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Biber. Meldungen

Wenn der Biber in die Welt der kanalisierten Bäche kommt, zerstört er die künstlich angelegten Dämme - der Biber renaturiert die Gewässer gratis - Biber können aber auch töten -



Biber
Biber [1]
Durch
                        Biber angenagter Baum [2]
Durch Biber angenagter Baum [2]

präsentiert von Michael Palomino

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20
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Hüttlingen (Thurgau) 20.1.2008: <Biber wird immer mehr zur Plage>


Bibersperre
Rund um die Bibersperre finden sich abgenagte Baumstämme.

Grund: Die Biber hatten den Damm entlang des Hüttlinger Dorfbaches mit unzähligen Gängen durchlöchert. Er barst und musste saniert werden. Dies ist kein Einzelfall: Im Thurgau hausen am meisten Biber. Darum verzeichnet man hier besonders viele Schäden. «Der Kanton gründete deswegen 2007 eine Arbeitsgruppe Bibermanagement», sagt Maya Iseli vom WWF Thurgau. Die Gruppe ist auch Ansprechstelle für Bauern, die Biberschäden beklagen. «Die Situation hat sich verschärft», sagt Iseli. Das Bundesamt für Umwelt liess gar verlauten, es könnten Massnahmen zur Reduktion des Bibers notwendig werden.

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Kommentar

Die Biberplage kommt dadurch zustande, dass die Auenwälder vernichtet wurden. Den Biber wiederanzusiedeln, ohne die Auenwälder wiederherzustellen, muss im Fiasko enden, so, wie es in Hüttlingen geschieht. Scheinbar haben dies die Tierschutzorganisationen und Naturorganisationen nicht gesehen und auch nie davor gewarnt.

Michael Palomino, 22.1.2008

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Surprise
            Strassenmagazin, Logo

Schweiz 4.6.2010: Biodiversität und Renaturierung dank Biber - 5 bis 15 Meter Landstreifen links und rechts der Flüsse

aus: Surprise Strassenmagazin: Landschaftsgärtner. Wie Biber unsere Flüsse beleben; 4.6.2010; www.strassenmagazin.ch

Zusammenfassung des Artikels:

Der Biber geht - der Biber kommt wieder

Ausgerottet wurde der Biber vor 200 Jahren wegen seines dichten und warmen Fells, wegen des Sekrets ("Bibergeil"), das als Heilmittel verkauft wurde, und weil die Kirche den Biber als "Fisch" deklariert hatte und somit als "Fisch" in den Kochtöpfen landete. Dann machten Kraftwerke, Schleusen und Wasserfälle die Wiederansiedlung des Bibers unmöglich. Die staatlichen Stellen mussten sich eingestehen, dass man "Bibertreppen" bauen muss, um dem Tier seinen Lebensraum nicht zu blockieren. Die Bibertreppe beim Kraftwerk Augst am Rhein war zum Beispiel ein entscheidender Schritt zur Öffnung des Mittellands.

Der Biber erobert sich nun in Europa Fluss für Fluss sein Revier zurück, unter anderem im Schutze der Biberfachstelle der ProNatura Schweiz. Bis heute (2010) sind es 1600 Biber in der Schweiz. Dort, wo er einen passenden Platz findet, siedelt er sich an. Manchmal legt er dafür über 100 km zurück, weil die Flüsse bis heute dermassen verbaut und eingeengt sind. Dabei schwimmt er stromaufwärts oder stromabwärts, das ist egal. Der Biber folgt den Flüssen bis zur Quelle. Auch im Alpenraum ist der Biber schon gesichtet worden, in Meiringen.

Biberleben: Höhle - Aufzucht der Jungen

Die Lebenserwartung von Bibern ist 20 Jahre, und sie werden bis zu 1 m lang und bis zu  30 kg schwer. Die Beisskraft seines Gebisses kann bis zu 80 kg sein, das Doppelte des Menschen. Biber können bis zu 20 Minuten tauchen. Auf dem Land sind Biber nicht sehr gewandt, und auf Uferstrassen werden sie öfters überfahren. Genagt wird vor allem im Herbst und im Winter an Bäumen bis zu 50 cm Durchmesser, wenn das Nahrungsangebot an frischem Grünzeug abnimmt, am liebsten weiche Weiden, harte Eichen und Buchen eher weniger. In seltenen Fällen werden Biber auch von Bäumen erschlagen, die sie selbst zerfressen haben, wenn sie vom fallenden Baum in die falsche Richtung flüchten. Baumschutz mit Maschendraht nützt nicht viel, weil der Biber den Maschendraht mit seinem Eigengewicht herunterdrückt. Es muss also ein massiver Baumschutz sein, um gegen Biber standzuhalten.

In steile Uferböschungen aus Lehm, wo der Wasserstand mindestens 1/2 Meter ist, dort baut der Biber seine Höhle rein, bei niedriger Fliessgeschwindigkeit, mit vielen Weidenbäumen mit weichem Holz, Weiher, Seen, lichter Mischwald und viel Grünzeug. Biberbauten haben ihren Eingang unter Wasser, damit die Gegner keine Chance haben, die Höhle aufzustöbern. Die Höhle ist über dem Wasserspiegel. Plötzliches Hochwasser setzt die Biberhöhle unter Wasser. Wenn die Jungen dann erst ein paar Wochen alt sind, ertrinken sie, weil sie noch nicht schwimmen können.

Die Jungen sind zwei Jahre da, ein Jahr in der mütterlichen Höhle, dann in einer separaten Höhle mit dem Biberpapa, wenn die neuen Jungen kommen. Nach 2 Jahren werden die Jungen vertrieben und müssen ihren eigenen Platz suchen.

Konflikte mit Menschen gibt es nicht, denn der Biber ist ein Pflanzenfresser. Wer Bäume vor dem Biber schützen will, muss dies mit sehr "harten Bandagen" tun, denn  der Biber zerstört mit seinem Gewicht auch Maschendraht.

Dammschutz

Konflikte mit Bauten gibt es, vor allem mit Hochwasserdämmen der eingedeichten Flüsse, wenn der Biber seine Höhle in einen Damm gräbt, oder wenn ein Strässchen auf einem Damm plötzlich ein Loch bekommt. Dämme müssen also immer kontrolliert werden. Wenn Biber sich in einem Damm niedergelassen haben, müssen sie durch den Menschen umgesiedelt werden. Die Gefahr ist real: In Polen während der grossen Hochwasser in diesem Jahr  im Mai sind Deiche der Weichsel angeblich wegen Biberbauten gebrochen.

Auch Uferwege und Uferstrassen sind durch den Biber gefährdet, wo plötzlich die Fahrbahn wegen eines Bibergangs einbrechen kann. Die Uferwege und Uferstrassen sind am falschen Platz und sollten nicht direkt am Ufer sein. Der Schaden der Biber beläuft sich pro Jahr auf 5-10.000 Franken, quasi gar nichts im Vergleich zu den Schäden der Armee pro Jahr. Der Staat entschädigt die Biber-Geschädigten.

Biber können selber meterhohe Dämme bauen und sich so grosse Wannen schaffen [was die Flissgeschwindigkeit reduziert]. Grosse Dämme können mehrere 100 Meter lang sein und werden über mehrere Generationen gebaut. Der Mensch kann mit Abflussrohren regulierend eingreifen. Dämme abzureissen hätte nur zur Folge, dass die Biber einen neuen Damm bauen.

Bestände - es fehlt ein Biber-Management - Renaturierung der Flüsse und Gewässer gratis

Im Kanton Thurgau in der Schweiz sind es mittlerweile 400 Biber, die die Flüsse stauen, Bäume fällen und Zuckerrüben fressen. Bis heute fehlt ein konkretes Biber-Management. Manche wollen mit Abschüssen den Bestand regulieren, auch im Wallis.

Die Wasserwege der Schweiz sind regulierungsbedürftig, nicht wegen des Bibers, sondern wegen der zunehmenden Niederschläge und der steigenden Hochwassergefahr. Die 10.000 km eingeengten Wasserwege der Schweiz bekommen Schritt für Schritt 5 bis 15 Meter breite Streifen auf beiden Seiten. Das entspricht genau der "Pufferzone", die die Biber zum Leben brauchen. Diese Zonen werden vom Biber so gestaltet, dass Amphibien, Libellen und Vögel ebenfalls ihren Lebensraum wieder finden, der ihnen durch die Industrialisierungsmentalität des Menschen geraubt wurde.

Christoph Angst von der Biberfachstelle sagt es deutlich: "Er renaturiert gratis und bringt eine grosse Dynamik in die Gewässerlandschaft."


Kommentar
Der Biber wird die Auenwälder schaffen, wie sie früher waren. Es wird unweigerlich auch Situationen geben, die einen Schutz vor dem Biber erfordern.

Michael Palomino, 3.10.2010


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Angaben zum Biber

HGON-Logo
Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Logo
aus: http://www.naturschutz-mit-biss.de/biber/biber.htm

Biberburgen - und der Fluss

In flachen Gebieten können sich Biber regelrechte Biberburgen bauen, die eine Fläche von bis zu 20 m2 einnehmen können, und wo im Sommer wie im Winter fast dasselbe Klima herrscht. Mit Schwimmhäuten an seinen vier Pfoten, mit seinem breiten Schwanz als "Höhenruder" und seiner stromlinienförmigen Körperform ist er ein ausgezeichneter Schwimmer in jedem Fluss.

Bibernahrung

Frühling und Sommer:
-- Gräser
-- Stauden
-- Kräuter
-- Wasserpflanzen.

Herbst und Winter
-- Wurzeln
-- Knollen
-- Baumrinde
-- Knospen an den Bäumen.

Die Bäume werden vom Biber gefällt und dann sorgfältig geschält und entastet, die Rinde und die Knospen werden gefressen.

Todesursachen für Biber

Todesursachen für Biber sind neben dem natürlichen Ableben

-- streunende Hunde, die Biber zerbeissen
-- Menschen, die Auto fahren (Straßenverkehr entlang der Flüsse)
-- Menschen mit Schiessgewehr (die Kirche bezeichnete den Biber früher als "Fisch" wegen seinem beschuppten Schwanz, so dass am Freitag und in der Fastenzeit Biberfleisch gegessen wurde, oder das Fell wurde zu Hüten und Fellen verarbeitet)
-- Infektionen durch Bisswunden durch streunende Hunde
-- junge Biber sind anfällig für Infektionen
-- junge Biber werden von Fuchs, Marder, streunenden Hunden sowie Greifvögeln gerissen.


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Spiegel online,
            Logo

Oderbruch 28.10.2010: Wenn der Fluss nur aus einem Kanal und zwei Dämmen bestehen, dann gräbt der Biber sich bei Hochwasser in den Damm - und dann bricht der Damm

Zuerst sollte man die Flüsse renaturieren, oder zumindest ein wenig, und dann erst sollte der Biber kommen. In Dumm-Deutschland geht es umgekehrt: Der Biber kommt zuerst, nichts ist vorbereitet, und so gräbt sich der Biber in die Dämme und zerstört die Dämme. Die Partei "Die Grünen"  lässt zwar den Biber schützen, hat aber die Renaturierung der Flüsse verschlafen. Das hat nun fatale Konsequenzen: Das Werk Friedrichs des Grossen, die Eindeichung der Flüsse östlich von Berlin beim "Oderbruch", ist in Gefahr. Nun wird mit Stahlgittern, Wildrettungshügeln und Käfigen agiert. Nur an Renaturierung wird nicht gedacht. So tumm sind diä Lüüt. Aber lesen sie selbst:

aus: Spiegel online: Wehe, wenn der Biber wiederkommt; 28.10.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,725499,00.html

<Von Christoph Seidler, Neuglietzen

An der Oder siedeln sich immer mehr bedrohte Biber an - zur Freude von Umweltschützern, doch Anwohner fürchten um ihr Hab und Gut. Denn die Nager unterhöhlen viele Deiche. 77 Kilometer sind schon angegriffen. Jetzt läuft eine große Rettungsaktion für die Dämme.

Ein Sandsack bei Kilometer 67,3 kündet noch von dem Angriff. Schon halb zerfallen, verbirgt er ein Loch im Deich, etwa auf halber Höhe des Schutzbauwerks. Ein paar Schritte weiter: noch ein Loch. Und noch eins.

Die Deiche sind für die tiefliegenden Äcker des Oderbruchs überlebenswichtig - beim dramatischen Hochwasser 1997 ebenso wie bei unzähligen kleineren danach. Doch nun gibt es tierische Probleme. Biber haben sich beim jüngsten Hochwasser der Oder in den weichen Untergrund gebuddelt.

Der Deich ist auf seiner Flussseite löchrig geworden. "Da sind zehn, 15 Meter lange Gänge drunter", sagt Günter Wartenberg vom Brandenburgischen Landesumweltamt. Die Behörden schlagen Alarm: Rund 77 von 172 Deichkilometern seien von Nagetieren in Mitleidenschaft gezogen. Und die 20.000 Bewohner des Oderbruchs haben nun Angst vor den 250 bis 500 Bibern in ihrer Nachbarschaft.

"Ein Biber hat am Deich nichts zu suchen. Auf Dauer sind das Gefahrenstellen", sagt Matthias Freude. Der selbstbewusste Biologe ist Chef des Landesumweltamts in Potsdam und kümmert sich in dieser Funktion einerseits um das Wohlergehen des geschützten Bibers, andererseits um die Sicherheit der Oderdeiche.

[Die Nothöhle des Bibers im Deich, wenn der Fluss Hochwasser führt]

Die Biber graben sich aus purer Verzweiflung so tief in die Schutzwälle ein. Wenn ihr Lebensraum überspült wird, suchen sie für sich und ihren Nachwuchs einen trockenen Platz. Dabei ist "der Deich die einzige Erhöhung, die dem Biber bleibt", sagt Freude.

Nach seinen Statistiken gibt es rund 2500 Biber in Brandenburg. Sie gehören zur Unterart der Elbebiber, die von der Weltnaturschutzunion als gefährdet eingestuft werden. Die Bestände sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - was Umweltschützer freut, nicht aber so sehr die Anwohner. In Frankfurt an der Oder zum Beispiel mussten schon Teile des botanischen Gartens gesperrt werden, weil Wege von Biberbauen unterhöhlt waren. Bis zu hundert der Tiere soll es in der Stadt geben.

[Der Amtsdirektor will Biber "zurückdrängen" oder erschiessen]

"Der Biber muss in Bereiche zurückgedrängt werden, wo er keine Schäden anrichten kann", sagt Karsten Birkholz. Der junge Mann mit den raspelkurzen Haaren ist Direktor des Amtes Barnim-Oderbruch und vertritt die Interessen der Anwohner im Oderbruch. "Der Deich ist unsere Existenzgrundlage. Wenn der Deich nicht hält, sind wir verloren."

Notfalls, sagt Birkholz, müsse man mit Gewalt gegen die Tiere vorgehen, zum Beispiel ihre Dämme niederreißen. Oder die Biber erschießen? Der Lokalpolitiker zögert bei der Antwort nur kurz: "Wenn das das letzte Mittel ist, das zur Verfügung steht, muss man auch darüber nachdenken."

"Biber jagen, das geht überhaupt nicht" - [verzinkte Stahl-Gittermatten werden in die Deiche eingebaut - und Wildrettungshügel]

Umweltamtschef Freude sieht das anders. "Biber jagen geht überhaupt nicht", sagt er. Denn die nachtaktiven Tiere versteckten sich viel zu gut vor Häschern.

Auch das Einfangen der Biber sei keine Option, weil sofort Verwandte aus Polen den Lebensraum besetzen würden. Jenseits der Oder gibt es rund 27.000 der Tiere. "Der beste Schutz vor einem Biber ist ein besetztes Biberrevier", sagt Freude - was paradox klingen mag, aber: "Man kann mit dem Biber leben. Man muss es nur wollen." Eine gleichnamige Broschüre hat sein Haus sicherheitshalber schon herausgegeben und einen wichtigen Tipp daraus direkt umgesetzt. Bauleute vergraben derzeit Gittermatten aus verzinktem Stahl in den Deichen an der Oder, damit der Biber dort nicht weiter in den Untergrund vordringen kann.

Bei Neuglietzen laufen die Arbeiten gerade. Ein gelber Bagger gräbt den Wall auf halber Höhe auf. In den frisch geöffneten Grund werden anschließend die Stahlmatten gelegt. Insgesamt 450 sollen hier verbaut werden, sagt Günter Wartenberg, dann wird die Erde wieder aufgefüllt, Grassamen drauf - fertig ist der Biberschutz. Außerdem wollen die Umweltschützer Wildrettungshügel bauen. Zwei gibt es schon. Statt auf den Deich, sollen sich die Tiere auf diese Anhöhen retten.

[Biber mit Käfigen einfangen]

Wenn die Nager dann aber immer noch die Schutzwälle attackieren - dann will das Landesumweltamt sie einfangen lassen. Die nötigen Käfige habe man inzwischen vorrätig, nämlich umgebaute Hundezwinger.

Die zerstörerische Kraft des Bibers hat übrigens auch Amtschef Freude schon zu spüren bekommen, vor vielen Jahren. Zu DDR-Zeiten war der Zoologe mit einer Studentengruppe auf Exkursion. Mit einem Kassettenrecorder - ein Kleinod, kaum im freien Handel zu beschaffen - lockte die Gruppe eines der scheuen Tiere an. Beschallt mit dem Geräusch von plätscherndem Wasser, schwamm es zu dem Recorder. Und begrub ihn unter einer Fuhre Holz.

Reparatur unmöglich.>

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20 minuten online, Logo

Virginia ("USA") 21.7.2012: < Bade-Horror: Biber greift Mädchen an>

aus: 20 minuten online; 21.7.2012;

http://www.20min.ch/panorama/news/story/13156433

<Zwei Schwestern im Alter von acht und elf Jahren sind beim Schwimmen in einem See in Virginia von einem Biber angefallen worden. Der Onkel tötete das tollwütige Tier.

«Es war das Schmerzhafteste, was ich je erlebt habe», sagte Annabella Radnovich dem Lokalsender «Q13Fox». Gut, die Kleine ist erst acht Jahre alt, doch ihre Aussage zeigt, dass Biberzähne nicht nur gut Holz verarbeiten, sondern sich auch tief in Menschenfleisch bohren können. Anabella und ihre elfjährige Schwester Alyssa wurden am Morgen des 15. Juli im Lake Anna in Virginia von einem der Tiere gebissen.

«Als ich aus dem Wasser gehen wollte, biss es in mein Bein»

Zuerst bekam die Ältere die Wut des Bibers zu spüren. «Sie fühlte, wie etwas ihr Bein berührte und dachte, es sei einer ihrer Cousins, der sie ärgern wolle», sagte Wendy Radnovich, die Mutter der beiden. «Sie stoppte, schaute nach unten und versuchte, es abzustreifen und aus dem Wasser zu laufen.» Das Tier wandte sich dann Annabella zu. «Es begann, um mich herumzuschwimmen», erinnerte sich das Kind. «Als ich aus dem Wasser gehen wollte, biss es in mein Bein.»

Die Kinder stürmten wie andere Badegäste auch aus dem See, wo die Grossmutter der beiden ihre Wunden bis zum Eintreffen der Ambulanz versorgte. «Als ich im Krankenwagen war, sagten sie, sie hätten schon von Stinktierbissen gehört, aber niemals von Biberbissen», berichtete Annabella. Ihre ältere Schwester musste mit 15 Stichen am Oberschenkel genäht werden, während Annabella nur Verbände bekam, obwohl sie mit drei Wunden über dem Knie schwerer verletzt ist.

Angreifer mit Luftpistole und Messer erlegt

Der Grund für diese Massnahme ist medizinischer Natur: «Sie wollten nicht nähen, weil der Biss durch Muskelgewebe geht. Die grösste Sorge ist die Infektion», so Mutter Wendy. Der bissige Biber wurde von einem Onkel der Mädchen mit einer Luftpistole und mit einem Messer erlegt und anschliessend untersucht. Wenn die Tiere überhaupt mal Menschen angreifen, ist in der Regel Tollwut im Spiel, was auch in diesem Fall zutraf. Die Schwestern wurden im Spital geimpft.

Mittlerweile sind die beiden Opfer wieder wohlauf, erzählte Mutter Wendy zu «Fredericksburg.com», dem Lokalportal ihrer Heimatstadt. «Es geht ihnen viel besser», sagte sie zwei Tage nach dem Vorfall. Mit so einem Biberangriff konnte natürlich auch niemand rechnen. Als Tochter Annabella gefragt worden war, was das ihrer Meinung nach für ein Tier war, antwortete das Mädchen: «Ein elektrischer Aal, der sehr haarig ist.» Der hätte zumindest nicht solch einschneidende Eindrücke bei den Kindern hinterlassen.

(phi)>

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20 minuten online,
                Logo

Weissrussland 30.5.2013: <Nager-Plage: Biber beisst Fischer tot> - er beisst in eine Arterie am Bein, als der Fischer sich mit dem Biber fotografieren lassen wollte

aus: 20 minuten online; 30.5.2013;
http://www.20min.ch/panorama/news/story/24718676

<von Yuras Karmanau, AP -

Von wegen putzig: Biber sind in Weissrussland eine echte Plage geworden. Vor einigen Wochen tötete ein Nagetier sogar einen Menschen.

Der Fischer wollte eigentlich nur ein Foto von sich und dem Biber machen lassen. Daraufhin griff das Tier ihn an, biss ihn mehrere Male, darunter auch in eine Arterie im Bein. Der 60-Jährige verblutete. Es war das erste Mal, dass in Weissrussland ein Biber einen Menschen tötete. Aber Konflikte zwischen den Nagetieren und Menschen häufen sich: Der Biber, früher einmal vom Aussterben bedroht, breitet sich in der früheren Sowjetrepublik mittlerweile immer mehr aus.

Das Opfer war zusammen mit Freunden auf dem Weg zum See Schestakowskoje westlich der weissrussischen Hauptstadt Minsk. Die Gruppe sah den Biber am Strassenrand und hielt an. Dann ereignete sich der tragische Vorfall. Die Blutung war nicht zu stoppen. Als der Mann im Krankenhaus in Ostrometschewo eingeliefert wurde, war er bereits tot. «Die Art der Verletzung hat uns Ärzte schockiert», sagt Leonti Sulim, Mediziner an der örtlichen Klinik. «So etwas war uns noch nie über den Weg gelaufen.»

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Biber in Weissrussland verdreifacht; sie wird inzwischen auf 80'000 geschätzt. Dazu beigetragen haben Jagdverbote beziehungsweise -beschränkungen und die Tatsache, dass neue Biberarten eingeführt wurden. Weil sich der Lebensraum für die Tiere nun verkleinert, sind immer mehr auf der Suche nach einem neuen Revier - und kommen von Menschen bewohnten Gebieten dabei oft gefährlich nahe.

Über 30 Kilo schwere Tiere gesichtet

Nach Angaben des weissrussischen Rettungsdienstes gab es in diesem Jahr erstmals Berichte über Angriffe von Bibern, die mehr als 30 Kilogramm schwer sind und - aufrecht stehend - etwa einen Meter gross. Zum Teil hätten die Behörden ganze Mannschaften ausgesandt, um die Tiere von bestimmten Plätzen zu vertreiben. Oft wurden sie dazu aus Schläuchen mit Wasser bespritzt.

Die relativ grosse Zahl von Biberangriffen in den vergangenen Monaten erklären Wildtierexperten zum einen damit, dass viele Jungtiere derzeit unterwegs seien, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Zum anderen seien Biber Nachttiere, hätten also tagsüber Schwierigkeiten zu sehen - und griffen womöglich aus Orientierungslosigkeit und Furcht vermehrt an, wie der Experte Wiktor Koslowski sagt. Nach seinen Worten richten die Nagetiere inzwischen erhebliche Schäden in Wäldern und auf landwirtschaftlich betriebenen Flächen an.

Das Fortministerium in Minsk beginnt deshalb nach eigenen Angaben damit, zur Jagd auf die Pelztiere aufzurufen. Viel verspricht man sich davon allerdings nicht - zu einfach ist es mittlerweile, Biber zu entdecken und zu schiessen. Für Jäger sei es keine Herausforderung, sagt Ministeriumssprecher Alexander Kosores. «Biber zu jagen ist eher so etwas wie ein Job.»>


Kommentar

Wenn Biber töten können, dann sind sie wie andere Tiere einzustufen, die töten können. Dann muss man die Anzahl und die Reviere begrenzen. So sind die Tatsachen, um Menschen und andere Tiere zu schützen.

Michael Palomino, 30.5.2013

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20 minuten online, Logo

4.11.2013: Biber in Bern in den Aareschlaufen fressen fleissig Bäume weg und bauen Burgen

aus: 20 minuten online: Fleissige Kerlchen: Biberfamilie baut neue Burg im Marzili; 4.11.2013;
http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/18089848

<von Sonja Mühlemann -

Manchmal muss schnell ein neuer Unterschlupf her: Die Biberfamilie im Berner Marzili legt ein hohes Tempo vor. Ein Film zeigt, wie geschickt sie dies macht.

Mutter, Vater und Baby-Biber Max schichten seit zwei Wochen Ast auf Ast - ihre neue Burg kann sich sehen lassen. «Als ich das letzte Mal daran vorbeiging, war sie schon recht hoch», erzählt Christof Angst von der Biberfachstelle.

Schock verdaut

Die fleissige Mithilfe von Baby-Biber Max zeigt, wie gut es ihm wieder geht. Offenbar hat er sein Erlebnis von Juni gut verdaut - damals musste ihn ein Wildhüter aus dem Aare-Rechen in der Matte retten. Beinahe wäre der Jungbiber unter die automatische Putzmaschine geraten.

Biber sollen «zonenkonform» bauen

Die Berner Aareschlaufe mausert sich sowieso zum regelrechten Bibermekka: Ge­gen 25 der Grossnager knabbern an Bäumen und bauen fleissig ihre Dämme. Vor wenigen Tagen wurde auch das letzte freie Revier in Beschlag genommen: Ebenfalls mit familiärer Unterstützung baut ein Jungtier an einem Damm im Dalmazibach.

Und bekam es vergangene Woche auch gleich mit der Behörde zu tun: Damit es keinen Zwist mit den menschlichen Nachbarn gibt, weist die Stadt dem Tier einen sogenannten Toleranzbereich zu. «Bis zum Dählhölzli darf er Dämme bauen und Wasser stauen, wie er mag», sagte Sabine Tschäppeler, Leiterin der Fachstelle für Natur «ohne dass die Gefahr besteht, dass die Keller überflutet werden.» Alle Bauten, die ausserhalb der Zone liegen, werden weggeräumt.>

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18.6.2014: <Drahtgeflecht gegen Biber>

aus: Tagesanzeiger online; 18.6.2014;
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Drahtgeflecht-gegen-Biber/story/30154608

<55 Bäume auf der Glattinsel in Dübendorf haben ein «Kleid» aus Drahtgeflecht erhalten. So sollen sie vor fällwütigen Nagern geschützt werden. Biber sind begnadete Holzfäller.

Vielerorts ist das kein Problem. Auf der Glattinsel in Dübendorf aber haben die Nager angefangen, grosse Bäume umzulegen. Und das könnte Radfahrer oder Schwimmer im nahen Freibad gefährden. Zudem stehen ausgerechnet auf der Glattinsel einige schützenswerte alte Eichen – auch sie sollen dem Biber nicht unter die Zähne geraten. Deshalb werden nun 55 Bäume in dem Gebiet mit Drahtgitter geschützt. Im kommenden Winter sollen zudem einige besonders gefährdete Bäume vorsorglich gefällt werden. Das hat die Stadt Dübendorf heute mitgeteilt.

Grundsätzlich sei der Biber auf der Glattinsel aber willkommen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Die Insel ist ein kantonales Naturschutzgebiet und der Biber laut Stadt «eine willkommene Bereicherung». Die Drahtgitter sollen die grossen Nager denn auch nicht vertreiben oder stören. Es bleibt ihnen noch immer ausreichend Lebensgrundlage, denn kleinere Bäume bleiben ungeschützt.

Dübendorf ist nicht der erste Ort im Kanton, der Bäume mit Drahtgitter schützt. Auch in Marthalen und Thalheim an der Thur haben Waldeigentümer schon zu dieser Art Baumschutz gegriffen – immer mit dem Ziel, jene Bäume der Nagelust zu entziehen, die entweder schützenswert sind oder dem Menschen gefährlich werden können, wenn sie fallen.

250 Biber im Kanton

Biber sind in den letzten Jahren im Kanton Zürich wieder richtiggehend heimisch geworden. «Es geht dem Biber gut bei uns», sagt Jürg Zinggeler von der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung. Die letzte Zählung im Jahr 2010/11 ergab 64 Reviere mit rund 250 Tieren. Die allermeisten leben im Weinland; zudem gibt es Biber im Neeracherriet und beidseits des Flughafens. Am Oberlauf der Reuss könnten die Nager gemäss Zinggeler ebenfalls bald heimisch werden.

Am Glattoberlauf und am Greifensee leben mehrere Paare. Dass weitere Tiere glattabwärts wandern, ist möglich, aber eher unwahrscheinlich, wie Zinggeler sagt: «Wo die Flussufer hart verbaut sind, kann sich der Biber kaum installieren. Er muss im Uferbereich graben können.»

Biber fällen aus verschiedenen Gründen Bäume. Im Winter gelangen sie so an feine Rinde und an Knospen. Im Sommer brauchen sie vor allem Baumaterial für ihre Dämme. Diese legen sie an, damit die Eingänge zu ihren Bauen immer unter Wasser bleiben. So schützen sich die Biber vor Fressfeinden. Und noch ein Grund führt dazu, dass Biber im Sommer Bäume fällen: Sie mögen es, wenn in ihrer Umgebung Sonnenlicht auf den Boden fällt. Das lässt Kräuter und Sträucher spriessen, die den Bibern wiederum als Nahrung dienen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 18.06.2014, 16:15 Uhr)

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Wenn Biber sich von Hunden bedroht fühlen: Biber schädigen und verletzten Hunde - Hunde können nicht mehr im Fluss baden etc.:
9.12.2015: Ostschweiz: Biber richten Hunde übel zu

http://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/10467117

<F
ühlt sich der Biber bedroht, beisst er zu. Im Thurgau kam es bereits zu mehreren Attacken auf Hunde.

Der Biber ist nicht grundsätzlich aggressiv, fühlt er sich aber bedroht, dann beisst er zu und verteidigt sein Revier», sagt Roman Kistler, Leiter der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung. Derzeit leben etwa 500 Biber im Kanton – so viele wie sonst nirgends in der Schweiz. Wie Kistler auf Anfrage sagt, gab es im Thurgau bereits Fälle, in denen Hunde von Bibern angegriffen wurden. «Die Tiere verteidigen sich, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen und nicht flüchten können.» So etwa, wenn ein Hund auf dem Feld auf ihn zurenne oder ihn anbelle oder wenn Hunde gar in den Bau des Bibers vordringen. «Bei weiblichen Tieren kommt die Sorge um den Nachwuchs dazu», so Kistler.

Beisst ein Biber zu, kann es laut Kistler zu bösen Verletzungen kommen. «Die Tiere haben ein enorm kräftiges Gebiss. Einem Menschen einen Finger abzubeissen ist für einen Biber kein Problem.» Für Kistler ist klar: «Kommt es zwischen Biber und Hund zu Zwischenfällen liegt das meist am Hundehalter, der sein Tier nicht im Griff hat.» Die Fälle, in denen Hunde Biber angreifen, seien zudem zahlreicher als umgekehrt. Nur erfahre man das laut Kistler weniger, weil Hundehalter dies oft nicht melden. Das weiss auch Dominik Thiel, Leiter Amt für Natur Jagd und Fischerei im Kanton St. Gallen. «Junge Biber sind etwa so gross wie ein Meerschweinchen und somit leichte Beute für Hunde.»

Hund war völlig zerbissen

Auch im grenznahen Ausland kam es schon zu bösen Zwischenfällen. So etwa im Fall von Golden-Retriever Sammy am Wutachdamm in Horheim (D). «Kaum war Sammy im Fluss wurde er von einem Biber angefallen und komplett unter Wasser gezogen», erzählt Halterin Heike Scharrenberg gegenüber dem «Südkurier».

Ohne etwas tun zu können, musste Scharrenberg mit ansehen, wie ihr Hund von dem rund einen Meter grossen Biber malträtiert wurde. Irgendwann schaffte es Sammy, sich zu befreien. «Er war an Hals und Rücken völlig zerbissen und blutete ganz fürchterlich», so Scharrenberg. Die Bisse gingen bis auf den Knochen und mussten tierärztlich behandelt werden.

Hinweisschilder sollen Abhilfe schaffen

Auch am Rheinufer kam es schon zu Zwischenfällen, wie Bettina Sättele, Bibermanagerin des Regierungspräsidiums Freiburg, weiss. So etwa diesen Sommer in Bad Säckingen in Baden-Württemberg, als ein Labrador so schwer gebissen wurde, dass er in tierärztliche Behandlung musste. Sättele sieht im Stress der Biber einen wesentlichen Anteil für den Vorfall. «Viele Hunde kennen den Biber nicht, riechen ihn aber und sind neugierig und gehen hin. Der Biber fühlt sich dadurch gestresst.» Gestresst sind die Tiere zusätzlich, wenn sich die Wasserstände ständig ändern. Das führe dazu, dass ihre Biberburgen schlimmstenfalls samt der Jungtiere einfach weggeschwemmt würden.

Um in Zukunft Vorfälle zwischen Biber und Hund zu vermeiden, haben die Behörden und die Tierschutzabteilung des Regierungspräsidiums Freiburg nun Infotafeln am Rheinufer aufgestellt, wie der «Südkurier» berichtet. Auf diesen wird daraufhin gewiesen, dass man sich im Bibergebiet befindet und dass es vor allem während der Aufzuchtzeit zwischen Mai und August zu Bissunfällen mit Hunden kommen kann, da die Biber ihre Jungen verteidigen.

Für die Ostschweiz sind die Infotafeln bisher keine Option, wie es auf Anfrage heisst.

(taw)>


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20 minuten online, Logo

Schweiz 8.8.2016: Der Biber braucht genug Unterholz - dann entsteht an Bäumen kaum Schaden:
Reinach/Arlesheim BL: «Biber tragen viel zur Artenvielfalt bei»
http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/14280883

<Ein Leser-Reporter hat am Sonntag einen Biber an der Birs entdeckt. Laut Pro Natura leben rund 20 Tiere in der Region. [...]

Zusammen mit den Behörden und den Kraftwerkbetreibern hat Pro Natura geeignete Lebensräume geschaffen und so die Rückkehr des Bibers in die Birs ermöglicht. Dieser bringt einen grossen Nutzen für die Umwelt, indem er durch die Stauung von Bächen und dem Bau seiner Nester die Ufer der Fliessgewässer ökologisch aufwertet.

«Biber tragen viel zur Artenvielfalt bei», erzählt Schuler. Immer wieder erobern sie dabei auch suboptimale Lebensräume. Schäden wie gefällte Bäume oder zerstörte Felder entstehen dabei jedoch selten. Lediglich zwei Prozent der Schäden durch Wildtiere gehen auf das Konto der Nager. «Biber verursachen wenig gravierende Schäden», so Schuler. Ausschlaggebend sei vor allem die Weidevegetation. «Sind genügend Kräuter, Äste und Weidegebüsch vorhanden besteht für Bäume keine Gefahr», ergänzt er.

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Kommentar: Die Biber-Müllabfuhr
Man soll also genügend Hecken wachsen lassen und die Landschaft nicht so sehr aufräumen, dann kommt die Biber-Müllabfuhr und räumt alles von alleine weg und verwendet die Holzsachen für die kleinen Staudämme. Natürlich ist das in der Schweinz ein Problem, weil die Schweinzer immer gerne aufräumen, um die Fassade zu erhalten, wie wenn das Land eine Spielzeuglandschaft wäre...

Michael Palomino, 8.8.2016

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Schweiz 14.9.2016: Jagdgesetz muss mit dem Biber ergänzt werden:
1 bis3 Millionen Schaden: Soll man den Biber abschiessen?
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/14229667

Fototexte:
1. Im Thurgau ärgern sich die Bauern und Gemeinden über Schäden durch Biberdämme. Darum kommt am Mittwoch eine neue Initiative im Nationalrat zur Debatte.
2.
Für Schäden an Ernte und Feld kommt der Bund heute schon auf. Wenn aber Biber Strassen aushöhlen, müssen die Bauern und Gemeinden das selbst berappen.
3.
«Das Jagdgesetz ist viel zu alt.»Es habe Schäden an Herden durch Raubtiere, aber nicht solche durch Biber bedacht, meint der Initiant der Vorlage, Kantonsrat und Revierförster Paul Koch (SVP).
4.
Koch fügt hinzu: «Wenn die Population in Zukunft überhandnimmt, ist eine Jagderlaubnis für Biber nicht auszuschließen.» In Bayern gebe es diese jetzt schon.
5.
Die meisten Schäden, entstünden nur etwa 10 Meter vom Wasser entfernt, so die Bundesratskommission. «Würden die Abstände für den Gewässerschutz eingehalten, sänken die Entschädigungen massiv», so der Sprecher der Kommission Werner Luginbühl.
6. Die Naturschutzorganisation Pro Natura mahnt auch zur Einhaltung der Schutzabstände. «Der Biber ist ein besonderes Tier, er erschafft Lebensräume für viele Arten», meint Sprecher Roland Schuler.

Der Artikel:

<Kaputte Strassen und ausgehöhlte Böden: Der Bund soll für durch Biber verursachte Schäden zahlen, so eine Initiative. Auch Abschüsse werden erwogen.

Im Thurgau ärgern sich die Bauern über die Biber. Sie überschwemmen nicht nur ihre Felder, sie untergraben auch wassernahe Scheunen und Wege, die dann einstürzen. Für Letzteres müssen die Bauern und Gemeinden selbst aufkommen. Bund und Kantone zahlen nur für Schäden an Ernte oder Feldern. Wird Infrastruktur beschädigt, bleibt die Kasse dagegen zu. Im Kanton Thurgau belaufen sich die Infrastrukturschäden auf bis zu 200’000 Franken. Für die gesamte Schweiz schätzt die Ständeratskommission die Schäden auf ein bis drei Millionen Franken. Am Mittwoch debattiert der Nationalrat über eine Standesinitiative, die diese Situation ändern möchte.

«Das Jagdgesetz ist viel zu alt. Als es in Kraft getreten ist, waren die bundesweit geschützten Arten meist grosse Raubtiere», sagt Initiant und Thurgauer Kantonsrat Paul Koch (SVP). Diese würden gemäss dem Förster zwar landwirtschaftliche, aber keine Infrastrukturschäden verursachen. Deshalb sei im Gesetz für diese Schäden auch keine Kompensation vorgesehen .«Der Biber ging damals vergessen.»

Soll man den Biber abschiessen?

Die Biber umzuplatzieren ist für Koch keine Lösung, weil sie meist zurückkämen. «Der Biber hat grosse Lebensräume für sich erschliessen können.» Nun müsse man darauf achten, dass er nicht in die Kulturlandschaft und Dörfer eindringe. «Die Akzeptanz der Biber in der Bevölkerung ist noch gross, das könnte sich aber ändern», sagt Koch.

Die Biberpopulation wachse und könne bald aus den geschützten Arten austreten. Dies liege daran, dass ohne Raubtiere der Mensch sein einziger natürlicher Feind sei. Koch sagt: «Wenn die Population in Zukunft überhandnimmt, ist eine Jagderlaubnis für Biber nicht auszuschließen. In Bayern gibt es die jetzt schon.»

«Entschädigung ist unnötig»

Die Ständeratskommission hält eine Entschädigung für unnötig. Die meisten Biberschäden würden gerade mal zehn Meter vom Wasser entfernt entstehen. «Wenn zukünftig die vorgeschriebenen Gewässerräume eingehalten würden, sänken die Schäden massiv», sagt der Sprecher der Kommission, Werner Luginbühl (BDP).

Initiant Koch hält diese Massnahmen für unnütz: «Auf diesen Gebieten hat es auch Strassen, und die kann man nicht einfach verschieben.»

Auch dies ist für die Kommission kein Grund für weitere Kompensationen. Die meisten Strassen in Wassernähe seien landwirtschaftliche Wege und keine befestigten Strassen. Darüber hinaus setze eine Zahlung falsche Anreize. «Wer für einen eingestürzten Weg entschädigt wird, der repariert diesen einfach, anstatt ihn weit genug weg zu verlegen», so Luginbühl.

«Biber sind die Kosten wert»

Die Naturschutzorganisation Pro Natura lehnt eine Entschädigung für beschädigte Infrastruktur im Grunde nicht ab. «Die Kompensation darf aber nicht als Vorwand genutzt werden, keine Schadensprävention zu machen», so ihr Sprecher Roland Schuler. Es gebe ja auch andere Massnahmen, um Biberschäden zu vermindern. Man könne zum Beispiel Gitter anbringen, um die Biber daran zu hindern, Strassen auszuhöhlen.

Ein Szenario, das den Abschuss erfordert, ist für Schuler nicht vorstellbar. Es sei ein Glück, dass die Biber in der Schweiz wieder einen Lebensraum gefunden haben. «Der Biber ist ein besonderes Tier, er schafft Lebensräume für zahlreiche bedrohte Arten.» Den Schaden, der dabei zustande komme, mache der Biber durch seine Arbeit für die Biodiversität mehrfach wett.

(lz)>


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Foqoquellen
[1] Biber: http://de.wikipedia.org/wiki/Biber
[2] durch Biber angenagter Baum: http://de.wikipedia.org/wiki/Biber



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