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Biene. Meldungen (Teil 1)

Was die Biene so alles kann - und wie sie lebt

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

Gute Webseite über Bienen und die schädlichen Pestizide, die die Bienenvölker zerstören: http://www.umweltbund.de/imkerei

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Bienen
-- sind in Völkern organisiert, wo die Aufgaben klar verteilt sind
-- Teile der Bienenvölker fliegen täglich kilometerweit
-- und sorgen für die Befruchtung von Blumenblüten und Baumblüten, so dass wir Früchte und die oberirdischen Gemüse haben
-- Bienen produzieren wertvollen Honig
-- stechen die Menschen, wenn man sich falsch verhält
-- sind empfindlich
-- und seit ca. 10 Jahren sterben immer mehr Bienenvölker im Winter und die "Wissenschaft" weiss nicht warum, aber die Vermutungen gehen dahin, dass die Handy-Strahlung und die weiten Transporte der Bienenvölker Faktoren sein könnten.


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20 minuten
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19.4.2010: Bienenklau in Japan

aus: 20 minuten online: Bienenmangel: Diebe klauen zehntausende Bienen; 19.4.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/31094503

<In Japan machen derzeit Bienenräuber Erdbeerbauern das Leben schwer. Sie stehlen kistenweise Bienen, um diese teuer weiterzuverkaufen.

Bienen sind in Japan zur Zeit Mangelware.

In der Zentralprovinz Shizuoka und anderen Regionen des Inselreiches haben Unbekannte wiederholt Zehntausende der für die Erdbeerzucht unabdingbaren Insekten gestohlen. «Ich bin seit 58 Jahren Bäuerin, aber dass jemand Bienen klaut, habe ich noch nie erlebt», sagte eine 83-Jährige der Nachrichtenagentur Jiji. Der spürbare Bienenmangel lasse die Preise steigen. Allein in der Stadt Kuniichi verschwanden über Nacht zehn Kisten mit rund 60 000 Bienen darin. «Ohne sie wird aus meinen Früchten nichts», klagte ein Bauer.

Experten vermuten, dass der oder die Täter die Bienen stehlen, um sie zu höheren Preisen weiterzuverkaufen. Japan hatte vor drei Jahren den Import der Bienen wegen Infektionen gestoppt, worauf der Preis in die Höhe ging.

Zwar wurde das Importverbot im vergangenen Jahr wieder aufgehoben, doch wegen des kalten Sommers vermehrten sich die Tiere nicht so schnell wie erhofft. Japan bezieht die Bienen vor allem aus Australien. Ein weiterer Faktor könne sein, dass es in Japan immer mehr Hobbybienenzüchter gebe und auch deswegen die Nachfrage steige.

Werden Erdbeeren von Bienen befruchtet, ist der Ertrag grösser und die Qualität besser. Denn die Früchte sind eigentlich nur die kleinen gelben Stippen - winzige Nüsse.

Erdbeere sind - botanisch gesehen - keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Jede der kleinen Nüsse entspricht einer Samenanlage, die bestäubt werden muss, soll später eine perfekt geformte Erdbeere wachsen. Passiert das unvollständig - etwa weil Bienen zum Bestäuben fehlen - bilden sich verwachsene, knubbelige Erdbeeren aus.

(sda)>

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n-tv online,
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8.5.2010: Bienen verstärken Honigwaben

aus: n-tv online: Vorbild für die Materialwissenschaft: Bienen verstärken Honigwaben; 8.5.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Bienen-verstaerken-Honigwaben-article862843.html

<Um ihre Bienenstöcke vor Temperaturschwankungen zu schützen, verstärken Bienen ihre Waben mit Seidenfasern. Dieses Prinzip könnte bei der Entwicklung neuer Materialien bedeutsam werden.

Nicht nur die äußere Geometrie, sondern auch die Mikrostruktur von Bienenwaben ist für Wissenschaftler interessant.

Bei der Entwicklung neuer Werkstoffe könnten sich Materialwissenschaftler die Bienen zum Vorbild nehmen: Die Insekten verstärken und versteifen ihre Honigwaben fortwährend mit Seidenfasern, um deren Belastbarkeit zu erhöhen, berichten Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS). Die Bienenstöcke würden dadurch vor einem Kollaps bei Temperaturerhöhungen geschützt. Neue Verbundwerkstoffe, die ähnliche Bauprinzipien berücksichtigten, eigneten sich vor allem für Anwendungen in der Raumfahrt, wo es zu starken Temperaturschwankungen komme.

Die Waben des Bienenstocks sind vorrangig aus Wachs gebaut. Sie werden genutzt, um Honig und Pollen zu lagern und die Brut aufzuziehen. In die Waben werden die befruchteten Eier abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich vor ihrer Verpuppung mit einem Seidenkokon umgeben. Nachdem die Metamorphose zu den fertigen Bienen abgeschlossen ist, bleibt der Kokon in den Waben zurück. Er wird dann von den Arbeitsbienen des Stocks mit Wachs umlagert und so in die Waben integriert. Kai Zhang von der Universität Peking und Mitarbeiter zeigten nun, dass mit dem Wachstum der Wabe die Dicke der Wabenwand sowie ihre Steifigkeit und Festigkeit zunimmt.

Bisher nur äußere Geometrie berücksichtigt

Während eine junge Wabe aus einer einheitlichen Wachsschicht besteht, wird mit zunehmendem Alter schichtartig Material auf die Wabenwand aufgelagert. Bei diesem Material handelt es sich um ein Wachs-Seide-Gemisch, berichten die Wissenschaftler. Eine ein Jahr alte Wabe enthalte einen Seidenanteil von rund 33 Prozent. Durch diese Bauweise verdreifache sich die Schersteifigkeit der Wabe innerhalb eines Jahres, die Scherfestigkeit vervierfache sich.

Temperaturerhöhungen blieben dadurch folgenlos, zeigten weitere Untersuchungen. Es ist bekannt, dass die Temperatur in einem Bienenstock von den durchschnittlich 25 Grad Celsius auf 45 Grad Celsius steigen kann. Bisherige Versuche, die Bauprinzipien der Bienenwabe bei der Entwicklung neuer Materialien zu imitieren, hätten stets nur die äußere Geometrie berücksichtigt. Künftig müssten auch die Mikrostrukturen nachgeahmt werden, etwa durch Auflagerungen bestimmter Materialien auf das Grundgerüst.

dpa>

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25.5.2010: <Nur China arbeitet an künstlicher Bestäubung>

aus: arte journal;
http://www.arte.tv/de/nur-china-arbeitet-an-kuenstlicher-bestaeubung/3232598,CmC=3232934.html

<Der 22. Mai ist der Tag der Biodiversität. Die Biologische Vielfalt ist weltweit in Gefahr. Die menschliche Zivilisation führt dazu, dass immer mehr Arten aussterben - mit schlimmen Folgen, die auch auf die Verursacher zurückfallen. Ein Beispiel: das unheimliche Verschwinden der Bienen.

In Europa sind schon 40 Prozent der Bienenvölker verschwunden. In China sind es nur 10 Prozent. Trotzdem nehmen die Chinesen diese Bedrohung für Mensch und Natur offenbar ernster als die Europäer. Sie haben Versuche zur künstlichen Bestäubung gestartet. Und es gibt eine neue Art von Imker, den Bienenverleiher. Forscher führen das unheimliche Verschwinden der Bienen auf Pestizide, genmanipulierte Pflanzen und elektromagnetische Wellen von Handy-Masten zurück. Eine ARTE-Journal-Reportage aus Weinan von Frédérique Zingaro, Benjamin Gauducheau und Li Jing Jing.>

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n-tv online,
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2.6.2010: Der Mobilfunk provoziert den Bienen-Holocaust - Experimente mit Handys bei den Bienen

aus: n-tv online: Der "Völkerkollaps": Mobilfunk führt zum Bienentod; 2.6.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Mobilfunk-fuehrt-zum-Bienentod-article901585.html

<Unter Imkern und in der Forschung ist es schon seit einigen Jahren Thema: das große Bienensterben. Besonders in den USA, Europa, dem Mittleren Osten und Japan ist es zu beobachten. Die Bienenkolonien sind zum Teil um bis zu 85 Prozent geschrumpft.

Erklärungen für das Phänomen, das Experten als "Völkerkollaps" bezeichnen, fußen bisher weniger auf Fakten als auf Vermutungen. Milben kommen als Ursache ebenso in Frage wie Viren, Umwelteinflüsse ebenso wie Nahrungsmangel oder Pestizide.

Honig-Produktion wird eingestellt

Forscher der Punjab University im indischen Chandigarh haben nun konkrete Hinweise darauf gefunden, dass auch der Mobilfunk eine Mitschuld am Bienensterben trägt. Die Wissenschaftler bestrahlten einen Bienenstock mehrmals täglich mit zwei Handys. Nach drei Monaten verzeichneten sie eine deutliche Verkleinerung des Bienenvolkes und eine geringere Anzahl von Eiern. Außerdem war die Honig-Produktion zum Erliegen gekommen. Die Arbeiterinnen kehrten immer seltener zum Bienenstock zurück, nachdem sie Nektar gesammelt hatten. Auffällig war, dass die Bienen nicht in ihrem Stock starben und auch in der näheren Umgebung nicht vermehrt tote Tiere zu finden waren.

Orientierungssinn leidet

Ved Prakash Sharma und Neelima Kumar, Autoren der im Journal "Current Science" veröffentlichten Studie, kommen zu dem Schluss, dass sich die elektromagnetischen Wellen des Mobilfunks nachteilig auf den Orientierungssinn der Bienen auswirken. Dieses Ergebnis soll nun mit weiteren Experimenten überprüft werden.

Auch in Deutschland beklagen Imker aktuell ein überdurchschnittlich hohes Bienensterben. Hierzulande ist daran offenbar der harte Winter schuld. Die Bienenvölker schrumpften doppelt so stark wie sonst im Winter üblich.

asc>

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Basler
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31.5.2010: Das Bienensterben geht weltweit weiter: gebeizte Futtermittel und die Varroa-Milbe - es fehlen professionelle Strukturen zum Bienenschutz

aus: Basler Zeitung online: Bienensterben nun Politikthema; 31.5.2010;
http://bazonline.ch/basel/land/Bienensterben-nun-Politikthema/story/21562595

<Von Andreas Hirsbrunner.

Die Varroa-Milbe bringt in der Region zunehmend Bienenvölker zum Absterben. Jetzt wird der Ruf nach Gegensteuer lauter.

Den Bienen gehts schlecht. So schlecht, dass der oberste Schweizer Imker Richard Wyss – er präsidiert den Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde – kürzlich die Alarmglocken zog: «Es ist allerhöchste Zeit, dass wir in der Prävention und Beratung von Bienenkrankheiten professionelle Strukturen schaffen. Sonst sieht es für unsere Bienen nicht gut aus.» Landesweit seien im vergangenen Winter mit knapp 50 000 Bienenvölkern fast 30 Prozent aller Bienen eingegangen.

Diese Zahlen haben auch die grüne Baselbieter Landrätin Marie-Theres Beeler aufgeschreckt, die mittels Interpellation vom Regierungsrat wissen will, wie er dem Bienensterben begegnet. Wobei die beiden Basel laut Umfrage des Bienenfreunde-Vereins mit einem Verlust von rund einem Viertel ihrer gegen 10 000 Bienen-Völker im Schweizer Mittelfeld angesiedelt sind.

Varroa-Milbe als Hauptproblem

Doch das Bienensterben macht keinen Halt vor Grenzen. So sagt Reto Burkhardt, Leiter Kommunikation bei der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP), der auch das Zentrum für Bienenforschung angeschlossen ist: «Das Bienensterben findet global statt und hat multifaktorielle Ursachen.» Deshalb finde die Forschung international koordiniert statt. Einen Teil davon deckt ALP ab, wo unter anderem nach Verbesserungen bei der Bekämpfung der Varroa-Milbe gesucht wird, einem aus Asien eingeschleppten Parasit. Burkhardt: «Die Varroa-Milbe spielt vermutlich eine grosse Rolle beim Bienensterben. Sie schwächt die Völker und macht sie anfälliger für andere Einflüsse.»

Auch der Baselbieter Kantonstierarzt Ignaz Bloch zielt in eine ähnliche Richtung: «Ein wichtiger Grund für das Bienensterben ist, dass die Bekämpfung der Varroa-Milbe zu spät oder falsch erfolgt. So ist die Grundbelastung der Bienenvölker mit Parasiten so hoch, dass sie nicht durchkommen.»

Beizmittel im Fokus

Nationalrätin Maya Graf (Grüne) verdächtigt zudem das Saatgutbeizmittel Clothianidin, zum Bienensterben beizutragen. Sie forderte deshalb vom Bundesrat, dessen Zulassung zu sistieren. Doch ihre Motion wurde nur in der abgeschwächten Form des Postulats, wonach die Zulassung zu überprüfen ist, überwiesen.

Dass das Bienensterben zusehends auch zu einem politischen Thema wird, überrascht nicht. Denn die Bienen spielen bei der Bestäubung der Pflanzen und damit der Ernährung der Menschen eine wichtige Rolle. Laut ALP sind sie nach den Käfern die häufigsten Pollenüberträger und sorgen für die Bestäubung von 40 000 der weltweit 250 000 Blütenpflanzen. Darunter befinden sich etliche bedeutende Kulturpflanzen wie Gurke, Kürbis, Bohne, Melone, Erdbeere, Rotklee, Luzerne oder die für die Nordwestschweiz besonders wichtigen Apfel, Birne und Kirsche. ALP schätzt denn auch, «dass jeder dritte Bissen der menschlichen Nahrung bestäubungsabhängig ist und dass etwa 80 Prozent davon von der Honigbiene geleistet wird».

Glück und Einsatz

Wie erlebt nun einer der erfahrensten Baselbieter Bienenzüchter die schwierige Situation rund um die Bienen? Ernst Lerch (70), der als 15-Jähriger zu imkern begonnen hat und derzeit 50 Völker in Sissach, Känerkinden und auf dem Schmutzberg zwischen Eptingen und Läufelfingen hält, sagt: «Das Bienensterben ist ein grosses Problem. Ich habe dank Glück und viel Einsatz im letzten Winter nur drei Völker verloren.» Zum Glück zählt er, dass an seinen Bienen-Standorten biologische Landwirtschaft betrieben und kein gebeizter Mais angepflanzt wird. Und er stimmt weitgehend in den Chor der Fachleute ein: «Es gibt eine Vielfalt von Problemen, von der intensiven Landwirtschaft bis zu anderen Umwelteinflüssen. Die Hauptursache für die vielen Abgänge von Bienenvölkern heisst aber Varroa, Varroa und nochmals Varroa.»

(Basler Zeitung)>

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n-tv online,
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15.6.2010: Bienensterben in den "USA": Erfrieren, Verhungern und falsche Orientierung im Massenflug - eventuell wegen weiten Transporten

aus: n-tv online: Dossier: Mangel an Nahrung: Zahl der Bienen in den USA nimmt ab; 15.6.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/dossier/Zahl-der-Bienen-in-den-USA-nimmt-ab-article922307.html

<Durch Faktoren wie Mangel- und Fehlernährung sinkt die Anzahl der Bienen in den USA rapide. Die Folgen der abnehmenden Bienenbevölkerung sind verheerend.
 
Es mutet an wie ein Hitchcock-Szenario: In den USA verlassen Arbeiterbienen zu Tausenden ihre Stöcke, urplötzlich, ohne Warnzeichen und ersichtlichen Grund. Sie schwärmen aus in die Ferne, verenden dort aber bald geschwächt und aus Mangel an der Nahrung, die sie zurückgelassen haben. Ebenso besiegelt ist das Schicksal ihrer Königin und der Brut: Sie können allein nicht überleben.

Seit 2006 hat das Phänomen, für das es bis heute keine eindeutige Erklärung gibt, maßgeblich zum Verlust amerikanischer Bienenvölker beigetragen. Ihre Zahl sank landesweit um bis zu 50 Prozent. Allein in diesem Winter verloren Imker wieder jedes dritte Volk (33,8 Prozent), wie eine kürzlich veröffentlichte Umfrage der Imkerei- Inspektoren und des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) ergab. Vor 2006 waren nur etwa 10 bis 15 Prozent der Bienenkolonien im Winter eingegangen.

Mensch und Tier sind betroffen

Zwar gehen nicht alle Einbußen auf das Konto des mysteriösen Verhaltens, das inzwischen als Colony Collapse Disorder (CCD) bekannt ist - auf Deutsch Völkerkollaps. Ein Teil der Bienenvölker verhungerte der Umfrage zufolge zwischen Oktober 2009 und April 2010, andere fielen der Kälte zum Opfer oder waren zu schwach zum Überleben. Fast jeder dritte Züchter aber fand seine Bienenstöcke eines Tages leer vor, ein sicheres Zeichen für CCD.

Der Trend könnte für Amerikas Farmer und die Bevölkerung, die sie ernähren, bedenkliche Folgen haben. Jeder dritte Bissen, der in den USA verzehrt wird, ist der Bestäubung von Honigbienen zu verdanken. Die Insekten befruchten rund 90 Obst- und Gemüsearten - Äpfel, Avocados, Blau- und Erdbeeren, Kiwis, Kirschen, Melonen, Sojabohnen und Zitrusfrüchte, sogar einige Getreidesorten. Ihr Anteil an dem Prozess liegt bei 80 Prozent, den Rest erledigt der Wind. Da Bienen auch das Rinderfutter Luzerne bestäuben, ist selbst die Viehzucht von ihrem Schwund betroffen.

Versorgung der US-Bevölkerung wird schwieriger

Der kommerzielle Wert der Bienen wird, gemessen an ihrer Arbeit in der US-Landwirtschaft, auf 15 bis 20 Milliarden Dollar (12 bis 17 Milliarden Euro) im Jahr geschätzt, schrieb ein USDA-Experte in der Zeitung "West Central Tribune" im ländlichen Willmar (US-Bundesstaat Minnesota). Ohne den Einsatz der Bienen steht es schlecht um die Versorgung der US-Bevölkerung, warnt USDA-Forscher Kevin Hackett.

Hackett gehört einem Team von US-Wissenschaftlern an, das für das Ministerium nach den Ursachen des Bienensterbens forscht und die Ergebnisse 2009 in einem ersten "CCD Progress Report" vorstellte. Das Team fand Milben, vor allem Varroa-Milben, in den toten Bienenstöcken. Es erbrachte den Nachweis für ein Virus (Israel Acute Paralysis Virus), das zu einem zitternden Flügelschlag führt und die Bienen lähmt. Sie sterben fast immer außerhalb ihres Stocks.

Fehlernährung [und Stress durch grosse Transporte] trägt Konsequenzen mit sich

Mangel- und Fehlernährung schwächen ihre Abwehrkräfte weiter. Schädlich ist offensichtlich auch der Maissirup (High Fructose Corn Syrup - HFCS), den viele Imker ihren Bienen im Winter als Zusatz geben. Durch den einseitigen Einsatz auf bestimmten Fruchtplantagen fehlt den meisten Bienenvölkern eine gesunde Vielfalt an Pollen. Ein weiterer Faktor sind Pestizide. Unter Verdacht haben die Forscher vor allem die neueren Schädlingsbekämpfungsmittel auf Nikotinbasis (Neonicotinoide), die bis in die Pollen und den Nektar behandelter Pflanzen vordringen.

Für den Insektenforscher Steve Sheppard von der Staatlichen Universität von Washington steht fest, dass Stress dem Immunsystem der Bienen zusetzt: Amerikanische Imker kreuzen vom Frühling bis in den späten Herbst mit Riesenlastern durchs Land und setzen ihre summende Fracht saisonbedingt mal in Florida und bald darauf in Alaska oder Maine zum Bestäuben aus.

"Wahrscheinlich schwächt die Kombination verschiedener Faktoren und ihre Wirkung aufeinander unsere Bienen", folgern die Experten in ihrem Bericht.

[Der Faktor der Handy-Strahlung wird nicht erwähnt]

.Gisela Ostwald, dpa>

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Tagesanzeiger
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26.6.2010: Ein nasser Juni in Europa ergibt weniger Honig in Europa - und Bienenvölker muss man pflegen

aus: Tagesanzeiger online: Bienen-Millionär hat grosse Sorgen; 26.6.2010;
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/rechtes-ufer/BienenMillionaer-hat-grosse-Sorgen/story/13926556

<Von Beatrice Gerwig.

Die Bienen von Imker Otto Lüscher in Esslingen haben noch nie so wenig Honig produziert wie in diesem Jahr. Otto Lüscher.

Der Bauer hinter dem Marktstand beim Küsnachter Bahnhof bedauert. Leider hat er keinen Schweizer Honig. Seit einigen Wochen liefere der Produzent vom Pfannenstiel nicht mehr, berichtet Martin Wydler, es gebe Probleme mit den Bienen. Eine Bäuerin ergänzt, auch in ihrem Blumengarten habe es viel weniger Bienen als sonst. Auch beim Grossverteiler brennen Honigliebhaber an. Im Gestell, wo sonst Schweizer Honig angeboten wird, klafft eine Lücke. «Wäge däm Züüg mit de Bienli», vermutet die Angestellte.

Laut Statistik surren 400 Millionen Bienen durch die Zürcher Lüfte. Eine stattliche Anzahl, sollte man meinen. Bloss: Wo sind sie, wieso produzieren sie keinen Honig mehr? Sind sie ausgewandert oder gestorben?

Herr über 40 Völker

Die Suche nach dem verschwundenen Honig führt nach Esslingen zu einem idyllischen Bienenhaus inmitten von Wiesen und Wäldern am Abhang des Pfannenstiels. Bei Imker Otto Lüscher summt und brummt es wie wild von Hunderttausenden Bienen. 40 Völker gehören ihm, jedes hat etwa 40 000 Bienen. Noch letztes Jahr brachten sie ihm reichlich Honig ein, er hat sogar kübelweise an Imkerkollegen weiterverkauft, sagt er. Das reue ihn heute, wo der Honig ausgegangen sei. «Seit 25 Jahren habe ich Bienen, noch nie gab es so wenig Ertrag.» Lüscher, der von Kinds­beinen an mit Bienen zu tun hat, staunt noch heute, was die Insekten leisten.

Er schützt sich nicht gegen Stiche, trägt keine Imkerbluse. Beim Besuch sind die Bienen aggressiv. Das nasskalte Wetter mit den herabhängenden Wolken behagt ihnen nicht. Der Imker nimmt die 15 Stiche am Handgelenk gelassen. «Das schmerzt nicht lange», sagt er und lacht. Das Wetter sei dieses Jahr extrem. Bei schlechtem Wetter fliegen die Bienen nicht, also gebe es keinen Honig.

Für gute Resultate im Bienenhaus braucht es neben Wetterglück auch gesunde Tiere und sorgfältige Arbeit. Honigproduzieren fordert nicht nur die Bienen. Ein gewissenhafter Imker ist immer «dran». Als stellvertretender Bieneninspektor des Bezirkes Meilen erlebt Lüscher nicht nur Positives. Bieneninspektoren werden gerufen, wenn ein Imker eine Bienenseuche befürchtet. Die Völkerverluste durch Sauerbrut seien im Moment extrem, sagt er. Mit der raschen Bekämpfung von ansteckenden Krankheiten könne aber viel Schaden in den Bienenständen verhindert werden. Einige Imker seien jedoch «Schluderi», stellt Otto Löscher fest. «Sie wollen nur den Honig und scheuen die Arbeit», sagt er. (Tages-Anzeiger)>

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20
                    minuten online, Logo

Kanton St. Gallen 30.6.2010: Schwarm-Alarm: Bienen fliegen aus Langeweile [weil sie wegen schlechen Wetters im Juni zu wenig zu tun haben]

aus: 20 minuten online; 30.6.2010; http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/25306815

<von Michèle Vaterlaus -

Die Fleissigen St. Galler Bienen haben dieses Jahr wenig zu tun. Die Langeweile treibt sie in Schwärmen aus ihren Stöcken. Die Feuerwehr muss darum täglich mehrmals ausrücken.

Imker-Präsident Hans Züst erklärt, warum 2010 ein Schwarmjahr ist.

Dieses Jahr ist ein Schwarmjahr. Das heisst, dass viele Bienen in riesigen Schwärmen umherfliegen. Der simple Grund: Ihnen ist langweilig. Denn wegen des lang anhaltenden schlechten Wetters hatten sie wenig zu tun. «Sie konnten nicht fliegen und keinen Honig machen. Da kommen sie schon mal auf dumme Ideen und züchten Königinnen», sagt Hans Züst, Präsident des Imker-Kantonalverbandes St. Gallen/Appenzell. Zwei Königinnen sind aber eine zu viel für ein einziges Volk, und deshalb zieht die alte Königin um. «Ein Teil des Volkes folgt ihr und so entstehen diese Schwärme», sagt Züst.

Die Feuerwehr St. Gallen wird deshalb ganz schön auf Trab gehalten. «Wir bekommen täglich zwei bis drei Anrufe wegen Bienenschwärmen», sagt Walter Bruderer von der Feuerwehr St. Gallen. «Dieses Jahr haben wir in der Stadt schon 70 Schwärme eingefangen.»

Trotzdem ist es wichtig, jeden Schwarm der Feuerwehr oder einem Imker zu melden. «Die Bienen selber sollte man in Ruhe lassen, dann stechen sie auch nicht», sagt Bruderer.>

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20 minuten
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Waldenburg BL: 1.7.2010: Bienen im Oberbaselbiet mit Sauerbrut konfrontiert

aus: 20 minuten online: Waldenburg BL: «Für uns Imker herrscht jetzt Alarmstufe Rot»; 1.7.2010; http://www.20min.ch/news/basel/story/20893536

<von Lukas Hausendorf -

Imker sind besorgt: Im Oberbaselbiet wütet die Sauerbrut, dutzende Bienenvölker wurden bereits vernichtet.
 
Baselbieter Bienen sind von der Sauerbrut bedroht.

Für die Baselbieter Imker ist es eine Hiobsbotschaft. Nach dem Bienensterben macht ihnen nun auch die Sauerbrut, eine hochansteckende Krankheit, das Leben schwer. Vorwiegend im Mittelland verbreitet, schwappte die Bienen-Seuche nun über die Jurahöhen. «Wir sind immer stärker betroffen», sorgt sich Marcel Strub, Präsident des Bienenzüchterverbands beider Basel. Besonders das Oberbaselbiet ist betroffen. «Ich musste bereits dutzende Völker vernichten», sagt der Waldenburger Bieneninspektor Christian Hochstrasser. Bereits mehrere Gemeinden in seinem Bezirk mussten zum Sperrgebiet erklärt werden. «Für uns Imker herrscht jetzt Alarmstufe Rot», stellt er klar.

Gegen die Seuche würden zwar Antibiotika wirken, die Imker möchten aber nicht auf ein unnatürliches Mittel zurückgreifen. «Das machen wir nicht, wegen des Honigs», stellt Strub klar. Kranke Völker müssen daher abgetötet werden, erkrankt mehr als die Hälfte, muss der ganze Stamm vernichtet werden. «Es ist derzeit das grösste aller akuten Probleme», erklärt Peter Gallmann vom Schweizer Zentrum für Bienenforschung.

Die Sauerbrut ist eine ernsthafte Bedrohung für die Bienenbestände, sie treibt auch den Bauern Sorgenfalten auf die Stirn. Denn auf den Dienst der Bestäuber sind auch die Kirschbäume angewiesen.>

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20 minuten
              online

Appenzell 5.8.2010: Sauerbrut rafft Bienenvölker dahin

aus: 20 minuten online: Appenzel: Bienen werden von Sauerbrut dahingerafft; 5.8.2010;
http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/29687694

<von Sascha Schmid -

Die Sauerbrut wütet unter den Appenzeller Bienen. Die Imker sind machtlos: Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als befallene Völker zu vernichten.
 
Imker Franz Mazenauer zeigt eine Wabe, die vermutlich von Sauerbrut befallen ist.

Die Sauerbrut, eine hochansteckende bakterielle Krankheit bei Bienen, breitet sich im Appenzellerland unaufhaltsam aus. «Die Anzahl Fälle von Sauerbrut explodieren geradezu», sagt Richard Wyss, Präsident der Schweizer Imker aus Appenzell. «Es sieht gar nicht gut aus.» Lange habe man geglaubt, das Appenzellerland bleibe von der tödlichen Krankheit verschont, doch seit einem Jahr wüte sie auch dort. Dieses Jahr waren in Innerrhoden bereits zwölf Imker davon betroffen.

So zum Beispiel der Appenzeller Imker Franz Mazenauer: «Im Frühling und Ende Juli wurde bei je einem Volk die Sauerbrut festgestellt.» Ihm blieb nichts anderes übrig, als die infizierten Völker zu vernichten. «Es ist ein Riesenfrust, die Bienen zu töten, für die man so viel Arbeit investiert hat», so Mazenauer. Doch nur so lässt sich die Ausbreitung der Bienen-Krankheit bekämpfen. «Es gibt kein Mittel gegen die Sauerbrut, ausser vielleicht Antibiotika. Aber das ist verboten», so Imkerpräsident Wyss. Woher die Sauerbrut komme und wieso sie derzeit so grassiere, sei ein Rätsel.

Die Bestäubung der Pflanzen ist laut Wyss zwar noch nicht gefährdet, aber er befürchtet, dass viele Imker aus Frust ihr Hobby aufgeben. «Ich habe auch schon daran gedacht, alle Völker zu vernichten. Doch das bringe ich nichts übers Herz», so Mazenauer.>

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n-tv online,
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18.9.2010: Die Bienen verfallen in eine Dauerarbeit, wenn Nachwuchs zu pflegen ist

aus: n-tv online: Wissen: Bienen-Ammen im Dauereinsatz: Nachwuchs verstellt innere Uhr; 18.9.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/Nachwuchs-verstellt-innere-Uhr-article1520756.html

<Die Gegenwart von Larven beeinflusst bei Bienen Gene, die für den Tagesrhythmus zuständig sind. Nun erhoffen sich Forscher auch Erkenntnisse über die innere Uhr von Menschen.

Bienen reagieren auf die Anwesenheit von Nachwuchs mit einem komplett anderen Tagesrhythmus.

Kinderschwestern kennen bei Bienen keine Pause: Die sogenannten Ammen kümmern sich Tag und Nacht um die Brut, sind permanent unter Stress, und ein Tagesrhythmus fehlt ihnen. Trennt man die Ammen jedoch vom Nachwuchs, stellen sich ihr Verhalten und ihre innere Uhr komplett um, wie Guy Bloch und Kollegen von der Hebräischen Universität in Jerusalem im Fachblatt "The Journal of Neuroscience" berichten.

"Unsere Resultate zeigen, dass die innere Uhr der Honigbienen durch Signale der Brut verändert wird", betont Bloch. Der Kontakt zu den Larven verstellt die Uhren-Gene der Bienen, die ihren Tag-Nacht-Rhythmus aufgeben. Die Forscher trennten die Bienen in Drahtkäfigen von den Larven. Der zelluläre Rhythmus änderte sich daraufhin komplett und näherte sich einem gewöhnlichen Tageszyklus an.

Auch beim Menschen so?

Die Beobachtung sei ein wundervolles Beispiel für die enge Wechselwirkung von Genen und Verhalten in einer Bienenkolonie, erläuterte der Würzburger Bienenexperte Jürgen Tautz, der an der Studie nicht beteiligt war. "Die Gegenwart oder die Abwesenheit von Larven schaltet die Gene an oder aus, und das stellt die Verhaltensanpassung der Bienen sicher."

Die Forscher um Bloch wollen nun untersuchen, ob das soziale Umfeld beim Menschen ebenfalls dazu führt, dass für den Tagesrhythmus verantwortliche Gene ein oder ausgeschaltet werden. Die inneren Uhren für den Tagesrhythmus bei Bienen und Säugetieren seien ähnlich organisiert, betonen die Wissenschaftler. Ein durcheinandergeratener Rhythmus kann beispielsweise Schichtarbeiter oder junge Eltern belasten. "Menschen können nicht über mehrere Tage durchgehend aktiv sein. Ohne Ruhezeiten lässt ihre Leistung nach und Erkrankungen nehmen zu", berichtet Bloch. Weitere Forschung könnte vielleicht neue Behandlungen für Menschen mit gestörten Schlafzyklen aufzeigen.

dpa>

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Neue Zürcher
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NZZ Format 17.9.2010: <Stirbt die Honigbiene?>

Die Bienen in den Technologie-Ländern haben immer mehr Krankheiten, immer weniger Blüten, und werden durch Chemie vergiftet. Handystrahlungen sind nicht erwähnt. Da hätte die NZZ ein Problem mit den Handy-Firmen. Aber lesen Sie selbst:

aus: NZZ Format online; 17.9.2010: http://www.nzzformat.ch/108+M5213bba716e.html

<Die Imker schlagen Alarm. Millionen von Bienenvölkern gehen zugrunde, tausende von Bienenstöcken sind plötzlich leer. Die Bestäubung der meisten essbaren Pflanzen ist Sache der Honigbiene. Was geschieht, wenn sie ausstirbt? Hat der Mensch dann tatsächlich nur noch vier Jahre zu leben? Die Bienenforschung sucht nach Lösungen. Aber es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Schuld am Bienensterben sind nicht nur Krankheiten. Intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Chemie machen Bienen krank und lassen sie verhungern. Bienen brauchen Blüten und lieben Unkräuter. Die Bienen von Heydi Bonanini an der ligurischen Küste finden reichlich mediterrane Kräuter und aromatische Pflanzen.

Das Rätsel des Hochzeitsflugs ist ungelöst. Auch nach jahrzehntelanger Forschung weiss man noch immer nicht, warum sich Bienenköniginnen und Drohnen immer an den gleichen Orten treffen.>

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Wikipedia, Logo  Das
                    Logo der Giftfirma Bayer CropScience mit dem Aufruf:
                    Stopp sie (Stop them!!)


2011: Ein Faktor für das Bienensterben sind die Insektizide mit Neonicotinoiden von Bayer CropScience

aus: Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Neonicotinoide (Stand 9.1.2011)

<Die Neonicotinoide sind systemische Insektizide, die als Kontakt- und auch als Fraßgift wirken können. Sie werden gut über die Wurzeln aufgenommen und in die Blätter transportiert, die dann vor beißenden und saugenden Insekten geschützt sind. Deshalb werden diese Stoffe auch als Saatgutbeizmittel verwendet. Da die Wirkstoffe in der Pflanze nur langsam abgebaut werden, hält die Wirkung längere Zeit an.

Bei Insekten wirkt diese Stoffgruppe wie Acetylcholin am nikotinischen Acetylcholinrezeptor der Nervenzellen. Der Abbau durch das Enzym Acetylcholinesterase findet aber nicht statt. Durch den ausgelösten Dauerreiz wird die chemische Signalübertragung gestört [web01].

Problematik und Kritik

In den letzten Jahren treten immer wieder Meldungen [web02, web03] von angeblichen und teilweise auch nachgewiesenen Bienenvergiftungen durch Neonicotinoide auf. Die Problematik besteht darin, dass diese Vergiftungen nur sehr schwer durch sehr geringe Wirkstoffmengen (Größenordnung Nanogramm, bezogen auf 100g, etwa 1000 Bienen) nachgewiesen werden können und meist gleichzeitig Schädigungen der Bienenvölker durch andere Einflüsse, z.B. die Varroamilbe möglich waren. Auch bei dem in den letzten Jahren in verschiedenen Weltgegenden auftretenden spektakulären und mysteriösen Massensterben von Bienenvölkern, das den Namen Colony Collapse Disorder erhielt, wurden immer wieder diese Insektizide als mögliche oder mitverantwortliche Ursache vermutet.

Bei einem Ereignis im April/Mai 2008 konnte eindeutig der Nachweis erbracht werden, dass bei einem Bienensterben im Rheintal ausschließlich der Wirkstoff Clothianidin die Ursache war [web04]. Hierbei wurde damit gebeiztes Maissaatgut mit pneumatischen Vorrichtungen ausgebracht (Standardverfahren), wobei sich die Abluft und Stäube weitläufig in der Gegend verbreiteten. Die sogenannte Todeszone, mit amtlich ermittelten 11.500 geschädigten Bienenvölkern, erstreckte sich im Rheintal von Lörrach bis Rastatt. Vereinzelt traten auch Schäden in anderen Gegenden Süddeutschlands auf. Es ist gut möglich, dass noch weitere Schäden auftreten, bzw. gemeldet werden (Stand Juni 2008). Durch die systemische Wirkung des Insektizids kann auch noch eine verzögerte, zweite Schadenswelle auftreten, sobald der Mais blüht. Für die Honigbienen ist der Maispollen eine häufig angeflogene Futterquelle zur Aufzucht der Bienenbrut. Schließlich sind auch noch längerfristige Belastungen der Böden möglich. Je nach Witterungverlauf und Beschaffenheit kann z. B. bei Clothianidin in den oberen Bodenschichten eine Halbwertszeit von etwa 1 bis 3 Jahren auftreten [web05]. Der Hersteller Bayer CropScience gibt allerdings einen deutlich kürzeren Wert von 120 Tagen an.>

Weitere Links zum Thema:


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Welt online,
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25.1.2011: <Ausrottungsgefahr: Bienensterben zwingt EU-Kommission zum Handeln> - eigenes Forschungslabor

aus: Welt online; 25.1.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article12333000/Bienensterben-zwingt-EU-Kommission-zum-Handeln.html

<Die Zeit drängt: Den Bienen in Europa geht es schlecht, aber niemand weiß warum. Nun will die EU ein eigenes Labor zur Erforschung des Bienensterbens aufbauen.

Viele Menschen könnten wohl auch ohne Honig leben - doch ohne Bienen geht es nicht. Die Insekten liefern nicht nur den süßen Brotaufstrich, sondern bestäuben vor allem Blüten. Damit sichern sie die Existenz von Pflanzen und sorgen für gute Erträge der Bauern.

Experten schlagen Alarm: Der Gesundheitszustand der Bienen ist besorgniserregend

Ohne die Tiere wäre beispielsweise die Obsternte bedroht. Wenn Bienen sterben oder kränkeln, betrifft das alle, warnt die Europäische Kommission. Und genau das ist seit Jahren der Fall.

“Der Gesundheitszustand der europäischen Bienen ist sehr, sehr besorgniserregend“, warnte Ungarns Agrarminister Sandor Fazekas bei einem Treffen mit Amtskollegen in Brüssel. Ungarn führt turnusmäßig die Amtsgeschäfte der Union. Bislang sei zu wenig getan worden, um das Ausmaß des Bienensterbens einschätzen zu können, schreiben EU-Fachleute in einem Bericht.

Nun zwingt das weltweite Sterben der Pflanzen-Bestäuber, die als wichtigste Nutztiere nach Rind und Schwein gelten, die EU-Kommission zum Handeln. „Es ist ernst“, sagt EU-Agrarkommissar John Dalli. Um die rätselhafte Bienen-Krankheit aufzuklären, brauchen Forscher Daten aus allen EU-Mitgliedsländern und standardisierte Messmethoden. Die Kommission eine einheitliche Bienenforschung aufbauen.

Bis spätestens April soll in Frankreich ein sogenanntes EU-Referenzlabor zur Bienengesundheit entstehen. Wichtigste Aufgabe der Forscher wird es sein, ein Pilotprogramm zur Überwachung von Bienenvölkern zu erarbeiten - auf Wunsch der Kommission bis Ende des Jahres.

Zu Forschungszwecken wurden 1977 asiatische Honigbienen nach Deutschland geholt. Mit ihnen zusammen kam die Varroamilbe nach Europa. Die 1,6 Millimeter kleine und rundliche Milbe gilt als die größte Bedrohung in der Imkerei.

Der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske, lobt die Initiative: „Untersuchungen und Ergebnisse werden durch das Referenzlabor EU-weit standardisiert.“ Derzeit forsche jedes Land in eine andere Richtung. Ein Labor sei jedoch nur ein Schritt auf dem Weg zur Rettung der Bienen.

Das weiß man auch in Brüssel. Die Kommission appelliert an die Industrie, neue Medikamente für Bienen zu entwickeln. Außerdem sollten Imker besser geschult werden.

Europa braucht die Insekten. Bienen und andere Bestäuber bringen der EU-Landwirtschaft nach Angaben der Behörde jährlich rund 22 Milliarden Euro ein. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (NABU) schätzt, dass in Deutschland bis zu 80 Prozent aller Pflanzen von Insekten bestäubt werden müssen und ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion von ihnen abhängt.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke sagt: „Ihr weltweiter Rückgang gefährdet die Lebensmittelsicherheit und die Vielfalt an gesunden Lebensmitteln.“

In Deutschland erregte ein Massensterben der Bienen 2002/2003 große Aufmerksamkeit. Damals soll eine Milbe verantwortlich gewesen sein - fast ein Drittel der deutschen Bienenvölker verendete. Doch es bleiben Fragen offen: Die Milbe kann aus Expertensicht nicht erklären, warum auch weiterhin europa- und weltweit Bienen kränkeln.

Nach Angaben des Deutschen Imkerbundes lag die Bienensterblichkeit in Deutschland im vergangenen Jahr bei 15 Prozent. Bei Imkereien, die nicht wissenschaftlich betreut würden, seien es sogar 30 Prozent gewesen, berichtet Präsident Maske: „Das ist sehr hoch.“

Die Ursachen für den schlechten Gesundheitszustand der Bienen liegen nach Kommissionsangaben weitgehend im Dunkeln. Forscher nennen häufig Krankheitserreger, Vergiftungen durch Pestizide, Klimaveränderungen sowie Methoden von Imkereien. Immer wieder wird außerdem beklagt, den hochempfindlichen Honigbienen gingen durcheinseitige Landwirtschaft das Futter und die Lebensräume aus.

dpa/db>

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Spiegel
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10.3.2011: <UNO-Bericht: Bienensterben wird zum globalen Problem> - nun auch in Nordafrika, in China und in Japan

aus: Spiegel online; 10.3.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,750139,00.html

<DPA

Tote Bienen (in Freiburg, 2008): "In Konsequenzen und Dimension unterschätzt"

Ein neuer Uno-Bericht schlägt Alarm: In immer größeren Teilen der Welt sterben die Bienen. Die Nahrungsgrundlage der Menschheit scheint bedroht. Besonders schwierig wird die Lage dadurch, dass Gegenmaßnahmen alles andere als einfach zu finden sind.

Nairobi - Mit ihrem Hunger helfen sie dabei, den Hunger der Welt zu stillen. Weil Bienen auf Eiweiß angewiesen sind, tragen sie - sozusagen nebenbei - Pollen von Pflanze zu Pflanze. Als Bestäuber sichern die kleinen Insekten damit das Überleben von Wild- und Kulturpflanzen - und damit unsere Nahrungsgrundlage. Doch seit Jahren leiden die Bienenvölker, vor allem Europa und Nordamerika wurden von einem großflächigen Bienensterben heimgesucht.

Ein neuer Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) zeigt nun, dass die Angelegenheit zum globalen Problem wird. Fälle von Bienensterben gibt es nämlich auch in Japan, China und Ägypten. Damit wären mit Asien und Afrika zwei weitere Kontinente betroffen. In Ägypten handelt es sich offenbar noch um isolierte Fälle, die vor allem entlang des Nils beobachtet wurden. In Japan ist dagegen dem Bericht zufolge jede vierte Bienenkolonie von einem Massensterben betroffen. Auch in China seien die Probleme großflächig aufgetreten, berichtet das Uno-Umweltprogramm.

"Das Bienensterben wird in seinen Konsequenzen und in seiner Dimension unterschätzt", sagt der Bienenforscher Jürgen Tautz von der Universität Würzburg im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Bei den Bienen passiert weltweit etwas, das wir kaum verstehen."

Die Gründe für das Sterben der Insekten sind tatsächlich vielfältig, in der Summe ergibt sich aber ein dramatisches Bild. Stelle die Menschheit ihre Bewirtschaftung der Erde nicht nachhaltig um, dann werde sich die Situation der Bienen weiter verschlechtern, so das Fazit des Unep-Berichts " Global Bee Colony Disorders and other Threats to Insect Pollinators".

Die Folgen wären dann dramatisch, warnte Unep-Chef Achim Steiner bei der Vorstellung des Papiers. Von den wichtigsten 100 Nutzpflanzen der Welt würden nämlich mehr als 70 durch Bienen bestäubt. Die Arten seien für etwa 90 Prozent der gesamten Nahrungsproduktion der Welt verantwortlich. Die Menschheit habe die Illusion verbreitet, im 21. Jahrhundert durch technischen Fortschritt unabhängig von der Natur zu sein. Die Bienen zeigten jedoch, wie wir "mehr, und nicht weniger" von den Dienstleistungen der Natur abhängig seien, sagte Steiner. Klar ist: Ohne Bienen könnten massive Engpässe bei der Nahrungsmittelproduktion drohen.

Offenbar sind gleich mehrere Faktoren für das Sterben der Insekten verantwortlich, auch in Kombination miteinander:

  • Schädlinge breiten sich schneller aus als bisher. Neue Arten gefährlicher Pilze, Milben und Viren reisen durch den internationalen Handel um den gesamten Globus. Die Schädlinge sind tödlich für Bienen und andere Bestäuber.
  • In der Landwirtschaft werden immer mehr für die Bienen gefährliche Stoffe eingesetzt. Dazu gehören systemische Insektizide und chemische Schutzüberzüge für Saatgut. Schwierig ist vor allem, dass manche der Substanzen in Kombination noch stärker toxisch wirken können.
  • Vielen Bienenarten gehen die Nahrungsgrundlagen teilweise verloren. Zur Versorgung ihrer Larven braucht jede Art eine ganze Reihe von verschiedenen Pflanzen. Weil aber bis zu 20.000 Arten von Blühpflanzen nach Schätzungen des Berichts in den kommenden Jahrzehnten verschwinden könnten, ergeben sich Probleme. So kann zum Beispiel das Immunsystem des Nachwuchses geschwächt und damit leichter zum Ziel von Schädlingen werden.
  • Luftverschmutzung könnte die Fähigkeit der Bienen beeinträchtigen, für sie attraktive Nahrung wahrzunehmen. Während im 19. Jahrhundert Gerüche von einer Pflanze bis zu 800 Meter ausströmten, sind es heute oft nur 200 Meter.
  • Der Klimawandel könnte die Probleme weiter verstärken, unter anderem weil sich die Blühzeiten und die Niederschlagsverteilungen ändern. Auch dadurch könnte sich das Pollenangebot verändern - unter Umständen zum Nachteil der Bienen.
  • [Die Handy-Strahlung wird nicht erwähnt].

"Mit Sicherheit spielen auch noch unbekannte Faktoren eine Rolle", sagt Forscher Tautz. Uns so müssen auch Strategien zum Schutz der Bienen sehr komplex sein. So schlagen die Autoren des Berichts Prämien für Bauern vor, die bienenfreundliche Kulturen anlegen. Das bedeutet zum Beispiel, dass gezielt Blütenpflanzen am Rand von Nutzpflanzenfeldern positioniert werden. Außerdem sollten Insektizide und andere Agrarchemikalien vorsichtiger eingesetzt werden.

[Idee von Bienenschutzgebieten]

Vor allem müssen Wissenschaftler aber noch mehr zu den Ursachen des Massensterbens herausfinden. Für den Extremfall schlägt Jürgen Tautz außerdem die Einrichtung eines riesigen Bienenschutzgebietes vor. Darin sollten sich die Insekten frei entwickeln können - und so die besten Gegenmaßnahmen zu ihrem eigenen Schutz entwickeln. Im Zweifelsfall sei nur so das Überleben der Bienen zu sichern. Wo sich solch ein Schutzgebiet befinden könnte, weiß der Forscher noch nicht. Die Umwelt müsste noch weitgehend intakt sein, außerdem sollte es viel Platz geben: "Es müsste schon ein Gebiet von der Größe eines mittleren deutschen Bundeslandes sein."

chs>

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20 minuten
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16.3.2011: <Kampf gegen stümperhafte Bienenzucht> - schlechte Imkerei in der Schweiz, so Imker Köbi Künzle

aus: 20 minuten online; 16.3.2011; http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/16044221

<von Simon Städeli
-

Für Bienenzüchter Köbi Künzle wird hierzulande viel zu stümperhaft geimkert. Darum bietet er als erster in der Schweiz Profikurse an. Zudem fordert er Subventionen vom Staat.

Profi-Imker Köbi Künzle mit einem seiner 350 Bienenvölker. Schutzkleidung trägt er nie.

«Die Bienenzucht in der Schweiz ist komplett überaltert», sagt Imker Köbi Künzle. Deshalb sieht er einen grossen Handlungsbedarf: «Wenn nichts getan wird, sehe ich schwarz. Wir hinken unseren Nachbarländern um Jahre hinterher», so Künzle. Darum bietet der 42-Jährige nun Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. In seiner Bienenzucht in Oberhelfenschwil hat er dafür extra ein Kurslokal eingerichtet, in dem er den vielen «Bienenanalphabeten» das Handwerk beibringt. Die Kurse seien fast vollständig ausgelastet und die Besucher zwischen 30 und 50 Jahre alt. «Leider bleibt der junge Nachwuchs aus», sagt Künzle. Das habe auch seinen Grund: «Der Aufwand ist enorm und reich wird man sicher nicht.» Das schrecke die Jungen ab.

Laut Künzle muss sich auch in der Politik einiges ändern, damit das Imkerhandwerk nicht völlig ausstirbt. «Bienen müssen wie Milchkühe als Nutztiere anerkannt werden», fordert Künzle. Dann könnten auch Imker von Subventionen profitieren. Hans Sonderegger, Bieneninspektor des Kantons St. Gallen, sieht das genauso: «Bienen leisten einen existenziellen Beitrag für das Ökosystem. Darum sollte die Arbeit der Imker entschädigt werden», so Sonderegger.>

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n-tv online,
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24.3.2011: Langzeitstudie behauptet, die Bienen sterben durch die Varroamilbe

aus: n-tv online: Langzeitstudie klärt auf: Bienen sterben durch Milben; 24.3.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Bienen-sterben-durch-Milben-article2934091.html

<Eine Milbe ist der Hauptgrund für das Schwinden vieler deutscher Bienenvölker während der Wintermonate. Zu diesem Ergebnis kommt die Langzeitstudie "Deutsches Bienen-Monitoring", die von der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung koordiniert wurde. Es gebe nun den statistischen Nachweis, dass "zweifelsohne" vor allem die parasitische Milbe Varroa destructor den Bienen zusetze. Zweitwichtigstes Problem während der Wintermonate sei die Infektion mit bestimmten Viren. Der Parasit Nosema, Pflanzenschutzmittelrückstände und andere vermutete Ursachen spielten dagegen kaum eine Rolle, teilte die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft zu den Ergebnissen mit.

Seit einigen Jahren werden - nicht nur in Deutschland - in den Wintermonaten vermehrt Verluste von Bienenvölkern gemeldet. Über die Ursachen konnte lange nur spekuliert werden. Die neue Langzeitanalyse von 2004 bis 2009 bezog etwa 120 Imker mit mehr als 1200 Bienenvölkern ein. Die Tiere wurden auf Krankheiten und Pflanzenschutzrückstände untersucht, zudem wurden Angaben zu den Bienen, die von ihnen eingetragene Nahrungsmenge (Tracht) und Wetterdaten erfasst. Der Industrieverband Agrar (IVA) sowie der Deutsche Imkerbund (DIB) unterstützten das Projekt finanziell.

Behandlungen mit Ameisensäure reichen nicht aus

Protokolliert wurde unter anderem, wie viel Prozent der Bienen eines Volkes jeweils im Oktober mit Varroa-Milben befallen waren. Mit steigender Befallsrate steige das Risiko exponentiell, das Volk im Winter zu verlieren, schreiben die Autoren nun. Die Ergebnisse zeigten, dass die bisher - meist mit Ameisensäure - durchgeführten Behandlungen des Stocks gegen die Milben noch nicht ausreichend wirksam seien, um einen Rückgang des Befalls in der gesamten Region zu erzielen.

Dass im Winter wie oft gemeldet mittlerweile fast ein Drittel aller Bienenvölker eingehen, ließ sich mit der Studie nicht bestätigen. In den vier Wintern von 2004/05 bis 2007/08 hätten die Verluste lediglich zwischen 4 und 15 Prozent gelegen, heißt es in der Studie. Neben starkem Milbenbefall und Vireninfektionen sei eine alte Königin eine der Hauptursachen für Völkerverluste. "Zum ersten Mal gelang es nachzuweisen, dass Völker mit einer jungen Königin deutlich höhere Überwinterungschancen haben als Völker mit älteren Königinnen." Möglicherweise werde von ihnen mehr Brut produziert, die genaue Ursache sei aber noch unklar.

Die Schlüsse aus der Langzeitanalyse ließen sich sicherlich auch auf andere Regionen Europas und möglicherweise auch Teile Nordamerikas übertragen, schreiben die Autoren. Zu bedenken sei, dass in einigen Jahren auch zusätzliche Faktoren zu den Völkerverlusten beitragen können. Die Empfehlung für Imker aber sei klar diese: "Eine wirksame Behandlung zur Bekämpfung von Varroa destruktor ist die beste Lebensversicherung, die man für ein Honigvolk abschließen kann."

dpa>


Zum selben Thema äusserte sich die "Welt":

Welt
                online, Logo

24.3.2011: Langzeitstudie behauptet, die Varroamilbe sei Hauptursache für das grosse Bienensterben

aus: Welt online: Langzeitstudie: Hauptursache für das grosse Bienensterben gefunden; 24.3.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article12944433/Hauptursache-fuer-das-grosse-Bienensterben-gefunden.html

<Seit Jahren spekulieren Forscher über die Gründe für das Bienensterben in Deutschland. Nun steht zweifelsfrei fest, wer der größte Feind der Honigbiene ist.

Zu Forschungszwecken wurden im Jahr 1977 asiatische Honigbienen nach Deutschland geholt. Mit ihnen zusammen kam die Varroamilbe nach Europa. Die 1,6 Millimeter kleine und rundliche Milbe gilt als die größte Bedrohung in der Imkerei.

Eine Milbe ist der Hauptgrund für das Schwinden vieler deutscher Bienenvölker während der Wintermonate. Zu diesem Ergebnis kommt die Langzeitstudie "Deutsches Bienen-Monitoring", die von der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung koordiniert wurde.

Es gebe nun den statistischen Nachweis, dass "zweifelsohne" vor allem die parasitische Milbe Varroa destructor den Bienen zusetze. Zweitwichtigstes Problem während der Wintermonate sei die Infektion mit bestimmten Viren.

Der Parasit Nosema, Pflanzenschutzmittelrückstände und andere vermutete Ursachen spielten dagegen kaum eine Rolle, teilte die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft am Mittwochabend zu den Ergebnissen mit.

Seit einigen Jahren werden – nicht nur in Deutschland – in den Wintermonaten vermehrt Verluste von Bienenvölkern gemeldet. Über die Ursachen konnte lange nur spekuliert werden. Die neue Langzeitanalyse von 2004 bis 2009 bezog etwa 120 Imker mit mehr als 1200 Bienenvölkern ein.

Die Tiere wurden auf Krankheiten und Pflanzenschutzrückstände untersucht, zudem wurden Angaben zu den Bienen, die von ihnen eingetragene Nahrungsmenge (Tracht) und Wetterdaten erfasst. Der Industrieverband Agrar (IVA) sowie der Deutsche Imkerbund (DIB) unterstützten das Projekt finanziell.

Protokolliert wurde unter anderem, wie viel Prozent der Bienen eines Volkes jeweils im Oktober mit Varroa-Milben befallen waren. Mit steigender Befallsrate steige das Risiko exponentiell, das Volk im Winter zu verlieren, schreiben die Autoren nun.

Die Ergebnisse zeigten, dass die bisher – meist mit Ameisensäure – durchgeführten Behandlungen des Stocks gegen die Milben noch nicht ausreichend wirksam seien, um einen Rückgang des Befalls in der gesamten Region zu erzielen.

Dass im Winter wie oft gemeldet mittlerweile fast ein Drittel aller Bienenvölker eingehen, ließ sich mit der Studie nicht bestätigen. In den vier Wintern von 2004/05 bis 2007/08 hätten die Verluste lediglich zwischen 4 und 15 Prozent gelegen, heißt es in der Studie.

Neben starkem Milbenbefall und Vireninfektionen sei eine alte Königin eine der Hauptursachen für Völkerverluste. „Zum ersten Mal gelang es nachzuweisen, dass Völker mit einer jungen Königin deutlich höhere Überwinterungschancen haben als Völker mit älteren Königinnen.“ Möglicherweise werde von ihnen mehr Brut produziert, die genaue Ursache sei aber noch unklar.

Die Schlüsse aus der Langzeitanalyse ließen sich sicherlich auch auf andere Regionen Europas und möglicherweise auch Teile Nordamerikas übertragen, schreiben die Autoren.

Zu bedenken sei, dass in einigen Jahren auch zusätzliche Faktoren zu den Völkerverlusten beitragen können. Die Empfehlung für Imker aber sei klar diese: „Eine wirksame Behandlung zur Bekämpfung von Varroa destruktor ist die beste Lebensversicherung, die man für ein Honigvolk abschließen kann.“

Mehr Informationen zum Thema: Studie im Internet bei der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft>



Und zum selben Thema der Biene und der Langzeitstudie äusserte sich auch die Financial Times Deutschland:

Financial
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24.3.2011: <Biologie: Milben und Viren bedrohen Bienenvölker>

aus: Financial Times Deutschland; 24.3.2011;
http://www.ftd.de/wissen/natur/:biologie-milben-und-viren-bedrohen-bienenvoelker/60030444.html

<In den vergangenen Jahren starben immer wieder ganze Staaten der honigproduzierenden Hautflügler. Eine Langzeitstudie legt erstmals die Gründe dafür offen: Neben bestimmten Milben- und Virenarten spielt auch das Alter der Königin eine Rolle.

Eine Milbe ist der Hauptgrund für das Schwinden vieler deutscher Bienenvölker während der Wintermonate. Zu diesem Ergebnis kommt die Langzeitstudie "Deutsches Bienen-Monitoring", die von der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung koordiniert wurde.

Es gebe nun den statistischen Nachweis, dass "zweifelsohne" vor allem die parasitische Milbe Varroa destructor den Bienen zusetze. Zweitwichtigstes Problem während der Wintermonate sei die Infektion mit bestimmten Viren. Der Parasit Nosema, Pflanzenschutzmittelrückstände und andere vermutete Ursachen spielten dagegen kaum eine Rolle, teilte die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft am Mittwochabend zu den Ergebnissen mit.
Seit einigen Jahren werden - nicht nur in Deutschland - in den Wintermonaten vermehrt Verluste von Bienenvölkern gemeldet. Über die Ursachen konnte lange nur spekuliert werden. Die neue Langzeitanalyse von 2004 bis 2009 bezog etwa 120 Imker mit mehr als 1200 Bienenvölkern ein. Die Tiere wurden auf Krankheiten und Pflanzenschutzrückstände untersucht, zudem wurden Angaben zu den Bienen, die von ihnen eingetragene Nahrungsmenge (Tracht) und Wetterdaten erfasst. Der Industrieverband Agrar (IVA) sowie der Deutsche Imkerbund (DIB) unterstützten das Projekt finanziell.

Protokolliert wurde unter anderem, wie viel Prozent der Bienen eines Volkes jeweils im Oktober mit Varroa-Milben befallen waren. Mit steigender Befallsrate steige das Risiko exponentiell, das Volk im Winter zu verlieren, schreiben die Autoren. Die Ergebnisse zeigten, dass die bisher - meist mit Ameisensäure - durchgeführten Behandlungen des Stocks gegen die Milben noch nicht ausreichend wirksam seien, um einen Rückgang des Befalls in der gesamten Region zu erzielen.

Dass im Winter wie oft gemeldet mittlerweile fast ein Drittel aller Bienenvölker eingehen, ließ sich mit der Studie nicht bestätigen. In den vier Wintern von 2004/05 bis 2007/08 hätten die Verluste lediglich zwischen 4 und 15 Prozent gelegen, heißt es in der Studie. Neben starkem Milbenbefall und Vireninfektionen sei eine alte Königin eine der Hauptursachen für Völkerverluste. "Zum ersten Mal gelang es nachzuweisen, dass Völker mit einer jungen Königin deutlich höhere Überwinterungschancen haben als Völker mit älteren Königinnen." Möglicherweise werde von ihnen mehr Brut produziert, die genaue Ursache sei aber noch unklar.

Die Schlüsse aus der Langzeitanalyse ließen sich sicherlich auch auf andere Regionen Europas und möglicherweise auch Teile Nordamerikas übertragen, schreiben die Autoren. Zu bedenken sei, dass in einigen Jahren auch zusätzliche Faktoren zu den Völkerverlusten beitragen können. Die Empfehlung für Imker aber sei klar: "Eine wirksame Behandlung zur Bekämpfung von Varroa destruktor ist die beste Lebensversicherung, die man für ein Honigvolk abschließen kann.">



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Aber schon im September 2010 behauptete die Welt am Sonntag, es könnten robuste "Superbienen" gezüchtet werden:

Welt online,
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25.9.2010: <Umwelt: Robuste Superbienen sollen die Welt retten>

aus: Welt online; 25.9.2010;
http://www.welt.de/wissenschaft/article9849235/Robuste-Superbienen-sollen-die-Welt-retten.html

<Autor: Robert Saemann-Ischenko

Überall sterben die Bienen: Nur bei einem britischen Imker nicht. Er hat ein Super-Volk gezüchtet – schneller, stärker, schier unverwundbar.

Sie kommt 80 Jahre nach Superman: Sie ist stärker als normale Bienen. Den Begriff "Superbiene" mag ihr Erschaffer trotzdem nicht so gern.

Kleines Geld, große Wirkung: Für nur 99 Pence hatte Ron Hoskins bei Ebay ein zehnfaches Vergrößerungsglas aus Hongkong erstanden – und plötzlich sah er die Welt mit anderen Augen. Er sah seine Welt, die Welt der Bienen – so groß wie nie zuvor. „Ich glaube nicht, dass dieses Teil wirklich zehnfach vergrößert“, sagt der 79-jährige Engländer aus dem Städtchen Swindon – „aber ich habe mit ihm deutlich mehr erkennen können als mit meinen alten Gläsern. Zum Beispiel sind mir plötzlich diese durchsichtigen Bienenfühler aufgefallen.“

Mr. Hoskins sah die feinen Fühler, dünner als Menschenhaare – überall im Stock verteilt. Totkranke Larven hatten sie verloren, während sie von fleißigen Putzerbienen aus dem Stock getragen wurden. Normale Bienen lassen die Larven einfach liegen. Aber nicht das fleißige Völkchen von Mr. Hoskins. Seine Bienen sind rege, aggressiv – und unglaublich reinlich. „Es sind Superbienen“, schreiben englische Zeitungen. Denn mit seinen Bienen ist Mr. Hoskins womöglich der Lösung eines der großen Wirtschafts-Probleme unserer Zeit einen entscheidenden Schritt nähergekommen.

Um das zu verstehen, muss man einen weiten Bogen spannen. Man muss wissen, dass seit Jahren ein mysteriöses Bienensterben grassiert. Normalerweise überleben etwa zehn Prozent der Bienenvölker den Winter nicht – seit 2007 ungefähr sterben in den USA Jahr für Jahr rund ein Drittel aller Bienen. Ganze Völker verschwinden einfach – die Imker finden im Stock nur noch ein paar schwer gezeichnete Bienen oder gar keine mehr.

Wissenschaftler haben für das Phänomen den Begriff „Collony Collapse Disorder“ geprägt, zu übersetzen mit „Völkerzusammenbruch“. Trotz aller Forschungsanstrengungen werden die Probleme eher größer: Der Agricultural Research Service des US-Gesundheitsministeriums meldet, dass allein im vergangenen Winter 33,8 Prozent aller US-Bienenvölker eingegangen oder verschwunden sind.

USA wären längst bienenfrei

Ohne intensive Nachzucht wären weite Teile der USA inzwischen bienenfrei – mit verheerenden Folgen. Denn die Biene ist nicht einfach ein netter Honigproduzent, sondern das mit weitem Abstand wichtigste Bestäubungsinsekt der Welt. 80 Prozent aller Blütenpflanzen sind auf ihren Bestäubungsservice angewiesen, darunter viele für Mensch und Vieh wichtige Arten vom Apfelbaum über Klee und Luzerne bis zur Sojabohne. Der kommerzielle Wert der Bestäubung durch Bienen beträgt laut Schätzungen von Landwirtschaftsexperten zwischen 10 und 20 Milliarden Dollar pro Jahr in den USA und summiert sich weltweit auf über 135 Milliarden Euro.

Ganz so verheerend tobt das Bienensterben in Europa nicht oder zumindest noch nicht. Denn „auch in Deutschland verlieren wir seit Jahren jeden Winter zwischen 15 und 30 Prozent der Bienenvölker“, berichtet Professor Jürgen Tautz von der Universität Würzburg, einer der führenden deutschen Bienenforscher. „Der Verlust liegt konstant über dem natürlichen Schwund, sodass die Gesamtpopulation der Bienen längst zusammengebrochen wäre, wenn die Imker nicht ständig Völker vermehren würden.“

Fielen die Bienen als Bestäuber aus, wären die Folgen kaum auszumalen: Die Flora würde sich binnen weniger Jahre extrem verändern, weg von den Blütenpflanzen, die sie seit 30 Millionen Jahren beherrschen; in der Folge verändere sich auch die Tierwelt. Und die Ernährungsgrundlage des Menschen wäre gefährdet. „Ein Drittel unserer Lebensmittel kommt durch die Bestäubungsleistung der Honigbiene zustande“, sagt Tautz, „und dieser Verlust wäre in Zahlen nicht auszudrücken.“

Trotz großer Fortschritte in einzelnen Bereichen ist der Forschung der große Erfolg im Kampf gegen das Collony Collapse Disorder nicht gelungen. „Die Probleme der Bienen sind so vielfältig wie unsere Möglichkeiten, sie zu untersuchen. Es gibt eine ganze Menge negativer Einflüsse: Der Biene machen klimatische Effekte zu schaffen, die moderne Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und ihren Giften, dazu kommen Parasiten und Pilze, Krankheiten und Viren. Sowie die Wechselwirkungen zwischen all diesen Faktoren“, sagt Tautz. Kurzum: Es gibt für das Verschwinden der Honigbiene nicht den einen Grund.

Kleine Parasiten machen Bienen den Garaus

Aber mit am meisten macht der Honigbiene ein winzig kleiner Parasit zu schaffen, die Varroa-Milbe. Wobei die Reihenfolge unklar ist – schwächt der Blutsauger die Bienen so, dass sie sonstigen Einflüssen nicht mehr standhalten können? Oder befällt der Plagegeist nur Bienen, die sowieso schon geschwächt sind? Einst hat die Varroa-Milbe ausschließlich die Asiatische Honigbiene befallen, die vor Millionen Jahren durch einen harten Selektionsprozess sozusagen gelernt hat, als Wirtstier zu überleben. Die europäische Biene hingegen überlebt die Milbe auf Dauer nicht, befallene Brut stirbt oft schon vor dem Schlupf ab.

Üblicherweise begegnet man der Varroa-Milbe mit biotechnischen oder chemischen Verfahren: So wird Drohnenbrut entnommen und mit Fangwaben gearbeitet, thymolhaltige Arznei gegeben oder 80-prozentige Ameisensäure versprüht. Das mindert den Milbenbefall, beseitigt ihn aber nicht. Vor allem bei chemischer Behandlung aber droht die Gefahr, dass die Varroa-Milbe Resistenzen entwickelt – schließlich schafft sie in der Zeit, die Bienen für eine Generation brauchen, gleich sieben, passt sich also rasend schnell an.

Zudem darf die Behandlung nicht zu Rückständen im Honig und Wachs führen. Professor Tautz bringt das Dilemma so auf den Punkt: „Im Bienenstock gibt es zwei Organismen, die beide zur großen Gruppe der Gliedertiere gehören: die Milbe und die Biene. Einen wollen wir töten, den anderen intakt lassen. Und das Ganze ohne Beeinträchtigung der Produkte – ein Riesenproblem.“

Und da kommt Mr. Hoskins wieder ins Spiel. Seit 1992, als die ersten englischen Bienen von der Varroa-Milbe befallen wurden, hat auch der freundliche Herr aus Swindon in Südengland viele Bienen an den Parasiten verloren. Er begann die Sache systematisch zu beobachten. 18 Jahre lang ohne größeren Erfolg. Bis er eines Tages entdeckte, dass eines seiner Völker kaum Verluste durch die Blutsauger hatte.

Bienen, die sich wie die Affen lausen

Aber warum? Die Betrachtung mit der Lupe brachte es ans Licht: Die Bienen dieses einen Volks räumten fein säuberlich alle befallenen Larven aus dem Stock, wie die dort herumliegenden transparenten Larven-Fühler bewiesen – die der Imker dank seines Vergrößerungsglases schließlich sehen konnte. Und nicht nur das – die Bienen dieses einen Volkes suchten sich auch gegenseitig nach den Milben ab, ganz so wie Affen sich lausen.

„Could a superbee from Swindon save the world?“, lautet die Schlagzeile des Londoner „Guardian“. Mr. Hoskins ist das peinlich. „Bei mir melden sich ständig Leute, die solche vermeintlichen Superbienen kaufen wollen. Aber ich muss das Ganze erst mal weiter beobachten, schließlich weiß ich noch gar nicht, ob das Absuchverhalten überhaupt erblich ist“, sagt Mr. Hoskins. Genau deswegen kommt ja die Asiatische Biene mit der Varroa-Milbe klar: Weil sie sich und den Stock sauber hält.

„Wenn jetzt dieser nette englische Imker durch Zufall ein Volk der europäischen Biene gefunden hat, das dieses Putzverhalten vererbt, wäre das eine chemiefreie Lösung des Milbenproblems und schlichtweg genial. Wir müssen die Milbe ja nicht ausrotten – nur verhindern, dass die Milbe die Biene ausrottet“, sagt Tautz.

Tatsache ist, dass seit geraumer Zeit auch Forscher aus den USA und Europa versuchen, solche Putzer-Bienen gezielt zu züchten. Allein am deutschen Varroa-Toleranz-Zuchtprogramm arbeiten ein paar Hundert Imker und etliche Institute mit. Ihr Ansatz ist derselbe wie bei Mr. Hoskins, nur in anderen Dimensionen: Die Wissenschaftler infizieren Bienenvölker absichtlich mit Varroa; dann prüfen sie, ob bei manchen Völkern die Verluste geringer sind als bei anderen.

Hoffnung auf eine Evolution im Zeitraffer

Die Hoffnung: dass die Bienen durch Zufallsmutationen Verhaltensweisen zeigen, mit denen sie sich der Varroa-Milbe entledigen – also im Zeitraffer eine Entwicklung absolvieren, für die ihre asiatischen Vettern Millionen Jahren gebraucht haben. Selbst kleine Erfolge ließen sich dann, wie in jeder klassischen Tierzucht, durch gezielte Weiterzüchtung verstärken und festschreiben.

Ein Durchbruch ist nicht in Sicht. Tautz fasst die Lage so zusammen: „Die Wissenschaft ist in der Situation der Roten Königin in ,Alice im Wunderland' – die muss dauernd rennen, damit sie auf der Stelle stehen bleibt, Stillstand bedeutet Rückschritt. Auch wir Bienenforscher müssen dranbleiben, um wenigstens den momentanen Status zu halten.“

Solange das so ist, werden wohl manche Bienenzüchter weiterhin zu wenig kollegialen Methoden greifen, um ihre Verluste auszugleichen. Beim Hamburger Spezialversicherer Gaede & Glauerdt sind die deutschen Imker-Landesverbände und damit rund 80.000 Imker versichert. Schon jetzt haben manche Landesverbände für 2010 mehr Bienendiebstähle gemeldet als für das ganze Jahr 2009 – und in dem wurden 635 Bienenvölker geklaut.>


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gmx
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Lausanne 13.5.2011: Handy-Strahlen sind ein wichtiger Faktor für das Bienensterben - die Königin wächst nicht heran - 80 Experimente von Daniel Favre

aus: gmx nachrichten: Verursachen Handystrahlen das Bienensterben? 13.5.2011;
http://www.gmx.net/themen/wissen/tiere/307lscm-toetet-handysmog-bienen

<(cfl/as) - Das ist unumstritten: Seit Jahren gibt es unter Bienen ein großes Massensterben. Doch bisher waren die Ursachen unklar. Ein Schweizer Forscher will jetzt den Auslöser gefunden haben. Elektrosmog von Mobiltelefonen soll die Insekten in den Tod treiben.


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/wissen/tiere/307lscm-toetet-handysmog-bienen#.A1000146

Auf eigene Faust machte sich der Ex-Biologe Daniel Favre an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne im Jahr 2009 daran, dem Bienensterben auf den Grund zu gehen, wie das Schweizer Boulevard-Portal "Blick.ch" berichtet. Bisher standen Parasiten, Viren oder Pestizide im Verdacht, doch Favre experimentierte mit einer ganz anderen Ursache, den Handystrahlen.

Dazu führte er gut 80-mal einen Versuch aus: Er platzierte Handys auf Bienenstöcken und maß dann den Geräuschpegel, so "Blick.ch" weiter. Im Standby-Modus der Handys veränderte sich die Geräuschfrequenz der Insekten nicht und lag bei 450 Hertz. Eine gute halbe Stunde nach dem Einschalten der Telefone steigerte sich das Summen jedoch auf 4.000 Hertz. "Die Telefonie steigert den Gesang der Arbeiterbienen", zitieren die Schweizer den Ex-Biologen Daniel Favre.

Die Lärmentwicklung sei ein klares Zeichen, dass die Völker gestört würden, so Favre, dessen Erkenntnisse demnächst in der Fachzeitschrift "Apidologie" erscheinen. Nach der Störung verließen die Bienen mit der alten Königin den Stock nicht, um ein neues Volk zu gründen. Der Grund: Die neue Königin hatte keine Chance heranzuwachsen und muss laut Favre dann schließlich sterben. "Die Mobilkommunikation ist für Bienen verhängnisvoll", kommentiert der Schweizer gegenüber "Blick.ch" seine Studie.>


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/wissen/tiere/307lscm-toetet-handysmog-bienen#.A1000146

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20 minuten
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15.5.2011: Bienensterben - neueste Studien belegen, dass Handystrahlen schädlich sind

aus: 20 minuten online: Mysteriöses Sterben: Strahlen, Viren, Pestizide - woran krankt die Biene? 15.5.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Strahlen--Viren--Pestizide---woran-krankt-die-Biene--15324405

<von Annette Hirschberg
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Die fleissigen Honigsammler werden seit Jahren dahingerafft, die Population geht dramatisch zurück. Neuste Studien geben der Mobiltelefonie die Schuld.

In der westlichen Welt werden grosse Teile der Bienenbevölkerung regelrecht dahingerafft. In den USA ist es am Schlimmsten. Seit 2006 sterben jedes Jahr 30 Prozent der amerikanischen Bienen weg. Einige Imker haben im Frühling kein einziges lebendes Volk mehr.

Die Kosten wegen der mangelnden Bestäubung von Mandelbaum-, Frucht- und Gemüseplantagen gehen in die Milliarden. Auch in Europa sind die Zahlen alarmierend: Der Bestand schrumpft je nach Land jährlich um zehn bis zwanzig Prozent – Tendenz steigend.

Über Nacht verschwunden

Beunruhigend am Eingehen der fleissigen Insekten ist, wie es geschieht. Die Bienen sterben nicht im Bienenkasten sondern verschwinden einfach. Colony Collapse Disorder (CCD), auf deutsch Bienenvolk-Kollaps, nennen Forscher das neue Phänomen.

Typisch für CCD ist, dass die Bienenbevölkerung keine der gängigen Symptome wie bekannte Krankheiten oder Parasitenbefall aufweist. Im Gegenteil: Die Honigsammler schienen gemäss Forschern (CCD Steering Committee 2007) noch kurz vor ihrem Verschwinden gesund und kräftig zu sein. Die Arbeiterbienen haben – oft über Nacht – den Bienenkasten verlassen und die Königin mit der Brut zurückgelassen. Dieses mysteriöse Verhalten der Bienen versuchen Imker und Forscher mit verschiedensten Hypothesen zu erklären.

Schuld ist die moderne Welt

So wird spekuliert ob es wohl ein Bienen-Aids gebe, eine bisher unerkannte Infektionskrankheit, die die Völker dahinrafft. Die Varroa-Milbe, ein blutsaugender Parasit, und die Monokulturen werden als Ursache genannt. Andere geben den genetisch veränderten Pflanzen die Schuld. Sie produzierten Bakteriengift, das für die Bienen schwer verdaulich sei. Es wird auch vermutet, dass ein mysteriöses, bisher unbekanntes Gift den Bienen zusetzt. Und der Klimawandel wird angeführt. Er verschiebe die Blütezeit und setze so die Bienen einem grossen Stress aus.

[Daniel Favre stellt Handys auf Bienenstöcke - die Bienen geben das Signal, den Stock zu verlassen]

Zum Reigen der möglichen Ursachen kommt aus der Ecke der Biotechnologie eine weitere Theorie hinzu: Schuld ist die Mobiltelefonie. Die Wellen aktiver Handys sollen Bienen so grossem Stress aussetzen, dass sie ihren Stock verlassen. Was zunächst wie ein weiterer verzweifelter Erklärungsversuch aussieht, scheint nach einer Versuchsreihe des Lausanner Biotechnologen Daniel Favre (Mobile phone-induced honeybee worker piping 2009) Hand und Fuss zu haben.

Mehrere Forscher haben bereits einen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonie und CCD hergestellt. «Ich habe aber als erster nachgewiesen, dass die Bienen unter Einfluss der Handystrahlen anfangen zu piepsen wie kurz vor dem Ausschwärmen», sagt Favre gegenüber 20 Minuten Online. Er hat ein aktives Handy direkt auf den Bienenkasten gelegt, worauf das Volk nach kurzer Zeit in grossen Stress kam.

Zwanzig Stunden Handysignal reichen nicht fürs Schwärmen

Die von Favre festgestellten Schwärmsignale würden erklären, wieso scheinbar gesunde Bienen ihre Königin samt Brut einfach im Stich lassen. Favre vermutet, dass Bienen, die konstant oder immer wieder den Wellen telefonierender Handys ausgesetzt sind, irgendwann tatsächlich ausschwärmen. «Eine Studie von Sahib und Pattazhy hat 2009 ergeben, dass Völker in Bienenkästen bei Handyantennen nach fünf bis zehn Tagen verschwinden», sagt Favre. Die Arbeiter finden wegen der Strahlen nicht mehr nach Hause oder verlassen den Stock einfach. Favre selbst hat seine Versuche zur Schonung der Bienen jeweils nach 20 Stunden abgebrochen. «Zu einem Ausschwärmen ist es in dieser Zeit nicht gekommen.»

[Die multiple Ursache für den Bienenkollaps: Handy, Pestizide, Milben, Viren, Monokulturen, Klimawandel - der "strahlensichere Bienenkasten"]

Für Favre ist aber klar, dass nicht die Handystrahlen allein am Verschwinden der Insekten Schuld sind. «Pestizide, Milben, Viren, Monokulturen und Klimawandel. Alles zusammen führt zum Bienenvolk-Kollaps», sagt er. Er will nun aber untersuchen, wie gross der Einfluss der Handystrahlen ist. «Ich werde für weitere Tests strahlensichere Bienenkästen bauen.» Zudem will er versuchen, von zahlreichen Bienenvölkern jeweils einige Bienen einzufrieren. «Verschwindet dann ein Volk, kann anhand der toten Bienen untersucht werden, ob es im Stock zu viele Pestizide, Milben oder Krankheiten gab.»

Favre ist nicht der einzige, der sich bemüht, dem Mysterium CCD auf den Grund zu gehen. In den USA sind seit 2008 Forschungsgelder gesprochen worden, um die Bienen zu retten. In Europa gibt es seit 2009 ein internationales Projekt, das sich dem Bienensterben widmet. Eine Lösung wurde bisher noch nicht gefunden.>


Schlussfolgerung: Die Natur wieder herstellen - die Bonzen wollen das nicht

Zur Rettung der Bienen in der "zivilisierten" Welt sind Massnahmen zur "Renaturierung" der Landschaft unumgänglich:

-- Verbot von Pestiziden
-- Eliminierung der Monokulturen
-- Vorgehen gegen Milben und Viren
-- Einschränkung der Mobiltelefonie auf dem Land
-- strahlensichere Bienenkästen.

Aber die Industrie-Bonzen wollen sicher nicht auf den Profit durch Pestizide und Monokulturen verzichten. Deswegen leben die Bonzen lieber ohne Bienen...

Michael Palomino, 16.5.2011

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20 minuten
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16.6.2011: Milder Frühling bringt viel Honig - aber die Milben sind nicht weg

aus: 20 minuten online: Honig: Rekordhohe Ernte - doch erneut drohen Milben; 16.6.2011;
http://www.20min.ch/news/basel/story/25519606

<von Lukas Hausendorf -

Bei den Imkern in Basel herrscht Freude: Ihre Bienen bescheren ihnen dank des milden Frühlings eine Rekordhonigernte. Das nächste Bienensterben droht aber bereits.

Der milde Frühling war für die Bienen ideal. (Bild: apn)

«Viele unserer Imker haben eine Jahrhunderternte», sagt Fredy Schärmeli, Präsident des Arlesheimer Bienenzüchtervereins. Während die Imker in den letzten Jahren vom Pech verfolgt waren – die Varroa-Milbe raffte zahlreiche Bienenvölker dahin – fliesst der Honig wieder in Strömen. «Der milde Frühling war ausserordentlich gut für unsere Bienen. Sie vermehrten sich und sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten», so der Waldenburger Bieneninspektor Christian Hochstrasser. Man müsse aber wachsam bleiben. «Nächstes Jahr kann alles schon wieder anders sein», mahnt er. «Die Temperaturen sind jetzt sehr gut für die Milben», gibt auch Schärmeli zu bedenken. Nach der Ernte müsse sofort mit der Behandlung der Bienenstöcke angefangen werden, damit die Völker milbenfrei durch den Winter kämen.

Die heurige Renaissance der Bienen lockt auch Neo-Imker an. So haben die Anmeldungen für Grundkurse beim Basler Imkerverein zuletzt zugenommen. «Auch Jüngere interessieren sich dafür», so Andreas Seiler, der dem Urban Agriculture Netzwerk angehört und dort für das Stadtimkern wirbt, ein in Nordamerika immer beliebterer Trend. Dank den vielen Hinterhöfen ist die Biodiversität in der Stadt sehr gross. Er selbst hält Bienenstöcke auf dem Gundeldingerfeld und beim Schützenmattpark.>

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Und auch noch das:

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21.8.2011: Asiatische Hornissen rotten von Südfrankreich her Bienenstöcke in Europa aus

aus: 20 minuten online: Ungebetener Gast: Killer-Hornisse tötet heimische Bienen; 21.8.2011;
http://www.20min.ch/wissen/news/story/Killer-Hornisse-toetet-heimische-Bienen-26936746

<Die europäische Biene hat gegen sie keine Chance: Asiatische Hornissen patrouillieren in Frankreich vor Bienenstöcken, töten die Nutztiere und haben auch Menschen bereits angegriffen. Die Schweiz wappnet sich bereits.

Eine gefrässige Hornisse aus Asien dürfte demnächst zur neuen Bedrohung für hiesige Bienen werden: Sie breitet sich von Frankreich her Richtung Schweiz aus, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Gefährlich ist sie, weil sie ihre Brut mit Bienen ernährt. Die Vespa velutina lauert vor Bienenstöcken bis die Arbeiterinnen zurückkehren. Dann trennt sie ihnen Flügel, Kopf und Beine ab und verfüttert den proteinreichen Körper an ihre Brut.

Laut Experten stellt das Killerinsekt eine potenzielle Gefahr dar, zumal der Schweizer Bienenbestand bereits durch Varrora-Milben und die Sauerbrut-Krankheit geschwächt ist. Das Bundesamt für Umwelt entwickelt ein Beobachtungsprogramm, um die Ankunft der Hornisse frühzeitig zu bemerken.

«Hornissenflut» in Frankreich

2004 war das erste Nest der von China bis Indonesien vorkommenden Hornissenart Vespa velutina bei Bordeaux entdeckt worden. Sie wurde vermutlich in Töpferwaren nach Europa eingeschleppt. In Frankreich verbreitete sich die Killer-Hornisse rasend schnell. Die «Zeit» schrieb 2007 von einer «Hornissenflut», die den Süden Frankreichs überfallen hätte. Damals zählte ein Insektenforscher allein auf einer 40-Meilen-Strecke zwischen Marmande and Podensac 85 fussballgrosse Nester.

Forscher gingen damals davon aus, dass in ganz Aquitanien längst tausende Nester gebaut worden seien. Laut Spiegel Online wurden im selben Jahr 2000 Nester in der Region zerstört. Doch der Vormarsch der Hornisse liess sich nicht aufhalten. Jährlich dringe das Insekt nach Angaben des Imkerverbandes UNAF 100 bis 150 Kilometer weiter vor, meldete dieser 2009.

«Kampf von vornherein verloren»

Während die europäische Hornisse Nester für ein paar hundert Tiere errichtet, klebt die Vespa velutina Bauten von 60 Zentimetern Durchmesser für Tausende Jägerinnen zusammen. «Der Kampf ist von vornherein verloren», sagte Denis Thiery vom Agrarforschungsinstitut INRA in Bordeaux der Zeitung «Le Parisien». Die Hornissen bauen ihre Nester in hohen Bäumen ebenso wie auf Dachböden oder in Erdnähe. «Man kann das Tier sogar in der Kanalisation aufstöbern», so Thiery weiter.

In Frankreich nahmen mit der asiatischen Hornisse auch Klage über Angriffe auf Menschen durch das Insekt zu. 2009 attackierte ein grosser Schwarm asiatischer Hornissen im südwestfranzösischen Saint-Vite Wanderer und Radfahrer. Sechs von Dutzenden Stichen übersäte Menschen mussten ins Krankenhaus, darunter zwei niederländische Touristen. Die Hornisse sei aber gemäss Experten nicht gefährlicher als ihre einheimischen Artgenossen. In unmittelbarer Nähe ihres Nestes könnten sie jedoch aggressiv reagieren.

(meg)>

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Biene: Gen-Honig ist in der EU nicht mehr legal

6.9.2011: Gen-Honig ist in der EU nicht mehr legal - Honig mit genetischen veränderten Spuren darf nicht mehr verkauft werden

aus: n-tv online: EU: EU-Gericht verschärft Regeln für Gen-Honig; 6.9.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/EU-Gericht-verschaerft-Regeln-fuer-Gen-Honig-article4234576.html

<Luxemburg (dpa) - Honig, der gentechnisch veränderte Pollen enthält, darf nur mit einer Zulassung in den Handel kommen. Für jegliches Lebensmittel, das auch nur geringste Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalte, sei eine Sicherheitsüberprüfung und Zulassung nötig, urteilte der Europäische Gerichtshof. Ein Imker aus Augsburg hatte gegen Bayern geklagt, weil in der Nähe seiner Bienenstöcke auf einem Grundstück zu Forschungszwecken gentechnisch veränderter Mais angebaut wurde.

Quelle: n-tv.de / dpa>


Financial
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6.9.2011: <Urteil des EuGH: Verkaufsstopp für Honig mit Genmais-Spuren>

aus: Financial Times Deutschland online; 6.9.2011;
http://www.ftd.de/wissen/natur/:urteil-des-eu-gh-verkaufsstopp-fuer-honig-mit-genmais-spuren/60100877.html

<Ein deutscher Imker hat am Europäischen Gerichtshof ein folgenreiches Urteil errungen: Mit Pollen von Genmais kontaminierter Honig darf am europäischen Markt nicht mehr ohne Zulassung verkauft werden. Das Urteil betrifft vor allem Importhonig.

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) dürfte Honig mit Spuren gentechnisch veränderter Pflanzen bald aus den Supermarktregalen verschwunden sein. Lebensmittel, die auch nur geringste Rückstände wie Pollen von solchen Pflanzen enthalten, müssten vorher geprüft und zugelassen werden. Sonst dürfe die Ware nicht in den Handel gelangen, urteilte der EuGH am Dienstag in Luxemburg. Die Menge an Genspuren in dem Produkt sei dabei unerheblich.

Im konkreten Fall ging es um Honig aus Bayern, der Pollen des gentechnisch verränderten Maises vom Typ MON 810 enthielt. Da dieser in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen ist, dürfe der Honig nicht mehr verkauft werden, schrieb der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nach dem Urteil. Imker könnten von Landwirten Entschädigung verlangen, wenn ihr Honig Spuren von Gentechnik enthalte, teilte das Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agrogentechnik mit, das den Imker bei seiner Klage unterstützt hatte.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will das Urteil prüfen und mit den zuständigen Überwachungsbehörden der Länder über Konsequenzen beraten. Dabei gehe es nun besonders darum, "wie die Vorgaben des Gerichts für den Handel mit Honig möglichst schnell umgesetzt werden können", sagte ein Sprecher in Berlin. Zudem sei die Europäische Kommission gebeten worden, einen Vorschlag über ein einheitliches Vorgehen in der gesamten EU vorzulegen.

Das Urteil gilt als wegweisend. Vor allem Importhonige aus Nord- und Südamerika dürften betroffen sein, weil dort weitaus mehr Gentechnik-Pflanzen angebaut werden als hierzulande. Der Richterspruch ist auch eine Schlappe für die EU-Kommission und Lobbygruppen der Agrarindustrie. Die Kommission hatte argumentiert, der Honig bedürfe keiner Zulassung, weil Maispollen zufällig und ohne menschliches Zutun in den Honig gelangt seien. Der Gerichtshof ist dagegen der Auffassung, dass es nicht darauf ankommt, "ob der Pollen dem Honig absichtlich hinzugefügt oder zufällig eingetragen wurden."

Hintergrund war die Klage des Imkers Karl Heinz Bablok gegen den Freistaat Bayern, die er mit Unterstützung von Imkerverbänden und ökologischen Anbauverbänden angestrengt hatte. Der Mann aus Kaisheim in der Nähe von Augsburg produzierte Honig sowie Nahrungsergänzungsmittel aus Pollen. Seine Bienenstöcke standen nur 500 Meter von einem Grundstück entfernt, auf dem der Freistaat zu Forschungszwecken gentechnisch veränderten Mais anbauen ließ. Das Unternehmen Monsanto  hatte 1998 die Genehmigung für den Anbau erhalten. Der Mais enthält das Gen eines Bakteriums, das Larven eines Parasiten abtötet.

2005 entdeckte der Imker in seinen Bienenstöcken und seinem Honig Pollen des Gen-Maises und ließ den Honig in einer Müllverbrennungsanlage vernichten. Den Freistaat verklagte er auf Schadenersatz durch alle Instanzen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof verwies den Fall schließlich nach Luxemburg.

Nach dem Urteil zeigte sich Bablok erleichtert: "Ich hätte nie gedacht, dass ich solche Wellen schlagen werde. Aber die kleine Biene kann eben doch ganz schön stechen."

Der BUND forderte, die europäische und die deutsche Gesetzgebung müsse angepasst werden. Erforderlich sei, einen Mindestabstand zwischen Gentechnikfeldern und Bienenstöcken festzulegen. Die Umweltschützer von Greenpeace forderten von der Bundesregierung, sie müsse "jeglichen weiteren Anbau von riskanten genmanipulierten Pflanzen unterbinden".>

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1.10.2011: Die Biene leckt den süssen Nektar

aus: n-tv online: Schlecken, schlürfen oder saugen: Trinktechnik bestimmt Nektarwahl; 1.10.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Trinktechnik-bestimmt-Nektarwahl-article4432091.html

<Schmetterlinge saugen den Blütensaft durch ihren Rüssel.

Insekten bevorzugen unterschiedlich süßen Blütennektar. US-Forscher finden heraus, dass das an der Trinktechnik liegt. Denn je süßer der Nektar, desto dicker der Saft. So fällt es beispielsweise den Schmetterlingen schwer, dicken Saft durch ihren Rüssel aufzusaugen. Bienen, die schlecken, haben dagegen leichtes Spiel.

Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge – sie alle fliegen auf süßen Blütennektar. Von welcher Pflanze diese und andere Nektar trinkende Tiere naschen, hängt maßgeblich von der angewandten Trinktechnik ab, haben US-Forscher nun herausgefunden. So trinken Bienen, die ihre Zunge in den süßen Pflanzensaft tauchen, süßeren Nektar als etwa Schmetterlinge, die den Saft aufsaugen, schreiben die Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften. Das liege daran, dass mit dem Zuckergehalt die Viskosität des Nektars zunimmt und er sich dann nicht mehr so leicht aufsaugen lässt.

Grundsätzlich gibt es drei Techniken, um Nektar von einer Blütenpflanze aufzunehmen: Bei Kolibris zum Beispiel wird der süße Saft per Kapillarwirkung passiv eingesogen, wenn die Zunge in den Nektar getaucht wird. Schmetterlinge und Motten saugen den Nektar aktiv durch winzige Rüssel. Die meisten Bienen wiederum und einige Ameisen tauchen ihre Zunge in den Nektar ein und ziehen sie dann zurück. Allen Tieren gemein ist, dass sie zum Naschen meist nicht viel Zeit haben, da sie an der Blüte leicht von Feinden entdeckt werden können. Sie müssen also möglichst schnell möglichst viel Nektar – und damit Energie – zu sich nehmen.

Optimale Zuckerkonzentration

Prinzipiell wäre das am einfachsten, wenn sie den süßesten Nektar trinken, da dieser am energiereichsten ist. Trotzdem trinken Schmetterlinge, Motten und viele andere Tiere weniger süßen Nektar als etwa Bienen. Dass dies an der angewandten Trinktechnik liegt, fanden Wonjung Kim, Tristan Gilet und John Bush vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge im US-Staat Massachusetts durch einen Vergleich von Modellen heraus, welche die unterschiedlichen Trinktechniken mathematisch beschreiben. Außerdem hatten sie Bienen und Hummeln in Laborversuchen beim Trinken beobachtet.

Das Ergebnis: Bei den Tieren, die die Zunge in den Nektar eintauchen, liegt den mathematischen Modellen zufolge die optimale Zuckerkonzentration zwischen 50 und 60 Prozent, für Nektar saugende Arten hingegen bei 33 Prozent. Dies erkläre, warum Nektar von Pflanzen, die durch "eintauchende" Bienen bestäubt werden, meist eine Zuckerkonzentration von 35 Prozent haben während solche, die durch "saugende" Arten bestäubt werden, eine deutlich geringere Konzentration von 20 bis 25 Prozent besitzen. Inwieweit sich im Verlauf der Evolution die Nektarsüße der Pflanzen und die Trinkeigenschaften der Bestäuber gemeinsam entwickelt haben, müsse weiter untersucht werden.

dpa>


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20 minuten
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2.11.2011: Die Schweiz hat eine gute Honigernte im Jahr 2011

aus: 20 minuten online: Gute Honigernte: Die Bienen waren auch dieses Jahr fleissig; 2.11.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Die-Bienen-waren-auch-dieses-Jahr-fleissig-25244102

<Im laufenden Jahr ist in der Schweiz überdurchschnittlich viel Honig gewonnen worden. An einzelnen Standorten wurden sogar Rekordwerte erreicht.

Insgesamt fiel die Honigernte 2011 in 19 der 26 Kantone grösser aus als in den vergangenen drei Jahren. Durchschnittlich konnten die Bienenhalter 29,8 kg pro Standort ernten, wie aus einer Umfrage der «Schweizerischen Bienen-Zeitung» bei 786 Imkerinnen und Imkern hervorgeht.

Eine gesamtschweizerische Statistik existiert nicht. Werden die Resultate hochgerechnet, dürften die 18 000 Schweizer Imker, die durchschnittlich je zehn Völker besitzen, rund 5364 Tonnen Honig geerntet haben. Dies entspreche einem Wert von 118 Millionen Franken, rechnete die Bienen-Zeitung aus.

Guter Bienen-Frühling

Der warm-trockene Frühling sorgte schon zu Beginn des Jahres für ideales Bienenflugwetter. In den Kantonen Aargau, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft und Luzern explodierten die Ernten im Vergleich mit den Vorjahren geradezu.

Auch in allen anderen Kantonen konnten Imker gute bis sehr gute Ernten einbringen. Rekordverdächtig fiel teilweise auch die Sommerernte aus. In den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Jura und St. Gallen produzierten die Bienen rund doppelt so viel Honig wie im bereits sehr guten Vorjahr.

(sda)>


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Spiegel
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Afrika 24.11.2011: Das Summen der Bienen ist ein Schutz gegen wilde Elefanten - Bienenkörbe schützen Dörfer

aus: Spiegel online: Barriere aus Insekten: Bienen schützen Dörfer vor Elefanten; 24.11.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,799724,00.html

<Zäune mit Bienenkörben: Schutz für afrikanische Dörfer

Wie lassen sich Siedlungen vor Elefanten schützen? Eine Biologin hat eine biologischen Abwehrtechnik entwickelt: Einen Zaun mit Bienen-Körben. Bereits das Summen schlägt Dickhäuter in die Flucht.

Hamburg - Zum Schutz afrikanischer Plantagen und Dörfer vor trampelnden Elefanten bedarf es keiner Hightech-Anlagen - Bienen dienen dem gleichen Zweck. Die britische Biologin Lucy King entwarf eine Umzäunung mit Bienenkörben, deren Bewohner ausschwärmen, sobald ein Elefant den Draht berührt.

Da die bis zu sieben Tonnen schweren Tiere Angst vor den kleinen Insekten haben, nehmen sie nach Angaben der Wissenschaftlerin Reißaus. Denn auf Bienenstiche in den Rüssel oder rund um die Augen reagieren die an anderen Stellen durch ihre dicke Haut geschützten Elefanten äußerst empfindlich.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zeichnete King im norwegischen Bergen jetzt für ihre Idee aus. In Kenia konnten mit Hilfe der Bienenabschreckung bereits Anpflanzungen in mehreren Dörfern davor bewahrt werden, von Elefantenherden zerstört zu werden. Der deutsche Direktor der UNEP mit Sitz in Nairobi, Achim Steiner, erklärte, Kings Forschungen zeigten, dass "Arbeit mit der Natur, statt gegen sie" der Menschheit helfen könne.

Mit der neuen Methode könnten auch Elefanten gerettet werden: Das Erschießen der Tiere zum Schutz von Siedlungen werde überflüssig, erläutert King. Gleichzeitig könnten Dorfbewohner ihr Einkommen durch den Verkauf von Honig steigern.

Eigentlich haben die mächtigsten an Land lebenden Säugetiere, abgesehen vom Menschen, keine Feinde. Umso überrascher waren Forscher, die detailliert nachgewiesen konnten, dass Bienen Elefanten in die Flucht schlagen können: Wenn die Insekten in großer Zahl angreifen, suchen ganze Elefantenfamilien das Weite. Dafür genügt schon das Summen der Flügel, wie Forscher jetzt beobachtet haben.

Die Wissenschaftler hatten Elefantenfamilien in Kenia mit Tonaufnahmen summender Bienenschwärme konfrontiert - mit eindeutigem Ergebnis: Fast die Hälfte der untersuchten Herden fing innerhalb von zehn Sekunden an, sich wegzubewegen.

boj/AFP>

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n-tv online,
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3.1.2012: <Erklärung für massenhaftes Bienensterben? Ein Parasit namens Apocephalus borealis>

aus: n-tv online; 3.1.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Ein-Parasit-namens-Apocephalus-borealis-article5126691.html

<Wer hat Schuld am Kollaps der Bienenvölker? Seit Jahren versuchen Biologen, das Massensterben der Bienen zu ergründen. Amerikanische Wissenschaftler glauben nun eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben. Durch einen Zufall stießen die Experten auf den "Tatverdächtigen".

Eine neu entdeckte Fliegenart könnte erklären helfen, warum in den USA seit einigen Jahren massenhaft Bienenvölker zugrunde gehen. Die Parasiten nisteten sich in den Honigbienen ein, schreiben Wissenschaftler um Andrew Core und John Hafernik von der San Francisco State University (USA) im Fachjournal "PLoS ONE". Die Insekten verlassen daraufhin ihren Bienenstock, brechen zu einem wilden Rundflug auf und sterben.

Bislang wurde die Fliege (Apocephalus borealis) in Kalifornien und South Dakota nachgewiesen. Wenn sie ein neuer Parasit sei, "könnte sie Bienenkolonien in ganz Nordamerika bedrohen", schreiben die Forscher. Ganz unwahrscheinlich sei das nicht. "Honigbienen gehören zu den am besten untersuchten Insekten auf der Welt", wird Hafernik in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. "Also sollte man annehmen, dass wir diesen Parasit schon kennen, wenn er schon lange existiert."

Zufallsentdeckung im Labor

Hafernik hatte die Fliege zufällig entdeckt. Als er 2008 nach Futter für ein Laborinsekt suchte, sammelte er ein paar Bienen unter der Außenbeleuchtung des Biologie-Instituts ein. "Aber als zerstreuter Professor vergaß ich die Bienen in ihrem Glasfläschchen auf meinem Schreibtisch", wird Hafernik zitiert, "und wunderte mich später über die vielen Fliegenpuppen, die die Bienen umgaben". Die Tiere waren aus Eiern geschlüpft, die Apocephalus borealis in den Bienen abgelegt hatte. Die Bienen selbst waren zu diesem Zeitpunkt schon tot.

Mit den Eiern im Körper waren die Bienen ausgeschwirrt und hatten sich mit anderen kranken Bienen in der Nähe von Lichtquellen versammelt. Befallene Tiere liefen ständig im Kreis herum, ohne jeden Orientierungssinn, beschreibt Andrew Core in der Mitteilung. "Sie strecken ununterbrochen ihre Beine aus und fallen dann hin. Sie sehen aus wie Zombies."

Bienen bekommen Sender

Welche Rolle der Parasit beim Kollaps der Bienenvölker in den USA spielt, müsse noch untersucht werden. Analysen befallener Bienenstöcke ergaben, dass sowohl Bienen als auch Fliegen oft von Krankheiten heimgesucht wurden: von einem Virus, das die Flügel deformiert und einer Pilzerkrankung. Viele Wissenschaftler sehen in diesen Erregern die Ursache für das Massensterben.

"Jetzt müssen wir herausfinden, wie genau der Parasit das Verhalten der Bienen beeinflusst. Vielleicht mischt er die "Uhr-Gene" der Bienen auf, mit denen die Bienen ihren normalen Tag-Nacht-Rhythmus beibehalten", erläutert Hafernik. Auch sei nicht klar, ob die kranken Bienen das Nest freiwillig verlassen oder hinausgeworfen werden. Die Bienen sollen nun mit winzigen Sendern und Videokameras überwacht werden.

"Wie wir die Bienen am besten schützen können, wissen wir noch nicht. Dafür fehlt uns noch eine wesentliche Information: wo die Fliegen die Bienen befallen", so Hafernik. "Wahrscheinlich passiert es draußen, wenn die Bienen ausfliegen zur Futtersuche. Denn bei den Bienenstöcken haben wir die Fliegen bisher nicht beobachtet. Aber da stochern wir noch in einer Art schwarzem Loch herum.

dpa>

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4.1.2012: <Parasiten: Fliegen treiben Bienen in den Selbstmord>

aus: 20 minuten online; 4.1.2012;
http://www.20min.ch/wissen/news/story/Fliegen-treiben-Bienen-in-den-Selbstmord-12728395

<Eine neu entdeckte Fliegenart könnte schuld daran sein, dass massenhaft Bienenvölker zugrunde gehen. Nachdem sich die Fliegen in den Bienen eingenistet haben, stürzen sich diese in den Tod.

Seit einigen Jahren sterben in den USA massenweise Bienenvölker. Schuld daran könnte eine neu entdeckte Fliegenart sein. Das schreiben Wissenschaftler um Andrew Core und John Hafernik von der San Francisco State University (USA) im Fachjournal «PLoS ONE». Bislang wurde die Fliege (Apocephalus borealis) in Kalifornien und South Dakota nachgewiesen. Wenn sie ein neuer Parasit sei, «könnte sie Bienenkolonien in ganz Nordamerika bedrohen», schreiben die Forscher.

Ganz unwahrscheinlich sei das nicht. «Honigbienen gehören zu den am besten untersuchten Insekten auf der Welt», wird Hafernik in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. «Also sollte man annehmen, dass wir diesen Parasit schon kennen, wenn er schon lange existiert.»

Zombie-Bienen

Hafernik hatte die Fliege zufällig entdeckt. Als er 2008 nach Futter für ein Laborinsekt suchte, sammelte er ein paar Bienen unter der Aussenbeleuchtung des Biologie-Instituts ein. «Aber als zerstreuter Professor vergass ich die Bienen in ihrem Glasfläschchen auf meinem Schreibtisch», sagte Hafernik.

Später wunderte er sich über die vielen Fliegenpuppen, die die Bienen umgaben. Die Tiere waren aus Eiern geschlüpft, die Apocephalus borealis in den Bienen abgelegt hatte. Die Bienen selbst waren zu diesem Zeitpunkt schon tot.

Mit den Eiern im Körper waren die Bienen ausgeschwirrt und hatten sich mit anderen kranken Bienen in der Nähe von Lichtquellen versammelt. Befallene Tiere liefen ständig im Kreis herum, ohne jeden Orientierungssinn, beschreibt Andrew Core. «Sie strecken ununterbrochen ihre Beine aus und fallen dann hin. Sie sehen aus wie Zombies.»

Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander?

Welche Rolle der Parasit beim Kollaps der Bienenvölker in den USA spielt, müsse noch untersucht werden. Analysen befallener Bienenstöcke ergaben, dass sowohl Bienen als auch Fliegen oft heimgesucht wurden von einem Virus, das die Flügel deformiert und von einer Pilzerkrankung. Viele Forscher sehen in diesen Erregern die Ursache für das Massensterben.

«Jetzt müssen wir herausfinden, wie genau der Parasit das Verhalten der Bienen beeinflusst. Vielleicht mischt er die «Uhr-Gene» der Bienen auf, mit denen die Bienen ihren normalen Tag-Nacht- Rhythmus beibehalten», erläutert Hafernik. Auch sei nicht klar, ob die kranken Bienen das Nest freiwillig verlassen oder hinausgeworfen werden.

Die Bienen sollen nun mit winzigen Sendern und Videokameras überwacht werden. «Wie wir die Bienen am besten schützen können, wissen wir noch nicht. Dafür fehlt uns noch eine wesentliche Information: wo die Fliegen die Bienen befallen», so Hafernik. Wahrscheinlich passiere das draussen, wenn die Bienen ausfliegen zur Futtersuche.

(sda)>


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23.1.2012:
<Zentralschweiz: Es droht ein grosses Bienensterben> - die Varoamilbe hatte ideale Bedingungen zur Vermehrung

aus: 20 minuten online; 23.1.2012;
http://www.20min.ch/news/zentralschweiz/story/12887872

<Eine tückische Milbe setzte den hiesigen Bienen arg zu. Imker rechnen damit, dass die Hälfte ihrer Bienen sterben könnten. Obst und Honig soll es trotzdem geben.

Laut Fachleuten könnten in der Schweiz bis zu 50 Prozent aller Bienen sterben (20 Minuten berichtete) – auch die Zent­ralschweiz wird davon kaum verschont bleiben, wie sich jetzt zeigt. «Es fehlen bereits Bienen. Sie flogen aus und sind nicht wiedergekommen. Was mit ihnen passiert ist, ist nicht klar», sagt Andy Marti, Vizepräsident des Imkervereins ­Luzern. Sicher ist: Die Varroamilbe hat die Tiere arg geschwächt. Diese benutzt die Bienen als Wirt und ernährt sich von deren Blutflüssigkeit. Der milde Winter und der schöne Spätherbst letztes Jahr brachten für die Milbe ideale Bedingungen hervor, um sich zu vermehren.

Gegen die Plage ist kein Kraut gewachsen. «Wir können nur versuchen, mit imkerlichen Massnahmen und Säure die Milbenzahl tief zu halten», sagt Christian Sacher, Bieneninspektor der Urkantone. Wichtig sei, dass die bestehenden Völker im Frühling rasch erstarken würden.

Weniger Bienen bedeuten gemäss Sacher nicht zwingend weniger Honig: «Das Wetter ist ein ebenso wichtiger Faktor.» Auch die Landwirtschaft kommt wohl glimpflich davon. «Ich gehe im Moment davon aus, dass die Bestäubung der Pflanzen und des Obstes nicht gefährdet ist», sagte die Luzerner Kantontierärztin Ursula Horisberger heute zu Radio Pilatus.

(mfe/20 Minuten)>

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31.1.2012: <Wissenschaft: Studie: Genmais schadet Bienenlarven nicht>

aus: n-tv online; 31.1.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Wissenschaft/Studie-Genmais-schadet-Bienenlarven-nicht-article5373081.html

<Würzburg (dpa) - Gentechnisch veränderter Mais hat Würzburger Forschern zufolge keine negativen Auswirkungen auf Bienenlarven. Wie die Universität der Stadt am Dienstag mitteilte, entwickelten sich die Bienenbabys genauso schnell und gut wie Artgenossen, die mit natürlichen Maispollen gefüttert wurden.

Auch die Sterblichkeitsrate der Tiere sei nicht gestiegen. Die Wissenschaftler haben den Insektennachwuchs in einer künstlichen Wabe fünf Tage lang unter anderem mit gentechnisch verändertem Mais ernährt. Eine der drei Testgruppen habe mit dem Futtersaft Pollen einer Maissorte erhalten, die gleich drei Gene zur Bekämpfung von Schädlingen enthält. Die Bienen hätten das giftige Eiweiß ohne Probleme verdaut. Getestet wurde auch die seit 2009 in Deutschland verbotene Genmais-Sorte MON 810.

«Dieses Ergebnis geht konform mit dem Stand der Wissenschaft», sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter Stephan Härtel vom Lehrstuhl für Zoologie der Universität. Es gebe bisher keine veröffentlichte wissenschaftliche Studie, die zeigt, dass es einen negativen Effekt für die Honigbiene gebe.

Zu den Auswirkungen von Genmais-Pollen auf ausgewachsene Bienen konnte das Forscherteam zunächst nichts sagen. «Die Bienenlarven reagieren am sensibelsten auf die Gifte», betonte jedoch Härtel. Das lasse vermuten, dass auch erwachsene Bienen von transgenem Mais nicht negativ beeinflusst würden.

Für konkrete Erkenntnisse darüber wollen die Experten der Uni in den kommenden vier Jahren auch die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Kartoffeln und Maispflanzen auf Honig- und Wildbienen untersuchen.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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29.3.2012: <Wissenschaft: Studien: Pestizide schädigen Bienen und Hummeln>

aus: n-tv online; 29.3.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Wissenschaft/Studien-Pestizide-schaedigen-Bienen-und-Hummeln-article5906736.html

<Boston/Berlin (dpa) - Pestizide können nach neuen Studien eine der Ursachen für das dramatische Bienen- und Hummelsterben sein. Das bekräftigen zwei Untersuchungen im Fachjournal «Science».

Die beiden Experten-Teams erforschten die Wirkung von Neonicotinoiden. Diese Gruppe gängiger Insektizide ist in zahlreichen Ländern im Einsatz.

Wissenschaftler aus Frankreich entdeckten, dass das Gift die Orientierung der Bienen stört: Die Tiere finden den Weg zu ihrem Volk nicht mehr. Ein Team aus Großbritannien entdeckte, dass Hummelvölker nach der Behandlung mit den Insektiziden stark ausgemerzt waren.

«Einige Hummelarten sind enorm zurückgegangen. Beispielsweise in Nordamerika sind manche Arten mehr oder weniger komplett vom Kontinent verschwunden», schreibt der britische Forscher Dave Goulson von der schottischen Universität in Stirling. In Großbritannien seien bereits drei Arten ausgelöscht.

Goulsons Team setzte Hummelvölker dem Insektizid Imidacloprid aus. Die Dosis war jener ähnlich, der die Tiere in der Natur begegnen. In einer geschlossenen Umgebung hausten die Hummeln sechs Wochen lang unter natürlichen Bedingungen. Zu Beginn und am Ende des Experiments wogen die Forscher die Nester mit dem gesamten Inhalt: Hummeln, Wachs, Honig, Larven und Pollen. Die belasteten Kolonien waren im Durchschnitt acht bis zwölf Prozent kleiner als die Kontrollgruppe.

Außerdem entdeckten Goulson und seine Kollegen, dass die behandelten Hummeln etwa 85 Prozent weniger Königinnen hervorgebracht hatten. Dies sei ein wichtiger Punkt: Die Zahl der Königinnen beeinflusse die Zahl der neuen Nester im kommenden Winter.

Mickael Henry forscht am Nationalen Institut für Agrar-Forschung in Avignon (Frankreich). Er und sein Team klebten winzige Mikrochips an die Körper der Versuchs-Bienen. Einige der kleinen Tiere kamen in Kontakt mit dem Insektizid Thiamethoxam. Diese Bienen starben zwei- bis dreimal häufiger weit entfernt von ihrem Nest als die Tiere ohne Gift. Das Insektizid habe die Orientierung der Bienen gestört.

Die Daten aus den Mikrochips nutzten die Forscher, um Flugrouten zu berechnen. Offenbar hatten die belasteten Bienen irgendwann eine Entfernung erreicht, von der aus es schwierig war, zurückzufinden.

Nicht nur Insektizide bereiten Experten Sorge. Die aggressive Varroamilbe (Varroa destructor) gilt als größter Feind der Honigbiene. Sie beißt sich an den Insekten fest, wie ein Blutegel bei Säugern - aber mit dramatischerer Wirkung. Durch die milden Temperaturen im vergangenen Jahr waren die Milben laut Experten sehr lange aktiv und verstärkten so ebenfalls das Bienensterben.

Der Leiter des Instituts für Bienenkunde Oberursel, Bernd Grünewald, hatte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa betont, dass sich der Tod von fast 300 000 Bienen-Völkern im vergangenen Winter in Deutschland auch auf die Landwirtschaft auswirke. «Die Biene ist unser wichtigster Bestäuber. Wenn es weniger Völker gibt, bekommen wir Bestäubungsprobleme für Raps und viele Obstsorten.»

Quelle: n-tv.de / dpa>

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6.4.2012: <Varroa-Milbe: Wie Imker ihre Bienen schützen können> - aber die neuen Methoden sind vielen Imkern noch unbekannt

aus: Welt online; 6.4.2012;
http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article106159827/Wie-Imker-ihre-Bienen-schuetzen-koennen.html

< Wieder einmal hat die Varroa-Milbe Tausende Bienenvölker vernichtet. Dabei gibt es wirksame Behandlungsmethoden. Doch viele Imker wissen nicht, wie man sie anwendet.

Von Andreas Fasel

Ein paar Hornissen, die sich an ihrem Vogelnistkasten zu schaffen machten, haben Carola Windfuhr ein neues Hobby beschert. Erst machten ihr die gefährlich aussehenden Tiere Angst. Doch dann, nachdem sie sich ein bisschen schlau gemacht hatte, war Carola Windfuhr voller Bewunderung. Und sie fing an, sich für andere Hautflügler zu interessieren.

Vor zwei Jahren nahm sie an einem Imkerkurs teil, dabei hatte sie die Imkerei immer für einen Rentnersport gehalten. Dann bekam sie ihre ersten Bienen, "ein winziges Volk", wie Carola Windfuhr sagt. Das Völkchen ist inzwischen zu drei stattlichen Bienenvölkern herangewachsen. Und die sind soeben aus der Winterruhe erwacht – gesund und munter und bienenfleißig.

Diese Erfolgsgeschichte der Jung-Imkerin aus Mülheim an der Ruhr passt nicht recht zu den alarmierenden Meldungen, die seit Jahren verkündet werden. Immer wieder ist vom Bienensterben die Rede und vom Niedergang der Imkerzunft.

Fast jede dritte deutsche Biene habe diesen Winter nicht überlebt, klagte die NRW-Landwirtschaftskammer vor wenigen Tagen, die Verluste seien fast doppelt so hoch wie in den vergangenen Jahren, allein in NRW seien 20.000 Bienenvölker zugrunde gegangen. Sie fielen fast durchweg der blutsaugenden Varroa-Milbe zum Opfer, dem Bienenfeind Nummer eins. Warum wurden die Bienen von Carola Windfuhr verschont? Hatte sie nur Glück?

In Bonn, auf dem Dach der Bundeskunsthalle, steht der Berufsimker Klaus Maresch vor einem seiner Bienenkästen. Eine Biene, die Höschen voller Pollen, lässt sich auf Mareschs Wange nieder. Er lächelt. Seinen Bienen geht es so gut wie denen der Mülheimer Hobbyimkerin Windfuhr. Maresch hat 150 Bienenvölker, seine Verluste liegen auch nach diesem strengen Winter bei höchstens drei Prozent. Wo ist das große Bienensterben?

Da wird aus dem lächelnden ein wütender Maresch. Er schimpft auf die vielen Dilettanten, die nicht mit der Varroa-Milbe zurechtkämen. Unverantwortliche Pfuscher, die ihm und anderen anständig arbeitenden Imkern das Leben schwer machten, weil sie mit ihren verseuchten Bienen ständig neue Varroa-Milben einschleppen. Obwohl es doch seit Jahren gute Behandlungsmethoden gebe.

Er verlangt von den Veterinärämtern, endlich härter durchzugreifen. Schließlich gehe es um Tierhaltung und Lebensmittelerzeugung. Maresch berichtet von mitunter grauenerregenden Zuständen in Hobbyimkereien. Einmal habe er eine Imkerei aufgelöst, in denen der Imker mit krebserregenden und erbgutverändernden Chemikalien hantiert habe, um die Varroa-Milbe zu bekämpfen – und der habe seinen Honig dennoch mit dem Gütesiegel des Deutschen Imkerbundes verkauft.

"Es kann doch nicht sein, dass jeder, der einmal einen Vortrag über Honiglagerung gehört hat, das Glas des Imkerbundes verwenden darf", wettert Maresch. Er fordert ein Umdenken, eine Art Jagd- oder wenigstens Führerschein für die Imkerei. Dann, so sagt er, hätte es auch ein Ende mit den alljährlichen Katastrophenmeldungen über die Verluste durch Varroa-Befall.

Ökotrend und neue Lust am Gärtnern ist gut für Imkerei

Beim Deutschen Imkerbund sind Klaus Maresch und seine Forderungen durchaus bekannt. Dennoch will man dort von Pflichtschulungen bislang nichts wissen. "Für die meisten ist die Imkerei eine Freizeitbeschäftigung“, sagt Imkerbund-Sprecherin Petra Friedrich. Dieses Hobby wolle der Imkerbund seinen Mitgliedern nicht mit strengen Auflagen vermiesen.

Während Klaus Maresch hartes Durchgreifen verlangt, vertraut der Imkerbund auf eine eher sanfte Tour. Und die setzt ausgerechnet bei Anfängern wie Carola Windfuhr und ihren drei Bienenvölkern an.

Noch vor wenigen Jahren klagte der Imkerbund über Mitgliederschwund. Ohne Imker sterbe die Biene aus und mit ihr gleich die ganze Kulturlandschaft, so hieß es. Das war zwar reichlich übertrieben, aber offenbar hatte das Alarmgeschrei einen Effekt: Seit 2008 steigt die Zahl der Imker wieder an.

Der Ökotrend und die neu erwachte Lust am Gärtnern tragen dazu bei. Und während früher fast nur Männer Bienen hielten, "melden sich nun verstärkt Frauen bei den Anfängerkursen an", sagt Imkerbund-Sprecherin Friedrich.

Und noch einen Unterschied gibt es zu früher: Die neuen Imker sind nicht ausschließlich auf dem Land zu Hause. "Vor allem in den städtischen Regionen sind die Anfängerkurse proppevoll", sagt Friedrich. Das erklärt auch, warum im städtisch geprägten NRW die Zuwachsraten über dem Bundesdurchschnitt liegen. Im Landesverband Westfalen stieg die Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres um 3,9 Prozent, im Rheinland sogar um 5,8 Prozent. In Berlin gab es 2011 fast 15 Prozent mehr Bienenvölker als im Jahr zuvor.

Neu-Imker kommen mit Varroa-Milbe besser zurecht

Für den Kampf gegen die Varroa-Milbe sind diese Neu-Imker wichtig. "Denn es zeigt sich, dass die Anfänger, die ja fast alle an Kursen teilgenommen haben, im Durchschnitt besser mit der Varroa-Milbe zurechtkommen als jene Imker, die schon lange dabei sind", sagt Friedrich.

Auch bei den Qualitätskontrollen des Honigs schneiden die Anfänger oft besser ab. Das führt in manchen Vereinen zu einer kuriosen Spaltung. Auf der einen Seite die Jüngeren, die kaum Verluste haben. Auf der anderen Seite die Erfahrenen, denen Jahr für Jahr Bienenvölker wegsterben – und die dennoch über den neumodischen Kram der jüngeren Kollegen lästern.

Pia Aumeier ist an dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt. Das Spezialgebiet der Biologin der Ruhruniversität Bochum waren ursprünglich Parasiten. Und die Varroa-Milbe, dieser so brutale wie erfolgreiche Bienenkiller, schien ihr ein ganz besonders interessantes Forschungsobjekt zu sein.

So kam Aumeier schließlich zur Biene, vor 19 Jahren fing sie mit der Imkerei an. Seit vier Jahren arbeitet Aumeier in einer Projektgruppe mit, die den Auftrag des Landwirtschaftsministeriums hat, Methoden zur Bekämpfung der Varroa-Milbe zu erproben – Methoden, die möglichst effizient sein sollen und zugleich für den durchschnittlichen Wald- und Wiesen-Hobby-Imker leicht anwendbar.

Auf Präparate der Pharmaindustrie kann man verzichten

Die Ergebnisse dieser Projektgruppe gibt Aumeier in Imker-Kursen weiter. "Ich nudle im Jahr bestimmt 400 Anfänger durch", sagt sie lachend. Sie lehrt, wie man allein mit der richtigen Anwendung organischer Säuren die Milbenplage los wird – und warum der Einsatz von Präparaten der Pharmaindustrie überflüssig und gefährlich ist. Auch Carola Windfuhr hat bei Aumeier gelernt – und so ihre ersten drei Völker gesund über den Winter gebracht.

Dabei bleibt es nicht aus, dass Aumeier frischen Wind in das Imkereiwesen pustet. "Es kursieren unter Imkern Tausende Philosophien und Geheimnisse, die man angeblich wissen muss", sagt sie. Doch Aumeier nennt die angeblichen Geheimtipps "überflüssige Kinkerlitzchen, die nur dazu da sind, um imkernde Rentner zu beschäftigen". Sie hingegen gibt ihren Schülern einen Jahreskalender an die Hand, auf dem aufgelistet ist, welche Arbeiten sich ein Imker Monat für Monat ersparen kann.

Klar, dass Pia Aumeier mit ihrer pragmatisch frechen Art nicht von allen geliebt wird. In einigen Imkerkreisen wird sogar eine ausgesprochene Pia-Aumeier-Feindseligkeit gepflegt. Sie nimmt das gelassen hin. Genauso wie die vermeintlich erschreckende Zahl von 30 Prozent toter Bienenvölker in diesem Winter. Man könne die Zahl auch positiv deuten, sagt sie: "30 Prozent Bienenverluste – das heißt für mich, dass schon 70 Prozent aller Imker wissen, wie's geht.">

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2.6.2012: "Melissa-Studie" in Österreich: Insektizid-Saatgutbeize kann Bienen total verwirren, so dass sie ins Nirgendwo fliegen

aus: Der Standard online: Bienensterben: Gebeiztes Saatgut gefährdet Bienen; 2.6.2012;
http://derstandard.at/1338558428279/Bienensterben-Gebeiztes-Saatgut-gefaehrdet-Bienen

<Roman David-Freihsl

Auch französische Forscher belegten: Saatgutbeize kann Bienen so verwirren, dass sie nicht mehr zu ihrem Volk mit der Königin zurückfinden.

Untersuchung zeigt die Schädlichkeit von Beize, aber um die nötigen Konsequenzen wird noch gestritten.

[Die Finanzierer der Melissa-Studie]

Wien - Umstritten war die Melissa-Studie über die Ursachen des Bienensterbens schon länger. So hatte etwa der grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber bereits im Vorjahr kritisiert, dass diese Forschungsarbeit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) nicht unabhängig sei: 17 Prozent der Projektkosten würden von der chemischen Industrie finanziert - eine Anfragebeantwortung durch Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) hatte ergeben, dass an dem Projekt auch die Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs, Syngenta Agro, Bayer Austria und CropScience sowie BASF Österreich beteiligt seien.

[Die Schädigung von Bienen durch "insektizidgebeiztes Saatgut" ist unbestritten]

Aber seit Mitte März dieses Jahres der Abschlussbericht zur Melissa-Studie präsentiert wurde, ging die Diskussion erst so richtig los. Denn der Verdacht, dass gebeiztes Saatgut die Bienen schädigt, war tatsächlich bestätigt worden: "Es ist unbestritten, dass es einen Zusammenhang zwischen Bienenverlusten und insektizidgebeiztem Saatgut gibt", hatte der Ages-Pflanzenschutzexperte Robert Womastek bei der Präsentation erklärt. Bei 1396 von zirka 367.000 Bienenvölkern in Österreich wurden Schädigungen durch insektizidgebeiztes Saatgut nachgewiesen.

[Die "Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit" will die Beize "verbessern" statt verbieten]

Seither geht es hin und her zwischen Landwirtschaftskammer, Grünen, NGOs und Bauernbund. Denn die Ages hatte trotz dieses Ergebnisses den Einsatz des gebeizten Saatgutes verteidigt: Denn mit "risikominimierenden Maßnahmen" wie der Verbesserung der Beizqualität und der Aussaattechnik könne das Bienensterben eingedämmt werden, wird argumentiert.

Vier illegale Pestizide gefunden - [in Deutschland und Italien ist die Beize bereits verboten - Maiswurzelbohrer kann mit Fruchtfolge eingedämmt werden]

Global 2000 fordert wie auch die Imkerbünde ein Verbot neo nicotinoider Beizmittel, wie es schon in Deutschland und Italien existiert. Die wirksamste Maßnahme gegen den Schädling Maiswurzelbohrer sei ohnehin eine konsequente Fruchtfolge.

[4 Insektizide in toten Bienenvölkern gefunden]

Helmut Burtscher, Pestizid-Experte bei Global 2000, wies darauf hin, dass beim Melissa-Projekt auch vier illegale Pestizide in toten Bienenvölkern aus drei Bundesländern gefunden wurden. Und das sei "in dieser Häufigkeit sehr verwunderlich" und "nicht akzeptabel".

Bauernbund-Präsident Jakob Auer warf Global 2000 wiederum "grob verzerrende und unrichtige Darstellungen" vor, in denen "die Bauern alleinig für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden". Worauf Global konterte, den Schwarzen Peter habe der Melissa-Abschlussbericht den Bauern zugeschoben - indem Verstöße gegen Aussaatauflagen vermutet wurden.

[Österreich]: Kein Verbot von Beizmitteln - [aber auch französische und britische Forscher haben bei Beizen negative Folgen für Bienen festgestellt]

Dass die Beize Bienen schwer beeinträchtigt, haben indes nun auch französische und britische Forscher nachgewiesen: Laut zwei Untersuchungen, die im Fachjournal Science veröffentlicht wurden, entdeckten Wissenschafter aus Frankreich, dass das Gift die Orientierung der Bienen stört: Die Tiere finden den Weg zu ihrem Volk nicht mehr zurück. Ein britisches Team entdeckte, dass Hummelvölker durch Pestizide stark beeinträchtigt wurden.

Im jüngsten Landwirtschaftsausschuss wurde am Mittwoch wieder kein Verbot von Beizmitteln beschlossen - sondern ein neuer Unterausschuss. (Roman David-Freihsl, 2./3.6.2012)>

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3.6.2012: Kliffhonigbienen in Nepal - Imker klauen Honig aus steilen Felswänden

aus: 20 minuten online: Imker am Abgrund: Die Honigjäger von Nepal; 3.6.2012;
http://www.20min.ch/panorama/news/story/15365824

<Um an den Honig der wilden Bienen zu gelangen, hangeln sich Nepalesen steile Felswände empor, während sie von den Tieren attackiert werden. Ein gefährlicher Job – nicht nur für den Menschen.

Die Kliffhonigbienen im Norden Nepals sind ein seltsames Völkchen: Mit bis zu 3 Zentimetern Länge sind sie die grössten Honigbienen überhaupt, sie produzieren nahezu ungeniessbaren Honig, sie befestigen ihre Nester in luftiger Höhe an Felswänden und sie sind äusserst aggressiv.

Diese Bienen haben also kein Problem mit Fressfeinden, möchte man meinen. Doch weit gefehlt. Denn in Nepal lebt noch ein anderes Volk: die Rai. Die Männer dieses Volksstamms haben sich zum Ziel gesetzt, eben diesen Honig zu sammeln.

Die Arbeit ist lebensgefährlich

Jeweils im Frühling machen sich die sogenannten Honigjäger an ihre gefährliche Arbeit. Auf handgeknüpften Bambusleitern klettern sie über 75 Meter in die Höhe. Geschützt nur durch Tücher und den Rauch, mit dem ihre Kollegen am Boden die Bienen abzulenken versuchen.

Wenn sie die Waben erreicht haben, stochern sie mit einem angespitzten Stock daran herum, bis sich das begehrte Teil löst. Dieses lassen sie anschliessend in einen Korb fallen, der nach unten geleitet wird.

Die ganze Arbeit dauert rund vier Stunden. Ohne Widerstand lassen sich die Bienen das nartürlich nicht gefallen. Unentwegt attackieren sie die Diebe. «Viele Honigjäger sterben während der Arbeit», zitiert «The Sun» den Fotografen Eric Tourneret, von dem die atemberaubenden Fotos in der obigen Bildstrecke stammen.

Der Honigklau bedroht die Bienenart

Der Honig dieser Bienenart ist leicht toxisch, der Konsum kann schmerzhafte Krämpfe auslösen. Doch das stört die Rai nicht im mindesten. Denn sie verwenden ihn nicht als Genuss-, sondern als Heilmittel. Auch in anderen Regionen ist der Honig heiss begehrt. In Südkorea zum Beispiel werden hohe Preise dafür bezahlt. Doch laut dem Fotgrafen Tourneret weigern sich die Rai, ihre Beute zu verkaufen, sie verteilen sie lieber in ihren Dörfern.

Da die Kliffhonigbienenvölker jeweils nur eine einzige Wabe anfertigen, bedeutet das Honigsammeln das Ende einer ganzen Generation. Zusätzlich setzen den Tieren die Pestizide zu, die in dieser Gegend verwendet werden. Die traurige Folge: Die Bienenart ist vom Aussterben bedroht.

(kmo)>

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Quellen
[web01] http://web.archive.org/web/20080511025753/http://edis.ifas.ufl.edu/PI117
[web02] http://www.netzwerk-regenbogen.de/gaucho040219.html
[web03] http://www.ens-newswire.com/ens/aug2008/2008-08-19-092.asp ; im August 2008 reicht das Natural Resources Defense Council eine Klage wegen der Verwendung des Insektizids Clothianidin beim amerikanischen Bundesgerichtshof von Washington ein.
[web04] Julius Kühn-Institut: Pressestelle, Dr. Gerlinde Nachtigall: Mit Clothianidin gebeiztes Saatgut ist nach Untersuchungen des Julius Kühn-Instituts Ursache für aktuelle Bienenschäden in Baden-Württember; http://idw-online.de/pages/de/news260637
[web05] United States Environmental Protection Agency, Office of Prevention, Pesticides and Toxic Substances: Pesticide Fact Sheet "Clothianidin", Conditional Registration, May 30, 2003, Page 15; http://www.epa.gov/opprd001/factsheets/clothianidin.pdf


Fotoquellen
[1] Logo der Giftfirma Bayer CropScience: http://www.countryfest.ca/page.php?section=5


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