Neue Autos in der Schweiz am 9.6.2026:
mit Überwachungskameras wie in der kr. EU:
Assistenzsysteme: Schweiz übernimmt EU-Regel:
Kamera-Überwachung in allen Neuwagen
https://www.20min.ch/story/assistenzsysteme-schweiz-uebernimmt-eu-regel-kamera-ueberwacht-fahrer-von-neuwagen-103575917
https://journalistenwatch.com/2026/06/14/failed-state-deutsche-tankstellen-verstossen-vieltausendfach-gegen-preiserhoehungsregel-ohne-jegliche-konsequenzen/
Schweiz 22.6.2026: Die Mitfahrbank
breitet sich seit 2 Jahren aus:
Moderner Autostopp: Mitfahrbänke boomen – wie
gefährlich ist das?
https://www.nau.ch/news/schweiz/moderner-autostopp-mitfahrbanke-boomen-wie-gefahrlich-ist-das-67126474

Schweiz 22.6.2026: Die Mitfahrbank breitet sich seit 2
Jahren aus [1]
Simon Huber, Elena Hatebur -- Luzern -- In der
Westschweiz boomen spezielle Mitfahrbänke für ältere
Menschen. Auch in der Deutschschweiz gibt es ähnliche
Projekte – und der Bedarf wächst.
In Château-d'¼x und Haut-Intyamon gibt es bereits
Mitfahrbänke für Senioren.
Ähnliche Projekte existieren auch in der Deutschschweiz,
etwa im Kanton Luzern.
Künftig dürften solche Angebote noch wichtiger werden.
Einfach hinsetzen und warten. Wer auf einer Mitfahrbank
Platz nimmt, signalisiert automatisch: Ich suche eine
Mitfahrgelegenheit. Wie beim früher verpönten Autostopp.
Heute gilt aber: Kein Daumen, keine App, keine
Registrierung nötig. Vorbeifahrende wissen, was die Bank
bedeutet, und können spontan anhalten.
In Château-d'¼x im Waadtland funktioniert das seit zwei
Jahren.
Soziale Nähe als Ziel
Das Konzept entstand laut «RTS» auf Initiative von
Seniorinnen und Senioren. Inzwischen wurden drei weitere
Bänke in der Freiburger Gemeinde Haut-Intyamon
installiert, jede kostet maximal 1000 Franken.
Für Pro Senectute Schweiz ist das kein Nischenthema.
Kommunikationsleiter Peter Burri Follath sagt gegenüber
Nau.ch: «Für ältere Menschen ist niederschwellige
Mobilität entscheidend, um Selbstständigkeit zu
bewahren, soziale Kontakte zu pflegen und
gesellschaftlich teilzuhaben.»
Der grösste Handlungsbedarf zeige sich dort, wo der
öffentliche Verkehr ausgedünnt ist und einfache
Alternativen fehlen.
«Mitfahrende und Automobilisten müssen Bescheid wissen»
Das Prinzip macht auch vor dem Röstigraben nicht halt.
Die Agentur Umsicht betreibt unter dem Namen «Stop and
Ride» bereits mehrere Mitfahrbänke in der
Zentralschweiz.
Auch im Toggenburg (von Ebnat-Kappel bis Wildhaus) gibt
es schon solche Autostopp-Bänke.
Damit das System funktioniere, brauche es allerdings
mehr als nur eine Bank am Strassenrand. Entscheidend sei
vor allem die Bekanntheit des Projekts.
«Mitfahrende und Automobilisten müssen über die Bank
Bescheid wissen», erklärt die Agentur auf Anfrage von
Nau.ch.
Das gelinge nur mit Information und Sensibilisierung.
Wer eine Mitfahrbank aus der eigenen Gemeinde kenne,
erkenne das Konzept meist auch andernorts wieder.
Wer nimmt auf den Mitfahrbänken Platz?
Wer auf den Bänken Platz nimmt, hängt stark vom
jeweiligen Standort ab. «Wir haben unsere Bänke auch an
touristisch interessanten Orten aufgestellt, da ist das
Zielpublikum altermässig querbeet gemischt.»
Generell gelte: «Jeder Standort soll an die Bedürfnisse
vor Ort angepasst sein.» Entsprechend unterscheide sich
auch das Publikum von Bank zu Bank.
Schilder
Die «Stop and Ride»-Mitfahrbänke wurden an verschiedenen
Standorten, unter anderem in Kriens und Sarnen,
platziert. - Agentur Umsicht
Eines dürfte jedoch insbesondere ältere Interessierte
beschäftigen: Das Thema Sicherheit. Früher galt
Autostopp als gefährlich, weil man schliesslich nicht
weiss, bei wem man einsteigt. Wie gefährlich ist es denn
nun, spätabends bei fremden Leuten ins Auto zu steigen?
«Eine 100-prozentige Sicherheit, dass niemals etwas
passieren wird, können wir natürlich nicht geben», sagt
die Agentur Umsicht. «Ob man die Mitfahrbank auch zu
später Stunde noch benutzen will, ist allen selbst
überlassen.»
Ein gewisses Grundvertrauen sei nötig, im Zweifelsfall
solle man auf sein Bauchgefühl hören. «Zum Ausprobieren
kann man sich auch zusammentun, was sicher angenehmer
ist», schlägt die Agentur vor.
Präventiv informieren die Initianten mit Infotafeln, die
bei jeder Bank angebracht werden. Dort wird
beispielsweise darauf hingewiesen, dass Kinder nur mit
der expliziten Erlaubnis ihrer Eltern mitgenommen werden
dürfen.
Als Benutzer der Mitfahrbank könne man ein Angebot zur
Mitnahme auch jederzeit ablehnen. Die Agentur betont:
«Kommt einem etwas komisch vor oder fühlt man sich
unwohl, sollte man nicht einsteigen oder die Fahrt
abbrechen.»
Gewisses Risiko besteht
Auch der Kriminologe Dirk Baier von der Zürcher
Hochschule für Angewandte Wissenschaften erachtet
Sicherheitsbedenken als berechtigt: «Dort, wo sich
Gelegenheiten bieten, Straftaten zu begehen, werden
früher oder später auch Straftaten begangen.»
Es gebe durchaus ein gewisses Risiko, dass insbesondere
ältere Personen bestohlen oder ausgeraubt würden, wenn
sie ein solches Angebot nutzen. Doch Baier relativiert:
Steigen Personen nur bei Menschen ins Auto, die sie
kennen, sei es eine tolle Möglichkeit, sozial in Kontakt
zu bleiben.
«Allein die Sitzbänke werden schon solch eine Wirkung
entfalten», so Baier. «Weil man sich dort niederlassen
und ins Gespräch mit Passanten kommen wird, ohne dass
man mit irgendwem irgendwohin fährt.»
Vorsicht sei für alle Bevölkerungsgruppen wichtig.
«Empfehlen würde ich immer, auf das Bauchgefühl zu
hören; wenn man nicht mit jemandem mitfahren möchte,
sollte man das einfach auch nicht tun.»
Dass betagte Menschen das Angebot spätabends nutzen und
damit ein gewisses Sicherheitsrisiko eingehen, davon
geht der Kriminologe nicht aus.
Die Sicherheitsbedenken sollten nicht zu stark in den
Vordergrund gerückt werden. Dies habe gemäss Baier zur
Folge, dass ein solches Angebot erst gar nicht genutzt
werde.