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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

44. Verstümmelung Männerbeschneidung

von Michael Palomino (2010); Meldungen

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Die vorsintflutliche Tradition einer Vorhautentfernung als Zeichen, ein Mann zu sein

Es gibt nicht nur die Frauenbeschneidung mit der Entfernung der Schamlippen, sondern auch die "wilde" Männerbeschneidung ohne jede medizinische Mittel. Der Wahnsinn kennt keine Grenzen, zum Beispiel in Südafrika.

Man kann die Vorhaut auch dauern nach hinten klappen, so dass der Penis sauberer bzw. die Eichel sauber bleibt. Man muss gar nicht operieren. Aber die "Medizin" will eben, dass die Menschen leiden, also immer "Käse" am Penis haben, oder eine Vorhautentfernung. Die Zwischenlösung ist, dass die Vorhaut immer nach hinten geklappt ist, und dann muss niemand operieren, und der Penis bleibt trotzdem sauber.

Die Männerbeschneidung ist also eigentlich absolut überflüssig. Aber der Wahnsinn kennt keine Grenzen, und im Busch von Südafrika werden Penisbeschneidungen ohne Spritze und ohne Hygiene durchgeführt. Im Extremfall entzündet sich der Penis dann derart stark, dass er amputiert werden muss und die Betroffenen Selbstmord machen. Dem Präsidenten? ist das egal, es gibt genug Südafrikaner, da kommt es auf ein paar Selbstmorde nicht drauf an. Aber lesen Sie selbst:


20 minuten online, Logo

9.1.2010: <Südafrika: Tödliche Penisbeschneidung> [oder Verlust des Penis und Selbstmord]

aus: 20 minuten online; 9.1.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Toedliche-Penisbeschneidung-31397023

<Wer Glück hat, überlebt das archaische Beschneidungsritual mit verstümmeltem Penis und beschämenden Narben - wer Pech hat, stirbt daran.

Die hygienischen Umstände der Beschneidung sind oft nicht optimal.

Für den Übertritt ins Erwachsenenleben bezahlen junge Männer im ländlichen Südafrika einen hohen Preis. Beim Volk der Xhosa in der Eastern Cape-Provinz markiert das Ritual einen buchstäblich wichtigen Einschnitt im Leben der jungen Männer. Jedes Jahr aber sterben Teenager an Komplikationen, da die Initiationsriten oft von traditionellen und schlecht ausgebildeten Medizinmännern vorgenommen werden.

Zwei Mal im Jahr strömen junge Xhosa zu den traditionellen Initiationsschulen aufs Land, da die schnellere und weniger schmerzhafte medizinische Beschneidung oft nicht anerkannt wird. Zu ihnen gehört auch Athenkosi Mtirara; er will es den Männern seiner Familie gleichtun.

Erst beschnitten ein Mann

«Solange Du nicht beschnitten bist, betrachtet Dich die Gesellschaft nicht als Mann, egal wie alt zu bist, dann wirst Du immer ein Junge bleiben. Keiner will damit leben», sagt der 18- Jährige kurz vor seiner Beschneidung.

Angst hat er nicht, sagt er: «In meiner Familie ist noch niemand daran gestorben. Mein älterer Bruder hat mir gesagt, was ich vermeiden soll, damit meine Operation glatt geht.» Danach werde er seine ganze alte Kleidung wegwerfen - Symbol für den Beginn seines neuen Lebens als Mann.

200 Tote

Über 200 Teenager sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Provinz in den letzten 15 Jahren an stümperhaften Beschneidungen gestorben, 90 verloren bei solchen Operationen ihren Penis. «Für eine einzige Region ist das eine sehr hohe Zahl», findet Ministeriumssprecher Sizwe Kupelo.

Vor acht Jahren wurde das Alter für die Beschneidungen gesetzlich auf 18 Jahre heraufgesetzt. Doch noch immer gibt es 15-Jährige, die sich Kurpfuschern anvertrauen. Für ihre Dienste verlangen diese Ärzte gerade mal 100 Rand (14 Franken), oft wird auch eine Flasche Brandy oder ein Huhn als Bezahlung akzeptiert.

Laut Kupelo sind diese traditionellen Beschneider das Problem. Vor allem im Busch seien sie unzureichend ausgebildet. Die Beschneidung der Vorhaut werde ohne Betäubung und mit traditionellen, nicht sterilisierten Geräten vorgenommen.

Penis verloren

«Die Jungen werden erst ins Spital geschickt, wenn es zu spät ist», klagte der Sprecher. Er beschreibt den Fall eines 16-Jährigen, der im Juni mit Wundbrand ins Spital gebracht wurde - sein Glied hatte sich nach der Beschneidung entzündet, der Beschneider aber ignorierte es bis zum Schluss; der Penis war nicht mehr zu retten.

«Die Mehrheit der Teenager, die ihren Penis amputiert haben mussten, begehen schliesslich Selbstmord», warnt Kupelo. «Sie können mit der Scham nicht leben.»

Unmenschliche Schulung

Nach der Operation verbringen die jungen Männer bis zu vier Wochen in den inoffiziellen Beschneidungsschulen im Busch. Während die Wunde heilen soll, werden ihnen die Werte ihres Volkes nahe gebracht.

Wer diese Zeit nicht bis zum Ende durchhält oder im Spital landet, lebt oft mit dem Stigma, kein richtiger Mann zu sein. Manche Jugendliche sterben nach Angaben der Behörden in den Schulen an Unterkühlung, Wassermangel oder ungestillten Blutungen.

Kampf gegen Aids

Die Fälle könnten weiter zunehmen, da Südafrika junge Männer zur Zirkumzision ermuntert - Studien zufolge sinkt bei beschnittenen Männern das Risiko, sich mit Aids zu infizieren, um die Hälfte. Das ist in einem Land, das weltweit die meisten Aids-Fälle hat, ein gutes Argument.

Zulu-König Goodwill Zwelithini kündigte im Dezember an, er wolle die Praxis unter der grössten Volksgruppe Südafrikas wiederbeleben, um die Immunschwächekrankheit zu bekämpfen.

Im November appellierten die Behörden an die Stammesführer der Region, zur Vermeidung von Verstümmelung und Todesfällen bei Beschneidungen zumindest einfachste Regeln zu befolgen - wie die Sterilisierung der Messer.

(sda)>



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