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Merkblatt: AIDS 01

Frau mit AIDs-Krankheiten in Kambodscha  Buch von Jon Rappaport: AIDS INC. - Scandal of the Century (AIDS AG - Der Skandal des Jahrhunderts)  Buch von Hamer: AIDS, die Krankheit, die es gar nicht gibt
Frau mit AIDS-Krankheiten in Kambodscha [3] - Buch von Jon Rappaport: AIDS INC. - Scandal of the Century (AIDS AG - Der Skandal des Jahrhunderts) [4] - Buch von Hamer: AIDS, die Krankheit, die es gar nicht gibt [5]

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Buchempfehlungen

-- John Rappaport: AIDS INC. (wurde 1988 veröffentlicht. Es war das erste Buch, das die Vermutung in Frage stellte, HIV erzeuge AIDS)
-- Ryke Hamer: Aids die Krankheit die es gar nicht gibt



Buch von Jon Rappaport: AIDS INC. - Scandal of the Century (AIDS AG - Der Skandal des Jahrhunderts)
Buch von Jon Rappaport: AIDS INC. - Scandal of the Century (AIDS AG - Der Skandal des Jahrhunderts) [4]

Buch von Hamer: AIDS, die Krankheit, die es gar nicht gibt
Buch von Hamer: AIDS, die Krankheit, die es gar nicht gibt [5]

AIDS ist eine ERNÄHRUNGSKRANKHEIT, denn bei schlechter Ernährung verliert der Körper sein Immunsystem.





Symptome von AIDS heilen mit Kokosöl und Vollkorn-Blutgruppenernährung, und Limos+Frittiertes WEGLASSEN

AIDS heilt mit Kokosöl (2x täglich 1 bis 2 EL einnehmen) in Kombination mit der Blutgruppenernährung, und es muss ALLES VOLLKORN sein, und man muss alles weglassen, was Zitronensäure enthält (vor allem die Limos), und nix Frittiertes essen (oder dann nur mit Kokosöl frittieren).

In 2 Monaten sind die AIDS-Symptome wie Pickel an der Zunge, zerstörtes Gesicht und Lungenentzündung ALLE WEG.

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AIDS ist eine Erfindung: 27 einzelne Krankheiten werden als "AIDS" bezeichnet

Die Korruption im Gesundheitswesen ist absolut durchorganisiert, und die Allgemeinheit zahlt alles:


Buch
                          "Viruswahn" von Torsten Engelbrecht
                          und Claus Köhnlein  Michael
                          Vogt von alpenparlament.tv im Gespräch mit
                          Claus Köhnlein
Buch "Viruswahn" [1] von Torsten Engelbrecht und Claus Köhnlein - Dr. Claus Köhnlein im Gespräch mit Michael Vogt von alpenparlament.tv [2]



Seuchen werden gezielt erfunden, um neue "Tests", "Medikamente" oder "Impfungen" zu verkaufen: AIDS, BSE, Vogelgrippe etc.

Michael Vogt im Gespräch mit Dr. Claus Köhnlein; In: alpenparlament.tv
Video: http://www.youtube.com/watch?v=FbHB38IWuLU&sns=fb

Buchempfehlung: Dr. Claus Köhnlein: Viruswahn.

Das Filmprotokoll:

"AIDS" ist eine Kombination von 27 alten Krankheitsbildern anderer Krankheiten

Beispiel HIV: Der HIV-Test ist die Seuche und AIDS ist eine erfundene Definition

Leute, die an einem Lymphohm leiden (Lymphdrüsenkrebs haben), diese Leute haben dasselbe klinische Krankheitsbild wie AIDS, und plötzlich wird ein Patient, der Lymphdrüsenkrebs hat, als AIDS-Patient bewertet mit der Behauptung, der HIV-Test sei "positiv".

Somit ist der HIV-Test die Seuche und nicht AIDS.

Die Panikmache z.B. im Spiegel, ganz Deutschland würde bald an "AIDS" sterben

AIDS wurde von den Medien als "tödliche Infektionskrankheit" dargestellt. Der "Spiegel" machte Statistiken mit exponentiell ansteigenden Kurven mit der Behauptung, dass im Jahre 1994 jeder Bundesbürger HIV-positiv sein würde und 3 Jahre später würden alle die Betroffenen gestorben sein. Die Panik war total und alle behaupteten, der Virus sei heterosexuell übertragbar und automatisch tödlich.

These von Peter Duisberg, "AIDS" gibt es nicht, sondern das seien alles alte Krankheitsbilder

Tatsache ist aber nur, dass ein neuer "Test" existiert und die Krankheiten die alten geblieben sind. Mit der Zeit kommen dann auch andere Mediziner, z.B. Molekularbiologen Peter Duisberg, zum Schluss, dass nur der Test neu ist und die Krankheitsbilder schon lange existieren bzw. dass alle Krankheiten schon lange bekannt sind, die nun neu als "AIDS" definiert werden.

Professor Dietrich behautet, viele Kinder seien an "AIDS" gestorben - aber sie starben an AZT-Vergiftung

Professor Dietrich vom Tropeninstitut behauptet, Duisburg sei psychisch verwirrt und rede Irrsinn. Dietrich behauptet auch, die vielen Kinder, die bisher an AIDS gestorben seien, seien Beweis genug dafür, dass die Todesursache AIDS sei. Als Dr. Köhnlein bei Herrn Dietrich die Quelle verlangt mit der Meldung, wie und wo so viele Kinder an "AIDS" gestorben seien, kann Dietrich keine Quelle vorweisen.

Später stellte sich heraus, dass die Kinder alle mit dem neuen "Medikament" AZT behandelt worden sind, und dieses "Medikament" wurde nur unzureichend mittels Placebo-Vergleich getestet. Peter Duisburg machte darüber die folgende Aussage: "AZT ist AIDS auf Rezept". Und genau so war es. Das wird heute auch alles zugegeben, aber mit anderen Begründungen: Das Mittel war zu hoch dosiert. Zuerst waren es 1500 mg, dann 1000 und dann noch 500 mg. Das heisst: Die Leute, bei denen behauptet wurde, sie hätten AIDS, diese Leute starben an der AZT-Vergiftung.

Dabei sind die Nebenwirkungen von AZT genau die, von denen zuerst behauptet wird, sie würden geheilt.

Dann kamen all die weiteren Präparate auf den Markt, mit noch einmal ganz anderen Nebenwirkungen.

Drogenabhängige Homosexuelle praktisch ohne Immunsystem sterben an Lungenentzündung - sollen "AIDS" haben

Die ersten "AIDS-Patienten" waren Homosexuelle und schwerst drogenabhängig, waren ca. 30 Jahre alt und waren mit ihrem Immunsystem am Ende, bekamen eine schwere Lungenentzündung und starben dann daran. Dr. Gottlieb beschrieb die Fälle damals. Die Presse und die Medien machten daraus eine neue Lifestyle-Krankheit und behaupteten, es sei ein neuer Virus aufgetaucht, der die Menschheit schädigen würde. Dies ist an einer Pressekonferenz in alle Welt posaunt worden, ohne jede medizinische Untersuchung und ohne jeglichen Beweis, und auch nur im Konjunktiv. Die Weltpresse behauptet aber, ein "Amerikaner" habe die Ursache von "AIDS" entdeckt. Kurz darauf kam der HIV-Test auf den Markt und dann wurde weltweit behauptet, wer positiv auf diesen Test reagiere, habe ein "Problem".

Dann kam das Problem mit der Inkubationszeit, denn es wurden plötzlich viele Menschen positiv auf HIV "getestet", die KEIN Problem hatten. In diesen Fällen haben die Ärzte behauptet, das tödliche Problem komme dann in 10 Jahren. Das heisst, die Ärzte haben einfach behauptet, ein Mensch trage ein tödliches Virus in sich und sei in Lebensgefahr [und sei auch eine tödliche Gefahr für die Gesellschaft]. Diese HIV-"Markierung" ist ein Psychoterror ohne Gleichen.

Der HIV-Test ist gar kein wissenschaftlich abgesicherter Test

Der HIV-Test behauptet, er untersuche das Retrovirus, misst aber gemäss einer Studie von Max Essex auch Substanzen, die in den Membranen von Pilzen vorhanden sind, die in den Membranen von Mykobakterien vorhanden sind. Da sind Kreuzreaktionen mit Pilzen und Tuberkelbakterien vorhanden. Und deswegen muss man mit einem HIV-Test in vor allem in Afrika ganz vorsichtig sein. Das heisst, der HIV-Test ist wirklich NICHTS Wert, kann man "eintüten".

Für den HIV-Test gibt es aber weltweit nicht einen einzigen Standard. Die HIV-Tests testen verschiedene Sachen und bewerten je nachdem eine Person als HIV-positiv oder HIV-negativ, je nach Land verschieden. Ein HIV-Test derselben Art kann auch unregelmässige Resultate bringen und einmal eine Person als positiv oder negativ definieren. Das heisst, ein AIDS-Test hat prinzipiell überhaupt KEINE Bedeutung.

"AIDS" in Afrika sind alles andere Krankheiten (TB, Pilzerkrankungen, katastrophale Ernährung, Leben fast ohne Immunsystem etc.)

Die Wissenschaft behauptete dann, dass Peter Duisberg mit seiner These, dass AIDS gar nicht existiere, in Afrika einen riesigen Schaden angerichtet habe. Die stark zunehmende AIDS-Rate war für die allgemeine "Wissenschaft" der "Beweis", dass AIDS existieren würde. Es wird Duisberg und anderen Ärzten vorgeworfen, sie seien für die vielen "AIDS"-Toten in Afrika verantwortlich, weil dort keine "AIDS"-Massnahmen getroffen würden.

Peter Duisberg und andere Ärzte, mit Dr. Claus Köhnlein, haben auf diese Behauptung offiziell geantwortet, aber diese Antwort wurde von der medizinischen Zeitschrift zensiert. Die Feststellung, dass sich die Bevölkerung in Afrika in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Das heisst, die 4,5 Millionen "AIDS"-Toten werden als normal dargestellt, und sie seien an normalen Krankheiten gestorben, und wenn es diese Toten nicht gegeben hätte, dann hätte sich die Bevölkerung von Afrika wohl vervierfacht. Die Propagandisten von "AIDS" setzten den Verlag massiv unter Druck mit der Begründung, diese Behauptungen seien eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit, und somit wurde diese logische Darstellung dann zensiert. Das Journal gibt es seitdem nicht mehr, denn der Verleger hat aus Protest gegen die Zensur seine Publikationsarbeit beendet.

Diese logische Auffassung von Duisberg, Köhnlein und anderen Medizinern darf auch nicht in den Lehrbüchern gedruckt werden. Auch in den Massenmedien wird der Abdruck dieser logischen Tatsache verweigert. Es bleibt eine "Aussenseiter-Meinung".

Die katastrophalen Ernährungs-Umstände in Afrika bewirken schwache Immunsysteme und TB, Pilzerkrankungen etc.

Afrika ist hygienisch ung gesundheitlich eine einzige Katastrophe. Die Todesursache in Afrika war "eine alte Seuche mit neuem Namen. Was dort Tuberkulose war, das gilt jetzt als AIDS." Minenarbeiter mit Siliko-Tuberkulose werden zu AIDS-Opfern definiert. Pilzerkrankungen gibt es dort auch "jede Menge". Und mit HIV hat das alles NICHTS zu tun. Sondern "das hat mit den ungünstigen, sanitären Bedingungen und den Ernährungsproblemen zu tun".

"In weiten Bereichen Afrikas gibt es ja keine vernünftige Ernährung, ne ganz einseitige Ernährung", "ganz bestimmte, essentielle Aminosäuren werden dann nicht aufgenommen und dann kommt es in der Folge zu einem verminderten Aufbau von Proteinen, die für die Immunabwehr notwendig sind, und dann wird man eben anfällig gegenüber Tuberkulose und Pilzerkrankungen und anderen, parasitären Erkrankungen."

Der Medikamentencocktail

Nach dem AZT wurde behauptet, ein neuer "Medikamentencocktail" könne "AIDS" heilen [und die Krankenkasse bezahlt alles]. Die parasitären Erkrankungen verbessern sich auch zuerst, denn die sogenannten "Parasiten" werden durch den Medikamentencocktail zerstört. Die sind ja auch an DNA gebunden. Auch Entzündungserscheinungen werden zurückgedrängt. Für kurze Zeit sind die Medikamente wohl einsetzbar.

Aber die Behauptung, man müsse lebenslang einen Medikamentencocktail einnehmen, "ist natürlich ein Wahnsinn". Denn diese Medikamente zerstören noch weitere Dinge.

Neue Behauptung: Mutter überträgt "AIDS"-Virus auf ihre Kinder

Dabei existieren viele Studien, die klar besagen, dass Kinder von Müttern, die mit AZT behandelt wurden, gesundheitlich schlechter dastehen als Kinder von Müttern, die NICHT mit AZT behandelt worden sind.

Das heisst, AZT schadet eher als es nützt, egal, ob die Übertragung eines Virus übertragen wird oder nicht.

Bei einer Mutter mit Tuberkulose ist es so, dass TB auf das Kind tatsächlich übertragbar ist. Das heisst, mit Medikamenten kann man vielleicht verhindern, dass das Kind dann eine TB bekommt. Da müsste dann aber getestet werden, ob die normale TB-Therapie nicht erfolgreicher wäre als eine antivirale Therapie mit AZT. Wenn die TB-Betroffenen dann beide Behandlungen gleichzeitig bekommen, ist das für den Körper absolut zu viel der Belastung.

Aber es gibt auch Fälle, wo HIV-positiv getestete Mütter HIV-negative Kinder zur Welt bringen. Der Automatismus, dass eine HIV-positiv getestete Mutter ein HIV-Kind zur Welt bringen würde, stimmt gar nicht.

Andere Statistiken besagen, dass AZT bewirken würde, dass bei positiv getesteten Müttern etwas weniger HIV-Kinder auf die Welt kommen. Die Rate ist "etwas reduziert".

Die grosse AIDS-Lüge

Das HIV-Virus wurde zu Unrecht zu einem tödlichen Virus hochstilisiert sondern ist ein harmloses Retrovirus, das von der Mutter auf das Kind "in 20% der Fälle übertragen wird" und richtet zwangsläufig überhaupt keinen Schaden an.

Es ist inzwischen bewiesen und zugegeben, dass eine HIV-positiv getestete Person durch eine "halbwegs vernünftige Lebensweise" die HIV-Merkmale verlieren kann. Das gibt inzwischen sogar Luc Montagnier, der Pionierforscher von "AIDS", inzwischen zu.

Montagnier hat auch immer klar gesagt, HIV alleine sei nicht die Ursache, sondern es seien noch weitere Faktoren beteiligt: "We need co factors".

"Ist ja auch ein Retrovirus und macht keine Zellen kaputt."

27 bisher bekannte Erkrankungen werden einfach "AIDS" genannt - die Epidemie-Panik

Und so kann man laufend neue Epidemien "herbeizaubern", eben einfach durch die Verbreitung des Tests. Wo es den Test nicht gibt, dort haben die Krankheiten ihren ursprünglichen Namen. Und wenn der AIDS-Test in Russland, China oder Indien verbreitet wird, dann haben diese Länder "plötzlich ein AIDS-Problem", wo es vorher gar kein AIDS gab.

Die "alten Krankheiten" sind Tuberkulose, Gebärmutterhalskrebs, Lymphohm etc.

Es geht schlicht um die Ausbreitung des Tests. Und dann will man bestimmte Medikamente verkaufen.

Es ist doch alles gelogen, obwohl Gallo vielleicht sogar an seinen eigenen Irrtum geglaubt hat und auch sich selbst und seine Kinder so behandeln würde.

Dr. Köhnlein dagegen würde sogar an seinem eigenen Körper den Beweis erbringen, dass alles gelogen ist:

"Wir würden uns auch mit HIV infizieren, vorausgesetzt, es ist reines HIV. Und da geht's aber schon los das Problem: das reine HIV zu finden!"


Andere Grippen

Es geht nur um rein finanzielle Aspekte: Vogelgrippe und Schweinegrippe wurden richtig "gepusht" und eine Panik aufgebaut, "um hinterher richtig abzusahnen". Einmal gings um Tamiflu, und bei der Schweinegrippe ging es um die Impfung, die vorbereitet war, aber die Leute haben das dann nicht mehr mitgemacht.

Bush hat den Krieg gegen die Schweinegrippe ausgerufen und Rumsfeld hat die Aktien der Impffirma gehalten, um von der Schweinegrippe abzukassieren. Das war wie ein Ping-Pong-Spiel.

Bei SARS haben es alle noch geglaubt. Bei der Vogelgrippe kamen schon die ersten Zweifel. Und bei der Schweinegrippe waren die Leute dann so skeptisch, dass der Trick nicht mehr funktionierte. Es geht nur um ökonomisches Interesse.


Impfen

Die Behauptung, Antikörper würden vor Krankheiten schützen, ist nicht richtig, sondern die Antikörper werden im Gegenteil sogar zum Problem.

Es gibt Viren, die auch erst in 30 Jahren eine Krankheit provozieren.

Hepatitis-C-Virus hat gar keine Wirkung

Zum Beispiel wird vom Hepatitis-C-Virus behauptet, er würde eine Leberentzündung hervorrufen, "was ja auch kompletter Unsinn ist. Das sehen wir an zahllosen Verläufen." Viele Leute sind seit 30 oder 40 Jahren mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert, und den Leuten fehlt nichts. Die werden erst krank, wenn sie "behandelt" werden.

Die "Schulmedizin" behandelt diese Personen ein Jahr lang mit einer schweren, antiviralen Therapie, und diese Menschen leben dann "auf dem Zahnfleisch", bekommen schwere Hemolysen und dann wird den Betroffenen gesagt, ihre Leben sei nun "virenfrei". Aber das ist ein "uferloses Spiel", denn es komme neue Tests, dann entstehen manchmal Resistenten usw. Und so werden die Patienten dann immer mehr verschaukelt [und die Krankenkasse bezahlt alles].


Krebsbehandlung

Die Schulmedizin hat keine Mittel, um bei Krebspatienten das Leben wirklich zu verlängern. Nur der Aufwand ist immer grösser, mit Verzehnfachung oder sogar Verhundertfachung der Preise. Aber statistisch gesehen schneidet die Schulmedizin absolut jämmerlich ab [und die Krankenkasse zahlt das alles...]

Das einzige, was bei Krebs wirklich hilft, ist Prophylaxe durch körperliche Bewegung und gute Ernährung, und die ganzen invasiven und medikamentösen Ansätze wirken eigentlich kaum bis gar nicht. Die Wenigsten ändern aber ihren Lebensstil. Der Glaube an die Pille ist grösser. Und das Gesundheitssystem gerät dadurch ins Wanken, weil es immer teurer und teurer wird. Die Nutzniesser ist die Pharma und die Politik tut nichts. Und auch der riesige medizinische Apparat will leben und überleben und schafft sich seine neuen "Existenzen" mit immer neuen, teuren Behandlungen.

Ehec

Der Fall ist nicht sicher. Ein Medikament kommt auf den Markt und eine Hysterie wird geschürt. Ursache kann ein Virus sein, aber auch ungünstige, therapeutische Massnahmen mit Antibiotika oder mit Antikörpern. Das müsste man von Fall zu Fall untersuchen.


BSE und Kreuzfeld-Jakob-Syndrom

Die Kette der Epidemien: AIDS - Hepatitis C - BSE. Bei BSE gibt es eine "ganz plausible Vergiftungshypothese", die auch bis in den britischen BSE-Untersuchungsausschuss kam, dann aber "abgebügelt" wurde, also zensiert wurde, aus ganz klaren Interessenkonflikten, weil .

BSE-Fälle tauchen dort auf, wo Rinder per Gesetz mit viel Insektizid "Fosmed" einzureiben, in England seit 1993, und auch in der Schweiz und in Nordirland. Ausserdem gibt es Hinweise, dass Organ-Phosphate die Prionen verursachen, also die Degeneration von Nervenfasern. Die Tiere wurden chronisch damit eingerieben und bekamen dann - so wie es im Lehrbuch steht - auch eine chronische Vergiftung.

Die These, dass Tiermehl BSE verursacht habe, ist falsch, denn dieses Tiermehl wurde auch in den Mittleren Osten exportiert, aber BSE-Fälle gab es im Nahen Osten NIE.

"Epidemiologisch und toxikologisch spricht alles für eine Vergiftungshypothese, und nicht für diese Tiermehlhypothese."

Die Behauptung, mit Rindfleischkonsum würde man Kreuzfeld-Jakob-Krankheit auslösen, ist auch gelogen bzw. basiert auf einem Experiment, bei dem bei Affen fremde Hirnmasse ins Hirn eingespritzt wurde.


Polio (Kinderlähmung) ist eine DDT-Vergiftung

Sorgloser Umgang mit DDT bewirkt die Anreicherung von DDT in der Muttermilch und löste bei Kälbern die sogenannte Kälberlähmung aus. Dieser Mechanismus bei den Kälbern ist inzwischen allgemein anerkannt.

DDT hat eine sehr lange Halbwertszeit, reicherte sich in der Muttermilch an. Aber dann kam wieder ein "Forscher" mit der Behauptung, er habe das "Virus" isoliert, das die Kinderlähmung verursacht. Das war irgendein Enterovirus. Das konnte man auf Affennieren züchten, ganz schön praktisch, um einen Impfstoff herzustellen.

Dr. Köhnlein ging dann mit seinen Kollegen auf die Suche nach einer Arbeit, die beweist, dass das behauptete Enterovirus Kinderlähmung auslösen würde. Nach langer Suche wurde festgestellt: Es gibt GAR KEINE Arbeit, die beweist, dass das Virus Kinderlähmung auslöst. Eine solche Arbeit existiert gar NICHT.

Laufend wird aber behauptet, Polio sei ansteckend.

Die Lähmungserscheinungen von Polio sind auch gar nicht spezifisch. Lähmungserscheinungen durch Schwermetalle oder Insektizide sind genau dieselben wie bei "Polio".

Seit DDT kaum noch verwendet wird, geht auch "Polio" zurück. Die Polio-Impfung kam erst, als die "Polio"-Epidemie bereits zurückgegangen war. Die Polio-Impfung war also nachweislich NICHT am Rückgang der von "Polio" beteiligt, [sondern es ist alles nur Angstmacherei und Geldmacherei und die Krankenkasse zahlt alles...]


Massenimpfungen

Bei fast allen Infektionzkrankheiten ist es so, dass die Epidemie schon lange zurückgegangen ist, bevor die Impfungen kommen. "Besonders gilt das für die Tuberkulose. Da hat die Impfung nie was gebracht. Im Gegenteil. Da hat sie wahrscheinlich sogar grossen Schaden angerichtet. Und die Tuberkulose ist hier in den entwickelten Ländern ganz klar zurückgegangen, trotz der Impfung, nicht aufgrund der Impfung."


Bei der Epidemiologie "da kann man viele Tricks mit machen" durch "Definitionsänderung" kann man "Epidemien herbeizaubern".

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AIDS-Übertragungswege

-- Sex ohne Gummi (Vagina, Anus, Sperma, Menstruationsblut) [web01]
-- benutzte Spritzen (Spitäler, Drogenmilieu, nur eigene Spritzen verwenden) [web01]
-- HIV-Mutter kann das Kind anstecken (durch Geburt, durch Stillen) [web01]
-- Blutkonserven (verseuchtes Spenderblut, wenn nicht kontrolliert wird, also nur Verwandtenblut verwenden) [web02]
-- Akupunkturnadeln (wenn nicht richtig gereinigt wird - also eigene Nadeln mitbringen)

Im Speichel ist der AIDS-Erreger NICHT vorhanden, und man darf ungeniert so viel küssen, wie man will. Auch das gemeinsame Benutzen von Küchengeschirr oder von WCs ist kein Problem [web01].

Heilung von AIDS
-- mit Blutgruppenernährung
-- mit AIDS-Antigen-Retro-Virus.

siehe das Merkblatt: AIDS ist heilbar

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ARD Logo

2.4.2004: Beschneidung bringt 6-fach geringeres HIV-Risiko

aus: Beschneidung schützt vor HIV [so stimmt es nicht!]; ARD-Text Tafel 544, 2.4.2004

<Beschnittene Männer haben ein etwa 6-fach geringeres HIV-Infektionsrisiko als unbeschnittene. Der Grund für diesen Unterschied liegt nach Einschätzung amerikanischer und indischer Forscher in dem hohen Infektionspotential der Vorhaut. Vor anderen sexuell übertragenen Infektionskrankheiten wie etwa Herpes, Syphilis oder Gonorrhö schützt eine Beschneidung dagegen nicht. Die Vorhaut weist eine hohe Dichte an Zellen auf, an denen der HIV-1-Erreger angreifen kann, entdeckten die Wissenschaftler.>

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n-tv online,
              Logo

"USA" 9.7.2010: <Gesundheit: "Ein aufregender Fortschritt"Wirksame HIV-Antikörper entdeckt>

aus: n-tv online; 9.7.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/gesundheit/Wirksame-HIV-Antikoerper-entdeckt-article1022636.html

<Amerikanische Forscher isolieren aus dem Blut eines HIV-infizierten Patienten zwei mächtige Antikörper: Diese können bis zu 90 Prozent aller bisher bekannten HIV-Stämme binden. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon neue Kenntnisse über die Infektion. Und, vielleicht sogar - einen Impfstoff.

Ein amerikanisches Forscherteam hat zwei menschliche Antikörper entdeckt, die im Labor mehr als 90 Prozent aller bekannten HIV-Stämme stoppen können. Die Proteine mit den Bezeichnungen VRC01 und VRC02 neutralisieren damit mehr HIV-Stämme als alle anderen bisher bekannten Antikörper, wie die Wissenschaftler um John Mascola von den US-Gesundheits-forschungsinstituten (NIH) im Fachjournal "Science" berichten. Die Forscher hoffen, anhand der Antikörper die Aidsinfektion besser verstehen und vielleicht sogar einmal einen Impfstoff entwickeln zu können.

"Die Entdeckung dieser extrem breit neutralisierenden Antikörper (...) ist ein aufregender Fortschritt, der unsere Bemühungen um die Entwicklung einer präventiven HIV-Impfung für den weltweiten Einsatz beschleunigen wird", sagte der Direktor des NIH-Instituts für Allergologie und Infektionskrankheiten (NIAID) in Bethesda, Anthony S. Fauci.

Virus verändert sich

Bisher hat sich die Suche nach einem HIV-Impfstoff vor allem deshalb als schwierig erwiesen, weil sich das Aidsvirus ständig verändert. Deshalb gibt es weltweit unzählige HIV-Varianten. Die jetzt entdeckten Antikörper würden sich "an einen praktisch unveränderlichen Teil des Virus anheften, und das erklärt warum sie eine so außerordentlich große Zahl von HIV-Stämmen neutralisieren können", erläuterte Mascola, Vizedirektor des Vaccine Research Centers (VRC) am NIAID.

Die Forscher hatten die Antikörper aus dem Blut eines HIV-infizierten Patienten isoliert. Dazu benutzten sie ein eigens modifiziertes HIV-Protein. VRC01 und VRC02 blockieren eine Andockstelle des Virus, mit dem es sich an die Zelle heftet, die es infizieren will. Ist diese CD4-Bindestelle besetzt, hindert dies das Virus am Andocken an der Zelle.

dpa>

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20 minuten
              online, Logo

23.11.2010: <Trendwende: Aids-Epidemie geht langsam zurück> - 20% weniger Ansteckungen in 10 Jahren - aber in Osteuropa steigt die AIDS-Rate weiterhin

aus: 20 minuten online; 23.11.2010;
http://www.20min.com/news/kreuz_und_quer/story/18747050

<In den vergangenen zehn Jahren haben sich weltweit ein Fünftel weniger Menschen mit HIV angesteckt als im Jahrzehnt zuvor. Auch die Todesfälle haben abgenommen.

Die UNO sieht im Kampf gegen die Infektionskrankheit AIDS eine anhaltende Trendwende. Vor allem in den Ländern südlich der Sahara hätten sich in den letzten Jahren weniger Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert, erklärte die UNO- Organisation UNAIDS.

Die Rückgänge der Neuinfektionen liessen sich jetzt schon in 33 Ländern feststellen, wo sie um rund ein Viertel gesunken seien. 22 dieser Länder befinden sich in Schwarzafrika. In Äthiopien, Nigeria, Südafrika, Sambia und Simbabwe gebe es Anzeichen von Stillstand oder Rückgängen bei den Neuinfektionen.

Seit 1999, als die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht hatte, sei die Zahl der Neuinfektionen weltweit um 19 Prozent zurückgegangen, heisst es in dem am Dienstag in Genf vorgestellten Weltbericht zur Epidemie weiter.

Jährlich erkranken aber immer noch 2,6 Millionen Menschen an dem Virus. In sieben Ländern ist die Anzahl Neuinfektionen zudem um über 25 Prozent gestiegen. Fünf der sieben betroffenen Länder befinden sich in Osteuropa und Zentralasien.

Besseren Zugang zu Behandlungen

Die Anzahl der jährlichen Todesfälle ging innerhalb von fünf Jahren um 300 000 zurück. Im vergangenen Jahr seien 1,8 Millionen Menschen an dem Virus gestorben, 2004 waren es noch 2,1 Millionen.

Der Rückgang der Infektionen und der Todesfälle erklärt sich durch Behandlungs- und Präventionsmassnahmen. Von den etwa 15 Millionen HIV-Infizierten in einkommensschwachen Ländern, die eine AIDS-Behandlung benötigen, könne derzeit 5,2 Millionen geholfen werden. 2004 waren es erst 700 000.

2009 bekamen 1,2 Millionen Menschen eine Erstbehandlung gegen AIDS. Dies entspreche einem Anstieg um 30 Prozent in nur einem Jahr. Zehn Millionen Menschen brauchen derzeit aber noch dringend eine Behandlung, schreibt UNAIDS.

Bereits 60 Millionen Todesfälle

Der Rückgang an Todesfällen führt dazu, dass die Zahl der Menschen, die mit dem Virus leben, gestiegen ist: Von 26,2 Millionen im Jahr 1999 auf 33,3 Millionen im Jahr 2009.

Seit dem Ausbruch der Epidemie steckten sich mehr als 60 Millionen Menschen mit dem Virus an, fast 30 Millionen starben an Ursachen im Zusammenhang mit der Krankheit.

(sda)>


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Welt online,
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16.4.2011: <Neue Studie: Bei HIV-Patienten verändern sich die Krebsformen>: Lungentumore, weil viele HIV-Patienten RaucherInnen sind - Leberkrebs wegen zusätzlicher Hepatitisinfektion

aus: Welt online; 16.4.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13184071/Bei-HIV-Patienten-veraendern-sich-die-Krebsformen.html

<Kaposi-Syndrom, Non-Hodgkin-Lymphom und invasive Tumore waren früher ein Indiz, dass HIV-infizierte Menschen an Aids erkrankt waren – heute sind es andere Krebsarten.

Der erste entdeckte Aids-Erreger tauchte einer Genanalyse zufolge erstmals 1930 in Zentralafrika auf. Heute hat sich das Virus in der ganzen Welt verbreitet.

Bei jenen drei Krebsarten - wie dem Kaposi-Syndrom, dem Non-Hodgkin-Lymphom oder invasive Tumoren am Gebärmutterhals - die bei HIV-Infektionen noch in den 1990er Jahren am weitaus häufigsten vorkamen, fiel die Zahl der Neuerkrankungen binnen zehn Jahren um rund 70 Prozent.

In den Jahren 1991 bis 1995 erkrankten in den USA noch fast 35.000 Menschen an diesen drei Leiden. In den Jahren 2001 bis 2005 waren es noch etwa 10.000 Patienten. Allerdings verdreifachte sich in dem Jahrzehnt die Zahl anderer Krebsleiden von 3.000 auf etwa 10.000. Ursache davon ist vor allem die deutlich gestiegene Lebenserwartung von HIV-Patienten infolge der antiviralen Therapie, die Mitte der 1990er Jahre eingeführt wurde.

Auffällig ist der hohe Anteil an Lungentumoren, die inzwischen mit etwa 20 Prozent die häufigste Krebsform stellen. Die Mediziner erklären dies im „Journal of the National Cancer Institute„ mit dem hohen Anteil von Rauchern unter HIV-Patienten.

Den ebenfalls häufigen Leberkrebs führen sie darauf zurück, dass viele HIV-Träger zusätzlich mit Hepatitis B oder C infiziert sind.

Furcht vor zunehmender Gleichgültigkeit

Aids ist auch nach mehr als zwei Jahrzehnten intensiver Suche nach Impfstoffen und Medikamenten eine der unheimlichsten Erkrankungen geblieben. Medikamente verlangsamen den Krankheitsprozess allenfalls, zu stoppen ist er aber nicht.

Die alleinige Infizierung mit dem HI-Virus, das Aids und damit die Zerstörung des Immunsystems auslösen kann, ist jedoch nicht mehr gleichbedeutend mit einem Todesurteil, erläutert Michael Schindler vom Hamburger Heinrich-Pette-Institut - Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie.

Tabletten mit mehreren Wirkstoffen machten es heute möglich, die Vermehrung der Viren zu unterdrücken und damit die einst tödliche Infektion auf eine chronische Erkrankung zu reduzieren. Doch die immer noch vorhandenen Nebenwirkungen bei der Kombinationstherapie beeinträchtigten die Lebensqualität „dramatisch“, sagt Schindler.

In Deutschland seien an die 70.000 Männer und Frauen mit dem Virus infiziert. Für die Wissenschaftler bleibt im Kampf gegen Aids entscheidend, in der Aufklärung nicht nachzulassen. Da der Hauptübertragungsweg des Virus Geschlechtsverkehr sei, bleibe es bei dem dringlichen Appell zu „safer sex“, vor allem zum Benutzen von Kondomen.

Angesichts von etwa 1,8 Millionen Aids-Toten im Jahr warnen Schindler und sein Kollege Torsten Feldt vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin vor einer zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber der Immunschwächekrankheit.

„Wir sind auf dem richtigen Weg, das HI-Virus zu bekämpfen. Es ist aber noch ein langer Weg“, mahnt Feldt. Die Mehrheit der Infizierten habe immer noch keinen Zugang zu einer HIV-Therapie. „Obwohl wichtige Erfolge erreicht wurden, dürfen wir auf gar keinen Fall im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit nachlassen“.

33 Millionen Menschen seien weltweit mit dem Aids auslösenden Virus infiziert, davon lebten Zweidrittel in Afrika südlich der Sahara. Die Zahl der Neuinfektionen in Afrika ist nach den Worten von Feldt mit jährlich etwa 2,6 Millionen immer noch erschreckend hoch.

Hauptziel bleibe es, Neuinfektionen zu verhindern. Dabei sei es notwendig, dass die Frauen die Kontrolle über die HIV-Prävention erlangten. „Gleichberechtigung und Bildung - insbesondere für Frauen - sind ein Schlüssel für eine erfolgreiche Prävention“, sagt er.

Immer dann wenn das Thema in der Öffentlichkeit nicht mehr so präsent sei, steige die Zahl der Infizierten wieder an, berichtet Schindler. „Junge Menschen gehen dann wieder sorgenfreier mit dem Thema um“. Der Forscher sagte dem Virus „hinterhältige“ und „variable“ Eigenschaften nach. Das Virus integriere seinen genetischen Bauplan, die DNA, in den Bauplan seines Wirts, dem Menschen.

In sehr seltenen Fällen kommt nach Angaben von Schindler in der europäischen Bevölkerung ein Gendefekt vor: Diesen Menschen fehle ein bestimmter Rezeptor, somit seien sie resistent gegen eine HIV-Infektion. „Das Virus braucht den Rezeptor als Andockstation, um in Zellen eindringen zu können“, erläutert der Wissenschaftler. Diese Erkenntnis machten sich Forscher in den USA zunutze. Sie hätten eine Möglichkeit gefunden, Patienten Blutzellen zu entnehmen und diese sozusagen im Reagenzglas zu behandeln.

Der Patient erhalte dann seine Immunzellen, aus denen der Rezeptor entfernt wurde, wieder zurück. Jetzt könnten sich beim HIV-Infizierten Zellpopulationen entwickeln, die resistent gegenüber einer Infektion seien. „Das ist vielversprechend“, sagt der Forscher. „Es könnte dazu führen, dass HIV-Infektionen kontrollierbar oder sogar heilbar werden.“

Mehr Informationen zum Thema

Bernhard-Nocht-Institut

Heinrich-Pette-Institut

dapd/dpa/oc>

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Financial
              Times Deutschland online, Logo

13.5.2011: <Hoffnung im Kampf gegen Aids: Frühzeitige HIV-Behandlung reduziert Ansteckungsgefahr>

aus: Financial Times Deutschland online; 13.5.2011;
http://www.ftd.de/wissen/leben/:hoffnung-im-kampf-gegen-aids-fruehzeitige-hiv-behandlung-reduziert-ansteckungsgefahr/60052012.html

<HIV-positive Menschen, die sich in einem frühen Stadium der Infektion mit Aids-Medikamenten behandeln lassen, vermindern das Risiko einer Übertragung. Das zeigt eine Studie, an der mehr als 1700 Paare aus vier Kontinenten teilnahmen.

Eine frühzeitige Behandlung von HIV-Infizierten kann das Risiko einer Übertragung einer Studie zufolge um bis zu 96 Prozent reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des US-Instituts für Allergie- und Infektionskrankheiten in Bethesda (US-Staat Maryland).

Demnach beweist die am Donnerstag veröffentlichte Studie, dass eine frühzeitige Behandlung nicht nur der Gesundheit der Infizierten selbst zugute komme, sondern auch die Übertragung des HI-Virus (Humanes Immunschwäche-Virus) beim Sex wesentlich gehemmt werde.
Der Chef der US-Behörde, Anthony Fauci, sagte: "Diese neuen Ergebnisse zeigen überzeugend, dass die Behandlung von Infizierten einen großen Beitrag zur Verringerung der HIV-Übertragung haben kann." Je früher die Behandlung beginne, umso besser seien die Resultate.

Margaret Chan von der Weltgesundheitsorganisation WHO sagte: "Das ist ein entscheidender Fortschritt, denn wir wissen, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr für rund 80 Prozent aller Neuinfektionen verantwortlich ist."

"Das ist ein Durchbruch", sagte der Chef des Aidsprogramms UNAIDS der Vereinten Nationen, Michel Sidibé. "Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die Paare auch Zugang zu der frühzeitigen Behandlung erhalten."

Mehr als 1700 zumeist heterosexuelle Paare in den USA, Afrika, Asien und Lateinamerika nahmen nach Angaben von UNAIDS an der Untersuchung teil. Bei 890 Paaren trug der Mann das Virus, in 873 Fällen war es die Frau.

Voraussetzung für die Teilnahme: Die CD4-Zellzahl der infizierten Probanden musste einen Wert zwischen 350 und 550 aufweisen. Diese Zahl gibt Aufschluss über das Stadium der Infektion. Sinkt die Anzahl dieser wichtigen Immunzellen unter 200 pro Mikroliter Blut, kann das Immunsystem keine wirksame Infektionsabwehr mehr aufbauen. Der Betroffene erkrankt dann an vielen weiteren Infektionen und das Vollbild der Krankheit Aids bricht aus.

Bei der im April 2005 begonnenen Untersuchung wurde der einen Hälfte der Infizierten ein Mix aus Aids-Medikamenten verabreicht, während die andere Hälfte die Präparate erst nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes einnahm. Insgesamt wurden elf Präparate, die bereits auf dem Markt sind, eingesetzt.
Bei der Bestandsaufnahme im April 2011 wurde deutlich, dass sich insgesamt 39 Menschen neu mit HIV infiziert hatten. In mindestens 28 Fällen wurde das Virus nachweislich direkt vom Partner übertragen. Fast alle Neuinfizierten dieser Gruppe - 27 Personen - hatten den Erreger von einem Partner bekommen, der die Aids-Medikamente gar nicht oder erst nach der Verschlechterung eingenommen hatte.

Nach Schätzungen von UNAIDS sind derzeit mehr als 33 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Aber nur rund die Hälfte weiß von ihrer Erkrankung - und gibt das Virus damit unwissentlich weiter. In den vergangenen 30 Jahren sind mehr als 25 Millionen Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion gestorben. Derzeit stecken sich Tag für Tag etwa 7000 Menschen neu an, darunter rund 1000 Kinder.

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30.6.2011: Protein gefunden, das AIDS verhindert

aus: Welt online: Aidserreger: Schredder-Protein wehrt sich erfolgreich gegen HIV; 30.6.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13458218/Schredder-Protein-wehrt-sich-erfolgreich-gegen-HIV.html

<Lange wurde nach diesem Molekül gesucht: Ein Protein verhindert den Einbau des viralen Erbguts in die DNA von bestimmten Immunzellen.

Lange war danach gesucht worden, jetzt ist es näher beschrieben: Ein körpereigenes Protein, das einige Immunzellen vor der Infektion mit dem Aidsvirus bewahrt. Ob sich dieses Wissen für einen Schutz anderer Zellen und damit für einen Impfstoff nutzen lässt, ist noch offen.

Dendritische Zellen haben eine extrem wichtige Funktion im Immunsystem. Sie präsentieren an ihrer Oberfläche Bruchstücke von körperfremden Eindringlingen – etwa Bakterien oder Viren. Das ist für andere Bestandteile des Immunsystems das Signal, diese Eindringlinge aufzuspüren und zu vernichten.

Aus einem unbekannten Grund werden dendritische Zellen nicht von dem weltweit mit großem Abstand vorherrschenden Aidserreger HIV-1 infiziert. Dem "Cousin" von HIV-1 – dem Erreger HIV-2 – gelingt es hingegen, auch die dendritischen Zellen zu infizieren. Die Gruppe um Jacek Skowronski von der Case School of Medicine in Cleveland (US-Staat Ohio) zeigt im Journal "Nature" auf, was passiert.

HIV schleust bei der Infektion seine eigene Erbsubstanz in die Zelle. Dort wird sie in das Genom eingebaut, um immer neue Viren zu produzieren. In den dendritischen Zellen gibt es aber ein Protein mit dem Namen SAMHD1. Dieses sorgt dafür, dass die Erbsubstanz des Virus abgebaut wird.

Damit ist SAMHD1 so etwas wie eine Art Schredder für fremde Gene. Womöglich stößt SAMHD1 auch nur einen anderen Schredder an – so oder so kommt ihm bei diesem Schutzmechanismus aber eine wichtige Rolle zu. Das ist eines der Resultate der Studie.

Damit bleibt aber die Frage, warum HIV-2 die Infektion der dendritischen Zellen trotzdem gelingt. Warum schlägt der Schredder bei diesem sehr eng mit HIV-1 verwandten Erreger nicht zu? Auch das klären die Wissenschaftler. HIV-2 bringt seinerseits ein Protein namens Vpx mit in die Zelle.

Das virale Protein koppelt sich an SAMHD1 – auch das ist in "Nature" zu lesen. Das wiederum hat zur Folge, das SAMHD1 in der Zelle abgebaut wird. Anders gesagt: HIV-2 zerlegt mit seinem Vpx den Erbsubstanz-Schredder der dendritischen Zellen – und kann sie daher infizieren.

Eines der in diesem Zuge unternommenen Kontrollexperimente war es, das schützende SAMHD1 in dendritischen Zellen mit einem Labortrick auszuschalten. In der Folge gelang es auch HIV-1, diese jetzt geschwächten Zellen zu infizieren – ein wichtiger Beleg für die Resultate. Auch der andere Weg funktionierte: Als die Forscher SAMHD1 in Zellen schleusten, die sonst von HIV-1 infiziert werden können, waren diese geschützt. Jedenfalls so lange, bis das virale Vpx hinzukam.

Ob und wenn ja welche Schlüsse sich daraus für eine mögliche Behandlung von Aidspatienten ergeben, ist noch nicht klar. Die Forscher möchten nun unter anderem herausfinden, ob SAMHD1 noch weitere Proteine als Helfer braucht, um seine Schutzwirkung zu entfalten.

dpa/db>

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20 minuten
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21.11.2011: Mehr AIDS in Osteuropa vor allem durch verschmutztes Drogenbesteck - weniger AIDS bei Neugeborenen in Afrika - stabile AIDS-Lage in Europa und Nord-"Amerika"

aus: 20 minuten online: UNO-Statistik: Ein Licthblick im Kampf gegen AIDS; 21.11.2011;
http://www.20min.com/news/ausland/story/28962852

<Im Jahr 2010 haben sich weltweit 2,67 Millionen Menschen mit HIV angesteckt. Damit hat die Zahl der Neuinfektionen einen Tiefstand erreicht.

Die Immunschwäche Aids lässt sich mit Geld und politischem Willen bekämpfen. Das zeigt der neue Bericht des HIV/ AIDS-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS). Besiegt ist das Virus damit aber noch lange nicht. In Osteuropa steigen die Zahlen.

Die Zahl neuer Infektionen mit dem Aidserreger HIV geht zurück. Von 1997 bis 2010 sei sie um gut ein Fünftel (21 Prozent) auf 2,67 Millionen weltweit gefallen, heisst es in dem am Montag in Berlin und Genf präsentierten UNAIDS-Bericht.

Die Gesamtzahl der Ende 2010 weltweit Infizierten und Erkrankten schätzt die Organisation auf 34 Millionen (2001: 28,6 Millionen). Rund 68 Prozent von ihnen (22,9 Millionen) leben demnach in Afrika südlich der Sahara - einer Region, in der nur 12 Prozent der Weltbevölkerung leben. Auf das Gebiet entfallen auch 70 Prozent der Neuinfektionen.

In Südafrika leben mit geschätzt 5,6 Millionen mehr HIV- Infizierte als in jedem anderen Land der Welt. Zumindest die Zahl der Neuinfektionen sinke dort aber inzwischen stark - ebenso wie in Äthiopien, Nigeria, Sambia und Simbabwe, heisst es im UNAIDS-Bericht.

Die Zahl der HIV-Infizierten in West- und Zentraleuropa wurde mit rund 840'000 angegeben - bei 30 000 Neuinfektionen und 9900 auf Aids zurückgehenden Todesfällen.

Explosionsartiger Anstieg in Osteuropa

Einen Anstieg der Infizierten um 250 Prozent von 2001 bis 2010 auf 1,5 Millionen habe es in Osteuropa/Zentralasien gegeben. 90 Prozent dieser Fälle entfielen auf Russland und die Ukraine. Ursache sei in diesen Ländern vor allem verseuchtes Drogenbesteck. Die Zahl der Aids-Toten in der Region liege inzwischen bei geschätzt 90 000 - im Jahr 2001 waren es noch 7800.

Weltweit starben im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Menschen an den Folgen von Aids. Medikamente gegen das Virus haben nach Schätzung von UNAIDS 700 000 weitere Tote verhindert. Seit 1995 seien mit den Medikamenten in den Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen insgesamt 2,5 Millionen Todesfälle verhindert worden.

Rund die Hälfte der Infizierten dort hätten inzwischen Zugang zu solchen Therapien - deutlich mehr als noch zwei Jahre zuvor. Besonders gut sei die Versorgung in Ländern wie Kambodscha, Chile, Kroatien und Kuba, besonders schlecht in Staaten wie Afghanistan, Ägypten, Tunesien und der Ukraine.

Weniger Kinder von ihren Müttern angesteckt

Einen Fortschritt meldet UNAIDS beim Kampf gegen die Übertragung des Virus von Infizierten Müttern auf ihre Kinder. Knapp die Hälfte aller Schwangeren mit HIV habe Medikamente bekommen, die eine Übertragung des Virus auf das Kind verhindern sollen, heisst es in dem Bericht.

Den Erfolg zeige das Beispiel Botsuana. 2003 seien dort noch 21 Prozent der Babys HIV-infizierter Mütter selbst infiziert gewesen. 2010 waren es nur noch 4 Prozent - dank antiviraler Therapien für mehr als 90 Prozent der Mütter.

Die Zahl neuer Infektionen bei Kindern sank weltweit auf 390 000 - im Jahr 2001 hatte sie noch bei 550 000 gelegen. Die Zahl der Todesfälle bei Kindern unter 15 Jahren ging allein zwischen 2005 und 2010 um 20 Prozent zurück.

Bei 80 Prozent der Schwangeren sei die Behandlung aber nicht optimal, warnte UNAIDS. Würde dies geändert, könne die Zahl jährlich neu infizierter Kinder sofort um 20 Prozent gesenkt werden.

(sda)>




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Welt online,
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30.11.2011: AIDS-Infektionen in Russland höher als in Afrika - und alles ist noch ein Tabu

aus: Welt online: Extreme Infektionsraten: Russland hat ein furchterregendes Aids-Problem; 30.11.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13742800/Russland-hat-ein-furchterregendes-Aids-Problem.html

<Autor: Benedikt von Imhoff

HIV breitet sich in Russland derzeit schneller aus als in Afrika: Doch das tödliche Virus wird von der Gesellschaft geächtet, verdrängt und tabuisiert.

Kaum Medikamente, kein Geld, zu wenig Aufklärung: Im Kampf gegen den tödlichen Aids-Erreger gilt Russland als Entwicklungsland. „Die Regierung tut nichts“, schimpft Alexander Sawizki.

Von 141 Millionen Russen tragen mehr als eine Million Menschen das HI-Virus in sich

Der kräftige Mann ist selbst betroffen - schon seit zwölf Jahren lebt der 37-Jährige mit der Infektion. Wie so viele HIV-Patienten in Russland hat sich der einst Drogenabhängige mit einer verseuchten Nadel infiziert.

Nun will er helfen. Für die private Gesamtrussische Vereinigung HIV-infizierter Menschen reist er quer durch das Riesenreich, erklärt, gibt Ratschläge, schult Therapeuten. „Vor allem auf dem Land haben die Leute keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollen“, sagt Sawizki.

Der Aktivist sitzt in einem Moskauer Café und rührt in seinem doppelten Espresso. Er ist - auch angesichts der Tabuisierung – einer der wenigen, die selbst die Initiative ergreifen. Klar und sachlich schildert er die Lage der Betroffenen, seine rechte Hand ist immer in Bewegung, tiefe Furchen ziehen sich durch sein Gesicht.

Wie gehen denn die meisten Infizierten mit ihrer Situation um? Sawizki schnipst sich an den Hals, die Geste kennt in Russland jeder. „Sie saufen“, heißt das. Gerade in ländlichen Gegenden, fernab von moderneren Krankenhäusern, gibt es wenig Hoffnung.

Zwar hat jeder HIV-Patient laut Gesetz das Recht auf kostenlose Medikamente. Doch bei Zehntausenden Infizierten komme keine Hilfe an, sagt Sawizki.

Protestaktionen werden von der Polizei aufgelöst – wie vor einem Jahr: Damals nahmen Sicherheitskräfte am Weltaidstag mehrere HIV-Infizierte fest, die vor dem Regierungssitz in Moskau gegen die Unterversorgung mit Medikamenten und Tabuisierung der Krankheit demonstriert hatten. Auch in diesem Jahr sind am 1. Dezember wieder Proteste geplant.

HIV wird von der Gesellschaft geächtet. Wer HIV-positiv sei, habe kaum Hoffnung auf eine Arbeitsstelle, erzählt Wadim Pokrowski vom Föderalen Anti-Aids-Zentrum.

Die Infektion ist in dem russisch-orthodox geprägten Land nach wie vor ein Tabu. „Aufklärung über „Safer Sex“ wird von den offiziellen Instanzen nicht gerne gesehen“, erklärt Pokrowski. „Die Nutzung von Kondomen widerspricht den Maßnahmen der Regierung zur Geburtenerhöhung. Stattdessen propagieren Politiker lieber traditionelle religiöse Werte wie „Kein Sex vor der Ehe“.“

Die Zahlen zeichnen ein verheerendes Bild

Die Regierung hat das Problem allerdings erkannt. Regierungschef Wladimir Putin forderte eine langfristige Strategie. Betroffen sind vor allem junge Leute, rund 70 Prozent der Infizierten sind jünger als 30 Jahre. Leistungsträger drohen wegzubrechen - eine Katastrophe angesichts der immensen demografischen Probleme.

Aktivisten schätzen, dass von 141 Millionen Einwohnern in Russland mehr als eine Million Menschen mit HIV infiziert sind. Täglich stecken sich etwa 150 Menschen mit dem Virus an, vermutet das Föderale Anti-Aids-Zentrum.

„Was die Geschwindigkeit angeht, mit der sich HIV bei uns ausbreitet, so sieht es inzwischen schlechter aus als in Afrika“, warnte Pokrowski schon vor einem Jahr. Hingegen spricht die Regierung von insgesamt gut 500.000 Kranken.

Auch in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken breitet sich das Virus rasant aus. Einen unrühmlichen Rekord hält die Ukraine: In keinem anderen Land Europas ist nach Angaben von UNAIDS – dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen - die Neuinfektionsrate so hoch wie im Austragungsland der Fußball-Europameisterschaft 2012.

Die Hafenstadt Odessa gilt als Aids-Hauptstadt Europas. Von etwa einer Million Einwohnern tragen Schätzungen zufolge 150.000 Menschen das Virus in sich. In der offiziellen Statistik tauchen lediglich 11.000 Infizierte auf.

Größtes Problem ist der Geldmangel. Vor zwei Jahren ist Russland aus dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ausgestiegen, mit dem die Vereinten Nationen weltweit Anti-Aids-Projekte unterstützen.

Nun kommt das meiste Geld für den Kampf gegen Aids vom Staat, doch es reicht bei weitem nicht. Bis Ende 2011 könnten lediglich bis zu 100.000 Menschen antivirale Präparate erhalten, sagt Wadim Pokrowski.

Zugleich fordert er: „Die Ausgaben für Informationskampagnen zu HIV und Aids müssen deutlich erhöht werden.“ Alexander Sawizki hingegen erwartet keine Hilfe mehr von der Regierung. „Sie haben gesagt: Wir kümmern uns selbst darum. Aber das ist nicht wahr.“

dpa/oc>

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Welt
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1.12.2011: Der erste AIDS-Fall trat im Dorf Kasensero vor 32 Jahren auf - auch der AIDS-Berater hat AIDS

aus: Welt online: Weltaidstag: Das Dorf, aus dem die Aids-Seuche kam; 1.12.2011;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13743903/Das-Dorf-aus-dem-die-Aids-Seuche-kam.html

<Autor: Philipp Hedemann

Im ugandischen Dorf Kasensero trat Aids vor 32 Jahren erstmals als Seuche auf. Hier hat jede Familie Angehörige verloren, auch heute sind viele infiziert.

Szenen aus dem Dorf Kasensero, in dem vor 32 Jahren Aids ausbrach: Viele Fischer (l. oben) sind HIV-positiv, verlangen von Prostituierten wie Proscovia (r. oben) aber Sex ohne Kondom. Fast jeder in dem trostlosen Dorf hat Angehörige verloren, Abdu Senkima (r. unten) sogar 20

Nantongo Rose war die erste. Ihre Haut wurde gelb, ihre Haare grau, sie magerte ab, während ihre Arme und Beine anschwollen. Sieben Monate später erlöste ein Fieberschub sie von ihren Qualen.

Die Bewohner des kleinen Fischerdorfs Kasensero am Ufer des Victoriasees in Uganda dachten zunächst, die 30-Jährige sei von einem Muteego-Fluch, der ganze Familien auslöschen kann, belegt. Vielleicht hatte sie einem Händler im nur wenige Kilometer entfernten Tansania bestohlen? War der tödliche Fluch die Rache?

Erst Jahre später erklärten Forscher den Dorfbewohnern, dass die Händlerin nicht einem Fluch, sondern einer neuen Krankheit zum Opfer gefallen sei. Vor 32 Jahren brach in Kasensero Aids erstmals als Epidemie aus – und auch heute sind viele der Bewohner des trostlosen Dorfes mit der tödlichen Krankheit infiziert.

Bauer Abdu Senkima hat mehr als 20 Angehörige verloren

„Mr. Kawnaga war der zweite. Er hatte die gleichen Schwellungen wie Nantongo. Doch seine Haut wurde nicht heller, sondern immer dunkler. Er magerte ab, hatte immer Durchfall, ein paar Monate später war auch er tot. Wer Nummer drei war, weiß ich nicht mehr“, erzählt Abdu Senkima, während der Regen auf das Wellblechdach seiner armseligen Hütte trommelt.

Mit seinen 60 Jahren gehört der Bauer zu den Ältesten in Kasensero. Mehr als 20 seiner Familienangehörigen sind an Aids gestorben.

1979 brachten tansanische Truppen die Krankheit ins Dorf

Häufig wird 1982 als das Jahr genannt, als die Seuche ausbrach. Aber die Menschen in Kasansero erinnern sich genau, das dies bereits drei Jahre eher passierte. Denn im Oktober 1978 hatte der ugandische Diktator Idi Amin das Nachbarland Tansania angegriffen und ab 1979 drangen tansanische Truppen in Kasensero ein.

Sie konnten Idi Amis Truppen bald schlagen, der Gewaltherrscher floh nach Saudi-Arabien. „Idi Amin hatte uns gewarnt, dass die Tansanier uns mit einem schrecklichen Tripper infizieren würden und uns die Haare ausfallen würden. Genau das passierte“, erzählt Senkima.

Er erinnert sich, wie Familienangehörigen und Freunden Gliedmaßen abfaulten, während Ärzte hilflos zusahen; wie Töchter ihre Eltern verloren und später selbst Kinder zur Welt brachten, die bald als Waisen aufwuchsen. „Weil die Kranken so schrecklich abmagerten, haben wir die unheimliche Krankheit, die bald jede Familie befallen hatte, Slim genannt“, sagt der alte Bauer, der die Chronologie der Tragödie in Kasensero wie kein anderer kennt.

Wirkungslose Spritzen – immer mit derselben Spitze

„Das Leben in unserem Dorf kam fast ganz zum Erliegen. Kaum jemand hatte noch Kraft, zum Fischen auf den See zu fahren. Die, die noch Kraft hatten, mussten die Toten begraben. Die Schneider waren damit beschäftigt, enge Hemden für die Abgemagerten zu nähen.“

Da lange niemand wusste, woher die Krankheit kam und wie sie übertragen wurde, breitete die Seuche sich schnell im ganzen Dorf, von dort auf über die Fischer an den Ufern des Victoriasees in Uganda, Kenia und Tansania, über Lkw-Fahrer und Prostituierte auf dem East African Highway in ganz Ostafrika aus.

„Ich glaube, in einem Jahr starben in unserem Dorf über 300 Menschen“ erinnert sich Senkima. Zogen Dorfbewohner woanders hin, wurden sie geächtet. Die Ärzte gaben den Leuten wirkungslose Spritzen – immer mit derselben Nadel. „Wir wussten nicht, dass es dadurch nur noch schlimmer wurde“, berichtet Senkima weiter. „Und Kondome gab es hier damals auch nicht.“

Die meisten Männer wollen Sex ohne Kondom

Heute gibt es Kondome, aber der Gebrauch ist nicht gerade populär. „Mit kostet 5000 bis 10.000 Schilling (umgerechnet 1,44 bis 2,89 Euro), ohne ab 20.000 Schilling (5,78 Euro). Die meisten wollen es ohne“, erzählt Proscovia Birungi.

Bis zu fünf Männer empfängt sie jeden Tag in ihrer Hütte, die nicht viel größer als ihr Bett ist. Dass sie HIV-positiv ist, erzählt sie ihren Freiern nicht. Die meisten wollen es ohnehin nicht wissen. Seit drei Jahren arbeitet die 25-Jährige als Prostituierte in Kasensero.

„Viele Mädchen machen es ohne Kondom, ich nur mit, auch wenn ich dafür weniger Geld kriege und eigentlich nichts zu verlieren hätte“, flüstert die Frau mit den ausgeschlagenen Schneidezähen. Nur mit dem Vater ihres Sohnes will sie ungeschützten Sex gehabt haben. „Erst hat er mich angesteckt, dann hat er mich verlassen“, sagt Birungi.

"Ich weiß, dass Gott mich jederzeit zu sich nehmen kann"

Eigentlich war die gelernte Friseurin in das nach Hoffnungslosigkeit und vergammelndem Fisch stinkende Kasensero gekommen, um in einer der vielen Bars den Durst der Fischer zu stillen. Doch als ihr Chef ihr mehrere Monate keinen Lohn zahlte, begann die alleinerziehende Mutter, sich für ihren Sohn zu verkaufen.

„Ich habe meine Würde verloren. Ich weiß, dass Gott mich jederzeit zu sich nehmen kann. Aber mein Sohn ist erst fünf Jahre alt. Er ist gesund. Er soll einmal Doktor werden und Aidskranken helfen“, sagt die hübsche Frau, die heute noch keinen Kunden hatte. Dann muss sie los. Die Männer sind zurück vom See.

"Ich benutze nie ein Kondom, das bringt keinen Spaß"

Am schmutzigen Strand heben die Fischer ihren Fang – Viktoriabarsche und Tilapia – aus ihren schlanken Holzboten. Viele der Männer sind betrunken, einige von ihren werden heute noch Proscovia oder eine ihrer Kolleginnen in ihren dunklen Kammern aufsuchen. Mit ihrem vier Monate alten Sohn Evans auf dem Rücken hat Kyarisima Annet sich auf den Weg zur Anlegestelle gemacht.

Sie will sehen, was ihr Mann heute aus dem See geholt hat. Vielleicht will die 24-Jährige aber auch sicher gehen, dass er den Fang nicht gleich verkauft, um mit dem Erlös zu einer der vielen Prostituierten zu gehen. Wie Vincent Kiyimba. „Dann natürlich nur mit Kondom“, lallt der 27-Jährige, und seine Kollegen, die alle schon Familienmitglieder und Freunde an Aids haben sterben sehen, lachen und klopfen sich auf die Schultern.

Ob Kiyimba es ernst oder ironisch gemeint hat, verrät er eben so wenig wie die Tatsache, ob er HIV-positiv ist oder nicht. Einer seiner Kollegen ist da offener. „Ich benutze nie ein Kondom“, brüllt Dan mitten ins Gelächter. „Das bringt doch überhaupt keinen Spaß.“

Der 45-Jährige weiß seit sieben Jahren, dass er HIV-positiv ist. Was mit seinen oft wechselnden Partnerinnen passiert, ist dem geschiedenen, nach Schnaps und Fisch stinkenden Mann ziemlich egal.

HIV-Berater des Dorfes ist selbst infiziert

Männer wie Dan sind es, die Anstrengungen von Moses wie einen Kampf gegen Windmühlen erscheinen lassen. Der ehemalige Fischer erfuhr vor acht Jahren, dass er HIV-positiv ist, seitdem arbeitet er ehrenamtlich als HIV-Berater in Kasensero.

„Ich kläre über die Ansteckungsgefahren auf, verteile Kondome und achte darauf, dass die Patienten regelmäßig ihre Medikamente nehmen. Aber die Fischer sind oft völlig verantwortungslos. Vor allem wenn sie HIV-positiv, betrunken oder beides sind“, stöhnt der 42-Jährige, der selbst nicht so genau weiß, wann und wie er sich angesteckt hat.

Moses sah drei seiner Kinder sterben. Die Todesursache ist nie untersucht worden, aber Moses, der mittlerweile von der ebenfalls HIV-positiven Mutter seiner Kinder geschieden ist, kann es sich denken. Jetzt teilt der rasselnd hustende Mann sich seine sechs Quadratmeter große Wellblech-Hütte nur noch mit seiner Katze.

Uganda fehlt Geld für HIV-Prävention

Weltweit gibt es im Kampf gegen Aids Erfolge. 2,7 Millionen Menschen infizierten sich im Jahr 2010 mit dem HI-Virus – 1997 waren es noch 3,4 Millionen. Das geht aus dem kürzlich vorgestellten Bericht des Aidsbekämpfungsprogramms der Vereinten Nationen (UNAIDS) hervor. In Kasensero ist von diesem positiven Trend allerdings nicht viel zu spüren.

Zwar setzte Ugandas Präsident Museveni den Kampf gegen Aids früh ganz oben auf die Agenda, Wissenschaftler aus aller Welt pilgerten in den Süden Ugandas, um die Krankheit zu erforschen, mittlerweile haben fast alle infizierten Bewohner Kasenseros kostenlosen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten.

Doch Professor Joseph Konde-Lule, renommierter Seuchenforscher an der Makerere-Universität in der ugandischen Hauptstadt Kampala, findet, dass im Kampf gegen HIV und Aids immer noch nicht genug getan wird. „Wir wissen nicht, wie man Aids heilen kann. Aber wir wissen seit 30 Jahren, wie man neue Ansteckungen verhindern kann. Wir müssen durch Aufklärungsarbeit die Prävention verbessern.“

Doch das ist teuer, und Uganda ist arm. Der HIV-Experte wünscht sich deshalb mehr Unterstützung aus dem Ausland.

Niebel kündigt Freigabe von eingefrorenen Geldern an

UNAIDS-Geschäftsführer Michel Sidibé pflichtet dem ugandischen Kollegen bei, fordert, dass in Zukunft mehr Geld zur Aidsbekämpfung nach Afrika fließen solle, schließlich leben allein knapp 70 Prozent der Neuinfizierten in Afrika südlich der Sahara.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) kündigte an, dass die eingefrorenen deutschen Gelder für den internationalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose bald wieder komplett fließen sollen. Deutschland hatte 100 Millionen Euro zurückgehalten, nachdem Fälle von Korruption und Untreue bekannt geworden waren.

Reformen des Fonds sollen dies in Zukunft verhindern. Mit den deutschen Geldern soll unter anderem die Versorgung mit Medikamenten weiter verbessert werden.

In dem zu trauriger Berühmtheit gelangten Fischerdorf Kasensero freuen sich nicht alle über die verbesserte Versorgung mit Medikamenten. Abdu Senkima: „Als wir Aids noch Slim nannten, konnte man zumindest sofort sehen, wer gesund und wer krank ist. Jetzt ist es gefährlicher.">

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Welt online,
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1.12.2011: <AIDS: Zwei sehr verschiedene Leben mit einem Virus>

aus: Welt online; 1.12.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13745145/Zwei-sehr-verschiedene-Leben-mit-einem-Virus.html

<Autor: Danielle Bengsch

Vor 30 Jahren infizierten sich die ersten Menschen mit HIV. Fast ebenso lange kämpfen zwei Berliner gegen den tückischen Erreger.

Falls John wirklich krank war, wollte er es nicht wissen. Er war erfolgreich. Mit Mitte dreißig leitete er die Fachhochschule für Tanz in Rotterdam. Der Niederländer reiste viel. Sein Privatleben war erfüllt: Er zog zwei Kinder groß, die sein damaliger Lebensgefährte mit in die Beziehung gebracht hatte.

John (links) ist seit 27 Jahren mit dem HI-Virus infiziert. Osamah Hanouda arbeitet seit 25 Jahren als Epidemiologe

Hätte sich John mit dieser neuen Krankheit angesteckt, dann wäre das alles vorbei gewesen. HIV, das bedeutete den Tod. Das war im Jahr 1984. Damals gab es noch keine Medikamente, um das HI-Virus in Schach zu halten. Erst in diesem Jahr war überhaupt klar geworden, dass das Virus der Auslöser dieser Epidemie ist, die plötzlich Tausende Menschen weltweit das Leben kostete. Und viele in Johns Bekanntenkreis.

Genau zu dieser Zeit beendete Osamah Hamouda, der Sohn eines Ägypters und einer Deutschen, in Berlin sein Medizinstudium. Anders als seine Mitstudenten wollte er nicht an die Klinik, er hatte sich vorgenommen, kein praktizierender Arzt zu werden. In Krankenhäusern waren ihm die Hierarchien zu streng. Und er wollte doch vielen Menschen helfen, nicht ausschließlich seinen Patienten.

Hamouda traf eine Entscheidung. Im Jahr 1987 ging er als Epidemiologe an das Aids-Zentrum, damals eine Außenstelle des Bundesministeriums für Gesundheit, die später in das Robert-Koch-Institut eingegliedert wurde. Ein Epidemiologe ist einer, der untersucht, wie sich eine Krankheit in der Bevölkerung ausbreitet. Und Warum. Hamouda begann zu zählen. Wie viele Menschen sich mit HIV infiziert und wie viele an Aids starben. Es wurden immer mehr.

Ein Jahr später kam das erste Medikament gegen HIV auf den Markt: Azidothymidin, kurz AZT. Es konnte HIV nicht heilen, aber das Leben mit der Krankheit zumindest verlängern. Auch John ließ sich nun testen. Schon lange hatte der Wahlberliner geahnt, dass er das Virus in sich trägt. Im Jahr 1984 hatte er grippeähnliche Symptome bekommen, die auf eine Ansteckung schließen ließen. Der Test bestätigte die Befürchtung. John war HIV-positiv.

Ein Vierteljahrhundert ist das jetzt her. So lange prägt das HI-Virus das Leben dieser zwei Berliner, die sich persönlich nie begegnet sind. Die zwei unterschiedliche Geschichten haben und doch denselben Kampf kämpfen.

Kein Heilmittel in Sicht

Auch nach 25 Jahren gibt es noch immer kein Heilmittel. Für viele gehört die Krankheit zum Leben dazu.

Für Osamah Hamouda ist es das berufliche Leben. Der Kampf gegen das Virus ist aber schon längst Berufung. Hamouda und seine Kollegen verfolgen, wie viele Menschen in Deutschland infiziert sind. Sie ermitteln, warum die Zahlen steigen oder fallen. Das hilft Forschern, Ärzten und Sozialarbeitern in der Prävention und der Behandlung. „Daten für Taten“, so beschreibt Hamouda seine Arbeit.

John beschäftigt sich gezwungenermaßen mit dem Virus. Zunächst musste er um sein eigenes Überleben kämpfen. Nun wirbt er um öffentliche Aufmerksamkeit für die Krankheit. John engagiert sich als Botschafter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In einem Video auf der Website der Behörde zeigt er zum Beispiel, dass man heute auch mit HIV ein langes und erfülltes Leben führen kann. Wenn man muss. Er heißt dort nur John, weshalb er auch sonst nur mit seinem Vornamen genannt werden möchte.

Hamouda geht es ebenfalls um öffentliches Interesse. Gerade haben der 53-Jährige und seine Kollegen den Jahresabschlussbericht, das „Epidemiologische Bulletin“ zum Thema HIV und Aids, fertiggestellt. Darin wird die aktuelle Entwicklung der Epidemie in Deutschland zusammengefasst.

Jetzt sitzt Osamah Hamouda in seinem Büro in Berlin Weißensee und trinkt eine Tasse ungesüßten Hagebuttentee. Er ist heute Leiter des „Fachgebiets HIV/Aids und andere sexuell oder durch Blut übertragene Krankheiten“ am Robert-Koch-Institut.

Hamouda greift zu dem Bericht. Im Jahr 2011 haben sich geschätzte 2700 Menschen mit dem HI-Virus angesteckt, rund 2250 Männer und 450 Frauen. Hamouda und sein Team haben versucht, die Schätzungsmethoden weiter zu verfeinern. In diesem Jahr beziehen die Ergebnisse mit ein, wann sich der Getestete tatsächlich angesteckt hat. Ein kompliziertes Rechenverfahren. „Wenn die Angelschnur verknotet ist“, sagt Hamouda, „bin ich der, der sie wieder aufdröselt.“

Seltene Erfolge

Hamouda ist ein geduldiger Mensch. Das muss er sein. Nur selten gibt es in seinem Beruf Erfolge zu verzeichnen. Ein kleiner zeigt sich an diesem Vormittag: Alle Faktoren miteinbezogen, scheint es einen leicht rückläufigen Trend bei der Zahl der Neuinfektionen zu geben. Eine gute Nachricht. Dennoch leben heute rund 73.000 Menschen in Deutschland mit HIV. Rund 14.000 von ihnen wissen nicht, dass sie infiziert sind, sie lassen sich nicht testen. Auch das will Hamouda ändern.

Fünf Jahre ist auch John Teil der Dunkelziffer, bis er den Mut aufbrachte, sich untersuchen zu lassen. Mit 30 Jahren dachte er nicht an den Tod. „Das Leben lebt sich“, beschreibt John seine damalige Einstellung. Er fühlte sich frei. Als Jugendlicher war er viel getrampt. „Einmal habe ich mit einem Schild mitten in Rotterdam gestanden. Da stand ,Schwarzes Meer‘ drauf. Drei Tage später war ich dort.“

Mit dem Testergebnis kam 1989 die Gewissheit. „Du wirst sterben“, dachte John. Er bekam die für Aids typischen Erkrankungen: Im Jahr 1994 litt er an einer Gehirnhautentzündung. Er fiel ins Koma und wachte wieder auf, wurde von da an aber immer schwächer. John bereitete sich auf seinen Tod vor, er feierte seinen letzten Geburtstag. Zwei Jahre lang. Fast hatte er mit allem abgeschlossen.

Dann gab es neue Medikamente, einen Mix aus verschiedenen Wirkstoffen, die sogenannte Kombinationstherapie. Die Ärzte wussten wenig über die neuen Pillen, sie waren nur in Studien untersucht worden. In der Praxis gab es noch keine Erfahrungen. John entschied sich trotzdem dafür. Sie schlugen sofort an.

Sechs Wochen später war das Virus in seinem Blut nicht mehr nachweisbar. Das ist bis heute so geblieben. Doch das heißt nicht, dass John geheilt ist. Er schluckt seine Medikamente mit der gnadenlosen Disziplin eines Tänzers. Er isst gesund, schläft ausreichend, trinkt keinen Alkohol, hält sich mit Yoga und auf dem Fahrrad fit.

Mit 61 Jahren ist John noch immer sehr muskulös, fast sehnig. Nur seine Wangen sind eingefallen. Eine langjährige Nebenwirkung der Medikamente, die er schlucken muss, ist der Verlust von Fettdepots. Doch wenn er lacht, sieht man das nicht. Dann legt sich sein Gesicht in Falten und große weiße Zähne konkurrieren mit seinen blauen Augen um Aufmerksamkeit.

Eine Woche Schweigen

John nimmt sich Auszeiten, um Stress zu vermeiden. Jedes Jahr besucht er ein Seminar, in dem er eine Woche lang schweigt. Denn in dem äußerlich so fitten Mann schlummert der Erreger und wartet darauf, wieder aktiv zu werden, sobald John schwächelt.

Heute braucht er nur noch eine Pille täglich nach dem Zähneputzen, um den Erreger zu besänftigen. Trotzdem: „Das sind keine Vitaminpillen, das ist Gift“, sagt John. Gift, das er wohl für den Rest seines Lebens schlucken wird.

Ein Leben ohne HIV und Aids, das ist das Ziel von Hamouda. Oder besser ein „Fernziel“, wie er es nennt. „Ich glaube nicht, dass wir es in absehbarer Zeit schaffen werden, die Zahl der Neuinfektionen auf null zu drücken“, sagt Hamouda. Selbst wenn endlich ein Impfstoff gegen HIV gefunden würde, wäre es schwierig, das Virus auszurotten. Kinderkrankheiten wie die Masern, die in diesem Jahr wieder vermehrt auftreten, verdeutlichen: Viren lassen sich nicht so einfach wegimpfen.

Hamouda befürchtet, dass auch die Generation seiner vier Kinder wohl noch mit ihren Kindern über Aids sprechen müssen. Hamouda hat sein Ziel noch lange nicht erreicht. Er wird weiter daran arbeiten, abwarten, hoffen. „Ich bleibe immer am selben Platz, die spannenden Dinge kommen einfach auf mich zu.“

John hat ein bewegtes Leben geführt und führt es weiterhin. „Ich wollte nie einfach vor dem Fernseher sitzen“, sagt John, der zwischen seinen Wohnungen in Kreuzberg und Amsterdam pendelt. Er half in Südafrika in einem Hospiz für Aids-Kranke und beriet Gemeinden in Osteuropa über den Umgang mit HIV-positiven Menschen. Heute arbeitet der 61-Jährige ehrenamtlich als Yoga-Lehrer und außerdem als Mediator an einer Schule.

Nur einmal hat er noch an seinem Leben gezweifelt. Als sein Vater im Sterben liegt, fühlte sich John ihm sehr nah. „Warum musst du jetzt gehen und nicht ich? Das ist falsch“, sagte er seinem Vater. „Weil die Welt so eine bessere wird, wenn Ihr weiterführt, was wir nicht zu Ende bringen konnten“, antwortet der Vater, der während des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden im Widerstand aktiv war.

John will der Öffentlichkeit zeigen, dass ein Leben mit HIV möglich ist. Er hat sein Ziel noch nicht erreicht.>

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Der Standard
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30.11.2011: Der Aids-Seelsorger Clemens Kriz aus Wien: Bericht von seinen Lebensbegleitungen von AIDS-Kranken

aus: Der Standard online: Welt-Aids-Tag: Aids-Seelsorge: Lebensbegleitung statt Klugscheisserei; 30.11.2011;
http://derstandard.at/1322531522460/Welt-Aids-Tag-Aids-Seelsorge-Lebensbegleitung-statt-Klugscheisserei

<Ein Aids-Seelsorger ohne Predigerallüren: Pater Clemens Kriz.

Kieselsteine mit Namen und Sterbejahr sind Teil des Aids-Memorials bei der Kirche Maria Grün, wo Pater Clemens Kriz sein Büro hat.

Clemens Kriz ist Aids-Seelsorger der Erzdiözese Wien. Er berichtet über seine Arbeit mit Betroffenen und von den Anfängen, als Aids noch ein Todesurteil war

Die Sonne scheint durch die beinahe kahlen Bäume im Prater. Es ist Ende November, aber es ist angenehm mild. Pater Clemens Kriz versucht das nasse Laub vom Aids-Memorial zu kehren, das sich seit 2007 hier, neben der Wallfahrtskirche Maria Grün, etwas abseits der Aspernallee, befindet. "Es bringt nichts", seufzt er und stellt den Besen weg.

Unter den toten Blättern ist die rote Schleife, das Symbol für Solidarität mit HIV- und Aids-Opfern, zu erkennen. Rundherum ein Bett aus Kieselsteinen. "Michael 1995" steht auf einem "Susanne 2004" auf einem anderen. Es sind Vornamen und Sterbejahre aidskranker Menschen.

Randgruppen betreuen

In der Sakristei der 2009 renovierten Kirche ist es kühler als draußen, ein kleiner Ethanolofen versucht die Kälte zu vertreiben. Kriz, seit 1992 Aids-Seelsorger der Erzdiözese Wien, sitzt an dem weihnachtlich geschmückten Tisch, Kaffeehäferl, Zigaretten und Aschenbecher vor sich. "Als Trinitarierpater kümmere ich mich um gesellschaftliche Randgruppen", sagt er, schließlich sei das von jeher die Aufgabe des Ordens. 1980, mit 25 Jahren, trat der in Wien geborene Krankenpfleger den Trinitariern bei. Davor war er fünf Jahre bei den Barmherzigen Brüdern.

Der 56-Jährige ist überzeugter Raucher. Er zieht an seiner Zigarette, bläst den Qualm in den mit Ikonen und Heiligenbildern geschmückten Raum. Er erinnert sich, wie die Immunschwächekrankheit Teil seines Alltags wurde: "Als ich noch in der Pfarre Maria Treu im achten Bezirk war, hatte ich in einer Woche zwei Aids-Tote zu begraben." Er erinnert sich an blöde Kommentare von Sargträgern, an Pfarrer, die nur ein Urnenbegräbnis erlaubt hätten.

"Wollen Sie nicht auch die Lebenden besuchen?", fragte ihn eine Pflegerin der Aids-Station auf der Baumgartner Höhe. Also ist er losgezogen, am Faschingsdienstag 1992, im vollen Habit, hinauf auf die Baumgartner Höhe, zum letzten Pavillon. "Ausgelassen, nicht bedrückend war die Stimmung dort", sagt er. "Lauter junge Pflegerinnen und Pfleger waren dort, Freiwillige, ein bisschen ausgeflippt." Ebenso jung seien die Patienten gewesen, Schwule und Junkies, keiner älter als 40 Jahre. Die Station hatte 20 Betten, zehn bis zwölf Todesfälle gab es pro Monat.

"Ich bin anfangs völlig hilflos dort gestanden", gibt er zu. Präsent zu sein, das hat er bald erkannt, ist das Wichtigste. "Man braucht nicht ständig klugzuscheißen." Er ist keiner, der anderen die Moralvorstellungen der römisch-katholischen Kirche aufs Auge drückt. Manche Gespräche hätten sich um religiöse Themen gedreht, viele auch nicht. Er habe viel gelacht mit den Patienten. "Ich habe mich nie mehr so intensiv als Seelsorger gefühlt wie damals."

"Dem Virus ist es egal, ob du ob homo- oder heterosexuell bist, ob Mann, ob Frau" - das versucht der Pater zu vermitteln. Denn es scheint noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen zu sein, dass HIV/Aids die Mitte der Gesellschaft erreicht hat. Hinzu kommt die Bagatellisierung der Krankheit, weil diese gut behandelbar ist und nicht mehr zwangsläufig den Tod bedeutet - zumindest im Westen.

Dadurch hat sich auch die Art der Seelsorge geändert - von der Sterbebegleitung zur Lebensbegleitung. "HIV-Infizierte wollen ein normales Leben führen und verheimlichen aus Selbstschutz ihre Krankheit", weiß er und hat dafür volles Verständnis. Nicht selten würden Erkrankte unter fadenscheinigen Argumenten gekündigt oder in Frühpension geschickt.

Leidige Kondomdebatte

Kriz wird grantig, wenn er von Familienvätern, "g'standenen Männern", hört, die einem Junkie-Mädchen einen Hunderter mehr zahlen, damit sie es ohne Gummi machen können. "Das sind die Gleichen, die es dann nicht zugeben", empört er sich. Er erzählt von einem tragischen Fall, einer Mittelschullehrerin, die sich das Leben genommen hat. Sie wurde von ihrem Ehemann infiziert, der aber nicht zugegeben hat, dass er fremdgegangen ist.

Den Einwurf, dass sich die Kirche offiziell mit dem Gebrauch von Kondomen schwertut, lässt Kriz nicht gelten. "Der Papst hat gesagt, dass der Gebrauch von Kondomen in manchen Fällen hinnehmbar ist", sagt er. "Es soll mir ja keiner mit der Ausrede kommen, er nehme kein Kondom, weil es der Papst nicht erlaubt", fährt er fort. Das sei scheinheilig. Seine Stimme ist ans laute Sprechen gewöhnt.

"Außerdem haben wir hier in Europa ungehinderten Zugang zu Präservativen", stellt er fest, "nur genommen werden sie nicht." Die Neuinfektionen sprechen dafür. In diesem Licht betrachtet, sei auch die Aussage Benedikts XVI. nachvollziehbar, wenn er meint, dass das Kondom nicht die alleinige Lösung sei. Kriz jedenfalls würde niemandem den Gebrauch des Kondoms verbieten. Er ist Pragmatiker, weniger Ideologe - und wundert sich, warum nicht auch andere Glaubensrichtungen zu diesem Thema befragt werden. Solange Safer Sex jedenfalls noch nicht in den Betten angekommen ist, wie es die Aids-Hilfe Wien ausdrückt, so lange werden auch die beschrifteten Kieselsteine beim Aids-Memorial im Prater nicht weniger werden. (Markus Böhm, DER STANDARD, Printausgabe, 1.12.2011)

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20 minuten
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1.12.2011: <Welt-Aids-Tag: Als die Affenviren auf Menschen übersprangen>

aus: 20 minuten online; 1.12.2011;
http://www.20min.com/wissen/dossier/aids/story/Als-die-Affenviren-auf-Menschen-uebersprangen-16160064

<35 Millionen Menschen haben sich mit Aids infiziert. Täglich kommen 7000 hinzu. Die Epidemie nahm 1979 in Uganda ihren Anfang. Entstanden ist das Virus aber zwischen 1884 und 1924 in Zentralafrika.

Kasensero in Uganda ist das «Dorf, aus dem die Aids-Seuche kam»: 1979 soll sich das Immunschwäche-Virus von der Siedlung am Viktoriasee über die ganze Welt verbreitet haben. Sein erstes Opfer hiess Nantongo Rose: Sieben Monate dauerte das Leiden der 30-Jährigen, bis sie starb. Die Dorfbewohner gingen davon aus, dass ein Fluch Schuld an ihrem Tod war, berichtet die «Welt». Dass Aids zur Epidemie wurde, lag an der plötzlichen Verbreitung, die durch einen Krieg befeuert wurde.

Sex gegen Rappenbeträge

Ugandas Machthaber Idi Amin hatte 1978 den Nachbarn Tansania angegriffen. Ein Jahr später marschierte der Gegner im Fischerdorf Kasensero ein. Über Prostituierte, Soldaten, LKW-Fahrer und Fischer verbreitete sich HIV in ganz Ostafrika. Gegen die Symptome half keine Medizin – und weil für alle Patienten dieselbe Nadel benutzt wurde, verschlimmert sich das Problem durch die ärztliche Behandlung sogar noch. «Wir wussten nicht, dass es dadurch nur noch schlimmer wurde. Ich glaube, in einem Jahr starben in unserem Dorf über 300 Menschen», sagte der Dorfälteste Abdu Senkima der «Welt».

Billiger Sex tat das seine, um die Ausbreitung zu beflügeln: Für Verkehr mit Kondom bekommen Prostituierte in Uganda 5000 bis 10 000 Schilling (1,79 bis 3,58 Franken), während es ohne Gummi 20 000 Schilling (7,16 Franken) kostet. Sprich: An geschütztem Liebesdiensten verdienen Bordsteinschwalben deutlich weniger. «Ich kläre über die Ansteckungsgefahren auf, verteile Kondome und achte darauf, dass die Patienten regelmässig ihre Medikamente nehmen. Aber die Fischer sind oft völlig verantwortungslos», sagte der HIV-Berater des Dorfes der deutschen Tageszeitung.

Vom Affen- zum Menschenvirus

Obwohl Aids als Seuche in Uganda seinen Ursprung haben soll, liegen die ersten Infektionen weiter zurück. Wissenschaftler haben 1998 in dem Fachmagazin «Nature» vom Fall eines Mannes aus Kinshasa im Kongo berichtet, den sie exhumiert haben. Sie fanden bei dem 1959 Verstorbenen HIV-1. Auch bei einem Amerikaner, der 1969 ums Leben kam, und einem 1976 verstorbenen norwegischen Seemann konnte die Krankheit festgestellt werden.

Der US-Forscher Michael Worobey von der University of Arizona hat die Kinshasa-Proben ebenfalls untersucht und glaubt, den Ursprung der Krankheit zurückdatieren zu können: Der Professor glaubt, sie sei zwischen 1884 und 1924 in Zentralafrika entstanden.

Seinen Ursprung haben die HI-Viren offenbar in den SI-Viren (Simianes Immundefizienz-Virus), die Affen befallen. Das afrikanische SIVcpz, die Abkürzung kommt vom Wort «chimpanzee», ist der Vorläufer für HIV-1, das asiatische SIVmac für das seltenere HIV-2. Schon vor 1930 sollen sich die ersten Menschen entweder durch Jagdwunden oder den Verzehr von Affenfleisch infiziert haben.

Hier kommen Sie zur Website der Aids-Hilfe Schweiz
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(phi)>

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Der Standard
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18.12.2011: AIDS: WHO verrechnet sich in Afrika - viel mehr Resistenzen gegen Medikamente als gedacht

aus: Der Standard online: Falsche WHO-Annahmen: Studie offenbart neue HIV-Probleme für Afrika; 18.12.2011;

<Mehr Resistenzen gegenüber gängigen Medikamente bei Infizierten und Erkrankten als bislang angenommen.

Eine aktuelle Studie aus Tansania lieferte erschreckende Hinweise auf rasant ansteigende Resistenzen gegenüber den gängigen HIV-Medikamenten insbesondere unter älteren Infizierten und Erkrankten. Forscher aus Würzburg, Tansania und Südafrika glauben, dass die WHO auf der Basis falscher Zahlen operiert und befürchtet gewaltige Auswirkungen ihres Befundes.

Für die Region um den Viktoriasee in Tansania sind die Zahlen eindeutig: Rund 19 Prozent der Erwachsenen über 25, die sich mit HIV infiziert haben, tragen Viren in ihrem Körper, die gegen die in Afrika gängigen Medikamente resistent sind. Das haben Forscher der Universität Würzburg und der Missionsärztlichen Klinik gemeinsam mit Kollegen aus Tansania und Südafrika herausgefunden. Die Wissenschafter haben dafür Patienten des Bugando Medical Center in Mwanza, der Partnerstadt Würzburgs in Tansania, untersucht.

Was die Zahl so brisant macht: Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die verantwortlich ist für die Richtlinien einer HIV-Behandlung auf dem afrikanischen Kontinent, geht bisher von einem deutlich niedrigeren Wert aus. Sie rechnet aufgrund ihrer Erhebungen mit Resistenzen in weniger als fünf Prozent der Fälle. Der Grund für die unterschiedlichen Zahlen könnte einfach sein: Die derzeitigen Richtlinien der WHO schließen einen Großteil der Bevölkerung von den Stichproben-Untersuchungen aus.

HIV-Therapie in Tansania

Seit dem Jahr 2004 gibt es in Tansania ein landesweites Therapieprogramm für HIV-Infizierte. Die Patienten erhalten ihre Medikamente in rund 200 Therapiezentren. Ende 2007 waren mehr als 165.000 Patienten in das Programm aufgenommen. HIV-positive Schwangere bekommen zusätzlich das Angebot einer speziellen Behandlung, um eine Übertragung auf das Neugeborene zu verhindern. Anders als in den industrialisierten Ländern, wo für HIV-Infizierte eine ganze Batterie von Medikamenten für eine maßgeschneiderte Therapie in den Apotheken steht, müssen sich die Mediziner in Afrika mit wenigen Medikamenten begnügen, die aus unterschiedlichen Hilfsprogrammen finanziert werden.

Die Gefahr dabei: Unter der Therapie können sich leicht resistente Viren bilden, die sich dann in der Bevölkerung ausbreiten. Wer sich mit solchen Viren infiziert, hat deutlich schlechtere Chancen, später selbst erfolgreich therapiert werden zu können. Der Anteil an Patienten, die sich mit resistenten Viren infiziert haben, wird damit zum Gradmesser des Therapieerfolgs der kommenden Jahre. Um diese Erfolgschancen zu kontrollieren, hat die WHO dazu aufgerufen, Teile der Bevölkerung Afrikas regelmäßig auf Resistenzen zu untersuchen.

Falsche WHO-Annahmen

Allerdings: "Die WHO empfiehlt in ihren Richtlinien, dass nur Patienten unter 25 in diese Untersuchungen aufgenommen werden", sagt Carsten Scheller. Scheller ist Privatdozent und Gruppenleiter am Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität und maßgeblich beteiligt an der Würzburger Studie. Der Grund für diese Beschränkung in der Auswahl klingt plausibel: Da es erst seit wenigen Jahren überhaupt eine Therapie gegen die HI-Viren in Tansania gibt, sollte man die Übertragung resistenter Viren lediglich bei den Patienten beobachten, die sich erst vor Kurzem mit HIV infiziert haben. Und diese frischen Infektionen - so die Überlegung der WHO - sollte man am ehesten in der jüngeren Bevölkerungsgruppe finden. "Unsere Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass mit dieser Auswahl die tatsächliche Verbreitung therapieresistenter Viren in der Bevölkerung dramatisch unterschätzt wird", sagt Scheller.

Den ersten Verdacht, dass die WHO-Zahlen zu optimistisch sein könnten, haben Kliniker aus Afrika geäußert. "Sie mussten feststellen, dass in manchen Gegenden beinahe jeder dritte Patient nicht mehr auf die Medikamente anspricht", sagt der Virologe. Deshalb beschlossen die Würzburger Wissenschaftler, eine Studie durchzuführen, in die sie auch Patienten älter als 25 Jahre aufnahmen.

Die Ergebnisse

88 bisher unbehandelte Patienten haben die Wissenschafter untersucht; 68 von ihnen waren älter als 25 Jahre. Während bei den unter 25-Jährigen nicht eine einzige Resistenz gegen die in Tansania verwendeten Medikamente gefunden wurde, waren bei den älteren Patienten erschreckende 19 Prozent mit resistenten Viren infiziert. Insgesamt entspricht dies einer Häufigkeit von rund 15 Prozent in der gesamten Stichprobe. "Besonders schlimm ist, dass fast 90 Prozent der Patienten, die mit resistenten Viren infiziert sind, auch bereits Resistenzen gegen die Reservetherapie tragen. Wenn diese erst einmal nicht mehr wirkt, gibt es nichts, was die Ärzte den Patienten noch anbieten können", sagt Scheller.

Die Ursache für diese hohe Resistenzrate ist bisher noch ein großes Rätsel. Neben der Übertragung bereits resistenter Viren bei der Ansteckung könnten eventuell auch andere Mechanismen eine Rolle spielen. So fanden die Forscher in zwei Proben Rückstände von HIV-Medikamenten, obwohl die Studienteilnehmer erklärt hatten, zuvor noch nie gegen HIV behandelt worden zu sein. "Das deutet darauf hin, dass sich zumindest einige Patienten selbst mit Medikamenten versorgen", so Scheller. Die Dunkelziffer könnte allerdings deutlich höher liegen, so die Vermutung der Forscher.

Therapiekonzepte neu überdenken

Noch ist nicht klar, ob die Zahlen aus Mwanza auf ganz Afrika hochgerechnet werden können. Dafür wollen die Forscher in einer weiteren Studie zusätzliche Regionen in das Untersuchungsprogramm aufnehmen. Klar ist allerdings: "Wenn unsere Zahlen flächendeckend gelten, stehen wir in Zukunft vor einem gewaltigen Problem", sagt Scheller. Dann müsse das bisherige Therapiekonzept für Afrika neu überdacht und um wichtige Elemente aufgestockt werden. Nach Meinung der Forscher sei aber bereits jetzt eine Ausweitung der WHO-Richtlinien hin zu einer altersübergreifenden Kontrolle der Verbreitung von resistenten Viren sinnvoll. (red)

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20.12.2011: <Neue Erkenntnis im Kampf gegen Aids: Wie das Virus in die Zelle kommt>

aus: n-tv online; 20.12.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Wie-das-Virus-in-die-Zelle-kommt-article5040671.html

<Damit sich das Aidsvirus vermehren kann, muss es in den Kern der befallenen Zelle vordringen. Wie das geschieht, war bisher nicht bekannt. Nun liefern britische Forscher neue Hinweise.

Um in den Kern der befallenen Zelle vorzudringen, koppelt sich das Aidsvirus HIV an ein Protein aus seiner Wirtszelle. Nur so gelangt der Erreger durch jene Poren, die das Innere des Zellkerns mit seiner Umgebung verbinden. Das berichtet eine Gruppe um Greg Towers vom University College London. Die Studie steht im Journal "PLoS Pathogens". Damit sind zugleich Hoffnungen verbunden: Wenn bekannt ist, wie das Virus in den Kern eindringt, lässt sich womöglich auch etwas dagegen tun.

HIV kommt meist in infiziertem Blut oder Sperma in den Körper. Die Viren gelangen danach durch die Zellmembran ins Zellinnere. Dies reicht aber noch nicht: Das Virus muss seine Erbsubstanz auch ins Genom der Wirtszelle einbauen, und das liegt im Zellkern. In dessen Hülle finden sich große Poren (Kernporen), die den Ein- und Ausstrom von Erbmolekülen und Proteinen regeln.

Das Team um Towers beschreibt nun, dass sich ein Protein des Virus (das Capsid-Protein) zuerst an ein Protein der Wirtszelle (Nup358) binden muss, damit es durch die Kernpore ans Ziel gelangt. Viren mit einem veränderten Capsid-Protein, das Nup358 nicht binden kann, können sich in Immunzellen auch nicht mehr vermehren, schreiben die Forscher. Wer also das Zusammenwirken zwischen dem viralen Capsid-Protein und dem körpereigenen Nup358 stört, hat womöglich eine potenzielle neue Waffe im Kampf gegen HIV im Arsenal. Noch gibt es aber keine Aussicht auf ein neues Medikament, die Versuche sind im Stadium der Grundlagenforschung.

Bisherige Medikamente gegen HIV greifen das Virus an verschiedenen Stellen an. Mal soll bereits sein Eindringen in die Zelle vermieden werden, mal sein Einbau ins Genom. Oft werden unterschiedliche Medikamente miteinander kombiniert verabreicht.

Ende 2010 lebten weltweit rund 34 Millionen Menschen mit HIV/Aids, berichtet das Aidsprogramm UNAIDS der Vereinten Nationen. Rund 68 Prozent von ihnen (22,9 Millionen) leben demnach in Afrika südlich der Sahara. Weltweit starben im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Menschen an Aids. Medikamente gegen das Virus haben nach Schätzung von UNAIDS 700.000 weitere Tote verhindert.

dpa>

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n-tv
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28.5.2012: Gewisse Immunzellen besitzen ein Protein gegen den AIDS-Erreger - nur eine Heilmethode fehlt

aus: n-tv online: Gesucht: Waffe gegen Aids: Protein entkräftet HIV; 28.5.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Protein-entkraeftet-HIV-article6357741.html

<Einige Immunzellen des Menschen besitzen ein Protein, mit dem sie sich gegen den AIDS-Erreger HIV zur Wehr setzen können. Lässt sich dieser neu entdeckte Mechanismus gegen die Immunschwäche nutzen?

Bestimmte Immunzellen des Menschen sind Angriffsziel des AIDS-Erregers HIV (Humanes Immundefizienz-Virus). Einige dieser Zellen haben jedoch einen Weg gefunden, um dem Virus seine Attacke zumindest schwerer zu machen. Mit dem erst kürzlich beschriebenen Protein SAMHD1 können sie die Vermehrung seiner Erbsubstanz bremsen. Diese ist jedoch eine der Voraussetzungen für eine erfolgreiche Infektion des Menschen. Eine internationale Gruppe um Florence Margottin-Goguet vom Pariser Institut Cochin hat kürzlich weitere Erkenntnisse zu SAMHD1 im Journal "Nature Immunology" veröffentlicht. Mitgearbeitet hat auch Professor Thomas Gramberg vom Virologischen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg. Er lieferte molekulare Werkzeuge für die Untersuchung.

Mitte 2011 berichteten die Forschergruppen um Monsef Benkirane (Montpellier, Frankreich) und Jacek Skowronski (Cleveland, USA) im Journal "Nature", dass SAMHD1 eine wichtige Rolle bei der HIV-Infektion spielt. Wurde der Gehalt des Proteins in bestimmten Immunzellen künstlich erhöht, ließen sich diese nicht mehr mit dem HI-Virus infizieren. Zugleich belegte die Gruppe, dass die Zerstörung von SAMHD1 diesen Schutz wieder aufhebt. Ungeklärt aber blieb, wie SAMHD1 die Zelle vor der HIV-Infektion schützt. Damit einher geht gleich eine weitere offene Frage: Lässt sich mit diesem Wissen womöglich eine neue Waffe gegen den Erreger der Immunschwäche Aids schaffen?

Die Lösung liegt in der DNA-Struktur

Margottin-Goguet und ihre Kollegen fanden kürzlich heraus, dass SAMHD1 in der Zelle die chemischen Bausteine der Erbsubstanz DNA verringert. Das Protein greift dafür aber nicht die DNA-Doppelhelix im Zellkern an, sondern einzelne DNA-Bausteine (die sogenannten Nukleotide). Aus diesen werden bei einer Zellteilung neue DNA-Moleküle für die beiden entstehenden Tochterzellen aufgebaut. Die menschliche DNA wird aus vier solchen Bausteinen aufgebaut: Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin. Bevor diese Einzelteile zum langen DNA-Molekül zusammengefügt werden, liegen sie in einer biochemisch besonders aktiven Form vor (als sogenanntes Triphosphat).

Auch das Aidsvirus braucht diese Nukleotide für seinen Vermehrungs- und Infektionszyklus: HIV gehört zu den Retroviren. Diese bringen ihre Erbsubstanz in Form von RNA-Molekülen mit in die infizierte Zelle. Dort muss die RNA zunächst in die chemisch eng verwandte DNA umgeschrieben werden. Erst diese wird in den Zellkern der infizierten Immunzelle eingebaut und sorgt dann für das Entstehen neuer Viren. Zum Umschreiben von RNA in DNA bringt sich HIV auch gleich ein eigenes Protein mit, die Reverse Transkriptase.

Die Vermehrung von HIV bremsen

SAMHD1 baut die einzelnen DNA-Bausteine ab, schreiben die Wissenschaftler um Margottin-Goguet. Damit bremst es die Vermehrung von HIV, denn das Virus findet nicht mehr genügend Material, um die eigene virale DNA zusammenzubauen.

Dieses Verfahren ist jedoch nur in solchen Zellen des Menschen sinnvoll, die sich nicht mehr teilen und daher auch nur wenige DNA-Bausteine benötigen. Die untersuchten Immunzellen gehören zu dieser Gruppe der "fertigen", ausdifferenzierten Zellen. Sie lähmen sich durch die Tätigkeit von SAMHD1 also nicht selbst, erklärt der Virologe Gramberg.

In den neuen Experimenten zeigte sich unter anderem, dass SAMHD1 den Gehalt der DNA-Bausteine in den untersuchten Zellen tatsächlich so weit herabsetzte, dass sich das Virus nicht mehr vermehren konnte. Dies sei womöglich ein Mechanismus, der gegen verschiedene Retroviren wirkt, ohne dass für jeden einzelnen Erreger ein besonderes Abwehrmolekül geschaffen werden muss, heißt es bei dem Team.

Versuche mit Affen zum Vergleich

Die Forscher führen noch weitere Belege für ihre These an. So gebe es HIV-Varianten, die von sich aus eine sehr große Konzentration von DNA-Bausteinen in der Wirtszelle benötigen, um ihre Erbsubstanz in DNA umschreiben zu können. Solche Varianten sind für die Tätigkeit von SAMHD1 auch besonders anfällig, notiert die Gruppe. Zugleich ist bekannt, dass sich Viren schneller vermehren, wenn man den Zellen mehr der einzelnen DNA-Bausteine verabreicht. Alle diese Beobachtungen stützen den beschriebenen Mechanismus.

Das Team weiß aber auch, dass die beim Affen grassierende Variante des Immunschwäche-Virus (SIV, simian immunodeficiency virus) selbst gegen SAMHD1 noch einen Pfeil im Köcher hat. Das Affen-Virus bringt dafür ein Protein namens Vpx mit in die Zelle. Dieses sorgt dann mit einem Trick wiederum dafür, dass SAMHD1 abgebaut wird. In ihrer Studie bildeten Margottin-Goguet und ihre Kollegen auch dies nach. Ergebnis: Der von Vpx ausgelöste Abbau von SAMHD1 führte dazu, dass die Zelle wieder infiziert werden kann.

HIV-2 infiziert weniger Menschen als HIV-1

Interessanterweise, so erklärt Gramberg weiter, sind zwei verschiedene humane Immundefizienz-Viren bekannt: HIV-1 und HIV-2. Die erste Variante ist jene, die sich in einer Pandemie über die ganze Welt verbreitet und viele Millionen Menschen getötet hat. Dabei besitzt diese Variante das Vpx-Protein gar nicht. HIV-2 hingegen infiziert viel weniger Menschen – obwohl es über Vpx verfügt. Der Forscher weist darauf hin, dass es im Moment noch unklar ist, warum HIV-1 im Gegensatz zu HIV-2 keine Vpx-ähnliche Funktion entwickelt hat – obwohl es dem Erreger doch eine effizientere Infektion seiner Zielzellen ermöglichen würde.

Der Forscher zitiert aber weitere Untersuchungen, die die These vom Abwehrmolekül SAMHD1 stützen. Sie zeigen, dass es eine Art molekulares Wettrüsten zwischen dem zellulären SAMHD1 und dem viralen Vpx gegeben habe. Dies berichten die Forschergruppen um Monsef Benkirane (Montepellier) und Micheal Emerman (Seattle) im Journal "Cell Host & Microbe". "Wir überprüfen, ob dieser Mechanismus nur gegen Lentiviren – dazu zählen HIV-1 und -2 – oder auch gegen andere Viren hilft", sagte Gramberg.

"Weitreichende Möglichkeiten"

Seine Kollegen spekulieren in "Nature", ob sich der von ihnen beschriebene Immun-Mechanismus für den Kampf gegen HIV einsetzen lässt. Womöglich ließe sich die Zahl der DNA-Bausteine auch mit Medikamenten beeinflussen. Die damit zusammenhängenden Möglichkeiten seien "potenziell weitreichend".

Gegen die Immunschwäche Aids gibt es keinen Impfstoff. Ein solcher zeichnet sich auch auf Jahre hinaus nicht ab. Medikamente können den Verlauf der unheilbaren Krankheit aber schwächen. Die Gesamtzahl der Ende 2010 weltweit Infizierten und Erkrankten schätzte das Aidsprogramm UNAIDS der Vereinten Nationen auf 34 Millionen (2001: 28,6 Millionen). Rund 68 Prozent von ihnen (22,9 Millionen) leben demnach in Afrika südlich der Sahara – einer Region, in der nur 12 Prozent der Weltbevölkerung leben. Auf das Gebiet entfallen auch 70 Prozent der Neuinfektionen.

Quelle: n-tv.de, Thilo Resenhoeft, dpa>

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n-tv
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4.7.2012: HIV-Schnelltest für zu Hause - bei 8% falschem Negativ-Ergebnis und 0,02% falschem Potiviv-Ergebnis - nur in den "USA" erhältlich

Also, man sollte mindestens drei solche Tests durchführen, dann hat man das Risiko auf 2% reduziert.

aus: n-tv online: Schnelltest in USA freiverkäuflichErster HIV-Heimtest zugelassen; 4.7.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Erster-HIV-Heimtest-zugelassen-article6651336.html

Der Artikel:

<Ein erster "Aidstest für zu Hause" wird in den USA von den Behörden zugelassen. Der "OraQuick In-Home HIV Test" funktioniert ähnlich einem Schwangerschaftstest und soll in etwa einer halben Stunde Klarheit über eine Erkrankung verschaffen. In Deutschland ist der Test umstritten.

Er sieht aus wie ein Schwangerschaftstest und ist noch einfacher zu bedienen: Erstmals ist ein HIV-Test für den Hausgebrauch von den Behörden in den USA zugelassen worden. Der "OraQuick In-Home HIV Test" soll in etwa einer halben Stunde Klarheit über eine Infektion verschaffen, wie die zuständige U.S. Food and Drug Administration (FDA) mitteilte.

Analysiert wird nicht Urin, sondern einfach Speichel. Eine kleine Anzeige gibt nach 20 bis 40 Minuten Auskunft, ob eine Infektion wahrscheinlich ist. Allerdings weist die FDA auf eine erhebliche Fehlerquote hin. Untersuchungen zufolge ist etwa jedes zwölfte "negativ"-Ergebnis falsch. Bei den "positiv"-Resultaten sei jedes 5000. nicht korrekt - der Patient also doch nicht infiziert.

Keine Einführung in Deutschland

Die Einführung des Selbsttests in Deutschland schließt Karl Lemmen, Referent für Qualitätssicherung bei der Deutschen Aids-Hilfe, derzeit aus. "Solche Tests sollten in der Lage sein, zumindest die Infektion sicher auszuschließen", sagte er. Mit einer Anwendungssicherheit von nur rund 93 Prozent gegenüber 99 Prozent bei ärztlichen Tests sei die Entwicklung des Heimtests noch nicht weit genug fortgeschritten.

"Die Ausgangslage in den USA ist nicht mit Deutschland vergleichbar", erklärte Lemmen. "Dort gibt es eine fünf bis acht Mal so hohe Prävalenz an Infektionen, Menschen ohne Krankenversicherung können sich die ärztliche Untersuchung nicht leisten." Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts von November 2011 leben in Deutschland 73.000 Menschen mit HIV. 14.000 wissen demnach noch nichts von ihrer Infektion.

Der Medizinreferent der Aids-Hilfe, Armin Schafberger, bemängelte vor einiger Zeit zudem das fehlende persönliche Beratungsgespräch zur Sicherheit des Ergebnisses und zu möglichen Fehlern. "Ein negatives HIV-Testergebnis heißt nicht zwingend, dass keine HIV-Infektion vorliegt", erläuterte er. "Nach einer Ansteckung kann es bis zu drei Monate dauern, bis der Körper genug Antikörper gegen HIV gebildet hat, damit der Test eine Infektion nachweisen kann."

"Positiver Schritt vorwärts"

In den USA soll der Selbsttest von Oktober an in Drogerien und Apotheken zu haben sein. Über den Preis schweigt das Unternehmen noch. Die "New York Times" sieht gesellschaftliche Auswirkungen des neuen Tests: "Die Verfügbarkeit eines HIV-Tests, der so einfach wie ein Schwangerschaftstest zu Hause funktioniert, ist ein weiterer Schritt zur Normalisierung im Umgang mit einer Krankheit, die einst ein Schandmal und ein Todesurteil war".

Das Blatt zitiert HIV-Entdecker Robert Gallo mit den Worten, die Testmöglichkeit sei "wunderbar, weil sich jetzt mehr Menschen über das Thema Gedanken machen werden". Anthony Fauci, Pionier der Aids-Forschung, sagte, der Test sei ein "positiver Schritt vorwärts", der helfen könne, die 30 Jahre alte Epidemie unter Kontrolle zu bringen. Kritiker warnen allerdings vor größerer Suizid-Gefahr: Wer das Ergebnis eines Tests allein im Badezimmer statt von einem Arzt erfahre, könne überreagieren.

Jeder fünfte der 1,2 Millionen infizierten US-Amerikaner wisse gar nicht, dass er mit dem HI-Virus infiziert sei, hieß es vom Center for Disease Control and Prevention. Jedes Jahr kämen 50 000 hinzu - oft angesteckt von Menschen, die sich für gesund hielten. Mit Medikamenten könne die Gefahr, das Virus zu verbreiten, um 96 Prozent gesenkt werden. Voraussetzung dafür: Der Betroffene weiß um seine Infektion.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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22.7.2012: Neue Pillen sollen "AIDS" in Schach halten - und sogar die Ansteckung unterdrücken

aus: Spiegel online: HIV-Medikamente: So sicher wie Kondome; 22.7.2012;
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hiv-medikamente-schuetzen-wie-kondome-vor-ansteckung-a-832196.html

<Von Irene Berres

"Sie haben HIV" - vor 30 Jahren kam die Diagnose einer Todesbotschaft gleich, heute haben früh Behandelte eine fast normale Lebenserwartung. Und nicht nur das: Wer regelmäßig seine Medikamente nimmt, ist quasi nicht mehr ansteckend. Einfach weglassen sollten HIV-Infizierte das Kondom beim Sex dennoch nicht.

Bilder von bunten Kondomen zieren die Plakate, Fotos von zerwühlten Betten, einem Bulli auf einem Kornfeld, ein BH baumelt über dem heruntergekurbelten Fenster auf der Beifahrerseite. Darunter prangt der Schriftzug "Mach's mit". Seit 25 Jahren läuft die "Gib Aids keine Chance"-Kampagne, immer wieder erobern neue Motive Werbeflächen in U-Bahnstationen oder auf Gratiskarten in Kinos und Kneipen.

Mit großem Erfolg: Dass Kondome vor HIV schützen, zählt längst zur Allgemeinbildung. Doch langsam drängt eine weitere Schutzmöglichkeit in den Vordergrund. Zwar gibt es noch immer keinen Impfstoff, heilbar ist die Krankheit nicht. Im letzten Jahr konnten Forscher aber endgültig nachweisen, dass eine frühe und konsequente Therapie mit modernen Medikamenten die Virusmenge im Körper so stark senkt, dass die Infizierten quasi nicht mehr ansteckend sind.

Erfolgreiche Therapie: Besserer Schutz als das Kondom

Das Fachjournal "Science" kürte die Erkenntnis zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres, der Nationale Aids-Beirat veröffentlichte als Reaktion ein Positionspapier. Eine effektive antiretrovirale Therapie verhindere eine HIV-Übertragung, heißt es darin, die Botschaft solle öffentlich wirksam kommuniziert werden - vor allem, um der Krankheit ihr Stigma zu nehmen. In wenigen Tagen wird auf der Welt-Aids-Konferenz die Therapie als Prävention eines der viel diskutierten Themen sein.

HIV-positive Schwangere erhalten bereits seit Jahren solche Medikamente, um die Infektion nicht an ihre Kinder weiterzugeben. Auch andere Studien hatten darauf hingewiesen, dass der breite Einsatz von Medikamenten die Zahl neuer Infektionen senken kann.

Doch erst eine Studie im vergangenen Jahr schaffte endgültig Gewissheit. Die Forscher hatten mehr als 1000 Paare begleitet, bei denen einer der Partner das Virus in sich trug. Dabei zeigte sich, dass eine frühe Behandlung mit antiretroviralen Mitteln das Risiko, das Virus weiterzugeben, um mindestens 96 Prozent senkt. Damit schützt die Therapie sogar besser als das Kondom vor einer Ansteckung, bei dem Verhütungsmittel liegt die Sicherheit - geübter und konsequenter Einsatz vorausgesetzt - bei etwa 95 Prozent.

Einfach weglassen sollten HIV-Infizierte das Präservativ dennoch nicht. Schließlich schützt es auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. "Wir sehen die Medikamente nicht als Alternative, sondern als Teil eines Präventionsbaukastens", sagt Hans Jürgen Stellbrink, der in einer auf HIV spezialisierten Praxis in Hamburg arbeitet und Mitglied des Nationalen Aids-Beirats ist.

Täglich eine Pille: Vertretbares Opfer zum Wohl der Allgemeinheit?

Ärzte versprechen sich Großes vom Schutzeffekt der Medikamente. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schrieb in einem Bericht zu antiretroviralen Medikamenten, dass diese wahrscheinlich schon Millionen von HIV-Infektionen verhindert haben. "Selbst wenn es nur eine Person ist, die eine Person weniger ansteckt, kann das eine Kettenreaktion an Infektionen verhindern", sagt Julio Montaner, Leiter des British Columbia Centre for Excellence in HIV/Aids und ehemaliger Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft.

Das Konzept klingt wie eine Win-win-Situation: Die Betroffenen profitieren von der Therapie, die Gesellschaft von der verhinderten Weitergabe. Doch es gibt einen Haken. Infizierte sollten für einen guten Schutzeffekt so früh wie möglich mit der Therapie beginnen, am besten direkt nach der Diagnose.

HIV-Pillen: Infektionsschutz als positive Nebenwirkung
Den Weg zur Schutzwirkung ebnete vor allem die Hartnäckigkeit des Virus selbst: Der Erreger befällt spezielle Zellen im Immunsystem. Damit diese sich wieder erholen können, muss seine Menge im Körper extrem gesenkt werden. Zudem ist er so wandelbar, dass bei einer höheren Viruslast ein zu großes Risiko bestehen würde, dass er Resistenzen gegen die Wirkstoffe bildet.

Moderne antiretrovirale Medikamente reduzieren die Virus-Menge im Körper deshalb sehr stark - so stark, dass der Krankheitserreger auch in der Muttermilch, Blut, Sperma, in Scheidensekret und anderen kritischen Flüssigkeiten kaum noch vorhanden ist. Der positive Nebeneffekt: Das Risiko ist minimiert, dass die Betroffenen die Infektion über die Flüssigkeiten weitergeben.
In der Regel starten Infizierte gemäß der Behandlungsleitlinie jedoch erst mit der Therapie, wenn das Virus die Zahl seiner Wirtszellen im Immunsystem unter eine kritische Grenze drückt. Ob die Patienten selbst von einem früheren Therapiebeginn profitieren, ist noch umstritten. Sollten sie also unter Umständen nur zum Wohl der Gesellschaft die Medikamente früher nehmen?

"Es darf auf keinen Fall Druck aufgebaut werden", sagt Armin Schafberger von der Deutschen Aids-Hilfe. Zwar sind die Nebenwirkungen bei modernen Präparaten bis auf Ausnahmen überschaubar. Haben Betroffene einmal die Therapie begonnen, müssen sie die Tabletten jedoch bis ans Ende ihres Lebens nehmen. Tag für Tag. Jede Pause, jede vergessene Pille erhöht das Risiko für Resistenzen. Hinzu kommt die psychische Belastung.

7,5 Millionen Patienten ohne medizinisch notwendige Therapie

In Entwicklungsländern spielt sich dagegen eine andere ethische Diskussion ab. In einigen Regionen prüfen Forscher das "Test and Treat"-Konzept, bei dem so viele Menschen wie möglich regelmäßig getestet und bei einem positiven Ergebnis sofort behandelt werden. Doch wie realistisch ist ein derartig flächendeckender Einsatz der Mittel?

Der WHO zufolge befanden sich 2010 weltweit etwa 6,6 Millionen Menschen in Behandlung, die aus medizinischen Gründen auf die antiretroviralen Mittel angewiesen waren. 7,5 Millionen Menschen, die eine Behandlung bräuchten, hatten keinen Zugang zu den hochwirksamen Tabletten. "Zuerst müssen diejenigen Medikamente bekommen, die diese dringend benötigen", sagt Schafberger.

Allein das ist schon schwer umzusetzen, aufgrund der Weltwirtschaftskrise scheinen die Unterstützungen für den Kampf gegen HIV eher zu schwinden als zu wachsen. Dennoch sind die aktuellen Erkenntnisse ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn das Ziel "Keine neuen Infektionen" noch in weiter Ferne scheint, eine Utopie ist es wohl nicht mehr.>

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n-tv
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20.11.2012: <"Eine Welt ohne Aids ist möglich": HIV-Neuinfektionen gehen zurück>

aus: n-tv online; 20.11.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/HIV-Neuinfektionen-gehen-zurueck-article7812656.html

<UNAIDS-Direktor Michel Sidibé: UNAIDS ist ein UN-Projekt, das verschiedene HIV/Aids-Pandemie-Aktivitäten einzelner Länder im Kampf gegen Aids koordiniert.

Weltweit leben 34 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger HIV. Bis 2015 wollen die Vereinten Nationen die Zahl der Neuinfektionen halbieren. Diesem Ziel sind sie ein ganzes Stück nähergekommen.

Die Vereinten Nationen verzeichnen im Kampf gegen Aids große Fortschritte. Für Länder rund um den Globus, denen die Immunschwächekrankheit zuvor besonders stark zugesetzt habe, sei "eine neue Ära der Hoffnung" angebrochen, heißt es im Jahresbericht 2012 des Programms der Vereinten Nationen zur Aids-Bekämpfung (UNAIDS). Er wurde jetzt in Genf veröffentlicht. "Die Geschwindigkeit des Fortschritts beschleunigt sich - wofür man früher ein Jahrzehnt gebraucht hat, wird jetzt in 24 Monaten erreicht", sagte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé.

Sidibé und seine Mitarbeiter verweisen unter anderem auf einen Rückgang von Neuinfektionen mit dem Aids-Erreger HIV. Weltweit infizierten sich 2011 zwar weitere 2,5 Millionen Menschen mit HIV. Das sind laut UNAIDS aber 20 Prozent weniger als noch im Jahr 2001.

Prävention rettet Menschenleben

In einigen Ländern mit den weltweit meisten Aids-Erkrankungen hat sich die Zahl der Neuinfektionen seit 2001 drastisch verringert. Dazu gehören etwa Malawi, Botswana und Namibia. In allen Ländern südlich der Sahara - der schlimmsten betroffenen Region - hätten sich 2011 etwa 25 Prozent weniger Menschen mit HIV infiziert als im Jahr 2001. Noch stärker war der Rückgang mit 42 Prozent in den Ländern der Karibik, der nach Afrika am schwersten unter Aids leidenden Region.

Hilfsorganisationen reagierten erfreut auf die Entwicklung. "Die neuen Zahlen bestätigen: Investitionen in Präventionsprogramme zahlen sich aus. Mit Aufklärung und Verhütung lässt sich die Aids-Epidemie eindämmen und Leben können gerettet werden", sagte Renate Bähr von der Stiftung Weltbevölkerung.

"Eine Welt ohne Aids ist möglich, aber es ist eine Frage des politischen Willens", meinte der Sprecher der Deutschen Aidshilfe, Holger Wicht. "Wir haben Therapien und wir haben wirksame Präventionsstrategien, aber sie müssten noch in weitaus größerem Maße als heute zum Einsatz kommen."

Neuinfektionen und Sterberaten

Sorgen bereitet den UNAIDS-Experten, dass in einigen Weltgegenden die Zahl der Neuinfektionen weiter steigt. Besonders stark im Nahen Osten und Nordafrika mit 35 Prozent seit 2001. Insgesamt leben derzeit rund 34 Millionen Menschen mit HIV. Afrika südlich der Sahara bleibt trotz aller Fortschritte mit 69 Prozent aller weltweit Infizierten die am stärksten betroffene Region. Einer von 20 Erwachsenen ist dort laut UNAIDS mit HIV infiziert

Allerdings seien auch in Afrika dank einer verbesserten Versorgung mit modernen Medikamenten die Sterberaten unter HIV-Infizierten deutlich zurückgegangen. Weltweit erlagen im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Menschen den Folgen von Aids - 24 Prozent weniger als noch 2005. Weit mehr HIV-Infizierte könnten länger leben: Sieben Millionen Bedürftige haben keinen Zugang zu antiretroviralen Therapien.

Politisches Engagement gefragt

UNAIDS appellierte an alle Staaten, Programme zur Eindämmung von HIV und Aids weiter entschlossen zu fördern. Nur dann könnten UN-Ziele wie die Halbierung der HIV-Neuinfektionen bis 2015 erreicht werden. Daneben sei es wichtig, die Diskriminierung von HIV-Infizierten zu bekämpfen.

Diese vergrößere nicht nur das Leiden der Betroffenen, sondern erschwere auch den Kampf gegen die Krankheit. Wenn Infizierte sich vor Ausgrenzung oder gar Gewalt fürchten müssten, würde dies die Behandlung und Eindämmung der Krankheit noch komplizierter machen.

In Deutschland tragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge derzeit rund 73.000 Menschen das Virus in sich, der Großteil davon sind Männer (80 Prozent). Im Jahr 2011 infizierten sich hierzulande etwa 2700 Menschen neu mit HIV.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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Welt online,
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7.4.2013: <Impfstoffe: Ein Patient bringt die Aids-Forschung voran> - Breitband-Antikörper

aus: Welt online; 7.4.2013;
http://www.welt.de/gesundheit/article115049460/Ein-Patient-bringt-die-Aids-Forschung-voran.html

<Forscher verzweifeln über HI-Viren, weil diese ständig ihre Struktur verändern. Nun haben sie Antikörper entdeckt, die sich an die Verwandlung der Viren anpassen. Das lässt auf einen Impfstoff hoffen.

Aids-Forscher haben wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung eines wirkungsvollen HIV-Impfstoffs gewonnen: Sie verfolgten bei einem Infizierten, wie in seinem Körper als Reaktion auf die ständige Veränderung des HI-Virus so genannte Breitband-Antikörper entstehen. Diese können unterschiedliche Virusvarianten unschädlich machen. Die Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse im Fachblatt "Nature" vor.

Die kontinuierliche Mutation des Virus ist die größte Hürde bei der Entwicklung eines Impfstoffes, da sich die Viren so fortwährend der neutralisierenden Wirkung der Antikörper entziehen. Das Forscherteam um Hua-Xin Liao von der Duke University School of Medicine (Durham/US-Staat North Carolina) verfolgte nun den Wettlauf zwischen Virus und Antikörpern bei einem afrikanischen Mann. Sie begannen ihre Untersuchung etwa vier Wochen, nachdem der Patient sich angesteckt hatte, und untersuchten ihn regelmäßig über insgesamt mehr als drei Jahre.

Ein besonderer Patient

Der Patient gehört zu den rund 20 Prozent der Infizierten, die im Laufe ihrer Infektion Breitband-Antikörper bilden. Diese Antikörper richten sich gegen Virus-Bestandteile, die sich nicht verändern, und können die Viren so viel effektiver bekämpfen.

Einige Monate nach der Infektion konnten die Forscher solche Antikörper im Blut des Patienten nachweisen. Sie fanden weiter, dass ein Protein auf der Hülle des Virus die Bildung der Breitband-Antikörper bewirkte.

Erwartungsgemäß veränderte das Virus seine Struktur fortlaufend und die Antikörper veränderten sich entsprechend. Unabhängig von dem Stand ihrer Entwicklung, neutralisierten alle Antikörper das ursprüngliche Virus, zeigten Versuche.

Die Wirksamkeit der Antikörper stieg

Ihre Wirksamkeit gegen die später auftretenden, mutierten Viren nahm allmählich zu – die Antikörper reiften quasi. Versuche zeigten, dass der ausgereifte Breitband-Antikörper 55 Prozent von geografisch und genetisch unterschiedlichen HIV-Isolaten neutralisierte.

Die Forscher hoffen nun, dass es möglich ist, die Entwicklung der Antikörper hin zu einem Breitband-Antikörper im Rahmen einer Impfung nachzuvollziehen. Das entscheidende Hüllprotein des Virus biete sich als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Impfstoffes an.

dpa/ph>

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Buch: "Der Mann, der AIDS erschuf": Die kriminelle Regierung der "USA" wollte Schwarze und Schwule ausrotten und liess im Bio-Labor einen speziellen Virus erfinden, der vom Immunsystem nicht bekämpft werden kann

Christian Anders: Geheime Dokumente enthüllen: AIDS wurde im Labor erfunden


http://www.youtube.com/watch?v=FyWaJC52x-I

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Tagesspiegel online, Logo

24.9.2013: AIDS soll es bei den Affen in Afrika schon seit 100 Jahren geben

aus: Tagesspiegel online: Ernst-Schering-Preis Der Zufall ebnete Aids den Weg; 24.9.2013;
http://www.tagesspiegel.de/wissen/ernst-schering-preis-der-zufall-ebnete-aids-den-weg/8835274.html

<von

Tierische Vielfalt. Etwa 40 Affenarten haben ihre eigene Version von Immunschwächeviren. Der Vorläufer der weltweit kursierenden Variante des Aidsvirus vermehrte sich in... - Foto: AFP

HIV macht bereits seit 100 Jahren Menschen krank. Frank Kirchhoff erforscht, warum es dabei so erfolgreich war. Dafür wurde er am Montag mit dem Ernst-Schering-Preis ausgezeichnet.

Er schien wie die Spinne im Netz zu sitzen. Alle 30 Aids-Fälle, die die amerikanische Seuchenbehörde CDC 1984 untersuchte, führten letztlich zu ihm: Gaetan Dugas. Der attraktive, rücksichtslose Flugbegleiter machte keinen Hehl daraus, dass es ihm egal war, wen er angesteckt hatte oder wen er noch anstecken würde. Die CDC bezeichnete ihn als „Patient 0“. In der Presse entstand bald der Eindruck, ein einzelner Mensch hätte die neue Seuche in die Welt gesetzt.

Aber es begann nicht mit ihm. Es begann nicht einmal Ende der 1960er Jahre, als die ersten Patienten in den USA krank wurden. Das humane Immunschwächevirus HIV gibt es seit 100 Jahren.

„Wir wissen mittlerweile, dass die HIV-Variante, die die globale Seuche verursacht, um 1908 in Zentralafrika von Schimpansen auf den Menschen übergesprungen ist“, sagt Frank Kirchhoff, Virusforscher am Uniklinikum Ulm. Und es war nicht das einzige Mal, dass es zu einer solchen Übertragung kam.

HIV ist nicht gleich HIV. Forscher teilen die heute kreisenden Viren in HIV-1 und HIV-2 ein. Als wirklich weltumspannend gilt HIV-1. Und auch in dieser Gruppe sind nicht alle Viren gleich: Die Untergruppe M verursacht etwa 90 Prozent aller Infektionen, O etwa 10 000. N wurde bei 17 Patienten nachgewiesen, P bei gerade einmal zwei. Jeder der Buchstaben steht für den Sprung eines Tiervirus auf den Menschen – unabhängig voneinander. M hat es vor etwa 100 Jahren geschafft, O vermutlich auch, N steckt möglicherweise erst seit den 1970er Jahren Menschen an. Für P kann es noch niemand sagen. M und N stammen von Schimpansen, O und P dagegen von Gorillas.

In Kinshasa fanden Aidsforscher einen Schatz

„Als HIV-1 M auf anderen Kontinenten ankam, war es in Afrika vermutlich bereits weit verbreitet“, sagt Kirchhoff. In einem Krankenhaus in Kinshasa, Kongo, fanden Forscher ein Röhrchen mit altem Blut und eine in Paraffin eingebettete Gewebeprobe aus den späten 1950er Jahren. Beide waren mit HIV-1 M infiziert. Weder die beiden Patienten noch ihre Ärzte ahnten, woran die Männer litten. Zu viele andere Infektionskrankheiten gingen um, außerdem schwächte auch Hunger das Immunsystem. Eine neue Krankheit mit diffusen Symptomen fiel da nicht auf. Für Aidsforscher waren die beiden Proben ein Schatz. Eine Erbgutanalyse half ihnen bei der Schätzung, wie lange das Virus bereits Menschen krank machte. Ihr Ergebnis: seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Doch was macht HIV-1 M anders als seine Vorgänger und Nachfolger? Etwa 40 Affenarten, darunter die Menschenaffen, haben ihre eigene Version des Immunschwächevirus namens SIV (simianes Immundefizienz-Virus). Sie wurden zu allen Zeiten gejagt, geschlachtet und verspeist. Warum war gerade dieses Virus derart erfolgreich? Es war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sagen die einen. Die Kolonialherren teilten Schwarzafrika gerade unter sich auf, neue Straßen wurden gebaut, die Städte lockten nun auch Menschen aus entlegenen Dörfern an, die Bevölkerungsdichte stieg. „Kollegen konnten nachweisen, dass sich das Virus erst entlang der großen Straßen verbreitet hat – also dort, wo Lastwagenfahrer ungeschützten Sex mit Prostituierten hatten“, sagt Kirchhoff. Waren sie zusätzlich mit anderen Geschlechtskrankheiten infiziert, hatte HIV noch leichteres Spiel.

Kirchhoff interessiert sich für die molekularen Details; schließlich sind die menschlichen Zellen Viren wie HIV nicht hilflos ausgeliefert. Selbst wenn eine Zelle gezwungen wird, Viruspartikel zu produzieren, kann sie sie mithilfe des Eiweißes Tetherin auf ihrer Oberfläche festhalten. Der Klebstoff verhindert, dass die Partikel sich frei bewegen können und neue Zellen infizieren.

Das Virus kann die Fessel kappen

„Für HIV-1 M ist das kein Hindernis“, sagt Kirchhoff. Er konnte mit seiner Arbeitsgruppe zeigen, dass diese Untergruppe – anders als die seltenen Formen von HIV-1 – eine Waffe gegen Tetherin entwickelt hat. Mithilfe ihres Eiweißes Vpu schneiden sie die molekulare Fessel durch. „Wir glauben, dass Tetherin normalerweise verhindert, dass viele Viruspartikel in die Genitalflüssigkeiten gelangen und die Infektion dann schwerer übertragbar ist“, sagt Kirchhoff. Beweisen kann er es nicht. „Wie wichtig das für die Ausbreitung war, bleibt Spekulation.“ Eine Ausnahme sind außerdem die Viren der Gruppe N. Sie können Tetherin genauso gut ausschalten wie HIV-1 M. „Möglicherweise beobachten wir gerade, wie sich diese Virus-Variante an den Menschen anpasst“, sagt Kirchhoff.

Auch die Anpassung im Tierreich ist nicht immer perfekt. Von drei der 40 Affenarten, die sich mit eigenen SIV-Varianten infizieren, weiß man, dass sie gut mit dem Virus leben können. Schimpansen gehören nicht dazu. Sie haben sich das Virus ähnlich geholt wie der Mensch: Sie jagen und fressen andere Affen. Irgendwann haben sich in einer Schimpansenzelle die Virusvarianten von Meerkatzen und Mangaben vermischt. Der neu entstandene Viren-Mix konnte in der Zelle gut überleben, er passte sich an und wurde zum HIV-1-M-Vorgänger. „Bei Schimpansen dauert es aber länger, bis die Krankheit ausbricht“, sagt Kirchhoff.

Ein Schweizer Taschenmesser für Immunschwächeviren

Der Sprung von Menschenaffen auf Menschen war nicht weit. Trotzdem brauchte das Virus abermals neue Strategien. Vpu bekam nun die Aufgabe, den Klebstoff Tetherin zu lösen. Auch das Virus-Eiweiß Nef wurde umprogrammiert. Normalerweise ist es eine Art Schweizer Taschenmesser für Immunschwächeviren: Es macht infizierte Zellen weniger gut erkennbar für das Immunsystem und erhöht die Infektiösität. Bei HIV-1 M jedoch beruhigt Nef nicht die Helferzellen des Immunsystems, die von den Viren befallen sind. Im Gegenteil: Es kurbelt sie an, fand Kirchhoffs Team. „So produzieren sie einerseits in kürzerer Zeit mehr Viren“, sagt Kirchhoff. Andererseits ist irgendwann das Immunsystem erschöpft. Die hyperaktiven Abwehrzellen sterben ab. „Bei Affen, die nicht krank werden, gibt es diese Übersteuerung des Immunsystems nicht.“

Das Wissen um die Verteidigungsmechanismen der Zelle – und die Strategien von SIV/HIV, diese zu umgehen – hilft, die Gefahr weiterer Übertragungen von SIV vom Affen auf den Menschen einzuschätzen, sagt Kirchhoff. Gleichzeitig erforscht sein Team, wie man die Verteidigungslinien der Zellen stärken kann. „Wir versuchen außerdem, mit Hemmstoffen die schädlichen Entzündungen zu unterbinden, die den Ausbruch der Krankheit vorantreiben“, sagt er. „Das gelingt bisher nicht gut genug.“

Ernst-Schering-Preis 2013

Der Virologe Frank Kirchhoff bekam am gestrigen Montag den mit 50 000 Euro dotierten Ernst-Schering-Preis verliehen. Kirchhoff erforscht, wie sich das Aidsvirus HIV an den Menschen angepasst hat.

Kirchhoff promovierte am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen. Nach Stationen an den Universitäten Harvard in den USA und Erlangen-Nürnberg wurde er Direktor des Instituts für Molekulare Virologie am Universitätsklinikum Ulm. Seine Forschung wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2012 bekam er vom Europäischen Forschungsrat einen Advanced Grant (Fördermittel) in Höhe von zwei Millionen Euro.

Am heutigen Dienstag, 16 Uhr, hält der Preisträger auf Englisch einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Crossing the barriers: viral adaptations facilitating the AIDS pandemic“. Festsaal der Humboldt Graduate School, Luisenstraße 56, Berlin.>

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n-tv
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13.3.2014: Gel gegen AIDS

aus: n-tv online: An Schweinsaffen-Weibchen getestet: Gel schützt auch nach dem Sex vor HIV; 13.3.2014;
http://www.n-tv.de/wissen/Gel-schuetzt-auch-nach-dem-Sex-vor-HIV-article12456776.html

<Gute Nachrichten im weltweiten Kampf gegen Aids: Ein neues Vaginal-Gel soll im Gegensatz zu bisherigen Mitteln auch noch nach dem Geschlechtsverkehr vor einer HIV-Infektion schützen.

Ein Vaginal-Gel könnte Frauen künftig auch noch nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr vor einer HIV-Infektion bewahren. Dies berichten US-Forscher nach Versuchen mit Schweinsaffen. Das Gel verhindere eine Infektion auch dann noch, wenn es bis zu drei Stunden nach Kontakt mit den Viren aufgetragen werde, berichten sie im Fachblatt "Science Translational Medicine".

Bisher verfügbare Vaginal-Gels gegen eine HIV-Infektion bieten einen gewissen Schutz, müssen allerdings vor dem Geschlechtsverkehr aufgetragen werden. Im Alltag ist dies nicht einfach umzusetzen, da es von den Frauen eine gewisse Planung erfordert und die Anwendung häufig von der Zustimmung des Partners abhängt. Ein Medikament, das auch nach dem Verkehr eingesetzt werden könnte, würde die Situation der Frauen erheblich erleichtern, schreiben die Forscher um Charles Dobard vom Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Integrase-Hemmer Raltegravir

Sie testeten einen Wirkstoff, der einen späteren Schritt im Verlauf einer HIV-Infektion blockiert, nämlich den Einbau des viralen Erbguts in das Erbgut der infizierten Zellen. Dies passiert etwa sechs Stunden, nachdem die Viren in die Zellen eingedrungen sind. Werde das Medikament innerhalb dieses Zeitraums verabreicht, ließe sich die Infektion vielleicht verhindern, so die Hoffnung der Forscher.

Sie testeten dies an Schweinsaffen-Weibchen. Diese haben eine ähnliche Anatomie und einen ähnlichen Menstruationszyklus wie Frauen. Zweieinhalb Monate lang bekamen die Affen zweimal pro Woche eine Dosis SHI-Viren verabreicht. Diese enthalten Teile des HI-Virus und des Affenerregers SIV. Jeweils drei Stunden nach der Viren-Gabe gaben die Forscher den Tieren den Integrase-Hemmer Raltegravir in Form eines Gels. Als Tablette ist das Medikament bereits zur Behandlung von HIV-Infektionen zugelassen.

Das Ergebnis: Bei fünf der sechs Versuchstiere fanden die Forscher während der Behandlungen und der zehnwöchigen Nachbeobachtungszeit keine Hinweise auf eine Infektion. Im Gegensatz dazu infizierten sich alle vier Kontrolltiere. Die Daten belegen, dass der äußerlich angewendete Integrase-Hemmer eine vaginale Infektion verhindern kann, wenn er bis zu drei Stunden nach Kontakt mit dem Virus eingesetzt wird, fassen die Forscher zusammen.

Quelle: n-tv.de , ail/dpa>

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Quellen
[web01] http://www.aids.com/d/fragen/risiko.php#FAQ1
[web02] In den "USA" und in Frankreich gab es grosse Fälle verseuchter Blutkonserven
[web03] Ein falscher Heiler steckte 19 Patienten an: http://www.20min.com/news/bern/story/21736046

Fotoquellen
[1] Buch Viruswahn: http://www.amazon.de/Virus-Wahn-Schweinegrippe-Medizin-Industrie-Allgemeinheit-Milliarden-Profite/dp/3891891474
[2] Dr. Claus Köhnlein bei Michael Vogt: http://www.youtube.com/watch?v=FbHB38IWuLU&sns=fb
[3] Frau mit AIDS-Krankheiten in Kambodscha: http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, Foto Nr. 7
[4] Buch von Rappaport: AIDS INC.:
https://www.amazon.de/AIDS-Inc-Jon-Rappoport/dp/0954659015/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1515077006&sr=8-1&keywords=AIDS+INC.
[5] Buch von Ryke Hamer: AIDS, die Krankheit, die es gar nicht gibt: http://drrykegeerdhamer.com/de/index.php?option=com_content&task=view&id=305




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