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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

40. Atomkraftwerke (AKWs) und die Folgen (Teil 15)

Krebs heilt mit Natron oder mit Blutgruppenernährung.

Merkel als Umweltministerin wollte Gorleben als Atomlager haben und prüfte andere Standorte nicht -- Nagra in der Schweiz operiert mit "Geheimpapieren" -- Fische bei Fukushima strahlen weiterhin -- Fukushima-Gelder veruntreut -- AKW-Stilllegungen in der Schweiz werden teuer -- geheimer Atom-Deal zwischen Frankreich und China -- China baut am grössten AKW der Welt weiter -- undichte Atommülltanks in den "USA" -- Kinderspielplatz in Fukushima strahlt und strahlt -- in Fukushima versickert radioaktives Wasser -- Kinder bei Fukushima müssen in verstrahlter Stadt bleiben -- Fukushima mit radioaktivem Grundwasser überschwemmt -- sonnige Türkei will japanische AKWs bauen trotz Erdbebengefahren -- Demo in Tokio gegen die Rücknahme des Atomausstiegs -- unbekanntes Leck in Fukushima lässt Radioaktivität im Grundwasser stark ansteigen -- Atomkraft ist gegenüber alternativen Energien unrentabel -- Fukushima-Betreiber stirbt nach 28 Monaten an Krebs -- französisches AKW in Tricastin besetzt, und ein riesiger Riss -- "radioaktives Reinigungswasser" von AKWs, etwas ganz Normales in der Schweiz -- Solarenergie lässt bei AKW-Betreiber RWE Gewinne einbrechen und AKWs schliessen -- Fukushima verseucht den Nord-Pazifik bis an die "US"-Westküste -- jeder Thunfisch vor Kalifornien ist inzwischen radioaktiv verseucht -- neue Höchstwerte an Radioaktivität in Fukushima -- ein Taifun nach Fukushima ist unterwegs -- das AKW Fukushima steht schief, bekommt immer mehr Risse und Leks, und die Brennstäbe müssen gerettet werden -- katastrophale Bevölkerungskontrolle nach Fukushima - die japanische Regierung verheimlicht Untersuchungsergebnisse --


Video: Die Atomkraft ist eine Falle für die Menschheit: http://www.youtube.com/watch?v=j6Nic4s_pPI

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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27.9.2012: Untersuchungsausschuss zu Gorleben: "Merkel wollte Gorleben um jeden Preis"

aus: Welt online: Kanzlerin vor Ausschuss: "Merkel wollte Gorleben um jeden Preis"; 27.9.2012;
www.welt.de/politik/deutschland/article109491804/Merkel-wollte-Gorleben-um-jeden-Preis.html

<Zum zweiten Mal muss sich Angela Merkel vor einem Untersuchungsausschuss rechtfertigen. Dieses Mal geht es um das Endlager in Gorleben und die Frage, warum Merkel andere Standorte ignorierte.

Die SPD verlangt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Aufklärung in der Frage, ob sie als Umweltministerin in den 90er-Jahren eine Prüfung von Alternativen für ein Atommüll-Endlager verhindert hat.

"Sie wollte Gorleben um jeden Preis", sagte die SPD-Obfrau im Gorleben-Untersuchungsausschuss, Ute Vogt. Die Kanzlerin muss am heutigen Donnerstag in dem Bundestagsgremium Rede und Antwort stehen. Trotz Vorschlägen von Wissenschaftlern habe Merkel die Suche nach Alternativen abgelehnt.

"Es gab 1995 die Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, wo andere Standorte als ebenfalls untersuchungswürdig eingestuft worden sind", sagte Vogt. "Ihre Feststellung war aber nach Veröffentlichung der Studie: Gorleben bleibt erste Wahl."

Und dies obwohl Gorleben gar nicht mit den anderen 40 Standorten verglichen worden sei. Dabei habe es mehrere Standorte gegeben, die durchaus besser als Gorleben geeignet hätten sein können.

Zweiter Auftritt vor Untersuchungsausschuss

Es ist der zweite Auftritt Merkels in einem Untersuchungsausschuss des Bundestags. Am 10. Februar 2011 wies sie im Kundus-Ausschuss Vorwürfe zurück, sie habe Informationen über zivile Opfer bei dem Luftschlag in Afghanistan aus wahltaktischen Gründen zurückgehalten.

Merkel hatte jüngst in der Bundespressekonferenz betont, die Zeiten hätten sich seit ihrer Zeit als Umweltministerin nunmal geändert. Es gebe heute eine Bewegung, auch andere Standorte zu prüfen.

Allerdings gibt es noch immer keine Einigung zwischen Bund und Ländern auf eine neue, bundesweite Suche nach einer Lagerstätte für hoch radioaktive Abfälle. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte immer wieder eine baldige Einigung in Aussicht gestellt, aber erst gerade vertagte er den Termin für ein womöglich entscheidendes Treffen auf Oktober.

Die Erkundungen in Gorleben können vorerst fortgesetzt werden. Das niedersächsische Umweltministerium stimmte der dazu nötigen Verlängerung des sogenannten Hauptbetriebsplans für das Bergwerk bis Ende des Jahres zu, teilte eine Sprecherin in Hannover am Mittwoch mit.

"Keine große Sensation"

In Gorleben wurden bisher 1,6 Milliarden Euro investiert. Der Salzstock soll bei einem Neustart zwar im Rennen bleiben, er könnte aber im Vergleich mit anderen Optionen durch das Sieb fallen. Grüne, Linke und SPD halten ihn nicht dicht genug, um Atommüll für immer und ewig von der Umwelt abzuschirmen.

Die SPD-Politikerin Vogt rechnet nicht damit, dass es für Merkel im Ausschuss eng werden könnte. "Ich glaube nicht, dass es die große Sensation gibt, die die Kanzlerin ins Wanken bringen wird. Sie hat insofern nicht die Schlüsselentscheidung bei Gorleben, weil die eigentliche Standortentscheidung schon früher getroffen worden ist."

Es gehe aber schon darum zu sagen, dass sie als Umweltministerin die Chance gehabt hätte, Alternativen zu prüfen. "Und sie hätte die Pflicht gehabt, diese zu prüfen, bevor sie sagt, Gorleben ist erste Wahl."

Mit der Befragung der Kanzlerin endet die Zeugenvernehmung des seit 2010 tagenden Ausschusses. Er befasst sich mit der Frage, ob besonders CDU-Regierungen Einfluss genommen haben, um Gorleben trotz aller Eignungszweifel als Endlager für hoch radioaktive Abfälle durchzudrücken.

Zwei Millionen Euro hat Ausschuss verschlungen

Mehr als 50 Zeugen wurden gehört und 2800 Aktenordner beigezogen. Rund zwei Millionen habe der Ausschuss gekostet, schätzt ein Mitglied. Vogt betonte, eine politische Einflussnahme sei bewiesen, kritische Forscher seien ignoriert worden.

Die Opposition fordert von Merkel neben den Ungereimtheiten bei der Studie zu alternativen Endlagerstandorten Klarheit, warum sie das Erkundungskonzept in Gorleben ändern ließ.

Da mehrere Grundstücksbesitzer ihre Salzrechte nicht abtreten wollten, sollte nur noch der nordöstliche Teile erkundet werden. Die Grünen werfen Merkel vor, sie habe auf Kosten der Sicherheit eine Billig-Lösung angestrebt. Die Union weist das strikt zurück, ihr Obmann Reinhard Grindel (CDU) hält den ganzen Ausschuss für überflüssig.

Der Grünen-Fraktionschef und frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin kritisierte im Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag), es gebe kein atomrechtliches Genehmigungsverfahren für Gorleben.

"Angela Merkel hat mit ihren Entscheidungen 1994 einen Schwarzbau in Gorleben auf den Weg gebracht", sagte Trittin.

dpa/pku>

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20
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Schweiz 8.10.2012: <Wegen Geheimpapier: Politiker und Experten fordern Nagra-Rücktritte> - offiziell 6 mögliche Standorte für ein Atommüllendlager, inoffiziell aber nur noch zwei


aus: 20 minuten online; 8.10.2012;
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/21617193


<Nachdem ein internes Dokument mit brisanten Informationen an die Öffentlichkeit gelangt ist, gerät die Atomabfall-Genossenschaft Nagra unter Beschuss. Erste Rücktrittsforderungen werden laut.

Nach der Publikation eines internen Papiers fordern erste Stimmen, das Führungsteam der Nagra auszuwechseln. Das Vertrauen sei verspielt. Das Nagra-Papier nennt nur noch zwei Orte, wo dereinst Schweizer Atomabfälle vergraben werden sollen. Offiziell stehen sechs zur Auswahl.

«Ich nehme an, dass man in der Nagra das Führungsteam auswechseln muss», sagte Geologieprofessor Walter Wildi am Montag gegenüber Schweizer Radio DRS. Der atomkritische Wildi hatte im August den Beitrat Entsorgung aus Protest verlassen. Er warf der Nagra eine «unverantwortliche Sicherheitskultur» vor.

Der Geologe und Nuklearexperte Marcos Buser geht noch weiter. Er verlangt eine Sistierung des Verfahrens, damit die Hintergründe ausgeleuchtet werden können, wie er in einem Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» sagte. Anschliessend brauche es «neue, vertrauensvolle» Köpfe.

Buser, der die Eidg. Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) im Juni verlassen hatte, erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen die Nagra: «Bislang haben die Verantwortlichen falsch gespielt.» Überhaupt: Dass die Nagra nach einem Endlager suche, sei ein Systemfehler. Diese vertrete die Interessen der Stromwirtschaft.

Weinland «bester Standort»

Fachlich geht Buser mit der Nationalen Gesellschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) allerdings einig: Das Zürcher Weinland und der Bözberg (Jura-Ost) gehören auch für ihn zu den favorisierten Standorten. Das Weinland sei, soweit bekannt, der beste Standort, sagte Buser im Interview.

Der Bözberg sei geologisch nicht der beste Standort, aber logistisch interessant. Der Atommüll sei bereits in der Gegend zwischengelagert; die Akzeptanz der Aargauer Bevölkerung höher als anderswo. Die Schlüsse der Nagra seien deshalb «nachvollziehbar», das Verfahren sei aber manipuliert worden, sagte Buser.

«Dann gibt es Zoff»

Rücktrittsforderungen kommen auch aus der Politik. Nationalrat Hans Grunder (BDP/BE) sagte gegenüber Radio DRS, Rücktritte müsse man diskutieren. Die Voraussetzungen, um in den Regionen weitere Verhandlungen zu führen, seien in der jetzigen Situation schlecht. Grunder sitzt in der Energiekommission (UREK) das Nationalrats.

Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP/ZH), ebenfalls UREK- Mitglied, sagte: «Wenn die Spielregeln inmitten des Spiels geändert werden, dann gibt es natürlich Zoff.» Und der atomkritische SP- Nationalrat Beat Jans (BS) meinte: «Wenn sich diese Geschichte als richtig herausstellt, dann unterstütze ich die Rücktrittsforderungen.

Die UREK tagt am (heutigen) Montag und (morgen) Dienstag. UREK- Präsident Eric Nussbaumer (SP/BL) sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, er gehe davon aus, dass sich die Kommission mit der Nagra beschäftigen werde. Es gebe bestimmt Interventionen, sich des Themas anzunehmen. Offiziell sei allerdings nichts traktandiert.

Die Nagra stellt sich auf den Standpunkt, dass das Papier lediglich «eines von vielen möglichen Szenarien» aufzeige. Es werde zur Berechnung für die nötigen personellen und finanziellen Ressourcen gebraucht. Das Papier beschreibe nicht die Planung.

(sda)>

Kommentar: Weg damit und sauber bleiben

Weg mit den Atomkraftwerken, es gibt genug Möglichkeiten für sauberen Strom. Und den Atommüll sollte man in die Sonne schiessen. Und sauber bleibt die Erde.

Michael Palomino, 9.10.2012

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26.10.2012: Fische bei Fukushima strahlen weiterhin

aus: n-tv online: Japan nach der Atomkatastrophe: Fische strahlen unvermindert; 26.10.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Fische-strahlen-unvermindert-article7578776.html

<Seit dem Gau im japanischen AKW Fukushima hat sich die Strahlenbelastung der vor der Insel gefangenen Fische nicht verringert. Das zeigt eine Studie. Der Autor nennt zwei Gründe dafür. Der naheliegende: Der Meeresboden gibt weiter peu à peu Radioaktivität ab. Der skandalöse: Er vermutet, dass noch immer verstrahltes Wasser aus dem Reaktor läuft.

Rund anderthalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Japan ist die radioaktive Belastung der Fische vor der Küste von Fukushima nicht zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Chemikers Ken Buesseler vom Ozeanografischen Institut von Woods Hole im US-Bundesstaat Massachusetts, die in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" veröffentlicht wurde.

Buesseler geht davon aus, dass weiterhin verstrahltes Wasser aus dem Unglücksreaktor ins Meer läuft und verseuchter Meeresboden radioaktive Teilchen ins Wasser abgibt. Auf Grundlage der Daten schätzt Buesseler, dass rund 40 Prozent der Fische vor der Küste Fukushimas nach den japanischen Grenzwerten ungenießbar sind. Einerseits nehme die radioaktive Belastung nicht ab, andererseits variiere sie von einer Fisch- und Krustentierart zur nächsten.

Ministerium prüft Fische

Das erschwere die Einschätzung der Gefahren durch die Behörden. Buesseler zufolge sind weitere Studien erforderlich, um die Herkunft des Cäsiums und anderer Radionuklide, die den Pazifik vor Fukushima weiter verseuchten, besser nachvollziehen zu können.

Die Bewohner des Inselreiches Japan zählen zu den größten Fischessern der Welt. Viele Menschen machen sich dort Sorgen über die Sicherheit von Nahrungsmitteln aus dem Meer. Seit dem 23. März 2011, also wenige Tage nach dem Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, überprüft das Fischereiministerium Radionuklide in Fisch und anderen Meeresprodukten.

Im März 2011 hatten ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami zur Kernschmelze in der Anlage in Fukushima geführt. Es war die folgenschwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa>

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1.11.2012: Fukushima-Gelder veruntreut - Gelder für Strassenbau in anderen Regionen oder für den Kauf seltener Erden verwendet

aus: n-tv online: Milliarden flossen in andere Länder: Fukushima-Gelder veruntreut; 1.11.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Fukushima-Gelder-veruntreut-article7631761.html

<Ein Prüfbericht aus Tokio sorgt für Aufsehen: Gelder für den Wiederaufbau nach dem Tsunami in Japan 2011 und die Atomkatastrophe von Fukushima sind danach zu einem großen Teil in Projekte geflossen, die mit der Katastrophe nichts zu tun hatten.

Für den Wiederaufbau nach dem Tsunami in Japan vorgesehene Gelder sind laut einem Regierungsbericht teilweise in vollkommen andere Projekte geflossen. So wurden Teile der Gesamtsumme von 14,9 Billionen Yen (rund 144 Milliarden Euro) etwa für den Straßenbau auf der südlichen Insel Okinawa oder den Kauf seltener Erden verwendet, wie aus einem von der Regierung in Auftrag gegebenen Prüfungsbericht hervorgeht. Demnach wurde zudem für 4,2 Milliarden Yen Ausrüstung zur Katastrophenprävention in südostasiatische Länder geliefert.

Eigentlich waren die knapp 15 Billionen Yen ausschließlich für den Wiederaufbau des Nordostens Japans gedacht. Fast 19.000 Menschen waren im März 2011 ums Leben gekommen, als ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami die Gegend erschütterten. Die Naturkatastrophe führte zur Kernschmelze in der Atomanlage in Fukushima, der folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

Fast 20 Monat später leben immer noch mehr als 300.000 Menschen in provisorischen Unterkünften - weil ihre Häuser noch nicht wieder aufgebaut wurden oder weil die Umgebung noch radioaktiv verseucht ist. Politiker aus Nordostjapan kritisieren immer wieder, dass der Wiederaufbau viel zu schleppend vorangehe.

Quelle: n-tv.de, AFP>

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20 minuten
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21.11.2012: AKW-Stilllegungen in der Schweiz werden teuer

aus: 20 minuten online: Teure Stilllegung: AKW-Betreiber werden zur Kasse gebeten; 21.11.2012;
http://www.20min.ch/schweiz/dossier/atomenergie/story/14213389

<Die Schweizer Betreiber von Atomkraftwerken müssen kräftig nachzahlen. Die Kosten der Stilllegung werden auf 20,6 Milliarden geschätzt, 10 Prozent mehr als vor sechs Jahren.

Die AKW-Betreiber müssen mehr in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds einbezahlen. Dies haben die Kommissionen der Fonds an ihrer Sitzung vom Dienstag entschieden. Insgesamt sollen sich die Kosten für die Stilllegung der Kraftwerke auf 20,6 Milliarden Franken belaufen.

Das sind rund 10 Prozent mehr als die bisherigen Kostenschätzungen aus dem Jahr 2006, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am frühen Mittwochmorgen mitteilte. Die nun von den Kommissionen neu festgelegten Jahresbeiträge gelten für die Jahre 2012 bis 2016.

Fonds stellen Finanzierung und Entsorgung sicher

Grundlage für die Berechnung der Beiträge der AKW-Betreiber bilden laut BFE Kostenstudien, die alle fünf Jahre aufgrund des neusten Wissens- und Technikstands aktualisiert werden müssen. Als Berechnungsgrundlage wird eine Laufzeit der AKW von 50 Jahren angenommen.

Die beiden unabhängigen Fonds stellen die Finanzierung der Stilllegung der AKW und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle nach deren Ausserbetriebnahme sicher.

(sda)>

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Der
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28.12.2012: Geheimer Atomdeal zwischen Frankreich und China zum Austausch von Atom-Wissen

aus: Der Standard online: Explosiver Atomdeal zwischen Paris und Peking; 29.12.2012;
http://derstandard.at/1356426379406/Explosiver-Atomdeal-zwischen-Paris-und-Peking

<Stefan Brändle

Die Öffentlichkeit wurde über den geheimen Atomdeal erst durch einen Medienbericht informiert.

Paris hat mit Peking einen weitgehenden Austausch von Nukleartechnologie vereinbart. Wie weit er geht, erfahren die Franzosen aber nicht.

Paris - Der vermummte Einbrecher kam im Morgengrauen. Er knebelte Maureen Kearney, stülpte ihr eine Kapuze über und fesselte sie an einen Sessel. Er hinterließ ein "A", wie Areva, wo die Gewerkschafterin arbeitet, und meinte, bevor er wieder ging, es werde "keine weitere Warnung" geben. Dann war der Spuk in dem Wohnhaus außerhalb von Paris wieder vorbei.

Der Überfall kurz vor Weihnachten war genaustens geplant; wenige Minuten zuvor hatte Kearneys Gatte das Haus verlassen. Sie selbst weiß nicht, wer der Täter war, aber ihre Gewerkschaft CFDT ist überzeugt: Die brutale Drohgebärde hat etwas mit Kearneys heiklem Job zu tun.

Die Gewerkschafterin sitzt im Betriebskomitee des weltgrößten Atomkonzerns Areva und kämpft dort unter anderem für innerbetriebliche Transparenz. Fünf Tage vor dem Überfall hatte sie zum wiederholten Mal - und diesmal sogar per Anwaltschreiben, die Offenlegung eines Atomdeals mit China verlangt. Areva, Électricité de France (EdF) und die chinesische Stromproduzentin CGNPC hatten im Oktober in Avignon mit Billigung der französischen Regierung ein strategisches Abkommen geschlossen.

Explosiver Deal

Von seiner Existenz erfuhr die Öffentlichkeit erst Wochen später durch eine Enthüllung der Wirtschaftszeitung Les Echos. Französische Atomexperten vermuten, dass der Deal hoch explosiv ist: Peking will bauliche, wohl eher billige Bestandteile für den französischen AKW-Park mit seinen 58 Reaktoren liefern, was etliche Sicherheitsfragen aufwirft. Die beiden Staatskonzerne Areva und EDF verkaufen ihrerseits ganze Atomkraftwerke - und geben den Chinesen erstmals Einblick in ihre Reaktorkerne.

Wie weit dieser Technologietransfer geht, wissen aber nur die Beteiligten. Nicht einmal die französischen Parlamentarier sind im Bild. Präsident François Hollande hatte im September im Kreis einiger Minister grünes Licht für das Abkommen gegeben, ohne dass die Öffentlichkeit von dieser wichtigen Regierungssitzung auch nur erfuhr. Erst auf Drängen von Journalisten gab das Präsidialamt ein dürres Communiqué heraus, das von einer "dauerhaften und ausgewogenen Partnerschaft mit China" in der Nuklearwirtschaft spricht.

Mehr ist nicht bekannt. Und wie der Einbruch bei Maureen Kearney zeigt, sind einige Leute der Meinung, dass es dabei bleiben sollte. Doch wer? Die Gewerkschaft CFDT verdächtigt nicht in erster Linie Areva, sondern den Dunstkreis der vielen Mittelsmänner solcher bilateraler Großverträge. "Wir haben gestört, aber wir wissen nicht, wen", meinte ein CFDT-Vertreter in der Pariser Zeitung Libération.

Unklar ist auch die Rolle von EDF-Vorsteher Henri Proglio, einem der mächtigsten Männer Frankreichs. Er hatte zuerst allein mit der chinesischen CGNPC verhandelt und seine innerfranzösische Konkurrentin Areva schlicht übergangen. Zudem billigte er den Chinesen einen Technologietransfer zu, der Hollande zu weit ging. Frankreichs Präsident verlangte die Einbeziehung von Areva und wartet wohl nur auf eine Gelegenheit, um Proglio loszuwerden.

Geheimniskrämerei

Die internen Querelen in Paris verstärken noch das Klima des Misstrauens und der Geheimniskrämerei rund um das Atomabkommen. Wie Le Canard Enchaîné in seiner neusten Ausgabe berichtet, ermittelt die Finanzinspektion des französischen Wirtschaftsministeriums, ob bei dem Vertragsabschluss alles rechtens zugegangen war. Wenn nicht, wird es die Öffentlichkeit vielleicht auch nie erfahren. Die Franzosen sollen sich keine unnötigen Sorgen machen. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 29./30.12.2012)>

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Die Dummheit stirbt zuletzt:

Welt
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5.1.2013: China baut am grössten AKW der Welt weiter

aus: Welt online: Nach Fukushima-Pause: China baut das größte Atomkraftwerk der Welt; 5.1.2013;
http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article112419238/China-baut-das-groesste-Atomkraftwerk-der-Welt.html

<Es soll die größte Atomanlage der Welt werden: China hat die Bauarbeiten an seinem prestigeträchtigen Akw wieder aufgenommen. Die Arbeiten waren nach der Fukushima-Panne gestoppt worden.

China hat den Bau eines Kernkraftwerkes der vierten Generation wiederaufgenommen, das die größte Atomanlage der Welt werden soll. Wie das staatliche China Internet Information Center berichtete, gingen die Bauarbeiten in Rongcheng in der ostchinesischen Provinz Shandong bereits vergangenen Monat weiter, nachdem sie infolge der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 ausgesetzt worden waren.

Die Anlage an der Shidao-Bucht werde das "weltweit erste erfolgreich kommerzialisierte Vorzeigeprojekt mit Atom-Technologie der vierten Generation".

Das neue Atomkraftwerk solle sicherer und kostengünstiger sein, sagte ein Sprecher des größten beteiligten Investors China Huaneng Group dem Bericht zufolge. Ab 2017 soll es Strom liefern, seine Kapazität solle bis auf 6600 Megawatt gesteigert werden.

Die Investitionen in das Kraftwerk betrügen vorerst drei Milliarden Yuan (368 Millionen Euro), berichtete das China Internet Information Center. Der staatliche Sender China Radio International hob in einem Bericht hervor, dass die Anlage ausschließlich von chinesischen Wissenschaftler entworfen und entwickelt worden sei.

Weitere Atomkraftwerke werden gebaut

Die chinesische Regierung hatte bereits im Oktober einen Baustopp für Atomkraftwerke aufgehoben, der nach dem Atomunfall in Japan verhängt worden war. Nun sollen nach offiziellen Angaben "eine kleine Zahl" an Akw in Küstennähe genehmigt werden.

Der Akw-Bau an der Shidao-Bucht war 2011 begonnen worden. Bislang betreibt China 15 Atomreaktoren, angesichts des steigenden Energiebedarfs des aufstrebenden Schwellenlands will es seinen Atomsektor aber deutlich ausbauen.>

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23.2.2013: Undichte Atommülltanks in den "USA" in Hanford, Washington State

aus: 20 minuten online: Zu alte Behälter: Undichte Atommülltanks in US-Atomanlage; 23.2.2013;
http://www.20min.ch/ausland/news/story/16451120

<In der amerikanischen Atomanlage Hanford im US-Staat Washington sind sechs unterirdische Tanks mit nuklearem Abfall undicht. Gouverneur Jay Inslee nannte die Nachricht am Freitag «beunruhigend».

n der vergangenen Woche war zunächst bekanntgeworden, dass einer von 177 Tanks mit Atommüll leckt. Die Behälter, die meisten einwandig, sind inzwischen weit über ihre vorgesehene Nutzungsdauer von 20 Jahren hinaus. In ihnen befinden sich Millionen von Litern eines hoch radioaktiven Gebräus aus Jahrzehnten der Plutoniumproduktion für Atomwaffen.

Gouverneur Inslee erklärte nach einem Treffen mit dem US-Energierminister Steven Chu, dieser habe ihm gesagt, dass die Lecks in den anderen Tanks erst nicht erkannt wurden, weil die grafische Darstellung des Pegelstands in den Tanks falsch interpretiert wurde. Eine erneute Überprüfung der Daten habe aber klar aufgezeigt, dass mehrere Tanks offenbar Flüssigkeit verlören. Das lasse befürchten, dass mehr als sechs Tanks betroffen seien, sagte Inslee. Ihm sei aber versichert worden, dass keine unmittelbare Gefahr für Menschen bestehe, und dass es Jahre dauern könne, bis die ausgetretene Flüssigkeit das Grundwasser oder den Columbia River erreiche.

Die US-Regierung schuf den Nuklearkomplex Hanford in den 1940er Jahren als Teil des streng geheimen Manhattan-Projekts zum Bau der Atombombe. Der erste Nuklearreaktor der Welt, Reaktor B, befindet sich auf dem Gelände. Es bestehen Pläne, Reaktor B zu einem Nationalpark zu machen.

Sanierung wird Jahrzehnte dauern

Die Anlage wird seit Jahren saniert, die Tankanlage mit dem Atommüll soll geschlossen werden, um den Columbia River zu schützen. Seit 1998 ist das eigens dafür geschaffene Büro für den Schutz des Flusses im Energiedepartement mit der Schliessung der Tankanlage betraut.

Dazu wird eine Anlage gebaut, die die Millionen Liter flüssigen Atommüll in eine glasartige Masse für eine sichere Lagerung umwandeln soll. Ihre Kosten sind auf 12,3 Milliarden Dollar veranschlagt - die Bauarbeiten sind hinter dem Zeitplan und die Kosten schon um Milliarden darüber gestiegen.

Insgesamt wendet die US-Regierung jährlich zwei Milliarden Dollar für die Sanierung der Hanford-Anlagen auf, in der 40 Jahre lang Plutonium produziert wurde - sie wird mehr als vier Jahrzehnte dauern.

(bem/sda)>

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26.2.2013: Kinderspielplatz in Fukushima strahlt und strahlt

aus: n-tv online: Fukushima schlecht dekontaminiert: Kinderspielplatz strahlt und strahlt; 26.2.2013;
http://www.n-tv.de/politik/Kinderspielplatz-strahlt-und-strahlt-article10193491.html

<Zwei Jahre ist es her, dass ein Tsunami zum GAU im japanischen Kernkraftwerk Fukushima führte. Große Mengen an Radioaktivität wurden damals frei. Vieles ist längst dekontaminiert worden, doch nicht alles, und nicht alles ausreichend. Greenpeace-Messungen zeigen: Kinder sind einer hohen Strahlung ausgesetzt.

Auch rund zwei Jahre nach dem GAU im Atomkraftwerk Fukushima ist die Bevölkerung noch immer teils extrem hoher radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Auf einem Kinderspielplatz der rund 284.000 Bewohner zählenden Provinzhauptstadt Fukushima zeigten Messinstrumente der Umweltschutzorganisation Greenpeace über 10 Mikrosievert pro Stunde an. Der in Deutschland gültige Grenzwert von einem Millisievert im Jahr wäre auf dem Spielplatz in Fukushima schon nach etwa vier Tagen erreicht. Auf einem Parkplatz am Bahnhof der Stadt wurden sogar 40 Mikrosievert gemessen.

Es sei unverständlich, dass der Staat dagegen in evakuierten Landstrichen einen enormen Aufwand treibe, um auf bewaldeten Berghängen und verlassenen Grundstücken die Strahlendosis zu senken, sagte Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace Deutschland.

Das Umweltministerium in Tokio wies die Kritik zurück. "Wir als Staat übernehmen die höher verstrahlten Gebiete, weil man für die Dekontaminierung solcher Gebiete mehr Aufwand braucht", sagte der im Ministerium für Dekontaminierung zuständige Beamte Shota Kato. Für Regionen wie die Stadt Fukushima seien die jeweiligen örtlichen Regierungen verantwortlich. Diese seien angewiesen worden, Stellen, wo sich viele Kinder aufhalten, "mit Vorrang" zu dekontaminieren. "Und es wird auch meistens so gemacht", sagte Kato.

Quelle: n-tv.de , dpa>

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Fukushima am 7.4.2013: In Fukushima versickert radioaktives Wasser - bis 120 Tonnen - Tepco sieht "keine Gefahr für das Grundwasser"

aus: n-tv online: Fukushima bleibt ein Sorgenkind: Radioaktives Wasser versickert; 7.4.2013;
http://www.n-tv.de/panorama/Radioaktives-Wasser-versickert-article10424041.htm

<Aus einem der Pannen-Reaktoren in Fukushima treten bis 120 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser aus. Einer der Kühlwassertanks war leckgeschlagen. Das Wasser versickert im Erdreich. Der Betreiber Tepco sieht dennoch keine Gefahr für das Grundwasser.

Die Serie gravierender Pannen in der schwer beschädigten japanischen Atomanlage Fukushima reißt nicht ab. Wie die Betreiberfirma Tepco mitteilte, traten in der Nacht zum Samstag bis zu 120 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Tank aus und drangen in den Boden ein. In den insgesamt sieben Tanks wird Kühlwasser aufbewahrt. Das restliche Wasser werde aus dem lecken Tank in andere Tanks gepumpt, sagte ein Tepco-Sprecher. Es sei aber unwahrscheinlich, dass verseuchtes Wasser ins Meer gelange.

Unmittelbar zuvor war eines der Kühlsysteme des Abklingbeckens für verbrauchten Kernbrennstoff neben Reaktor drei für drei Stunden ausgefallen. Nach dem technischen Alarm und einer Überprüfung wurde die Anlage nach Angaben von Tepco wieder in Betrieb genommen. Ursache waren demnach vermutlich "Arbeiten an technischen Schutzmechanismen". Bereits im März waren vier Kühlbecken für 30 Stunden ausgefallen, nachdem eine Ratte einen Kurzschluss in der Schaltanlage verursacht hatte.

Die Abklingbecken sollen ein Überhitzen der verbrauchten Brennstäbe und damit eine Kernschmelze verhindern. Laut Tepco dauert es etwa zwei Wochen, bis die Brennstäbe ohne funktionierende Kühlung überhitzen.

In dem Atomkraftwerk im Nordosten Japans war es infolge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis am 11. März 2011 in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Es war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986. Inzwischen gilt die Situation in den Meilern von Fukushima zwar als stabilisiert, aber weiterhin fragil.

Quelle: n-tv.de , AFP>

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13.4.2013: <Filmteam entdeckt Tausende von Atommüllfässern im Ärmelkanal> - 28.500 Atomfässer zwischen 1950 und 1964 versenkt

aus: Der Bund online; 13.4.2013;
http://www.derbund.ch/ausland/europa/Filmteam-entdeckt-Tausende-von-Atommuellfaessern-im-Aermelkanal/story/27719916

<Zwischen 1950 und 1963 entsorgten England und Belgien hochgiftigen radioaktiven Abfall vor der Küste Frankreichs. Experten gingen davon aus, dass sich die Fässer aufgelöst haben. Ein Irrtum, wie eine Reportage zeigt.

Stellen laut dem Bericht des SWR weiterhin eine Gefahr dar: Atommüllfässer im Meer. (Archivaufnahme eines Fasses im Meer vor Frankreich an einer anderen Stelle)

Auf dem Meeresgrund im Ärmelkanal hat ein Kamerateam des SWR Atommüllfässer gefunden. 28'500 Stahlfässer liessen die britischen und belgischen Behörden zwischen 1950 und 1963 im Unterwassergraben Hurd Deep versenken. Wie Hartmut Nies von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gestern gegenüber der ARD sagte, ging die Behörde bislang davon aus, dass die Fässer längst verrostet sind und sich die Radioaktivität im Meer verteilt hat. «Man untersucht den Meeresboden sowieso andauernd, da wären bestimmt irgendwelche Fässer aufgefallen, wenn man die gehabt hätte», erklärte er.

Doch das Filmteam des SWR fand das Gegenteil heraus: Sie schickte ein unbemanntes, ferngesteuertes U-Boot vor der britischen Insel Alderney in eine Tiefe von 124 Metern. Im Filmausschnitt, den die ARD zeigte, ist ein erstes, durchgerostetes Fass zu sehen. Doch dann lieferte die Kamera den Beweis, dass gewisse Fässer immer noch intakt sind. «Wir denken, dass noch viel mehr unversehrte Fässer da unten liegen», sagte der Journalist Thomas Reutter gegenüber «Spiegel online». Es sei sehr unwahrscheinlich, dass man bei dem Tauchgang ausgerechnet die beiden einzigen unbeschädigten Fässer entdeckt habe, so Reutter weiter.

Erhöhte Strahlung auf britischer Insel

Die Entsorgung von Atommüllfässern war bis in die 90er-Jahre gängige Praxis und wurde seit den 80er-Jahren von der Umweltschutzorganisation Greenpeace heftig bekämpft. 1994 wurde die Entsorgung von Feststoffen auf dem Meeresboden von der International Maritime Organisation verboten. Bis dahin haben verschiedene Länder rund 100'000 Tonnen Atommüll im Meer versenkt.

Laut dem Bericht der IAEA enthalten die britischen Fässer 58 Billionen Becquerel Alpha-, Beta- und Gammastrahlen, die belgischen Fässer deren 2,4 Billionen. Der EU-Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 10 Becquerel pro Liter. Offenbar hat sich die radioaktive Strahlung aus den Fässern, die durchgerostet sind, auch nicht wie erwartet gleichmässig im Meer verteilt und den Atommüll unschädlich gemacht. Ein britischer Wissenschaftler, der das Filmteam auf die Insel Alderney begleitete, stellte auf einem Gammaspektrometer eine erhöhte Strahlung fest. Auch der Geigerzähler, den das Kamerateam selbst mitbrachte, zeigte eine doppelt so hohe Strahlung wie üblich an.

Fässer bergen? – «Wenn ich keinen zu hohen Aufwand habe»

Nun fordern die Grünen-Politiker in Deutschland, dass die noch intakten Fässer gehoben und zurückgeholt werden: «Ich glaube, dass diese Fässer in dieser geringen Tiefe ein hohes Gefährdungspotenzial darstellen», sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl gegenüber dem Filmteam. Als die Filmemacher Hartmut Nies von der IAEA darauf ansprachen, ob es nicht besser wäre, intakte Fässer zu bergen, falls welche gefunden werden, sagte dieser: «Wenn ich keinen hohen Aufwand habe – natürlich.» (heb)>

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Fukushima am 25.4.2013: Gerichtsentscheid: Kinder bei Fukushima müssen in verstrahlter Stadt bleiben

aus: 20 minuten online: Japanisches Gericht:Kinder müssen in verstrahlter Stadt bleiben; 25.4.2013;
http://www.20min.ch/ausland/news/story/18684333

<Dieser Entscheid gibt zu reden: Ein Gericht hat eine Klage von Eltern zurückgewiesen, ihre Kinder aus dem bei der Atomkatastrophe 2011 verstrahlten Gebiet der Stadt Koriyama zu evakuieren.

Das Obergericht in Sendai erklärte zu der im Juni 2011 eingereichten Klage, die radioaktive Strahlung liege zwar über den vor der Katastrophe geltenden Grenzwerten. Die Regierung sei aber nicht dafür verantwortlich, Gebiete der Stadt Koriyama und ihre Schulen wie gefordert zu evakuieren. Die Kläger hatten die Behörden rechtlich in der Pflicht dazu gesehen.

Das Gericht legte den Klägern nahe, die Region auf eigene Faust zu verlassen, wenn sie um die Gesundheit ihrer Kinder besorgt seien.

«Unfair»

Ein Anwalt der Kläger, Toshio Yanagihara, sagte, das Urteil sei unfair, weil die Kinder «Opfer mit absolut keiner Verantwortung für den Atomunfall» seien.

Der Fall hatte internationale Aufmerksamkeit erregt, weil es über die Folgen einer anhaltenden Belastung mit niedriger Strahlung auf die Gesundheit insbesondere bei Kindern noch viele Fragezeichen gibt.

Koriyama ist eine Stadt mit 330 000 Einwohnern 60 Kilometer westlich des Atomkraftwerks Fukushima, in dem sich nach dem Erdbeben und Tsunami vor zwei Jahren der schwerste Unfall in einem Atomkraftwerk seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986 ereignete. In Tschernobyl erkrankten Kinder mehrere Jahre nach dem Unglück an Krebs.

Das Obergericht in Sendai befasste sich in zweiter Instanz mit der Klage. Die Vorinstanz hatte sie im Dezember 2011 abgelehnt. Der Instanzenweg ist noch nicht ausgeschöpft.

(gux/sda)>

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Die Schweiz hat massenweise Atommüll im Meer:

20 minuten
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25.4.2013: <Versunkene Altlast: Schweiz soll Atommüll aus dem Meer bergen>

aus: 20 minuten online; 25.4.2013;
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/12487938

<von L. Hanselmann
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5341 Tonnen radioaktive Abfälle kippte die Schweiz seit 1969 in den Atlantik. Neue Aufnahmen zeigen, dass die Fässer noch intakt sein können. Umweltschützer fordern jetzt Massnahmen.

Während in der Schweiz intensiv um Atomendlager unter der Erde gestritten wird, geht der Atommüll unter dem Wasser fast vergessen. Dabei hat die Schweiz zwischen 1969 und 1982 einen grossen Teil ihrer radioaktiven Abfälle im Meer versenkt – ganz legal. Erst 1992 beschloss der Bundesrat, auf die sogenannte Verklappung zu verzichten.

Bis dahin hatten die europäischen Staaten bereits satte 222'732 Fässer mit Atommüll in den Nordatlantik und den Ärmelkanal geworfen. Was heute mit diesen ist, weiss niemand. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ging bis vor Kurzem davon aus, dass sie durchgerostet sind und sich der atomare Inhalt im Meer verflüssigt habe. Doch jetzt fanden deutsche Filmer bei einer anderen Dumping-Stelle im Ärmelkanal intakte Fässer.

Niemand weiss, was mit den Fässern ist

Ob und wie gefährlich deren Inhalt heute noch ist, ist umstritten. Offiziell war in den Fässern schwach- bis mittelradioaktiver Abfall aus der Atomindustrie, der Forschung und der Medizin. Die Schweiz entsorgte gemäss dem Eidgenössischen Nuklearinspektorat Ensi vor allem Tritium, das beispielsweise als Abfallprodukt bei der Herstellung von Leuchtfarben und Ionisationsmeldern anfiel. Unter den versenkten 5341 Tonnen waren zudem Handschuhe, Schutzanzüge oder Filter aus der Atomindustrie.

Kritiker befürchten aber, dass zumindest einige der 222'732 Fässer auch hoch radioaktiven Müll enthalten. Zwar massen Forscher bei den Dumping-Stellen im Rahmen eines Überwachungsprogramms der OECD, an dem sich auch die Schweiz beteiligte, nur schwache Strahlungswerte. Doch seit bald 20 Jahren hat niemand mehr die Fässer untersucht.

Schweiz soll gefährliche Fässer bergen

Das soll sich nun ändern: In Deutschland verlangen Grüne und Umweltschützer, dass die Fässer aus dem Ärmelkanal entfernt werden. Und auch in der Schweiz werden Massnahmen gefordert. «Aus den Augen, aus dem Sinn ist ein sehr gefährliches Credo. Die Fässer sollten untersucht und, sofern sie sich als potenziell gefährlich herausstellen, geborgen werden, sagt Sabine von Stockar von der Schweizerischen Energie-Stiftung.

Ins gleiche Horn bläst Greenpace: «Es braucht unbedingt ein Monitoring, wenn nötig auch eine Bergung. Wir müssen wissen, was mit der Radioaktivität passiert und welche negativen Auswirkungen sie auf die Meeresfauna hat», so Sprecherin Sibylle Zollinger. Noch weiter geht der Grüne Nationalrat und Atomkritiker Geri Müller: Für ihn ist die Schweiz gesetzlich verpflichtet, den Atommüll zu bergen. «Es muss alles zurück bis aufs letzte Gramm.»

Atomlobby sieht keine Gefahr

Die Schweiz soll eine entsprechende internationale Mission anstossen, fordert Müller – finanziert durch die Verursacher des Mülls. «Die Bergung darf keine Frage der Kosten sein, solange der Atomstrom so billig ist.» In der Tat sieht das Kernenergiegesetz eine Entsorgungspflicht vor, die erst erfüllt ist, wenn der radioaktive Abfall in einem geologischen Tiefenlager oder einer Entsorgungsanlage ist. Allerdings gilt das Gesetz erst seit 2003.

Entsprechend sieht Matthias Rey vom Nuklearforum die Atomlobby auch nicht in der Pflicht. Da es sich bei den Abfällen aus der Schweiz nicht um hoch radioaktive Abfälle handle, «gehen wir davon aus, dass eine Bergung des Materials aus der Schweiz nicht nötig ist». Die potenzielle Gefährdung schätzt er in Anbetracht der Tiefe und der natürlichen Radioaktivität des Meerwassers als sehr gering ein. Das Ensi wollte zu dieser Frage nicht Stellung nehmen.>

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Fukushima am 1.5.2013: Reaktoren sind mit radioaktivem Grundwasser überschwemmt

aus: Spiegel online: Fukushima: Reaktoren laufen mit radioaktivem Grundwasser voll; 1.5.2013;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/fukushima-tepco-kaempft-gegen-grundwasser-fluten-a-897334.html

<Jede Minute sickern 280 Liter Grundwasser in die Atomruine von Fukushima. Sie werden zu einem strahlenden Problem. Kritiker werfen dem Betreiber Tepco vor, das Problem verschleppt zu haben. Denn die gigantischen Speichertanks werden langsam voll - und es gibt Lecks.

Dicht am Pazifik liegt das AKW Fukushima-Daiichi. Diese Lage war verhängnisvoll, als am 11. März 2011 erst ein Erdbeben die Region erschütterte und dann ein Tsunami über Japans Nordostküste rollte. Die Lage bringt auch nach dem Unglück ein gravierendes Problem mit sich: Grundwasser strömt hier von den nahe gelegenen Bergen ins Meer. Nun sickert ein Teil davon in die zerstörten Reaktoren, wo es radioaktiv kontaminiert wird. Etwa 280 Liter sind es pro Minute, also rund 400 Tonnen pro Tag. "Das Wasser wird jede Minute mehr, egal ob wir essen, schlafen oder arbeiten", sagte Tepco-Mitarbeiter Masayuki Ono der "New York Times".

Tepco, der Betreiber des havarierten AKW, hat gewaltige Speicherkapazitäten für die Fluten aufgebaut - und dennoch wird der Platz langsam knapp. Zudem traten mehrmals in den vergangenen Wochen Lecks in Tanks auf. Kritiker werfen Tepco vor, die Grundwasser-Problematik unterschätzt zu haben. So gab es etwa frühzeitig die Idee, eine Betonwand bis in 18 Meter Tiefe in den Boden zu ziehen, um den Wasserfluss in Richtung Reaktorgebäude aufzuhalten.

Tepco plant stattdessen eine Art Bypass im Boden: Das Grundwasser soll in neu gegrabene Brunnen gepumpt werden. Das System soll demnächst einsatzbereit sein. Allerdings könnte Tepco damit die einströmenden Wassermengen nicht völlig stoppen, sondern nur reduzieren. 200 bis 300 Tonnen würden weiterhin täglich in die Reaktoren sickern, berichtet "Asahi Shimbun".

Laut einem Bericht der Zeitung von Anfang April hat Tepco Speicherkapazitäten für rund 325.000 Tonnen Wasser rund um die Atomruine, doch die Tanks seien bereits zu 80 Prozent voll. Insgesamt würden sich 370.000 Tonnen kontaminiertes Wasser in der Anlage befinden - inklusive der Flüssigkeit in den Reaktoren.

Einfach ins Meer leiten?

Filteranlagen sollen zwar diverse radioaktive Partikel aus dem Wasser ziehen, doch das Wasserstoff-Isotop Tritium lässt sich mit der Anlage vor Ort bisher nicht entfernen. Die Idee, gefiltertes, aber noch tritiumhaltiges Wasser in den Pazifik zu leiten, sorgte in Japan für Empörung.

Bisher bleibt Tepcos einzige Lösung, noch mehr Tanks mit radioaktiv belastetem Wasser zu füllen - und zu hoffen, dass sie halten. "Wir waren so auf die Brennstäbe und die geschmolzenen Reaktorkerne konzentriert, dass wir das Wasserproblem unterschätzt haben", sagte Tatsujiro Suzuki, ein Mitglied von Japans Atomenergie-Kommission, der "New York Times".

Tatsächlich hat Tepco beim Rückbau der Atomruine mit deutlich mehr Problemen zu kämpfen als mit dem Wasser. So gab es beispielsweise in den vergangenen Wochen zweimal Stromausfälle, weil Nagetiere Leitungen beschädigt hatten.

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n-tv online, Logo

4.5.2013: Sonnige Türkei will japanische AKWs bauen - trotz Erdbebengefahren

aus: n-tv online:
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Tuerkei-bekommt-neue-Meiler-article10586991.html

<Atomtechnik aus Japan: Türkei bekommt neue Meiler.

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima verändert bislang vor allem die deutsche Energiepolitik: In der Türkei dagegen steht die Atomenergie dank tatkräftiger Hilfe aus Russland und Japan vor einem Neuanfang - trotz Erdbebengefahr und anderer Risiken.

Ein Konsortium aus japanischen und französischen Unternehmen steht bereit, an der türkischen Schwarzmeerküste ein lange geplantes Atomkraftwerk zu bauen. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan unterzeichnete in Ankara eine Vereinbarung zum gemeinsamen Bau mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe.

Aus deutscher Sicht erscheint das Vorhaben gleich in mehrerer Hinsicht riskant: Im Süden des Landes wird der Nato-Partner Türkei auch von deutschen Raketenabwehrsystemen vom Typ Patriot vor Angriffen aus benachbarten Krisenregionen geschützt. Seit Jahrzehnten sieht sich die Regierung in Ankara zudem mit teils islamistischen, teils separatistischen Terrorbedrohungen konfrontiert. Geologisch befinden sich große Teile des Landes zudem in einer tektonisch aktiven Zone. Immer wieder erschüttern Erdbeben unterschiedlicher Stärke die Türkei.

Errichtet werden soll das 4800-Megawatt-Kraftwerk in Sinop am Schwarzen Meer. Der Bau soll türkischen Medienberichten zufolge im Jahr 2017 beginnen. Beteiligt sind unter anderem der japanische Kraftwerkkonzern Mitsubishi Heavy Industries, die japanische Unternehmensgruppe Itochu sowie das französische Atomtechnik-Unternehmen Areva und der ebenfalls französische Energieversorger GDF Suez. Die Kosten des Projektes werden mit 22 Mrd. US-Dollar angegeben (knapp 17 Mrd. Euro). Die Anlage in der Schwarzmeer-Provinz Sinop sollen bis 2023 ans Netz gehen.

Enorme staatliche Förderung

Das erste Atomkraftwerk der Türkei baut der russische Konzern Rosatom am Standort Akkuyu an der Mittelmeerküste. Es soll ab 2019 Strom produzieren. Der russische Staatskonzern hatte sich den Zuschlag für das erste türkische Kraftwerk bereits in früheren Verhandlungen gesichert. Russland unterstützt die Türkei nicht nur beim Bau der Anlagen, sondern auch bei der Finanzierung.

Für die russische Wirtschaft stellen kerntechnische Anlagen ein wichtiges Exportprodukt dar. Moskau schießt die Gesamtkosten von 22 Mrd. US-Dollar (16,8 Mrd. Euro) nach russischen Angaben vor.

Die Vereinbarung von Ankara ist auch ein Erfolg für Abe: Er gilt als Verfechter der Atomenergie, die in Japan nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zunächst auf dem Prüfstand stand. Milliardenschwere Exportaufträge sind in Tokio hochwillkommen.

Abhängig vom Energie-Import

Mit dem Kraftwerksbau will die Türkei unabhängiger von Energielieferungen aus dem Ausland werden. Die wirtschaftlich rasch wachsende Türkei bezieht derzeit noch etwa 97 Prozent ihres Energiebedarfs aus dem Ausland. Ziel von Erdogan ist es, die Abhängigkeit seines Landes von fossilen Brennstoffen zu verringern und bis zum Jahr 2023 zehn Prozent des heimischen Strombedarfs selbst zu decken.

Türkische Umweltschützer kritisieren die geplanten Baupläne und weisen auf die große Erdbebengefahr in der Türkei hin. Die türkische Regierung zeigt sich aber entschlossen, den auch wegen des wirtschaftlichen Booms der vergangenen Jahre stetig wachsenden Energiehunger des Landes mit der Stromerzeugung aus kerntechnischen Anlagen zu stillen.

Eine breite Protestbewegung gegen den Ausbau der Kernenergie gibt es in der Türkei derzeit nicht - ebenso wie ein türkisches Endlagerkonzept zur dauerhaften und sicheren Verwahrung verbrauchter Brennstäbe.

Quelle: n-tv.de , mmo/dpa/rts>

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Die Korruption in Japan hat gesiegt - aber die Bevölkerung will das nicht hinnehmen:

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Tokio 4.6.2013: Demonstration mit ca. 60.000 Menschen gegen die Rücknahme des Atomausstiegs - 8 Millionen Unterschriften

aus: Facebook: Infokrieger Unzensiert;4.6.2013;
https://www.facebook.com/infokrieger.unzensiert

2.
                            Juni 2013, Demonstration von ca. 60.000
                            Menschen in Tokio gegen Atom
2. Juni 2013, Demonstration von ca. 60.000 Menschen in Tokio gegen Atom [1]
2.
                            Juni 2013, Demonstration von ca. 60.000
                            Menschen in Tokio gegen Atom mit
                            Transparent
2. Juni 2013, Demonstration von ca. 60.000 Menschen in Tokio gegen Atom mit Transparent [2]

<Was die Medien verschweigen. Etwa 60.000 Menschen versammelten sich am 2. Juni 2013 in Tokio, um gegen die von der Regierung geplante Rücknahme des beschlossenen Atomausstiegs zu protestieren. Die Anti-Atom-Demonstranten haben über 8 Millionen Unterschriften gesammelt.>

<Etwa 60.000 Menschen versammelten sich in Japans Hauptstadt Tokio am Sonntag 2. Juni 2013, um gegen die von der Regierung geplante Rücknahme des geplanten Atomausstiegs zu protestieren.

Zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima will die japanische Regierung zur Nutzung der Kernkraft zurückkehren.

Nach Bekanntgabe versammelten sich die Menschen in Shiba Park und marschierten in Richtung des Parlamentsgebäudes. Unter den Organisatoren war Kenzaburo Oe, ein Literaturnobelpreisträger, der die japanische Regierung aufrief, aus Angst um die Sicherheit aus den Atomkraftwerken aus zusteigen. Es war einer von Japans größten Protesten. Die Anti- Atom Demonstranten haben über 8 Millionen Unterschriften gesammelt.

Derzeit sind nur zwei von fünfzig Reaktoren in Betrieb.

Atomkraft, nein Danke!

Doro
Netzfrauen
www.netzfrauen.org

Quelle:
http://japandailypress.com/60000-in-tokyo-protest-government-plans-to-restart-nuclear-power-0329890>


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3.6.2013: <60,000 in Tokyo protest government plans to restart nuclear power >

from: Japan Daily Press; 3 June 2013;
http://japandailypress.com/60000-in-tokyo-protest-government-plans-to-restart-nuclear-power-0329890

Approximately 60,000 people rallied in Japan’s capital of Tokyo on Sunday, June 2nd in order to protest recent government plans to restart the country’s idled nuclear reactors. People gathered in Shiba Park and later marched towards the parliament building. Among the organizers was Kenzaburo Oe, a Nobel literature laureate, who called on the Japanese government to leave the nuclear power plants in suspension out of fears for safety.

The Japanese government has previously stated that it will most likely allow those reactors to return to power which have been approved by the Nuclear Regulation Authority (NRA), whose new safety guidelines are scheduled to be adopted in July. One of Japan’s largest-ever protests saw 170,000 people gather in a similar fashion in July 2012, around the same time that then-Prime Minister Yoshihiko Noda decided on the first two reactor restarts since the March 2011 Fukushima disaster. As of now, the anti-nuclear protestors say they have collected over 8 million signatures of those opposed to reactor restarts.

As they marched through the streets, the protestors carried signs and banners that had messages such as “No Nukes! Unevolved Apes Want Nukes!” As of today, the two reactors that were restarted last summer, located in Oi, Fukui Prefecture, are the only ones out the country’s 50 that have returned to operation. While Sunday’s rally was organized between three different groups, Kyodo news reported that the Tokyo Metropolitan Police Department had put the number of protesters between 20,000 and 30,000.>

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Spiegel online, Logo

Fukushima am 9.7.2013: Unbekanntes Leck in Fukushima lässt Radioaktivität im Grundwasser stark ansteigen

aus: Spiegel online: Leck im AKW Fukushima: Radioaktive Belastung des Grundwassers steigt dramatisch; 9.7.2013;
www.spiegel.de/wissenschaft/technik/atomkraftwerk-fukushima-neues-leck-verseucht-grundwasser-a-910153.html

<Erneute Panne in Fukushima: Am zerstörten Atomkraftwerk hat sich die Konzentration radioaktiver Stoffe im Grundwasser stark erhöht. Die Betreiberfirma Tepco fahndet noch nach der undichten Stelle am Reaktor.

Fukushima - Aus einem noch unentdeckten Leck im japanischen Katastrophenreaktor Fukushima sind offenbar radioaktive Stoffe ins Grundwasser geraten. Die Cäsium-Belastung lag am Dienstag 90-mal höher als noch drei Tage zuvor. Díe Konzentration des mutmaßlich krebserregenden Cäsium-134 sei auf 9000 Becquerel pro Liter gestiegen, gab die Betreiberfirma Tepco am Dienstag bekannt. Der zulässige Grenzwert liegt bei 60 Becquerel.

"Wir wissen noch nicht, warum die Belastung in die Höhe geschossen ist", sagte ein Tepco-Sprecher. "Wir versuchen, eine weitere Verunreinigung zu verhindern."

Auch die Grundwasserbelastung mit Cäsium-137 schoss auf 18.000 Becquerel hoch, was 200-mal höher ist als erlaubt. Die Stoffe gelten als krebserregend, wenn sie sich in Muskeln und Knochen ansammeln. Auch die Belastung durch andere gefährliche Substanzen ist in den vergangenen Tagen angestiegen.

Im Juni hatte Tepco noch beteuert, das Grundwasser um das Kraftwerk sei durch Stahlböden und das Betonfundament geschützt. Lecks waren jedoch trotzdem immer wieder aufgetreten. Die Katastrophe von Fukushima infolge eines schweren Erdbebens und Tsunamis am 11. März 2011 war das folgenschwerste Atomunglück seit Tschernobyl.

Die Vereinten Nationen hatten im Juni die gesundheitlichen Folgen des Reaktorunglücks untersucht und Entwarnung gegeben. Die Havarie wird demnach weder direkt zu Todesfällen noch zu einer erhöhten Zahl von Krebserkrankungen führen. Der Unfall habe damit keine direkten Gesundheitsfolgen für die Bevölkerung, heißt es in der Studie. Grund dafür sei vor allem die schnelle Evakuierung der Region durch die japanischen Behörden.

Rund 160.000 Menschen waren in kurzer Zeit aus der Gefahrenzone gebracht worden. Die Strahlendosis für die Bewohner der Region sei dadurch auf ein Zehntel der Dosis gesunken, die sie abbekommen hätten, wenn sie geblieben wären, berichtete das Uno-Komitee für die Folgen von Strahlung (Unscear).

hda/AFP>

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n-tv online, Logo

13.7.2013: Atomkraft ist gegenüber alternativen Energien unrentabel - das Ende naht

aus: n-tv online: Studie widerlegt Comeback-Phantasien: Kernkraft verendet an grüner Konkurrenz; 13.7.2013;
http://www.n-tv.de/politik/Kernkraft-verendet-an-gruener-Konkurrenz-article10984936.html

<Von Issio Ehrich

In Deutschland ist der Atomausstieg längst beschlossen. Im Rest der Welt nur noch eine Frage der Zeit - aus wirtschaftlichen Gründen. Diesen Schluss lässt zumindest eine Studie zur Zukunft der Kernkraft zu.

Es ist kaum zwei Jahre her, da war von der großen Renaissance der Atomenergie die Rede. Der Reaktorkatastrophe von Fukushima zum Trotz genehmigte die US-Regierung die Erweiterung des Krafwerks Vogtle im US-Bundesstaat Georgia. Es war die erste derartige Genehmigung seit mehr als 30 Jahren.

Der Betreiber Southern Company bekam die Erlaubnis 10 Milliarden Euro in zwei neue Reaktoren zu investieren, die 2016 und 2017 ans Netz gehen sollen. Ein Vertreter des Energiekonzerns sprach von einer "monumentalen Leistung". Das Sprachrohr der amerikanischen Atombranche, das Nuclear Energy Institute, nannte den 9. Feburar 2012 einen "historischen Tag".

Von einer Renaissance der Atomkraft kann allerdings keine Rede sein. Die Schreie des Triumphs aus den USA sind nurmehr ein verzweifelter Versuch, das Comeback einer sterbenden Branche herbeizujubeln. Das legt zumindest ein Bericht nahe, der im Europäischen Parlament vorgestellt wurde: der "World Nuclear Industry Status Report 2013".

Kernkraft macht nur noch 10 Prozent am Energiemix aus

"Die Mär von einer globalen Renaissance der Atomenergie hält den Tatsachen nicht stand", sagte Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Boell-Stiftung, die die Studie zusammen mit den Europäischen Grünen in Auftrag gegeben hat. "Während die erneuerbaren Energien weltweit einen Aufschwung erleben, sinkt die Stromproduktion aus Atomkraftwerken."

Fücks kann sich mit seiner Behauptung auf eine ganze Flut an Zahlen aus dem Bericht berufen. Schon 2011 sank die Menge an Energie, die von Atomkraftwerken erzeugt wurde, demnach um 4 Prozent. 2012 nahm sie um weitere 7 Prozent ab und lag bei 2346 Terawatt-Stunden. Der Anteil am weltweiten Strommix liegt nunmehr bei 10 Prozent.

Fukushima ist nicht der einzige Grund

Naheliegend erscheint, dass die Atomkatastrophe von Fukushima vor zwei Jahren diesen Trend ausgelöst hat. Japan legte danach schließlich die Mehrzahl seiner 44 Atomreaktoren vorübergehend still. Derzeit laufen nur Ohi 3 und Ohi 4.

Die Autoren des Berichts, die Energieberater Mycle Schneider und Antony Patrick Froggatt, kommen aber zu dem Schluss, dass die Entwicklung in Japan nur zu drei Vierteln für diesen Trend verantwortlich zeichnet. Denn abgesehen von Japan haben 16 andere Länder, die auf Kernenergie setzen, ihre Atomstromproduktion zurückgefahren. Darunter sind die fünf Toperzeuger, die USA, Frankreich, Russland, Südkorea und Deutschland. Die Zahlen Schneiders und Froggatts zeigen daher vielmehr, dass Fukushima nur der Todesstoß für eine Branche ist, die ohnehin schon krankt.

Das belegt auch eine Untersuchung im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz, die schon im Jahr 2009 erschien, also lange vor der Fukushima-Katastrophe. Die Wissenschaftler des Instituts Prognos schätzen damals, dass sich die Zahl der weltweit betriebenen Kernkraftwerke bis zum Jahr 2030 um 39 Prozent verringern würde. Groß angekündigte Ausbaupläne wie jüngst die aus den USA ließ die Studie wie Worthülsen erscheinen. Prognos rechnete damit, dass nur zwischen 23 und 35 Prozent der geplanten Projekte realisiert werden.

Als Hauptgründe führte das Institut unter anderem begrenzte Urananreicherungskapazitäten und mangelhaften Netzausbau in Schwellenländern an, die gern auf Atomkraft setzen würden. Auch die große Konkurrenz durch Erneuerbare Energien nannte Prognos als Argument.

Die Kosten gehen "durch die Decke"

Der "World Nuclear Industry Status Report 2013" setzt nun genau hier an. Atomkraft rechnet sich künftig einfach nicht, so das Fazit. Noch vor zehn Jahren schätzten Experten die Kosten für den Bau der neuesten Atomreaktorgeneration durch vereinfachte Designs auf 1000 US-Dollar pro Kilowattstunde Leistungsfähigkeit. Eine grobe Fehlkalkulation. Heute ist von 7000 US-Dollar die Rede. Boell-Stiftungs-Vorstand Fücks spricht von Kosten für neue Atomkraftwerke, die "durch die Decke" gehen. Erneuerbare Energien hält er schlicht für wirtschaftlicher.

Und diesen Umstand dürfte Fukushima nun weiter befördern. Ein Beleg: Nach dem Unglück in Japan ordnete die EU-Kommission Stresstests für alle Meiler in Europa an – mit der Konsequenz, dass höhere Sicherheitsstandards notwendig sind, und damit eine kostenintensivere Architektur.

Von 15 Kraftwerksbetreibern, die Rating-Agenturen eingeschätzt haben, wertete Standard and Poor's zuletzt schon 10 ab. Sie stufte die Abkehr von der Atomenergie zudem ausdrücklich als positiv für das Rating eines Unternehmens ein.

Die Erkenntnis, die die Studie von  Schneider und Froggatt liefert, ist also längst an den Märkten angekommen. Und offensichtlich auch in der Industrie. Im ersten Halbjahr 2013 ging weltweit nur ein neuer Reaktor ans Netz. Vier wurden abgeschaltet.

Quelle: n-tv.de>

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Der Honigmann sagt, Logo

14.7.2013: Fukushima-Betreiber stirbt 28 Monate danach an Krebs

aus: Der Honigmann sagt: 28 Monate nach Fukushima: Masao Yoshida tot. Diagnose: Krebs; 14.7.2013;
http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/07/13/28-monate-nach-fukushima-masao-yoshida-tot-diagnose-krebs/

<Krebs: Fukushima Chef gestorben!

Der ehemalige Chef der Fukushima AKWs, Masao Yoshida, ist 28 Monate nach der Katastrophe an Krebs verstorben. Der Fukushima-Betreiber Tepco dementiert allerdings einen Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung des ehemaligen Direktors und dem GAU im März 2011. Na klar!

Wie der Fernsehsender NHK berichtet hat, ist Masao Yoshida, der ehemalige Direktor des Katastrophen-AKWs Fukushima 1 im Alter von 58 Jahren an Krebs gestorben. Yoshida leitete nach dem Atom-Unglück im März 2011 persönlich die Rettungsarbeiten. Yoshida befand sich dabei unmittelbar auf dem Gelände des Unglücks-AKW. Laut Experten konnte er eine drohende Explosion des Reaktors verhindern, indem er den Befehl der Regierung, kein Meereswasser für die Abkühlung des Reaktors zu nutzen, ablehnte.

28 Monate nach der Katastrophe ist Yoshida tot. Diagnose: Krebs. Zwischen dem Unglück und den anschliessenden Havariearbeiten, die Yoshida leitete, sieht der AKW-Betreiber Tepco keinen Zusammenhang. Seine Krankheit sei keine Folge der Bestrahlung, lässt Tepco ausrichten. Masao Yoshida trat im Dezember 2011 als Fukushima-Chef zurück.>

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Spiegel online, Logo

Tricastin (Frankreich) 15.7.2013: AKW von Greenpeace besetzt - ein grosser Riss

aus: Spiegel online: Greenpeace-Protest: Aktivisten entern französisches Atomkraftwerk; 15.7.2013;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/frankreich-greenpeace-aktivisten-in-akw-tricastin-eingedrungen-a-911121.html

<Sie kamen um 5 Uhr morgens und kletterten auf die Anlage: Aktivisten der Organisation Greenpeace entrollten auf dem südfranzösischen AKW Tricastin Transparente. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen Präsident Hollande.

Hamburg - Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind in die südfranzösische Nuklearanlage Tricastin eingedrungen. Nach Angaben der Organisation kletterten die Demonstranten auf die Bauten und entrollten dort am Montagmorgen ein Banner mit der Botschaft "Atomunfall in Tricastin - Ist François Hollande der Präsident der Katastrophe?". Zudem wurden mit einem Lichtprojektor ein riesiger Riss und weitere Botschaften auf das Gebäude von Reaktor 1 projiziert.

Fünf Aktivisten wurden festgenommen, wie das französische Innenministerium sowie der Betreiber EDF mitteilten. Dem Innenministerium in Paris zufolge gelang es ihnen aber nicht, in die "sensiblen Bereiche" des Kraftwerks vorzudringen, ähnlich äußerte sich auch eine Sprecherin von EDF.

Den Angaben zufolge handelte es sich um rund 20 Aktivisten. Wie Greenpeace-Sprecherin Isabelle Philippe sagte, drangen die Aktivisten gegen 5 Uhr am Montagmorgen auf das Gelände der Anlage im Departement Drôme im Südosten Frankreichs vor.

Die Polizei bestätigte, dass sich Protestierende bei der Anlage befanden, machte aber zunächst keine Angaben zu Details. In den vergangenen Jahren hatten Greenpeace-Aktivisten immer wieder auf dem Gelände von Nuklearanlagen gegen die Gefahren der Atomindustrie demonstriert und auf Sicherheitsprobleme in den Kraftwerken aufmerksam gemacht.

boj/AFP/dpa>

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15.7.2013: "Radioaktives Reinigungswasser" von AKWs, etwas ganz Normales in der kriminellen Schweiz

aus: Spiegel online: Bielersee: Behörden verschwiegen Radioaktivität; 15.7.2013;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/erhoehte-radioaktivitaet-in-bielersee-nahe-schweizer-akw-a-911142.html

<Der Schweizer Bielersee dient als Trinkwasserquelle, doch vor 13 Jahren gelangte Radioaktivität in das Gewässer. Behörden verschwiegen den Vorfall - Grenzwerte seien nicht überschritten worden.

Hamburg/Zürich - Im Bielersee nahe dem Kernkraftwerk Mühleberg in der Schweiz ist nach einem Bericht der Schweizer "Sonntagszeitung" um das Jahr 2000 herum eine erhöhte radioaktive Belastung festgestellt worden - ohne dass die Öffentlichkeit darüber informiert wurde.

Wissenschaftler wiesen bei ihren Messungen damals ungewöhnlich hohe Werte für Cäsium nach, wie die Zeitung unter Berufung auf eine Studie von Genfer Geologen berichtete. Der Bielersee dient als Trinkwasserquelle: 70 Prozent des Trinkwassers in Biel stamme aus dem Gewässer. Dennoch geben Experten Entwarnung: Es habe keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung bestanden.

Für die erhöhten Messwerte dürfte der Studie zufolge das etwa 17 Kilometer westlich von Bern gelegene Atomkraftwerk Mühleberg verantwortlich sein. Von dort aus fließt in geringen Mengen radioaktives Reinigungswasser in die Aare, das dann anschließend in den See gelangen kann.

Umweltaktivisten fordern Ermittlungen

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit bestätigte diese Einschätzung grundsätzlich. Die genauen Umstände seien im Nachhinein aber nicht mehr herauszufinden. Aus gesundheitlicher Sicht seien die Werte nicht alarmierend gewesen. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) und der Betreiber der Anlage verwiesen darauf, dass die Grenzwerte nicht überschritten worden seien.

Politiker und Umweltaktivisten reagierten dennoch empört auf den Bericht. Niemand habe ihn über die ungewöhnlich hohe Cäsium-Konzentration informiert, sagte der langjährige Bürgermeister der Stadt Biel, Hans Stöckli, der Zeitung "Le Matin Dimanche". Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte, dass das Ensi die Öffentlichkeit nicht über die erhöhte radioaktive Belastung informierte und forderte die Staatsanwaltschaft auf, Ermittlungen einzuleiten.

Bislang habe das Ensi keine klaren Bestimmungen erlassen, in welchen Fällen die Trinkwasserentnahme gestoppt werde, berichtet die "Sonntagszeitung". Notfallpläne würden derzeit überarbeitet. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit habe mitgeteilt, man habe "das Manko erkannt" - ein kontinuierliches Überwachungssystem sei nötig.

boj/AFP>

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Deutsche Wirtschaftsnachrichten online,
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14.8.2013: <Gewinneinbruch: RWE schließt Werke in Deutschland>

aus: Deutsche Wirtschaftsnachrichten online; 14.8.2013;
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/14/gewinneinbruch-rwe-schliesst-werke-in-deutschland/

<Der Unternehmensbereich der konventionellen Stromerzeugung von RWE hat im ersten Halbjahr Verluste gemacht. Aus diesem Grund will das Unternehmen nun Kraftwerke in Deutschland und den Niederlanden vom Markt nehmen. Als Grund gibt RWE den „ungebrochenen Solarboom“ an.

Das Energieunternehmen RWE zieht sich nach und nach aus Europa zurück. Grund dafür sind die schlechten Ergebnisse. So sank beispielsweise das Nettoergebnis des Konzerns im ersten Halbjahr dieses Jahres um fast 40 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Vor allem ein der positive Ausgang eines Schiedsverfahrens mit Gazprom habe einen noch größeren Einbruch verhindert. Nun will das Unternehmen Kraftwerke schließen.

„Nach eingehender Analyse hat der Konzern entschieden, Kraftwerke in Deutschland und den Niederlanden mit einer Gesamtleistung von 3100 Megawatt (MW) aus dem Markt zu nehmen. Weitere Kraftwerke sind auf dem Prüfstand; hier werden sämtliche Optionen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ausgelotet.“

Der Schritt RWEs kommt nicht ohne Ankündigung. Schon im Juli hatten Stromkonzerne wie RWE, Vattenfall und E.On angekündigt, sich aus der EU zurückziehen zu wollen (hier). RWE verweist bei der geplanten Schließung auf die schlechten Ergebnisse der bei der Stromerzeugung. So sind etwa die produzierten Kilowattstunden im erstem halben Jahr um 1,2 Milliarden Kilowattstunden zurückgegangen. „Der Stromabsatz an externe Kunden sank um 4% auf 135,9 Mrd. kWh. Einen starken Rückgang wies das Segment Industrie- und Geschäftskunden auf, nachdem RWE in Deutschland seit Januar 2013 keine Stromauktionen für ausgewählte Industriekunden mehr tätigt“, heißt es in der Mitteilung des Konzerns.

Verantwortlich für das schlechte Ergebnis sind RWE zufolge die Erneuerbaren Energien. „Angesichts des ungebrochenen Solarbooms rechnet sich branchen- und europaweit der Betrieb vieler Kraftwerke nicht mehr.“ Worauf RWE sich dabei jedoch genau bezieht, bleibt unklar. Immerhin hat gerade die deutsche Solarbranche eigentlich 15 Milliarden Euro in den Sand gesetzt (mehr hier).>

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20.8.2013: Fukushima verseucht den gesamten Nord-Pazifik bis an die "US"-Westküste

aus: Washington's Blog: West Coast of North America to Be Hit Hard by Fukushima Radiation; 20.8.2013;
http://www.washingtonsblog.com/2013/08/west-coast-of-north-america-to-be-hit-hard-by-fukushima-radiation.html

Radiation Levels Will Concentrate in Pockets In Baja California and Other West Coast Locations

An ocean current called the North Pacific Gyre is bringing Japanese radiation to the West Coast of North America:

While many people assume that the ocean will dilute the Fukushima radiation, a previously-secret 1955 U.S. government report concluded that the ocean may not adequately dilute radiation from nuclear accidents, and there could be “pockets” and “streams” of highly-concentrated radiation.

The University of Hawaii’s International Pacific Research Center created a graphic showing the projected dispersion of debris from Japan.

Last year, scientists from the National Oceanic and Atmospheric Administration’s (NOAA) Pacific Marine Environmental Laboratory and 3 scientists from the GEOMAR Research Center for Marine Geosciences showed that radiation on the West Coast of North America could end up being 10 times higher than in Japan:

After 10 years the concentrations become nearly homogeneous over the whole Pacific, with higher values in the east, extending along the North American coast with a maximum (~1 × 10−4) off Baja California. 

***

With caution given to the various idealizations (unknown actual oceanic state during release, unknown release area, no biological effects included, see section 3.4), the following conclusions may be drawn. (i) Dilution due to swift horizontal and vertical dispersion in the vicinity of the energetic Kuroshio regime leads to a rapid decrease of radioactivity levels during the first 2 years, with a decline of near-surface peak concentrations to values around 10 Bq m−3 (based on a total input of 10 PBq). The strong lateral dispersion, related to the vigorous eddy fields in the mid-latitude western Pacific, appears significantly under-estimated in the non-eddying (0.5°) model version. (ii) The subsequent pace of dilution is strongly reduced, owing to the eastward advection of the main tracer cloud towards the much less energetic areas of the central and eastern North Pacific. (iii) The magnitude of additional peak radioactivity should drop to values comparable to the pre-Fukushima levels after 6–9 years (i.e. total peak concentrations would then have declined below twice pre-Fukushima levels). (iv) By then the tracer cloud will span almost the entire North Pacific, with peak concentrations off the North American coast an order-of-magnitude higher than in the western Pacific.

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(“Order-of-magnitude” is a scientific term which means 10 times higher.  The “Western Pacific” means Japan’s East Coast.)

In May, a team of scientists from Spain, Australia and France concluded that the radioactive cesium would look more like this:

And a team of top Chinese scientists has just published a study in the Science China Earth Sciences journal showing that the radioactive plume crosses the ocean in a nearly straight line toward North America, and that it appears to stay together with little dispersion:

On March 30, 2011, the Japan Central News Agency reported the monitored radioactive pollutions that were 4000 times higher than the standard level. Whether or not these nuclear pollutants will be transported to the Pacific-neighboring countries through oceanic circulations becomes a world-wide concern.

***

The time scale of the nuclear pollutants reaching the west coast of America is 3.2 years if it is estimated using the surface drifting buoys and 3.9 years if it is estimated using the nuclear pollutant particulate tracers.

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The half life of cesium-137 is so long that it produces more damage to human. Figure 4 gives the examples of the distribution of the impact strength of Cesium-137 at year 1.5 (panel (a)), year 3.5 (panel (b)), and year 4 (panel (c)).

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It is worth noting that due to the current near the shore cannot be well reconstructed by the global ocean reanalysis, some nuclear pollutant particulate tracers may come to rest in near shore area, which may result in additional uncertainty in the estimation of the impact strength.

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Since the major transport mechanism of nuclear pollutants for the west coast of America is the Kuroshio-extension currents, after four years, the impact strength of Cesium-137 in the west coast area of America is as high as 4%.

Note: Even low levels of radiation can harm health.>

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1.9.2013: Jeder Thunfisch vor Kalifornien ist inzwischen radioaktiv verseucht

aus: sott net online: Verstrahlung Fukushimas: Jeder einzelne Thunfisch in Kaliforniens Gewässern ist radioaktiv belastet; 1.9.2013,
de.sott.net/article/11879-Verstrahlung-Fukushimas-Jeder-einzelne-Thunfisch-in-Kaliforniens-Gewassern-ist-radioaktiv-belastet

<Ann Werner

Jeder Thunfisch, der in den Gewässern vor Kalifornien untersucht wurde, war mit Radioaktivität belastet, die vom havarierten Kraftwerk in Fukushima stammt. Jeder einzelne!

Vor über einem Jahr, im Mai 2012, berichtete das Wall Street Journal von einer Studie der Standford Universität. Daniel Madigan, ein Meeresökologe, der die Studie geleitet hatte, wurde mit den Worten zitiert:

"Der Thunfisch hat die Radioaktivität gebündelt und über den größten Ozean der Welt getragen. Wir waren definitiv überrascht Radioaktivität festzustellen und noch mehr überrascht, dass sie in jedem einzelnen Exemplar nachweisbar war."
Ein anderer Mitarbeiter an der Studie, der Meeresbiologe Nicholas Fisher von der Stony Brook Universität in Staat New York berichtete:
"Wir fanden heraus, dass absolut jedes Exemplar eine vergleichbare Konzentration von Cäsium 134 und Cäsium 137 aufwies."
Das war vor über einem Jahr. Die getesteten Fische hatten eine relativ geringe Kontamination mit Radioaktivität, die beim Durchschmelzen der Kerne des Kraftwerks Fukushima Daiichi im März 2011 ins Meer gelangte. Seitdem gelangten weiter große Mengen an radioaktiv verseuchtem Wasser in das Meer. Fische, die unter diesen Umständen erst geboren wurden, schwimmen ihr ganzes Leben in verseuchtem Wasser.

Radioaktives Cäsium sinkt nicht auf den Meeresboden ab, somit nehmen es Fische beim Schwimmen im Meer durch die Kiemen auf sowie durch den Verzehr von anderen Lebewesen, die es ebenfalls bereits aufgenommen haben. Es ist ein Stoff, der natürlich in der Umwelt vorkommt, aber die in den Tunfischen gefundene Menge war um 3 Prozent höher als üblich. Messungen aus dem aktuellen Jahr wurden noch nicht veröffentlicht, zumindest habe ich noch keine gefunden. Ich habe nachgelesen, welchen Effekt die Aufnahme von Cäsium hat. Folgendes habe ich gefunden:
"Beim Kontakt mit radioaktivem Cäsium, was sehr unwahrscheinlich ist, kann ein Mensch, auf Grund der Strahlung der Cäsium Partikel, eine Schädigung seiner Zellen erleiden. Daraufhin können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Blutungen auftreten. Wenn die Person der Strahlung eine längere Zeit ausgesetzt ist, kann es sogar zu Ohnmacht kommen. Koma oder sogar der Tod können die Folge sein. Wie gravierend die Auswirkungen sind, hängt von der Widerstandsfähigkeit der einzelnen Person, sowie von der Dauer und der Konzentration, welcher die Person ausgesetzt war, ab."
Die Halbwertszeit von Cäsium 134 beträgt 2,0648 Jahre. Cäsium 137 hat eine Halbwertszeit von 30,17 Jahren.

Fukushima ist eine Tragödie und ein andauernder Kampf, ohne dass es den Anschein hat, der Mensch könnte die Oberhand gewinnen. Die einzig guten Nachrichten aus Japan stellten sich später als Falschmeldungen heraus und waren nichts anderes als der bewusste Versuch seitens der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) die Öffentlichkeit in die Irre zu führen und in Sicherheit zu wiegen, während TEPCO vergeblich versuchte, der Katastrophe Herr zu werden. Dieser Zwischenfall lässt die Zwischenfälle in Three Mile Island und Tschernobyl im Vergleich blass aussehen. Das waren Kernschmelzen. Ein Durchbrennen der Reaktorkerne (melt-through) durch das Containment stellt eine weitaus größere Gefahr dar und es gibt gegenwärtig keine technischen Möglichkeiten, mit diesem Problem umzugehen. Zweieinhalb Jahre nach dem Unfall gelangt noch immer Radioaktivität ins Meer und wird in vorhersehbarer Zukunft noch weiter austreten.

Die FDA erklärt uns, dass unsere Nahrungsmittelversorgung sicher ist und dass die radioaktive Belastung keine Gefahr beim Verzehr darstellt. Man muss sich allerdings fragen, ob das den Tatsachen entspricht und ob das so bleiben wird? Oder handelt es sich um ein Statement wie sie von TEPCO herausgegeben wurden, um die Öffentlichkeit angesichts eines nie da gewesenen Ereignisses, für das es noch keine Lösung gibt und dessen Ende nicht absehbar ist, zu beruhigen?

Für mich steht Fisch nicht mehr auf dem Speiseplan.>

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4.9.2013: LOGIK: RADIOAKTIVER PAZIFIK - RADIOAKTIVER REGEN - KREBS KOMMT BALD ÜBERALL

Da war einmal eine Meldung, dass die Krebsraten an der Westküste der "USA" sehr angestiegen seien. Dieses Desaster mit Fukushima und dem radioaktiven Regen wird total verdrängt. Wenn das so weitergeht, dann wird die ganze Erde in 50 Jahren radioaktiv verseucht sein, weil das radioaktive Wasser des Pazifik dann auf die gesamte Erde ausbreitet. Wir danken der Atomkraft für ihr Restrisiko.


Michael Palomino, 4.9.2013

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Spiegel online, Logo

4.9.2013: AKW-Ruine: Strahlung in Fukushima erreicht neuen Höchstwert

aus: Spiegel online: Fukushima-Strahlung am AKW erreicht neuen Höchstwert; 4.9.2013;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fukushima-strahlung-am-akw-erreicht-neuen-hoechstwert-a-920281.html

Die Probleme am Havariemeiler Fukushima sind kaum zu beherrschen. Zu einer gigantischen Herausforderung entwickelt sich die Reinigung des kontaminierten Wassers. Die radioaktive Strahlung um die Tanks ist abermals massiv gestiegen.

Die Tanks machen seit Monaten Ärger: Seit den Kernschmelzen, die sich in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 im AKW Fukushima-Daiichi ereigneten, pumpen die Reparaturtrupps unentwegt Wasser zur Kühlung in die Reaktoren. Die dabei anfallenden riesigen Mengen verseuchten Wassers werden in die Tanks auf dem Gelände des AKW gefüllt. Doch immer wieder kommt es zu Lecks in den zusammengebauten Behältern - und kontaminierte Flüssigkeit tritt aus.

Die radioaktive Strahlung um die Wassertanks ist nun abermals massiv gestiegen, teilte die Atomaufsicht (NRA) in Tokio am Mittwoch mit. Sie habe sich um mehr als 20 Prozent auf den neuen Höchstwert von 2200 Millisievert verstärkt. Erst am Samstag hatte die Strahlung 1800 Millisievert erreicht - eine Dosis, die einen ungeschützten Menschen innerhalb weniger Stunden tötet.

Nachdem im vergangenen Monat hochradioaktives Wasser aus einem der hastig zusammengebauten Tanks ausgelaufen war, hob die NRA die Warnung auf Stufe drei von insgesamt sieben auf der internationalen Störfall-Skala an. Es war das erste Mal seit der Kernschmelze nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011, dass Japan eine derartige Warnung ausgab.

Angesichts weltweiter Besorgnis ha die japanische Regierung am Dienstag einen Notfallplan zur Eindämmung der Lecks im havarierten Atomkraftwerk Fukushima beschlossen. Vorgesehen ist unter anderem, dass der Boden unter der Anlage gefroren und radioaktiv verseuchtes Wasser dekontaminiert werden, wie die Regierung mitteilte. Sie gab die geschätzten Kosten für den Eispanzer mit rund 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) an.

Die Entscheidung für den Notfallplan fiel während einer Sitzung des Krisenstabs zur Fukushima-Katastrophe unter Vorsitz von Regierungschef Shinzo Abe. Der entschiedene Atomkraftbefürworter erklärte, die "ganze Welt" frage sich, ob Japan das Fukushima-Problem in den Griff bekommen werde. Die Regierung müsse bei der Problemlösung "in der vordersten Reihe" stehen.

Der Betreiber Tepco hat die riesigen Mengen radioaktiv verseuchten Kühlwassers in der Anlage allein nicht unter Kontrolle bekommen. Immer wieder treten bei den Auffangtanks auf dem Gelände Lecks auf, erst vor kurzem waren aus einem der Behälter 300 Tonnen verseuchten Wassers ausgelaufen.

Die Wassertanks:
Etwa 1000 solche Behälter gibt es bereits auf dem Reaktorgelände, in ihnen lagern rund 335.000 Tonnen Wasser. Die eilig aufgestellte Behälter haben teils bereits Lecks - so bilden sich auf dem Kraftwerksgelände stark strahlende Pfützen.

Zustand der Reaktoren
In den Reaktoren 1 bis 3 ist es zu einer Kernschmelze gekommen. Das Abklingbecken von Reaktor 4 ist mit Brennstäben gefüllt.

Ein Eispanzer als Schutz
Ein unterirdischer Eisring um die Reaktoren 1 bis 4 soll das Probleme des kontaminierten Wassers lösen und das Areal endlich abdichten. Tepco plant eine sogenannte Bodenvereisung. Dabei werden Kühlrohre in den Boden unter den Reaktoren eingeführt und durch sie hindurch eine Kühlflüssigkeit geleitet. Die Kühlflüssigkeit, die in der Regel aus Salzwasser besteht und eine Temperatur von rund minus 35 Grad hat, kühlt den Boden in der Nähe des Rohres so weit herunter, bis das Grundwasser im Boden gefriert. Durch den so gebildeten Eisring kann Wasser innerhalb des Rings nun nicht mehr nach außen dringen, und auch von außen kann kein Grundwasser mehr einfließen.

nik/dpa/reuters>

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Deutsche Wirtschaftsnachrichten online,
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8.10.2013: Ein Taifun nähert sich Fukushima - das Atomkraftwerk steht schief - bekommt immer mehr Risse - es läuft immer mehr Wasser aus - und da sind die Brennstäbe

Scheinbar müssen die Ausserirdischen eingreifen, um die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren.

aus: Deutsche Wirtschaftsnachrichten online: Taifun „Danas“ nähert sich der Atom-Ruine von Fukushima; 8.10.2013;
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/08/taifun-danas-naehert-sich-der-atom-ruine-von-fukushima/

<Japanische Meteorologen haben die Ankunft des tropischen Wirbelsturms Danas für das Gelände des Atomkraftwerks von Fukushima für den 10. Oktober vorhergesagt. Die Sicherungsmaßnahmen auf dem Gelände sind dilettantisch. Als Arbeiter sind in Fukushima Billig-Löhner eingesetzt. Die Betreiber-Firma Tepco ist nicht in der Lage, den Reaktor unter Kontrolle zu bringen. Im beschädigten Gebäude lagern 1.300 hochgefährliche Brennstäbe.

Auf dem Blog Fukushima Diary findet sich am Dienstag eine lapidare Nachricht:

„Wie der meteorologische Dienst Japans mitteilt, wird Taifun Nummer 24 „Danas“ die Ablage von Fukushima am 10. Oktober 2013 erreichen. Gegenwärtig befindet sich der Taifun in der Nähe von Okinawa. Er zieht mit 30 km/h in Richtung des Nord-Ostens von Japan. Der Druck beträgt 935hPa. Der Meteorologische Dienst klassifiziert den Sturm als „sehr stark“. Seit Mitte September konnte Tepco nicht verhindern, dass die Wassertanks überlaufen, wenn ein Taifun an der Anlage vorbeizog.“

Auf dem „Tagebuch von Fukushima“ betätigt sich der 27jährige Zivil-Ingenieur Iori Mochizuki als Chronist der Ereignisse in Fukushima.

Die Sturmwarnung bereitet Mochizuki Sorgen. Denn erst vor wenigen Tagen hat er Fotos gepostet, wie dilettantisch die Betreiberfirma Tepco die havarierte Anlage von Fukushima Daiichi sichert: Mit Plastik-Planen und Sandsäcken.

In dem schwerbeschädigten Unit 4 lagern 1.300 zum Teil schwer beschädigte Brennstäbe. Wenn das Gebäude weiter beschädigt wird und die Brennstäbe einander berühren, kann es zu einer nuklearen Katastrophe kommen, die 15.000mal stärker ist als der Atombombenabwurf von Hiroshima (hier).

Wissenschaftler sagen: Die Brennstäbe müssen raus, sofort (hier).

Japans Premier Shinzu Abe hat die Welt-Gemeinschaft um Hilfe gebeten (hier).

Yale-Professor Charles Perrow, der eine Studie über die Vertuschungen von Hiroshima bis Fukushima geschrieben hat, analysiert in der Huffington Post:

„Die Zustände im Unit 4 sind verheerend. Die Brennstäbe müssen kontinuierlich gekühlt werden und dürfen einander nicht berühren. Wenn es zu einem Unglück kommt, müssten alle umliegenden Gebiete einschließlich Tokios evakuiert werden. Wenn die insgesamt 6.357 Brennstäbe auf der ganzen Anlage nicht dauerhaft gekühlt werden, würde es zu einer Kernspaltung kommen. Dies würde die gesamte Menschheit bedrohen, für tausende Jahre.“

Am Montag gab Tepco bekannt, dass ein Arbeiter versehentlich die Kühlung im Reaktor 1 ausgeschaltet hatte. Er hatte irrtümlich auf den Ausschalt-Knopf gedrückt. Die Sicherungssysteme hätten sich eingeschaltet. Drei Stunden später war die Kühlung wieder in Gang gekommen. Doch die Wasser- und Gaspumpen liefen immer noch über das Back-Up-System. Tepco teilte mit, dass es kein eigenes Handbuch für die Steuerung der Kühlung gäbe. Die Inspektoren seien nicht ausreichend ausgebildet, um jene Anlage ordnungsgemäß zu bedienen, welche normalerweise nicht in einem Kernkraftwerk verwendet wird.

Über die Arbeiter, die zur Rettung von Fukushima eingesetzt werden, schrieb der deutsche Physiker Sebastian Pflugbeil in den Blättern für deutsche und internationale Politik:

„Ein spezielles und sehr tragisches Kapitel ist der Einsatz billiger Arbeitskräfte für die Drecksarbeiten in Fukushima. Die Rekrutierung solcher Arbeiter und deren Vermittlung an das Kernkraftwerk Fukushima (und andere KKW) erfolgt als einträgliches Geschäft auch durch die Yakuza, die japanische Mafia. Sie werben unter anderem Obdachlose von Parkbänken an oder verpflichten zahlungsunfähige Schuldner zur Erbringung dieser Arbeiten. Der japanische Journalist Suzuki Tomohiko war im Sommer 2011 mehrere Wochen bis zu seiner Enttarnung als Arbeiter in Fukushima tätig und hat seine Beobachtungen in einem erschütternden Buch beschrieben. Tomohiko befasst sich seit Jahren mit den Yakuza und zeigt ihre engen Verflechtungen mit der japanischen Nuklearindustrie auf. In Fukushima wird mittlerweile auf Plakaten davor gewarnt, sich für solch gefährliche Einsätze anwerben zu lassen. Bereits 1979 hat Kunio Horie nach Einsätzen in drei japanischen KKW die Arbeit der ,genpatsu gipsys‘ oder „tsukai sute genpatsu rôdôsha“, der ,AKW-Wegwerfarbeiter‘, in beeindruckender Weise beschrieben. Diese bislang viel zu wenig diskutierte Schattenseite der Kernenergienutzung betrifft im Übrigen nicht nur Fukushima und Japan. Auch in der Bundesrepublik werden Leiharbeiter in Kernkraftwerken eingesetzt. Sobald ihr Strahlenpass voll ist, nimmt man die nächsten Leiharbeiter – oder einen neuen Strahlenpass. Es wäre nämlich schlichtweg zu teuer, die qualifizierte Stammbelegschaft bei Arbeiten mit hoher Strahlenbelastung zu ,verbrennen‘.“

Aus Kostengründen sollen also Einweg-Sklaven die größte Katastrophe der Menschheit verhindern.

Das ist an Zynismus nicht zu überbieten.

Über den Taifun Danas schreibt das Wetterportal accuweather.com:

„Der Sturm ist im Vergleich zu anderen Stürmen im West-Pazifik in diesem Jahr kleiner. Trotzdem müssen sich die Regionen, die von dem Taifun betroffen sein werden, auf möglicherweise lebensgefährliche Fluten und Stürme einstellen.

Bewohner, über deren Regionen Danas hinwegziehen wird, sollten Vorbereitungen für Stromausfälle und strukturelle Schäden durch den Sturm einstellen.

Mineralwasser, Batterien und nicht verderbliche Lebensmittel sind einige Dinge, die die Bewohner an sicheren Orten lagern sollten, wenn sie sich auf den Sturm vorbereiten.“

In Fukushima werden ungeschulte Leiharbeiter den zerstörten Reaktor sichern, während Danas über die Ruine hinwegzieht.

Ein Handbuch für den Betrieb der Energie-Versorgung wird ihnen vom Betreiber Tepco nicht zur Verfügung gestellt.>


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Deutsche Wirtschaftsnachrichten online,
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9.10.2013: <Fukushima: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung gelingt, geht gegen Null“> - Fukushima steht bereits schief - neue Risse ohne Ende - und die Brennstäbe und ein Taifun

aus: Deutsche Wirtschaftsnachrichten online; 9.10.2013;
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/09/fukushima-die-wahrscheinlichkeit-dass-die-rettung-gelingt-geht-gegen-null/

<Der deutsche Physiker Sebastian Pfugbeil ist äußerst pessimistisch, dass eine elementare Katastrophe in Fukushima abgewendet werden kann. Die Folgen würden die gesamte Nordhalbkugel der Erde zu spüren bekommen. Pflugbeil: „Die Menschheit könnte beim Scheitern der Versuche, die gebrauchten Brennelemente des KKW Fukushima zu bergen, in einer bisher nicht gekannten Weise durch Strahlen geschädigt werden.“

Sebastian Pflugbeil: „Das wird den gesamten Pazifik und die von ihm lebende Bevölkerung treffen.“

Der deutsche Physiker Sebastian Pflugbeil hält die Situation in Fukushima für äußerst kritisch. Pflugbeil sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Die Menschheit könnte bei Scheitern der Versuche, die gebrauchten Brennelemente des KKW Fukushima zu bergen, in einer bisher nicht gekannten Weise durch Strahlen geschädigt werden.“ Pflugbeil glaubt zwar nicht, dass die Menschheit durch eine weitere Katastrophe in Fukushima ausgelöscht wird: „Die Menschheit ist sehr robust!“ Doch er ist sehr pessimistisch über die Möglichkeiten, dass die Lage noch unter Kontrolle gebracht werden kann.

Pflugbeil zur Lage in Fukushima:
„Die Lage ist zunehmend kritisch durch den Verfall der Ruinen. Die Brennstäbe sich nicht geborgen. Die Reaktorblöcke sacken ab. Tausende Tonnen verseuchtes Wasser werden in das Meer abgelassen. Der Untergrund, auf dem der Reaktor ruht, ist nicht mehr belastbar – er schwimmt. Es hat sich alles bereits so verschoben, dass über ein Meter Höhenunterschied von einer Ecke zur anderen besteht. Die dadurch hervorgerufenen Spannungen haben bereits zu beängstigenden Rissen in der Gebäudekonstruktion geführt.“

Pflugbeil zu den Gefahren:
„Wenn die Brennstäbe nicht mehr gekühlt werden, dann kommt es zu einer Katastrophe. Dann werden gigantische Mengen an Radioaktivität freigesetzt. Da reicht ein Riss in dem Becken und das Kühlwasser läuft aus. Die Brennstäbe würden sich entzünden. Die Brennstabhüllen bestehen aus Zirkonium. Wenn das brennt, bekommt man es nicht mehr unter Kontrolle. Die Hüllen brechen dann auf. Dann strömt Radioaktivität in großem Umfang aus – gasförmig, leichtflüchtig, mittelflüchtig. Auch die Brennelemente in den anderen Blöcken des Kernkraftwerkes werden dann in absehbarer Zeit zerstört, weil die Mitarbeiter das Gebiet wegen der extremen Strahlenbelastung sofort verlassen müssen. Es genügt ein kleiner Erdbebenstoß oder ein Sturm oder einfach das Versagen der Gebäudestrukturen, um diese Katastrophe in Gang zu setzen.“

Zum Rettungsplan der Japaner:
„Die Japaner wollen zunächst die 1.300 Brennelemente im Block 4 einzeln herausholen. Wenn auch nur ein einziger zerbricht, müssen die Arbeiter weg. Das ist ein extrem komplizierter und langwieriger Prozess. Wie schwierig das ist, hat man bei einem Test gesehen, den die Japaner mit einem noch unbenutzten Brennstab gemacht haben. Dens haben die mit der Hand beim Herausziehen gelenkt. Mit der Hand! Die aktiven Brennstäbe kann man nicht mit der Hand anfassen, das wäre tödlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung gelingt, geht gegen Null.“

Pflugbeil zu den Folgen:
„Die Gefahr, die von den alten Brennelementen ausgeht, ist gigantisch. Darüber sind sich alle Experten einig. Wenn es zu diesem schlimmsten Fall kommt, müssen riesige Gebiete evakuiert werden. Wenn der Wind in die Richtung von Tokio zieht, müsste Tokio vollständig evakuiert werden. Aber das geht nicht. Die Folgen würden nicht nur Japan, sondern die ganze Nordhalbkugel der Erde betreffen. Denn die Luftströmungen verlaufen auf der Nordhalbkugel und der Südhalbkugel einigermaßen getrennt voneinander. Tschernobyl war immerhin mehr als 1.000 km weg. Die zuständigen Fachleute und Politiker haben damals versichert, dass wir in Deutschland keine Gesundheitsschäden zu befürchten hätten. Es kam anders: Mehr behinderte Kinder wurden geboren, die Säuglingssterblichkeit stieg, Downsyndrom und Leukämie bei Kindern nahmen zu. Andere Folgen waren noch dramatischer: In Westeuropa, der Tschernobyl-Region und den südlichen Staaten der Sowjetunion wurden etwa eine Million Mädchen wegen der Katastrophe von Tschernobyl nicht geboren. Die Zahl der Opfer allein in Westeuropa geht nachweislich in die Hunderttausenden. Es spricht viel dafür, dass wir das alles nach der Katastrophe in Fukushima noch einmal erleben. Hinzu kommt die Kontamination des Pazifiks, in dem komplizierte und langdauerne Nahrungsmittelketten ablaufen, die eine wichtig Rolle für die menschliche Ernährung spielen. Das wird den gesamten Pazifik und die von ihm lebende Bevölkerung treffen.“

Pflugbeil zur Lethargie vieler Japaner:
„Die Japaner sind jahrhundertelang zu einem extrem angepassten Verhalten erzogen worden. Sie sind immer wieder darauf gedrillt worden, dass sie sich so wie die anderen zu verhalten haben, dass Kritik an Vorgesetzten, an der Politik unanständig ist. Der soziale Druck auf die einzelnen ist enorm. Sie dürfen nicht zugeben, dass sie Angst haben. Unter der Bettdecke haben sie natürlich panische Angst. Aber sie dürfen das nicht zeigen. Mir ist mehrfach berichtet worden, dass jemand, der wegen irgendeiner Erkrankung zum Arzt gehen muss, in seiner Umgebung davon nichts erzählt. Er fürchtete, dass man denken könnte, er ginge wegen Fukushima zum Arzt. Das ist aber nicht erwünscht.“

Zur Realitätsverweigerung:
„In Fukushima bekommen die Kinder in den Kantinen der Schulen immer noch die Lebensmittel aus der Region. Wenn jetzt ein Kind sein Lunchpaket von zu Hause mitnimmt, weil sich seine Eltern Sorgen machen, dann wird das Kind nach vorn zitiert. Es wird gerügt, weil es sich nicht patriotisch verhält. Das erinnert mich sehr an die Zeit in der DDR nach Tschernobyl: Die Kinder, deren Eltern Bescheid wussten, haben in der Schule ihre Milch nicht getrunken. Darauf bekamen diese Eltern Ärger an ihren Arbeitsstellen. Die Eltern wurden gefragt, welchen Unsinn sie denn ihren Kindern erzählen.“

Zur bisherigen „Rettung“:
„Es ist unglaublich, dass die japanische Regierung mehr als zwei Jahre ins Land hat streichen lassen, ohne die internationale Gemeinschaft um Hilfe zu bitten. Es ist ja nicht der Fall, dass man systematisch Schritt für Schritt die defekte Anlage in Ordnung bringt.. Es sind viele Firmen vor Ort, jeder will irgendetwas machen – aber es gibt keinen Generalplan, wie das Problem gelöst werden soll. Bis vor kurzem haben die Japaner nicht einmal Messgeräte gehabt, mit denen sie die Strahlung der hochbelasteten Flüssigkeiten messen konnten, die in den großen Tanks auf dem Gelände des Kernkraftwerks notdürftig aufbewahrt werden. Dadurch wurden alle Arbeiter, die damit zu tun hatten, einer viel zu hohen Strahlenbelastung ausgesetzt.“

Über die internationalen Atom-Behörden:
„Die Gremien von UN, IAEA und WHO, die eigentlich dafür da sein sollten, die Menschen zu schützen, stehen nahezu ausschließlich im Dienst der Atom-Industrie. Die Leute in den Behörden kommen aus dem Uran-Bergbau, von Kernenergie-Betreibern, aus der Atomwaffenindustrie oder der Nuklearmedizin. Es gibt nur ganz wenige unabhängige Leute in diesen Gremien. Die UN wird demnächst einen Bericht herausbringen, verantwortlich ist das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung Atomarer Strahlen UNSCEAR: Der Bericht ist ein glattes Lügengebäude. Er wird die Lage in Fukushima total verharmlosen. Er wird so tun, als sei alles unter Kontrolle und es würde keinerlei Strahlenschäden in der Bevölkerung geben. Wir kennen die entsprechenden Einschätzungen zu den Folgen von Tschernobyl. In Japan ist es leider auch Brauch, dass Politiker, wenn sie aus dem Amt scheiden, einen gut dotierten Posten in der Atom-Industrie bekommen, bei dem sie nicht zu arbeiten brauchen. Diese Posten wollen sie nicht gefährden. Daher wagen sie es nicht, die Wahrheit zu sagen.

Über die Angst der internationalen Experten, in Fukushima zu helfen:
„Es gibt nur eine Handvoll Experten, die bei diesem Problem wirklich Expertise haben. Diese Leute verhalten sich jetzt ganz ruhig und ducken sich weg. Sie beten, dass die Welt mit einem blauen Auge davon kommt. Keiner reißt sich darum, nach Fukushima zu fahren und zu helfen. Denn alle wissen: Diese Arbeit ist lebensgefährlich und der Erfolg ist mehr als fraglich.

Sebastian Pflugbeil wird am Donnerstag nach Japan reisen. Nach einem Kongress wird er auch in die Präfektur Fukushima fahren. Er will sich selbst ein Bild von der Lage machen. Er wird versuchen, trotz der aktiven Behinderung durch die Betreiber und die Regierung an Informationen zu kommen, wie die Lage wirklich ist.

Dr. rer. nat. Sebastian Pflugbeil ist Präsident der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. Pflugbeil arbeitete bis zur Wende als Medizinphysiker im Zentralinstitut für Herz-Kreislauf-Forschung der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Buch und befasste sich ehrenamtlich mit Problemen der Atomenergieverwertung, insbesondere den Strahlenfolgen in den Uranbergwerken der Wismut. Er war Mitbegründer der DDR-Bürgerbewegung Neues Forum und vertrat dieses als Sprecher am Berliner und am Zentralen Runden Tisch. 1990 wurde er Minister ohne Geschäftsbereich in der Übergangsregierung unter Modrow. In dieser Funktion setzte er sich für die sofortige Stilllegung der Atomreaktoren in der DDR ein. Danach war er bis 1995 Abgeordneter im Berliner Stadtparlament. 2012 erhielt er den Nuclear-Free Future Award für sein Lebenswerk.

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Deutsche Wirtschaftsnachrichten online,
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10.10.2013: Japanische Regierung zensiert Untersuchungen der Kinder von Fukushima

aus: Deutsche Wirtschaftsnachrichten online: Kinderarzt warnt vor Fukushima: Es gibt keine Therapie gegen Radioaktivität; 10.10.2013;
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/10/kinderarzt-warnt-vor-fukushima-es-gibt-keine-therapie-gegen-radioaktivitaet/

<Der Kinderarzt Dr. Alex Rosen glaubt, dass die Katastrophe von Fukushima erst begonnen hat. Rosen erwartet 10.000 bis 20.000 neue Krebserkrankungen in Japan durch Fukushima-Fallout– und diese Zahl könnte noch deutlich steigen. Da Krebs oft nur schlecht behandelbar ist, setzen Ärzte auf Prävention. Das Menschenrecht auf Gesundheit kann nur gewährleistet werden, wenn alle Atomkraftwerke weltweit abgeschaltet werden.

Der Berliner Kinderarzt und IPPNW-Aktivist Dr. Alex Rosen warnt vor einer Verharmlosung der Ereignisse in Fukushima. Rosen sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Das ganze Ausmaß der Katastrophe werden wir erst in Jahren, vermutlich in Jahrzehnten erkennen. Der Reaktor-Unfall wird gravierende Gesundheitsfolgen haben. Die Strahlen-Folgen können auch die Nachkommen in künftigen Generation betreffen.

Rosen verlangt eine umfassende Gesundheits-Untersuchung zunächst der betroffenen Arbeiter: „Mehr als 24.000 Menschen wurden in zum Teil völlig unzureichender Schutzkleidung zu den Aufräum-Arbeiten auf das Gelände geschickt. Zehntausende waren mit der Dekontamination in der Präfektur Fukushima beschäftigt. Diese Menschen, sowie die Bevölkerung müssen untersucht werden, und zwar nicht nur auf Schilddrüsen-Erkrankungen. Wir gehen davon aus, dass etwa 10.000 bis 20.000 zusätzliche Krebserkrankungen in Japan als Folge von Fukushima auftreten werden – vielleicht sogar mehr.“

Die IPPNW (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) hat bereits in einer Untersuchung im März 2013 ermittelt, dass die Katastrophe nach WHO-Daten bis zu 66.000 Opfer fordern könnte.

Das Problem sei, „dass sich nie eine eindeutige Ursache für eine Krebserkrankung nennen lässt. Kein Krebs trägt ein Ursprungs-Siegel“. Dies werde von der Atom-Industrie dazu genutzt, die Folgen herunterzuspielen. Rosen: „Dabei ist es absolut unbestritten, dass Radioaktivität in höchstem Maß krebserregend ist. Besonders anfällig sind Kinder, Föten und Menschen mit Immunschwächen.“

Die mangelnde Beweisbarkeit im konkreten Einzelfall habe dazu geführt, dass die Atom-Industrie behaupten könne, die Krebserkrankungen wären auch ohne einen Atom-Unfall aufgetreten. Rosen: „Hinzu kommt, dass großen Studien meist von Wissenschaftler durchgeführt werden, die der Atom-Industrie nahestehen und von ihr bezahlt werden.“ Rosen nennt als Beispiel den Briten Richard Wakeford. Dieser wird von der Internationalen Atom-Energie Organisation (IAEO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als einer der wichtigsten Gutachter bei Atomunfällen herangezogen. Dabei hatte er zuvor 30 Jahre für British Nuclear Fuels gearbeitet – einer Firma, die Atombrennstoff produziert. Seit er in Rente ist, arbeitet er unter anderem für die Atomanlage in Sellafield – als hoch dotierter Berater.

Die WHO hat keine eigene Abteilung für Strahlenschutz. Sie bezieht ihre Expertise von der IAEO – einer Organisation, die ausdrücklich zu dem Zweck gegründet wurde, für die Verbreitung von Kernenergie tätig zu werden. Kritische WHO-Wissenschaftler wie Keith Baverstock wurden dagegen geschasst, wenn sie kritische Positionen vertreten.“

Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die ermittelt haben, welche Folgen der Reaktorunfall in Tschernobyl für Europa hatte. Die Studie von Elizabeth Cardis listet peinlich genau auf, welche Erkrankungen in welchen Gegenden zu erwarten sind.

Cardis hatte die Studie im Auftrag der WHO erstellt.

Die WHO weigert sich bis heute, die Studie zu veröffentlichen.

In diesem Umfeld ist das systemische Versagen der Politiker praktisch vorprogrammiert – wie man am Beispiel Fukushima beobachten kann. Rosen: „Unmittelbar nach der Katastrophe hatte das japanische Parlament in einem Untersuchungs-Bericht ein vernichtendes Urteil über die Betreiberfirma TEPCO gefällt. Das Desaster sei trotz Erdbeben und Tsunami rein menschengemacht und vermeidbar gewesen. Es sei zurückzuführen auf die Korruption in der japanischen Atom-Industrie.“ Japan habe alle AKWs ausgeschaltet – „eine absolut richtige Entscheidung“, wie Rosen meint.

Doch zwei Jahre später ist die Atom-Lobby wieder im Einsatz und fordert die Öffnung und sogar den Neubau von Atomkraftwerken.

Die Rechnung bezahlen die Einwohner in der Präfektur von Fukushima. Rosen: „Menschen, die wegziehen wollen, werden davon abgehalten. Sie bekommen keine Unterstützung, schon gar keine finanzielle.“

Auch die gesundheitliche Hilfe ist ein Skandal. Rosen: „Kinder in Fukushima erhalten alle zwei Jahre eine kurze Ultraschalluntersuchung von offizieller Stelle. Sie haben kein Recht auf eine Zweitmeinung. Wenn sie zu einem anderen Arzt gehen, wird dieser aufgefordert, die Menschen nicht zu untersuchen. Die Patienten bekommen auch keine Ultraschall-Bilder oder Befunde ausgehändigt. Das Menschenrecht auf Gesundheit wird in Fukushima mit Füssen getreten.“

Rosen sieht das Grundübel der Atomkraft in einer einfachen Tatsache begründet: „Es gibt keine Therapie gegen Strahlenerkrankungen. Man kann zwar viele Krebs -Arten behandeln, aber es gibt keine Möglichkeit, das Entstehen von Krebs durch Radioaktivität zu verhindern.“ Rosen will, dass solche Katastrophen mit dem Blick auf den einzelnen gesehen werden: „Uns geht es nicht um Panik-Mache. Es geht uns um jeden einzelnen Menschen, der wegen eines Atom-Unfalls Schaden an seiner Gesundheit nimmt.“ Seine radikale Konsequenz: „Es gibt ein Grundrecht des Menschen auf Gesundheit. Die einzige Möglichkeit, wie die Gesellschaft dieses Grundrecht achten kann, ist, indem es zu einem weltweiten Verzicht auf die Atomenergie kommt.“

Die Tatsache, dass es zum Unglück in Fukushima gekommen ist, sieht Rosen auch als Niederlage für seine eigene Organisation, die IPPNW, an: „Wir haben jahrelang mit dem Ziel gearbeitet: Es darf nie wieder ein Tschernobyl geben. Auch für uns bedeutet Fukushima ein Scheitern.

Es ist bemerkenswert: Die Mahner streuen Asche auf ihr Haupt.

Die Schuldigen und Profiteure machen weiter, als wäre nichts gewesen.

Mehr zur Lage in Fukushima:
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Fotoquellen
[1] http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Asiatische-Atommaechte-ruesten-auf/story/14069182


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