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Energiewende, alternative Energie

Die Kombination der erneuerbaren Energien. Links

Reiseführer über erneuerbare Energien - Studium "Öko-Manager"

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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20 minuten online, Logo

Nun werden die Manipulationen an den Zahlen der Ölreserven offiziell

10.11.2009: <Energie-Insider: Der Welt geht das Öl aus>

aus: 20 minuten online; 10.11.2009; http://www.20min.com/finance/news/story/Der-Welt-geht-das--l-aus-16649404

<von Peter Blunschi

Die Welt steuert auf den "Peak Oil" zu, und zwar viel schneller als bislang vermutet. Ein Insider enthüllt, dass die Internationale Energie-Agentur jahrelang die Förderzahlen geschönt hat - auch auf Druck der Amerikaner.

Heute Dienstag erscheint der jährliche «World Energy Outlook» der Internationalen Energie-Agentur (IEA). Er ist nicht unumstritten und gilt doch als Referenzwerk in Sachen weltweite Energievorräte. Ein hochrangiger, namentlich nicht genannter IEA-Funktionär hat gegenüber dem «Guardian» nun Brisantes enthüllt: Seit Jahren würden der Niedergang der Ölförderung herunter- und die vorhanden Vorräte hochgespielt, aus Angst vor Panikkäufen und auf Druck der USA, dem weltgrössten Ölverbraucher.

So sagte die IAE noch 2005 voraus, die Ölförderung könne bis 2030 auf 120 Millionen Fass pro Tag gesteigert werden – der derzeitige Verbrauch beträgt 85 Millionen. Bis letztes Jahr wurde die Zahl auf 105 Millionen zurückgefahren, doch für den Insider ist klar: «Die Zahl 120 war immer Unsinn, doch selbst die heutige Schätzung ist unrealistisch, und die IEA weiss das.» Viele innerhalb der Organisation seien überzeugt, dass selbst eine Erhöhung auf 90 bis 95 Millionen Fass unmöglich zu erreichen ist, so der IEA-Funktionär.

Bereits in der Peak-Oil-Zone

Dies würde die Ansicht von Kritikern bestätigen, wonach der gefürchtete «Peak Oil» viel näher ist als vermutet. Gemeint ist jener Punkt, auf dem die Nachfrage das Angebot übersteigt, sprich der Bedarf nach Öl grösser ist als die Förderung. Die Folge wären explodierende Preise und möglicherweise gravierende Verteilungskämpfe. Derzeit sorgt die Wirtschaftskrise für eine Entspannung, doch die Nachfrage in den boomenden Riesenstaaten China und Indien wächst rasant. Die in den letzten Jahren teils stark gestiegenen Preise lieferten einen Vorgeschmack auf den «Peak Oil».

Der IEA-Insider nennt zwei Gründe für die Vertuschung: «Die Furcht vor einer Panik an den Finanzmärkten und die Furcht der Amerikaner, sie könnten ihre Vormachtstellung über den Zugang zu den Ölreserven verlieren.» Eine weitere Quelle, die für die IEA tätig war, bestätigt gegenüber dem «Guardian» diese Darstellung: «Es war erste Priorität, die Amerikaner nicht zu verärgern.» Doch es sei eine Tatsache, dass weniger Öl vorhanden sei, als zugegeben werde: «Wir sind bereits in die Peak-Oil-Zone eingetreten, die Lage ist wirklich übel.»

Total-Chef gibt Engpass zu

Die IEA wollte vor der Veröffentlichung des Jahresberichts nicht Stellung nehmen. Laut «Guardian» steht der für den «World Energy Outlook» zuständige Chefökonom Fatih Birol wegen der Zahlen auch intern unter Druck. Selbst innerhalb der Branche wird zunehmend eingeräumt, dass der «Peak Oil» nicht mehr fern ist. So sagte Christophe de Margerie, CEO des französischen Konzerns Total, im Februar dieses Jahres laut «Financial Times», dass es nie möglich sein werde, mehr als 89 Millionen Fass Öl pro Tag zu produzieren. Der derzeitige Verbrauch beträgt wie erwähnt 85 Millionen Fass.

«Peak Oil» und die Schweiz

Die Schweiz wäre vom «Peak Oil» massiv betroffen, denn 57 Prozent des hiesigen Energieverbrauchs entfallen auf Erdöl. Um das Bewusstsein für das Problem zu wecken, wurde 2006 die Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO) gegründet. Ihr gehören einige Bundesparlamentarier an. Zu den Mitbegründern gehört Daniele Ganser, Historiker an der Universität Basel, der immer wieder Vorträge zum Thema hält.>


Kommentar
Es ist eben schon dumm, wenn man alle Forschungsprojekte zur Sonnenenergie 50 Jahre lang blockiert, und wenn Erfindungen, die das Öl ablösen könnten, durch arabische Scheichs blockiert werden. Und so "fährt" die "Zivilisation" "an die Wand"...

Michael Palomino, 10.11.2009

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Basler
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28.3.2011: Schweizer Umweltpatente gibt es in Hülle und Fülle, nur die Umsetzung nicht

aus: Schweizer Umwelttechniker gehören zu den fleissigsten der Welt; 28.3.2011;
http://bazonline.com/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Schweizer-Umwelttechniker-gehoeren-zu-den-fleissigsten-der-Welt/story/26953297

<In kaum einem Land werden so viele Patente für neue Umweltechnologien angemeldet wie in der Schweiz. Das liegt auch daran, dass Energie in der Schweiz teuer ist.

Die Schweizer Cleantech-Branche gehört zu den innovativsten auf der Welt. Dies zeigt die Zahl der Patente, welche Schweizer Firmen für Umwelttechnikerfindungen beantragen. Nur in Deutschland sind Cleantech-Unternehmen noch einfallsreicher.

Auf Millionen Einwohner heruntergerechnet wurden in den letzten Jahren in der Schweiz jeweils etwa 20 Patente beantragt - Tendenz stark ansteigend. Mit einigem Abstand auf die Schweiz folgt Japan mit zwischen 15 und 20 Patentanmeldungen pro Million Einwohner.

Innovativer als die Schweizer waren nur die Deutschen mit etwa 23 Patentanmeldungen. Auf dem vierten Platz, weit hinter Japan, landen die USA mit etwa sieben bis acht Anmeldungen. Dies zeigt der am Montag präsentierte Cleantech-Report, eine Bestandesaufnahme dieser Branche, die unter anderem vom Bund, der ETH, der Osec, der EMPA und der Schweizer Börse angefertigt wurde.

Rund die Hälfte der beantragten Patente würden jeweils bewilligt, sagte Heinz Müller vom Institut für Geistiges Eigentum vor den Medien in Zürich. Die Patentanmeldungen seien deshalb ein guter Indikator dafür, aus welchen Ländern wie viele Innovationen dann tatsächlich auf den Markt kommen würden.

Umweltschutz aus Spargründen

Die Cleantech-Branche, also die Entwicklung und Herstellung von umweltfreundlichen Technologien wie etwa Solaranlagen oder Wärmepumpen, wächst in der Schweiz momentan schneller als alle anderen Technologiebranchen.

Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viele Schweizer Unternehmen beträchtliche Beträge in Cleantech-Anlagen investieren. Elektrotechnikfirmen beispielsweise geben heute etwa 13 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für energieeffiziente Technologien aus.

Insgesamt sind es durchschnittlich zwischen 5 und 7 Prozent. Hauptgrund dafür sind jedoch nicht hehre Umweltschutzgründe, sondern vor allem die gestiegenen Energiepreise, wie aus dem Cleantech-Bericht hervorgeht. Am meisten investieren Unternehmen in Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen und Wärmeerzeugung mit Solaranlagen.

Zwei Milliarden Umsatz mit Export von Solarzellen

Gegenwärtig sind in der Schweiz rund 160'000 Personen in der Cleantech-Branche angestellt. Diese erreichte gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im Jahr 2008 eine Bruttowertschöpfung von 20 Milliarden Franken. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Der Exportanteil dieser Branche steigt stark an. Mittlerweile exportieren rund 40 Prozent der Schweizer Cleantech-Firmen ihre Produkte ins Ausland. Die Hersteller von Solarzellen beispielsweise erreichten mit der Ausfuhr ihrer Produkte im letzten Jahr einen Umsatz von zwei Milliarden Franken. (oku/sda)>

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Welt online,
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24.4.2011: Intelligente Stromverteiler können effiziente Stromnutzung bringen - Investitionen von 200 Milliarden Euro bringen Stromeinsparungen von bis zu 10 Atomkraftwerken zu Spitzenzeiten

aus: Welt online: Mit "intelligenten" Stromnetzen viel Geld verdienen; 24.4.2011;
http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article13256207/Mit-intelligenten-Stromnetzen-viel-Geld-verdienen.html

<Autor: Heino Reents| 24.04.2011

Nach der Atomkatastrophe in Japan wird Energieeffizienz groß geschrieben. Investments in die sogenannten "Smart Grids" lohnen sich.

Mit der verheerenden Atomkatastrophe in Japan hat weltweit die Diskussion um eine Wende in der Energiepolitik begonnen. Erneuerbaren Energien soll die Zukunft gehören, doch das bringt eine Reihe von Schwierigkeiten mit sich. Eines der größten Probleme und Hindernisse auf dem Weg weg vom Atomstrom: das fehlende beziehungsweise schlecht ausgebaute Stromnetz.

Ein intelligenter Stromzähler kann beim Stromsparen helfen.

Klar ist: Mit der Umstellung der Stromversorgung auf einen deutlich höheren Anteil erneuerbarer Energien wird die gesamte Netzinfrastruktur vor große Herausforderungen gestellt. „Smart Grids“ gelten deshalb als Zukunft der Energieversorgung. Hinter dem Begriff verbergen sich intelligente Stromnetze, in denen Elektrizität unter Einsatz moderner Technologien zur Steuerung, Kostensenkung und Erhöhung der Versorgungsverlässlichkeit an Verbraucher geliefert wird.

Die Idee: Ein intelligentes Energienetzwerk, das Versorger mit Kunden verbindet, die Vernetzung von Haushaltsgeräten ermöglicht und die Verbraucher überflüssigen Strom zurück ins Netz speisen lässt. Computer verteilen in diesen intelligenten Netzen den Strom aus Windrädern, Solarzellen oder örtlichen Kleinkraftwerken ständig neu, um eine gleichmäßige Versorgung zu sichern.

Strom intelligent verteilen

Bei Stromüberschuss – wenn etwa die Sonne scheint – speichert das System die Energie in Akkus zwischen. Es lädt dann etwa auch die Batterien angeschlossener Elektroautos. Das Potenzial ist enorm: Nach Schätzungen von EU-Energiekommissar Günther Oettinger müssten bis 2020 allein in Europa ca. 200 Milliarden Euro in die Energienetze investiert werden, um eine sichere und klimaschonende Stromversorgung zu gewährleisten.

Doch das lohnt sich: Schätzungen zufolge lässt sich allein durch die richtige Allokation des Stroms in den deutschen Privathaushalten während der Spitzenzeiten jährlich so viel Energie einsparen, wie etwa zehn Atomkraftwerke insgesamt in das Stromnetz einspeisen.

Christian Zimmermann, Manager des Pioneer Funds Global Ecology, mit einem Volumen von rund 1,1 Milliarden Euro eines der Schwergewichte bei nachhaltiger Geldanlage, hält das Thema für aussichtsreich: „Technologie-Anbieter für intelligente Energienetze und IT-Effizienz verfügen über sehr gute Perspektiven. Die effizientere Nutzung bestehender sowie der Aufbau neuer intelligenter Stromnetze entwickelt sich in den kommenden Jahren weltweit zu einem stark wachsenden Markt.“

Mithilfe der neuen intelligenten Stromnetze könne die Effizienz in der Stromversorgung erhöht werden, weil diese Systeme Ungleichgewichte zwischen Elektrizitätsnachfrage und eingespeisten erneuerbaren Energien besser ausgleichen. „Besonders vor dem Hintergrund der Diskussion über einen möglichst raschen Atomausstieg gewinnen Smart Grids an Bedeutung“, sagt Zimmermann. Denn neben einer möglichst umweltschonenden und sicheren Energieproduktion spielt die effiziente Energienutzung bei der Energiepolitik der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Unternehmen aus dem Bereich der Smart Grids zählen auch bei der Schweizer Fondsgesellschaft Swisscanto zum bevorzugten Anlageuniversum, zumindest, was die beiden nachhaltigen Aktienfonds Swisscanto Equity Fund Green Invest und Swisscanto Equity Fund Climate Invest B betrifft. Da sich mit Smart Grids wichtige Verbesserungen und damit entscheidende Senkungen im Bereich Energieverbrauch erzielen lassen, gilt für die Schweizer die Entwicklung der intelligenten Stromnetze als wichtiges Zukunftsthema.

Auch Arthur Hoffmann, Manager des Sarasin New Power Fund, setzt auf Smart Grids. Bislang hat er jedoch nur rund zwölf Prozent in seinem Fonds in reinen Smart-Grid-Titeln investiert. Hinzu kommen Technologieunternehmen wie etwa Siemens oder ABB, die das Thema als eines von mehreren Geschäftsfeldern betreiben.

„Das Thema Smart Grids wird weiter von der angestrebten Energiewende profitieren“, ist sich Hoffmann sicher. „Denn je mehr Elektrizität aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz eingespeist wird, umso mehr Stress gibt es im Netz“, sagt der Sarasin-Fondsmanager. Deswegen müsse der Strom künftig stärker als bislang aktiv gemanagt werden. „Die Nachfrage nach intelligenten Stromnetzen steigt deshalb.“ Er erwartet, dass speziell in Deutschland Firmen wie Schneider Electric, Siemens oder das Schweizer Unternehmen Huber & Suhner vom Netzausbau profitieren werden.

Volatile Investmentfonds

Anleger sollten jedoch damit rechnen, dass ein Investment in Erneuerbare-Energie-Fonds deutlich volatiler als bei klassischen Fonds sein kann. Zudem besteht bei Themenfonds grundsätzlich die Gefahr von Kursverlusten, wenn eine ganze Branche am Markt „out“ ist – „fällt Butter, fällt Käse“, sagen Börsianer dazu. Deshalb sollten Anleger auch einen längeren Anlagehorizont haben und die Produkte nur als Beimischung ins Depot nehmen.

Deutlich spezialisierter als die eher breit aufgestellten Neue-Energien-Fonds agiert Peter Dreide von der unabhängigen Investmentgesellschaft TBF mit seinem im Dezember 2009 aufgelegten Investmentfonds 4Q Smart Power. Er setzt in seinem Themenfonds vorwiegend auf Unternehmen, die den Großteil des Umsatzes mit Smart Grids erwirtschaften, wie etwa das französische Elektrotechnikunternehmen Schneider Electric.

Das Fondsvolumen beträgt beim 4Q Smart Power derzeit rund 32 Millionen Euro. Das dürfte sich aber schnell ändern, sollte der aktuelle Erfolg anhalten. Denn Dreide ist es mit seiner speziellen Auswahl gelungen, alle anderen Fonds aus dem Bereich erneuerbare Energien locker abzuhängen. Ein Plus von 25 Prozent im Jahr 2010 steht zu Buche, in diesem Jahr sind es bislang schon mehr als drei Prozent. Die intelligenten Stromnetze sind zwar Hauptbestandteil des Portfolios, angereichert werden sie aber mit Unternehmen aus den Sektoren Energieeffizienz und Energieerzeugung – das also, worauf auch die Mehrzahl der anderen Fonds setzt. Der Schwerpunkt Smart Grid aber hat bislang den Unterschied gemacht.

Zusätzlich gibt es noch zwei spezialisierte Zertifikate, eines von Vontobel auf den Index S-Box Smart Grid sowie ein Basket-Papier des Emittenten Deutsche Bank. Während Vontobel jedoch seinen Aktienkorb jedes halbe Jahr anpasst, um die Handelbarkeit der Werte und eine hinreichende Diversifizierung sicherzustellen, nimmt die Deutsche Bank Anpassungen nur in besonderen Situationen vor. Es wird sich zeigen, ob das die richtige Strategie ist.>


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Spiegel online,
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13.5.2011: Deutschland: Reiseführer über die Standorte mit erneuerbaren Energien

aus: Spiegel online: Reiseführer "Erneuerbare Energien" - Deutschland, deine Windräder; 13.5.2011;
http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,762257,00.html

<Von Ariane Stürmer

Solarfähren, Biogasanlagen und Windparks: Die Ausflugsziele, die ein neuer Baedeker-Führer für Deutschland auflistet, sind ungewöhnlich und hochbrisant. Der Autor Martin Frey nimmt seine Leser mit auf eine Reise durch ein Land von Opportunisten, Visionären - und Gegnern.

Martin Frey sieht die Welt mit anderen Augen. Wenn der 40-Jährige im Schatten eines Cafés sitzt und die kleinen Solarzellen bestaunt, die das gesamte Dach überziehen, dann findet er das "einfach schön". Und wenn er von den Sonnenkollektoren auf dem Dach seines Mainzer Hauses erzählt, dann fällt auch mal das Wort "romantisch".

Denn das ist die Sonnenenergie in den Augen des studierten Geografen und Fachjournalisten im Vergleich zu allen anderen erneuerbaren Energien. Sie ist still, einfach, funktioniert ohne gigantische Bauwerke, wie sie Windkraft und Geothermie fordern, und ist an jedem Ort der Welt zu haben. Nur einen Haken hat sie: Die Sonnenkollektoren sind noch verhältnismäßig teuer. Genau das muss sich ändern, fordert Frey. Am besten sofort. Und auch gleich für alle anderen regenerativen Energien.

Damit möglichst viele Menschen möglichst schnell umdenken und ihren Strom aus alternativen Energien beziehen, hat Frey jetzt einen Reiseführer geschrieben: "Deutschland - erneuerbare Energien entdecken" heißt der kleine Baedeker. Die Idee sei bereits vor sechs Jahren entstanden, sagt Frey. Seither hat der Fachjournalist Notizen über rund 160 Orte und Projekte in der ganzen Bundesrepublik gesammelt. Sinn des Reiseführers sei es, die Menschen auf die unterschiedlichen Möglichkeiten abseits von Atomstrom und fossilen Rohstoffen aufmerksam zu machen.

Touren zu Erlebnisparks und Cafés mit Sonnenkollektoren

Gemeinsam mit der Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin ist eine Sammlung von Orten entstanden, an denen Windkraft und Co. eine besondere Rolle spielen. Die Zusammenarbeit ist nicht ganz unproblematisch. Denn die Agentur hat von ihren Partnern den klaren Auftrag, Werbung für die Erneuerbare zu machen. Manches Projekt hätte es vielleicht nicht in den Reiseführer geschafft, würde es die Agentur nicht zahlfreudig unterstützen.

Dennoch ist der neue Baedeker nur teilweise zur Werbebroschüre mutiert. Sieben Routenvorschläge in ganz Deutschland gibt es, aber auch individuelle Touren sind möglich - zu Erlebnisparks, Superlativen alternativer Energien und zu Hotels mit Windrädern und Cafés mit Sonnenkollektoren auf dem Dach.

Denn davon gibt es in Deutschland deutlich mehr, als man zunächst glauben möchte - auch wenn das Land noch längst nicht alle Kapazitäten nutzt, die es hat. Und so fordert Frey den Ausstieg aus der Atomenergie und den Umstieg auf die Regenerativen. Überhaupt: "Die erneuerbaren Energien sind doch die größte Chance für unsere Gesellschaft", sagt Frey. "280 Euro gibt eine dreiköpfige Familie im Schnitt monatlich für Strom aus. Das Geld fließt meist in andere Länder. Wenn wir es schaffen, dass diese Gelder hier im Land bleiben, dann ist das doch ein riesiges Potential."

Für Frey ist die aktuelle Diskussion um den Atomausstieg unerheblich, solange keine Taten folgen. Die Politik müsse handeln, die Wirtschaft folgen. Letztlich sei die Energiefrage "die größte nationale Aufgabe" im Interesse der Menschen. Und so ist der kleine Baedeker nicht nur Reiseführer, sondern auch Politikum. Frey nimmt seine Leser mit auf eine Reise durch ein Land von Opportunisten, Visionären - und Gegnern. Beispiel Wolfhagen in Hessen: Die kleine Stadt will bis 2015 komplett auf regenerative Energien aus Eigenproduktion umsteigen.

Protest gegen Windradpläne

Martin Rühl, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht das vom Bundesforschungsministerium ausgezeichnete Projekt auf gutem Weg. In ein paar Jahren sollen Windräder den Großteil des Stroms liefern. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für den Bau der fünf 200-Meter-Kolosse. Sie werden das Landschaftsbild rund um den Ort verändern. Dafür wäre Wolfhagen dann zusammen mit Photovoltaik und Biomasse-Anlage energetisch autark.

Alles schön und gut, sagen viele Bürger, und laufen Sturm gegen die Pläne. Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die "Windkraft in unseren Wäldern", der Nabu sieht die Existenz des Rotmilans gefährdet, wenn ein Teil des Waldes um Wolfhagen den Windrädern weichen muss.

In viele Städten aber sind es nicht die großen, kilometerweit sichtbaren Veränderungen, an denen erneuerbare Energien eine Rolle spielen. Es sind die unscheinbaren kleinen Projekte, die nicht sofort ins Auge stechen und einen Reiseführer zum Thema rechtfertigen. Da sind zum Beispiel die mit Solarenergie betriebenen Boote, auf denen Touristen durch das Berliner Regierungsviertel oder den Hamburger Hafen schippern.

Wenn man Martin Frey von seiner Fahrt mit der Berliner "Solon" erzählen hört, könnte man meinen, die Hauptstadt sei ein Naturparadies: "Es gibt kein Wummern und keinen Dieselgestank. Man hört das Wasser am Bug entlang plätschern und die Menschen winken, wenn man an ihnen vorbeifährt." Völkerverständigung auf Elektromotorbasis.

Für den "ökologisch bewusst Reisenden" empfiehlt Frey übrigens entsprechende Hotels. In Freiburg etwa duscht man im "Victoria" mit Wasser, das die Mischbatterie aus sonnenerhitztem und kaltem Grundwasser zusammenmengt. Hoteldirektor Bertram Späth ist seit den achtziger Jahren Atomkraftgegner. Seit einigen Jahren sonnen sich seine Gäste daher auf dem begrünten Dachgarten, während neben ihnen Solarzellen die Sonnenenergie einfangen und vier kleine Windräder auf dem Dachfirst für Strom sorgen.

Durch die rosaroten Ökoenergie-Brille

Martin Frey sieht die Welt mit anderen Augen. Und manchmal auch durch eine geradezu rosarote Ökoenergie-Brille. Etwa, wenn er vom Solarzellen-bedeckten Carport des Golfparks im oberschwäbischen Bad Saulgau schwärmt, dass Sportler dort "schon beim Parken umweltfreundliche Energieerzeugung erleben" könnten. Und "eine der markantesten Solarstromanlagen Deutschlands" ist in den Augen Freys für die durchaus umstrittene Architektur des Berliner Hauptbahnhofs gar eine Zierde.

Der sporadische Superlativ-Überschwang mag den Interessen der "Agentur für Erneuerbare Energien" geschuldet oder schlicht die private Überzeugung des Autors sein. Letztlich aber hätte der Verlag keinen besseren Zeitpunkt abpassen können, um mit seinem ungewöhnlichen Reiseführer auf den Markt zu kommen. Kaum ein Tag, an dem nicht der Ausstieg vom Ausstieg die bundesrepublikanischen Gemüter bewegt. Die Energieversorgung ist politisch und gesellschaftlich erneut zum hochbrisanten Thema geworden.

Doch für die meisten Bürger ist der Inhalt der Diskussion kaum mehr als Theorie. Dabei lässt sich die Praxis ganz einfach begreifen: etwa, wenn der Hamburger Nordwind einmal mehr die Hafenbesucher davonzuwehen droht - und einige von ihnen just dann an ihren Besuch der Windenergieanlage auf der ehemaligen Mülldeponie von Georgswerder denken.>


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Spiegel online,
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St. Gallen 13.5.2011: Studiengang "Öko-Manager" an der Universität St. Gallen

aus: Spiegel online: Öko-Manager: Die Elite bläst zur grünen Revolution; 13.5.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,762390,00.html

<Aus St. Gallen berichtet Maria Marquart

Öko-Rebellen kämpfen für die Energiewende? Das war einmal. Die Elite-Uni St. Gallen bildet Profi-Manager für die grüne Revolution aus. Hauptmotiv der Studenten: Geld verdienen - die gute Tat ist nur ein Nebeneffekt.

Schon die Lage der Universität St. Gallen sagt einiges aus: Auf einem Berg thront sie über der kleinen Stadt am Rande der Schweiz. Andere Hochschulen sind stolz, wenn sie einen Vorplatz mit Brunnen haben. Die etwa 7000 Studenten der Uni St. Gallen (HSG) können auf einer "Piazza" die Blicke über Häuser, Berggipfel und den Horizont schweifen lassen.

An diesem Ort sollen die Impulse für die globale Energiewende entstehen. Eine kleine Truppe von Führungskräften und Entscheidern büffelt seit Februar an der Universität St. Gallen, um den Wandel hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung voranzubringen.

Wer in St. Gallen studiert, versteht sich als Elite. Das zeigt ein Blick in den Image-Shop der Uni. Andere Hochschulen verkaufen Schlüsselbänder und Rucksäcke mit ihrem Logo, in St. Gallen werden Golfbälle, Manschettenknöpfe und Champagner mit eigenem Label angeboten.

Einige HSG-Absolventen haben in der Finanzwelt bereits das Sagen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat in St. Gallen gelernt, auch Commerzbank-Chef Martin Blessing und Allianz-Vorstand Paul Achleitner studierten hier. Die Universität hat keine Scheu vor hohen Ansprüchen und Superlativen. Kein Wunder also, dass sie nun auch die Anführer der Energiewende hervorbringen will.

Nur was sich lohnt, setzt sich durch

"Es gibt ein riesiges Marktpotential, das jemand nutzen muss. Unser Anspruch ist es nicht, die Welt zu retten, aber wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass die Chancen genutzt werden", sagt Rolf Wüstenhagen. Der Professor leitet den Lehrstuhl für Management erneuerbarer Energien und hat die neue Ausbildung mitentwickelt.

Seit Jahren schon stecken Idealisten Geld und Mühe in den grünen Wandel, spätestens seit Fukushima haben Politiker weltweit erkannt, dass sie mehr für den Ausbau regenerativer Energien tun müssen. Doch auf Ankündigungen will sich Wüstenhagen nicht verlassen. Auch das ehrenwerte Engagement von Öko-Rebellen reicht ihm nicht. "Wir haben gesehen: Ingenieure und die entsprechende Technik sind vorhanden - aber beim Management hapert es", sagt er.

Mit dem "Renewable Energy Management Programm" will Wüstenhagen Führungskräfte für den grünen Wandel fit machen. "Die Hauptmotivation ist die Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg in einer Wachstumsbranche." Dass die jungen Männer und Frauen dabei Gutes tun können, sei nur "ein angenehmer Nebeneffekt". Für grüne Träumer ist St. Gallen ohnehin der falsche Ort. "Wenn nur diejenigen die Energiewende wollen, denen es nicht ums Geld geht, dann wird sich wenig ändern", sagt Wüstenhagen.

Lobbyarbeit gehört zum Studienprogramm

Dass es seinen 14 Studenten um Erfolg und Geld geht, liegt auf der Hand. Schließlich gehen sie in Vorleistung: Etwa 28.000 Schweizer Franken kostet das Programm, umgerechnet sind das rund 22.000 Euro. Aus sieben Ländern kommen die Teilnehmer, fast die Hälfte der Leute stammt aus Deutschland. Im Schnitt haben sie schon zwölf Jahre Berufserfahrung. Sie kommen nicht aus der klassischen Energiebranche, sondern von Softwarekonzernen, Autozulieferern, aus der Medizintechnik, der Finanzbranche, aus der öffentlichen Verwaltung, oder sie haben sich als Unternehmer selbständig gemacht.

In acht Modulen sollen sie innerhalb eines Jahres lernen, wie sie die Energiewende in die Welt hinaustragen können. Ein wichtiges Thema ist deshalb Marketing. Nur wenn man den Menschen die Vorteile regenerativer Energien nahebringen könne, werden diese akzeptiert, sagt Wüstenhagen. Außerdem sollen die Teilnehmer in Praxisprojekten Finanzierung und strategisches Management lernen.

Auch politische Lobbyarbeit steht auf dem Programm. Wie wichtig diese ist, hat die deutsche Atombranche im vergangenen Jahr gezeigt, als sie bei der schwarz-gelben Regierung die Laufzeitverlängerung durchdrückte. Wüstenhagen schickt seine Teilnehmer deshalb auch eine Woche nach Berlin. Sie sollen der Atombranche die Stirn bieten können. In St. Gallen setzt man traditionell auf Netzwerke und die Nähe zu Mächtigen.

Selbst Ölkonzerne müssen sich wandeln

Udo Roos lobt den guten Mix von Theorie und Praxis sowie den intensiven Austausch zwischen Politik und Wirtschaft. "Es werden Multiplikatoren ausgebildet, die das Thema beeinflussen können", sagt der 45-jährige SAP-Finanzmanager über das St. Gallener Energiemanagement-Programm. Roos gehört zum ersten Jahrgang und sieht die Ausbildung als ideale Brücke, um in den Markt für erneuerbare Energien einzusteigen. "Das Programm bietet sicherlich gute Voraussetzungen, um an der Energiewende mitzuwirken", sagt er. Die Weichen würden derzeit aber noch am effektivsten von der Politik gestellt. Auch SAP hat die Energiewende schon als Chance entdeckt. Das Unternehmen will führender Anbieter für Softwareprodukte werden, die Firmen dabei helfen sollen, auch im Energiebereich nachhaltig zu wirtschaften.

Konzerne, die den Wandel verpassen, droht der Untergang, sagt Wissenschaftler Wüstenhagen. Als Beispiel zieht er Kodak heran. Das Unternehmen wurde als Fotopionier bekannt, doch im digitalen Wandel verlor es den Anschluss.

Ähnlich könnte es beim grünen Wandel den Ölkonzernen gehen. Der französische Energiekonzern Total reagiert bereits und übernimmt für 1,4 Milliarden Dollar die Mehrheit am US-Photovoltaikunternehmen Sunpower. Selbst die deutsche Autoindustrie investiert in erneuerbare Energien. Audi will in Windanlagen investieren, der Mutterkonzern Volkswagen zieht wohl nach.

Siemens ist bereits auf den Zug aufgesprungen

Als Ideal-Typus eines Energiemanagers der neuen Generation präsentiert sich Barbara Kux. Die Siemens-Vorstandsfrau ist bei dem Industriekonzern für Nachhaltigkeit zuständig. Kux arbeitete schon für Ford, ABB, Nestle, McKinsey und Philips - allesamt keine Öko-Vorreiter. Doch auf dem St. Gallen Symposium, einem Treffen von Wirtschaftsführern und dem Nachwuchs, präsentiert sich Kux als überzeugte Managerin des grünen Wandels.

"Wir können zeigen, was technologisch möglich ist", sagt Kux. Sie präsentiert Charts mit Kurven, die zeigen, wie die Welt grüner werden könnte. Siemens gibt sich als Vorreiter bei alternativen Energien. Kux' Botschaft: Der grüne Wandel muss sich auszahlen. Bis 2014 soll der Umsatz bei Siemens mit nachhaltigen Produkten auf 40 Milliarden Euro nach oben schnellen. Im vergangenen Jahr waren es 28 Milliarden Euro. Der Konzern zählt Windkraftanlagen genauso zum Umweltportfolio wie Züge, intelligente Stromnetze, effiziente Gas- und Dampfturbinen und Energiesparlampen. In einem neuen Sektor bündelt der Konzern alle Geschäfte rund um eine umweltfreundliche Stadtentwicklung.

Zufrieden beobachtet Wüstenhagen, wie sich Banker und Studenten von Kux' grüner Begeisterung anstecken lassen. Wenn die etablierten Konzerne und Wirtschaftsführer rechtzeitig auf den Zug aufspringen, können sie die Energiewende vorantreiben und davon profitieren. "Wir können als Firma nicht die Welt verändern", sagt Kux. "Doch wir können eine Veränderung an den Märkten bewirken, etwa wenn Investoren in Firmen investieren, die ein nachhaltiges Konzept haben.">


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n-tv online,
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30.5.2011: Deutschland ist Vorreiter beim Umstieg auf Öko-Strom

aus: n-tv online: Energie: Merkel: Deutschland Vorreiter bei Umstieg auf Öko-Strom; 30.5.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Merkel-Deutschland-Vorreiter-bei-Umstieg-auf-Oeko-Strom-article3460906.html

<Berlin (dpa) - Deutschland kann beim Wechsel ins Zeitalter der erneuerbaren Energien nach Worten von Kanzlerin Angela Merkel zum Vorreiter werden. Als erstes großes Industrieland könne Deutschland die Wende zu hoch effizienten und klimafreundlichen Energien schaffen, sagte Merkel in Berlin. Das biete auch allen Chancen für Exporte, Technologien und Arbeitsplätze. Die schwarz-gelbe Bundesregierung will bis 2022 alle Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz nehmen. SPD und Grüne signalisierten Zustimmung.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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n-tv online,
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29.5.2011: <Energie: Union fordert Energieministerium>

aus: n-tv online; 29.5.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Union-fordert-Energieministerium-article3448886.html

<Berlin (dpa) - Angesichts des Atomausstiegs und der Energiewende wird in der Union der Ruf nach einem Energieministerium lauter. Die Energiepolitik werde viel zu oft zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen zerrieben, sagte der Energiekoordinator der Union, Thomas Bareiß der dpa in Berlin. Das müsse sich ändern. Derzeit gebe es keine Energiepolitik aus einem Guss, weil mehrere Ministerien unterschiedliche Positionen verträten. Deshalb brauche man die Bündelung der Aufgaben in einem Energieministerium.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Financial Times
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2.6.2011: <Atomausstieg: Gewinner der Energiewende>: Handwerk - Bauwirtschaft - Windkraft - Gas

aus: Financial Times Deutschland online; 2.6.2011;
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:atomausstieg-gewinner-der-energiewende/60059726.html

<Deutschland steigt aus der Atomenergie aus: Die einen erwarten übervolle Auftragsbücher und ein Milliardengeschäft, die anderen zahlen die Zeche. FTD.de stellt Profiteure vor.

von Friederike von Tiesenhausen


Handwerk
Heizungsbauer, Installateure und Dachdecker frohlocken. Ihnen winkt eine Auftragsflut von Hausbesitzern, die ihre Eigenheime effizienter heizen und besser dämmen wollen. Jährlich 1,5 Mrd. Euro will die Bundesregierung künftig in die klimafreundliche Sanierung von Gebäuden stecken. Außerdem soll es weitere Anreize durch bessere Abschreibemöglichkeiten geben. Zwar wünscht sich das Handwerk noch stärkere Subventionen des Staates; doch schon jetzt bewertet der Zentralverband des Deutschen Handwerks die Pläne zur Gebäudesanierung als einen "Riesenschub".

Bauwirtschaft
Tausende von Trassenkilometern für neue Stromleitungen, Windräder allerorten, neue Kraftwerke und nicht zuletzt der Rückbau stillgelegter Meiler - die Umgestaltung der Energielandschaft macht aus Deutschland eine gigantische Baustelle. Profitieren werden davon vor allem die großen Baukonzerne und spezialisierte Ingenieurbüros, die solche großen Projekte stemmen können.

Windkraft
Schon jetzt gibt es Engpässe beim Aufbau von Windparks im Meer. Anlagenbauer fahren Sonderschichten. Und es dürfte noch besser - und lukrativer - werden: Denn Windräder in Nord- und Ostsee sollen die Stützpfeiler der erneuerbaren Zukunft ausmachen. Für Offshore-Projekte will die Staatsbank KfW ein 5 Mrd. Euro schweres Kreditprogramm auflegen. Bestehende Windparks sollen aufgerüstet werden - das sogenannte Repowering.

Energieintensive Unternehmen
Die Energiewende führt zu höheren Strompreisen - doch die gestiegenen Kosten werden nicht gleich verteilt. "Wir werden die Begünstigung für stromintensive Unternehmen deutlich ausweiten", preist Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ganz offen seine Wohltaten für die Industrie: "Je mehr Strom verbraucht wird, desto höher ist die Förderung." Künftig soll es schon bei einer Gigawattstunde Stromverbrauch Erleichterungen geben. Auch will die Bundesregierung die "Härtefallklausel" im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) großzügiger ausgestalten. Richtig glücklich ist die Industrie trotzdem nicht: Selbst mit Ausnahmen werden ihre Energierechnungen steigen.

Gas
Gazprom reibt sich die Hände. Der russische Monopolist jubiliert bereits öffentlich, angesichts des deutschen Atomausstiegs noch mehr Gas hierzulande verkaufen zu können - am besten zu höheren Preisen. Denn Gaskraftwerke werden künftig wichtiger, sind sie doch nicht so unberechenbar wie erneuerbare Energien, aber trotzdem effizienter und sauberer als Kohle. Aus Russland bezieht Deutschland mit 32 Prozent den Großteil seines Gasbedarfs - aus heimischer Förderung kommen nur elf Prozent.

Stadtwerke
Auch die kommunalen Energieversorger, die bislang durch die übermächtige Konkurrenz der vier großen Energiekonzerne litten, erhoffen sich vom Atomausstieg eine größere Rolle auf dem Strommarkt. Noch im letzten Herbst hatten die Stadtwerke zahlreiche Projekte wegen der Laufzeitverlängerung im Herbst auf Eis gelegt. Jetzt spekuliert der Verband kommunaler Unternehmen auf eine neue Investitionswelle. Doch die großen Energiekonzerne werden sich ihre Marktanteile nicht kampflos abjagen lassen.>

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Financial Times
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4.6.2011: Erneuerbare Energien müssen auch bekanntgemacht werden - Patente gibt es in Hülle und Fülle

aus: Financial Times Deutschland online: Patente auf grüne Energie: Am sauberen Strom tüfteln; 4.6.2011;
http://www.ftd.de/karriere-management/management/:patente-auf-gruene-energie-am-sauberen-strom-tuefteln/60061000.html

<Getrieben von politischen Vorgaben, steigt die Zahl der Innovationen im Feld der erneuerbaren Energien stark. Noch hapert es aber an ihrer globalen Verbreitung, gerade in Entwicklungsländern kommt kaum eine Erfindung an.

von Helmut Broeg

Am 10. Mai verkündete Japans Ministerpräsident Naoto Kan angesichts der Katastrophe im Atomkraftwerk in Fukushima, sein Land werde nicht wie geplant in den weiteren Ausbau der Atomenergie investieren. Statt den Anteil der Kernenergie von bisher 30 auf 50 Prozent aufzustocken, wolle Japan die erneuerbaren Energien zur dritten Säule der nationalen Stromversorgung aufbauen. Pläne, die einen Anteil der erneuerbaren Energien von 20 Prozent anstrebten, sollen nun überarbeitet werden.

Aus technischer Sicht dürfte dem Ausbau der sauberen Energiegewinnung nichts im Wege stehen. Seit Jahren hat Japan weltweit die Nase vorn bei Patentanmeldungen auf dem Gebiet der Stromgewinnung aus regenerativen Quellen. Das zeigt eine Studie, die das Europäische Patentamt (EPA), das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und das Internationale Zentrum für Handel und nachhaltige Entwicklung (ICTSD) gemeinsam erstellt haben.


[Es gibt neue Erfindungen und Patente in Hülle und Fülle]

Neben Japan liegen die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Korea auf den vorderen Plätzen der Patentnationen im Feld der neuen Energien. Zusammen steuern die sechs Länder fast 80 Prozent aller Patente in diesem Sektor bei. "Patente spielen eine Schlüsselrolle als Träger von Informationen über bestehende Technologien, deren Entwicklungsgrad und die geografische Verbreitung", sagte Benoît Battistelli, Präsident des EPA, anlässlich der Präsentation der Studie im September vorigen Jahres.

Rund 400.000 Patentdokumente unter anderem aus fotovoltaischer Solarenergie, Geothermie, Windenergie und CO2-Abscheidung flossen in die Studie ein. Sie zeigte unter anderem: Die Initialzündung für Patentierungstätigkeit bei den sauberen Energietechnologien bildete die Verabschiedung des Kyoto-Protokolls 1997. Seither nahm die Zahl der Patentanmeldungen auf dem Gebiet der Energieerzeugung aus Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse jährlich um rund 20 Prozent zu.

Damit wurden die Patentaktivitäten bei den traditionellen Energiequellen fossile Brennstoffe und Kernenergie klar überflügelt. Nach Ansicht der Initiatoren der Studie ist das ein klares Indiz dafür, dass politische Entscheidungen maßgebend die Entwicklung von Technologien vorantreiben, die eine zentrale Bedeutung für die Bekämpfung des Klimawandels spielen.

Wie innovationsfreudig die Industrie im Feld der alternativen Energietechnik hierzulande ist, registrieren auch die Patentämter. 2009 wurden für Deutschland 1284 Patente für saubere Energiegewinnung eingereicht, ein Plus von über 50 Prozent zum Vorjahr; der Löwenanteil entfiel auf Solartechnik mit 590 Patenten und Windenergie mit 482.>

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Tagesanzeiger
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Schweiz 16.6.2011: Beschluss von Massnahmen für erneuerbare Energien

-- die Einspeisevergütung erfolgt neu unbeschränkt
-- die Begrenzung der Förderung für einzelne Technologien wird aufgehoben
-- die Abgabe auf Strom für weitere Forschung wird ab 2013 von 0,45 auf 0,9 Rappen pro Kilowattstunde verdoppelt
-- insgesamt soll aber eine Obergrenze bestehenbleiben
-- dafür sollen "Jahreskontingente" für "baureife Projekte" eingeführt werden
-- insgesamt ist die neue Ausgestaltung der Förderung neuer Energien mit der "Kostendeckenden Einspeisevergütung" (KEV) noch nicht beendet
-- der Forschungsrappen von 1 Rappen pro Kilowattstunde von der BDP auf Strom wird abgelehnt
-- eine Abgabe von 1 Rappen pro Kilowattstunden für einen Stromeffizienzfond der SP wird abgelehnt
-- die Stromtarife sollen überprüft werden, aber für die Industrie sollen weiterhin Ausnahmen gelten
-- Elektroheizungen und ineffiziente Strassenlampen sollen ersetzt werden
-- Umweltverbände sollen Wind- und Wasserkraftprojekte nicht mehr blockieren dürfen
-- die Bewilligungsverfahren für alternative Energieprojekte sollen schneller und einfacher werden
-- das Stromnetz muss ausgebaut werden und die Verfahren hierzu schneller und einfacher werden
-- Neubauten sollen energetische Mindeststandards einhalten
-- das Stromnetz muss umgestaltet werden und die Möglichkeit für Strom aus der Wüste geschaffen werden.

aus: Tagesanzeiger online: Nationalrat setzt erstes Zeichen für erneuerbare Energiene; 16.6.2011;
http://www.tagesanzeiger.com/schweiz/standard/Nationalrat-setzt-erstes-Zeichen-fuer-erneuerbare-Energien-/story/12735697

<Wegen des geplanten Atomausstiegs sollen künftig mehr Projekte für erneuerbare Energien finanziell unterstützt werden. Der Nationalrat hat eine dafür wichtige Motion gutgeheissen.

Die Marathondebatte zum Atomausstieg
Die Schweiz soll aus der Atomenergie aussteigen. Nach dem Bundesrat hat sich auch der Nationalrat dafür ausgesprochen.

Einen Tag nach dem Ja zum Ausstieg aus der Atomenergie hat der Nationalrat ein Zeichen für die Förderung erneuerbarer Energien gesetzt. Er sprach sich dafür aus, die finanzielle Obergrenze bei der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) aufzuheben.

Der Nationalrat hiess mit 107 zu 72 Stimmen bei 9 Enthaltungen eine Motion von Martin Bäumle (glp/ZH) zur Aufhebung des Deckels gut. Nicht nur die Gesamtbegrenzung, sondern auch die Begrenzung für einzelne Technologien soll aufgehoben werden. So sollen mehr Projekte für erneuerbare Energien gefördert werden können. Der Bund soll jedoch die Möglichkeit behalten, die Kosten zu steuern.

Heute sind über 8000 Projekte auf der Warteliste für Gelder aus der Einspeisevergütung. Die KEV wird mit einer Abgabe auf dem Strom finanziert, die derzeit 0,45 Rappen pro Kilowattstunde beträgt. Ab 2013 soll die Abgabe gemäss früherem Parlamentsbeschluss auf 0,9 Rappen steigen.

Widersprüchliche Signale

Mit der KEV hatte sich der Nationalrat bereits gestern befasst - und dabei unterschiedliche Signale gesendet. Einen Vorstoss aus den Reihen der Grünen für die Aufhebung der finanziellen Obergrenze lehnte er mit Stichentscheid des Präsidenten ab. Ja sagte der Rat dagegen zu einem Vorstoss aus den Reihen der CVP, der anstelle der Obergrenze Jahreskontingente für baureife Projekte fordert.

Die künftige Ausgestaltung der KEV dürfte die Räte also noch beschäftigen. Der Bundesrat will im Rahmen seiner neuen Energiestrategie Änderungen prüfen, sich aber derzeit noch nicht festlegen, wie dieses Förderinstrument angepasst werden soll.

Nein zu Stromabgaben

Der Nationalrat stimmte über zahlreiche weitere parlamentarische Vorstösse zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ab: Weil gestern die Zeit nicht gereicht hatte, musste er einen Teil der Abstimmungen aus der Energiedebatte auf heute verschieben.

Nichts wissen will der Nationalrat von neuen Abgaben: Eine Abgabe auf Strom für die Erforschung erneuerbarer Energien lehnte er genauso ab wie eine Abgabe für einen Stromeffizienzfonds. Die Motionäre aus den Reihen der BDP und der SP hatten Abgaben in der Höhe von jeweils einem Rappen pro Kilowattstunde vorgeschlagen.

Ja zu progressiven Stromtarifen

Auch eine Lenkungsabgabe auf Strom, die an die Bevölkerung zurückerstattet werden sollte, blieb chancenlos: Der Rat lehnte eine Motion aus den Reihen der SP ab. Er möchte aber, dass der Bundesrat die Einführung von progressiven Energie- und Netznutzungstarifen mit Lenkungswirkung prüft, wobei für die Industrie Ausnahmen gelten sollen.

Knapp - mit 92 zu 90 Stimmen bei einer Enthaltung - stimmte er einem entsprechenden Postulat der BDP zu. Die aktuellen Strompreise gäben falsche Anreize, da Vielverbraucher mit günstigen Tarifen belohnt würden, begründete die Partei ihren Vorstoss.

Elektroheizungen und Strassenlampen ersetzen

Massnahmen ergreifen möchte der Nationalrat ferner bei den Elektroheizungen: Diese sollen nach seinem Willen spätestens bis 2025 durch andere Heizsysteme ersetzt werden. Zudem soll der Bundesrat die öffentliche Strassenbeleuchtung prüfen und sämtliche ineffizienten Lampen bis Ende 2020 ersetzen.

Angenommen hat der Rat auch eine Motion für «intelligente» Stromzähler (smart meters). Der Bundesrat soll sicherstellen, dass alle Endkunden individuelle Zähler erhalten, die den tatsächlichen Energieverbrauch und die Nutzungszeit registrieren.

Verbandsbeschwerderecht einschränken

Nachgedoppelt hat der Nationalrat beim Verbandsbeschwerderecht: Bereits am gestern hatte er sich mit der Annahme eines SVP-Vorstosses dafür ausgesprochen, das Verbandsbeschwerderecht bei Energieprojekten aufzuheben, so dass Umweltverbände künftig gegen Wind- oder Wasserkraftprojekte keine Beschwerde mehr erheben dürften. Heute stimmte er nun einem FDP-Vorstoss zu, der eine Einschränkung des Beschwerderechts verlangt.

Ebenfalls bekräftigt hat der Rat seinen Willen, die Verfahren für die Bewilligung von Projekten zur Produktion erneuerbarer Energien zu beschleunigen. Gestern hatte er eine CVP-Motion angenommen, die schnellere Verfahren fordert, heute hiess er einen FDP-Vorstoss mit diesem Anliegen gut - und zwar einstimmig. Demnach soll der Bundesrat bis Mitte 2012 die Bewilligungsverfahren «drastisch verkürzen und vereinfachen».

Zahlreiche Prüfaufträge

Vereinfachen möchte der Nationalrat auch die Bewilligungsverfahren für den Bau oder Umbau von Hochspannungsleitungen. Weiter sprach sich die Mehrheit für einen starken Ausbau der Wasserkraft und für energetische Mindeststandards bei Neubauten aus.

Insgesamt hiess der Nationalrat heute 25 Vorstösse gut, darunter viele Prüfaufträge. Geprüft haben möchte der Nationalrat etwa, wie das Stromnetz umgestaltet werden muss oder wie Solarstrom aus der Wüste gefördert werden könnte. Über sämtliche angenommenen Vorstösse hat noch der Ständerat zu befinden. Der Bundesrat will seine konkreten Vorschläge für die künftige Stromversorgung im kommenden Jahr vorlegen. (jak/sda)>

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Spiegel online,
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23.6.2011: Chinesen hoffen auf erneuerbare Energien, um die Kohle los zu werden

aus: Spiegel online: Erneuerbare Energie contra Kohlekraft: Chinesen hoffen auf grüne Wende; 23.6.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,765919,00.html

<Von Bill McKibben

China pumpt die meisten Treibhausgase in die Atmosphäre. Doch gleichzeitig gibt es beeindruckende Ansätze, in der stetig wachsenden Wirtschaftsmacht erneuerbare Energien zu nutzen. Wer gewinnt das Wettrennen: Kohlekraftwerke oder Wind- und Solaranalagen?

Rizhao in der Provinz Shandong ist eine von vielen hundert Städten in China, die vor massivem Wachstum stehen. Die Einfallstraße in die Stadt ist achtspurig, auch wenn der Verkehr das im Moment nicht erfordert. Der Hafen dagegen brummt schon: Gerade sind große Ladungen Eisenerz angekommen. Ein großes Plakat mahnt die Einwohner, "eine kultivierte Stadt zu bauen und sich wie gesittete Bürger zu verhalten". Rizhao ist einer der Orte in China, die Wissenschaftlern neuerdings weltweit große Sorgen bereiten.

Das rasche Wirtschaftswachstum und der neue Wohlstand lassen die Emissionen von Kohlenstoff immer weiter ansteigen. China ist heute der größte Verursacher von Treibhausgasen auf der Erde. Einerseits. Doch auf dem Dach des Hotels Guangdian zeigt mir der städtische Oberingenieur Yu Haibo die andere Seite des Booms. Zunächst klettern wir über die Solaranlage. Röhrenkollektoren sammeln das Sonnenlicht und heizen mit der Energie das Wasser für die Küche und die 102 Hotelzimmer. Anschließend blicken wir über die Stadt. Im Umkreis mehrerer Straßenzüge steht auf jedem Gebäude eine ähnliche Anlage. Stolz erklärt Yu, dass mindestens 95 Prozent aller Haushalte hier Sonnenenergie nutzen: "Manche sagen 99 Prozent, aber so unbescheiden möchte ich nicht sein."

Die "gelbe Gefahr" scheint ebenso Geschichte zu sein wie die "rote"

Die Zahl ist auf jeden Fall beeindruckend. Und Rizhao ist keine Ausnahme. In keinem anderen Land der Welt werden derzeit so viele Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien installiert wie in China.

Die "gelbe Gefahr" scheint ebenso Geschichte zu sein wie die "rote". Die Farben, um die es heute geht, sind Schwarz und Grün. Ein gigantischer Wettlauf ist im Gang: Was wächst schneller, die Nutzung von Kohle (Schwarz) oder von erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind (Grün). Der Ausgang dieses Rennens wird darüber entscheiden, wie extrem das Klima unseres Planeten sich ändert. Im Moment hängt die Entscheidung noch in der Luft. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen.

Ausländischen Besuchern fällt sofort die Luftverschmutzung auf, die jede Großstadt wie in einen Schleier hüllt. Doch mancherorts klart der Himmel langsam auf - zumindest in Städten wie Peking und Shanghai -, weil die Schwerindustrie modernisiert oder verlagert wird. Viele kleine Kohlekraft-Dreckschleudern sind inzwischen stillgelegt. Kein anderes Land der Welt baut mehr Hochtemperaturanlagen für die Verbrennung von Kohle. Sie verursachen erheblich weniger Smog als viele Kraftwerke, die zum Beispiel in den USA noch am Netz sind. Mit zunehmendem Wohlstand wird China wohl immer sauberer werden. Aber - und dieses Aber ist wichtig: Man kann die Luft auch reinigen, ohne dass die Atmosphäre entlastet wird.

In Peking werden jeden Monat 20.000 Neuwagen zugelassen

Die modernen Kohlekraftwerke stoßen zwar weniger Feinstaub, Schwefeldioxid und Stickoxid aus. Aber weiterhin Kohlendioxid (CO2). Das ist unsichtbar, geruchsfrei und prinzipiell unschädlich für Menschen. Es ist aber auch das Gas, das die Erde aufheizt.

Je schneller der Lebensstandard in China wächst, desto mehr CO2 emittiert das Land, denn die meisten Dinge, die mit dem Wohlstand einhergehen, haben einen Benzintank oder einen Stromstecker. Jede Stadt ist heutzutage von Haushaltswarengeschäften umringt.

"Die Leute ziehen in renovierte Wohnungen und wollen natürlich einen größeren Kühlschrank", erklärt mir ein Verkäufer. In Shanghai gibt es inzwischen pro Haushalt im Durchschnitt 1,9 Klimaanlagen und 1,2 Computer. In Peking werden jeden Monat 20.000 Neuwagen zugelassen.

Offiziell hat China zwar das Ziel ausgegeben, eine moderne Wirtschaft auf der Basis von weniger Kohle zu entwickeln, aber niemand macht sich Illusionen darüber, was das Land wirklich will: Ein jährliches Wachstum von mindestens acht Prozent gilt als Voraussetzung zum Erhalt der gesellschaftlichen Stabilität - und damit der kommunistischen Regierung. Ein langsameres Wachstum könnte die Menschen rebellieren lassen. Beobachter schätzen, dass es bereits jetzt jedes Jahr 100.000 Demonstrationen und Streiks gibt. Viele richten sich gegen Landenteignungen, schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne. Die Regierung ist daher genötigt, genügend Arbeitsplätze für die Zuwanderer zu schaffen, die voller Hoffnung auf städtischen Wohlstand ihre armen Heimatprovinzen verlassen.

Zunehmend richtet sich der Zorn der Chinesen aber auch gegen die Umweltzerstörung, die mit dem Wachstum einhergeht. Ein Bericht, den die Regierung in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem Schluss, dass die Folgekosten der Umweltverschmutzung das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2008 um fast ein Viertel geschmälert haben könnten: von zehn auf 7,5 Prozent. Schon 2005 hatte der stellvertretende Umweltschutzminister Pan Yue gesagt, "unser Wirtschaftswunder wird bald enden, weil die Umwelt die Belastung nicht länger aushalten kann". Doch seine Anregung, in den Statistiken ein "grünes BIP" auszuweisen, setzte sich nicht durch.

Dieser Text stammt aus National Geographic Deutschland, Ausgabe Juni 2011. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier>


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gmx-Nachrichten,
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Deutschland 27.6.2011: <Eon-Chef sieht in Energiewende "riesige Chance">

aus: gmx-Nachrichten; 27.6.2011;
http://www.gmx.net/themen/finanzen/energie/067srya-energiewende-riesige-chance

<Düsseldorf/London (dpa) - Neue Tonlage in der Diskussion um die Energiewende in Deutschland: Eon-Chef Johannes Teyssen hat den Wechsel zum Ökostrom im Gespräch mit der "Financial Times" als "riesige Chance" bezeichnet.

"Deutschland wird zum Versuchsraum für den beschleunigten Umstieg auf erneuerbare Energien", sagte der Manager dem Blatt. "Was wir lernen, wollen wir in die Welt tragen." "Wir können nicht schmollend in der Ecke sitzen", erklärte der seit gut einem Jahr amtierende Eon-Chef mit Blick auf den von der Politik verfügten Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022.

An den Klagen gegen die Atomsteuer werde sein Unternehmen wie der Konkurrent RWE allerdings festhalten. Diese Auseinandersetzung werde aber künftig nicht mehr Chefsache sein. "Ich denke, das ist wie ein Verkehrsunfall - ein Fall für die Schadensabteilung."

Kurzfristig könne es wegen des sofortigen Abschaltens der sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland zu einem Gewinnrückgang kommen. Teyssen räumte ein, dass die Prognosen für dieses Jahr angepasst werden könnten: "Jeder weiß, dass dies Auswirkungen auf unser Geschäft hat." Details kündigte er für August an.>


Kommentar


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/finanzen/energie/067srya-energiewende-riesige-chance#.A1000146


Michael Palomino, 27.6.2011

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n-tv online,
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1.7.2011: Energieversorgung der Zukunft: Wie Deutschland zur Öko-Republik werden kann

aus: n-tv online: Energieversorgung der Zukunft: Deutschland unter Strom; 1.7.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,770787,00.html

<Von Steffen Daniel Meyer, Stefan Schultz, Christopher Kurt und Anna Korolewicz

Windanlagen in Brandenburg: Baustein der deutschen Energie-Vision

Die Energiewende kommt. Deutschland wird zum globalen Vorbild oder aber zum abschreckenden Beispiel. Eine SPIEGEL-ONLINE-Serie analysiert, ob der Traum von der Ökorepublik gelingen kann. Zum Auftakt: So sieht der Kraftwerkspark heute aus, und so soll die Stromversorgung in Zukunft gesichert werden.

Hamburg - Es ist vollbracht: Die Energiewende kommt . Mit großer Mehrheit verabschiedete der Bundestag am Donnerstag mehrere Gesetze, die durchaus historischen Charakter haben. Nach mehr als fünf Jahrzehnten geht in der Bundesrepublik das Zeitalter der Atomkraft zu Ende; binnen weniger Jahre soll die Energieversorgung umgekrempelt werden. Ziel ist die Ökorepublik Deutschland.

Bislang hat sich kein Industriestaat so ambitionierte Ziele gesetzt. Funktioniert der "Aus alt mach' neu"-Plan, dürfte die Bundesrepublik als globales Vorbild dienen, wie sich Ökonomie und Ökologie vereinen lassen. Geht der Radikalumbau schief, könnte der Wohlstand der viergrößten Volkswirtschaft der Welt gefährdet sein.

Stromverbrauch soll sinken

Klar ist: Die Bundesrepublik steht vor einem langen und beschwerlichen Weg. Die erneuerbaren Energien lieferten im vergangenen Jahr gerade einmal 17 Prozent des Stroms. Bis 2020 soll sich ihr Anteil mehr als verdoppeln.

Dazu bedarf es neuer Windräder an Land und auf hoher See. Solaranlagen müssen auf Dächern und Feldern gebaut werden und Biomassekraftwerke und moderne Kohle- und Gaskraftwerke ans Netz gehen. Außerdem müssen neue Stromtrassen errichtet, Speichertechnologien vorangebracht und der traditionelle Kraftwerkspark erneuert werden. Gleichzeitig soll der Stromverbrauch um rund zehn Prozent sinken - ohne dass Industrie abwandert.

Im Kern stellt die Energiewende die Republik vor zwei Probleme:

  • Die Versorgungssicherheit ist gefährdet, weil mit der Atomkraft eine der zuverlässigsten Erzeugungstechniken wegfällt. Das schürt Angst vor einem Strom-Blackout und vor steigenden Energiepreisen.
  • Die Stromversorgung wird sichtbarer: Energie wird künftig weniger in dunklen Bergwerken und abgeschotteten Atommeilern produziert und mehr auf Dächern und Feldern, in Wäldern und auf dem Meer. Das provoziert Protest von Naturschützern und Bürgern.

Kann dieses gigantische Unterfangen gelingen? Hält die Theorie, die Energiewende werde schon klappen, einem Praxistest stand? SPIEGEL-ONLINE-Reporter sind dieser Frage in der ganzen Republik nachgegangen. Sie besuchten unter anderem ein großes Windpark-Projekt, trafen sich mit Gegnern einer riesigen Stromtrasse und überprüften, ob der Bürgermeister von Marburg tatsächlich ein Öko-Diktator ist.

Ergebnis ist eine Serie von Reportagen und Analysen, Fotostrecken, Videos und interaktiven Karten, die zeigen, was passieren muss, damit in Deutschland nicht das Licht ausgeht. Den Auftakt bildet ein Überblick über den Kraftwerkspark der Republik - und eine Simulation, wie sich die Stromversorgung entwickeln wird.

So sieht der deutsche Kraftwerkspark derzeit aus

Atom- und Kohlemeiler sind quer über das Land verteilt, es gibt kleine Anlagen und große. Erfahren Sie hier mehr darüber, woher der Strom genau kommt.

Aber was passiert, wenn erst einmal alle 17 Atommeiler abgeschaltet sind? Holen die erneuerbaren Energien schnell genug auf? Eine Simulation zeigt, ob die Energiewende gelingen kann.>

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Spiegel online,
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Deutschland 6.7.2011: <Ländervergleich: Ostdeutschland hängt den Westen beim Ökostrom ab> - vor allem Windenergie und Bioenergieanlagen

aus: Spiegel online; 6.7.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,772738,00.html

<In Sachen Ökostrom lassen die ostdeutschen Bundesländer die westdeutschen weit hinter sich. Laut einem Ländervergleich waren Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen schon 2009 Spitzenreiter bei der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen. Schlusslicht ist die Hauptstadt.

Berlin - Die Bundesregierung hat die Energiewende ausgerufen - und die ostdeutschen Bundesländer haben dabei laut der Agentur für Erneuerbare Energien eine Vorreiterrolle. Den Spitzenplatz belegt demnach Mecklenburg-Vorpommern. Dort stammte bereits 2009 rund die Hälfte des dort erzeugten Stroms aus regenerativen Quellen. Der Strom stammte laut den Daten überwiegend aus Wind- und Bioenergieanlagen.

Auf Platz zwei landete der Solar-Standort Thüringen mit einem Anteil von 40 Prozent an der Nettostromerzeugung. Rang drei belegt Sachsen-Anhalt. Dort stammte 2009 ein Drittel des erzeugten Stroms aus regenerativen Quellen. Unter den westdeutschen Bundesländern hatte Rheinland-Pfalz mit 30 Prozent den höchsten Anteil Ökostrom.

Schlusslicht ist Berlin. Dort stammten den Angaben zufolge 2009 nur zwei Prozent des dort erzeugten Stroms aus regenerativen Quellen. Ähnlich schwach war mit Bremen ein weiterer Stadtstaat. Bayern als flächenmäßig größtes Bundesland erreichte 2009 einen Ökostromanteil von fast 22 Prozent.

Anteil der Erneuerbaren Energien an der Nettostromerzeugung (2009)
Bundesland
2009 (Angaben in Prozent)
Mecklenburg-Vorpommern 51,8
Thüringen 40,1
Sachsen-Anhalt 32,2
Rheinland-Pfalz 30,4
Schleswig-Holstein 27,3
Bayern 21,7
Niedersachsen 21,7
Brandenburg 18,8
Baden-Württemberg 14,4
Hessen 13,4
Hamburg 10,6
Sachsen 8,1
Nordrhein-Westfalen 5,3
Saarland 4,9
Bremen 2,4
Berlin 2
(Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien)

Das am Mittwoch freigeschaltete Portal der Agentur für Erneuerbare Energien gibt einen Überblick über die Entwicklung bei Ökostrom, über gesetzliche Rahmenbedingungen und auch Fördermaßnahmen in den jeweiligen Bundesländern. Hinter der Agentur stehen Unternehmen und Verbände der Branche der erneuerbaren Energien sowie das Bundesumweltministerium.

mmq/dapd


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n-tv online,
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7.7.2011: Deutsche Hochschulen richten mehr Kurse für Solartechniker und Windkrafttechniker ein

aus: n-tv online: Bildung: Deutsche Hochschulen schon für Energiewende gerüstet; 7.7.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Beruf/Deutsche-Hochschulen-schon-fuer-Energiewende-geruestet-article3759506.html

<Berlin (dpa) - Der Ausstieg aus der Atomkraft schlägt auf den Arbeitsmarkt durch: Die Wirtschaft braucht immer mehr Solar- und Windkrafttechniker. Die deutschen Hochschulen haben sich bereits darauf eingestellt - und bieten viele Spezialstudiengänge an.

«Die Hochschullandschaft hat sich bundesweit für die Erneuerbaren Energien geöffnet. Es gibt keine Region, die in dem Bereich gar nichts zu bieten hat», sagt Theo Bühler, Geschäftsführer des Bonner Wissenschaftsladens. Nach Angaben des Vereins hat sich die Zahl der grünen Energie-Studiengänge in den vergangenen Jahren verdoppelt. Im Wintersemester 2007/2008 seien es 144 gewesen, Ende 2010 bereits 300.

Darunter sind viele Studienrichtungen, die sich übergreifend mit dem Thema Zukunftsenergien beschäftigen. Der Trend gehe jedoch in Richtung Spezialisierung, so Bühler. «Am Anfang gab es noch keine spezialisierten Studiengänge für Windenergie, Solarthermie, Geothermie - das nimmt zu.»

Einer dieser Studiengänge ist die Windenergietechnik. Seit dem Wintersemester 2008/2009 wird der Master an der Hochschule Bremerhaven angeboten, auch im Bachelor können die Studenten eine Vertiefung in dem Bereich wählen. Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen - «diese Disziplinen kommen hier zusammen», erklärt Jörn Böcker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl. Das Interesse am Wind-Bachelor habe stetig zugenommen - so stark, dass die Zahl der Studienplätze vor kurzem begrenzt werden musste.

Des einen Freud, des anderen Leid? Energiewende heißt schließlich nicht nur: mehr Erneuerbare. Sondern auch: keine Atomkraft mehr. Was passiert in Zukunft mit den Studiengängen, die auf Bau, Betrieb und Sicherheit der Meiler ausgerichtet sind? Werden sie hierzulande genauso auslaufen wie die Atomkraftwerke?

«Ich denke, die Studierendenzahlen werden sich deutlich verringern», sagt Professor Hans-Josef Allelein vom Lehrstuhl für Reaktorsicherheit und -technik an der Universität Aachen. Gute Perspektiven für Absolventen sieht er entweder im Ausland - oder im Rückbau der Meiler. «Ich habe allen empfohlen, jetzt intensiv Französisch zu lernen. Belgien, Frankreich und selbst in der Schweiz - da ist sicherlich Bedarf für deutsche Kernkrafttechniker.»

An der Uni Aachen wird der Master «Nuclear Safety Engineering» angeboten. Im Diplom-Studiengang Maschinenbau kann die Vertiefung Reaktorsicherheit und -technik gewählt werden. Alexander Hundhausen sich vor zweieinhalb Jahren dazu entschieden - und bereut den Schritt nicht. «Ich gehe davon aus, dass es in Deutschland in den nächsten 20 bis 30 Jahren auch noch Jobs im Bereich der Kerntechnik geben wird», sagt der 25-Jährige. Er stehe mit seinem Optimismus nicht alleine da: «Bisher ist mir kein Kommilitone bekannt, der sagt: Oh, ich hab jetzt was Falsches studiert.»

Auch Professor Thomas Schulenberg vom Institut für Kern- und Energietechnik am Karlsruher Institut für Technologie nimmt den Kurswechsel in der Energiepolitik gelassen. «Es ist nicht so, dass dadurch, dass wir hier in Deutschland beschließen, kein Kernkraftwerk mehr zu haben, der Markt zusammenbricht», sagt der Experte. «Die einzige Schwierigkeit, die wir öfter mal haben, ist den Studenten zu erklären, dass diese politische Entscheidung mit der wirtschaftlichen Lage in Deutschland nichts zu tun hat.»

Was auf lange Sicht mit den Kerntechnik-Studiengängen hierzulande passiert, bleibt dennoch ungewiss. Werden sie das Ende der deutschen Atom-Ära überdauern? «Wenn die Nachfrage eines Tages nicht mehr da sein sollte, machen wir was anderes», sagt Schulenberg. «Ich bin da flexibel. Ich kann auch andere Vorlesungen geben.»

Sein Aachener Kollege Allelein sieht das ähnlich: «Ich habe für mich entschieden: Wir machen jetzt inhaltlich und von der sonstigen Ausrichtung zumindest ein Jahr weiter und werden im Sommer 2012 sehen, wie die Nachfrage aussieht», erläutert der Physiker. «Aber es wird nicht besser - da hab ich gar keine Illusionen.»

Quelle: n-tv.de / dpa>

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20 minuten
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6.7.2011: Anleger verlegen sich auf erneuerbare Energien

aus: 20 minuten online: Ökologisches Geschäft: Fukushima lässt Anleger neue Wege gehen; 6.7.2011;
http://www.20min.com/finance/news/story/Fukushima-laesst-Anleger-neue-Wege-gehen-28227117

<von Gérard Moinat
-

Die AKW-Katastrophe in Japan hat das Anlegerverhalten verändert. Nicht nur Ökofreaks setzen heute auf nachhaltige Investments.

Lange interessierten sich kaum mehr als einige Ökofreaks für Anlagevehikel, die nur in Firmen investieren, die ökologische, soziale oder ethische Geschäftspraktiken praktizieren. Doch in Zeiten, in denen risikoreiche Finanzunternehmen die Weltwirtschaft in den Abgrund zu stürzen drohen oder Atomreaktoren unkontrollierbar werden, kommt kein Bankkundenberater mehr an nachhaltig denkenden Kunden vorbei.

Immer mehr Anleger wollen genauer wissen, was mit ihrem angesparten Geld hinter dem Banktresen passiert. Und diese Möglichkeit haben sie heute auch: Bankkunden können ihr Erspartes gezielt nur in die Branchen oder Regionen zu schleusen, die ihnen neben guten Renditen auch einen ruhigen Schlaf garantieren. Solche Anleger nennen Banker «nachhaltige Investoren».

Von ihnen gibt es immer mehr. Das jedenfalls sagen die Schweizer Banken auf Anfrage von 20 Minuten Online. Mittlerweile richten sie ihre Marketingkampagnen gezielt auf die wachsende Gruppe von nachhaltigen Investoren aus.

Plus im zweistelligen Millionenbereich dank Fukushima

Igor Moser von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) beispielsweise geht von einem Wachstum im Bereich nachhaltiger Anlagen im zweistelligen Millionenbereich aus, «das in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit den Ereignissen in Japan steht.» Davon profitieren bei der ZKB vor allem Anlagevehikel, die sich bezüglich Risikothemen wie der Förderung fossiler Energien und Nuklearenergie «glaubwürdig positionieren».

Isabelle Weibel, auf Nachhaltigkeit spezialisierte Portfolio-Managerin von Julius Bär, sagt, das Interesse der Anleger an Nachhaltigkeitsmandaten, die auf Umweltschutz, soziale Verantwortung und Wirtschaftlichkeit fokussieren, habe kurz nach der Fukushima-Katastrophe «merklich zugenommen».

Zweistelliger Millionenbereich nach Fukushima

Neben Japan-fokussierten Motiven nehme die Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten seit Jahren generell zu, sagt Christoph Butz, Nachhaltigkeitsexperte von Pictet Asset Management. Und zwar besonders seit der Finanzkrise. Diese habe ja gezeigt, dass «falsche Anreizsysteme, fragwürdige Geschäftspraktiken und eine schwache Corporate Governance grosse Risiken für das gesamte Wirtschaftssystem bergen können».

Daniela Häsler von der Credit Susise kann zwar keine kurzfristigen Trends der Investitionsvolumen in nachhaltige Anlagen nennen. Vergangene Jahreszahlen belegen jedoch, dass das Volumen der verwalteten Vermögen «mit hohem Nutzen für Gesellschaft/Umwelt» kontinuierlich steigt. Von drei Milliarden Franken im 2008 auf fast vier Milliarden Franken im 2010.

Auch von Seiten der UBS heisst es, das Interesse bezüglich Themen wie Energiewende und zukünftiger Energiemix habe sich seitens der Kundenberater sowie der Kunden spürbar verstärkt. Es habe sich bisher jedoch nur gering in höheren Anlagevolumen widerspiegelt.

Das Gros kommt erst noch

Als mögliche Faktoren nennt UBS-Sprecherin Yves Kaufmann grosse Unsicherheiten an den Aktienmärkten, mangelnde Kenntnisse und Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen sowie erneuerbareren Energien. «Wir denken jedoch, dass die Volumen über die nächsten Monate und Jahre stark wachsen werden, besonders nachdem sich die Aktienmärkte wieder stabilisiert haben werden», so Kaufmann.

Auch bei der Bank Sarasin zeigt man sich überzeugt, dass sich nach Fukushima «gerade auch bisherige Skeptiker dem Thema Nachhaltigkeit öffnen», so Sprecherin Franziska Gumpfer-Keller.>

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Basler Zeitung
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Schweiz: Bundesrätin Widmer-Schlumpf will Energiewende direkt fördern

aus: Basler Zeitung online: Widmer-Schlumpf für "direkte Subventionierung" der Energiewende; 9.7.2011;
http://bazonline.com/schweiz/standard/WidmerSchlumpf-fuer-direkte-Subventionierung-der-Energiewende/story/24378057

<Die Finanzministerin äussert sich in einem Interview darüber, wie erneuerbare Energien steuerlich gefördert werden können. Von Abzügen hält sie wenig.

«Dort könnte man ansetzen»: Eveline Widmer-Schlumpf erklärt, wie sie sich eine ökologische Steuerreform vorstellt.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf skizziert in einem Interview ihre Vorstellungen eines umweltfreundlichen Steuersystems. Dabei setzt sie auf eine direkte Förderung – von Steuerabzügen hingegen hält sie wenig. Die BDP-Bundesrätin bleibt allerdings relativ vage im Interview, das heute in der «Aargauer Zeitung» und auszugsweise auch in der «Südostschweiz» erschienen ist.

Aufgrund einer Motion über eine ökologische Steuerreform muss der Bundesrat laut Widmer-Schlumpf im Herbst ohnehin einen Bericht vorlegen, der zeigen soll, welche Steuern ökologiefreundlich sind und welche nicht.

«Direkte Subventionierung»

Zudem gehe es bei der Energiewende darum, wie effiziente Energienutzung und erneuerbare Energien besser gefördert werden könnten, sagte sie. «Meines Erachtens muss es dabei in erster Linie um eine direkte Subventionierung gehen. Wir werden aber auch aufzeigen, was steuerlich möglich ist.» Die Federführung des Grossprojekts liege jedoch bei Umweltministerin Doris Leuthard.

In Bezug auf die Abzüge hat die Finanzministerin eine klare Haltung: «Ich bin keine Freundin von Steuerabzügen. Ein Steuersystem mit immer mehr Abzügen läuft irgendwann gegen die Wand.» Das Problem bestehe unter anderem darin, dass die Wirkungskontrolle fehle.

Als Beispiel nennt Widmer-Schlumpf die Wärmetechnik im Hausbau: Wenn solche Aufwendungen von den Steuern abgezogen werden können, wisse man nicht, wie gut die Sanierungen qualitativ sind. Im Falle einer direkten Förderung hingegen gebe es diese Kontrolle.

Idee der Flat-Rate-Tax

Für den Umbau des Systems greift Widmer-Schlumpf eine Idee der FDP auf: die Flat-Rate-Tax. Diese hätte zur Folge, dass die meisten Abzüge – mit Ausnahme der Sozialabzüge – eliminiert und dafür die Freibeiträge erhöht und die Steuertarife gesenkt würden. «Dort könnte man ansetzen», sagte sie.

Allerdings sei die Flat-Rate-Tax realpolitisch gesehen im Moment «eher eine Vision»: «Wenn man es in der nächsten Legislatur nur schon schafft, einerseits eine ökologische Steuerreform umzusetzen und die Reform der Mehrwertsteuer weiter voranzubringen, dann ist bereits sehr viel erreicht.»

Abschaffung der Mehrwertsteuer «sehr gewagt»

Die direkte Bundessteuer bringe gegenwärtig ein Volumen von 18 Milliarden Franken ein - gleichzeitig würden 21 Milliarden an Steuervergünstigungen gewährt. «Wenn Sie sich überlegen, was wir mit nur schon einem Teil dieses Geldes machen könnten! Ich sehe da die Möglichkeit, einen Teil der Gelder für eine wirklich wirksame Förderung umzulagern.»

Wenig Sympathien hegt die Bundesrätin für die Initiative der Grünliberalen, welche die Mehrwertsteuer abschaffen und dafür eine Energiesteuer für nicht erneuerbare Energien einführen will. Die vollständige Abschaffung der Mehrwertsteuer hält sie für «sehr gewagt».

Bereits in der letzten Ausgabe der «NZZ am Sonntag» hatte Eveline Widmer-Schlumpf ihre Haltung zum Systemwechsel umrissen. Dort sagte sie, das Geld für gezielte Förderprogramme solle hereingeholt werden, indem bestehende Steuerabzüge ohne ökologische Wirkung gestrichen werden: «Wir müssen den Mut haben, heutige Schlupflöcher zu schliessen.» (ami/sda)>

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n-tv online,
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29.7.2011: Erneuerbare Energien haben viel Potential: <Solarenergie, Windenergie und Wasserkraft: Portfoliofonds von Chorus am Puls der Zeit>

aus: n-tv online, 29.7.2011;
http://ntv.alpha-assets.de/?utm_source=teaser1

<Die Energiewende ist beschlossene Sache, Auslöser dafür war die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Deutschland will aus der Kernenergie aussteigen und hin zu nachhaltiger Energieversorgung wie Sonnenenergie, Wasserkraft und Windenergie. Dieses Thema hat auch in anderen Ländern, wie Italien, einen sehr hohen Stellenwert. Existierende Fördersysteme liefern die Grundlage für gute Investitions-bedingungen. Die Vorteile der Energiewende liegen auf der Hand. Die Ressourcen der erneuerbaren Energien bieten ein nahezu unerschöpfliches Potential und Umweltzerstörung sowie Schadstoffemissionen werden vermieden.

Derzeit decken die nachhaltigen Energiequellen rund 17 Prozent des Energiebedarfes in Deutschland. Bis zum Jahr 2020 sollen die Erneuerbaren 47 % der Stromversorgung sichern. Es ist also rund das Dreifache der aktuellen Kapazität an Solaranlagen, Wasserkraftwerken, Bio- und Windenergieanlagen nötig, um das gesteckte Ziel zu erreichen.„Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt in Erneuerbare Energien zu investieren und das Interesse in der Bevölkerung ist verständlicherweise groß“, erklärt Peter Heidecker, Geschäftsführer des Emissionshauses CHORUS. „Es lohnt sich in zweierlei Hinsicht, nachhaltig zu investieren: Zum einen ist es ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, zum anderen eine äußerst lukrative Kapitalanlage mit hoher Einnahmesicherheit durch gesetzlich garantierte Vergütungen“, so Heidecker.

Flexibel Chancen nutzen

So bringt CHORUS aktuell ihren Portfolio-Fonds auf den Markt. Pluspunkt des Fonds ist die breite Diversifikation. Die Investition erfolgt in unterschiedliche Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind, in verschiedenen Regionen in Deutschland und Europa sowie zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die breit gefächerte Streuung reduziert das Risiko für den Anleger. Einnahmesicherheit bietet unter anderem die gesetzlich festgelegte Vergütung für die erzeugte Energie.

Das Anfangsportfolio des CHORUS CleanTech Portfolio besteht aus Solaranlagen in Italien und Windkraftanlagen in Deutschland. „Die Investitionsbedingungen in Italien sind nach wie vor sehr gut. Die Sonneneinstrahlung ist außerordentlich hoch und das kürzlich verabschiedete Conto Energia IV bietet Planungssicherheit“, erklärt Peter Heidecker. Zeitnah steht auch ein Wasserkraftwerk auf dem Investitionsplan von CHORUS.

Durchdachte Kalkulation

Die Anlagestrategie des 1998 gegründeten Emissionshauses ist konservativ mit festgelegten Investitionskriterien. So erfolgen die Investitionen ausschließlich in erprobte Technologien. Jegliches Projektierungs-und Baukostenrisiko wird vertraglich ausgeschlossen und die Anlagen müssen eine festgelegte Mindestrentabilität liefern. Häufige Stolpersteine einer Fondskonstruktion hat CHORUS vermieden. „Wir haben keine hohen Anfangskosten, wie sie häufig bei Ratensparplänen zu finden sind. Unsere Fondskosten sind äußerst niedrig kalkuliert, was wiederum eine sehr hohe Investitionsquote bedeutet“, betont Peter Heidecker. Durch die Fokussierung auf verschiedenen Sparten der Erneuerbaren Energien kommt der Inititator auch nicht in die Verlegenheit, einmal nicht investieren zu können wenn sich in einem einzelnen Bereich oder Land die Investitionsbedingungen ändern. „Mit unserer flexiblen Investitionsstrategie können wir darauf schnell reagieren und damit die jeweiligen Marktchancen in den unterschiedlichen Bereichen der Erneuerbaren Energien optimal nutzen“ erklärt Heidecker.

Attraktive Ausschüttungen

Kapitalanleger können sich mit einer Einmalanlage ab 10.000 EUR oder erstmals auch als Ansparplan ab 100 EUR monatlich beteiligen. Das ermöglicht einen Vermögensaufbau in der Assetklasse Erneuerbare Energien mit individuellen Beträgen. Der Anleger erzielt je nach Fondsvariante ab dem 7. Jahr prognostizierte Ausschüttungen von insgesamt 205 Prozent bzw. 171 Prozent, bei einer Gesamtlaufzeit von 15 Jahren.

Erfahrener Initiator

Erfahrung im Umweltbereich hat CHORUS bereits seit 2006. Bisher konnten rund 250 Mio. EUR in Solaranlagen in Deutschland und Italien, mit einer Gesamtleistung von 68 Megawatt investiert werden. Der Stromertrag dieser Anlagen beträgt zusammengenommen pro Jahr ca. 77.000 Megawattstunden. Damit können über 50.000 Personen mit sauberem Strom versorgt werden. Jahr für Jahr werden dadurch 52.300 Tonnen Kohlendioxid eingespart, was den
jährlichen Ausstoß von 15.400 Mittelklassewagen entspricht.

Für das CHORUS-Management steht im Vordergrund, Anlegern eine hoch rentierliche Kapitalanlage mit einem breit gestreuten Portfolio zu bieten.>

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Basler
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Schweiz 15.8.2011: <Bis 2050: Nur noch erneuerbare Energien> - die Energiespeicherung ist das Hauptproblem

aus: Basler Zeitung online; 15.8.2011;
http://politblog.bazonline.com/blog/index.php/4509/fran-ais-energies-pour-le-futur/?lang=de

<Daniel Brélaz

Jeden Montag vergeben wir eine Carte Blanche an eine Politikerin oder einen Politiker. Heute schreibt der Waadtländer Grüne-Nationalrat und Bürgermeister von Lausanne Daniel Brélaz.

600 Windturbinen könnten mehr Energie liefern als ein grosses AKW: Windrad im Wallis. Das Problem der erneuerbaren Energien liegt hauptsächlich in den Schwankungen der Produktion und der Speicherung.

Die technologische Entwicklung im Energiebereich macht in den letzten Jahren riesige Schritte. Ein Austritt aus der Kernenergie vor dem Jahr 2030 wird in erster Linie eine Frage des politischen Willens sein. Die einzige Gefahr, die einem Ausstieg zu diesem Zeitpunkt droht, sind die zu erwartenden  unzähligen Verzögerungen durch Einsprachen und Rekurse. Längerfristig ist ein Übergang zu einer Gesellschaft, die fast ausschliesslich von  erneuerbaren Energien und daher auch wirklich energieeffizient lebt, bis zum Jahr 2050 ohne weiteres möglich.

Dazu einige Beispiele, etwa die Windenergie: Die Leistung eines grossen Windrades beträgt heutzutage 7,5 Megawatt. Das heisst ein Windrad könnte, wo immer es in der Schweiz steht, jährlich 15 Millionen kW/h Energie produzieren. Das ist mehr als der jährliche Energieverbrauch der Lausanner Metro oder eines Ökoquartiers  mit  6000 Einwohnern. Doch zurück zur Schweiz als Ganzes: 600 grosse Windräder, übers ganze Land verteilt, könnten mehr Energie als ein grosses Kernkraftwerk (wie z. B. Leibstadt oder Gösgen) produzieren.

Ein weiteres Beispiel ist die Photovoltaik. Eine aktuelle Studie der Stadt Lausanne zeigt, dass in Solardächern an idealster Lage ein Potenzial von 80 bis 100 Millionen kW/h steckt, was über 10 Prozent des Energieverbrauches der Stadt entspricht. Geht man von einer Lebensdauer der Solarpanele von 25 Jahren aus, liegen die Angebote verschiedener europäischer Produzenten im Juni dieses Jahres bei rund 20 Rappen pro kW/h. Der Preis von Solarenergie ist also innerhalb der letzten vier Jahre um beinahe 50 Prozent gesunken.

Das Problem der erneuerbaren Energien liegt hauptsächlich in den Schwankungen der Produktion und der Speicherung. Dafür sind hydraulische Pumpspeicherkraftwerke in gebirgigen Ländern wie der Schweiz durchaus sinnvoll. In anderen Ländern übernehmen Gasturbinen, also nicht erneuerbare Energie, die Rolle der Pumpspeicherwerke. Diese Gaskraftwerke sind jedoch auf alle Fälle besser und flexibler als Kern- und Kohlekraftwerke, die kontinuierlich produzieren müssen und teilweise auch auf Heizöl angewiesen sind. Solche Gasturbinen könnten in der Schweiz in einer ersten Übergangsphase die Energie liefern, die nötig ist, um einen Teil der Kernkraftwerke früher abzustellen. Mittel- und längerfristig könnten auch alternative Lösungen im Bereich der Geothermie gefunden werden.  Aber Strom macht nur 20 Prozent des globalen Energieverbrauchs aus.

In Bezug auf Gebäudeheizungen kann von einem progressiven Rückgang des Verbrauchs ausgegangen werden. Die Häuser der neuesten Generation brauchen heute nur noch 15 Prozent der Energie der Gebäude, die vor 25 Jahren gebaut wurden und diese Energie kann erst noch vollumfänglich erneuerbar produziert werden (Stichworte: Geothermie, Solarenergie, Holz). Auch im Bereich der Mobilität eröffnen sich in den kommenden Jahrzehnten interessante Perspektiven durch den Wechsel zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen, die zu einer Verringerung des Energieverbrauchs beitragen werden.

Daniel Brélaz ist Nationalrat (Grüne) und Bürgermeister von Lausanne.

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n-tv
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29.8.2011: <Energie: Erstmals 20 Prozent Ökostrom> in Deutschland

aus: n-tv online; 29.8.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Erstmals-20-Prozent-Oekostrom-article4167836.html

<Berlin (dpa) - Die erneuerbaren Energien haben erstmals einen Anteil von mehr als 20 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland. Nach Branchenschätzungen deckte Strom etwa aus Wind- und Photovoltaikanlagen im ersten Halbjahr etwa 20,8 Prozent des Bedarfs. Im ersten Halbjahr 2010 waren es noch 18,3 Prozent. EU-Energiekommissar Günther Oettinger nannte den Ausbau der Ökoenergien vorbildlich, warnte aber wegen der Energiewendekosten vor einer schleichenden Deindustrialisierung Deutschlands.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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20
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Schweiz 29.9.2011: <Atomausstieg: Mehr Geld für erneuerbare Energien>

aus: 20 minuten online; 29.9.2011;
http://www.20min.com/news/dossier/session/story/26888551

<Einen Tag nach dem Ja zum Ausstieg aus der Atomenergie hat der Ständerat ein Zeichen für erneuerbare Energien gesetzt. Er folgte dem Nationalrat und sprach sich für zusätzliche Fördermittel aus.

Mit dem Entscheid des Ständerats von Donnerstagmorgen beauftrageb die Räte den Bundesrat, die finanzielle Obergrenze bei der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) für Strom aus erneuerbaren Energien aufzuheben und durch Jahreskontingente für baureife Projekte zu ersetzen. Ausserdem sollen mehr Mittel für die Ausschreibung von Effizienzmassnahmen zur Verfügung gestellt werden. Der Ständerat nahm am Donnerstag mit 21 zu 20 Stimmen eine entsprechende Motion aus dem Nationalrat an.

Die Befürworter argumentierten, die KEV sei ein wichtiges Instrument, um erneuerbare Energien zu fördern. Tausende Projekte stünden auf der Warteliste. Ziel der KEV sei es, die Produktionskosten zu senken, erklärte Robert Cramer (Grüne/GE). Dies funktioniere auch. Eine Kostenexplosion sei bei einer Aufhebung der Deckelung nicht zu befürchten.

Vor allem bei der Solartechnik sei eine grosse Dynamik im Gange, stellte Eugen David (CVP/SG) fest. Die Preise hätten sich in wenigen Jahren halbiert. Die heutige Regulierung bremse diese Dynamik, deshalb seien rasche Änderungen angesagt.

Genügend Geld vorhanden

Die Gegner gaben vergeblich zu bedenken, die Mittel der KEV würden heute gar nicht ausgeschöpft. Die KEV wird mit einer Abgabe auf Strom finanziert, die derzeit 0,45 Rappen pro Kilowattstunde beträgt und ab 2013 auf 0,9 Rappen steigen soll. Damit stehe genügend Geld zur Verfügung, sagte Filippo Lombardi (CVP/TI).

Das Problem sei nicht das Geld, sondern viel mehr das System der Verteilung. Daran arbeitete der Bundesrat aber bereits. Energieministerin Doris Leuthard bestätigte dies: Die KEV sei ein System mit «Kinderkrankheiten», die es auszumerzen gelte. Ein Problem sei etwa, dass es zu wenig Grossprojekte gebe. Kleinstprojekte seien zwar schön, aber nicht sehr ergiebig.

Der Bundesrat werde dem Parlament Vorschläge zur Verbesserung der KEV vorlegen, versicherte Leuthard. Die Mehrheit stimmte der Motion aber dennoch zu. Abgelehnt hat der Rat zwei weitere Motionen zur KEV: Die eine verlangte, dass sowohl die Gesamtbegrenzung als auch die Begrenzung für einzelne Technologien aufgehoben wird. Die andere forderte den Umbau der kostendeckenden KEV zu einer Anschubfinanzierung.

Mehr Wasserkraftwerke

Der Ständerat sprach sich ferner für den Ausbau der Wasserkraft aus. Nach dem Willen der Räte soll der Bundesrat ein höheres Ziel festlegen und die Bewilligungsverfahren für Wasserkraftwerke vereinfachen. Leuthard stellte sich nicht dagegen: Die Wasserkraft sei tatsächlich ausbaubar. Ebenfalls Ja sagte der Ständerat zum Ausbau der Pumpspeicherwerke - dies allerdings gegen den Willen des Bundesrates.

Auch bei den Solaranlagen sieht der Ständerat Potenzial: Der Bundesrat soll ein Anreizsystem zur Förderung von Solaranlagen für die Wärmegewinnung bei Wohnbauten prüfen. Der Nationalrat wollte den Bundesrat beauftragen, gleich ein solches Anreizsystem zu schaffen. Dies ging dem Ständerat aber zu weit.

Duschen mit Erdwärme

Ja sagte der Ständerat ausserdem zur «schweizweiten Erkundung des Untergrundes» und zu einer «Geothermie-Offensive». Motionär Felix Gutzwiller (FDP/ZH) hatte dazu aufgerufen, nach dem Ja zum Atomausstieg nun zur Tat zu schreiten. Der FDP-Ständerat setzt nicht zuletzt aus persönlicher Erfahrung auf die Erdwärme: Duschen mit Wasser, das auf diese Weise gewärmt werde, sei einfach ein gutes Gefühl, wusste er zu berichten.

Der Ständerat möchte auch, dass der Bundesrat im Rahmen seiner Energiestrategie die Förderung der privaten Elektrizitätsproduktion prüft. Er schwächte damit eine Motion aus dem Nationalrat ab. Dieser wollte Einnahmen, die aus der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien für den Eigenverbrauch stammen, von Steuern befreien. Leuthard warnte jedoch davor, mit solchen Ausnahmeregelungen die Büchse der Pandorra zu öffnen.

Umwandlung der CO2-Abgabe

Bereits am Mittwoch hatte der Ständerat Entscheide zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien gefällt. Dabei sprach er sich unter anderem für eine Umwandlung der CO2-Abgabe aus: Die Einnahmen aus der CO2-Abgabe sollen künftig nicht mehr an die Bevölkerung zurückerstattet werden, sondern vollumfänglich in Gebäudesanierungen und die Förderung erneuerbarer Energien fliessen. Darüber muss noch der Nationalrat befinden.

Nein sagte der Ständerat zu den Plänen des Nationalrates, das Verbandsbeschwerderechts bei Energieprojekten abzuschaffen. Der Bundesrat soll lediglich beauftragt werden, Massnahmen zu ergreifen, damit Einsprachen in einem möglichst raschen Verfahren behandelt werden. Abgelehnt hat die kleine Kammer auch ein Verbot von Elektroheizungen.

(sda)>

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Financial Times Deutschland online, Logo

1.10.2011: <Energiewende: Glänzende Perspektiven für Ingenieure in der Umwelttechnik>

aus: Financial Times Deutschland online; 1.10.2011;
http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:energiewende-glaenzende-perspektiven-fuer-ingenieure-in-der-umwelttechnik/60110460.html

<Windenergie, Elektroautos, Wasseraufbereitung - wer in grünen Fachgebieten versiert ist, hat als Ingenieure derzeit gute Chancen. Spezialisten für Ökotechnik werden händeringend gesucht.

von Holger Pauler

Die zweite industrielle Revolution wird grün sein. Dieser Erkenntnis zu widersprechen traut sich mittlerweile niemand mehr. In einem Bericht vom Juli dieses Jahres fordern die Vereinten Nationen für die kommenden 30 bis 40 Jahre grundsätzliche Änderungen der Produktionsprozesse. Die Uno schätzt, dass dafür jährlich 1900 Mrd. Dollar in saubere Technologien investiert werden müssten - 1100 Mrd. Dollar davon allein in den Entwicklungsländern. Cleantech gehört die Zukunft. Um die Entwicklung voranzutreiben braucht es aber nicht nur wirtschaftliche Anstrengungen, sondern auch Unmengen von Fachkräften. Derzeit sind nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) im Feld grüner Technologien allein in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Menschen beschäftigt. Jährlich kommen mehrere Tausend Arbeitsplätze hinzu. Weltweit ist die Entwicklung ähnlich.

Gute Karriereaussichten: Elektrotechnik-Studenten der Fachhochschule Bingen - hier an einer Solartankstelle

"Die Universitäten können die Nachfrage für Ingenieure für die Fachgebiete Energie und Umwelt bislang noch nicht ausreichend abdecken", sagt Martin Kaltschmitt, Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft an der TU Hamburg-Harburg. Bisher seien Umweltaspekte nur ein Teilaspekt der Ingenieurwissenschaften. Langfristig müsse man davon Abschied nehmen, "einfach Ingenieure, die eine technische Ausbildung bekommen haben, umzuschulen", sagt Kaltschmitt: "Wenn wir die politisch gewollte Energiewende schaffen sollen, dann brauchen wir Personal, das von Grund auf mit den neuen Fragestellungen und den veränderten Herausforderungen vertraut ist." Die TU Hamburg-Harburg will daher spätestens zum Wintersemester 2012/2013 das Angebot um den Masterstudiengang Erneuerbare Energien erweitern. Außerdem sollen die Aktivitäten im Kompetenzzentrum Green Technologies gebündelt werden.

Viele Aufträge, wenig Personal

Der Münchner Konzern Siemens wird das mit Freude zur Kenntnis nehmen. Unternehmenschef Peter Löscher erwartet bis 2014 allein im Bereich grüner Technologien Aufträge im Gesamtvolumen von bis zu 40 Mrd. Euro. Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Umsatz aus dem Umweltportfolio bereits 27,6 Mrd. Euro; damit wurde das für 2011 anvisierte Minimalziel von 25 Mrd. früher erreicht als geplant.

Schon jetzt arbeitet jeder vierte der weltweit über 350.000 Siemens-Beschäftigten im Segment grüne Technologie; Tendenz steigend. "Wir suchen derzeit vor allem Informatiker, Ingenieure und Absolventen aus den Naturwissenschaften", berichtet ein Firmensprecher: "Sie machen einen beträchtlichen Teil der derzeit rund 3600 offenen Stellen in Deutschland aus." Sehr gefragt seien Kombiqualifikationen, etwa Energieeffizienz gepaart mit Immobilienwissen. In Hamburg sucht Siemens derzeit für die Windkraft Ingenieure mit Spezialisierung auf Schiffbaukonstruktion, Schiffsausrüstung, Elektrotechnik und Hochspannung. Die Techniker werden unter anderem zur Konstruktion der Plattformen benötigt, auf denen die elektrische Energie aus den Windparks gebündelt und umgewandelt wird. Absolventen mit dem nötigen Know-how sind rar.

Eine Tatsache, die auch andere Branchen betrifft. Die deutsche Autoindustrie hat derzeit massive Schwierigkeiten, ihren Bedarf an Elektroingenieuren zu decken. Dem VDI zufolge können rund 77.000 Stellen nicht besetzt werden. "Wir stehen hier vor einem sehr ernsthaften Problem", sagt VDI-Direktor Willi Fuchs: "Die Forschung und Entwicklung neuer Autos gerade im Bereich alternativer Antriebe wird sich weiter verzögern."

Der Ingenieurnachwuchs hat also etliche Optionen. Dabei kommen nicht nur die Weltkonzerne infrage - auch Mittelstand oder Startup-Unternehmen beteiligen sich an der grünen Revolution. Trojan Technologies etwa, ein mittelständisches Unternehmen aus dem kanadischen Ontario, hat seine Europazentrale in Schöllkrippen im Landkreis Aschaffenburg. Trojan hat sich auf UV-Desinfektion von Trinkwasser spezialisiert, ist hier Weltmarktführer. Mit weltweit nur 600 Beschäftigten ist die Firma in mehr als 90 Ländern präsent; der Jahresumsatz betrug zuletzt 250 Mio. kanadische Dollar. Das derzeit größte Projekt ist die Ausrüstung der weltweit größten UV-Aufbereitungsanlage im Croton-Reservoir, nördlich von New York. Ab 2012 soll der Stausee rund neun Millionen Menschen im Big Apple und seiner Umgebung mit Trinkwasser versorgen. Um auch in Zukunft derartige Projekte zu stemmen, sei Trojan weltweit auf zusätzliche Fachkräfte angewiesen, sagt Unternehmenschef Marvin DeVries.

Rare Spezies: Wassertechniker

Fürs weltweite Wassergeschäft erwartet der VDI eine stetig wachsende Nachfrage. Vorsichtige Prognosen gehen davon aus, dass das Marktvolumen für Trink- und Abwasseraufbereitung bis 2015 jährlich um mindestens fünf Prozent steigt. Treiber sind der erhöhte Trinkwasserbedarf für die wachsende Weltbevölkerung und die enormen Defizite bei der Abwasseraufbereitung im Zuge der fortschreitenden Urbanisierung. "Die größten Impulse werden aus Asien und Lateinamerika kommen", sagt Rolf Gimbel, Leiter des Fachgebiets Verfahrenstechnik/Wassertechnik an der Uni Duisburg-Essen: "Wer neben Englisch auch noch Spanisch oder gar Chinesisch beherrscht, hat die freie Auswahl." Die Universität bietet seit einigen Jahren den Masterstudiengang Management and Technology of Water and Waste Water an, die Vorlesungen werden hauptsächlich in Englisch gehalten. "Der internationale Raum wird zunehmend wichtiger, da die meisten Unternehmen global agieren", sagt Gimbel. Eine Tatsache, die auf alle grünen Technologien zutrifft. Ein Alleinstellungsmerkmal hat die Wasserbranche indes: In keiner Sparte der Ingenieurwissenschaften arbeiten mehr Frauen - der Anteil liegt bei über 25 Prozent.>

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n-tv
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Deutschland 22.10.2011: Die privaten Haushalte produzieren den Hauptteil beim regenerativen Strom

Webseitenempfehlung: www.unendlich-viel-energie.de

aus: n-tv online: Konzerne verschlafen Energiewende: Bürger machen viel mehr Strom;
http://www.n-tv.de/politik/Buerger-machen-viel-mehr-Strom-article4587061.html

<Nicht die großen Energieversorger, sondern Privatleute sind die Träger der Energiewende in Deutschland. Das bringt den Kleinanlegern Geld und den erneuerbaren Energien breite Akzeptanz. Die Konzerne spielen bislang eine völlig untergeordnete Rolle.

Die Bürger in Deutschland treiben die Energiewende voran: Privatleute sind die größte Gruppe unter den Eigentümern von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Trend Research und des Kölner Klaus-Novy-Instituts zeigt. An der Gesamtleistung von 53 Gigawatt im vergangenen Jahr hielten Privatleute demnach einen Anteil von fast 40 Prozent. Zählt man die Landwirte dazu, die 11 Prozent beitragen, tragen Privatleute sogar mehr als die Hälfte zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei.

An zweiter Stelle folgten mit 14,4 Prozent sogenannte Projektierer, das sind Unternehmen, die auf Planung, Bau und Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen spezialisiert sind. An dritter Stelle mit 10,8 Prozent folgen bereits die Bauern.

Die "großen vier" - die Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW - sind bei den erneuerbaren Energien hingegen kaum vertreten. Zusammen kommen sie nur auf 6,5 Prozent der bundesweit installierten Leistung. Bei den Regionalversorgern sind es nur 1,6 Prozent.

Bürgeranlagen noch ausbaufähig

Am stärksten beteiligt sind Privatleute der Untersuchung zufolge bei Windenergie-Anlagen: Hier halten sie demnach 51,5 Prozent der Anteile an der installierten Leistung. Projektierer folgen an zweiter Stelle, Banken und Fonds auf dem dritten Rang. Bei Sonnenstrom-Anlagen stehen Privatleute mit 39,3 Prozent ebenfalls an erster Stelle, gefolgt von Landwirten mit 21,2 Prozent und anderen Gewerbebetrieben, die Anlagen mit 19,2 Prozent der installierten Leistung besitzen.

Dass Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen bei Privatleuten so gut ankommen, liegt unter anderem an der garantierten Einspeisevergütung, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt ist. Die für Laien vielleicht überraschende starke Beteiligung von Privatleuten auch bei Windenergieanlagen begründen die Autoren der Untersuchung mit den vergleichsweise überschaubaren Investitionssummen bei der Kooperation in Bürgerwindparks, die wie Bürgersolaranlagen eine immer wichtigere, aber - wie die Studie betont - noch überschaubare und ausbaufähige Rolle spielen.

Die halbstaatliche Agentur für Erneuerbare Energien betonte in einer Stellungnahme, Privatpersonen spielten bei der Energiewende in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle. "Bürgerinnen und Bürgern bietet die Energiewende zunehmende Möglichkeiten, die Energieversorgung in die eigene Hand zu nehmen und am Aufschwung der regenerativen Energieproduktion teilzuhaben. Dies fördert die Akzeptanz in der Bevölkerung." Bis 2020 will die Regierung auch dank des Mitwirkens vieler Privatpersonen den Anteil von Ökostrom auf mindestens 35 Prozent schrauben, derzeit liegt er bei rund 20 Prozent.

hvo/AFP/dpa>


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Und nun kommt eine sensationelle Meldung aus Nord-Brandenburg aus dem Ort Prenzlau:

n-tv
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25.10.2011: Geniales Hybridkraftwerk in Prenzlau gebaut: Strom aus Wind und Biogas - und überflüssiger Strom produziert Wasserstoff

aus: n-tv online: Energie: Neuartiges Hybridkraftwerk in Betrieb genommen; 25.10.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Neuartiges-Hybridkraftwerk-in-Betrieb-genommen-article4611996.html

<Prenzlau (dpa) - Ein neuartiges Wasserstoff-Hybridkraftwerk ist bei Prenzlau in Betrieb genommen worden. Das Kombi-Kraftwerk erzeugt Strom aus Windanlagen und Biogas. Das Besondere ist, dass überschüssiger Strom nicht mehr verloren geht. Mit ihm wird Wasserstoff erzeugt, der wiederum zur Stromproduktion sowie als Kraftstoff für Autos genutzt werden kann. In dieser Kombination ist das Kraftwerk nach Angaben des Betreibers Enertrag AG weltweit einmalig.

Quelle: n-tv.de / dpa>



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Der
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25.10.2011: <Deutschland: Weltweit erstes Wind-Wasserstoff-Hybridkraftwerk gestartet>

aus: Der Standard online; 25.10.2011;
http://derstandard.at/1319181179212/Deutschland-Weltweit-erstes-Wind-Wasserstoff-Hybridkraftwerk-gestartet

<Treibhausgasfreies Kraftwerk soll auch in windarmen Zeiten laufen und sechs Megawatt Energie liefern.

Prenzlau - Der Windenergiebetreiber Enertrag hat am Dienstag in der Nähe von Prenzlau das weltweit erste treibhausgasfreie Hybridkraftwerk eröffnet. Es soll auch in windarmen Zeiten Strom aus erneuerbaren Energien liefern und so deren Wirtschaftlichkeit steigern.

In windreichen Stunden mit wenig Energiebedarf wird mit überschüssigem Windstrom aus Wasser hydrolytisch Wasserstoff gewonnen. In windarmen Zeiten wird dieser Wasserstoff gemeinsam mit Biogas dazu verwendet, in einem gasbetriebenen Kraftwerk Strom und Wärme aus regenerativen Energien herzustellen.

21 Millionen-Euro-Projekt

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sprach bei der Eröffnung von einem "Quantensprung". Das 21 Millionen Euro teure Hybridkraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt von Enertrag, dem Mineralölkonzern Total, dem Stromkonzern Vattenfall sowie der Deutschen Bahn.

Regenerativ erzeugter Wasserstoff aus dem neuen Kraftwerk wird an Berliner Tankstellen für Wasserstofffahrzeuge wie etwa Brennstoffzellen-Versuchsautos verkauft. Diese Autos stoßen anders als Benzin- oder Dieselbetriebene Wagen kein Treibhausgas, sondern nur noch Wasser aus. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte 2009 den Grundstein für das Pilotkraftwerk gelegt, welches sechs Megawatt Energie liefern soll. (APA)>

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16.12.2011: <Erneuerbare Energien: Ökostrom in Deutschland erstmals vor Atomstrom>

aus: Welt online; 16.12.2011;
http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article13770791/Oekostrom-in-Deutschland-erstmals-vor-Atomstrom.html

<Windkraft spielt die größte Rolle bei der Erzeugung von Ökostrom.

Im Strommix ziehen die erneuerbaren Energien an Kernenergie und Steinkohle vorbei. Ihr Anteil beim Strom erreicht knapp die 20-Prozent-Marke.

Die erneuerbaren Energien sind im Jahr 2011 im Erzeugungsmix erstmals an Kernenergie und auch Steinkohle vorbeigezogen und zum zweitwichtigsten Energieträger bei der Deckung des Strombedarfs aufgestiegen.

Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg in diesem Jahr auf 19,9 Prozent. Nur Braunkohle bestritt mit 24,6 Prozent einen größeren Anteil. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das Jahr 2011 hervor.

"Mit diesem erfreulichen Zuwachs der erneuerbaren Energien wächst auch ihre Verantwortung für das Funktionieren des Gesamtsystems. Der Handlungsdruck für eine Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren steigt. Auch die stark fluktuierenden Energieträger müssen zur Systemsicherheit beitragen", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Hinzu kämen die Herausforderungen beim Ausbau der Stromnetze, der mit der Dynamik der erneuerbaren Energien nicht einmal annähernd Schritt halte. Außerdem bleibe der Bedarf an konventionellen Reserve-Kapazitäten für Zeiten bestehen, in denen die erneuerbaren Energien witterungsbedingt keinen Strom liefern.

dma>

Kommentar

Schritt für Schritt kommt die Energierevolution. Wir danken der Partei "Die Grünen", die diese Entwicklung in Gang gebracht haben. Leider fehlt dieser Vorgang aber in vielen anderen Ländern, z.B. in La France und Nippon.

Michael Palomino, 16.12.2011

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n-tv
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Deutschland 11.1.2012: <Schon zweitwichtigste Energiequelle: Öko- deutlich vor Atomstrom>

aus: n-tv online; 11.1.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Oeko-deutlich-vor-Atomstrom-article5184811.html

<Erneuerbare Energien haben sich zur zweitwichtigsten Quelle bei der Stromgewinnung gemausert. Und auch nach der Abschaltung von acht AKW wurde in Deutschland im vergangenen Jahr noch mehr Strom produziert als verbraucht. Jetzt liegt nur noch die Braunkohle vor den Erneuerbaren. Das belegen neue Zahlen.

Die erneuerbaren Energien haben sich schon auf die zweite Stelle bei der Stromversorgung vorgearbeitet. Mit rund 20 Prozent Anteil am Strommix haben sie im vergangenen Jahr die Atomenergie abgelöst, die nach der Abschaltung von acht Atomkraftwerken noch auf einen Anteil von 18 Prozent kam. Wichtigste Energiequelle zur Stromerzeugung war laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit 25 Prozent die Braunkohle. Steinkohlekraftwerke steuerten 19 Prozent zur Stromgewinnung bei. Öl, Pumpspeicherkraftwerke und andere Quellen kommen auf einen Anteil von 5 Prozent.

Der Dezember 2011 war nach Angaben der Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, mit 8,5 Millionen Kilowattstunden aus Windkraftanlagen der erfolgreichste Windmonat aller Zeiten in Deutschland. "Das starke Wachstum der erneuerbaren Energien ist erfreulich, erhöht aber auch den Handlungsdruck für den Netzausbau und eine Marktintegration der erneuerbaren Energien", sagte Müller in Berlin.

Besonders der neue Rekord mit 7500 Megawatt an neuen Anlagen bei der Solarenergie mache Sorgen, da wegen der Förderung die Kosten für den Verbraucher aus dem Ruder zu laufen drohen. "Es muss sicher nach neuen Lösungen gesucht werden", sagte Müller. Die von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigten Branchengespräche sollten nicht nur mit der Solarbranche geführt werden. Die Photovoltaik habe 2012 einen Anteil von 56,2 Prozent an der Ökostromumlage, die die Verbraucher über den Strompreis zahlen müssen.

In diesem Jahr werden Vergütungszahlungen an die Erzeuger von Ökoenergie in Höhe von 17,608 Milliarden Euro erwartet. Müller sagte, es müsse geschaut werden, ob mit dem neuen Marktprämienmodell, das eine Direktvermarktung von Ökostrom an der Strombörse statt einer garantierten Vergütung über die Ökostromumlage vorsieht, die erneuerbaren Energien stärker marktfähig gemacht werden können.

Von der Bundesregierung forderte sie ein koordiniertes Vorgehen, nachdem zuletzt immer wieder Reibereien zwischen Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) Schlagzeilen gemacht hatten. "Allein der Wille zur Energiewende reicht nicht aus, er muss gelebt werden", sagte Müller. In einigen Bereichen fehle ein Fahrplan.

dpa>

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Deutschland 6.2.2012: <Energie: Regierung: Wind und Sonne sichern Stromversorgung bei Eiseskälte>

aus: n-tv online; 6.2.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Regierung-Wind-und-Sonne-sichern-Stromversorgung-bei-Eiseskaelte-article5424146.html

<Berlin (dpa) - Von winterlichen Stromausfällen bleibt Deutschland unter anderem wegen des wachsenden Anteils von Wind- und Sonnenenergie verschont. Der Ausbau von Wind und Solar zahle sich aus, sagte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums. Die vier Netzbetreiber hätten bereits übereinstimmend darauf hingewiesen, dass das deutsche Stromnetz auch bei den aktuellen Eisestemperaturen stabil sei. Gerade an den extrem frostigen Tagen zeige sich: Die erneuerbaren Energiequellen brächten Versorgungssicherheit. In den vergangenen Tagen sei sogar Strom exportiert worden.

dfpa kur

Quelle: n-tv.de / dpa>



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Deutschland 9.2.2012: Sibirischer Winter in Europa: Deutschland hat genug Energie - dank erneuerbarer Energien - es fehlt noch eine "Netzautobahn"

aus: n-tv online: Bibberwinter als Extremtest: Deutschlandhat genug Strom; 9.2.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Deutschland-hat-genug-Strom-article5455306.html

<Windkraft ist der wichtigste grüne Energieträger in Deutschland.

In Deutschland wird so viel Strom aus erneuerbaren Energieträgern produziert, dass auch bei der extremen Kälte der vergangenen Tage die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Daran ändert auch die Stilllegung von acht AKW nichts. Die vielzitierten Stromimporte aus Österreich basieren nicht auf Strommangel in Deutschland, sondern auf "Problemen im Management".

[Beispiel Serbien: Energie noch für 20 Tage]

Wegen der extremen Winterkälte hat Serbien Stromsperren für große Unternehmen eingeführt. Firmen, die viel Strom verbrauchten und keine strategische Bedeutung hätten, müssten mit weniger Elektrizität auskommen, heißt es in einem Regierungsbeschluss. Damit solle verhindert werden, dass die Stromversorgung des Landes zusammenbreche. Zudem hatte Staatspräsident Boris Tadic vorgeschlagen, Bedürftigen die Stromrechnung für den Monat Februar zu erlassen. Auch die Gasvorräte des Landes gehen zu Neige. Es seien noch Vorräte für 20 Tage vorhanden, sagte der Direktor der staatlichen Gasfirma, Dusan Bajatovic.

[Deutschland exportiert sogar Strom - dank erneuerbarer Energien]

Deutschland ist von solchen Horrormeldungen weit entfernt. Auch wenn SPD, Grüne und Linke die Bundesregierung bei der Energiewende auf einem "katastrophalen Weg" sehen, zeigt für Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gerade jetzt bei klirrender Kälte, dass das Stromnetz "stabil und die Versorgungssicherheit gewährleistet" ist.

Deutschland exportiert sogar derzeit täglich netto 150.000 bis 170.000 Megawatt-Stunden Strom. Hauptabnehmer ist Frankreich, gefolgt von Tschechien und Polen.

Die Panikmache in den vergangenen Tagen beruhte laut Röttgen vor allem auf dem Unwissen der Kritiker. Der starke Anteil der Ökostroms bedeutet zwar eine hohe Energiereserve, die Stromumwege aufgrund fehlender "Netzautobahnen" von Nord nach Süd tragen an manchen Tagen aber dazu bei, dass Strom von Österreich nach Süddeutschland geschickt werden muss, um dort das energieintensive Netz des Betreibers Tennet zu stützen.

Stromautobahn unbedingt notwendig

Neben alten deutschen Kohle- und Gaskraftwerken gehören auch österreichische Kraftwerke zu der sogenannten Kaltreserve, die im Bedarfsfall zur Überbrückung von Engpässen dienen soll. Ein Teil des an jenen extrem windstarken Tagen im Norden reichlich vorhandenen Stroms strömte über die Nachbarländer nach Italien und Österreich. Zugleich aber forderte Tennet Stromhilfe aus Österreich an, da im Süden laut Tennet Strom fehlte, um das Netz stabil zu halten.

"Das ist ein einziges Gewürge", sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. "Die Energiewende ist an die Wand gefahren, bevor sie überhaupt begonnen hat." So tue sich fast nichts bei den Themen Netzausbau, Stromspeicher und Energiesparen. Röttgen will dies nicht gelten lassen.

Auch die Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hält die Kaltreserve für den deutschen Bedarf für "absolut ausreichend". "Wir müssen ja auch sehen: Wir haben ausreichend Kapazitäten, selbst wenn es Probleme geben sollte bei den erneuerbaren Energien", sagte Kemfert bei n-tv. Deutschland verfüge über genügend Kraftwerke. Die Energie-Expertin sieht darin kein Problem für Deutschland – "zumindest in diesem Winter nicht".

Stromversorgung steht

Matthias Kurth von der Bundesnetzagentur stellte bei n-tv klar, dass es nicht zu den befürchteten Blackouts in Deutschland kommen werde, "obgleich das Netz sicherlich unter einer Stressbelastung steht". Es sei bekannt, dass Deutschland nicht gerade über ein ideales Netz verfüge. Dies werde in den nächsten Jahren auch gerade wegen der Erneuerbaren Energie gewaltig ausbaut. Das geht nicht über Nacht, aber mit Maßnahmen, die eigentlich nur für Notfälle gedacht waren, können die Netzbetreiber das Netz stabil halten." Dies werde schon von langer Hand im Sommer geplant. Dann würden solche Situationen simuliert und durchgespielt.

Auch die Deutsche Umwelthilfe spricht von "Stimmungsmache gegen die Energiewende" und der "Österreich-Legende". Der Strom sei gar nicht nötig gewesen. Nicht Knappheit sei der Grund gewesen, sondern Betriebswirtschaft. So hätte auch Strom aus deutschen Kraftwerken abgerufen werden können. Das mag stimmen, aber zugleich war die Reserve aus Österreich von Anfang an Teil des Kaltreserve-Konzepts, wie die Bundesnetzagentur betont. Aus Sicht von Tennet ist dies an manchen Tagen die einfachste Möglichkeit, um die Lastflüsse stabil zu halten.

Einig ist man sich nur in einem Punkt: Die Lage ist fragil. Ohne den raschen Neubau von Stromtrassen dürfte daher der Druck derer zunehmen, die die ganze Energiewende für Harakiri halten.

ppo/dpa>


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6.2.2012: <Energie: Regierung: Wind und Sonne sichern Stromversorgung bei Eiseskälte>

aus: n-tv online; 6.2.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Regierung-Wind-und-Sonne-sichern-Stromversorgung-bei-Eiseskaelte-article5424146.html

<Berlin (dpa) - Von winterlichen Stromausfällen bleibt Deutschland unter anderem wegen des wachsenden Anteils von Wind- und Sonnenenergie verschont. Der Ausbau von Wind und Solar zahle sich aus, sagte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums. Die vier Netzbetreiber hätten bereits übereinstimmend darauf hingewiesen, dass das deutsche Stromnetz auch bei den aktuellen Eisestemperaturen stabil sei. Gerade an den extrem frostigen Tagen zeige sich: Die erneuerbaren Energiequellen brächten Versorgungssicherheit. In den vergangenen Tagen sei sogar Strom exportiert worden.

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Welt
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20.2.2012: Deutschlands Hauptproblem heisst weiterhin: Ausbau der Hochspannungsnetze

aus: Welt online: Meinung: Energieversorgung: Nach dem AKW-Restrisiko kommt das Blackout-Risiko; 20.2.2012;
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13877842/Nach-dem-AKW-Restrisiko-kommt-das-Blackout-Risiko.html

< Autor: Daniel Wetzel

Die Stromversorgung stand Anfang Februar vor dem Kollaps. Schuld waren angeblich „profitgierige Stromhändler." Die unbequeme Wahrheit aber sieht anders aus.

Die energiepolitische Debatte verläuft in Deutschland umgekehrt proportional zu den Außentemperaturen: Hitzig diskutiert wird, wenn draußen Frost herrscht. Denn zu diesen Zeiten ist die Energienachfrage besonders hoch, die Leitungsnetze sind überlastet, und hinter der nächsten Ecke droht der Blackout, der großflächige Stromausfall, der in der größten europäischen Industrienation die Lichter ausgehen lässt. Die Gefahr eines Blackouts bedeutet: Zusammenbruch der Kommunikation, Ausfall großer Teile des öffentlichen Verkehrs, Tausende Gestrandete in Bahnhöfen und Flughäfen, eventuell auch Todesopfer.

Jetzt, da es draußen wärmer und die Versorgung mit Strom und Gas wieder sicher ist, kühlt die Debatte rasch ab. Die temporäre Entspannung gibt Gelegenheit, die Geschehnisse und Argumente der vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen. Wie ernst war und ist die Versorgungssicherheit in Deutschland wirklich gefährdet?

So unsicher wie nie zuvor

Konsens dürfte darüber bestehen, dass die deutsche Stromversorgung in der zweiten Februarwoche so unsicher war wie nie zuvor. Die deutschen Netzbetreiber waren tagelang gezwungen, alle erdenklichen in- und ausländischen Notreserven anzuzapfen, um die Stromnachfrage noch decken zu können.

Sogar die sogenannte Regelenergie – ein Stromkontingent, das eigentlich nur der Netzstabilität dienen soll – war schon für den Normalbetrieb komplett verfrühstückt. In diesen dunklen Stunden hätte der ungeplante Ausfall eines Großkraftwerks in Süddeutschland ganz schnell zum Kollaps der Versorgung führen können.

Ein Blackout aber bedeutet: Zusammenbruch der Kommunikation, Ausfall großer Teile des öffentlichen Verkehrs, Tausende Gestrandete in Bahnhöfen und Flughäfen, eventuell auch Todesopfer. Von den langfristigen Folgen für die Attraktivität des Investitions- und Industriestandortes Deutschland ganz zu schweigen.

[Umweltminister Röttgen schiebt den Energiehändlern die Schuld zu]

Für diesmal ging es noch gut, wenn auch nur um Haaresbreite. Die deutsche Energiewende schien, in den Worten von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, „ihren ersten Härtetest bestanden“ zu haben. Denn ein Brandbrief der Bundesnetzagentur an die rund 900 deutschen Energiehändler in der vergangenen Woche ließ ja auch den Schluss zu, dass es kein Systemfehler war, der die Stromversorgung ans Limit gebracht hatte.

Schuld waren offenbar nur einige Stromhändler, die mit fast kriminellem Vorsatz eine zu niedrige Bedarfsprognose für den Folgetag abgegeben hatten. Weil die Händler sich sicher sein konnten, dass die Netzbetreiber die Lücke mit der vergleichsweise billigen Regelenergie-Reserve ausgleichen würden, konnten sie umso höherer Profite an der Strombörse und im Export einfahren.

Selbst für ansonsten nüchtern urteilende Medien und Nachrichtenagenturen war da schnell klar: „Nicht die klirrende Kälte oder der deutsche Atomausstieg“, sondern lediglich „profitgierige Stromhändler“ hatten das Netz durch ihre „Zockerei“ an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Na dann ist ja alles gut

Na dann ist ja alles gut. Dann kann ab jetzt der Staatsanwalt dafür sorgen, dass es nicht noch einmal zur Stromkrise kommt. Oder reicht das vielleicht nicht? Die Ursachenforschung blendet bislang die Frage aus, warum die „Zockerei“ der Stromhändler an diesen Tagen überhaupt so verlockend große Gewinne versprach. Und wenn früher bereits auf ähnliche Weise gezockt wurde, warum es nur diesmal auf einmal so gefährlich wurde.

[Die Stromspekulanten können nach dem Abschalten der AKWs mehr pokern - und die Stromzocker nutzen das aus]

Dabei liegen die Gründe dafür auf der Hand: Die Versorgungslage ist nach der politisch verfügten Abschaltung von sechs Atomkraftwerken im Sommer vergangenen Jahres so eng, dass sich schon mit kleinen Strommengen extrem hohe Gewinnmargen verdienen lassen. Konzernunabhängige Handelshäuser und Netzbetreiber sagen es jedem, der es hören will, ganz deutlich: Wären die Atomkraftwerke in Süddeutschland noch am Netz, gäbe es einen ausreichend großen Sicherheitspuffer, um die Versorgungslage auch in wetterbedingten Ausnahmesituationen jederzeit stabil zu halten.

Zudem wäre der Energiemarkt liquide genug, um die Zockerei mit der letzten verfügbaren Kilowattstunde gar nicht erst attraktiv werden zu lassen. Insofern war der deutsche Atomausstieg der Wegbereiter des Beinahe-Blackouts in diesem Winter. Diesen Befund anzuerkennen heißt nicht, den deutschen Atomausstieg automatisch infrage zu stellen. Jede Energieerzeugungsart hat ihre Risiken. Und jeder muss wissen, welche Risiken er zu tragen bereit ist. Nur leugnen sollte er sie nicht.

[Deutschlands Hauptproblem: Der Ausbau der Hochspannungsnetze kommt kaum voran]

Die Gefahr für die Stromversorgung, die in diesem Winter bestanden hat, kann auch ohne Rückkehr zur Atomkraft in den kommenden Jahren gebannt werden: durch zügigen Ausbau der Hochspannungsnetze zum Beispiel, damit Windkraft aus Norddeutschland in die süddeutschen Verbrauchszentren geschafft werden kann.

Das Risiko bleibt

Bislang freilich sieht es nicht so aus, als würde der Netzausbau auch nur annähernd mit dem erforderlichen Tempo erfolgen. Und so ist es nicht ausgeschlossen, dass die Versorgungslage erneut kritisch wird, insbesondere dann, wenn die Frostperiode in den kommenden Wintern länger und schärfer ausfällt, als es in diesem Jahr der Fall war.

Die Österreicher, die uns in diesem Jahr noch mit einer „Kaltreserve“ von 1000 Megawatt über den Winter halfen, haben bereits angekündigt, dass sie ihre Kraftwerke ab etwa 2013 wieder für den eigenen Bedarf brauchen werden. Das Risiko von Versorgungsengpässen und -ausfällen dürfte uns also vorerst erhalten bleiben. Dieses Risiko gehört zu den Folgen des plötzlichen Atomausstiegs vom vergangenen Jahr.

Politiker sollten einen kühlen Kopf bewahren

Das gestiegene Versorgungsrisiko werden viele Atomkraftgegner für noch vertretbar halten. Vermutlich wird zum Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima am 11. März aber eine ganze Reihe von Politikern und Aktivisten mit der Behauptung hervortreten, die Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke hätte keinerlei Auswirkungen auf Energiepreise oder die Versorgungssicherheit gehabt.

Schon sind für den Fukushima-Tag erste Großdemonstrationen angekündigt, auf denen eine noch schnellere Abschaltung der verbliebenen Reaktoren gefordert werden soll. Es wäre zu wünschen, dass die Politiker, die über diese Frage entscheiden werden, sich daran erinnern, wie nahe wir einem Blackout einmal waren und was ein Blackout für ein Land bedeuten kann – und bei der Abwägung der Risiken dann kühlen Kopf bewahren.>

Kommentar

Wieso werden die Netze nicht rucki zucki ausgebaut? Wer ist denn da der Bremser? Ausserdem war doch immer zu lesen, dass Deutschland sogar Strom an Frankreich abgegeben hat.

n-tv vom 6.2.2012: "Die erneuerbaren Energiequellen brächten Versorgungssicherheit. In den vergangenen Tagen sei sogar Strom exportiert worden." (in: Wind und Sonne sichern Stromversorgung bei Eiseskälte)

n-tv vom 9.2.2012: "Deutschland exportiert sogar derzeit täglich netto 150.000 bis 170.000 Megawatt-Stunden Strom. Hauptabnehmer ist Frankreich, gefolgt von Tschechien und Polen." Es fehlt einfach noch die "Stromautobahn", um Süddeutschland bei Russenkälte vollständig zu versorgen. (in: Bibberwinter als Extremtest: Deutschlandhat genug Strom)

Ja wer bremst denn den Netzausbau? Die Atomlobby von BW und Bayern? Wollen die immer noch strahlenden Abfall produzieren?

Michael Palomino, 20.2.2012


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Basler Zeitung
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28.3.2012: Sonnenstrom und Windstrom bringt tiefere Strompreise zu Spitzenzeiten - Strom am Wochenende ist manchmal fast gratis

aus: Basler Zeitung online: Windstrom zum Nulltarif; 28.3.2012;
http://bazonline.com/wirtschaft/konjunktur/Windstrom-zum-Nulltarif/story/12476111

<Von Simon Schmid

Viel Sonnenschein und kräftiger Wind: Dies drückt den Strompreis an der Börse in den Keller. Bereits zeigt sich, wie die anstehende Energiewende den Strommarkt auf den Kopf stellt.

«Aus dem Mittagshoch ist ein Mittagstief geworden»: Dies berichtet Jens Hollstein, Analyst beim Energiehandelsunternehmen EGL. Durch Milliardeninvestitionen in europäische Wind- und Solarparks ist in den letzten Jahren eine enorme Kapazität entstanden. Die Kraftwerke produzieren tagsüber günstigen Wind- und Solarstrom – und wirbeln so die Handelsmuster an der Börse durcheinander.

An einem Tag wie gestern – die Sonne schien – lag der Strompreis am Mittag bei 4,1 Rappen pro Kilowattstunde. Zwischen acht und neun Uhr früh, als noch kaum Sonneneinstrahlung da war, kostete eine Kilowattstunde Strom im Grosshandel etwa 6,6 Rappen. Es ist eine Umkehr der alten Regel, wonach Elektrizität über Mittag jeweils am kostbarsten ist: Strahlt über den Solarparks die Sonne, so gibt es den Solarstrom praktisch zum Nulltarif.

Subventionierte Stromschwemme

«Es kommt immer mal wieder vor, dass in einzelnen Stunden Strom auch gratis zu haben ist», sagt Hollstein – beispielsweise an windigen Wochenenden, während denen die Industrie kaum Strom verbraucht. Die EGL, eine Tochter des Stromproduzenten Axpo, hat die Aufgabe, Strom im Grosshandel möglichst günstig einzukaufen und möglichst teuer zu verkaufen. Der Schweizer Strommarkt ist mit dem Ausland stark vernetzt: Welche Preise hierzulande gelten, hängt wesentlich von den Bedingungen in Deutschland, Frankreich oder Italien ab. Auch die Konjunktur spielt beim Strompreis mit: In der Wirtschaftskrise wird weniger produziert, Elektrizität ist dann günstiger zu haben.

Doch auch Solar- und Windenergie ist zunehmend günstig verfügbar. In den Medien wurde deshalb von einer «Stromschwemme» gesprochen. In der gesamten EU werden rund 3,5 Millionen Gigawattstunden Strom verbraucht. Allein in Deutschland wurden seit 2007 Kraftwerke gebaut, die eine zusätzliche Leistung von 70 Gigawatt einspeisen können, rund 30 Prozent davon in Form von Windenergie. Bis 2020 soll in Europa der Anteil erneuerbarer Energien von rund 10 auf 20 Prozent ansteigen.

Fakt ist, dass diese erneuerbare Energien den Strompreis drücken – und zwar nicht nur zu Spitzenzeiten, sondern auch im Durchschnitt, wie Jens Hollstein sagt. Die Entwicklung hat auch eine politische Dimension: Deutschland subventionierte Investitionen in erneuerbare Energien zuletzt stark. Mit der Folge, dass der Grosshandelspreis im Extremfall gegen null tendierte. Vorausgesetzt, die Sonne scheint und es windet.

Wenn der Zug abfährt

Vom Wandel auf dem Strommarkt sind auch die Schweizer Kraftwerke betroffen. Als «Batterie» Europas pumpen die Speicherkraftwerke nun das Wasser nicht mehr nur in der Nacht nach oben. Sondern vor allem dann, wenn günstige Strompreise an der Börse es erlauben. Durch die Turbinen gelassen wird das Wasser dann, wenn in Europa viel Strom nachgefragt wird. In solchen Fällen kann es an der Börse auch zu Ausreisserpreisen kommen – so zum Beispiel während der Kältewelle im Februar. Sämtliche Kraftwerke liefen damals unter Volllast. Die Kilowattstunde Strom war in Frankreich zwischenzeitlich über zwei Franken teuer, wie EGL-Händler Hollstein berichtet.

Es ist eine Art Rückgang zur Natur, den der Strommarkt gegenwärtig durchmacht. Erneuerbare Energien erzwingen zunehmend, die Bandenergie – also jenen Strom, der rund um die Uhr produziert wird – herunterzufahren. In Deutschland werden deshalb sogar Braunkohlekraftwerke an sonnigen oder windigen Tagen auf Teillast heruntergefahren. Bestehen bleiben die Anforderungen ans Netz, wie EGL-Sprecher Richard Rogers erklärt: Saugt ein beschleunigender Zug Strom aus dem Netz, so muss ein Kraftwerk genau um diese Menge Strom hochgefahren werden, um die Netzstabilität sicherzustellen.

Wolken vor der Sonne

Ein Glücksfall für die Solarkraftwerke ist, dass sich die Sonneneinstrahlung über die Tageszeit mit dem Stromverbrauch überschneidet. Abends oder bei schlechtem Wetter können Solarkraftwerke aber nicht produzieren. Gaskombikraftwerke, die schnell hoch- und heruntergefahren werden können, würden deshalb eine gute Ergänzung zur Wind- und Solarenergie darstellen, sagt Rogers. In der Schweiz sind derzeit noch keine Gaskraftwerke in Betrieb. Die Schweizer Stromproduzenten besitzen allerdings Gas- und Kohlekraftwerke im Ausland.

Dass diese Kraftwerke nun nicht mehr rentieren, darüber wird in der Strombranche zunehmend geklagt. Hohe Abgaben auf CO2 würden die Stromproduktion verteuern und den Atomausstieg erschweren, heisst es. Auch Exponenten aus der Industrie melden sich zu Wort: Weil unter den gegebenen Regeln nur 50 Prozent des CO2-Ausstosses im Ausland kompensiert werden können, lohne sich der Betrieb eines Gaskombikraftwerks für ihr Unternehmen nicht, sagte Ems-Chefin Magdalena Martullo kürzlich in einem Interview.

Es bleibt eine offene Frage, wie die Schweiz die langfristige Energieversorgung nach dem Atomausstieg sicherstellen will. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen zeigt sich noch bedeckt. Man werde in Kürze einen Bericht ausarbeiten, so Sprecherin Dorothea Tiefenauer. Grundsätzlich wolle man aber dort investieren, wo pro ausgegebenem Franken am meisten Strom produziert werden könne. Aktuell ist dies in der Schweiz bei Biomassekraftwerken der Fall, so Tiefenauer. (baz.com/Newsnet)>

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n-tv online,
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6.4.2012: <Studie belegt Machbarkeit: Ökoenergie bald billiger als Kohlestrom>

aus: n-tv online; 6.4.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Oekoenergie-bald-billiger-als-Kohlestrom-article5966566.html

<Umweltminister Röttgen sieht sich im Kurs, eine Energiewende hin zu erneuerbaren Ressourcen zu betreiben, bestätigt: Eine Studie zeigt, dass Ökostrom im Jahr 2030 günstiger zu haben sein wird, als aus Kohle gewonnener. Die Experten verdeutlichen aber auch: Ohne Netzausbau und Stromspeicher wird die Wende nicht gelingen.

Energie aus Sonne, Wind oder Biomasse könnte schon in einigen Jahren billiger sein als Kohlestrom. Mehrere deutsche Forschungseinrichtungen kommen in einer umfassenden Studie für das Bundesumweltministerium zu dem Ergebnis, dass bis 2030 Strom aus Ökoenergien nur noch 7,6 Cent je Kilowattstunde kosten könnte, während die Kosten für Strom aus Steinkohle und Erdgas dann bereits auf bis zu 9,4 Cent steigen könnten. Die Ziele der Regierung von mindestens 35 Prozent Ökostrom bis 2020 dürften übertroffen werden.

In den Szenarien wird von mindestens 40 Prozent ausgegangen. Bis 2050 könnten es bereits rund 85 Prozent sein. Allerdings fehlen bisher die dringend benötigen Stromspeicher, um bei wenig Sonne und Wind die Stromversorgung aufrechterhalten zu können. Zudem fehlen mehrere tausend Kilometer an neuen Netzen, um Ökostrom von der See und der grünen Wiese zum Verbraucher zu transportieren. Dabei bis 2020 voranzukommen, dürfte über Erfolg oder Misserfolg der Energiewende entscheiden. Auch der Strompreis dürfte in hohem Maße von der Höhe der entsprechenden Investitionen abhängen.
Röttgen liest ein "Weiter so" heraus

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) betonte: "Die Studie bestätigt den Kurs der Bundesregierung, mit der Energiewende das größte Modernisierungs- und Infrastrukturprojekt der kommenden Jahrzehnte gestartet zu haben." Der Einstieg in das Zeitalter erneuerbarer Energien sei richtig und konsequent.

"Kohle, Öl und Gas sind nur begrenzt verfügbar und müssen auch aus Gründen des Klimaschutzes Schritt für Schritt durch erneuerbare Energien ersetzt werden." Ob andere Länder das deutsche Modell übernehmen, hänge auch davon ab, ob Deutschland die Ziele erfolgreich umsetze. "Die neuen Zahlen zeigen, dass die Energiewende machbar ist", sagte Röttgen.

Die 345 Seiten lange Studie war vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Fraunhofer-Institut Kassel und dem Ingenieurbüro für neue Energien erarbeitet worden. Dabei wurden unterschiedliche Szenarien zum Ausbau der Ökoenergien beleuchtet. Diese orientieren sich an verschiedenen Annahmen zur Entwicklung von Speichern für überschüssigen Ökostrom sowie an den möglichen Fortschritten bei den Stromeinspar- und Klimazielen.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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