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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

18. Der Macho und die leidenden Frauen

Eine Analyse des Macho-Verhaltens Ende des 20. Jahrhunderts

von Michael Palomino (2002 / 2010)

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Bei genauem Hinsehen sind in der deutschen Sprache, in Geographienamen und in der Symbolik des deutschen Sprachraums männliche Identitäten feststellbar, die nur mit Übung vermeidbar sind. Der Feminismus hat sich bis heute leider kaum damit beschäftigt, in den folgenden vielen Fällen auf Änderungen im Sinn einer ganzheitlichen Welt von Geben und Nehmen zu drängen.


Der männliche Krieg

Der Mann führt bis heute Kriege und zerstört dabei die Infrastrukturen der Gesellschaft. Kriegsbeute waren bis ca. 1850 in Mitteleuropa die Hühner, die Schweine und die Frauen. Die Vergewaltigung von Frauen in Kriegen erlebte in Europa in den 1990er Jahren auf dem Balkan einen neuen, traurigen Höhepunkt. Gewalt in familiären Beziehungen ist heute noch Alltag. Woher diese Impulse kommen und wie diese Impulse gepflegt werden, kann dieser Artikel etwas aufzeigen. Das Problem ist z.B. nicht damit gelöst, dass Frauen dasselbe wie die Männer arbeiten oder dieselben sportlichen Leistungen wie eine Mount-Everest-Besteigung vollbringen.

(Zeitungsbericht: Zilkha, Jon: British woman climbs Everest solo. Mother-of-two is first female mountaineer to scale peak without oxygen or sherpas; In: The Guardian, 15.5.1995, S.2)

Das Problem liegt tiefer, und viel mehr muss sich in der Gesellschaften ändern, um die Ganzheitlichkeit und die Rechte für Mann und Frau durchzusetzen.


Die Machos feiern sich selbst: "Who is who"

Jedes Jahr erscheint das Buch "Who is who". Auch in Zürich erschien 1997 ein regionales "Who is who". Darin beschrieben sind 590 Männer und 130 Frauen. Das Verhältnis steht 4,5 : 1, d.h. Frauen machen weniger als 20 % der "Who is who"-Personen aus.

(Quelle: Who is who in Zürich 1997. Sonderausgabe zum 15-jährigen Jubiläum. Verlag ZüriWoche 1997)

Zahlenmässig hat der Mann die Welt somit weiter im Griff, was nicht verwunderlich ist, wenn die Strukturen der Arbeitswelt auf die kinderlose Männerwelt zugeschnitten sind.


Die Welt der Männersymbolik

In der MIGROS, die grösste Lebensmittelkette in der Schweiz, wird z.B. ein "Schlossbrot" angeboten. Wieso ein Brot aber mit Rittertum und mittelalterlichen bis neuzeitlichen Kriegen in Zusammenhang gebracht werden sollte, kann dem Konsumenten nur schleierhaft erscheinen. Die Bezeichnung soll wohl  im Unterbewusstsein das Ego des Konsumenten bzw. der Konsumentin stärken.

Die Brunnenfiguren, wo das Wasser aus dem Penis kleiner Jungen spritzt, ist eine weitere, mit Hintergedanken besetzte männliche Symbolik. Die vordergründige Lachhaftigkeit verbirgt eine Arroganz für Probleme des weiblichen Geschlechts, die stärker nicht sein könnte. Solche Brunnenfiguren werden inzwischen auch in der normalen Werbung eingesetzt.

(Kleiner Mann ganz gross. Halber ½ Preis, Electronics & Future, MIGROSFoto; In: Tages-Anzeiger- Magazin 18/1997, S.45)

Noch extremere Männersymbolik ist z.B. der reitende römische Gott Bacchus, der seinen "Pauken"-Bauch auf dem Panzer einer mühsam kriechenden Schildkröte präsentiert.

(Zeitungsbericht: Hooper, John: Italy's new hands-off approach. John Hooper finds the chaps of Salerno cleaning up their act for female tourists; In: The Gardian, 8.7.1995, S.29)


In der Symbolik der Stadt- und Kantonswappen der Schweiz sind innerhalb der Briefköpfe der Verwaltungen immer wieder die Umrahmung der Wappen mit je einem Löwen links und rechts zu finden.

Inserat der Finanzdirektion des Kantons Zug: einen Direktionssekretär bzw. eine Direktionssekretärin; In: Alpha. Der Kadermarkt der Schweiz, S.18; In: Tages-Anzeiger, 31.5./1.6.1997

Oft leisten sich die Verwaltungen auch noch Burgzinnen über dem Wappen in Form einer Krone,

Inserat der Einwohnergemeinde Zug: Dipl. Sozialarbeiter/in, 100 %; In: Tages-Anzeiger, 19.6.1997, S.41;

-- auch: Briefkopf des Friedensrichteramts der Stadt Zürich, Schreiben vom 6.12.1999 beim Autor

-- oder: täglicher Kopf des Tages-Anzeiger S.1: Wappen mit Lorbeerblatt und Zinnenkrone.



oder direkt eine Krone ohne grosse Andeutungen. Zürichs Kantonswappen wird zuweilen auch von nur einem Löwen gehalten.

Inserat der Gemeinde Regensdorf, Kt.Zürich: Leiter/in für die Kolonie Ringwil; In: Alpha. Der Kadermarkt der Schweiz, S.12; In: Tages-Anzeiger, 31.5./1.6.1997

-- auch: Inserat des Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit des Kantons Zürich (KIGA): RAv-Koordinatorin Personal. In: Der Kadermarkt der Schweiz, S.9; In: Tages-Anzeiger, 31.5./1.6.1997

-- auch: Briefkopf der Fremdenpolizei, Schreiben vom 27.4.1999 beim Autor

-- auch: Briefkopf der Bezirksanwaltschaft Zürich, Schreiben vom 3.6.1999 beim Autor

-- auch: Briefkopf der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Schreiben vom 7.10.1999 beim Autor



Als ganzheitlich denkender Mensch fragt man sich, wo denn da die Löwin geblieben ist, die schliesslich alles Fressen für die Jungen jagen muss. Hier sollte etwas entscheidendes korrigiert werden. Die veraltete, darwinistische Vorstellung vom Löwen als "König der Tiere" scheint sich nur langsam revolutioniert zu werden. Immerhin hat die Kantonspolizei Zürich keine Tiere mehr in ihrem Wappen. Das Zürcher Bier "Löwenbräu" hat nicht nur den Löwen auf der Bierflasche, sondern oft auch den fahnenschwingenden Löwen auf dem Bierdeckel.

(Bierdeckel/Bierflaschenuntersatz: Löwenbräu Zürich, mit rotem Löwen und schwarzer Fahne).

Die Zürcher Gerichte aber treiben es mit zwei Löwen, die das Wappen halten und je einen Säbel tragen, auf die Spitze.

(Schreiben des Bezirksgerichts Meilen 12.2.1999 beim Autor; Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 3.11.1999 beim Autor)

Den Vogel abgeschossen hat aber die Universität Zürich, die 1998 eine Kampagne für Raucherzonen lancierte. Die Plakate im A3-Format waren auf der oberen Hälfte mit einem Wappen mit der Schrift "Uni" geschmückt, gehalten von zwei Löwen. Auf das Wappen war eine Kaiserkrone gesetzt. Da soll der nichtsahnende Student also wirklich unterbewusst wissen, in welchem Gebäude er sich an der Universität des Bankgeheimnis-Weltzentrums Zürich befindet: im Kaisersaal. Eine schlimmere Arroganz der Machtsymbolik ist nicht mehr vorstellbar.

(Plakat der Universität Zürich: Uni. Extra Light. 0,0 mg Nikotin, 0,0 mmg Teer. Rauchen Sie bitte in den Universitätsgebäuden nur noch in den dafür reservierten Bereichen. Rektorat der Universität Zürich).

Andere Beobachter tun diese Symbolik als Nichtigkeit ab. Das ist es aber nicht, denn Bilder und Wappen verändern die Strukturen im Unterbewusstsein. Mit ganzheitlichen Vorschriften zur Wappenpräsentation in Briefköpfen wäre eine wichtige Änderung in der Gesellschaft vollzogen zur Verminderung der männlichen Macht und Gewalt und zur Zulassung des ganzheitlichen Gedankengutes.

Mehrfach kommt in der Schweiz z.B. ein Stier im Wappen vor, nicht nur im Wappen des Kanton Uri, sondern auch im Wappen der Gemeinde Urdorf.

(Inserat der Gemeinde Urdorf: "Rechnungsführer(in)/Finanzsekretär-Stv."; In: Alpha. Der Kadermarkt der Schweiz. 12./13.7.1997, S.14)

Eine Kuh, die zum Ur passen würde, habe ich aber bisher vergeblich gesucht.


Männer bekämpfen Weiblichkeit

Die weiblichen Brüste kommen zuweilen in Kirchen immer noch unter den "Hammer" bzw. unter den "Meissel", z.B. in der Kathedrale des "christlichen" Wallfahrtsortes Santiago de Compostela, wo der dortige Bischof der weiblichen Wallfahrtsfigur Königin Esther bei Renovationsarbeiten die Brüste abhacken liess, um die Idee des Bildhauers, wie Prophet Daniel die Brüste der Esther anstarrt und diese vor himmlischem Bewunderungsgefühl rote Wangen bekommt, zu durchkreuzen.

(Zeitungsbericht: Scheidegger, Esther: Der sündige Busen; In: Tages-Anzeiger 3./4.5.1997, S.55)

Man hätte auch einfach dem Daniel den Kopf woanders hin drehen können...

Gegen frauenfeindliche Handlungen nützt die Entschuldigung des Papstes gegenüber allen Frauen der Welt scheinbar nichts, die Marginalisierung und Diskriminierung der Frauen in der Kirche bis in den Juli 1995 geduldet zu haben.

(Zeitungsbericht: Buntin, Madeleine: Pope says sorry to all women; In: The Guardian, 11.7.1995, S.6)

Die neueste Auseinandersetzungen um Bischöfinnen seit Frühling 2002 wird in diesem Sinn zur Lachnummer über den zitternden Männergreis-Papst als Oberhaupt des Männer-Greisenheims Vatikan.


Die männliche Dominanz in geographischen Ortsnamen

Die "Wissenschaft" hat es bis heute nicht fertig gebracht, die männliche Dominanz in Ortsnamen zu eliminieren. In den Namen herrschen Kirche, Krieg, militärische Ausrüstung, Reichtum, Adel, Schlösser, Burgen, Fürsten, Grafen, Kaiser, Grale, Herzoge, Könige, das Geld und das Gold. Auch die "christlichen" Kreuze, die "christlichen"  "Heiligen", der Teufel und  das männlich definierte Paradies sind in den schweizerischen Ortsnamen vorhanden mit 853 Namen. Weibliche Namen, Tiere, Berufe und weibliche "Heilige" kommen auf 97 Namen, womit sich ein Verhältnis von 8,8 zu 1,2 ergibt. Extremste Vertreter der männlichen Kriegswirtschaft in schweizerischen Ortsnamen sind Adelboden, Affoltern, Kriegstetten, Altenklingen, Butte (französisch: Schiessstand), Dreispitz, Fluchthorn, Heerbrugg, Seegräben, Staffeln, mehr als zehn Châtels (französisch: Schloss), mehrere Castel/Castellos (italienisch: Festung), haufenweise Champs/Campos (französisch/italienisch: Exerzierfelder), haufenweise Burgen, Fürstenau, Kaiseraugst, Kaiserstuhl gleich dreimal, Grafenort, Herzogenbuchsee, Kronberg, Kronbühl, Königsfelden, Reichenbach, Goldach, Goldau etc. 

Männer repräsentieren sich in den Namen Herrenhof, Herrliberg, Männedorf, Männlichen, Etzel (Bezeichnung des Hunnenkönigs Attilla), Etzelwil, Mönchaltorf, Mönch, Pfaffenried, Pfaffhausen, Pfaffnau, Abtwil etc. Männlich assoziierte Tiere kommen vor in Form von Bärau, Hengst, Hirschensprung, Hirschhorn, Monte Leone, Leuenfall, Löwenburg, Ochsenhorn, Rüediswil, Schwanau, Urdorf, Wolfenschiessen, Wolfgangpass, Wolfwil etc.  Männernamen wie in San Bernardino, San Carlo, Klausenpass oder Pilatus, Luthern, Dufourspitze oder Tellskapelle sind über 100 in der schweizer Geographie zu finden. Männlich assoziierte Gegenstände wie in Hornbach, Rohr, Schnebelhorn, Hauptwil, Hosenruck, Riemenstalden etc. sind auch nicht selten. Frauennamen sind nur selten zu finden, so z.B. Mariaberg, Martina, Astrid-Kapelle, St.Margrethen, Santa Maria, Drei Schwestern, Fraubrunnen, Frauenfeld, Jungfrau, Madonna di Ponte etc. Weiblich assoziierte Tiere sind z.B. Pizzo Gallina, Gänsbrunnen, Gansingen, Geissfluh, Hühnerkopf, Katzensee, Kühmad, Kühnihorn, Schafisheim, Realp etc. Als Magd oder Zofe kommt die Frau in Magden, Magdenau oder Zofingen vor. 

Die Dominanz der männlichen Arroganz ist auch in Stadtplänen herauslesbar. Die Umbenennung von Schanzengassen, Kanonengassen oder Kasernenstrassen wird aber leider noch einige feminine Energie und Einsicht bei den männlich Herrschenden benötigen. In Zürich halten die Eugenik-Rassisten August Forel und Bleuler sogar bis heute Strassennamen besetzt. Die Menschenrechte bleiben dort also weiter auf der Strecke. In anderen Ländern dürften die Zustände ähnlich sein, z.B. in Deutschland, wo jede grössere Stadt eine Kaiserstrasse bzw. Kaiserplatz hat, oder Frankreich mit seinen Napoleon-Strassen etc.


Männer-Kriegssymbolik

Das basisgebende Kriegssymbol der "neutralen" Schweiz ist die Armbrust als Symbol zur Kennzeichnung schweizerischer Produkte mit der Schrift "Swiss Made".

(Zeitungsbericht: Sonderegger, Alfons: Für Uhren ist "Swiss made" entscheidend. grosse, zentrale Abbildung des Symbols der Armbrust in der Mitte des Artikels; In: Tages-Anzeiger 9.1.1998, S.25)

Diese weisse Armbrust auf rotem Grund als quasi zweite schweizer Fahne hat einende Wirkung auf  die schweizer Industriellen neben dem Militär auch im Betrieb. Dass es bei Wilhelm Tell und seiner Armbrust um eine Erfindung handelt, die in Realität nie stattgefunden hat, wurde während den Jubiläumsfeiern "Diamant" zum 50-Jahre-Jubiläum des Endes des "Zweiten Weltkriegs" offiziell diskutiert. Ein Abriss der überflüssigen Wilhelm-Tell-Denkmäler z.B. in Altdorf (Kanton Uri) und das Einstampfen der Wilhelm-Tell- Theaterschriften sowie die Ersetzung dieses sinnlosen Schulstoffs durch sinnvollere, ganzheitliche Inhalte, hat bis heute jedoch nicht stattgefunden.

(Auskünfte über die gefälschte schweizer Geschichte u.a.: Niederhäuser, Peter; Historiker, Dozent Universität Zürich, Winterthur, Schweiz)

Die Kriegssymbolik und damit die Etablierung der männlichen Macht gegenüber femininen Ideen treiben manche Militär-Kasernen in der "neutralen" Schweiz auf die Spitze. Die "neutrale" Schweiz hat diesbezüglich eklatante Beispiele wie die Kaserne in Aarau, auf deren Dach gleich zwei Kanonen stehen, oder Kriegsdenkmäler wie vor dem Hauptbahnhof Aarau oder die Kanone an der Herzogstrasse im Oberaargauischen schweizerischen Langenthal. Der männliche Stolz auf die Herrschaft, die Frauen vor anderen raubenden Männern geschützt zu haben, ist bis heute ungebrochen. An der Symbolik wird trotz Frauenbewegung, Gründung der EU und Zusammenbruch der kommunistischen Staaten bis heute nichts verändert, obwohl genau dies die Voraussetzung für viele vom Militär dressierte Männer wäre, dass ihre Gehirne für gewaltfreie Lösungen empfänglich würden.

Die Kriegssymbolik wie das Tragen einer Uniform hat in Staaten wie England oder Japan bis heute "Tradition". Die Uniformierung der Kinder - vordergründig mit der "Gleichstellung" begründet - ist eine Beraubung der Entwicklung der Individualität des Kindes, um das Versagen der sozialen Arbeit in der Gesellschaft zu kaschieren.

Eine unmögliche, aber auf den zweiten Blick realistische Kombination, der englischen Königin Elisabeth in stehender Stellung im Mantel ein Maschinengewehr in die Hand zu drücken, wagt eine fast ganzseitige Macho-Werbung des Tages-Anzeigers für ein verlagseigenes Karikaturenbuch "Nico". Dieses "Jahrbuch von Nico ist zum Schiessen komisch" behauptet die TA-Werbung. Rund um die Königin liegen etwa 25-30 Patronenhülsen.

(Inserat: Das Jahrbuch von Nico ist zum Schiessen komisch. Sogar für die, die darin karikiert werden; In: Tages-Anzeiger 22.12.1997, S.19)

Die Hintergründe dieser Werbung sind somit alles andere als "komisch". Wieviele Leiden die englische Kolonialmacht mit solchen Waffen in der Welt bis zur Vernichtung ganzer Kulturen angerichtet hat, kann nicht genug betont werden. Die Verdrängung findet mit solcher Manipulation weiter statt.

Ein weiteres, das Unterbewusstsein prägende, Kriegssymbol ist die Marschmusik. Noch Mitte des 19. Jh. mussten Marschkapellen vor den Heeren bis zu den Schlachtfeldern marschieren, um den beteiligten Soldaten die Gedanken an Leben und Tod zu betäuben. Jeder Marsch endete somit in Tod oder schwerer Verletzung und Leid für die Familien, die eventuell vaterlos blieben. Der Sarkasmus, dass Komponisten sich sogar dafür hergeben, Märsche im nationalen Sinn zu komponieren, die von ganzen Volksmengen auf Umzügen oder von den oberen 10.000 in Konzerten mit "Abendgarderobe" auch noch beklatscht werden, ist eine unschlagbare Perversität. Hier wird die Verdrängung der Folgen von Krieg und Gewalt auf höchster Ebene bis heute zementiert.


Kriegerische europäische Journalistensprache

Schlimm findet man jeweils die Journalistensprache, wenn diese innerhalb von sozialen Konflikten z.B. von "Kriegsbeil" spricht.

(Zeitungsbericht: Sopinski, Esther: Kriegsbeil begraben; In: Tagblatt der Stadt Zürich, 13.5.1998, S.13)

Weitere solche Ausdrücke sind z.B. "Kreuzfeuer".

(Zeitungsbericht: Sigi Widmers Meinungen im Kreuzfeuer; In: Züri-Woche, 5.6.1997, S.9)


Machos in Familien

Die Gewaltsituation durch Männer in Familien scheint sich seit den Feststellungen von Dr.Bircher-Benner nicht gross geändert, sondern nur verschoben zu haben. In buddhistischen Kulturen wird der Mord an Töchtern z.T. als "Brandunfall" kaschiert, weil Väter nicht fähig sind, die Mitgift zu zahlen. "Nur ein Teil der Täter kommt vor Gericht". Bis zur Einführung eines neuen Paragraphen war es in Bangladesch "üblich, Frauen Säure ins Gesicht zu schütten, um sie zu verunstalten". Mord an der Gattin ist in "gewissen Ländern des Mittleren Ostens und Lateinamerikas" oft ein Kavaliersdelikt, wenn es sich um eine "untreue, ungehorsame oder 'starrköpfige' Gattin" gehandelt hat. Die "verletzte Ehre" zählt mehr als das Leben einer Frau, und der Mann wird freigesprochen. In den "USA" werden Frauen mehr und mehr Opfer der Gewalt. "Statistisch wird dort alle neun Sekunden eine Frau brutal von ihrem Partner misshandelt."

(Zeitungsbericht: Simonitsch, Pierre: Alltäglicher Horror. Wie Frauen Opfer von Gewalt werden. In: Tages-Anzeiger, 23.7.1997, S.12)


Real zeigt es sich, dass natürlich nur die Gewaltdelikte in der Presse auftauchen, dass aber die Bereitschaft zu tödlicher Gewalt auch in der Schweiz Alltag ist. Ein Auszug der Frau aus der ehelichen Wohnung mit Abholung von "Einrichtungsgegenständen" wird vom Ehemann mit Schüssen aus einer Schrotflinte quittiert. Eine entnervte Mutter erschiesst in Bern ihre Tochter, oder ein geschiedener Ehemann dringt ins St.Galler Frauenhaus ein, sticht auf seine Ex-Frau ein und verletzt sie schwer, so dass sie für immer gelähmt bleibt.

(Zeitungsbericht: (SDA/TA): Gewalt der Hilflosigkeit. Wenn es in Beziehungen explodiert; In: Tages-Anzeiger 31.5./1.6.1997, S.12)

Wir müssen nicht nur hoffen, dass die Gewalt abnimmt, sondern die Gesellschaft muss ihre Verdrängung von Gewalt aufgeben und mindestens ab dem Jugendalter regelmässig Diskussionen über gewaltfreie Lösungswege von Problemen veranstalten, in allen Regionen der Welt, in christlichen wie in buddhistischen, jüdischen, muslimischen und anderen Staaten.

Männer verhindern den Umbau der Gesellschaftsstrukturen oft mit der Behauptung, dass ein bestimmter Bereich der Gesellschaft nur "Frauensache" sei, v.a. die Empfängnisverhütung, die in Ländern, wo die Pille verboten ist, kaum möglich ist. 1/3 aller Geburten sind von den Frauen aus keine gewollten Niederkünfte. Das Macho-Patriarchat der "Entwicklungsländer" verhindert eine geregelte Familienplanung.

(Zeitungsbericht: Waldner, Rosmarie: Frauensache! Wirklich Frauensache? Das Patriarchat behindert die Familienplanung; In: Tages-Anzeiger 31.5./1.6.1997, S.2)


Vergewaltigung und dann heiraten

"In 12 lateinamerikanischen Ländern kann ein Vergewaltiger freigelassen werden, wenn er vorschlägt, sein Opfer zu heiraten und die betroffene Frau damit einverstanden ist." Die Erpressungssituation, dass die Frau mit anderen Massnahmen des Täters zu rechnen hätte, wenn sie nicht einwilligt, ist offensichtlich. Unicef stellte fest, dass die betroffenen Familien die Opfer jeweils unter Druck setzen, um damit die "Familienehre" wieder herzustellen. In Costa Rica muss das Opfer nicht einmal zustimmen, und schon kommt der Vergewaltiger frei.

(Zeitungsbericht: Simonitsch, Pierre: Alltäglicher Horror. Wie Frauen Opfer von Gewalt werden. In: Tages-Anzeiger, 23.7.1997, S.12)


Insgesamt kannten 1997 erst 27 Staaten ein Gesetz zur Ahndung von sexuellen Übergriffen gegen Frauen, und erst 17 Staaten die Bestrafung von Vergewaltigung in der Ehe.

(Zeitungsbericht: Bürgin, Hanspeter: Die Rechte der Frau - wo bleiben sie? In: Tages-Anzeiger, 23.7.1997, S.1; Auf derselben Seite ist aber das Kantonswappen mit dem Siegessymbol Lorbeerblatt und der männlichen Zinnenkrone abgedruckt).


Schlagen wird in Zürich salonfähig

Die Abgebrühtheit der männlich bestimmten Presse in der Schweiz drückt sich z. B. in der Verherrlichung von Boxkämpfen aus. Es sei ein Fortschritt, dass, wenn die Menschen nicht mehr in die Box-Clubs kommen, diese mit aufbaubaren Bühnen in verschiedenen Zürcher Parks ihre Schläger-Spektakel abhalten, so der Kommentar unter dem fast halbseitigen Foto, das zwei Boxer und einen Ringrichter mit Bäumen drum herum zeigt. Der Titel des Artikels verherrlicht Boxen als "Frühsommerliche Boxromantik im Altstadtring". Perverser kann Gewalt nicht mehr verherrlicht und gewaltfreie Lösungen gesellschaftlicher Probleme verdrängt  werden.

(Zeitungsbericht: (has): Vier Fäuste für einen Rosenhof. Frühsommerliche Boxromantik im Altstadtring; In: Tages-Anzeiger 31.5./1.6.1997, S.15)


Leidende Frauen in Afrika

Ein "Entwicklungsland", dessen Reichtum von der Oberschicht verwaltet wird und deren Geld auf Konten von Bankgeheimnisstaaten wie der Schweiz verwaltet wird, so dass der Bevölkerung so wenig wie möglich zugute kommt, hat kaum asphaltierte Strassen und Schienenwege. Die Ärztedichte und Spitaldichte ist so dünn, dass es zuweilen Tage braucht, um den nächsten Arzt zu erreichen. Die AIDS-Epidemie macht alles nur noch schlimmer.


Fisteln als Indikator der Männerherrschaft in Afrika

In Afrika ist die Blasen-Scheiden-Fistel sehr verbreitet. Wird eine Geburt dadurch erschwert, so hilft in der "zivilisierten" Welt seit dem 20. Jahrhundert ein Kaiserschnitt. In afrikanischen und armen asiatischen Ländern wie auch auf Haiti aber ist es nach Erkennen der Schwierigkeiten oft zu spät und die Frau stirbt samt dem Baby. Überlebt die Frau, so trägt sie z.T. lebenslängliche Schäden davon, z.B. durch die Verletzung des Perineums-Nerv, so dass die Frau ein Leben lang humpeln muss. Die Frau bleibt zusätzlich inkontinent. Die Operationen für solche Fälle, die Wiederherstellung der verletzten Harnröhrenwand durch die "subkutane Verwendung eines Muskels aus der Schenkelinnenseite", hat bei erfahrenen Chirurgen eine Erfolgsquote von über 80 %. Kann nicht operiert werden, so treibt das Leiden die Frauen in den Selbstmord. Der Norden Nigerias ist mit 200.000 Fällen einer der Brennpunkte für diese Vorkommnisse, wo jede fünfundzwanzigste Frau (4 %) an einer Geburt stirbt.

15 bis 20mal so viele Frauen erleiden durch Geburten unterschiedliche Behinderungen, also 60-80 %. Der Grund: Das Erdölgeschäft Nigerias boomt, aber das in den 1970-er und 1980-er Jahren aufgebaute Gesundheitssystem ist inzwischen dem Verfall preisgegeben. Religiöse Überzeugungen lassen Frauen in Nigeria z.T. im Glauben, nicht im Spital entbinden zu dürfen, wie z. B. "christliche" Sekten, die die Hochschwangeren auch noch zum Fasten anhalten, weil "Gott" in der Kirche und nicht im Spital sei. Männer in Nigeria tun ihr Übriges, um der schwangeren Frau bei Geburtsschwierigkeiten nicht zu helfen. So werden Fahrten ins Spital verweigert, oder der Mann verweigert der Frau die Blutspende. Kriege, die Männer untereinander führen, zerstören z. T. die ohnehin schwache Infrastruktur, so dass die medizinische Versorgung jeweils ganz zusammenbricht, woraufhin die Fisteln noch mehr zunehmen.

(Zeitungsbericht: Stolz, Joëlle, und Faure, Philippe: Das verborgene Leiden der afrikanischen Frauen; In: Le monde diplomatique S.4-5; In: Die Wochenzeitung, Juli 1997)


Schweizer Macho-Polizei und Macho-Justiz vollziehen illegale Ausweisungen

Die Männer von Kantonspolizei und Fremdenpolizei bzw. des Bundesamts für Ausländerfragen sind sehr schnell, wenn Ausländer "abgeschoben" werden sollen. Diesen ausländerfeindlichen Justizvollzugsanstalten brennen in solchen Fällen alle Sicherungen durch, weil der Patriotismus das Ziel "Ausweisung" zur Pflicht macht. Einfachste Rechenaufgaben können in diesen Fällen nicht mehr gelöst werden, wie ein Fall in Muri, Kanton Aargau, zeigt. Eine Brasilianerin hielt sich nachweislich 40 Tage in Italien auf, was im Pass mit Visumstempeln vermerkt war. Somit konnte sie sich diese 40 Tage nicht in der Schweiz aufgehalten haben. Trotzdem vollzogen die Ämter die Ausweisung mit der Anschuldigung eines illegalen Aufenthalts und verhängten eine dreijährige Einreisesperre. In einem weiteren Verfahren sah das Bezirksgericht Muri den Fehler ein, die Ämter aber hoben die Einreisesperre nicht auf. Der Patriotismus der militaristischen Machos hat gesprochen.

(Zeitungsbericht: Hasler, Thomas: Brasilianerin zu Unrecht ausgewiesen; In: Tages-Anzeiger, 10.7.1997, S.12)


Schweizer Macho-"Tradition": das Sturmgewehr im Keller

Erst dieses Jahr beschlossen National- und Ständerat, die Sturmgewehre der schweizer Soldaten in ihren Kellern oder Estrichs zu belassen, um diese "Tradition" weiter zu führen. Dabei bedauert die schweizer Bevölkerung regelmässig Unfälle mit den Sturmgewehren. Man kann von Glück reden, wenn diese nicht tödlich ausgehen. Die Dunkelziffer dürfte sehr hoch sein. Der schweizer Patriotismus aber verlangt weiterhin, dass sich Frauen und ganze Familien mit Sturmgewehren bedrohen lassen müssen, wenn ein Familienvater z.B. betrunken nach Hause kommt, wie z. B. am 7. Juli 1997, als in Sulgen die Familie vor dem betrunkenen Schützen mit Fahrrädern reissaus nahm und der Beinahe-Täter von der Polizei überwältigt werden musste.

(Zeitungsbericht: Ausgerastet; In: Tages-Anzeiger, 9.7.1997, S.14)

Aber auch Raubüberfälle z. B. auf Poststellen kurz vor Schalterschluss sind mit schwarzer Mütze und Sturmgewehr nicht selten, wie z. B. im Berner Jura in Frinvillier.

(Zeitungsbericht: Mit Sturmgewehr in Post; In: BLICK, Anfang Dezember 1997? (leider ohne Datum), S.8)


Die Gesellschaft fragt sich, wie lange diese Sturmgewehr-Manie in der Schweiz denn noch anhalten soll, wenn die Schweiz seit Gründung der EU und dem Zerfall des Kommunismus keine Bedrohungslage vorweisen kann. Die schweizer Regierung (Bundesrat) verweigerte im Jahr 2002 die Kasernierung der Sturmgewehre. Allein Logik ist bei Machos nicht gefragt, v.a. bei Bundesräten, für die das Militär bis heute Lebensinhalt ist. Demzufolge sind bis heute am Sonntagabend Rekruten an Bahnhöfen zu finden, die mit offenem Gewehrlauf im Rucksack herumspazieren.


Parallele: Der Revolver im "Western"

Erbarmungslos verherrlichen die Verantwortlichen in Programmzeitschriften die Revolverszenen der "Western"-Filme. Dass solche Fotos bzw. auch solche Filme bis heute nicht geächtet sind, sondern im Gegenteil noch Publikum anziehen sollen, grenzt an eine nicht mehr nachvollziehbare Perversität.

(Quelle: Film des Abends: Erbarmungslos Pro 7, 22:20, "USA" 1992. Von und mit Clint Eastwood; grosses Foto mit Hauptakteur mit gezogenem Revolver in Zielposition in der Mitte der Programmseite. In: Tages-Anzeiger, 31.5./1.6.1997, S.70)


Vergewaltigung und Kindsmissbrauch: Unbezahlbare Folgen

Die "Zivilisation" der europäischen "Kultur" brachte eine "Soziologie"-Richtung wie z.B. den Soziologen Norbert Elias hervor, der bis zu seinem Tod 1990 eine "zivilisatorische Fortschrittsidee" propagierte. Diese, von dauernden "Verbesserungen" berichtende "Wissenschaft", die die Verdrängung der Gewalt benutzt, um "Fortschritte" der Gesellschaft zu präsentieren, scheint ein Teil der weltweiten "wissenschaftlichen" Fortschrittsideologie zu sein. Andere Soziologen kommen zum Schluss, dass kein Fortschritt stattfindet, wie z.B. Hans Peter Duerr. Er vergleicht heutige Massaker mit dem "Auschwitz-Argument", verhaftet in der alten Geschichtsschreibung über das KZ Auschwitz, die bis zur Perestroika  dort die Massenvernichtung von 4 Millionen Menschen behauptete.

Die Bestialität folternder "US"-Marines in Vietnam oder die massenvergewaltigenden Tschetniks in Bosnien seien qualitätsmässig dasselbe Ereignis und ein "zivilisatorischer" Fortschritt nicht feststellbar bzw. die "These eines Zivilisationsfortschritts" sei "unbegründet". Gemäss neuesten Forschungen über Auschwitz und den Holocaust ist diese Behauptung von der seelischen Intention her richtig, von der Masse der Todesfolgen her aber weiterhin falsch. Die These von Duerr, dass die Männergesellschaft nicht fähig ist, ihre Gewaltgewohnheiten abzubauen, erscheint richtig. Die Hoffnung von Norbert Elias, dass die Welt nach Auschwitz nur eine heilende Entwicklung einschlagen könne, erfüllt sich nicht.

Quellen:
-- Sollberger, Adi: Gibt es einen Zivilisationsfortschritt? In: Die Weltwoche, 19.6.1997, S.62

-- über Auschwitz: Pressac, Jean-Claude: "Die Krematorien von Auschwitz". Piper, Zürich, München, 1994

-- über die Judenvernichtung durch Massenerschiessungen und Denunziationen in den osteuropäischen Ländern 1942-1944 u.a.:

oo Chiari, Bernhard: Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weissrussland 1941-1944. Droste Verlag Düsseldorf, 1998;

oo Gerlach, Christian: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weissrussland 1941 bis 1944. Hamburger Edition HIS Verlagsges. mbH, Mittelweg 36, 20148 Hamburg, 1999; ISBN 3-930908-54-9


Frauen hoffen angesichts der männlichen Gewalt, dass bei den Männern dieser Welt eine Umkehr in Richtung Wissen stattfindet. Gleichzeitig setzen viele Frauen die "Stärke" des Mannes voraus. Somit leben beide Teile in einer stetigen Unsicherheit, weil niemand mehr weiss, wie der andere wohl in dieser und jener Situation reagieren wird. Als gewaltloser Mann fühlt man sich z. T. verfolgt, weil alle Frauen Gewalt im Mann sehen wollen, auch dort, wo keine ist. Nur so kann man aber in etwa spüren lernen, in welcher Dauerangst die Frauen dieser Welt leben, Opfer männlicher Gewalt zu werden.

Ende der 1990-er Jahre kamen immer mehr Kindsmissbräuche und Vergewaltigungszusammenhänge wie die Vergewaltigungen in der "US"-Armee zum Vorschein. Die Aufklärung hat in der Enttabuisierung des Kindsmissbrauchs in der katholischen Kirche seit dem Jahr 2001 einen ersten Höhepunkt erlebt. Die Frauen, aber auch alle Kinder bis 13 Jahre, die sich wegen körperlicher Unterlegenheit unmöglich gegen Übergriffe wehren können, stellen an die Männer dieser Welt den Anspruch, ihre Finger, ihre Hände und ihre "Zwischenbeinregion" im Griff zu halten. Übergriffe von Frauen an Buben bestätigen die Regel. Manche Mädchen erfinden auch Übergriffe, indem sie Berührungen als sexuell auslegen, die nicht in diesem Sinn gemeint waren, z. B. ein Schulterklopfen, ein "Über-die-Haare-streichen", eine herzliche Umarmung etc. Diese krankhaften Interpretationen sind wohl auf Verdrängung der Sexualität im Familienkreis oder auf bereits passierte Missbräuche an anderer Stelle zurückzuführen.

In den Missbrauchsfällen und Vergewaltigungsfällen aber bezahlen bis heute die Krankenver- sicherungen der Opfer, um die Traumabewältigung mit all ihren weiteren Folgen zu gewährleisten. Meiner Meinung nach bezahlen wieder die falschen Stellen. Wenn nämlich ein Vergewaltiger - gemäss Verursacherprinzip - alle Therapiekosten für das Opfer bezahlen müsste, würde es kaum noch Vergewaltiger oder Kindsbetatscher geben. Es ist also möglich, die vergewaltigenden Männer so unter Druck zu setzen, dass sie die Erforschung der gesamtheitlichen Welt in Angriff nehmen müssen. Der Kopf soll den Penis regieren, nicht der Penis den Kopf. Leider steht dieser sehr wichtige Satz in keinem Religionsbuch. Dahingehend könnte auch eine Ergänzung stattfinden.

Die Folge einer Vergewaltigung oder anderen sexuellen Missbrauchs an einem Kind ist v.a. eine seelische Erstarrung. Die Seele des Kindes wird vor Angst zu "Eis", um die Situation durchzustehen. Die Erinnerungen verschwinden nicht, sondern das Opfer kann diese nur kontrollieren lernen, falls es sich einer kompetenten Person anvertraut. Die Verdrängung funktioniert meist bis ins junge Erwachsenenalter. Dann aber kommt der Mut, die Scham, das Schweigen, das "Eis" zu brechen. Erst jetzt kommt der Schritt in die Therapie. Dabei bleiben aber typische Übersensibilitäten gegenüber dem männlichen Geschlecht in der betroffenen Seele verankert, die z. T. unkontrollierbar bleiben. Dies kann z.B. dazu führen, dass die Frau als Mutter mit dem Sohn strenger umgeht als mit der Tochter. Die Aufarbeitung des Traumas spaltet aber auch. Die Betroffene kann aus dem Familienkreis ausgestossen werden, oder jahrelange Bande zu Geschwistern trennen sich, weil das Bewusstsein zu verschieden wird. Ein anderer Weg ist der Selbstmord des Opfers. So kann sich der Täter gemütlich weiter von Mädchen in der Dusche lecken lassen.

(aus: Haas, Esther: Yvonne. Es hat mir die Seele zerrissen; In: Schweizerischer Beobachter, 12/1997 13.6.1997, S.84-85)

Das gleiche passiert aber auch mit Buben.


Das verzerrte Bild eines Mädchens kam auch im Film "Lolita" und in Frauenfiguren als "Lolitas" zum Ausdruck. Der Film handelt von einem Schwärmer, der eine Mutter mit Kind heiratet, und der nach dem Tod der Mutter von deren Tochter "verführt" wird. Die Filmbegutachter und Medienschaffenden blenden dabei alle Hintergründe und Manipulationen des Mädchens aus und präsentieren ein irreales Mädchenbild, das in der Entwicklung zur Frau einerseits nur einige Monate Realität sein kann und das den männlichen Opfern andererseits so viel Schmerz bereitet, so dass diese sich von "Lolita"-Figuren in Zukunft abwenden. Die Realität ist insofern diejenige, dass diese "Lolita"-Figuren ohne seelischen Boden unter den Füssen - im Fall von Lolita als Waisenkind - alle paar Monate die Männer wechseln, um diese als Ersatz-Väter zur Verfügung zu haben, meist ohne sexuelle Beziehung, sondern nur als Zahlmeister. Ein solcher Film, der aus der Not des Mädchens ein erotisches Spiel erdichtet,  ist irreal und fördert kriminelle Energien bei Männern und zerstörerische Energien bei den Frauen, die durch Kopie der Filmfigur ihre Probleme nur vergrössern, statt diese zu lösen.

Inserat von Castagna, Frauenhaus Zürich, Frauenzentrum Zürich, jolie-villa, Mädchenhaus, Mädchentreff, Nottelefon für Frauen, Schlupfhuus Zürich und Wen-Do Zürich: LOLITA - sexuelle Gewalt ausgeblendet; In: Tages-Anzeiger 17.1.1998, S.14

In diesem Sinn sind der Filmproduzent und der Filmregisseur die kriminellen, leidfördernden Elemente, denn erotische "High-Lights" können durchaus in menschenrechtsachtenden Zusammenhängen gezeigt werden und bedürfen keineswegs des Missbrauchs eines Waisenmädchen.

In der Schweiz wurde im Jahr 2002 die Verjährung für sexuelle Gewaltakte bis auf des 25. Altersjahr des Opfers verlängert. Dies ist eine erste Massnahme. Sie ist für die Welt einmalig und unbedingt nachahmungswürdig. Die Massnahme reicht aber nicht. Es müsste - gemäss Verursacherprinzip -  im Gesetz verankert sein, dass ein Mensch, der Kinder missbraucht oder vergewaltigt, die ganzen Therapiekosten für das Opfer zu tragen hat. Ein Therapietag in einer Psychiatrie kostet z. B. 300 Franken, 3 Monate Psychiatrie-Aufenthalt also 27.000 Franken. Nur mit diesem finanziellen Druck werden die Hirnmassen der Männer-Machos von der Gewaltanwendung Abstand nehmen und sich zur Ganzheitlichkeit der Dinge umorientieren. Zumindest werden die Männer dann begreifen müssen: Das Gehirn muss den Penis beherrschen, und nicht der Penis das Gehirn. So hätte die Gesellschaft nicht nur mehr positive Energie durch untraumatisierte Frauen, sondern man könnte auch viele Gerichtskosten und Seelenleid sparen, was die Gesamtbefindlichkeit in der Gesellschaft hinwiederum an anderer Stelle steigern würde. Einen Sexualmörder wäre mit entsprechend angemessenen Massnahmen zu behandeln.

Die Hölle der alleinigen männlichen Macht, die durch Polizei und Justiz sich die Sachverhalte zurechtrichtet und die männliche Gewalt damit weiter duldet, kann nur durch innere Arbeit stattfinden. Der Schritt zur Beherrschung und Kanalisierung der Energien bei Männern in der Gesellschaft ist dabei der entscheidende, von den Frauen weltweit gewünschte, Schritt. Die Einsicht, dass nur seelisch gesunde Frauen ein gesundes Leben auch für Männer garantieren, indem diese dann weniger den hässlichen Vorurteilen ausgesetzt sind, muss sich bei den Männern der Erde aber erst noch durchsetzen.


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