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Kindererziehung bei Kindern generell 0 bis 20 Jahre (Teil 3)

In Frankreich lernen Kinder, sich einzuordnen -- weniger Bewegung bringt schlechtere Schulleistungen -- die Tandem-Familie, die gegenseitig die Kinder betreut -- Spiel in einer Ruine kann tödlich ausgehen -- Kinder und Schimpansen ahmen das Verhalten der Mehrheit nach -- Vormundschaft nimmt wegen blauer Flecken Kinder weg -- Kinder mit Zweisprachigkeit entwickeln besseres Gehör -- die Bedürfnispyramide -- Geisterbahn mit Blutgestalten wird angezeigt wegen Gewaltverherrlichung -- holländische Kinder erhalten mehr Süsses -- EU-Schwachsinn: Kinder müssen eigene Pässe haben, Passverluste sind vorprogrammiert -- Rituale sind emotional wichtig, aber sollten keine Pflichtübung werden -- Deutschland verbessert Begegnungsrecht für geschiedene Väter -- Pflegefamilie ist immer besser als ein Kinderheim -- CH: Eltern fordern ein Schulreise-Gesetz -- Heimunterbringung in Deutschland und die Gründe -- ältere Mütter haben oft fittere Kinder -- Hochbegabte und Hochsensible sind "anders" -- das Erziehungs-ABC: Eltern sein ist ein Job, der Wissen erfordert -- geschickte Kinder sind oft schlauer -- Einzelkinder spielen weniger draussen und essen mehr Süsses -- zu viel Fürsorge macht Kinder depressiv -- Kinder sind Stress für die Mutter und Bereicherung zugleich -- finnischen Müttern geht es (gemäss Studie) am besten -- fürsorgliche Väter sind ein grosses Vorbild für die Söhne, auch fürsorglich zu werden --

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3.2.2012: In Frankreich lernen Kinder sich einzuordnen - zur Zufriedenheit von Kindern und Eltern

aus: Basler Zeitung online: Mamablog-Redaktion: Jeanne d'Arc statt Tiger Mom; 3.2.2012;
http://blog.bazonline.ch/mamablog/index.php/21882/jeanne-d’arc-statt-tigermutter/

<Eine Carte Blanche von Clack-Autor Ralph Pöhner*.

Eine sehr französische Mutter: Model und Schauspielerin Laetitia Casta, mittlerweile dreifache Mama (unser Bild zeigt sie 2009 in Cannes, als sie mit ihrer zweiten Tochter schwanger war).

Waren Sie schon mal mit einem Kind in Paris? Dann fiel Ihnen vielleicht ein Phänomen auf, das in Schweizer Städten längst verschwunden ist: In den Parks gibts diskrete Schildchen, die das Betreten des Rasens verbieten. Wer also dort sein Kind, wie bei uns üblich, über die Wiese rennen lässt, gibt ihm besser den Rat mit, weit entfernt von gewissen Herren mit blauer Uniform und Képi herumzutoben.

Was fällt sonst noch auf in Paris? Zum Beispiel, dass Spielplätze dort Raritäten sind. Und wenn vorhanden, muss man dort manchmal allen Ernstes Eintritt bezahlen.

Und weiter? Statt auf dem Spielplatz findet man Kinder im Museum. Oder im Restaurant (nein, damit ist nicht McDonald’s gemeint).

Kurz: Wer mit Kindern nach Frankreich reist, stösst auf ganz leicht verschobene Zustände. Und in diesen Verschiebungen wiederum spiegelt sich offenbar etwas Grundsätzliches: Die Franzosen erziehen ihre Kinder anders als wir. Denn sie sehen sie anders an.

Gut möglich, dass sich daraus bald eine neue Debatte entwickelt darüber, wie wir mit unserem Nachwuchs umgehen, umgehen sollten – und was dies über unsere Gesellschaft besagt. Auch bei uns. Denn nach den letztjährigen Wortgefechten über die chinesischen Tigermütter (Lesen Sie auch: «5 Fragen zur Tigermutter») findet nun ein Buch in der angelsächsischen Welt grosse Beachtung, welches die französischen Eltern zum grossen Vorbild stilisiert: Es stammt von der US-Journalistin Pamela Druckerman und heisst «French Children Don’t Throw Food» (in der britischen Ausgabe) respektive «Bringing Up Bébé» (in der US-Version).

Der Amerikanerin, die jahrelang in Paris lebte, war aufgefallen, dass die Kinder dort verblüffend gut erzogen schienen – während die Eltern keineswegs strenger mit ihnen umgingen als Eltern in ihrer US-Heimat. Die Kleinen kamen ins Restaurant und widmeten sich dort zivilisiert dem «Sauté de boeuf et légumes», zugleich schien es undenkbar, dass eine Französin ein Telefongespräch unterbrechen musste, weil es hintendran quäkte. Und auf den Spielplätzen konnte Druckerman bald erkennen, wer von wo war. Die Französinnen tranken entspannt ihren Kaffee beim kiosque nebendran, die Ausländerinnen wetzten ihren Kleinen hinterher, um Katastrophen und grössere Flurschäden zu verhindern.

Und ja: Sogar die Säuglinge schliefen, wenn sie Französinnen und Franzosen waren, in der Nacht eher durch.

Woran liegt das? Druckermanns Ergebnisse führten zurück zur grundsätzlichen Haltung, welche eine Gesellschaft gegenüber ihren Kindern einnimmt. In einem Satz: In Frankreich muss sich das Kind der Erwachsenenwelt unterordnen – während sich das Verhältnis im englischen Sprachraum (und ja, auch in der Deutschschweiz) umgekehrt hat. Bei uns setzte sich ein Selbstverständnis durch, in dem das Kind zum König wurde – was wiederum die ganze familieninterne Dynamik verändert hat: «La famille, c’est moi».

Dass sich Erwachsene von gelangweilten Kindern im Gespräch unterbrechen lassen, käme den Franzosen nicht in den Sinn. Im Elternbett haben die Kleinen nichts verloren. (Lesen Sie auch: «Sex schlecht? Ehe schlecht?») Und die Idee, dass es einerseits Menus und andererseits Kindermenus gibt, erscheint den Franzosen ebenfalls skurril. Die Unterschiede gehen bis hinein in den Sound («Ça suffit!!!» statt «Könntest du bissoguet endlich…»), aber gerade weil sich in Frankreich nicht alles ständig um die Kinder dreht, waren die Erwachsenen viel entspannter – so der Eindruck der Amerikanerin.

«Die Französinnen leiden sicherlich nicht unter denselben ständigen Schuldgefühlen», folgert Druckerman. Das führt im Alltag dazu, dass Maman nicht im Renault-Alpine-GT-Tempo losrennt, wenn das Baby in der Nacht schreit, sondern erst mal schaut, ob sich das Problem von selber löst. Mit dem Nebeneffekt, dass französische Babys nach einer gewissen Zeit offenbar tatsächlich besser durchschlafen.

Und es schlägt sich schliesslich in zahlreichen Konventionen nieder – mit gewaltigen Folgen für die gesellschaftliche Rolle der Frau. Die kleinen Unterschiede werden am Ende sehr, sehr grundsätzlich.

Stillen? Finden die Ärzte und Geburtskliniken in Frankreich nicht so wichtig. Mutterschaftsurlaub? Krippen? Schulsystem? Klar, das wird so organisiert, dass man das Arbeitsleben leicht daneben durchbringt: Erwachsenenwelt vor Kinderwelt – auch hier. (Lesen Sie auch: «Wie Eltern das Arbeitsleben vermiest wird»)

Dass die Kinder in Frankreich unerschütterlich Spinat-Quiche verspeisen – dies ist also das eine. Das andere: Frankreich ist das Land mit der höchsten Geburtenrate in Europa; und zugleich liegt die Frauenerwerbsquote dort weit über dem Durchschnitt der EU. Nimmt man die Altersgruppe zwischen 25 und 55 – also die der Mütter –, so ist es das einzige Land ausserhalb Skandinaviens, in dem skandinavische Verhältnisse herrschen.

Kein Wunder, wird «Bringing Up Bébé» in den Ländern, wo es bereits veröffentlicht ist, weit herum beachtet. Der «Economist» gab dabei zu bedenken, dass sich hier nur eine bourgeoise Schicht spiegle, ein Blick in die banlieues hätte Druckermans schöne Bilder rasch zerstört. Und die Autorin, so der Kritiker, hätte auch mal darauf hinweisen können, dass der Wettbewerbsgedanke in Frankreich vielleicht ein bisschen zu kurz kommt.

Tatsächlich, so betont Druckerman, seien französische Eltern keineswegs streng, ehrgeizig, drakonisch – nichts da von Tigermüttern: «Sie geben den Kindern einfach einen klaren Rahmen, in dem sie lernen und sich entwickeln müssen.»

Völlig überzeugt zeigte sich dagegen die «Huffington Post», wo Debra Olliver das Buch aufnahm – eine Autorin, die nach langen Frankreichjahren selber mehrere Bestseller über die französische Kultur veröffentlicht hatte. Olliver fühlte sich prompt an eigene Erfahrungen und Fehler erinnert. So  geschehen, als ihre Kinder bei einem Primarschul-Ausflug mit der zweisprachigen Schule von Paris nach England reisen sollten. Sie, die besorgte Amerikanerin, verbot es. Worauf die Rektorin antwortete: «Madame, einen unabhängigen Geist kann man nicht kultivieren, wenn man ein Kind zurückhält» – und dann nachsetzte: «Wir haben dieses Problem nur mit angelsächsischen Müttern.»

Am Ende, so Olliver, reisten die französische Kinder nach England, und die englischsprachigen Kinder blieben in Frankreich. Die ausländischen Eltern froren auf dem Spielplatz, die französischen Eltern genossen drei kinderfreie Tage.

Erwachsenenwelt, Kinderwelt: Freiheit zu geben heisst, Freiheit zu gewinnen. Dass Frankreichs Nationalheldin ein Mädchen war, ein Kind, das die Heere des Königs in die Schlacht gegen England führte – das ist dabei noch das kleine symbolische aperçu.>



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29.2.2012: Weniger Bewegung in der Kindheit bringt schlechtere Schulleistungen

aus: n-tv online: Stundenlang vor dem BildschirmSchulprobleme durchs "Daddeln"?; 29.2.2012;
http://www.n-tv.de/technik/Schulprobleme-durchs-Daddeln-article5630266.html

<Unklar ist, ob der hohe Medienkonsum zu schlechten Noten führt oder diese durch Fernsehen und Daddeln kompensiert werden sollen.

Fast jeder fünfte Jugendliche in Deutschland sitzt täglich mindestens sechs Stunden vor dem Computer oder Fernseher. Das zeigt eine am Mittwoch in Hamburg veröffentliche Umfrage der Universität Lüneburg im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Die Studie weise zudem darauf hin, dass Computer-Kids offensichtlich häufiger Schulprobleme haben.

Befragt wurden fast 6000 Jungen und Mädchen zwischen elf und 18 Jahren. 15- und 16-jährige Schüler nutzen die Medien demnach am meisten. In dieser Altersgruppe sitzen 23 Prozent täglich sechs oder mehr Stunden vor Computer oder Fernseher. Diese Intensivnutzer klagen auch besonders über Schulunlust und sind unzufriedener mit ihren Leistungen. Laut DAK weisen die Ergebnisse darauf hin, dass übermäßiger Medienkonsum häufiger zu Schulproblemen führen kann. Umgekehrt sei es aber auch möglich, dass sich Jugendliche, die Schwierigkeiten in der Schule haben, mit einem hohen Medienkonsum ablenken wollen.

Haupt- und Realschüler gucken laut Studie besonders viel Fernsehen. Im Vergleich zu Gymnasiasten sitzen mehr als doppelt so viele Haupt- und Realschüler täglich mindestens drei Stunden vor dem Bildschirm.

Die viele Zeit vor dem Bildschirm hat laut Studie aber offenbar keine Auswirkungen auf die Anzahl der Freunde. Mehr als 90 Prozent aller Befragten haben vier oder mehr Freunde. Wer sehr viel vor Computer oder Fernseher sitze, treffe sich aber auch häufiger mit Freunden. 61 Prozent der befragten Intensivnutzer gaben an, sich dreimal oder öfter in der Woche mit Freunden zu treffen, womöglich, um gemeinsam am Computer zu spielen. Bei den Geringnutzern sind dies nur 47 Prozent. Allerdings sind Intensivnutzer deutlich weniger körperlich aktiv und nehmen seltener an organisierten Freizeitangeboten teil.

Für die Studie wurden jeweils im Mai 2008, 2009 und 2010 insgesamt 5840 Schüler und 1293 Lehrer von 25 Schulen befragt.

AFP>


Der
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Schweiz 11.4.2012: Erziehung: Tandem-Familien, die sich gegenseitig die Kinder betreuen

aus: Der Standard online: Kinderbetreuung: Afrikanische Dörfer mitten in der Schweiz; 11.4.2012;
http://diestandard.at/1334132333468/Kinderbetreuung-Afrikanische-Doerfer-mitten-in-der-Schweiz

<Franziska Brägger betreibt seit 2008 gemeinsam mit ihrer Schwester Martina die Plattform für Tandem-Familien. Ausschlaggebend für ihr ehrenamtliches Engagement waren die vielen Anregungen im Bekanntenkreis.

Tandem-Familien imitieren alte Nachbarschaftsstrukturen und zeigen Wege aus der Individualisierungsfalle.

Wie Kinderbetreuung organisieren gehört auch in der Schweiz zu den brennendsten Fragen von Eltern junger Kinder. In dem bergigen Nachbarland kommt noch hinzu, dass öffentliche Kinderbetreuung viel kostet und die Frage, ob Kleinkinder öffentlich betreut werden sollen, immer noch politisch umkämpft ist.

So zahlt man in einer Großstadt wie Zürich durchschnittlich 2.500 Franken (2.081 Euro) für einen Ganztagskrippenplatz, im ländlichen Bereich sind es um die 2.000. Die Wartelisten für geförderte Plätze sind lang und durch Einkommensgrenzen praktisch für Alleinerziehende oder Working Poor reserviert. In der Schweiz, wo das mittlere Einkommen bei rund 5.800 Franken brutto liegt, stellen diese Kosten eine große Belastung dar.

Eigeninitiative der Eltern

Weil sich an dieser schlechten Versorgungssituation auf längere Zeit nichts ändern wird, haben die Schwestern Martina und Franziska Brägger ein Projekt gestartet, das auf die Eigeninitiative der Eltern setzt und gleichzeitig ein altes Betreuungsmodell wieder aufleben lässt: die Tandem-Familie.

Auf ihrer Webseite www.tandemfamilie.ch können sich Eltern registrieren und nach gleichgesinnten Familien in ihrer Umgebung suchen, die ebenfalls Bedarf nach kostenloser Kinderbetreuung haben. Das Konzept sieht vor, dass sich die Familien auf individuelle Betreuungszeiten einigen, in denen die Kinder der Tandemfamilie kostenlos mitbetreut werden.

Tauschsystem

Die persönlichen Bedürfnisse der Suchenden stehen dabei an oberster Stelle. Bräggers ist es allerdings wichtig, dass es bei einem Tausch von Dienstleistungen bleiben muss. "Die Betreuung ist kostenlos, aber nicht umsonst", so Franziska Brägger gegenüber dieStandard.at. 

Die Initiatorin erläutert den Hintergrund: "Tandem-Familien gibt es schon sehr lange. Nur wurden sie vor 30, 40 Jahren nicht so genannt. Auch unsere Generation ist ja noch fast selbstverständlich zwischen den Nachbarhäusern hin und her gerannt." Durch die zunehmende Mobilität heutiger Eltern seien diese alten Nachbarschaftsstrukturen vor allem im städtischen Bereich nicht mehr vorhanden.

Die Plattform fördert die Eigeninitiative bei betroffenen Eltern, solche Interessensgemeinschaften wieder neu zu gründen. Dass sich dabei potentiell Fremde eine so gewissenhafte Aufgabe wie Kinderbetreuung teilen, sieht Brägger nicht unbedingt als Problem. "Natürlich kann nicht jede Familie mit jeder. Wichtig ist, dass über die zentralen Wertevorstellungen in den Familien Einigkeit besteht, dann kann es auch funktionieren." Darunter versteht sie etwa den Umgang mit Fernsehen oder die Frage der Ernährung.

Freundschaft nicht nötig

Tandem-Familien müssten keinesfalls engste FreundInnen werden. "Wir raten nicht dazu, dann auch noch gemeinsam auf Urlaub zu fahren", so Brägger. Eine gewisse Grundsympathie zwischen den Familien sei aber für das Gelingen des Projektes durchaus förderlich.
Im deutschsprachigen Raum stehen sie mit ihrer Initiative fast allein da. Außer in Deutschland, wo die Plattform www.sitter-team.de in deutschen Städten einen ähnlichen Service anbietet, gibt es bis jetzt keine Anbieter.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Tandem-Familien derzeit nicht wirklich im gesellschaftlichen Trend stehen. "Wir werden in unserem Lebensstil ja immer individualistischer. Das betrifft auch die Erziehung." Ein Tandem-Konzept könne aber nur funktionieren, wenn die Parteien einige familiäre Bereiche etwas gelassener angehen.

Das Tandem-Modell ist also einerseits retro, weil es an ältere, im urbanen Raum kaum noch vorhandene Solidar-Gemeinschaften anschließt, andererseits weist es mit seinem selbstverwalteten Fürsorgekonzept über die Grenzen und Normen der bürgerlichen Kleinfamilie hinaus. Wie es heißt es so schön in dem viel zitierten afrikanischen Sprichwort? Um ein Kind groß zu ziehen, braucht es ein ganzes Dorf. In der Schweiz tut es vorläufig auch eine Tandem-Familie. (freu, dieStandard.at, 11.4.2012)


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Dillingen (Saarland) 28.4.2012: Spiel in einer Ruine kann tödlich enden - wenn die Ruine einstürzt

aus: n-tv online: Ruine stürzt ein: Kind stirbt beim Spielen; 28.4.2012;
http://www.n-tv.de/panorama/Kind-stirbt-beim-Spielen-article6141291.html

<Beim Spielen in einem baufälligen Gebäude ist ein zehnjähriger Junge im Saarland ums Leben gekommen. Der Junge wurde bei Dillingen von herabfallenden Deckenteilen verschüttet, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Polizei mitteilten.

Sein Spielkamerad hatte draußen gewartet und holte Hilfe. Polizei, Feuerwehr und Helfer des DRK konnten den Zehnjährigen aber nur noch tot bergen. Das Gebäude am Ortsrand von Dillingen stand den Angaben zufolge schon länger leer. Nun wurde es abgesperrt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen.

Quelle: n-tv.de, dpa>


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Der Standard online, Logo

21.4.2012: Kinder und Schimpansen ahmen das Verhalten der Mehrheit nach

aus: Der Standard online: Lernen: Kinder und Schimpansen kopieren das Verhalten der Mehrheit; 21.4.2012;
http://derstandard.at/1334530890561/Lernen-Kinder-und-Schimpansen-kopieren-das-Verhalten-der-Mehrheit

<Kinder und Schimpansen kopieren das Verhalten der Mehrheit.

Für Orang-Utans spielen Anzahl und Häufigkeit bei der Weitergabe kultureller Errungenschaften keine Rolle.

Leipzig - "Kultur" ist offenbar die Weitergabe von Mehrheitswissen: Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen haben nun herausgefunden, dass Schimpansen dazu neigen, eher Handlungen zu kopieren, die von einer größeren Anzahl von Individuen vorgemacht werden, als die am häufigsten ausgeführte Handlung. Zweijährige Kleinkinder richten sich sowohl nach der Anzahl der Individuen als auch nach der Häufigkeit vorgeführter Handlungen. Für Orang-Utans spielt dagegen keines dieser Muster eine Rolle.

Weitergabe von Verhaltensweisen und -strategien

Bei vielen Tierarten lernen Individuen von ihren Artgenossen und geben somit Verhaltensweisen und -strategien innerhalb ihrer eigenen Gruppe und an die nächste Generation weiter. Auch Schimpansen und Orang-Utans, bei denen sich das Verhaltensrepertoire von Population zu Population unterscheidet, übernehmen Traditionen und Kultur von anderen. Daniel Haun, Yvonne Rekers und Michael Tomasello von den Max-Planck-Instituten für evolutionäre Anthropologie und Psycholinguistik haben in ihrer aktuellen Studie untersucht, wie Menschen, Schimpansen und Orang-Utans Wissen durch soziales Lernen weitergeben.

Zunächst haben die Forscher untersucht, ob Kinder und Menschenaffen sich das am häufigsten demonstrierte Verhalten aneignen oder ob sie das von den meisten Individuen demonstrierte Verhalten kopieren. Zweijährige Kinder, Schimpansen und Orang-Utans konnten dabei eine Belohnung von einer aus drei farbigen Teilabschnitten bestehenden Apparatur erhalten, wenn sie einen Ball - wie zuvor vier "Vorspieler" - in einen Abschnitt einwarfen. Einer der Vorspieler wählte dafür dreimal denselben Teilabschnitt, die drei anderen wählten je einmal einen anderen Abschnitt. Anschließend durften die Beobachter selbst einen Ball in einen der drei Teilabschnitte einwerfen. Das Ergebnis: Die meisten der Schimpansen und Kinder suchten jenen Teilabschnitt aus, den auch die Mehrheit gewählt hatte. Orang-Utans entschieden sich dagegen offenbar rein zufällig für einen Teilabschnitt.

Studienteil zur Häufigkeit

Im zweiten Teil der Studie analysierten die Wissenschafter, ob die Häufigkeit, mit der die Vorspieler einen Teilabschnitt auswählten, für die eigene Wahl ausschlaggebend war. Der Studienaufbau war ähnlich wie zuvor, mit einem Unterschied: Nur jeweils zwei Kinder, Schimpansen oder Orang-Utans demonstrierten die Aktion. Ein Vorspieler warf drei Bälle in einen der farbigen Teilabschnitte und erhielt dafür pro Ball eine Belohnung. Der zweite warf nur einen Ball in den anders farbigen Teilabschnitt und erhielt dafür eine Belohnung. Das Ergebnis: Schimpansen und Orang-Utans wählten anschließend offenbar zufällig einen Teilabschnitt, während sich die meisten Kinder für den Teilabschnitt entschieden, in den mehr Bälle geworfen wurden.

"Wenn sie ihrem sozialen Umfeld Informationen entnehmen, achten Schimpansen in erster Linie auf die Anzahl der Individuen, die eine Aktion demonstrieren, und weniger darauf, wie oft die Aktion demonstriert wurde. Kinder achten auf beides, Orang-Utans auf keins von beiden", sagte Haun. Kinder und Schimpansen kopieren also das Verhalten der Mehrheit, während Orang-Utans dies nicht tun. Eine mögliche Erklärung: Im Gegensatz zu Menschen- und Schimpansengruppen leben Orang-Utans als Einzelgänger in losen Gruppengefügen zusammen. Soziales Lernen außerhalb der Mutter-Kind-Beziehung spielt daher bei ihnen möglicherweise eine kleinere Rolle. (APA, 21.4.2012)>



Terror durch schweizerische Vormundschaft:

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Terror-Zürich 23.4.2012: Vormundschaft nimmt zu Unrecht die Kinder weg - wegen blauer Flecken vom Spielplatz, die den Eltern zugeordnet wurden

aus: Tagesanzeiger online: «Blaue Flecken muss man immer ernst nehmen»; 23.4.2012;
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Blaue-Flecken-muss-man-immer-ernst-nehmen/story/20589174

<Interview: Lucienne-Camille Vaudan

Die Zürcher Vormundschaftsbehörden nahmen einer jungen Mutter fälschlicherweise die Kinder weg. Was können Eltern tun, wenn sie zu Unrecht der Gewalt gegen die eigenen Kinder bezichtigt werden?

Vergangene Woche sprach das Zürcher Bezirksgericht eine junge Mutter frei. Beide Kinder wurden ihr ein Jahr lang weggenommen, weil die Behörden hinter den blauen Flecken ihres Sohnes Elterngewalt vermuteten. Was können Eltern unternehmen, wenn plötzlich der Sozialdienst vor der Tür steht und die Kinder mitnimmt?
Wenn die Eltern das Gefühl haben, die Untersuchung verlaufe nicht korrekt, würde ich ihnen anraten, sich zuerst an den Leiter des zuständigen Sozialzentrums zu wenden. Der nächste Schritt wäre, das Gespräch mit der Vormundschaftsbehörde zu suchen. Es ist wichtig, in dieser Lage nicht impulsiv zu handeln, das macht alles nur noch schlimmer.

Eltern, deren Kinder weggenommen werden, fällt es vermutlich schwer, ruhig zu bleiben. Gibt es eine konkrete Anlaufstelle, die hilft? Sollten sie einen Anwalt einschalten?
Das kann man, es ist aber eine sehr kostspielige Möglichkeit. Betroffene sollten sich sicher mit dem Kinderarzt, Lehrern oder anderen Betreuungspersonen in Verbindung setzen. Diese können unter Umständen helfen, Missverständnisse zu klären.

Gibt es einen Elterntypus, bei dem die Behörden grundsätzlich kritischer hinsehen?
Es gibt Eltern, die eher Gefahr laufen, überfordert zu sein. Dazu gehören junge, alleinerziehende Mütter, deren finanzielle Situation instabil ist. Da schauen Fachpersonen sicher etwas genauer hin. Aber blaue Flecken sind immer ernst zu nehmen und Ärzte klären die Ursache von Verletzungen bei Kindern generell sehr vorsichtig ab, egal wer die Eltern sind.

Herrscht ein übervorsichtiges Klima, weil Ärzte oder Lehrer Angst haben, nachträglich in der Verantwortung zu stehen?
Wenn ein Kind mit Verletzungen ins Spital kommt, muss der Arzt immer auch die schlimmste Möglichkeit im Hinterkopf behalten, nämlich dass die Eltern dem Kind Gewalt zufügen. Wenn ein Arzt hellhörig wird, behält er das Kind zur Beobachtung im Spital und sucht mit den Eltern das Gespräch. Passt deren Erklärung nicht zu den Wunden, muss er zum Wohl des Kindes eine Gefährdungsmeldung einreichen. Aber auch Nachbarn oder Verwandte können anonym die Vormundschaftsbehörden auf Missstände hinweisen.

Werden Kinder auch einfach präventiv von Zuhause weggeholt?
Dass Kinder in einem Heim oder bei einer Pflegefamilie platziert werden, passiert meines Erachtens relativ selten. Das ist immer die allerletzte Massnahme. Weil es für das Kind traumatisch ist, aber auch weil diese Massnahme sehr kostspielig ist. Pflegefamilien sind kostspielig. Dazu kommt der Lohn der Sozialarbeiter und der Fachpersonen. Die Fremdplatzierung von Kindern kostet ein Vermögen. Das ist sicher auch ein Grund, weshalb die Sozialdienste mit solchen Massnahmen relativ zurückhaltend umgehen.

Was ist mit den Rechten der Kinder? Wie viel Gewicht geben die Behörden einem Kind, das zurück nach Hause will?
Kinder sind ihren Eltern gegenüber extrem loyal, auch wenn sie misshandelt werden. Die einfache Äusserung des Kindes, alles sei in Ordnung und es wolle wieder heim, reicht nicht. Das Kind muss Vertrauen in die Fachperson gewinnen, das braucht viel Zeit. Aber Eltern und Kinder können sich an den Verein Kinderanwaltschaft wenden, der Kinder und Jugendliche juristisch vertritt.

Was sollte passieren, wenn sich herausstellt, dass die Vormundschaftsbehörde Kinder fälschlicherweise aus der Familie weggeholt und sie für mehrere Monate in einem Heim untergebracht hat?
Da braucht es sicher eine ausführliche Entschuldigung bei Eltern und Kindern! Die Behörden müssen unbedingt ihre Hilfe anbieten und die Familie bei der Wiedervereinigung unterstützen. Es ist nicht so einfach, nach längerer Zeit in einem Heim oder einer Pflegefamilie einfach wieder zum normalen Familienalltag zurückzukehren.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)>




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1.5.2012: Kinder mit Zweisprachigkeit entwickeln ein besseres Gehör

aus: Hirnforschung: Zweisprachigkeit trainiert das Gehör; 1.5.2012;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,830654,00.html

<Mehrsprachig aufzuwachsen schult anscheinend auch die Fähigkeit, Sprache von Störgeräuschen zu unterscheiden. Bei einem entsprechenden Test hängten bilinguale Jugendliche ihre einsprachig erzogenen Altersgenossen locker ab.

Wer als Kind zwei Sprachen lernt, kann sich nicht nur vielseitiger verständigen, sondern verbessert auch sein Gehör: Zweisprachigen Menschen fällt es laut einer aktuellen Studie leichter, eine Silbe von Störgeräuschen zu unterscheiden. Bilinguale Teenager konnten im Experiment die einfache, keiner bestimmten Sprache zugeordnete Silbe "da" aus einem Gewirr von Musik und Stimmen besser heraushören als Gleichaltrige, die nur eine Sprache beherrschten.

Diese Fähigkeit gehe über die bisher bekannten Effekte der Bilinguität hinaus: Sie basiere auf einer effektiveren Verarbeitung von Lauten im Hirnstamm, dem primitivsten Hirnteil, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Bisher kannte man solche tief greifenden Anpassungen der Hörfähigkeit nur von Profimusikern.

"Zweisprachige Menschen sind natürliche Jongleure", sagt Studienleiterin Nina Kraus von der Northwestern University in Evanston. Ihr Gehirn arbeite ständig mit verschiedenen sprachlichen Reizen. Die Herausforderung, von Kindheit an zwei Sprachen erkennen und unterscheiden zu müssen, mache das Gehirn offenbar aufmerksamer für alle sprachtypischen Reize. "Die Bilingualität fördert damit die Fähigkeit, generell den Klang menschlicher Sprache aus der Umgebung herauszupicken und unwichtige Geräusche zu ignorieren", sagt Kraus.

Silbe aus Geräuschsalat herausgehört

Es war bereits bekannt, dass sich die Zentren für Sprachverarbeitung und Gedächtnis in der Großhirnrinde verändern, wenn sie bilingual aufwachsen. Nun sei festgestellt worden, dass sich diese neuronale Spezialisierung auch auf untergeordnete, grundlegendere Fähigkeiten und Gehirnbereiche erstrecke, schreiben die Forscher. Ob dieser Effekt auch auftritt, wenn man eine zweite Sprache später im Leben erlernt, wollen die Wissenschaftler nun in weiteren Experimenten herausfinden.

Die Forscher untersuchten die Hörfähigkeit von 23 zweisprachig (Englisch/Spanisch) aufgewachsenen Jugendlichen und 25 Teenagern, die nur Englisch sprechen. Im ersten Versuchsteil hörten die Probanden über einen Kopfhörer mehr als 6000 Mal in verschiedenen Abständen die gesprochene Silbe "da". Über am Kopf befestigte Elektroden zeichneten die Forscher das typische Hirnstrommuster der am Hören beteiligten primitiveren Gehirnbereiche auf.

Im eigentlichen Test spielten die Forscher erneut mehrfach diese Silbe ein - einmal ohne Störgeräusche, einmal inmitten eines Stimmengewirrs von weiblichen und männlichen Sprechern, die sinnlose englische Sätze durcheinanderredeten. Über die Elektroden registrierten die Forscher, wie häufig und gut die untersuchten Hirnbereiche unter diesen erschwerten Bedingungen noch auf die "da"-Silbe reagierten.

"Der Hirnstamm der zweisprachigen Teenager reagierte deutlicher auf den Schlüsselreiz in Form der Silbe", berichten Kraus und ihre Kollegen. Besonders ausgeprägt sei dieser Unterschied während des Stimmengewirrs gewesen. "Die größere Erfahrung mit verschiedenen Klängen hat das Hörsystem der Zweisprachigen effektiver, fokussierter und flexibler gemacht, es arbeitet daher vor allem unter schwierigen Bedingungen besser", erklärt die Forscherin.

wbr/dapd>

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18.5.2012: <Was Kinder brauchen: Das Drama des vernachlässigten Kindes> - Analyse und Elterntraining - die Bedürfnispyramide

aus: Der Standard online; 18.5.2012;
http://derstandard.at/1336697270434/Was-Kinder-brauchen-Das-Drama-des-vernachlaessigten-Kindes

Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow. Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow für eine gute Kindheit

1. Physiologische Bedürfnisse (essen, trinken, WC, schlafen)
2. Schutz und Sicherheit (keine Panik, keine Umweltschäden, keine Kriegssituation)
3. Verständnis und soziale Bindung (Familienleben, nicht bedroht oder geschlagen werden)
4. Seelische und körperliche Wertschätzung (kein Mobbing, kein Psychoterror)
5. Anregung, Spiel und Leistung (Spiele, Bücher, Kurse, Sport)
6. Selbstverwirklichung (Zeit und Geld für eigene Initiativen und Projekte)

<Bettina Fernsebner-Kokert, Julia Herrnböck

Gemeinsames Spielen und ein offenes Ohr für ihre Wünsche und Ängste ist für viele Kinder nicht selbstverständlich. Laut Experten überlassen Eltern ihre Kinder oft viel zu früh sich selbst.

Vernachlässigung von Kindern reicht von unzureichender Ernährung bis zu völliger Ignoranz gegenüber ihrem Bedürfnis nach Zuwendung. Die Zahl vernachlässigter Kinder steigt, die Jugendämter versuchen mit Elterntraining gegenzusteuern.

[Drei Beispiele von Vernachlässigung - Folgen sind "Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen bis hin zu körperlichen Schäden"]

Es gibt Kinder, die auf die Frage, woran sie sich gern erinnern, antworten: "Einmal hat meine Mama zu Weihnachten mit mir 'Mensch ärgere Dich nicht' gespielt." Es gibt Jugendliche, die als Reaktion auf ihre Ansage, die Schule schmeißen zu wollen, nicht mehr zu hören bekommen als: "Wenn du meinst." Und es gibt Eltern, die einfach ein tiefgekühltes Fertiggericht auf den Tisch stellen - wenn es halbwegs aufgetaut ist, können die Kinder zu Mittag essen.

Vernachlässigung hat viele Facetten - vom schlichten Nichterkennen der Bedürfnisse von Kindern (siehe "Maslow'sche Bedürfnispyramide") bis hin zur wissentlichen Verweigerung von Zuwendung etwa als Strafmaßnahme, wenn das Kind wieder einmal frech war. Ob die elementaren Bedürfnisse nach Fürsorge, Ansprache oder einfach Nahrung bewusst oder unbewusst vernachlässigt werden - für die Kinder macht es keinen Unterschied. Die Folgen reichen von Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen bis hin zu körperlichen Schäden.

Kein urbanes Phänomen

Das Desinteresse an Kindern geht manchmal so weit, "dass nicht einmal mehr geschimpft wird", erzählt Hedwig Wölfl, die fachliche Leiterin des Kinderschutzzentrums Möwe. Nicht auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen sei "eine stille Form der Vernachlässigung, die oft übersehen wird". Darunter fielen auch jene Kinder, die statt Zuwendung 200 Euro in die Hand gedrückt bekommen. Dabei handle es sich aber keinesfalls um ein urbanes Phänomen, betont Wölfl, auch auf dem Land gebe es immer häufiger diese besondere Form des Alleinlassens mit dem riesigen Flatscreen im Kinderzimmer. Doch auch, wenn Kinder zum Partnerersatz würden, widerspreche dies den kindlichen Bedürfnissen.

[Die EURO-Wirtschaftskrise fordert ihre Opfer: ausgelaugte Eltern - hungernde Kinder]

10.500 Gefährdungsmeldungen erreichten das Wiener Jugendamt im Vorjahr - mehr als die Hälfte betraf Fälle von Vernachlässigung. Bei der Innsbrucker Jugendwohlfahrt sind diese Meldungen 2011 um 54 Prozent gestiegen. Gabriele Herlitschka, die stellvertretende Leiterin, sieht einen Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise, viele Eltern seien ausgelaugt. "Die Kinder werden dadurch viel zu früh sich selbst überlassen." Kindergartenpädagoginnen und Lehrer berichten, dass manche Kinder nie eine Jause mitbekämen und sich beim Mittagessen oft zeige, wie ausgehungert die Kleinen seien.

Im Rahmen einer Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung gaben 23,8 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer an, als Kinder körperlicher oder seelisch vernachlässigt worden zu sein. 27,9 Prozent der Frauen wurden mit Liebesentzug bestraft, bei den Männern waren es 17,8 Prozent.

Spirale der Erschöpfung - [Working-Poor-Eltern haben kaum Zeit für Kinder]

Vernachlässigung kommt in allen gesellschaftlichen Gruppen vor. Finanzielle Sorgen, Probleme in der Partnerschaft oder Misshandlungen in der eigenen Kindheit sind Risikofaktoren. In der Spirale der Erschöpfung entsteht oft Teilnahmslosigkeit gegenüber dem eigenen Kind. "Viele überspielen den Druck und reden sich ein, die Kinder sollen sich selbst durchschlagen", schildert Christian Tesar von den Grünen im 15. Bezirk - jenem Bezirk mit dem geringsten Durchschnittseinkommen Wiens. Oft ist der Wohnraum so beengt, dass die Kinder in Parks ausweichen müssen. Zu sagen, "den Eltern ist alles wurscht", greife zu kurz, sagt Tesar. Viele lebten in "Working poor"-Situationen. Für die Kinder bleibt im Überlebenskampf kaum Zeit.

[Kinder werden nicht ernst genommen]

Doch auch Gutverdienende, die sich vermeintlich Zeit für die Kinder nähmen, ignorierten deren Bedürfnisse oft, sagt Möwe-Expertin Wölfl. "Nur zu fragen, wie war dein Tag?, reicht nicht - wenn bereits keiner mehr zuhört, sobald das Kind zu erzählen beginnt." (Bettina Fernsebner-Kokert, Julia Herrnböck, DER STANDARD, 19./20.5.2012)

Wissen: Bedürfnisse - [vernachlässigte Kinder entwickeln psychische Störungen]

Kinder benötigen zuverlässige und berechenbare Beziehungen. Werden grundlegende Bedürfnisse ignoriert, kommt es zu Störungen auf den nächsten Ebenen - etwa bei der Ausbildung von Empathie oder Konfliktfähigkeit. Wirtschaftliche und psychische Krisen in der Familie erhöhen die Gefahr von Vernachlässigung ebenso wie Unerwünschtheit oder Behinderung des Kindes. In Österreich regelt der § 199 im Strafgesetzbuch Vernachlässigung: Wer seine Aufsichts-, Pflege- oder Erziehungspflicht vernachlässigt, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monate bestraft werden. 2011 wurden 51 Fälle zur Anzeige gebracht. (juh)>


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Neustadt (Österreich) 14.6.2012: Kirmes / Chilbi: Blutrünstige Gestalten einer Geisterbahn sind nicht mehr tolerierbar - Anzeige eines Vaters wegen "Gewaltverherrlichung"

aus: Der Standard online: Vater zeigte Geisterbahn-Betreiber wegen "Gewaltverherrlichung" an; 14.6.2012;
http://derstandard.at/1339637905258/Deutschland-Vater-zeigte-Geisterbahn-Betreiber-wegen-Gewaltverherrlichung-an

<Fassade des Gruselkabinetts in Bayern hatte Sohn erschreckt - Polizisten vermuteten zunächst einen Scherz.

Neustadt/Aisch - Das war wohl zu viel des gruseligen Spektakels: Wegen "Gewaltverherrlichung" hat ein Familienvater aus Neustadt/Aisch in Bayern den Betreiber einer Geisterbahn angezeigt. Die blutrünstigen Gestalten, die an der Front des Fahrgeschäfts für das Spektakel werben, seien für Kindergemüter zu gruselig, argumentierte der 46-Jährige beim örtlichen Polizeirevier. Das Fahrgeschäft verstoße damit gegen das Jugendschutzgesetz, zitierte ein Polizeibeamter am Donnerstag aus der Anzeige.

Der 46-Jährige hatte mit seiner Ehefrau und dem dreijährigen Sohn die Kirchweih in Neustadt/Aisch besucht. Dabei hatte der Sohn auch mehrmals das neben der Geisterbahn aufgebaute Kinderkarussell benutzt. Die schaurigen Figuren auf der Fassade des Gruselkabinetts hätten bei seinem Sohn einen so intensiven Eindruck hinterlassen, dass er sich nach Angaben des Vaters noch am Abend vor dem zu Bett gehen gefürchtet habe, heißt es in der Anzeige.

Für Scherz gehalten

Die Beamten der Polizeiinspektion Neustadt an der Aisch hielten die Anzeige des 46-Jährigen zunächst für einen Scherz. Sie vermuteten der Mann sei möglicherweise angetrunken und ließen ihn erst einmal in den Alkomaten blasen, obwohl der Mann - wie sich zeigte - stocknüchtern war.

Inspektionsleiter Siegfried Archut riet dem Familienvater trotzdem von einer Anzeige ab. "Aus unserer Sicht ist kein Tatbestand gegeben", erklärte Archut am Donnerstag. "Ich habe mir das Schaugeschäft persönlich angesehen und es ist ein ganz normales Geisterhaus - weder besonders erschreckend, noch auffällig blutrünstig." Da der Familienvater trotzdem auf seiner Anzeige beharrte, sei der Vorgang schließlich an die Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth und das Jugendamt weitergeleitet worden. (APA, 14.6.2012)>

Kommentar

Ich gratuliere dem Vater im Sinne aller Kinder und Eltern, die eine gewaltfreie Kirmes haben wollen. Das Geisterbahn-Getue mit seinen Skeletten und seinen Furz-Kotz-Geräuschen ist eigentlich wirklich nicht sehr geistreich. Man kann bessere Bahnen aufstellen.

Michael Palomino, 14.6.2012


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18.6.2012: Holländische Kinder erhalten mehr Süsswaren als schweizer Kinder - ohne Schaden

aus: Basler Zeitung online: So nah, und doch so fern; 18.6.2012;
http://blog.bazonline.ch/mamablog/index.php/24458/so-nah-und-doch-so-fern/

<Susanne Taverna am Sonntag den 17. Juni 2012

Kürzlich waren wir zu Besuch in Holland. Meine dortige Freundin hat einen Jungen, der sechs Wochen älter ist als mein Sohn. Wir skypen regelmässig und haben schon manches Mal den Kopf geschüttelt über die seltsamen Unterschiede in unseren beiden Ländern, die doch eigentlich so nah liegen.

Aber mal von vorn: Bereits in der Schwangerschaft hat sich zwischen uns ein Graben aufgetan, und das nicht käsetechnisch: Folsäure, in der Schweiz ein sehr wichtiges Thema, wird in Holland als unwichtig angesehen. Während mir hier gesagt wurde, ich hätte am besten bereits vor der Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure beginnen sollen, heisst es in Holland, da sei gar nichts erwiesen und die ewige Pillenschluckerei bringe nichts. Ich war ganz aus dem Häuschen, aber es ist alles gut ausgegangen. Für mich ist das Thema ein «oranges» Tuch. Mindestens so grell wie die Holländer-Fan-T-Shirts. Schliesslich geht es um eine schwere körperliche Beeinträchtigung, die vermieden werden kann, wenns denn so ist. Da schluck ich die Folsäure gerne.

Laut Wikipedia ist Holland das Land mit den meisten Hausgeburten: 30 Prozent aller Babys kommen zu Hause zur Welt. Es gibt eine ziemlich hohe Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen, was ich jetzt aber nicht explizit auf die Hausgeburten zurückführen möchte. Bei meiner Freundin war eine Hausgeburt allerdings kein Thema. Sie solle sich melden, wenn die Wehen im Abstand von zweieinhalb Minuten kämen, und dann losfahren, hiess es – über Brücken und Deiche, aufs Festland wohlgemerkt. Hat alles problemlos funktioniert. Ich fragte sie damals noch, ob sie auch eine Wassergeburt plane. Doch das ist im holländischen Süden offenbar kein Thema. Dabei sind die Küstenholländer doch grosse Segler, Taucher und Schwimmer und, wie mir scheint, ist das Thema Wasser omnipräsent. Aber offenbar nicht zum Lebensbeginn, nein.

Zu einem weiteren wichtigen Punkt: die Ernährung. Muttermilch ist klar, das halten beide Länder für das Beste. Aber nachher wirds schon wieder etwas komplizierter. Die Holländer sind bekennende Abendesser. Das heisst, am Mittag gibts Brot. Daran gibts nichts auszusetzen. Aber die Streichwurst…, die würde bei uns wohl nicht durchgehen für einen zehn Monate alten Buben. Und die Apfelmelasse auf dem Zmorgenbrot… Unter den empfohlenen Früchten findet sich neben Apfel, Birne und Banane auch die Melone im Elternbüchlein. Und Kiwi geht da locker, während das hierzulande die einzige Frucht ist, die bitte erst ab einjährig verfüttert werden soll. Zum Haferbrei, den mein Sohn als Abendessen riesig gerne zu sich nimmt, meinte die holländische Oma nur: «Ts,ts, ihr Schweizer, das kann man ja keinem Kind zumuten. Armer Kleiner.»

Die esstechnische Lebensbahn wird bereits im Babyalter eingefahren. Ich habe mich ja schon immer gewundert, wie die Holländer so viel Frittiertes über den ganzen Tag verteilt zu sich nehmen können, und das alles dann mit einem Bierchen runterspülen. Jetzt weiss ich: Hier wird vorgebahnt! Apropos runterspülen: Obstdicksaft im Schoppen ist im flachen Lande gang und gäbe. Ich habe es nachgelesen: 55 Prozent Zucker! Derselbe Prozentsatz steckt übrigens auch in der Melasse zum Frühstück. Zucker wird ja oft als Süchtigmacher bezeichnet – vielleicht gibt es hier auch schon eine Erklärung, warum die Holländer mit dem Hanf so liberal umgehen? Mal ohne Schalk, ich finde das schon frappant. Mein Fenchelbrei ist übrigens durchgefallen bei den Holländern. Nur einmal pro Woche wird er dort empfohlen, wegen des Nitrats.

Beim Blättern im Elternbüchlein ist mir noch etwas ins Auge gesprungen, worüber meine Freundin und ich uns bereits etliche Male unterhalten haben: Ein Laufgitter gehört in Holland schlicht zu jedem Kind dazu. Das wird praktisch mitgeliefert, wenn der Storch vorbeikommt. Und so finden sich dann in dem Büchlein auch Tipps, wie das Laufgitter eingesetzt wird. Ich persönlich finde Laufgitter eine gute Sache, auch wenn ich keines habe. Aber dass es gleich als Selbstverständlichkeit angeschaut wird, hat mich schon erstaunt.

Bei den ganzen Unterschieden muss ich festhalten, dass diese meiner Freundin und mir so ziemlich egal sind. An unserem Verhältnis hat sich ob der ganzen Unterschiede nichts geändert, und diskutiert wird auch nicht. Wir sehen das als gegeben an und lächeln sanft darüber.

Ob diese ganzen Differenzen eventuell auch das Sportgen fördern und die Holländer zu besseren Fussballern machen? Nachgewiesen ist nix, aber gemunkelt wird schon…>


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19.6.2012: 5 mal Lob für Kinder bei guten Taten

aus: Klaus Schmidt, Facebook; 19.6.2012
http://www.facebook.com/klasch59

5 mal Lob für Kinder bei guten
                    Taten
5 mal Lob für Kinder bei guten Taten

1. Ich hab dich lieb! - 2. Ich glaube an dich! - 3. Gut gemacht! - 4. Du bist etwas Besonderes! - 5. Ich bin stolz auf dich!

Und auch Erwachsene brauchen Lob bei guten Taten.

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25.6.2012: EU-Schwachsinn: Kinder müssen eigene Pässe haben

aus: Spiegel online:
Neuregelung zu Kinderpässen: Was Eltern vor der Reise wissen sollten; 25.6.2012;
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/reisepass-fuer-kinder-fragen-und-antworten-zum-neuen-gesetz-a-840830.html

<Die Ausweispflicht für die Kleinen tritt in Kraft: Ab Dienstag müssen Kinder beim Urlaub außerhalb Deutschlands ein eigenes Reisedokument vorweisen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen EU-Vorschrift auf einen Blick.

Berlin - Kinderpass, Reisepass, Personalausweis - die Auswahl ist groß. Nur der Eintrag im Pass der Eltern ist für ein Kind ab dem 26. Juni diesen Jahres nicht mehr gültig. Ein neues Reisedokument muss also her - aber welches? Kosten, Alter des Kindes und Reiseziel, all das muss dabei beachtet werden.

Warum werden die Kindereinträge im Reisepass der Eltern zum 26. Juni 2012 ungültig?
Das ist eine EU-Vorschrift. Sie stammt aus dem Mai 2009, als die entsprechende EU-Passverordnung geändert wurde. Damals wurde das Prinzip "Eine Person - ein Pass" ergänzt. "Es dient der Sicherheit, wenn jede Person ihren eigenen Pass hat", heißt es in dem Dokument. Damals wurde auch beschlossen, dass diese Regelung am 26. Juni 2012 in Kraft treten soll.

Gibt es keine Übergangsfrist?
Nein. Ab dem 26. Juni gilt: "Kindern ohne gültigen Pass kann im Ausland die Einreise verweigert werden", sagt die Reiserechts-Expertin Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Aber gilt der Pass mit dem Kindereintrag denn danach noch?
Ja. Das ist in der EU-Passverordnung ganz klar geregelt: "Für den Inhaber des Dokuments wird die ursprüngliche Gültigkeit (...) nicht beeinträchtigt." Eltern müssen also - wenn das Gültigkeitsdatum ihrer Pässe noch nicht überschritten ist - keine neuen Dokumente beantragen. Gültige Pässe mit ungültigem Kindereintrag könnten sich nach Berechnungen des Bundesinnenministeriums noch bis Ende Oktober 2017 in Umlauf befinden.

Wo beantrage ich ein Reisedokument für meine Kinder?
Das muss bei einem Bürgerbüro oder einer Meldebehörde erledigt werden. Im Internet kann bei vielen dieser Behörden ein Termin vereinbart werden, um Wartezeiten zu verkürzen. Das Kind muss in jedem Fall mit zur Behörde.

Welches Dokument beantrage ich - einen Kinderreisepass, einen Reisepass oder einen Personalausweis?
Das hängt in erster Linie vom Alter des Kindes ab. Je nach Dokument, unterscheiden sich auch Kosten, mitzubringende Unterlagen und Wartezeiten. Voraussetzung ist in jedem Fall die deutsche Staatsangehörigkeit. Eine Übersicht:

  • Kinderreisepass: Wird für Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres ausgestellt. Der Kinderreisepass ist sechs Jahre gültig oder bis das Kind zwölf Jahre alt wird. Es enthält keine digitalisierten Informationen und keine Fingerabdrücke. Das Kind muss sein Dokument ab dem zehnten Lebensjahr selbst unterschreiben. Außerdem müssen die Geburtsurkunde und ein Foto eingereicht werden. Der Kinderreisepass kann in vielen Behörden sofort ausgestellt werden und kostet 13 Euro. Für sechs Euro kann das Dokument verlängert werden.
  • Elektronischer Reisepass: Wird normalerweise für Kinder ab zwölf Jahren ausgestellt, auf Wunsch der Eltern aber auch schon früher. Auf einem Chip sind Daten über den Pass und seinen Inhaber gespeichert, außerdem das Lichtbild und zwei Fingerabdrücke. Der Pass ist bis zum 24. Lebensjahr sechs Jahre gültig, danach zehn Jahre. Er kann nicht verlängert werden.
    Der Antrag für einen Reisepass muss von den Eltern oder gesetzlichen Vertretern des Kindes gestellt werden. Dort müssen außerdem ein Foto und entweder der alte Kinderreisepass, Reisepass, Personalausweis oder die Geburtsurkunde vorgelegt werden. Der elektronische Reisepass kostet bis zum 24. Lebensjahr 37,50 Euro. Seine Ausstellung dauert ungefähr vier bis sechs Wochen. Ein Expresspass wird innerhalb von drei Werktagen geliefert, kostet aber zusätzlich 32 Euro.
  • Personalausweis: Wird normalerweise nur für Menschen ab 16 Jahren ausgestellt, auf Wunsch der Eltern schon früher. Wer 16 Jahre alt wird, muss laut Gesetz einen Personalausweis haben. Bei Minderjährigen können die Eltern oder die gesetzlichen Vertreter den Ausweis bestellen. Es müssen ein Foto und entweder ein Kinderreisepass, Reisepass oder die Geburtsurkunde eingereicht werden. Bis zum 24. Lebensjahr betragen die Gebühren für den sechs Jahre gültigen Personalausweis 22,80 Euro. Die Wartezeit beträgt drei bis vier Wochen. Das Dokument kann nicht verlängert werden.

Neben dem Alter des Kindes - wovon hängt es noch ab, welches dieser Dokumente ich beantragen sollte?
Vom Reiseziel. Mit welchem Dokument ein Kind über die Grenze gelassen wird, entscheidet jedes Land selbst. Vor Reiseantritt sollte man sich deshalb über die Einreisebedingungen informieren, beispielsweise auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes oder beim Reiseveranstalter. Im Schengen-Raum, zu dem neben den 22 EU-Ländern auch Norwegen, Island, die Schweiz und Lichtenstein gehören, reicht der Personalausweis, alle anderen Dokumente gelten aber auch. In fast allen anderen Ländern wird ein Kinderpass anerkannt. Es gibt allerdings Ausnahmen, zum Beispiel die USA, wo nur der elektronische Reisepass anerkannt wird.

Mein Kind hat noch einen gültigen Kinderausweis. Kann es den noch benutzen?
Der Kinderausweis wird seit 2006 nicht mehr ausgestellt oder verlängert. Wenn ein Kind noch einen gültigen Kinderausweis hat, kann es mit dem auch reisen - vorausgesetzt das Zielland akzeptiert ihn.

Was muss bei den Fotos beachtet werden?

Das Foto muss scharf, gleichmäßig ausgeleuchtet und vor einem einfarbigen hellen Hintergrund aufgenommen sein. Es darf nicht schmutzig oder verknickt sein. Das Kind muss mit neutralem Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund frontal in die Kamera blicken. Die Augen müssen klar erkennbar sein. Kopfbedeckungen sind bis auf Ausnahmen wegen besonderer religiöser Gründe nicht erlaubt. Es dürfen auch weder Spielsachen noch die Eltern oder Freunde mit aufs Foto.

Wenn jetzt alle schnell noch vor dem Sommerurlaub zum Meldeamt gehen - muss ich dann noch länger auf den Reisepass warten?
Nein. Nach Auskunft der Bundesdruckerei gibt es derzeit zwar eine größere Nachfrage nach Reisedokumenten, die Wartezeiten verlängern sich aber nicht.

Muss ich noch an weitere Dokumente für mein Kind denken?
Falls beispielsweise die Großeltern oder nur ein Elternteil mit dem Kind unterwegs ist, empfiehlt die Verbraucherzentrale eine sogenannte Personensorgevollmacht. Dabei handelt es sich um ein Blatt Papier, auf dem steht, dass beispielsweise die Großeltern entscheidungsbefugt sind und den Auftrag haben, für das Kind während der Dauer der Reise zu sorgen. Manche Länder verlangen diese Dokument sogar bei der Einreise.

Christina Horsten / dpa / dkr>



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27.6.2012: Rituale sind emotional wichtig, sollten aber nicht zur Pflichtübung werden

aus: Basler Zeitung online: Psychologie: Warum Rituale für Familien enorm wichtig sind; 27.6.2012;
http://www.welt.de/gesundheit/article107281161/Warum-Rituale-fuer-Familien-enorm-wichtig-sind.html

<Rituale schweißen die Familie emotional zusammen: Vor allem für Kinder sind sie wichtig, da sie Orientierung und Sicherheit stiften. Das funktioniert aber nur, wenn sie nicht zur Pflichtübung werden.

Von Eva Neumann

Rituale werden in fast jeder Familie gepflegt. Kindern bieten sie Sicherheit, Eltern werden dadurch entlastet. Am besten funktionieren die Gepflogenheiten, wenn alle damit etwas Positives verbinden. Dazu gehört auch an, sie nicht zur Pflicht werden zu lassen.

In einigen Familien ist es das gemeinsame Frühstück am Wochenende. In anderen der besondere Kuchen zum Geburtstag der Kinder oder der Reim am Esstisch. Jede Familie hat ihre Rituale - und das ist auch gut so, sagen Experten. Denn im Alltag spielen sie eine große Rolle.

"Rituale haben zwei ganz wichtige Funktionen: Durch die Gemeinsamkeit stärken sie die emotionale Verbundenheit in der Familie. Und durch ihre regelmäßige Wiederkehr bieten sie Sicherheit", sagt Fabienne Becker-Stoll, Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. Vor allem für Kinder sei diese Vorhersehbarkeit extrem wichtig.

Für Eltern bringen Rituale Entlastung. "Sie sind Ordnungsstrukturen in der Familie, nach denen sich jeder richten kann. Sie vereinfachen ganz alltägliche Abläufe, über die niemand mehr diskutiert", sagt Hans Bertram, Professor für Mikrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Kinder lernen durch die Wiederholung

Außerdem seien Rituale ein wichtiger Baustein in der Erziehung: "Durch die Wiederholung lernen Kinder schneller und werden schneller selbstständig."

Jede Familie hat ihre eigenen Rituale. Häufig sind sie an bestimmte zeitliche Abläufe gekoppelt. "Typische Rituale gliedern sich nach dem Jahres-, Wochen- und Tagesablauf", sagt Prof. Klaus Schneewind, der bis vor einigen Jahren Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München gelehrt hat.

Bestimmt werden sie unter anderem von Festen und Geburtstagen. Im Alltag können Rituale beispielsweise das Von-sich-Berichten, wenn man nach Hause kommt, eine gemeinsame Tasse Tee oder auch ein Spiel nach dem Abendessen umfassen. Für Kinder seien oft feste Regeln beim Zubettgehen oder bei den Mahlzeiten wichtig, sagt Becker-Stoll.

Oft sind Rituale als selbstverständliche Bestandteile des Alltags verinnerlicht. "Manchmal werden sie uns erst dann bewusst, wenn an ihnen gerüttelt wird", sagt Becker-Stoll. So kann es durchaus passieren, dass Eltern heftigen Protest von ihren Kindern ernten, wenn sie statt des jahrelang üblichen Ferienquartiers ein neues Urlaubsziel vorschlagen.

Ein Vergleich mit anderen Familien bietet sich an

Sichtbar werden Rituale auch dann, wenn man sie mit den Gepflogenheiten anderer Familien vergleicht. Ein solcher Vergleich bietet sich auch an, um sich selbst zu hinterfragen. "Was machen wir als Familie gleich oder anders als die anderen? Was macht uns dabei Spaß und worauf können wir stolz sein?", erläutert Schneewind.

Diese Fragen könnten zum Beispiel für Patchworkfamilien hilfreich sein, die nach Gemeinsamkeit stiftenden Elementen sucht. Oder: "Wenn man in der Familie feststellt: Wir haben keinen Punkt mehr, wo wir uns gemeinsam in Ruhe zusammen finden, dann kann man ganz gezielt überlegen, gemeinsame Rituale zu formen", schlägt Becker-Stoll vor.

Nun kann man sich zwar als Familie überlegen, welche Aktivität zum Ritual werden soll. Das heißt jedoch noch nicht, dass dies in der Praxis funktioniert. "Zunächst muss ein regelmäßiger Zeitpunkt gefunden werden, welcher in die Tagesabläufe aller Familienmitglieder passt. Wenn man sich dann gemeinsam auf diesen geeinigt hat, sollten sich auch alle danach richten", sagt Soziologe Bertram.

Zwanghafte regelmäßige Übungen wirken kontraproduktiv

Dabei dürfen Rituale auf keinen Fall zur zwanghaften regelmäßigen Übung werden. Nur wenn alle mit ihnen etwas Positives verbinden, werden sie auch gepflegt. Und auf ewig festgeschrieben sind sie auch nicht.

"Rituale wachsen und verändern sich. Sie müssen immer wieder angepasst werden - zum Beispiel an das Alter der Kinder und ihre sich verändernden Bedürfnisse oder auch an neue Familienstrukturen", sagt Martina Liebendörfer, Referentin für Mutter-Kind-Arbeit der Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW).

So ist beispielsweise bei Kleinkindern das Kuscheln am Sonntagmorgen angesagt. "In Familien mit Jugendlichen dagegen ist der Brunch am späten Vormittag ein beliebter Treffpunkt", sagt Liebendörfer. Und Jahre später kämen die Kinder als Studenten sonntags nach Hause, um sich bekochen zu lassen.

Elternrituale geben die Richtung vor

Paare bringen viele Rituale aus ihren eigenen Familien mit. Diese miteinander zu vereinbaren, ist nicht immer ganz einfach. "Dies setzt ein gewisses Maß an Toleranz voraus", sagt der Psychologe Prof. Klaus Schneewind.

Im Zweifelsfall heißt das: An Althergebrachtem darf nicht zu fest geklammert werden. "Die neue Familiengeneration hat dann die Chance, daraus etwas Neues zu schaffen", ergänzt Fabienne Becker-Stoll, Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München.

dpa/oc>

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4.7.2012: Deutschland verbessert das Begegnungsrecht für geschiedene Väter

aus: Sorgerecht: Kabinett stärkt Rechte der Väter im Kampf ums Kind; 4.7.2012;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article107889218/Kabinett-staerkt-Rechte-der-Vaeter-im-Kampf-ums-Kind.html

<Bisher hatten unverheiratete Väter kaum eine Chance ihr Kind gegen den Willen der Mutter zu treffen. Künftig können sie eine gemeinsame Sorge durchsetzen. Es sei denn, das Kindeswohl ist gefährdet.

Von Judith Luig

Als ihr Sohn auf die Welt kam, hatten BernhardKeller und seine Partnerin erst mal anderes im Kopf. "So ein Kind verändert das ganze Leben", sagt der 47-Jährige. Vor der Geburt hatte er bereits die Vaterschaft anerkannt, und es war beschlossene Sache, dass die Eltern das gemeinsame Sorgerecht beantragen würden. Aber dann kam alles anders. Ein Kind, so stellte sich heraus, verändert auch die Partnerschaft.

Mit den ersten Krisen kamen Kellers Partnerin Zweifel: Wie viele Rechte wollte sie dem Vater ihres Kindes wirklich einräumen? Und irgendwann, da war ihr Sohn noch kein Jahr alt, trennten sich die beiden, und sie beschloss, dass sie das Sorgerecht nicht teilen wollte. So ist das Gesetz in Deutschland für Unverheiratete: Wenn die Mutter nicht will, dann kann der Vater nichts tun.

Das aber soll sich jetzt ändern. Das Bundeskabinett hat beschlossen, die Rechte lediger Väter zu stärken. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass ein Vater in Zukunft auch gegen den Willen der Mutter ein Mitsorgerecht für das Kind durchsetzen kann, sofern dies dem Kindeswohl nicht zuwiderläuft. Dem Entwurf zufolge kann ein lediger Vater künftig beim Familiengericht die sogenannte Mitsorge für sein Kind beantragen.

EU-Urteil zwang zum Handeln

Wenn die Mutter sich nicht innerhalb von sechs Wochen dazu äußert oder dem Antrag nur mit Argumenten widerspricht, die nichts mit dem Wohl des Kindes zu tun haben, bekommen die Eltern das gemeinsame Sorgerecht.

Nötig gemacht hatte die Gesetzesänderung ein Urteil aus Straßburg: Im Dezember 2009 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die bisherige Regelung bemängelt.

Ein Vater aus Pulheim war bei den Gerichten in Köln und in Karlsruhe gescheitert. Nach fast neunjährigem Kampf bekam er aber recht in Straßburg: Das deutsche Sorgerecht diskriminiert unverheiratete Väter, verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und muss geändert werden, urteilte der EGMR.

Zweieinhalb Jahre später reagiert nun der deutsche Gesetzgeber. Allerdings nicht nur wegen des Spruchs aus Straßburg. Die Reform, erklärte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), passe sich dem "neuen gesellschaftlichen Leitbild" an. Die "Formen des Zusammenlebens von Familien" hätten sich geändert, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

Der Anteil der nicht ehelich geborenen Kinder habe sich von 15 Prozent im Jahr 1995 auf etwa 33 Prozent im Jahr 2010 mehr als verdoppelt. Leutheusser-Schnarrenberger: "Die Zahlen zeigen, dass ein modernes Sorgerecht erforderlich ist, das die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt." Ein Kind solle "nach Möglichkeit in seinem persönlichen Leben beide Elternteile als gleichberechtigt erleben", findet die Ministerin.

Überholtes Rollenbild

Geändert hat sich auch das Selbstbild vieler Väter. Besonders deutlich zeigt sich das in der sogenannten Väterbewegung – ein Teil der Männerbewegung, der sich meist in Selbsthilfegruppen und Vereinen darum bemüht, überholte Rollenbilder des Mannes der gesellschaftlichen Realität anzupassen.

Auch Bernhard Keller engagiert sich. 2009 gründete der 47-Jährige den Verein "Väter in Berlin", um im Austausch mit anderen Männern die "Kompetenzen der Väter zu stärken". Es gab damals zwar bereits ein breites Angebot an Vätervereinen und Vätergruppen, doch viele davon agierten vor allem einseitig gegen die Mütter. Kellers Verein aber möchte ganz explizit die Frauen mit einbeziehen. Wesentlicher Bestandteil ihrer Beratung ist es deswegen auch, die Kommunikation zwischen den Eltern zu fördern. "Das ist das A und O", findet Keller.

"Väter in Berlin" berät Väter nicht nur bei Konflikten mit ihrer Vaterrolle oder bei Problemen mit der Mutter ihres Kindes, sondern kümmert sich auch um erfreulichere Momente des Vaterseins: gemeinsame Picknicke, sportliche Aktivitäten oder Ausflüge.

Der Verein ist offen für verheiratete Väter, die meisten der rund 60 Mitglieder seien aber getrennt lebende Väter, so Keller. "Leider setzen sich viele Väter erst dann mit ihrer Rolle auseinander, wenn sie sich von der Mutter ihrer Kinder trennen." Das gemeinsame Sorgerecht sei ein ständiges Thema. "Wir haben auch ein paar Härtefälle", erzählt Keller. "Ein Vater hat seinen Sohn seit sechs Jahren nicht gesehen."

Das Straßburger Urteil hatte vielen ledigen Vätern Hoffnung gemacht. "Das war ein erster Schimmer am Horizont", sagt Keller. Doch wie viele andere Vätervereine sieht auch "Väter in Berlin" den neuen Gesetzentwurf eher kritisch. "Der Konflikt zwischen den Eltern wird dadurch eher verschärft", sagt Keller. Und er weiß: "Ein Streit um das Sorgerecht artet schnell in eine Schlammschlacht aus."

Das Modell, das sie favorisieren ist: "Sorgerecht ab Anerkennung der Vaterschaft", erklärt Keller. Dabei stehe das Kind im Mittelpunkt, denn das brauche erwiesenermaßen Vater und Mutter. "Dieses Modell ist gelebte Praxis in vielen anderen EU-Ländern", sagt er, "nur Deutschland tut sich damit schwer."

Kritik von der SPD

Kritik am schwarz-gelben Entwurf äußert auch die SPD. "Mein größter Kritikpunkt ist, dass in beschleunigten Verfahren Gerichte alleine über das Sorgerecht entscheiden könnten, wenn die Mutter keinen Widerspruch einlegt", sagte Burkhard Lischka, rechtspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der "Welt". "Eltern und auch Jugendämter müssten dann gar nicht mehr gefragt werden. Das führt den Gedanken, dass die Eltern beim Sorgerecht immer ein Mitspracherecht haben müssten, natürlich ad absurdum."

Die familienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Katja Dörner, begrüßt den Entwurf hingegen. Die Regierung setze nur um, was ihre Partei schon im Herbst 2010 vorgeschlagen habe. Mit der Neuregelung werde ein "niedrigschwelliges Verfahren zum gemeinsamen Sorgerecht" etabliert: "Es gibt keinen Grund, verheiratete und unverheiratete Eltern beim Sorgerecht per se unterschiedlich zu behandeln."

Letztere Sicht teilt Bernhard Keller sicherlich. Sein Sohn ist heute sechs Jahre alt. Er sieht ihn mindestens einmal in der Woche, jede zweite Woche wohnt er für fünf Tage beim Vater. Streit darum gebe es zwischen den beiden Ex-Partnern nicht. Aber der Umgang mit dem Kind wird ohnehin nicht durch das Sorgerecht geregelt; über ihn müssen sich auch verheiratete oder geschiedene Eltern auseinandersetzen, wenn sie getrennt leben.

Keller will trotzdem das Sorgerecht für sein Kind, auch wenn die Mutter ihm versichert, dass er jederzeit Vollmachten von ihr bekomme, etwa, wenn er eine Auslandsreise mit seinem Sohn plane. "Ich will mich als gleichberechtigter Elternteil fühlen", betont Keller. "Und nicht wie das fünfte Rad am Wagen.">



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24.7.2012: Pflegefamilie ist immer besser als ein Kinderheim

aus: n-tv online: WissenschaftPflegefamilie statt Heim verbessert Entwicklung; 24.7.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Wissenschaft/Pflegefamilie-statt-Heim-verbessert-Entwicklung-article6798506.html

<Washington (dpa) - Wenn Heimkinder in eine Pflegefamilie kommen, kann das der Hirnentwicklung einen Schub geben: Das Volumen der sogenannten weißen Substanz, den Verbindungskabeln von Nervenzellen, sei bei Pflegekindern genauso groß wie bei in ihren eigenen Familien aufwachsenden Kindern.

Das berichten Neurowissenschaftler und Kinderärzte in der Fachzeitschrift «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) über eine Untersuchung mit rumänischen Kindern.

Die Studie der Forscher der Harvard-Universität und des Bostoner Kinderkrankenhauses ist Teil des «Bucharest Early Intervention Project», das vom rumänischen Staatssekretariat für Kinderschutz in Auftrag gegeben worden war. Untersucht wurden 20 normal aufwachsende Kinder sowie 54 rumänische Waisenkinder in einem Heim, in dem sich ein Betreuer um jeweils etwa 12 Kinder kümmerte. 25 der Heimkinder wurden im Alter zwischen 6 und 31 Monaten per Los ausgewählt, in eine Pflegefamilie umzuziehen. Im Alter zwischen acht und elf Jahren wurden die Gehirne der Kinder gescannt.

Die Magnetresonanztomographie ergab: Jene Kinder, die nur im Heim gelebt hatten, hatten weniger graue Substanz und auch weniger weiße Substanz als die normal aufwachsenden Kinder. Bei jenen Kindern, die zunächst in einem Heim und dann in einer Pflegefamilie untergebracht waren, sahen die Scans anders aus: Einerseits hatten sie wie die reinen Heimkinder weniger graue Substanz, andererseits aber genauso viel weiße Substanz wie die normal aufwachsenden Kinder.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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Schweiz 26.8.2012: Nach erneutem Todesfall: Eltern fordern ein Schulreisegesetz

aus: Nach Tod in der Reuss: Eltern fordern ein klares Schulreise-Gesetz; 26.8.2012;
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/30760882

<Ein 14-jähriger Schüler ist am Montag auf einem Schulausflug in der Reuss bei Bremgarten AG verschwunden. Jetzt verlangen Elternvereinigungen verbindliche Regeln für Klassenfahrten.

Das Ertrinken eines Schülers vergangene Woche in der Reuss bei Bremgarten AG hat die Deutschschweizer Elternvereinigung auf den Plan gerufen. Sie fordern eindeutige Regeln für Schulausflüge. Bisher gibt es nur Empfehlungen von der Beratungsstelle für Unfallverhütung oder der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft.

«Empfehlungen sind zu schwach. Vernünftige Regelungen wären wichtig, damit die Lehrer mehr Sicherheit haben», sagt Heinz Bäbler von der Deutschschweizer Elternvereinigung «Schule und Elternhaus» gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». Klare Richtlinien wünscht auch Tamara Bruggmann von der Elternvereinigung Mutschellen. Als Mutter habe sie kein gutes Gefühl, wenn sie nicht wisse, ob ein Schulausflug sorgfältig geplant sei. «Wichtig ist, dass ein Lehrer genau weiss, wie viele Begleitpersonen er für eine Aktivität im Minimum aufbieten muss», sagt sie.

Mindestens drei Begleitpersonen pro Klasse

Das BFU empfiehlt, dass eine Klasse von 24 Schülern auf einer Reise von mindestens drei Aufsichtspersonen begleitet wird. Vor einem Ausflug sollen Lehrer ihre Schüler zudem über mögliche Gefahren aufklären und Regeln aufstellen. Das BFU rät Lehrkräften auch eine Rechtsschutzversicherung abzuschliessen.

Die SLRG rät bei Ausflügen an einen See, mindestens eine Aufsichtsperson pro zehn Schüler mitzunehmen. Auf Exkursionen an einen Fluss sollte bereits ab neun Schülern eine zweite Begleitperson dabei sein. Es spiele dabei keine Rolle, ob es sich um einen Badeausflug oder um eine Wanderung entlang eines Gewässers handelt, so das Lehrer-Merkblatt. Zudem soll die Lehrkraft den Ausflugsort zuvor ablaufen und Hilfsmittel wie Schwimmwesten vorbereiten.

Die Lehrer begrüssen solche Richtlinien, obwohl diese den Handlungsspielraum stark einschränken und einen grossen Organisationsaufwand bedeuten würde. «Viele Lehrerinnen und Lehrer sind verunsichert und vermeiden sogar Ausflüge und Aktivitäten im Wasser. Deshalb machen klare Regelungen Sinn», sagt Niklaus Stöckli, Präsident des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands.

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25.9.2012: Heimunterbringung in Deutschland und die Gründe

aus: n-tv online: Es werden immer mehr: Tausende Kinder müssen ins Heim; 25.9.2012;
http://www.n-tv.de/panorama/Tausende-Kinder-muessen-ins-Heim-article7309641.html

<Immer mehr Kinder und Jugendliche werden in Deutschland in Heimen untergebracht. Mehr als 65.000 junge Menschen lebten Ende 2011 in einem Heim, einer betreuten Wohnung oder Wohngemeinschaft. Das waren elf Prozent mehr als Ende 2008 - dem ersten Jahr dieser Erhebung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 3,4 Prozent.

Trotz der steten Zunahme bleibt der Anteil der Mädchen und Jungen, die im Heim lebt, insgesamt aber gering: Lediglich etwa 41 von 10.000 Menschen in der Bundesrepublik unter 21 Jahren (0,4 Prozent) leben in einer sogenannten betreuten Wohnform.

[Gründe für die Heimunterbringung: Gefährdung des Kindeswohls, fehlende Erziehungskompetenz, fehlende Förderung, Betreuung, Versorgung]

Hauptgrund ist durchgehend die Gefährdung des Kindeswohls. 2011 war das bei jedem Fünften der entscheidende Grund für die Heimunterbringung. An zweiter Stelle folgte mit 16 Prozent die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Sorgeberechtigten. Eine unzureichende Förderung, Betreuung oder Versorgung des jungen Menschen in der Familie war bei zwölf Prozent der Hauptgrund für die Unterbringung in einem Heim.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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8.10.2012: Ältere Mütter haben öfter fittere Kinder

aus: Welt online: Spätgebärende: Kinder von älteren Müttern sind oft fitter; 8.10.2012;
http://www.welt.de/gesundheit/article109693054/Kinder-von-aelteren-Muettern-sind-oft-fitter.html

<Nicht der Zeitpunkt der Schwangerschaft, sondern der Bildungsgrad der Mutter beeinflusst die Gesundheit des Nachwuchses. Das hat das Max-Planck-Institut für Demografische Forschung herausgefunden.

Spätgebärende Mütter sind unter prominenten Stars schon lange keine Seltenheit mehr: Hollywood-Star Nicole Kidman bekam ihr erstes Kind mit 41 Jahren, die Französin Carla Bruni brachte "le premier bébé " mit 43 zur Welt und die italienische Sängerin Gianna Nannini wurde gar erst mit 54 Jahren Mutter. Die Zahl der Spätgebärenden nimmt zu. Deren Kinder sind – anders als bislang angenommen – keineswegs anfälliger für Krankheiten, wie eine neue Studie aus Rostock zeigt.

Längst hat das Phänomen der "Last-Minute-Mütter" auch die breite Bevölkerung erreicht. Das hat Gründe: Weil das Durchschnittsalter der Bürger steigt, bekommen Frauen oft erst spät ihre Kinder: 2011 kamen laut Statistischem Bundesamtes in Deutschland 28.470 Babys zur Welt, deren Mütter 40 Jahre oder älter waren.

Ein weiterer Grund, der die Schwangerschaft oft weit nach hinten verschiebt, sind die langen Ausbildungszeiten. 2008 waren den Statistikern zufolge 54 Prozent der Hochschulabsolventinnen bis zu ihrem 35. Lebensjahr kinderlos. Warum also sind späte Schwangerschaften noch immer recht verpönt?

Risiko eines Erbgutddefektes steigt

Fakt ist, dass die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt. Gleichzeitig steigt das Risiko eines Erbgut-Defektes an: Von der Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, ist statistisch gesehen bei 35-jährigen Müttern ein Kind von 350 betroffen. Bei 44-jährigen Frauen ist es eins von 14.

Doch wie sieht es aus, wenn eine sogenannte Spätgebärende ein gesundes Kind zur Welt gebracht hat? Bislang wurde häufig angenommen, dass deren erwachsener Nachwuchs später häufiger krank ist – etwa weil der Körper der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt bereits abgebaut hatte, die Eizellen schlechter oder die Plazenta schwächer war.

Doch eher das Gegenteil trifft zu, wie das Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock herausgefunden hat. "Für das Erwachsenenalter der Kinder scheinen frühe Geburten bedenklicher zu sein als späte", sagte Mikko Myrskylä.

Je jünger desto kränker

Der Leiter der Forschungsgruppe "Dynamik des Lebensverlaufes und Demografischer Wandel" wertete die Daten von 18.000 US-Amerikanerinnen aus und kam zu dem Ergebnis, dass der Nachwuchs im Erwachsenenalter umso kränker wurde, je jünger die Mütter gewesen waren. Demnach litten die Kinder von 20- bis 24-jährigen Müttern unter fünf Prozent mehr Krankheiten als die der 25- bis 34-Jährigen Mütter. Bei Teenager-Müttern (14 bis 19 Jahre) bekamen die Kinder später als Erwachsene sogar 15 Prozent mehr Krankheiten.

Entscheidend für die spätere Gesundheit der Kinder sind nach Erkenntnis von Myrskylä vor allem der Bildungsgrad der Mutter und die Anzahl der Jahre, die sie mit ihrem Kind gemeinsam erlebt. "Der Bildungsstand der Mutter hat direkte Auswirkungen auf ihr Gesundheitsbewusstsein, etwa in Bezug auf Rauchen, körperliche Bewegung und Alkoholkonsum."

Was ist zu jung, was zu alt?

Etwas ältere Mütter verfügten in der Regel über mehr sozialökonomische Ressourcen und hätten mehr Zeit in ihre Bildung investieren können. Dadurch seien sie oft besser in der Lage, ihrem Kind zu einer Schul- und Berufsqualifikation zu verhelfen, was wiederum erneut Auswirkungen auf das Gesundheitsbewusstsein des erwachsenen Kindes habe, so Myrskylä.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kinder sehr junger Mütter besser dran wären, wenn ihre Mütter ein paar Jahre länger gewartet hätten", sagt der Forscher. Allerdings lasse sich daraus natürlich nicht ableiten, was zu jung und was zu alt sei.

"Rein biologisch mag es am besten sein, mit Mitte 20 Kinder zu bekommen", schreibt Katja, die selbst Mutter ist, in einem Internetforum zu diesem Thema. Junge Frauen hätten jedoch oft keine abgeschlossene Berufsausbildung, hätten weniger gearbeitet, und Partnerschaften gingen schneller in die Brüche: "Insofern kann es durchaus sinnvoll sein, erst mit Mitte 30 Kinder zu bekommen." Eine andere Internetnutzerin hält dagegen: "Wann eine Frau ein Kind bekommt, sollte doch am besten jede selbst entscheiden."

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November 2012: Hochbegabte und Hochsensible sind "anders" - und laufend werden sie angegriffen

aus: Selbstzweifel bei Hochbegabung und Hochsensibilität;
http://open-mind-akademie.de/2012/11/selbstzweifel-bei-hochbegabung-und-hochsensibilitaet/

<Hochbegabte und hochsensible Menschen haben ein ganz besonderes Geschenk erhalten, das ihr Leben und das ihrer Mitmenschen bereichert.

Allzu oft aber wurden hochbegabte und hochsensible Erwachsene in der Kindheit verkannt, nicht richtig gefördert und vielleicht sogar in ihrer natürlichen Entwicklung behindert.

Nun leiden sie unter Selbstzweifel und Unsicherheit, sie kennen ihren eigenen Selbstwert gar nicht. Zu mehr Selbstvertrauen kann ihnen der Austausch mit Gleichgesinnten und Menschen helfen, die Erfahrung in der Arbeit mit der Hochbegabung haben und wissen, welches Potenzial in ihnen steckt – auch im Erwachsenenalter!

Das Feedback anderer und unser eigenes Selbstbild

Jeder Mensch durchläuft seinen ganz eigenen, individuellen Weg der Potenzialentfaltung. Keiner gleicht dem anderen. Menschen, die hochbegabt oder hochsensibel auf die Welt kommen, entwickeln sich aber anders als die meisten anderen Menschen – von denen aber kommt der Großteil des Feedbacks. Menschen sind soziale Wesen, deswegen legen wir ganz unbewusst immensen Wert auf das Feedback unserer Umgebung. Gerade Kinder brauchen die Anerkennung von anderen Kindern und Erwachsenen. Sie wachsen und lernen daran, denn Anerkennung will vermehrt und Ablehnung vermieden werden. Kinder werden all das, wofür sie gelobt werden, wiederholen  und das, wofür sie bestraft werden, vermeiden. Egal ob es um ein Verhalten, das Aussehen, Aussagen oder Gefühle geht.

Hochbegabte oder hochsensible Menschen werden oft lange nicht als solche erkannt und deswegen wie ihre Mitmenschen behandelt, die nicht mit diesen Gaben auf die Welt gekommen sind. Dadurch ecken sie an.

Die Fantasie der bunten Zebras macht sie anfälliger für Ängste, einem äußeren Erwartungsdruck steht innerer Selbstzweifel gegenüber. Häufig ist auch ein ausgeprägteres Gerechtigkeitsgefühl vorzufinden dass sie verschieden ausgestalten

Hochsensible und Hochbegabte werden als anders wahrgenommen, schlimmstenfalls hagelt es verletzende oder beleidigende Kritik. Das ist eine Erfahrung, die viele außergewöhnliche Menschen gemacht haben. Gerade bei hochsensiblen Menschen kann eine wiederholte Erfahrung von schlechtem Feedback sehr nachhaltige Wunden verursachen.

All das kann die Ursache von Selbstzweifeln sein, die den Betroffenen so lange begleiten, bis er von alleine herausfindet, was ihn von seinen Mitmenschen unterscheidet und dann lernt, dieses Anderssein selbst zu schätzen und zu achten.

Die Gabe als Geschenk erkennen

Hochbegabung und Hochsensibilität werden aufgrund dieser Selbstzweifel von vielen Betroffenen als Fluch wahrgenommen und nicht als das Geschenk, das sie wirklich sind. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass sie gesellschaftlich “anders” ankommen als ihre Mitmenschen. Dabei kann die Lösung so nahe liegen – sie müssen selbst das Zepter in die Hand nehmen und an ihrer Integration in einen normalen Alltag arbeiten. Niemand kennt ihre Sichtweisen, Bedürfnisse und Anforderungen an eine gesunde Umgebung so genau wie sie selbst und andere Betroffene.

Eine von vielen Lösungen kann im Coaching bestehen. Dort arbeiten wir an Selbstzweifeln und anderen typischen Problemen hochsensibler und hochbegabter Erwachsener. Eindrücke aus dem bisherigen Lebensweg werden aufgearbeitet und es kann ein Reframing (Umdeutung) stattfinden. Das Weltbild wird neu eingerahmt und Teilnehmer lernen, sich und ihre besondere Gabe als Geschenk anzunehmen und ihr volles Potenzial zu entfalten.

Sie entwickeln sich zu starken Persönlichkeiten, die ein Talent in sich entdeckt haben und nun lernen können, es für ihr eigenes Wohl und das aller Mitmenschen einzusetzen.>


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26.11.2012: Das Erziehungs-ABC: Eltern sein ist ein Job, der Wissen erfordert

aus: Der Standard online:
Der Job von Eltern; 26.11.2012;
http://derstandard.at/1353207324744/Der-Job-von-Eltern


<"Am Anfang steht die Aufmerksamkeit" - Kinderpsychiater und Schriftsteller Paulus Hochgatterer.

Paulus Hochgatterer, geb. 1961, studierte Medizin und Psychologie, schreibt seit den 80er-Jahren erfolgreich Prosa und leitet seit 2007 die neu gegründete Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Tulln. Zuletzt erschien sein Buch "Katzen, Körper, Krieg der Knöpfe" (Deuticke 2012).

Von A wie Aufmerksamkeit bis Z wie Zuwendung: Der Kinderpsychiater und Schriftsteller Paulus Hochgatterer lehrt uns sein Alphabet für Erziehungsberechtigte.

A wie Aufmerksamkeit
Am Anfang steht die Aufmerksamkeit. Merkt ein Kind, dass es zu wenig davon bekommt, steigert es seine Aktivität und wird unruhig. Das nennt man dann ADHS.

B wie Beziehung
Hier könnte man zeitgeistkonform über Bindung und Beziehung sprechen oder, sofern man ein wenig verzopft ist, über Benehmen. Viel wichtiger ist allerdings das Banale: das Jausenbrot, das gemeinsame ‚Malcolm mittendrin‘-Schauen oder die Frage: Wann bist du zu Hause?

C wie Computer
Eltern, die immer noch meinen, der Computer sei vor allem ein süchtig machender Krankheitserreger, sollte man fragen, warum sie ihren Kindern so wenig Realitätssinn zutrauen.

D wie Dummheit
Erstens: Dummheit ist ein unidirektionales Phänomen; es geht immer von Erwachsenen auf Kinder über und nie umgekehrt. Zweitens: Doktorspielen führt nie zu Frühschwangerschaften, sondern in erster Linie dazu, dass man sich mit den spezifischen Gegebenheiten am Unterbau des anderen Geschlechtes zeitgerecht auskennt.

E wie Erwachsene, Eltern und Erzählungen
Kinder brauchen einige Dinge mit E. Zum Beispiel brauchen sie Erwachsene, also Menschen, die ihnen vor Augen führen, dass es sich lohnt, mit der Welt vertraut zu werden. Sie brauchen Eltern die erstens tatsächlich auf den Elternsprechtag gehen und zweitens danach nicht ewig angefressen sind. Schließlich brauchen sie die Erzählung, das heißt, all jene Geschichten, die wir Großen üblicherweise bei uns behalten, weil wir sie für zu traurig, zu peinlich oder zu banal halten.

F wie Freiheit
Vergessen Sie den Quatsch mit den Grenzen. Kinder brauchen Freiheit!

G wie Geburtstag
Auch wenn Ihre pubertierende Tochter die Augen verdreht, bestehen Sie darauf, ihr zum Geburtstag eine Torte auf den Tisch zu stellen, sie die Kerzen ausblasen zu lassen und die alljährlich gleiche Ansprache zu halten: „Ich kann mich noch gut erinnern ..."

H wie Haustier
Wenn Sie das Bedürfnis verspüren, Ihrem Kind ein Haustier zu schenken, stellen Sie sich zwei Fragen. Erstens: Will ich mich tatsächlich um Futter, Auslauf und Kistl kümmern? Zweitens: Wovon versuche ich mich gerade freizukaufen?

I wie Impfung
Die bedeutungsschweren I-Begriffe aus der Psycho-Schublade lassen wir, wo sie sind: Identität, Identifikation, Idealisierung. Es gibt auch den Körper und die Impfung. Die Impfung ist eine gute Gelegenheit, Ihrem Kind zu zeigen: Wenn es wehtut, bin ich bei dir. Und: Es ist mir wichtig, dass du gesund bleibst.

J wie Job
Der Job von Eltern ist es, sich überflüssig zu machen.

K wie Kiffen und Küssen
Es sollte uns klar sein, dass unsere Kinder, während wir uns mit Fragen der Konstanz, Kontinuität und Konfliktfähigkeit auseinandersetzen, mit Kiffen und Küssen beschäftigt sind. Das macht mehr Spaß. Manche von uns erinnern sich dunkel.

L wie Liebe
Es gibt zwei Dinge, die sind so groß, so anziehend und so gefährlich, dass es gar nichts ausmacht, zu stammeln, zu erröten oder ganz leise zu werden, wenn man versucht, über sie zu sprechen. Das eine ist der Tod, das andere die Liebe.

M wie Mentalisierung
Sehr früh schon versuchen Kinder sich psychische Prozesse in ihrem Gegenüber vorzustellen. Diesen Vorgang nennt man Mentalisierung. Weil es sehr nett ist, was die Kinder da tun - sich vorstellen, was wir Erwachsene denken, fühlen, wünschen und befürchten -, sollte man erwägen, sich diese neue Vokabel zu merken.

N wie Nein
Das wichtigste Wort in der Entwicklung des Kindes: Nein!

O wie Osterhase und Ohrfeige
Der Osterhase ist ein Wesen, das künstlerische Freiheit (die Gestaltung der Eier) und die Notwendigkeit einer gewissen Verwaltung (die gerechte Verteilung derselben), also Imagination und Realitätsbezug, in sich vereint. Aus psychiatrischer Sicht spricht somit gar nichts dagegen, an ihn zu glauben.
Zur Ohrfeige fällt mir nichts ein.

P wie Paradoxon, Pathos und Pause
Die Pubertät ist unter anderem durch zwei Dinge gekennzeichnet, die ebenfalls mit P beginnen, durch das Paradoxon und das Pathos: Die Dinge bedeuten stets das Gegenteil, und die Bühne ist immer zu klein. (Der Schlüsselbegriff für die elterliche Überforderung ist übrigens die Pause.)

Q wie Querkopf
Aus einem Querkopf wird selten ein Versager.

R wie Ruhe der Eltern
In der Ruhe der Eltern liegt die Kraft der Kinder, auch wenn, umgekehrt, die völlig unbegreifliche Ruhe der Kinder oft die Hauptquelle des mütterlichen bzw. väterlichen Kraftverlustes darzustellen scheint.

S wie Spiel
Natürlich könnte man sich an dieser Stelle ausgiebig mit Schule, Sex und Sucht befassen und sich genauso ausgiebig Sorgen machen. Kurzweiliger und weniger anstrengend ist es, sich zu fragen, welches Spiel man der jungen Bande am Abend vorschlägt: Monopoly, Das verrückte Labyrinth oder vielleicht doch zum hundertsten Mal Die Siedler von Catan.

T wie Taschengeld
Zwei Gründe, warum Sie mit Ihrem Kind übers Taschengeld reden sollten: Wenn Sie mit Ihrem Kind über Geld reden, fühlt es sich ernst genommen. Wenn Sie mit Ihrem Kind über Geld reden, fühlen Sie, wie Sie es ernst nehmen.

U wie Umweg
Vor allen anderen Rechten hat ein Kind das Recht auf seinen persönlichen Umweg.

V wie Vorstellungen
Es gibt Kinder, die intensiver als andere in ihren Vorstellungen leben. Sie phantasieren, träumen und lassen sich nur ungern aus ihrer imaginierten Welt zurückholen. Das irritiert uns Erwachsene, die wir gelernt haben, uns vor allem darauf zu konzentrieren, was wir Wirklichkeit nennen.

W wie Weihnachten
Weihnachten oder Ostern? Was mich betrifft: Weihnachten (trotz der kreativen Potenz des Osterhasen). Außerdem soll hier auf den Widerspruch als Entwicklungsindikator hingewiesen werden; darauf, dass Kinder, die widersprechen, mutig genug sind, es zu tun; darauf, dass sie eine eigene Meinung besitzen; schließlich darauf, dass Eltern oder Lehrer, die ein Problem mit Widerspruch haben, offenbar ein Problem mit Mut und Meinung haben.

XY als Unbekannte
Erziehung ist auch die Fähigkeit, nicht zu allem etwas zu sagen zu haben - zum Beispiel zu X oder zu Y.

Z wie Zuwendung
Die Zuwendung kommt zum Schluss. Die Gute-Nacht-Geschichte. Die warme Milch mit Honig. Die Hand. All die unoriginellen Dinge, die es immer schon gegeben hat. (Paulus Hochgatterer, DER STANDARD, Family, 26.11.2012).>


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1.1.2013: Geschickte Kinder sind oft schlauer

aus: n-tv online: Viel Bewegung, bessere ZensurenFeinmotoriker oft schlauer; 1.1.2013;
http://www.n-tv.de/wissen/Feinmotoriker-oft-schlauer-article9875031.html

<Wenn Kinder beim Bällefangen oft danebengreifen, Stifte nicht gut halten oder Schnürsenkel nicht gut binden können, also keine guten motorischen Fähigkeiten besitzen, sind sie auch oft schlechter in der Schule. Diesen Zusammenhang decken Forscher in einer Studie mit tausenden Probanden auf.

Übergewichtige Kinder beim Seilspringen: Die motorischen Fähigkeiten von Kindern hängen Forschern zufolge mit ihren schulischen Leistungen zusammen.

Weniger essen und mehr Sport treiben: Ein noch sinnvollerer Vorsatz fürs neue Jahre wäre es, die Motorik von Kindern stärker zu fördern. Das könnte einen Langzeit-Effekt haben, der sich nicht nur auf der Waage bemerkbar macht, sondern auch auf dem Schulzeugnis, wie europäische Forscher im Fachjournal "Pnas" berichten.

Auf schwache motorische Fähigkeiten in der Kindheit folgen demnach im Jugendalter häufig Übergewicht, geringe Bewegung und ein weniger fittes Herz-Kreislauf-System. Und zumindest der Bewegungsmangel und die Fettleibigkeit hängen wiederum oft mit schlechteren Schulleistungen zusammen. Das Team um Marko T. Kantomaa vom finnischen Forschungszentrum für Sport- und Gesundheitswissenschaften hatte für seine Studie Daten von 8061 Menschen ausgewertet, die 1985 oder 1986 geboren worden waren und Teil der "Northern Finland Birth Cohort" sind.

Die motorischen Fähigkeiten galten zum Beispiel als schwach, wenn das Kind oft an etwas anstieß oder fiel, wenn es einen Ball nicht gut fangen konnte, wenn es ungelenk mit einem Stift schrieb oder wenn es Schnürsenkel nicht gut zubinden konnte.

Mehr dicke Teenager

Bei der Untersuchung stellten sich auch kleine Geschlechtsunterschiede heraus: Im Alter von 8 Jahren hatten die Jungen weniger motorische Fähigkeiten als die Mädchen. Die Nachfolge-Untersuchung im Alter von 16 Jahren ergab: Mehr Jungen als Mädchen waren fettleibig - und die Jungen hatten in der Schule schlechtere Durchschnittsnoten als die Mädchen.

Die Ergebnisse unterstreichen nach Angaben der Forscher frühere Untersuchungen, denen zufolge Bewegung gut für die kognitive Entwicklung eines Kindes und dessen spätere akademische Leistung ist. Nach Schätzungen bewege sich weltweit nur jedes dritte Kind ausreichend. Deswegen warnen die Forscher: "Mangelnde motorische Aktivität in den ersten Schuljahren kann dazu beitragen, das Kind auf eine negative Entwicklungsbahn zu setzen."

Als die Versuchsteilnehmer 8 Jahre alt waren, wurden deren Eltern befragt; im Alter von 16 füllten die Probanden selbst einen Fragebogen aus. Die Antworten könnten deswegen an der einen oder anderen Stelle geschönt sein, schreiben die Wissenschaftler. Außerdem waren die Datensätze nicht für jeden Probanden vollständig. Deswegen wiederholten die Forscher ihre Berechnungen mit jenen 2865 Versuchsteilnehmern, von denen tatsächlich alle Daten vorlagen: "Im Allgemeinen zeigten die Kalkulationen in dieselbe Richtung und hatten annähernd dasselbe Ausmaß wie die Analysen mit allen, auch unvollständigen, Fällen."

Quelle: n-tv.de , dpa>


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Der
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17.1.2013: Einzelkinder spielen weniger draussen und essen mehr Süsses - höheres Fettsuchtrisiko

aus: Der Standard online: Warum Geschwister das Dicksein verhindern; 17.1.2013;
http://derstandard.at/1356427795732/Warum-Geschwister-vorm-Dicksein-schuetzen

<Einzelkinder haben eine höhrere Wahrscheinlichkeit, dick zu werden - Sie spielen weniger im Freien, schauen mehr fern und essen mehr Süßes .

Allein sein wiegt schwer. Zumindest bei Kindern, die ohne Geschwister aufwachsen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die knapp 13.000 Kinder zwischen zwei und neun Jahren aus acht europäischen Ländern einbezogen hat. Einzelkinder sind demnach deutlich öfter zu dick als Kinder, die mit Geschwistern aufwachsen.

Die Studiendaten zeigen, dass Einzelkinder sogar ein mehr als 50 Prozent höheres Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit haben als gleichaltrige Geschwisterkinder. Dieser Zusammenhang war unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Geburtsgewicht, dem Gewicht der Eltern und dem Ernährungsverhalten zu Hause. Bei älteren Kindern zeigte er sich deutlicher als bei jüngeren.

Eine Frage des Lebensstils

Der Lebensstil der Einzelkinder dürfte deren größere Neigung zu Übergewicht wesentlich beeinflussen - verbrachten Kinder ohne Brüder und Schwestern doch weniger Zeit mit Aktivitäten an der frischen Luft und hatten häufiger einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer.

Süßes als Belohnung

Eltern von Einzelkindern setzen zudem häufiger Lebensmittel und Süßigkeiten als "Erziehungsmittel" ein - etwa als Belohnung. Unabhängig davon essen Einzelkinder tendenziell mehr zuckerhaltige Produkte als Kinder mit Geschwistern. 

Die Untersuchung ist Teil eines europaweiten Langzeit-Forschungsprojekts zu Kindergesundheit. Für die aktuelle Studie hatten die Forscherinnen und Forscher den Body-Mass-Index und die allgemeine Gesundheit der Kinder erhoben. Die Ernährungsgewohnheiten und die Lebensweise der Kinder ermittelten sie mit Hilfe von Fragebögen, die von den Eltern ausgefüllt wurden.

Den Forschern zufolge sind in Europa rund 22 Millionen Kinder übergewichtig. (lima, derStandard.at, 15.1.2013)

Abstract

Overweight in singletons compared to children with siblings: the IDEFICS study>

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Der Standard
                          online, Logo

15.2.2013: <Zu viel Fürsorge macht Kinder depressiv>

aus: Der Standard online; 15.2.2013;
http://derstandard.at/1360681680823/Zu-viel-Fuersorge-macht-Kinder-depressiv

<Sogenannte Helikopter-Eltern kreisen unentwegt um ihre Kinder, um sie zu beschützen. Mitunter zum Leidwesen der Beschützten.

Ein Zuviel an elterlicher Kontrolle hemmt nicht nur die Entwicklung kindlicher Fähigkeiten - es kann Kinder sogar depressiv machen, zeigt eine aktuelle Studie.

Kinder übermäßig fürsorglicher Eltern sind in späteren Jahren häufiger depressiv, mit ihrem Leben unzufrieden und leiden eher unter Angstzuständen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Holly Schiffrin und ihrem Team von der University of Mary Washington in Virginia, die dieser Tage im "Journal of Child and Family Studies" veröffentlicht wurde. Überfürsorgliche Eltern tragen demnach dazu bei, dass Kinder weniger Fähigkeiten und persönliche Autonomie entwickeln. Das beeinträchtige das Wohlbefinden der Kinder und führe dazu, dass sie später weniger gut mit Stress umgehen können.

Engagement versus Kontrolle

Älteren Studienergebnissen, wonach elterliches Engagement eine emotional und sozial gesunde Entwicklung der Kinder fördert, widerspricht die aktuelle Arbeit nicht. Entscheidend sei nämlich die Form der Fürsorge: Während es auf die kindliche Entwicklung positiv wirkt, wenn sich Eltern oder Erziehungsberechtigte für die Lebenswelt und die Erfahrungen der Kinder interessieren und sich engagieren, habe ein Übermaß an Fürsorge negative Folgen für die Kinder. Besonders problematisch sei es, wenn die Eltern das Maß an Kontrolle und Behütung nicht dem Alter und den Fähigkeiten der Kinder anpassen, so die Forscherinnen und Forscher.

Nicht zum Klotz am Bein werden

Die Studie konnte einen klaren Zusammenhang zwischen unangemessener elterlicher Kontrolle und negativen Gefühlen der Kinder zeigen. Studienleiterin Holly Schiffrin: "Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass übertriebenes Engagement die Entwicklung hemmen kann. Sie sollten für ihre Kinder nicht zum Klotz am Bein werden." Besonders "krank machend" seien Eltern, die sich allzu intensiv in die Belange der Kinder einmischen, diese ständig kontrollieren und ihnen ungefragt bei allem zur Seite stehen. Eltern mit diesem Erziehungsstil werden in der Populärwissenschaft heute gerne "Helikopter-Eltern" genannt.

Schiffrin und ihr Team hatten für ihre Studie 297 Studierende zwischen 18 und 23 Jahren befragt. Die jungen Menschen beschrieben, wie sich ihre Eltern ihnen gegenüber verhalten hatten, als sie jünger waren, und wie sie ihre eigene Selbstständigkeit, Kompetenz und Kontaktfreudigkeit einschätzten. Die Studierenden gaben außerdem an, ob sie bereits depressive Phasen oder Angstzustände erlebt hatten und wie es um ihre allgemeine Zufriedenheit im Leben bestellt war. (lima, derStandard.at, 15.2.2013)

Weiterlesen

Wie viel Sicherheit brauchen Kinder?

Erziehungskolumne von Jesper Juul auf derStandard.at/Familie>

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8.5.2013: Kinder sind Stress für die Mutter und Bereicherung zugleich - ausgelaugte, alleinerziehende Mütter - Belastung wird in Westdeutschland stärker empfunden als in Ostdeutschland

aus: Spiegel online: Forsa-Umfrage: Das stresst Mütter am meisten ; 8.5.2013;
http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/forsa-umfrage-kinder-sind-stress-fuer-viele-muetter-a-898684.htm

<Kinder sind ein Stressfaktor, sagt jede zweite Mutter in Deutschland. Doch der Nachwuchs wirkt sich auch positiv auf die eigene Gesundheit aus, findet die große Mehrheit laut einer aktuellen Umfrage. Bei der gefühlten Belastung gibt es ein überraschendes Ost-West-Gefälle.

Hamburg - Immer fröhliche, lachende und zufriedene Kinder gibt es nur in der Werbung. Die eigenen Kinder können für Eltern auch ein Stressfaktor sein. In Deutschland empfindet das fast jede zweite Mutter so, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Vor allem die Mehrfachbelastung durch Erziehung, Haushalt oder Beruf empfinden 75 Prozent der Frauen als auslaugend, wie die DAK-Gesundheit am Mittwoch in Hamburg mitteilte. "Für Mütter in Vollzeitbeschäftigung ist die Vereinbarkeit von Job und Familie mit 90 Prozent besonders anstrengend." Kurz vor dem Muttertag am Sonntag, 12. Mai, hat die Kasse die repräsentative Forsa-Umfrage unter 1003 Frauen mit mindestens einem minderjährigen Kind in Auftrag gegeben.

Die große Mehrheit der Mütter findet aber dennoch, dass sich Kinder insgesamt positiv auf ihre Gesundheit auswirken: 83 Prozent der Befragten erklärten, der Nachwuchs tue ihnen gut. "Trotz aller Anstrengung geben Kinder ihren Eltern auch Kraft und Energie", erklärte die Krankenkasse.

Muttertag ist nur wenigen Müttern wichtig

Die körperlichen und psychischen Belastungen durch Kinder sind für insgesamt 47 Prozent der Befragten sehr groß (17 Prozent) oder groß (30 Prozent). "Besonderen Stress empfinden Mütter mit mehreren Kindern und mit jüngeren Kindern im Alter bis zu fünf Jahre", hieß es. Die Umfrage zeigt auch regionale Unterschiede: Während sich in Ostdeutschland nur 14 Prozent der Frauen für sehr stark belastet halten, sind es in Baden-Württemberg 22 Prozent.

Nach dem wichtigsten Stressfaktor, der Mehrfachbelastung, empfinden 37 Prozent der Befragten die Sorge um Krankheiten oder Verletzungen der Kinder als belastend. Als weitere Gründe wurden genannt: Stress in Kindergarten oder Schule (32 Prozent), finanzielle Probleme (21 Prozent) und Streit in der Familie (20 Prozent). "Die Ergebnisse zeigen, unter welchem Druck viele Frauen tagtäglich stehen", sagte DAK-Präventionsexpertin Hella Thomas. "Genau wie im Job sind regelmäßige Pausen, Lob und Anerkennung wichtig, damit eine körperliche oder psychische Belastung durch die Kinder nicht krank macht."

Den Muttertag finden nach den Ergebnissen der Umfrage nur neun Prozent der Frauen sehr wichtig und 23 Prozent wichtig. Zwei Drittel der Mütter halten die Bedeutung des nicht gesetzlichen Feiertags dagegen für weniger wichtig (38 Prozent) oder überhaupt nicht wichtig (29 Prozent).

cib/dpa>


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8.5.2013: Studie: Finnischen Müttern geht es am besten - im Kongo am schlechtesten

aus: Der Standard:
Mütter-Index: Finnischen Müttern geht es am besten; 8.5.2013;
http://diestandard.at/1363710330187/Muetter-Index-Finnischen-Muettern-geht-es-am-besten

<Ob Mütter eine Schwangerschaft und Geburt gesund überstehen, hängt in hohem Maß davon ab, in welchem Teil der Erde sie leben. Laut dem "Mütter-Index" von "Save the Children" geht es Müttern in skandinavischen Ländern am besten.

In der Demokratischen Republik Kongo ist es am gefährlichsten, schwanger zu werden und ein Kind zur Welt zu bringen - Österreich auf Platz elf.

Den finnischen Müttern geht es weltweit am besten. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Report der Kinderrechtsorganisation "Save the Children", der am Dienstag veröffentlicht wurde. Österreich befindet sich in diesem Ranking auf dem elften Platz, um 16 Ränge besser als im Vorjahr. In dem Bericht wird die Lebenssituation von Müttern und Neugeborenen in 176 untersuchten Nationen untersucht. Dem Ranking liegen Studien zu Müttergesundheit, Kindersterblichkeit,  durchschnittlicher Schuldbildung, durchschnittlichem Pro-Kopf-Einkommen und dem politischen Einfluss von Frauen zugrunde. Gemessen an diesen Indikatoren geht es Müttern  in der Demokratischen Republik Kongo am schlechtesten.

Gigantisches Nord-Süd-Gefälle

[Der Tod in den ersten 24 Stunden - Geburtskomplikationen für die Mutter]

Jedes Jahr überleben eine Million Neugeborene ihre ersten 24 Stunden nicht. Doch 98 Prozent der Todesfälle bei Neugeborenen ereignen sich in Entwicklungsländern, so "Save the Children". Somalische Babys haben ein 40-mal höheres Risiko, am ersten Tag zu sterben, als luxemburgische. Für Mütter liegt das Risiko, an Geburtskomplikationen zu sterben, in der Demokratischen Republik Kongo bei 1 zu 30, in Finnland bei 1 zu 12.200.

Die StudienautorInnen benennen als Ursachen den schlechten Gesundheitszustand von Müttern, den hohen Prozentsatz von sehr jungen Müttern sowie eine hohe Neugeborenensterblichkeit. Weitere Faktoren seien der gravierende Mangel an Gesundheitsfachkräften sowie zu wenig medizinische Versorgung während der Schwangerschaft und bei der Geburt.

[Der "erste Tag" - Unerfahrenheit, mangelndes Personal und mangelnde Ausrüstung im Spital]

Im Ranking der Industrienationen ist Österreich bei der Säuglingssterblichkeit recht weit vorne gereiht, nämlich an achter Stelle. Erster sind die USA, gefolgt von Kanada und der Schweiz. Doch lediglich ein Prozent aller Todesfälle bei Neugeborenen weltweit entfallen auf die Industrieländer.

Die Studie zeigt, dass der erste Lebenstag eines Säuglings der gefährlichste ist. "Save the children" hat hier einen eigenen Index, den "Birth Day Risk Index", entwickelt, bei dem die Situation in 186 Staaten untersucht wurde. Den letzten Platz belegte hier Somalia, beinahe ebenso schlecht ist die Situation in Mali, Sierra Leone und in der Demokratischen Republik Kongo. In diesen vier Ländern sind auch die Mütter besonders gefährdet. Mütter in Somalia und Sierra Leone haben weltweit das zweit- und drittgrößte Todesrisiko. Die Studie ermittelte hierfür die Wahrscheinlichkeit, mit der ein fünfzehnjähriges Mädchen Zeit ihres Lebens an den Folgen einer Schwangerschaft, Geburt oder Mutterschaft stirbt.

Laut "Save the Children" könnten aber die meisten Todesfälle von Müttern und Neugeborenen verhindert werden. Die Organisation nannte in diesem Zusammenhang Steroidinjektionen für Frauen mit vorzeitigen Wehen, Reanimationsausrüstungen, Chlorhexidin zur Nabeldesinfektion sowie Antibiotikuminjektionen.

[Kostengünstige, effiziente Massnahmen]: Positive Entwicklungen in Bangladesch und Nepal

Und es gibt auch Positivbeispiele bei Ländern, die durch kostengünstige Maßnahmen die Todesfälle unter Neugeborenen drastisch senken konnten. Ein Beispiel ist Bangladesch. Das Land konnte seit 1990 die Säuglingssterblichkeit um 49 Prozent senken. Gesundheitspersonal in den Gemeinden und die Ausbildung von Hebammen seien die zentralen Faktoren dieses Fortschritts, so "Save the Children". Aber auch medizinisch qualifiziertes Personal für Reanimationstechnik, um Babys beim Atmen zu unterstützen, helfe der positiven Entwicklung.

Und auch Nepal hat in Sachen Neugeborenensterblichkeit einiges bewegt. Die Rate ist seit 1990 um 47 Prozent gesunken. "Save the Children" führen dies auf eine gemeinschaftliche Gesundheitsversorgung und die weltweit führende Anwendung von kostengünstigem antiseptischen Chlorhexidin zur Vorbeugung von Nabelinfektionen zurück. (APA/red, dieStandard.at, 8.5.2013)

Links

Deutsche Zusammenfassung des Reports

Der vollständige Report auf Englisch>

n-tv online, Logo

22.5.2013: Rattenexperiment: Fürsorgliche Väter sind ein grosses Vorbild für die Söhne, auch fürsorglich zu werden

aus: n-tv online: Wie der Vater, so der Sohn
Fürsorgeverhalten wird vererbt; 22.5.2013;
www.n-tv.de/wissen/Fuersorgeverhalten-wird-vererbt-article10684341.html

<Väterliche Fürsorge zahlt sich aus – generationsübergreifend: Mäuse, die als Jungtiere von ihren Vätern liebevoll umsorgt werden, werden später auch selbst fürsorgliche Väter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie.

Weniger Testosteron, weniger Fürsorge.

Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass Väter ähnlich wie Mütter das spätere Verhalten ihres Nachwuchses beeinflussen. Wie im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" beschrieben, sei das Verhalten nicht direkt in den Genen festgeschrieben. Allerdings verändere es das Erbgut auf eine Weise, die ähnlich wie Gene an die Nachkommen weitergereicht werden könne.

Erin Gleason und Catherin Marler von der University of Wisconsin-Madison (Madison/US-Staat Wisconsin) hatten das Verhalten der Mäuse-Väter experimentell verändert, indem sie einen Teil von ihnen nach der Geburt des Nachwuchses kastrierten. Dadurch sinkt der Testosteron-Spiegel der Väter und genau dieses Hormon steuert das fürsorgliche Verhalten maßgeblich. Dies bestätigten die anschließenden Beobachtungen der Forscher: Sie sahen, dass die kastrierten Väter ihre Kinder deutlich weniger umsorgten als die Vergleichsmäuse, die nur zum Schein operiert wurden. Sie kuschelten sich zum Beispiel seltener an die Kleinen und widmeten sich auch seltener der Fellpflege.

Raues Verhalten kastrierter Väter

Das eigentliche Ergebnis ihrer Studie brachte der zweite Teil der Studie: Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Söhne dieses nachlässigere Verhalten später auch bei ihrem eigenen Nachwuchs zeigten. Sie kümmerten sich weniger um ihre Kinder, wenn die Mutter abwesend war. Sie packten die Kleinen auch deutlich häufiger am Nacken und trugen sie im Käfig von einem Ort zum anderen. Früheren Studien zufolge gilt dieses Verhalten bei Mäusen als eher rau und scheint den Nachwuchs später aggressiver werden zu lassen. Umgekehrt waren Mäuse, die von einem nicht kastrierten – also fürsorglichen – Vater aufgezogen worden waren, später selbst fürsorglicher.

Die Forscher schreiben, dass das väterliche Verhalten auf epigenetischem Weg an den Nachwuchs weitergereicht werde. Die Epigenetik umschreibt Veränderungen des Erbgutes, die nicht direkt die Sequenz der DNA umfassen. Stattdessen wird die Aktivität bestimmter Gene verändert, indem das Erbgut chemisch modifiziert wird. Forscher glauben heute, dass auf diesem epigenetischen Weg Umwelteinflüsse das Erbgut verändern und damit auch nachfolgende Generationen beeinflussen. Welche epigenetischen Veränderungen genau das Fürsorge-Verhalten in die nächste Generation transportierten, müssten weitere Untersuchungen zeigen, so die Wissenschaftler.

Quelle: n-tv.de , dpa>

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