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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

45. Banken-Praktiken (Teil 1)

Die Banken spielen mit den Kundengeldern, und wenn die Bank Pleite geht, dann ist das egal, denn der Chef der Bank hat sein Bankkonto an einem anderen Ort...

So ist die Praxis - das lernt man in der Handelsschule im Fach "Bank und Börse" aber nicht - und weitere Fälle von Bankenpraxis


4.4.2010: Banken boten extra risikoreiche      Anlagen an, um eine Krise auszulösen -- 29.6.2010:      Börsenmanipulation: Alkoholisierter englischer Händler treibt      Ölpreis in die Höhe -- 12.7.2010: Die Abzocke der schweizer Banken      mit Gebühren für den Geldbezug im Ausland -- 5.10.2010:      Börsenhändler Jérôme Kerviel verursacht seiner Bank einen Schaden      von 5 Milliarden Euro - der Zocker-Schädling mit Krawatte ist kein      Einzelfall -- UBS 14.10.2010: <Finanzkrise:      "Versager" dürfen Millionen-Boni      behalten> - Ospel, Wuffli und weitere müssen keine      Boni-Millionen zurückgeben -- 19.10.2010: <Mehr Kontrolle:      EU-Finanzminister verschärfen Regeln für Hedgefonds> --      4.11.2010: Die "Hamburger Sparkasse" (Haspa)      fichierte psychische Eigenschaften ihrer Kunden, um      "Produkte" besser anzupassen -- 15.12.2010:      Dresscode bei der UBS -- UBS 17.12.2010: Es waren doch nur      Empfehlungen und keine strengen Vorschriften -- Mannheim      15.12.2010: Die erste Muslim-Bank in Deutschland - und nun haben      die Muslime ihre eigene Bank - Religionskrieg gibts nun auch im      Bankenwesen -- 16.1.2011: <UBS-Dresscode: Nach Spott und      Häme bereits am Ende> -- 21.1.2011: <UBS-Rettung:      Parlament wusste nichts vom Geheimdeal> - Geld gegen      Guantánamo-Flüchtlinge und Schliessung einer Firmenfiliale im Iran      - ein "wüster Kuhhandel" -- 9.2.2011:      Hedgefonds-Manager wirft Festplattenteile in verschiedene      Müllwagen, um Beweise zu vernichten -- Credit Suisse in New York      24.2.2011: <Hilfe an Steuerhinterzieher: Geheime      Credit-Suisse-Filiale in New York> -- 3.3.2011: Die      "Märkte" sind von den Börsenhaien manipuliert      und ferngesteuert - die "Börsenbriefe" lösen      Kauflust oder Verkaufslust aus von Papieren, die die Verfasser      selber haben -- 15.3.2011: Die Grossbank soll den Libor-Zinssatz      durch beschönigte Angaben manipuliert haben -- 18.2.2011:      Verschiedene Marktindikatoren für die Vorhersage der      Wirtschaftslage -- 20.7.2011: Kampf dem Euro-Sumpf: Eine      italienische Regionalbank sichert ihre Kredite mit Käse ab --      3.9.2011: Seit 1993 ist in der Schweiz "Verleitung zur      Spekulation" straffrei -- 16.9.2011. Ein      UBS-Börsenhändler in London verzockt 2 Milliarden      "US"-Dollar -- 16.9.2011: Bankenpraktiken:      Geldwäscherei mit immer neuen Tricks -- 16.9.2011: Unautorisierte      Deals eines UBS-Börsenhändlers sind kein Einzelfall: Hier eine      Liste -- 25.9.2011: Bankenpraktiken: Börsenhändler sind schlimmer      als Psychopathen -- 25.9.2011: <Aktuelle Studie:      Aktienhändler agieren rücksichtsloser als Psychopathen> --      7.10.2011: Die Entlassung von Bankangestellten - die Begleitung      zur neuen Stelle kommt gratis -- 12.10.2011: Börsenhändler stehen      oft unter Kokain - die Welt ist in den Händen von      Drogenkonsumenten - 2.11.2011: <Ratenkredit beantragen:      Berater handeln teils fahrlässig> und beraten falsch --      17.11.2011: Die Bank und ihre Detektive: Wie die Bank Julius Bär      den Banker Rudolf Elmer bis in die Ferien verfolgte - Bankdaten      der Cayman-Inseln mit Steuerpotential von 100 Mio. Franken --      21.1.2012: <Raiffeisen: Ostschweizer Banker plündert      Kundenkonten> -- 1.2.2012: Händler der Credit Suisse      bewerteten Wertpapiere absichtlich zu hoch - um höhere Boni zu      kassieren -- 17.3.2012: Die Kunden abzocken ist Prinzip - zum      Beispiel bei der Bank Goldman Sachs - und einer trat aus und der      Skandal war da -- 19.3.2012: Goldman Sachs: Spekulationen mit      Kundengeldern mit Totalverlust - Kunden wurden als      "Vollidioten" bezeichnet -- aus: DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu -- 45.      Banken-Praktiken -- Die Banken spielen mit spekulativen      Options-Angeboten mit den Kunden, und wenn die Bank Pleite geht,      dann ist das egal, denn der Chef der Bank hat sein Bankkonto an      einem anderen Ort... --

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Im den Jahren 2008 und 2009 fand in den "USA" eine beispiellose Bankenkrise statt, weil Papiere falsch bewertet worden waren. Europäische Banken, die auch "US"-Ramschpapiere hatten, bekamen Staatshilfen, um zu überleben. Die Praktiken der "amerikanischen" Bankenbetrüger sind eigenartig kriminell, wie die Meldungen zeigen. Aber lesen Sie selbst:


20 minuten
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4.4.2010: Banken boten extra risikoreiche Anlagen an, um eine Krise auszulösen

aus: 20 minuten online: Goldman Sachs: «Klar haben wir nichts gegen die Krise gemacht»; 24.4.2010;
http://www.20min.ch/finance/dossier/finanzkrise/story/-Klar-haben-wir-nichts-gegen-die-Krise-gemacht--20697790

<Die US-Investmentbank Goldman Sachs soll Anleger hinters Licht geführt haben. Heute hat der US-Senat aus E-Mails der Bank zitiert. Was darin steht, dürfte die Kunden der Bank wütend machen.
storybild

Goldman Sachs-CEO Lloyd Blankfein.

«Investmentbanken wie Goldman Sachs sind nicht einfach Marktmacher. Sie waren aus eigenem Interesse daran interessiert, komplizierte und riskante Finanzprodukte anzubieten, die die Krise auslösten.» Das sagt Senator Carl Levin (Demokraten), Vorsitzender des Subkomitees des US-Senats, das die Finanzkrise untersucht.

Auch Aktionäre klagen

Nach der US-Börsenaufsicht SEC haben nun auch Aktionäre hochrangige Manager der Bank Goldman Sachs verklagt. In zwei bei einem New Yorker Bundesgericht eingereichten Klagen wird Goldman-Chef Lloyd Blankfein und dem gesamten Führungsgremium der Bank eine systematische Verletzung der Aufsichtspflichten vorgeworfen.

Die Beklagten hätten riskante Transaktionen mit verbrieften Hypothekenkrediten zugelassen, ohne genau zu prüfen, wie die komplexen Produkte strukturiert und vermarktet worden seien. Zudem hätten sie es versäumt, Interessenskonflikten vorzubeugen.

Diese Verfehlungen hätten der Bank Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe aufgebürdet und den Ruf des Geldhauses schwer beschädigt. Ein Goldman-Sprecher wollte sich nicht zu den Klagen äussern.

(sda) Er hat am Samstag ein Papier veröffentlicht, in welchem er die Vorwürfe an die US-Investmentbank konkretisiert. Im Jahresbericht 2009 habe die Bank behauptet, kaum Einnahmen mit Wetten auf einen Abwärtstrend im Immobilienmarkt gemacht zu haben. «Wie die E-Mails zeigen, hat Goldman in Tat und Wahrheit viel Geld mit Wetten auf das Kollabieren des Hypothekenmarkts verdient», so Levin weiter.

Anhörungstermin am Dienstag

Der Vorstandsvorsitzende und CEO Lloyd Blankfein und weitere Exponenten der Bank sollen am Dienstag zu Zeugenaussagen vorgeladen werden. In einem der samstags veröffentlichen E-Mails wird Blankfein mit folgenden Worten zitiert: «Natürlich haben wir nichts gegen die Finanzkrise gemacht. Wir haben Geld verloren, dann haben wir mit "Shorts" noch mehr verdient.»

In einem weiteren veröffentlichten E-Mail antwortet der Chief Financial Officer David Viniar auf einen internen Report. Darin steht, dass die Bank an einem einzigen Tag 50 Millionen US-Dollar mit Wetten auf eine Verschlimmerung der Hypothekenkrise verdient habe.

Und in einem dritten E-Mail diskutieren Bankangestellte den bevorstehenden Kollaps der «Long Beach Mortgage Company». Einer der Angestellten schrieb, der Zusammenbruch der Bank würde 2,5 Millionen Dollar kosten - das seien «Bad News». Worauf ein anderer Anwortet, dies seien «Good News»: Man habe auf den Zusammenbruch des Hypothekendienstleisters gesetzt und würde damit 5 Millionen Dollar verdienen.

Aktienmärkte unter Druck

Die Klage der US-Börsenaufsicht SEC gegen Goldman Sachs hatte die Aktienmärkte rund um den Globus am Freitag vorletzter Woche stark unter Druck gebracht. Die Aktien der Investmentbank tauchten zeitweise um 15 Prozent. Auch die UBS- und die CS-Papiere schlossen 2,8 respektive 1,9 tiefer.

Die SEC wirft Goldman Sachs und einem führenden Manager der Bank Betrug bei der Vermarktung von auf Hypothekenkreditrisiken basierenden Wertpapieren vor. Die Bank habe den Käufern des komplexen Produkts verschwiegen, dass ein an der Zusammenstellung des Portfolios beteiligter Hedgefonds auf einen Verfall der Papiere wettete.

Die Anleger verloren der SEC zufolge durch die Transaktion insgesamt rund eine Milliarde Dollar, während der Hedgefonds in etwa so viel daran verdiente. Rechtsexperten rechnen infolge der SEC- Vorwürfe mit weiteren rechtlichen Schritten gegen die Bank, darunter auch mit Sammelklagen.

(ast)>

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20 minuten
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Australien 14.5.2010: Bankiers dealten Drogen über Firmen-Computer

aus: 20 minuten online: Australien: Banker dealten über Firmen-E-Mail Drogen; 14.5.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/18892456

<Statt Schulden einzutreiben, haben Bankangestellte in Australien einen flotten Drogenhandel über die Büro-E-Mail aufgezogen. Sie flogen auf. Die Bank ist entsetzt.
 
Die Bank im Visier von kriminellen Mitarbeitern.

«Wir sind völlig schockiert, und alle sind unglaublich enttäuscht über das, was die Polizei da aufgedeckt hat», sagte der Sprecher der drittgrössten australischen Bank ANZ, Stephen Ries, am Freitag. Gegen 14 Mitarbeiter der Abteilung, die für das Eintreiben von Schulden verantwortlich war, wird nach Medienberichten ermittelt.

Die inzwischen gefeuerten Angestellten arbeiteten in der Zentrale der Bank in Melbourne. Sie nutzten offenbar Code-Wörter, um während der Arbeitszeit per E-Mail mit Drogen zu handeln. «Was da gehandelt wurde, war nach dem Umfang kein Pappenstil», zitierte die Zeitung «Herald Sun» einen Insider.

(sda)>

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20 minuten
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29.6.2010: Börsenmanipulation: Alkoholisierter englischer Händler treibt Ölpreis in die Höhe

Hier ist ein Beispiel, wer an der Börse seine Macht missbraucht, um weltweit Preise zu manipulieren. Das ist kein Einzelfall, nur die Meldung ist ein Einzelfall. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Ölpreis: Schnapsdrossel treibt Ölpreis auf Jahreshoch; 29.6.2010;
http://www.20min.ch/finance/news/story/19600176

<Ein durchzechtes Wochenende kommt einen britischen Rohstoffhändler teuer zu stehen: ohne Auftrag hatte er viel Öl gekauft und den Preis aufs Jahreshoch getrieben.Die britische Finanzmarktaufsicht (FSA) verdonnerte einen früheren Broker von PVM Oil Futures am Dienstag zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 118 000 Franken und einem mindestens fünfjährigen Berufsverbot in der Branche. Der Rohstoffhändler hatte am 29. Juni 2009 betrunken und ohne Genehmigung seiner Kunden mehr als sieben Mio. Barrel Brent-Öl gekauft. Durch diese Transaktion war der Preis für die Sorte auf ein Jahreshoch geklettert.

Der Broker habe das Wochenende und auch den Montag extrem viel Alkohol getrunken, befand die FSA. Am Dienstag, den 29. Juni, sei er dann betrunken am Arbeitsplatz erschienen und habe in grossem Umfang Käufe getätigt.

Alkohol keine Entschuldigung

Marktmanipulation sei ein schwerwiegendes Vergehen, betonte die FSA. Die Trunkenheit entschuldige das Handeln des Händlers nicht. Der Behörde zufolge hat er sich inzwischen einer Entziehungskur unterzogen und sich vom Alkohol abgewandt.

Der Broker hatte den Preis für Brent-Öl auf 73,50 Dollar getrieben - das bis dato höchste Niveau im Jahr 2009. Seine Firma, die von der FSA nicht kritisiert wurde, erlitt einen Schaden von knapp zehn Mio. Dollar.

(sda)>

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20 minuten
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12.7.2010: Die Abzocke der schweizer Banken mit Gebühren für den Geldbezug im Ausland

Das Ausland ist für die Kapitalisten in der Schweiz wichtig, weil man dort billiger produzieren kann. Aber Dienstleistungen von schweizer Firmen im Ausland für Schweizer im Ausland sind massiv teurer. Man könnte das auch als Auslands-Rassismus bezeichnen. Das ist nicht nur bei den Banken so, sondern auch beim Telefonieren ins Ausland. Von dem her gesehen ist es immer noch eine Bestrafung, wenn Schweizer sich im Ausland aufhalten oder ins Ausland telefonieren. Es ist eine Katastrophe, und die Regierung in Bern macht nichts...

aus: 20 minuten online: Reisen: Kein Spass mit Kreditkarten im Ausland; 12.7.2010;
http://www.20min.ch/finance/news/story/14101427

[Die Abzocke durch Gebühren und falsche Wechselkurse]

<In den Ferien mit der Kreditkarte zu bezahlen ist einfach und praktisch. Das böse Erwachen folgt oft erst mit der Abrechnung.

Wenn das Essen im schicken Restaurant plötzlich teurer ist, und das Hotelzimmer viel mehr kostet als einst im Kopf berechnet, kann das an der Kreditkarte liegen. Anders als im Inland, wo beim Einkauf mit der Visa- oder Mastercard für den Kunden keine Gebühr erhoben wird, ist das Zücken der Karte im Ausland nicht kostenlos. Auf Auslandtransaktionen wird von den Kreditkarten-Herausgebern nämlich eine Gebühr von 0,9 bis 2,5 Prozent des ausgegeben Betrags erhoben. Die Hotelrechnung über 450 Euro beläuft sich so auf bis zu 461.25 Euro.

Doch nicht nur der Transaktionszuschlag schlägt aufs Portemonnaie des konsumfreudigen Touristen: Je nach Herausgeber der Kreditkarte werden die Fremdwährungsbeträge nämlich zu unterschiedlich günstigen Wechselkursen in Franken umgerechnet.

Alleine für besagte Hotelrechnung über 450 Euro kann die Preisdifferenz von einer zur anderen Kreditkarte durch die verschiedenen Wechselkurse über 8 Franken betragen. Je mehr Einkäufe und je grösser die ausgegebenen Beträge, desto mehr fallen die Differenzen natürlich ins Gewicht.

Fast keine Angaben zu Wechselkursen

Für den Kredikartenbesitzer ärgerlich ist, dass er nicht weiss, zu welchem Wechselkurs seine Einkäufe abgerechnet werden. Denn den Wechselkurs sieht er erst auf der Abrechnung. Das hat einerseits damit zu tun, dass zwischen dem Einkauf im Ausland und der Verarbeitung der Transaktion in der Schweiz einige Tage vergehen. Anderseits informieren die Kreditkarten-Herausgeber auch nicht transparent über die Wechselkurse, mit denen sie arbeiten.

Während die Transaktionsgebühr in den Geschäftskonditionen ausgewiesen werden muss und teilweise sogar separat auf den Abrechnungen aufgeführt wird, steht zu den Wechselkursen in den Prospekten und auf den Internetseiten der Kartenherausgeber nur wenig oder nichts.

Unterschiedliche Referenzkurse

Swisscard, die nach eigenen Angaben grösste Kreditkarten-Herausgeberin der Schweiz, gab auf Anfrage bekannt, den Devisenverkaufskurs der Mutterbank Credit Suisse zu verwenden. Bei der UBS wird der bankeigene Devisenverkaufskurs des Vorabends verwendet. Auch die Postfinance greift auf Devisenverkaufskurse der UBS zurück.

Die Viseca, die Kreditkarten für die Kantonal-, die Raiffeisen- und zahlreiche weitere Banken herausgibt, verwendet für ihre Umrechnung einen Kurs, den sie aus den Devisenverkaufskursen zahlreicher Banken berechnet und einmal täglich fixiert. Und auch bei der Cornèrbank wird mit dem Retail-Wechselkurs ein Wechselkurs benutzt, in den bereits eine Marge für die Bank eingebaut ist.

Zwei Herausgeber tanzen aus der Reihe

Eine andere Praxis als die meisten Kreditkarten-Herausgeber pflegen einzig die GE Money Bank und die Jelmoli Bonus Card, die auch die mit dem Halbtax-Abonnement kombinierte Kreditkarte der SBB anbietet. Sowohl die GE Money Bank als auch Jelmoli Bonus Card verwenden statt eines Devisenwechselkurses einen Interbankenkurs.

Dieser enthält keine oder nur eine kleine Marge auf den Wechselkurs, auf den sich die Banken im Devisenhandel untereinander stützen. Mit anderen Worten: Der Kreditkartenbenutzer zahlt für seinen Einkauf im Ausland nur ein Mal eine Gebühr und nicht zwei Mal.

Stichproben diverser Zeitschriften zeigen, dass Kreditkarten mit einer höheren Transaktionsgebühr dank besseren Wechselkursen unter dem Strich oft günstiger sind als jene mit eher tieferen Gebühren. In den jüngsten Tests des Konsumentenmagazins «Saldo» und der «SonntagsZeitung» schneiden die Kreditkarten von Jelmoli Bonus Card bei den Einkäufen im Ausland jeweils am Besten ab.

Mangelnde Transparenz

Ein Vergleich der Kreditkarten mit Berücksichtigung der Wechselkurse sei nicht möglich, hiess es beim Internetvergleichsdienst Comparis auf Anfrage. Namentlich kritisiert wird das intransparente Verhalten der Kartenherausgeber. Auf der Comparis-Homepage findet sich zwar ein Kreditkartenvergleich, allerdings kann dieser die unterschiedlichen Wechselkurse nicht berücksichtigen.

So gleicht die Suche nach der richtigen Kreditkarte einer Lotterie: Denn nebst den sich stark unterscheidenden Kosten für Auslandseinkäufe gilt es auch, die unterschiedlichen Jahresgebühren sowie die zahlreichen Bonusprogramme, mit denen Kreditkartenumsätze belohnt werden, zu berücksichtigen.

(sda)>

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5.10.2010: Börsenhändler Jérôme Kerviel verursacht seiner Bank einen Schaden von 5 Milliarden Euro - der Zocker-Schädling mit Krawatte ist kein Einzelfall

Die Arbeit an der Börse kann einen Rausch und eine Sucht auslösen. Die Börsenhändler heben dann von der Realität ab und geraten in eine Lügenspirale, und die Banken kontrollieren das nicht bzw. lassen die Leute abgleiten, wenn nicht durchgegriffen wird. Im Vorliegenden Fall sass der Chef des Börsenhändlers wenige Meter neben Kerviel und bekam sogar E-Mails mit Kerviels Transaktionen, und sagte nichts dazu, weil der Chef "vom handel wenig verstand". Pervers. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Finanzbetrüger: Gelegenheit macht Diebe; 5.10.2010;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Gelegenheit-macht-Diebe-19737710

<von Gérard Moinat
- Der Börsenhändler Jérôme Kerviel ist am Dienstag wegen seiner Spekulationsdelikte verurteilt worden. Er findet sich in illustrer Gesellschaft.

Jérôme Kerviel: Der junge, unscheinbare Angestellte der französischen Bank Société Générale verschuldete im Januar 2008 einen Verlust seines Arbeitgebers von rund 5 Milliarden Euro. Am 5. Oktober wurde ihm am Gerichtshof in Paris der Prozess gemacht.

Der junge, unscheinbare Angestellte der französischen Bank Société Générale verschuldete im Januar 2008 einen Verlust seines Arbeitgebers von rund 5 Milliarden Euro. Am 5. Oktober wurde ihm am Gerichtshof in Paris der Prozess gemacht.Bildstrecke nochmals anschauen

Bei einem Totalabsturz seiner Spekulationen hätte der unscheinbare Jérôme Kerviel die Betrügereien des legendären «Bernie» Madoff toppen können: Am 5. Oktober wurde ihm am Gerichtshof in Paris der Prozess gemacht.

Das Delikt: Kerviel setzt für seine riskanten Zockereien fast 66,5 Milliarden Franken ein, deutlich mehr als die Marktkapitalisierung seines Arbeitgebers, der französischen Grossbank Société Générale. Mit dem daraus resultierenden Handelsverlust von 4,9 Milliarden Euro brachte der 33-jährige die Bank an den Rand des Ruins.

Kerviel, dessen ungedeckte Handelsgeschäfte 2008 aufflogen, erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren — zwei davon auf Bewährung. Ihm werden Fälschung, Vertrauensbruch und unberechtigte Computernutzung vorgeworfen.

«Realitätsferne» der Händler

Im Mai dieses Jahres veröffentlichte Kerviel selbst ein Buch über sein kriminelles Schaffen. Das Werk trägt den Titel «Das Räderwerk — Memoiren eines Börsenhändlers». Darin beschreibt Kerviel auf 270 Seiten die «Realitätsferne» und «Perversität» des Händler-Daseins.

In seinem Buch, wie auch in Interviews, weist Kerviel stets darauf hin, dass seine Taten zwar nicht erlaubt, aber von seinen Vorgesetzten geduldet worden seien. Auch seine Verteidigung wies im Vorfeld zur Urteilsverkündung mehrmals darauf hin, dass mindestens zwei seiner Vorgesetzten nur wenige Meter von ihm entfernt am gleichen Handelstisch sassen.

Sie sollen gar E-Mails erhalten haben, in denen Kerviels Geschäfte sichtbar waren. Sein unmittelbarer Chef räumte aber ein, dass er vom Handel wenig verstand. Das Sprichwort «Gelegenheit macht Diebe» passt deshalb perfekt zum Fall Kerviel.

Leeson, Madoff und Co.

Angesichts dieses Umfeldes pochte Kerviel bis zum Schluss darauf, er sei quasi zum Spekulieren ermuntert worden und es liege höchstens eine Art Kollektivschuld vor — denn von «Risk Management» fehlte jede Spur.

Mit dieser Aussage steht Kerviel nicht alleine da. Auch der Brite Nick Leeson, der wegen Betrugs zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, sagte gegenüber der «Frankfurter Rundschau» in der Finanzwelt seien die Risikokontrollen nicht genügend ausgebaut. Solche Fälle könnten deshalb überall passieren.

Ein Blick zurück auf vergangene Finanz-Skandale zeigt, dass massive Betrugsfälle dieser Art tatsächlich in erstaunlich kleinen Zeitabständen regelmässig vorkommen. Und viele dieser Abzockereien beruhen auf fehlender Risikokontrolle — seitens von Finanzhäusern oder der Geprellten.

Fälschungen und Ausreden reichen

So schaffte es Leeson, seine durch Fehlspekulationen verursachten Verluste von 827 Millionen Pfund bei der Barings Bank über längere Zeit zu vertuschen. Nachfragen aus der Zentrale konnte er mit Fälschungen und Ausreden einfach abwimmeln. Am Ende brachen seine kühnen Wetten der gesamten Barings Bank das Genick.

Der eingangs erwähnte Bernard Madoff, der den grössten Finanzbetrug aller Zeiten beging, schaffte es dank seinem Charme, rund 65 Milliarden Dollar von Anlegern einzusammeln. Da er mit den frischen Geldern der Investoren die Zinsen oder Auszahlungswünsche der bestehenden Anlegergemeinde bediente, fragte niemand nach dem Geschäftsmodell und sein Betrug flog lange nicht auf.

Selbst in der Schweiz ist Finanzbetrug keine Seltenheit. Namen wie Werner K. Rey, Martin Ebner oder Dieter Behring dürften noch ein Begriff sein. Vor zehn Jahren fielen Schweizer Anleger zuletzt im grossen Stil auf ein Schneeballsystem herein: Der «European Kings Club» schaffte es unter der Führung von Damara Bertges 20 000 Schweizer zu prellen.>

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UBS 14.10.2010: <Finanzkrise: "Versager" dürfen Millionen-Boni behalten> - Ospel, Wuffli und weitere müssen keine Boni-Millionen zurückgeben

Der Steuerzahler der Schweiz hat der UBS 64 Milliarden Franken geschenkt, damit die UBS überlebt. Die Verantwortlichen, die die UBS in diese Krise geritten haben (Ospel, Wuffli und weitere), sollen nun KEINEN Beitrag leisten. Sie dürfen gemäss Alt-Bundesrat und UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger ihre Boni behalten. Diese Bankenpraxis ist verwirrend, aber das ist normale schweizer Logik: Diejenigen, die "oben" sitzen, werden nicht bestraft. Eigentlich fragt man sich, wieso die schweizer Staatsanwaltschaft nicht schon lange gegen Ospel, Wuffli etc. tätig ist, bei 64 Milliarden Franken Schaden. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online; 14.10.2010;
http://www.20min.ch/finance/news/story/-Versager--duerfen-Millionen-Boni-behalten-31595697

<von Lukas Hässig
- Ospel, Wuffli und Co. haben unternehmerisch versagt. So sagt es der «Transparenzbericht» der UBS zum Crash. Die Boni will die Bank aber trotzdem nicht im grossen Stil zurück.

UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger will nicht klagen.

Vor zwei Jahren musste die Schweiz die UBS mit fast 70 Milliarden Franken vor dem Kollaps retten. Vor 6 Monaten forderten die Aktionäre ihr Management auf, Klagen gegen die Verantwortlichen zu prüfen. Vor 4 Monaten verlangte eine Parlamentskommission die Prüfung von Klagen.

Heute liefert UBS-Präsident Kaspar Villiger die Antwort. Sie lautet: keine Klagen, obwohl der Crash nicht hätte geschehen dürfen. «Mit unserem Entscheid, auf rechtliche Schritte zu verzichten, wollen wir weder begangene unternehmerische Fehler beschönigen noch die handelnden Personen von ihrer unternehmerischen Verantwortung freisprechen», sagt Villiger. Aber: «Die Lehren aus der Vergangenheit sind gezogen, und die neue Führung hat UBS auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet.»

Schwamm drüber

Alle rechtlichen Abklärungen und auch zwei neue Studien von unabhängigen Experten hätten laut Villiger gezeigt, dass die Ex-Chefs nicht willentlich die Bank in die Krise steuern wollten. Schwamm drüber also – und das trotz einzigartigem Debakel, das auf ein kolossales Versagen der ehemaligen Führungsspitze der UBS zurückzuführen ist.

Und das listet die Bank in ihrem Bericht auf:

  • Die Führung wollte die Nummer eins der Welt werden, doch ihre Strategie war «zu wenig systematisch» geplant;
  • «Dieselben Geschäfte» seien innerhalb der Bank an verschiedenen Orten betrieben worden und hätten die Handelsverluste vervielfacht;
  • Es habe «Warnungen» gegeben, doch die Führung meinte, sie hätte sich gegen Verluste im US-Hypothekenmarkt abgesichert;
  • Zum US-Steuerbetrugssystem schreibt die UBS, es habe eine «ganzheitliche und kontinuierliche Risikoanalyse» gefehlt.
Chronik eines irrlichternden Managements


Hochrisikostrategie ohne Planung, Doppelspurigkeiten ohne die eigenen Risiken zu kennen, Warnungen in den Wind geschlagen, Augen und Ohren zu im US-Steuerfall – die Aufzählung liest sich wie die Chronik eines irrlichternden Managements, das sich in den guten Jahren als Crème de la Crème des globalen Bankings feiern liess.

Nun zeigt sich in einem Bericht, der notabene nicht von einem externen Kritiker stammt, sondern von der betroffenen Bank selbst, dass an der Spitze eines 80 000-köpfigen Multis in gröbster Art und Weise gepfuscht wurde. Was haben die Verantwortlichen in all den Jahren getan?, fragt man sich unwillkürlich. Und kommt zum Schluss: sicher nichts Gescheites.

100 Millionen in fünf Jahren für nachhaltiges Scheitern

Im Kontrast dazu stehen die bezogenen Gehälter und Boni. Die beiden Aushängeschilder der früheren UBS, Präsident Marcel Ospel und sein CEO Peter Wuffli, liessen sich von 2002 bis 2006 je rund 100 Millionen Franken überweisen. Ein grosser Teil davon erfolgte als Bonus für vermeintlich nachhaltige Leistungen. Wie sich ab 2007 herausstellte, führten ihre Entscheide nicht zu einer Plattform für eine gedeihliche Zukunft, sondern direkt ins Eismeer.

Nun hätte die neue UBS-Führung unter Präsident Kaspar Villiger die Chance gehabt, einen Teil dieser unverdient erhaltenen Millionen zurückzufordern. Gemäss Transparenzbericht verzichteten die Ex-Manager auf 70 Millionen.

An einer Stelle geht die Bank indirekt darauf ein. In ihrem Gutachten habe die beauftragte Zürcher Anwaltskanzlei Bär & Karrer aufgezeigt, dass der Verwaltungsrat die Möglichkeit habe, gegen die Ex-Chefs zu klagen, auf noch ausstehende Auszahlungen von Boni und Entschädigungen zu verzichten oder einen Vergleich mit den Verantwortlichen anzustreben.

Bekannt ist, dass Peter Wuffli, Marcel Ospel und weitere ehemalige Topshots der alten UBS auf vertraglich zugesicherte Entschädigungen verzichteten.

Die neue UBS lässt die alte Crew einfach springen

Dass aber die neue UBS-Führung von den Managern, die sich als unfähig entpuppt hatten, einen grossen Teil der früheren Boni zurückgefordert hätte, darauf wartet man vergebens. Dabei wäre es genau das, was die Öffentlichkeit erwartet: Die UBS setzt den Ex-Chefs das Messer an den Hals, fordert ultimativ je 70 der 100 in den Jahren 2002 bis 2006 erhaltenen Boni-Millionen von Ospel & Co. zurück. Sonst, so die Drohung, würde sie diese einklagen.

Stattdessen geben UBS-Präsident Kaspar Villiger und UBS-CEO Oswald Grübel, die mit den unteren Chargen erbarmungslos umgehen, falls sich diese in der Vergangenheit etwas zuschulden kommen liessen, freiwillig die Trumpfkarten aus der Hand. Vorschnell haben die Spitzenleute Ende letzten Jahres bekannt gemacht, dass sie auf Klagen gegen die alte Crew verzichten würden.

In ihrem heutigen Bericht geht die Bank noch weiter. «Falls aus dem Kreis der Aktionäre ein Antrag gestellt würde, die Generalversammlung solle die Einleitung einer Klage auf Kosten der Gesellschaft beschliessen, würde es der Verwaltungsrat als seine Pflicht erachten, einen entsprechenden Antrag zur Ablehnung zu empfehlen.»

Hände weg von Klagen, ruft die Führung ihren Eigentümern also zu. «Es ist wichtig, dass wir uns jetzt auf die Zukunft konzentrieren können», begründet Villiger im Communiqué. «Heute haben wir die Grundlage geschaffen, um einen Schlussstrich unter die vergangenen Ereignisse zu ziehen.»

Die UBS-Versager werden es ihren Nachfolgern zu verdanken wissen.>

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Spiegel
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19.10.2010: <Mehr Kontrolle: EU-Finanzminister verschärfen Regeln für Hedgefonds>

Ist das eine gute Nachricht? Hedge-Fond sollen besser überwacht werden. Aber Überwachungsbehörden kann man doch alle "schmieren", wenn Bank will. Aber lesen Sie selbst:

aus: Spiegel online; 19.10.2010;http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,724043,00.html

<Manager von Hedgefonds müssen in Europa künftig eine Lizenz beantragen - und dafür ihre Methoden offenlegen. Darauf einigten sich die EU-Finanzminister. Das Ziel ist es, die hoch spekulative Branche stärker zu beaufsichtigen.

Luxemburg - Sie setzen Billionen Euro um, und konnten ihre Geschäften in Europa bislang weitgehend ohne Kontrollen durch Aufsichtsbehörden nachgehen. Doch künftig soll es schärfere Vorschriften für Hedgefonds-Manager geben. Darauf haben sich die Finanzminister der Europäischen Union verständigt.

Die EU kommt mit der Regulierung von Hedgefonds dem Beschluss der G20-Länder nach, als Lehre aus der Finanzkrise für alle Finanzmarktteilnehmer Regeln zu erstellen. Für Hedgefonds gab es bisher zwar in Deutschland Vorschriften, aber nicht auf EU-Ebene. Zuletzt mussten die Finanzminister noch Bedenken Großbritanniens ausräumen. Am Finanzplatz London sind 80 Prozent der in Europa tätigen Hedgefonds angesiedelt.

Vorgesehen ist nun

  • ein "Pass", der den Handel mit Hedgefonds in ganz Europa erlaubt
  • und eine Überwachung durch Aufsichtsbehörden.

Wer die Lizenz zum Vertrieb seiner Produkte bekommen will, muss

  • geheim gehaltene Anlagestrategien und Bewertungsmethoden offenlegen - gegenüber Investoren und der Aufsicht,
  • ein Mindestkapital nachweisen
  • und sicherstellen, dass das Fondsvermögen ordnungsgemäß in Depotbanken verwahrt wird.

Der Durchbruch sei "aus deutscher Sicht extrem zu begrüßen", sagte Jörg Asmussen. Der Staatssekretär mit SPD-Parteibuch vertrat den erkrankten Finanzminister Wolfgang Schäuble in Luxemburg. Mit der Einigung sei es möglich, das Ziel einer Regulierung aller Marktteilnehmer bis zum G-20-Gipfel am 11. und 12. November in Südkorea zu erreichen. Auf diese Vorgabe hatten sich die G-20-Länder vor gut einem Jahr in den USA geeinigt.

Das Geschäftsvolumen der Hedgefonds wird auf mehrere Billionen Euro geschätzt. Allein in Deutschland seien Spezialfonds mit einem Vermögen von 720 Milliarden Euro und offene Immobilienfonds mit einem Volumen von 110 Milliarden Euro betroffen, sagte Asmussen. Es sei auch im Interesse von Anlegern, wenn etwa ihre Pensionsfonds nun überwacht würden.

cte/AFP/Reuters>

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Gezielte Psycho-Manipulation durch die Bank? - Auch das ist möglich:


Stern
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4.11.2010: Die "Hamburger Sparkasse" (Haspa) fichierte psychische Eigenschaften ihrer Kunden, um "Produkte" besser anzupassen

Wenn die persönlichen Angaben vom Kunden freiwillig abgegeben werden, dann ist das eine Sache. Wenn aber zur Führung eines Kontos psychologische Daten pflichtmässig erhoben werden, dann ist das Persönlichkeitsverletzung. Und Verträge, die aufgrund von Psychomanipulation zustandekommen, sind eigentlich ungültig., weil sittenwidrig. Nun, die Sparkasse hat mitgeteilt, die brisanten Schubladen-Daten seien "gelöscht". Aber lesen Sie selbst:

aus: Stern online: Reaktion auf Medienbericht: Hamburger Sparkasse löscht Psycho-Profile; 4.11.2010;
http://www.stern.de/wirtschaft/geld/reaktion-auf-medienbericht-hamburger-sparkasse-loescht-psycho-profile-1620570.html

<"Genießer", "Bewahrer", "Abenteurer" - die Hamburger Sparkasse hat psychologische Profile ihrer Kunden erstellt, um Finanzprodukte besser verkaufen zu können. Nachdem diese Praxis öffentlich wurde, hat die Bank angekündigt, die entsprechenden Daten umgehend zu löschen.

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) verzichtet künftig auf die Erhebung psychologischer Kundenprofile. Alle gewonnenen Erkenntnisse würden gelöscht, teilte die Sparkasse am Donnerstag mit. Sie reagierte damit auf Berichte von NDR Info, wonach mit den psychologischen Profilen Versicherungen oder Aktien effektiver verkauft werden sollten.

Dem Bericht zufolge teilte die größte deutsche Sparkasse ihre Kunden in sieben Typen ein, darunter etwa "Bewahrer", "Hedonisten"  (Lustmensch [web01]) oder "Abenteurer". Wie aus dem Sender vorliegenden Dokumenten hervorgeht, sollen die Bankberater dadurch gezielter auf die Verbraucher zugehen und je nach Typ Fantasie und Genuss ins Spiel bringen - oder Ängste aufbauen.

"Ich finde das ekelhaft"

In den Haspa-Unterlagen, die NDR Info im Internet veröffentlicht hat, sind konkrete Verkaufsstrategien vermerkt. Bei "disziplinierten" Kunden etwa sollten die Berater "Rechenbeispiele bis zur dritten Stelle hinter dem Komma" präsentieren. Bei konservativen "Bewahrern" dagegen solle vor allem die Sicherheit der Anlagen betont werden. Die Kunden der Bank würden über die Einordnung in verschiedene psychologische Profile nicht informiert, hieß es.

Edda Castelló von der Hamburger Verbraucherzentrale zeigte sich entsetzt über das Vorgehen der Haspa. "Wenn ich mir die Unterlagen anschaue, dann finde ich das, ehrlich gesagt: ekelhaft." Während Verbraucherschützer versuchten, Bankkunden zu rationalen und vernünftigen Entscheidungen zu bewegen, mache die Hamburger Sparkasse das Gegenteil: "Man versucht, indem man sich ins Gehirn hineinschleimt, Vertrauen zu finden und den Verbraucher in einer Weise zu beeinflussen, die nicht in seinem Interesse ist."

Haspa spricht von "Missverständnissen"

Auf welcher Datenbasis die Sparkasse ihre Kunden einordnete, sei laut NDR Info unklar. Ohne Zustimmung der Kunden ist eine ausführliche Auswertung etwa von Girokonten nicht erlaubt. Außerdem müssten die Kontoinhaber über den Zweck der Auswertung informiert werden.

Die Haspa hatte den Bericht zunächst dementiert, eine "Einordnung in Schubladen" finde nicht statt. "Unsere Berater begleiten ihre Kunden in der Regel über einen langen Zeitraum und kennen sie sehr gut. Dabei werden auch die unterschiedlichen Serviceansprüche und Wünsche der Kunden berücksichtigt", erklärte eine Sprecherin. Etwas später folgte die volle Kehrtwendung: Man bedaure, "dass es in der öffentlichen Wahrnehmung zu Missverständnissen gekommen" sei.

söw/DPA/DAPD/AFP>

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Welt
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15.12.2010: Dresscode bei der UBS

aus: Welt online: Hautfarbene Wäsche: Grossbnak erlässt kruden Dresscode für Angestellte; 15.12.2010;
http://www.welt.de/lifestyle/article11643530/Grossbank-erlaesst-kruden-Dresscode-fuer-Angestellte.html

<Die Schweizer Bank UBS hat sich für ihre Mitarbeiter einen umfassenden Dresscode ausgedacht: künstliche Fingernägel, hautfarbene Wäsche und Socken ohne Muster.

Das passende Äußere zum Banker-Image: Die Schweizer Bank UBS macht ihren Angestellten knallharte Vorgaben was den Dresscode angeht. So müssen Frauen hautfarbene Unterwäsche tragen. Die wird dann allerdings von züchtiger Kleidung umhüllt, nicht so wie bei Dita von Teese. Auf extravaganten Schmuck sollen die Damen verzichten. Insgesamt 40 Seiten umfasst das Kompendium mit detaillierten Anweisungen an die Angestellten. Dazu gehört auch die Aufforderung an die weiblichen Beschäftigten, aparte künstliche Fingernägel zu haben. Der Rock sollte hinten nicht zu eng sitzen, die ursprüngliche Farbe bei gefärbten Haaren nicht sichtbar sein. Ein klares "Nein" gibt es auch zu Knoblauch oder Zwiebeln, die den Geruch der Angestellten beeinträchtigen könnten. Gleiches gilt natürlich auch für Zigaretten. Bei UBS sind Tattoos strikt untersagt. David Beckham trägt, was Männer bei UBS tragen sollen: einen dunklen Anzug. So sehen sie aus, die perfekten Angstellten bei UBS. Und nicht vergessen: die Socken der Herren dürfen keine Muster haben.

Mit einem speziellen Dresscode, der unter anderem hautfarbene Unterwäsche und aparte künstliche Fingernägel vorsieht, arbeitet die durch die Finanzkrise gebeutelte Schweizer Großbank UBS an ihrem Renommee.

Das Bankhaus erließ jetzt ein mehr als 40 Seiten umfassendes Kompendium mit detaillierten Anweisungen an seine Angestellten.

Frauen sollen demnach keinen aufdringlichen Schmuck tragen und darauf achten, dass ihre Röcke hinten nicht zu sehr spannen. Unterwäsche solle nicht sichtbar sein, ebensowenig wie die ursprüngliche Farbe bei gefärbten Haaren.

Für Männer ist ein klassischer Businessanzug vorgeschrieben, vorzugsweise – wie bei der weiblichen Oberbekleidung – in den Farben anthrazit, schwarz oder dunkelblau. Die Socken müssen schwarz sein und dürfen keine Muster aufweisen.

Tatoos und Piercings sind bei Männern und Frauen gleichermaßen tabu, ebenso wie der Geruch nach Knoblauch, Zwiebeln oder Zigarettenrauch.

Die Reputation von UBS sei für die Bank das höchste Gut, heißt es zur Begründung. Ein tadelloses Verhalten gehe einher mit einer einwandfreien Präsentation.>

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n-tv
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UBS 17.12.2010: Es waren doch nur Empfehlungen und keine strengen Vorschriften

aus: n-tv online: Farbe der Unterwäsche nun doch egal? UBS-Dresscode nicht so gemeint; 17.12.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/UBS-Dresscode-nicht-so-gemeint-article2179461.html

<Eigentlich ist ein Dresscode ja sinnvoll. Zum Beispiel verhindert er, dass Bankangestellte in löchrigen Kapuzen-Pullis vor die Kunden treten. Die Großbank UBS übertrieb es aber offensichtlich mit den Regelungen und gab allerhand skurrile Hinweise. Nun rudern die Schweizer zurück.

Es war wahrscheinlich gut gemeint, brachte der Bank aber viel Häme ein. Ein zunächst für Angestellte in fünf Pilot-Filialen der Großbank UBS gedachtes 52-seitiges Papier mit Bekleidungs-Tipps und -Richtlinien löste in Medien sarkastische Überschriften wie "Dress Test" und "No Sexiness in the City" aus und veranlasste die Bank zum Wochenende zu einem internen Memo, um, wie es dort hieß, Ungenauigkeiten und Missverständnisse auszuräumen.

In dem "UBS Corporate Wear Dress Guide for Women und Men" ist Nützliches mit eher Trivialem gemischt. Es gibt eine Anleitung, wie der Windsor-Knoten einer Krawatte zu binden ist, aber auch die Vorschrift, dass weibliche Angestellte fleischfarbene Unterwäsche und Seidenstrümpfe zu tragen hätten. Männer sollten rasiert und nicht mit einem Dreitage-Bart zur Arbeit erscheinen. "Es ist Ihnen freigestellt, ob Sie einen elektrischen Rasierer benutzen oder sich auf die altmodische Art rasieren", hieß es in der auf Englisch vorliegenden Broschüre. Zu erfahren ist auch, dass Schminke Frauen kompetenter aussehen lässt und dass man unter der Woche möglichst keinen Knoblauch essen sollte.

Empfehlungen statt harte Vorschriften

UBS war in der Finanzkrise fast unter die Räder gekommen, musste Staatshilfe in Anspruch nehmen und in der Schweizer Öffentlichkeit viel Kritik einstecken. Um die zum Teil abgewanderten Kunden wieder zurückzuholen, hat die Bank eine Image-Kampagne eingeleitet, die vom Formel 1-Sponsoring bis zur optischen Auffrischung der rund 300 Filialen in der Schweiz reicht, die am Ende ein einheitliches Erscheinungsbild aufweisen sollen.

Im Kern gehe es darum, dass Angestellte einen dunklen Anzug mit weißem Hemd oder Bluse, eine rote Krawatte oder ein Halstuch und schwarze Schuhe zu tragen haben, hieß es in dem nun verfügten Memo. Die Vorschriften würden angewandt, wenn die ersten der neu renovierten Filialen wieder eröffnen. Ursprünglich seien die Richtlinien 2009 für Personen geschrieben worden, die bei Drittfirmen angestellt sind und vorübergehend auf Veranstaltungen der UBS arbeiten, erklärte ein Sprecher. Sie wurden dann wohl auf den Empfangsbereich und auf Fahrer ausgeweitet. Es handele sich mehr um Empfehlungen als um harte Vorschriften, sagte der Sprecher weiter. Ob alle Filial-Angestellten in der Schweiz sich mit den 52 Seiten vertraut machen müssen, hänge auch davon ab, wie die Belegschaft in den Pilot-Filialen darauf reagiere.

rts>

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Welt
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Mannheim 15.12.2010: Die erste Muslim-Bank in Deutschland - und nun haben die Muslime ihre eigene Bank - Religionskrieg gibts nun auch im Bankenwesen

Der Koran kennt Handelsverbote für Glücksspiel, Waffen oder Pornografie. Aber Ehrenmorde, die Unterdrückung von Frauen und Zwangsheiraten haben nun ihre Bank gefunden. Scheinbar fehlt eine Menschenrechtsbank, so dass dann gleich alles verboten wäre, dafür die Akzente auf das Miteinander gesetzt würden. Aber ein Miteinander haben Banken eher nicht vor, denn die fressen ja einander. Aber lesen Sie selbst:

aus. Welt online: Korankonformes Sparen: Islam-Bank eröffnet erste Filiale in Mannheim; 15.12.2010;
http://www.welt.de/finanzen/article11652709/Islam-Bank-eroeffnet-erste-Filiale-in-Mannheim.html

<Der Koran verbietet unschickliche Investitionen, Spekulationsgeschäfte und Zinsen

Ein türkisches Geldhaus hat eine erste deutsche Filiale eröffnet. Das Interesse an korankonformen Geldanlagen ist Experten zufolge riesig.

Glücksspiel, Waffen oder Pornografie – was der Mensch meiden soll, damit soll er keinen Handel treiben. So sieht das auch der Koran. Entsprechend hat sich in der streng islamisch geprägten Welt ein Bankwesen etabliert, das im Einklang mit der muslimischen Rechtslehre steht. Verboten, weil sündhaft, sind danach unschickliche Investitionen, Spekulationsgeschäfte und Zinsen. Nach einigen Startschwierigkeiten könnten islamgerechte Finanzgeschäfte wie Fonds oder die zinslose Baufinanzierung nun auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen.

15 Prozent der rund vier Millionen in Deutschland lebenden Muslime dürften ein ernsthaftes Interesse daran haben, ihr Geld im Einklang mit dem Koran anzulegen, schätzt Unternehmensberater Philipp Wackerbeck von Booz & Company. Dabei bestünde ein Marktpotenzial von rund 1,6 Milliarden Euro. Der Berater ist nicht der einzige, der an die Zukunft der islamkonformen Branche in Deutschland glaubt. Die Kuveyt Turk Bank hat eine erste deutsche Filiale in Mannheim eröffnet, mit der Absicht, „sobald wie möglich“ die Lizenz zur Vollbank zu erhalten, so Geschäftsführer Ugurlu Soylu. Dann wäre sie die erste islamkonforme Bank in Deutschland. Bisher hat sie lediglich die Erlaubnis, Geld in Drittstaaten einzulagern – die Kunden könnten ein zinsloses Konto in der Türkei eröffnen.

„Die Quintessenz des Islamic Bankings ist, dass jedem Transfer ein reales Gut zugrunde liegen muss“, erklärt Volkswirt Soylu. Daher erhalte der Anleger keine Zinsen, sondern werde am wirtschaftlichen Erfolg der Bank beteiligt. Das Finanzhaus gestalte im Gegenzug seine Tätigkeiten transparent, vermeide unangemessen riskante Geschäfte und setze nicht auf die Branchen, die der Koran ablehnt. In stark muslimisch geprägten Ländern legt die Kuveyt Turk schariakonforme Fonds im dreistelligen Millionenbereich auf, doch in Deutschland betritt die Bank fast noch unbestellten Boden mit ihrem Vorstoß.

Einige wenige Finanzdienstleister wie die Schweizer UBS-Bank, die Allianz oder der Vermögensverwalter Meridio führen Fonds, die nach den Regeln des Islam aufgelegt und von einem Scharia-Rat geprüft wurden. Deren Volumina nehmen sich mit unteren zweistelligen Millionenbeträgen aber eher klein aus. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage auch in Deutschland langfristig steigen wird“, erklärt eine Sprecherin der Allianz. Die meisten großen Finanzhäuser zeigen dem Thema jedoch in Deutschland noch die kalte Schulter. Ihre Kunden hätten ihnen bisher kein Interesse an die Filialen herangetragen, erklären Union Investment und Deka, die Investmentfondssparten der Volksbanken und Sparkassen auf Anfrage.

Deutsche Bank ist im islamkonformen Geschäft aktiv

Die Deutsche Bank ist im Ausland längst ins islamkonforme Bankgeschäft eingestiegen. Doch für Deutschland verweist sie auf ihre 54 „Bankamiz“-Filialen, welche die Kunden auch auf Türkisch beraten: „Unsere muslimischen Kunden kaufen die klassischen Produkte der Deutschen Bank.“ Soylu von der Kuveyt Turk glaubt, dass viele deutsche Banken kaum Interesse daran haben, eine Nachfrage aktiv bei Kunden zu wecken, denen sie auch konventionelle Produkte verkaufen können.

Die vorwiegend aus der Türkei stammenden Einwanderer seien ihrerseits eher durch eine pragmatische Rechtslehre des Islam geprägt, die sie gerade bei Finanzen eher auf das vorhandene Angebot zurückgreifen lasse, anstatt islamkonforme Produkte aktiv einzufordern. „Das ist in England mit seinen vielen Einwanderern aus Indien und Pakistan anders.“ Das größte Potenzial sieht Booz-Berater Wackerbeck im Baufinanzierungsgeschäft. „In Deutschland liegt die Immobilienbesitzquote unter Muslimen bei etwa 20 Prozent, in der Türkei dagegen bei 80 Prozent.“ Dies zeige, dass der eigene Hausbesitz sehr wichtig für Bürger mit türkischen Wurzeln sei.

Durch das Zinsverbot ist beispielsweise ein Hauskauf über ein normales Darlehen aber nicht erlaubt. Ein Investor – oder eine Bank – müsste die Immobilie erwerben, um sie dann mit einem Gewinnaufschlag per Raten an den eigentlichen Käufer weiterzuverkaufen. Doch dabei fiele in Deutschland gleich zweimal die Grunderwerbssteuer an – ein Wettbewerbsnachteil für die islamkonforme Variante.

Diese und andere steuerliche Details will die Kuveyt Turk Bank noch mit der deutschen Finanzaufsichtsbehörde klären. Auch in Frankreich, so betont Soylu, habe sich der Staat bereits flexibel gezeigt: Hier wurden für islamgerechte Transaktionen steuerliche Sonderregelungen geschaffen. Auch Taoufik Bouhmidi, der Ende 2008 die Finanzberatung für Muslime und Freunde (FMF) gründete, sieht in der Möglichkeit einer schariagerechten Baufinanzierung große Chancen: „Das wäre der Durchbruch.“

dpa/cat>

[Es ist schon einzigartig, dass die kritischen Punkte im Islam, die Ehrenmorde, die Unterdrückung von Frauen, und die Zwangsheiraten, in diesem Artikel nicht erwähnt sind].

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16.1.2011: <UBS-Dresscode: Nach Spott und Häme bereits am Ende>

aus: 20 minuten online; 16.1.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Nach-Spott-und-Haeme-bereits-am-Ende-18275110

<Der neue UBS-Dresscode soll nun doch nicht eingeführt werden. Er hatte auf der ganzen Welt für Spott gesorgt.

Er ist happige 44 Seiten stark und enthält sogar Auflagen über die Farbe der Unter­wäsche (hautfarben) sowie Ernährungsempfehlungen (keine knoblauch- und zwiebelhaltigen Speisen): der neue UBS-Dresscode. Mit ihm sorgte die Grossbank letzten Monat rund um den Globus für Spott. Nach 20 Minuten berichteten auch Medien wie das «Wall Street Journal» oder die «Financial Times Deutschland» über die Kleidervorschriften, die in einzelnen UBS-Geschäftsstellen in der Schweiz ge­testet wurden. Der Dresscode wurde sogar Thema von Talkshows im US-Fernsehen. Und australische Medien deckten die «zugeknöpften Schweizer» mit Häme ein.

Nun ist aber Schluss. Laut «Sonntag» soll die Kleider-Fibel überarbeitet und offenbar auf vier Seiten zusammengestutzt werden. «Der Dresscode befindet sich im Stadium der Überarbeitung», bestätigte Peter Hartmeier, Kommunikationschef der UBS Schweiz, gegenüber der Zeitung. «Was davon letztlich übrig bleibt, ist offen.» Über die UBS habe man sich lustig gemacht. «Aber es hat keinerlei Reputationsschaden gegeben. Da bin ich sicher», so Hartmeier. Es handle sich beim Dresscode um einen administra­tiven Selbstläufer, der nie Geschäftsleitungsniveau erreicht habe, bevor er auf dem Intranet landete und von dort in die Öffentlichkeit fand. Spätestens da wurde der Dresscode doch noch zur Chefsache. Noch nie zuvor hatte die UBS laut «Sonntag» mit einer Meldung weltweit für so viel Aufmerksamkeit gesorgt – ihre Milliardenverluste eingeschlossen.

(Eri/20 Minuten)>


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Um die "Grossbank" (bzw. die Geldwaschmaschine UBS) zu retten, brauchte es mit den "USA" einen speziellen "Deal":

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21.1.2011: <UBS-Rettung: Parlament wusste nichts vom Geheimdeal> - Geld gegen Guantánamo-Flüchtlinge und Schliessung einer Firmenfiliale im Iran - ein "wüster Kuhhandel"

Die kriminellen Luftnummern, die Bundesrat Villiger der UBS erlaubte, schlug in eine Weltwirtschaftskrise um. Und nun hängt die Schweiz bankentechnisch am Tropf der "USA". Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online; 21.1.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Parlament-wusste-nichts-vom-Geheimdeal-28761668

<von Lukas Mäder
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Parlamentarier sehen durch geheime Absprachen mit den USA die Schweizer Neutralität gefährdet. Sie hätten zumindest informiert werden sollen, finden sie.

Die Wikileaks-Enthüllungen sorgen für Unmut im Parlament. Der Bundesrat soll zur Rettung der UBS laut einer Depesche Guantánamo-Häftlinge aufgenommen und die Aktivitäten der Schweizer Firma Colenco in Iran beendet haben. «Ich finde das ausserordentlich problematisch», sagt der grüne Nationalrat Geri Müller. Insbesondere im Fall Colenco habe die schweizerische Aussenpolitik keine gute Falle gemacht, da davon mit Iran auch ein Drittstaat betroffen sei. Ausgerechnet die Schweiz vertritt in Iran die amerikanischen Interessen.

Müller war zur Zeit der Ereignisse 2009 Präsident der Aussenpolitischen Kommission. Er sorgt sich, dass das Nachgeben des Bundesrats der Schweiz schaden könnte: «Damit setzt die Schweiz ihr gutes Ansehen und ihre Vermittlerrolle im Nahen Osten aufs Spiel.» Dass die Schweiz ihren unabhängigen Kurs in der Aussenpolitik verlässt, glaubt auch SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. «Die Schweiz lässt sich immer wieder unter Druck setzen und gibt dann nach.» Den Handel mit den USA bezeichnet er als Schmierendiplomatie. Die UBS hätte ihre Probleme in den USA selbst lösen sollen.

«Wüster Kuhhandel, aber mit Ergebnis zufrieden»

Andere Aussenpolitiker stören sich an der Verknüpfung der Geschäfte weniger. «Das ist eine Paketlösung, wie sie in der Politik üblich ist», sagt Mörgelis Parteikollege, Ständerat Maximilian Reimann. Es sei ein gegenseitiges Geben und Nehmen. «Man kann dies zwar als wüsten Kuhhandel bezeichnen, aber ich bin mit dem Endresultat zufrieden», sagt Reimann. Einen normalen Vorgang sieht auch FDP-Nationalrätin Christa Markwalder, Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission. «Es gibt Situationen, in denen man mehrere Probleme verknüpft, um eine Lösung zu finden.» Eine Gefahr für die unabhängige Vermittlerrolle der Schweiz im Ausland sieht Markwalder nicht.

Kritik übt Markwalder trotzdem an der Landesregierung. «Der Bundesrat hätte das Vorgehen gegenüber der Aussenpolitischen Kommission transparent machen müssen», sagt sie. Als Kommissionsmitglied habe sie Anspruch auf diese Informationen. Gleicher Meinung ist auch Reimann: «Der Bundesrat hätte uns informieren sollen», sagt der Ständerat, der auch in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) sitzt. Insbesondere hätte diese Information in den GPK-Bericht zur UBS-Affäre fliessen sollen. Doch der Bundesrat hat auch im Nachhinein in diesem Rahmen nicht informiert, wie Mitverfasser FDP-Ständerat Hans Hess bestätigt. «Ich wäre an sich froh, die relevanten Sachen zu erfahren», sagt er. Ob diese Dossier-Verknüpfung relevant gewesen sei, will er nicht beurteilen.

Thema in der Kommission

Dass Bundesrätin Doris Leuthard inzwischen eine direkte Verbindung der Dossiers bestreitet, wird noch zu reden geben. Die Interpretationen gehen auseinander. CVP-Nationalrätin Kathy Riklin hat Zweifel an der Echtheit der Wikileaks-Dokumente und glaubt der Volkswirtschaftsministerin. Obwohl auch Müller sagt, dass die Gesprächsnotizen des Amerikaners nicht hochwissenschaftlich abgefasst seien, zweifelt er nicht grundsätzlich: «Solche Dokumente haben einen gewissen Wert und geben zumindest die Essenz eines Gesprächs wieder.» Markwalder kann sich vorstellen, dass die Amerikaner die Verknüpfung stärker deuteten, als Leuthard das meinte. Abzuklären, wer die Wahrheit sagt, sei nun die Aufgabe der Politik, sagt Mörgeli. Wenn das Thema nicht sowieso in der Aussenpolitischen Kommission zur Sprache kommt, will er es einbringen.>


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Spiegel online, Logo

9.2.2011: Hedgefonds-Manager Donald Longueuil wirft Festplattenteile in verschiedene Müllwagen, um Beweise zu Insidergeschäften zu vernichten - sie verkauften "Tipps"

aus: Spiegel online: Insider-Skandal: Hedgefonds-Manager verpfeift sich aus Versehen selbst; 9.2.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,744529,00.html

<Mitten in der Nacht rannte ein Hedgefonds-Manager durch New York und warf Teile einer zerstörten Festplatte in verschiedene Müllwagen. Offenbar wollte er Beweise zerstören, die ihn als Betrüger entlarven. Dumm nur, dass er die Geschichte einem Kollegen erzählte, der heimlich für die Ermittler arbeitet.

Hamburg - Es ist finstere Nacht in New York, die Uhr zeigt 1.52 Uhr. Ein Mann stiehlt sich aus seinem Haus, läuft die Straße entlang, Häuserblock für Häuserblock. Er trägt eine schwarze Jacke. In ihrem Inneren befinden sich, für Passanten nicht erkennbar, vier Tüten mit Teilen zerstörter Computer-Festplatten.

Der Mann schaut sich um, bleibt stehen, läuft weiter. Er sucht nach Müllwagen, die zu dieser Zeit den Abfall einsammeln. Immer wenn er einen findet, wirft er eine der Tüten hinein. Viermal macht er das, bei vier verschiedenen Müllwagen. Dann geht er zurück nach Hause. Um 2.33 Uhr zieht er die Tür hinter sich zu.

Die Szene könnte aus einem Gangsterfilm stammen, doch sie hat sich wirklich abgespielt. Der Mann mit der Festplatte, das ist Donald Longueuil, 34, bis Juli 2010 arbeitete er bei dem zwölf Milliarden Dollar schweren Hedgefonds SAC Capital Advisors. Sein nächtlicher Ausflug ist der neueste und bislang wohl bizarrste Höhepunkt in dem vielleicht größten Insider-Skandal in der Geschichte der Wall Street.

Die Staatsanwaltschaft, das FBI und die Börsenaufsicht SEC ermitteln gegen zahlreiche Finanzprofis, die unerlaubt börsenrelevante Informationen weitergegeben haben sollen; die Millionensummen zu Lasten von Laieninvestoren erschwindelt haben sollen. Drei Jahre lang haben die Finanzwächter Beweise gesammelt, seit November sind sie auf der Jagd.

Die Untersuchungen betreffen Hunderte Beraterfirmen, die sich darauf spezialisiert haben, Branchentipps und Industriewissen zu sammeln und zu verkaufen, damit ihre Kunden rechtzeitig von Fusionen, Firmenübernahmen oder anderen kursbewegenden Aktivitäten erfahren - und die teilweise Tipps zu früh herausgegeben haben könnten. Die Untersuchungen betreffen zudem Investmentbanker, Hedgefonds- und Investmentfonds-Manager und Börsenanalysten im ganzen Land, die ähnlich vorgegangen sein sollen - oder entsprechende Tipps zu Geld gemacht haben sollen.

Donald Longueuil ist nur einer von vielen, der im Fadenkreuz der Ermittler steht - doch seine Geschichte toppt bislang alles.

"Habe die verdammten Festplatten auseinandergenommen" [Sicherheitskamera filmte Longueuil - Longueuil erzählt die Geschichte weiter - die Daten sind wahrscheinlich verloren]

Als das "Wall Street Journal" erstmals über die Ermittlungen berichtete, beschloss er, alle Daten, die ihn belasten, beiseitezuschaffen. Er zerbrach seine Festplatten und stürmte in die New Yorker Nacht.

Dumm nur, dass eine Sicherheitskamera Longueuil dabei filmte, wie er seine Wohnung mitten in der Nacht verließ. Dumm, dass Longueuil seinem Arbeitskollegen Noah Freeman, 35, davon erzählte. Und dumm vor allem, dass Freeman, selbst wegen Betrugs und Verschwörung angeklagt, seine Verbrechen bereits gestanden hatte, mit den Ermittlern kooperierte - und ein laufendes Aufnahmegerät an seinem Körper klebte, während Longueuil seine Müll-Odyssee in deftigen Worten schilderte.

Ein Protokoll der Abhöraktion liegt in der Ermittlungsakte zu dem Fall. Das "Wall Street Journal" zitiert daraus:

"Habe die verdammten Festplatten auseinandergenommen. Habe sie in vier kleine Tüten gefüllt. Und dann, um 2 Uhr morgens, Freitagnacht, habe ich das Zeug in meine schwarze North-Face-Jacke gestopft und das Apartment verlassen. Ich ging vielleicht 20 Blöcke weit durch die Stadt (...) und warf die Scheiße in herumstehende Müllwagen hintenrein. Verschiedene Müllwagen. (...) Vier verschiedene Müllwagen."

Gegen Longueuil wird inzwischen wegen Betrugs und Verschwörung ermittelt. Er nahm zu den Vorfällen nicht Stellung. Freemans Anwalt reagierte nicht auf telefonische Anfragen des "Wall Street Journals". Ein Sprecher von SAC Capital gab sich geschockt. "Wir sind empört über die angeblichen Aktionen von zwei früheren Angestellten", teilte er mit. Und er betonte, dass gegen SAC selbst nicht ermittelt werde und dass man selbstverständlich mit den Fahndern kooperiere.

Die heißen Daten, die Longueuil in jener Nacht zerstörte, sind wohl unwiederbringlich verloren. Manhattans Staatsanwalt Preet Bharara aber sagt, die Aktion spreche für sich. "Wenn Menschen hektisch sensible Dokumente zerschreddern, Daten löschen, Festplatten zerschmettern und nachts um 2 Uhr Müllwagen jagen, dann tun sie das nicht, weil sie sich legal verhalten haben."

ssu>


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Credit Suisse in New York 24.2.2011: <Hilfe an Steuerhinterzieher: Geheime Credit-Suisse-Filiale in New York>

aus: 20 minuten online; 24.2.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/30466318

<von Lukas Hässig
- Die Credit Suisse gerät mit der US-Anklage massiv unter Druck. Vier Banker offerierten US-Steuersündern in einem inoffiziellen Büro Dienstleistungen. So weit ging nicht einmal die UBS.

Die Credit Suisse (CS) hatte immer ihre besondere Vorsicht im riskanten US-Offshore-Geschäft betont. Man habe hart gearbeitet, um «hoffentlich alle US-Gesetze eingehalten zu haben», sagte CS-Chef Brady Dougan vor zwei Wochen an der Jahrespressekonferenz.

Offenbar war die Arbeit nicht hart genug. Die Anklageschrift gegen vier heutige und ehemalige CS-Banker mit Einsatzgebiet US-Kunden mit nicht deklarierten Konti wirft ein schlechtes Licht auf die Bank.

US-Schwarzgeldsünder in New Yorker Büro betreut

Gemäss Anklage hatte die CS jahrelang US-Kunden, die einen Teil ihres Vermögens vor dem eigenen Fiskus in der Schweiz versteckt hielten, in den eigenen Räumlichkeiten in New York empfangen und beraten. Dies schreibt heute die Nachrichtenagentur AWP mit Verweis auf US-Gerichtsunterlagen. Die CS sagte auf Anfrage, sie würde nicht im Visier der US-Behörden stehen, die Anklage richte sich nicht gegen die Bank, man würde mit den USA kooperieren.

Die US-Unterlagen erwähnen eine Geschäftsstelle an der Adresse 100 Wall Street in Manhattan. Dort residierte zur fraglichen Zeit eine CS-Tochtergesellschaft. Laut Anklageschrift sagte ein Banker einer «internationalen Bank» zu einem Kunden, dass «vielleicht unsere Leute in New York an der 100 Wall Street behilflich sein könnten». Mit «internationaler Bank» ist die CS gemeint, wie inzwischen klar ist.

Dollars von New York nach Nassau

Gemäss US-Ermittlungen, die durch die Hilfe reuiger Steuersünder zustande gekommen sein dürfte, beauftragte einmal ein Kunde das New Yorker CS-Büro, 20 000 Dollar in Cash auf ein nicht deklariertes CS-Konto in Nassau auf den Bahamas zu transferieren. Dies geschah laut den US-Behörden Ende 2008, als die UBS-Steueraffäre schon weit fortgeschritten war.

Die von den USA behaupteten Dienstleistungen von CS-Managern aus der New Yorker Repräsentanz heraus sind brisant. Sie legen nahe, dass die zweite Schweizer Grossbank ihre offizielle Niederlassung für geheime Offshore-Transaktionen genutzt hatte.

Soweit ist nicht einmal die UBS gegangen. Deren Schweizer Offshore-Berater trafen auf ihren US-Reisen ihre Kunden im Versteckten in Hotels, Privaträumen oder am Rande von Sportanlässen. Ein Sprecher der CS wollte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP keine Stellung nehmen zur Praxis in der New Yorker Repräsentanz der Grossbank.

Neu bei der Zuger Kantonalbank

Einer der vier Angeklagten ist R.S., der gemäss US-Anklage jahrelang als eine Art Offshore-Verbindungsmann der CS in deren New Yorker Filiale tätig war. Die CS-Offshore-Kundenberater in Zürich und Genf verwiesen ihre Kunden verschiedentlich zu R.S. in dessen Büro in Manhattan.

R.S. hat die CS inzwischen verlassen und arbeitet neu bei der Zuger Kantonalbank. Diese bestätigte den Sachverhalt. Laut einem Sprecher der Zuger Kantonalbank ist R.S. heute beurlaubt worden.

Arbeitet die CS an einem Deal mit den USA?

Die Ermittlungen gegen die CS-Banker stellen einen neuen Höhepunkt im Kampf gegen die Offshore-Praxis der Schweizer Banken dar. Nachdem die Amerikaner die UBS mit Anklagen und Drohungen in die Knie gezwungen und parallel dazu das alte Bankgeheimnis sturmreif geschossen hatten, steht nun mit der CS auch die zweite wichtige Bank unter grossem Druck.

Vor zwei Wochen haben die USA einen hohen CS-Manager verhaftet und halten diesen seither für Verhöre im Land zurück. C.B. war zuvor lange für die UBS im US-Offshore-Geschäft tätig. Die USA könnten sich von C.B. Informationen über die CS-Praxis im Amerika-Business erhoffen.

Die Stellungnahme der CS, wonach die Bank mit den Behörden zusammenarbeiten würde, deutet darauf hin, dass die Spitze auf einen Deal mit den USA hinarbeitet. Möglich wäre eine hohe Busse. Auch könnten die USA ein weiteres Amtshilfegesuch gegen Hunderte oder Tausende von US-Steuerzahlern einreichen mit Verdacht auf ein nicht gemeldetes Konto bei der CS.

Zürcher Privatbanken im Sog der US-Ermittlungen

Die scharfe Attacke der USA zielt auch auf kleinere Banken. Die Zürcher Maerki Baumann verpflichtete 2005 einen der vier angeklagten CS-Banker. Gemäss heutiger Mitteilung trennte sich die Bank Ende 2008 von ihm. Der Mitarbeiter versuchte gemäss US-Anklage, amerikanische Offshore-Kunden zu seiner neuen Arbeitgeberin zu transferieren.

Ein Direktor von Maerki Baumann sagte auf die Frage, ob die Bank ab Frühling 2008, als der UBS-Steuerfall bekannt wurde, noch unversteuerte Gelder von US-Kunden akzeptiert hätte: «Maerki Baumann & Co. AG hat keine solchen Kunden akzeptiert.»

Gemäss einem US-Zeitungsbericht stehen die Zürcher Privatbank Frey und die israelische Bank Leumi im Verdacht, unversteuerte US-Kunden, die von den angeklagten CS-Bankern betreut worden waren, aufgenommen zu haben. >

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3.3.2011: Die "Märkte" sind von den Börsenhaien manipuliert und ferngesteuert - die "Börsenbriefe" lösen Kauflust oder Verkaufslust aus von Papieren, die die Verfasser selber haben

aus: Welt online: Prozessauftakt: Börsenguru Frick gesteht Manipulation der Märkte; 3.3.2011;
http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article12691298/Boersenguru-Frick-gesteht-Manipulation-der-Maerkte.html

<Gleich ein Geständnis zum Prozessauftakt: Der ehemalige TV-Moderator Markus Frick hat Fehlverhalten eingeräumt – und rechtfertigt sich mit Unkenntnis.

Der wegen strafbarer Marktmanipulation angeklagte ehemalige N24-Börsenberater Markus Frick hat zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt. Vor dem Landgericht Berlin räumte der 38-Jährige ein, sein „mittelbares Interesse“ an den von ihm empfohlenen Aktien den Anlegern gegenüber nicht offengelegt zu haben. Er habe dies damals nicht für erforderlich gehalten: „Wenn ich mich falsch verhalten habe und dies strafbar sein soll, übernehme ich dafür die Verantwortung“.

Dem Fernsehmoderator, Buchautor und Herausgeber verschiedener Börseninformationsdienste wird vorgeworfen, zwischen September 2005 und Juni 2007 in 49 Fällen in seinen per E-Mail vertriebenen Börsenbriefen an der Frankfurter Börse gehandelte Aktien, die er selbst hielt, empfohlen und dabei private wirtschaftliche Interessen verfolgt zu haben.

Daneben soll Frick den Anlegern wertlose Aktien empfohlen haben. Bei den Unternehmen handelte es sich den Angaben zufolge um Papiere der Rohstofffirmen Star Energy Corp., StarGold Mines Inc. und Russoil Corp., die er auch selbst besaß. Aufgrund von Fricks Empfehlungen sollen die Börsenkurse der Firmen zunächst auf Spitzenwerte gestiegen sein, bevor sie Mitte 2007 auf nahezu null abstürzten. Er bedauere es sehr, „wenn Anlegern aufgrund meiner Empfehlungen Nachteile entstanden sind“, sagte Frick vor Gericht. Dies habe er weder gewollt, noch sei es vorhersehbar gewesen. Er sei damals überzeugt gewesen, dass es sich bei den Rohstoffaktien um „gute Aktien“ handelte. Von deren Wertlosigkeit oder Minderwertigkeit habe er keine Kenntnis gehabt.

Erst nach dem Absturz der Russoil-Aktie sei ihm klar geworden, dass er „von zwei Herren aus den USA, die ich als seriöse Geschäftspartner kannte, instrumentalisiert wurde“. Heute halte er es für wahrscheinlich, dass die Kursentwicklung gezielt beeinflusst wurde, um Russoil auf den Markt zu bringen, sagte der Angeklagte. Laut Anklage hatten die zwei gesondert verfolgten Männer über Konten mehrerer in Panama beheimateter Unternehmen bei namhaften Banken in der Schweiz die wertlose Aktien in den Freiverkehr der Frankfurter Börse eingebracht, deren Wert später einbrach.

Nach Ermittlungen des Bundesamts für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatten 20.000 Anleger 760 Millionen Aktien der drei Unternehmen auf Empfehlung von Frick geordert. Viele Kleinanleger sollen dadurch alles verloren haben. Die Staatsanwaltschaft stellte 80 Mio. Euro sicher. Sie geht davon aus, dass es sich bei dem Geld um die aus dem so genannten Pump-and-Dump-Modell erzielten Verkaufserlöse handelt. Frick hat dies aber stets bestritten.

Er habe sich im vergangenen Jahr bemüht, die Nachteile der Anleger auszugleichen, sagte Frick. Er habe mit 867 Anlegern Vergleiche geschlossen und als „Ausgleich für deren Kursverluste“ insgesamt 4,6 Mio. Euro gezahlt. Frick ging 1999 mit einer Börsenhotline auf den Markt, arbeitete später als Coach, gab Seminare, veröffentlichte Ratgeberbücher und war bis Juni 2007 N24-Moderator.

dapd/lw>

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15.3.2011: Die Grossbank soll den Libor-Zinssatz durch beschönigte Angaben manipuliert haben

aus: 20 minuten online: Libor: UBS unter Manipulationsverdacht; 15.3.2011; http://www.20min.ch/finance/news/story/28015525

<Neues Ungemach für die Schweizer Grossbank: Eine Untersuchung soll klären, ob die UBS mit beschönigten Angaben den Libor-Zinssatz beeinflusst hat.

Amerikanische und japanische Behörden gehen der Frage nach, ob die UBS versucht hat, den Referenzzinssatz Libor zu manipulieren. Sie haben die Grossbank aufgefordert, Informationen zu liefern.

Die London Interbank Offered Rate, kurz Libor, wird täglich von den wichtigsten international tätigen Banken festgelegt und dient als Referenz, zu welchem Zinssatz Banken sich untereinander Geld ausleihen. Der Libor ist auch der Referenzzinssatz der Schweizerischen Nationalbank.

UBS macht bereits Rückstellungen

Die Untersuchung publik gemacht hat die UBS selbst. Am Dienstag hat sie sie im Geschäftsbericht unter Rückstellungen und Eventualverpflichtungen aufgeführt.

Aufgrund der Vorladungen führe sie nun interne Abklärungen, schreibt die UBS in ihrem Geschäftsbericht und verweist darauf, dass sie mit den Behörden kooperiere. Der Verdacht, dass Banken mit beschönigten Angaben den Libor beeinflusst haben sollen, wurde vor gut drei Jahren laut.

Weitere Baustellen

In ihren Erläuterungen zu Rückstellungen und Eventualverpflichtungen listet die UBS noch eine ganze Reihe weiterer Fälle auf, welche finanzielle Konsequenzen für den Konzern haben könnten. Aufgeführt sind etwa zahlreiche Aufforderungen von ausländischen Behörden, Angaben zu grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsdienstleistungen zu machen.

Aber auch Untersuchungen und Klagen in Zusammenhang mit Wertpapieren der inzwischen Pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers, mit amerikanischen Anleihen oder mit in Madoff-Papiere investierten Anlagefonds werden erwähnt.

(sda)>

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Financial Times Deutschland, Logo

18.2.2011: Verschiedene Marktindikatoren für die Vorhersage der Wirtschaftslage

Schuhwurfindikator je nach Revolutionsneigung in den arabischen Staaten - fallender Scheidungsindikator in Krisenjahren - Unterhosenindikator und Schönheitsoperationsindikator als Vorbote von Wirtschaftskrisen: Körbchengrösse je nach Konjunktur

aus: Financial Times Deutschland: Wall Streeter: Körbchengrösse als Marktindex; 18.2.2011;
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:wall-streeter-koerbchengroesse-als-marktindex/60013936.html

<Nach dem Machtwechsel in Ägypten fragt sich die Finanzgemeinde in New York, in welchem Land als nächstes ein Umsturz zu erwarten ist. Hilfestellung gibt der "Shoe Thrower Index" - also der Schuhwurfindikator.

von Jens Korte

Berücksichtigt werden Faktoren wie der prozentuale Anteil der unter 25-Jährigen an der Gesamtbevölkerung, der Grad von Zensur und Korruption oder die Verweildauer der jeweiligen Regierungsspitze. Angeführt wird die Liste von Jemen und Libyen. Saudi-Arabien rangiert an achter Stelle.

So ein Index gibt möglicherweise auch Aufschluss über die Rat- und Ahnungslosigkeit der Märkte. Denn auch an der Börse dreht sich alles um die Zukunft, mit entsprechend vielen Unbekannten, versteht sich. Da kommen die Finanzprofis auf die ausgefallensten Ideen und Indikatoren.

Dazu gehört etwa der "Divorce Index" [Scheidungsindex]. Die Scheidungsrate zeigt, wie es um die Konjunktur bestellt ist. In den Dürrejahren 2007 bis 2009 war die Scheidungsrate in den USA um etwa sieben Prozent gefallen. Es war einfach zu teuer, sich zu trennen, oder das zu teilende Vermögen zu stark im Wert geschrumpft. Heute lohnt es sich wieder, getrennte Wege zu gehen. Scheidungsanwälte sahen in den vergangenen sechs Monaten einen Anstieg um bis zu 20 Prozent.

Dann gibt es den "Unterhosenindikator". Vor allem für Männer gilt: Kaum jemand sieht die Unterwäsche. Werden die Zeiten härter, wird als erstes bei den Unterhosen gespart.

Schließlich ist da noch der Indikator der Eitelkeit, auch "Plastic Surgery Index", also Schönheitsoperationenindikator genannt. 2008 und 2009 ging die Nachfrage nach Eingriffen, die zwischen 6000 und 7000 Dollar kosten können und von keiner Versicherung gedeckt werden, spürbar zurück. Doch inzwischen haben viele Amerikaner ihre Kreditkarten abbezahlt, und die kosmetischen Eingriffe sind im vergangenen Jahr um fünf Prozent gestiegen.

Wie ein Chirurg allerdings feststellt, wollen viele Kundinnen angesichts immer noch vorhandener Krisenerscheinungen ihr "Vermögen" nicht allzu sehr zur Schau stellen. Deshalb sind bei Brusterweiterungen eher dezentere Maße gefragt. Danach würden wir uns derzeit, so der Arzt, in einer C-Cup-Economy bewegen, also in einer Konjunkturphase der Körbchengröße C. Ob sich die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten wohl weiter erholen kann? Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.>


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20.7.2011: Kampf dem Euro-Sumpf: Eine italienische Regionalbank sichert ihre Kredite mit Käse ab

aus: 20 minuten online: Sichere Geldanlage: Käse im Banktresor; 20.7.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Kaese-im-Banktresor-14970749

<von Elisabeth Rizzi
- Geld und Immobilien haben uns in die Finanz- und Staatsschuldenkrise getrieben. Nur eine italienische Regionalbank kümmert das alles nicht. Sie sichert ihre Kredite mit Käse ab.

In den Tresorräumen des Credito Emiliano werden Tonnen von Käse gelagert. (Bild: Keystone)

Inflation, bröckelnde Immobilienpreise und vertrackte Finanzvehikel, die zu Schrottpapieren wurden: All das treibt den Kapitalismus derzeit an den Rand des Abgrunds. Nur eine italienische Regionalbank lässt das kalt. Denn sie nimmt eine ungewöhnliche und höchst wertbeständige Kreditgarantie.

17 000 Tonnen Parmesankäse lagern in zwei klimatisierten Tresorräumen der Bank. Gut 440 000 Laibe der 400 Käser in der Region ruhen hier. Jeder von ihnen beinhaltet 550 Liter Milch, wiegt 36 Kilo und hat einen Wert von um die 300 Euro. Ein Preissturz ist unwahrscheinlich: Emilia-Romagna ist die einzig autorisierte Region der Welt, in der Reggiano-Parmesan hergestellt werden darf. Und der Käse ist begehrt: Jährlich werden Laibe für rund 1,5 Milliarden Euro verkauft. Gut ein Viertel davon geht in den Export.

Hilfe für überlebensnotwendige Gerätschaften

Der Credito Emiliano bietet den Käsern Überbrückungskredite für die zweijährige Reifezeit des gelben Goldes. Das allerdings nicht erst seit der Finanzkrise. Die Käse-Garantie gibt es in dem 1910 als Agrarbank gegründeten Geldinstitut bereits seit 1953. Und selbst das war keine Innovation. Schon im Mittelalter wurde Parmesan für Finanztransaktionen eingesetzt. Und wie ihre Vorgänger wandelt der Credito Emiliano auch heute noch die Käselaibe in bare Münze um, wenn ihre Kunden den Kredit nicht zurück zahlen können.

Zwar macht das Käsegeschäft bloss ein Prozent der Bankerträge aus. Dennoch ist es bedeutend für die Region. Die Kredite ermöglichen den von der letzten Rezession geschüttelten Milchverarbeitern, überlebensnotwendige Gerätschaften wie Traktoren oder Kupferwannen für die Verkäsung der Rohmilch zu beschaffen. In der Finanzkrise wuchs das Sicherheitsdepot denn auch um zehn Prozent. 34 Käser mussten in der Finanzkrise trotzdem aufgeben.

Panzerknacker im Käsekeller

18 der 5868 Mitarbeitenden der Bank kümmern sich heute um die Käselagerung. Dabei geht es darum, die schweren Brocken mehrmals wöchentlich zu drehen, zur Feststellung von Reifegrad und Qualität zu beklopfen und kleine Makel zu beheben.

Aber selbst in dieser ländlichen Idylle macht das Böse nicht halt. Während andernorts Panzerknacker Goldbarren abtransportieren, bauten sich vor drei Jahren Käseräuber einen Tunnel in eine der Bank-Katakomben. Sie rollten 570 Laibe weg. Allerdings wurden sie später gefasst - samt ihrer gewichtigen Beute.>



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3.9.2011: Seit 1993 ist in der Schweiz "Verleitung zur Spekulation" straffrei - und die Banken sind immer "fein raus"

aus: 20 minuten online: Spekulative Geschäfte: Politik von Bankenlobby ausgetrickst; 3.9.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Politik-von-Bankenlobby-ausgetrickst-30640963

<von Urs P. Gasche, infosperber.ch
- Bis 1993 war «Verleitung zur Spekulation» in der Schweiz strafbar. Dann wurde der Tatbestand gestrichen. Seither dürfen Banken ihre Kunden straffrei verführen.

Kleinanleger protestierten am 24. Dezember 2008 gegen die Credit Suisse, die ihnen vermeintlich sichere Anlagen der konkursiten Bank Lehman Brothers verkauft hatte.

Banken dürfen «garantiert 100 Prozent Kapitalrückzahlung» versprechen und vertuschen, dass sie für die Spekulationspapiere gar nicht selber haften. Banken dürfen Kunden zum Spekulieren animieren, auch wenn deren Vermögen dafür zu klein ist.

All das durften die Banken früher nicht. Geprellte Bankkunden hätten Strafanzeige erstatten können, sobald sie sich des unlauteren Gebarens der Banken bewusst wurden. Denn bis vor nicht allzu langer Zeit gab es im Strafgesetzbuch den Straftatbestand «Verleitung zur Spekulation».

Vor 1993 strafbar

Jahrelang hatten die Banken vergeblich dafür lobbyiert, diesen Tatbestand abzuschaffen. Erst 1993 gelang ihnen dies im Rahmen einer generelleren Überholung des Strafgesetzbuches. Der langjährige Bundeshaus-Journalist Viktor Parma und der frühere Bundesrats-Sprecher Oswald Sigg haben diesen politischen Entscheid, der für viele Kleinsparer verhängnisvoll werden sollte, in ihrem neuen Buch «Die käufliche Schweiz» aus der Vergessenheit geholt.

Für Viktor Parma ist dies ein typisches Beispiel dafür, wie sich die politische Elite «unwissend» manipulieren lässt. Das Parlament habe den Straftatbestand gestrichen, ohne darüber auch nur zu diskutieren. Die Lobby der Banken und Wirtschaftsverbände im Parlament lachte sich ins Fäustchen – und die Linke hat geschlafen. Der damals zuständige CVP-Justizminister Arnold Koller könne sich heute nicht einmal mehr daran erinnern, dass es jemals einen solchen Tatbestand gegeben hat, sagte Parma an der Buch-Vernissage in Bern.

Im Rechtshilfevertrag mit den USA noch enthalten

Im alten Rechtshilfevertrag mit den USA aus dem Jahr 1973, der 1977 in Kraft trat, war die Straftat der «Verleitung zur Spekulation» zusammen mit «ungetreuer Geschäftsführung» noch explizit aufgeführt. Das gleiche gilt für Rechtshilfeabkommen mit einigen andern Ländern.

Das Delikt der «Verleitung zur Spekulation» hatten die Strafbehörden früher immer wieder verfolgt. Doch seit die Banken davor keine Angst mehr haben müssen, haben sie in den letzten fünfzehn Jahren Zehntausende Kunden zu hoch spekulativen Geschäften verführt, wie dem Kauf von Schrottpapieren der Investmentbank Lehman Brothers. Getäuschte Kunden können sich seit 1993 nur in extremen Fällen und nur zivilrechtlich wehren.>

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16.9.2011. Ein UBS-Börsenhändler in London verzockt 2 Milliarden "US"-Dollar

aus: 20 minuten online: Der nette Zocker von nebenan hat UBS gewarnt; 16.9.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Der-nette-Zocker-von-nebenan-hat-UBS-gewarnt-10326672

<Der Vorzeige-Banker K.A. aus London soll der UBS einen Milliardenverlust eingebrockt haben. Der UBS-Händler galt als höflich und eloquent. Wer ist der Oberzocker, der sich angeblich selber verraten hat?

Die UBS-Hiobsbotschaft macht weltweit Schlagzeilen.

Ein Schock ging durch die Finanzwelt gestern Donnerstag. Ein einziger UBS-Händler in London soll zwei Milliarden Dollar verzockt haben. Ein Einzeltäter? Wie BBC am Freitagmorgen meldet, haben nicht die internen Kontrollen in der UBS Alarm geschlagen, sondern der Händler K.A. habe selber gemeldet, dass er in illegale Deals verwickelt sei. Die UBS hat laut BBC die Hinweise von A. überprüft und erst danach die Polizei und die Bankenaufsicht avisiert.

och wer ist dieser Zocker? K.A. war einer von 6000 UBS-Angestellten in London. Er ist der Sohn eines UNO-Beamten und wuchs in Israel, Syrien und dem Irak auf. In England studierte er an der Universität von Nottingham. Dort hat A. 2003 einen Bachelor in E-Commerce und Digitalwirtschaft erworben. Von 1992 bis 1998 besuchte er ein teures Internat in West Yorkshire.

2006 begann seine Karriere im UBS-Hochhaus in der Londoner City. Zuerst als Trainee, dann als Trader, später als Direktor. Zuletzt soll er der Investment-Banking-Einheit «Equities» angehört haben. Der britischen Finanzaufsicht FSA (Financial Services Authority) zufolge arbeitet A. bei der UBS und ist sowohl beim Konzern in der Schweiz als auch bei der britischen Tochter UBS Limited in London registriert. Pikant: Laut «Financial Times» hat er im Back Office der Handelsabteilung gearbeitet, wie Jérôme Kerviel, der vor drei Jahren die Société Générale um Milliarden von Euro gebracht hat.

Bis diesen Sommer wohnte A. in einem 4000 Pfund teuren Apartment im trendigen Londoner Viertel Shoreditch. Später zog er um Richtung Osten. Sein früherer Nachbar sagte der New York Times, er sei stets gut gekleidet, höflich und eloquent gewesen. «Er war sehr nett.»

«Brauche ein Wunder»

Er war bekannt dafür, dass er wilde Partys schmiss. Einmal gabs eine laute Feier in seiner Wohnung. Als Nachbarn reklamierten, gab er eine Flasche Champagner aus. Er selber beschrieb sich einmal als total materialistisch und von Frauen besessen. Seine Langzeit-Freundin war angeblich eine Krankenschwester, weiss The Sun.

Wann A.'s Geldgeschäfte anfingen aus dem Ruder zu laufen, ist noch nicht bekannt. Laut The Sun postete A. auf seiner Facebook-Seite kurz bevor er verhaftet wurde, dass er in Schwierigkeiten sei und jetzt «ein Wunder brauche». Als es Anfang August an den globalen Finanzmärkten turbulent zu und her ging und diese abzustürzen drohten, schrieb er: «Kann man die Märkte nicht für eine Woche schliessen, damit sich alle mal erholen können?» Das konnte er offensichtlich nicht mehr. Die Polizei verhaftete ihn in der Nacht auf Donnerstag, nachdem er die UBS selber gewarnt hatte. Die Transaktionen seien laut UBS «nicht autorisiert» gewesen.

Falls er für schuldig befunden wird, muss er wohl für mehrere Jahre hinter Gitter. So wie der andere Oberzocker aus Frankreich, Jérôme Kerviel. Am Freitagmorgen gab die Londoner Polizei bekannt, dass die 24-stündige Frist, innerhalb der ein Verdächtiger ohne Erstattung einer Anzeige festgehalten werden könne, um zwölf Stunden verlängert worden sei.

Finma in Kontakt mit UBS

Seine Familie ist bitter enttäuscht. Sein Vater in Ghana meinte gegenüber The Sun, Betrug sei nicht der Lebensstil der Familie. Er müsse aber zuerst mit seinem Sohn sprechen, bevor er ihn verurteile.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma will sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äussern. Man stehe aber «in engem Kontakt» mit der Grossbank. «Die UBS hat uns umgehend informiert», sagte Finma-Sprecher Tobias Lux. Der Zeitpunkt, zu dem die UBS die Machenschaften ihres Mitarbeiters entdeckt hat, wird im Moment aber weder von der Finma noch von der UBS bekannt gegeben.

Ob die Banken - und die Aufsichtsbehörden - aus dem Fall A. endlich etwas lernen?>

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Financial Times Deutschland online, Logo

16.9.2011: Unautorisierte Deals eines UBS-Börsenhändlers sind kein Einzelfall: Hier eine Liste

aus: Financial Times Deutschland online: Rogue-Trader: Wenn die Schurken-Händler zuschlagen; 16.9.2011;
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:rogue-trader-wenn-die-schurken-haendler-zuschlagen/60104551.html

<Die UBS beschert der Finanzwelt den nächsten Skandal: Durch nicht autorisierte Deals eines Händlers steht der Bank ein Milliardenverlust ins Haus. Damit reiht sich das Institut in die Liste der Opfer von sogenannten Rogue Traders ein. Ein Überblick von Frank Bremser 

Viele Großbanken haben in den vergangenen Jahren herbe Verluste einstecken müssen, weil ihre Händler daneben lagen. Bei einigen war es schlichtweg Pech, bei anderen waren es Vertipper auf der Tastatur (Fat Fingers), bei manchen aber auch kriminelle Energie - etwa indem Risikovorschriften bewusst umgangen wurden oder Handelslimits nicht eingehalten wurden. Auf Englisch heißen diese Broker Rogue Trader, vom englischen Rogue für Schurke. In diese Liste reiht sich nun wohl K.A. ein, ein 31-Jähriger ETF-Händler der UBS. Eine Übersicht über die bekanntesten Verfehlungen der letzten 20 Jahre.

Jerome Kerviel: 4,9 Mrd. Euro Verlust
Herbst 2010: Jérôme Kerviel  ist im Eigenhandel der Société Générale tätig und baut Positionen im Volumen von 50 Mrd. Euro auf. Das Limit seines Handelsteams liegt bei 125 Mio. Euro. Absicherungsgeschäfte täuscht er nur vor. Nach anfänglichen Erfolgen gehen seine Indexdeals irgendwann schief, am Ende muss die französische Bank 4,9 Mrd. Euro zahlen, um den Schaden, den Kerviel angerichtet hat, wieder gut zu machen. Im Oktober 2010 wird er wegen Computermissbrauch, Veruntreuung und Fälschung zu fünf Jahren Haft verurteilt, zwei davon auf Bewährung. Zudem soll er seiner Bank den entstandenen Schaden erstatten.

Evan Dooley: Mit Weizen-Futures verspekuliert
April 2010: Evan Dooley von MF Global umgeht die ihm gesetzten Handelslimits und vertut sich im Februar 2008 gewaltig im Geschäft mit Weizenfutures. Am Ende laufen Verluste in Höhe von 141 Mio. Dollar auf. Das entspricht etwa der Hälfte des Jahresgewinns von MF Global. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" macht er anschließend die von ihm genutzten Computerhandelssysteme für die Verluste verantwortlich. Im Dezember 2009 zahlt das Unternehmen eine Strafe von 10 Mio. Dollar für zu geringe Überwachung seiner Mitarbeiter. Zudem richtet die Firma einen Entschädigungsfonds für ihre Aktionäre ein. Nach Bekanntwerden des Verlustes brach die Aktie des Unternehmens ein, knapp 3 Mrd. Dollar an Marktkapitalisierung gingen verloren. Dooley steht derzeit unter anderem wegen Betrugs in Chicago vor Gericht.

Yasuo Hamanaka: Mr. Fünf Prozent
Als Mr. Fünf Prozent wurde 1996 Yasuo Hamanaka, Händler bei Sumitomo  berühmt. Hamanaka war Chefhändler bei dem japanischen Brokerhaus, sein Team soll zeitweise fünf Prozent des weltweiten Kupferhandels kontrolliert haben. Als seine Abteilung Verluste machte, startete Hamanaka illegale Trades mit geliehenem Geld, erfand Geschäfte, um den Kupferpreis nach oben zu treiben und fälschte Geschäftsbücher. Am Ende hatte er in zehn Jahren 2,6 Mrd. Dollar Verlust für Sumitomo angehäuft. Nach Bekanntwerden des Betrugs fiel der Kupferpreis binnen Tagesfrist um 27 Prozent. Hamanaka wurde zu acht Jahren Haft verurteilt, von denen er sechs absaß.

Steve Perkins: Ein verhängnisvolles Golf-Wochenende
Juni 2009: Steve Perkins vom Londoner Ölhändler PVM Oil Futures schafft es, den Ölpreis mit nicht-autorisierten Trades auf ein Acht-Monats-Hoch zu treiben: Am Ende belaufen sich die Verluste des Unternehmens jedoch auf 10 Mio. Dollar. Perkins sagte später, er sei bei den Deals an einem Montagmorgen im Vollrausch gewesen, nachdem er das Wochenende auf einem feuchtfröhlichen Golfausflug gewesen sei. Die britische Financial Services Authority brummt ihm ein fünfjähriges Berufsverbot und eine Strafe von 72.000 Pfund auf.
Dem britischen "Telegraph" zufolge verlässt er jedoch schnell den Londoner Finanzdistrikt und findet kurze Zeit später eine neue Stelle bei einem Schweizer Handelsunternehmen. "Wir glauben, Steven Perkins ist ein guter Mann, der einmal eine Dummheit gemacht hat", zitiert die Zeitung eine Sprecherin von Starsupply Renewables.

david Redmond: Eine zu intensive Mittagspause
David Redmond von Morgan Stanley gönnte sich im Mai 2009 eine dreieinhalbstündige Mittagspause, die er mit viel Alkohol ausfüllte. Anschließend kehrte er an sein Desk zurück und begann, mit Ölfutures zu handeln, wobei er die Richtlinien von Morgan Stanley  umging und auch die Handelskonten von Kollegen nutzte. Als er merkte, dass er zu betrunken war, um zu handeln und Verluste anhäufte, ging er nach Hause, um sich auszuschlafen.
Verkatert versuchte er am nächsten Morgen, seine Positionen glattzustellen, was misslang. Insgesamt standen die Deals von Redmond für 30 Prozent aller an diesen Tagen auf den WTI-Ölpreis gehandelten Futures. Morgan Stanley wurde nicht bestraft, David Redmond erhielt von der britischen FSA ein Berufsverbot von mindestens zwei Jahren.

John Rusnak: Für Lohn und Boni
John Rusnak bescherte seinem Arbeitgeber Allfirst, der amerikanischen Tochter von Allied Irish Bank, mit illegalen Deals einen Verlust von 691 Mio. Dollar. Rusnak wurde zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er sechs absaß, er soll zudem der Bank die Verluste ersetzen. Er gab zu, zwischen 1997 und 2001 ein Betrugssystem aufgebaut zu haben, das ihm 850.000 Dollar an Lohn und Boni einbrachte.

David Bullen: Eine Kultur der Angst und Einschüchterung
Insgesamt vier ehemalige Devisenhändler der National Australia Bank (NAB), David Bullen, Gianni Gray, Luke Duffy und Vince Ficarra, wurden 2006 von einem australischen Gericht wegen Betruges zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Die vier hatten um ihre Boni zu erhöhen und Verluste zu verschleiern, betrügerische Geschäfte geschlossen. Die Aktionen der vier kosteten die NAB 360 Mio. Dollar. Eine Reihe von Vorständen musste damals gehen, die Reputation der Bank war auf Jahre hinaus beschädigt.
Bullen konvertierte zum Buddhismus und schrieb ein Buch mit dem Titel: "Fake: My Life as a Rogue Trader." Vor Gericht sagten Ficarra und Bullen aus, am Trading-Desk der NAB habe eine "Kultur der Angst und Einschüchterung" geherrscht. Nur Gewinn habe gezählt, wer den Handelsraum verlassen habe, sei als Verräter beschimpft worden.

Alexis Stenfors: Nie mehr zurück in die Londoner City
Alexis Stenfors von Merrill Lynch bekam von der britischen FSA ein fünfjähriges Berufsverbot auferlegt. Der Devisenhändler hatte immer riskantere Geschäfte aufgezogen, um seine Verluste auszugleichen. Er täuschte dabei gleichzeitig seinem Arbeitgeber falsche Beträge vor. Der Betrug flog auf, als der Händler in Urlaub war und seine Handelsbücher überprüft wurden.
Der Investmentbank Merrill Lynch brachte die Aktion eine Abschreibung von 456 Mio. Dollar ein. Der damals 39-jährige Stenfors selbst entschuldigte sich später und sagte britischen Zeitungen zufolge: "Das Leben eines Händler ist voller Stress. Aus vielen Gründen fand ich mein Arbeitsumfeld sehr unangenehm. Diese ganze Geschichte hat mich dazu gebracht, mein Leben zu überdenken und von nun an etwas komplett anderes zu tun. Ich werde nie mehr in der Londoner City arbeiten."

Orlando Joseph Jett: General Electric muss Tochter verkaufen
Orlando Joseph Jett war Anleihehändler bei der General-Electric-Tochter Kidder Peabody. Um Verluste zu verschleiern, erfand der Händler, der zuvor bei Morgan Stanley und First Boston tätig war, Gewinne von 350 Mio. Dollar. Im September 2007 wurde er dazu verurteilt, 8,2 Mio. Dollar an Verlusten zu ersetzen und eine Strafe von 200.000 Dollar zu zahlen.
Der Handelsskandal führte dazu, dass General Electric  das Unternehmen an PaineWebber verkaufte, die heute zur UBS gehört. Jett bekam ein Berufsverbot als Händler und gründete die Finanzberatung und Vermögensverwaltung Jett Capital Management.

Nick Leeson: Das Ende der ältesten, britischen Investmentbank
Im Jahr 1995 verursachte der Futures-Händler Nick Leeson den Zusammenbruch der traditionsreichen britischen Bank Barings. 1717 gegründet, war Barings die älteste britische Investmentbank. Sie finanzierte unter anderem 1803 den Kauf von Louisiana durch die USA. ING  übernahm 1995 die Reste des Instituts zum symbolischen Preis von 1 Pfund. Leeson häufte für Barings ein Minus von 1,4 Mrd. Dollar an. Verluste verbuchte er auf einem Geheimkonto, die fiktiven Gewinne gingen auf das Firmenkonto.
Der in Singapur tätige Leeson wurde in dem asiatischen Staatstadt wegen Urkundenfälschung, Untreue und Betrug zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Er schrieb zwei Bücher über seine Geschichte, die mit Ewan McGregor in der Hauptrolle 1999 verfilmt wurde. Der an Krebs erkrankte Ex-Händler engagiert sich in der Krebsforschung. Seiner Internetseite zufolge war er von Juli 2007 bis Januar 2011 CEO des irischen Fußballclubs Galway United. Er ist weiterhin Vertreter des Clubs beim irischen Fußballverband.

Harshad Mehta: Big Bull
Harshad Mehta gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die Rally am indischen Aktienmarkt im Jahr 1992. Er wurde als Tophändler Indiens bewundert und trug den Spitznamen "Big Bull". Gemeinsam mit mehreren Kollegen soll er Schlupflöcher im Interbankenhandel genutzt haben und sich so illegal Geld beschafft haben. Dies setzte er für Aktienkäufe ein. Als der Betrug bekannt wurde, forderten die Banken ihr Geld zurück, der Leitindex Sensex brach ein. Mehta wurde 72 verschiedener Vergehen angeklagt, mehr als 600 Zivilprozesse wurden gegen ihn angestrengt. Mehta starb 2002 im Gefängnis. Seine Geschichte wurde unter dem Titel Gafla in Indien verfilmt.>

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n-tv
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16.9.2011: Bankenpraktiken: Geldwäscherei mit immer neuen Tricks

aus: n-tv online: Kriminalität: Geldwäscher gehen immer geschickter vor; 16.9.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Geldwaescher-gehen-immer-geschickter-vor-article4323751.html

<Wiesbaden (dpa) - Geldwäscher verwischen ihre Spuren immer geschickter. Anonyme Zahlungen über Internet oder Mobiltelefon hinterließen keine Papierspur mehr, sagte der Exekutivdirektor der Bankenaufsicht Bafin, Michael Sell, in Wiesbaden. Laut BKA machen die Täter immer mehr ahnungslose Konteninhaber zu Komplizen, um die illegal abgehobenen Gelder weiterzuschleusen. Als Belohnung winkt eine Provision. BKA-Chef Jörg Ziercke warnte ausdrücklich davor, sein Konto auf diese Weise missbrauchen zu lassen.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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n-tv
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25.9.2011: Bankenpraktiken: Börsenhändler sind schlimmer als Psychopathen

aus: n-tv online: Schlimmer als Psychopathen? Studie stellt Händler bloss; 25.9.2011;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Studie-stellt-Haendler-bloss-article4385526.html

<Das Ergebnis ist für Aktienhändler wenig schmeichelhaft: Eine Studie vergleicht sie mit Psychopathen. Händler seien sogar noch rücksichtloser und hätten einen Hang zur Zerstörung.

Aktienhändler verhalten sich einer Studie zufolge rücksichtsloser und manipulativer als Psychopathen. Die Universität St. Gallen untersuchte die Kooperationsbereitschaft und den Egoismus von 28 Profi-Händlern, wie der "Spiegel" berichtete. Die Versuchspersonen mussten demnach Computersimulationen durchspielen und Intelligenztests machen. Die Händler verhielten sich im Ergebnis "zum Beispiel noch egoistischer und risikobereiter als eine Gruppe von Psychopathen, die den gleichen Test absolvierte", sagte Thomas Noll, Forensiker und Vollzugsleiter des Schweizer Gefängnisses Pöschwies nördlich von Zürich.

Statt sachlich und nüchtern auf den höchsten Profit hinzuarbeiten, "ging es den Händlern vor allem darum, mehr zu bekommen als ihr Gegenspieler", sagte Noll dem "Spiegel". "Und sie brachten viel Energie auf, um diesen zu schädigen." Es sei in etwa so gewesen, als hätte der Nachbar das gleiche Auto, "und man geht mit dem Baseballschläger darauf los, um selbst besser dazustehen". Erklären können die Wissenschaftler diesen Hang zur Zerstörung nicht. Mit ihrem Verhalten erzielten die Aktienhändler zudem nicht mehr Gewinn als die Vergleichsgruppen.

jga/AFP>

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Der Standard berichtete dasselbe:


Der
                      Standard online, Logo

25.9.2011: <Aktuelle Studie: Aktienhändler agieren rücksichtsloser als Psychopathen>

aus: Der Standard online; 25.9.2011;
http://derstandard.at/1316733517701/Aktuelle-Studie-Aktienhaendler-agieren-ruecksichtsloser-als-Psychopathen

<Sie investieren viel Energie um die Gegenspieler zu schädigen - Ihre Gewinne waren aber auch nicht größer als die von Vergleichsgruppen

Hamburg - Einer aktuellen Studie zufolge agieren Aktienhändler rücksichtsloser und manipulativer als Psychopathen. Die Universität St. Gallen untersuchte die Kooperationsbereitschaft und den Egoismus von 28 Profi-Händlern. Die Versuchspersonen mussten demnach Computersimulationen durchspielen und Intelligenztests machen. Die Händler verhielten sich im Ergebnis "zum Beispiel noch egoistischer und risikobereiter als eine Gruppe von Psychopathen, die den gleichen Test absolvierte", sagte Thomas Noll, Forensiker und Vollzugsleiter des Schweizer Gefängnisses Pöschwies nördlich von Zürich.

Statt sachlich und nüchtern auf den höchsten Profit hinzuarbeiten, "ging es den Händlern vor allem darum, mehr zu bekommen als ihr Gegenspieler", sagte Noll dem "Spiegel". "Und sie brachten viel Energie auf, um diesen zu schädigen." Es sei in etwa so gewesen, als hätte der Nachbar das gleiche Auto, "und man geht mit dem Baseballschläger darauf los, um selbst besser dazustehen". Erklären können die Wissenschafter diesen Hang zur Zerstörung nicht. Mit ihrem Verhalten erzielten die Aktienhändler zudem nicht mehr Gewinn als die Vergleichsgruppen. (red/APA)>


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Basler
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7.10.2011: Die Entlassung von Bankangestellten - die Begleitung zur neuen Stelle kommt gratis

aus: Basler Zeitung online: Wie Banker entlassen werden; 7.10.2011;
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wie-Banker-entlassen-werden/story/14765982

In den nächsten Monaten verlieren in der Schweiz voraussichtlich Hunderte Bankangestellte ihren Job. In einem Finanzinstitut läuft das anders ab als in anderen Firmen.

Auf die Schweizer Bankangestellten kommt eine neue Entlassungswelle zu – besonders Berater mit kleinem Kundenstamm, Investmentbanker oder Dienstleister im Backoffice müssen diesen Herbst mit einer Kündigung rechnen. Den Anfang machte im August die UBS mit einem angekündigten Abbau von 400 Stellen in der Schweiz. Weitere werden folgen: Der Kostendruck fordert Opfer.

Wer bei einer Bank seine Stelle verliert, erlebt in der Regel Gepflogenheiten, die sich von jenen in anderen Branchen unterscheiden. «Gerade Angestellte mit Zugang zu Adressdatenbanken oder anderen Systemen werden oft noch am selben Tag freigestellt», sagt der Personalberater Ivan Vaccari. Meist werde es den frisch gekündigten Mitarbeitern auch untersagt, weiter Kontakt zu ihren Kunden zu pflegen – zu gross ist die Angst, dass der Entlassene die Kunden oder deren Daten mitnimmt. «Bei Banken läuft das sicher direkter und unzimperlicher als etwa in der Industrie», so Vaccari.

Er geht im Frieden

Die Botschaft erfährt der frisch Gekündigte nicht nur vom Personalverantwortlichen – im Büro sitzt oft auch ein sogenannter Outplacement-Spezialist. Er übernimmt den Banker, sobald dieser die Botschaft erfahren hat. Seine Aufgabe: Ausbrüche und Racheaktionen zu vermeiden, Rufschäden, im schlimmsten Fall gar Anwaltskosten für die Bank. Der Entlassene soll nicht im Streit gehen, und er soll wieder eine Stelle finden.

Meist unterschreiben beide Parteien gleich nach dem Gespräch eine Abgangsvereinbarung: Der Entlassene erhält eine Begleitung seitens der Outplacement-Firma während einer vereinbarten Frist – bei unteren Chargen entspricht diese in der Regel der vertraglich festgehaltenen Kündigungsfrist –, teilweise auch eine Abfindung im Rahmen einiger Monatslöhne. Dafür verzichtet er explizit auf weitere Ansprüche. Und geht im Frieden. «Ein entlassener Kundenberater oder ein abgesetztes Geschäftsleitungsmitglied können durchaus Schaden anrichten», sagt Personalberater Vaccari. Auch andere Branchen seien sensitiv – doch die Bankindustrie in besonderem Masse.

Sechs Monate Intensivtraining

Riet Grass führt eine der bekannteren Outplacement-Firmen der Schweiz. Viele seiner Kunden stammen aus der Finanzindustrie oder der Pharmabranche – jene Industrien, die sich Outplacements am ehesten leisten können. Es sind laut Grass gute Zeiten für ihn und seine Kollegen: Immer öfter entschieden sich Firmen für eine solche Begleitung statt für pure Abfindungen. «Wir finden das gut, denn Geld allein ist keine Lösung», sagt Grass.

Durchschnittlich bis zu sechs Monate lang berät der Experte einen Entlassenen. Zieht mit ihm Bilanz, findet neue Ziele, unterstützt ihn bei Bewerbungen. Einfach sei es nicht, aktuell in der Finanzbranche eine neue Stelle zu finden, sagt Grass – sein Team hat ausgerechnet, dass es durchschnittlich 67 Anrufe, Treffen oder Bewerbungsgespräche braucht, bis ein Gekündigter wieder einen Job hat.

Auf eigenes Risiko

Kritik an dem System kommt von Denise Chervet vom Schweizerischen Bankenpersonalverband (SBPV). Auch Chervet sagt, heute sei eine Freistellung mit Outplacement – festgehalten in einer gegenseitig unterzeichneten Abgangsvereinbarung – häufiger als die früher übliche Abgangsentschädigung, die auf eine vertraglich festgehaltene Kündigungsfrist folgte.

Doch das sei für den Entlassenen mit höheren Risiken verbunden. Während bei einer normalen Kündigung Schutzregeln wie etwa die Fristverlängerung bei Krankheit wirkten, verzichte der Entlassene mit seiner Unterschrift unter der Abgangsvereinbarung darauf. Auch bei der Arbeitslosenkasse könnte er Pech haben: Kommt sie zum Schluss, dass der Arbeitnehmer auf eigenes Risiko auf seine Rechte verzichtet hat, kann sie Wartezeiten beschliessen.

(baz.ch/Newsnetz)>

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20
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12.10.2011: Börsenhändler stehen oft unter Kokain - die Welt ist in Händen von Drogenkonsumenten

aus: 20 minuten online: Die Nase so weiss: Fallen die Aktien, steigt der Kokainkonsum; 12.10.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Fallen-die-Aktien--steigt-der-Kokainkonsum-22813232

<von S. Sturzenegger - Mancher Börsenhändler verdient sich eine goldene Nase. Dass sich nicht wenige auch regelmässig das Näschen pudern, ist kein Geheimnis. Nun werden Forderungen nach Drogentests laut.
Aktienhändler müssen schnell, risikobereit und entscheidungsfreudig sein. Sie arbeiten unter hohem Zeitdruck und haben die Verantwortung für Millionen an den internationalen Börsen. Sie verdienen sich in kürzester Zeit mit riskanten Deals eine goldene Nase – «pudern» sich aber auch gern mal ihr Näschen mit Kokain. Soweit das Klischee.

Jetzt sorgt eine Studie aus den USA für Aufruhr. Demnach gibt es eine Verbindung zwischen Drogenmissbrauch und Marktfluktuation: Je grösser die Tumulte an den Börsen, desto mehr Drogen konsumieren die Trader. Sie verlieren den Bezug zur Realität – und die Unruhen an den Börsen verstärken sich weiter. Es entsteht ein Teufelskreis.

Drogentest für Börsenmakler?

Ein italienischer Beamter schlägt nun Alarm: Carlo Giovanardi, ein Mitarbeiter der Regierung von Silvio Berlusconi, sagte gegenüber Bloomberg News, viele Italiener hätten an den Börsen Geld verloren, weil ihre Vermögen in die Hände zugedröhnter, unzurechnungsfähiger Trader geraten seien. Giovanardi fordert, dass sich Aktienhändler einem Drogentest unterziehen müssen.

Und wie gross ist das Drogenproblem in der Schweiz, einem der grössten Finanzplätze der Welt? «Auch wir müssen uns der Frage stellen, wie Bankangestellte dem enormen Druck standhalten können», sagt Denise Chervet, Zentralsektretärin des Schweizerischen Bankpersonalverbands SBPV. Leider sei dies teilweise nur mit Substanzen möglich, die Nebeneffekte hätten und abhängig machten. «Es geht nicht in erster Linie um harte Drogen, sondern um Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit.»

«Kokainkonsum in allen Schichten»

Chervet spricht eine Untersuchung des Tessiner Gesundheitsökonomen Gianfranco Domenighetti an, nach deren Erkenntnissen im Südkanton fast ein Viertel der Bankangestellten zu Beruhigungsmitteln, Antidepressiva oder Schlafmitteln greift. Ein Drittel nimmt Schmerzmittel, fast die Hälfte konsumiert Aufputschmittel oder Vitamine. Der SBPV will deshalb mit den Arbeitgebern über eine Reduktion der Arbeitszeit diskutieren. «Wir fordern eine sechste Ferienwoche im Gesamtarbeitsvertrag», sagt Chervet.

Die Studie von Domenighetti scheint in der Schweiz die Ausnahme zu sein. Ansonsten gibt es hierzulande wenig Konkretes zu diesem heiklen Thema. Insbesondere in Zürich bleibt die Sache diffus. Das liege daran, dass man die Zahl der Bankangestellten, die harte Drogen konsumieren, nicht messen könne, sagt Lars Stark, ärztlicher Leiter bei der Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen (Arud).

Stark bestätigt zwar, dass ihn Drogenkonsumenten aus dem Banksektor aufsuchen. Aber: «Kokainkonsum ist heute in allen sozialen Schichten verbreitet.» Im Gegensatz zu den Neunzigerjahren, als Kokain einen Boom als Edeldroge erlebte, sei in den letzten Jahren keine Zunahme ersichtlich. Klar ist einzig, dass in Zürich viel gekokst wird. Das kann man Abwasserproben entnehmen. «Der Kokainkonsum ist auf hohem Niveau stabil», so Stark.

«City Boy» spricht Klartext

In London weiss man mehr – dank Geraint Anderson: Der Investmentbanker hat fast zwei Jahre lang unter dem Pseudonym «City Boy» Details aus der Londoner Finanzwelt publik gemacht. Später outete er sich und publizierte ein Buch.

Darin beschreibt er unter anderem, wie er nach einer durchzechten Nacht an seinem Arbeitsplatz an der Londoner Börse erschien und ihm vor den Augen all seiner Kollegen ein Schwall Blut aus der Nase schoss. Ein untrügliches Zeichen für übermässigen Kokainkonsum. Die Reaktion seiner Kollegen: Gejohle. Die Reaktion der Aktienkurse: Sie stürzten ab. Die Konsequenzen für den Trader: keine.>

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n-tv
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2.11.2011: <Ratenkredit beantragen: Berater handeln teils fahrlässig> und beraten falsch

aus: n-tv online; 2.11.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Berater-handeln-teils-fahrlaessig-article4667856.html

<Wer Geld braucht, findet bei Direktbanken meist günstige Konditionen.

Ein Ratenkredit ist ein simples Produkt mit wenig Erklärungsbedarf, sollte man meinen. Dennoch machen Banker bei der Beratung so manches falsch. Dabei geht es nicht nur um überflüssige Restschuldversicherungen. Im schlechtesten Fall verschlechtern sie sogar die Bonität der Kunden

Ob fürs Auto, Möbel oder um den Dispo umzuschulden – die Nachfrage nach Ratenkrediten ist ungebrochen. Fast alle werden anstandslos zurückgezahlt, das zeigt der alljährliche Kredit-Kompass der Schufa. Dabei wird es Kunden von den Banken nicht immer leicht gemacht, überhaupt einen passenden Kredit zu vernünftigen Konditionen zu finden. Eine Studie des Deutschen Instituts für Servicequalität attestiert der Branche deutlichen Handlungsbedarf, sowohl bei der Beratung als auch bei der kundenfreundlichen Produktgestaltung.

Wie schon im Vorjahr haben die Marktforscher im Auftrag von n-tv haben 15 regional und überregional aktive Filialbanken sowie acht Direktbanken unter die Lupe genommen. Bei den Filialkandidaten wurde im Schnitt lediglich "ausreichend" beraten - nicht gerade eine Auszeichnung für Banken, die sich gern als kundennah und vertrauenswürdig darstellen.

Grobe Schnitzer bei Beratung

Manche Anbieter versagten gleich in mehreren Punkten. Ein guter Berater prüft zunächst, ob sich der Kunde einen Ratenkredit überhaupt leisten kann und ob er ihn in der gewünschten Höhe überhaupt braucht. Auf die Idee, nach eventuell verfügbaren Spareinlagen zu fragen, kam aber nur jeder achte Bankmitarbeiter. Neben der versäumten Analyse der Lebenssituation leisteten sich viele Banken aber noch viel gröbere Schnitzer. Etwa beim Thema "Restschuldversicherung". Diese Police wird zusätzlich zum Kredit verkauft, die Kosten werden gleich am Anfang auf die Kreditsumme aufgeschlagen. Das macht den Kredit teurer und nützt vor allem der Bank, deren Risiko erheblich minimiert wird. Nicht nur, dass einige Berater den höheren Effektivzins einfach unter den Tisch fallen ließen, manche versuchten auch noch, die Testkunden zum Abschluss zu drängen.

Abschließen wollten die Testkunden aber sowieso nicht, sondern lediglich Vergleichsangebote einholen. Das machten sie auch am Beginn des Gesprächs deutlich, was manche Berater aber nicht davon abhielt, gleich eine Kreditanfrage bei der Schufa zu stellen. Ein grober Fehler: Im Schufa-System wirkt eine Kreditanfrage nämlich so, als sei der Kredit auch tatsächlich gewährt worden. Das wiederum verschlechtert die Chancen bei anderen Anbietern. Unproblematisch ist dagegen eine reine Konditionenabfrage. "Knapp sieben Prozent der Schufa-Anfragen wurden falsch gestellt und schädigten die Bonität des Testers", kritisiert DISQ-Gründer Markus Hamer. "Das ist aus Kundensicht nicht akzeptabel."

Mängel fand der Chef-Tester auch bei den überreichten Beratungsunterlagen, die oft zu wenig transparent waren: "Eine detaillierte Kostenübersicht suchten die Tester meist vergebens, jede vierte Bank händigte überhaupt keine Unterlagen aus", so Hamer.

Riesige Preisunterschiede

Die beste Beratung hilft wenig, wenn die Bank keine guten Konditionen anbieten kann. Die Bandbreite ist hoch, gerade bei den Filialbanken, wo die Effektivzinssätze für identische Laufzeiten und Kredithöhen zwischen 10,99 Prozent und 5,40 Prozent p.a. variierten. Die besten Konditionen boten zum Testzeitpunkt die Sparda-Banken Hamburg und Berlin sowie die Postbank. Noch bessere Konditionen findet man zum Teil aber auch in den Online-Angeboten der einzelnen Filialbanken und bei Direktbanken. Hier glänzt vor allem die 1822direkt durch einen bonitätsunabhängigen Kredit mit 5,85 Prozent p.a.

Die meisten Kredite werden allerdings bonitätsabhängig vergeben. Davon profitieren Kunden mit gutem Risikoprofil, ein Vergleich wird dadurch aber schwierig, bemängelt Hamer: "Kostentransparenz für Verbraucher ist dadurch nur bedingt gegeben." Erfreulich fällt dagegen der Blick auf die Kreditbedingungen aus: Bei 80 Prozent der analysierten Produkte waren Ratenveränderungen kostenfrei, auch Kreditstundung gehörte bei fast allen Anbietern zum Standard. 90 Prozent erlaubten Sonderzahlungen ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung. Immerhin jedes zweite Institut berechnet treibt die Kreditkosten nicht durch Bearbeitungsgebühren in die Höhe.

Die Testsieger

Testsieger unter den Filialbanken wurde die Sparda-Bank Hamburg. Sie überzeugte hauptsächlich in der Produktanalyse mit niedrigen, bonitätsunabhängigen Zinsen – sofern man sich keine Restschuldversicherung aufschwatzen lässt. Platz zwei erzielte die Berliner Volksbank, die von allen Instituten die beste Serviceleistung bot. Die Kundenberater traten sehr kompetent auf und analysierten eingehend den konkreten Kundenwunsch, lobten die Tester. Den dritten Rand der 15 Direktbanken sicherte sich die Postbank. 

ino>

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Basler Zeitung online, Logo

17.11.2011: Die Bank und ihre Detektive: Wie die Bank Julius Bär den Banker Rudolf Elmer bis in die Ferien verfolgte - Bankdaten der Cayman-Inseln mit Steuerpotential von 100 Mio. Franken

aus: Basler Zeitung online: "Vielleicht werde ich eines Tages als Gandhi des Steuerrechts angesehen"; 17.11.2011;
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Vielleicht-werde-ich-eines-Tages-als-Gandhi-des-Steuerrechts-angesehen/story/12889098

<Am Zürcher Obergericht läuft der Berufungsprozess gegen den früheren Bankmanager Rudolf Elmer. Trotz «Psychoterror» hat der Whistleblower eine Anzeige gegen die Bank Julius Bär zurückgezogen.

Der Prozess gegen den Ex-Banker Rudolf Elmer am Zürcher Obergericht hat mit einem Rückzug begonnen: Elmer verzichtet auf eine Strafverfolgung gegen die Bank Julius Bär. Er hatte seinen ehemaligen Arbeitgeber angezeigt, weil dieser ihn mit Detektiven observiert haben soll. Das Bundesgericht hatte Elmer im März diesen Jahres noch Recht gegeben und den Fall zurück nach Zürich geschickt. Die Staatsanwaltschaft musste die Angelegenheit deshalb wieder neu aufrollen. Nun sieht Elmer aber selber von einer Strafverfolgung ab und zieht die Anzeige zurück.

Ob die Bank ihm dafür Geld gegeben hat, wollte Elmer beim Prozess vor dem Zürcher Obergericht nicht publik machen. Der frühere Bankmanager bezeichnete es wiederholt als «Psychoterror», was die Detektive mit ihm gemacht hätten. Die «schwarzen Männer» seien ihm und seiner Familie sogar in die Ferien gefolgt. «Beinahe ist es ihnen gelungen, mich fertigzumachen.» Dass er nun selber auf eine Strafverfolgung verzichtet, ist nicht die einzige Widersprüchlichkeit, die offensichtlich geworden ist. Elmer verstrickte sich im Bezug auf Droh-Faxe und Droh-Mails an die Bank in Widersprüche. So kann er sich beispielsweise nicht erklären, weshalb der Entwurf eines Droh-Faxes auf seinem Laptop gefunden wurde.

Elmer war im letzten Januar vom Zürcher Bezirksgericht wegen mehrfacher Verletzung des Bankgeheimnisses, Drohung und mehrfacher versuchter Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je 30 Franken verurteilt worden. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Sowohl Elmer als auch die Staatsanwaltschaft zogen das Urteil ans Obergericht weiter.

100 Millionen Franken Steuergelder

Elmer selber sieht sich als Whistleblower, weil er kantonalen und eidgenössischen Steuerbehörden mehrmals Bankkundendaten zuspielte - in der Hoffnung, dass die Kontoinhaber als Steuerbetrüger bestraft würden. Die Daten wurden jedoch nicht verwertet. Gemäss Elmer sind der Schweiz so rund 100 Millionen Franken Steuergelder entgangen. Obwohl er zugibt, die Daten publik gemacht zu haben, streitet er ab, sich der Bankgeheimnisverletzung schuldig gemacht zu haben. Die Daten würden vom Steuerparadies Cayman Islands stammen und damit nicht Schweizer Recht unterstehen.

Der Kampf mit der Justiz und gegen seinen verhassten Ex- Arbeitgeber haben Elmer sichtlich müde gemacht. Dennoch will er gemäss eigenen Aussagen nicht aufgeben. In einem Brief aus der Untersuchungshaft schrieb er, dass er kämpfen werde, bis er nicht mehr könne. «Ich bin zwar nicht Gandhi, aber vielleicht werde ich eines Tages einmal als Gandhi des Steuerrechtes angesehen.»

Der Elmer-Prozess am Zürcher Obergericht dürfte noch den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Ob heute noch ein Urteil gefällt wird, ist unklar. (vin/sda)>


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21.1.2012: <Raiffeisen: Ostschweizer Banker plündert Kundenkonten>

aus: 20 minuten online; 21.1.2012;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Ostschweizer-Banker-pluendert-Kundenkonten-16427137

<Die Raiffeisenbank hat den ehemaligen Chef der Filiale in Mels angezeigt. Er soll Kundengelder veruntreut haben. Die Rede ist von einem Millionenbetrag.

Die 7400 Genossenschafter der Raiffeisenbank Mels haben diese Woche Post bekommen: Der Verwaltungsrat informierte die Kunden darüber, dass es bei einzelnen Konten zu Unregelmässigkeiten gekommen ist. Den Schaden verursacht haben soll der ehemalige Bankleiter.

Verwaltungsratspräsident Stefan Castelberg bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung «Blick». «Es sind rund zwei Dutzend Konti betroffen», sagte Castelberg zur Nachrichtenagentur SDA.

In Kontrolle hängen geblieben

Der Schaden lasse sich noch nicht beziffern. Die Boulevardzeitung schreibt von einem tiefen, einstelligen Millionenbetrag. Die betroffenen Kontoinhaber seien kontaktiert worden, sagte Castelberg weiter. Es kämen keine Kunden zu Schaden.

Die Unregelmässigkeiten kamen im Zuge von periodischen Kontrollen ans Licht. Der Verdacht fiel auf den Bankleiter. Er wurde am 21. September 2011 fristlos entlassen. Die Raiffeisenbank Mels hat gegen ihn bei der St.Galler Staatsanwaltschaft Strafanzeige eingereicht. Bis zu einer allfälligen Verurteilung bestehe die Unschuldsvermutung, sagte Castelberg.

(sda)>

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Spiegel online, Logo

1.2.2012: Händler der Credit Suisse bewerteten Wertpapiere absichtlich zu hoch - um höhere Boni zu kassieren

aus: Spiegel online: Skandal bei Credit Suisse: Ex-Händler gestehen Multi-Millionen-Dollar-Betrug; 1.2.2012;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812817,00.html

<Logo der Credit Suisse: Gigantische Abschreibung durch Überbewertungen.

Zwei frühere Händler der Credit Suisse haben Wertpapiere absichtlich zu hoch bewertet - um größere Boni zu kassieren. Es geht um Geschäfte im Wert von 540 Millionen Dollar. Jetzt gestehen die Männer vor Gericht ihre Schuld. Einer sagt, er habe nur getan, was sein Boss wollte. Und dessen Boss. 

Hamburg - Zwei frühere Händler der Credit Suisse haben sich vor Gericht für schuldig erklärt. David Higgs und Salmaan Siddiqui räumten Irreführung von Investoren und Betrug ein. Die Händler haben Wertpapiere trotz fallender Kurse zu hoch bewertet.

Die Papiere waren mit US-Hypotheken besichert, deren Wert 2007 in den Keller rauschte. Spekulationen mit solchen Papieren gelten als einer der Auslöser für die größte Finanzkrise seit den dreißiger Jahren.

2008 hatte Credit Suisse wegen Überbewertung von Wertpapieren vier Händler entlassen. Kurz darauf nahm die Bank Abschreibungen auf Wertpapiere in Höhe von 2,85 Milliarden Dollar vor. Rund eine halbe Milliarde Dollar stehen laut "Financial Times" in Verbindung zu den zwei Händlern. Beide kooperieren mit den Ermittlern - dennoch drohen ihnen hohe Strafen.

Higgs sagte, er habe falsche Angaben gemacht, um einen höheren Bonus zu kassieren und vor seiner Chefin gut dazustehen. Er könnte bis zu fünf Jahre ins Gefängnis müssen, berichtet das "Wall Street Journal". "Heute ist ein schrecklich schwieriger Tag für mich und meine Familie", sagte Higgs.

Siddiqui sagte, er habe Wertpapiere zu hoch bewertet, weil sein Boss dies so gewünscht habe. Und dessen Boss ebenfalls. "Ich wusste, dass das, was ich tat, falsch war", sagte er.

Ein Händler, der vor Gericht nicht identifiziert wurde, soll laut Gerichtsdokumenten gesagt haben: "Wenn du eine große Nummer sein willst, dann sag mir, was du willst." In einigen Fällen hätten die Händler Verluste mit Gewinnen aus anderen Geschäften kaschiert, berichtet die "FT".

Der Prozess richtet sich nicht gegen die Credit Suisse selbst. Unklar war, wie viele Börsenhändler gerichtlich belangt werden sollen. Laut "WSJ" könnten sich weitere Beteiligte der US-Bundespolizei stellen. Dem Bericht zufolge will auch die US-Finanzaufsicht SEC Zivilklagen anstrengen.

ssu/Reuters>

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n-tv
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17.3.2012: Die Kunden abzocken ist Prinzip - zum Beispiel bei der Bank Goldman Sachs - und einer trat aus und der Skandal war da

aus: n-tv online: Gewissenskonflikte sollen ans LichtGoldman Sachs kleinlaut; 17.3.2012;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Goldman-Sachs-kleinlaut-article5787786.html

<Inmitten einer Welle aus Spott und Empörung über die Geschäftspraktiken von Goldman Sachs versucht die Investmentbank, mit kleinen Schritten aus dem Kreuzfeuer zu geraten. Nachdem die Bank bei einer milliardenschweren Übernahme grobe Interessenskonflikte verschwiegen hat, bedauert sie nun den Vorfall öffentlich und will ihre Geschäfte auf ähnliche Konflikte hin überprüfen.
Goldman Sachs 93,04

Als Reaktion auf eine umstrittene Investmentberatung überprüft die US-Großbank Goldman Sachs ihren Geschäftsbetrieb auf mögliche Interessenkonflikte. Die Prozesse und Richtlinien bei den Investitionen der eigenen Angestellten und die Frage, wie diese offengelegt werden, würden untersucht, erklärte das Geldhaus. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, die Bank könnte künftig die Investmentbanker auffordern, den Kunden ihre persönlichen Finanzbeteiligungen offenzulegen.

Hintergrund ist die jüngste Kritik an der Bank wegen ihrer Rolle als Berater des Erdgas-Unternehmens El Paso beim Verkauf an den Pipeline-Konzern Kinder Morgan. Goldman hielt vor der Transaktion eine milliardenschwere Beteiligung an Kinder Morgan. Der zuständige Banker war persönlich ebenfalls mit 340.000 Dollar an dem US-Konzern beteiligt. Goldman erklärte, man bedauere, dass das Führungsgremium von El Paso über die Investitionen nicht informiert worden sei.

Auch andere Banken wie Barclays, Bank of America und Citigroup prüfen dem Bericht zufolge derzeit, ob es Interessenskonflikte in ihren Investmentbanking-Abteilungen gebe. Die Geldhäuser wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

Goldman Sachs geriert erst vor ein paar Tagen in die Schlagzeilen, als ein Banker öffentlichkeitswirksam per Zeitungsartikel kündigte und in einem Frontalangriff eine Kultur der "Abzockerei" bei der legendären Investmentbank anprangerte. In einem Meinungsbeitrag in der "New York Times" mit dem Titel "Warum ich Goldman Sachs verlasse" schrieb der Manager Greg Smith, mehrere Investmentbanker hätten ihre eigenen Kunden als "Vollidioten" bezeichnet. Die Unternehmensführung wehrte sich gegen die Kritik. Goldman Sachs ist vor allem seit der Finanzkrise vermehrt zur Zielscheibe derartiger Vorwürfe geworden.

Quelle: n-tv.de, nne/rts>

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19.3.2012: Goldman Sachs: Spekulationen mit Kundengeldern mit Totalverlust - Kunden wurden als "Vollidioten" bezeichnet

aus: 20 minuten online: Goldman Sachs: Jetzt klagen auch schweizer "Vollidioten"; 19.3.2012;
http://www.20min.ch/finance/news/story/Jetzt-klagen-auch-Schweizer--Vollidioten--17700249

<von S. Spaeth
- Geldgierige Abzocker, die ihre Kunden für Trottel halten: Goldman Sachs muss böse Kritik einstecken. Auch Schweizer Kunden fühlen sich von der US-Bank betrogen – und streben eine Klage an.

Es ist ungewöhnlich, wenn man seine Kündigung als bitterböser Abschiedsbrief in einem Meinungsbeitrag der «New York Times» veröffentlicht. So gemacht hat es der 33-jährige Greg Smith, Derivate-Chef für Europa, Asien und den Nahen Osten bei Goldman Sachs in London. Er beschrieb die US-Investmentbank als «destruktiv», «vergiftet» und als Institut, das nur den eigenen Profit maximiere und die Kundeninteressen vernachlässige. Smiths Zeilen gingen um die Welt.

R.H*, ein erfolgreicher Schweizer Unternehmer, der mit IT-Firmen ein Vermögen verdiente, wurde durch den Brief des Ex-Mitarbeiters an seine eigene Beziehung zu Goldman Sachs erinnert. Er fühlt sich von der Bank betrogen. 2005 hatte der Unternehmer der Bank zwei Millionen Dollar anvertraut – zur konservativen Anlege, wie er sagt. Die Bank verkaufte ihrem Kunden Anteile am Immobilienfonds Withehall Street, der international in gewerbliche Immobilien investierte. «Ich war der Meinung, konservative Assets zu tätigen», so R.H. Er habe den Berater sogar darauf hingewiesen, dass sein Konto bei Goldman Sachs nicht der Spekulation diene.

Von Bank nicht informiert

Die Ernüchterung kam rasch: R.H. verlor und verlor. Ende 2009 waren von den einst 1,8 Milliarden Dollar Vermögen des Withehall-Steet-Fonds nur noch 30 Millionen übrig. Schuld am Debakel waren Fehlinvestitionen in den USA, Deutschland und Japan. Zuerst waren die Anteile von R.H. noch 1,56 Millionen wert, später tauchten sie bis auf 300 000 Dollar. Als der tiefe Fall einsetzte, wollte R.H. verkaufen, doch das war nur einmal pro Quartal möglich. Er behauptet, er sei von seinem Berater darüber nicht informiert worden. Und auch vom Auftrag der konservativen Anlagestrategie habe der Berater nichts mehr wissen wollen.

Dem Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer sind mehrere ähnliche Fälle bekannt. Er vertritt fünf wohlhabende Schweizer Anleger, die mit dem Withehall-Street-Fonds total rund vier Millionen Franken verloren haben. «Es geht um Falschberatung – und es sind keine Einzelfälle», sagt Fischer. Goldman Sachs habe die Kunden mit System getäuscht – und sie im Nachhinein, als gigantische Verluste da waren, sozusagen als «selber Schuld» gestempelt. Das passt zur Kultur, wie sie Greg Smith in seiner öffentlichen Abrechnung beschrieben hat: Er berichtete von Investmentbankern, die ihre Kunden als «Vollidioten» bezeichneten und sich brüsteten, wie sie die Kundschaft abzockten.

Lieber enttäuschte Kunden

Anwalt Fischer sammelte die Fälle und versuchte, mit Goldman Sachs eine Lösung zu finden. «Es wurde aber nur gemauert», so Fischer. Die Bank stellte sich auf den Standpunkt, dass es keinen Grund für eine aussergerichtliche Einigung gebe. «Goldman Sachs hat lieber enttäuschte Kunden, als Fehler zuzugeben», empört sich der Wirtschaftsanwalt. Die Bank stellte sich auf den Standpunkt, dass es sich bei den Geschädigten um sogenannt qualifizierte Anleger handelt, die alle Risiken kennen. Zudem redet sich die Bank mit dem Argument raus, dass man den Schaden noch gar nicht beziffern könne, weil der Fonds eine Laufzeit bis 2014 hat.

Die Goldman-Sachs-Pressestelle wollte zu den geschädigten Schweizer Kunden nichts sagen. «Über Kundenbeziehungen geben wir grundsätzlich keine Auskunft», so Sprecher Roland Leithäuser. Fragen zur Unternehmenskultur, wie sie der verärgerte Londoner Banker Greg Smith – aber auch der Schweizer Kunde R.H. geschildert hatte – beantwortet Leithäuser mit dem offiziellen Statement der Bank: «Wir glauben nicht, dass diese Darstellung unser Geschäftsmodell beschreibt. Aus unserer Sicht sind wir nur erfolgreich, wenn unsere Kunden zufrieden sind.» Diese Tatsache liege der Bank am Herzen.

«Gottes Werk»

Anwalt Fischer überlegt sich, im Namen seiner Klienten Klage einzureichen. Und wie stehen die Aussichten auf Erfolg in einem Prozess? «Es wird keine einfache Sache», konstatiert Fischer. Dem Anwalt dürfte es mit einer Klage auch darum gehen, Druck aufzubauen, denn die meisten Streitigkeiten enden schliesslich mit einem aussergerichtlichen Vergleich.

In einem Interview mit der britischen Zeitung «Sunday Times» sagte Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein 2009, Banken würden einem sozialen Zweck dienen und «Gottes Werk» leisten. Wenn sich der Schweizer Unternehmer R.H., der mit seiner Anlage bei Goldman Sachs Millionen verloren hat, an Blankfeins Worte erinnert, tönen sie für ihn wie Hohn. Seine bisherige Erfahrung: Die Bank gewinnt immer.

* Name der Redaktion bekannt >
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Quellen
[web01] http://de.wikipedia.org/wiki/Hedonismus

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