Dieter Mörlein, hat eine Sitzbank speziell für Jugendliche umbauen lassen.

Eine ganz besondere Sitzgelegenheit hat der Bürgermeister von Eppelheim (Rein-Neckar-Kreis), Dieter Mörlein bauen lassen: Die „Null-Bock-Bank“.

„Die Jugendlichen sitzen meist auf der Lehne von Bänken und stellen ihre dreckigen Schlappen auf die Sitzfläche“ ärgert sich Mörlein schon seit Jahren.

Sie hätten eben „Null Bock“, sich an die Knigge-Regeln zu halten. „Irgendwann habe ich mir gedacht, warum entwerfen wir nicht eine Bank, bei der man bequem auf der Rückenlehne sitzen kann“, bestätigt das Stadtoberhaupt Medienberichte.

Aus alten Bänken baute der Bauhof für 300 Euro eine neue Bank aus Holz und Stahl. Sitzen können die Jugendlichen auf einer Holzfläche an der Rückenlehne, die Füße stehen bequem auf der Sitzfläche. Das erste Exemplar wird gut angenommen. „Die Jugendlichen sitzen wie die Spatzen auf dem Ast“, berichtet Mörlein. Er habe viele begeisterte Mails erhalten sowie Anfragen, ob und wo man die Bank kaufen kann.

In der nächsten Zeit sollen in der Stadt weitere „Null-Bock-Bänke“ aufgestellt werden. Vielleicht stößt das Sitzmöbel auch in anderen Städten auf Nachfrage. „Wer es nachbauen will, soll es nachbauen“, sagt der Bürgermeister der mehr als 14.000 Einwohner zählenden Stadt.

dpa/kami>


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Spiegel
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London 8.4.2011: Eine Firma will stillgelegte U-Bahnhöfe und Tunnels in Kneipen, Museen und Klettergärten umwandeln

aus: Spiegel online: Stillgelegte U-Bahnhöfe in London: Pub in der Tube; 8.4.2011;
http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,755662,00.html

<Von Carsten Volkery, London

[Text der Bilderstrecke]:

<Londons Wahrzeichen: Ein Underground-Zeichen vor dem Big Ben - die U-Bahn der britischen Hauptstadt ist die älteste der Welt. Ajit Chambers: Der ehemalige Bankberater ist Gründer der Old London Underground Company. An die Wände seiner Wohnung hat er den Businessplan für Wiederbelebung von 26 geschlossenen U-Bahn-Stationen gekritzelt. Zeichen mit Geschichte: Der erste Streckeabschnitt der Londoner U-Bahn wurde 1863 eröffnet, heute ist das Streckenetz rund 400 Kilometer lang, es gibt 260 Stationen. Chambers in einer stillgelegten U-Bahnstation: In die alten, seit 70 Jahren nicht mehr genutze Hallen will der Londoner Kneipen, Museen und Klettergärten installieren. Chambers ist berüchtigt dafür, bei öffentlichen Veranstaltungen den Bürgermeister vor Publikum auf seinen Plan anzusprechen,  Boris Johnson (hier bei einem Pressetermin) sagte einmal: "Großartig. Ich liebe das Projekt." U-Bahn-Station: Das Interesse an Londons Unterwelt ist groß, Tickets für temporäre Öffnungen längst stillgelegter Tunnel sind umgehend vergriffen.>

<Wo sich Ratten und Spinnen tummeln, sollen künftig Kneipenbummler ihren Spaß haben. In London will ein Unternehmer stillgelegte Underground-Stationen in Pubs, Museen und Freizeitparks umwandeln. Der Bahnbetreiber hält wenig von der Idee - doch das spornt den Mann erst richtig an.

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Zu einem erfolgreichen Unternehmen gehört eine gute Story, das weiß Ajit Chambers. Darum erzählt er gern, wie ihm die Idee mit den Pubs in der Londoner Underground gekommen ist. Vor einigen Jahren habe er zum Valentinstag nach etwas Besonderem für sich und seine Frau gesucht, sagt er, und er habe in ganz London nichts gefunden. Er buchte schließlich eine Ballonfahrt auf dem Land - in Exeter.

Bei seinen Nachforschungen stieß der damalige Bankberater auf einen ungehobenen Schatz: Zwei Dutzend stillgelegte Stationen der ältesten U-Bahn der Welt gammeln seit Jahrzehnten ungenutzt vor sich hin. Ein Riesenpotential, dachte Chambers und machte sich daran, einen Businessplan zu schreiben und die Old London Underground Company zu gründen. Es traf sich, dass seine Branche in der Krise steckte und er des Alltags im Finanzviertel Canary Wharf überdrüssig war.

Das neue Projekt ist auch viel aufregender: In den Hunderte Meter langen Tunneln und Gewölben der U-Bahn wäre Platz für unzählige unterirdische Touristenattraktionen, glaubt Chambers. Kneipen, Restaurants, Konzerthallen, Museen - "die Möglichkeiten sind endlos", schwärmt der 38-Jährige.

Erste Interessenten gibt es nach seinen Angaben bereits: Die Londoner Firma Castle Climbing würde gern ein unterirdisches Kletterparadies errichten, nachdem sie bereits ein ehemaliges Wasserkraftwerk erfolgreich umfunktioniert hat. Ein österreichisches Unternehmen denkt über eine Miniaturwelt mit Londoner Sehenswürdigkeiten nach. Und ein englischer Pub so tief unter der Erde hätte auch einen gewissen Neuigkeitswert.

Massagesalon in stillgelegter U-Bahn-Station

Insgesamt hat Chambers 26 geschlossene U-Bahnhöfe im Visier, die teilweise seit 70 Jahren nicht mehr in Betrieb sind. Darunter sind historische Perlen wie die Station Down Street am Hyde Park, wo Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg einige Kabinettssitzungen abhielt, oder die bereits ansatzweise renovierte Aldwych-Station am Strand, wo Szenen eines Harry-Potter-Films gedreht wurden.

Im Straßenbild sind die Eingänge der früheren U-Bahnstationen heute höchstens noch an den glasierten Terrakotta-Ziegeln der Fassade zu erkennen. Längst sind andere Geschäfte eingezogen: In South Kentish Town in Camden etwa residieren ein Pfandleiher und ein Massagesalon. Die Katakomben darunter jedoch sind unberührt.

Seit 2009 müht sich Chambers, seine Vision Investoren, potentiellen Mietern und vor allem Londons Bürgermeister Boris Johnson nahezubringen. Der Bürgermeister ist Chef der U-Bahn-Betreiberfirma Transport for London und muss erst grünes Licht geben. Die Firma hält nichts von den Plänen. Sie hat mehrfach Sicherheitsbedenken geäußert und mitgeteilt, man habe Chambers auf die "praktischen Probleme" hingewiesen. Allein die Anforderungen an Notausgänge sind in den vergangenen hundert Jahren derart gestiegen, dass Zweifel an der Umsetzbarkeit der unterirdischen Vergnügungswelt angebracht sind.

Auch die Rentabilität ist ungewiss. Chambers kalkuliert mit anfänglichen Investitionskosten von 200 Millionen Pfund. Den Profit schätzt er auf 40 Millionen Pfund jährlich - ohne allerdings wesentliche Fakten zu kennen. Bislang hat er aufgrund des Widerstands von Transport of London die meisten Stationen noch nicht einmal inspizieren können.

Viele Underground-Kenner sehen das Vorhaben daher zum Scheitern verurteilt. "Chambers ist ein Träumer", sagt Nick Catford vom Hobbyforscher-Netzwerk Subterranea Britannica. Im Unterschied zu Chambers war er schon in vielen der stillgelegten Stationen und weiß, wie sie aussehen. "Die Idee klingt gut, aber die Kosten wären gigantisch. Bei Transport of London halten sie ihn für wahnsinnig."

Wirre Wandmalereien im Wohnzimmer

Der Unternehmer lässt jedoch nicht locker. Seine Lobby-Offensive ist sorgfältig geplant. Er ist berüchtigt dafür, bei öffentlichen Veranstaltungen den Bürgermeister vor Publikum auf seinen Plan anzusprechen. "Großartig. Ich liebe das Projekt", erklärte Johnson einmal dem Fragesteller, und fortan konnte Chambers behaupten, der Bürgermeister stehe hinter ihm.

Die Früchte von zwei Jahren unbezahlter Arbeit lassen sich in seiner kleinen Souterrain-Wohnung im Südlondoner Stadtteil Clapham besichtigen. "Dies ist meine Investorenwand", sagt Chambers und deutet auf die Tür zwischen Wohnzimmer und Küche. Die Tür ist von oben bis unten mit Namen, Zahlen, Pfeilen und Diagrammen vollgeschrieben.

Ähnlich sieht die Tür zum Flur aus, das sei die "Politikerwand", erklärt Chambers. An einer dritten Wand über dem Kamin klebt eine große Papierbahn, hier sind die potentiellen Nutzer der umfunktionierten U-Bahnhöfe verzeichnet - Clubbetreiber, Museen und andere Kultureinrichtungen. Auch 300 Visitenkarten hat er an die Wand geklebt, das sind seine wichtigsten Kontakte.

Die wirren Wandmalereien im Wohnzimmer dürften bei Investoren die Zweifel an Chambers' Geschäftsplan eher noch verstärken, doch scheint sich seine Beharrlichkeit inzwischen auszuzahlen. Im März habe er einen Termin mit Johnsons politischem Berater Anthony Browne gehabt, sagt er. Im April soll ein Treffen mit dem Bürgermeister selbst folgen. Eine Zusage über zehn Millionen Pfund Startkapital von einem anonymen Anleger habe er auch bereits. Nächste Woche wolle er sich mit weiteren Interessenten aus Saudi-Arabien treffen.

Interesse an Unterwelt ist groß

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Ob Chambers tatsächlich Investoren hat, ist schwer zu sagen. Aber zumindest in der Londoner Presse macht er einigen Wirbel. Auch in der Bloggerszene hat er zahlreiche Unterstützer. "Ein Museum über das unterirdische London wäre vielleicht das Aufregendste, was je in dieser Stadt passiert ist", schrieb der Journalist Peter Watts. "Ich hätte nichts gegen ein paar Kneipen da unten", sagt Underground-Fan Andrew Smith von Subterranea Britannica. "Früher wurde sogar schon mal Bier auf Bahnsteigen ausgeschenkt."

Dass das Interesse an Londons Unterwelt groß ist, zeigen die Besucherzahlen des Transport-Museums direkt am Touristenmagnet Covent Garden. Auch die jüngsten temporären Öffnungen des Tunnelnetzes waren ein großer Erfolg. Im März 2010 wurde der erste Tunnel unter der Themse aus viktorianischer Zeit für zwei Tage geöffnet. Die Tickets waren umgehend vergriffen. Ähnlich lief es im September, als die Aldwych-Station für eine Kurzzeitausstellung zum Londoner Blitz - den Luftangriffen der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg - geöffnet wurde.

Chambers versteht daher den Widerstand von Transport of London nicht. Sämtliche Ausgaben würden von privaten Investoren getragen, versichert er. Von den Olympischen Spielen, die 2012 in London stattfinden, erhofft er sich nun den entscheidenden Impuls: Er will den Bürgermeister überzeugen, eine der alten Stationen für Touristen während des Großereignisses zu öffnen. Die Resonanz, hofft er, werde die Zweifler von seinem Plan überzeugen.>


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Spiegel
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China 11.4.2011: Deutsche Schulbauten für Sichuan - mit Einführung neuer energiesparender Standards: Wärmeschutz-Aussenhülle, solarthermische Wasseranlage, und Doppelglasfenster

aus: Spiegel online: Katastrophenregion Sichuan: Energiesparen macht in China Schule; 11.4.2011;

<Aus Guangyuan berichtet Markus Wanzeck

Als die Erde vor drei Jahren in China bebte, stürzten Schulen ein wie Kartenhäuser. Über 5000 Kinder starben. Inzwischen erleben die jungen Menschen in der Katastrophenprovinz Sichuan wieder so etwas wie Alltag in neuen, umweltfreundlichen Schulen. Die Bauten läuten eine Energiewende ein.

Die kleine Hu Qiao und ihre Klassenkameraden hatten gerade "Sicherheitsunterricht" bei Frau Fan, als ihnen um 14.28 Uhr alles unter den Füßen wegbrach. Der Boden bebte. Knirschen, Krachen, Staub in der Luft. Frau Fan schrie: "Bewegt euch, raus!" - und riss die Zweitklässler damit aus einer Starre. Augenblicke später standen sie drei Stockwerke tiefer, im Innenhof der Nanying-Grundschule. In Sicherheit. Und doch auch nicht.

Denn das Erdbeben hatten die Schulgebäude zwar stehend überstanden. Doch nun saßen Qiao und viele hundert ihrer Mitschüler im Innenhof fest. Der einzige Weg nach draußen führte unter dem fragilen, auf nur mehr wackligen Säulen stehenden Hauptgebäude hindurch. Wie eine gigantische Guillotine ragte es vor ihnen auf. Einzeln, Schüler für Schüler, mussten sie in den folgenden Stunden darunter hindurchhuschen. Immer in der Hoffnung, dass nicht gerade jetzt, in diesen Sekunden, ein Nachbeben einsetzen möge.

"Ich habe viel geweint an diesem Nachmittag", erzählt Qiao mit schüchternem Lächeln, der Pferdeschwanz über die linke Schulter baumelnd. Die Zehnjährige drückt einen großen Plüschhund an sich. Es dauerte bis in den Abend, erzählt sie, ehe sich alle hinaus auf die Straße gerettet hatten. Die folgenden, von zahllosen Nachbeben erschütterten Tage und Nächte verbrachten Qiao und ihre Familie im Freien. Wie alle in Guangyuan, einer Stadt 300 Kilometer nordöstlich des Epizentrums.

Viele wackelige "Tofu-Schulen" stürzten ein

Der 12. Mai 2008, der Tag des Sichuan-Bebens, wurde im chinesischen Bewusstsein zu einem traumatischen Datum. Den Schock versuchte man in Ziffern zu bannen: 5.12. Wie 9/11. Die hohe Opferzahl, die Tag für Tag stieg bis auf vermutlich fast 90.000, und die vielen Einzelschicksale, über die die chinesischen Medien ungewohnt frei berichten konnten, ließen die ganze Nation bestürzt auf den Südwesten Chinas blicken.

Besonders die Schulgebäude rückten ins Blickfeld. Viele von ihnen waren in sich zusammengefallen, während umliegende Gebäude dem Beben standhielten. Allein in Guangyuan wurden rund 60 Schulen zerstört. Die Regierung hielt die Zahl der Opfer dieser minderwertigen, wackligen "Tofu-Schulen" ein Jahr lang unter Verschluss. Im Mai 2009 wurde sie offiziell auf 5335 beziffert. Unabhängige Zählungen, etwa des bekannten Künstlers Ai Weiwei, wurden unterbunden.

Unterdessen machte das Land sich an den Wiederaufbau - in gewohnt zupackendem Tempo: Diesen Januar verkündete Liu Qibao, der Parteisekretär der Provinz Sichuan, mehr als 90 Prozent der Wiederaufbau-Projekte seien abgeschlossen. Hans Mondorf, Leiter des Deutschen Generalkonsulats in Sichuans Hauptstadt Chengdu, spricht vom wohl "schnellsten und effizientesten Wiederaufbau" nach einem Erdbeben.

Auch Deutschland beteiligte sich am Wiederaufbau. Ein wichtigstes Einzelprojekt dabei: die Initiative "Acht Schulen für Sichuan" des damaligen deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier, an der sich neben dem Auswärtigen Amt auch Wirtschaftsunternehmen beteiligten. Als erste der acht Schulen wurde das Hauptgebäude der Nanying-Schule, aus der Hu Qiao und ihre Mitschüler flüchteten, abgerissen und erdbebensicher von Grund auf neu errichtet. Im September 2009 konnten die Schüler, nach Monaten in Zelten und Behelfsbaracken, in ihre Klassenzimmer zurückkehren.

Chinesische Regierung erklärt deutsche Schule zum Leuchtturmprojekt

Vergangenen Oktober, zweieinhalb Jahre nach dem großen Beben, wurde der letzte Schulneubau offiziell übergeben: Das neue Gebäude der Experimental Primary School in Mianyang. Der Zwang zum Neuanfang hat hier ein neues Zeitalter eingeläutet - eher leise, mit einer kleinen Einweihungszeremonie, aber dafür nachhaltig: Mit seiner Wärmeschutz-Außenhülle, einer solarthermischen Warmwasseranlage und - in China noch immer eine Besonderheit - isolierenden Doppelglasfenstern verbraucht das Schulgebäude rund 40 Prozent weniger Energie als eine landestypische Standardschule. Damit ist sie die umweltfreundlichste Schule Chinas. Die Regierung erklärte sie zum nationalen Leuchtturmprojekt.

Das chinesische Bauministerium werde die hier gewonnenen Erkenntnisse an die anderen Provinzen, Regionen und Städte weitergeben, erklärt Stephan Kohler, Geschäftsführer der beim Bau federführenden Deutschen Energie-Agentur (dena): "Das Gebäude ist kein High-Tech-Tempel. Und zeigt gerade darum, welcher Effizienzstandard heute unter den chinesischen wirtschaftlichen Bedingungen realisierbar ist." Die Schule in Mianyang ist die erste Stein gewordene Manifestation einer weitreichenden deutsch-chinesischen Kooperation, die vor fünf Jahren begonnen hat. Ein zweites Projekt wird schon dieses Jahr folgen: ein energieeffizienter Wohn- und Bürohauskomplex in der Hafenstadt Tianjin, 250.000 Quadratmeter verteilt auf 33 Stockwerke.

Derzeit erarbeitet die dena im Auftrag Pekings ein Regelwerk für den chinesischen Neubau-Markt, das sich eng an den deutschen Energiespar-Standards orientiert.

Bislang verbrauchen chinesische Wohnhäuser pro Quadratmeter noch rund viermal so viel Energie für Heizung und Kühlung wie deutsche. Die Kooperation ist damit von globaler Bedeutung. Denn der Gebäudesektor frisst rund 40 Prozent der weltweiten Energie, sein Anteil ist doppelt so groß wie Auto-, Flug-, Bahn- und Schiffverkehr zusammen. "Der Gebäudebereich", erklärt Kohler, "ist für den Klimaschutz der dominierende Sektor". Und China spielt die Schlüsselrolle: Das im wirtschaftlichen Dauersteigflug befindliche Reich der Mitte ist nach dena-Einschätzung für nicht weniger als 40 Prozent der weltweiten Bauleistung verantwortlich. Zuletzt kamen über zwei Milliarden Quadratmeter neue Gebäudefläche im Jahr hinzu - damit entsteht alle zwei Jahre so viel neue Gebäudefläche wie es in Deutschland insgesamt gibt.

Dena-Geschäftsführer Kohler ist überzeugt, dass China beim Neubau des Landes künftig seinen Energie-Heißhunger zügeln wird: " Energieeffizienz ist in der Prioritätensetzug inzwischen ganz weit nach oben gerückt." In der chinesischen Politik finde ein Umdenken statt. So habe China 2009 bereits mehr in den Bau regenerativer Stromerzeugungsanlagen investiert als die USA. Die Ära des Wachstums um jeden ökologischen Preis geht zu Ende.

Die neue Energiespar-Schule in Mianyang passt insofern gut ins Bild eines Landes, das sich auf der Überholspur in die Zukunft wähnt. Vielleicht wird China in einigen Jahren, wenn es einmal Zeit für einen Blick zurück findet, wieder auf Sichuan sehen. Als den Ort, wo ein ökologischer Umbruch des Landes seinen Ausgang nahm.>

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n-tv
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Deutschland 12.4.2011: Rauchmelder lohnt sich - 25 Euro für mehr Sicherheit

aus: n-tv online: Immer noch keinen Rauchmelder? 25 Euro retten Leben; 12.4.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/25-Euro-retten-Leben-article3077096.html

<Jeden Monat kommen etwa 40 Menschen durch Brände ums Leben. In vielen Fällen wäre der Tod vermeidbar gewesen, wenn die Opfer rechtzeitig gewarnt worden wären. Dennoch verzichten viele Haushalte auf Rauchmelder.

Einmal installiert, bieten Rauchmelder mit Langzeit-Batterien zehn Jahre Sicherheit.

Die Katastrophe beginnt meist leise und unbemerkt. Oft sind es nicht etwa vergessene Kerzen oder angelassene Herdplatten, die zu Bränden führen, sondern technische Defekte. Häufig werden die Hausbewohner im Schlaf überrascht. Das ist besonders tückisch, weil beim Schlafen auch unser Geruchssinn ruht – und auf den ist man bei Bränden angewiesen. Tödlich ist nämlich nur selten das Feuer, sondern  der Rauch: Drei Atemzüge reichen, um das Bewusstsein zu verlieren und zu ersticken.

Jahr für Jahr kommen in Deutschland rund 500 Menschen durch Brände ums Leben, 5000 werden verletzt. Dabei ist die Lösung eigentlich ganz einfach und zudem auch gar nicht teuer: Rauchmelder reagieren auf Brandherde so schnell und unüberhörbar, dass sie sich ihren Ruf als Lebensretter redlich verdient haben. Dennoch sind sie in Deutschland erst in jedem dritten Haushalt vorhanden. Neun Bundesländer haben inzwischen eine Rauchmelderpflicht eingeführt, nach der die Warngeräte zumindest in Schlaf- und Kinderzimmern eingebaut werden müssen.   

Das kleine Kästchen an der Decke gibt lautstark Alarm, wenn starker Rauch die Lichtschranke passiert. Dadurch haben die Bewohner einen wertvollen Zeitvorsprung, um sich in Sicherheit zu bringen. Sekunden, die Leben retten, wenn man sieht, wie schnell sich ein Brand ausbreiten kann. Trotzdem halten sich hierzulande immer noch Vorurteile über die Rauchmelder:

Umständliche Montage

Viele Verbraucher scheuen den Kauf von Rauchmeldern, weil sie das Bohren abschreckt. Doch darauf haben die Hersteller längst reagiert. Von der Firma "Pyrexx" etwa gibt es ein Modell, das einfach mit einer Heißluftpistole unter die Decke geklebt wird. Das Gerät aktiviert sich mit dem Andruck von selbst. "GEV" dagegen bietet eine selbstklebende Magnethalterung an, auf die der Rauchmelder nur noch aufgesteckt werden muss.

Häufiger Fehlalarm

Wenn Rauchmelder nachts grundlos Alarm auslösen, ist die Akzeptanz schnell dahin. Verschmutzungen, Wasserdampf oder Insekten können gerade bei Billiggeräten zu Fehlalarm führen. Das ist dann oft das Ende des Brandschutzes: Die genervten Bewohner nehmen die Batterie heraus und die Brandmelder schweigen für immer.

Schon drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein.

Qualitäts-Rauchmelder arbeiten deshalb mit aufwendig entwickelten Rauchkammern. Bei ihnen dringt wirklich nur der Rauch ins Innere vor, nicht aber Wasserdampf oder kleinere Insekten. Verschmutzen diese Rauchkammern im Laufe der Jahre, regeln einige ihre Empfindlichkeit selber elektronisch nach. Für die zuverlässigen Helfer zahlt man rund 25 Euro. Die Billigkonkurrenz gibt es schon ab 4 Euro.

Alle zehn Jahre sollten Rauchmelder gewechselt werden, da lohnt es sich, in Qualität zu investieren. Billigprodukte veralten sehr schnell und die Ansprechschwelle wird immer länger. Die Zuverlässigkeit lässt also im Laufe der Zeit nach.  Christian Rahbari von Pyrexx weist auch auf die kürzere Haltbarkeit hin: "Meist liegt die Elektronik auf Presspappe. Die quillt mit der Zeit durch die Luftfeuchtigkeit im Raum auf und damit geht die Elektronik kaputt."

Hässliche Rauchmelder

"Decken-Toaster" werden Rauchmelder manchmal leicht abschätzig genannt. Dabei sind die heutigen Modelle ziemlich unauffällig: flach und etwa handtellergroß. Einfach anstreichen lassen sich die Geräte allerdings nicht, weil dabei die Lüftungsschlitze beeinträchtigt werden könnten. Doch auch hier haben die Anbieter reagiert. Sie bieten Rauchmelder in allen Farben an, Pyrexx hat nach einer Anfrage aus Dubai nun auch echte Goldlegierung im Programm. Modelle mit abziehbarem Dekodeckel lassen sich auch mit Tapete versehen oder streichen, so dass der Melder an der Decke kaum noch auffällt.

Unübersichtliche Gesetze

Tatsächlich unterscheiden sich die gesetzlichen Vorschriften zu den Brandmeldern je nach Bundesland. Neun Bundesländer haben in ihre Bauordnungen eine Rauchmelder-Pflicht für Neu- und Umbauten aufgenommen. In Hamburg und Schleswig-Holstein sind die Nachrüst-Fristen Ende letzten Jahres abgelaufen, in Hessen ist noch bis 2014 Zeit. Sind nach dem Ende der Frist keine Melder installiert, tragen Eigentümer die rechtlichen Folgen: Sie müssen haften, wenn es brennt.

Manche Länder setzen auf Freiwilligkeit und die Vernunft der Hausbesitzer, doch wo kein Gesetz ist, dort ist auch die Bereitschaft zum Nachrüsten gering: In Berlin und Sachsen sind gerade mal 22 Prozent der Haushalte mit einem Rauchmelder ausgestattet, in Bayern sind es ein Drittel. Zum Vergleich: In Mecklenburg-Vorpommern, wo die Nachrüstpflicht schon 2009 abgelaufen ist, liegt die Quote bei fast 80 Prozent.

Schlechte Qualität

Rauchmelder sollten auf jeden Fall das CE-Zeichen tragen, das besagt, dass das Produkt überhaupt in Europa verkauft werden darf. Über die Qualität des Geräts sagt das Siegel allerdings nichts aus. Die Initiative "Rauchmelder retten Leben" rät deshalb, auch auf das VdS-Logo zu achten. Die VdS Schadenverhütung GmbH führt als Zertifizierungsstelle für Brandschutz regelmäßige Qualitätskontrollen durch. Darüber hinaus hat der TüV Nord nun ein Qualitätssiegel für Rauchmelder herausgegeben, das Verbrauchern die Kaufentscheidung erleichtern soll. Das Siegel bekommen nur Produkte, die über lange Zeit, also zehn bis zwölf Jahre, zuverlässig funktionieren. 

Manche Hersteller bieten auch von sich aus solche Langfristgarantien. Fest verbaute Langzeitbatterien sollen bis zu zwölf Jahre Brandschutz sichern. Im Zweifel rät Ulrich Adolph vom TüV Nord zu "Made in Germany": "Die deutschen Hersteller sind im Moment immer noch führend, was die Mindeststandards angeht. Ich würde die Finger weglassen von Low-cost-Produkten, die aus Asien kommen, weil da ist es doch teilweise zweifelhaft, ob überhaupt die Mindeststandards eingehalten sind."

Wenn der Rauchmelder dann doch einmal zu Recht auslöst, sind Löschdecke und Feuerlöscher im Haushalt die wichtigsten Ersthelfer. Wenn das nicht hilft, dann sind die Löschprofis – dank der Rauchmelder - hoffentlich früh genug zur Stelle.

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Basler
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11.4.2011: Ökologisches Bauen wird auch im Elsass immer mehr verbreitet - Biodome

aus: Basler Zeitung online: Das Elsass holt ökologisch auf; 11.4.2011;
http://bazonline.ch/basel/land/Das-Elsass-holt-oekologisch-auf/story/24478299

<Energieeffizienz, biologische Lebensmittel und Baubiologie, diese Themen prägen die diesjährige Kandidatenliste für den Faktor-5-Publikumspreis, den die BaZ-Leserinnen und -Leser bestimmen. Drei Eingaben stammen aus dem Elsass.

Beim Wohlstand mag kaum jemand Abstriche machen. Doch der aktuelle Energie- und Ressourcenverschleiss führt in die Sackgasse. Seit acht Jahren prämiert der Verein sun21 deshalb Projekte aus dem trinationalen Eurodistrict Basel (TEB), die zeigen, wie eine nachhaltige Zukunft hier und jetzt aussehen könnte, die auch praktikabel und finanzierbar ist.

Dieses Jahr gingen von Privaten, Firmen, Organisationen und der öffentlichen Hand 16 Eingaben ein. Sechs wurden auf die Shortlist der Finalisten aufgenommen und werden nebenstehend kurz vorgestellt. Dabei fällt auf: Der effiziente Umgang mit Energie ist immer ein Thema. Damit verfolgen die Projekte die Philosophie der 2000-Watt-Gesellschaft – ein Anliegen auch von sun21. Der Verein will dazu beitragen, dass diese energetische Vision in der Region Basel so rasch wie möglich erreicht wird. Mittel dazu sind das konsequente Einsparen von Energie und Ressourcen, die Energieeffizienz sowie die Deckung des verbleibenden Verbrauchs aus erneuerbaren Energien.

Zwei Preise

Die Jury, die sich aus dem Vorstand des Vereins sun21 zusammensetzt, hat aus der Shortlist bereits einen Sieger erkoren – hält ihren Entscheid aber noch geheim. «Der Jury geht es insbesondere um technische Innovationen, die höhere Standards setzen, und um die erreichten Effizienzgewinne», erklärt sun21-Geschäftsleiterin Petra Hirsig. Für den Publikumspreis, der wie der Jurypreis mit 5000 Franken in bar dotiert ist, sei hingegen eher entscheidend, wie das Projekt als Ganzes bei der Bevölkerung ankomme.

Überrascht war die Jury neben der Vielfältigkeit der Eingaben auch von deren Herkunft: «Wir sind hocherfreut darüber, dass die Hälfte aller eingereichten Projekte aus dem Elsass und aus Deutschland stammt», so Hirsig. Gleich drei Eingaben aus Frankreich haben es gar auf die Shortlist geschafft. Die hohe Beteiligung aus dem Elsass dokumentiere, dass Ökologie und die Botschaft der 2000-Watt-Gesellschaft auch im grenznahen Frankreich angekommen seien. Die Leserinnen und Leser der BaZ können nun ab sofort per Internet-Voting bestimmen, welche Idee mit dem Publikumspreis honoriert wird.>


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Welt
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4.5.2011: Falsche Brückenberechnung: Das Gewicht der Passagiere wurde vergessen zu berücksichtigen

aus: Welt online: Schildbürgerstreich der Bahn: Fahrgäste bei Gewichtsberechnung der Züge vergessen; 4.5.2011;
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13338165/Fahrgaeste-bei-Gewichtsberechnung-der-Zuege-vergessen.html

<Weil der Bahn ein peinlicher Rechenfehler unterlaufen ist, durften über Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke nur leere Züge rollen.

Die Müngstener Brücke, mit 107 Metern Höhe die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, überspannt zwischen den Orten Remscheid und Solingen das Tal der Wupper

Dass die Bahn ihre Fahrgäste manchmal wirklich vergisst, zeigt der Fall der Müngstener Brücke in Nordrhein-Westfalen. Auf der denkmalgeschützten Brücke zwischen Solingen und Remscheid stehen die Signale wieder auf Rot. Nun dürfen auch keine leeren Züge über den spektakulären Stahlbau fahren, sagte ein Sprecher der Bahn in Düsseldorf. Die Achsen des Motorwagens seien zu schwer.

Es ist der Höhepunkt eines Schildbürgerstreiches, den sich Deutschlands Vorzeigeunternehmen geleistet hat. Eigentlich hätte die Regionalbahn, eine wichtige Verbindung für Pendler im Bergischen Land, an diesem Montag wieder mit vollen Zügen rollen sollen. Doch die Bahn hatte in ihrem Antrag an das Eisenbahnbundesamt nur das Leergewicht angegeben und die Fahrgäste bei ihrer Berechnung vergessen. Deshalb mussten die Fahrgäste alle aussteigen, bevor der leere Geisterzug über Deutschlands höchste Brücke fahren durfte.

"Die Fahrgäste sind stocksauer", teilte Lothar Ebbers vom Verband Pro Bahn mit.

Die Bahn entschuldigte sich mittlerweile, ein neuer Antrag sei in Arbeit. "Es ist ein peinlicher Fehler passiert. Wir haben das falsche Gewicht in den Antrag geschrieben", sagte Konzernsprecher Udo Kampschulte dem WDR.

Die 113 Jahre alte Stahlbrücke verbindet Solingen mit Remscheid. Täglich nutzen 5000 Fahrgäste die Brücke – wenn die Bahn denn fährt. Nun fährt der Schienenersatzverkehr weiter. Die Brücke wurde vor fünf Monaten gesperrt; sie wird saniert.

dpa/kami>


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n-tv
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9.5.2011: Auf dem Balkon "Urban Gardening" - die begrünte Hausfassade gegen Graffiti - auf der Verkehrsinsel "Guerrilla Gardening" - Dachgärten

aus: n-tv online: Vom Balkongärtner zum Samenbomber: "Urban Gardener" erobern die Städte; 9.5.2011;
http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/panorama/Urban-Gardener-erobern-die-Staedte-article3280546.html

<Was macht der Städter, wenn er ein wenig Leben in seinen zubetonierten, asphaltierten Alltag bringen will? Wie bringt man Grün ins Grau? Wer in einer vergleichsweise grünen Stadt wie etwa Berlin lebt oder einen Park vor dem Haus hat, ist im Vorteil. Wenn nicht: Ein wenig Abhilfe schafft ein Balkon (hier ein Appartement in Singapur). Noch besser natürlich ist eine Terrasse oder ein Dachgarten (wie hier in Tokio). Oder gleich ein ganzer Hof. Sonst kann man auch den Platz vor dem Haus nutzen (hier ein Blumenbeet in Beirut). Nun gut: Wer gar nichts davon nutzen kann, muss sich mit seiner Fensterbank bescheiden. Und eine grüne [mit Efeuranken versehene] Fassade hat gleich mehrere Vorteile: Sie verschönert eine hässliche Fassade, ist gut für das Stadtklima und schützt die Hauswand vorGraffiti und vor Witterungseinflüssen. Die Fassadenbegrünung kann sogar die Lärmbelastung für die Mieter etwas dämpfen [weil Echowirkungen verhindert werden]. Viele Städter träumen vom "Häuschen im Grünen", das Gärtnern verliert mehr und mehr sein spiessiges Image. Dennoch kann nicht jeder eine Parzelle mit Gartenlaube sein Eigen nennen. Aber auch in den Innenstädten können Grünflächen (hier ein 30 Meter hoher "vertikaler Garten" in einem Hotel in Paris) trotz starker baulicher Verdichtung gewonnen werden - in Form von "urbanen Gärten" (hier begrünte Dächer eines Regierungsgebäudes in Torshavn, Faröer). Viele urbane Gärten sind eine Form der Wiedergedwinnung ungenutzter Räume (hier ein Feld in einem Wohngebiet in Havanna). Das Land vor die eigene Haustür holen: "Urban Gardening" heisst der Trend, der die Menschen ins kleine Grüne auf dem Dach, im Hof oder in den Schrebergarten treibt (hier ein urbaner Gemüsegarten in Mexiko Stadt). Ein "urbaner Garten" wächst auf der Fensterbank oder dem Dach (hier ein Dachgarten in London), in Innenhöfen, aber auch neben Bahngleisen, unter aufgebrochenem Asphalt oder in brachliegender Erde (hier ein Innen-Garten in einem Bürogebäude in Tokio). So ein "urbaner Garten" kann viele Gründe haben: umweltbezogene wie die Verbesserung der CO2-Bilanz (hier ein begrüntes Dach in San Francisco), und des Mikroklimas (hier ein begrüntes Dach auf dem Capitlo Hill in Washington), aber auch verschönende (hier eine Fassadenbegrünung am Quai Branly-Museum in Paris). Auch zur Traditionspflege werden urbane Gärten genutzt, wie hier die Reisernte in Roppongi, Japan. Es finden sich auch politische Gründe für das "städtische Gärtnern": Künstler nutzen Pflanzen in der Stadt als Mittel des Protests (hier Skuplpturen des Künstlers Betsabee Romero in Mexiko Stadt: "Not everything green is ecological" aus VW-Beetle-Autodächern).

Ein anderer Trend seit einigen Jahren ist das "Guerilla Gardening", bei dem Umweltaktivisten und Künstler Verkehrsinseln und andere öden öffentlichen Räume in Blumenoasen verwandeln. Natürlich heimlich, da ohne behördliche Erlaubnis - darum meist im Schutz der nächtlichen Dunkelheit (hier ein paar "Guerrilla Gardener" in London). Die Bewegung kam Ende des 20. Jhs. in New York und London auf. In Deutschland fand sie ab Mitte der 1990er Jahre Nachahmer, vor allem in Berlin (hier ein "guerrilla Gardener" ain einem Freeway [Autobahn] in Hollywood). Ziel der Aktivisten ist es, brachliegende, städtische Flächen mit Pflanzen zu verschönern und die Stadt für die Bürger lebenswerter zu machen. vor allem in den Anfangsjahren war "Guerrilla Gardening" zudem ein Mittel des politischen Protests und zivilen Ungehorsams. Auf Verkehrsinseln oder Strassenränder wurden sogenannte Samenbomben geworfen, aus Erde und Samen geformte Kugeln, aus denen dann später Pflanzen werden sollten. Symbolisch wurde so die Rückeroberung des öffentlichen Raumes durch die Bürger reklamiert. Heute ist der abenteuerliche Charakter des "Guerrilla Gardenings" zumindest in Deutschland weitgehend verschwunden. Viele Kommunen sind vielleicht auch insgeheim froh, wenn ihnen in Zeiten der knappen Kassen jemand die Aufgabe des Stadtverschönerns abnimmt - und das auch noch freiwillig und unentgeltlich (hier eine Blumenpflanzung auf einer Verkehrsinsel in Hamburg).

Aber es geht nicht nur ums Verschönern: Auch wenn man heutzutage in der Stadt nicht auf Selbstversorgung angewiesen ist, sondern jederzeit kaufen kann, was man braucht, (hier die New York Rooftop Farm in Brooklyn), gibt es auch eine Bewegung, z.B. in US-amerikanischen Städten wie Detroit, ausgestorbene Gegenden mit leerstehenden Häusern (vor allem in Folge der Immobilienkrise) wiederzubeleben, indem man die Brachen in Gemüsegärten umwandelt. Anders als in Europa etwa gibt es in den USA die Tradition des Stadtteilmarktes, auf dem man frisches Obst, Gemüse und Blumen aus der näheren Umgebung kaufen kann, kaum (hier New York Rooftop Farm, Brooklyn). Die meisten US-Bürger kennen Gemüse und Obst nur aus dem Supermarkt - Projekte wie die "New York Rooftop Farm" wollen das ändern. Hier findet man Öko-Tomaten, frische Kräuter oder Kartoffeln aus eigener Züchtung. Und weil es in der 8-Millionen-Metropole New York nicht so viel Platz gibt, weichen die urbanen Bauern eben aufs Dach aus. 3700 Quadratmeter misst das Dach-Anbaugebiet in Brooklyn. Damit dort alles gut gedeihen kann, musste Gartenerde per Kran in die sechste Etage geholt werden. Die Mitarbeiter jäten jetzt Unkraut mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Die Erzeugnisse der Dach-Farm werden zum Beispiel an Restaurants in der Stadt verkauft. Die Vorteile liegen auf der Hand: die Transportwege sind kurz, die Waren sind frisch und Platz auf den Dächern ist auch genug. Ein vergleichbares Projekt gibt es im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Seit Sommer 2009 wird dort am Moritzplatz der "Prinzessinnengarten" betrieben, benannt nach der nahegelegenen Prinzenstrasse (im Bild der Initiator des Projekts, Marco Clausen). Nach Angaben der Betreiber handelt es sich "um eine soziale, ökologische und partizipative Landwirtschaft in der Stadt". Sie bauen auf einer 6000 Quadratmeter grossen Fläche "Gemüse in Bioqualität" an. Eins der Ziele des Prinzessinngartens ist es, die biologische Vielfalt durch die Kultivierung alter und seltener Sorten zu fördern. Zudem verstehen sie ihr "alternatives städtisches Grün als einen Bildungsgarten und als Instrument, um die Nachbarschaft in dem sozial schwachen Quartier zu stärken und zu aktivieren". Das ist auch Integrationsförderung: Im Prinzessinnengarten treffen verschiedene Generationen und Nationalitäten aufeinander. Hier zum Beispiel setzen Frauen vom arabisch-türkischen Umweltzentrum Mini-Kräuter in MIlchtüten ein. Der Verkauf dieser Kräuter und von Ölen, Honig und Pflanzen trägt zur Finanzierung der Oase in Kreuzberg bei, einem der sozial schwächsten Stadtteile in ganz Berlin. Ob Gemüsegärten, begrünte Wände, Dachgärten (wie hier in Hongkong) oder anderes städtisches GrÜn an ungewöhnlichen Orten (hier die Reeds Wharf in London): Der Traum von der technisierten, allein auf das Funktionale und den Autoverkehr ausgerichteten Stadt (wie die Ende der 50er Jahre erbaute brasilianische Hauptstadt Brasilia) ist ausgeträumt.Es lebe die gründe Stadt! (Text: Andrea Beu)>

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Welt
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11.5.2011: Schicht aus Kartoffelstärke und lichtempfindliche Farbstoffe präpariert Fensterglas mit Sonnenschutz

aus: Welt online: Schattenspender: Kartoffelstärke ersetzt in Zukunft Rollläden; 11.5.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13365699/Kartoffelstaerke-ersetzt-in-Zukunft-Rolllaeden.html

<Autor: Grit König

Sonnenstrahlen färben die Scheibe dunkel: Das liegt an der hauchdünnen Schicht aus Kartoffelstärke und lichtempfindlichen Farbstoffen.

Wie dunkel die Scheibe wird hängt von der Intensität der UV-Strahlen ab. Ist die Strahlung weniger intensiv, verschwindet die Verfärbung

Kaum treffen die UV-Strahlen der Sonne auf die Glasscheibe, färbt sie sich leuchtend blau. Verschwinden die Sonnenstrahlen, ist das Glas binnen weniger Minuten wieder transparent.

Forscher der Universität Jena haben gemeinsam mit Partnern aus anderen Wissenschaftseinrichtungen und der Wirtschaft ein Fensterglas entwickelt, das sich je nach einfallender UV-Strahlung selbst abdunkelt.

Kartoffelstärke im Glaskleber

Das Geheimnis liegt im Kleber, der das Verbundglas zusammenhält. Er basiert auf Kartoffelstärke, dem fotosensible Farbstoffe beigemischt wurden.

Mit ihrer Erfindung streben die Forscher ein kostengünstiges, automatisches sogenanntes Verschattungssystem für die Fenster von Wohn- und Bürogebäuden an, das Rollläden ersetzen kann. Der Prototyp soll bereits im kommenden Jahr vorliegen.

Die Entdeckung, dass Kartoffelstärke ein hervorragender Glaskleber ist, machte der Jenaer Professor für Organische und Makromolekulare Chemie, Thomas Heinze, ganz zufällig. Er und sein Team experimentierten im Labor mit schmelzender Stärke. „Später stellten wir überrascht fest, dass die Stärke am Glas festgeklebt war“, sagt er.

Doch bis zum weltweit patentierten Stärkekleber für Fensterglas war es noch ein weiter Weg. „Erst die Verknüpfung mit Fettsäuren machte aus der Stärke einen schmelzbaren, transparenten Kleber“, sagt Heinzes Teamkollege Tim Liebert. Die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit wurde mit hoch porösem Sand behoben, der dem Kleber beigeben wird. Den lichtempfindlichen Farbstoff steuerte eine kleine Firma aus Wolfen bei.

Günstiger als andere Systeme

Der neuartige Schattenspender aus Jena konkurriert mit einer ganzen Reihe von automatischen Sonnenschutzsystemen für Wohn- und Bürogebäude. Allerdings hat die Jenaer Erfindung einen entscheidenden Vorteil: „Sie ist um ein Vielfaches kostengünstiger als sogenannte elektrochrome Systeme und damit auch für den durchschnittlichen Geldbeutel erschwinglich“, sagt Heinze.

Bei den elektrochromen Fenstern wird die Transparenz per Knopfdruck verändert. Der Luxus kostet 2.000 Euro pro Quadratmeter. „Dagegen lässt sich der nachwachsende Rohstoff Stärke in großer Menge preisgünstig gewinnen“, sagt Chemiker Liebert.

Deshalb wollen die Forscher den Kartoffelstärke-Kleber noch anderweitig einsetzen. Da er biogen, also nicht giftig ist, könnte er künftig auch in der Medizin Anwendung finden. „Es gibt erste Versuche, den Kleber im menschlichen Körper zu verwenden“, sagt Professor Heinze.

Getestet wird, ob Zellen auf diesem Kleber wachsen können. Zudem könnte der Kleber als Modelliermasse bei Gesichtsrekonstruktionen herhalten. „Doch bis dahin dürften noch 10 bis 20 Jahre vergehen“, sagt der Chemiker.

Biosensoren auf Kartoffelbasis

Mit einem anderen Produkt sind die Jenaer Forscher bereits auf dem Markt. Sie haben die Basis für neue Biosensoren entwickelt, die Firmen in Weimar und Bad Langensalza gemeinsam produzieren. Dazu haben die Jenaer Forscher aus Zellulose einen Stoff geschaffen, der auf vielen Materialien gut haftende ultradünne Filme bildet.

„Daraus entstanden Biosensoren für Schnellanalysen außerhalb von Laboren“, sagt der Geschäftsführer der fzmb GmbH Bad Langensalza, Peter Miethe. „Binnen weniger Minuten lassen sich Giftstoffe in Lebensmitteln und Krankheitserreger bei Tierseuchen nachweisen.“ Mit der Jenaer Erfindung ist es auch möglich, biologische Kampfstoffe wie Anthrax, das Ebola-Virus und Botulinus Toxin nachzuweisen.

dapd/db>

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19.5.2011: Klimaanlagen müssen regelmässig gewartet werden

Wer eine Klimaanlage zu Hause hat, der sollte sie regelmässig warten. Der vorliegende Artikel bezieht sich auf Klimaanlagen im Auto.

aus: n-tv online: Auto: Gesundheitsgefahr durch Klimaanlage: Wenn's müffelt, in die Werkstatt; 19.5.2011;

<Ohne Klimaanlage kann das Autofahren im Sommer zur Tortur werden. Modergeruch oder nachlassende Kühlleistung sorgen für Verdruss. Manchmal liegt es aber nur am Filter.

Auf die Klimaanlage will kaum ein Autofahrer mehr verzichten. Neben Abkühlung an heißen Tagen filtert sie die Luft und entfeuchtet sie zudem. Das kann sie aber nur, wenn sie einwandfrei funktioniert.

Dringt ein modriger Geruch aus den Düsen, ist das nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädlich. Tränende Augen, ein Kratzen im Hals und Niesattacken können die Folge sein. Verursacht werden sie meist durch Pilze, Viren und Keime, die sich im Filter und auf dem Verdampfer ansiedeln können. Dann muss die Anlage in der Fachwerkstatt desinfiziert werden. Um dem Befall vorzubeugen, sollte die Kühlfunktion jeweils kurz vor Fahrtende bei eingeschaltetem Gebläse ausgestellt werden. Dann kann die Anlage trocknen und bietet Kleinstlebewesen keinen Lebensraum mehr.

Strömt nur noch ein laues Lüftchen aus den Düsen der Anlage, kann das an verstopften Filtern liegen. Ein Tausch sollte daher rund alle 15.000 Kilometer erfolgen. Einige Hersteller haben spezielle Wechselintervalle.

Generell empfiehlt sich eine regelmäßige Nutzung der Klimaanlage. So werden die beweglichen Teile geschmiert und Korrosion vermieden. Das gilt auch im Winter. In der kalten Jahreszeit ist das Einschalten noch aus einem anderen Grund sinnvoll: Die Anlage entfeuchtet den Innenraum und hilft gegen beschlagene Scheiben.

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Heizung und Strom und Warmwasser 23.5.2011: Gas-Mikro-Blockheizkraftwerke fürs Einfahmilienhaus für Strom und Warmwasser und Heizung

Das eigene Kraftwerk im Haus. Das geht:

aus: n-tv online: Jetzt auch in klein: Blockheizkraftwerk fürs Eigenheim; 23.5.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Blockheizkraftwerk-fuers-Eigenheim-article3397716.html

<Blockheizkraftwerke liefern nicht nur Strom, sondern auch Wärme und Warmwasser. Platz ist auch in kleinen Kellern.

Blockheizkraftwerke findet man vor allem in Gewerbebetrieben oder in Mehrfamilienhäusern. Doch inzwischen gibt es auch Modelle, die Einfamilienhäuser mit Strom und Wärme versorgen. Aus Umweltschutzgründen ist die Investition sinnvoll, finanziell lohnt sie sich nicht unbedingt.

Dass ein Automotor nicht auf der Straße, sondern im Heizungskeller brummt, ist ungewöhnlich. Plausibel wird die Vorstellung, wenn das Aggregat gleichzeitig Wärme und Strom produziert. In einem Blockheizkraftwerk (BHKW) passiert genau das. Ein Kfz-Motor erzeugt Strom, der im Haushalt genutzt werden kann. Die Abwärme liefert außerdem Warmwasser und eine wohlige Raumtemperatur. Solche Systeme taugen nun auch für Einfamilienhäuser.

Vaillant aus Remscheid nutzt für ein BHKW einen Verbrennungsmotor, der mit Erdgas angetrieben wird. "Wir haben da schon vor Jahren Kontakt mit Honda aufgenommen. Die Idee war: Nutzen wir doch einfach auch die Wärme, die bei der Verbrennung entsteht", erzählt Produkt- und Marketingleiter Andreas Christmann. Ein solches Minikraftwerk hat Honda schon tausendfach in den USA und in Japan im Einsatz, ab Sommer gibt es sie auch hierzulande. Auch Hersteller wie Viessmann, August Brötje, Remeha, OTAG und Dachs machen sich das Funktionsprinzip der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung zunutze.

Diese Systeme gibt es schon länger für den höheren Energiebedarf von Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebetrieben, etwa aus der Kooperation zwischen VW und dem Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick. Was auf dem Markt bisher fehlte, waren Angebote für Einfamilienhäuser.

Produzieren und einspeisen

Hausbesitzer könnten den produzierten Strom teils selbst verbrauchen und den übrigen Strom ins Netz einspeisen, erklärt Andreas Müller, vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Er rechnet vor: Ein BHKW mit 1 Kilowatt (kW) elektrischer Leistung produziert im Jahr 5500 Kilowattstunden (kWh) Strom. Würden Hausbesitzer diese Menge Strom vom Energieversorger beziehen, müssten sie bei einem Preis von 20 Cent/kWh rund 1100 Euro bezahlen

Wenn sie ein BHKW haben, können sie die Hälfte der Strommenge selbst verbrauchen und den Rest an der Strombörse verkaufen. Der gesamte Strom wird mit 5,11 Cent/kWh Zuschlag über zehn Jahre gefördert - dank dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Außerdem spart man die Stromsteuer von 2,05 Cent/kWh. "Am Ende macht das gut und gerne 500 bis 600 Euro pro Jahr an Ersparnis aus", sagt Müller. "Im Verhältnis zu einem alten Heizkessel sparen Sie mit einem Gasheizgerät mit Motor rund 30 Prozent Energiekosten."

Der Umweltschutz-Gedanke

Mit einem Anschaffungspreis von 16.000 bis 20.000 Euro ist ein Mini-BHKW aber auch deutlich teurer als ein Heizkessel. Auch die Wartungskosten sind höher. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät Hausbesitzern, beide Modelle gründlich durchzurechnen: Damit sich ein BHKW lohnt, müsse es etwa 4000 bis 5000 Stunden im Jahr laufen.

"Viele Kunden wollen ein Blockheizkraftwerk nicht nur wegen der langfristigen Einsparungen beim Strom, sondern auch aus ökologischen Gründen", hat Müller beobachtet. Der CO2-Ausstoß werde schließlich verringert, wenn der Strom nicht im Kraftwerk, sondern im Keller produziert wird. Noch scheint das Umwelt-Argument aber nicht wirklich zu ziehen: Im Jahr 2010 haben die dem ZVSHK angeschlossenen Fachbetriebe etwa 500.000 klassische Wärmeerzeuger eingebaut, aber nur rund 4000 Kraft-Wärme-Kopplungsgeräte und davon nur einige Hundert Mikro-BHKW.

dpa>


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n-tv
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4.7.2011: Badezimmer verschönern und renovieren - es geht auch mit einfachen Methoden

aus: n-tv online: Neue Optik fürs alte Bad: Fliesen günstig renovieren; 4.7.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Fliesen-guenstig-renovieren-article3728671.html

<Aufkleber im Bad sind auch nicht jedermanns Sache. Aber immerhin sind sie leicht wieder zu entfernen.

Der schlimmste Nachteil eines hässlichen Badezimmers? Es bleibt auch noch lange hässlich. Ene neue, teure Einrichtung leistet man sich schließlich nur selten. Die Fliesen lassen sich aber auch umgestalten, anstreichen oder mit neuen Fliesen überdecken.

Moosgrün, Bahamabeige oder Currygelb: In den 60er und 70er Jahren sah so ein modernes Bad aus. Heute wirkt das angestaubt. Uni-Weiß und steril wirkt aber auch manch einem zu langweilig. Was also tun, um das Bad nach eigenem Geschmack zu gestalten? Fliesen abschlagen macht Dreck und Lärm und kostet eine Menge Geld. Die günstige und schnelle Alternative ist eine Badrenovierung auf den vorhandenen Fliesen. Hier kann man einiges anstellen: beschichten, verputzen oder neu verfliesen.

Wer es mag, kann mit farbenfrohen Stickern Akzente setzen. Der Vorteil: Sie sind leicht entfernbar und müssen nicht vom Vermieter genehmigt werden. Allerdings halten sie auch nicht lange. Im Spritzwasserbereich lösen sich irgendwann die Ränder und einer gründlichen Reinigung halten die Bilder nicht stand. Vor dem Bekleben muss die Platte mit Spiritus gründlich gesäubert werden. Außerdem muss man beim Aufbringen darauf achten, dass sich keine Luftblasen bilden.

Abdecken per Folie

Für größere Flächen gibt es Folien, die die Fliesen ganz abdecken. Manche dieser Produkte werden allerdings ähnlich wie eine Tapete fest fixiert, so dass sich der Urzustand nicht mehr herstellen lässt. Hier muss daher vor der Renovierung der Wohnungseigentümer seine Zustimmung geben - wie auch bei vielen anderen Renovierungsmaßnahmen.
Eine ebenso dauerhafte Lösung ist die Beschichtung der Fliesen mit Lack. "Sie hält zwar nicht 20 Jahre wie eine neue Verfliesung, aber 5 bis 7 Jahre hat man auf alle Fälle Ruhe", sagt Lorenz Vogt vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie.

Vorsichtig muss man bei Silikonfugen sein, denn Silikon und Lack mögen sich nicht. "Silikonfugen, beispielsweise am Anschluss der Badewanne, müssen penibel abgeklebt werden. Oder das Silikon wird ganz entfernt", empfiehlt Vogt. Vor dem Lackieren müssen die Fliesen dann sorgfältig von Fett- und Kalkrückständen gereinigt werden. Sonst wird die Haftung beeinträchtigt. Danach bringt man den Lack exakt nach Herstellerangaben mit einem Pinsel oder einer Rolle auf. Rund fünf Tage dauert es nach Angaben der meisten Hersteller, bis der Lack gehärtet ist. "Dann kann mit Hilfe von selbstklebenden Fugenbändern das alte Fugenbild nachgezeichnet werden", sagt Mareike Hermann von der DIY-Academy.

Varianten für Könner

Eine dritte Möglichkeit ist das Verputzen der alten Fliesen - eine aufwendigere Variante. "Dafür verschwindet die Fliesenoptik komplett und das Bad erhält eine sehr wohnliche Atmosphäre", sagt Hermann. Nach der Reinigung der Wand werden die Fugen und tiefe Löcher gefüllt, dann Haftgrund auf die gesamte Fläche aufgetragen. Darauf folgt der nach Geschmack getönte Putz. Ebenso arbeitsintensiv ist das Überfliesen der alten Fliesen. Daran sollten sich nur geübte Heimwerker wagen, empfiehlt Hermann.

ino/dpa>

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Fotoquellen
[1] Hakka-Rundhäuser, Innenhöfe und Hakka-Frau mit rundem Hut: http://www.welt.de/reise/Fern/article10223391/Warum-das-Volk-der-Hakka-das-Runde-so-sehr-liebt.html
[2] Lutselus, Kirche: http://www.panoramio.com/photo/3425604
[3] Lutselus, Kirche nach dem Einsturz durch viel Schnee auf dem Dach: http://www.n-tv.de/panorama/Kirche-in-Belgien-stuerzt-ein-article2234496.html
[4] Null-Bock-Sitzbank: http://www.welt.de/lifestyle/article13064305/Buergermeister-laesst-eine-Null-Bock-Bank-bauen.html


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