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Tricks des Lebens: Betriebssysteme

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Betriebssysteme

Angaben von Microsoft zum Microsoft-Betriebssystem:
http://www.microsoft.com/windowsxp/downloads/updates/sp2/docs/de/privacy.mspx

Linux

15.12.2009: <Karmic Koala: Was das neue Ubuntu kann>

aus: n-tv online; 15.12.2009; http://www.n-tv.de/technik/computer/Was-das-neue-Ubuntu-kann-article640463.html

<Ubuntu klingt irgendwie lustig. In den afrikanischen Sprachen Zulu und Xhosa steht das Wort etwa für Gemeinsinn. Und so ist der Name für die Linux-Distribution Ubuntu auch Programm - schließlich hat ihn der südafrikanische Unternehmer Mark Shuttleworth ausgewählt, der einen Teil der Entwicklung bezahlt. Die Ubuntu-Macher haben sich auf die Fahnen geschrieben, ein möglichst leicht zu bedienendes Betriebssystem anzubieten - und das kostenlos. Seit kurzem ist mit Karmic Koala die Version 9.10 zu haben. Ob die Programmierer ihrem Anspruch gerecht geworden sind?

Wie viele Nutzer eine bestimmte Linux-Distribution verwenden, ist kaum herauszufinden, da die Software anders als Windows oder Mac OS kopiert und weitergereicht werden darf. Allerdings zeigt eine Abfrage bei Google Trends, dass das Interesse von Internetnutzern an Ubuntu im Vergleich zu ebenfalls beliebten Linux-Varianten wie Open Suse oder Fedora in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Bei entsprechenden Suchanfragen liegt das System weit vor der Konkurrenz.

Was spricht für Ubuntu? "Die Entwickler versuchen, es möglichst den Bedürfnissen von Privatanwendern anzupassen", erklärt Kristian Kißling von der Zeitschrift "Ubuntu User". Außerdem gibt es eine rege Gemeinschaft von Nutzern, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen anderen Anwendern im Internet zur Verfügung stellen.

Deutlich schneller

Das neue Karmic Koala enthalte so viele Neuerungen wie schon lange keine neue Ubuntu-Version mehr, berichtete jüngst die in Hannover erscheinende Zeitschrift "c't". Eines bemerken Anwender gleich am Anfang: Der Systemstart ist deutlich schneller. Auffällig ist auch das überarbeitete Design, das jetzt trotz der für Ubuntu typischen Brauntöne ein bisschen an die Benutzeroberfläche von Mac OS erinnert.

Ein wichtiger Punkt ist laut Kißling das neue Software Center. Zum Hintergrund: Moderne Linux-Distributions besitzen einen sogenannten Paketmanager. Das Programm hilft dem Anwender, nachträglich Software zu installieren. Statt selbst im Web nach einem bestimmten Programm zu suchen, genügt es meist, den Paketmanager zu bemühen. Dabei kann es aber passieren, dass er die Software zum Beispiel aus sehr vielen verfügbaren Quellen anzeigt - vor allem für Laien unübersichtlich. Software Center soll dieses Problem lösen: "Statt Dutzender werden nun eben nur noch die tatsächlich benötigten drei oder vier Dateien angezeigt", erläutert Kißling.

Cloud Computing

Schwer in Mode ist das Thema Cloud Computing. Google zum Beispiel bietet ein Schreibprogramm an, das der Nutzer nicht auf dem Rechner installieren muss, sondern direkt im Browser ausführen kann. Andere Anbieter stellen Speicherplatz im Internet zur Verfügung. Genau das tut nun auch Ubuntu beziehungsweise die Shuttleworth-Fimra Canonical, die einen Teil der Entwickler bezahlt.

Die Funktion heißt Ubuntu One und beschert jenen Nutzern, die sich für den Dienst anmelden, zwei Gigabyte kostenlosen Onlinespeicher. Mehr Speicher gibt es gegen Gebühr - woran sich laut Kristian Kißling durchaus einige Mitglieder der Ubuntu-Gemeinde stören. "Aber man muss das ja nicht annehmen."

Firefox ist mit an Bord

Ext4 heißt das neue, in Ubuntu 9.10 verwendete Dateisystem. Es erlaubt schnelleren Zugriff auf Dateien. "Der Geschwindigkeitszuwachs ist spürbar", sagt Kißling. Zum Umfang der neuen Distribution gehören darüber hinaus wieder zahlreiche Anwendungen: Firefox ist genauso an Bord wie Software zur Bildbearbeitung, zum Chat, für Büroanwendungen oder zum Abspielen von Musik und Videos.

Doch Ubuntu 9.10 ist nur eine Art Zwischenversion: Die Entwickler bringen alle zwei Jahre eine "LTS"-Version heraus. Das Kürzel steht für Long Term Support. Für diese Softwarepakete garantieren die Entwickler drei (Desktop) beziehungsweise fünf Jahre (Server) lang Updates. Bei den LTS-Versionen liegt der Fokus in der Entwicklung auf der Systemstabilität. Die aktuelle LTS-Version ist immer noch das im April 2008 erschienene 8.04 (Hardy Heron). Lucid Lynx, die nächste LTS-Variante von Ubuntu, wird voraussichtlich im April 2010 veröffentlicht.

dpa>


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Spiegel
              online, Logo

5.2.2012: Linux wird für jedermann machbar

aus: Spiegel online: Ausstieg: Nie wieder Viren; 5.2.2012;
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812304,00.html

<Von Frank Patalong

Linux? Bloß nicht! Viele Nutzer scheuen das Betriebssystem. Nur was für Experten, lautet das Urteil. Eine Fehleinschätzung, denn der Windows-Rivale hat sich zum Normalverbraucher-System gemausert. Der Rechner läuft stabil, schnell und vor allem virensicher. Ein Erfahrungsbericht.

Am Morgen des 5. Januar 2012 flackerte der Bildschirm meines PC kurz auf. Für Bruchteile einer Sekunde sah man, wie sich ein Internet-Explorer-Fenster öffnete und dann komplett über den Bildschirm legte. Der produktive Teil meines Arbeitstages war damit beendet.

Ich recherchierte gerade im Web, eine der geöffneten Seiten muss verseucht gewesen sein. Sie schleuste die neueste Version des sogenannten BKA-oder UKash-Virus auf meinem Rechner ein und schoss ihn regelrecht ab. Binnen Sekunden war Windows unbrauchbar geworden, verweigerte mir jeden Zugriff. Den sollte ich gegen Zahlung von 100 Euro wieder bekommen, behauptete die sich als Polizei-Warnung verkaufende Erpressungssoftware. Wer das glaubt und zahlt, wird ärmer, aber nicht selig.

Die Infiltrierungsmethode nennt sich Drive-by, man fängt sich einen Schädling ein, während man sich eine Web-Seite ansieht. Es reicht, dass der Rechner in diesem Augenblick nicht ausreichend geschützt ist, was häufig der Fall ist.

Schutz ist ein relativer Begriff

Der Schutz ist durch Sicherheitslücken der installierten Software begrenzt. Zu jedem gegebenen Zeitpunkt haben wir etliche Programme installiert, die bisher nicht geflickte Sicherheitslecks aufweisen - vom Browser über den PDF-Reader, die Office-Software bis hin zu diversen Skripten (Java, Flash etc.), die das bevorzugte Einfallstor für Viren sind. Und gegen neu auftretende Schadsoftware gibt es so oder so zunächst keinen Schutz - egal, wie gründlich man sich absichert.

Mein PC hängt beispielsweise hinter einem Router, der vieles abfängt. Ich arbeite ohne Admin-Rechte. Der Rechner ist durch Firewall und Virenschutzsoftware abgesichert, die jede Stunde auf neuesten Stand gebracht werden. Sicherheitsupdates der Software sind selbstverständlich. "Mein" BKA-Virus kam trotzdem durch.

Es ist zum Mäuse melken, zum in die Tischplatte beißen, zum aus der Haut fahren. Wir Windows-Nutzer leben mit diesem Mist seit über zwanzig Jahren. Wir haben es als Teil der PC-Normalität akzeptieren gelernt, nehmen es hin wie Schlechtwetter. Warum eigentlich?

Weit über 95 Prozent aller Virenprobleme betreffen einzig und allein unsere Windows-Rechner. Apple-Fans lachen sich eins und behaupten, das läge an schlechter Software. Hauptsächlich liegt es wohl eher daran, dass sich die Verseuchung für Kriminelle lohnt: Windows läuft auf rund 90 Prozent aller PC.

Aber was ist, wenn auf dem von einem Erpressungstrojaner blockierten Rechner einmal wirklich kostbare Daten verschüttet liegen? Dann muss man sich etwas einfallen lassen.>

2. Teil: Rettungsversuche - mein Leben als PC-Hotline

aus: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812304-2,00.html


Arbeitsoberfläche eines Live-Systems zur Virenbereinigung (hier: "Desinfec't"): Auf wenige Funktionen reduziertes Linux, ohne jede Vorkenntnis problemlos anwendbar.

Weil Freunde und Nachbarn mich für eine Art PC-Hotline halten, habe ich immer diverse Rettungstools bereit liegen. So gehe ich bei einem akuten Virenbefall vor:

  • Ich versuche die Säuberung mit Hilfe einer sogenannten Rettungs-, Rescue- oder Live-CD, bei der das Betriebssystem von der CD oder DVD bootet. PC-Zeitschriften wie "c't" oder "PC Welt" legen ihren Ausgaben so etwas mehrmals im Jahr bei, ansonsten kann man - wenn man noch Zugang zu einem anderen Rechner hat - auch selbst eine herunterladen und brennen (siehe Linkverzeichnis). Oft entscheide ich mich für die "Desinfec't"-DVD der PC-Zeitschrift "c't", die gleich vier aktuelle Virenscanner mitbringt: Avira, Bitdefender, ClamAV und Kaspersky.
  • Die automatisch online aktualisierten Virenscanner untersuchen dann einer nach dem anderen den befallenen Rechner - ein Prozess, der Stunden dauern kann.
  • Wieder unter Windows lasse ich einen spezialisierten Adware-Scanner folgen. Danach ist der Tag gelaufen - und normalerweise wieder alles im grünen Bereich.

Normalerweise. Es hat sich vieles getan an der Cybercrime-Front. Bei den Erpressungsviren funktioniert die oben geschilderte Routine nicht mehr. Sie sind zugleich primitiv und perfide. Scanner, Entfernungstools und selbst Live-CDs verpuffen bei den neueren Varianten, weil die ihre Schadwirkung schon bestens getarnt im sogenannten Boot-Sektor der Festplatte entfalten. Der oben geschilderte, meist sehr erfolgreiche Virenkill geht völlig an ihnen vorbei.

Bei den Erpressern hilft nur Handarbeit

Hier hilft nur die Bereinigung auf Registry-Ebene, wie wir sie vor kurzem geschildert haben. Auch das klingt beruhigender, als es ist: Die gegen den BKA-Virus empfohlenen Methoden sind Stoff für Fortgeschrittene und dürften Otto Normalverbraucher meist völlig überfordern. Verschiedene Virenvarianten erfordern unterschiedliche Maßnahmen. Damit die wirken, muss man die jeweilige Variante richtig erkennen. Und selbst dann gilt: Was auch immer der Virus auf dem Rechner an möglicherweise verborgenen Schäden verursacht hat, ist nicht behoben. Möglich, dass Hintertüren ins Betriebssystem offen bleiben.

Der letzte Schritt, um den Rechner wirklich wieder abzudichten, lautet darum eigentlich: Man sollte seine Daten exportieren und sichern - und dann die Festplatte komplett formatieren und Windows neu installieren. Anders gesagt: alles kaputt hauen und neu aufbauen. Wer all das selbst nicht kann und die Hilfe eines Fachmanns braucht, ist schnell dreistellige Summen los.

Wie gesagt, es ist zum Mäuse melken. Ich hatte die Nase voll. Genug davon, als ehrenamtlicher Virenfeuerwehrmann immer wieder Abende in den Sand zu setzen. Genug davon, alle paar Jahre auch selbst den GAU zu erleben.

In der Stunde der PC-Not fällt mir seit Jahren vor allem eines ein: Linux. Und vielleicht war es nun an der Zeit, Linux nicht mehr nur als Notsystem einzusetzen, sondern als sichere Alternative neben meinem mit viel zu viel Mühe bereinigtem Windows fest zu installieren?

Das geht ganz problemlos. Es kann allerdings unerwartete Nebenwirkungen haben.>

<3. Teil: Keimendes Linux-Fieber - die Bekehrung des Schornsteinfegers

aus: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812304-3,00.html

Ubuntu 11.10 mit geöffnetem "Dash": Die Unity-Oberfläche hält die Grundfunktionen immer sichtbar, macht Linux nutzbar für Anwender, die von Linux keine Ahnung haben.

"Och, das ist ja chic", sagte meine Tochter, als sie meinen neuen PC-Desktop sah. Sie meinte natürlich vor allem den Bildschirmhintergrund, aber auch, wie aufgeräumt alles aussah. Installiert hatte ich das Linux-System Ubuntu 11.10.

Hier die augenfälligen Unterschiede zu Windows im Schnelldurchlauf:

  • Die Startleiste mit den wichtigsten Programm- und Dateisystem-Einträgen ist nicht unten zu finden, sondern links. Die üblichen kleinen Symbole, wie beispielsweise Uhr, Aus-Knopf oder Laustsprechersteuerung, findet man oben statt unten rechts.
  • Was in der Startleiste zu sehen ist, hängt davon ab, was man besonders oft oder am aktuellen Tag gebraucht hat, es wechselt. Immer zu sehen ist der Internetbrowser Firefox, das Office-Paket LibreOffice, der Software-Shop (vergleichbar mit einem App-Store) und der sogenannte Dash am Seitenkopf oben links. Den könnte man mit dem Start-Button bei Windows vergleichen.

Die meisten Programme unter Linux unterscheiden sich kaum von ihren Windows-Versionen oder Entsprechungen. Äußerst komfortabel ist, dass so gut wie alles vorinstalliert scheint. Selbst wenn etwas fehlt, ist die Nachinstallation von Programmen oder Codecs zur Darstellung von Videos ein Kinderspiel. Alle meine unter Windows angelegten Dateien (Texte, Bilder, Filme etc.) sind zugänglich und nutzbar.

Die große Schwäche: Linux ist kein Spielplatz

Was nicht bedeutet, dass Linux aus Verbrauchersicht keine Schwächen hätte. Nach zehnminütiger Einarbeitung probierte meine Tochter die Software für einen Tag aus. Dann fragte sie: "Kann ich damit auch Sims spielen?"

Kommt drauf an, sagte ich und dämpfte damit ihre Begeisterung merklich. Kommerzielle Spiele gibt es nur selten in Linux-Versionen, gerade die populärsten sind nicht darunter. Viele Windows-Programme lassen sich - oft unter Leistungseinbußen - mit Emulatoren (eine Art "Übersetzer-Programm") aus Linux heraus nutzen: Ob das aber klappt oder nicht, ist auch von der eingesetzten Hardware abhängig. Browserspiele laufen natürlich. Generell muss man aber sagen: Linux-Rechner sind nichts für Leute, die PC zum Spielen nutzen.

Arbeitsaufgaben, Internet und "sachliche" Hobbys, aber auch Multimediaanwendungen vom Filmkonsum über Grafiksoftware bis zum DVD-Schnitt bedient Linux dagegen vorzüglich. "Schade", sagte meine Tochter, eigentlich sei dieses Ubuntu "viel besser als mein Windows". Was sie meint: Es ist einfacher - und deutlich schneller.

Domino-Effekte: wenn einer anfängt...

Am Abend rief mich ein Freund an, er ist Schornsteinfeger. "Hör mal", sagte er, "ich krieg' diesen BKA-Mist nicht runter."

"Spielst Du eigentlich an der Kiste?", fragte ich. Er verneinte. Ich machte ihm einen naheliegenden Vorschlag, um ihn (und mich!) von seinem Virenproblem zu erlösen.

"Meinste, das krieg' ich hin?", fragte er zurück.

Vor ein paar Jahren hätte ich gezögert. Egal, was Linux-Fans da behaupten, die meisten Distributionen (so nennt man die verschiedenen Linux-Ausprägungen) sind Stoff für Leute, die wissen, was sie tun - und nicht für normale Anwender. Nach ein paar Tagen Ubuntu sehe ich da aber keine Probleme mehr. Gerade die unter Linux-Fans heiß umstrittene neue Unity-Arbeitsoberfläche ist es, was das System für Normal-User interessant macht: die ist einfach, übersichtlich und intuitiv zu bedienen - das kann locker auch mit Apple konkurrieren.

Ein paar Abende später installiere ich Ubuntu auf dem Laptop meines Freundes, neben der Windows-Partition, die erhalten bleibt. Alles geht ganz einfach, nach 20 Minuten sind wir durch. Wir testen den Rechner, im Internet, dann mit einem 24 Gigabyte großen HD-Video im mkv-Format. Das Bild fließt ruckelfrei und gestochen scharf. Codecs, Nachinstallationen, Probleme? Fehlanzeige.

In den folgenden Tagen warte ich auf den ersten Hilferuf. Er kommt nicht.

"Spitze", sagt mir mein Linux-Schornsteinfeger, als wir uns eine Woche später treffen, "das Ding ist jetzt viel schneller!" Er grinst wie ein Honigkuchenpferd, Probleme hat er offenkundig keine. "Sag mal", sagt Stefan, ein weiterer Freund: "Meinst Du wirklich, man kann das inzwischen versuchen?"

Ich verspreche ihm, eine Installations-DVD mitzubringen. Ein paar Tage darauf fragt der Nächste. Um mich herum entsteht ein kleiner, virenfreier Linux-Cluster. Vielleicht sind meine Tage als ehrenamtliche Viren-Hotline gezählt.>


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