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Energiewende, alternative Energie

Windenergie: Windrad, Meldungen (Teil 2)

Deutsche Windradunternehmen in der Uckermark rechnen die Steuern klein -- 50% des weltweiten Energiebedarfs kann mit Windenergie gedeckt werden -- Windräder im Windpark gruppieren, damit sie nicht zur Vogelfalle werden -- 2012 mehr als 1000 neue Windradanlagen in Deutschland -- 15 km Kabel auf dem Meeresboden werden wegen Weltkriegsbomben zum Problem -- Off-Shore-Windparks liefern extrem teuren Strom - und alles wird auf die Kunden abgewälzt -- Windpark in Mecklenburg erzeugt Wasserstoff -- 3 oder 4 Rotorblätter für ein Windrad -- das erste deutsche Windrad mit 100 m Durchmesser war viel zu gross - aber es war der Anfang -- Windparks vor der Küste tragen zur Artenvielfalt bei -- Siemens bekommt Riesen-Windpark-Auftrag in den "USA" - 5 Windparks in Iowa -- Sterntaucher verhindern Windkraftwerk-Ausbau in England -- Deutschland: Gemeindrat haftet bei Schäden durch Windenergie --

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Uckermark in Brandenburg (Deutschland) 27.5.2012: Wie deutsche Windradunternehmen die Steuern kleinrechnen und den Gemeinden kaum etwas bleibt

aus: Welt online: Energiewende: Der Wind und das ganz große Geld in der Uckermark; 27.5.2012;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article106380980/Der-Wind-und-das-ganz-grosse-Geld-in-der-Uckermark.html

Zusammenfassung
-- die Windradunternehmen haben den Gemeinden 10.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen pro Windrad versprochen
-- dann werden die Windräder aufgebaut
-- dann rechnen die Windradunternehmer ihre Steuern klein, so dass sie nur noch rund 600 Euro pro Jahr bezahlen und die Gemeinden vor dem Bankrott stehen
-- Spendebeiträge der Windunternehmen an die Gemeinde gehen dabei "vergessen"
-- und die Bevölkerung will auch nicht die gesamte Landschaft mit Windrädern vollgestellt haben.

Die Leute verarschen sich gegenseitig.

Der Artikel:

<Deutschland plant die Energiewende – und in Brandenburg wittern drei Landwirte ihre Chance. Mit Windrädern wollen sie Geld verdienen und ihre Gemeinde sanieren. Doch sie haben einen mächtigen Gegner.

Von Marc Neller

Der Abend draußen riecht noch nach Frühling, als Martin Mandelkow im Erdgeschoss seiner Pension mit zwei Männern um einen langen Tisch herumsitzt und sich an einer Vision wärmt, die sie zu Helden machen könnte. Mandelkow und zwei andere Landwirte aus dem Dorf, Nachbarn, gute Bekannte.

Auf dem Tisch stehen drei offene Bierflaschen und zwei große Teller mit Schnittchen, Käse und Wurst, die Mandelkows Frau vorbereitet hat. Dazwischen liegt, auf einer Aktenmappe, ein bunt bedrucktes DIN-A4-Blatt, auf dem eigentlich schon das Wichtigste zu sehen ist, mit einer dicken blauen Linie umrandet. Ein Acker, 120 Hektar, viermal so groß wie das Münchner Oktoberfest. Der größte Teil gehört ihnen. Mit diesem Stück Land verbindet sich ihre große Idee, eine Art Rettungsplan. Die Lösung aller Probleme, wenn es gut läuft. Die der großen Politik. Ihres Dorfes. Und ihrer eigenen.

Es geht ihnen darum, wie sie und ihr kleiner Ort die Energiewende nutzen können, die ganz Deutschland bevorsteht. Es hängt ja plötzlich alles mit allem zusammen, irgendwie. Fukushima in Japan und Bandelow im Norden Brandenburgs. Verschuldete Gemeinden und das große Geld. Der Wind und sie.

Die Gemeinde braucht Geld

Mit der Atomkatastrophe in Japan vor gut einem Jahr ist eine neue Zeit angebrochen. Die Bundesregierung hat es seither eilig mit ihrer neuen Energiepolitik. Sie braucht dafür Windräder, Zigtausende, also braucht sie Gegenden wie die Uckermark, wo es viel Wind gibt und viel weites Land.

Die Gemeinde Uckerland, zu der Mandelkows Dorf gehört, braucht Geld. Erst kürzlich haben die Gemeindevertreter unter Schmerzen beschlossen, im Sommer abends die Straßenlaternen nicht mehr anzuschalten, weil der Ort sich die 7000 Euro nicht mehr leisten kann, die das jedes Jahr kostet.

Und Martin Mandelkow, Carsten Rabe und Jacob Wolters brauchen das Gefühl, nicht irgendwelchen Windheuschrecken ausgeliefert zu sein, die ihnen erst die Landschaft und den Horizont mit Dutzenden Windrädern verschandeln, damit prächtig verdienen und dann keine Steuern zahlen, jedenfalls nicht bei ihnen.

Also wollen sie selbst Windräder auf ihre Äcker stellen lassen, neun oder zehn, jedes 150 Meter hoch. Sie wollen eine Gesellschaft gründen, ein paar Windräder selbst betreiben und für die übrigen eine Windkraftfirma suchen, die bereit ist, ihre Bedingungen zu akzeptieren. Alles abgestimmt mit der Gemeinde. Die soll auch etwas davon haben, das ist ein wichtiger Teil des Heldenplans.

"Die Voraussetzungen könnten schlechter sein"

Mandelkow stellt ein paar neue Bierflaschen auf den Tisch. "Die Gemeinde müsste eigentlich längst genug Geld haben, es gibt ja hier große Windkraftbetreiber, die viel versprochen haben. Aber …", er lässt den angefangenen Satz in der Luft hängen, um sich noch eine Schinkenschnitte zu greifen. "… bisher lief es immer so, dass eigentlich nur zwei an den Windrädern verdient haben: die Landeigentümer und die Windunternehmen. Das stellen wir uns anders vor."

Mandelkow ist 37, er hat ein rosiges, jungenhaft glattes Gesicht und einen kräftigen Oberkörper. Er hat die Rolle des Erklärers übernommen. Er redet am besten, findet Rabe. Wolters, schmächtig und zäh, hält es wie sein Vater: nicht quatschen, machen. So hat der Vater, dieser schweigsame Holländer, geschaffen, was ihm kaum jemand zutraute, als er Mitte der 90er-Jahre nach Bandelow kam mit seiner Familie: die Käserei und die Ladenkette für Essen aus der Region.

Rabe und Wolters muss Mandelkow nicht mehr überzeugen. Sie haben in den vergangenen zwei Jahren oft genug zusammengesessen, um sich einig zu werden, an Abenden wie diesem, hier in diesem Raum.

Es sind jetzt andere, die sie auf ihre Seite bekommen müssen. In zwei Tagen stellen sie ihren Plan im Gemeindehaus vor, einem weißen Flachbau an der Hauptstraße, erst in einer Bürgerversammlung, danach tagt der Gemeinderat. Sie brauchen Beschlüsse und Genehmigungen und sie brauchen Investoren und Nachbarn, die Teilhaber werden wollen. Sonst bleibt alles nur ein schöner Wunsch.

"Die Voraussetzungen", sagt Mandelkow, "könnten schlechter sein." Sie sind drei Männer aus dem Ort, die man kennt und denen man traut. Die Menschen hier haben so ihre Erfahrungen gemacht.

Die Windfirmen boten viel Geld

Anfang der 90er-Jahre begann Brandenburg ein Windstromland zu werden. Inzwischen stehen 3000 Windräder an Autobahnen, Dorfstraßen, auf weiten Feldern. In acht Jahren sollen es doppelt so viele sein, so will es die Regierung in Potsdam. Es gibt fünf regionale Planungsstellen, deren Mitarbeiter derzeit Landkarten studieren und über Äcker stapfen und Naturschutzgutachten erstellen, um herauszufinden, wo es noch geeignete Flächen gibt. In der Uckermark zum Beispiel, die schon jetzt mit Windrädern zugestellt ist wie kaum eine andere Gegend in Deutschland.

Längst haben die Windfirmen ihre Vertreterkolonnen übers Land geschickt, um mit den Landbesitzern Vorverträge abzuschließen. Auch in Bandelow waren sie und auch bei Rabe, namhafte Unternehmen. Sie haben ihm Geld geboten, viel Geld. Die Pacht, die die Betreiber den Bauern für jedes Windrad auf ihrem Acker zahlen, liegt zwischen 10.000 und 35.000 Euro im Jahr. "Da glaubst du ganz schnell, du bist ein gemachter Mann", sagt Rabe.

Das dachten viele. Auch die, die ihren Acker von der "Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH" gekauft hatten, einer Nachfolgefirma der Treuhand. Sie wissen nicht oder haben vergessen, was in ihren Verträgen steht: dass sie drei Viertel der Pacht für Windräder an den Staat abgeben müssen.

Es ist nur eine der großen Hoffnungen, die als noch größere Enttäuschung endete.

Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Ein schiefergrauer Abendhimmel hängt über Bandelow, ein scharfer Wind bläst über die Dorfstraße und zerrt an den Bäumen. Im Gemeindehaus, einem Raum mit Kassettendecke und hellem Laminatboden, sitzen Mandelkow und Rabe in der ersten von vier Stuhlreihen, bereit, für ihre Sache zu werben. Vier Windfirmen haben ihre Planer geschickt. Uckerland, ein Zusammenschluss aus elf Dörfern, dazwischen weite Felder, ist für sie sehr interessant.

Die Bürgermeisterin steht mit einem Laptop an einem weißen Stehtisch aus Blech. Eine zierliche Frau Anfang 50 mit blondem Pagenkopf, in einem etwas zu kurzen violetten Kleid. Christine Wernicke will, dass die Leute hier wissen, worum es geht. Und das nicht erst, wenn es zu spät ist.

Landauf, landab sind die Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Windräder vor ihrer Haustür zu protestieren. Sie haben Bürgerinitiativen gegründet und eine Partei mit dem Namen "Rettet die Uckermark", die es mit nur einem Thema bis in den Kreistag schaffte: Windräder verhindern. Also hat Wernicke zu dieser Versammlung eingeladen. Sie wird Landkarten, Pläne und Zahlen an die Wand projizieren. Was ihrer Ansicht nach so alles nötig ist, um zu entscheiden, was man will.

Nach derzeitigem Stand der Dinge, sagt Wernicke, "sind 21 Prozent der Gemeindefläche Windeignungsgebiet". Sie wiederholt die Zahl, 21 Prozent, und zählt auf, worauf es ankommt. Fristen, Mindestabstände, naturschutzrechtliche Bestimmungen, politische Entscheidungen, all die Schritte der Planung und die baurechtlichen Bestimmungen, die in Deutschland unumgänglich sind, bevor ein Windrad aufgestellt werden darf.

Dann wirft Wernicke noch ein paar Zahlen an die Wand, ein paar Berechnungen, die sie mal angestellt hat. Auf zwei der Zahlen kommt es ihr besonders an: 85 und 384. Sie sagt, "wir haben in der Gemeinde 85 Windräder, für jedes bekommen wir im Jahr 384 Euro Gewerbesteuern".

Diese beiden Zahlen stehen für das große Dilemma, in Uckerland wie anderswo: den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die goldene Zeit, in die viele Bürgermeister ihre Dörfer oder Städte mithilfe der Windräder zu führen glaubten, ist nicht gekommen.

Als man ihnen erzählte, dass ihnen ein einziges Windrad im Jahr mindestens 10.000 Euro Gewerbesteuer bringen kann, wollten sie es nur zu gern glauben. Inzwischen wissen sie, dass das eher die Theorie war. Zwar verdienen die Investoren viele Millionen, oft aber zahlen sie ihre Steuern woanders, schreiben hohe Investitionen ab oder häufen mit Tricks so viele Verluste an, bis kein Gewinn mehr übrig bleibt, der zu versteuern wäre.

Als Wernicke vor vier Jahren Bürgermeisterin wurde, eine Finanzsachbearbeiterin und parteilos, musste sie feststellen, dass es ihr erging wie so vielen Kollegen in ganz Deutschland.

Das Gefühl, dass sie noch Politik machen kann

Bandelow, auf der Liste der Regionalplaner derzeit Windeignungsgebiet 01, ist eines der wenigen Dörfer in ihrer Gemeinde, in der noch kein Windrad steht. Doch Christine Wernicke ist nicht die Frau, die sich Illusionen hingibt. Die Landeregierung beschließt ihre Ziele, die Regionalplanung plant, die Energiekonzerne und ihre Anleger wollen Profit machen. Seit die Bundesregierung ohne Strom aus Atomkraftwerken auskommen will, soll alles noch schneller gehen.

Wie Mandelkow, Rabe und Wolters findet deshalb auch Wernicke, dass sie die Dinge schleunigst selbst in die Hand nehmen müssen, wenn sie nicht überrannt werden wollen.

Sie hat deshalb dafür gesorgt, dass die Gemeinde eine Veränderungssperre für alle Äcker verhängt hat. Die Gemeinde hat so zwei Jahre Zeit gewonnen, um einen Bebauungsplan zu erstellen und zu überlegen, mit welchen Firmen sie verhandelt. Und Wernicke hat sich das Gefühl erhalten, dass sie noch Politik machen, dass sie handeln kann und nicht alles mitmachen muss, was in der Vorstandsetage eines Unternehmens längst beschlossen ist. Sie braucht das.

Während die Bürgermeisterin spricht, geht Mandelkow noch einmal seine Notizen durch, den Mund zu einem schmalen Strich zusammengepresst, Rabe guckt in seine Hände. Es gilt, eine zweite Landnahme zu verhindern. So sehen sie das.

Sie sind befreundet, seit vielen Jahren. Es gibt vieles, das sie miteinander verbindet. Die Dorffeuerwehr, der Beruf, die Geschichte ihrer Familien. Mandelkow ist zurückgekommen nach Bandelow, Rabe war nie woanders. Die Felder, die sie heute bewirtschaften, gehörten ihren Großvätern, bevor die im Namen des Sozialismus enteignet wurden. Mandelkows Vater floh mit seiner Familie nach Kassel, nach der Wende kamen sie zurück.

Mandelkow und Rabe lernten sich kennen, als ihre Väter mit den Behörden darum rangen, das Land ihrer Großväter wiederzubekommen und einen Betrieb aufzubauen. Sozialismus hin, Großkapital her, sie wollen selbst über ihren Acker bestimmen. Die Veränderungssperre, finden sie deshalb, ist auf jeden Fall eine gute Sache.

Es geht ihm um das Deutschland für morgen

Als die Bürgermeisterin die Diskussion eröffnet, steht hinter Mandelkow ein Mann auf, den sie hier den Windmüller nennen, halb spöttisch, halb anerkennend. Jörg Müller ist Chef der Firma Enertrag, eines der führenden deutschen Windunternehmen, Jahresumsatz 250 Millionen Euro. Seine Windräder stehen überall in der Gegend. Es heißt, er habe ihnen Namen gegeben, die er alle auswendig wisse.

"Wir müssen uns eine Sache klarmachen", sagt Müller. Die Vorbehalte gegen die Windenergie, die seien von den vier großen Energiekonzernen geschürt worden. Und warum? Weil die sich zu lange mit der Vergangenheit beschäftigt und die Zukunft verschlafen hätten.

Die Zukunft, wie Müller sie sieht, das sind hohe Windräder, 200 Meter und vielleicht schon bald mehr, von denen ein einziges genug Strom für eine Kleinstadt produziert. Hohe Windräder bedeuten viel Strom und viel weniger Mühlen in der Landschaft. Hohe Windräder ist gleich niedrigerer Strompreis, ist gleich höhere Akzeptanz in der Bevölkerung. Das in etwa ist Müllers Gleichung, sein Rettungsplan.

Müller trägt einen Topfhaarschnitt, den ihm seit Jahren seine Frau schneidet, ein gestreiftes Hemd in Braun und Orange, dazu eine Jeans, deren Bund etwa auf der Höhe seines Bauchnabels sitzt. Seine Anzüge zieht er selten an. Er findet, er muss nicht aussehen, wie sich die Leute den Lenker einer Aktiengesellschaft vorstellen, und er müht sich, nicht wie einer zu sprechen. Denn das mit der Akzeptanz ist so eine Sache.

Heute mag es um Bandelow gehen, morgen um Milow oder Wandlitz, aber eigentlich geht es für jemanden wie ihn um das Deutschland von morgen, ein modernes Land, das saubere Energie erzeugt. Am besten dank Firmen wie seiner.

Das Gesicht des hässlichen Kapitalismus

Die Leute im Gemeindehaus von Bandelow wissen das, sie wissen es überall, wo Versammlungen wie diese stattfinden. Aber sie hassen es, wenn jemand sie das spüren lässt. Egal, ob sie Einheimische sind oder Großstädter, die wegen der schier unendlichen Weite der Landschaft Häuser gekauft haben; ob sie Windräder ablehnen oder befürworten; ob sie sich um die Natur sorgen, um die Zugrouten von Kranichen, darum, dass ihr Ort auszusterben droht, oder doch eher um den eigenen Kontostand. Sie alle eint ein Gefühl. Ihr Leben soll sich nicht verändern, nur weil es Teil irgendeiner großen Idee ist, erdacht von Leuten, denen ihre Region ziemlich egal ist.

Müller versucht diesen Eindruck zu entkräften, indem er ihm sein Leben entgegenstellt. Er lebt seit 17 Jahren in einem alten Bauernhaus mit blassgelber Klinkerfassade, keine zehn Autominuten von Bandelow entfernt, auch von der Zentrale seiner Firma fährt er höchstens eine Viertelstunde. Also sagt er: wir. "Wir müssen uns klarmachen", "wir wollen nicht so viele Anlagen hier in der Landschaft" und "wir alle müssen das bezahlen".

Irgendwann, als aus Müllers Wortmeldung ein Vortrag über die Vorzüge der Windenergie geworden ist, schneidet ihm Wernicke das Wort ab. "Wir müssen abends die Straßenbeleuchtung abschalten." Die Gemeinde, die so viel Strom für Deutschland herstellt, kann sich selbst keinen Strom leisten, weil Firmen wie die Müllers so wenig Gewerbesteuern zahlen. Das ist der Vorwurf. Es vergeht ein Augenblick, bevor Müller etwas entgegnet.

"Es kommt mir so vor, als ob die Beträge, die Sie vorhin genannt haben, alle von uns wären." Er meint, dass allein Enertrag 384 Euro Steuern für jedes Windrad gezahlt haben muss, eigentlich sogar sehr viel mehr.

"Da muss ich Sie enttäuschen." Die Bürgermeisterin schüttelt den Kopf, ihre Lippen formen ein ironisch angedeutetes Lächeln. Müller steht wie festgefroren vor seinem Stuhl. Es wirkt, als suche er nach einer passenden Antwort. Er könnte sagen, dass sein Unternehmen in den vergangenen Jahren viel Geld gespendet hat, für die Sanierung einer Kita, für Vereine, für dieses und jenes, allein in Uckerland 300.000 Euro. Aber er sagt nichts mehr. In diesem Moment ist er keiner von ihnen, sondern der Stellvertreter einer Branche, der sie nicht mehr trauen. Das Gesicht des hässlichen Kapitalismus.

"Wir müssen die Geldfrage klären"

Es ist der Augenblick für Martin Mandelkow, aufzustehen. Zeit für die Vision. Mandelkow hält sich nicht lange mit einer Vorrede auf. Er sagt, mit einem Stück Land könne man, auf gut deutsch gesagt, ein Schweinegeld verdienen, wenn man einer Firma erlaube, Windräder aufzustellen. Aber er denke, sie sollten aus den Fehlern lernen, die andere Dörfer gemacht hätten.

Was ihm, Rabe und Wolters vorschwebt, ist eine Windgesellschaft, die ihren Sitz in der Gemeinde hat, damit sie hier ihre Steuern zahlt. Nicht irgendeinen Teil, sondern "100 Prozent". Sie, die Leute im Ort, sollen sich als Kommanditisten beteiligen, Mindesteinlage 500 Euro. Außerdem soll ein Teil der Pacht in eine eigens gegründete Stiftung fließen, Geld, mit dem die Gemeinde eine Straße flicken, Gehwege pflastern oder eine Kita sanieren kann. Und die Gemeinde könnte selbst ein Windrad betreiben und so Geld einnehmen.

Mehr Steuern; Geld aus einer Stiftung, mit dem sie ihren Ort schöner machen können, statt wie bisher nach irgendeinem Naturschutzgesetz Hecken zu pflanzen; und die Gemeinde selbst als Windunternehmer. Das alles wäre neu. Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Die Leute klatschen Beifall, Mandelkow sieht zufrieden aus.

Zwar fällt hier keine Entscheidung, auch später, in der Sitzung der Gemeindevertreter noch nicht. Doch ihr Bürgerwindpark scheint gut anzukommen. Aus anderen Dörfern hat Mandelkow Ähnliches gehört, ihr Plan ist nicht geheim geblieben. An diesem Donnerstagabend könnte es aussehen, als sei alles bloß noch eine Formsache. Als könnten drei Bauern das große Rad drehen und Konkurrenten wie Jörg Müller mit seinem international operierenden Unternehmen das Nachsehen haben. Doch so einfach ist es nicht.

"Wir müssen die Geldfrage klären", hat Mandelkow gesagt, als er vor zwei Tagen mit den anderen beiden beim Bier zusammensaß. "Ich kann nicht alles, was ich an Erspartem habe, in Windräder stecken." Rabe nickte. Wolters sagte mit seinem schweren holländischen Akzent, "in Schleswig-Holstein klappt es gut mit diesen Bürgerwindparks". Trotzdem, ohne einen Investor wird es nichts. Wenn am Ende jeder von ihnen ein Windrad finanziert, sein eigenes, und die Gemeinde ihres, dann ist es gut gelaufen.

Jedes bedeutet eine Investition von vier bis fünf Millionen Euro. Ein Fünftel davon müssen sie aufbringen, das verlangen die Banken. Und die Uckermark ist nicht wie Schleswig-Holstein. Die Menschen dort haben Geld, hier ist das anders. Von den 3000 Uckerländern sind viele Rentner, viele Familien brauchen Hilfe vom Staat, um durchzukommen. Bleiben vielleicht 700, die sich an ihren Windrädern beteiligen würden. Bald werden sie mehr wissen, sie haben Interessenten zu einer Versammlung eingeladen.

Das heißt, Jörg Müller bleibt im Spiel.

Müllers persönliche Energiewende

Die Firmenzentrale der Enertrag AG liegt am Ortsrand von Dauerthal wie ein im Niemandsland gelandetes Ufo. Müller hat im lichtdurchfluteten Atrium des Hauptgebäudes Platz genommen, in einer Sitzgruppe, um ihn herum ist viel Glas, viel Holz, viel Bewegung. Müller verströmt die Selbstgewissheit eines Menschen, dessen Pläne das Leben durchkreuzt hat und der sich trotzdem gut zurechtgefunden hat. Es war der Zufall, der einen Ökopionier aus ihm gemacht hat.

Er ist bei Dessau aufgewachsen. Als er nach der zehnten Klasse gefragt wurde, was er denn mal studieren wolle, sagte er: was mit Strom oder Technik. Sein Vater war Ingenieur. Es schien damals möglich, dass der Mensch bald auch auf dem Mond leben kann. Müller hatte dann die Wahl zwischen Physik, in Dresden oder Prag, Kerntechnik in Moskau und Reaktorfahrer in Odessa. Er entschied sich für Moskau. Nach dem Studium arbeitete er eine Weile im Atomkraftwerk in Greifswald. Dann wurde zuerst die DDR stillgelegt und wenig später der Reaktor.

So begann Müllers persönliche Energiewende. Plötzlich war er ein Kernkraftwerkstechniker, der seinen Glauben verloren hatte. Atomkraftwerke sind für den Menschen nicht zu beherrschen, das sah er jetzt ein. Seine alten Kollegen gingen zu Siemens, in den Westen. Müller ging in die Uckermark und gründete seine erste Firma, 1992, ein Jahr später stellte er die ersten Windräder auf. Eines in Cottbus, drei in der Uckermark.

Heute hat Müllers Unternehmen mehrere Tochtergesellschaften, 440 Mitarbeiter, weltweit über 500 Windräder und fast eineinhalb Milliarden Euro in Windkraft investiert. Wenn Müller Besucher hat, brettert er mit ihnen manchmal in seinem bulligen Audi-Geländewagen über Feldwege zu einem seiner Windräder, um zu zeigen, dass so ein Ding im Grunde "nur ein Computer mit riesigem Gehäuse" ist.

Es ist eine Art Folklore. Denn es ist nur noch selten nötig rauszufahren, Müller holt sich die Windräder in die Zentrale. Auf dem Firmengelände steht ein flacher, tortenförmiger Bau, in dessen Mitte rund um die Uhr vier Kollegen sitzen und mit Computern 1300 Windräder in Brandenburg, Deutschland, Frankreich und in Japan überwachen und warten. Und mit ein paar Mausklicks kann Müller dort eine Übersicht auf eine große Leinwand holen, um beispielsweise zu sehen, welches Windrad in diesem Moment wie viel Strom produziert.

Das ist die Zukunft. Das und die Höhe der Windräder. "Den Fortschritt, den wir machen, erreichen wir durch die Größe." Nach jetzigem Stand, Müller rechnet, bräuchte Deutschland etwa 75.000 der neuen, großen Windräder, fast dreimal so viele wie bisher, dazu Sonnenenergie. Das würde wohl reichen, für Strom, Verkehr und Industrie.

Müllers Problem ist, dass für die Zukunft nicht nur Visionäre zuständig sind, sondern auch die Politik. Politik, das bedeutet Stromplaner, Bauleitplaner, Umweltplaner. Es bedeutet komplizierte Vorschriften und Gesetze, die einzuhalten sind, und Verfahren, die sich über Jahre hinziehen. Die Politik ist langsam, Müller schnell. Eigentlich passen sie nicht zueinander. Dass Politik neuerdings auch noch bedeutet, dass Bürger mitbestimmen wollen, macht es nicht einfacher.

Plötzlich fühlt er sich umzingelt

In Bandelow, im Dorfgemeinschaftshaus, hat sich nicht nur Christine Wernicke gewundert, die Bürgermeisterin. Sie konnten sich nicht daran erinnern, dass jemals auf einer Bürgerversammlung der Chef einer großen Windfirma persönlich aufgetaucht wäre. Es muss Müller wichtig gewesen sein.

Für das Ackerland, das zu großen Teilen Mandelkow, Rabe und Wolters gehört, interessiert Müller sich schon seit zwanzig Jahren, da fing er gerade an. Natürlich lässt er nicht durchblicken, was er vorhat. Er kann warten. Er weiß, dass drei Bauern nicht mal eben 40 oder 50 Millionen für einen Windpark lockermachen können.

Müller sagt, "man muss nur auch wissen, dass so ein Windrad nicht zwangsläufig bedeutet, dass man Geld anlegt und dafür mehr Geld bekommt". Es klingt wie eine Drohung, auch wenn nicht ganz klar ist, an wen sie gerichtet sein könnte. Denn Müller ist dabei, sich in Fahrt zu reden. Es wird gleich nicht mehr um Bandelow gehen, sondern ums Ganze: um Geld und wie es alles verändert.

Müller erinnert sich gerne an die Zeit, als er die Baugenehmigung für seine erste Anlage für 200 D-Mark bekam. "Heute", sagt er, "zahlen wir 20.000 Euro." Plötzlich ist er es, der sich umzingelt fühlt. Von Bürgermeistern, die glauben, ihre Rathäuser bekämen goldene Türklinken, wenn sie nur ein paar Windräder genehmigten. Von Landbesitzern, die eine horrende Pacht fordern. Von Konkurrenten, die den Bauern Mondpreise bieten, um sich Plätze für ihre Windräder zu sichern, und die so die Sitten verderben. Von Bodenspekulanten, die die Preise zusätzlich noch in die Höhe treiben. Und von der großen Politik, deren Subvention Müller "einen Mindestlohn" nennt.

Das ist Müllers Sicht. Er beklagt Entwicklungen, an denen die Windfirmen nicht ganz unschuldig sind.

Lange Zeit hatten sie es mit Kommunalpolitikern zu tun, für die Politik eine Freizeitbeschäftigung ist und die von all den komplizierten Gesetzen und Verträgen überfordert waren. Sie waren froh, wenn der Investor alles vorbereitete, bis hin zur Beschlussvorlage für die Gemeindeversammlungen, und sie dann nur noch zustimmen mussten.

Das kommt immer noch vor, aber die Firmen geraten inzwischen auch an Dörfer wie Bandelow, an Gemeindevertreter und Bürgermeister, die das Gefühl haben, die Gemeinden seien bisher schlecht weggekommen. Sie stellen Bedingungen.

Die Interessen sind sehr unterschiedlich

Es hat sich herumgesprochen, dass die Windkraftbetreiber gut von dem leben können, was Müller einen Mindestlohn nennt. Jeder Deutsche, der seine Stromrechnung begleicht, finanziert sie mit. Der Staat garantiert ihnen, dass sie ihren Strom zu einem festen Preis verkaufen können, derzeit etwas mehr als neun Cent je Kilowattstunde.

Je nachdem, wie sie arbeiten und kalkulieren, bleiben von diesen neun Cent bis zu zwei Cent als Gewinn. So jedenfalls rechnen Fachleute, die für kein Unternehmen oder deren Lobby arbeiten. Sie sagen, dass die großen Windradbetreiber durchaus traumhafte Margen haben können: 15 Prozent oder mehr.

Solche Zahlen regen die Fantasie an. Bisher ist das Windfeld Bandelow in den Karten der Planer bloß eine schraffierte Fläche mit dem Umriss eines Schmetterlings. Die einen im Dorf wittern eine Chance, die anderen eine Gefahr. Christine Wernicke, die Bürgermeisterin, will sie alle zusammenhalten.

Aber die Interessen sind sehr unterschiedlich. Da ist die Gemeinde, die dreieinhalb Millionen Euro Schulden hat. Da sind Mandelkow, Rabe und Wolters, die ihren Ort retten und Geld verdienen wollen. Da sind andere Bauern, die Geld verdienen wollen. Da sind Menschen, denen eine schöne Landschaft lieber ist als das nächste Heilsversprechen. Und da sind Männer wie Olaf Ringk.

Ringk weiß, wann er verloren hat

Ringk sitzt mit einem Kaffee auf einer Bank vor seinem Haus. Ein schöner Abend, die Sonne steht tief über dem Stall des alten Gutes. Was Ringk noch mehr stört als die vielen grauen Masten, die hier überall stehen, auch hinter seinem Haus, und die man aus vielen Kilometern Entfernung sieht, ist das Gefühl, ohnmächtig zu sein. "Wo hier Windräder hinkommen, das bestimmen längst die Windkraftfirmen."

Ringk ist Landschaftsgärtner, er sitzt im Gemeinderat von Uckerland, als Mitglied der CDU. Erst kürzlich hat Christine Wernicke, die Bürgermeisterin, in einer Sitzung gesagt, dass bei ihnen in nächster Zeit eine Milliarde Euro in neue Windräder investiert werden sollen. Sie scheint noch daran zu glauben, etwas beeinflussen zu können, Ringk glaubt das nicht mehr.

Die wichtigen Entscheidungen fallen in Berlin, in Potsdam und in der Regionalversammlung. Gemeinden wie Uckerland aber haben dort keinen Vertreter, den haben nur Kommunen mit mindestens 10.000 Einwohnern. Die Windfirmen dagegen haben zwei Vertreter, beide arbeiten für Enertrag.

Ringk wird sich nicht mehr gegen neue Windparks stellen. Es geht ihm wie vielen anderen, die viele Jahre dagegen gekämpft haben, dass ihre Orte von Windrädern umstellt werden. Er weiß, wann er verloren hat.

"Das läuft alles viel subtiler"

Der Landrat, ein Mann der SPD, betrachtet die Dinge wie Olaf Ringk, nur von etwas weiter oben. Auch er sagt, dass die lokale Politik nur sehr begrenzten Einfluss hat.

Die Windkraftfirmen sind in der Lage, vieles mit Geld zu regeln.

Der Mann, der jahrelang als Chefplaner für die Region zuständig war, steht seit einem Jahr bei einem von Müllers Konkurrenten unter Vertrag.

Und die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat seit 2002 in rund 30 Fällen ermittelt, in denen sie dem Verdacht der Korruption nachging. Sie wollte wissen, ob die Windkraftfirmen sich in Brandenburg die Zustimmung von Gemeindevertretern erkauft hatten.

Jemand, der bis heute einen guten Einblick hat, sagt, die Gemeinden und die Firmen hätten die Zuwendungen damals sogar in den Verträgen dokumentiert, die sie miteinander schlossen. Baugenehmigung gegen Spende, das war der Deal, verbunden mit der Regelung, dass das Unternehmen die Spende zurückfordern könne, falls die Kommune die Genehmigung doch nicht erteilt.

Trotzdem stellten die Staatsanwälte ihre Ermittlungen alle ein. Der Bundesgerichtshof hatte in einer anderen Angelegenheit entschieden, dass Gemeindevertreter nicht wegen Bestechlichkeit verurteilt werden können. Sie seien, strafrechtlich gesehen, keine Amtsträger.

"Das läuft heute ohnehin alles viel subtiler, in einem Graubereich zwischen politischer Landschaftspflege und Korruption", sagt ein wichtiger Mann der Justiz. Die Gemeinden verhandeln mit den Firmen, bei denen sie mehr Spenden für den Fußballverein oder die Feuerwehr herausschlagen können. "Manchmal", sagt auch der Landrat, "weiß man nicht so genau, wann eine Spende noch eine Spende ist und wann eigentlich schon Korruption." Es kommt vor, dass die Gemeinden schöne Einmalzahlungen bekommen, bis zu 200.000 Euro.

Jörg Müller sagt, diese Entwicklung gebe es, ja, aber Graubereich und Korruption? "Das ist, mit Verlaub, ziemlicher Quatsch. Wir investieren in einer Gegend, die nicht gerade privilegiert ist." Er sagt, "wir machen da nicht mit". Doch auch seine Firma hat in den vergangenen Jahren Hunderttausende Euro gespendet.

Plötzlich ergab alles einen Sinn

An einem Abend Ende März sitzt Mandelkow wieder einmal mit Rabe und Wolters zusammen, in der Pension. Die Bürgermeisterin ist dieses Mal auch da, es gibt ein paar Dinge zu besprechen. Vor allem, ob die Gemeinde sich ein Windrad leisten will. Da ist es gut, wenn man positive Beispiele vorweisen kann.

Mandelkow hat den Mann eingeladen, der ihnen helfen soll, Geld aus Wind zu machen, einen Berater. Sie haben sich sofort gut verstanden. Auch er ist der Sohn eines Landwirts. Sie mussten ihm nicht erklären, dass ein zweites Standbein nicht schaden kann, weil die Landwirtschaft noch unberechenbarer geworden ist, seit Spekulanten mitmischen.

Vor allem aber ist er gerade dabei, einen Windpark zu bauen, der seiner Familie gehören wird. Für 30 Millionen. Er hat ihnen das Gesellschaftsrecht erklärt, ihre Möglichkeiten und gesagt, es wäre gut, einen Investor zu haben, der die Aufsicht für den gesamten Windpark übernimmt, für seine Windräder und für ihre. Gemeinsame Planung, Versicherung, Wartung, gemeinsamer Ertrag, also weniger Kosten und weniger Risiko. Er stünde als Investor bereit.

Dieser Mann war der Beweis. So kann es werden. Fukushima, die Energiewende, ihre Äcker. Plötzlich ergab alles einen Sinn, die große Welt und ihre, sie gehörten zusammen. Denn es gab eine Idee, wie sie die Macht des Kapitals kontrollieren und trotzdem von ihm profitieren können.

Wer der Investor sein wird, sagt Mandelkow, "das sehen wir noch". Vielleicht der Berater, vielleicht Müllers Firma. Sobald das geklärt ist, wollen sie ihre GmbHs gründen, jeder eine für sein Windrad. Dann kann die Zukunft beginnen. Vielleicht sind die Windräder sogar erst der Anfang, wer weiß.

"Wenn wir für die Städte den Ökostrom produzieren, sollen wir ihn hier auch billig haben", sagt Mandelkow. Sein Gesicht glüht, er ist jetzt bereit, den großen Bogen zu schlagen. Windräder, Biogas, Gasspeicher, Selbstversorgung, Unabhängigkeit. Mit wenigen Sätzen entwirft er eine Kleinrepublik Uckerland, die niemanden mehr braucht, rein strommäßig gesehen.

"Man muss die Chancen sehen"

"Alles nicht ganz so einfach", sagt der Berater.

"Wenn das möglich wäre …", sagt die Bürgermeisterin. Wenn die Bürger und die Unternehmen billigen Strom bekommen könnten, dann müssten sie nicht mehr diskutieren, ob sie Windräder wollen. Wernicke überlegt noch, ob die Gemeinde selbst Windradbetreiber werden soll.

"Na ja, man muss halt die Chancen sehen", sagt Mandelkow. Wie ihre Väter. Und wie Jörg Müller.

Sie haben unverhofft Beistand bekommen. Der Ministerpräsident war kürzlich in Bandelow, Matthias Platzeck. Er hat Christine Wernicke besucht und viele Fragen zu dem Windpark gestellt, den die drei Bauern planen. Hinterher kam es allen so vor, als sei er beeindruckt gewesen. Wieder so ein Tag, an dem es ein bisschen voranging.

Es ist spät geworden. Die Bürgermeisterin hat sich schon verabschiedet. Rabe und Wolters nehmen ihre Jacken von den Stuhllehnen und treten in den Hof hinaus. Mandelkow steht in der Tür und sieht, wie die beiden Männer, einer lang, einer schmächtig, langsam in der Dunkelheit verschwinden. Die Nacht ist sternklar. Auf ihren Äckern, am Ortsrand, liegt ein silberner Schimmer. Alles scheint möglich.

Mitarbeit: Uta Keseling>

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Die "USA" haben endlich eine vernünftige Studie vorzuweisen:

Der
                      Standard online, Logo

10.9.2012: 50% des weltweiten Energiebedarfs können mit Windenergie gedeckt werden - berechnen "US"-Forscher

aus: Der Standard online; 10.9.2012;
http://derstandard.at/1345166742755/Windkraft-Starker-Rueckenwind-fuer-die-Energiewende

<Starker Rückenwind für die Energiewende.

US-Forscher haben errechnet, wie viel Energie weltweit aus der Windkraft rauszuholen wäre.

Die Hälfte des künftigen globalen Energiebedarfs wäre leicht mit Windkraft zu decken, haben US-Forscher berechnet.

Stanford - Sie seien laut, werfen Schatten, stören die Jagd, "zerschreddern Vögel" und - am häufigsten vorgebrachtes Argument - sie würden im großen Stil Landschaft verschandeln. Windturbinen können nicht überall aufgestellt werden, mangelnder Wind ist in vielen Fällen dafür aber nicht verantwortlich: Nicht jeder will einen hohen Turm mit Riesenrotor vor der Haustür haben.

Mark Jacobson von der Universität Stanford und Cristina Archer von der Universität in Delaware haben im bisher detailliertesten Modell errechnet, wie viel Energie weltweit aus der Windkraft rauszuholen wäre, wenn gesellschaftliche, wirtschaftliche oder ökologische Überlegungen keine Rolle spielen würden und 100-Meter-Windräder nach Belieben auf Land und Wasser verteilt werden könnten. Das errechnete theoretische maximale Windkraftpotenzial der Erde liegt laut der im Fachblatt "PNAS" veröffentlichten Studie bei über 250 Terawatt pro Jahr.

Ab diesem Wert würden zusätzliche Anlagen keinen höheren Energieoutput erbringen, weil sich die Turbinen gegenseitig den Wind "wegnehmen". Zudem würde es Auswirkungen auf das Klima geben. Bisherige Studien ergaben, dass die Kraft des Windes von Turbine zu Turbine stärker abnehmen würde und klimatische Wechselwirkungen größer seien.

Würden nur Land- und Küstengebiete mit Windrädern vollgestellt, käme man auf 80 Terawatt. Zum Vergleich: Sind alle Energieformen bis 2030 in saubere umgewandelt, schätzt man den globalen Verbrauch auf jährlich 11,5 Terawatt. Jacobson und Archer errechneten, dass mit vier Millionen Fünf-Megawatt-Turbinen - die Hälfte im Meer, die Hälfte an Land - ein Bedarf von 7,5 Terawatt gedeckt werden könnte, ohne dass es negative Auswirkungen auf Klima oder Umwelt geben würde.

Die so auf der gesamten Erde verstellte Landfläche, die man zusätzlich als Anbaugebiete nutzen könnte, beliefe sich etwa auf die Hälfte der Fläche Alaskas. (pum, DER STANDARD, 11.9.2012)

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Der
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29.9.2012: <Wie Windräder platziert werden sollten, damit sie nicht zur Vogelfalle werden> - Windräder in Windpark gruppieren

aus: Der Standard online; 29.9.2012;

http://derstandard.at/1347493138147/Windraeder-in-Gruppen-plaziert-retten-Greifvoegeln-das-Leben

<Schweizer Untersuchung zeigt, dass Anordnung an möglichst wenigen Standorten Greifvögeln wie dem Rotmilan das Leben rettet.

Zürich - Greifvögel gehören zu den häufigsten Opfern von Windenergieanlagen. Eine Studie der Vogelwarte Sempach zeigt aber, dass sich die großen Vögel seltener tödliche Verletzungen an Rotorblättern zuziehen, wenn Windräder in Windparks gruppiert werden.

Artenschutz in Zeiten der Energiewende

Um den Einfluss von Windrädern auf die Greifvogel-Population zu kennen, führte die Schweizerische Vogelwarte Sempach eine Computersimulation durch. Diese basiert auf einer Rotmilan-Population, die jährlich um fünf Prozent wächst, wie die Vogelwarte mitteilte. Da der Rotmilan nur in Europa brütet, und die Schweiz eines der wenigen Ländern ist, in denen sein Bestand zunimmt, trage sie eine internationale Verantwortung für die Erhaltung des Rotmilans, hieß es weiter.

Werden Windräder in einem Windpark an einem Ort gruppiert aufgebaut, so wird das Wachstum der simulierten Rotmilan-Population nur wenig gebremst. Ganz anders sah es aus, wenn die selben Windräder einzeln aufgestellt und über eine größere Fläche verteilt waren: In diesem Fall nahm die Rotmilan-Population ab.

Möglichst wenige Standorte

Die Schweizerische Vogelwarte schlägt deshalb in ihrer Studie vor, Windräder generell an möglichst wenigen Standorten aufzustellen. Außerdem erfordere es eine überregionale Planung bei neu zu bauenden Windrädern, um zu beurteilen, inwiefern eine neue Anlage für eine Greifvogel-Population eine Gefährdung darstelle. (APA, 29.9.2012) 


Links

Biological Conservation: Spatial distribution of wind turbines is crucial for the survival of red kite populations

Vogelwarte Schweiz>


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30.1.2013: <Windenergie boomt: 2012 mehr als 1000 neue Anlagen in Deutschland>

aus: n-tv online; 30.1.2013;
http://www.n-tv.de/ticker/2012-mehr-als-1000-neue-Anlagen-in-Deutschland-article10038741.html

 Berlin, 30. Januar (AFP) - Der Markt der Windenergie boomt in Deutschland: 2012 seien hierzulande 1008 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von 2439 Megawatt neu installiert worden, teilte der Bundesverband WindEnergie am Mittwoch unter Berufung auf eine von ihm in Auftrag gegebene Erhebung mit.

Damit seien im vergangenen Jahr rund 20 Prozent mehr Leistung ans Netz gegangen als im Vorjahr. Auf See gingen demnach im vergangenen Jahr 16 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 80 Megawatt neu ans Netz. In Nord- und Ostsee speisten damit nun 68 Anlagen Strom ein, erklärte der Verband.

Windenergie-Anlagen werden demnach sowohl im Norden als auch im Süden wie auch in Ost und West gebaut. Im Vergleich der Bundesländer nähmen nach wie vor aber Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Spitzenposition ein. In den beiden Ländern wurden demnach 289 Anlagen mit einer Leistung von 694 Megawatt gebaut. «Sehr gute Ausbauwerte» gebe es aber auch in Rheinland-Pfalz und Bayern mit 181 neuen Anlagen, teilte der Verband mit. Schlusslicht bleibe Baden-Württemberg mit lediglich 19 Megawatt und neun Anlagen.

Grundlage der Erhebung ist eine Herstellerbefragung, die auch Aufschluss über die Turmhöhen der Anlagen gibt. Demnach verzeichnen die Anlagen in Schleswig-Holstein mit durchschnittlich 82 Metern die bei weitem niedrigste Nabenhöhe. In Bayern liege die Nabenhöhe dagegen bei 134, in Baden-Württemberg bei 130 Metern. Höhere Türme und größere Rotordurchmesser sorgten für eine «bessere Windausbeute», erklärte die Vizepräsidentin des Verbandes, Sylvia Pilarsky-Grosch.

Quelle: n-tv.de , AFP>

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n-tv
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9.8.2013: 15 km Kabel auf dem Meeresboden werden wegen Weltkriegsbomben zum Problem

aus: n-tv online: Die Schildbürger lassen grüßen: Dieselmotoren treiben Windräder an; 9.8.2013;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Dieselmotoren-treiben-Windraeder-an-article11147661.html

<In der Rekordzeit von 14 Monaten werden 30 Windräder mit einer Leistung von 108 Megawatt vor Borkum errichtet. Nun ist der Windpark "Riffgat" fertig. Doch statt Ökostrom kommt derzeit nur der Rauch von Dieselmotoren aus dem Windpark. Der Grund ist gleichermaßen simpel wie unglaublich.

"Riffgat" ist vom Pech verfolgt. Erst klagen Fischer und die ostfriesischen Inseln Borkum und Wangerooge gegen das Offshore-Projekt, den ersten vollständig fertiggestellten kommerziellen Windpark vor Deutschlands Küsten. Naturschützer warnen vor Gefahren durch den Baulärm für Meeressäuger. Dann bereitet der bis heute ungeklärte Grenzverlauf im Seegebiet mit der Größe von 480 Fußballfeldern Probleme bei der Planung. Und dann wird das Ausmaß der tödlichen Gefahren unter Wasser deutlich: Die Bergung von Munitions-Altlasten ist extrem langwierig und verzögert den Anschluss ans Stromnetz.

Nun ist der Windpark zwar fertig, doch es fehlen 15 Kilometer Seekabel für den Abtransport des Stroms an Land. Der Oldenburger Energieversorger EWE rechnet mit Millionenverlusten, wenn der 450 Mio. Euro teure Windpark erst im Februar 2014 ans Netz gehen kann. "Die Kosten zahlen wir und der Verbraucher über die EEG-Umlage", ärgert sich EWE-Sprecher Christian Blömer.

Strom für 120.000 Haushalte

In der Rekordzeit von 14 Monaten wurden 30 Windräder mit einer Leistung von 108 Megawatt errichtet, um rechnerisch 120.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Am Samstag wird der Bau als Beitrag zur Energiewende gefeiert, doch statt Ökostrom kommt derzeit nur der Rauch von Dieselgeneratoren aus dem Windpark: 22.000 Liter Treibstoff im Monat sind nötig, um die Windräder aus Schutz vor Korrosion und Überhitzung sporadisch anzutreiben.

Der EWE-Sprecher erläuterte: Richtig sei, dass das auf einer Plattform im Park installierte Umspannwerk Strom für eine Klimaanlage benötige, um es vor der aggressiven Salzluft zu schützen. Solange es keine Leitung gebe, komme der Strom von einem ohnehin installierten Notstromaggregat. Zugleich liefere dieses auch Strom zum Drehen der Rotoren für Wartungszwecke wie das Überprüfen der Hydraulik. Das sei aber nur einmal alle paar Wochen nötig.

"Verzögerungen nicht vorhersehbar"

Seit Langem hat sich die Politik auf den Übertragungsnetzbetreiber Tennet als vermeintlichen Verursacher der schleppenden Netzanbindung von Offshore-Windparks eingeschossen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kritisierte erneut das Planungs-Chaos beim Stromanschluss. Es gebe keine aufeinander abgestimmte Gesamtplanung, für die Netzanbindung sei eine eigene Gesellschaft mit Beteiligung des Bundes überfällig. Weil wundert sich zudem, dass erst jetzt mit der Bergung der Munitions-Altlasten im Riffgat-Gebiet begonnen werde.

Bei der Firma Tennet, die dem niederländischen Staat gehört und sich um die Verlegung der Seekabel kümmert, ist das Bedauern groß: "Die Verzögerungen waren absolut nicht vorhersehbar", beteuert Sprecherin Ulrike Hörchens. Erste Untersuchungen 2008 hätten nur eine «handvoll auffälliger Stellen» gezeigt. "Seit Beginn der Räumung 2012 sind jedoch mehr als 1400 Anomalien aufgetaucht: Minen, Munitionskisten und Granaten mit einem Gesamtgewicht von 28 Tonnen wurden bisher geborgen."

Experten warnen schon lange vor den tödlichen Gefahren auf dem Meeresboden von Nord- und Ostsee. Nach dem Bericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe sollen dort bis zu 1,3 Millionen Tonnen konventioneller und chemischer Munition verrotten. Allein vor der niedersächsischen Küste sollen 300.000 Tonnen Munitionsreste liegen, schätzt der Meeresbiologe Stefan Nehring.

Viele Explosivkörper wurden nach dem Zweiten Weltkrieg im Auftrag der Alliierten von Fischern in Küstennähe versenkt - doch diese hielten sich nicht immer exakt an die Verklappungsgebiete, die noch heute in den Seekarten vermerkt sind. "Dazu kommen starke Strömungen, die die Munition in andere Gebiete vertrieben hat", sagt Hörchens.

Ganze Branche in Gefahr?

Neben Munitions-Altlasten gelten Finanzierungsprobleme, technische Schwierigkeiten, hohe Wartungskosten und nicht zuletzt das unstete Wetter als Hemmschuhe für den Ausbau der See-Windparks. Bis 2020 würden nicht mal halb so viele Windräder in der Nordsee gebaut wie von der Bundesregierung geplant, hieß es erst im Juli in einem Projektbericht des Beraters Michael Erler. "Die Branche ist in substanzieller Gefahr", warnte unlängst Niedersachsens Regierungschef Weil.

Der Ministerpräsident kann immerhin auf zwei Meereswindparks vor der eigenen Küste verweisen, die Strom liefern: Seit 2010 ist der kleine Testpark alpha ventus mit zwölf Anlagen in Betrieb. Etwas entfernt drehen sich bisher erst 70 von geplanten 80 Anlagen des Windparks Bard Offshore 1. Mit rund 300 Megawatt liefern sie derzeit rund 70 Prozent des gesamten deutschen Offshore-Stroms.

Quelle: n-tv.de , dpa, AFP>

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Deutsche
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1.9.2013: Off-Shore-Windparks liefern extrem teuren Strom - und alles wird auf die Kunden abgewälzt

aus: Deutsche Wirtschatsnachrichten online: Jeder Deutsche muss 100 Euro jährlich für Windparks im Meer zahlen; 1.9.2013;
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/01/jeder-deutsche-muss-100-euro-jaehrlich-fuer-windparks-im-meer-zahlen/

<Für neue Windparks, die noch gar keinen Strom liefern, muss der Steuerzahler monatlich 6,7 Millionen Euro zahlen. Die Betreiber streichen das Geld ein. Die Verbraucher haben keine Alternative als zu zahlen. Für die Bürger ist Offshore-Strom noch teurer als Strom aus Sonnenenergie.

Etwa 100 Euro muss jederBürger pro Jahr für Offshore-Strom aufbringen. Eine Gegenleistung erhalten sie dafür zunächst nicht, denn die installierten Windparks sind zwar funktionsfähig, aber die Verbindung zum Festland ist noch nicht hergestellt. So zum Beispiel beim kürzlich eingeweihten Windpark Riffgat bei Borkum.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass die Betreiber von Windparks bereits bezahlt werden, sobald der Windpark bereit steht. So zahlen die Verbraucher bereits 6,7 Millionen Euro pro Monat für Strom, der gar nicht geliefert werden kann, teilt die Stromverbraucherschutz-Bewegung NAEB e.V in einer Pressemitteilung mit. Von diesem Betrag können die Betreiber die 20.000 Liter Öl bezahlen, die jeden Monat als Korrosionsschutz für die Windräder benötigt werden.

Die Windgeneratoren auf See sind inzwischen die teuersten Ökostrom-Anlagen – noch teurer als Strom aus Sonnenlicht.

„Riffgat hat 500 Millionen Euro gekostet. Die installierte Leistung beträgt 100 Megawatt (MW). Diese Leistung wird nur bei Starkwind erreicht. Wird die Windgeschwindigkeit halbiert, fällt die Leistung auf ein Achtel. Bei Windstille ist die Leistung Null. Die installierte Leistung wird also nur selten erreicht. Man hofft im Jahresmittel auf eine Leistung bis zu 45 % der installierten Leistung. Wenn das erreicht wird, produziert Riffgat im Jahr knapp 400.000 Megawattstunden (MWH) oder 400 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom.“

Offshore Strom wird nach dem EEG mit 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) 15 Jahre lang vergütet. Für Windparks mit größerem Abstand von der Küste oder in tieferen Gewässern erhalten die Betreiber noch einen Vergütungszuschlag. Der Transport der Energie durch das Meer ans Land zum nächsten Umspannwerk koste weitere 5 Cent/kWh, die nicht unter die Einspeisevergütung nach dem EEG fielen, sondern als Netzkosten vom Stromverbraucher gezahlt werden müssten, so der NAEB. „Offshore Strom kostet also einschließlich des Transports an Land 20 bis 24 Cent/kWh. Mit Mehrwertsteuer sind es dann 24 bis 29 Cent/kWh.“

Der Windpark Riffgat belastet den Stromkunden mit 80 Millionen Euro pro Jahr. Das ist 1 Euro pro Einwohner. Doch das ist nur der Anfang:

„Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die Offshore Kapazitäten auf 10.000 MW ausgebaut werden. Das ist 100- Mal mehr als Riffgat. Und jeder Einwohner in Deutschland wird dann mit hundert Euro Mehrkosten pro Jahr für Offshore Strom belastet. Davon erscheint etwa ein Drittel auf seiner Stromrechnung. Den Rest bezahlt er über höhere Preise für Waren und Dienstleistungen.“

Dadurch werde Offshore-Strom zum „größten Preistreiber in Deutschland“, sagte Heinrich Duepmann, Vorsitzender bei NAEB. Alle im Bundestag vertretenen Parteien unterstützen diese Preisentwicklung der Energiewende. Den Verbrauchern bleibt keine Alternative, als zu zahlen.>



n-tv
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19.9.2013: Windpark in Mecklenburg erzeugt Wasserstoff

aus: n-tv online: Ingenieurstechnische SpeicherträumeWindpark erzeugt Wasserstoff; 19.9.2013;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Windpark-erzeugt-Wasserstoff-article11400446.html

<Die Zukunft der deutschen Energieversorgung kommt womöglich aus Mecklenburg-Vorpommern: Mit vergleichsweise bescheidenen Fördermitteln geht nördlich von Neubrandenburg ein Windpark mit besonderen Fähigkeiten ans Netz. Die neuartige Anlage kann überschüssigen Windstrom dauerhaft speichern.

Die Ingenieurgesellschaft Wind-Projekt hat in Mecklenburg-Vorpommern einen Windpark mit der bundesweit größten Versuchsanlage zur Energiespeicherung per Wasserstofferzeugung in Betrieb genommen. Das Rotorenfeld mit einer Gesamtnennleistung von 140 Megawatt steht zwischen den Ortschaften Grapzow und Altentreptow nördlich von Neubrandenburg und ist über ein neues Umspannwerk des Netzbetreibers 50Hertz an das 380-Kilovolt-Hochspannungsnetz angeschlossen.

Der gesamte Bau von Windpark, der Ein-Megawatt-Versuchsanlage, des Umspannwerks und eines Windkraftanlagen-Dienstleistungszentrums kostete zusammen rund 220 Millionen Euro und entstand in zwei Jahren.

Betreiber der Versuchsanlage "RH2-Werder/Kessin/Altentreptow" ist der Projektentwickler Wind-Projekt. Der Großversuch zur Speicherung überschüssiger Strommengen in Form von Wasserstoff wird vom Bund mit 4,5 Millionen Euro aus dem Nationalen Innovationsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gefördert. Es läuft über drei Jahre.

Windenergie wird grundlastfähig

Wasserstoff lässt sich per Elektrolyse aus Grund-, Regen- oder Oberflächenwasser herstellen. Dadurch lässt sich elektrischer Strom mit vergleichsweise geringen Verlusten in einen dauerhaft speicherbaren Energieträger umwandeln. Das brennbare und leicht flüchtige Gas kann mittels Brennstoffzellen wieder in elektrischen Strom umgewandelt werden. Alternativ lässt es sich auch in herkömmlichen Verbrennungsmotoren verstromen - in etwa wie Erdgas oder Biogas. Für die längerfristige Speicherung oder den Transport über größere Strecken ist auch die Verflüssigung in speziellen Anlagen möglich - eine Technik, die bei Erdgas in Form von Flüssiggastankschiffen (LNG, Liquified Natural Gas) bereits längst Marktreife erreicht hat.

Sollte sich der Wasserstoff-Ansatz zur Speicherung von Windstrom als praktikabel erweisen, wäre damit eines der bislang größten Probleme der Windenergiebranche auf einen Schlag gelöst: Bislang kämpfen Netzbetreiber und Energieversorger noch mit den Auswirkungen der witterungsbedingten Schwankungen, der die Windenergieerzeugung naturgemäß unterliegt. An windreichen Tagen produzieren die deutschen Windparks mitunter sehr viel mehr Energie als benötigt.

Die schwer vorhersehbaren Schwankungen zwingen die Energieversorger, teure Kraftwerkskapazitäten auf konventioneller Basis zur Absicherung der Grundlastversorgung bereit zu halten. Die mangelnde Grundlastfähigkeit gilt bislang als größter Nachteil der erneuerbaren Energien wie etwa Windkraft, Solarthermie und Photovoltaik. Die Umwandlung von Ökostrom in gut speicherbaren Wasserstoff zählt seit Jahrzehnten zu den großen ingenieurstechnischen Zukunftsvisionen.

Netzagentur lobt Stromversorgung

Insgesamt läuft die Stromversorgung in Deutschland nach Einschätzung der Bundesnetzagentur trotz des holprigen Starts der Energiewende weiterhin sehr zuverlässig. Im vergangenen Jahr waren die Haushalte im Durchschnitt 15,91 Minuten ohne Strom, wie die Aufsichtsbehörde mitteilte. Die Dauer der Versorgungsunterbrechungen lag damit nur geringfügig über den Werten von 2011 und deutlich unter dem Mittelwert der Jahre 2006 bis 2011.

"Ein maßgeblicher Einfluss der Energiewende und der damit einhergehenden steigenden dezentralen Erzeugungsleistung auf die Versorgungsqualität kann somit für das Berichtsjahr ausgeschlossen werden", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

"Blackout nicht vor der Tür"

Der Chef der Bonner Behörde hatte erst vor wenigen Tagen seine Zuversicht signalisiert, dass die Stromnetze auch im kommenden Winter den Belastungen standhalten werden. "Die Lage ist angespannt, aber wir halten sie für beherrschbar, der Blackout steht nicht vor der Tür", sagte Homann auf einem Energiekongress in München.

Um größere Schwankungen im Netz abzufedern, sollen nicht zuletzt Reservekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2540 Megawatt zum Einsatz kommen. Diese Sicherheitsreserve werden die Übertragungsnetzbetreiber auch im Winter vorhalten. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien mit ihrer stark schwankenden Einspeisung ist es insgesamt schwieriger geworden, die Netzstabilität zu halten. Die Speicherung von Stromspitzen in Wasserstoff würde dieses Problem lösen.

Quelle: n-tv.de , mmo/dpa>

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24.9.2013: Drei oder vier Rotorblätter für ein Windrad

aus: n-tv online: Frage & Antwort, Nr. 293Warum haben Windräder drei Rotorblätter? 24.9.2013;
http://www.n-tv.de/wissen/frageantwort/Warum-haben-Windraeder-drei-Rotorblaetter-article11395681.html

<Von Andrea Schorsch

Warum haben Windräder immer drei Rotorblätter? (fragt Daniel Z. aus Hamm)

Dafür, dass tatsächlich nahezu allen modernen Windenergieanlagen drei Rotorblätter haben - nicht mehr und nicht weniger - gibt es zwei Gründe: Der eine ist die Energieausbeute, der andere sind die Biegekräfte, die auf den Rotor wirken. Stephan Barth, Geschäftsführer von ForWind, dem gemeinsamen Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen, kann das genauer erklären.

Beginnen wir mit der Energieausbeute. Mehr Rotorblätter erzeugen erwiesenermaßen auch mehr Energie. "Eine Drei-Blatt-Anlage ist besser als eine Zwei-Blatt-Anlage, und eine Vier-Blatt-Anlage ist besser als eine Drei-Blatt-Anlage", sagt Barth. Doch natürlich muss in die Produktion einer Windkraftanlage auch investiert werden. Und da schlägt jedes weitere Rotorblatt mit mehr als 200.000 Euro zu Buche, die Wartung im Lauf der Betriebsjahre noch nicht mitgerechnet.

Diese Kosten müssten durch die Installation eines vierten Blattes also ausgeglichen werden. Das jedoch ist nicht der Fall. "Jedes zusätzliche Blatt erzeugt auch Verwirbelungen, die den Rotor bremsen", erläutert der Experte. "Das  führt dazu, dass drei Blätter zwar noch deutlich besser sind als nur zwei, der Schritt von drei auf vier Blätter aber nur noch eine sehr geringe Steigerung bringt. Dieser kleine Gewinn ist nicht ausreichend, um die Zusatzkosten zu kompensieren."

Es läuft nicht rund

Und nicht nur das. Eine vierblättrige Anlage liefe auch nicht rund. Die Rotorachse wäre nämlich einer besonderen Belastung ausgesetzt. "Es tritt dann die Situation auf, dass sich ein Blatt unten vor dem Turm befindet und nur sehr wenig Wind erfährt, während ein anderes Blatt in der 12-Uhr-Position steht und damit sehr viel Wind erfährt – denn mit zunehmender Höhe steigt die Windgeschwindigkeit", erklärt Barth. Das hat natürlich Auswirkungen. "Oben wirkt dann eine deutlich größere Kraft am Rotor als unten. Somit wird die Rotorachse bei jeder Viertel Umdrehung ungünstig nach oben gebogen." Bei einem Drei-Blatt-Rotor tritt dieser Fall nicht auf. "Durch die ungerade Blattanzahl wirken die Biegekräfte viel gleichmäßiger und günstiger auf die Windenergieanlage ein", so der Experte.

Windräder mit drei Rotorblättern stellen also die effizienteste Ausnutzung der Windkraft dar. Sie gewährleisten einen stabilen Rundlauf, und sie stellen das ökonomische Optimum dar, welches sich aus der Energieausbeute und den Kosten für den Rotor ergibt.

Übrigens: Die Windkraftanlagen in der ersten Reihe eines Windparks liefern immer am meisten Strom. Ein Windrad wandelt die Luftbewegungen in elektrische Energie um und bremst den Wind dabei natürlich ab. Hinter einem Windrad ist der Wind dadurch stets schwächer.

Quelle: n-tv.de>

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Schleswig-Holstein 17.10.2013: Das erste deutsche Windrad von 1982 "Growian" hatte 100m Durchmesser und war viel zu gross - aber es war der Anfang der deutschen Windenergie

aus: n-tv online: Erster Windkraft-Versuch vor 30 JahrenEin Riese scheitert grandios; 17.10.2013;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Ein-Riese-scheitert-grandios-article11552126.html

<Die Zahlen sind monströs: Mehr als 100 Meter misst der Rotordurchmesser, 340 Tonnen wiegt das Maschinenhaus. Der Name unterstreicht die schiere Größe: "Growian". So geht Deutschlands erste Windkraftanlage vor 30 Jahren an den Start.

Ein Rotor mit einem Durchmesser von mehr als hundert Metern, ein Maschinenhaus von allein 340 Tonnen Gewicht: Die Ausmaße von "Growian" waren gewaltig. Die riesige Versuchs-Windkraftanlage im schleswig-holsteinischen Kaiser-Wilhelm-Koog sollte ein Demonstrationsprojekt werden für alternative Möglichkeiten der Stromerzeugung und die Kompetenz der deutschen Industrie. Doch der genau vor 30 Jahren offiziell gestartete Großversuch von Bundesforschungsministerium und Großkonzernen scheiterte grandios. Zum Abgesang auf die Windkraft insgesamt aber wurde er nicht. Die Zukunft gehörte wesentlich kleineren Anlagen.

Anfang der 1980er Jahre aber waren die Verantwortlichen von ihrer Idee noch überzeugt, die damalige rot-gelbe Regierung in Bonn wischte alle Zweifel an dem Projekt trotz mahnender Stimmen beiseite: "Mit dem Projekt Growian wird zwar technisches Neuland betreten, ein ungerechtfertigt hohes technisches Risiko ist damit aber nicht verbunden", erklärte das Bundesforschungsministerium während der Vorbereitungsphase Anfang 1982 in einer Antwort auf eine skeptische Kleine Anfrage der Unions-Bundestagsopposition.

Damals galten Wind und Sonne zumindest für kurze Zeit schon einmal als rettender Ausweg. Die Ölkrisen der 1970er Jahre hatten die Industrieländer erschüttert und lösten hektische Versuche aus, die riskante Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Energieimporten zu reduzieren.

"Growian" lebt

Der große Gewinner derartiger Debatten war die Atomkraft. Aber das Bundesforschungsministerium wollte auch die Chancen für die Windenergienutzung ausloten und legte deshalb Ende der 1970er Jahre ein Forschungsprogramm auf, für das sich deutsche Unternehmen bewerben sollten.

Das Ergebnis dieser Bemühungen war die am 17. Oktober 1983 in dem Koog an der Nordseeküste bei Brunsbüttel in Betrieb genommene "Große Windenergieanlage", kurz "Growian". Realisiert wurde der Gigant, der es auf eine Leistung von drei Megawatt bringen und damit theoretisch 4000 Haushalte versorgen sollte, von führenden Konzernen. Hauptkonstrukteur war MAN, als Betreiber für das gesamte Projekt fungierten die Versorger RWE, HEW und Schleswag.

"Lilienthal in einem Überschallflieger"

Lange galt "Growian" als die größte Windenergieanlage der Welt. In Deutschland lagen bis dahin nur Erfahrungen mit einem Rotor von etwas über 30 Metern vor. Das Windkraftpionierland Dänemark setzte damals schon auf das Konzept zahlreicher kleiner, aber verlässlicher Turbinen, die in Gruppen oder Parks gebündelt wurden. Das blieb auch Kritikern in Deutschland nicht verborgen, die die "Projektgigantomanie" der Bundesregierung geißelten.

Tatsächlich wurde "Growian" ein Reinfall. Die Materialien waren den gewaltigen Kräften, die auf die Riesen-Anlage wirkten, nicht gewachsen. Bauteile brachen. Der Rotor stand nahezu durchgehend still, an Testbetrieb war kaum zu denken. "Die Aufgaben waren nach dem damaligen Kenntnisstand effektiv unlösbar. So als hätte man Otto Lilienthal nach seinen ersten Flugversuchen mit dem Bau eines Überschalljets beauftragt", kritisierte "Die Zeit" 1985. In jenem Jahr fiel die Entscheidung, "Growian" stillzulegen und abzuwracken.

Ein weiter Weg

Die Windenergiebranche brachte er nicht nach vorne - höchstens als mahnendes Beispiel für ein misslungenes Anlagenkonzept. Im Windschatten des abgeschalteten "Growian" öffneten Schleswag und HEW, das Land Schleswig-Holstein und umliegende Kommunen 1987 den ersten Forschungs-Windpark in Deutschland. In ihm erprobten sie rund 30 kleinere Anlagen mit Rotordurchmessern von zunächst nur 10 bis 15 Metern. Dieser "Windenergiepark Westküste" nahe des alten "Growian"-Fundaments existiert bis heute und gilt als eine Keimzelle der kommerziellen Windkraftnutzung in Deutschland.

Anlagen in der Größenordnung des "Growian" mit 100-Meter-Rotoren und drei Megawatt Nennleistung sollten sich schließlich doch noch durchsetzen. Aber bis dahin war es ein sehr weiter Weg: Entsprechende Modelle wurden erst in den vergangenen Jahren wirklich marktreif - also etwa 25 Jahre nach dem Aus für den Riesen vom Kaiser-Wilhelm-Koog.

Quelle: n-tv.de , Sebastian Bronst, AFP>

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Deutschland 30.10.2013: <Windparks vor der Küste tragen zur Artenvielfalt bei> - Bildung künstlicher Riffe mit allem Drum und Dran

aus: n-tv online; 30.10.2013;
http://www.n-tv.de/wissen/Windraeder-tragen-zu-Artenvielfalt-bei-article11635261.html

<Windparks auf offener See sind wohl weniger gefährlich für die Umwelt als befürchtet. So binden Meeresbewohner die Riesen in ihre natürliche Umgebung ein und nutzen sie als Lebensraum. Ein Projekt will jetzt eine Delikatesse an den Windrädern ansiedeln.

Bisher galten Meeres-Windparks als Gefahr für Meerestiere und Seevögel. Eine neue Untersuchung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zeigt jedoch, dass die Windräder der Artenvielfalt zugute kommen. Die Fundamente der Windturbinen bildeten "künstliche Riffe", an denen sich Muscheln, Seesterne, Seeanemonen, Seelilien sowie Fische wie Makrele und Seebull ansiedelten, teilt das BSH mit.

Zudem sei die viel diskutierte Gefahr für Seevögel viel geringer als befürchtet. Diese gerieten nur selten in die großen Windräder. "Die Bewegungen und Beleuchtungen der Windenergieanlagen scheinen die Vögel zu verscheuchen. Das senkt das Kollisionsrisiko erheblich", erklärt das BSH. Mögliche Folgen für Zugvögel sind noch nicht untersucht worden. Bei normalem Wetter habe es überhaupt keine Zusammenstöße gegeben. Ungeklärt sei allerdings noch die Gefahr bei schwierigen Wetterlagen, die für die Tiere unerwartet kommen.

Für die Untersuchung erforschten Wissenschaftler die Vorgänge rund um den Windpark "Alpha Ventus" 45 Kilometer vor der Insel Borkum. Er wurde 2010 als erster in Deutschland in Betrieb genommen. Bei dem aufwändigen, vom Bundesumweltministerium mit 7,8 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekt kamen unter anderem auch neuartige Methoden wie Fischecholote und digitale Bilderfassungssysteme zum Einsatz, bei denen eine Software die Vogelbewegungen analysierte.

Keinerlei Auswirkungen zeigte der Betrieb des Windparks den Angaben zufolge auch auf die streng geschützten Meeressäuger wie den Schweinswal. Die Tiere mieden den Bereich lediglich während der lauten Rammarbeiten in der Bauphase. Die Behörde definierte deshalb bereits einen verbindlichen Lärm-Grenzwert für den Unterwasserbereich, den der Windparkbetreiber einhalten muss.

Vor den deutschen Küsten werden derzeit etliche Windparks gebaut oder geplant. Mehr als 30 sind genehmigt, mehr als zehn sind bereits im Betrieb oder im Bau. Große Offshore-Windparks sind ein zentraler Pfeiler der deutschen Energiewende. Nach den Planungen der Bundesregierung sollen bis 2030 Turbinenfelder mit einer Gesamtleistung von 25.000 Megawatt errichtet werden. Das BSH ist für die Genehmigung zuständig und kümmert sich dabei unter anderem auch um Umweltschutzbelange.

Die Fundamente von Windparks gelten in Fachkreisen schon länger als potenzielle neue Biotope für Meeresorganismen. Unter anderem läuft ein Projekt des Alfred-Wegener-Instituts zu Ansiedlung von Hummern zwischen den Windturbinen des Windparks "Riffgat" vor Borkum.

Quelle: n-tv.de , lsc/AFP>

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16.12.2013: Siemens bekommt Riesen-Windpark-Auftrag in den "USA" - 5 Windparks in Iowa

aus: Spiegel online: Öko-Boom in den USA: Siemens ergattert weltgrößten Auftrag für Land-Windparks;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/siemens-ergattert-weltgroessten-auftrag-fuer-land-windparks-in-den-usa-a-939317.html

<Von Stefan Schultz

Siemens profitiert massiv vom Windenergie-Boom in den USA. Der deutsche Konzern soll im Bundesstaat Iowa fünf Windparks bauen. Der Auftrag ist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen gut eine Milliarde Dollar wert.

Hamburg - Siemens hat vom US-Energieversorger MidAmerican einen Auftrag über die Lieferung von 448 Windkraftanlagen erhalten. Diese haben eine Gesamtleistung von 1050 Megawatt, was der Kapazität eines mittleren Atomkraftwerks entspricht.

Es ist der weltweit größte Auftrag, der bislang für die Windkraft an Land erteilt wurde. Zum seinem Wert äußert sich der Konzern nicht. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen liegt er bei etwas mehr als einer Milliarde Dollar.

Die Windturbinen mit einer Leistung von 2,3 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 108 Metern werden in fünf Projekten im US-Bundesstaat Iowa verwendet. Sie sollen von 2015 an mehr als 660.000 amerikanische Haushalte mit Ökostrom versorgen. Neben dem Bau übernimmt Siemens auch den Service und die Wartung der Anlagen.

"Anders als von vielen Skeptikern befürchtet, wird die Schiefergas-Revolution den Ausbau der erneuerbaren Energien in den USA nicht dämpfen", sagt Markus Tacke, Windenergiechef von Siemens, SPIEGEL ONLINE. "In einigen Regionen sind die Wetterbedingungen so günstig, dass Windstrom schon heute mit konventionellen Arten der Energieerzeugung konkurrieren kann. Wind und Gas ergänzen sich perfekt. In den nächsten Jahren erwarten wir in beiden Bereichen ein starkes Wachstum."

Problem-Rotoren werden erneut verbaut

In den USA waren Ende vergangenen Jahres Windräder mit einer Kapazität von rund 60 Gigawatt am Netz. Allein 2012 kamen Anlagen mit einer Leitung von rund 13 Gigawatt hinzu. Iowa ist einer der führenden US-Bundesstaaten im Bereich der Windenergie; 2012 wurde dort rund ein Viertel des gesamten Stroms aus Wind erzeugt.

Siemens und MidAmerican sind in den USA schon länger Partner. In den neuen Parks kommen die gleichen Rotorblätter zum Einsatz, mit denen Siemens erst im Sommer Probleme hatte. In einem kalifornischen Windpark hatte sich im August ein mehr als 50 Meter langes und elf Tonnen schweres Rotorblatt des Typs SWT-2.3-108 gelöst und war auf eine Straße gekracht. Auch in einem Park von MidAmerican in Iowa gab es Probleme mit einem Rotorblatt dieser Bauart.

Der Konzern erklärt auf Anfrage, die Probleme seien inzwischen gelöst. "Die Rotorblätter stammten aus einer fehlerhaften Charge", sagt eine Sprecherin. "Wir haben umfassende Analysen durchgeführt. Es gibt keinen Hinweis, dass ein Serienfehler vorliegen könnte." Für den neuen Mega-Auftrag will Siemens wieder die SWT-2.3-108-Rotoren verwenden. Die Bestellung von MidAmerican wertet das Unternehmen als Vertrauensbeweis, dass die Baumängel inzwischen behoben seien.

Die Konzernsparte Energie ist für Siemens ein immer wichtigeres Standbein. Im Geschäftsjahr 2013 erhielt sie Aufträge im Umfang von rund 28,8 Milliarden Euro. 6,6 Milliarden Euro stammen aus dem Bereich Windenergie. Der zweite große Bereich sind Gaskraftwerke.>

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Basler Zeitung online, Logo

England 10.3.2014: Sterntaucher verhindern den Ausbau des Windkraftwerks "Lonodn Array"

aus: Basler Zeitung online: Sterntaucher verhindern Mega-Windkraftwerk; 10.3.2014;
http://bazonline.com/wissen/technik/Sterntaucher-verhindern-MegaWindkraftwerk/story/17361625

<Von Martin Läubli.

Die Betreiber des weltweit grössten Windenergieparks in England haben entschieden, die Offshore-Anlage nicht weiter auszubauen.

Sie sind putzige Taucher mit einem weiss gestrichelten Federkleid. Die Sterntaucher überwintern an den Küsten, wo die Themse in die Nordsee fliesst. Dort planten die Betreiber des weltweit grössten Windenergieparks den Ausbau des Projekts London Array. Seit April ist der erste Teil des Windparks 20 Kilometer vor der Küste der Grafschaft Kent im Südosten Englands in Betrieb; 175 Windanlagen – jede 146 Meter über dem Meeresspiegel – leisten 630 Megawatt und versorgen laut den Betreibern rund 500'000 englische Haushalte. Der zweite Teil des Offshore-Parks mit einer Leistung von 370 Megawatt war in einer speziellen Vogelschutzzone vorgesehen. Insgesamt hätte der Windenergiepark eine Leistung erreicht wie vergleichsweise etwa das Atomkraftwerk in Gösgen.

Zeitraubende Umweltstudie

Nun machen die Sterntaucher den Bauherrren, dem deutschen Unternehmen EON, der dänischen Firma Dong und Masdar, dem Infrastrukturfonds des Königreichs Abu Dhabi, einen Strich durch die Rechnung. Die Betreiber geben auf, wie in einer Medienmitteilung zu lesen ist. Die Vögel überwintern jedes Jahr im Gebiet des geplanten Energieprojekts. Die Regierung verlangt eine Umweltstudie, die aufzeigt, dass die Windturbinen für die Sterntaucher nicht zur Falle werden. Die Betreiber befürchten, dass es bis zu drei Jahre dauern wird, bis die Umweltstudie abgeschlossen sein wird. Das ist zu lang für die Investoren – und zudem bestehe keine Garantie, dass selbst positive Resultate für eine Baugenehmigung ausreichten. So wollen sich die Investoren lieber auf andere Entwicklungsprojekte konzentrieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Ausserdem wäre die zweite Etappe im Vergleich zur ersten technisch zu einer Herausforderung geworden, weil die Windräder in tieferem Wasser zu stehen gekommen wären und die Verkabelung im Meer länger und schwieriger geworden wäre. (baz.com/Newsnet)>

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20 minuten online, Logo

Altstätten (Schweiz, St. Gallen) 10.3.2014: Windgenerator mit Windlöffeln "Aroto" - kombiniert mit Solaranlage optimal

Wind-Kleinkraftwerk mit Windlöffeln
                        "Aroto" mit Solaranlage oben drauf
Wind-Kleinkraftwerk mit Windlöffeln "Aroto" mit Solaranlage oben drauf [1]

aus: 20 minuten online:
Selbst entwickelt: Clevere Windgeneratoren aus dem Rheintal; 10.3.2014;
http://www.20min.com/schweiz/ostschweiz/story/29880804

<Weltneuheit aus dem Rheintal: Ein KMU produziert kompakte Windkraftwerke für die autarke Stromversorgung. Hauptabnehmer soll Afrika werden.

Die Windkraftwerke der Firma G&S World Bridge Trading in Altstätten wiegen leichte 250 Kilo. Bereits bei einer Windgeschwindigkeit von 10 Kilometern pro Stunde – also einer leichten Brise – liefern sie Strom. Gegenüber konventionellen Windrädern haben die kleinen Energiefabriken laut den Herstellern mehrere Vorteile: Der frost- und hitzebeständige Aroto produziert unabhängig von der Windrichtung Energie – dank sogenannten «Windlöffeln» auch völlig geräuschlos. Und während Windräder bei Sturm abgeschaltet werden müssen, arbeitet ein «Aroto» einfach weiter.

«Wer drei Arotos auf seinem Dach montiert, versorgt sich völlig autark mit Strom», so Geschäftsführer Georges Gamper. Interessant sei dies für Länder ohne funktionierendes Stromnetz, etwa Südafrika: «Dort ist ein Aroto innert drei Jahren amortisiert», sagt der 61-Jährige.

Bereits jetzt haben ihm Farmerverbände in Südafrika die Abnahme grosser Stückzahlen zugesichert. Auch in anderen Ländern wie Nigeria soll die Rheintaler Innovation ihren Siegeszug antreten. Der Aroto kann beliebig mit Solarpanels ergänzt werden. «Gerade für Afrika ist dies optimal», meint Gamper.

 
 

Alles selber produziert

Die 35 verschiedenen Anlageteile produziert die Altstätter Firma in Eigenregie. «Wir wollen nicht von Zulieferern abhängig sein», erklärt der gelernte Schreiner.

Entwickelt wurde vom Windlöffel bis zum Generator alles in Altstätten. Gampers Geschäftspartner Sigfried Schmitt hatte die Idee vor sechs Jahren. Die beiden gründeten damals ihre AG, die Vision des autarken Windkraftwerks bereits klar vor Augen. Im April wollen sie damit in Serienproduktion gehen. Gamper: «Bald werden wir monatlich 1000 Stück herstellen.» Der Preis eines Aroto-Moduls mit neun Windlöffeln beträgt 8600 Franken.

Auf einem Hausdach in Widnau ist die erste Anlage bereits in Betrieb: «Ich rechne damit, dass diese Kombi-Anlage rund die Hälfte unseres Stombedarfs liefert», sagt der Hauseigentümer.

(tso)>

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Extremnews online, Logo

28.6.2014: Windräder produzieren Infraschall wie bei Föhnwinden - Auswirkungen bis zu Depressionen und Selbstmord

aus: Extremenews online: Gesundheitsgefährdung durch windradgenerierten Infraschall ; 28.6.2014;
http://www.extremnews.com/berichte/gesundheit/732614ebcae44ec

<Thorsten Schmitt

Die These, dass Infraschall vom menschlichen Organismus nicht wahrnehmbar sei, wurde von Wanka und Höppe widerlegt, indem sie nachwiesen, dass mit Föhn oder besonderen Witterungsbedingungen verknüpfter Infraschall in München maximal eine Verdreifachung der durch Suizid, Suizidversuch oder psychischen Störungen bedingten täglichen Rettungsdiensteinsätze bewirkt. Die Wahrnehmbarkeit hängt nicht vom Schalldruckpegel, sondern vom Signal-Rausch-Verhältnis einer schmalbandigen Störung ab, die sich dem aus natürlichen und technischen Quellen stammenden Infraschallrauschen überlagert. Das schreibt der Dipl.-Physiker Dr. Joachim Schlüter in seinem Beitrag auf der Webseite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).

Weiter ist in dem Artikel zu lesen: "Es wird die die Hypothese vertreten, dass dieses Signal durch den Gleichgewichtssinn wahrgenommen und als Bedrohung interpretiert wird, auf die der Mensch mit Aggression oder Depression reagiert. Windradgenerierter Infraschall besitzt ein ähnliches diskretes Schallspektrum wie Föhn, folglich sollte er auch die gleichen Gesundheitsstörungen bewirken, die beim Föhn nachgewiesen wurden und die tatsächlich im Umkreis von Windkraftanlagen beklagt werden. Daher sollte an bewohnten Orten die windradgenerierte Infraschallamplitude das dort bei der gleichen Frequenz vorhandene Rauschniveau nicht wesentlich übersteigen.

Im Internet, aber auch in der wissenschaftlichen Literatur /1/ findet man zahlreiche Beobachtungen, die darauf hinweisen, dass der von Windrädern ausgehende Infraschall Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Angst, Schwindel, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen, Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit, Tinnitus, Herz- und Kreislaufprobleme bis hin zu Depressionen verursacht. Während diese Hinweise in Australien, Kanada, Niederlande, Schweden, UK und den USA ernst genommen werden und dort teilweise zur Ausweitung der Schutzzonen und zur staatlichen Initiierung von relevanten Forschungsprogrammen geführt haben, vertreten die Behörden und die Windenergieindustrie in Deutschland den Standpunkt, dass Infraschall nicht schädlich sein könnte, da er nicht hörbar sei /2/. Auch liege die Schmerzschwelle für Infraschall so hoch, dass sie selbst am Fuße von Windradtürmen nicht überschritten werden könnte.

Als erste amtliche Stellungnahme wird häufig das Bayerische Landesamt für Umweltschutz mit der Aussage /3/ zitiert, dass „….die im Infraschallbereich liegende Schallimmissionen weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Menschen liegen und daher zu keinen Belästigungen führen.“ Diese Aussage wurde zunächst von fast allen anderen bundesdeutschen Umweltämtern und -ministerien übernommen, später aber doch vorsichtiger formuliert /2/ „….dass alle derzeit vorliegenden Infraschallmessungen übereinstimmend zeigen, dass der Infraschall von Windkraftanlagen auch im Nahbereich deutlich unterhalb der menschlichen Hörschwelle und damit auch deutlich unterhalb einer denkbaren Wirkschwelle liegt“. Hier hat man Wahrnehmungsschwelle durch Hörschwelle ersetzt. Offensichtlich wollte man nicht ganz ausschließen, dass der menschliche Organismus für Infraschall über andere Wahrnehmungsorgane verfügen könnte und dass dann durchaus eine wesentlich tiefer liegende Wirkschwelle denkbar wäre.

Diese verbleibende Denkbarkeit hat vor drei Jahren das Bundesumweltministerium veranlasst, das Bundesumweltamt mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie mit dem Titel „Wirkung von Infraschall, Entwicklung von Untersuchungen für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedlichen Quellen“ zu beauftragen. Offensichtlich war die Planung der Entwicklung solcher Methoden – keineswegs bereits deren Bereitstellung und Anwendung – äußerst schwierig, denn die Studie wurde erst Anfang Juni 2014, drei Jahre nach Auftragserteilung, veröffentlicht /4/, allerdings ohne ausdrückliche Distanzierung von den zuvor geäußerten falschen Auffassungen. Schwierig ist es sicher, eine Verknüpfung extrem kleiner Druckschwankungen mit Symptomen vorwiegend psychischer Art experimentell nachzuweisen, dabei über eine hinreichend große Anzahl von Probanden zu verfügen, um akzeptable Signifikanz zu gewährleisten, weiterhin die Verträglichkeit epidemiologischer Untersuchungen mit ärztlicher Schweigepflicht und Datenschutz zu gewährleisten und schließlich die Auskünfte der Probanden mit der gebotenen Vorsicht zu bewerten.

Nicht erwähnt wird in /4/, dass bereits 2003 (nach Vorarbeiten von A. Delyukov /5/) die Münchener Meteorologin Eva R. Wanka all diese Probleme auf überzeugende Weise in ihrer Diplomarbeit gelöst hat, die sie 2005 auszugsweise mit P. Höppe veröffentlichte /6/. Sie untersuchte ein Jahr lang in einem natürlichen Experiment die Wirkung des föhngenerierten Infraschalls auf 1,8 Millionen Probanden, den Einwohnern von München und Umgebung. Dazu setzte sie die Zahl der täglichen, durch psychische Erkrankungen, Suizidversuch und Suizid bedingten Rettungsdiensteinsätze in Korrelation zu den Schwankungen des Luftdruckes im Frequenzbereich des Infraschalls. Sie konnte so mit extrem hoher Signifikanz nachweisen, dass föhngenerierter Infraschall maximal eine Verdreifachung dieser Einsätze bewirken kann. Damit werden frühere Beobachtungen /7/, dass Föhn zu Suizid verleitet, bestätigt. Zugleich wurde Infraschall als das Vehikel identifiziert, mit dem der Föhn auf den menschlichen Organismus einwirkt. Es erscheint kurios, dass dieser naheliegende Zusammenhang erst vor wenigen Jahren erkannt wurde, obwohl das Phänomen des Föhns, das schon den alten Römern aufgefallen war, schon seit 200 Jahren wissenschaftlich untersucht worden ist.

Obwohl nicht explizit ausgesprochen, enthält die Arbeit zwei weitere wichtige Ergebnisse. Als unabhängiger Parameter dienten nicht die beobachteten Amplituden in den einzelnen Frequenzbereichen, sondern deren Verhältnisse. Diese Verhältnisse können sich nicht ändern, wenn die Amplituden in allen Frequenzbereichen gleichmäßig ansteigen. Ein solcher gleichmäßige Anstieg in allen Frequenzbereichen ist als Zunahme eines Kontinuums zu deuten, als zunehmendes Rauschen. Somit konnte das stets vorhandene, aus natürlichen oder technischen Quellen stammende Infraschall-Rauschen den gewählten unabhängigen Parameter (die Amplitudenverhältnisse) nicht verändern und damit auch nicht den abhängigen Parameter (die Rettungsdiensteinsätze) beeinflussen. Nur bei Zunahme der Amplitude in einem einzigen Frequenzintervall ergaben sich Korrelationen zu den „Suizid“-Rettungsdiensteinsätzen. Man ist versucht, dies als Zunahme eines schmalbandigen Signals, einer linienförmigen Schallabstrahlung (Ton) zu deuten, gegebenenfalls mit einigen Oberwellen.

Verallgemeinert lässt sich sagen, dass der menschliche Organismus Infraschall nur dann ignoriert, wenn dieser als Rauschen auftritt und dessen Amplitude die Schmerzgrenze nicht erreicht, ihn aber wahrnehmen kann, wenn er als schmalbandige Linie das ständig vorhandene Kontinuum überragt. Nur die Tonhaltigkeit des Infraschalls wird erkannt. Als Schwellenwert wäre dann das bei der jeweiligen Frequenz liegende Rauschniveau zu nehmen, nicht aber die Schmerzgrenze. Da zugleich der Beweis erbracht wurde, dass diese (unbewusste) Wahrnehmung mit schwersten psychischen Folgen für den Menschen verknüpft sein kann, sollte erst recht die selbe Ursache auch für die Klasse der leichteren psychischen Beschwerden gelten, die beim Föhn beobachtet wurden.

Es ist kein Grund ersichtlich, vorstehende Folgerungen nicht auf den Fall des windradgenerierten Infraschalls zu übertragen. Das bisherige Ausschlusskriterium, der menschliche Organismus könne Infraschall, soweit er unter der Hör-oder Schmerzschwelle liege, nicht wahrnehmen, ist falsifiziert worden. Zudem besitzt die spektrale Verteilung des windradgenerierten Infraschalls ebenfalls eine diskrete Komponente /8/, die natürlich nur wahrnehmbar ist, wenn sie das Rauschniveau übersteigt. Damit wird auch der oft vorgebrachte Einwand entkräftet: Warum sollte windradgenerierter Infraschall schädlich sein, wenn Infraschallrauschen, erzeugt von Fahrzeugen oder Maschinen, dies nicht ist? Die Antwort lautet: Rauschen wird ignoriert, Signale werden wahrgenommen.

In Deutschland werden jährlich etwa 9000 Suizide gemeldet, also in München und Umgebung etwa 200 Suizide pro Jahr oder ein Suizid alle zwei Tage. Geht man von 20 Föhntagen aus, an denen im Mittel eine Verdopplung der Suizidrate vorläge, so wären dem Föhn 10 Suizide pro Jahr in München anzulasten.

Zur guten Verständlichkeit von Sprache ist ein Signal-Rauschverhältnis größer als 10 erforderlich. Überträgt man diese Bedingung auf die Wahrnehmung des Infraschalls, so sollte in ländlichen Gegenden, für die das Hintergrundrauschen bei 1 Hz ungefähr 60 dB beträgt /8/, der Pegel des windradgenerierten Infraschalls 70 dB nicht überschreiten, andernfalls wären mit Sicherheit gesundheitsschädliche Wirkungen zu erwarten. Mit dem derzeitigen Mindestabstand von 500 m wird diese Bedingung nur von Anlagen erfüllt, deren Leistung 300 kW nicht übersteigt /8/. Für 2MW-Anlagen wäre bereits ein Abstand von 2 km erforderlich.

Als Beispiel wird angenommen, die Standorte von 3 000 einzeln stehenden 2MW-Anlagen besäßen jeweils gerade den derzeitigen Mindestabstand von 500 m zum nächsten Wohngebäude. In diesem Falle würde die Bevölkerung einer Fläche von 36 000 km2 unter Infraschall zu leiden haben, das entspräche gerade der Einwohnerzahl von München und Umgebung, wenn man für ländliche Gegenden 50 Einwohner/km2 annimmt. Rechnet man mit 200 Betriebstagen statt mit 20 Föhntagen pro Jahr, so sollten sich 100 zusätzliche Suizide pro Jahr ergeben. Im Mittel wäre jedem dieser Windräder während einer dreißigjährigen Standzeit ein Suizid zuzuschreiben.

Dieser Aussage beruht auf der Annahme einer installierten Leistung von 6 000 000 kW und unterschätzt erheblich die bereits jetzt an Land installierte WKA-Leistung. Unterstellt man, dass der Ausbau der Windenergie im bisherigen Tempo fortschreitet und damit notwendig Flächen mit wesentlich größerer Bevölkerungsdichte beschallt werden, wäre es in wenigen Jahren nicht unrealistisch, in Deutschland dem windradgenerierten Infraschall jährlich bis zu 1ooo Suizide anzulasten. Der seit 2007 beobachtete Anstieg der Suizidrate in Deutschland steht zu dieser Aussage zumindest nicht im Widerspruch.

Zum Mechanismus der Wahrnehmung und Interpretation der Infraschallsignale möchte ich eine Hypothese, deren Bruchstücke vor allem im Internet zu finden sind und die die Bedeutung des Infraschalls für die Evolution unterstreicht, mit folgender Wirkungskette skizzieren:

Erzeugung von Infraschall durch die Schrittfolge eines (Fress-)Feindes,
Wahrnehmung durch das Gleichgewichtsorgan, die äußeren Haarzellen der Cochlea oder durch Barorezeptoren, Analyse mittels schmalbandiger Filter im Zentralnervensystem, Interpretation als Bedrohung, Schlaflosigkeit (richtiger: erhöhte Wachsamkeit oder Aufmerksamkeit), Fight orflight bzw. Aggression oder Depression.

Im Laufe der Evolution hat erst diese Art der Wahrnehmung vielen Fluchttieren das Überleben ermöglicht. Auch bei den nicht wenigen Menschen, bei denen der Gleichgewichtssinn zu Fehlinterpretationen neigt, ist sie erhalten. Der Mensch kann also auf drei verschiedenen Weisen auf Infraschall reagieren, nämlich mit Aggression, mit Depression oder mit Ignorierung. Diese zum Teil gegensätzlichen Möglichkeiten werden die geplanten Untersuchungen sicher nicht erleichtern.

Allgemein sollte gelten: Signale, die sich mit großem aber konstantem Zeitabstand wiederholen, interpretiert das Zentralnervensystem als Bedrohung. Diese Theorie erklärt z.B. auch die Unerträglichkeit eines tropfenden Wasserhahnes. Dessen störende Wirkung hängt weder von der Lautstärke noch von der Wiederholfrequenz ab, sondern nur vom Signalcharakter. Es erscheint plausibel, dass das Gleiche für wetter- oder windradgeneriertem Infraschall gelten sollte. Der experimentelle Beweis sollte nicht schwierig sein. Für die Frequenzunabhängigkeit finden sich in Wankas Arbeit weitere, hier nicht behandelte Belege.

Selbstverständlich verbieten sich aus ethischen Gründen Laborexperimente mit dem Ziel, Depression oder gar Suizid mit Infraschall zu bewirken. Jedoch wäre im Schlaflabor eine Korrelation zwischen Infraschall und Schlaflosigkeit fast mühelos nachzuweisen. Abhängiger Parameter wäre die Schlaf-qualität, die mit bekannten und vorhandenen Verfahren zu quantifizieren wäre. Unabhängiger Parameter wäre einmal der Pegel von (weißem, rosa oder rotem) Infraschallrauschen, zum anderen Amplitude, Frequenz und ggf. Kohärenzlänge schmalbandigerInfraschallsignale. Das Labor müsste sich im Zentrum einer windradfreien Zone von ca. 50 km Durchmesser befinden. Die Probanden-zahlen blieben im überschaubaren Bereich, wenn zunächst nur Personen, die wettervorfühlig sind, untersucht würden. Durch die Ruhelage der Probanden während der Untersuchungszeit wird vermieden, dass ständige vertikale Kopfbewegungen im inhomogenen Feld des Atmosphärendruckes, und sei es nur um wenige cm, als unregelmäßige Druckschwankungen wahrgenommen würden, diese wiederum würden die Nutzsignale verrauschen.

Das Fazit lautet: Der wissenschaftliche Beweis der Gesundheitsgefährdung durch wettergenerierten Infraschall wurde durch Wankas Diplomarbeit erbracht. Solange dieser Beweis nicht experimentell widerlegt werden würde, ist konkludent von einer Gesundheitsgefährdung durch windradgenerierten Infraschall auszugehen. Daher sollte bei der Festlegung der Mindestabstände der Windkraftanlagen von Wohngebäuden berücksichtigt werden, dass der Signalcharakter und nicht die Amplitude dieses Infraschalls das entscheidende Merkmal ist. Auch eine im Flüsterton vorgetragene Morddrohung kann wirksam sein.

Datenbasis:

/1/ Pierpont, N. Wind turbine syndrome, K-selected books (2009)

/2/ Bundesumweltminister P. Altmaier, Schreiben vom 3.8.2013 an die Umweltminister/innen der Länder, PDF

/3/ Hammerl, C. u. J. Fichtner, Langzeit-Geräuschimmissionsmessung an der 1 MW-Windenergieanlage Norde N 54 in Wiggensbach bei Kempten, Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (2000)

/4/ Bundesamt für Umwelt, Machbarkeitsstudie zu Wirkungen des Infraschalls, (2014), (PDF), (hier)

/5/ Delyukov, A. and L. Didyk, The effects of extra-low-frequencies atmospheric pressure oscillations on human mental activity, Int. J. Biometeor. 43, 31 – 37 (1999)

/6/ Wanka, R. and P.Höppe, Human biometeorological relevance of low frequency air pressure oscillations, MeteorologischeZeitschrift, 14, 279 - 284 (2005)

/7/ Faust, V. Biometeorologie – Der Einfluss von Wetter und Klima auf Gesunde und Kranke, Hippokrates Verlag, Stuttgart (1976)

/8/ Ceranna, L., G. Hartmann & M. Henger, Der unhörbare Lärm von Windkraftanlagen, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, PDF

Quelle: Dr. Joachim Schlüter, Dipl.-Physiker / EIKE>

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Kopp-Verlag online, Logo

Deutschland 22.12.2014: Gemeinderat haftet bei Schäden durch Windenergie - 200m hohe "Monster" - maximal 40% Wirkungsgrad

aus: Kopp-Verlag online:
Gemeinderäte haftbar für Gesundheitsschäden durch Windkraftanlagen; 22.12.2014;
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/edgar-gaertner/gemeinderaete-haftbar-fuer-gesundheitsschaeden-durch-windkraftanlagen.html

<Edgar Gärtner

Volksvertreter von Bundes- und Landtagen genießen einen besonderen Schutz. Ganz anders ist es bei Kommunalpolitikern in Stadt- und Gemeindeparlamenten. Man kann sie jetzt für Gesundheitsschäden von Windkraftanlagen persönlich haftbar machen.

In Deutschland stehen mittlerweile etwa 25.000 Windkraftanlagen (WKA). Immer mehr von ihnen sind gesundheitsschädlich. Im Zuge des so genannten »Repowering« werden immer mehr kleinere ältere Anlagen durch 200 Meter hohe Monster ersetzt. In Waldgebieten werden, um der Abbremsung des Windes durch die Bäume zu umgehen, nur noch solche Großanlagen errichtet.

Auch die größten Windturbinen können, grob gerechnet, nur etwa 40 Prozent der Windenergie in elektrische Energie umwandeln. Der große Rest geht in Form von Schallwellen, das heißt periodischen Luftdruckschwankungen verloren. Die Frequenz dieser Wellen (ausgedrückt in Hertz) und damit der von uns Menschen wahrnehmbare Ton ist umso niedriger, je länger die Rotorenflügel sind. Anders ausgedrückt: Die Wellenlänge des von WKA erzeugten Wummerns wächst direkt mit der Länge der Rotorflügel. Doch da gibt es noch etwas anderes, was die Medien uns zu Windkraftanlagen verschweigen.

Den Volltext dieses Artikels lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Hintergrundinformationsdienstes KOPP Exklusiv.>


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Fotoquellen
[1] Wind-Kleinkraftwerk mit Windlöffeln "Aroto" mit Solaranlage oben drauf: http://www.20min.com/schweiz/ostschweiz/story/29880804



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