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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

40. Atomkraftwerke (AKWs) und die Folgen (Teil 10)

Der
              "Atomhase" ohne Ohren in der Hasengruppe in der
              Region Fukushima, die Hasen wurden mit
              "Atomgras" gefüttert
Der "Atomhase" ohne Ohren


Video: Die Atomkraft ist eine Falle für die Menschheit: http://www.youtube.com/watch?v=j6Nic4s_pPI

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Süddeutsche
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28.5.2011: <Japan nach dem Super-Gau: Starker Taifun bedroht Atomruine Fukushima>

aus: Süddeutsche online; 28.5.2011;
http://www.sueddeutsche.de/panorama/japan-nach-dem-super-gau-starker-taifun-bedroht-atomruine-fukushima-1.1102769

<Während die Arbeiter in dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima gegen Radioaktivität und Massen verseuchten Wassers kämpfen, nähert sich auch noch ein Taifun der Katastrophenregion im Nordosten Japans. Betreiber Tepco warnt, die zerstörte Anlage sei nicht auf heftige Regenfälle und starke Winde vorbereitet.

Ein Taifun bereitet den Reparaturtrupps in der japanischen Atomruine Fukushima Sorgen. Der starke Wirbelsturm Songda näherte sich am Samstag von der südlichen Inselprovinz Okinawa kommend und droht, auch die Katastrophenregion im Nordosten des Landes in den nächsten Tagen mit heftigen Regenschauern heimzusuchen.

Nach Angaben des japanischen Wetterdiensts wütete Songda am Samstag mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 216 Stundenkilometern vor der japanischen Insel Miyakojima vor der Küste Taiwans. Er könnte möglicherweise bis Montag die Hauptstadt Tokio erreichen und in Richtung des etwa 200 Kilometer entfernten Fukushimas weiterziehen.

Die zerstörte Anlage sei nicht ausreichend auf heftige Regenfälle und starke Winde vorbereitet, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco. Zwar ließ der Betreiber in den vergangenen Wochen Bindemittel um die zerstörten Reaktoren streuen, damit nicht radioaktiver Staub durch Wind und Regen aufgewirbelt und so in die Luft oder das Meer gelangt. Einige der Reaktorgebäude klaffen jedoch offen, nachdem Wasserstoffexplosionen in Folge des Megabebens und Tsunamis vom 11. März 2011 die Gebäude zerstört hatten. Tepco plant, die Gebäude abzudecken. Allerdings wird diese Maßnahme nicht vor Mitte Juni geschehen.

Unterdessen gerät Premier Naoto Kan wegen seines Krisenmanagements verstärkt unter Druck. Ein Berater Kans wurde von der Nachrichtenagentur Kyodo mit den Worten zitiert, man werde alles unternehmen, ein weiteres Ausbreiten der radioaktiven Verseuchung durch den sich nähernden Taifun Songda zu verhindern.

Doch Kan droht bald ein Misstrauensvotum durch die beiden größten Oppositionsparteien. Die Liberaldemokratische Partei (LDP) und die Komeito Partei hoffen, eine Rebellion innerhalb Kans regierender Demokratischer Partei (DPJ) zu entfachen.

Seit längerer Zeit wächst in Kans Lager der Unmut gegen den Premier. Sein schärfster innerparteilicher Widersacher Ichiro Ozawa machte in einem Zeitungsinterview keinen Hehl aus seiner Haltung: "Ich denke, je eher er ausgewechselt wird, desto besser."

Radioaktive Partikel auf dem Meeresgrund

Kan selbst zeigte sich jedoch am Samstag bei seiner Rückkehr vom G8-Gipfel gegenüber japanischen Journalisten zuversichtlich, ein Misstrauensvotum zu überstehen. Er gehe davon aus, dass seine Partei das Votum geschlossen abschmettern werde.

Doch die schlechten Nachrichten für den Premier reißen nicht ab: Die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press  berichtet unter Berufung auf Untersuchungen des Wissenschaftsministeriums, dass im Meeresboden vor der Küste der Provinz Fukushima ungewöhnlich hohe Mengen an radioaktiven Partikeln gefunden worden seien. Nach Angaben des japanischen Wissenschaftsministeriums haben die Werte gesundheitsgefährdendes Niveau, sollten sie auch in Fisch und Meeresfrüchten nachgewiesen werden.

Bodenproben in einer Tiefe von 126 Metern, etwa 30 Kilometer östlich der Atomruine, hätten 320 Becquerel an Cäsium-137 pro Kilogramm enthalten, hieß es. Die Proben wiesen demnach zudem 260 Becquerel an Cäsium-134 und 2,7 Becquerel an Jod-131 auf. Bei einer regulären Untersuchung vor rund zwei Jahren seien lediglich ein Becquerel an Cäsium-137 gefunden worden. Cäsium-134 sei damals nicht gemessen worden, hieß es weiter. Die jüngsten Proben seien zwischen dem 9. und 14. Mai an 12 Stellen zwischen den Katastrophenprovinzen Miyagi und Chiba genommen worden.>

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Basler Zeitung
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28.5.2011: Basel und die Konzepte der erneuerbaren Energien - von 6000 Watt auf 250 Watt pro Tag

aus: Basler Zeitung: Erneuerbare Energien - ein Basler Märchen; 28.5.2011;
http://bazonline.ch/basel/stadt/Erneuerbare-Energien--ein-Basler-Maerchen/story/26824574
<Von Silvio Borner*

Das Bild von Basel als Alternativenergieparadies, das die IWB und das Amt für Umwelt und Energie in teuren Kampagnen zeichnen, hat mit der Realität wenig zu tun. Den energiepolitischen Sonderweg kann sich Basel nur leisten, weil andere auf Atomstrom setzen.

Als seit 33 Jahren in dieser Stadt lebender Steuerzahler und lehrender Ökonom habe ich in den letzten Tagen nicht schlecht gestaunt über die dreiste und teure Propaganda aus den Industriellen Werken Basel (IWB) und dem Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt. Von den IWB flatterte eine Hochglanzbroschüre mit der Beilage «Schon heute das Morgen leben» auf den Tisch, von kantonalen Ämtern gesponsert eine Sonderbeilage der Basler Zeitung mit dem Titel «Erneuerbare Energien».

Was hier an Eigenlob und Selbstbeweihräucherung auf Kosten der Steuerzahler und Stromkonsumenten zu Papier gebracht worden ist, erinnert an die Propagandamaschinerie einer ideologisch geprägten Gesinnungsdiktatur. Und niemand widerspricht, weil es aussichtslos erscheint: Basel als Alternativenergieparadies und Energieeffizienz-Vorzeigeobjekt scheint mittlerweile in allen Köpfen unverrückbar verankert zu sein. Geradezu ironisch (oder zynisch) tönt die Überschrift des ersten Artikels: «Aussergewöhnlich ohne viel Aufhebens». Dabei wäre wohl das Gegenteil angebrachter: viel Aufhebens um wenig Aussergewöhnliches. Ich greife in der Folge ein paar Kernaussagen aus der BaZ-Beilage heraus und kommentiere diese jeweils kurz.

«Jeder Förderfranken generiert acht bis zehn Franken Umsatz bei den lokalen KMU.»

Dies ist das übliche, aber wissenschaftlich unhaltbare Hervorzaubern eines angeblichen Multiplikatoreffekts in einer selten frechen Grössenordnung. Wenn das nämlich so wäre, täten wir gut daran, die Förderabgaben zu vervielfachen, um so ein wahres Wirtschaftswunder-Feuerwerk zu entfachen. Leider sind Wunder in der Ökonomie nicht vorgesehen. Jeder Franken kann nur einmal ausgegeben werden. Was aus dem Förderfonds verteilt wird, wurde vorher einem Stromverbraucher abgezwackt, der damit auch etwas gespart oder gekauft hätte. Sehr wahrscheinlich sogar etwas Gescheiteres, als tendenziöse Broschüren und eine Förderbürokratie zu finanzieren.

2. «Während heute der Durchschnittsschweizer einen Energiebedarf von rund 6000 Watt verzeichnet, liegt der Basler Wert bei rund 4000 Watt – rund der Hälfte auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. In Basel sind wir der übrigen Schweiz einen Schritt voraus.»

Was hier der weitsichtigen Basler Energiepolitik gutgeschrieben wird, hat im Wesentlichen ganz andere Ursachen. So ist Basel vergleichsweise klimatisch verwöhnt und extrem dicht besiedelt, was den Heiz- und Verkehrsaufwand drastisch reduziert. Die Autodichte ist in Basel deshalb extrem niedrig, die Tram- und Busdichte entsprechend hoch und die Mehrfamilienhaus-Wohnform entsprechend weit verbreitet. Zudem sind die energieintensiven Produktionsanlagen immer mehr aus dem Stadtgebiet abgewandert, exemplarisch sichtbar am Novartis Campus. Als modernes Dienstleistungszentrum haben wir in Basel viel Energieverbrauch ausgelagert (etwa an Pendler aus dem Elsass) oder durch graue Energieimporte aus dem Umland ersetzt. Viele Basler verbringen ihre Freizeit ausserhalb des engen Stadtgebiets, häufig sogar in einem Zweitwohnsitz.

«3. Schwieriger wird die Umsetzung der 200-Watt-Gesellschaft bis 2150, denn dann sollen nur noch 2000 Watt zur Verfügung stehen.»

Durch wen und wie soll diese auf einen Drittel reduzierte Verfügbarkeit beschlossen und durchgesetzt werden? Wir könnten dann auch gleich jedem Einzelnen die ihm zustehenden Quadratmeter Wohnung oder Kalorien zuteilen. Hier stellen sich ökologische und ordnungspolitische Grundsatzfragen. Ist es nicht absurd statt visionär, den Energieverbrauch pro Kopf für das Jahr 2150 auf einen Drittel des heutigen fixieren zu wollen? Zudem geht es ja weniger um die Energie per se als um ihre umweltschädigenden «Nebenwirkungen» wie etwa den CO2. Was wäre, wenn wir in 50 oder 100 Jahren plötzlich reichlich billige und immissionsfreie Elektrizität zur Verfügung hätten?

Die ETH Zürich hat aus diesem Grund bereits vor einiger Zeit anstelle eines 2000-Watt-Ziels einen maximalen CO2 pro Kopf vorgeschlagen. Wenn man dieses 2000-Watt-Ziel nicht mit einschneidenden Zwangsmassnahmen quasi-diktatorisch durchpauken will, dann müssen die Marktpreise für Energie dramatisch ansteigen. Allein um die fünf Schweizer Kernkraftwerke zu ersetzen, müsste der Strompreis gemäss der ETH-Konjunkturforschungsstelle um 60 bis 70 Prozent angehoben werden. Man kann damit leben, aber man muss es den Betroffenen klar kommunizieren und ihnen nicht das Gegenteil vorgaukeln.

«4. Der Kanton Basel-Stadt wird vollständig von erneuerbaren Quellen versorgt, davon 90 Prozent aus Wasserkraftwerken.»

Das ist nun eine böswillige Falschmeldung, die inzwischen selbst in angesehenen Medien (wie etwa der «NZZ am Sonntag») unkritisch weiterverbreitet wird. Die Fehlinterpretation beruht auf mangelnden Grundkenntnissen der Physik in der gutgläubigen Leserschaft. Richtig ist nämlich nur, dass die IWB keinen AKW-Strom bestellen und entsprechende Rechnungen verbuchen. Physikalisch oder real ist dieser buchhalterische Dreh jedoch irrelevant, weil die ganze Schweiz am gleichen Hochspannungsnetz hängt. Und hier zirkulieren nun einmal 40 Prozent «böser» Atomstrom. Basel kann sich seinen «Sonderfall» nur deshalb leisten, weil andere den Kernstrom bezahlen, der auch aus den Basler Steckdosen kommt. Wenn alle wie Basel keinen Atomstrom mehr bestellen und die Kernkraftwerke deshalb abschalten, fehlen diese 40 Prozent überall – also auch im Basler Netz – und können bis auf längere Zeit nur durch importierten Nuklear- oder Fossilstrom oder eigene Gaskraftwerke ersetzt werden. Das geben selbst die Promotoren indirekt zu, wenn sie schreiben: «Wind und Sonnenenergie trugen 2010 rund 0,2 Prozent zur Versorgung Basels bei.» Basel ist somit weder Vorbild noch Vorläufer, weil das Netz zusammenbricht, wenn sich alle Stromverteiler so wie Basel verhielten. Wegen der geografischen Nähe zu mehreren Kernkraftwerken ist der effektive Nuklearanteil in Basel wohl eher überdurchschnittlich. Einmal im Netz, ist Strom völlig homogen und fliesst entlang dem Spannungsgefälle. Dass die Basler Strompreise trotzdem relativ günstig sind, verdanken wir zwei nicht nachhaltigen Umständen. Zum einen hat sich Basel früh und stark an heute bereits weitgehend amortisierten Wasserkraftwerken beteiligt, die nur noch geringe Produktionskosten aufweisen. Zum anderen orientiert sich die Preisregulierung fälschlicherweise an diesen historischen Kosten und nicht an den Marktpreisen. Dies ist eine Quelle der Verschwendung und setzt falsche Investitionsanreize.

Statt von vornherein von transparenten europäischen Marktpreisen auszugehen, berechnen wir falsche, nämlich zu tiefe Kostenpreise und erhöhen diese dann künstlich durch Lenkungs- und Förderabgaben. Der Basler Mythos, gestern Kaiseraugst verhindert zu haben und heute dem Rest der Schweiz schon wieder einen Schritt voraus zu sein, steht auf tönernen Füssen. Kaiseraugst wurde in Frankreich finanziert, das uns mit Atomstrom beliefert. Das hält die Basler Regierung nicht davon ab, wegen Fessenheim böse Briefe nach Paris zu senden. Das ganze Illusionsgebäude rund um Sonne und Wind wird dann wie ein Kartenhaus zusammenstürzen, wenn wir nicht nur gegen die Kernkraftwerke demonstrieren, sondern wenn der Ausstieg effektiv passiert und das Netz schweizweit versagt.

«5. Erneuerbare Energien stärken den Wirtschaftsstandort, zum einen verleihen sie einen Innovationsschub, zum anderen schaffen sie laufend Arbeitsplätze.»

Theorie und Erfahrung lehren, dass der technische Fortschritt extrem schwer vorherzusehen ist und privaten Initiativen entspringt. Hat zum Beispiel der jetzt reichste Schweizer für seine Neuentwicklungen in der Knochenschlosserei je staatliche Förderung verlangt oder bekommen? Viele probieren vieles, die meisten scheitern schnell und schmerzlos und wenige triumphieren mit einer technisch und ökonomisch verwertbaren Innovation. Der Markt ist ein «Entdeckungsverfahren» (Friedrich August von Hayek).

Staatliche Innovationsplanung und Investitionslenkung führen zu teuren Fehlentwicklungen, die erst noch schwer zu korrigieren sind. Anders als im freien Markt, in dem private Konkurse Fehlentwicklungen schnell bereinigen, werden Bürokraten und Politiker ihre Fehler nie zugeben, sondern im Gegenteil argumentieren, man hätte halt noch zu wenig gelenkt, gestützt und gefördert. Also muss die Dosis der falschen Medizin erhöht werden! Wenn, wie in der BaZ-Beilage behauptet wird, Alternativenergien längst konkurrenzfähig geworden sein sollen, dann braucht es doch auch keine milliardenschweren Subventionen oder Regulierungen für die Einspeisungen mehr.

Es ist eine «ungeheuerliche Anmassung von Wissen» (Hayek), heute schon vorschreiben zu wollen, wie die Energieversorgung in 30 bis 50 Jahren auszusehen hat. Sicher ist nur eines: Der Energiemix von übermorgen wird sicher nicht so aussehen, wie es die Alternativprediger von heute gerne hätten, weil sie hier und heute von Subventionen für ihre schon ziemlich alt aussehenden Steckenpferde profitieren. Eine Rationierung des Energieverbrauchs und vor allem dessen rasche und rasante Verteuerung werden hohe wirtschaftliche Schäden verursachen. Die Schweiz ist nur deshalb so reich geworden, weil wir nicht lokale Wertschöpfung geschützt und gestützt, sondern unsere Export- und Importchancen konsequent genutzt haben. Ausnahme ist die Landwirtschaft.

Ja, fast alle Subventionen bleiben im Land und erhalten Arbeitsplätze. Leider ist diese Branche jedoch nicht wettbewerbsfähig, nicht innovativ und daher auch nicht nachhaltig. Das können wir uns als romantischen Luxus gerade noch leisten, aber eine analoge Energiewirtschaft definitiv nicht. Die Energieeffizienz wird durch technologische Innovationen einerseits und Kosteneinsparungen bei steigenden Preisen andererseits ganz von selber zunehmen. Dass wir hier schon grosse Fortschritte erzielt haben, sei nicht bestritten. Selbst gewisse staatliche Fördermassnahmen können diese Prozesse beschleunigen. Aber wir dürfen nicht in eine Planwirtschaft hineinrutschen. Es genügt, darauf zu achten, dass «die Preise richtig sind» und die Anpassungen an (zu Recht erwartete) Preiserhöhungen den Marktteilnehmern überlassen bleiben. Einsparungen oder Regulierungen, die sich wirtschaftlich «nicht rechnen», sollte nicht aus ideologischen, emotionalen oder interessenpolitischen Motiven zum Durchbruch verholfen werden.

* Silvio Borner war von 1978 bis 2009 Professor für Volkswirtschaftslehre in Basel. (Basler Zeitung)>



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n-tv online,
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Fukushima 1 am 29.5.2011: In Reaktor 5 fallen die Kühlpumpen aus

aus: Erdbeben: Kühlpumpen in Fukushima-Reaktor ausgefallen; 29.5.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Kuehlpumpen-in-Fukushima-Reaktor-ausgefallen-article3448826.html

<Tokio (dpa) - Neue Probleme im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima: In Reaktor 5 sind die Kühlpumpen ausgefallen. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco. Die Temperatur des Reaktor steige. Die Reparaturtrupps seien dabei, auf Ersatzpumpen umzuschalten, um das Kühlsystem wieder in Gang zu bringen. Weitere Gefahr droht durch einen starken Taifun. Er soll heute die Katastrophenregion im Nordosten des Landes mit heftigen Regenschauern heimsuchen.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Basler Zeitung
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30.5.2011: Unverantwortliche Doris Leuthard will bei der Atomenergie Vorteile und Nachteile abschätzen - und auf die Kernfusion warten

aus: Basler Zeitung online: Doris Leuthard will Atomenergie nicht ganz fallen lassen; 30.5.2011;
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Doris-Leuthard-will-Atomenergie-nicht-ganz-fallen-lassen-/story/25752823

<«Im Import wird immer Atomstrom dabei sein»: Doris Leuthard.

Doris Leuthard hält eine Schweiz ganz ohne Atomstrom für eine Illusion. Für die Energiezukunft des Landes lässt sich die Bundesrätin mehrere Optionen offen.

Energieministerin Doris Leuthard relativiert den bundesrätlichen Entscheid zum Atomausstieg. Die Kernenergie könnte wieder ein Thema werden, falls dereinst die Kernfusion gelingen sollte, sagte sie im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

«Sollte etwa in 30 Jahren die Kernfusion gelingen, und sollten die Vorteile der Atomenergie wieder überwiegen, könnte man das Gesetz erneut anpassen», sagte Leuthard. Heute entscheide man aufgrund der heutigen Fakten - und die sprächen gegen neue Investitionen in die Kerntechnologie. «Aber wer kann heute schon sagen, wie sich die Technologie entwickelt?»

Schweiz werde weiter Atomstrom importieren

Die CVP-Bundesrätin erinnerte zudem daran, dass der Ausstieg etappenweise in 25 bis 30 Jahren erfolgen soll. «Manche Kreise» würden hingegen den Eindruck erwecken, als steige die Schweiz sofort aus.

Was die völlige Unabhängigkeit von der Atomkraft betrifft, dürfe man sich «keinen Illusionen hingeben», sagte Leuthard. Die Schweiz könne weiterhin Strom importieren, und «im Import wird immer ein Anteil Atomstrom dabei sein».

Politiker fordern Masterplan

Andere Schweizer Politiker und Stromproduzenten fordern derweil, dass die Energiezukunft der Schweiz in einem Masterplan geregelt wird. Urs Gasche, Verwaltungsratspräsident des Berner Energieunternehmens BKW, verlangt im Interview mit der «SonntagsZeitung», dass der Bundesrat dem Parlament Gesetzesvorschläge vorlegt, in denen Verfahren gestrafft und die Opposition gegen Energieprojekte eingedämmt werden. Vorbild ist das Vorgehen bei der Bahn 2000.

Gleich argumentiert, von links bis rechts, die Politik: BDP-Präsident Hans Grunder will dem Bund nicht nur die Planung der Energiezukunft in die Hand geben, sondern ihm auch die Bewilligungskompetenz erteilen. Diese liegt heute bei den Gemeinden und Kantonen. Stromleitungen, Speicherwerke und Stromproduktionsanlagen sollen so auf Bundesebene zentral genehmigt werden.

CVP-Chef Christophe Darbellay verlangt, dass die Idee weiter verfolgt wird. Selbst linke Umwelt- und Energiepolitiker machen sich dafür stark. Ursula Wyss: «Ein Masterplan ist auch im Interesse der Umweltverbände, die in die Planung mit einbezogen werden. Kantone und Gemeinden müssen Hand bieten.»

(mrs)>

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31.5.2011: Kamikaze-Freiwillige bei 2 Mio. Becquerel pro Kubikmeter: Japanisches Rentner-Kommando will Fukushima retten

aus: n-tv online: Freiwillig in die Atomruine: Rentner wollen Fukushima retten; 31.5.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Rentner-wollen-Fukushima-retten-article3463456.html


<Mit primitiven Mitteln gegen ein Hightech-Desaster: Um eine Verteilung radioaktiv belasteten Materials durch Wind oder Regen zu verhindern, werden die Reaktoren von Fukushima mit Kunstharz besprüht.

Am Boden des Reaktorgebäudes 1 in Fukushima werden Strahlenwerte von zwei Millionen Becquerel pro Kubikmeter gemessen. Eine Gruppe von 200 Rentnern will freiwillig dort arbeiten. Als ein Kamikaze-Kommando sehen sie ihre Mission nicht an.

Eine Gruppe von mehr als 200 japanischen Pensionären hat sich freiwillig gemeldet, um gegen die nukleare Verseuchungsgefahr in der Kernkraftwerk-Ruine Fukushima vorzugehen. Die Gruppe nennt sich "Ausgebildeter Veteranen Korps" und besteht aus pensionierten Ingenieuren und anderen Fachleuten, die alle älter als 60 Jahre sind. Sie wollen nicht, dass sich die jungen Arbeiter der Gefahr im Reaktor aussetzen.

Als ein Kamikaze-Kommando sehen sich die Rentner jedoch nicht an. "Wir versuchen alle Risiken zu vermeiden", sagte das Gruppenmitglied Yasuteru Yamada in einem Interview der BBC. Die meisten der Mitglieder hätten nicht mehr länger als zehn bis 15 Jahre zu leben, meinte Yamada. Daher würden sie sich auch nicht vor einer Krebserkrankung fürchten: "Die bricht erst später aus."

Derweil macht in Fukushima hoch radioaktiv verstrahltes Wasser weiter Probleme. Wie die Betreibergesellschaft Tepco mitteilte, wurde im Wasser am Boden des Reaktorgebäudes 1 radioaktives Caesium mit Strahlenwerten von zwei Millionen Becquerel pro Kubikmeter gemessen. Es wird vermutet, dass das radioaktive Material von den geschmolzenen Brennstäben im Reaktor stammt und aus dem Druckbehälter austritt.

Rasch steigender Wasserstand bereitet Sorge - [Regen bringt unlösbares Problem]

Angesichts der beginnenden Regenzeit bereitet vor allem der rasch steigende Wasserstand Sorge. Wie der staatliche Sender NHK berichtete, steigt das Wasser in den Turbinengebäuden von Reaktor 2 und 3 mittlerweile um drei bis vier Millimeter pro Stunde, seit am Sonntag die ersten schweren Regenfälle in der Region eingesetzt hätten. Die Frage der Entsorgung ist nach wie vor ungelöst. Es wird befürchtet, dass erneut verstrahltes Wasser ins Erdreich oder ins Meer gelangen könnte.

Tepco hatte Mitte Mai die Installation einer Anlage angekündigt, mit der radioaktive Substanzen aus dem Wasser in den Gebäuden gefiltert und das Wasser zugleich zur Kühlung der Reaktoren eingesetzt werden soll. Die Anlage dürfte aber erst im Juli betriebsbereit sein.

Das radioaktive Wasser, das zur Kühlung der Reaktorbehälter in die Gebäude gepumpt wird, macht den Betreibern seit Beginn der Katastrophe Schwierigkeiten. Unter anderen konnte das reguläre Kühlsystem der Anlage nicht repariert werden, da ein Einsatz der Arbeiter in den überfluteten Bereichen zu gefährlich ist.

Das Atomkraftwerk Fukushima eins war durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden. Seither tritt Radioaktivität in die Umwelt aus. Es ist die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl.

mbo/dpa>

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Spiegel
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31.5.2011: Sarkasmus pur, das AKW-Quartettspiel

aus: Spiegel online: AKW-Quartettspiel: Auftrumpfen mit dem Super-Gau; 31.5.2011;
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,765720,00.html

<Wer strahlt, gewinnt! Eine Hamburger Firma bringt ein Quartettspiel mit Atomkraftwerken auf den Markt. Da heißt es nun "Alarmstufe 7 - sticht!" - wer also Fukushima in den Händen hält, trumpft groß auf. Die Macher haben Erfahrung mit eigenwilligen Gags - sie brachten schon Adolf Hitler ins Spiel.

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Es ist eine logische Folge nostalgischer Gefühle, die die Kinder der siebziger Jahre empfinden: Immer wieder stellen Medien Sachverhalte als Quartettspiel dar. Der brandneue "Festival Guide" des Pop-Magazins "Intro" etwa kommt mit einem Festival-Quartett, und bei SPIEGEL ONLINE erinnerte man sich der Pausenhof-Zockereien ebenfalls, indem man ein Abgeordneten-Quartettentwarf.

Auch als Geschenk, zu 35. oder 40. Geburtstagen zum Beispiel, schenken sich die Menschen aus der Generation Autoquartett seit ein paar Jahren Quartettspiele mit Plattenbauten, Dönerbuden und Dichtern. Mit einem Paukenschlag enterte die Hamburger Firma Weltquartett 2008 diesen Markt - mit einem Tyrannen-Quartett, bei dem die Spielkarten in Gruppen wie Monarchen, Faschisten, Kommunisten oder auch Völkermörder eingeteilt wurden.

Das Tyrannen-Quartett war der Auftakt in der Serie "Geißeln der Menschheit", die inzwischen Quartettspiele zu Ungeziefer, Seuchen und Rauschgift umfasst - und als neueste Folge: Atomkraftwerke. Manche der Abbildungen sind wohlbekannt, so die des Kraftwerks von Fukushima nach der Katastrophe - aber es gibt auch erstaunliche Bilder: Vor dem Schwerwasserreaktor in Karatschi sieht man Leute am Strand herumtollen und im Wasser baden.

Wo es einst bei den Autoquartetts darum ging, sich in Kategorien wie Hubraum, Geschwindigkeit oder Umdrehungen pro Minute ("U/min" wissen die Kenner) zu übertrumpfen, spielt man beim AKW-Quartett um die Bruttoleistung, die bisher angefallene Menge hochradioaktiven Mülls, die Bevölkerungszahl im Radius von 50 Kilometern und natürlich um die bisher höchste erreichte Alarmstufe bei einem Störfall.

Bei einer Kategorie wurden die Macher des Quartetts nun von der Aktualität überholt: Das Ende der geplanten Betriebszeit der Kraftwerke von den Karten A3 (Biblis), B2 (Unterweser) und B3 (Krümmel) ändert sich auf 2011, die der anderen deutschen Kraftwerke auf 2021. "Dieser Gefahr waren wir uns durchaus bewusst", sagt Jürgen Kittel, einer der beiden Weltquartett-Macher. Und wer wisse schon, was die nächste Bundesregierung dann wieder planen werde.

Mit dem Tyrannen-Quartett hatten Kittel und sein Mitstreiter Jörg Wagner Anfang des Jahres ziemlichen Ärger: Sie präsentierten es bei der Spielwarenmesse in Nürnberg - und nach einem Artikel der lokalen "Abendzeitung" reagierte die dortige Staatsanwaltschaft und eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen der Verwendung verfassungswidriger Symbole. Auf der Quartettkarte zu Adolf Hitler war in einer Ecke ein Hakenkreuz zu sehen, halb verdeckt durch ein großes gelbes Feld mit der Aufschrift "Blitz-Trompf".

Die Ermittlungen seien inzwischen eingestellt, sagt Kittel. Über ihre Anwältin hatten die Weltquartett-Leute angeboten, in folgenden Auflagen das "Blitz-Trompf"-Feld übers Hakenkreuz zu schieben.

Bei den Atomkraftwerken sind solche Schwierigkeiten nicht zu befürchten. Aber die etwas obskure Spielvariante mit dem Super-Trumpf, der alle anderen Karten stechen kann, gibt es auch diesmal wieder: C2 (Tschernobyl) und G2 (Fukushima Daiichi) tragen wieder das gelbe Feld. Aufschrift: "Super-GAU!" "Das konnten wir uns nicht verkneifen", sagt Jürgen Kittel.

Natürlich steckt viel schwarzer Humor hinter der Spielidee von Kittel und Wagner, doch in den Kategorien geht es auch um Technikfolgenabschätzung - und das ist ein deutlicher Unterschied zu den Autoquartetts von einst, bei denen man sich ungebrochen an den Höchstleistungen der Technik begeisterte.


Das Atomkraftwerke-Quartett und die anderen "Geißeln der Menschheit"-Spiele von Weltquartett sind für jeweils 10 Euro erhältlich über den Mailorder von Hafenschlamm Rekords.

feb>

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Welt online,
              Logo

Fukushima 1 am 31.5.2011: Ausgetretenes Öl und explodierter Gasbehälter

aus: Welt online: Nach Kernschmelze: Neue Explosion am Katastrophen-AKW Fukushima; 31.5.2011;
http://www.welt.de/vermischtes/article13405876/Neue-Explosion-am-Katastrophen-AKW-Fukushima.html

<Kein Ende der Pannenserie im Kernkraftwerk Fukushima: Ausgetretenes Öl muss mit einer Barriere eingedämmt werden. Zudem explodierte offenbar ein Gasbehälter.

Ausgetretenes Öl und eine kleinere Explosion haben am havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima Schäden verursacht. Neue Strahlungslecks entstanden nach Angaben der Betreiberfirma Tepco aber nicht.

Deutlich ist auf dieser Aufnahme ausgetretenes Öl am AKW Fukushima erkennbar

Laut Tepco entdeckten Arbeiter im Meer in der Nähe der abgeschalteten Reaktoren 5 und 6 ausgetretenes Öl. Der Ölteppich wurde mit Barrieren eingedämmt, wie Unternehmenssprecher Taichi Okazaki sagte. Die Explosion, die Arbeiter am Reaktor 4 hörten, habe sich vermutlich an einem Gasbehälter ereignet. Nach der Ursache werde gesucht.

Die Hauptprobleme im Atomkraftwerk Daichi betreffen die Reaktoren 1, 2 und 3. Dort haben nach Angaben von Tepco Kernschmelzen stattgefunden. Das Kernkraftwerk nördlich von Tokio war bei der Erdbebenkatastrophe vom 11. März schwer beschädigt worden.

Opernstars sagen aus Strahlenangst Japan-Tournee ab

Die Opernstars Anna Netrebko und Joseph Calleja sagten unterdessen ihre Teilnahme an einer geplanten Japan-Tournee aus Angst vor radioaktiver Strahlung ab. Die Sopranistin und der Tenor zogen in letzter Minute ihre Zusagen zurück, wie die New Yorker Metropolitan Opera mitteilte.

Das Opernhaus musste in aller Eile Ersatzsänger finden, damit die Aufführungen stattfinden können, wie Generalintendant Peter Gelb sagte. Die Tour mit Stationen in Nagoya und Tokio beginnt am 06. Juni und dauert bis zum 19. Juni.

Der deutsche Tenor Jonas Kaufmann hatte bereits im April seine Teilnahme an der Tournee abgesagt. Der Rest des mehr als 300-köpfigen Ensembles traf in Nagoya westlich von Tokio ein. Gelb erklärte, er gehe davon aus, dass es sicher sei, in Japan aufzutreten.

dapd/mk>

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Financial
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Deutschland 31.5.2011: Merkel schlägt AKW in Reservestellung vor - aber ein Stand-By-Meiler kostet fast so viel wie ein arbeitendes AKW

aus: Financial Times Deutschland online: AKW der Reserver: So teuer wird Merkels Stand-by-Meiler; 31.5.2011;
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:akw-der-reserve-so-teuer-wird-merkels-stand-by-meiler/60059215.html#gmap-0-Biblis A (abgeschaltet)

<Ein Reservereaktor im Kaltbetrieb unterscheidet sich kaum von einem regulären AKW und kostet auch fast so viel. Experten halten den Koalitionskompromiss deshalb für eine "krude Idee" - weil es billiger käme, die von Blackouts Betroffenen zu entschädigen. von Friederike von Tiesenhausen  Berlin

Auf Kritik ist der Vorstoß der Bundesregierung gestoßen, einen der acht Altmeiler nicht sofort abzuschalten, sondern als Puffer oder Kaltreserve für Zeiten besonders hohen Stromverbrauchs im Winter vorzuhalten. Während die Opposition sofort ein Hintertürchen witterte, befürchten Experten hohe Kosten. Und selbst die von der Kanzlerin eingesetzte Ethikkommission monierte den Schritt.

Auch das Gremium hatte diese Möglichkeit erwogen, doch: "Wir sind zu dem Schluss kommen, dass es nicht empfehlenswert ist", sagte Kommissionschef Klaus Töpfer am Montag. Denn die Betriebsbedingungen für ein Atomkraftwerk in der kalten Reserve wären kaum zu unterscheiden vom Normalbetrieb. Alle Gründe, die gegen den Weiterbetrieb von alten Kraftwerken sprechen, gelten demnach weiterhin - beispielsweise fehlender Schutz gegen Flugzeugabstürze oder Terroranschläge.

Hintergrund für die mögliche Ausnahme für einen Altmeiler ist die reale Gefahr eines Stromausfalls. Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur führt der Wegfall der acht Altmeiler vor allem im stark industrialisierten Süden zu Problemen. An kalten Wintertagen, wenn kein Wind weht oder nicht die Sonne scheint und womöglich noch eine Leitung ausfällt, droht dort ein Blackout. Auch die europäischen Nachbarn brauchen ihren Strom dann selbst, sodass Importe keine Abhilfe schaffen können. Die Bundesnetzagentur sieht eine Lücke von rund 1000 Megawatt.

Am wenigsten kontrovers wäre es, diese fehlende Stromleistung mit fossilen Reservekraftwerken aufbringen. Das betonte auch die Kanzlerin am Montag. Doch es ist fraglich, ob sich noch ungenutzte Gas- oder Kohlekraftwerke auftreiben lassen. Gibt es keine anderen, kommt auch ein alter Meiler infrage. Entscheiden werde die Netzagentur, sagte Merkel. Vorgesehen ist diese Stand-by-Möglichkeit nur für die nächsten beiden Winterhalbjahre bis zum Frühjahr 2013. Bis dahin soll der Neubau von Kohle- und Gaskraftwerken so weit sein, dass keine Engpässe mehr zu befürchten sind.

Fraglich ist allerdings, ob ein Altmeiler als Kaltreserve überhaupt wirtschaftlich ist. Das betreffende Kraftwerk müsste womöglich aufgerüstet werden, um höhere Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Und auch der Wartestand kostet. Gleichzeitig gibt es aber keine Garantie, dass der Altmeiler überhaupt noch einmal ans Netz geht und Rendite bringt.

Felix Matthes vom Ökoinstitut bezeichnet ein Kernkraftwerk als Kaltreserve als "krude Idee". Wesentlich günstiger wäre es, in Zeiten starker Nachfrage einen großen Stromverbraucher - etwa ein Kühlhaus oder eine Fabrik - kurzfristig vom Netz zu nehmen. Selbst mit Entschädigungen sei ein solcher Schritt günstiger als das Vorhalten eines alten Meilers.>

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n-tv online,
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Italien 1.6.2011: Volksabstimmung zur Atomkraft ist für 12. und 13. Juni 2011 vorgesehen

aus: n-tv online: Politik: Atomreferendum rechtens: Italiener dürfen abstimmen; 1.6.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Italiener-duerfen-abstimmen-article3481961.html


<Berlusconi möchte an der Atomkraft festhalten.

Wird Italien endgültig "Nein" zu Atom sagen? Mitte Juni können die Italiener erneut darüber abstimmen. Ministerpräsident Berlusconi, der die Atomkraft weiter für eine sichere Energie der Zukunft hält, hatte das Referendum umgehen wollen.

Das italienische Verfassungsgericht hat den von der Opposition geforderten Volksentscheid zur Atomkraftnutzung am 12. und 13. Juni für rechtens erklärt. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte unter dem Eindruck der Atomkatastrophe von Fukushima im März ein einjähriges Planungsmoratorium für Atomkraftwerke verhängt und im April beschlossen, den geplanten Wiedereinstieg in die Atomenergie zu stoppen.

Berlusconi hatte allerdings erklärt, dass der Atomenergie die "Zukunft" gehöre und den Wunsch geäußert, die Italiener binnen ein oder zwei Jahren von der Sicherheit der Atomkraft überzeugen zu können. Oppositionsvertreter und die Umweltschutzorganisationen warfen der Regierung daraufhin vor, nur Zeit gewinnen zu wollen. Sie rufen dazu auf, der Atomenergie bei dem anstehenden Referendum eine Absage zu erteilen.

Italien war nach der Katastrophe in Tschernobyl 1986 im folgenden Jahr aufgrund eines Referendums aus der Atomenergie ausgestiegen, hatte im Jahr 2008 unter Berlusconi aber wieder ein Gesetz zur Planung von Meilern beschlossen. Ab dem Jahr 2014 sollten Atomkraftwerke gebaut werden, die ab dem Jahr 2020 in Betrieb gehen sollten. Ziel Italiens war es gewesen, bis zum Jahr 2030 ein Viertel seines Energiebedarfs aus der Atomenergie zu decken.

Am 12. und 13. Juni sind die Italiener aufgerufen, per Referendum über zwei weitere Gesetze abzustimmen. Zum einen geht es um die Liberalisierung und teilweise Privatisierung der Wasserversorgung, zum anderen um ein umstrittenes und vom Verfassungsgericht teilweise wieder aufgehobenes Gesetz, das dem Regierungschef und seinen Kabinettsmitgliedern Schutz vor Strafverfolgung für die Dauer von 18 Monaten gewährt.

AFP>

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Japan 2.6.2011: Radioaktiver Tee wird "zurückgerufen" - Grüner Tee aus vier Regionen wird verboten

aus: n-tv online: Erhöhte Radioaktivität festgestellt: Japan ruft grünen Tee zurück; 2.6.2011;
Çhttp://www.n-tv.de/panorama/Japan-ruft-gruenen-Tee-zurueck-article3487466.html

<Dass Gemüse, Meeresfrüchte und Fisch aus der Region Fukushima verstrahlt sind, ist bekannt. Nun stellt die Regierung auch erhöhte Werte bei grünem Tee fest und verbietet die Produkte aus insgesamt vier Regionen.

Grüner Tee gilt in Japan als Nationalgetränk.

Japan hat wegen erhöhter Radioaktivitätswerte grünen Tee aus vier Präfekturen verboten. Betroffen sei der Tee aus Teilen der Regionen Tochigi, Chiba und Kanawaga sowie aus der gesamten Ibaraki-Präfektur, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Stichproben hätten die erhöhten Werte aufgezeigt.

In Kanawaga südöstlich von Tokio waren bereits Anfang Mai 570 Becquerel radioaktiven Cäsiums pro Kilogramm in Teeblättern festgestellt worden, die Obergrenze liegt bei 500 Becquerel. Die örtlichen Behörden machten Radioaktivität aus dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima für die erhöhten Werte verantwortlich und starteten eine Rückrufaktion.

Durch das verheerende Erdbeben und anschließenden Tsunami am 11. März war das AKW 220 Kilometer nordöstlich von Tokio schwer beschädigt worden. Es kam zu teilweisen Kernschmelzen, wie Betreiber Tepco erst kürzlich einräumte. Radioaktivität wird seitdem in den Boden, die Luft und ins Meer abgegeben. Die japanische Regierung hatte infolge des Atomunfalls bereits verschiedene Gemüsesorten und Milchprodukte aus Teilen der Präfektur Fukushima und Nachbarregionen aus dem Verkehr gezogen. Zudem ist der Fischfang nahe der Atomanlage verboten.

AFP>

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Basler Zeitung
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Schweiz 2.6.2011: <Atomausstieg kostet mehr als 100 Milliarden Franken> - aber das ist wenig im Vergleich zum Schaden, den die Atomenergie anrichten kann

aus: Basler Zeitung online; 2.6.2011;
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Atomausstieg-kostet-mehr-als-100-Milliarden-Franken/story/17990836
<Von Bernhard Fischer

Der Nationalrat dürfte die Gesetzesgrundlage für erneuerbare Energien durchwinken. Auf die Konsumenten könnten in der Folge hohe Umstellungskosten zukommen.

Keine strahlenden Aussichten für die Atomlobby: Wolkendickicht über dem AKW Leibstadt.

Auf die Schweizer rollt eine Kostenlawine zu. Kommenden Mittwoch wird der Nationalrat aller Voraussicht nach den Atomausstieg auf Raten beschliessen. Kosten: Mehr als 100 Milliarden Franken bis zum Jahr 2035, das hat die Schweizerische Energiestiftung SES gemeinsam mit den Umweltverbänden erhoben. Denn pro Jahr müssen mehr als vier Milliarden Franken für erneuerbare Energien ausgegeben werden, um das schrumpfende Stromaufkommen aus Kernenergie auszugleichen. Laut SES sollen aber mit zunehmenden Investitionen in die Photovoltaik auch die Gestehungskosten für Solarenergie insgesamt um 70 Prozent fallen – und sich damit langfristig der Strompreis auch für die Endverbraucher einpendeln.

Kurzfristig kommen auf die Endverbraucher Mehrkosten von zehn bis 15 Franken pro Monat und Haushalt zu, um das Geld für die Neuinvestitionen in alternative Energien zusammenzukriegen, erklärt Rolf Wüstenhagen, Direktor des Instituts für Wirtschaft und Ökologie an der Universität St. Gallen. Und damit das Dreifache von dem, was bisher angenommen wurde. Ist das Sparpotenzial, das die SES erhoben hat, somit zu optimistisch?

Für Wüstenhagen steht fest: «Der Entscheid des Bundesrats für einen mittelfristigen Umstieg vermeidet zumindest das Problem, dass sich vergangene Investitionen nicht mehr rechnen, wie das in Deutschland kontrovers diskutiert wird.»

«Tiefpreisoase»

Das Zahlenwerk der SES beruht auf Berechnungen für Strom und Investitionen von 2006. Eine Erhöhung des Strompreises würde nach Ansicht von SES-Projektleiterin Sabine von Stockar niemanden stören, da die Schweiz im internationalen Vergleich extrem wenig von den Konsumenten verlange. «Wir sind beim Strom ohnehin eine Tiefpreisoase.» Eine deutliche Erhöhung des Strompreises sei ein «probates Mittel», um die Konsumenten endlich zum Umdenken zu bewegen, meint von Stockar: «Zwar wird die Kilowattstunde teurer, dafür verbraucht man auch weniger davon.» Eine Stromlenkungsabgabe sei dabei ein kostengünstiges Instrument, um die Konsumenten vom Stromsparen zu überzeugen. Vereinfacht gesagt, die Überwälzung der Investitionskosten für erneuerbare Energien auf den Endkunden. «Das kann ruhig auch die Verdopplung der Strompreise bedeuten», so die Expertin. Die CO2-Abgabe gebe es mittlerweile, nur beim Strom gestalten sich die Verhandlungen zäh. Ob die Schweiz bereits 2025 völlig atomstromfrei sein werde, ist für Stockar ambitioniert, aber möglich. Immerhin wird bis dahin der Fehlbetrag von drei Terawattstunden pro Jahr mit importiertem Atomstrom kompensiert werden müssen.

Unterdessen haben es die Deutschen eiliger als die Schweizer, atomfreien Strom zu produzieren. In Deutschland wurde der Atomausstieg per sofort beschlossen und nicht schrittweise. Deutschland baut auf die guten Erfahrungen der vergangenen Jahre mit grünem Strom. Mehr als 300'000 Jobs wurden geschaffen, der Anteil erneuerbarer Energien ist auf 16 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die Schweiz hat einen Anteil von 60 Prozent nachhaltiger Energiegewinnung, vorwiegend aus Wasserkraft. Und wird sich gemäss dem erwartbaren Ergebnis der Nationalratsabstimmung für das scheibchenweise Herunterfahren der Atommeiler entscheiden.

Pro-Atom-Rebellen

Bis dato beschränkt sich der politisch erklärte Atomausstieg noch auf einige wenige Länder in Europa, und zwar Deutschland, Belgien, Spanien und eben die Schweiz. Andere Regierungen haben sich hingegen quergelegt und pflegen nach Fukushima eine Jetzt-erst-recht-Mentalität, so beispielsweise Frankreich, Grossbritannien, Niederlande, Schweden, Finnland und fast ganz Osteuropa. Auch in den USA hat sich Präsident Barack Obama klar und deutlich für die weitere Nutzung der Kernenergie ausgesprochen.

Die Nuklearlobby erhofft sich davon Rückenwind und beruft sich darauf, dass Studien und Unterlagen des Bundesrats ohnehin nur vage seien. (baz.ch/Newsnetz)>


<Umfrage: Für die Endverbraucher bedeutet die Umstellung auf erneuerbare Energien kurzfristige Mehrkosten von zehn bis 15 Franken pro Monat und Haushalt. Würden Sie diesen Betrag in Kauf nehmen?

Ja

 
77.2%

Nein

 
22.8%>

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3.6.2011: Der Atom-Hase ohne Ohren ist der Vorbote für die Deformationen in der Region Fukushima

aus: 20 minuten online: Fukushima: Atom-Hase oder natürliche Mutation? 3.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/10693999

Der "Atomhase" ohne Ohren in der Hasengruppe, die Hasengruppe wurde mit "Atomgras" gefüttert
Youtube-Link: http://www.youtube.com/watch?v=58LgUpu9O3g
Der "Atomhase" ohne Ohren
                              in der Hasengruppe in der Region
                              Fukushima, die Hasen wurden mit
                              "Atomgras" gefüttert
Der "Atomhase" ohne Ohren in der Hasengruppe in der Region Fukushima, die Hasen wurden mit "Atomgras" gefüttert

Der "Atomhase" ohne Ohren
                              in der Hasengruppe in der Region
                              Fukushima, Nahaufnahme
Der "Atomhase" ohne Ohren in der Hasengruppe in der Region Fukushima, Nahaufnahme
Youtube-Link: http://www.youtube.com/watch?v=58LgUpu9O3g

Text der Meldung:

<Das auf YouTube aufgetauchte Video eines kleinen Hasen, der ohne Ohren geboren wurde, löst derzeit in Japan grosse Diskussionen aus. Ein Forscherteam hat sich des Falls nun angenommen.

Am 21. Mai erschien auf dem Videoportal YouTube eine Aufnahme eines frisch geborenen Hasen. Schon auf den ersten Blick stockt dem Zuschauer der Atem: Das weisse, knuddelige Tier hat keine Ohren. Sein Besitzer behauptet, in Namie, einer Stadt knapp sieben Kilometer von der Atomanlage Fukushima entfernt zu wohnen. Namie gehört damit zu der 30 Kilometer breiten Gefahrenzone, die nur wenige Tage nach der Katastrophe vom 11. März von der Regierung definiert wurde.

Tatsächlich ergaben die Messungen vom 11. Mai, dass Namie einer Atombelastung von 30 μSv/h ausgesetzt war – deutlich über den 10 μSv/h, die in Tomioka oder Narahar gemessen wurden, wo das AKW steht.

Gesicht und Hals «verbrüht»

Der Benutzer «yuunosato» kommentierte sein eigenes Video: «Während die Regierung behauptete, dass keine Gesundheitsschäden entstehen könnten und dass deswegen keine Evakuierung nötig sei, erhielten diejenigen von uns, die in Namie blieben, keine weiteren Informationen über den Ablauf der Dinge.»

Zum Zeitpunkt des Atom-GAUs arbeitete der Mann auf seinem Feld. Als die Strahlungswelle kam, habe er gespürt, wie sein Gesicht und sein Hals «verbrühten», schreibt er weiter. «Ich dachte, ich würde bald sterben.» Zwischendurch hatte er das Gefühl, Mitglieder der nationalen Regierung oder der Präfektur würden ihn zum Schweigen bringen wollen.

Mit Atom-Gras gefüttert

Die Tiere in seinem Gehege habe er in den Wochen danach mit dem Gras aus seinem Garten gefüttert. Irgendwann sei plötzlich das Tier ohne Ohren geboren worden. «Es war die erste Missbildung, die ich unter meinen Hasen gesehen habe. Hasen pflanzen sich rascher fort als Menschen, also kann man sich nun vorstellen, in welchem Zustand unsere Kinder bald auf die Welt kommen könnten

Die Kommentare der Betrachter des Videos liessen nicht lange auf sich warten: Viele beschuldigten «yuunosato», absichtlich Panik zu verbreiten. Tiere mit natürlichen Mutationen werde es immer wieder geben, meinten sie. Der Tierbesitzer antwortete daraufhin: «Versteht mich nicht falsch. Ich habe nie explizit behauptet, der Defekt sei wegen den Strahlungen entstanden.»

Das Jungtier wurde nun einem Forschungsteam übergeben. Man werde der Sache nachgehen.

(kle)>


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n-tv
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Deutschland 3.6.2011: Merkel verfügt 32 Jahre Betriebszeit für alle AKWS - so wird ein stufenweiser Ausstieg möglich

aus: n-tv online: Energie: Merkel: AKW bekommen 32 Jahre Betriebszeit; 3.6.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Merkel-AKW-bekommen-32-Jahre-Betriebszeit-article3495446.html

<Berlin (dpa) - Die Regierung will durch eine Beschränkung der Laufzeiten pro Atomkraftwerk auf 32 Jahre die angekündigte stufenweise Abschaltung der neun verbleibenden AKW erreichen. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Damit öffnet Merkel die Tür zu einem großen parteiübergreifenden Konsens. SPD und Grüne hatten zuvor die Begrenzung der Laufzeiten auf 30 Jahre gefordert. Die Atomkraftwerke sollen nun stufenweise in den Jahren 2015, 2017, 2019 sowie 2021 und 2022 vom Netz gehen.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Fukushima 1 am 4.6.2011: 4000 Millisievert pro Stunde in Block 1

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Radioaktivität klettert auf Rekordhöhe; 4.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Radioaktivitaet-klettert-auf-Rekordhoehe-27595141

<Im zerstörten AKW Fukushima steigt die radioaktive Strahlung. Wie der Betreiber Tepco mitteilte, wurde im Reaktorgehäuse von Block 1 eine Strahlenhöhe von bis zu 4000 Millisievert pro Stunde gemessen.

Der Wert von 4000 Millisievert pro Stunde sei die höchste bisher in der Luft gemessene Radioaktivität in dem zerstörten AKW. Die hohe Strahlung hatte ein Roboter in der südöstlichen Ecke des Gebäude gemessen, zitierte die Agentur Kyodo den AKW-Betreiber.

Aus einer Öffnung im Boden für ein Rohr, das durchs Gebäude führt, sei Dampf ausgetreten. Das Rohr selbst sei aber unbeschädigt. Der Dampf scheint aus dem Druckkessel zu kommen, wo sich Kühlwasser angesammelt haben soll. Genaueres wollte Tepco prüfen.

Die Messdaten bedeuten, dass die Arbeiter innerhalb von nur vier Minuten der höchsten zulässigen Strahlendosis von 250 Millisievert pro Jahr ausgesetzt wären. Tepco beabsichtigt jedoch nach eigenen Angaben nicht, in dem Gebiet seine Leute arbeiten zu lassen.

Grenzwert erhöht

Man werde die weitere Entwicklung genau beobachten. Die japanische Regierung hatte den Grenzwert für die maximal erlaubte Strahlenbelastung für Arbeiter in Atomkraftwerken im Zuge der Katastrophe erhöht. Statt 100 gelten seitdem 250 Millisievert pro Jahr.

Tepco hatte am Vortag zudem mitgeteilt, dass mehr als 100 000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchten Wassers in der Atomruine schwappen. Der Konzern fürchtet angesichts der nahenden Regenzeit, dass die Brühe überlaufen könnte.

Am Samstag wurden die ersten Spezialtanks für die Lagerung von radioaktiv verstrahltem Wasser erwartet. Bis August sollen nach Angaben von Kraftwerksbetreiber Tepco 370 Tanks geliefert werden. Insgesamt könnten dann 40 000 Tonnen verseuchtes Wasser gelagert werden.

Die vorläufigen Tanks mit radioaktivem Wasser aus den beschädigten Reaktoren drohen überzulaufen. Spätestens am 20. Juni sei die Kapazität erschöpft, bei starken Regenfällen sogar schon früher, teilte Tepco mit.

(dapd)>

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Schweiz 5.6.2011: <Umfrage: 67 Prozent für den Atomausstieg>

aus: 20 minuten online; 5.6.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/29789186

<Wenige Tage vor der Sondersession zur Atomdebatte im Nationalrat hat der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse eine neue Umfrage vorgelegt.
Laut der economiesuisse-Umfrage würden 67 Prozent der Befragten für einen Atomausstieg stimmen. 65 Prozent sind auch bereit, dafür höhere Strompreise zu bezahlen.

Fast die Hälfte der 1005 Befragten nehmen beim Atomausstieg zudem in Kauf, dass die Stromversorgung nicht zu jeder Zeit perfekt funktioniert. Die von der Zeitung «Sonntag» publizierte repräsentative Studie wurde auch auf dem Energie-Portal der Wirtschaft (energiedebatte.ch) aufgeschaltet.

Gemäss der Umfrage wünscht sich die Bevölkerung allerdings keine überstürzten Handlungen: 84 Prozent der Befragten wollen, dass in Ruhe eine sichere Lösung für eine ausreichende Stromversorgung gefunden wird. «Die Bürger reagieren wesentlich gelassener, als es die Politiker vermuten», schreibt Economiesuisse dazu auf dem Energieportal.

Sicherheit spielt wichtige Rolle

Wie die Studie zeigt, ändert sich der Anteil der Gegner neuer AKW allerdings bereits bei einer leicht veränderten Fragestellung: Wird die Frage nach neuen Atomkraftwerken mit den Sicherheitsstandards moderner Atomanlagen verknüpft, sind statt 67 Prozent nur noch 55 Prozent gegen neue AKW.

41 Prozent befürworteten zudem folgende Aussage: «Die Schweiz soll die alten Atomkraftwerke durch moderne ersetzen, welche die neuesten Sicherheitsanforderungen erfüllen.» Bei der allgemein formulierten Frage zum Atomausstieg sprachen sich nur 29 Prozent für AKW aus.

Keine Mehrheit finden in der neuen Umfrage die Gaskombikraftwerke: Nur 38 Prozent befürworten den Einsatz von Gaskombikraftwerken, bis alternative Energien die Atomenergie vollständig ersetzen können. 46 Prozent sind gegen den Einsatz von Gaskombikraftwerken.

Nichts gegen Gaskraftwerke hat der Chef des Bundesamts für Umwelt (BAFU), Bruno Oberle: Neue Gaskraftwerke stellten die Klimaziele in keiner Weise infrage, sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Denn der CO2-Ausstoss könne zu 100 Prozent kompensiert werden.

Gut fürs Klima

Grundsätzlich sei der Atomausstieg eine positive Sache für die Umwelt: «Der Atomausstieg und damit die Notwendigkeit, mit der Energie effizienter umzugehen, helfen dem Klima», sagte Oberle. Dieser Zusammenhang werde unterschätzt.

Eine Chance biete der Umstieg auf alternative Energien - etwa Strom aus Biomasse und Abfall - auch für den Wald: «Beim Holz wären zwei Millionen Kubikmeter mehr Ertrag möglich, davon die Hälfte aus dem Wald», erklärte Oberle. «So könnten wir zugleich den Schweizer Wald verjüngen.»

Die Studie wurden vom Forschungsinstitut gfs.Bern durchgeführt. Die Befragungen im Auftrag von Economiesuisse fanden zwischen dem 5. und dem 14. Mai statt - also noch vor dem Entscheid des Bundesrats, aus der Atomenergie auszusteigen. Am kommenden Mittwoch wird sich der Nationalrat mit der Frage des Atomausstiegs befassen.

(sda)>

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n-tv
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Japan 7.6.2011: <Japan will ruhende Atommeiler wieder hochfahren>

aus: n-tv online; 7.6.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Japan-will-ruhende-Atommeiler-wieder-hochfahren-article3520171.html

<Tokio (dpa) - Japan will zu Inspektionen heruntergefahrene Atomkraftwerke zum Sommer wieder in Betrieb nehmen. Mit dem Hochfahren sollen Stromengpässe vermieden werden, wenn die Klimaanlagen im Sommer auf Hochtouren laufen. Knapp drei Monate nach dem schweren Atomunfall von Fukushima sind viele Anwohner von AKW jedoch verunsichert. Die Gemeinden fordern zuerst schärfere Sicherheitsauflagen. Japan hält bisher an der Atomenergie fest, hat aber ältere, erdbebengefährdete Reaktoren zur Überprüfung zeitweise stillgelegt.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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Schweiz 7.6.2011: Der Bundesrat ist auf einen SuperGAU überhaupt nicht vorbereitet

aus: 20 minuten online: Atom-Unfall-Szenario: Soldaten müssten bei Atom-GAU aufräumen; 7.6.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Soldaten-muessten-bei-Atom-GAU-aufraeumen-27074003

<Wenn es in nächster Zeit in der Schweiz zu einem AKW-Vorfall käme, hätte Bundesrat Ueli Maurer keine Ahnung, wohin man die Betroffenen umsiedeln könnte. Zum Aufräumen könnten auch Soldaten zwangsrekrutiert werden.

Bei einem Atomunfall würden falls nötig auch Soldaten zwangsverpflichtet, wie Bundesrat Ueli Maurer im Nationalrat sagte.

Dass die Schweiz nicht vollständig auf einen Atomunfall vorbereitet ist, bestätigte Verteidigungsminister Ueli Maurer im Nationalrat. «Wenn es wirklich zu einem GAU kommt und Zehntausende umgesiedelt werden müssten, weiss ich zurzeit auch nicht, wohin sie gehen würden.» Das müsse er ehrlich sagen. Unmittelbaren Schutz böten Schutzräume, doch Konkretes müsse «im Ereignisfall geprüft werden», sagte er in der Fragestunde. Maurer verwies auf die gesetzlichen Grundlagen und sagte, Details wie die Zielorte bei einer Evakuierung hingen vom Verlauf des Ereignisses ab.

Er gehe davon aus, dass rund zwei Drittel der Betroffenen bei Verwandten, Bekannten oder in Ferienhäusern unterkämen, sagte Maurer. Der Rest würde in Hotels, Turnhallen, Gemeindesälen und ähnlichen Einrichtungen einquartiert. Wo genau sei eine «politische Frage». Derzeit erstelle das Verteidigungsdepartement zusammen mit der ETH eine Studie über die Bevölkerungsbewegungen bei Evakuierungen. Maurer antwortete auf eine Frage der Grünen Nationalrätin Franziska Teuscher, die wissen wollte, wohin die Betroffenen im Falle eines AKW-GAU evakuiert und wo sie dauerhaft angesiedelt würden.

Bereits im März hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz zu 20 Minuten Online gesagt, dass keine konkreten Evakuierungspläne bestehen. «Niemand kann mit absoluter Sicherheit behaupten, dass wir bei einer solchen Katastrophe die Situation im Griff hätten», sagt Informationschef Kurt Münger damals. Bis Ende 2010 sahen die Pläne des Bundes gar keine Evakuierungen, sondern nur einen Aufenthalt in den lokalen Schutzräumen vor.

Soldaten als «Liquidatoren»

Maurer äusserte sich auch zu den Aufräumarbeiten nach einem allfälligen Atomunfall. Es könnten dafür auch Personen zwangsrekrutiert werden, sagte er auf eine zweite Frage von Teuscher. Dies sehe die Strahlenschutzverordnung so vor. Als Arbeiter im verstrahlten Gebiet - Atomgegner sprechen mit Bezugnahme auf Tschernobyl von Liquidatoren - kommen laut Maurer in erster Linie die Belegschaft des betroffenen Werks in Frage. Doch auch Dritte wären wohl betroffen: Soldaten oder Mitarbeiter von Baugeschäften oder Transportunternehmen könnten ebenfalls zwangsrekrutiert werden. Ein schwacher Trost dabei: Laut Strahlenschutzverordnung sind die «verpflichteten Personen» gegen Unfall und Krankheit versichert.

(mdr/sda)>

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8.6.2011: Nun hat auch Fukushima 2 radioaktives Wasser zu verschenken - und Tepco will es ins Meer leiten

aus: n-tv online: Panorama: 3000 Tonnen verseuchtes Wasser: Zweites AKW bedroht Pazifik; 8.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Zweites-AKW-bedroht-Pazifik-article3530141.html

<Das Kernkraftwerk Fukushima Zwei Mitte April 2011.

In Japan droht radioaktiv verseuchtes Wasser nun auch aus einem zweiten Atomkraftwerk in den Pazifik zu fließen. Der Betreiber Tepco überlegt nach Angaben der Atomaufsicht, die verstrahlte Flüssigkeit aus dem AKW Fukushima Zwei (Daini) ins Meer zu leiten. Diese Atomanlage liegt rund zwölf Kilometer vom zerstörten Unglückskraftwerk Fukushima Eins (Daiichi) entfernt.

Es handelt sich nach Schätzungen um eine Menge von rund 3000 Tonnen, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji-Press berichtete. Das AKW Fukushima Zwei war zwar nach der Naturkatastrophe am 11. März heruntergefahren worden, der Tsunami habe aber Seewasser in die Anlage gespült, das inzwischen kontaminiert sei.

Im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima Eins schwappen nach Angaben von Tepco mehr als 100.000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser. Der Konzern fürchtet angesichts der nahenden Regenzeit, dass die strahlende Brühe überlaufen könnte. Neben Millionen Litern Wasser, die die Reparaturtrupps im AKW zur Kühlung in die Reaktoren pumpten, haben auch starke Regenfälle bei einem Taifun das verseuchte Wasser in der Atomruine weiter steigen lassen. Das Atomkraftwerk Fukushima Zwei hat vier Siedewasserreaktoren, es nahm den Betrieb 1982 auf.

dpa>

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n-tv
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Kalkar 8.6.2011 <Amüsement statt Atomkraft: "Wunderland Kalkar" strahlenfrei> - die Bauruine ist heute ein Tagungs- und Freizeitzentrum

aus: n-tv online; 8.6.2011;
http://www.n-tv.de/reise/Wunderland-Kalkar-strahlenfrei-article3526221.html

Kalkar, der Kühlturm wurde zur mit
                          Bergmotiven bemalten Kletterwand
Kalkar, der Kühlturm wurde zur mit Bergmotiven bemalten Kletterwand [2]
<Der Niederländer Hennie van der Most kaufte 1995 das ehemalige Kernkraftwerk "Schneller Brüter" und baute es zu einem Hotel-, Tagungs- und Freizeitzentrum um.

So kann sie also aussehen, die Zukunft der Atomkraft in Deutschland. Entspannte Familienväter spendieren den Kleinen Pommes und Eis, Ausflügler erholen sich bei einem Bier in der Kneipenstraße, Alpinisten erklimmen die Kletterwand im Kühlwasserturm - auch wenn die Bergmotive nur aufgemalt sind. Willkommen im "Wunderland Kalkar": Auf dem Gelände nahe der niederländischen Grenze, wo die Atomruine des Schnellen Brüters Milliarden Euro ergebnislos verschlungen hatte, lockt heute ein Freizeitpark Besucher an.

Hier in Kalkar ist der Atomausstieg bereits Wirklichkeit. Das Gelände am Niederrhein hat eine erstaunliche Karriere hinter sich, einige der großen Schlachten im Streit um die Atomkraft wurden hier geschlagen. Der Plan, eine Atomfabrik zu errichten, hatte in den 70er und 80er Jahren zehntausende Demonstranten nach Kalkar gelockt. Die Massen kommen immer noch hierhin, aber sie verfolgen ein ganz anderes Ziel - ein paar unbeschwerte Stunden mit Amüsement und Vollpension.

Ein Imagevorteil ist der Standort nicht unbedingt, schließlich hat sich der Name Kalkar als Inbegriff für die scharfen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Atomenergie ins Gedächtnis eingebrannt. Die Deutschen seien "etwas misstrauisch", räumt Betriebsleiter Han Groot Obbink ein. "Deshalb schreiben wir immer in unseren Prospekte, dass wir mit Nuklearenergie nichts zu tun haben", sagt der Niederländer. "Das Kernkraftwerk ist sowieso nie ans Netz gekommen, es waren auch keine Brennstäbe da."

Das umstrittene Erbe des gescheiterten Atomprojekts scheint die mehr als 600.000 Besucher pro Jahr nicht zu schrecken, viele von ihnen kommen aus den nahen Niederlanden. Eine Übernachtung mit Vollpension ist schon für 70 Euro zu haben. Die Parkplaner haben der Atomfabrik eine hübsche Freizeitfassade verpasst: Im Turbinen- und Reaktorgebäude sind nun Hotelzimmer eingerichtet, die ehemaligen Nutzgebäude sind im altägyptischen oder Wildwest-Stil als Bars und Lokale herausgeputzt, es gibt Kettenkarussell, Achterbahn und Wildwasserfahrten.

"Wir haben nur ein Drittel der Gebäude umgebaut", sagt Obbink. "Zwei Drittel müssen noch umgebaut werden." Ein bayerisches Dorf ist geplant und ein Innenbecken - nicht zum Abkühlen von Brennstäben natürlich, sondern für den Badespaß der Gäste. Wenig erinnert die Besucher daran, dass sie es mit einer Investitionsruine zu tun haben. Der Schnelle Brüter ging nie ans Netz, 1991 gab die Bundesregierung das Projekt auf, nachdem rund 3,5 Milliarden Euro investiert worden waren. Später kaufte der niederländische Unternehmer Hennie van der Most das Gelände für 1,5 Millionen Euro, wandelte es in den Freizeitpark um und taufte ihn auf den gänzlich atomfreien Namen "Wunderland Kalkar".

Nicht alle freilich halten den Park für die beste Lösung. Der Grünen-Stadtrat Willibald Kunisch, der früher als Demonstrant gegen das Atomprojekt marschierte, hätte sich auch etwa anderes vorstellen können. "Es gab Vorschläge, ein Zentrum für alternative Energien in Kalkar zu bauen", erinnert sich Kunisch. "Aber die Zeiten waren nicht reif", sagt er - und fügt hinzu: "Damals galten wir als Spinner."

Etienne Balmer, AFP>

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Fukushima 1 am 9.6.2011: <Atomreaktorunfall: Strontium in Japans Boden entdeckt> - Strontium schädigt Knochenmark und kann Leukämie auslösen

aus: 20 minuten online; 9.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Strontium-in-Japans-Boden-entdeckt-29045986

<Bei einer Bodenprobe ist in der Provinz Fukushima radioaktives Strontium entdeckt worden. Strontium schädigt das Knochenmark und kann Leukämie auslösen.

Bei Bodenproben im japanischen Katastrophengebiet sind nun auch Spuren von radioaktivem Strontium entdeckt worden. Der gefährliche Stoff sei an elf verschiedenen Standorten in der Provinz Fukushima gefunden worden, wo auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 steht.

Dies gab das Wissenschaftsministerium am Donnerstag bekannt. Nach Aussagen der Atomaufsichtsbehörde sei es aber unwahrscheinlich, dass das Strontium eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Wissenschaftler sprechen bei Strontium auch von einem «Knochenkiller». Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

Tepco testet neues System

Unterdessen begann Tepco, der Betreiber von Fukushima 1, ein neu installiertes System zur Behandlung von verseuchtem Wasser zu testen. Damit könne Wasser von radioaktiven Materialien gereinigt werden. Die Reparaturtrupps des AKW setzen seit Monaten Millionen Liter Wasser ein, um die beschädigten Reaktoren zu kühlen.

Die Brühe ist inzwischen radioaktiv verseucht und behindert die Reparaturarbeiten an den Kühlsystemen. Im zerstörten Atomkraftwerk schwappen nach Angaben von Tepco mehr als 100 000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser.

(sda)>

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Japan wiegelt aber ab, das Strontium sei nicht schädlich:


n-tv
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9.6.2011: <Erdbeben: Weitere Spuren von Strontium in Japans Katastrophenregion entdeckt> - aber Japans Regierung wiegelt ab - Wissenschaftler sprechen von einem "Knochenkiller"

aus: n-tv online; 9.6.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Weitere-Spuren-von-Strontium-in-Japans-Katastrophenregion-entdeckt-article3542766.html

<Tokio (dpa) - Bei Bodenproben im japanischen Katastrophengebiet sind weitere Spuren von radioaktivem Strontium entdeckt worden. Der gefährliche Stoff sei an elf verschiedenen Standorten in der Provinz Fukushima gefunden worden. Nach Aussagen der Atomaufsichtsbehörde sei es aber unwahrscheinlich, dass das Strontium eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, meldete die Agentur Kyodo. Wissenschaftler sprechen bei Strontium auch von einem «Knochenkiller». Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie auslösen.

Quelle: n-tv.de / dpa>



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n-tv
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Deutschland 9.6.2011: Angela Merkels Gesinnungswandel - und vor 10 Jahren hetzte sie doch gegen Rot-Grüns Atomausstiegprogramm

aus: n-tv online: Opposition kritisiert "Hetzreden" - Merkel: Garantiert keine Blackouts; 9.6.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Merkel-Garantiert-keine-Blackouts-article3538171.html

<Kanzlerin Merkel will persönlich garantieren, dass es beim Atomausstieg nicht zu Blackouts kommt. Ihre Energiewende verkauft sie als großen Wurf. Die Opposition wirft Merkel Unaufrichtigkeit vor. SPD-Fraktionschef Steinmeier erinnert die Kanzlerin an frühere "Hetzreden" gegen Rot-Grün: "Die Energiewende, sie fand statt, täglich seit zehn Jahren."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Bundestag für ihren Kurs des beschleunigten Ausstiegs aus der Kernenergie geworben. In einer Regierungserklärung sagte sie zu, dass es trotz des geplanten Atomausstiegs nicht zu einem Blackout bei der Stromversorgung kommen werde. Sie stehe persönlich dafür ein. Daher müssten aber entsprechende Kapazitäten bei fossilen Kraftwerken und - falls es die Bundesnetzagentur für nötig halte - auch bis Frühjahr 2013 eines der schon abgeschalteten alten AKW als Reserven vorgehalten werden.

"Die dramatischen Ereignisse in Japan sind ein Einschnitt für die Welt, sie waren auch ein Einschnitt für mich ganz persönlich", sagte Merkel. Die Natur- und die Atomkatastrophe in Fukushima habe gezeigt, dass auch ein Hochtechnologieland wie Japan die Risiken der Kernenergie nicht habe bewältigen können. "Wer das erkennt, muss eine Neubewertung vornehmen. Und ich habe eine Neubewertung vorgenommen", erklärte die Kanzlerin. Sie selbst habe die Risiken der Kernenergie lange für beherrschbar gehalten. "Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert", gestand sie ein.

Die Konsequenz daraus sei die Energiewende mit den acht Gesetzen, mit denen diese bewerkstelligt werden soll. "Wir können als erstes Industrieland der Welt die Wende zum Zukunftsstrom schaffen." Sie betonte zudem, sich der Schwierigkeiten bewusst zu sein: "Es handelt sich um eine Herkulesaufgabe. Ohne Wenn und Aber." Zur Überprüfung der Energiewende kündigte Merkel eine jährliche Berichterstattung an den Bundestag an. Unter Berücksichtigung der Erhebungen des Statistischen Bundesamts und von Energiestudien solle geschaut werden, ob man im Plan ist.

SPD erinnert an "Hetzreden"

"Mit welchen Hetzreden Sie uns vor zehn Jahren durch die Lande gejagt haben": Steinmeier erinnerte Merkel an frühere Tage.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier warf Merkel nach ihrer Rede Unaufrichtigkeit in hohem Maße vor. "Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet Sie sich hier hinstellen als die Erfinderin der Energiewende in Deutschland. Das zieht einem doch die Schuhe aus", sagte Steinmeier. "Eins werde ich nicht vergessen: Mit welchen Hetzreden Sie uns vor zehn Jahren durch die Lande gejagt haben", sagte Steinmeier mit Blick auf die Debatte über den rot-grünen Atomausstieg.

"Die Energiewende, sie fand statt, täglich seit zehn Jahren", betonte der SPD-Fraktionschef. Er fügte hinzu: "Wir wundern uns: Jetzt wird das Konrad-Adenauer-Haus außen und innen grün angestrichen." Noch im Herbst habe Schwarz-Gelb die Rücknahme des rot-grünen Ausstiegsbeschlusses als epochale Leistung gefeiert. "So schnell können Epochen zu Ende gehen", meinte der Oppositionsführer. Er signalisierte die Bereitschaft der SPD, die geplante Änderung des Atomgesetzes mitzutragen, da diese zurückgehe auf den rot-grünen Beschluss. Eine Zustimmung zu anderen Gesetzen zur Energiewende macht die SPD von der weiteren Prüfung abhängig.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin kündigte ebenfalls seine Unterstützung für den Atomausstieg an, kritisierte aber zugleich: "Energiewende geht anders." Er warf Merkel vor, zugleich zu bremsen und Gas zu geben. Insbesondere hielt Trittin der Regierung vor, den Ausbau der erneuerbaren Energien unnötig zu bremsen. Das Ziel von 35 Prozent bis 2020 sei unzureichend. Auch bei der Suche nach einem Endlager, bei den bestehenden Sicherheitsstandards und bei der Energieeffizienz seien die Vorschläge der Regierung ungenügend. Die Grünen würden im Gesetzgebungsgesetz darauf achten, dass es hier Nachbesserungen gibt.

Der Atomausstieg sei vor allem ein Erfolg der Anti-AKW-Bewegung, meinte Trittin. "25 Jahre nach Tschernobyl zieht jetzt auch die CDU aus Fukushima Konsequenzen. Das ist spät, aber es ist richtig."

FDP muss Wende schlucken

Der Bundestag beriet erstmals über die am Montag von der Regierung beschlossenen Gesetzesvorhaben zum Atomausstieg und für eine beschleunigte Energiewende. Acht Kernkraftwerke sollen als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima sofort stillgelegt werden. Die weiteren neun Anlagen sollen schrittweise von 2015 bis Ende 2022 vom Netz gehen. Bisher hatte Atomstrom einen Anteil von rund 22 Prozent an der Stromproduktion in Deutschland.

Für die entsprechenden Aussagen zum Ende der Atomkraft erhielt Merkel im Bundestag auch Applaus aus der Opposition, während Politiker des Koalitionspartners FDP sich teilweise mit Beifall zurückhielten. Merkel betonte den stufenweisen Ausstieg aus der Kernkraft. Dieser Schritt sei Ergebnis der umfassenden Sicherheitsüberprüfung der bestehenden Anlagen und folge der Empfehlung der von der Regierung eingesetzten Ethikkommission. Ungeachtet des Baus auch neuer fossiler Kraftwerke solle der CO2-Ausstoß bis dahin wie geplant um 40 Prozent sinken. Neue Gebäude sollen ab 2020 nur noch im Niedrigstenergiestandard errichtet werden.

Netzausbau beschleunigen

Merkel warb zudem für eine schnelleren Ausbau der Stromnetze, um die Energiewende möglich zu machen. "Hier müssen wir eine erhebliche Beschleunigung und mehr Akzeptanz erreichen", unterstrich sie. Die Energiewende hin zu mehr Ökostrom sei nur möglich, wenn Bürger und Parteien beim notwendigen Netzausbau mitziehen. Mit dem neuen Netzausbaubeschleunigungsgesetz sollten Planungen beim Bund gebündelt und für Offshore-Windparks Sammelanbindungen garantiert werden. Die Windkraft an Land und auf See soll Antreiber der Energiewende werden.

Die von den Verbrauchern über den Strompreis zu zahlenden Kosten sollen langfristig sinken. Die Regierung wolle bis 2020 einen Ökostromanteil von 35 Prozent und bis 2050 von 80 Prozent. Der Stromverbrauch soll bis 2020 um zehn Prozent gesenkt werden.

Rösler warnt vor Blackouts

Wirtschaftsminister Philipp Rösler pochte bei der Energiewende auf den raschen Bau von neuen Stromleitungen und Kraftwerken. Die Versorgungssicherheit sei für die Industrienation Deutschland entscheidend. Deshalb sei ein Alt-Atommeiler als "kalte Reserve" eine gute Option: "Einen Blackout (Stromausfall) können wir uns nicht leisten", sagte Rösler im Bundestag. Die Regierung wolle die Zeit für Planung und Bau neuer Kraftwerke und Netze von zehn auf vier Jahre verkürzen. Rösler betonte, die Regierung erwarte moderat steigende Strompreise für die Verbraucher.

Die Linke bekräftigte in der Debatte ihre Forderung nach einer Verankerung des Atomausstiegs im Grundgesetz. Nur so könne der Abschied von der Kernenergie unumkehrbar gemacht werden, sagte Fraktionschef Gregor Gysi. "Wir müssen doch der Bevölkerung sagen: Es ist nicht mehr leicht, sondern höchst kompliziert korrigierbar."

tis/rts/dpa/AFP>

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20
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10.6.2011: Japans Norden strahlt ohne Ende: Teeblätter 679 Becquerel Cäsium / kg - Anlagenbau für das radioaktive Wasser

aus: 20 minuten online: Fukushima: Der lange Kampf gegen die Strahlen; 10.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Der-lange-Kampf-gegen-die-Strahlen-12108268

<Seit Beginn der Atomkatastrophe in Japan sind drei Monate vergangenen. Dennoch macht sich das Ausmass der Verstrahlung erst jetzt richtig bemerkbar.

Fukushima ist medial fast in Vergessenheit geraten - doch die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Nachwirkungen werden die Japaner noch über Jahrzehnte spüren. Auch die Teebauern der Provinz Shizuoka sehen sich derzeit damit konfrontiert, dass ihr Anbauprodukt eine erhöhte radioaktive Strahlung aufweist.

Wie die Behörden in Shizuoka bekanntgaben, wurden in getrockneten Teeblättern aus dem Anbaugebiet Warashina in der Provinz Shizuoka 679 Becquerel an radioaktivem Cäsium pro Kilogramm festgestellt. Das Gebiet liegt 370 Kilometer südwestlich von der Atomruine Fukushima. Der offiziell erlaubte Grenzwert liegt bei 500 Becquerel.

Proben geben Anlass zur Sorge

Die Regierung hatte kürzlich entschieden, Auslieferungen von grünem Tee aus einigen Anbaugebieten in den näher an Fukushima gelegenen Provinzen Ibaraki und Chiba sowie Kanagawa und Tochigi zu stoppen. Anlass waren Messwerte in Proben von über 500 Becquerel. Japan hat im vergangenen Jahr 83 000 Tonnen an getrockneten Teeblättern produziert, 40 Prozent davon in Shizuoka.

Seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März im Nordosten Japans tritt aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima 1 Radioaktivität aus. Es wird noch Monate dauern, bis die Reaktoren unter Kontrolle sind.

Auch Bewohner in der 250 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio sorgen sich zunehmend vor Verstrahlung. Die Stadtverwaltung beschloss, ab Mitte dieses Monats an 100 Stellen der Stadt zu messen. Einzelne Stadtteile haben bereits mit eigenen Strahlenmessungen begonnen.

Atom-Arbeiter erkrankt

Am Freitag wurde einer der Arbeiter in der Atomruine in bewusstlosem Zustand mit einem Helikopter in ein Spital geflogen. Der zwischen 40 und 50 Jahre alte Mann hatte am Vortag chemische Bindemittel versprüht, die eine Ausbreitung der radioaktiven Partikel verhindern sollen.

Am Freitag sei er bewusstlos in einer Unterkunft gefunden worden, berichtete die Agentur Jiji Press unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco. Er habe auch Fieber gehabt.

[Anlagenbau für das radioaktive Wasser]

Tepco begann am Freitag im AKW Fukushima damit, eine neue Anlage zur Dekontaminierung der gewaltigen Wassermassen zur Kühlung der Reaktoren eine Woche lang zu testen.

Sollte der Test erfolgreich sein, möchte Tepco damit bis März nächsten Jahres täglich 1200 Tonnen Wasser von radioaktiven Materialien zu befreien. Die Reparaturtrupps des AKW setzen seit Monaten Millionen Liter Wasser ein, um die beschädigten Reaktoren zu kühlen.

Konferenz in Wien

Wegen der Reaktorkatastrophe in Japan ist vom 20. bis zum 24. Juni in Wien eine Ministerkonferenz bei der Atomenergiebehörde der UNO (IAEA) anberaumt. An der Konferenz wird auch eine Schweizer Delegation teilnehmen, wie das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Freitag mitteilte.

Ziel der Konferenz sei, erste Lehren aus dem Reaktorunfall zu ziehen, schrieb das UVEK. Die Delegation steht unter der Leitung von Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie (BFE).

(sda)>


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Spiegel
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10.6.2011: <Fukushima-Atomunfall: Erhöhte Strahlung in Japans grösstem Teegebiet>

aus: Spiegel online; 10.6.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,767724,00.html

<Die Hiobsbotschaften aus Japan nehmen kein Ende. Jetzt melden die Behörden, dass weit entfernt vom Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima radioaktiv belasteter grüner Tee entdeckt wurde. Betroffen ist ausgerechnet das größte Anbaugebiet des Landes.

Tokio - Genau drei Monate nach Beginn der Atomkatastrophe in Fukushima nimmt die radioaktive Kontamination in Japan immer größere Ausmaße an. Jetzt wurde auch in grünem Tee in Japans größter Teeanbau-Provinz Shizuoka - 370 Kilometer südwestlich von der Atomruine Fukushima - erhöhte radioaktive Strahlung gemessen.

Wie die lokalen Behörden bekanntgaben, wurden in getrockneten Teeblättern aus dem Anbaugebiet Warashina in der Provinz Shizuoka eine Cäsium-Belastung von 679 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Der offiziell erlaubte Grenzwert liegt bei 500 Becquerel. Die Strahlung sei wahrscheinlich auf den Unfall in Fukushima zurückzuführen, hieß es.

Grüner Tee aus Japan wird in aller Welt für seine gesundheitsfördernde Wirkung hoch geschätzt. Die Regierung hatte kürzlich entschieden, Auslieferungen von grünem Tee aus einigen Anbaugebieten in den näher an Fukushima gelegenen Provinzen Ibaraki und Chiba sowie Kanagawa und Tochigi zu stoppen. Anlass waren Messwerte in Proben von mehr als 500 Becquerel. Japan hat im vergangenen Jahr 83.000 Tonnen an getrockneten Teeblättern produziert. Davon entfielen 40 Prozent auf Shizuoka.

Auch Bewohner in der 250 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio sorgen sich zunehmend vor Verstrahlung. Die Stadtverwaltung beschloss, ab Mitte dieses Monats an 100 Stellen der Stadt zu messen. Einzelne Stadtteile haben bereits mit eigenen Strahlenmessungen begonnen.

Neue Anlage soll Hunderttausende Liter Wasser dekontaminieren

Derweil begann der Energiekonzern Tepco am Freitag damit, in der Atomruine in Fukushima eine neue Dekontaminierungsanlage zu testen. Der einwöchige Versuch soll sicherstellen, dass die Anlage die gewaltigen Wassermassen säubern kann, mit denen die beschädigten Reaktoren gekühlt werden.

Das System soll bis März 2012 täglich 1200 Tonnen Wasser von radioaktiven Materialien befreien. Die Reparaturtrupps des AKW setzen seit Monaten große Mengen Wasser ein, um die beschädigten Reaktoren zu kühlen. Die strahlende Brühe behindert die Reparaturarbeiten an den Kühlsystemen. Im zerstörten AKW schwappen nach Angaben von Tepco mehr als 100.000 Tonnen hochgradig kontaminiertes Wasser.

Am Freitag wurde einer der Arbeiter in der Atomruine bewusstlos mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Der zwischen 40 und 50 Jahre alte Mann hatte am Vortag chemische Bindemittel versprüht, die eine Ausbreitung der radioaktiven Partikel verhindern sollen. Am Freitagmorgen sei er dann aus noch ungeklärter Ursache bewusstlos in einer Unterkunft gefunden worden, berichtete die Agentur Jiji Press unter Berufung auf Tepco.

Derweil hausen noch immer zigtausende Menschen in Notlagern. Auch türmen sich in den Katastrophengebieten weiter Berge an Trümmern.

Wirtschaftsminister warnt vor Stromknappheit

Japans Wirtschaftsminister Banri Kaieda hat angesichts zahlreicher abgeschalteter Atomkraftwerke im Land vor einer Stromknappheit gewarnt. Es drohe ein Rückgang der Energieproduktion, sollten die Energiekonzerne ihre Meiler im von dem Tsunami am 11. März verschonten Westen des Landes nicht bald wieder hochfahren dürfen, sagte Kaieda nach Berichten der Nachrichtenagentur Jiji. Dies könne "ernsthafte Folgen für die japanische Wirtschaft" haben, die ihre Produktion von der Unglücksregion in andere Teile des Landes verlegt habe oder noch verlegen wolle.

Seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima als Folge eines starken Erdbebens mit anschließendem Tsunami sind nur rund 20 der mehr als 50 japanischen Atomreaktoren in Betrieb. In der Unglücksregion im Nordosten des Landes wurden rund 15 Reaktoren beschädigt oder vorsichtshalber heruntergefahren. Weitere Reaktoren in anderen Landesteilen sind wegen Instandhaltungsmaßnahmen nicht in Betrieb oder durften nach Wartungsarbeiten ebenfalls als Vorsichtsmaßnahme nicht wieder ans Netz gehen.

Zudem wurden in Bodenproben im japanischen Katastrophengebiet weitere Spuren von radioaktivem Strontium entdeckt. Der gefährliche Stoff sei an elf verschiedenen Standorten in der Provinz Fukushima gefunden worden, wo auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steht, gab das Wissenschaftsministerium am Donnerstag bekannt. Eine Spur von Strontium wurde erstmals auch in der gleichnamigen Provinzhauptstadt Fukushima gefunden.

Nach Aussagen der Atomaufsichtsbehörde sei es aber unwahrscheinlich, dass das Strontium eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, meldete die Agentur Kyodo. Strontium kann sich im menschlichen Körper an Knochen ablagern und Leukämie auslösen.

Erst kürzlich hatte der Betreiber Tepco in Bodenproben vom AKW-Gelände Spuren an Strontium festgestellt. Bereits im März war auch im Boden und in Pflanzen in der Stadt Namie sowie dem Dorf Iitate, rund 30 Kilometer von der Atomruine entfernt, Strontium entdeckt worden.

mbe/dpa/AFP>

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Spiegel
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10.6.2011: Frankreich sitzt in der Atomfalle - und das Klima wird immer trockener und die Flüsse immer weniger

aus: Spiegel online: Besorgter Nachbar: Frankreich fürchtet Engpässe druch Atomausstieg; 10.6.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,767918,00.html

<AKW im französischen Cattenom: Trockenheit bedroht die Stromversorgung

Frankreichs Atomindustrie gilt gemeinhin als Gewinner der deutschen Energiewende. Doch nun warnen französische Politiker: Ohne deutsche Reaktoren drohten derzeit auch im Nachbarland Engpässe. Die Regierung in Paris richtete einen Krisenstab ein.

Paris - Der geplante Atomausstieg sorgt nicht nur in Deutschland für Diskussionen: Frankreich fürchtet, dass es in diesen Sommer Engpässe bei der Stromversorgung gibt - auch weil Strom aus deutschen Kernkraftwerken fehlt. Am Donnerstag sei ein Krisenstab eingerichtet worden, der die Stromversorgung überwachen solle, teile das Energieministerium mit.

Hintergrund der angespannten Situation ist laut dem Ministerium die seit Wochen andauernde Hitzewelle, wegen der die Wasserkraftwerke ihre Produktion herunterfahren mussten. Wegen der Trockenheit sei die Stromproduktion der französischen Wasserkraftwerke um rund 30 Prozent gesunken.

Das heiße Sommerwetter bedroht auch die Energieerzeugung in den französischen Atomkraftwerken, die zum Kühlen auf große Mengen Wasser aus den Flüssen angewiesen sind. Die Situation werde nun dadurch verschärft, dass Deutschland weniger Strom ins Netz speise, weil dort nach dem Atom-Moratorium der Merkel-Regierung sieben ältere Atomkraftwerke abgeschaltet worden sind, hieß es aus Paris. Allein im Mai habe Deutschland 7000 Megawatt Strom weniger ins Netz eingeleitet, erklärte das Energieministerium.

Frankreich und Deutschland beliefern sich bisher gegenseitig mit Strom. Frankreich bezieht sogar mehr Strom aus Deutschland als umgekehrt, da es vor allem im Winter auf Stromimporte angewiesen ist. Im vergangenen Jahr kaufte Frankreich gut 16 Terawattstunden Strom in Deutschland ein, während 9,4 Terawattstunden aus französischen Kraftwerken nach Deutschland exportiert wurden.

Die 58 französischen Reaktoren produzieren unter normalen Umständen knapp vier Fünftel des Stroms in Frankreich. Rund zwölf Prozent des französischen Stroms stammt normalerweise aus Wasserkraftwerken.

mah/AFP>

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n-tv
                    online, Logo

11.6.2011: 10.000e Japaner demonstrieren für eine Energiewende

aus: n-tv online: Erdbeben: Japan gedenkt der Katastrophenopfer - Demos für Energiewende; 11.6.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Japan-gedenkt-der-Katastrophenopfer-Demos-fuer-Energiewende-article3557856.html

<Tokio (dpa) - Drei Monate nach dem Mega-Erdbeben mit Tsunami und der folgenden Atomkatastrophe in Fukushima hat Japan seiner tausenden Opfer gedacht. Ministerpräsident Naoto Kan legte eine Schweigeminute ein. Unterdessen gingen in mehreren Städten des Landes Zehntausende Menschen für Alternativen zum Atomstrom auf die Straße. Drei Monate nach der Katastrophe leben noch immer mehr als 90 000 Menschen in Notunterkünften. Rund 15 400 Tote wurden geborgen, mehr als 8000 Menschen gelten weiter als vermisst.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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n-tv
                    online, Logo

Fukushima 1 am 13.6.2011: <Erdbeben: Japaner finden Strontium in Grundwasser bei Atomruine>

aus: n-tv online; 13.6.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Japaner-finden-Strontium-in-Grundwasser-bei-Atomruine-article3562971.html

<Tokio (dpa) - Die radioaktive Verseuchung um die Atomruine in Fukushima wird immer ernster. Wie der Betreiber Tepco bekanntgab, wurde nahe der Meerwasseraufnahme des AKW radioaktives Strontium gefunden. Dessen Konzentration liege bis zum 240-Fachen über der erlaubten Höchstgrenze. Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde wurde das gefährliche Element außerdem im Grundwasser bei den beschädigten Reaktoren 1 und 2 des AKW entdeckt. Strontium schädigt das Knochenmark und kann Leukämie auslösen.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Basler
                    Zeitung online, Logo

13.6.2011: Abstimmung: Italiener stimmen mit über 90% gegen Atomkraftwerke

aus: Basler Zeitung online: Berlusconi verliert auf der ganzen Linie; 13.6.2011;
http://bazonline.ch/ausland/europa/Berlusconi-verliert-auf-der-ganzen-Linie/story/21334058

<Nur zwei Wochen nach der Schlappe bei den Kommunalwahlen haben die Italienerinnen und Italiener ihrem Regierungschef Silvio Berlusconi eine weitere Lektion erteilt. Sie sagten dreimal deutlich Nein.

Italiens Stimmberechtigte sagten über Pfingsten Nein zu AKW, Nein zur Privatisierung der Wasserversorgung und Nein zum Gesetz, das Berlusconi seine Prozesse hätte ersparen sollen. Zudem strömten gemäss Zahlen des Innenministeriums in Rom 57 Prozent der Stimmberechtigten am Sonntag und Montag an die Urnen. Damit war das Quorum von 50 Prozent, damit die Abstimmungen gültig sind, erreicht.

Berlusconi, der ein weiteres Desaster für ihn an der Urne hatte kommen sehen, hatte seine Landsleute aufgerufen, die Abstimmungen zu boykottieren. Das Quorum war in Italien seit 1995 nicht mehr erreicht worden.

Berlusconi gestand bereits seine Niederlage ein. Die Regierung sei verpflichtet, das Ergebnis des Referendums «vollständig» zu akzeptieren. Italien werde sich nun wahrscheinlich von der Atomenergie «verabschieden», sagte er nach einem Treffen mit dem israelischen Premier Benjamin Netanyahu in Rom.

Über 90 Prozent gegen AKW

Fazit: Der Regierungschef hat auf der ganzen Linie verloren und dies erst noch wuchtig. Bei der Atomfrage stimmten 94,6 Prozent der Italienerinnen und Italiener gegen den von Berlusconi vorangetriebenen Wiedereinstieg in die Produktion von Atomstrom. Dies zeigten am Montagabend die Ergebnisse nach Auszählung von über der Hälfte der Wahllokale.

Die Italiener hatten sich bereits 1987 im Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl für den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden. Vor zwei Jahren kündigte Berlusconi dann aber an, er wolle ab 2014 vier neue AKW bauen.

Nach der AKW-Katastrophe von Fukushima in Japan im März legte die Regierung die Pläne dann auf Eis. Sie wollte damit nicht zuletzt auch das Referendum der Opposition und der Atomgegner hinfällig machen. Die Gerichte liessen die Abstimmung aber zu.

Die Stimmenden wandten sich auch mit 95 Prozent gegen eine Privatisierung der Wasserversorgung. Gemäss dem bereits verabschiedeten Gesetz hätten ab 2012 alle Italiener von mindestens zum Teil privatisierten Gesellschaften mit Wasser versorgt werden sollen.

Keine Immunität

Ausserdem verwarfen sie das umstrittene «Verhinderungsgesetz» für den Ministerpräsidenten und sein Kabinett. Dieses Gesetz ermöglicht es Berlusconi bislang, bei einer «legitimen Verhinderung» einem Prozess fernzubleiben. Damit wollte er sich einmal mehr die Justiz vom Hals schaffen, die seit Anfang der 1990 Jahre gegen den Baulöwen und Medientycoon vorgeht.

Das Gesetz war bereits im Januar vom Verfassungsgericht teilweise aufgehoben worden. Deswegen müssen die Richter derzeit von Fall zu Fall entscheiden, ob Berlusconi vor Gericht erscheinen muss.

Gegen Berlusconi laufen auch jetzt mehrere Prozesse - der sogenannte Ruby-Prozess wegen Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauchs, der Mediatrade-Prozess wegen Steuerbetrugs und Korruption sowie ein Prozess wegen des Kaufs einer Falschaussage.

Was macht die Lega?

Die Linke, die die Referenden auch als Plebiszit über den Ministerpräsidenten sah, zeigte sich erfreut über den Zulauf und das Resultat. Sie forderte erneut den Rücktritt des Regierungschefs.

Pierluigi Bersani, Chef der Demokratischen Partei PD, sprach von einem historischen Sieg, der eine tiefe Kluft zwischen Land und Regierung bezeuge. Die Chefin des Gewerkschaftsverbands CGIL, Susanna Camusso, meinte, die Regierung solle nach der Schlappe vom Wochenende und der Niederlage von vor zwei Wochen die Konsequenzen ziehen. Berlusconis Partei hatte bei den Kommunalwahlen im Mai sogar in Mailand, der Heimatstadt des Regierungschefs, das Bürgermeisteramt verloren.

Berlusconis Schicksal als Regierungschef dürfte wesentlich von seinem langjährigen Koalitionspartner, der populistischen Lega Nord, abhängen. Exponenten der Partei, darunter Parteichef Umberto Bossi, waren zuletzt sichtlich auf Distanz gegangen. Die Lega hatte bereits die erste Regierung Berlusconi (1994) mit ihrem Austritt zu Fall gebracht. (pbe/sda, afp)>

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Basler Zeitung
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Schweiz 13.6.2011: Demonstration fordert die sofortige Stilllegung des Schrott-AKW Mühleberg

aus: Basler Zeitung online: AKW-Gegner demonstrierten gegen "Schrottreaktor"; 13.6.2011;
http://bazonline.ch/schweiz/standard/AKWGegner-demonstrierten-gegen-Schrottreaktor/story/14517741

<Mehr als tausend Menschen haben heute vor dem AKW im bernischen Mühleberg die sofortige Stilllegung des Reaktors gefordert. Das AKW sei ein untragbares Sicherheitsrisiko, betonten mehrere Redner.

Die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl auf 3500. Zur Demonstration aufgerufen hatten mehr als 40 Organisationen und Parteien zusammen mit den AKW-Gegnern, die seit Wochen vor dem Hauptsitz des bernischen Stromkonzerns BKW in Bern campieren.

«Mal richtig abschalten» lautete das Motto der bewilligten Kundgebung, zu der Teilnehmer per Velo angereist waren. Laut Angaben der Organisatoren kamen rund 700 Demonstranten mit dem Velo aus Bern und etwa je rund 50 aus Biel und Freiburg. «Fukushima kann man nicht mehr abstellen – Mühleberg muss man abstellen», stand auf einem der vielen Transparente auf einem Gelände in Mühleberg, das sich in BKW-Besitz befindet.

«Sicherheitsrisiko»

«Dieser Schrottreaktor ist weder erdbeben- noch überflutungssicher», sagte Jürg Joss von Fokus Anti-Atom. Deshalb müsse der Kampf gegen das AKW weitergehen, auch auf juristischem Weg. «Mühleberg erhält keine unbefristete Betriebsbewilligung, dafür sorgen wir heute und auch morgen.»

Philippe de Rougemont von der Westschweizer Organisation «Sortir du nucléaire» prangerte die «Korruption in der schweizerischen Politik» an. Ein Filz aus Politikern in Bundesbern und Vertretern der Atomlobby hielten die alten Schweizer AKWs am Laufen, obwohl die Zukunft den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz gehöre.

Rascher Ausstieg gefordert

Dass Bundesbern nun den mittelfristigen Ausstieg aus der Atomtechnologie ins Auge fasse, reiche nicht, hiess es auf einem Flugblatt. Der Ausstieg sei rasch möglich. Dazu müsse aber das System des unbegrenzten Wachstums hinterfragt werden.

Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Für den geordneten Ablauf der Kundgebung und die Sicherheit sorgen zwischen 20 bis 30 Freiwillige, so genannte Peacekeepers. Polizisten, Vertreter der BKW und der Gemeinde Mühleberg verfolgten das Geschehen aus Distanz. Für die musikalische Unterhaltung der Demonstrierenden sorgten die Bands Amarillo Brillo und Stiller Has. (met/cch/sda)>

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Welt online,
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China 13.6.2011: <Versteckte Risiken: Chinesischer Experte warnt vor Atomenergie-Ausbau>

aus: Welt online; 13.6.2011;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13427528/Chinesischer-Experte-warnt-vor-Atomenergie-Ausbau.html

<Autor: Johnny Erling| 13.06.2011

Eine politische Diskussion über Atomkraft findet in China bislang nicht statt. Doch ein prominenter Wissenschaftler warnt vor unterschätzten Risiken und verschleierten Kosten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich für den Ausstieg aus der Atomenergie gegen Kritik in Europa wehren muss, erhält Schützenhilfe – ausgerechnet aus China. Denn Peking will den Anteil der Nuklearenergie an der Stromerzeugung von derzeit einem Prozent bis 2050 auf 15 Prozent erhöhen. Daran will die Regierung trotz des Unglücks von Fukushima festhalten.

Doch nun meldet der prominente Nuklearphysiker He Zuoxiu erstmals Zweifel an. „Wir müssen weg vom extensiven Ausbau der Atomenergie“, sagt He im Gespräch mit der „Welt“: Die Ziele von Pekings Energieplanern müssten auf den Prüfstand: „Sie gehen nicht nur naiv mit den Risiken der Atomanlagen um, sondern unterschätzen die in Wirklichkeit exorbitanten Kosten des Atomstroms.“

Der zum „Wissenschaftsrat“ auf Lebenszeit ernannte, heute 83-jährige Grundlagenforscher arbeitete zwischen 1960 und 1964 an der Entwicklung der Atom- und Wasserstoffbombe Chinas mit. Seine im Wissenschaftsblatt „Science Times“ veröffentlichte Kritik an Pekings „Großem Sprung in die Atomenergie“ kommt in einem Moment, wo die Strom- und Energiekonzerne des Landes zur alten Tagesordnung zurückkehren wollen. Hes Thesen, die von vielen seiner Kollegen begrüßt wurden, haben Wirbel ausgelöst.

Kernkraftwerke sind auf Erdbeben nicht vorbereitet

Er wirft Chinas Atomkraftlobby vor, die wahren Kosten der Nuklearenergie zu verschleiern. Unter den Vorgaben der Genehmigungsbehörden des NDRC (die oberste Staatsplanung), dass Atomstrom höchstens um 20 Prozent teurer als durch Erdöl gewonnene Energie sein dürfe, werden die Probleme weder benannt noch berechnet – von den Ausgaben zur Sicherheit vor Erdbeben oder Terroranschlägen über den Kauf von immer mehr Uran bis zur Aufarbeitung des Atommülls oder der Endlagerung.

So halten die Betreiber geheim, welcher Erdbebenstärke ihre Reaktoren der zweiten Generation und die im Bau befindlichen neuen AP-1000 Reaktoren der dritten Generation widerstehen könnten. He vermutet, dass Chinas Altanlagen nur für Beben bis 6,5 auf der Richterskala gerüstet sind, die der dritten Generation bis Stärke sieben. Japans Katastrophe wurde von einem Beben der Stärke neun ausgelöst. „Auf solche Krisenfälle sind wir nicht vorbereitet“, sagt He.

Woher soll in einer Dürreregion Kühlwasser kommen?

Dabei wüssten alle, dass das Tangshan-Erdbeben 1976 in Nordchina Stärke acht und das Beben 2008 in Sichuan Stärke neun hatte. Eine Nachrüstung der Reaktoren würde die Kosten in astronomische Höhen treiben. Auf Hes Kritik antworteten hohe Wissenschaftsfunktionäre, dass China künftige Reaktoren in Gebieten bauen wollte, wo es seit 1000 Jahren zu keinen Beben über Stärke vier kam, zum Beispiel in Zentralchinas Provinz Hunan. „Ausgerechnet in Hunan haben wir gerade eine wochenlange Jahrhundertdürre erlebt: Wo soll dann das Kühlwasser herkommen?“, fragt He.

Pekings Staatsrat unter Premier Wen Jiabao reagierte auf Japans Atomunglück rasch mit verschärften Sicherheitsprüfungen – Genehmigungsverfahren für Neuanträge wurden auf Eis gelegt. Doch drei Monate später scheinen diese Maßnamen fast vergessen.

Die Langzeitprognosen der einflussreichen Akademie für Ingenieurwissenschaften stehen wieder auf der Tagesordnung mit ihrer Verdopplung der bis 2015 festgelegten AKW-Kapazität von 40 Gigawatt auf 70 bis 80 Gigawatt im Jahr 2020. Bis 2050 sollen es dann sogar 400 Gigawatt sein.

Uran-Vorräte dürften schon bald knapp werden

He warnt vor den Folgen von Chinas geringen Uran-Vorräten. Die bisher bekannten Weltvorkommen reichten nur, um 500 AKWs mit jeweils 1000 Megawatt Leistung 60 Jahre lang zu betreiben. Schon 2050 würde China aber weltweit zum Hauptkunden werden. Das Konfliktpotenzial sei dann groß. Auch deshalb müsse China sich rechtzeitig von seinen Atomausbauzielen verabschieden.

Zudem gebe es keinerlei Debatte über die Behandlung von Atommüll und über das Problem, ein Endlager zu finden. Die sicherste Methode, Atommüll zu entsorgen, ulkt He, sei, ihn mit einer Rakete in die Sonne zu schießen.

Berühmte Raketenexperten, mit denen er befreundet ist, hätten ihm Chinas Selbstkosten (ohne Spezialausgaben wegen der strahlenden Fracht) von umgerechnet elf Millionen Euro pro Tonne ins All geschossenen Atommülls ausgerechnet. He nennt den Wermutstropfen: Chinas Starts hätten eine statistische Erfolgsquote von 95 bis 96 Prozent – einige Entsorgungsraketen könnten also wieder auf die Erde stürzen.

"Deutsche stehen für Trend in weltweiter Entwicklung"

Mit den minutiösen Berechnungen solcher Kosten will der 83-Jährige nachweisen, welche Risiken und extreme Kosten mit Atomstrom verbunden sind. Das Atomunglück in Japan und die Reaktionen der deutschen Regierung seien deshalb auch „Weckrufe, damit wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass Atomenergie eine allzu lange Zukunft hat“.

China könne mit seinen Wachstumszwängen, mit seiner ungleichen Entwicklung nicht so einfach wie Deutschland aussteigen. Dafür finden sich keine Mehrheiten im Land. „Die Deutschen stehen aber für einen Trend in der weltweiten Entwicklung.“

Auch, weil sie sich auf Programme zur effizienteren und sauberen Nutzung verfügbarer Technologien und den Ausbau von erneuerbaren Energien verständigen konnten. „Das beeinflusst uns und wird auch die Entwicklung erneuerbarer Energien in China beschleunigen.“>

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n-tv online,
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Japan 15.6.2011: Nun sind auch die Walfische radioaktiv verstrahlt mit bis zu 31 Becquerel radioaktivem Cäsium / kg

aus: n-tv online: "Werden Entwicklung beobachten" - Japaner fangen verstrahlte Wale; 15.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Japaner-fangen-verstrahlte-Wale-article3580751.html

<Japanische Walfänger haben bei zwei im Pazifik getöteten Zwergwalen Spuren von Radioaktivität entdeckt. Die beiden kürzlich vor der japanischen Nordinsel Hokkaido gefangenen Wale wiesen 31 beziehungsweise 24,3 Becquerel radioaktiven Cäsiums pro Kilogramm auf, wie ein Fischereibeamter erklärte.

Grund sei möglicherweise der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima. Die Radioaktivitätswerte lägen aber weit unter dem kürzlich in Japan festgelegten Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Zudem gebe es keine Vergleichsdaten, mit denen festgestellt werden könnte, ob die gemessenen Werte höher als normal seien. "Wir werden die Entwicklung weiter beobachten", fügte der Beamte hinzu.

Seit dem schweren Erdbeben und anschließendem Tsunami am 11. März, wodurch das AKW Fukushima schwer beschädigt wurde, strömt radioaktives Wasser in den Pazifik. Die japanische Bevölkerung und Experten sind deshalb besorgt, dass sich radioaktives Material in langlebigen Lebewesen der Nahrungskette im Meer ablagern könnte. Die Regierung hat den Fischfang nahe des AKW verboten, zudem werden regelmäßige Proben bei Meeresfrüchten entnommen.

Japan tötet Wale nach eigenen Angaben zu Forschungszwecken. Nach Auffassung des Landes ist der Walfang eine jahrhundertealte Tradition. Das Walfleisch wird in Geschäften und Restaurants verkauft.

AFP>


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Deutschland 15.6.2011: Rückbau eines AKWs dauert 20 Jahre - der Boden muss "ausgebaggert" werden - das Areal wird erst nach Jahrzehnten wieder "sauber" - Radioaktivität durch defekte Rohre

aus: n-tv onlnie: "Rohre sind ein Schwachpunkt" - AKW-Rückbau dauert 20 Jahre; 15.6.2011;
http://www.n-tv.de/politik/AKW-Rueckbau-dauert-20-Jahre-article3577621.html

<Das Gelände von Atomkraftwerken kann nach dem Abbau der Anlagen und vollständiger Dekontamination Jahrzehnte später durchaus anderweitig genutzt werden. "Das Areal kann man wieder sauber bekommen", sagt Mathias Steinhoff vom Öko-Institut Darmstadt.

Das Gelände von Atomkraftwerken kann nach dem Abbau der Anlagen und vollständiger Dekontamination Jahrzehnte später durchaus anderweitig genutzt werden. "Das Areal kann man wieder sauber bekommen", sagt Mathias Steinhoff vom Öko-Institut Darmstadt. Der Abbau einer Atom-Anlage und die Freigabe des Geländes dauerten aber ihre Zeit, erklärt der Diplom-Biologe und Bodenkundler. "Da können 20 Jahre ins Land gehen." Untersuchungen auf Radioaktivität müssten bereits während des Rückbaus erfolgen, nicht erst danach.

Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2022 aus der Atomenergie aussteigen. Der älteste kommerziell genutzte Meiler ist der Block A des Kraftwerkes im südhessischen Biblis. Er wurde 1974 in Betrieb genommen. Block B folgte zwei Jahre später.

"Experten müssen den Bereich genau auf Radioaktivität und auf andere Belastungen hin untersuchen", so Steinhoff. Der Boden könne gegebenenfalls ausgebaggert und abtransportiert werden. "Nach 50 bis 100 Jahren muss in jedem Fall von einer uneingeschränkten Nutzung des Geländes ausgegangen werden, da die frühere Nutzung in Vergessenheit gerät", meint der 45-Jährige.

Die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung sei nicht für alle Bereiche einer AKW-Anlage gleich groß. Bei Bürogebäuden sei dies eher nicht der Fall. Der Außenbereich eines Meilers könne betroffen sein, wenn dort mit radioaktiven Abfällen umgegangen wurde. Gebäudeleckagen seien eher unwahrscheinlich. "Da müsste schon eine Havarie vorliegen", sagt Steinhoff. "Rohre sind allerdings ein Schwachpunkt." Hier könne schnell einmal Radioaktivität austreten.

dpa>

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Basler
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Fukushima 1 am 16.6.2011: Die explodierten Reaktoren bekommen "Schutzhüllen"

aus: Basler Zeitung online; 16.6.2011;
http://bazonline.ch/wissen/technik/Der-Schutzmantel-fuer-die-Reaktoren/story/26887231

<Seit drei Monaten tritt aus dem havarierten AKW in Fukushima radioaktive Strahlung aus. Nun plant Tepco, eine Schutzhülle über die Reaktoren zu stülpen. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Um den Austritt der Strahlung aus dem havarierten AKW Fukushima I zu verhindern, hat Betreiber Tepco damit begonnen, Schutzhüllen für die stark beschädigten Reaktoren zu erstellen. Geplant ist eine gigantische Stahlstruktur von 54 Metern Höhe, 42 Metern Länge und 47 Metern Breite, wie die Tageszeitung «Mainichi Shimbun» berichtet. Darauf wird ein Schutzmantel aus einem mit Harz beschichteten Kunststoff befestigt. Diese Dach- und Wandpaneele sollen den Reaktor luftdicht umschliessen und somit die Strahlung isolieren. Gleichzeitig wird mit dem Gehäuse verhindert, dass Regenwasser in die offenen Reaktoren eintritt. Es werde derzeit geprüft, ob die Schutzhülle auch genügend wind- und erdbebenfest sei.

Um die Bauarbeiter vor Verstrahlung zu schützen, werden die Einzelteile für das Gehäuse in der rund 50 Kilometer entfernten Stadt Iwaki gesammelt und zusammengesetzt. Wie «TBS News» berichtet, hätten die Arbeiten für die Errichtung der Stahlstruktur am 13. Juni begonnen.

Anschliessend wird die Struktur mit einer Fähre zum havarierten AKW verschifft, wo mithilfe eines 140 Meter hohen Riesenkrans das Stahlgehäuse zügig in Position gebracht wird. Gemäss der Zeitung «Asahi Shimbun» sollen die Arbeiten für die Schutzhüllen des Reaktors I, dessen Dach durch die Wasserstoffexplosion weggesprengt wurde, bis Ende September fertig sein. Der Schutzmantel ist eine temporäre Notmassnahme, wie Tepco betont. Man suche noch nach einer langfristigen Lösung. So ist beispielsweise der Sarkophag in Tschernobyl aus Stahl und Beton.

Dekontaminierung des verstrahlten Wassers

Inzwischen stehen die Reparaturtrupps in der Atomruine Fukushima vor einem weiteren wichtigen Etappenschritt zur Bewältigung der Katastrophe. Eine Anlage zur Dekontaminierung der Brühe soll möglichst am Freitag in Betrieb genommen werden, teilte der Betreiberkonzern Tepco weiter mit. Mit der neuen Anlage sollen die grossen Mengen hochgradig verseuchten Wassers gereinigt werden, die in der stark zerstörten Atomanlage zur Kühlung der Reaktoren schwappen.

Bei einem Testdurchlauf mit schwach verseuchtem Wasser sei erfolgreich der Cäsium-Gehalt auf das gewünschte Niveau reduziert worden, gab die japanische Atomaufsicht bekannt. Ursprünglich hatte Tepco das System schon früher einsetzen wollen. Es seien jedoch unter anderem Wasserlecks aufgetreten, die abgedichtet werden mussten. (jak)>

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18.6.2011: <Neue Probleme in Fukushima: Wasseraufbereitung klappt nicht> - die Dekontaminierung radioaktiven Wassers kommt zum Stillstand

aus: n-tv online; 18.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Wasseraufbereitung-klappt-nicht-article3608986.html


<Das neue System zur Dekontaminierung hochgradig verseuchten Wassers muss wieder abgeschaltet werden. Bei einem der Komponenten, das Cäsium absorbieren soll, seien die Strahlenwerte schneller auf die Höchstgrenze gestiegen als gedacht, teilt Tepco mit.

Bei der Reinigung von hoch radioaktiv verseuchtem Wasser im japanischen Unglückskraftwerk Fukushima hat die Betreibergesellschaft Tepco einen Rückschlag hinnehmen müssen. Nur fünf Stunden nachdem in Reaktor 1 am Freitagabend erstmals eine Wasserwiederaufbereitungsanlage zum Einsatz kam, zeigten sich womöglich wegen einer höher als erwarteten Strahlenbelastung erste Schäden an dem System. Ein Teil der Anlage habe bereits kurz nach Mitternacht die Grenzen seiner Kapazität erreicht und müsse ausgetauscht werden, teilte ein Tepco-Vertreter mit. Ursprünglich hatte der Kraftwerksbetreiber damit gerechnet, dieses Teil mindestens einen Monat lang einsetzen zu können.

"Wir gehen der Ursache dafür nach", sagte ein Tepco-Vertreter vor Journalisten. Als Grund für das technische Problem nahm das Unternehmen an, dass besonders stark verseuchter Dreck in die Wasserwiederaufbereitungsanlage eingedrungen ist und sie verschmutzt hat. Es war zunächst unklar, wann die Reinigung des Wassers weitergehen kann.

Die mit französischer und US-Technologie gebaute Anlage soll mehr als 100.000 Tonnen Wasser, das nach der Havarie zur Kühlung der Reaktoren eingesetzt wurde, von Cäsium und anderen radioaktiven Materialien sowie Öl und Meersalz befreien. Das aufbereitete Wasser soll dann zur weiteren Kühlung verwendet werden. Die Wasser-Reinigung gilt als wichtige Etappe bei der Stabilisierung des havarierten Atomkraftwerks. Seit der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März dringt aus Fukushima 1 noch immer radioaktive Strahlung, in einem Umkreis von 20 Kilometern rund um das Kraftwerk wurde eine Sperrzone eingerichtet.

dpa>

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20 minuten
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Ein neuer Bericht dokumentiert das Chaos im japanischen Atomkraftwerk Fukushima nach dem Erdbeben am 11. März. Die Angaben in dem am Samstag von Kraftwerksbetreiber Tepco veröffentlichten Bericht stützen sich auf Gespräche mit Arbeitern der Anlage und Daten aus den Kontrollräumen.

Als in Reaktor 1 zwei Stunden nach dem Erdbeben das Kühlsystem ausfiel, versuchten die Mitarbeiter demnach zunächst, den Reaktorkern mithilfe einer Löschpumpe weiter zu kühlen. Diese funktionierte aber nicht.

Ein Feuerwehrfahrzeug konnte den Reaktor nicht erreichen, weil die Zufahrt nach dem Beben blockiert war. Die Mitarbeiter mussten zunächst ein elektrisch betriebenes Tor zerstören, um dem Fahrzeug die Durchfahrt zu ermöglichen. Es traf Stunden später ein.

Am frühen Morgen konnte dann damit begonnen werden, Wasser in den Reaktor zu pumpen - da war der Kern schon geschmolzen. Dann ging auch noch das Wasser aus und die Mitarbeiter stellten auf Meerwasser um, was Schäden am Reaktor verursachte.

Andere Mitarbeiter wurden beauftragt, Druck aus der Sicherheitshülle des Reaktors abzulassen, um eine Explosion zu verhindern. Zunächst mussten sie allerdings das Handbuch besorgen, das nicht im Kontrollraum, sondern in einem anderen Gebäude auf dem Gelände aufbewahrt wurde.

Um ein Druckluftventil zu öffnen, liehen sich die Mitarbeiter einen Kompressor von einem Subunternehmer. Danach wollten sie Schutzkleidung anlegen, die aber im fünf Kilometer entfernten Krisenzentrum lagerte. So dauerte es mehr als eine Stunde, bis die Arbeiter sich schliesslich dem Reaktorgebäude nähern konnten.

Nach mehreren Fehlversuchen gelang es schliesslich, Druck aus der Sicherheitshülle abzulassen. Eine Stunde später explodierte der Reaktor 1 und machte ähnliche Vorbereitungen an den anderen Reaktoren zunichte. Die Arbeiter mussten von vorn beginnen, was zu weiteren Verzögerungen führte.

(sda)>

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Und nun kommt eine schizophrene Idee aus der Schweiz:


20 minuten
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19.6.2011: Kühltürme von AKWs könnten unter "Denkmalschutz" gestellt werden

aus: 20 minuten online: Atomausstieg: Denkmalschutz für eingemottete AKW denkbar; 19.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/28060288

<Bereits im Kunstführer und vielleicht bald unter Denkmalschutz: Das AKW Gösgen.

Kein Aprilscherz: Die Denkmalpflege will beim Abbruch der Schweizer Atomkraftwerke mitreden. Denn die Meiler könnten als Zeitzeugen als erhaltenswert eingestuft werden.

«Es ist nicht zum vornherein klar, dass der Ausstieg aus der Atomkraft zugleich das Todesurteil für die bestehenden AKW als Bauten bedeuten muss», sagt Johann Mürner, Chef der Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege im Bundesamt für Kultur, der «NZZ am Sonntag». «Denn es ist theoretisch denkbar, dass auch einzelne Elemente eines AKW in Zukunft als Zeitzeugen denkmalpflegerisch erhaltenswert sein könnten. Ich denke dabei an die markanten Kühltürme in Gösgen und Leibstadt.»

Ein Denkmal müsse nicht mehr unbedingt baulich schön sein, auch «ein Zeuge einer Epoche» komme als Denkmal in Frage. Und das wären die Meiler der AKW, wenn die Schweiz dereinst aus der Atomkraft ausgestiegen ist. Ähnlich äussert sich der Solothurner Denkmalpfleger, Stefan Blank im Blatt: «Das ist eine interessante Frage – die Denkmalwürdigkeit eines Kühlturms als Monument müsste man sicher prüfen.»

Tatsächlich hat es das AKW Gösgen bereits zu einer Erwähnung in Band III des «Kunstführers durch die Schweiz» gebracht.>

Kommentar
Ein Kühlturm ist ein Kamin, und Kamine waren noch nie ein Denkmal. Und ein Kamin, der für radioaktiven Abfall steht, den sollte man gleich zuerst sprengen, wenn das AKW Gösgen abgeschaltet wird.

Michael Palomino, 23.6.2011

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20 minuten
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21.6.2011: Brennstäbe aus Mayak in Russland - die Atomfabrik Mayak darf von schweizer Parlamentariern nicht besucht werden

aus: 20 minuten online: Atomfabrik Mayak: Was die Axpo nicht sehen darf; 21.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/atomenergie/story/21145922

<Die Axpo kauft ihre Brennstäbe in Majak, darf aber nicht in die Fabrik. Weil es militärisches Sperrgebiet sei, laut Behörden. Weil Radioaktivität austrete, sagt Greenpeace. Ein Filmteam sah sich vor Ort um.

Die Axpo verwendet in ihren AKWs Brennstäbe aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage in Mayak. Das musste der Energiekonzern im September 2010 aufgrund von Greenpeace-Recherchen zugeben. Die Anlage wird von Umweltorganisationen seit Jahren massiv kritisiert, die Gegend um Mayak soll sehr stark radioaktiv verstrahlt sein.

Für den Schweizer AKW-Betreiber ist derzeit nicht restlos geklärt, ob die Aufbereitungsprozesse in Mayak Mensch und Umwelt tatsächlich gefährden. Mitglieder aus der Konzernleitung und dem Verwaltungsrat der Axpo - darunter der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi (SVP) und der Ausserrhoder Landammann Jakob Brunnschweiler (FDP), wollten deshalb Ende Juni die Anlage besichtigen.

Seit den Sowjetzeiten verseucht

Doch am Sonntag kam von der Mutterfirma des Bertreibers, dem staatlichen russischen Energiekonzern Rosatom, ein kurzfristiges Njet: Ein Besuch der Anlage sei nicht möglich, weil sich diese in militärischem Sperrgebiet befinde.

Was haben die Russen zu verbergen? Offenbar eine ganze Menge. Dies zumindest zeigt ein TV-Beitrag der Deutschen Welle vom Herbst vergangenen Jahres. Ein Team des Senders bereiste die Gegend um die Atomfabrik von Mayak und stellte fest: Die radioaktive Belastung des Wassers und der Böden liegt teilweise noch Dutzende Kilometer von der Atomfabrik weg um ein Vielfaches über den zulässigen Grenzwerten. Die Krebsrate ist fünfmal höher als im übrigen Russland.

Die Kontaminierung des Gebiets begann schon vor Jahrzehnten noch zu Sowjetzeiten, die Wahrheit um Mayak kommt aber erst nach und nach ans Licht.

(Mit Material der SDA)

(erf)>

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Tagesanzeiger online, Logo

Schweiz 24.6.2011: Der oberste AKW-Prüfer tritt zurück - zu sehr "verbandelt", zu wenig neutral

aus: Tagesanzeiger online: Oberster AKW-Prüfer Peter Hufschmied tritt zurück; 24.6.2011;
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Oberster-AKWPruefer-Peter-Hufschmied-tritt-zurueck/story/14319731

<Zu grosse Nähe zur Nuklearindustrie? Der Präsident des Ensi-Rates Peter Hufschmied tritt zurück.

Ensi-Ratspräsident Peter Hufschmied gibt sein Amt nun definitiv ab. Nach Zweifeln an seiner Unabhängigkeit war der Chef des Nuklearsicherheitsinspektorats im Mai bereits in den Ausstand getreten.

Beim provisorischen Rückzug Peter Hufschmieds Anfang Mai hiess es noch, man wolle das Ergebnis der Überprüfung aller Mitglieder des Inspektorats durch das Energiedepartement Uvek und die Ensi-Ratswahlen von Ende Jahr abwarten. Nun gab das Ensi bereits heute seinen Rücktritt bekannt.

Hufschmied wurde in Medienberichten eine zu grosse Nähe zu Kernkraftwerksbetreibern, namentlich zur BKW, nachgesagt. Unter anderem geht es um das Tropenhaus Frutigen im Berner Oberland. Hufschmied ist VR-Präsident der Tropenhaus-AG; die BKW tritt als Sponsorin in Erscheinung.

Das Energiedepartement Uvek wollte daraufhin bis Ende Jahr die Unabhängigkeit aller Ensi-Ratsmitglieder abklären. Zu diesen gehört etwa auch Horst-Michael Prasser, dessen Lehrstuhl an der ETH Zürich zum Teil von Swissnuclear – der Fachgruppe Atomenergie von swisselectric – finanziert wird.

Interimistische Leitung des Ensi-Rates

Nachdem Hufschmied in den Ausstand getreten war, übernahm Vizepräsidentin Anne Eckhardt Scheck interimistisch die Leitung des Ensi-Rats; der Ensi-Rat wird auf Ende dieses Jahres neu gewählt. Auf die fachlichen Entscheide des Ensi hätten der Ausstand des Präsidenten und die Überprüfung auch der übrigen Mitglieder keinen Einfluss, hiess es. Der Rat dürfe nicht ins operative Geschäft des Ensi eingreifen.

Hufschmied selbst gab sich stets «überzeugt, dass meine Tätigkeit als Ensi-Rat alle Anforderungen an die Unabhängigkeit immer erfüllt hat». Mit seinem Ausstand wolle er zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen, «so dass wieder die fachlichen Fragen über die Sicherheit der Kernanlagen im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte stehen». (rub/sda)>

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n-tv online,
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Fukushima 1 am 27.6.2011: Es wird nun auch mit "dekontaminiertem" Wasser gekühlt

aus: n-tv online: 110.000 Tonnen verseuchtes Wasser - Tepco meldet Fortschritte; 27.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Tepco-meldet-Fortschritte-article3673296.html

<Mit Aufbereitung der mehr als 100.000 Tonnen verseuchten Wassers in der Atomruine von Fukushima hofft Tepco endlich Fortschritte zur dauerhaften
Kühlung der Reaktoren zu machen. Man sei "einen großen Schritt" weiter.

Der Betreiber der Atomruine im japanischen Fukushima hat mit der Kühlung der beschädigten Reaktoren mittels dekontaminierten Wassers begonnen. Statt wie bisher immer nur neues Wasser in die strahlenden Reaktorgebäude zu pumpen, recycelt der Energiekonzern Tepco die vorhandene und inzwischen stark verseuchte Brühe mit einer neu installierten Dekontaminierungsanlage und kühlt die Reaktoren damit.

Bei der Bewältigung der seit über drei Monaten andauernden Katastrophe habe man damit "einen großen Schritt" unternommen, sagte der mit der Atomkrise befasste Sonderberater von Regierungschef Naoto Kan, Goshi Hosono, nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

Tepco schätzt die hochgradig verseuchte Wassermenge in der Atomruine auf rund 110.000 Tonnen. Es besteht die Befürchtung, dass die Brühe überläuft und noch mehr radioaktive Substanzen ins Meer gelangen. Das nun begonnene Einpumpen von dekontaminiertem Wasser gilt als wichtiger Schritt dahin, eine stabile Kühlung der Reaktoren 1 bis 3 zu erzielen sowie zugleich die Menge an verseuchtem Wasser zu reduzieren.

1200 Tonnen pro Tag

Die Aufbereitungsanlage war in Rekordzeit errichtet und Mitte Juni in Betrieb genommen worden. Nur fünf Stunden nach Inbetriebnahme hatte die Anlage wegen eines Schadens aber vorübergehend wieder gestoppt werden müssen. Das Problem konnte nun behoben werden.

In Folge des Erdbebens und Tsunamis am 11. März war die Stromzufuhr in dem AKW nahezu vollständig unterbrochen und damit die Kühlfunktion der Reaktoren und Abklingbecken ausgefallen. In den Reaktoren 1 bis 3 war es dadurch zu Kernschmelzen gekommen. Das zugeführte Wasser soll die geschmolzenen Brennstäbe derzeit am Boden der Reaktorkessel gekühlt halten.

Die Aufbereitungsanlage, die der französische Atomkonzern Areva zusammen mit dem US-Unternehmen Kurion errichtete, kann 1200 Tonnen Wasser pro Tag aufbereiten. Die Radioaktivität des Wassers wird dadurch 1000 bis 10.000 Mal schwächer. Tepco benötigt jeden rund 500 Tonnen Wasser, um die Reaktoren zu kühlen.

dpa/AFP>

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Welt online,
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27.6.2011: Atom-Frankreich investiert in Atomkraft und Windenergie gleichzeitig - schizophren

aus: Welt online: Neue AKW: Frankreich steckt eine Milliarde Euro in Atomkraft; 27.6.2011;
http://www.welt.de/wirtschaft/article13453038/Frankreich-steckt-eine-Milliarde-Euro-in-Atomkraft.html

<Präsident Nicolas Sarkozy will französische Atomkraftwerke massiv aufrüsten. Das Geld kommt aus einer milliardenschweren Staatsanleihe.

Frankreich steckt eine Milliarde Euro in die Atomenergie, die damit "zukunftsfähig" gemacht werden soll. Das Geld solle sowohl in die Entwicklung neuer, moderner Reaktoren als auch in die Sicherheit der Atomkraft fließen, sagte Präsident Nicolas Sarkozy in Paris.

"Frankreich hat bereits einen großen Vorsprung auf dem Gebiet", sagte Sarkozy. Dass die französische Atomindustrie in der Vergangenheit Ausschreibungen verloren habe, liege vor allem daran, dass ihre Reaktoren besonders sicher und deswegen teurer seien.

Sarkozy bekräftigte nochmals, dass Frankreich auch nach dem Atomausstieg Deutschlands an der Kernenergie festhalten werde. Das Land ist der größte Atomstromproduzent Europas, knapp vier Fünftel der Energie kommen aus Akw.

Zugleich will Frankreich 1,3 Milliarden Euro in die Förderung erneuerbarer Energien investieren, unter anderem in die Entwicklung von Offshore-Windkraftanlagen. "Wir brauchen uns nicht von einer Form von Energieproduktion zu verabschieden, wir entwickeln alle zusammen", sagte Sarkozy.

Das neue Geld für die Atomkraft stammt aus einer insgesamt 35 Milliarden Euro schweren Staatsanleihe, die der Präsident im Dezember 2009 angekündigt hatte, um in Zukunftsbereiche zu investieren. Rund 20 Milliarden davon sollen bis Jahresende in fast 1500 Projekte geflossen sein. Offizielles Ziel ist es, Frankreich wettbewerbsfähiger zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen.

dpa/AFP/tat>


Kommentar

Frankreich ist ein Land mit viel, viel Wind, in Nordfrankreich (Westwind vom Atlantik her) wie in Südfrankreich (Mistral und Chirocco). Und in Südfrankreich ist ausserdem viel Sonne zu haben. Es ist doch verantwortungslos, bei diesen Möglichkeiten in Frankreich weiter auf Atom zu setzen. Das heisst, hier ist wahrscheinlich eine riesige Korruption im Spiel. Das war es in Japan doch auch...

Michael Palomino, 27.6.2011

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n-tv
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New Mexico ("USA") 27.6.2011: Buschfeuer bedroht Atomlabor "Los Alamos"

aus: n-tv online: Komplex in New Mexico geschlossen - Atomlabor durch Feuer bedroht; 27.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Atomlabor-durch-Feuer-bedroht-article3675651.html

<Nur eineinhalb Kilometer von einem Kernforschungszentrum entfernt wüten im US-Staat New Mexico heftige Buschfeuer. Das Gelände, auf dem einst die erste Atombombe entwickelt wurde, wird geschlossen. Etliche Anwohner der Gegend werden evakuiert. In North Dakota wird derweil eine Stadt überflutet.

Ein Buschfeuer bedroht das Atomlabor Los Alamos im US-Staat New Mexico. Das abgelegene Kernforschungszentrum, in dem einst die erste Atombombe der Welt entwickelt wurde, blieb geschlossen, nachdem sich der Brand dem ausgedehnten Gelände bis auf knapp 1,5 Kilometer genähert hatte. Nur noch absolut notwendiges Personal halte sich in dem Gebäudekomplex auf, teilte das Zentrum mit. Betont wurde, dass "alles radioaktive und gefährliche Material" gesichert sei.

Die Nationalgarde wurde zur Hilfe gerufen, um das Feuer zu stoppen. Durch heftige Winde angefacht hatten sich die Flammen am Sonntag mit rasender Geschwindigkeit durch trockenes Gras und Gehölz vorwärts gefressen. Die Behörden riefen die Bewohner der nahe gelegenen Orte Los Alamos und White Rock auf, sich in Sicherheit zu bringen. Das Labor liegt rund 55 Kilometer nordwestlich von Santa Fe auf einem 93 Quadratkilometer großen Gelände.

Souris tritt über die Ufer

In der Stadt Minot in North Dakota hieß es unterdessen "Land unter": So hoch wie seit 130 Jahren nicht mehr ist dort der Fluss Souris gestiegen. Der Scheitelpunkt wurde am Wochenende erreicht, in Teilen der Stadt stand das Wasser bis zu den Dächern der Häuser. Autos trieben in den Fluten, Güterzüge waren von Wasser umgeben zum Stillstand gezwungen. Insgesamt waren rund 4000 Gebäude von Überschwemmungen betroffen, berichtete der Sender CNN. Etwa ein Drittel der 36.000 Bewohner war aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Fluten begannen mittlerweile, sich leicht zurückzuziehen.

dpa>

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20 minuten
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Japan 28.6.2011: Aktionäre protestieren scharf gegen Tepco-Führung, weil der Tsunami nicht eingeplant war - und die Tepco-Aktie ist im Nirgendwo

Nun, das gilt doch auch noch für alle anderen Kernkraftwerke an der Küste Japans! Und niemand tut etwas...

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Wütende Aktionäre heizen Tepco ein; 28.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/14746449


<Der Betreiber des japanischen Atomkraftwerks Fukushima musste sich der Kritik von 9000 Anteilseignern stellen. Die Aktionäre beklagen, dass der Tsunami nicht einkalkuliert wurde.

Sind wütend, da der Wert der Tepco-Aktie stark gefallen ist: Aktionäre auf dem Weg zur Tepco-Hauptversammlung.

Wütende Aktionäre sind dem Betreiber des Atomkraftwerks im japanischen Fukushima am Dienstag mit scharfer Kritik begegnet. Vor mehr als 9000 Anteilseignern musste sich das Management des Energiekonzerns Tepco auf der Hauptversammlung bittere Vorwürfe gefallen lassen.

Der Tsunami, der die Kühlsysteme des AKW am 11. März zerstörte, hätte einkalkuliert werden müssen, meinte ein wütender Aktionär. Die Krise sei ein «von Menschenhand gemachtes Desaster», wurde der Mann von der Agentur Kyodo zitiert.

Tepco muss Entschädigungen zahlen

«Es tut uns aufs Tiefste leid, dass wir ihnen Ärger und Sorgen bereitet haben», sagte der Präsident des Konzerns, Tsunehisa Katsumata. Auf das Unternehmen kommen gewaltige Entschädigungszahlungen zu.

Wegen der entwichenen Radioaktivität mussten Tausende von Menschen ihre Häuser und Arbeitsplätze aufgeben. Bauern und Fischer können ihre verseuchten Produkte nicht mehr absetzen. Auch andere Firmen Tepco-Aktien leiden unter der Furcht im In- und Ausland, ihre Produkte könnten verstrahlt sein.

Keine Abkehr von der Atomenergie

Ein Antrag von Aktionären scheiterte, der einen Ausstieg des Energiekonzerns aus der Atomenergie forderte. Obwohl der Antrag auch in den vergangenen Jahren gestellt worden war, gewann er diesmal mehr Unterstützung. Für eine Abkehr des Energieriesen wäre eine Zwei- Drittel-Mehrheit erforderlich gewesen.

Katsumata versprach, die andauernde Katastrophe in den Griff zu bekommen und den Konzern drastisch zu reformieren. Die Aktionäre sind zudem stinksauer, weil der Wert der Aktie in Folge der Krise nur noch ein Siebtel dessen beträgt, was das Papier vor der Katastrophe kostete.

Ende Mai hatte Tepco einen Nettoverlust in Höhe von 1,3 Billionen Yen (13 Milliarden Franken) für das am 31. März beendete Geschäftsjahr ausgewiesen. Das ist der höchste je von einem japanischen Konzern ausserhalb des Finanzsektors erlittene Fehlbetrag.

Tepco-Aktie taucht

Tepco benötige eine hohe Summe, um die Opfer des Desasters zu entschädigen und die Reaktoren zu stabilisieren, zitierte die Wirtschaftszeitung «Nikkei» den scheidenden Konzernchef Masataka Shimizu. Der Konzern stecke in einer noch nie dagewesenen Krise. Shimizu übernimmt mit seinem Rücktritt die Verantwortung dafür.

Als Nachfolger wurde der bisherige Direktor Toshio Nishizawa nominiert. Derweil gab der Kurs der Tepco-Aktie an der Börse in Tokio zwischenzeitlich nach, nachdem der Konzern ein neues System zur Kühlung der Reaktoren mit dekontaminiertem Wasser stoppen musste. Am Ende schloss das Papier unverändert bei 316 Yen.

(sda)>

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28.6.2011: <Protest der Tepco-Aktionäre: "Springt in die Reaktoren und sterbt">

aus: Spiegel online; 28.6.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,771080,00.html

<Tepco-Chefs Fujimoto, Katsumata (Mitte), Muto: "Es tut uns aufs Tiefste leid"

Bei einer Hauptversammlung heizen Aktionäre dem Tepco-Management ein. Sie verurteilen den Umgang mit der Fukushima-Krise - und fordern den Ausstieg aus der Atomenergie. Die Spitzenmanager haben Mühe, die Wogen zu glätten.

Tokio - Drei Monate hatte sich die Wut aufgestaut - nun machten Tepco-Aktionäre ihrem Ärger Luft. Auf einer Hauptversammlung mit Rekordbeteiligung heizten 9300 Anteilseigner dem Betreiber der Atomruine im japanischen Fukushima ein.

Immer wieder kam es während der Sitzung in einem Tokioer Hotel zu Zwischenrufen. "Springt in die Reaktoren und sterbt", rief ein Anteilseigner der Vorstandsriege zu. Der Tsunami, der die Kühlsysteme des AKW am 11. März zerstörte , hätte einkalkuliert werden müssen, sagte ein anderer der Nachrichtenagentur Kyodo. Die Krise sei ein "von Menschenhand gemachtes Desaster".

Andere warfen dem Konzern vor, das Ausmaß der radioaktiven Verseuchung nicht umfassend offengelegt zu haben. Zahlreiche Sicherheitskräfte standen bereit, um zu verhindern, dass Zwischenrufer die Bühne stürmen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Tsunehisa Katsumata versuchte, die Wogen zu glätten und eröffnete das Treffen mit einer Entschuldigung. "Es tut uns aufs Tiefste leid, dass wir Ihnen Ärger und Sorgen bereitet haben", sagte er. Wer die Gegend rund um das Kraftwerk Fukushima-Daiichi hatte verlassen müssen, würde zügig entschädigt, kündigte er an. Dies gelte auch für Bauernhöfe, deren Produkte wegen der Strahlenbelastung nicht mehr verkauft werden. Tepco tue außerdem sein Bestes, um die austretende Strahlung unter Kontrolle zu bringen.

Einer der Aktionäre forderte, Katsumata als Moderator der Hauptversammlung das Vertrauen zu entziehen, scheiterte jedoch. Auch ein Antrag von 402 Aktionären, die den Ausstieg des Unternehmens aus der Kernenergie forderten, wurde abgelehnt.

Die Tepco-Aktien verloren infolge des Atomunglücks 90 Prozent an Wert. Ende Mai hatte Tepco einen Nettoverlust in Höhe von 1,3 Billionen Yen (11 Milliarden Euro) für das am 31. März beendete Geschäftsjahr ausgewiesen. Zur Begleichung der Kosten plant Tepco den Verkauf von Firmeneigentum im Wert von mehr als 600 Milliarden Yen (5,2 Milliarden Euro).

sar/dpa/Reuters/dapd>

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20 minuten
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Fukushima 1 am 28.6.2011: <Alter vor Jugend: Senioren wollen Fukushima ausmisten>

aus: 20 minuten online; 28.6.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/19579262

<Japanische Rentner melden sich freiwillig für die gefährlichen Aufräumarbeiten im AKW Fukushima. Wegen ihrem hohen Alter kann ihnen die Strahlung weniger anhaben als den Jungen.

Die Aufräumarbeiten in Fukushima sind nichts für junge Leute, findet der Rentner Yasuteru Yamada und bietet sich selbst an.

Die Lage in den Blöcken 1, 2 und 3 des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi bleibt auch drei Monate nach der verheerenden Reaktorkatastrophe prekär. Über den Zustand der Reaktordruckbehälter ist nach wie vor nichts bekannt, denn die Radioaktivität ist derart hoch, dass sich kein Arbeiter in ihre Nähe traut. Die Betreiberfirma Tepco hat zunehmend Probleme, genügend Arbeitskräfte für die gefährlichen Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten zu rekrutieren. Möglicherweise werden sie schon bald auf ein Angebot zurückkommen, das sie bisher ausgeschlagen haben: Hunderte Fachleute, sofort verfügbar und zudem hoch motiviert. Zu gut um wahr zu sein? Vielleicht, denn es handelt sich ausnahmslos um Rentner

Am Anfang dieser aussergewöhnlichen Geschichte, die ganz Japan bewegt, steht der 72-jährige Yasuteru Yamada. Als er am Fernsehen die jungen Arbeiter in Fukushima sah, hatte er eine Idee: Pensionierte Ingenieure wie er und andere Fachkräfte sollen ihnen unter die Arme greifen. Zusammen mit einem Jugendfreund gründete er Anfang April das sogenannte «Korps qualifizierter Veteranen». Sie verschickten tausende E-Mails und Briefe, richteten ein Twitter-Konto ein und starteten ihren eigenen Blog, wo Gleichgesinnte in zwölf Sprachen aufgerufen werden, dem Korps beizutreten.

Rund 400 Rentner mit sehr verschiedenen Profilen haben sich bisher gemeldet. «Sie wollen einen Kranführer? Wir haben einen», sagte ein sichtlich zufriedener Yamada Ende Mai gegenüber der britischen BBC. Auch Schweisser, Rohrverleger und Zeichner seien unter den Freiwilligen - ebenso wie Sänger und Köche. Unterhaltung und Essen seien schliesslich auch wichtig.

Alte Generation in der Pflicht

Das Prädikat «Helden» lässt der rüstige Rentner nicht gelten. Der Einsatz von qualifizierten Senioren ist für ihn - ganz der Ingenieur - eine Frage der Logik: «Ich bin jetzt 72 und habe vermutlich noch 13 bis 15 Jahre zu leben», rechnete er der BBC vor. «Sogar wenn ich Strahlung ausgesetzt wäre, bräuchte der Krebs 20 bis 30 Jahre, um sich herauszubilden.» Ergo hätten die Alten eine geringeres Risiko Krebs zu bekommen als die Jungen. Diesen fehle ausserdem häufig die nötige Erfahrung, um in einer solchen Extremsituation rationale Entscheidungen treffen zu können.

Yamada fühlt sich aber noch aus einem tieferen Grund zur Arbeit in Fukushima berufen: Da seine Generation das AKW gebaut, dessen Strom genutzt und immer behauptet hatte, die Kernkraft sei sicher, sei sie jetzt in der Pflicht. «Aus dieser Generation sollte sich die erste Truppe bilden, die die Wiederherstellungsarbeiten für das Kühlsystem auf sich nimmt», schreibt er auf seinem Blog.

«Wir müssen arbeiten, aber nicht sterben»

Vergleiche mit den Kamikaze-Piloten des 2. Weltkriegs, die sich und ihre Maschinen in Selbstmordkommandos in feindliche Ziele stürzten, bringen ihn zum Lachen. «Wir sind keine Kamikaze. Die Kamikaze waren seltsam, ohne jegliches Risikomanagement. Sie waren zum Sterben verurteilt, aber wir werden zurückkommen. Wir müssen arbeiten, aber nicht sterben», sagte er einem Reporter der BBC. Dieselbe Antwort würde er wohl Goshi Hosono geben, dem Atomberater des Premierministers. Dieser hatte im Mai gesagt, die Arbeiten in Fukushima benötigten noch kein «Selbstmord-Korps».

Ob die Rentnertruppe eines Tages tatsächlich an die Arbeit gehen wird, ist noch ungewiss. Die anfänglichen Vorbehalte auf Seiten der Regierung und Tepco scheinen angesichts fehlender Alternativen langsam zu schwinden. Yamada rechnet aufgrund der grossen Sommerhitze und –feuchtigkeit ohnehin nicht mit einem Einsatz vor dem Herbst. Niemand, auch keine alten Arbeiter, sollten überstürzt handeln. «Wir werden nichts Waghalsiges oder Sinnloses machen. Wir werden nicht vergeblich arbeiten», sagte er der «New York Times». Vorbereitet ist er allemal: Er hat einen seiner alten Schutzanzüge hervorgeholt und anprobiert. Er sitzt immer noch.

(kri)>

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Spiegel
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29.6.2011: <Atomunfall von Fukusima: Schüler erforschen ihre verstrahlte Schule>

aus: Spiegel online; 29.6.2011;
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,771021,00.html

Wissenschaftsunterricht hautnah: In Fukushima ziehen Jugendliche als Strahlenmesser los - im Auftrag ihres Lehrers. Auf ihrem Schulgelände wiesen sie teils hohe Strahlungswerte nach und widerlegten damit offizielle Werte. Bis September soll jedes Kind sein eigenes Strahlen-Messgerät bekommen.

Japanische Schüler in Fukushima verlassen sich lieber auf sich selbst als auf ihre Regierung: Neun Schüler einer örtlichen High School haben als Schulprojekt die Strahlung in ihrer Umgebung gemessen, um ihre Mitschüler und die Einwohner vor radioaktiven Strahlen zu schützen.

Mitte April, nur einen Monat nach dem schweren Erdbeben, dem darauf folgenden Tsunami und der Nuklearkatastrophe in Fukushima, hatte die Bezirksregierung eigene Messungen durchgeführt und auch in Teilen des Schulgeländes erhöhte Strahlenwerte festgestellt. Allerdings blieb unklar, wer kontrolliert hat und wann kontrolliert wurde.

Den Schülern waren die Angaben zu ungenau, berichtet die japanische Zeitung "The Mainichi Daily News". Sie begannen zunächst im Mai damit über 700 Orte in ihrer Schule zu untersuchen und erstellten danach ihre eigene Strahlungskarte. So entdeckten sie beispielsweise in Senken auf dem Gelände erhöhte Strahlungswerte. Die Schule reagierte schnell und begann, die betroffenen Stellen zu dekontaminieren.

Anfang Juni weiteten die Schüler ihre Messungen aus und untersuchten gemeinsam mit ihrem Lehrer auch eine Wohnanlage in der Stadt. Sie verwendeten dafür einen Strahlenzähler und eine Webcam, die sie an einem vier Meter langen Stab befestigten. Mit selbst gesammelten Bodenproben prüften die Schüler, ob sich die Strahlungsintensität veränderte, wenn die Erde mit frischen oder salzigem Wasser gemischt, gefiltert und und getrocknet wurde.

Messgerät für alle Kinder zwischen vier und 15 Jahren

Einige Japaner kritisierten, dass die Schule in einer Art wissenschaftlichen Versuch ihre Schüler als Strahlenexperten losziehen ließ. Der verantwortliche Lehrer allerdings verteidigt die Idee: "Sie können so angemessen reagieren und Orte meiden, an denen die Strahlenbelastungen sehr hoch ist."

Zudem gehört das Engagement zum Konzept der Lehranstalt: Das japanische Bildungsministerium hat die Schule als eine sogenannten "Super Science High School" ausgewählt, die einen Schwerpunkt auf Wissenschaft legen soll. Ein Schüler sagte der japanischen Zeitung: "Wir wollen unser Wissen mit den Bewohnern teilen, indem wir eigene Studien durchführen." Zudem werden sie ihre Ergebnisse im August bei einer Konferenz der "Super Science High Schools" präsentieren.

Weil sich auch die Behörden zunehmend um ihre Schüler sorgen, sollen im September alle 4- bis 15-jährigen Einwohner Fukushimas mit Strahlenzähler, sogenannten Dosimetern, ausgestattet werden. Die Geräte waren schon zuvor an Schulen verteilt worden, allerdings nicht für jeden Schüler.

Eltern drängen unterdessen darauf, die Kinder besser zu schützen. In einer Petition forderten Eltern unlängst, den Strahlengrenzwert für Schüler deutlich zu senken. Die maximale Strahlendosis, denen Kinder in japanischen Schulen und Kindergärten ausgesetzt sein dürfen, liegt momentan bei 20 Millisievert im Jahr - in Deutschland ist das die jährliche Höchstdosis für einen Atomkraftwerksmitarbeiter. Als das Erziehungsministerium den Wert im April festgesetzt hatte, waren Experten bestürzt. In der aktuellen Petition fordern die Eltern, den Grenzwert auf einen Millisievert zu senken.

Vorerst dürfen die Schüler nicht mehr so viel draußen spielen, Schulsport findet nur noch in überdachten Hallen statt. Die Maßnahmen reichen vielen Eltern nicht und auch die versprochenen Strahlenmesser tragen wenig zur Beruhigung bei. "Die Geräte schützen die Schüler nicht vor Strahlung", sagt ein Unterstützer der Petition. "Sie messen sie nur."

fln/AP/dapd>

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20 minuten
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Schweiz 29.6.2011: Das AKW Mühleberg wird vorübergehend abgeschaltet - Nachbesserungen oder ein neuer Kernmantel?

aus: 20 minuten online: Mühleberg geht vom Netz - "Das zeigt doch, dass das AKW nicht sicher ist"; 29.6.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/15212668

<von Jessica Pfister
- Für die Gegner des AKW Mühlebergs sind die angekündigten Nachbesserungen ein Zeichen, dass die Betreiber unter Druck stehen. Die Befürworter sehen ganz andere Probleme.

Die Bernischen Kraftwerke BKW nehmen am Donnerstag das Atomkraftwerk Mühleberg vom Netz – gut fünf Wochen vor der Jahresrevision. Grund sind Bedenken, dass bei einem extremen Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte.

«Die BKW gesteht damit endlich die Sicherheitsmängel ein, die seit längerem bekannt sind», sagt Ursula Wyss, SP-Nationalrätin und Vorstandsmitglied des Komitees Mühleberg Verfahren. Ins gleiche Horn stösst die grüne Nationalrätin Franziska Teuscher: «Dieser Schritt bestätigt, dass das AKW Mühleberg ein Sicherheitsrisiko ist.» Ausserdem zeige die kurzfristig gefällte Entscheidung, dass die BKW unter Druck stehen. Für beide Politikerinnen ist klar, dass nun die endgültige Abschaltung von Mühleberg vorangetrieben werden muss. «Es kann nicht sein, dass die Sicherheit eines Kraftwerks nur gegeben ist, wenn es für Millionen von Franken nachgerüstet werden muss», so Teuscher.

«Zu viele Baustellen offen»

Jürg Joss von Fokus Anti-Atom glaubt, dass die BKW mit der eigenen Initiative nur einer von der Nuklearaufsicht Ensi provisorisch angeordneten Abschaltung zuvorkommen wollte. «Damit wollten sie signalisieren, dass sie etwas für die Sicherheit tun», so Joss gegenüber 20 Minuten Online. Der Atom-Gegner hält es allerdings für unmöglich, dass die BKW in der kurzen Zeit, alle Sicherheitsnachbesserungen ausführen kann. «Es sind schlicht zu viele Baustellen offen, um das AKW wie geplant im September wieder ans Netz zu bringen.»

Damit spricht er vor allem die Risse im Kernmantel an. Der Verein Mühleberg Ver-Fahren hat deshalb das Bundesverwaltungsgericht aufgefordert, neue Gutachten zur Beurteilung der Sicherheit einzuholen. «Die Massnahmen zur zusätzlichen Sicherung des Reaktormantels sind ungenügend», schreibt das Komitee am Donnerstag in einer Mitteilung. Und auch für die Umweltorganisation WWF ist klar, dass Mühleberg erst wieder ans Netz soll, wenn sämtliche vom ENSI in den letzten Jahren festgehaltenen Mängel behoben und Verbesserungswünsche ausgeführt sind.

«Vernünftiger Aufwand»

Für die Befürworter des AKW Mühleberg ist nun vor allem die Kostenfrage zentral: «Jetzt ist entscheidend, ob die Sicherheit mit einem vernünftigen Aufwand wiederhergestellt werden kann», sagt Werner Luginbühl, Berner BDP-Ständerat und Mitglied des Pro-Mühleberg-Komitees. Dieser Meinung ist auch FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. «In erster Linie geht es nun um die Sicherheit und zweiter Linie um die Frage, ob eine Nachrüstung wirtschaftlich noch sinnvoll ist.» Wasserfallen rechnet im schlimmsten Fall mit 80 bis 90 Millionen für die Nachbesserungen - dies jedoch ohne einen Ersatz des Kernmantels, der etwa 400 bis 500 Millionen kosten würde. «Es liegt nun an der BKW zu überlegen, ob sie diese Investitionen wirklich in Angriff nehmen will.»>

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20
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Schweiz 29.6.2011: Die AKW-Ruine Mühleberg muss eine sicherere Zuleitung für das Kühlwasser haben - wegen Änderung des Hochwasser-Szenarios der Aare

aus: 20 minuten online: AKW abgeschaltet: BKW investieren zehn Millionen in Mühleberg; 29.6.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/28861952

<Wegen Sicherheitsbedenken wird das AKW Mühleberg fünf Wochen vor der ordentlichen Jahresrevision abgeschaltet. Für bauliche Massnahmen investieren die BKW 10 Millionen Franken. Im September soll das AKW wieder ans Netz.

Das AKW Mühleberg wird am Donnerstag für Sicherheitsnachbesserungen abgeschaltet. Grund sind Bedenken, dass bei einem extremen Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte. «Geschiebe in der Aare könnte die Kühlwasserzufuhr beschränken», sagte Hermann Ineichen, Leiter Energie Schweiz, an einer Medienkonferenz der BKW.

Deshalb wird das Atomkraftwerk damit fünf Wochen vor Beginn der ordentlichen Jahresrevision vom Netz genommen. Und einen Tag bevor, die BKW der Ensi einen Sicherheitsbericht übergeben hätte müssen. «Ob wir etwas zu früh gekommen sind, weiss ich nicht», sagte der BKW-Chef Kurt Rohrbach. Man werde das Kraftwerk am Mittwochabend aufgrund der eigenen Sicherheitsstandarts herunterfahren.

Grosse Investitionen

Mit dem Entscheid, das AKW Mühleberg länger als geplant vom Netz zu nehmen, untermauert der bernische Stromkonzern BKW nach eigenen Angaben seine Philosophie des «Safety First».

Der Versorgungsauftrag rücke in den Hintergrund, sobald neue Erkenntnisse zu Sicherheitsaspekten vorlägen, sagte BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach am Mittwoch vor den Medien in Bern. Der Entscheid, Mühleberg fünf Wochen früher als geplant vom Netz zu nehmen, «entspricht unserem Selbstverständnis».

In die baulichen Massnahmen investiere die BKW in den nächsten Wochen rund 10 Millionen Franken. Durch den verlängerten Produktionsunterbruch gebe es zudem wirtschaftliche Einbussen von rund 20 Millionen Franken. Dies belaste das Jahresergebnis.

Verstopfung des Einlaufbauwerks möglich

Neue Erkenntnisse im Bereich der auf Extremsituationen ausgelegten Hochwasserszenarien hätten ergeben, dass bei bestimmten Ausnahmesituationen eine «Verstopfung des Einlaufbauwerks des SUSAN- Notstandsgebäudes durch das in der Aare erwartete Geschiebe» nicht ausgeschlossen werden könne, schreibt die BKW.

Deshalb will die BKW eine «verstopfungssichere Wasserversorgung des SUSAN nach Eintreten eines Extremereignisses» gewährleisten. Ausserdem werde die Hochwassersicherheit des bestehenden Pumpenhauses verbessert.

Früher als geplant abgeschaltet

Am 30. Juni 2011 wollen die Bernischen Kraftwerke «wie geplant den verlangten Nachweis für die Bewältigung eines 10 000 jährlichen Hochwassers erbringen». Der Nachweis basiere auf dem bestehenden Hilfskühlwassersystem und betrieblichen Massnahmen.

Um diese Massnahmen bis zum planmässigen Anfahren des AKW Mühleberg nach der bevorstehenden ordentlichen Jahresrevision verwirklichen zu können, muss die BKW das Atomkraftwerk bereits am Donnerstag vom Netz nehmen.

Das Kernkraftwerk wäre in fünf Wochen wegen der Jahresrevision sowieso abgeschaltet worden. Geplant ist, das Kraftwerk nach der ordentlichen Revision im September wieder ans Netz zu bringen.

(am/mar/sda)>

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n-tv
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Fukushima 1 am 30.6.2011: Laborergebnisse zeigen Cäsium 134 und Cäsium 137 in Urinproben - Forderung nach mehr Evakuierungszonen

aus: n-tv online: Experten fordern niedrigere Grenzwerte - Evakuierungszone erweitert; 30.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Evakuierungszone-erweitert-article3706251.html

<Nach dem Atomunfall in Japan richten die Behörden weitere Evakuierungszonen ein. Insgesamt sind 113 Haushalte betroffen. Derweil weisen Experten erhöhte Strahlenwerte in Urin von Kindern nach. Sie fordern, die Grenzwerte zur Einrichtung von Sperrzonen abzusenken.

In der Nähe des havarierten japanischen Atomkraftwerkes Fukushima sind wegen erhöhter Radioaktivität vier weitere Evakuierungszonen eingerichtet worden. Die Entscheidung betreffe 113 Haushalte in der Stadt Date rund 60 Kilometer nordwestlich des Atomkraftwerkes, teilten die Behörden mit.

Familien, die dem Evakuierungsaufruf nachkommen, sollen demnach eine finanzielle Unterstützung erhalten. In den Bezirken Ryozenmachi, Kamioguni, Shimooguni und Tsukidatemachi überstieg die radioaktive Strahlung den von der Regierung festgelegten Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr. In einem Umkreis von 30 Kilometern rund um das Kraftwerk Fukushima mussten bereits mehr als 85.000 Einwohner ihre Wohnungen auf unbestimmte Zeit verlassen. Sie wurden in Notunterkünften untergebracht.

Eine japanische Bürgerorganisation und die französische Organisation zur Kontrolle der Radioaktivität im Westen (ACRO) stellten derweil die Untersuchungsergebnisse aus Urinproben von zehn Kinder vor, die in der Stadt Fukushima leben, 62 Kilometer vom AKW entfernt.

In allen Proben der Kinder zwischen sechs und 16 Jahren, die im Mai genommen wurden, fanden sich demnach kleine Mengen der radioaktiven Substanzen Cäsium 134 und Cäsium 137. Das Ergebnis der Untersuchungen spreche dafür, dass der von der Regierung festgelegte Strahlungsgrenzwert zur Festlegung der Evakuierungszonen zu groß sei, erklärte ACRO.

AFP>

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Spiegel
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30.6.2011: <Schottland: Quallen legen Atomkraftwerk lahm> - wenn das AKW Torness am Meer liegt...

aus: Spiegel online; 30.6.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,771668,00.html

<Panne in einem schottischen Kernkraftwerk: Quallen haben das AKW Torness an der Nordseeküste Schottlands lahmgelegt. Die Tiere verstopften das Kühlsystem des Kraftwerks.

London - Die beiden Reaktoren des Atomkraftwerkes Torness an der schottischen Nordseeküste sind abgeschaltet worden, weil wegen einer Quallen-Invasion Schäden am Kühlsystem drohten. Die Reaktoren des Kraftwerks Torness seien am Dienstagnachmittag zeitweise abgeschaltet worden, teilte der Betreiber EDF Energy am Donnerstag mit. Das Kraftwerk nutzt Meerwasser, um seine Dampfsysteme zu kühlen.

Jedoch sei "zu keinem Zeitpunkt" eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgegangen. Auch auf die Umwelt habe sich der Vorfall nicht ausgewirkt. Die Reinigung der Filter der Kühlanlage sei am Donnerstag fortgesetzt worden, nachdem zahlreiche Qualen aus dem Meer hineingeraten seien. Die erhöhten Temperaturen in der Nordsee in den vergangenen Wochen könnten die Ursache der Quallenplage sein. Die Tiere hätten die Filter der AKW-Kühlung verstopft, erklärte der Kraftwerksbetreiber EDF Energy am Donnerstag.

Es sei "nicht selten", dass Quallen, Algen oder andere Objekte im aus dem Meer gepumpten Kühlwasser das Kühlsystem von Atomkraftwerken zu schädigen drohten, hieß es in der Unternehmensmitteilung. Anfang Juni mussten Techniker des EDF-Energy-Atomkraftwerks in Hinkley Point eine Robbe aus dem Kühlsystem holen, die dort Fische gejagt hatte. Das Tier wurde an einem nahe gelegenen Strand ausgesetzt, der Betrieb des Akw im Südwesten Englands wurde nach Unternehmensangaben durch den Vorfall nicht beeinträchtigt.

boj/AFP/dapd>

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n-tv
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2.7.2011: <Atom: Explosion in französischem Atomkraftwerk Tricastin> - es war ein Transformator

aus: n-tv online; 2.7.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Explosion-in-franzoesischem-Atomkraftwerk-Tricastin-article3722761.html

<Paris (dpa) - Im südfranzösischen Atomkraftwerk Tricastin ist es nach französischen Medienangaben zu einer Explosion gekommen. Ein Feuer sei ausgebrochen, das inzwischen aber unter Kontrolle gebracht werden konnte, hieß es auf der Website der Zeitung «Dauphiné Libéré». Menschen seien nicht verletzt worden. Die Explosion soll sich in einem Transformator außerhalb der Nuklearzone ereignet haben.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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Fotoquellen
[1] Atomhase ohne Ohren: http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/10693999

[2] Kalkar, Kühlturm als Kletterwand: http://www.n-tv.de/reise/Wunderland-Kalkar-strahlenfrei-article3526221.html


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