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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

40. Atomkraftwerke (AKWs) und die Folgen (Teil 11)

Krebs heilt mit Natron oder mit Blutgruppenernährung.


Video: Die Atomkraft ist eine Falle für die Menschheit: http://www.youtube.com/watch?v=j6Nic4s_pPI

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino
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Spiegel
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3.7.2011: <Deutsche Atomkraftwerke: Bundesregierung verschleiert Herkunft von Uran>

aus: Spiegel online; 3.7.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,771997,00.html

Uranmine in Niger: Woher stammt der deutsche Kernbrennstoff?

Von wo bezieht Deutschland das Uran für die Atomkraftwerke? Ganz klar ist das nicht. Denn Frankreich, einer der wichtigsten Lieferanten, ist selbst nur Zwischenhändler - möglicherweise für Brennstoff aus Niger. Die Regierung hält genauere Informationen über die Herkunft dennoch für überflüssig.

Hamburg - Auch nach der Atomwende verschleiert die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen weiterhin die Herkunft des Urans für die deutschen Kraftwerke. In Antworten auf parlamentarische Anfragen der Grünen und der Linken verweigert die Regierung genaue Angaben darüber, wie viel Nuklearbrennstoff aus Lieferländern wie Niger oder Kasachstan stammt.

Das Gros seines Bedarfs importiere Deutschland aus Frankreich und Großbritannien, erläutert die Bundesregierung. 2009 lieferte Frankreich 44 Prozent, 2008 sogar 55 Prozent. Weitere 30 beziehungsweise 22 Prozent kamen aus Großbritannien. Doch der Rohstoff wird in diesen Ländern nicht abgebaut, sondern nur aufbereitet und zwischengehandelt. Die Regierung schreibt, genauere Informationen über die Herkunft seien "nicht erforderlich und nicht verfügbar".

Expertenschätzungen zufolge bezieht das Lieferland Frankreich ein Viertel seines Urans aus Niger. Frankreich war dort bis 1960 Kolonialmacht, noch vor der Unabhängigkeit des afrikanischen Landes gründeten die Franzosen in dem Land die erste Minengesellschaft, der Atomkonzern Areva schürft seitdem in Afrika. Doch reich geworden ist Niger durch seine großen Uranvorkommen nicht, ganz im Gegenteil - der Staat zählt zu den ärmsten der Welt.

In Niger würden die verheerenden Auswirkungen des Uranabbaus besonders deutlich, schreiben Abgeordnete der Linken in ihrer Anfrage. Notwendige Sicherheitsmaßnahmen - wie zum Beispiel Atemschutzmasken für Minenarbeiter - seien jahrzehntelang missachtet worden. Radioaktiver Abraum werde unter freiem Himmel gelagert.

Greenpeace-Experten gehen davon aus, dass in den Minenstädten Arlit und Akokan die Gesundheit von 80.000 Menschen durch die radioaktive Belastung gefährdet ist. Die Umweltschützer hatten im November 2009 Strahlenwerte in Niger ermittelt. Der Entwicklungsexperte Niema Movassat (Linke) wirft der Bundesregierung vor, es sei ihr "gleichgültig, dass beim Abbau des Urans die Lebensgrundlagen der Menschen im Niger ruiniert und ein korruptes Regime gestützt werden".

Die Grünen machten in ihrer Anfrage auf ein weiteres Problem des Uranabbaus aufmerksam: 75 Prozent der weltweiten Uranvorräte lägen in Regionen, in denen indigene Bevölkerungsgruppen lebten. "Uranbergbau zerstört ihre Lebensgrundlagen und ihre Kultur, ihre heiligen Stätten und auf viele Generationen hinaus ihre Gesundheit.">


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Basler Zeitung
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Schweiz 4.7.2011: <Bericht: Mühleberg müsste seit einem Jahr abgeschaltet sein>

aus: Basler Zeitung online; 4.7.2011;
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Bericht-Muehleberg-muesste-seit-einem-Jahr-abgeschaltet-sein/story/19727137

<Das Atomkraftwerk Mühleberg wurde vergangene Woche wegen eines alarmierenden ETH-Gutachtens vom Netz genommen. Offenbar viel zu spät.

Muss für Überschwemmungsgefahr nachgerüstet werden: AKW Mühleberg.

SUSAN – die wichtigste Nachrüstung im KKW Mühleberg
SUSAN – das selbstständige, unabhängige System zur Abfuhr der Nachzerfallswärme - würde in Mühleberg im Notfall zum Einsatz kommen.

Das AKW Mühleberg wurde vor ein paar Tagen aufgrund eines ETH-Gutachtens vom Netz genommen. Doch das Eidgenössische Nuklearinspektorat Ensi hätte Mühleberg schon vor einem Jahr abschalten müssen, schreibt die «SonntagsZeitung».

Denn die Behörde hätte seit mehr als einem Jahr wissen müssen, dass bei starken Regenfällen die Aare Schlamm, Trümmer und Schwemmgut mitreissen und Kühlwasserleitungen verstopfen kann.

Genau dies ist im Dezember 2009 im Französischen AKW Cruas 4 passiert. Der Vorfall war gravierend, die Werks-Crew musste einen Notfallplan anwenden, um die Situation zu beherrschen.

Politiker fordern Konsequenzen

Das Schweizer Recht schreibt vor, dass das Ensi bei einem gravierenden Vorfall im Ausland die Situation für die Schweizer AKW analysieren muss. Eine fundierte Prüfung hat das Ensi aber unterlassen, so die «SonntagsZeitung». Hätte es nach dem Vorfall in Frankreich ein Gutachten bei der ETH bestellt, wäre Mühleberg schon vor einem Jahr deswegen vom Netz gegangen.

Stattdessen schrieb das Ensi laut der Zeitung in einem Forschungsbericht vom Januar 2010, «die Auslegung der Kernkraftwerke in der Schweiz deckt derartige Störfallszenarien ab.» Das Gutachten der ETH von vergangener Woche hat das Gegenteil bewiesen.

Unproblematisches Szenario

Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, wollte das Ensi auch nach dem Tsunami in Japan nichts von einer Verstopfungsgefahr bei Überflutungen wissen. Gegenüber der Zeitung habe das Inspektorat im April ein solches Szenario als unproblematisch bezeichnet.

Doch die ETH-Wissenschaftler haben das Szenario genau geprüft. Gegenüber der «SonntagsZeitung» sagen sie: «Wir haben mit Modellversuchen eindeutig nachweisen können, dass im Falle eines Extremhochwassers eine Verstopfungsgefahr der Kühlwasserentnahme besteht. Es ist aus dem Befund heraus klar, dass das Problem behoben werden muss.»

Neue, kritische Experten

Nun reagieren auch Politiker: SP-Energieexperte Roger Nordmann meinte gegenüber der «SonntagsZeitung», das Ensi komme seiner Aufsichtspflicht nicht nach. «Die Ensi-Verantwortlichen müssen durch neue, kritische Experten ersetzt werden», so Nordmann.

Urek-Mitglied und SP-Fraktionschefin Ursula Wyss sagt gegenüber der Zeitung: «Direktor Hans Wanner muss die Verantwortung für die Fehler des Ensi tragen - und die Konsequenzen daraus ziehen.» (kpn, rub)>

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20 minuten
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Frankreich 4.7.2011: <AKW Fessenheim darf weiter laufen> - Empfehlung für weitere 10 Jahre

In einer der gefährlichsten Erdbebenzonen Europas darf ein brüchiges AKW weiterlaufen. Irgendwann kommt dort ein Super-Gau. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online; 4.7.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/AKW-Fessenheim-darf-weiter-laufen-21492982

<Ungeachtet massiver Proteste hat die französische Behörde für Atomaufsicht (ASN) eine Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass empfohlen. Das AKW soll aber technisch nachgebessert werden.

Das AKW Fessenheim wird noch nicht abgestellt: Laut einer am Montag veröffentlichten Empfehlung könnte der Betrieb des Reaktorblocks 1 um weitere zehn Jahre verlängert werden. Die ASN verband ihre Zustimmung jedoch mit der Auflage, dass das AKW technisch nachgebessert wird.

Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der französischen Regierung. Offiziell will sie ihren Beschluss erst im Herbst fassen - nach Abschluss des von der EU angeordneten Stresstests, der bereits begonnen hat. Bisher war die Regierung jedoch stets den Empfehlungen der ASN gefolgt.

Ältester Reaktor in Frankreich

Block 1 des Atommeilers am Oberrhein wurde 1977 in Betrieb genommen und ist damit der älteste Druckwasserreaktor in Frankreich. Für den ein Jahr jüngeren Block 2 strebt der französische Stromkonzern EDF ebenfalls eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre an.

Atomkraftgegner auf beiden Seiten des Rheins fordern seit Jahren die Stillegung des AKW, das als besonders pannenanfällig gilt. Seit der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima haben sich zahlreiche Gemeinden aus der dem Elsass, der Schweiz und aus Deutschland dieser Forderung angeschlossen, unter ihnen die Elsass-Metropole Strassburg.

(sda)>

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Welt online,
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5.7.2011: <Atomkatastrophe: Fukushima und das "nationale Verbrechen"> - die Strahlenwerte sollen um das 1000-Fache geschönt worden sein

aus: Welt online; 5.7.2011;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13469164/Fukushima-und-das-nationale-Verbrechen.html

<Autor: Günther Lachmann

War die Strahlung 1000 Mal höher als bekannt? Japans führender Strahlenmediziner Nishio Masamichi schreibt von einem "nationalen Verbrechen".

Fukushima war für Japan nicht nur ein historisches Unglück, es war womöglich ein "nationales Verbrechen". Das jedenfalls behauptet der Direktor des Hokkaido Krebs-Zentrums, Nishio Masamichi, jetzt in einem Aufsatz für das angesehen Wirtschaftsmagazin "Toyo Keizai", das "The Asia Pacific Journal" in englischer Übersetzung veröffentlicht.

Als die Atomreaktoren explodierten, war der angesehene Strahlenmediziner Masamichi einer derjenigen, die zu Ruhe und Besonnenheit mahnten. Er glaubte den Angaben des Energiekonzerns Tepco und der Regierung. Inzwischen hat sich seine Sichtweise grundsätzlich gewandelt. Sein Aufsatz ist eine Abrechnung mit einem zweifelhaften Politik- und Wirtschaftsverständnis, das seine Bürger nicht schützt, sondern hintergeht und sogar missbraucht.

So sei die Freigabe der Daten des teuren "SPEEDI"-Systems bewusst zwölf Tage lang verzögert worden. "Es ist nur vorstellbar, dass die große Menge an Radioaktivität, die freigesetzt wurde, nur deshalb nicht bekannt gemacht wurde, weil sie einen Panikausbruch fürchteten", schreibt der Strahlenmediziner.

Der frühere Innenminister Haraguchi Kazuhiro habe unterstellt, dass die tatsächliche Strahlung drei Dezimalstellen größer gewesen sei als die der Öffentlichkeit mitgeteilten Zahlen. "Wenn das wahr ist, stellt dies ein nationales Verbrechen dar", so der Strahlenmediziner.

Die Verantwortlichen des Energieunternehmens Tepco hätten den Menschen bewusst die Wahrheit verheimlicht, weil sie das Überleben des Konzerns über die Gesundheit der Bevölkerung gestellt hätten. Sämtliche Bürokraten seien nicht in der Lage gewesen, verlässliche Informationen über die Wirkung radioaktiver Strahlung zusammenzustellen und eine sinnvolle Handlungsstrategie daraus abzuleiten, schreibt Masamichi heute.

Dem Premierminister und seinem Kabinett wirft er vor, es mangele ihnen an Führungsfähigkeit und dem notwendigen Sinn für eiliges Handeln. Andere Politiker hätten die Krise sogar für inner- und außerparteiliche Streitigkeiten benutzt. Und dann leide das Land unter all den Industrielobbyisten und "akademischen Lakaien" der Regierung, die mitgeholfen hätten, den Mythos der nuklearen Sicherheit zu schaffen.

Mit Blick auf all diese Fakten, schreibt Masamichi: "Ich sehe keinerlei Hoffnung für Japan. Diese Umstände sind schlicht tragisch."

Medien sollten alles tun, um Panik zu vermeiden

Aber auch die Medien zählt der Strahlenmediziner zu den Mitschuldigen. Sie seien nicht in der Lage gewesen, die Bevölkerung mit fundierten und gesicherten Informationen zu versorgen. Von den Chefredakteuren sei der Kurs vorgegeben worden, die Medien sollten alles tun, um Panik zu vermeiden. Dahinter sei der Anspruch, die Wahrheit zu kommunizieren, zurückgefallen.

Nachdem er die Arbeitsbedingungen der Rettungskräfte eingehend untersucht hat, kommt der Leiter des Krebs-Zentrums zu dem Schluss: "Sie sind nicht einmal wie menschliche Wesen behandelt worden." Obwohl es in der Nähe Hotels gegeben habe, mussten die Retter in Baracken ohne jede Privatsphäre schlafen. Er vermutet, Tepco habe dies angeordnet, um eine Flucht der Arbeiter zu verhindern.

Über die Hubschrauber, die Wasser über den brennenden Reaktoren abgekippt haben, schreibt Masamichi, sie seien mit so schwachen Schutzschilden gegen Radioaktivität ausgestattet gewesen, wie sie in den Röntgensälen eines Klinikums gebräuchlich seien.>

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20 minuten
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Schweiz 7.7.2011: <AKW Mühleberg: Ein Riss soll durch die ganze Wand gehen> - so die Prüfung mit Ultraschall

aus: 20 minuten online; 7.7.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/Ein-Riss-soll-durch-die-ganze-Wand-gehen-25926560

<Das Atomkraftwerk Mühleberg ist abgeschaltet worden - für Nachrüstungen. Jetzt ist ein Bericht aufgetaucht, der neue Fragen aufwirft. Es geht um die Risse im Kernmantel.

Wie ist der Zustand des AKW Mühlebergs wirklich? Gibt es einen Riss, der durch die ganze Wand geht? Atomgegner und Aufsichtsbehörde sind sich nicht einig.

Einer der Risse im Kernmantel von Mühleberg geht offenbar durch die ganze Wand hindurch. Dies schreibt der «Beobachter» in seiner neusten Ausgabe. Die Zeitschrift stützt sich auf einen Auszug aus einem nicht öffentlichen Bericht des Berner Stromkonzerns BKW an das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). In diesem musste die BKW erklären, wie sie den Kernmantel im Hinblick auf einen langfristigen Betrieb reparieren will.

Der Befund ist allerdings von einem Streit um Prüfmethoden begleitet. Eine Prüfung mit Ultraschall habe einen durchgehenden Riss angezeigt, wird das Ensi im «Beobachter» zitiert, eine Überprüfung mit der zuverlässigeren visuellen Methode habe aber keinen Durchriss erkennen lassen. Die BKW sagt auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» dasselbe. Das Ökoinstitut Darmstadt hingegen argumentiert, dass mindestens eine dritte Prüfung angebracht gewesen wäre, wenn zwei widersprüchliche Ergebnisse vorliegen.

«Die Festigkeit entspricht den Anforderungen»

Unabhängig von der Kontroverse um die Messmethode betont der stellvertretende Ensi-Direktor Georg Schwarz gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Die Festigkeit des Kernmantels entspricht den Anforderungen des Regelwerks. Die BKW muss auch dieses Jahr im Rahmen der laufenden Revision den aktuellen Festigkeitsnachweis des Kernmantels beim Ensi einreichen.» Kurz nach der Katastrophe in Fukushima hatte Schwarz gegenüber der Zeitung «Bund» noch gesagt: Die Zuganker, mit denen die BKW den Kernmantel verstärkt hat, seien «genügend, solange es keine durchgehenden Risse hat». Dies sei so zu verstehen gewesen, dass der Kernmantel auf einer horizontalen Naht nicht ringsherum durchgerissen sein dürfe, sagt der stellvertretende Ensi-Direktor heute. «Falls der Kernmantel durchgehend auf seinem ganzen Umfang durchgerissen wäre, dann wäre dies in der Tat für die Sicherheit nicht akzeptabel.»

Risse, welche die Wand bloss auf einem Teil des Umfangs ganz durchdringen, erachtet das Ensi als noch nicht problematisch. Kein Verständnis dafür hat Jürg Aerni von der Organisation Fokus Anti-Atom. «Das Ensi unterschätzt das Problem seit Jahren», sagt er zum «Tages-Anzeiger». «Ab einer gewissen Länge wachsen die Risse schnell und unkontrolliert.» Dies gelte insbesondere für einen Riss durch die ganze Wand hindurch. «Hier kann sich die Korrosion jetzt in alle Richtungen durchfressen. Dies ist eine völlig neue Qualität des Problems.»

Ein neues Ultraschallprüfsystem

Weiter wird im «Beobachter» kritisiert, dass erst bei der diesjährigen Revision, 21 Jahre nach dem ersten Auftreten der Risse, alle Schweissnähte vermessen werden sollen.

Die annähernd vollständige Vermessung soll nun diesen Sommer erfolgen. Pikanterweise mit einem «neuen Ultraschallprüfsystem», wie im Bericht betont wird – mit jener Methode also, die das Ensi und die BKW als ungeeignet erachten, um Risse durch die ganze Wand des Kernmantels hindurch zu entdecken.

(feb)>

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n-tv
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Deutschland 8.7.2011: Die Länderkammer Bundesrat billigt den Atomausstieg für 2022

aus: n-tv online: Energiegewinnung ohne Kernkraft: Länder billigen Atomausstieg; 8.7.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Laender-billigen-Atomausstieg-article3762971.html

<Der Ausstieg aus der Atomenergie ist unter Dach und Fach: Der Bundesrat billigt das bereits vom Bundestag beschlossene Gesetz, das die stufenweise Abschaltung aller Meiler in Deutschland bis zum Jahr 2022 vorsieht. Die zwischenzeitlich abgeschalteten AKW gehen nicht wieder ans Netz. Gescheitert ist indes das Gesetz zur Gebäudesanierung.

Der Bundesrat hat den stufenweisen Atomausstieg bis zum Jahr 2022 gebilligt. Damit ist auch das sofortige Aus für acht Atomkraftwerke endgültig. Bis September soll die Bundesnetzagentur entscheiden, ob eines der acht stillgelegten AKW für den Fall von Stromengpässen bis 2013 in Bereitschaft bleibt. Die stillgelegten Meiler sollen nun zurückgebaut werden. Mit dem Beschluss der Länder wird als Folge der Katastrophe von Fukushima die erst im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung endgültig zurückgenommen.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) misst der deutschen Energiewende eine hohe außen- und geopolitische Bedeutung bei. Wenn Deutschland als großes Industrieland die Wende hin zu einer Versorgung mit erneuerbaren Energien schaffe, habe dies eine große Strahlkraft, sagte Röttgen im Bundesrat. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) betonte, die Wende werde die Versorgungssicherheit garantieren. Neben dem Ausbau der Ökoenergien seien bis 2013 Kraftwerksbauten mit einer Kapazität von 13 Gigawatt geplant, bis 2020 sollten Kraftwerke mit weiteren 10 Gigawatt gebaut werden. Eine große Herausforderung sei der Netzausbau, bis 2022 brauche man bis zu 4000 Kilometer an Leitungen.

Die Reihenfolge der Abschaltung bei den neun verbleibenden Atommeilern sieht so aus: 2015 Grafenrheinfeld, 2017 Gundremmingen B, 2019 Philippsburg II, 2021 Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C sowie 2022 Isar II, Neckarwestheim II und Emsland.>

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20 minuten
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Japan 9.7.2011: <Katastrophe in Fukushima: Aufräumarbeiten dauern noch Jahrzehnte>

aus: 20 minuten online; 9.7.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Aufraeumarbeiten-dauern-noch-Jahrzehnte-22958559

<Es wird noch mindestens zehn Jahre dauern, bis die Situation nach der AKW-Katastrophe im Fukushima unter Kontrolle ist. Das sagt Japans Regierungschef Naoto Kan.

Die Arbeiter in Fukushima werden noch lange zu Gange sein. Und die Situation dort ist frühestens in zehn Jahren unter Kontrolle.

Die Aufräumarbeiten an dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 könnten nach Angaben der Regierung erst in mehreren Jahrzehnten beendet sein. Regierungschef Naoto Kan rechnet damit, die Situation in Fukushima in bis zu zehn Jahren unter Kontrolle zu bringen.

Bis der Unfall komplett ausgestanden sei, könnten sogar noch mehrere Jahrzehnte vergehen, sagte Kan am Samstag bei einem Treffen der regierenden Demokratischen Partei.

Entnahme der Brennstäbe 2021

Berichten des TV-Senders NHK zufolge gehen die japanische Atomenergiebehörde und der Betreiber der Anlage in Fukushima, Tepco, davon aus, dass sie erst 2021 mit der Entnahme der in drei Reaktoren geschmolzenen Brennstäbe beginnen können.

Mitte März hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Tsunamiwelle im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. Infolge dessen wurden Teile der Atomanlage in Fukushima schwer beschädigt, wodurch erhöhte Radioaktivität austrat und die grösste Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor 25 Jahren ausgelöst wurde.

Nach Angaben von NHK gehen auch die japanischen Behörden und Tepco davon aus, dass es noch «mehrere Jahrzehnte» bis zum endgültigen Abriss der beschädigten Reaktoren dauern könnte. Im Zuge der Katastrophe war es in drei der sechs Atomreaktoren zu einer Kernschmelze gekommen.

(sda)>

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Welt online,
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Fukushima 1 am 9.7.2011: Die Brennstäbe werden erst in 10 Jahren entfernt

aus: Welt online: Japans Atomruine: Fukushima-Brennstäbe werden erst ab 2021 entfernt; 9.7.2011;
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13477988/Fukushima-Brennstaebe-werden-erst-ab-2021-entfernt.html

<Die Katastrophe von Fukushima wird Japan lange verfolgen: Mit der Entfernung der geschmolzenen Brennstäbe wird Betreiber Tepco frühestens in zehn Jahren beginnen.

Die Aufräumarbeiten an der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima könnten nach Angaben der Regierung erst in mehreren Jahrzehnten beendet sein. Zahlreiche Menschen hätten aus dem Gebiet der Anlage in Sicherheit gebracht werden müssen und es werde wohl mindestens zehn Jahre dauern, um die Situation in Fukushima unter Kontrolle zu bekommen. Dies teilte Japans Premier Naoto Kan mit.

„Bis der Unfall komplett ausgestanden ist, könnten sogar noch mehrere Jahrzehnte vergehen“, sagte der Ministerpräsident. Berichten des TV-Senders NHK zufolge gehen die japanische Atomenergiebehörde und der Betreiber der Anlage in Fukushima, Tepco, davon aus, dass sie erst 2021 mit der Entfernung der in drei Reaktoren geschmolzenen Brennstäbe beginnen können.

Mitte März hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Tsunamiwelle im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. Infolge dessen wurden Teile der Anlage in Fukushima schwer beschädigt, wodurch erhöhte Radioaktivität austrat und die größte Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor 25 Jahren ausgelöst wurde.

Nach Angaben von NHK gehen auch die japanischen Behörden und Tepco davon aus, dass es noch „mehrere Jahrzehnte“ bis zum endgültigen Abriss der beschädigten Reaktoren dauern könnte. Im Zuge der Atomunfälle war es in drei der sechs Reaktoren zu einer Kernschmelze gekommen.

AFP/jw>

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n-tv
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Japan 12.7.2011: Radioaktives Cäsium-Fleisch aus der Region Fukushima in Tokio - die Kontrollen versagen

aus: n-tv online: Ware landet in Tokio: Japaner essen verstrahltes Fleisch; 12.7.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Japaner-essen-verstrahltes-Fleisch-article3790891.html

<In der Nähe des havarierten japanischen AKW Fukushima füttert ein Bauer seine Rinder mit radioaktiv belastetem Stroh. Das verstrahlte Fleisch der Tiere gelangt in den Handel und wird von Verbrauchern verzehrt. Die Behörden wollen nun auf den Vorfall reagieren, haben jedoch mit Personalmangel zu kämpfen.

In Japan ist verstrahltes Rindfleisch aus der Umgebung des havarierten Atomkraftwerks Fukushima verkauft und verzehrt worden. Die in dem Fleisch festgestellte Menge an radioaktivem Cäsium habe den gesetzlichen Grenzwert um das drei- bis sechsfache überschritten, teilten die Behörden mit. Das Fleisch stamme von einem Betrieb in der Nähe des Katastrophenreaktors. Der Bauer habe die Rinder mit verstrahltem Stroh gefüttert und das Fleisch anschließend nach Tokio geliefert, wo es in den Handel und damit auf die Teller von Verbrauchern gelangt sei.

Die japanische Regierung bemühte sich um Schadensbegrenzung und erklärte, es handle sich um einen Ausnahmefall. Der Verzehr des verstrahlten Fleisches stelle keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit dar. Dennoch soll Rindfleisch aus der Umgebung von Fukushima nun künftig stärker auf radioaktive Belastung untersucht werden. Örtliche Behörden räumten allerdings ein, dass ihnen für umfassende Proben das Personal fehle.

Die Nachricht ist nicht die erste Schreckensmeldung für die japanischen Verbraucher, seit das Atomkraftwerk Fukushima am 11. März im Zuge des Jahrhundert-Erdbebens und Tsunamis havarierte. So warnte die Regierung kurz nach dem Unglück, dass das Leitungswasser radioaktiv belastet sei und Babys es deshalb nicht trinken sollten. Die Warnung wurde später aufgehoben. Zudem wurde der Verkauf bestimmter Gemüseprodukte aus der Region untersagt. In Fischen wurden ebenfalls zu hohe Mengen an radioaktivem Cäsium entdeckt.

rts>

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n-tv
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Ukraine 13.7.2011: <Genügend Spenden für Tschernobyl: Sarkophag kann gebaut werden>

aus: n-tv online; 13.7.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Sarkophag-kann-gebaut-werden-article3799876.html

<25 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl will die Ukraine im Oktober mit dem Bau eines dringend benötigten neuen Sarkophags um den explodierten Reaktor beginnen. Der Regierung lägen inzwischen Spendenzusagen über rund 670 Millionen Euro vor, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Oleg Woloschin. Veranschlagt für den Bau seien Kosten von 740 Millionen Euro.

Zwar gebe es weltweit keine Erfahrung mit dem Bau einer solchen Stahlbetonkonstruktion. "Aber wir sind optimistisch, dass die Arbeiten bis 2015 abgeschlossen sein werden", sagte Woloschin. Die Lebensdauer der momentanen Schutzhülle sei bis 2016 berechnet.

Experten mahnen, im schlimmsten Fall drohe ein Einsturz der provisorischen und rissigen Schutzhülle aus Beton und Stahl. Der Reaktorblock vier war am 26. April 1986 explodiert. Mindestens 10.000 Menschen starben laut Schätzungen an den Folgen der Katastrophe.

dpa>

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Japans Regierung bewegt sich - zumindest, was eine Ankündigung angeht:

20 minuten
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13.7.2011: Japans Ministerpräsident kündigt Energiewende an: Solarenergie, Windenergie, Biomasse-Energie

aus: 20 minuten online: Japan geht über Bücher: Japans Ministerpräsident will weg vom Atomstrom; 13.7.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Ministerpraesident-will-weg-vom-Atomstrom-10708805

<Trotz des Atom-Desasters in Fukushima hielt Japan bisher an der Atomenergie fest. Das soll sich jetzt ändern, sagt Ministerpräsident Naoto Kan.

Japan soll nach dem Willen von Ministerpräsident Naoto Kan aus der aktuellen Krise lernen und sich unabhängiger von Atomstrom machen. Das mit der Kernkraft verbundene Risiko sei zu gross, sagte Kan am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Er wolle die Nation vom Atomstrom entwöhnen und strebe eine Gesellschaft an, die ohne Kernkraft auskommt. Japan solle erneuerbare Energien wie Solar- und Windenergie sowie Biomasse entwickeln, sagte er. Der zweite Pfeiler der japanischen Energiepolitik solle das Energiesparen sein.

Japans Atompolitik steht seit dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März und der folgenden teilweisen Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi stark in der Kritik.

30 Prozent Atomstrom

Japan bezieht zurzeit etwa 30 Prozent der Energie aus Atomkraft und hatte vor der Atomkatastrophe geplant, diesen Anteil bis zum Jahr 2030 auf 53 Prozent zu erhöhen. Kan hat sich bereits in den vergangenen Wochen für eine Verringerung des Anteils der Atomenergie ausgesprochen.

Als Folge der Natur- und Atomkatastrophe leidet das Land derzeit unter einer massiven Stromknappheit. Kan äusserte sich überzeugt, dass die japanische Wirtschaft in Folge von Energie-Einsparungen und dezentraler Stromversorgung die Energieengpässe in diesem Sommer meistern werde. Von den insgesamt 54 Atomkraftwerken sind derzeit 35 stillgelegt.

Am 11. März hatten ein Beben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Tsunamiwelle im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. Durch die Naturgewalten war im Atomkraftwerk Fukushima die grösste Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor 25 Jahren ausgelöst worden.

(dapd)>

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Welt
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Ukraine 13.7.2011: <Boxen: Klitschko-Vater stirbt an Tschernobyl-Spätfolgen>

aus: Welt online; 13.7.2011;
http://www.welt.de/sport/article13485297/Klitschko-Vater-stirbt-an-Tschernobyl-Spaetfolgen.html

<Mit 64 Jahren ist Wladimir Klitschko senior in Kiew gestorben. Der Armeeoffizier war 1986 an den explodierten Reaktorblock abkommandiert worden.

Die Box-Weltmeister Wladimir und Vitali Klitschko trauern um ihren toten Vater. Die das Management der beiden Ukrainer dem SID bestätigten, starb Wladimir Rodionowitsch Klitschko am Mittwoch im Alter von 64 Jahren in Kiew nach einem langen schweren Krebsleiden. Wann die Beerdigung stattfindet, steht noch nicht fest. Der Vater der beiden Schwergewichtler war Oberst der Luftwaffe.

Nach der Atomkatastrophe 1986 in Tschernobyl koordinierte er die Hubschraubereinsätze. Möglicherweise ist die Krebserkrankung auf die hohe Strahlenbelastung zurückzuführen.

„Beide Brüder waren am Boden zerstört, als sie von der Nachricht gehört haben“, sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte dem SID. Wladimir war noch am Dienstag Ehrengast beim Pferdesportfest CHIO in Aachen, reiste am Mittwoch nach der tragischen Nachricht aber sofort nach Kiew. „Es war schon länger klar, dass der Vater nicht mehr lange zu leben hatte. Beide Brüder nahmen zuletzt nur noch die Termine wahr, die schon seit langer Zeit feststanden“, berichtete Bönte.

Auch bei Klitschkos WM-Kampf vor knapp zwei Wochen in der Hamburger HSV-Arena war der Vater bereits sterbenskrank. Trotzdem ließ sich Wladimir nichts anmerken und vereinte durch den einstimmigen Punktsieg über den Briten David Haye alle Titel der vier wichtigsten Weltverbände in der Familie. Das hatte es zuvor im Schwergewichtsboxen noch nicht gegeben.

„Es war schön, dass der Vater den Kampf in der Hamburger Klinik noch am Fernseher verfolgen konnte“, sagte Bönte. Kurz nach dem Kampf wurde Klitschko senior nach Kiew geflogen, um sich dort von seinen Freunden zu verabschieden und im Haus der Familie zu sterben.

Das verstorbene Familienoberhaupt war schon seit längerer Zeit an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und hatte mehrere Chemotherapien durchgestanden. Zwischenzeitlich ging es ihm wieder besser, die letzte Therapie schlug aber nicht mehr wie erhofft an. In den nächsten Tagen werden die Brüder zunächst in Kiew bleiben, um auch der Beisetzung des Vaters beizuwohnen. Diese soll im kleinen Kreis stattfinden.

sid/fb>

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n-tv
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14.7.2011: Japan dementiert den Atomausstieg - Präsident Kan ist doch kein Umweltschützer

aus: n-tv online: War nicht so gemeint: Japan dementiert Atomausstieg; 14.7.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Japan-dementiert-Atomausstieg-article3810406.html

<Konfuse Lage in Tokio: Ministerpräsident Kan denkt laut über eine Zukunft ohne Atomenergie nach - und wird nur einen Tag später von seinem eigenen Sprecher berichtigt: Der vom Regierungschef in Aussicht gestellte Atomausstieg sei nicht offizielle Regierungslinie.

In der japanischen Regierung zeichnet sich ein Konflikt über die angekündigte Kehrtwende in der Energiepolitik mit dem Ziel Atomausstieg ab. Die von Ministerpräsident Naoto Kan in Aussicht gestellte Abkehr von der Kernkraft nach der Fukushima-Katastrophe sei nicht offizielle Regierungslinie, sagte der Sprecher Yukio Edano in Tokio. Eine Gesellschaft ohne Atomkraft sei lediglich eine "Hoffnung für die ferne Zukunft", zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo Edano.

Am Mittwoch hatte der politisch angeschlagene Regierungschef Kan angekündigt, sein Land wolle "systematisch und in Etappen" aus der Atomkraft aussteigen. Er gab aber keinen genauen Zeitplan an. Nach einem Erdbeben im März war es in mehreren Reaktorblöcken der Atomanlage Fukushima zu Kernschmelzen gekommen, in deren Folge die Region radioaktiv verstrahlt wurde.

Die Aussagen Kans seien als Beginn einer nationalen Debatte über Atomenergie zu verstehen, betonte Regierungssprecher Edano. Japan werde seine Atomkraftwerke noch viele Jahre nutzen. Der Anteil der Atomenergie müsse aber reduziert werden.

Wegen der großen Gefahren könne die Kerntechnik nicht mit konventionellen Maßnahmen allein kontrolliert werden, hatte Kan gesagt. "Ich glaube, wir sollten nach einer Gesellschaft streben, die nicht von Atomenergie abhängig ist." Noch sei es zu früh, einen Zeitplan für das Ziel eines kernenergiefreien Landes zu setzen. Es handele sich aber um einen schrittweisen Prozess.

Ohnehin ist fraglich, ob Kan seinen überraschenden Schwenk auch nur in Ansätzen verwirklichen kann. Der unpopuläre Regierungschef hat seinen Rücktritt angekündigt, einen Termin aber offen gelassen. Vor der Naturkatastrophe vom 11. März hatten die 54 Atomkraftwerke rund 30 Prozent der japanischen Energiemenge produziert. Derzeit sind 35 AKW vom Netz, der Anteil des Atomstroms lag im Juni nur noch bei 18 Prozent, so dass die drittgrößte Volkswirtschaft unter Stromausfällen leidet.

Kan zeigte sich zuversichtlich, dass die japanische Wirtschaft den Energiemangel meistern wird. Die Lücke könne durch Energieeinsparungen und dezentrale Kraftwerke von Unternehmen geschlossen werden.

Befürworter der Atomenergie warnten als Folge des Ausstiegs vor Risiken für Umwelt und Preise. Es drohe der verstärkte Einsatz von klimaschädlichen fossilen Brennstoffen. Zudem müssten sich Wirtschaft und Verbraucher auf höhere Preise gefasst machen.

dpa/rts>


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Basler
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17.7.2011: Schweizer Regierung verschweigt "Atomfabrik" zum Verschweissen des hochradioaktiven Abfalls

aus: Basler Zeitung online: Bund verheimlichte Atomfabrik; 17.7.2011;
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Bund-verheimlichte-Atomfabrik/story/19021425

<Laut eines Zeitungsberichtes will die Nagra an einem möglichen Standort für ein Lager auch gleich eine «heisse Zelle» bauen. Die Erkenntnis sorgt für rote Köpfe und wirft Fragen auf.

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Auf der Suche nach einem Tiefenlager für radioaktive Abfälle hat der Bund gegenüber der Öffentlichkeit bisher ein brisantes Thema verheimlicht. Das schreibt die «SonntagsZeitung».

Das Bundesamt für Energie und die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) planen am Entsorgungsplatz in der Schweiz eine sogenannte «heisse Zelle». Das ist ein Hochsicherheitsgebäude, in dem stark radioaktive Brennelemente verarbeitet und in Endlagerbehälter verschweisst werden sollen. Bisher war bloss von einer Verpackungsanlage die Rede gewesen.

Strahlensicheres Spezialgebäude

Der Plan sieht gemäss der «SonntagsZeitung» so aus, dass Brennelemente per Bahn in sogenannten Castorbehältern angeliefert würden. Die soliden Behälter eignen sich zwar für Transport des strahlenden Materials, für die Lagerung sind sie jedoch zu schwer.

Im künftigen Lager müsste der radioaktive Müll deshalb in kleinere Container verpackt werden. Diese Arbeit würde dann von Robotern in einem Hochsicherheitsgebäude ausgeführt werden. Ein solcher Trakt muss streng bewacht werden, komplett strahlensicher und gegen Terroranschläge geschützt sein, hebt die Zeitung hervor.

Gegenüber der «SonntagsZeitung» bestätigte die Nagra den Plan. Die Anlage werde analog zum Zwischenlager in Würenlingen «als heisse Zelle ausgelegt werden – vermutlich aber grösser», so Nagra-Sprecher Heinz Sager.

Die Politik ist überrascht

Vertreter und Bürger der möglichen Standortgebiete sind überrascht. «Die Bevölkerung geht davon aus, dass der radioaktive Abfall bereits fertig verpackt im Lager ankommt und dort sogleich in den Untergrund verfrachtet wird», sagt die Schaffhauser SP-Kantonsrätin Martina Munz gegenüber der «SonntagsZeitung».

Eine solche Anlage berge ein viel höheres Gefahrenpotenzial als ein Aufbewahrungsort für Abfälle, wie dies die Nagra bisher dargestellt habe, so Munz gegenüber der Zeitung.

«Für uns ist neu, dass es eine Nuklearanlage geben wird», sagt die Schaffhauser Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf. Auch der grüne Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann staunt: «Ich bin seit Jahren als Vertreter auf der deutschen Seite in diesen Prozess der Lagersuche involviert. Von einer oberirdischen nuklearen Anlage wusste ich nichts.»

Fragen müssen auf den Tisch

Die Frage bleibt, wie es möglich ist, dass die Nagra die Öffentlichkeit bisher nicht im Detail über diese hochsensible Anlage informiert hat. Walter Wildi, Professor für Geologie an der Universität Genf sagt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Dieser Frage sind die Behörden und die Nagra bisher immer ausgewichen.»

Doch jetzt müssten die Fragen auf den Tisch. «Es ist wichtig für die Bevölkerung zu wissen, dass sie nicht einfach einen Bahnhof als Umladestation erhält, sondern eine Kernanlage». so der ehemalige Präsident er Kommission für die Sicherheit von Kernanlagen.

Denn, vieles muss noch geklärt werden, schreibt die «SonntagsZeitung». Zum Beispiel die Frage, wie gross die Distanz einer solchen Anlage zu Wohnhäusern und Schulen haben muss, oder ob sie in einem Gebiet liegen darf, unter dem es Trinkwasservorkommen gibt.

Deutschland zeigt sich überrascht

Es sei möglich, dass bisher zu wenig verständlich informiert wurde, sagt das Bundesamt für Energie zu den Recherchen der Zeitung. «Wir werden Lehren daraus ziehen», sagt der zuständige Chefbeamte Michael Aebersold.

Unterdessen bittet der Baden-Württembergische Umweltminister Franz Untersteller Bundesrätin Doris Leuthard schriftlich um einen Termin, um die Fragen zum Tiefenlager zu besprechen. Zudem verlangt der grüne Minister, dass nicht nur deutsche Bürger im Umkreis von 5 Kilometern, sondern von 30 Kilometern bei der Standortsuche mitreden dürfen. (pbe)>

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20 minuten
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Japan 17.7.2011: Neuer Fund mit radioaktivem Cäsium-Fleisch

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Wieder radioaktives Fleisch entdeckt; 17.7.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/15604658

<Japan kämpft weiterhin gegen die radioaktive Verseuchung. Nun wurden bei 132 Rindern zu hohe Cäsium-Werte festgestellt. Die Tiere hatten verseuchtes Stroh gefressen.

In Japan haben weitere Regionen die Entdeckung von radioaktiv verseuchtem Rindfleisch gemeldet. Insgesamt seien 132 Rinder, die Stroh mit hohen Werten radioaktiven Cäsiums gefressen hätten, über das Land verteilt verschickt worden, berichteten japanische Medien am Sonntag.

Einem Bericht des Senders NHK zufolge ist davon auszugehen, dass verseuchtes Fleisch 36 der 47 japanischen Präfekturen in Japan erreichte. Betroffen sei auch Tokio. Einige Supermärkte in der Hauptstadt warnten mit Schildern vor radioaktivem Rindfleisch.

Die Regierung will am Dienstag ein Verbot für Rindfleisch aus der Präfektur Fukushima verhängen, wo das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi durch das Erdbeben und den Tsunami im März schwer beschädigt worden war und noch immer Radioaktivität ausstrahlt.

Der stellvertretende japanische Gesundheitsminister Kohei Otsuka erklärte, das Verbot könne möglicherweise auch auf Gegenden ausserhalb Fukushimas ausgeweitet werden.

Japan hat bislang kein zentrales System zur Prüfung von Radioaktivitätswerten in Nahrungsmitteln eingeführt und verlässt sich stattdessen auf Tests örtlicher Behörden. Nach Regierungsangaben besteht aber kein unmittelbares Gesundheitsrisiko durch den Verzehr normaler Mengen an Rindfleisch, auch wenn dieses radioaktiv verseucht ist.

(sda)>

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Fukushima 1 am 19.7.2011: <Japans Atomkatastrophe: Vorbereitung zur Stilllegung des AKW läuft>

aus: 20 minuten online; 19.7.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Vorbereitung-zur-Stilllegung-des-AKW-laeuft-20500220

<Ein Meilenstein der Fukushima-Krise naht: Das havarierte AKW wird bald stillgelegt. Ein provisorisches Kühlungssystem ist in Betrieb.
Die Vorbereitungen zur Stilllegung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima laufen nach Angaben der Regierung wie geplant. Das sagte Ministerpräsident Naoto Kan am Dienstag vor dem Parlament.

Die erste Etappe zur Stabilisierung der am 11. März bei dem schweren Erdbeben und dem anschliessenden Tsunami stark beschädigten Reaktoren sei mit der Inbetriebnahme eines provisorischen Kühlungssystems beinahe in der gesetzten Frist abgeschlossen worden, führte Kan aus.

Der wegen seines Krisenmanagements umstrittene Regierungschef versicherte den Abgeordneten, sie bewegten sich auf das Ende der Krise zu.

Die Betreiberfirma Tepco hat in den vergangenen Wochen ein provisorisches Kühlungssystem eingerichtet, das es bis Januar ermöglichen soll, die Temperatur in den drei am stärksten beschädigten Reaktoren auf unter hundert Grad Celsius zu senken.

Tepco ist es vor allem gelungen, eine Anlage zur Dekontaminierung des atomar verseuchten Kühlwassers einzurichten. Dies erlaubt es, das Wasser wieder zur Kühlung einzusetzen.

Laut Medienberichten gehen Tepco und die Regierung davon aus, dass sie erst 2021 mit der Entnahme der in drei Reaktoren geschmolzenen Brennstäbe beginnen können.

Verseuchtes Rindfleisch

Unterdessen verhängte die japanische Regierung einen Lieferstopp für Rinder aus der Provinz Fukushima, nachdem mehrere Fälle von verstrahltem Rindfleisch bekannt worden waren. Das berichteten japanische Nachrichtenagenturen am Dienstag.

In der gleichnamigen Provinz steht der zerstörte Atomkomplex Fukushima Daiichi. Die Entscheidung erfolgte, nachdem rund 650 mit verstrahltem Heu gefütterte Rinder aus Fukushima an Schlachthöfe in ganz Japan geliefert worden waren.

Es ist nicht bekannt, ob verstrahltes Fleisch an Konsumenten verkauft wurde. Die betroffenden Bauern sollen nach Angaben eines Regierungssprechers Entschädigungen bekommen.

Mitte März hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Flutwelle im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. Die Naturkatastrophe beschädigte wichtige Teile des Atomkraftwerks, in mehreren Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Das Unglück gilt als der schwerste Reaktorunfall seit der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren.

(sda)>

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n-tv
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21.7.2011: Japans Regierung empfiehlt weitere Evakuierungen an "Hot Spots" mit hoher Strahlung - aber es bleibt alles freiwillig

aus: n-tv online: Hohe Strahlenbelastung: Japan rät zu mehr Evakuierungen; 21.7.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Japan-raet-zu-mehr-Evakuierungen-article3862026.html

<Eine Strahlenbelastung von über 20 Millisievert ist gefährlich.

Tokio empfiehlt weiteren Einwohnern in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eine Evakuierung. An bestimmten Stellen außerhalb der Sperrzone, sogenannten "hot spots", liegt die Strahlenbelastung über der empfohlenen Höchstgrenze. Den Betroffenen steht es jedoch frei, ihr Haus zu verlassen.

Die japanische Regierung will weiteren Haushalten in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eine Evakuierung empfehlen. Man werde voraussichtlich in den nächsten Tagen weitere bestimmte Stellen in einem Wohngebiet benennen, bei denen die Strahlenbelastung über eine international empfohlene Höchstgrenze von 20 Millisievert im Jahr zu steigen drohen könnte, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Im vergangenen Monat waren erstmals rund 100 Haushalte in der Stadt Date, die außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW liegt, zu sogenannten "hot spots" erklärt worden. Evakuierungszonen waren bis dahin prinzipiell für ganze Gemeinden eingerichtet worden.

Im Falle von "hot spots", wo die Strahlenwerte sporadisch höher sind als in anderen umliegenden Gebieten, ist es den Betroffenen überlassen, ob sie ihr Haus verlassen wollen. Aber Behörden legen gerade Kindern und Schwangeren nahe, solche Orte zu meiden. Sofern die Betroffenen es wünschen, ihre Häuser zu verlassen, hat die Regierung Hilfe angeboten. Am 19. Juli hatte die Regierung mitgeteilt, dass die Kühlung der zerstörten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima jetzt stabilisiert sei. In den vergangenen Monaten sei die radioaktive Konzentration um die sechs Reaktoren herum nach Angaben des Betreiberkonzerns Tepco "stetig gesunken".

Derzeit liege sie bei maximal 1,7 Millisievert pro Jahr. Noch maximal eine Milliarde Becquerel sickerten pro Stunde an radioaktiven Substanzen aus der Anlage. Das entspricht laut der Nachrichtenagentur Kyodo etwa einem Zwei-Millionsten des Niveaus zum Zeitpunkt des Unfalls am 11. März.

Unterdessen verhängte der Staat nach Bekanntwerden mehrerer Fälle von verstrahltem Rindfleisch einen Lieferstopp für Rinder aus Fukushima. Die Entscheidung erfolgte, nachdem mit verstrahltem Heu gefütterte Rinder an Schlachthöfe in ganz Japan geliefert worden waren. Nach neusten Informationen von Kyodo soll es sich um mehr als 1300 Rinder handeln. Es ist nicht bekannt, ob verstrahltes Fleisch an Konsumenten verkauft wurde.

dpa>

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Japan 21.7.2011: <59 Häuser vor Fukushima zu Hotspots erklärt> - betroffene Stadt: Minamisoma

aus: Basler Zeitung online; 21.7.2011;
http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/59-Haeuser-vor-Fukushima-zu-Hotspots-erklaert/story/25517015

<Tokio empfiehlt weiteren Haushalten in der Nähe des Katastrophen-Atomkraftwerks Fukushima eine Evakuierung. Die Regierung klassifiziert 59 Häuser in der Stadt Minamisoma als Hotspots.

Bei den Häusern in vier Wohngebieten der Stadt Minamisoma könnte die Strahlenbelastung über eine international empfohlene Höchstgrenze von 20 Millisievert im Jahr steigen. Im vergangenen Monat waren erstmals rund 100 Haushalte in der Stadt Date, die ausserhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW liegt, zu sogenannten Hotspots erklärt worden. Minamisoma ist rund 40 Kilometer vom AKW Fukushima II entfernt.

Evakuierungszonen waren bis dahin prinzipiell für ganze Gemeinden eingerichtet worden. Im Falle von Hotspots, wo die Strahlenwerte sporadisch höher sind als in anderen umliegenden Gebieten, ist es den Betroffenen überlassen, ob sie ihr Haus verlassen wollen.

Aber gerade Haushalten mit Kindern und Schwangeren wird nahegelegt, solche Orte zu meiden. Sofern die Betroffenen es wünschen, ihre Häuser zu verlassen, hat die Regierung Hilfe angeboten.

AKW-Kühlung stabilisiert

Am Dienstag hatte die Regierung mitgeteilt, dass die Kühlung der zerstörten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima jetzt stabilisiert sei. In den vergangenen Monaten sei die radioaktive Konzentration um die sechs Reaktoren herum nach Angaben des Betreiberkonzerns Tepco «stetig gesunken».

Derzeit liege sie bei maximal 1,7 Millisievert pro Jahr. Zurzeit sickerte noch maximal 1 Milliarde Becquerel pro Stunde an radioaktiven Substanzen aus der Anlage. Das entspricht nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo etwa einem Zwei-Millionsten des Niveaus zum Zeitpunkt des Unfalls am 11. März.

Verstrahltes Rindfleisch

Unterdessen verhängte der Staat nach Bekanntwerden mehrerer Fälle von verstrahltem Rindfleisch einen Lieferstopp für Rinder aus Fukushima. Der Entscheid erfolgte, nachdem mit verstrahltem Heu gefütterte Rinder an Schlachthöfe in ganz Japan geliefert worden waren.

Nach neusten Informationen von Kyodo soll es sich um mehr als 1300 Rinder handeln. Es ist nicht bekannt, ob verstrahltes Fleisch an Konsumenten verkauft wurde.

200 Milliarden Euro für Wiederaufbau

Für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan sind nach neuen Schätzungen der Regierung etwa 23 Billionen Yen nötig. Das ist mehr als bisher gedacht.

Von dieser Summe sollten 19 Billionen Yen in den kommenden fünf Jahren ausgegeben werden, berichteten am Donnerstag übereinstimmend mehrere Tageszeitungen des Landes. Um diese Mittel im Haushalt freizubekommen, plane die Regierung unter anderem Steuererhöhungen, den Verkauf von Staatsbesitz und Kürzungen bei staatlichen Leistungen.

Bisher war die Regierung offiziell von Kosten von 16,9 Billionen Yen ausgegangen. Bei der Naturkatastrophe am 11. März wurden 22'000 Menschen getötet oder gelten seitdem als vermisst, ganze Landschaften sind verwüstet. (rub/sda)>

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n-tv
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25.7.2011: Die Deutsche Bahn hat Beteiligungen an Atomkraftwerken - und will nun Wasserkraft-Strom

aus: n-tv online: Erzwungener Atom-Ausstieg: Bahn setzt auf Ökostrom; 25.7.2011;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-setzt-auf-Oekostrom-article3890736.html

<Die Deutsche Bahn will für ihr Netz deutlich mehr Ökostrom verwenden. Konzernchef Grube unterschreibt dazu einen milliardenschweren Vertrag mit dem Energieversorger RWE über die Lieferung von Strom aus Wasserkraft. Die Erlöse aus dem Deal will der Stromriese in den Aufbau der erneuerbaren Energien stecken.

Züge der Deutschen Bahn sollen bald mit mehr Ökostrom angetrieben werden. Mit dem Energiekonzern RWE sei ein 15-Jahresvertrag über die Lieferung von Strom aus Wasserkraftwerken geschlossen worden, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube. Der Vertrag habe ein Gesamtvolumen von 1,3 Mrd. Euro. Ab 2014 sollen 14 Wasserkraftwerke Züge mit Strom versorgen.

Die Bahn - Deutschlands größter Stromverbraucher - benötigt Ersatz für wegfallenden Atomstrom. Bislang werden rund 22 Prozent der Energie aus Kernkraftwerken bezogen, der Großteil kommt aus Braun- und Steinkohle. Die Bahn ist auch an dem AKW Neckarwestheim 1 beteiligt, das der Betreiber EnBW im Zuge der Atomwende abschalten musste. Der Block mit einer Leistung von 840 Megawatt erzeugte den Betreibern zufolge bislang als einziges deutsches Atomkraftwerk sowohl den üblichen Drehstrom als auch speziellen Strom für das Bahnnetz. Jede vierte Lokomotive ist mit Strom aus Neckarwestheim versorgt worden.

RWE investiert in erneuerbare Energien

Mit dem nun unterzeichneten Vertrag erhöht die Deutsche Bahn ihren Anteil an regenerativen Energien von derzeit 19,8 Prozent ab 2014 auf rund 28 Prozent. Bis 2020 soll der Anteil auf mindestens 30 bis 35 Prozent steigen, hat sich der Konzern vorgenommen.

Bahnchef Rüdiger Grube sprach von einem "Meilenstein in Sachen klimaneutraler und umweltfreundlicher Bahn." Die Erlöse aus dem Deal will der Stromriese in den Aufbau der erneuerbaren Energien stecken, wie RWE-Chef Jürgen Großmann sagte.

Der RWE-Konkurrent Eon liefert ebenfalls Strom an die Bahn. Ein großer Teil stammt aus dem Kohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Datteln. Auch hier ist die weitere Versorgung ungewiss. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte 2009 den Bau des Steinkohlekraftwerks "Datteln 4" gestoppt. Ob und wann die Anlage ans Netz geht, ist offen. Die drei alten Blöcke sollen Ende 2012 abgeschaltet werden. Eon-Chef Johannes Teyssen hat angekündigt, mit einer Klage eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung der Anlagen aus den 60er Jahren durchsetzen zu wollen.

rts/dpa>

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n-tv
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25.7.2011: Fukushima hat nichts genützt: Südkorea und Indien "glauben" weiter an die Kernenergie...

aus: n-tv online: Atom: Südkorea und Indien unterzeichnen Atomabkommen; 25.7.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Suedkorea-und-Indien-unterzeichnen-Atomabkommen-article3889626.html

<Seoul (dpa) - Südkorea und Indien wollen bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie zusammenarbeiten. Dazu wurde nach einem Treffen zwischen dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak und der indischen Präsidentin Pratibha Patil in Seoul ein Abkommen unterzeichnet. Lee bat um Unterstützung, damit sich südkoreanische Unternehmen am Bau von Atomkraftwerken in Indien beteiligen können. Indien hat zurzeit 20 Atomreaktoren in Betrieb. Weitere sind geplant.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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n-tv
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27.7.2011: <Atommüll in Baden-Württemberg lagern: Greenpeace ist gegen Gorleben>

aus: n-tv online; 27.7.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Greenpeace-ist-gegen-Gorleben-article3907036.html

<Im November soll sich der letzte Atommülltransporter von Frankreich nach Deutschland auf den Weg machen. Greenpeace ist dagegen, die Abfälle in Gorleben zwischenzulagern. Es wäre sicherer, den Atommüll nur bis Baden-Württemberg zu schaffen, da sich auf einer kürzeren Strecke das Risiko eines Unfalls verringere.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert, den für November angekündigten letzten Transport von deutschem Atommüll aus Frankreich in Baden-Württemberg zwischenzulagern. Dies sei sicherer als ein Weitertransport der Abfälle in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben, sagte Tobias Münchmeyer, Vizepolitikchef von Greenpeace Deutschland, der "Berliner Zeitung". "Die Zwischenlager an den Standorten der Atomkraftwerke Phillipsburg oder Neckarwestheim liegen viel näher an Frankreich, so verringert sich das Risiko eines Atomunfalls auf der Strecke", fügte er hinzu. Zudem folge der Vorschlag dem Verursacherprinzip, weil "ein erheblicher Teil des Atommülls" in Baden-Württemberg angefallen sei.

Zwischenlager neben Atomkraftwerken gut geschützt

Münchmeyer betonte, die Zwischenlager neben den Atomkraftwerken seien so gut geschützt wie das Zwischenlager in Gorleben. "Und wer in Gorleben zwischenlagert, muss einplanen, dass alle Castoren von da eines Tages wieder weggeschafft werden müssen", sagte er der Zeitung. Ein Castortransport nach Gorleben widerspreche dem im Zuge der Energiewende angekündigten Neubeginn der Endlagersuche. "Die Entscheidung über den Zielort des kommenden Castors ist der Test für die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung", sagte Münchmeyer.

Zugleich müsse die grün-rote Landesregierung in Stuttgart eine Ausweitung der Zwischenlagerung unterstützen. Vor der Landtagswahl habe der heutige baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) die Zwischenlagerung in seinem Land favorisiert, sagte Münchmeyer. "Eine so klare Positionierung" dürfe "nicht nur in Oppositionszeiten" gelten. Anders als gegen Castortransporte nach Gorleben würde Greenpeace gegen einen Transport nach Baden-Württemberg nicht demonstrieren, sagte Münchmeyer.

AFP>

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gmx-Nachrichten, Logo

Fukushima 1 am 1.8.2011: <Höchste Radioaktivität in Fukushima gemessen> - über 10 Sievert pro Stunde in einem Abzugsrohr

aus: gmx-Nachrichten; 1.8.2011;
http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/307ybnu-staerkere-strahlung-als-je-zuvor

<Tokio (dpa) - Am havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins hat der Betreiber Tepco einem Medienbericht zufolge die höchste Radioaktivität seit dem verheerenden Erdbeben im März gemessen.

Mehr als zehn Sievert pro Stunde betrug demnach die Strahlung am Boden eines Abzugsrohrs zwischen den Reaktoren 1 und 2, wie die Agentur Jiji Press meldete.

In Sievert (Sv) wird die biologische Wirkung radioaktiver Strahlung auf Menschen, Tiere oder Pflanzen angegeben. Entscheidend ist die jeweilige Zeiteinheit, auf die die Angaben bezogen werden.


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/307ybnu-staerkere-strahlung-als-je-zuvor#.A1000146


Die natürliche Hintergrundstrahlung in Deutschland - verursacht etwa durch radioaktive Substanzen im Boden wie Radon - beträgt im Schnitt 2,4 Millisievert im Jahr und gilt als unbedenklich. Bei 1.000 Millisievert (gleich 1 Sievert) steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken, um zehn Prozent. Bei einigen Menschen lösen bereits 100 Millisievert körperliche Folgen wie Übelkeit und Erbrechen aus.>


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/307ybnu-staerkere-strahlung-als-je-zuvor#.A1000146

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20 minuten
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Fukushima 1 am 1.8.2011: Die Radioaktivität in Fukushima 1 nimmt zu statt ab: von 3 bis 4 Sievert im März auf über 10 Sievert pro Stunde im Juli 2011

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Radioaktivität in Fukushima wird stärker; 1.8.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/20102088

<Mit einer Strahlung von mindestens zehn Sievert pro Stunde ist auf dem Gelände des AKW Fukushima ein neuer höchstwert gemessen worden. Im März lag die Strahlung noch zwischen drei und vier Sievert.

Auf dem Gelände des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist nach Angaben des Betreibers die höchste radioaktive Strahlung seit der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe am 11. März gemessen worden.

In der Nähe der radioaktiv verseuchten Abfälle aus den Reaktoren 1 und 2 liege die Strahlung bei mindestens zehn Sievert pro Stunde, teilte der Betreiber Tepco am Montag mit.

Der bisherige Höchstwert war am 3. Juni im Inneren des zerstörten Reaktors 1 gemessen worden, er betrug damals zwischen drei und vier Sievert pro Stunde. Die Ursache für die neue Rekordstrahlung wurde laut einem Tepco-Sprecher am Montag noch geprüft.

Sievert ist die Einheit, in der Fachleute radioaktive Strahlung mit Blick auf ihre biologische Schädlichkeit bewerten. Mit der Zahl wird die medizinische Gefährdung ausgedrückt, der ein menschlicher Körper ausgesetzt ist, wenn ihn eine Strahlendosis mit einem bestimmten Energiegehalt trifft.

Gravierende akute Strahlenschäden treten auf, wenn ein Mensch in kurzer Zeit einer Strahlung von einem Sievert beziehungsweise 1000 Millisievert ausgesetzt ist.

Reisfelder auf Radioaktivität untersuchen

Unterdessen kündigten mehr als ein Dutzend japanischer Präfekturen an, ihre Reisfelder auf Radioaktivität untersuchen zu wollen. In mindestens 14 Präfekturen im Nordosten werde noch vor der Ernte untersucht, ob die Menge von radioaktivem Cäsium im Reis die Grenzwerte überschreitet, teilten Beamte des Agrarministeriums mit.

Seit der Atomkatastrophe geht in der Bevölkerung die Angst vor radioaktiv verseuchten Lebensmitteln um. Bei verschiedenen Produkten wurde bereits überhöhte Strahlung festgestellt. Landwirte im Norden Japans haben mit diversen Umweltproblemen zu kämpfen, einschliesslich mit schweren Regenfällen in Niigata und Fukushima.

(sda)>

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Spiegel
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Deutschland 1.8.2011: Bundespräsident Wulff unterschreibt den Atomausstieg

aus: Spiegel online: Energiewende: Wulff unterschreibt Atomausstieg-Gesetz; 1.8.2011;
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,777808,00.html

<Das Gesetz zum Atomausstieg kann in Kraft treten: Bundespräsident Wulff hat das Dokument unterschrieben. Die Ausfertigung sei "nach sorgfältiger Prüfung" erfolgt, heißt es in einer Erklärung des Bundespräsidialamtes.

Berlin - Der Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland hat die letzte Hürde genommen. Bundespräsident Christian Wulff setzte die bereits von Bundestag und Bundesrat beschlossene Änderung des Atomgesetzes durch seine Unterschrift in Kraft, wie sein Büro am Montag in Berlin mitteilte. Die Ausfertigung sei "nach sorgfältiger Prüfung" erfolgt, hieß es weiter.

Der Bundestag hatte am 30. Juni mit großer Mehrheit beschlossen, die letzten Atomkraftwerke in Deutschland bis 2022 stillzulegen. Union, FDP, SPD und Grüne hatten nach der Fukushima-Katastrophe gemeinsam für die Kehrtwende in der Energiepolitik gestimmt. Anfang Juli passierte das Gesetz den Bundesrat. Acht ältere Atommeiler werden sofort stillgelegt, die übrigen neun AKW gehen schrittweise bis 2022 endgültig vom Netz. Der Bundesrat hatte die Vorlage am 8. Juli gebilligt.

Das Gesetz sieht vor, dass die im Zuge des Moratoriums nach dem Atomunglück von Fukushima abgeschalteten acht Atomkraftwerke nicht wieder ans Netz gehen. Von den verbleibenden neun Kraftwerken soll 2015, 2017 und 2019 je eines vom Netz gehen. Je drei weitere werden 2021 und 2022 abgeschaltet. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll bis 2020 auf mindestens 35 Prozent steigen, bis 2030 dann auf 50 Prozent. Zugleich soll der Stromverbrauch bis 2020 um zehn Prozent sinken.

hen/AFP/dpa>

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n-tv
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2.8.2011: <Todesfalle Fukushima: Strahlung sprengt Mess-Skala>

aus: n-tv online; 2.8.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Strahlung-sprengt-Mess-Skala-article3958461.html

<Katastrophe ist womöglich ein zu schwaches Wort für das, was im AKW Fukushima derzeit geschieht. Der Betreiber Tepco berichtet von Strahlenwerten, die in wenigen Sekunden tödliche Schäden bei Menschen verursachen können. Die genaue Radioaktivität ist jedoch unbekannt. Die Skalen auf den Messgeräten reichen nicht aus.

An dem japanischen Katastrophen-Reaktor Fukushima sind an einer weiteren Stelle tödliche Strahlenwerte entdeckt worden. Der AKW-Betreiber Tokyo Electric Power (Tepco) teilte mit, auch in einem Lüftungsschacht seien mehr als zehn Sievert gemessen worden. Bereits am Vortag waren am Boden des Schachts ähnlich hohe Werte festgestellt worden. Ab einer Strahlung von zehn Sievert pro Stunde erleiden Menschen in der Regel nach wenigen Sekunden schwere gesundheitliche Schäden, die zum Tod führen können. Die tatsächlichen Werte könnten sogar noch deutlich höher liegen, weil die von Tepco eingesetzten Messgeräte nur eine Strahlung von bis zu zehn Sievert darstellen können.

Die Strahlenwerte machen das große Gesundheitsrisiko deutlich, dem die Tepco-Angestellten bei den Aufräumarbeiten an dem havarierten Atomkraftwerk ausgesetzt sind. Ungeachtet der Gefahr bekräftigte Tepco aber sein Ziel, die Reaktoren bis Januar zu stabilisieren. Die hohen Strahlenwerte würden die Arbeiten nicht behindern. Dagegen warnten Wissenschaftler den Konzern, er dürfe das Einhalten der Frist nicht über den Schutz seiner Einsatzkräfte stellen.

Angst geht um

Seit der Atomkatastrophe im März geht auch in der japanischen Bevölkerung die Angst vor radioaktiv verseuchten Lebensmitteln um. Bei verschiedenen Produkten wurde bereits überhöhte Strahlung festgestellt. In mindestens 14 Präfekturen im Nordosten soll nun noch vor der Ernte untersucht werden, ob im dort angebauten Reis die Menge an radioaktivem Cäsium die Grenzwerte überschreitet.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin Japan zum Handeln aufgefordert. "Die japanische Regierung muss jetzt alles tun, um noch schlimmere Auswirkungen der Katastrophe zu verhindern. Sie muss für maximale Transparenz sorgen und internationale Unterstützung heranziehen", sagte Trittin. Auch fünf Monate nach Beginn der Kernschmelze habe der Betreiber Tepco die Lage nicht unter Kontrolle.

rpe/rts/dpa>

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3.8.2011: Frankreich erfindet den "Unterwasserreaktor" auf dem Meeresboden - schlimmer kann man die Gefahr nicht heraufbeschwören

aus: 20 minuten online: Projekt in Frankreich: Ein Atomkraftwerk geht unter; 3.8.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/Ein-Atomkraftwerk-geht--unter-27459917

<Es hört sich an wie Science-Fiction - ist aber real. In Frankreich gibt es Pläne, Atomkraftwerke im Meer zu versenken. Das Projekt heisst «Flexblue» und soll bereits 2013 getestet werden.

Zwei Jahre hat der französische Schiffsbaukonzern DCNS, die zu 75 Prozent dem Staat Frankreich gehört, im Stillen am Projekt gewerkelt. Nun hat die Firma gemeinsam mit dem Industriekonzern Areva, dem Energiekonzern Electricité de France und der französischen Atomaufsichtsbehörde eine zwei Jahre dauernde Machbarkeitsstudie gestartet - und damit ist Schluss mit der Geheimniskrämerei. Bereits 2013 soll in Cherbourg eine erste Pilotanlage errichtet werden - und ab 2017 sollen die ersten Unterwasser-Reaktoren produziert werden.

Das Projekt heisst«Flexblue» (Flexible Energy Blue). Der Unterwasser-Reaktor sieht ein bisschen aus wie ein U-Boot. Er befindet sich in einem Stahlzylinder der 100 Meter lang und 15 Meter breit ist und gegen 12 000 Tonnen wiegt. Der Reaktor soll eine Leistung zwischen 50 und 250 Megawatt Strom liefern. Im Vergleich dazu: Die Leistung des AKW Mühleberg beträgt 373 Megawatt.

In einer Tiefe von 100 Metern

Die Reaktoren sollen mit Schiffen, wie sie auch für die Errichtung von Ölplattformen verwendet werden, aufs Meer transportiert und in Küstennähe in einer Tiefe von rund hundert Metern verankert werden. Sie sind unbemannt und werden von einer an der Küste gelegenen Einsatzzentrale aus gesteuert. Sie können aber laut DCNS mit Mini-U-Booten jederzeit angesteuert werden. Der Strom wird unterirdisch über Seekabel ins Stromnetz eingespeist.

Die Kosten für einen solchen Unterwasser-Reaktor werden auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt, deutlich weniger als für den Bau eines grossen AKW an Land, das laut«Ecologist» Investitonen von gegen fünf Milliarden Euro erfordert. Auch der Betrieb des Reaktors soll günstiger sein als bei einem terrestrischen AKW, heisst es bei DCNS. Für Revisionsarbeiten und zum Ersetzen der Brennstäbe kann «Flexblue» dank einem System mit Kammern, in die Luft gepumpt werden kann, einfach wieder an die Oberfläche geholt und auf ein Schiff verladen werden.

DCNS sieht für «Flexblue» ein Verkaufs-Potential von gegen 200 Unterwasser-Reaktoren in den nächsten 2o Jahren. Mögliche Käufer seien Schwellenländer oder auf Inseln gelegene Staaten.

Experte: «Sieht gut aus»

Experten sind vorsichtig optimistisch: «Auf dem Papier sieht das Projekt gut aus», sagt Bruno Tertrais von der «Fondation pour la recherche statégique» gegenüber dem Radiosender Europe1. Der Nuklearexperte findet: «Es gibt einen Markt für kleine Reaktoren, insbesondere in Ländern, welche sich einen klassisches AKW nicht leisten können».

Das Projekt basiere vollständig auf Techniken, welche DCNS bereits heute in Atom-U-Booten und beim Heizkessel des nuklear angetriebenen Flugzeugträgers Charles De Gaulle eingesetzt habe, sagt CEO Patrick Boissier. «Es ist ein Triumph der französischen Ingenieurskunst» zitiert ihn die «Security & Defence Agenda».

Angst bei Zwischenfällen

Greenpeace und französische AKW-Gegner wollen von «Kunst» allerdings nichts wissen. Sie glauben das Geschäftsmodell der Franzosen setze auf das Prinzip «Aus den Augen aus dem Sinn». Das Anti-Atomkraft-Netzwerk «Sortir du nucléaire» glaubt, die Anlage sei anfällig auf Stürme und Meeresströmungen. Zudem werde das Meerwasser erwärmt und es könne Radioaktivität austreten. Das sei besonders gefährlich, weil sich diese im Wasser sehr leicht verbreite.

Bei DCNS glaubt man genau ans Gegenteil. Die Reaktoren am Meeresgrund seien sicherer als jene an Land. Denn «Stürme, Erdbeben, Überschwemmungen oder ein Flugzeugabsturz gefährden sie nicht. Selbst ein Tsunami hätte keine Auswirkungen», sagt André Kolmayer, Chef der Nuklearabteilung von DCNS im Interview mit der Zeitung L'Expansion. Mehr noch: Das AKW unter Wasser sei auch gegen allfällige terroristische Anschläge gut gesichert mit einem Stahlnetz. Zudem ermöglichten die Sicherheitsinstallationen, Angriffe mit Torpedos oder Minen frühzeitig zu erkennen. Torpedos könnten in sicherer Distanz zum AKW unschädlich gemacht werden. Auch für die Meeresfauna und -flora sieht Kolmayer keine Gefahr. Man werde aber all diese Fragen sicher noch im Rahmen einer Studie vertieft abklären.

(uwb)>

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20 minuten
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7.8.2011: <Fukushima-Katastrophe: Die Angst der Japaner vor Fisch und Reis> - alles strahlt, und eine zentrale Lebensmittelkontrolle gibt es in Japan nicht

aus: 20 minuten online; 7.8.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Die-Angst-der-Japaner-vor-Fisch-und-Reis-28712243

<In Japan werden nach der AKW-Katastrophe in Fukushima immer mehr verstrahlte Lebensmittel registriert. Aus Angst vor kontaminiertem Reis hat jetzt ein Run auf alten Reis eingesetzt.

«Seit dem Unfall in Fukushima und der Warnung vor kontaminiertem Hahnenwasser im März und dann vor verstrahltem Gemüse und Fleisch diesen Sommer bin ich äusserst vorsichtig geworden», sagt die in Tokio lebende Kyoko T. gegenüber der Zeitung «Le Temps». Die 42-jährige ist alleinerziehend und hat einen 11 Jahre alten Sohn. Sie jammert, dass sie beim Einkaufen nun bei jedem Produkt abklären müsse, woher es genau stamme: «Das ist sehr kompliziert, sehr stressig.»

Wie Kyoko T. gehe es vielen Menschen im Lande, weiss der Japan-Korrespondent von «Le Temps». Vor allem seit Mitte Juli die Präfektur von Fukushima mitteilte, dass man im Fleisch von mehreren Rindern zu hohe Werte an Cäsium registriert habe. Und man schliesslich feststellen musste, dass das Fleisch von total 3000 mit verstrahltem Reis gefütterten Rindern seit März im ganzen Land verkauft und selbst in Spitälern und Kantinen von Schulen gegessen worden ist.

Alle wollen alten Reis

Negative Meldungen gibt es zudem auch beim Fisch. Denn vor der Küste zwischen Fukushima und Chiba nördlich von Tokio wurden kontaminierte Fische gefangen. Besonders betroffen ist der «Konago», ein bei den japanischen Gourmets äusserst beliebter Fisch, der im Bereich der Meeresobefläche lebt. Kein Wunder, so «Le Temps», dass die Verkäufe von «Konago» stark rückläufig sind.

Aus Angst, der dieses Jahr geerntete Reis sei kontaminiert, hat zudem ein wahrer Run auf die Reisvorräte aus dem vergangenen Jahr begonnen. Vielorts seien die kleineren Läden bereits leergekauft. Selbst Supermarktketten berichten von einer Reispanik. Das berichten laut Online-Portal Spreadnews.de Augenzeugen sowie die japanische Zeitung «Mainichini Shimbun».

Die japanische Regierung versucht die verunsicherte Bevölkerung zu beruhigen und scheut sich auch nicht, demonstrativ vor der Kamera Lebensmittel zu essen, wie dies Regierungssprecher Yukio Edano eben erst getan hat (siehe Video).

Strahlung sprengt Skala

Wenig vertrauenserweckend sind allerdings auch die aktuellen Meldungen aus Fukushima. Dort wurden nämlich an zwei Stellen in einem Lüftungsschacht tödliche Strahlenwerte von 10 Sievert pro Stunde gemessen. Schlimmer noch: Die Betreiberfirma Tepco musste einräumen, dass ihre Messgeräte nur eine Belastung von 10 Sievert pro Stunde anzeigen könnten.

Sie versprach deshalb, dass sie die Messungen mit besseren Geräten wiederholen werde. Trotzdem will Tepco die Aufräumarbeiten in Fukushima nicht
unterbrechen, wie die Firma bereits anfangs Woche erklärt hatte.

Keine zentrale Lebensmittelkontrolle

Insgesamt wurden in Japan seit Mitte März 5000 verstrahlte Lebensmittel aus 22 Provinzen registriert. Eine zentrale Lebensmittelkontrolle gibt es in Japan nicht. Diese obliegt den einzelnen Provinzen.

In «Le Temps» kritisiert der ehemalige Uno-Experte für atomare Strahlung, Peter Burns, diesen Umstand. Nach wie vor existiere in Japan kein gesamtheitliches Programm mit einheitlichen Standardas zur Kontrolle der Lebensmittel. Dazu wäre es aber höchste Zeit, wenn die japanische Regierung das Vertrauen der Bevölkerung wieder gewinnen möchte.

(uwb)>

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n-tv
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16.8.2011: Angst vor Verstrahlung in der Region Fukushima - eine Bürgerinitiative installiert eine eigene Messstation

aus: n-tv online: Besuch aus dem nuklearen Krisengebiet: Die Angst wohnt in Fukushima; 16.8.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Die-Angst-wohnt-in-Fukushima-article4055351.html

<von Christian Bartlau

Die Kameras sind aus Japan verschwunden, die Furcht vor den Folgen der nuklearen Katastrophe ist geblieben. Mit einer eigenen Mess-Station will eine Bürgerinitiative ein Gegengewicht zur desolaten Informationspolitik der Regierung etablieren.

Zehn Sievert pro Stunde. Dieser enorme Messwert aus dem Reaktor im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima lenkte vor zwei Wochen die Aufmerksamkeit der deutschen Öffentlichkeit für einen kurzen Moment wieder nach Japan. Die Nachricht erinnerte daran, dass die nukleare Katastrophe in Japan geblieben ist, auch wenn die Reporter und die Kameras verschwunden sind. Zehn Sievert, diese Dosis führt innerhalb von Minuten zu einer schweren Strahlenkrankheit und damit zum sicheren Tod.

Was für die Arbeiter in der Atomruine eine tödliche Gesundheitsgefahr darstellt, soll für die Bevölkerung außerhalb der Evakuierungszone angeblich keine Auswirkungen haben – behauptet die Regierung, und selbst unabhängige Experten bestätigen das. Glauben können es viele Japaner trotzdem nicht. Das Vertrauen in die Regierung ist in den Monaten nach dem GAU fast völlig verloren gegangen. "Die hohen Strahlenwerte im Reaktor von Fukushima sind ein Beweis dafür, dass immer noch nichts unter Kontrolle ist", sagt Wataru Iwata resigniert. Der Komponist aus Fukushima ist gemeinsam mit Aya Marumori nach Berlin gekommen, um die Arbeit ihrer Bürgerinitiative "Citizens' Radioactivity Measuring Station" (CRMS) vorzustellen. Die Organisation hat im August die erste unabhängige Strahlenmessstelle in der Präfektur Fukushima eingerichtet.

Ein Klima der Angst

Auf dem Podium sitzen keine Wutbürger, ganz ruhig und äußerlich unaufgeregt erzählen Marumori – gekleidet in einen landestypischen Kimono - und Iwata von den Bedingungen im Katastrophengebiet. Kerzengerade und geduldig lauschen die beiden Japaner ihrem Übersetzer. Doch aus ihren Schilderungen spricht die ganze Ohnmacht der Einwohner in den umliegenden Gebieten des havarierten Meilers. Nur zögernd gaben die Behörden zu, was nicht mehr zu verheimlichen war: Auch die Menschen außerhalb der Sperrzone sind gefährdet. Evakuierungen werden trotzdem vermieden – aus finanziellen Gründen, wie die Behörden unumwunden eingestehen. Diejenigen, die aus Vorsicht freiwillig wegziehen, bekommen keine finanzielle Unterstützung. Die zurückbleibende Bevölkerung erhält nicht einmal Jodtabletten. Immer wieder gelangen radioaktiv belastete Lebensmittel in den Handel. Kinderärzte registrieren alarmierende Symptome: Die jungen Patienten weisen Schwellungen an der Schilddrüse auf, sie bekommen Nasenbluten, Durchfall, Asthma. Aus der Verunsicherung über die Politik der Regierung erwächst Angst.

Mit der eigenen Messstation will die Bürgerinitiative den Einwohnern von Fukushima die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild von ihrer Gefährdung zu machen. Es gehe zunächst darum, das Vertrauen in die Messwerte wiederherzustellen, erklärt Iwata. Mit Taschenspielertricks hatten die Behörden ihre Glaubwürdigkeit verspielt: Die Daten werden nur an ausgewählten Orten erhoben und in der veralteten Einheit Rem erfasst. Ein Rem entsprechen zehn Milisievert – so sind kleine Zahlen garantiert, die beruhigend wirken sollen. Die Informationspolitik erlaubt den Bürgern ohnehin kaum Einsicht in die Bedrohungslage. In der Präfektur Fukushima gebe es nur einen Ganzkörpermesser, kritisiert Iwata. Die Ergebnisse von Lebensmittelproben würden nicht veröffentlicht, belastete Lieferungen verschwänden geräuschlos.

"Im Ring" mit der Regierung

Falsche Messdaten konnte die CRMS bislang nicht feststellen. "Unsere Werte stimmen mit denen der Regierung überein", erklärt Iwata. Allerdings gibt es Streit darüber, welche Gefährdung sich aus den Daten ableiten lässt. Der zuständige Berater der Regierung, der angesehene Professor Shunichi Yamashita, hatte für Aufsehen gesorgt, als er eine Belastung von bis zu 100 Milisievert pro Jahr als ungefährlich bezeichnete. Das entspricht dem höchsten zugelassenen Wert für Arbeiter in Atomkraftwerken – im Notfall. "Als Mutter bin ich nicht überzeugt davon, dass meine Kinder bei einer solchen Strahlendosis keinen Schaden nehmen", sagt die Heilpraktikerin Marumori.

Für die Bürgerinitiative ist es schwer, beklagt Marumori, sich gegen die Sicht der Regierung zu behaupten. Ärzte, die mit der Initiative sympathisieren und vor Gesundheitsgefahren warnen, würden von Kollegen angefeindet. Regierungsexperte Yamashita unterstellt den kritischen Stimmen schlicht Ahnungslosigkeit. Es handele sich um "keine Wissenschaftler, keine Ärzte, keine Strahlenmediziner", spottete er jüngst im Gespräch mit dem "Spiegel" über die noch immer kleine Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan. Bei der beunruhigten Bevölkerung will er eine "Strahlenphobie" beobachtet haben: Angeblich führten Stress und unbegründete Angst dazu, dass die Menschen in belasteten Gebieten anfälliger für Erkrankungen werden.

Die CRMS will solchen Äußerungen professionell erhobene Fakten über Strahlenbelastungen und Krankheiten entgegensetzen. Marumori und Iwata suchen deswegen in Deutschland den Kontakt mit Wissenschaftlern, um ihr Netzwerk auszubauen und aus den Erfahrungen mit der Katastrophe in Tschernobyl zu lernen. Mit auf dem Podium sitzt Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz. Er empfiehlt der Bürgerinitiative besonders den Aufbau von eigenen Registern über Erkrankungen, um mit Yamashita, der eine groß angelegte Untersuchung der Regierung über Schilddrüsenleiden bei allen Einwohnern unter 18 Jahren der Präfektur Fukushima leiten soll, "in den Ring steigen" zu können. Marumori und Iwata hätten diese kämpferische Metapher sicher nicht gewählt. Das tiefe Misstrauen gegen die eigene Regierung und die Angst um die Gesundheit der Bevölkerung des Katastrophengebietes ist auch so spürbar.>

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Basler
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17.8.2011: Japan lässt AKW Tomari wieder anfahren - Fukushima 1 ist noch lange nicht unter Kontrolle

aus: Basler Zeitung online: Japan wirft seine Reaktoren wieder an; 17.8.2011;
http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Japan-wirft-seine-Reaktoren-wieder-an-/story/15267717

<Die japanische Regierung hat die Wiederaufnahme des Betriebs eines Atomreaktors genehmigt. Es ist das erste Mal seit der Katastrophe in Fukushima, dass ein Atomreaktor in Japan wieder ans Netz geht.

Reaktor 3 der Atomanlage Tomari auf der Nordinsel Hokkaido nahm heute wieder den vollen Betrieb auf, nachdem die Behörden dafür grünes Licht gegeben hatten, wie der Betreiber Hokkaido Electric Power (Hepco) mitteilt. Der Reaktor war indes in den vergangen Monaten bereits gelaufen, offiziell allerdings nur für Tests. Er war von Januar an einer regulären Inspektion unterzogen und am 7. März wieder hochgefahren worden – vier Tage vor dem Erdbeben und dem Tsunami, welche die Katastrophe von Fukushima auslösten.

Seit der Katastrophe vom 11. März sind fast drei Viertel aller 54 japanischen Atomreaktoren nicht in Betrieb, die meisten von ihnen für Sicherheitschecks oder zur Wartung. Eine wachsende Zahl Japaner ist dagegen, die Anlagen wieder ans Netz zu nehmen, insbesondere in Gemeinden in der Umgebung der Anlagen.

Alle Sicherheitstests bestanden

Die Gouverneurin von Hokkaido, Harumi Takahashi, hatte nach Gesprächen mit Vertretern von vier Gemeinden in der Umgebung der Atomanlage erklärt, sie habe «keine Einwände» gegen eine Genehmigung der Rückkehr des Reaktors 3 von Tomari zum vollen wirtschaftlichen Betrieb. Daraufhin erliess das zuständige Wirtschaftsministerium ein entsprechendes Zertifikat. Die Behörden hatten vergangene Woche erklärt, dass der Reaktor alle Sicherheitstests bestanden habe.

Regierungschef Naoto Kan hat sich für einen langfristigen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen. Das Wirtschaftsministerium will die Reaktoren aber wieder ans Netz nehmen, um Engpässe bei der Stromversorgung zu vermeiden. Vor der Katastrophe vom 11. März stammte rund ein Drittel des japanischen Stroms aus der Atomkraft.

Fukushima noch lange nicht unter Kontrolle

Das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima könnte auch im kommenden Jahr noch nicht unter Kontrolle gebracht sein. Die sogenannte kalte Abschaltung drohe sich zu verzögern, teilt der Betreiber Tokyo Electric Power (Tepco) mit.

Die Dekontaminierung des hochgradig radioaktiven Wassers in der Anlage dauere länger als ursprünglich angenommen, räumte Tepco ein. Daher sei die eigentlich bis Ende des Jahres anvisierte Stabilisierung des Atomkraftwerks möglicherweise nicht zu schaffen. Grund dafür seien wiederholte Ausfälle der Instrumente zur Absorption des radioaktiven Cäsiums.

Dennoch werde an dem Ziel eines «Cold Shutdown» bis zum Jahresende festgehalten, erklärte Tepco. Dieser Zustand ist erreicht, wenn die Wassertemperatur in dem Reaktor bei normalem Luftdruck permanent unter 100 Grad Celsius sinkt.

Das rund 240 Kilometer nördlich von Tokio gelegene AKW war im März durch ein schweres Erdbeben und einen dadurch ausgelösten Tsunami schwer beschädigt worden. Das verursachte die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl im Jahr 1986. (bru/AFP/sda)>

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n-tv
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18.8.2011: Die Sonne ist ein Atomkraftwerk: Verstrahltes Flugpersonal wurde 2004 bis 2009 wegen fehlender Sonnenwinde deutlich stärker verstrahlt

aus: n-tv online: Sonnenwind fehlte: Flugpersonal stärker verstrahlt; 18.8.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Flugpersonal-staerker-verstrahlt-article4081196.html

<Wer über den Wolken arbeitet, ist im besonderen Maße kosmischer Strahlung ausgesetzt. Die Stärke der Verstrahlung richtet sich nach der Aufenthaltszeit in der Höhe und nach der Sonnenaktivität. Ist diese nämlich gering, fehlt der Sonnenwind, der die Strahlung ablenkt.

Die Strahlenbelastung der Piloten und Flugbegleiter ist in den Jahren 2004 bis 2009 deutlich gestiegen. Ursache des Anstiegs um 20 Prozent war der Rückgang der Sonnenaktivität, die die Strahlung ablenkt, wie das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter mitteilte. Die Höhenstrahlung verändert sich während eines etwa elfjährigen Zyklus mit der Sonnenaktivität und hat von 2004 bis 2009 deutlich zugenommen. Die Belastung von Piloten und Flugbegleitern stieg in diesem Zeitraum deshalb im Vergleich mit 2004 um ein Fünftel auf durchschnittlich 2,35 Millisievert pro Beschäftigtem. Die Bandbreite der Strahlenbelastung reichte von weniger als 0,2 Millisievert bis zu Spitzenwerten von sieben Millisievert pro Jahr.

Das fliegende Personal mit rund 36.000 Beschäftigten zählt zu den Berufsgruppen mit der höchsten durchschnittlichen Strahlenbelastung. Im Vergleich zu ihnen ist die durchschnittliche Strahlenbelastung des medizinischen Personals mit 0,5 Millisievert pro Jahr deutlich niedriger.

Die Höhenstrahlung lässt sich in Flugzeugen nicht wirkungsvoll abschirmen. Wie viel kosmische Strahlung in die Atmosphäre gelangen kann, hängt eng mit der Sonnenaktivität zusammen: Ist sie hoch, lenkt der Sonnenwind einen großen Teil der kosmischen Strahlung ab. Ist sie niedrig, sind auch der Sonnenwind und die Ablenkung schwächer, die Höhenstrahlung steigt an. Im Untersuchungszeitraum 2004 bis 2009 nahm die Sonnenaktivität kontinuierlich ab, so dass die Strahlendosis bei den Flügen zunahm.

AFP>


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n-tv
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Fukushima 1 am 22.8.2011: <Starke Strahlung aus Fukushima: Atomregion bleibt unbewohnbar>

aus: n-tv online; 22.8.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Atomregion-bleibt-unbewohnbar-article4106516.html

<Was vielen Experten längst klar war, deutet nun auch die japanische Regierung an. Wahrscheinlich muss die Sperrzone rund um das havarierte AKW Fukushima auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, erhalten bleiben. Eine Rückkehr der bisherigen Bewohner scheint ausgeschlossen.

Das Gebiet rund um die Atomruine Fukushima wird möglicherweise noch auf lange Sicht gesperrt bleiben. "Wir können nicht ausschließen, dass es einige Gegenden geben könnte, wo es für die Bewohner für lange Zeit schwer sein dürfte, in ihre Häuser zurückzukehren", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Der unter Rücktrittsdruck stehende Regierungsschef Naoto Kan will das nach eigenen Worten möglicherweise noch an diesem Samstag den Menschen in Fukushima vor Ort erklären.

Die Gegend im Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk ist Sperrgebiet und darf nur mit staatlicher Genehmigung und Strahlenschutzkleidung betreten werden. Der Betreiber der havarierten Atomanlage, Tepco, will die Reaktoren bis Januar unter Kontrolle bringen. Nach jüngsten Angaben des Energiekonzerns ist die aus dem Atomkraftwerk weiterhin austretende Radioaktivität in den vergangenen Wochen weiter gesunken.

Derzeit träten aus den Reaktoren 1, 2 und 3 noch maximal 200 Millionen Bequerel pro Stunde an radioaktiven Substanzen aus. Vor gut einem Monat waren es noch 1 Milliarde Bequerel. Die jüngsten Werte bedeuten, dass ein Mensch in der Nähe des AKW über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg bis zu 0,4 Millisievert abbekäme - die von der Regierung festgelegte Höchstgrenze liegt bei einem Millisievert pro Jahr.

Nach Angaben von Regierungssprecher Edano will der Staat zunächst weitere genaue Strahlenmessungen und Dekontaminierungsschritte abwarten sowie sich mit den betroffenen Gemeinden beraten, bevor eine endgültige Entscheidung über Dauer und Umfang der Sperrzone gefällt wird.

dpa>

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Spiegel
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24.8.2011: Erdbeben an der "US"-Ostküste von 5,8 erschüttert auch Atomkraftwerke - und bringt die Diskussion neu in Gang

aus: Spiegel online: USA: Ostküsten-Beben erschüttert Amerikas Atomindustrie; 24.8.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,782129,00.html

<Von Christoph Seidler

Die Erdstöße im Osten der USA hat Zweifel an der Sicherheit der amerikanischen Atommeiler geweckt. Mindestens ein Kraftwerk meldete erhebliche Probleme, die an den Beginn der Fukushima-Katastrophe erinnern. Amerikas AKW-Industrie steht vor einer unangenehmen Diskussion.

Hamburg - Noch vor einem Jahr war es eine eher theoretische Überlegung: Im August 2010 veröffentlichte die US-Atomaufsicht ein Papier, in dem die Erdbebengefahr für Atomreaktoren im Osten und in der Mitte der Vereinigten Staaten neu eingeschätzt wurde. Darin kamen die Experten der Nuclear Regulatory Commission (NRC) zu dem Schluss, dass das seismische Risiko zumindest für einige Meiler deutlich höher liegt als bis dahin angenommen. Zu den betroffenen Reaktoren gehörten auch die des AKW North Anna im Bundesstaat Virginia.

Seit Dienstag wissen die Atomaufseher, dass die Frage der Erdbebensicherheit weit mehr praktische Relevanz hat, als ihnen lieb sein kann. Ein Beben der Stärke 5,8 hat den Osten der USA erschüttert - und gleich zwölf der dortigen Atomanlagen mussten ein "ungewöhnliches Ereignis" melden. Das entspricht der niedrigsten von vier Warnstufen der US-Atomaufsicht.

Die beiden Druckwasserreaktoren von North Anna waren stärker betroffen: Die externe Stromversorgung fiel aus, die Notstromaggregate sprangen an. Zumindest mit einem von fünf Notstromdieseln gab es Probleme. Dabei sind die Aggregate entscheidend, um nach dem Blackout die Kühlung der Reaktorkerne zu sichern. Experten gelang es schließlich, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Am späten Dienstagabend konnte nach Angaben der Betreiberfirma Dominion Virginia Power auch die externe Stromversorgung wieder hergestellt werden. Es war ein Szenario, dass an den Beginn des Fukushima-Desasters erinnerte - dort führte der Totalausfall der Stromversorgung zur Kernschmelze.

Bei der NRC wurde der Vorfall auf der Warnstufe zwei von vier eingeordnet. Nach dem ersten Schock werden sich die US-Behörden nun einer unangenehmen Diskussion stellen müssen, die sie nach Fukushima zum Teil noch vermeiden konnten: Wie sicher sind die Atomkraftwerke der USA? Diese Frage stellt sich drängender denn je. Und allein das Beispiel North Anna legt nahe, dass die Antworten für die Betreiber wenig schmeichelhaft ausfallen könnten

Bebensensoren angeblich vor Jahren abmontiert

Die Nachrichten-Webseite "The Raw Story" etwa berichtet, dass die Erdbebensensoren in der Umgebung der Atomkraftwerke in den neunziger Jahren abmontiert wurden - aus Kostengründen. Und nach Angaben von Bob Alvarez vom Institute for Policy Studies in Washington waren die Meiler auf ein Beben bis zu einer Stärke von 5,9 bis 6,1 ausgelegt. Diese Werte wurden am Dienstag beinahe erreicht, auch wenn Betreiber Dominion von einer Auslegung des AKW bis zur Bebenstärke 6,2 berichtet.

Der ehemalige NRC-Direktor Victor Gilinsky attestiert seinen Nachfolgern bei der Frage der Erdbebensicherheit gar eine "unverantwortliche" Herangehensweise. Die Behörde erneuere die Lizenzen für AKW, ohne sich um neue Erkenntnisse zur Standfestigkeit auch nur zu kümmern, warnte Gilinsky.

Edwin Lyman von der eher atomkritischen Union of Concerned Scientists forderte Aufsichtsbehörden und AKW-Betreiber auf, alle Meiler des Landes neu auf die Erdbebensicherheit testen zu lassen. Wenn Fukushima kein Weckruf gewesen sei, dann müsse das Erdbeben von Virginia einer sein.

Diskussionen über Kraftwerksneubau

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) debattiert derzeit darüber, ihren Mitgliedstaaten Inspektorenteams ins Haus zu schicken. Es geht darum, bei der Sicherheit der Meiler Lehren aus dem Atomdesaster in Japan zu ziehen. Erst wenige Stunden vor dem Erdbeben an der US-Ostküste berieten Diplomaten am Hauptsitz der Organisation in Wien, wie das genau passieren könnte.

Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag, nach dem sich jedes Mitgliedsland auf mindestens eine Prüfung innerhalb von drei Jahren einstellen muss. Etwas zugespitzt heißt das: Jeder Staat wird sich weiterhin ganz allein um die Sicherheit seiner Anlagen kümmern müssen. Die internationale Überwachung ist - wenn sie überhaupt jemals beschlossen wird - nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die USA werden sich der schwierigen Diskussion im eigenen Land stellen müssen. Im Fall von North Anna sei man den Auslegungsgrenzen des Reaktors "unangenehm nahe" gekommen, sagt Lyman von der Union of Concerned Scientists. Bei der NRC ist man indes nicht so kritisch. Selbst Meiler außerhalb von seismisch aktiven Zonen seien so ausgelegt, dass sie Beben widerstehen könnten, erklärte die Behörde in einer Presseerklärung nach den Erdstößen.

Die Aufseher würden sich bei der Genehmigung an den schwersten jemals aufgetretenen Naturkatastrophen des betreffenden Gebietes orientieren. Bleibt die Frage, wie weit man in die Vergangenheit zurückschaut - eine Diskussion, die man auch aus Deutschland bestens kennt. Das Beben, das die Gegend um die beiden Meiler von North Anna erschütterte, war immerhin so stark wie kein anderes seit 1897.

Bei Dominion Virginia Power glaubt man weiterhin an den Standort. Das Unternehmen hat beantragt, einen weiteren Meiler auf dem Kraftwerksgelände zu bauen. Die beiden anderen haben schon mehr als 30 Jahren auf dem Buckel. Und wenn es nach der Betreiberfirma geht, wird ganz in ihrer nähe bald ein neuer Mitsubishi-Druckwasserreaktor gebaut werden.

Mit Material von Reuters>

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n-tv
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25.8.2011: <Energie: Gestiegene Strahlenwerte am Zwischenlager Gorleben>

aus: n-tv online; 25.8.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Gestiegene-Strahlenwerte-am-Zwischenlager-Gorleben-article4142051.html

<Gorleben (dpa) - Bei Messungen am Atommüllzwischenlager Gorleben sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Strahlenwerte festgestellt worden. Das niedersächsische Umweltministerium geht aber davon aus, dass dadurch der nächste Castor-Transport mit Atommüll nach Gorleben nicht gefährdet ist. Der Halbjahreswert für Neutronenstrahlung am Zaun des Zwischenlagers lag im vorigen Jahr bei 0,23 Millisievert, jetzt bei 0,27 Millisievert. Erlaubt ist ein Wert von 0,30. Der genaue Grund für die gestiegenen Messwerte sei noch unklar.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Der
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25.8.2011: <Medienbericht: Fukushima setzt mehr Cäsium frei als Bombe in Hiroshima - emittierte Menge von Cäsium 137 ist um das 168-fache höher>

aus: Der Standard online; 25.8.2011;
http://derstandard.at/1313025096206/Medienbericht-Fukushima-setzt-mehr-Caesium-frei-als-Bombe-in-Hiroshima

<Tokio - Die seit dem Beginn der Atomkatastrophe von Fukushima freigesetzte Menge radioaktiven Cäsiums ist laut einem Zeitungsbericht 168 Mal höher als bei der Explosion der Atombombe von Hiroshima. Seit Beginn der durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami vom 11. März ausgelösten Katastrophe seien 15.000 Terabecquerel Cäsium 137 freigesetzt worden, berichtete die Zeitung "Tokyo Shimbun" am Donnerstag.

Bei der Explosion der Atombombe von Hiroshima im August 1945 seien 89 Terabecquerel des radioaktiven Stoffes freigesetzt worden. Die Zeitung beruft sich auf Berechnungen der Regierung.

Allerdings bezeichnet die Regierung selbst solche Vergleiche als "irrational". Die freigesetze Menge radioaktiver Stoffe bei einem Unglück in einem Atomkraftwerk und bei der Explosion einer Bombe lasse sich nicht vergleichen. Tatsächlich starben in Hiroshima 140.000 Menschen sofort oder in den Monaten nach dem Abwurf der Atombombe.

Offiziell kein Toter

Die Atomkatastrophe von Fukushima wird bisher mit keinem Todesfall in Verbindung gebracht. Werden die Zahlen des französischen Instituts für Atomsicherheit (IRSN) zum Maßstab genommen, wurde bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren rund 900 Mal mehr Cäsium 137 freigesetzt als bei der Explosion der Atombombe von Hiroshima.

Nach den Explosionen und Bränden in Fukushima wurde eine 20-Kilometer-Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk eingerichtet. Noch immer leben mehr als 85.000 Menschen in Notunterkünften oder Fertigbauten ohne jegliche Gewissheit, ob sie jemals in ihre Häuser zurückkehren können. (APA)>

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Financial
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Deutschland 26.8.2011: Am Eingang zum Zwischenlager Gorleben steigt die Strahlung, und keiner weiss warum

aus: Financial Times Deutschland online: Atommüllzwischenlager: Strahlung in Gorleben rätselhaft hoch; 26.8.2011;
http://www.ftd.de/wissen/technik/:atommuellzwischenlager-strahlung-in-gorleben-raetselhaft-hoch/60095817.html

<Im Herbst soll der nächste Castor in das niedersächsische Zwischenlager rollen. Messwerte vom Zaun der Anlage gefährden dieses Vorhaben: die Strahlenbelastung nähert sich dem zulässigen Höchstwert - und keiner weiß warum.

Bei Messungen am Atommüllzwischenlager Gorleben sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Strahlenwerte festgestellt worden. Das niedersächsische Umweltministerium geht dennoch davon aus, dass dadurch der nächste Castor-Transport mit Atommüll nach Gorleben in diesem Herbst nicht gefährdet ist. Das sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Der Halbjahreswert für Neutronenstrahlung am Zaun des Zwischenlagers lag nach Angaben des Ministeriums im vorigen Jahr bei 0,23 Millisievert, in diesem Jahr bei 0,27 Millisievert. Auf das Jahr betrachtet ist dort ein Wert von 0,30 Millisievert erlaubt. Der genaue Grund für die gestiegenen Messwerte sei noch unklar, sagte die Sprecherin. Es sei aber möglich, dass die Steigerung daraus resultiere, dass ein Messpunkt um vier Meter versetzt worden sei und dadurch etwas näher an der Halle mit den Castor-Behältern liege.

Das NDR-Fernsehmagazin "Hallo Niedersachsen" zitierte einen internen Vermerke der Behörde, die für die Messungen verantwortlich ist. In dem Vermerk des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) heißt es, nach den aktuellen Werten sei nicht auszuschließen, dass die erlaubte Jahresdosis für 2011 überschritten werden könnte. Eine Einlagerung weiterer Castor-Behälter wäre dann nicht zulässig, heißt es weiter.

Umweltministerium überlegt Renovierung Die Sprecherin des Umweltministeriums wies darauf hin, dass die Grenzwerte für das Zwischenlager Gorleben deutlich schärfer seien als für andere deutsche Atomanlagen an vergleichbarer Stelle - dort gelte in der Regel ein Jahresgrenzwert von 1,0 statt wie in Gorleben von 0,3 Millisievert. Um den nächsten Castor-Transport dennoch in das Zwischenlager bringen zu können, sei es denkbar, die Neutronenstrahlung durch zusätzliche Abschirmmaßnahmen abzufangen, sagte sie. Eine wirksame Maßnahme könnte auch die Umstellung der Behälter innerhalb des Lagers sein, um den Abstand zum Zaun des Betriebsgeländes zu erhöhen, wo gemessen wird.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag forderten umgehend, den nächsten Castor-Transport nach Gorleben für den Herbst abzusagen. Die Werte seien ein Alarmsignal. Fraktionschef Stefan Wenzel warnte Landesregierung und Atomindustrie davor, weitere Einlagerungen durch Tricks und Manipulationen ermöglichen zu wollen. Die Umstellung von Behälter sei eine "abenteuerliche Überlegungen".

Die endgültige Entscheidung, ob es in diesem Jahr einen Castor-Transport nach Gorleben gibt, fällt nach Angaben aus dem Ministerium im Oktober.>

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Welt
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27.8.2011: Mikroben bauen Uran um: Geobacter entseucht verseuchtes Wasser - Deinococcus radiodurans bildet in "umgebauter" Form reaktorfähiges Uran

aus: Welt online: Mikrobiologie: Superbakterien gegen radioaktive Verseuchung; 27.8.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article13566908/Superbakterien-gegen-radioaktive-Verseuchung.html

<Ob Tschernobyl oder Fukushima – können Mikroben radioaktive Verseuchungen beseitigen? Ja, behaupten Forscher. Doch die Sache hat einen Haken

Das Bakterium Deinococcus überlebt auch extreme Strahlendosen von mehr als 10.000 Gray.

Ob Tschernobyl, Fukushima oder die zahllosen Testgebiete für Atomwaffen in Russland oder den USA: Die radioaktive Verseuchung macht diese Orte noch für Jahrzehnte zur tödlichen Gefahr für alles Leben. Für eine Sanierung durch Menschen ist die Strahlung dort viel zu hoch.

Aber wie sieht es mit Mikroben aus? Könnten sie dabei helfen, radioaktive Abfälle zu entsorgen? Immerhin werden solche bakteriellen Helfer bereits zur Sanierung von Giftmülldeponien eingesetzt. Einmal in den verseuchten Boden entlassen, bauen die winzigen Einzeller selbst hochgiftige Schwermetalle in ungefährliche Stoffe um.

Geobacter - Uranfresser von Natur aus

Tatsächlich gibt es einige Bakterien, die sogar freiwillig radioaktives Uran „fressen“. Einer davon ist Geobacter metallireducens, eine winzige stäbchenförmige Mikrobe. Ein Biologe entdeckte sie 1987 im Sand des Potomac Flusses nahe der US-amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. Schnell zeigte sich, dass das Bakterium verschiedene Metalle chemisch verändert, um daraus Energie zu erzeugen.

Wird die Mikrobe auf uranverseuchten Schlamm oder Böden losgelassen, baut sie auch das radioaktive Metall um. „Dabei entsteht eine Uranform, die unlöslich ist und somit zusammen mit den Bakterien 'eingesammelt' werden kann“, sagt Erwin Schneider, Professor für Biologie an der Humboldt-Universität Berlin und Experte für Mikroorganismen.

[Geobacters Arbeit: Das Grundwasser um eine Uranmine in Colorado wurde zu 90% gereinigt]

In „Rifle Mill“, einer stillgelegten Uranmine im Westen des US-Bundesstaats Colorado, hat Geobacter seine Fähigkeiten bereits unter Beweis gestellt: Die Mikrobe entfernte 90 Prozent des gelösten Urans aus dem Grundwasser rund um die Mine, berichten Forscher des US Energieministeriums. Das allerdings dauerte einige Jahre. Und das Ausmaß der radioaktiven Verseuchung war längst nicht so groß wie heute in Fukushima.

"Conan das Bakterium“ hält stärkster Strahlung stand - [Deinococcus radiodurans]

Es gibt eine weitere Mikrobe, die auch höchste Strahlendosen problemlos übersteht: Deinococcus radiodurans. Entdeckt wurde sie schon in den 1950er Jahren in Fleischkonserven der US-Armee. Diese waren mit hohen Dosen radioaktiver Strahlung sterilisiert worden - doch das Bakterium vermehrte sich dennoch in ihnen.

„Deinococcus übersteht extreme Strahlendosen von mehr als 10.000 Gray, ohne dass Zellen absterben“, berichtet der US-Forscher Michael Daly. Zum Vergleich: Bereits fünf Gray gelten als für den Menschen tödlich. Die „Conan, das Bakterium“ getaufte Mikrobe wäre damit als Entseuchungshelfer für die Fukushima-Reaktoren geradezu prädestiniert.

Aber es gibt ein Problem: Deinococcus findet die radioaktiven Giftstoffe nicht „schmackhaft“ und wandelt sie daher auch nicht um. Forscher mussten das Bakterium daher erst per Genmanipulation zu einem geeigneten Helfer umbauen. Sie brachten Deinococcus dazu, Phosphat zu erzeugen und in die Umwelt abzugeben. Uran reagiert mit diesem Phosphat und bildet unlösliche Verbindungen. „Offenbar lässt sich aus Uranphosphat auch wieder reaktorfähiges Uran gewinnen, so dass hier ein Recycling vorstellbar ist“, sagt Schneider.

Die Strahlung können auch die Mikroben nicht beseitigen

Doch das Ganze hat einen Haken: „Auch wenn die durch Bakterien produzierten Uransalze einfacher zu entsorgen sein werden, so bleibt doch die Strahlung erhalten“, erklärt der Mikrobiologe. Der radioaktive Abfall ist damit auch nach dem Umbau durch die Mikroben eine tödliche Gefahr für das menschliche Personal.

Und noch etwas komme hinzu: „In Fukushima tritt Radioaktivität in die Umwelt und verteilt sich auf dem Boden oder in Gewässern, bleibt also nicht lokalisiert“, sagt Schneider. Das werde mit Sicherheit eine Dekontamination durch Bakterien erschweren. „Es ist zudem derzeit völlig unbekannt, wie sich diese Bakterien beispielsweise in Gegenwart anderer Radionuklide außer Uran verhalten werden.“

Von einer maßgeschneiderten „Supermikrobe“ für die Sanierung von Fukushima und anderen havarierten Reaktoren sei man daher noch weit entfernt, sagt der Forscher.

dapd/oc>

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31.8.2011: <Atomdebatte: Schaffhausen steigt aus Kernenergie aus>

aus: 20 minuten online; 31.8.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/25027354

<Der Kanton Schaffhausen macht ernst und sagt dem Atomstrom Adieu. Der Ausstieg soll schrittweise bis 2040 erfolgen.

Der Kanton Schaffhausen will möglichst rasch, spätestens jedoch bis 2040 aus der Kernenergie aussteigen. Dafür soll im Kanton mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, die Effizienz gesteigert und ein neuer Energiefonds geschaffen werden.

Die Verbraucher müssen voraussichtlich 3 bis 4 Rappen mehr pro Kilowattstunde Strom bezahlen. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet dies rund 180 Franken pro Jahr. Diese Strompreiserhöhung sei tragbar und der Ausstieg des Kantons Schaffhausen aus der Kernenergie grundsätzlich umsetzbar, sagte Regierungsrat Reto Dubach (FDP) am Mittwoch vor den Medien.

Frage der Glaubwürdigkeit

Der Bau neuer Kernkraftwerke sei aus Gründen der Sicherheit, der Wirtschaftlichkeit und mangels genügender Akzeptanz in der Bevölkerung nicht mehr realistisch. Für den Ausstieg spreche auch ein weiterer Grund: «Glaubwürdig sind wir mit unserem Widerstand gegen ein Tiefenlager in unserer Region nur dann, wenn wir bereit sind auf Kernenergie zu verzichten», sagte Dubach.

Die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit bleiben trotzdem gewahrt, wie eine Studie des Beratungsunternehmens Infras belegt. Strom für Schaffhausen soll nach dem Willen der Regierung vor allem im Kanton produziert werden, auch wenn dies etwas teurer ist als der Import.

Durch die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien falle auch die Wertschöpfung mit positiven Beschäftigungseffekten in Schaffhausen an. Zudem würden keine neuen Abhängigkeiten geschaffen. Vollständig reichen wird die eigene Stromproduktion jedoch nicht. Die entstehende Lücke muss durch Importe gedeckt werden.

Um die Programme zur Förderung erneuerbarer Energien zu erweitern, schlägt die Regierung vor, eine kantonale Förderabgabe auf Strom einzuführen. Die daraus erzielten Einnahmen fliessen in einen Fonds, aus dem die verschiedenen Massnahmen finanziert werden sollen. Pro Jahr wären dies rund 7 Millionen Franken.

Ein Postulat aus dem Jahr 2009 hatte von der Regierung verlangt, den Ausstieg aus der Kernenergie und seine Auswirkungen zu prüfen. Nun liegt dazu ein Grundlagenbericht vor und die Regierung hat zuhanden des Kantonsrats eine Orientierungsvorlage erstellt. Voraussichtlich 2013 soll das Parlament dann über die notwendigen gesetzlichen Anpassungen entscheiden.

(sda)>

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1.9.2011: Die AKWs der "vierten Generation" sollen "sicherer" werden - aber der Atommüll bleibt bestehen

aus: 20 minuten: Sichere Nukleartechnik? So funktionieren die AKWs der Zukunft; 1.9.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/So-funktionieren-die-AKWs-der-Zukunft-27792889

<Die Politik hofft auf Kernkraftwerke der vierten Generation. Im Gespräch ist vor allem der Thorium-Hochtemperaturreaktor. Doch insgesamt wird an sechs neuen Reaktortypen geforscht.



1. Gasgekühlter schneller Reaktor (GFR)
Brennstoff: Uran, Plutonium, Thorium
Kühlmittel: Helium


2. Natriumgekühlter schneller Reaktor (SFR)
Brennstoff: Uran, Plutonium, Aktinide
Kühlmittel: flüssiges Natrium

3. Bleigekühlter schneller Reaktor (LFR)
Brennstoff: Uran, MOX, Aktinide
Kühlmittel: Blei oder Blei-Wismut-Legierung

... Dieser Kernbrennstoff ist allerdings waffenfähig, was das Risiko der Proliferation erhöht.
Schnelle Reaktoren nutzen die Uranvorräte besser und können hochradioaktiven Müll verwerten. Ihre Kühlung ist allerdings problematisch; Wasser ist dazu nicht geeignet.


Schnelle Brutreaktoren verwenden keine Moderatoren, so dass die Neutronen nicht abgebremst werden. ...

4. Höchsttemperatur-Reaktor (VHTR )
graphitmoderiert
Brennstoff: Uran, Thorium
Kühlmittel: Helium

Der VHTR verwendet Uran oder Thorium in prismatischen Blöcken oder Kugeln als Brennstoff. Als Kühlmittel wird Helium eingesetzt, das dank seiner chemischen Stabilität die Anlage nicht angreift. Der Vorteil dieses Reaktortyps liegt in der Sicherheit, da der Reaktorkern nicht schmelzen kann. Die hohen Temperaturen sind jedoch problematisch für die Materialien der Anlage.








5. Überkritischer Leichtwasserreaktor (SCWR)
wassermoderiert
Brennstoff: LWR-Brennstoffe
Kühlmittel: Kritisches Wasser ohne Phasenübergänge

Der SCWR baut auf den heute weit verbreiteten Druck- und Siedewasserreaktoren auf. Er verwendet jedoch «überkritisches» Wasser; ein Aggregatszustand zwischen flüssig und gasförmig, der durch Temperaturen über 500 Grad und Drücke von mindestens 230 bar erreicht wird. Dies steigert zum einen den Wirkungsgrad der Anlage, setzt aber die Materialien einer enormen Belastung aus.


6. Salzschmelze-Reaktor (MSR)
graphitmoderiert
Brennstoff: Uran- und Plutoniumtetrafluorid, geschmolzen
Kühlmittel: geschmolzenes Salz

Der MSR ist der bisher am wenigsten weit entwickelte Typ. Er verbrennt Uran- und Plutoniumtetrafluorid und verwendet das geschmolzene Salz zugleich als Kühlmittel. Damit wäre die Herstellung und Wiederaufbereitung von Brennelementen nicht notwendig, und es würde auch weniger hochradioaktiver Müll anfallen.



Die Umweltkommission des Ständerats hat mit ihrem Entscheid vom 30. August die Türe offen gelassen für neue Atomenergie-Technologien. Diese werden am Paul Scherrer Institut (PSI) vorangetrieben, wo zurzeit an Reaktortypen der vierten Generation geforscht wird.

Mit den Reaktoren der vierten Generation soll der Energiegehalt von Uran voll ausgeschöpft und die Menge des radioaktiven Abfalls minimiert werden, wie Horst-Michael Prasser, Leiter des PSI-Labors für Thermohydraulik, am 31. August der Nachrichtenagentur sda erklärte. Tiefenlager wären immer noch unumgänglich: «Unabhängig vom Reaktortyp fällt immer etwa dieselbe Menge von Spaltprodukten an», so Prasser. Die Menge der langlebigen Stoffe würde sich aber verringern.

Sicherheit erhöhen

Auch soll mit der neuen Kerntechnologie die Sicherheit erhöht werden. Laut Prasser hat «der grosse Sicherheitssprung» bereits mit dem Schritt von der zweiten zur dritten Generation in den 90er-Jahren stattgefunden. Reaktoren der dritten Generation werden zurzeit im Ausland gebaut und sind mit zusätzlichen Einrichtungen zur Beherrschung einer allfälligen Kernschmelze ausgerüstet.

Die bestehenden AKW in der Schweiz gehören der zweiten Generation an. Zusammen mit Deutschland hat die Schweiz gemäss Prasser die grössten Anstrengungen bei der Nachrüstung der Reaktoren unternommen.

Zeitplan von mehreren Faktoren abhängig

Mitglieder der ständerätlichen Umweltkommission nannten das Jahr 2050 als möglichen Zeithorizont für die «neue Technologie». Prasser macht den Zeitplan von den finanziellen Rahmenbedingungen sowie dem politischen Willen abhängig. «Wenn ein starker politischer Wille da ist, kann man in zehn Jahren zu einem vernünftigen Projekt kommen und in weiteren zehn Jahren zu einem Prototyp.» Ein nationaler Alleingang komme nicht in Frage.

Das «Generation Four International Forum» (siehe Infobox), bei dem die Schweiz nach wie vor Mitgliedstaat ist, setzt seine Hoffnungen auf sechs verschiedene Reaktortypen. Sie lassen sich in die beiden Kategorien der schnellen Brutreaktoren und der moderierten Reaktoren unterteilen:

Schnelle Brutreaktoren verwenden keine Moderatoren, so dass die Neutronen nicht abgebremst werden. Darum können diese Reaktoren mit Uran-238 betrieben werden, das an sich nicht spaltbar ist, aber durch die Aufnahme eines Neutrons zu Plutonium-239 wird. Dieser Kernbrennstoff ist waffenfähig, was das Risiko der Proliferation erhöht.

Schnelle Reaktoren nutzen die Uranvorräte besser und können hochradioaktiven Müll verwerten. Ihre Kühlung ist jedoch problematisch; Wasser ist dazu nicht geeignet. Es gibt – je nach verwendetem Kühlmittel – drei Reaktortypen:

  • Helium: Schneller gasgekühlter Reaktor (GFR)

  • Natrium: Schneller natriumgekühlter Reaktor (SFR)

  • Blei: Schneller bleigekühlter Reaktor (LFR)

Die Wärmeentwicklung bei solchen Reaktoren ist so hoch, dass Notfall-Kühlsysteme unabdingbar sind.

Zu den moderierten Reaktoren gehören ebenfalls drei Typen:

  • Der graphitmoderierte Höchsttemperaturreaktor (VHTR) verwendet Uran oder Thorium in prismatischen Blöcken oder Kugeln als Brennstoff. Als Kühlmittel wird Helium eingesetzt, das dank seiner chemischen Stabilität die Anlage nicht angreift. Der Vorteil dieses Reaktortyps liegt in der Sicherheit, da der Reaktorkern nicht schmelzen kann. Die hohen Temperaturen sind jedoch problematisch für die Materialien der Anlage.

  • Der wassermoderierte überkritische Leichtwasserreaktor (SCWR) baut auf den heute weit verbreiteten Druck- und Siedewasserreaktoren auf. Er verwendet jedoch «überkritisches» Wasser; ein Aggregatszustand zwischen flüssig und gasförmig, der durch Temperaturen über 500 Grad und Drücke von mindestens 230 bar erreicht wird. Dies steigert zum einen den Wirkungsgrad der Anlage, setzt aber die Materialien einer enormen Belastung aus.

  • Der graphitmoderierte Flüssigsalzreraktor (MSR) ist der bisher am wenigsten weit entwickelte Typ. Er verbrennt Uran- und Plutoniumtetrafluorid und verwendet das geschmolzene Salz zugleich als Kühlmittel. Damit wäre die Herstellung und Wiederaufbereitung von Brennelementen nicht notwendig, und es würde auch weniger hochradioaktiver Müll anfallen.
(dhr/sda)>


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1.9.2011: "USA", Ostküste: Atommüllfässer wurden durch Erdbeben verschoben

aus: 20 minuten online: US-Ostküste: Atommüll-Tonnen von Erdbeben verrückt; 1.9.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/11860408

<Das Erdbeben an der US-Ostküste hat in einem AKW für eine Schrecksekunde gesorgt. tonnenschwere Atommüll-Behälter bewegten sich mehrere Zentimeter.

Das Erdbeben an der US-Ostküste hat in einem Atomkraftwerk tonnenschwere Atommüll-Behälter zentimeterweit von der Stelle bewegt. «Sie blieben aber aufrecht stehen und sind intakt», sagte ein Sprecher des AKW-Betreibers Dominion Resources der Zeitung «Richmond Times-Gazette».

Den Angaben zufolge verrückten die Erschütterungen alle 25 in der Anlage eingelagerten Behälter um bis zu elf Zentimeter. Diese sind fünf Meter hoch, wiegen 115 Tonnen und stehen auf einer Betonschicht.

Das Kernkraftwerk in North Anna im US-Bundesstaat Virginia steht seit dem Erdbeben am 23. August still. Der Standort liegt nur knapp 20 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt, das eine Stärke von 5,8 erreichte.

Nach der Naturkatastrophe im März in Japan, bei der ein Tsunami eine Kernschmelze in mehreren Reaktoren ausgelöst hat, schürte der Vorfall auch in den USA die Diskussion über die Sicherheit der Energietechnik.

(sda)>

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Basler
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3.9.2011: ETH-Forscher für Atomausstieg der Schweiz bis 2050

aus: Basler Zeitung online: ETH-Forscher drängen auf Atomausstieg bis 2050; 3.9.2011;
http://bazonline.ch/schweiz/standard/ETHForscher-draengen-auf-Atomausstieg-bis-2050/story/24199442

In vierzig Jahren sollen alle Schweizer Atomkraftwerke vom Netz sein: Energie-Experten rechnen vor, wie dies geht – und nehmen die Politik in die Verantwortung.

Monument in der Nacht: Geht es nach den Forschern der ETH Zürich, sind in vierzig Jahren alle AKW – hier jenes in Leibstadt – abgeschaltet.

Es ist die Woche der gegensätzlichen Signale in Sachen Atomstrom. Am Dienstag hat die Energiekommission des Ständerats den vom Bundesrat beschlossenen Atomausstieg abgebremst. Sie will zwar den Bau von Atomkraftwerken «der heutigen Generation» verbieten, lässt aber eine Hintertür offen, mit der sich der Ausstieg umgehen lässt: Neue und sichere Kernkraftwerke sollen zugelassen werden, sofern die Wissenschaft in den nächsten Jahren entsprechende Fortschritte erzielt.

Das sei gar nicht nötig, ertönt es nur drei Tage nach dem Beschluss der Energiekommission von Seiten der Wissenschaft. Forscher der ETH haben am Freitag eine entsprechende Studie vorgestellt. Gemäss dieser ist der Atomausstieg bis 2050 technologisch möglich und wirtschaftlich verkraftbar. Die Forschergruppe am Energy Science Center der ETH Zürich entwickelte drei Szenarien für den künftigen Energiebedarf. Die Stromerzeugung der Schweiz werde in vierzig Jahren 67 bis 92 Terawattstunden (TWh) betragen, realistisch sei ein Wert von 80 TWh.

Wasserkraft soll die Hälfte des Strombedarfs abdecken

Gemäss Konstantinos Boulouchos, Professor für Aerothermochemie und Verbrennungssysteme, müsste die Wasserkraft rund die Hälfte des Strombedarfs abdecken. Dies sei möglich, auch wenn die Wasserkraft nur begrenzt ausbaubar sei. Die verbleibenden 40 TWh sollen mit erneuerbaren Energien, insbesondere mit der Solarenergie, gedeckt werden. Neben der Photovoltaik sollen zudem die dezentrale Nutzung von Biomasse sowie die Geothermie eine Rolle spielen.

Mittelfristig werde die Schweiz aber nicht darum herum kommen, auf CO2 ausstossende Gaskraftwerke zu setzen. Ab 2020 oder 2025 sollte es jedoch technologisch möglich sein, Gaskombikraftwerke zu bauen, bei denen das entstehende CO2 abgetrennt und eingelagert werden könne, glauben die Wissenschaftler. Ohne zusätzliche Massnahmen bei der Energieeffizienz sei die Wende aber nicht zu schaffen, betonen die Forscher. Besonders im Gebäudebereich und bei der Mobilität sehen sie noch Energiesparpotenzial.

Politik soll handeln

Der Atomausstieg werde der Schweiz wirtschaftlich nicht schaden, glauben die Experten zudem. Die volkswirtschaftlichen Kosten seien gering, sagt Lucas Bretschger, Professor für Ressourcenökonomie. Die wirtschaftliche Entwicklung würde zwar etwas verlangsamt, die ETH-Studie rechnet aber weiterhin mit positiven Wachstumsraten zwischen 0.7 Prozent und 1.7 Prozent. Langfristig werde zudem die Cleantech-Industrie profitieren: Besonders in der Elektronindustrie und der Maschinenindustrie seien hohe Investitionen zu erwarten.

Von der Politik verlangen die ETH-Wissenschaftler Massnahmen: «Schliesslich, und damit geben die Forscher den Ball weiter an die Politik, sind Kostenwahrheit und Planungssicherheit wichtige Voraussetzungen, damit die geplante tiefgreifende Umgestaltung des Schweizer Energiesystems gelingen kann», schreiben sie in einer Medienmitteilung. (baz.ch/Newsnetz>


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Welt
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Deutschland 2.9.2011: Weniger Mädchengeburten rund um das Atommülllager Gorleben

aus: Welt online: Atomlager: Rund um Gorleben werden weniger Mädchen geboren; 2.9.2011;
http://www.welt.de/politik/article13581589/Rund-um-Gorleben-werden-weniger-Maedchen-geboren.html

<Im Umkreis von 35 Kilometern um Gorleben werden seit der Lagerung von Atommüll weniger Mädchen geboren. Die Ursache dafür ist noch nicht bekannt.

Das Landesgesundheitsamt in Hannover hat das verschobene Geschlechterverhältnis bestätigt.

Nach der Einlagerung der ersten Castor-Behälter im Zwischenlager Gorleben hat sich in der Region das Geschlechterverhältnis bei Geburten zuungunsten der Mädchen verschoben. Das stellt ein unveröffentlichter Bericht des Landesgesundheitsamtes in Hannover fest, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt.

Das Amt analysierte Geburten im 35-Kilometer-Radius um Gorleben in vier Bundesländern. Dort wurden vor der ersten Castor-Einlagerung auf 100 Mädchen 101 Jungen geboren, danach jedoch auf 100 Mädchen 109 Jungen. Statistisch kommen bundesweit 105 Jungen auf 100 Mädchen zur Welt.

Es gebe nunmehr einen „unabhängigen Nachweis, dass um das Transportbehälterlager Gorleben Verschiebungen im sekundären Geschlechterverhältnis seit 1996 zu beobachten sind“, heißt es in dem Bericht. Damit sei jedoch „noch kein Beweis in Richtung auf eine stattgefundene Strahlenbelastung im Niedrigdosisbereich“ durch das Castor-Lager Gorleben gegeben.

Das sogenannte sekundäre Geschlechterverhältnis bezieht auf die Verteilung der Geschlechter bei der Geburt.

Effekt auch bei anderen Atomanlagen

Der erste Castor-Behälter mit hochradioaktivem Müll erreichte 1995 Gorleben. Das Landesgesundheitsamt vergleicht die Geburten um Gorleben in den Jahren 1991 bis 1995 mit denen in den Jahren 1996 bis 2009. Der Bericht für das niedersächsische Sozialministerium überprüft vorangegangene Berechnungen des Biostatistikers Hagen Scherb vom Helmholtz Zentrum München.

Scherb hatte auch für die Umgebung anderer deutscher Atomanlagen ein Defizit an Mädchen bei den Geburten festgestellt.

Die statistischen Hauptaussagen von Scherb für das niedersächsische Gebiet um Gorleben hätten Bestand, stellt der Bericht fest. Das habe Veranlassung dafür gegeben, die Auswertungen auf das in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommer und Sachsen-Anhalt gelegene Gebiet um Gorleben auszudehnen.

Im gesamten 35-Kilometer-Radius um Gorleben wurden dem Bericht zufolge von 1991 bis 2009 knapp 27.000 Kinder geboren. Bis 1995 zählte das Amt dabei 3.558 Mädchen und 3.600 Jungen, ab 1996 dann 9.437 Mädchen und 10.323 Jungen.

Keine höhere Strahlung feststellbar

Die nachgewiesene Verschiebung im Geschlechterverhältnis müsse getrennt von Scherbs These diskutiert werden, dass Radioaktivität das Geschlechterverhältnis bei Geburten verändern könne, betont der Bericht allerdings. Um das Zwischenlager Gorleben sei keine relevante zusätzliche Exposition der Bevölkerung durch Strahlung beobachtet worden.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes wurde der Bericht mit dem Titel „Veränderungen im sekundären Geschlechterverhältnis in der Umgebung des Transportbehälterlagers Gorleben ab 1995“ im Juli abgeschlossen.

Derzeit liege er den Auftraggebern vor und solle in einigen Wochen veröffentlicht werden, sagte ein Sprecher des Amtes. Das Zwischenlager Gorleben hatte zuletzt durch eine erhöhte Strahlung am Zaun seines Geländes Schlagzeilen gemacht.

dapd/sara>

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n-tv
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24.9.2011: <Ernte nahe Fukushima: Erhöhte Strahlenwerte beim Reis> - 500 Becquerel pro Kilogramm - bei 200 liegt der japanische "Grenzwert"

aus: n-tv online;
http://www.n-tv.de/panorama/Erhoehte-Strahlenwerte-bei-Reis-article4381361.html

<Die japanischen Behörden haben erstmals in Reis aus dem Umfeld des havarierten Atomkraftwerks Fukushima überhöhte Strahlenwerte festgestellt. In einer Reisprobe aus der Stadt Nihonmatsu 56 Kilometer östlich der bei dem Erdbeben am 11. März schwer beschädigten Atomanlage sei eine Belastung mit radioaktivem Cäsium von 500 Becquerel pro Kilogramm gemessen worden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

Weil der von der Regierung gesetzte Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm überschritten sei, seien vor der Ernte weitere Untersuchungen nötig. Die Zahl der Stichproben in der Präfektur Fukushima soll deswegen deutlich erhöht werden.

Seit der Atomkatastrophe im März geht in der japanischen Bevölkerung die Angst vor radioaktiv verseuchten Lebensmitteln um. Die Regierung hatte daher im August neue Richtlinien für die Strahlenbelastung bei Reis erlassen.

rts>

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Welt
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5.9.2011: Fukushima und Tschernobyl - zwei Geisterstädte mit tickenden Geigerzählern

aus: Welt online: Die Folgen des Super-GAUs: Das Ticken des Geigerzählers in den Geisterstädten; 5.9.2011;
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13585538/Das-Ticken-des-Geigerzaehlers-in-den-Geisterstaedten.html

<Die Ruhe nach dem GAU: Wie sich die atomaren Geisterstädte nahe Fukushima und Tschernobyl ähneln, zeigen verstörende Fotos aus Japan und der Ukraine.

Für einen Blick in die Zukunft müssen die Bewohner von Futaba, nahe dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima, nur in die Ukraine blicken – nach Pripyat, zwei Kilometer von Tschernobyl entfernt. Der AP-Fotograf Sergej Pomomarew hat die beiden Geisterstädte in seinen Bildern festgehalten.

In der ehemaligen Arbeiterstadt Pripyat lebten einst 50.000 Menschen. Heute leiten Touristenführer Gruppen durch die radioaktiv belastete Zone, in der Bäume im gesprungenen Asphalt wachsen und streunende Hunde durch menschenleere Straßen rennen.

Die Führer kennen die Orte, die sicher sind – und vor allem die, die es nicht sind. Sie lassen Touristen aus sicherer Entfernung Bilder vom „Orangenen Wald“ machen, wo radioaktiver Niederschlag immer noch starke Strahlungsdosen freisetzt.

Oder führen sie zu einem Zaun mehrere hundert Meter vom zerstörten Reaktor entfernt, der mittlerweile in einem Betonsarg eingebettet ist. Die Feuerwehrwagen und Helikopter, die zum Löschen des Feuers im Reaktor von Tschernobyl verwendet wurden, sind hingegen für Besucher tabu. Sie stehen verlassen auf einem Parkplatz und sind immer noch verstrahlt.

Futaba ist nach dem Atomunglück im nahe gelegenen Atomkraftwerk Fukushima hingegen noch unerforschtes Gebiet. Wo hier die Strahlung besonders hoch ist, weiß niemand. Und einige Folgen des Super-GAUs werden erst in Jahren oder Jahrzehnten deutlich werden.

Noch ist Futaba eine Geisterstadt, die für immer so aussieht, als könnten ihre 7000 Bewohner jederzeit zurückkehren. Nur das Ticken des Geigerzählers in den verlassenen Straßen macht deutlich, dass hier etwas nicht in Ordnung ist.

dapd/mk>

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8.9.2011: Bundesrat gegen neue AKWs

aus: 20 minuten online: Atomdebatte: Bundesrat will keine AKW neuer Generation; 8.9.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/12796703

<Der Bundesrat möchte den Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz komplett verbieten. Er spricht sich dagegen aus, die Türe für Atomkraftwerke der neuen Generation offenzulassen.

Ein Ausstieg mit Einschränkungen für den Bau von AKW der neuen Generation, wie dies die Energiekommission des Ständerats möchte, würde zu grosser Unsicherheit führen, schreibt der Bundesrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Motion. Es sei unklar, was eine neue Reaktortechnologie wäre und wer dies definieren würde.

r verschliesse sich allfälligen technischen Neuerungen nicht, hält der Bundesrat fest. Doch sollte bis dahin der Weg, die bestehenden Kernkraftwerke nicht zu ersetzen, «unmissverständlich befolgt werden». Es gehe auch um Planungssicherheit für die Energie-Unternehmen.

Nur heutige Generation verbieten

Der Bundesrat schreibt dies in der Antwort auf eine Motion von FDP-Nationalrat Felix Gutzwiller (ZH). Dieser verlangt, dass nur der Bau von Atomkraftwerken «mit der aktuellen Reaktorgeneration» verboten wird.

Ein ähnliches Ziel verfolgt die ständerätliche Energiekommission. Sie möchte nur den Bau von Atomkraftwerken der «heutigen Generation» verbieten. Am Mittwoch hat die Kommission diesen Entscheid bekräftigt.

Leuthard opponierte nicht

Den Grundsatzentscheid dazu hatte sie bereits vergangene Woche gefällt. Laut Kommissionsmitglied René Imoberdorf (CVP/VS) opponierte Energieministerin Doris Leuthard damals nicht gegen den Kompromissvorschlag.

Der Ständerat entscheidet am 28. September, ob und wie definitiv die Schweiz aus der Atomenergie aussteigt. Der Nationalrat hiess in der letzten Session drei Motionen für ein Verbot neuer AKW gut. Die Mehrheit der Ständeratskommission empfiehlt ihrem Rat, diese Motionen abzuändern, eine links-grüne Minderheit möchte bei der ursprünglichen Formulierung bleiben.

Keine zusätzliche Thorium-Forschung

Der Bundesrat veröffentlichte am Donnerstag auch Antworten auf andere Vorstösse rund um die Atomdebatte. So beantragt er dem Parlament, eine Motion abzulehnen, mit welcher Oskar Freysinger (SVP/ VS) eine «maximale Förderung» der Forschung im Bereich der Thorium-Technologie fordert, also neuer Reaktor-Typen.

Bei solchen Thorium-Reaktoren könne keine Kernschmelze auftreten, hält Freysinger fest. Die Technologie sei in den 70er Jahren erfolgversprechend entwickelt und dann wegen der auf Tschernobyl folgenden «Hysterie» fallengelassen worden.

Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort, die verschiedenen Reaktorkonzepte würden weltweit studiert, auch am Paul Scherrer Institut und an den beiden ETH. Entscheide über weitergehende Massnahmen halte er für verfrüht.

(sda)>

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8.9.2011: ETH: Atomausstieg für die Schweiz ist möglich bis 2050

aus: 20 minuten online: ETH-Studie: Ein Atiom-Ausstieg ist möglich; 8.9.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/18886517

<von Martina Huber
- Der Ausstieg aus der Atomenergie bis ins Jahr 2050 ist technisch möglich und wirtschaftlich verkraftbar. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der ETH Zürich.
Eine Schweiz ohne Atomstrom: Das ist seit Mai erklärtes Ziel des Bundesrates. Nun zeigt eine Gruppe von Forschern des Energy Science Center der ETH Zürich, dass eine Zukunft ohne Kernkraft technologisch möglich ist und dass die Wirtschaft auch beim Verzicht auf Atomenergie dauerhaft wachsen kann. «Dazu müssen wir aber jetzt anfangen, langfristig zu planen», sagt Göran Andersson, einer der Verfasser der Studie. Um ab 2050 ganz auf Kernkraft verzichten zu können, sind laut den Forschern folgende Schritte nötig:

- Erneuerbare Energien müssen viel stärker genutzt werden – insbesondere Solarenergie, Biomasse und Erdwärme. Wasserkraft lässt sich nicht mehr stark ausbauen, soll aber die Hälfte des Energiebedarfs abdecken.

- Gaskombikraftwerke sollen erneuerbare Energien ergänzen. Damit die Schweiz ihre Klimaziele dennoch erreicht, müssen diese Kraftwerke das bei der Verbrennung von Erdgas freigesetzte CO2 rückgewinnen und im Erdreich einlagern. Diese Technologie muss noch entwickelt werden.

- Das Stromnetz muss flexibler werden: Da Wind und Sonne unregelmässig anfallen, wird der Strom in den Leitungen künftig nicht mehr so konstant fliessen wie heute. Das stellt besondere Anforderungen ans Netz. Und: Es muss auch Möglichkeiten geben, Energie kurz- und langfristig zu speichern.

Andersson ist optimistisch, dass die Schweiz den Ausstieg schafft: «Wenn es Bedarf an Technologien gibt, gibt es immer auch clevere Leute, die sie entwickeln.» Jetzt liege der Ball bei der Politik, die Rahmenbedingungen optimal zu gestalten. >

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