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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

40. Atomkraftwerke (AKWs) und die Folgen (Teil 13)

Krebs heilt mit Natron oder mit Blutgruppenernährung.


Video: Die Atomkraft ist eine Falle für die Menschheit: http://www.youtube.com/watch?v=j6Nic4s_pPI

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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20 minuten online, Logo

Fukushima 1 am 5.12.2011: Und wieder läuft radioaktives Wasser ins Meer - rund 45 Tonnen

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Radioaktives Wasser offenbar ins Meer gelaufen; 5.12.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Radioaktives-Wasser-offenbar-ins-Meer-gelaufen-16519672

<Wieder eine Schreckensnachricht vom AKW Fukushima: Am Wochenende sind laut Berichten rund 45 Tonnen verseuchtes Wasser ins Meer geflossen.

Etwa 45 Tonnen hochradioaktiv verseuchten Wassers sind am Wochenende aus einem Säuberungsbehälter des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins ins Meer gelaufen.

Ein Pool mit radioaktivem Wasser sei am Sonntagmittag um den Apparat zur Dekontaminierung entdeckt worden, teilte der japanische AKW-Betreiber Tepco mit. Das Gerät sei abgeschaltet worden, das Leck schien gestoppt zu sein.

Doch später hätten Arbeiter einen Riss in einem Betondamm entdeckt, durch den das kontaminierte Wasser in eine Rinne gelaufen sei, die zum Meer führte. Tepco schätzt, dass alleine aus dem Pool etwa 300 Liter ausgelaufen sind, bevor das Leck mit Sandsäcken abgedichtet wurde. Ob das verseuchte Wasser das Meer erreicht hat, wird noch untersucht.

(sda)>

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20 minuten
              online, Logoç

Japan am 6.12.2011: Radioaktiv verseuchtes Baby-Milchpulver mit radioaktivem Cäsium durch Fukushima

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Auch Baby-Milch radioaktiv verseucht; 6.12.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Auch-Baby-Milch-radioaktiv-verseucht-26680709

<Die Atomkatastrophe von Fukushima erreicht nun auch die Allerkleinsten. In 400 000 Dosen Baby-Milchpulver wurde radioaktives Cäsium entdeckt. Erstmals seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist in Japan laut einem Medienbericht radioaktives Cäsium in Milchpulver für Babys festgestellt worden.

Nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vom Dienstag wurde in einer Probe des Nahrungsmittelherstellers Meiji Cäsium von bis zu 30,8 Becquerel pro Kilogramm gefunden.

Wie das Isotop in das Milchpulver gelangte, sei noch unklar. Das Unternehmen selbst vermute jedoch, dass es auf die Atomruine in Fukushima zurückzuführen sei, meldete Kyodo unter Berufung auf informierte Kreise. Die Höhe der Belastung des Milchpulvers liege jedoch deutlich unter dem von der Regierung festgesetzten Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm.

400 000 Dosen betroffen

Der japanische Hersteller plane trotzdem, den Kunden anzubieten, das Produkt zu tauschen. Betroffen seien rund 400 000 Dosen des Milchpulvers Meiji Step, hiess es.

Angesichts der besonderen Gefährdung von Babys durch Strahlen plant die Regierung, neue Grenzwerte für Babynahrung festzusetzen. Das Isotop in dem Meiji-Milchpulver wurde in Dosen gefunden, deren Verfallsdaten auf den 4., 21., 22. und 24. Oktober des kommenden Jahres lauten.

Das japanische Militär beginnt an diesem Mittwoch mit Dekontaminierungsarbeiten in der 20-Kilometer-Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Eins. Das Kabinett billigte am Dienstag dafür den Einsatz von rund 900 Soldaten der Selbstverteidigungsstreitkräfte.

Sie sollen in vier Orten in der Provinz Fukushima öffentliche Gebäude von radioaktiven Strahlen reinigen. Die Gebäude in den Ortschaften Namie, Naraha, Tomioka und Iitate sollen als Stützpunkte für eine grossangelegte Dekontaminierung verstrahlter Gebiete dienen, mit der die Regierung im Januar beginnen will. Der Einsatz der Streitkräfte ist auf etwa zwei Wochen angelegt.

(sda)>

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Basler Zeitung
              online, Logo

7.12.2011: Japans Fantasten planen eine "gigantische Putzaktion" und will das "verstrahlte Land um Fukushima wieder bewohnbar machen" - mit Hochdruckreiniger ohne Wirkung und Erde und Wälder abtragen ohne Depot für die verseuchten Erdmassen

aus: Basler Zeitung online: Streit um Japans verseuchte Gebiete; 7.12.2011;
http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Streit-um-Japans-verseuchte-Gebiete--/story/18502338

<Die japanische Regierung will mit einer gigantischen Putzaktion das verstrahlte Land um Fukushima wieder bewohnbar machen. In der Bevölkerung findet das Vorhaben nicht nur Befürworter.

Rund 900 japanische Soldaten stehen ab heute in der 20-Kilometer-Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Einsatz. In den kommenden zwei Wochen sollen die Einheiten in mehreren Ortschaften verstrahlte öffentliche Gebäude mit Hochdruckreinigern dekontaminieren. Beim Projekt handelt es sich um die Vorlaufphase eines gigantischen Aufräumplanes der japanischen Regierung. Dieser sieht vor, die Sperrzone um Fukushima ab Januar 2012 im grossen Stil zu reinigen und wieder bewohnbar zu machen.

Erst am Sonntag wurde das Reinigungskonzept für Bauten medienwirksam in Okuma vorgestellt. Laut einem Bericht der «Japan Times» ist die von den Behörden angepriesene Effektivität der Methode aber fragwürdig. Auch nach einer Wasserbehandlung von über 40 Minuten liessen sich die Strahlenwerte kaum mehr reduzieren. Ähnliches wird von weiteren Pilotprojekten in der Sperrzone berichtet, die laut der «New York Times» bereits wieder eingestellt werden mussten.

Wiedergeburt oder finanzieller Ruin - [Japans Propaganda will eine "Wiedergeburt" erfinden - Kritiker befürchten ein "Millionengrab"]

Die Frage nach der Durchführbarkeit einer Wohnbarmachung der Sperrzone ist jedoch längst nicht nur Thema eines wissenschaftlichen Disputs. In Japan ist ein wahrer Streit um den Sinn des Regierungsprojektes entbrannt. Befürworter der Idee sehen diese als Metapher für Japans Wiedergeburt. Für die Regierung stellt die mögliche Wiederbelebung des verstrahlten Gebietes ein Vorzeigeprojekt dar, welches der Welt zeigen soll, dass Japan noch immer eine technisch überlegene und äusserst entschlossene Nation ist.

Die Gegner auf der anderen Seite befürchten, dass das gigantische Unterfangen zum Millionengrab für das Land werden könnte. Denn die Ausmasse des Vorhabens sind wahrlich monumental. Um die Sperrzone um Fukushima wieder bewohnbar zu machen, müssten nicht nur Tausende von Gebäuden von radioaktiven Teilchen gereinigt werden, sondern man müsste auch den Oberboden auf einer Fläche von rund 15'000 Quadratkilometern abtragen. Gemäss «New York Times» würde dies bedeuten, dass sogar bewaldete Hügelzüge kahlgeschlagen und abgeschabt werden müssten.

Ein Leben mit Schutzmasken? - [niemand will die verseuchte Erde lagern - die Aktionen nützen gar nichts]

Bis anhin ist das beispiellose Projekt auch nicht gerade auf einem guten Weg. Die japanische Regierung musste Probegrabungen einstellen, weil sich die Gemeinden weigern, die Tonne verseuchter Erde zu lagern. Andernorts massen Wissenschaftler auch nach einem ausführlichen Reinigungsprozedere Strahlenwerte, die weit über dem internationalen Grenzwert für langfristige Bewohnbarkeit waren. Tomoya Yamauchi von der Universität Kobe meinte etwa, in Fukushima City habe man die Strahlenbelastung gerade einmal um ein Viertel senken können. Dies bedeute, dass die Strahlendosis in der Stadt noch immer viermal stärker sei als die maximale empfohlene Belastung. «Daraus können wir nur schliessen, dass dieses Vorhaben bisher ein Fehlschlag war», kommentiert Yamauchi den Aufräumplan gegenüber der «New York Times».

Derweil stehen auch viele der Evakuierten dem gigantischen Vorhaben skeptisch gegenüber. Die älteren Generationen zweifeln, dass selbst bei einer erfolgreichen Durchführung überhaupt Jüngere zurück in das Gebiet ziehen würden. Andere bezeichnen das Vorhaben als wahnwitzig und als einen Versuch der Regierung, sich vor Kompensationszahlungen zu drücken. Viele Familien bezeichnen das Ganze schlussendlich als zu gefährlich. Eine Frau meinte gegenüber der Zeitung etwa: «Wie sollen wir da wieder leben? Sollen wir dann die ganze Zeit Schutzmasken tragen?» (kpn)>


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Spiegel
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Fukushima 1 am 7.12.2011: Hilfsgelder für Fukushima werden für Japans kriminellen Walfang abgezweigt - die japanische Regierung ist eine Regierung von Schweinen

aus: Spiegel online: Greenpeace-Vorwurf: Walfänger profitieren von Fukushima-Fonds; 7.12.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,802179,00.html
<Getty Images

Hilfsgelder fließen in die Regionen Japans, die von Erdbeben, Tsunami und der AKW-Katastrophe von Fukushima zerstört wurden. Doch eine zweistellige Millionensumme soll Greenpeace zufolge direkt den Walfang unterstützen: Umweltschützer sind empört.

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Tokio - Jedes Jahr subventioniert Japan seine Walfangflotte mit großen Summen. 2011 soll die Walfangindustrie rund 22 Millionen Euro mehr erhalten haben - das Geld wurde vom Parlament im Rahmen des Fukushima-Hilfsfonds genehmigt, wie die Umweltorganisation Greenpeace berichtet. Normalerweise würden sich die Subventionen auf umgerechnet 7,5 Millionen Euro belaufen.

Die Gelder aus dem Hilfsfonds beantragte das Fischereiministerium, weil einige der vom Erdbeben und Tsunami zerstörten Küstenstädte von der Walfangindustrie abhängen, berichtet die britische BBC. Junichi Sato von Greenpeace Japan verurteilt die staatliche Unterstützung: "Nicht nur, dass die Walfang-Industrie nicht ohne immer höhere Subventionen auskommt. Nun nimmt sie den Opfern des 11. März Geld weg, während es am dringendsten benötigt wird." Es sei ein neuer, beschämender Tiefpunkt für den Walfang und die Politiker, die ihn fördern.

Bereits im August war bekannt geworden, dass die japanische Regierung den Walfang in dieser Saison mit einer größeren Summe unterstützen will, um zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu ermöglichen. Hintergrund dafür seien die wiederholten Störaktionen von Tierschützern. Insbesondere die Organisation Sea Shepherd geht mit den Walfängern in der Antarktis in die offene Konfrontation. Im Februar 2011 hatten die Japaner die Jagd daher frühzeitig beendigt. Mit drei Schiffen waren die Umweltschützer der Fangflotte gefolgt. Im Januar 2010 kam es zu einer Kollision, bei der Sea Shepherds futuristischer Trimaran "Ady Gil" sank.

Jagdsaison eröffnet

Am Dienstag ist die Walfangflotte zu ihrer umstrittenen Jagd in Richtung Antarktis aufgebrochen. Medienberichten zufolge legte die aus drei Schiffen bestehende Flotte, die vom Walfangschiff "Yuhsin Maru" angeführt wird, vom Hafen Shimonoseki im Westen Japans ab. Die japanische Fischereibehörde wollte die auch durch Fotos belegten Berichte aus Sicherheitsgründen nicht bestätigen. Einem der Internationalen Walfangkommission (IWC) vorgelegten Plan zufolge sollen in dieser Saison 900 Wale gefangen werden.

Die Kommission hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt allerdings ein Schlupfloch des Abkommens, indem es Wale offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken jagt. Es macht aber kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Tiere in Geschäften und Restaurants verkauft wird. Die japanischen Behörden vertreten die Ansicht, dass der Walfang eine jahrhundertealte Tradition ist, die nicht verloren gehen darf.

wbr/AFP>


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n-tv online,
              Logo

Fukushima 1 am 8.12.2011: <Tanks bei Fukushima bald voll: Strahlendes Wasser soll ins Meer> - die japanische Regierung ist eine Regierung von Schweinen

aus: n-tv online; 8.12.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Strahlendes-Wasser-soll-ins-Meer-article4955331.html

<Ein Ende der Atomkatastrophe in Fukushima ist nicht absehbar. Immer mehr Grundwasser strömt in die havarierten Reaktorgebäude - weit mehr als in den Tanks gelagert werden kann. Der Betreiber Tepco zeigt sich erfinderisch.

Der Betreiber des havarierten Stomkraftwerks Fukushima Daichi will wegen Platzmangels erneut schwach verstrahltes Wasser ins Meer leiten. Tepco begründete dies mit einem drohenden Mangel an Tankkapazitäten für verseuchtes Wasser in der Atomruine. Der Betreiber hatte bereits in den vergangenen Monaten absichtlich verseuchtes Wasser ins Meer geleitet.

Zwar wird ein Teil des aus dem Kraftwerk ausgetretenen und hochgradig verseuchten Wassers dekontaminiert und zur Kühlung der in Folge des Erdbebens und Tsunami vom 11. März beschädigten Reaktor 1 bis 3 wiederverwendet. Doch fließen weiter täglich zusätzlich 200 bis 500 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude, wie japanische Medien meldeten. Die vorhandenen Tanks hätten aber nur eine Kapazität von 160.000 Tonnen. Im März könnten sie voll sein. Man könne in den nächsten Jahren nicht immer mehr Tanks aufstellen, erklärte Tepco.

Der Konzern versicherte laut der Nachrichtenagentur Kyodo, dass im Falle eines Ableitens von verseuchtem Wasser ins Meer nur solches verwendet würde, dessen Belastung unterhalb des vom Staat zulässigen Grenzwerts liege. Der Fischereiverband äußerte jedoch bereits starke Bedenken.

Tepco steht wegen der Entsorgung des verseuchten Wassers in der Kritik. So war im April hochgradig verseuchtes Wasser mit einer Belastung von 4700 Billionen Becquerel in den Pazifischen Ozean geflossen, im Mai mit einer Belastung von 20 Billionen Becquerel. Im April ließ Tepco zudem absichtlich schwach strahlendes Wasser mit 150 Milliarden Becquerel ins Meer ab, um Platz zur Lagerung von stark verseuchtem Wasser zu schaffen. Hinzu kommt Radioaktivität von Partikeln, die mit dem Regenwasser in den Ozean gespült wurden.

dpa>

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20 minuten
              online, Logo

Fukushima 1 am 9.12.2011: <Ex-Direktor des AKW Fukushima hat Krebs> - Speiseröhrenkrebs - Ursache mit der Explosion des AKW wird bestritten

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Ex-Direktor des AKW Fukushima hat Krebs; 9.12.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Ex-Direktor-des-AKW-Fukushima-hat-Krebs-25553658

<Der ehemalige Direktor des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt. Einen Zusammenhang mit der Atomkatastrophe gebe es aber vermutlich nicht.

Der ehemalige Direktor des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat Speiseröhrenkrebs. Der 56-jährige Masao Yoshida, der Ende November aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, habe bei einem Besuch der Anlage selbst darüber gesprochen, teilte die Betreiberfirma Tepco mit.

«Er sorgte sich um die Spekulationen in den Medien über seine Krankheit», sagte eine Sprecherin am Freitag. Eigentlich habe er sich in Ruhe auf seine Behandlung konzentrieren wollen, dann aber doch entschieden, offen damit umzugehen, um die Gerüchte zu beenden.

Tepco zufolge ist es aber «extrem unwahrscheinlich», dass Yoshidas Krebserkrankung in direktem Zusammenhang mit der Atomkatastrophe in Fukushima steht.

Kein Zusammenhang mit Katastrophe

Sollte die direkte Aussetzung radioaktiver Strahlung überhaupt diese Krebsform auslösen, würde es mindestens fünf und im Durchschnitt normalerweise zehn Jahre dauern, bis er sich ausbreite, sagte die Tepco-Sprecherin unter Berufung auf Angaben von Ärzten. Ob Yoshida operiert worden ist und welche Behandlung er bekommt, sagte die Sprecherin nicht.

Yoshida hatte das Atomkraftwerk seit Juni 2010 und damit auch nach dem schweren Erdbeben und dem anschliessenden Tsunami am 11. März geleitet. Damals waren mehrere Reaktoren der Anlage schwer beschädigt worden.

Unter extremen Bedingungen koordinierte Yoshida die Aufräum- und Reparaturarbeiten an den Reaktoren, deren Brennstäbe teilweise schmolzen und grosse Mengen von Radioaktivität freisetzten.

(sda)>

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Spiegel
              online, Logo

Fukushima 1 am 9.12.2011: Die Strahlendosen im März betrugen bis zu 37 Millisievert - Grenzwert ist 1 Millisievert pro Jahr

aus: Spiegel online: Fukushima: Anwohner bekamen teils heftige Strahlendosen ab; 9.12.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,802721,00.html

<Riesige Mengen radioaktiver Partikel gelangten in die Umwelt, als die Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima explodierten. Die zuständige Provinzregierung hat nun ermittelt, wie stark die Bürger belastet wurden - und nennt einen erschreckenden Rekordwert.

Tokio - Bürger der japanischen Katastrophenprovinz Fukushima sind in den ersten vier Monaten nach dem Atomunfall einer geschätzten Strahlenbelastung von bis zu 37 Millisievert ausgesetzt gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung der Provinzregierung - die angegebene Dosis schließe noch nicht einmal die natürliche Hintergrundstrahlung ein.

Die Höchstgrenze für die Strahlendosis liegt in Japan normalerweise bei einem Millisievert pro Jahr. Im April hatte die japanische Regierung allerdings zu einer umstrittenen Maßnahme gegriffen: Sie hatte festgelegt, dass für Schulkinder in der Region Fukushima die Jahresbelastung mit bis zu 20 Millisievert als unbedenklich einzustufen sei.

Für die aktuelle Untersuchung errechnete die Regierung nun eine geschätzte Strahlendosis auf Basis von Gesundheitschecks von rund 1730 der 29.000 Bewohner der Orte Namie, Kawamata und Iitate. Demnach liegt die durchschnittliche Dosis bei etwas über einem Millisievert, meldete die Agentur Kyodo.

Nach Angaben der Fukushima Medical University war etwa die Hälfte der 1730 Untersuchten in den ersten vier Monaten nach Beginn der Atomkatastrophe im März einer Strahlenbelastung von weniger als einem Millisievert ausgesetzt, die übrige Hälfte mehr als einem Millisievert.

Bei rund 40 Personen betrug die Dosis zwischen fünf und zehn Millisievert. Bei etwa einem Dutzend waren es mehr als zehn Millisievert, wobei die höchste Dosis rund 37 Millisievert betrug. Untersucht wurden auch Arbeiter, die zu den Reparaturtrupps im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi gehörten, wie Kyodo weiter meldete.

Für die Erhebung wurde die Strahlendosis auf Basis von Strahlung in der Luft kalkuliert, die das Wissenschaftsministerium mit Hilfe eines Systems zur Erstellung von Strahlenprognosen in Notfällen gemessen hatte.

Tepco, der Betreiber des havarierten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, hat am Freitag bekanntgegeben, dass er nun doch kein kontaminiertes Wasser ins Meer pumpen wird. Nach Gesprächen mit Fischereiverbänden habe sich Tepco gegen den jüngst vorgestellten Plan entschieden, erläuterte eine Unternehmenssprecherin. Tepco-Geschäftsführer Junichi Matsumoto sagte, das Unternehmen werde versuchen, weitere Tanks zu bauen und mehr Wasser aufzubereiten, um es zur Kühlung zu nutzen.

wbr/dpa/Reuters>

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Schau her, was die grausame EU macht:


Welt online,
              Logo

9.12.2011: <Energie-Bericht: EU befürwortet bis zu 40 neue Atomkraftwerke>

aus: Welt online; 9.12.2011;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13758494/EU-befuerwortet-bis-zu-40-neue-Atomkraftwerke.html

<Trotz des deutschen Atomausstiegs plant die EU offenbar Investitionen in Atomkraftwerke. Frankreich beispielsweise setzt ohnehin weiterhin auf Atomkraft wie hier in Cattenom.

Einem Medienbericht zufolge macht sich die EU für den Ausbau der Atomenergie stark. Auch Subventionen für Atomkraftwerke seien im Gespräch.

Die EU befürwortet einem Zeitungsbericht zufolge trotz des deutschen Atomausstiegs den Neubau zahlreicher Atomkraftwerke. Im bislang vertraulichen Entwurf "Energy Roadmap 2050" bezeichne EU-Energiekommissar Günther Oettinger die Atomkraft als "wichtigen Faktor", heißt es in einem Vorabbericht der "Süddeutschen Zeitung".

Unterhändlern zufolge sehen die Details mehrerer Szenarien den Neubau von 40 Kernkraftwerken allein bis 2030 vor, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Das Papier soll der Zeitung zufolge in der kommenden Woche in Brüssel vorgestellt werden und ein europäisches Gerüst für die nationale Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte liefern. Die Zweifel vieler Europäer an der Kernkraft erwähne das Papier zwar, halte sie aber offenbar für überwindbar. "Eine neue Generation der Atomtechnik könnte helfen, die Abfall- und Sicherheitsbedenken zu adressieren", zitiert die Zeitung aus dem Papier.

Auch eine finanzielle Förderung der Atomenergie in Mitgliedsstaaten ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für grünen Strom in Deutschland halte die Kommission Unterhändlern zufolge für möglich. Sie könnte demnach Subventionen für Neuinvestitionen in Atomkraftwerke, zum Beispiel in Großbritannien, erlauben.

Reuters/tts>

Kommentar

Das ist ja wohl der totale moralische Bankrott der EU, jetzt noch neue Atomkraftwerke in die Welt zu setzen. Das Ganze wird sich aber erledigen, wenn die ersten Fukushima-Babys auf der Welt sind. In einem Monat ist es so weit.

Michael Palomino, 9.12.2011

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Basler
                Zeitung online, Logo

AKW in Genkai (Japan) 10.12.2011: <Radioaktives Wasser aus japanischem AKW entwichen>

aus: Basler Zeitung online; 10.12.2011;
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Radioaktives-Wasser-aus-japanischem-AKW-entwichen/story/19286370

<«Es hat verschiedene Probleme gegeben»: Der Unglücksreaktor in Genkai.

Japan wird erneut von einem Atomunglück heimgesucht. In einem AKW im Südwesten des Landes, ist einem Bericht zufolge verstrahltes Wasser ausgetreten.

Aus einer Pumpe im südwestjapanischen Atomkraftwerk Genkai ist einem Bericht zufolge radioaktives Wasser entwichen. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, das verstrahlte Wasser sei nach Regierungsangaben aber nicht in die Umwelt gelangt.

Ein Sprecher der Atomaufsichtsbehörde in Tokio, Testyuy Saito, teilte heute mit, aus einer Pumpe im Reaktor 3 des AKW Genkai auf der Halbinsel Higaschi-Matsuura seien am Freitag 1,8 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten. Die Ursache werde ermittelt.

«Verschiedene Probleme»

«Es hat verschiedene Probleme in Genkai gegeben», sagte Saito. «Aber es gibt als Ergebnis dieser Ereignisse kein Sicherheitsproblem.» Die Betreibergesellschaft Kyushu Electric Power sprach in einer Erklärung vom Freitag von einem Pumpenproblem, erwähnte aber kein Leck. Saito sagte, es sei Sache des Betreibers zu entscheiden, ob ein Leck bekanntgegeben wird.

Der Bürgermeister von Genkai, Hideo Kishimoto beschwerte sich nach einer Kyodo-Meldung über die Informationspolitik der Betreiberfirma. «Die Stadtregierung muss informiert sein», wurde er zitiert. Er habe den Stromversorger wiederholt aufgefordert, seine Informationspolitik zu ändern.

Der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda teilte unterdessen mit, im havarierten Atomkraftwerk Fukushima sei in allen drei geschmolzenen Reaktorkernen die Temperatur unter den Siedepunkt gefallen und die Strahlung zurückgegangen.

(mrs/sda)>


Kommentar

Langsam wird klar, wieso die AKWs in Japan fast alle an der Küste stehen: Damit man radioaktives Wasser ganz leicht ins Meer entsorgen kann - und es kostet nix.

Michael Palomino, 10.12.2011

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20 minuten
                online, Logo

Fukushima 1 am 16.12.2011: Japans Ministerpräsident behauptet, es sei eine "Kaltabschaltung" gelungen

aus: 20 minuten online: "cold shutdown": Fukushima ist unter Kontrolle; 16.12.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Fukushima-ist-unter-Kontrolle-21755079

<Neun Monate nach dem Unglück ist der Katastrophenreaktor von Fukushima stabilisiert. Laut Japans Ministerpräsident Yoshihiko Nota gelang eine Kaltabschaltung.

Die Atomkatastrophe von Fukushima ist nach Einschätzung der japanischen Regierung neun Monate nach ihrem Beginn unter Kontrolle. Die Reaktoren in der havarierten Anlage befänden sich «im Zustand der Kaltabschaltung», sagte Regierungschef Yoshihiko Noda am Freitag.

Das Ziel, die in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom März schwer beschädigten Reaktoren bis zum Jahresende zu einem sogenannten «cold shutdown» und damit unter Kontrolle zu bringen, sei nun erreicht, sagte Noda weiter. Damit träten nicht länger beträchtliche Mengen an Radioaktivität in die Umgebung aus.

Noch nicht alle Probleme gelöst

Umweltschützer kritisieren das als eine bewusste Irreführung der Bevölkerung. Nach Definition der Regierung und des Atombetreibers Tepco liegt eine Kaltabschaltung vor, wenn die Temperatur am Boden der Druckbehälter unter 100 Grad gehalten wird.

In dem Atomkraftwerk Fukushima war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einen anschliessenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen.

Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühen die Reparaturtrupps sie weiter mit Wasser. Dazu errichtete Tepco ein Zirkulationssystem, mit dessen Hilfe inzwischen eine stabile Kühlung der Reaktoren gewährleistet sei. Die Entsorgung des verseuchten Wassers stellt weiter eines der grössten Probleme dar.

(dapd)>

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n-tv online,
                Logo

Fukushima 1 am 16.12.2011: <Umweltschützer kritisieren Irreführung: Japan erklärt Fukushima für sicher>

aus: n-tv online; 16.12.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Japan-erklaert-Fukushima-fuer-sicher-article5014741.html

<Laut der Regierung in Japan ist das nach dem Erdbeben beschädigte Atomkraftwerk in Fukushima unter Kontrolle. Die Reaktoren seien in einem Zustand der "Kaltabschaltung". Umweltschützer widersprechen der Darstellung und halten der Regierung Irreführung vor.

Neun Monate nach der Natur- und Atomkatastrophe in Japan hat die Regierung das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi für sicher erklärt. Die in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom März schwer beschädigten Reaktoren seien in einem sogenannten "cold shutdown" (Kaltabschaltung) unter Kontrolle gebracht. Bis zum Jahresende sollte dies erreicht werden.

Umweltschützer kritisieren das als eine Irreführung der Bevölkerung. Nach Definition der Regierung und des Atombetreibers Tepco liegt eine Kaltabschaltung vor, wenn die Temperatur am Boden der Druckbehälter unter 100 Grad gehalten wird.

Falscher Gebrauch des Begriffs?

Experten und Umweltschützer werfen der Regierung einen falschen Gebrauch des technischen Begriffs der Kaltabschaltung vor. "Hier von Kaltabschaltung zu sprechen grenzt an eine bewusste Lüge", erklärte Reinhard Uhrig, Atomexperte von Global 2000. Die geschmolzenen Brennelemente hätten sich durch den Boden der Reaktordruckbehälter durchgebrannt und lägen nun als Klumpen auf dem Boden der Umhüllung. Dort wiesen sie weiter Temperaturen von schätzungsweise 3000 Grad auf. Von einem sicheren Zustand seien die Reaktoren noch weit entfernt.

In dem Akw war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einem anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen. Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühen die Reparaturtrupps sie weiter mit Wasser. Dazu errichtete der Betreiber Tepco ein Zirkulationssystem, mit dessen Hilfe inzwischen eine stabile Kühlung der Reaktoren gewährleistet sei. Die Entsorgung des verseuchten Wassers stellt weiter eines der größten Probleme dar.

dpa>

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20 minuten
                online, Logo

21.12.2011: Japan: Abschaltung von Fukushima dauert 40 Jahre>

aus: 20 minuten online; 21.12.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/13511387


<Die Demontage des havarierten Atomkraftwerks Fukushima im Nordosten Japans wird nach Regierungsplänen etwa 40 Jahre dauern. Der Abriss solle in mehreren Etappen erfolgen, sagte Umweltminister Goshi Hosono.

Als nächster Schritt im Zuge der Aufräumarbeiten nach dem Unglück vom 11. März sei nun die Entfernung von Brennmaterial aus der Anlage geplant, teilte die Regierung mit. Dies solle innerhalb der nächsten zwei Jahre über die Bühne gehen.

Danach soll nach Regierungsplänen mit der Bergung des in den Abklingbecken des Meilers lagernden ausgedienten Brennmaterials begonnen werden. Allein dieser Vorgang werde mehrere Jahre dauern, weil die Kühlsysteme und die Becken neu instand gesetzt werden müssten.

Keine neuen Risiken eingehen

Die Bergung des nach der Katastrophe vom März geschmolzenen Atommaterials in den Reaktoren eins bis drei soll in rund zehn Jahren begonnen und binnen weiterer mehr als 20 Jahre abgeschlossen werden, sagte Hosono. Hierfür seien neue technische Anlagen nötig.

Die Arbeiten sollten erfolgen, ohne dass sich «neue Risiken» für die Bevölkerung ergäben, sagte der Minister. Etwa 80'000 Menschen mussten wegen der hohen Strahlenbelastung ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Die ersten von ihnen können im Frühjahr wieder zurückkehren.

Die Regierung hatte vor kurzem erklärt, im Kraftwerk sei mittlerweile der Zustand der sogenannten kalten Abschaltung erreicht. Damit können die Aufräumarbeiten in eine neue Phase eintreten.

Das schwere Unglück in Fukushima hatte sich am 11. März als Folge eines starken Erdbebens und eines anschliessenden Tsunamis ereignet.

(sda)>

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20 minuten
                online, Logo

21.12.2011: <Zeitung berichtet: Fukushima-Betreiber wird verstaatlicht> - Tepco zu 66% in Regierungshand

aus: 20 minuten online; 21.12.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/11845867


<Das Energieunternehmen Tepco soll zu zwei Dritteln von der japanischen Regierung übernommen werden. Das bedeutet faktisch eine Verstaatlichung des Fukushima-Betreibers.

Die japanische Regierung will eine Billion Yen (umgerechnet fast zwölf Milliarden Franken) in das Energieunternehmen Tokyo Electric Power (Tepco) einbringen. Das berichtete die Zeitung «Yomiuri» am Mittwoch. Mit der Übernahme von mehr als zwei Dritteln der Anteile des Fukushima-Betreibers würde dieser quasi verstaatlicht. Ausserdem würden Banken gebeten, dieselbe Summe an Krediten zur Verfügung zu stellen.

Das Blatt berief sich dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Eine Tepco-Sprecherin sagte, der Bericht entspreche nicht den Tatsachen.

Verstaatlichung war immer wieder Thema

Der Zeitung zufolge sollen die konkreten Verhandlungen im nächsten Jahr beginnen und bis März abgeschlossen sein. Eine Verstaatlichung des Unternehmens war seit dem Unglück im Atomkraftwerk Fukushima immer wieder im Gespräch gewesen.

Die Reaktoren des Kraftwerks waren nach dem Tsunami im März ausser Kontrolle geraten. In mindestens einem kam es zu einer Kernschmelze. Tepco sieht sich mit hohen Entschädigungszahlungen und Kosten für die Dekontaminierung verstrahlter Gebiete konfrontiert.

(sda)>

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n-tv online,
                Logo

Atommülllager Asse 27.12.2011: Es dringt so viel Wasser ein, dass die Flutung bevorsteht

aus: n-tv online: Aussagen zu Asse bleiben Mangelware:
Atomkraftgegner fürchten Flutung; 27.12.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Atomkraftgegner-fuerchten-Flutung-article5085751.html

<Atomkraftgegner geben einer Bergung des Atommülls aus dem maroden Lager Asse bei Wolfenbüttel keine Chance mehr. Sie vermuten, dass die Zeit gegen die Rückholung der Fässer arbeite. Täglich sickern große Mengen Wasser in das Bergwerk ein, so dass am Ende eine Flutung der Anlage statt der Bergung der Fässer bevorzugt werden könnte.

Atomkraftgegner fürchten, dass die rund 126.000 Atommüllfässer aus dem einsturzgefährdeten Lager Asse bei Wolfenbüttel nun doch nicht geborgen werden sollen. Sie warfen Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vor, die Rückholung des Mülls zu verzögern und zu torpedieren. Offensichtlich werde statt der Bergung inzwischen eine Flutung des maroden Lagers bevorzugt, kritisierte der Asse-Koordinationskreis, in dem sich atomkritische Gruppen zusammengeschlossen haben.

Das Lager gilt als stark einsturzgefährdet, täglich sickert Wasser von außen ein. Für Wirbel gesorgt hatte zuletzt ein Vermerk des Bundesamtes für Strahlenschutz zur bergtechnischen Sicherheit der Grube. Darin hatte es geheißen, es könnten bis Ende 2012 Dinge eintreten, die eine Rückholung des Mülls unmöglich erscheinen ließen.

Daraufhin hatte der scheidende niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) erklärt, es gebe keine Chance mehr für eine Bergung des Atommülls. Stattdessen sei so schnell wie möglich ein sicherer Verschluss der Asse notwendig. Das Ziel, den Müll zu bergen, scheine angesichts von Bedenken des Bundesamtes für Strahlenschutzes nicht mehr erreichbar.

Rückholung als beste Option

Die Atomkraftgegner warfen Röttgen vor, er arbeite seit fast zwei Jahren gegen die Rückholung des Mülls. Röttgen habe sich auch noch nie vor Ort über die Lage in dem alten Bergwerk informiert. Auch das niedersächsische Umweltministerium verzögere durch seine Genehmigungs- und Auflagenpraxis eine Rückholung des Mülls.

Im Januar 2010 hatte das Bundesamt für Strahlenschutz das Ergebnis eines Vergleichs von verschiedenen Möglichkeiten zur Sicherung des einsturzgefährdeten Lagers vorgestellt. Eine Rückholung der Atommüllfässer wurde damals als beste Option präsentiert. Zur Alternative standen eine Verfüllung der Stollen oder die Umlagerung der Müllfässer in tiefere Schichten des alten Salzbergwerks.

dpa>

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20 minuten
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Region Fukushima am 28.12.2011: Die Provinzregierung will erneuerbare Energien und keine AKWs mehr

aus: 20 minuten online: Super-GAU: Provinz Fukushima will keine AKW mehr; 28.12.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/2585318

<In der japanischen Unglücksregion Fukushima soll es keine Atomreaktoren mehr geben. Die Provinzregierung will in Zukunft auf erneuerbare Energien setzen. Auch, damit frühere Bewohner heimkehren.

Die japanische Provinz Fukushima will nach dem schweren Atomunfall eine Zukunft ohne Atomreaktoren. Die Zentralregierung in Tokio und der Atombetreiber Tepco sollen alle zehn Reaktoren in der Provinz abschaffen.

Dies wird in einem Wiederaufbauplan gefordert, der am Mittwoch von einem Gremium der Präfektur verabschiedet wurde. Sechs der zehn Reaktorblöcke befinden sich im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Eins, die anderen im AKW Fukushima Zwei.

Frühere Bewohner sollen zurückkommen

Die Provinz Fukushima will in Zukunft auf erneuerbare Energien setzen. Durch den Wiederaufbau und die Entwicklung Fukushimas hoffe man, dass die aus der Provinz geflohenen Bewohner, besonders die Jüngeren, ermutigt werden, wieder zurückkommen, wurde der Gouverneur der Provinz, Yuhei Sato, zitiert.

Der neue japanische Regierungschef Yoshihiko Noda spricht sich für eine langfristige Reduzierung der Abhängigkeit von der Atomenergie sowie den Ausbau erneuerbarer Energien aus. Allerdings will sich Noda - anders als sein Vorgänger Naoto Kan - nicht auf einen kompletten Ausstieg aus der Atomkraft festlegen. Japan sei zumindest noch bis 2030 darauf angewiesen.

Unglücksreaktoren mittlerweile unter Kontrolle

Vier Reaktoren im AKW Fukushima Eins wurden bei dem schweren Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstört. Es kam zu Kernschmelzen, die Umwelt wurde verstrahlt und zehntausende Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Die Regierung und der Atombetreiber Tepco hatten kürzlich bekanntgegeben, dass die Reaktoren jetzt unter Kontrolle seien. Bis sie vollständig abgerissen sind, wird es nach Planung der Regierung etwa 40 Jahre dauern.

Sato traf am Mittwoch mit Umweltminister Goshi Hosono zusammen. Dieser will in der Provinz Fukushima ein Zwischenlager für verseuchten Boden und anderen strahlenden Abfall aus dem AKW Fukushima Eins bauen lassen. Die Anlage solle nach Wunsch der Regierung in Futaba errichtet werden, wo auch die Atomruine steht. Der Umweltminister warb bei Regionalpolitikern um Verständnis. Mit einer Entscheidung der Provinz sei in Kürze zu rechnen, hiess es. In der Umgebung von Futaba werden im Zuge geplanter Dekontaminierungsarbeiten grosse Mengen an strahlendem Abraum anfallen.

(sda)>

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Basler
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Fukushima 1 am 31.12.2011: Verdeckter Journalist Tomohiro Suzuki deckt die "Strategie" Japans auf: <Fälschen und vertuschen>

aus: Basler Zeitung online; 31.12.2011;
http://bazonline.ch/wissen/technik/Faelschen-und-Vertuschen/story/27145298

<Von Christoph Neidhart

Mehrere Aufräumer wurden offenbar von der japanischen Mafia angeheuert: Ein Arbeiter wartet in einem Nebengebäude in Fukushima auf seinen Einsatz.

Der Journalist Tomohiro Suzuki arbeitete im Sommer inkognito als Aufräumer im havarierten Atomkraftwerk Fukushima I. Dabei erlebte er, wie hilflos Behörden und AKW-Betreiber agierten.

«Es gibt keine Fortschritte. Toshiba und Hitachi, die beiden involvierten Firmen, haben zwar gute Ideen, reden aber nicht miteinander. Und die Regierung versucht, Geld zu sparen.» Zu diesem Schluss kommt Tomohiro Suzuki, einer der wenigen Investigativjournalisten Japans. Im Sommer arbeitete er etwa sechs Wochen lang inkognito im havarierten AKW Fukushima I. Was er dort erlebte, passt ins Bild der Schlamperei, die der Regierung und der Betreiberfirma Tepco vorgeworfen wird.

Die meisten Arbeiter in Japans Kernkraftwerken werden nicht von den Betreiberfirmen beschäftigt, sondern von Subunternehmen. In den ersten Tagen nach dem Unfall suchten diese «Leute, die bereit sind zu sterben», wie Suzuki weiss. Viele dieser Arbeitsvermittler seien mit der Yakuza verbandelt, der japanischen Mafia. Unter den sogenannten Fukushima-50, den Arbeitern, die in der schlimmsten Zeit im Kraftwerk ausharrten und Japan damit vor einer noch schlimmeren Katastrophe bewahrten, seien drei von der Yakuza angeheuerte Arbeiter gewesen. Auch Suzuki liess sich im Juli von einem Subunternehmen anheuern. Zuvor jobbte er einige Wochen auf Baustellen, um sich an den Umgang zu gewöhnen. Zwei Firmen hätten ihn abgelehnt. Das dritte Unternehmen nahm ihn, obwohl er sich unter dem eigenen Namen beworben hatte. «Die suchen verzweifelt Leute», erzählt er im Gespräch mit dem TA. Bis zu seiner Enttarnung Mitte August arbeitete er in Fukushima I als Aufräumer. Aufgeflogen sei er, weil er bei den Schulungen, bei denen alle andern schliefen, eifrig Notizen machte. Das war fünf Monate nach der Katastrophe.

Ahnungslose Ingenieure

Blenden wir zurück: Am 11. März um 14.46 Uhr erschüttert ein Erdbeben den Nordwesten Japans, das in dieser Stärke in dieser Region noch nie gemessen wurde. Im AKW Fukushima I arbeiten zur Zeit des Erdbebens etwa 500 Leute. In den fensterlosen Reaktorgebäuden geht das Licht aus, das Erdbeben hat die Stromzufuhr gekappt, Gerüste fallen um, viele Einrichtungen werden beschädigt. Die Arbeiter fliehen.

Die strengen Sicherheitsauflagen, die Japan den AKW für den Fall eines Erdbebens macht, gelten nur für die Reaktoren selbst. Nebenanlagen müssen bloss jenen Vorschriften genügen, die auch für Fabrikbetriebe gelten. Atomkraftwerke schalten sich im Falle eines Erdbebens automatisch ab. Das hat bei den Reaktoren 1, 2 und 3 funktioniert. Die Blöcke 4, 5 und 6 waren zur Zeit des Bebens nicht in Betrieb.

Doch das Erdbeben löst einen gigantischen Tsunami aus. Um 15.27 Uhr überrollt eine erste Flutwelle das AKW, um 15.46 eine zweite. Ihre Wellenhöhe wurde auf bis 14 Meter geschätzt. Das Wasser zerstört die Diesel-Notstromaggregate. Damit können die Reaktoren nicht mehr gekühlt werden. Wie der Zwischenbericht einer Untersuchungskommission später feststellte, war die Betreiberin Tepco überhaupt nicht auf einen Atomunfall vorbereitet. Die Ingenieure vor Ort wissen nicht, wie die Notkühlsysteme funktionieren. Sie machen Fehler und verschlimmern die Lage. Noch in der Nacht erlässt die Regierung in Tokio die erste Evakuierungsorder. Wer näher als 3 Kilometer vom AKW wohnt, muss fliehen. Die Sperrzone wird später auf 10 und dann auf 20 Kilometer Radius ausgedehnt. Tokio leistet keinerlei Hilfe zur Evakuierung.

Völlige Hilflosigkeit

Am Tag nach dem Erdbeben sagt Koichiro Nakamura, Sprecher der Agentur für Nuklearsicherheit Nisa, der Kern von Reaktor 1 sei vermutlich geschmolzen. Obwohl er das mit seinen Vorgesetzten abgesprochen hatte, ist dies seine letzte Pressekonferenz. In der Folge weisen Tepco und Nisa Fragen nach der Kernschmelze entrüstet zurück, obwohl die radioaktiven Isotope klar darauf hindeuten. Binnen vier Tagen kommt es in den Reaktorgebäuden zu vier Wasserstoffexplosionen. Tepco verliert jegliche Kontrolle. Am fünften Tag sagt die Betreiberin der Regierung, sie werde ihre Leute zurückziehen und die geschmolzenen Reaktoren sich selbst überlassen. Da sind die ständigen Nisa-Experten vor Ort längst geflohen. Premier Naoto Kan formt einen Krisenstab der Regierung mit Tepco. Im Kabinett herrscht Angst, wie man später erfährt. Es beginnt über eine Evakuation der 35 Millionen Menschen im Grossraum Tokio nachzudenken. Am sechsten Tag sprüht das japanische Militär Wasser zur Kühlung der Reaktoren aus einem Helikopter. Ohne jeden Erfolg. Die Bilder der TV-Aufnahmen zeigen der Welt eine völlige Hilflosigkeit.

Erst drei Monate später wird Japan die drei Kernschmelzen zugeben. Manche Experten glauben, der Reaktor sei bereits durch das Erdbeben beschädigt worden. Tepco behauptet, die Kernschmelze sei eine Folge des Stromausfalls. Die staatliche Untersuchungskommission erklärt, das lasse sich erst beurteilen, wenn man den Reaktor öffnen könne. Also in 20 bis 25 Jahren.

Dosimeter in Socken versteckt

Die Regierung habe die dreifache Kernschmelze von Anfang an unterschätzt und heruntergespielt, sagt Undercover-Journalist Tomohiro Suzuki. Einige Ämter, etwa die der Agentur Nisa übergeordnete Kommission für Nuklearsicherheit (NSC), hätten überdies der Regierung Informationen vorenthalten. «Speedi» nennen die Japaner eine Computersimulation, mit der man detaillierte Verstrahlungskarten errechnen kann. Das tat die Kommission, sie gab die Resultate aber nicht weiter. So sind Leute aus den Dörfern hinter dem AKW in Gemeinden geflohen, die stärker verstrahlt waren, obwohl diese weiter von Fukushima I entfernt liegen. «Die Verstrahlungsprotokolle der Arbeiter, die in den ersten Wochen in Fukushima I im Einsatz waren, sind alle hinterher fabriziert worden», hat Suzuki zudem von seinen Kollegen im AKW erfahren. Damit erkläre sich die angeblich geringe Strahlendosis, welche die Arbeiter abbekommen haben sollen. «Die Arbeiter sind ohne Dosimeter im Einsatz gewesen.» Das tun sie zuweilen laut Suzuki noch heute. Manche Jobs seien sonst gar nicht zu machen, die Grenzwerte würden erreicht, bevor man fertig sei. Oder das Dosimeter werde in einer Socke versteckt oder umgedreht, damit es geringere Werte zeige. Da die Yakuza-Beteiligung und die gefälschten Verstrahlungsprotokolle die Subunternehmen betreffen, kann Tepco behaupten, damit nichts zu tun zu haben.

Verschleppte Studien

Suzuki bezweifelt heute, dass die drei Reaktorkerne stabil seien. «Die Rohre, die für die Notkühlanlagen verwendet wurden, genügen nicht dem AKW-Standard. Sie wurden nicht verschweisst, sondern in aller Eile zusammengezwängt, oft mit Gewalt. Da muss es zu Lecks kommen, vor allem im eisigen Winter von Fukushima», sagt Suzuki. Die Regierung mache dem Volk – und womöglich sich selbst – etwas vor, glaubt der Journalist.

Dazu passt auch die verschleppte Studie zur Sicherheit vor Tsunamis. Vier Tage vor dem fatalen Erdbeben schickte die AKW-Betreiberin Tepco die Ergebnisse einer Untersuchung an die Agentur für Nuklearsicherheit. Darin steht, das Risiko eines Tsunami von 10,2 Meter Wellenhöhe sei in Fukushima erheblich. Das AKW war nur für Tsunamis von 5,7 Meter Höhe ausgelegt. Die Studie war bereits 2008 abgeschlossen worden, aber Tepco hatte es offensichtlich nicht eilig, Geld für neue Sicherheitsvorkehrungen zu investieren. (Tages-Anzeiger)>


Kommentar

Fälschen und Vertuschen - das war schon immer so, bis die Natur nicht mehr funktioniert - oder um Kriegsgründe zu finden, von den Mainstream-Banken finanziert.

Michael Palomino, 31.12.2011

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n-tv online,
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1.1.2012: Korruptes Japan: <Japans Industrie bezahlte Kontrolleure. Wurde Atomaufsicht geschmiert?>

aus: n-tv online; 1.1.2012;
http://www.n-tv.de/panorama/Wurde-Atomaufsicht-geschmiert-article5112311.html

<Ein japanischer Zeitungsbericht deckt Zahlungen der Atomindustrie an staatliche Kontrolleure auf. Mehrere Mitglieder der Atomaufsicht hätten über Jahre Geld erhalten, heißt es. Zu den Zahlern zählen demnach auch Reaktorhersteller, Stromunternehmen und Atomkraftwerkbetreiber.

Fast ein Drittel der Mitglieder der japanischen Atomaufsicht haben einem Zeitungsbericht zufolge über Jahre hinweg Zuwendungen von der heimischen Atomkraftindustrie erhalten.

Wie die renommierte Zeitung "Asahi Shimbun" berichtete, bekamen zwei der fünf ständigen Mitglieder der Kommission für atomare Sicherheit sowie 22 der 84 externen Kontrolleure in den fünf Jahren bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima im vergangenen März Gelder in einer Gesamthöhe von 85 Millionen Yen (rund 851.000 Euro). Dies könne Zweifel an ihre Neutralität wecken, kritisierte das Blatt.

Elf der Vertreter erhielten demnach Zuwendungen von Reaktorherstellern, Stromunternehmen und Atomkraftwerkbetreibern, die direkt ihrer Kontrolle unterstellt sind. Allein Mitsubishi Heavy Industrie zahlte nach Informationen der Zeitung dem heutigen Vorsitzenden der Kommission, Haruki Madarame, zwischen 2006 und 2009 vier Millionen Yen.

Damals war Maradame Professor an der Universität von Tokio, sein neues Amt als Vorsitzender der Sicherheitskommission trat er im April an. Er versichert, dass der Konzern seit seiner Amtsübernahme keine Vorzugsbehandlung erfahren habe.

AFP>

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Der
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Fukushima 1 am 5.1.2012: Japan plant Roboter-Landwirtschaft in der Region von Fukushima

aus: Der Standard online: Katastrophengebiet: Japan plant von Robotern bewirtschaftete High-Tech-Farm; 5.1.2012;
http://derstandard.at/1325485728769/Katastrophengebiet-Japan-plant-von-Robotern-bewirtschaftete-High-Tech-Farm

<Glashäuser in der nordöstlichen Präfektur Miyagi. Noch heuer soll mit den Arbeiten zu einer vollautomatisierten 250 Hektar großen High-Tech-Farm begonnen werden.

Vollautomatisierter landwirtschaftlicher Betrieb in der vom Tsunami besonders schwer betroffenen Präfektur Miyagi.

Tokio - Japan plant in dem vom Erdbeben und Tsunami vom März verwüsteten Gebiet eine futuristisch anmutende High-Tech-Farm: Automatisierte Traktoren bestellen die Felder, Roboter ernten Weizen, Obst und Gemüse und verpacken die Lebensmittel in Kisten. Noch in diesem Jahr solle mit den ersten Planungsarbeiten vor Ort für das "Dream Project" in der Präfektur Miyagi begonnen werden, sagte ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums am Donnerstag. In den kommenden sechs Jahren sollen demnach vier Milliarden Yen (40 Millionen Euro) in das Projekt fließen.

Durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami am 11. März kamen nach neuesten Angaben mehr als 19.000 Menschen ums Leben. Riesige Gebiete im Nordosten Japans wurden verwüstet, Miyagi war eine der besonders betroffenen Präfekturen. Rund 24.000 Hektar Ackerland wurden durch Salzwasser oder Öl verschmutzt oder in Folge der Atomkatastrophe von Fukushima verseucht. Die Katastrophen waren daher auch für die japanische Landwirtschaft ein schwerer Schlag.

Neue Perspektiven

Mit der 250 Hektar großen High-Tech-Farm will das Agrarministerium den Bauern des Landes neue Perspektiven bieten. Örtliche Bauern sollen die landwirtschaftliche Arbeit leiten. Mit an Bord geholt werden sollen auch Technologiekonzerne wie Panasonic, Fujitsu, Hitachi und Sharp. Die Wirtschaftszeitung Nikkei berichtete, zähle man private Investoren hinzu, könne das Projekt eine Größenordnung von umgerechnet 100 Millionen Euro erreichen.

Die Farm soll auch eine umweltfreundlichere Landwirtschaft ermöglichen. Laut Nikkei sollen von den Arbeitsmaschinen ausgestoßenes Kohlendioxid aufgefangen und den Pflanzen zugeführt werden, um deren Wachstum zu beschleunigen. Damit ließe sich auch der Einsatz von Düngemitteln reduzieren. (APA, red)

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n-tv
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27.1.2012: <Die Angst der Japaner nach Fukushima: Japan bald ohne Atomstrom> - in Japan laufen nur noch 3 AKWs, weil die Gemeinden den Betrieb nicht mehr weiter bewilligen

aus: n-tv online; 27.1.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Japan-bald-ohne-Atomstrom-article5336286.html

<Der Gau in Fukushima ändert so einiges in Japan. Inzwischen liefern nur noch drei Atommeiler Strom, und bald werden auch diese zur Wartung abgeschaltet. Die Anlagen dürfen dann erst wieder ans Netz, wenn die lokalen Behörden zustimmen. Doch die sind nicht gerade euphorisch.

Von Japans 54 Atommeilern erzeugen nur noch 3 Strom. Der Betreiberkonzern Chugoku Electric Power fuhr den letzten seiner beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Shimane in der Stadt Matsue zur regulären Wartung herunter. Sobald die drei restlichen im Land noch laufenden Meiler ebenfalls zur Wartung bis Ende April abgeschaltet werden, ist die fernöstliche Inselnation atomstromfrei. Bis zum Gau im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi deckten die Atomkraftwerke 30 Prozent des Strombedarfs, inzwischen sind es weniger als drei Prozent. Die Betreiberkonzerne haben deswegen stillgelegte Thermalkraftwerke wieder angefahren. Der dazu notwendige Import von Ersatzbrennstoffen wie Rohöl verursacht ihnen hohe Kosten.

Die Atomreaktoren werden in Japan alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Behörden zugestimmt haben. Seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist dies jedoch nicht zuletzt wegen der großen Sorge der Bevölkerung über die Sicherheit der Atomkraftwerke nicht mehr geschehen. Zudem ist der Genehmigungsprozess so zeitaufwendig, dass Japan einige Monate lang frei von Atomstrom bleiben könnte.

Eine Delegation der Internationalen Energiebehörde IAEA untersuchte jüngst zwei der Meiler in Japan, um die staatlich angeordneten Stresstests zu bewerten. Die Ergebnisse sollen am Dienstag kommender Woche vorgelegt werden. Das Bestehen der Tests ist einer von mehreren nötigen Schritten zur Wiederinbetriebnahme.

Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi waren mehrere Reaktoren in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März schwer beschädigt worden. In den Reaktoren kam es zu Kernschmelzen; in die Luft, den Boden und ins Meer gelangte massenhaft Radioaktivität.

dpa>

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Financial Times Deutschland online, Logo

8.2.2012: Atomkraft ist extremen Wettersituationen NICHT gewachsen - Atom-Frankreich ibraucht m Extrem-Winter 2012 von Deutschland Strom

aus: Financial Times Deutschland online: Ausnahmesituation: Deutschland zapft die Kaltreserve an; 8.2.2012;
http://www.ftd.de/politik/europa/:ausnahmesituation-deutschland-zapft-die-kaltreserve-an/60166088.html

<Ausgerechnet das Atomland Frankreich ordert verstärkt Strom vom Atomaussteiger Deutschland. Bei der Kälte schießt der Verbrauch der Franzosen in die Höhe. Auch in der Bundesrepublik laufen bereits die Reservekraftwerke.

von Nikolai Fichtner  Berlin und Michael Gassmann

Deutschland muss angesichts des frostigen Winters für seine Stromerzeugung auf die sogenannte Kaltreserve zugreifen. Erstmals seit dem Atomausstieg kam gestern der 220 Megawatt starke Block 3 des Großkraftwerks Mannheim zum Einsatz. Der Steinkohlegenerator lief zwischen sieben und 17 Uhr, sagte ein Kraftwerkssprecher der FTD. Ob er auch am Donnerstag benötigt werde, stehe noch nicht fest. Die österreichischen Reservekraftwerke waren am Mittwoch bereits zum zweiten Mal seit dem 9. Dezember am Netz. Von dort wurden mit 500 Megawatt etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Kapazität abgerufen, sagte eine Sprecherin des Netzbetreibers Tennet.

Die Kaltreserve besteht aus einigen bis zu 45 Jahre alten Öl- und Kohlekraftwerken in Deutschland und Österreich. Sie wurde mit dem Atomausstieg eingerichtet, um auf Stromengpässe vorbereitet zu sein. Damals hatten Umweltverbände wie der BUND die Kaltreserve als überflüssig bezeichnet.

Zugleich stellte Deutschland am Mittwoch jedoch rund 3000 Megawatt für Frankreich zur Verfügung, Die Netzbetreiber erklärten diesen scheinbaren Widerspruch mit regionalen Unterschieden im Stromnetz. So hätten einige Regionen zeitweise Überschuss an Solarstrom verzeichnet. In anderen Gebieten habe dagegen nicht genügend Strom für einen sicheren Netzbetrieb zur Verfügung gestanden, so ein Sprecher des Netzbetreibers Amprion. Tennet erklärte den Zugriff auf die Reservekraftwerke mit der zuletzt geringen Menge an Windstrom.

Auch die Stromexporte nach Frankreich sind eine Folge des kalten Winters. In Frankreich heizen große Teile der Bevölkerung mit Strom. Am Dienstag benötigten die Franzosen 100,5 Gigawatt Stromleistung. Das ist so viel wie nie zuvor und mehr als das Atomland selbst bereitstellen kann. Der Preis für kurzfristige Lieferungen schoss in Frankreich auf rund 360 Euro pro Megawattstunde hoch. Das Normalniveau liegt bei 50 Euro. Auch in Deutschland stieg der Börsenpreis, allerdings nur auf rund 76 Euro. Auf diesem Niveau lohnt sich auch der Betrieb von weniger effizienten Kohle- und Gaskraftwerken.

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) feierte das Ereignis am MIttwoch im Bundestag: "Die Energiewende hat den ersten Härtetest bestanden", sagte er. Die Stromexporte und den derzeit niedrigen deutschen Börsenstrompreis bezeichnete er als "Erfolg der Koalition".

In früheren Wintern hat Deutschland regelmäßig Strom nach Frankreich exportiert. Durch den Wegfall von acht Atommeilern kommt dies seltener vor. Normalerweise exportiert Deutschland an windigen Tagen mehr Strom, als es importiert. An windstillen Tagen ist es andersherum. Dazu kommt ein zweiter Effekt: Weil Wind- und Solarstrom die Börsenpreise senken, lohnt sich für viele deutsche Kohle- und Gaskraftwerke die Produktion nicht mehr. Dann springen billigere ausländische Kraftwerke ein - oder eben die Kaltreserve.>

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n-tv
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9.2.2012: "USA" bauen wieder neue AKWs - der Atom-Schwachsinn in den "USA" ist noch nicht am Ende

aus: n-tv online: Fukushima zum Trotz: USA bauen wieder Atomreaktoren; 9.2.2012;
http://www.n-tv.de/politik/USA-bauen-wieder-Atomreaktoren-article5459496.html

<In den USA entstehen nach Jahren wieder Kernreaktoren. Die beiden von der Regulierungsbehörde genehmigten Meiler werden das bestehende Akw Vogtle in Georgia erweitern. Die Entscheidung in dem Aufsichtsgremium fällt nicht ohne Kontroverse. Dennoch: Die USA setzt auf die umstrittene Technologie. Es liegen Anträge für rund 20 weitere neue Reaktoren vor.

Die US-Regierung hat erstmals seit mehr als 30 Jahren den Bau neuer Atomreaktoren genehmigt. Das Unternehmen Southern Company erhalte Lizenzen, sein bestehendes Kernkraftwerk Vogtle im US-Bundesstaat Georgia um zwei Reaktoren zu erweitern, teilte die Regulierungsbehörde NRC mit. Die beiden Druckwasserreaktoren vom Typ A1000 des Westinghouse-Konzerns waren bereits im Dezember grundsätzlich gebilligt worden.

Es ist die erste Genehmigung seit dem schweren Atomunglück 1979 im Atommeiler Three Mile Island bei Harrisburg (Pennsylvania). Dort waren bei einer teilweisen Kernschmelze große Mengen radioaktiver Strahlung ausgetreten.

Obama ist Freund der Atomkraft

Southern Company bezeichnete die Lizenzvergabe in einer Mitteilung als "monumentale Leistung". Es handele sich um eine 14 Milliarden Dollar schwere Investition, die letztlich bis zu 25.000 neue Arbeitsplätze schaffe. Die Reaktoren sollen 2016 und 2017 ans Netz gehen.

Das Unternehmen hatte von der Regierung Garantien für Kredite über acht Milliarden Dollar erhalten. In den Vereinigten Staaten erlebt die Atomkraft derzeit eine Renaissance. US-Präsident Barack Obama ist ein Verfechter der Technologie. Der Ausbau des Netzes von mehr als 100 alten und alternden Reaktoren, die in den USA rund ein Fünftel der Elektrizität produzieren, gehört zu den Säulen seiner Energiepolitik. Obama sieht in der Kernkraft eine von mehreren Alternativen zu fossilen Brennstoffen.

Genehmigung trotz Bedenken

Das fünfköpfige Kontrollgremium der NRC ließ die Erlaubnis in einem Mehrheitsentscheid mit einer Gegenstimme passieren. Der Vorsitzende Gregory Jaczko habe deutliche Sicherheitsbedenken vorgebracht, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. "Ich kann die Vergabe dieser Genehmigung nicht unterstützen, als sei Fukushima niemals passiert", sagte er. Er fordere die verbindliche Zusage des Unternehmens, die neuen Anlagen nach scharfen Sicherheitsstandards zu betreiben, an denen die Behörde seit dem GAU in Japan arbeitet.

Der NRC liegen derzeit insgesamt rund 20 Anträge für den Bau neuer Reaktoren vor. In den USA sind derzeit mehr als 100 Reaktoren in über 60 Atomkraftwerken am Netz. Der letzte Reaktorneubau wurde 1986 im Bundesstaat Louisiana fertiggestellt.

dpa/AFP/rts>

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Die hilflosen Manöver der japanischen Regierung:

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Fukushima I am 22.2.2012: <Vor Fukushima: Betonschicht soll Meeresboden abdecken>

aus: 20 minuten online; 22.2.2012;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/30959706

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Die Radioaktivität ist im Meeresboden vor Fukushima relativ hoch. Mit einer 60 Zentimeter dicken und 73 000 Quadratmeter grossen Betonschicht soll eine weitere Kontaminierung des Ozeans verhindert werden.

Vor dem verunglückten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll der Meeresboden mit einer 60 Zentimeter dicken Betonschicht abgedichtet werden. Wie der Kraftwerkbetreiber Tepco mitteilte, soll die Betondecke mehr als 73 000 Quadratmeter gross sein - so gross wie zehn Fussballfelder.

Damit solle eine weitere Kontaminierung des Ozeans verhindert werden, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Bei Messungen in der Bucht seien «relativ hohe Konzentrationen radioaktiver Stoffe im Meeresboden» festgestellt worden.

Durch ein verheerendes Erdbeben und einen anschliessenden Tsunami war die Atomanlage in Fukushima am 11. März 2011 schwer beschädigt worden. In den Wochen und Monaten nach der Katastrophe gelangte Radioaktivität in die Umwelt und radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete rund um das Kraftwerk verlassen.

(sda)>

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Welt
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7.3.2012: Atommüllfässer können rosten und Risse bekommen - Beispiel Brunsbüttel

aus: Brunsbüttel: Atommüll-Fässer rosten im Boden vor sich hin; 7.3.2012;
http://www.welt.de/regionales/hamburg/article13908578/Atommuell-Faesser-rosten-im-Boden-vor-sich-hin.html

<Bereits im Dezember waren Korrosionen und Risse an einem Fass festgestellt worden. Vattenfall informierte die zuständigen Behörden aber erst jetzt.

Die Atomaufsicht in Kiel hat die Umlagerung von Atommüllfässern in Gusscontainer auf dem Gelände des stillgelegten Atomkraftwerks Brunsbüttel gestoppt. Es seien korrodierende Stahlblechfässer entdeckt worden, teilte der für die Atomaufsicht zuständige Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) am Mittwoch in Kiel auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. „Wichtig ist zunächst, dass keine unzulässige Radioaktivität freigesetzt wurde und keine Gefahr für Mitarbeiter und Anwohner besteht“, betonte Schmalfuß.

Starke Korrosion und Risse an einem entleerten Fass

In den in unterirdischen Kavernen gelagerten rund 500 Fässern befinden sich schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Reaktorbetrieb. Dazu gehören Filterharze und Verdampferkonzentrate. Diese Abfälle werden zur Zeit auf die Endlagerung im Schacht Konrad vorbereitet und dafür in Gusscontainer umgefüllt.

Am 10. Januar 2012 wurden nach Angaben der Atomaufsicht vom TÜV Nord im Rahmen regelmäßiger Kontrollen bei einem bereits entleerten Fass sehr starke Korrosion und eine Zerstörung des Fassmantels festgestellt.

Der Fassinhalt sei zuvor ordnungsgemäß in der hierfür vorgesehenen Umsauganlage aufgefangen worden.

Ein Austritt von Radioaktivität beim Anheben oder Absetzen möglich

„Nach sorgfältiger Auswertung aller bisher vorliegenden Informationen haben wir aber festgestellt, dass weitere Fässer zum Teil erhebliche Korrosionserscheinungen aufweisen“, erklärte Schmalfuß. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei Handhabungen wie dem Anheben, Umsetzen oder Absetzen solcher Fässer radioaktive Stoffe freigesetzt werden.

Vom Betreiber Vattenfall erwarte das Ministerium, sich zur unterbliebenen Meldung dieses Vorfalls zu äußern, so Schmalfuß weiter. „Obwohl die Zerstörung des Fasses von der Betreibergesellschaft – laut deren Unterlagen – bereits am 15. Dezember 2011 festgestellt wurde, sind wir darüber nicht informiert worden – da es sich nach Ansicht der Betreiberin nicht um ein meldepflichtiges Ereignis handele.“

dpa/cal>


Die Welt
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9.3.2012: Der Wutanfall von Fukushima verhinderte ein 60-faches Tschernobyl-Desaster: Präsident Kan  liess niemanden vom AKW abziehen sondern forderte die Rettung der Reaktoren

aus: Teuflisches Domino: Ein Wutanfall verhinderte atomares Horrorszenario; 9.3.2012;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13913122/Ein-Wutanfall-verhinderte-atomares-Horrorszenario.html

<Nur weil Premier Kan am 15. März 2011 um 5.35 Uhr losbrüllte, konnte Tokio gerettet werden. Die legendären "Fukushima 50" verhinderten ein 60-faches Tschernobyl-Desaster.

Von Martin Fritz

Am frühen Morgen des 15. März 2011, vier Tage nach dem Megaerdbeben und dem Jahrhundert-Tsunami , macht Japans damaliger Premierminister seinem Spitznamen „Der Zornige“ alle Ehre. Um 5.35 Uhr stürmt Naoto Kan in die Konzernzentrale der Tokyo Electric Power Company, kurz Tepco, im Tokioter Stadtteil Uchisaiwai und brüllt:

„Was zum Teufel geht hier vor?“ Mit dem Wutausbruch reagiert der Regierungschef auf die Anweisung von Tepco-Präsident Masataka Shimizu, das gesamte Personal aus der Atomanlage Fukushima Daiichi abzuziehen und die Rettungsarbeiten einzustellen. Vor 200 Tepco-Angestellten in der Tokioter Leitzentrale stellt der Premierminister klar, dass ein Rückzug ausgeschlossen sei.

Der studierte Physiker warnt die Angestellten vor einer dramatischen Eskalation der Krise. „Japans Überleben steht auf dem Spiel“, ruft Kan. Ohne Kühlung würden schon bald Tausende von abgebrannten Brennstäben voller Plutonium und Cäsium in den Abklingbecken über den Reaktoren in Brand geraten.

Danach müsste Tepco auch die nahe gelegene Atomanlage Fukushima Daini mit weiteren vier Reaktoren aufgeben. In einer „teuflischen“ Kette von ungekühlten Atommeilern entstünden „zehn bis 20 Strahlenquellen“, die jede für sich zwei bis drei Mal so viel Radioaktivität ausspucken würden wie beim Atomunfall in Tschernobyl. Dass dann eine Evakuierung der 35 Millionen Bewohner von Tokio unvermeidlich wäre, spricht der Politiker nicht einmal aus.

Dennoch verfehlt Kans dramatischer Appell seine Wirkung nicht. Zwar werden 600 Arbeiter abgezogen. Doch 50 Männer bleiben, um das Schlimmste zu verhindern. Die „Fukushima 50“ kämpfen mit hoher Strahlung, schweren Nachbeben und Todesängsten.

„Mehrmals dachte ich, ich müsste sterben“, erzählt Betriebsleiter Masao Yoshida später. In einem Tepco-Bericht schildert ein älterer Arbeiter, wie er ein Ventil mit der Hand öffnen musste.

„Aus dem ringförmigen Hohlraum unter dem Reaktor hörte ich einen furchterregenden Lärm, dumpfe Explosionen“, berichtet er. Als er sich auf den Metallwulst stellt, rutscht er ab, weil die Sohlen seiner Gummistiefel durch die Hitze schmelzen.

Erst eine aufwendige Untersuchung der Privatstiftung Rebuild Japan hat das volle Ausmaß der Konfrontation zwischen Tepco und der Regierung enthüllt. „Es war das größte Verdienst von Naoto Kan, dass er den Rückzug von Tepco aus der Atomanlage verhinderte“, fasst Untersuchungsleiter Koichi Kitazawa, Ex-Direktor der Agentur für Wissenschaft und Technik, vergangene Woche das Ergebnis von Interviews mit fast 300 Politikern, Beamten und Managern zusammen. Ansonsten fand Kitazawa kein gutes Wort für Kan. „Die Regierung war fleißig, aber ineffizient.“

Glaube an die absolute Sicherheit der Atomenergie

Die Stiftung kritisiert das Misstrauen zwischen der Regierung und dem AKW-Betreiber und wundert sich, dass die Verantwortlichen der Atomaufsichtsbehörde Nisa kein Fachwissen hatten. Als Ursache macht sie Japans Verwaltungssystem aus, in dem Beamte Generalisten sind und alle zwei bis drei Jahre ihre Stelle wechseln. Bemängelt wird auch die „Panik der Eliten“ als Folge der Überforderung. Expertenchef Kitazawa fällte das harte Urteil:

„Der Grund, warum dieser Unfall so groß und komplex wurde, war der fehlende Verantwortungssinn aufseiten von Tepco und der Regierung.“ Auch andere Untersuchungen stellen Japans Beamten, Politikern, Strommanagern und Nuklearforschern ein schlechtes Zeugnis aus. Danach bestand der eigentliche Fehler darin, dass Politik, Industrie und Aufsichtsbehörden selbst an die absolute Sicherheit der Atomenergie geglaubt haben. Schlimmer noch: Das Desaster war das Resultat absichtlich ignorierter Risiken und keineswegs so unvorhersehbar, wie Tepco behauptet. Das beweist die Rückblende in die Anfangszeit der Atomindustrie.

Japans erster Reaktor wurde vom US-Konzern General Electric geliefert. Dabei übernahm Japan auch die amerikanischen Sicherheitsvorschriften. Jedoch ignorierte man bewusst die Regel, dass ein Atomkraftwerk weit weg von besiedelten Gebieten stehen müsse. Das wurde in Japan doppelt gefährlich, weil bis zu sieben Reaktoren in einem Kraftwerk konzentriert wurden. „Wenn man uns heute sagt, dass diese Entscheidung verantwortungslos war, dann kann ich dagegen nichts sagen“, gab Tetsuro Itakura, damals Mitglied der Kommission für Atomsicherheit, im japanischen Fernsehen zu. Man habe nur an die Vorteile der Atomkraft gedacht.

Außerdem verzichtete Japan auf die US-Richtlinie, alle Anwohner eines Kraftwerks bei einem Unfall sofort in Sicherheit zu bringen. Daher dauerte es nach Ausrufung des atomaren Notstandes einen ganzen Tag, bis die Evakuierung für einen 20-Kilometer-Radius um Fukushima angeordnet wurde. Japans Atomindustrie verhinderte seit den 60er-Jahren alles, was Widerstand gegen die Technologie hätte wecken können.

Die Vorbehalte der Bevölkerung gegen Strahlen waren wegen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki groß. „Wenn wir über mögliche Evakuierungen gesprochen hätten, wären die Anwohner bestimmt gegen den Bau der Kraftwerke gewesen“, sagt Hirofumi Satake, früherer Chefbeamter für AKW-Sicherheit. Also konstruierte Japan konsequent einen Mythos, dass Atomkraftwerke absolut sicher seien und nie Unfälle verursachen.

In einer früheren Tepco-Werbung versprach eine kindliche Stimme ganz freundlich: „Wir verwalten radioaktive Stoffe sicher. Macht euch deswegen keine Sorgen.“ Im Laufe der Zeit machte der Sicherheitsmythos die Atomindustrie selbst blind für die Gefahren. Das bestätigt auch Professor Kunio Yanagida, der die Regierungskommission zur Fukushima-Katastrophe mit leitete: „Das grundlegende Problem ist, dass es zigfaches Wegschauen an allen Ecken und Enden gegeben hat.“

Als Beispiel nannte die Kommission das Atomnotfallzentrum in Fukushima. Nach Tsunami und Erdbeben konnten die Atomaufseher es nicht benutzen. Nicht nur waren die Zugangswege unpassierbar – in der Luftversorgung gab es auch keinen Filter für radioaktive Stoffe.

Die Atomindustrie wollte sich den GAU, den größten anzunehmenden Unfall, einfach nicht vorstellen. Im Handbuch für AKW-Techniker kam daher jenes Szenario nicht vor, das sich am 11. März in Fukushima ereignete:

Erst unterbrach ein Erdbeben die Stromleitungen zum Kraftwerk, dann zerstörte ein Tsunami die Notstromversorgung. Alle Dieselgeneratoren, Schalttafeln und Meerwasserpumpen wurden unbrauchbar.

In den Jahren zuvor hatte Tepco jede Warnung vor hohen Tsunamis vom Tisch gewischt. „Wir glaubten nicht, dass ein Ereignis, das nur alle 10.000 Jahre einmal vorkommt, morgen geschehen kann“, rechtfertigte sich der frühere Vizechef der Tepco-Atomsparte, Yusuke Sawaguchi. „Wir waren einfach von optimistischem Denken beherrscht.“

Auch nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 konnten die AKW-Betreiber schärfere Sicherheitsauflagen verhindern. Schon damals machte sich die Lobbyarbeit der Stromwirtschaft bezahlt. Hohe Beamte aus dem atomkraftfreundlichen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie wechselten auf gut dotierte Posten bei den Versorgern. Nuklearforscher erhielten Zuschüsse für Studien, Vorträge und Konferenzen.

"Selbstregulierung? So etwas gibt es doch gar nicht"

Den Städten in der Nähe der Atomkraftwerke schenkten die AKW-Betreiber Sportstadien, Museen und Parks. Parlamentsabgeordnete in den Kraftwerksgebieten wurden mit Spenden bedacht. Praktisch für die Konzerne war, dass sie solche Ausgaben bei der Berechnung und Genehmigung des Strompreises geltend machen konnten. Die Extrakosten gingen also zu Lasten der Kunden und schmälerten die Gewinne nicht.

Bei Aktienanlegern waren japanische Energiekonzerne mit ihren hohen Einnahmen aus dem Atomstrom beliebt, weil die Kurse wenig schwankten und hohe Dividenden ausgeschüttet wurden. Der frühere Leiter der AKW-Anlage Fukushima Daini, Kensuke Naeki, gab im TV-Sender NHK zu, dass die Selbstregulierung der Energiebranche nicht funktionierte: „Wir hätten mehr für die Sicherheit getan, wenn man uns gezwungen hätte. Selbstregulierung? So etwas gibt es doch gar nicht.“

Der Politologe Jiro Yamaguchi von der Universität Hokkaido kritisiert, der Lobbyismus gehe einfach weiter: „Die Stromversorger versuchen immer noch, ihren Einfluss geltend zu machen.“ Man solle ihnen verbieten, an Abgeordnete zu spenden, die den Atomunfall untersuchen.

Trotz aller Lektionen hat Japans Regierung bislang wenig Konsequenzen aus ihrem Versagen gezogen. „Statt Einzelnen die Schuld zu geben, sollten alle den Schmerz teilen“, sagte der neue Regierungschef Yoshihiko Noda jüngst. Immerhin wechselt die Atomaufsicht Nisa ab April vom Wirtschafts- zum Umweltministerium. Es fehlen jedoch neue Sicherheitsrichtlinien. Daher halten Kritiker die aktuellen Stresstests in Kraftwerken für wenig sinnvoll.

Offiziell sind die Reaktoren in Fukushima zwar „unter Kontrolle“. Aber ein neues Beben könnte die provisorischen Kühlkreisläufe beschädigen und die instabilen Reaktorblöcke mit ihren Abklingbecken voller Brennstäbe zum Einsturz bringen. Unabhängige Experten verlangen daher Konsequenzen für die ganze Industrie. „Wir haben noch Glück gehabt“, sagt Untersuchungsleiter Kitazawa. „Um die Zukunft müssen wir uns Sorgen machen.“>

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14.3.2012: Fukushima I am 14.3.2012: Radioaktivität dringt in tiefe Bodenschichten vor

aus: 20 minuten online: Katastrophe in Japan: Radioaktivität dringt tiefer in Boden ein; 14.3.2012;
http://www.20min.ch/ausland/news/story/13418470

<Ein Jahr nach der Atom-Katastrophe von Fukushima zeigt eine neue Studie, dass radioaktive Substanzen bis 30 Zentimeter in den Boden gesickert sind. Offenbar sei Regen der Grund dafür.

Nach der Katastrophe im japanischen Fukushima dringen radioaktive Substanzen offenbar in immer tiefere Bodenschichten ein. Nach einer Studie war drei Monate nach dem GAU im März vergangenen Jahres der Boden in einer Tiefe von fünf Zentimetern betroffen.

Jetzt sei nach letzten Schätzungen davon auszugehen, dass die Verseuchung inzwischen bereits Schichten in einer Tiefe von 10 bis 30 Zentimetern erreicht habe, heisst es in der Studie, über die die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch berichtete. Verantwortlich dafür sei möglicherweise versickerndes Regenwasser.

Der Wissenschaftler Haruo Sato, der an einem Forschungszentrum der der japanischen Atomenergieagentur tätig ist, sei zu dem Schluss gekommen, dass Radioaktivität umso tiefer in den Boden eindringen würde, je länger mit der Dekontaminierung des Boden gewartet werde.

Am 11. März 2011 wurde Japan von einem gewaltigen Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert. Ein dadurch ausgelöster Jahrhundert-Tsunami riss mehr als 15'800 Menschen in den Tod, mehr als 3000 weitere werden noch immer vermisst.

Im Atomkraftwerk Fukushima kam es zum GAU. Weite Gebiete nahe der Atomruine sind noch immer so verstrahlt, dass eine Rückkehr der Menschen als höchst ungewiss gilt.

(sda)>

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20 minuten
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22.3.2012: <Gemeinderat: Stadt Zürich steigt aus der Atomenergie aus>

aus: 20 minuten online; 22.3.2012;
http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/15376126

<Die linke Mehrheit hat sich im Zürcher Stadtparlament durchgesetzt: Bis ins Jahr 2034 soll kein Atomstrom mehr aus den Steckdosen kommen. Damit folgt der Gemeinderat einem Volksentscheid von 2008.

Die Stadt Zürich soll bis 2034 aus dem Atom-Zeitalter aussteigen. Eine Mehrheit von Linken, Grünen und Grünliberalen im Stadtparlament hiess am späten Mittwochabend einen entsprechenden Vorstoss gut.

Die bürgerliche Ratsseite wehrte sich vergeblich gegen einen Alleingang der Stadt. Der Rat hiess die Motion von SP, Grünen und GLP mit 66 zu 46 Stimmen bei 4 Enthaltungen (EVP) gut. Der auf einen bestimmten Termin festgelegte Atomausstieg soll in der Gemeindeordnung verankert werden.

Heute hält die Stadt 15 Prozent am AKW Gösgen und 20,5 Prozent an der Aktiengesellschaft für Kernenergie-Beteiligungen AG. Über diese bezieht das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) Strom aus dem AKW Leibstadt sowie mehreren französischen Kernkraftwerken.

Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung hatte 2008 für einen Atomausstieg votiert. Sie hiess zudem die Verankerung des Prinzips der Nachhaltigkeit und der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung gut. Nun soll der Ausstieg auf einen bestimmten Termin hin in der Gemeindeordnung festgeschrieben werden.

«Sinnloser Alleingang»

Stadtrat Andres Türler (FDP) verwies darauf, dass die Stadt Zürich ja auf dem Weg zum Atomausstieg sei. Ein Alleingang der Stadt Zürich sei scheinheilig: Ein solcher würde gar nichts daran ändern, dass die bestehenden Kernkraftwerke weiter liefen. Ein Ausstieg müsse koordiniert mit dem Bund erfolgen.

Entschieden gegen die Motion, die ein überstürztes Vorgehen verlange, war die SVP. Den Entscheid über den Verkauf der Beteiligungen an Kenkraftwerken solle man besser künftigen Generationen überlassen, sagte ein Sprecher.

Als noch grösseres Problem als den Atomstrom bezeichnete ein Vertreter der EVP die Stromproduktion, welche mit CO2-Ausstoss verbunden sei. Eine gewisse Unredlichkeit dem Volk gegenüber ortete ein FDP-Sprecher im Ausstiegstermin.

Das Volk habe Ja gesagt zur Verankerung des Ausstiegs in der Gemeindeordnung - allerdings an verschiedene vernünftige Massnahmen gekoppelt. Der festgelegte Termin sei künstlich: «Die Welt hört nicht an den Stadtgrenzen auf». Auch die CVP wehrte sich gegen einen Alleingang der Stadt.

«Zeichen an die Schweiz»

Dem widersprach ein Vertreter der GLP. Ein Ausstieg bis 2034 sei durchaus machbar. Es sei gewiss im Interesse der Bevölkerung, wenn man ein konkretes Ziel für den Ausstieg festlege. Ein verbindlicher Termin bringe Rechts- und Planungssicherheit, argumentierten die Grünen.

Für die SP ist es wichtig, dass die Stadt die «energiepolitische Nase weiterhin vorne hat». Zürich sei tatsächlich gut unterwegs in Sachen Atomausstieg. Es brauche aber noch ein stärkeres Zeichen an die ganze Schweiz.

Keine Zustimmung erhielt die Motion von der AL. Auch wenn die Stadt ihre Beteiligungen abgebe - aus der Verpflichtung im Hinblick auf die Entsorgung des Atommülls werde sie sich nie stehlen können.

(sda)>

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Spiegel
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Fukushima I am 27.3.2012: Reaktor 2 hat nur noch 60 Zentimeter Kühlwasser - und neue Löcher mit Austritt von Radioaktivität - und 10-fach tödliche Strahlendosis

aus: Spiegel online: Japanisches AKW Fukushima: Nur noch 60 Zentimeter Wasser in Reaktor 2; 27.3.2012;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,824161,00.html

<Beunruhigende Mitteilung des japanischen AKW-Betreibers Tepco: In Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima befinden sich nur noch 60 Zentimeter Kühlwasser - deutlich weniger als bislang angenommen. Arbeiter melden außerdem neue Lecks, aus denen verstrahltes Kühlwasser austritt.

Tokio - Die Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima spitzt sich erneut zu. Eine Untersuchung per Endoskop hat noch schwerere Schäden ergeben als bisher angenommen. In Reaktor 2 sei kaum noch Kühlwasser vorhanden, gab die Betreibergesellschaft Tepco (Tokyo Electric Power) an diesem Dienstag auf ihrer Internetseite bekannt.

Die Strahlungswerte in Reaktor 2 seien zehn Mal so hoch wie eine tödliche Dosis. Gleichzeitig sei dort kaum noch Kühlwasser vorhanden, erklärte Tepco in einer Pressemitteilung.

Der niedrige Wasserstand sei vermutlich auf Lecks im Druckbehälter zurückzuführen, hieß es. Dies habe eine endoskopische Untersuchung vom Vormittag ergeben. So stehe das Kühlwasser nur etwa 60 Zentimeter hoch.

Verstrahltes Kühlwasser fließt ins Meer

Die Regierung war von zehn Metern ausgegangen, als sie das Kraftwerk für stabil erklärte. Nach den Mitteilungen über die niedrigen Wasserstände kann es als fraglich gelten, ob Tepco die Lage in dem havarierten Kraftwerk wirklich unter Kontrolle hat, wie die Regierung im Dezember versicherte.

Arbeiter in Fukushima meldeten außerdem neue Lecks, aus denen verstrahltes Kühlwasser austrat. Teile davon seien der Mitteilung zufolge ins Meer geflossen.

Reaktor 2 war der erste der vier Blöcke des havarierten Atomkraftwerks Fukushima I, in dem es Ende März 2011 zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen war.

Am 11. März 2012 jährte sich das Unglück von Fukushima zum ersten Mal, überall in Japan gedachten die Menschen der Opfer. Der Name Fukushima wurde zum Inbegriff für mehr als 19.000 Tote, für verstrahlte und verwaiste Landstriche - und für eine Politik der Beschwichtigung und Desinformation.

bos/dapd>


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Der
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28.3.2012: Gas statt Atom: <Bulgarien verzichtet auf Atomkraftwerk Belene> - offiziell aus finanziellen Gründen

aus: Der Standard online: Stattdessen Gaskraftwerk: Bulgarien verzichtet auf Atomkraftwerk Belene; 28.3.2012;
http://derstandard.at/1332324011569/Stattdessen-Gaskraftwerk-Bulgarien-verzichtet-auf-Atomkraftwerk-Belene

<Auch wenn der Bau des Akw Belene an der Finanzierung scheiterte und nicht an ihrer Hartnäckigkeit, atmen die Kraftwerksgegner in Bulgarien auf.

Laut Vize-Finanzminister - Kritik von Umweltschützern an AKW-Bauprojekt.

Die bulgarische Regierung gibt das zweite Atomkraftwerk bei Belene auf", hat der stellvertretende Finanzminister Wladislaw Goranow nach einer Regierungssitzung am Mittwoch in Sofia bekannt gegeben. Morgen, Donnerstag, reist der neue bulgarische Wirtschafts- und Energieminister Deljan Dobrew nach Moskau, um seine russischen Partner von der Entscheidung in Sofia persönlich zu informieren.

Wie der private Radiosender Darik ergänzte, soll am gleichen Standort ein Gas-Kraftwerk gebaut werden. Einer der beiden Belene-Reaktoren werde als siebenter Meiler im bereits bestehenden AKW Kosloduj eingebaut. Der russische AKW-Bauer Atomstroyexport, Vertragspartner Bulgariens im Belene-Projekt, ließ vergangene Woche verlauten, dass der erste der beiden je 1000-Megawatt-Meiler für Belene lieferbereit sei. Dafür soll Bulgarien noch zusätzlich rund 100 Mio. Euro an Russland zahlen, sagte Vizefinanzminister Goranow und ergänzte, Bulgarien habe das Geld allerdings nicht.

Möglicher Verkauf von russischem Reaktor

Ein siebenter Meiler im bestehenden AKW Kosloduj werde den Strompreis in Bulgarien halbieren, kommentierte der Vorsitzende der konservativen "Union der demokratischen Kräfte", Martin Dimitrow. Er schloss jedoch nicht aus, dass Bulgarien den lieferbaren russischen Reaktor verkaufen könnte. Dimitrows Partei ist einer der eifrigsten Gegner des umstrittenen Projektes Belene, da ein zweites russisches Atomkraftwerk die "völlige Abhängigkeit" der bulgarischen Energiewirtschaft von Moskau bedeute.

Diese Ansicht teilt auch der frühere konservative Ministerpräsident Iwan Kostow, Vorsitzender der im Parlament vertretenen "Demokraten für starkes Bulgarien" (DSB). Er nannte den Verzicht auf das Belene-Projekt als Bedingung für eine Regierungskoalition mit der Partei GERB von Premier Bojko Borissow nach den Parlamentswahlen 2013.

Die oppositionellen Sozialisten sind von der Entscheidung der bürgerlichen Regierung in Sofia enttäuscht. Der heutige Abgeordnete und frühere Energieminister Rumen Owtscharow hatte selbst das Projekt nach jahrelanger Vergessenheit Ende 2006 wieder aufgenommen und den Bauvertrag mit Russland unterzeichnet. "Der Verzicht auf das Atomkraftwerk in Belene bedeutet die Liquidation der Atomenergie in Bulgarien", kommentierte Owtscharow im Staatsradio. Offensichtlich diene Bulgarien fremden Interessen, so dass sich die Atomenergie in anderen Ländern entwickelt. Ein siebenter russischer Reaktor in Kosloduj bedeute laut dem Sozialisten Owtscharow keinesfalls weniger Energieabhängigkeit von Russland.

Projekt laut Global 2000 "nicht tot"

Kritisch sehen auch Umweltschützer den Verzicht Bulgariens auf die AKW-Pläne in Belene. Für die Umweltschutzorganisation Global 2000 ist dies nur ein "Teilerfolg". Der Standort Belene sei zwar vom Tisch, das Projekt aber "nicht tot", sagte Reinhard Uhrig von Global 2000 am Mittwoch gegenüber der APA. Es bestehe die Gefahr, dass die bulgarische Regierung den Druckbehälter einfach "in Kosloduj hinschraubt". Bulgarien habe außerdem einen Vertrag für einen 2. Druckbehälter abgeschlossen, aus dem es nicht so leicht rauskomme.

"Greenpeace" begrüßt die Entscheidung. "Das Ende des AKW Belene ist ein großer Erfolg für Greenpeace und die gesamte Umweltbewegung in Bulgarien. Gleichzeitig macht Belene eines erneut deutlich: Hinter den großen Ankündigungen der Atomindustrie von niedrigen Baukosten und kurzen Bauzeiten steckt nichts als heiße Luft. 25 Jahre nach dem Baubeginn musste das Projekt nun beendet werden", so Niklas Schinerl, Atomsprecher von Greenpeace. "Die für Belene geplanten Druckbehälter und anderen Reaktorteile dürfen jetzt auf keinen Fall für den Ausbau des Kraftwerks Kosloduj verwendet werden."

Standort liegt in Erdbeben-Gebiet

Umweltschützer hatten sich seit Jahren gegen Belene ausgesprochen, da der Standort an der Donau nordöstlich von Sofia in einem Erdbeben-Gebiet liegt. Kritiker bemängeln auch, dass das Projekt "keinen wirtschaftlichen Sinn" für Bulgarien habe. Der Endpreis war inzwischen auf 6,3 Milliarden Euro gestiegen. Der deutsche Energiekonzern RWE hatte sich schon Ende 2009 wegen der unklaren Finanzierung zurückgezogen. Seitdem hatte Sofia vergeblich nach einem neuen westeuropäischen oder nordamerikanischen Investor gesucht. Es wurde keiner gefunden.

In Kosloduj, weiter westlich von Belene, sind derzeit zwei 1.000-Megawatt-Blöcke sowjetischer Bauart in Betrieb. Vier kleinere und ältere Meiler mussten dort als Vorbedingung für den EU-Beitritt Bulgariens 2007 abgeschaltet werden. Erst im November stellte die EU bis 2020 185 Mio. Euro für die Stilllegung der letzten zwei Reaktoren in Kosloduj in Aussicht. (APA, 28.3.2012)>

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n-tv
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29.3.2012: Eon und RWE wollen in England keine AKWs mehr bauen

aus: n-tv online: Eon und RWE nehmen Abschied: Versorger kippen Briten-AKW; 29.3.2012;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Versorger-kippen-Briten-AKW-article5901201.html

<Die Ingenieure zweier deutscher Energieversorger können ihre Pläne für neue Atomkraftwerke in Großbritannien endgültig in die Tonne treten: Eon und RWE geben ihre nuklearen Pläne auf der britischen Insel auf. RWE und Eon stampfen ihre Atompläne in Großbritannien ein. Bis auf eine Eon-Beteiligung in Finnland sind die Neubauaktivitäten der führenden deutschen AKW-Betreiber Geschichte.

Die Energiekonzerne Eon und RWE geben aus Kostengründen ihre Pläne zum Bau von Kernkraftwerken in Großbritannien auf. Das 2009 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Horizon soll nun verkauft werden. RWE und Eon hatten sich 2009 bei einer Auktion zwei Standorte für neue Kraftwerke gesichert. "Der Entscheidung ist eine strategische Prüfung vorausgegangen, die die beiden Mutterkonzerne RWE AG und Eon AG unabhängig voneinander durchgeführt haben", teilte RWE am Konzernsitz in Essen mit. Ein Eon-Sprecher bestätigte in Düsseldorf die Entscheidung.

Seit der Gründung von Horizon hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert, erklärte die britische RWE-Tochter Npower. Infolge der Wirtschaftskrise sei Kapital für Großprojekte knapp geworden. Das gelte vor allem für AKW-Neubauten, die lange Vorlauf- und Amortisationszeiten hätten. Der beschleunigte Atomausstieg in Deutschland habe den Spielraum eingeschränkt. "Angesichts der nachhaltigen Unterstützung unserer Entwicklungsarbeit, insbesondere auf der Insel Anglesey, glauben wir weiterhin fest daran, dass die Kernenergie im zukünftigen Energiemix Großbritanniens eine wichtige Rolle spielen wird", sagte Npower-Chef Volker Beckers.
Zäher Abschied von der Kernkraft

Eon verfolgt nach eigenen Angaben derzeit noch ein AKW-Projekt in Finnland. "Eon ist dort minderheitlich an einem Konsortium beteiligt", sagte Sprecher Josef Nelles. Bislang sei noch keine Investitionsentscheidung gefallen.

RWE hegt nach dem Aus in Großbritannien keine eigenen Atompläne mehr. Zuletzt war der Essener Konzern aus Projekten in Bulgarien und Rumänien ausgestiegen. An einem AKW-Neubau Borssele II in den Niederlanden hat RWE nach Angaben des künftigen Vorstandsvorsitzenden Peter Terium derzeit auch kein Interesse. Dort würden wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen fehlen, hatte der Niederländer Terium im Februar erklärt. RWE hat in Borssele im Süden des Landes Anteile am bestehenden Meiler Borssele I. Die Beteiligung kam nach dem Kauf des dortigen Versorgers Essent zustande.

Eon und RWE treten in Großbritannien als große Energieversorger mit eigenen Kraftwerken auf. Beide Konzerne treiben den Bau von Offshore-Windparks voran. Eon UK beschäftigt 13.000 Menschen und versorgt 6 Millionen Haushalte und Geschäfte mit Energie. Künftige Investitionen seien auf grüne Energie, dezentrale Energieversorgung und Energieeffizienz ausgerichtet, teilte Eon UK mit. RWE Npower beschäftigt 12.000 Mitarbeiter und hat in den vergangenen drei Jahren eigenen Angaben zufolge 1,4 Mrd. Euro in erneuerbare Energien und 1,9 Mrd. Euro in Gaskraftwerke investiert.
Tepco bittet erneut um Hilfe

Fast zeitgleich mit dem AKW-Planungstopp der beiden deutschen Versorger in Großbritannien wurde bekannt, dass der japanische AKW-Betreiber Tepco - letztlich einer der Auslöser der Energiewende in Deutschland - offenbar neue Staatshilfen in Höhe von umgerechnet neun Milliarden Euro beantragt.

Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima benötige die Hilfen von der japanischen Regierung, um seine angeschlagenen Finanzen zu bereinigen, hieß es aus der japanischen Hauptstadt. Zudem ersuche Tokyo Electric Power (Tepco) um zusätzliche 7,7 Mrd. Euro, um die Opfer der Atomkatastrophe aus dem vergangenen März abzufinden.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts>

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Tagesanzeiger online, Logo

30.3.2012: Gleich 7 AKWs abgesagt - 6 in England, 1 in Bulgarien - Signalwirkung für erneuerbare Energien

aus: Tagesanzeiger online: Wer will sich noch an AKW die Finger verbrennen? 30.3.2012;
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Wer-will-sich-noch-an-AKW-die-Finger-verbrennen/story/13744815

<Von Matthias Chapman

Teuer, riskant, out: Innert zweier Tage wurden in Europa sieben AKW-Projekte beerdigt. Eine Entwicklung mit Signalwirkung.

«RWE und EON geben AKW-Pläne in Grossbritannien auf», hiess es gestern in deutschen Medien. Konkret ging es um bis zu sechs neue Atomkraftwerke, welche die beiden deutschen Energieriesen auf der Insel bauen wollten. Nur einen Tag zuvor gab Bulgarien den Verzicht auf ein neues Atomkraftwerk bekannt.

Sind diese Absagen nun die Folgen von Fukushima? «Nur teilweise», sagt Stefan Füglister, Atomenergie-Experte und Berater von Greenpeace. Die AKW-Katastrophe von Japan hätte den Prozess der Anpassung wirtschaftlicher Abwägungen «nur beschleunigt». Den Fokus auf die Wirtschaftlichkeit von Atomenergie setzt auch Vontobel-Analyst und Energie-Experte Andreas Escher: «Es stellt sich immer mehr heraus, dass mit der Betrachtung sämtlicher Kosten die Aussicht auf einen wirtschaftlichen Betrieb von AKW weniger positiv ausfällt.» Dass es im europäischen Strommarkt derzeit laut Escher rund 15 Prozent Überkapazität gibt, macht die Sache für AKW-Neubauten nicht einfacher.

Ausufernde Kosten in Finnland

Auch wenn die beiden deutschen Konzerne gestern das Aus ihrer britischen AKW-Pläne nicht primär auf die Wirtschaftlichkeit abschieben wollten, ausufernde Kosten drohen heute bei jedem neuen AKW-Projekt. Füglister dazu: «Die neuen Reaktoren sind für Bau und Betrieb äusserst komplex geworden. Zudem gibt es seit Fukushima verschärfte Auflagen, welche die Kosten noch weiter in die Höhe treiben.»

Füglister spricht vom neuen Reaktortyp EPR des französischen Technologiekonzerns Areva. Ein solcher wird derzeit in Finnland in eine Kraftwerkanlage verbaut. Ging man ursprünglich von 2,5 Milliarden Euro an Baukosten aus, stieg dieser Wert inzwischen auf über 5 Milliarden Euro. Andere Schätzungen gehen heute von bis zu umgerechnet 8 Milliarden Franken für ein neues AKW aus. Hohe Anfangskosten aber erschweren später ein rentables Betreiben der Meiler. Für Vontobel-Analyst Escher ist klar: «Der Rückzug der deutschen Konzerne aus den britischen AKW-Projekten hat sicher Signalwirkung für die ganze Atomenergiebranche.»

Selbst Franzosen setzen auf Windkraft

Selbst in Frankreich, dem Atomenergieland schlechthin, findet offenbar ein Umdenken statt. «Frankreich setzt verstärkt auf Wind», hiess es jüngst in einem Medienbericht. Drei Gigawatt Leistung aus Offshore-Anlagen wollen die Franzosen bis 2016 ziehen. Das sind drei Kraftwerke von der Leistungsklasse Gösgen. Und auch in der öffentlichen Meinung tut sich was: Waren die Grünen schon immer gegen Atomstrom, so scheint die Stimmung nun auch bei den Sozialisten zu kippen. Ihr Kandidat François Hollande hat bei einem Wahlsieg versprochen, mittelfristig 25 der über 50 Meiler abzuschalten.

Die Skepsis gegenüber neuen Atomkraftwerken hat weit um sich gegriffen. «Selbst in Kuwait hat man inzwischen Abstand genommen von Atomenergieplänen», sagt Füglister. RWE war zuletzt aus Projekten in Bulgarien und Rumänien ausgestiegen, an einem Neubauprojekt in den Niederlanden hat man kein Interesse mehr. Einzig in China und Indien würde die Technik noch mit Kraft vorangetrieben. Was Europa betrifft, sagt Füglister, rechne er nicht mehr mit vielen neuen Atomkraftwerken in den nächsten 20 Jahren: «Die lassen sich vermutlich an einer Hand abzählen.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)>


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n-tv
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Fukushima am 3.4.2012: <Forscher halten Risiken für gering: Meerestiere vor Japan belastet>

aus: n-tv online; 3.4.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Meerestiere-vor-Japan-belastet-article5936081.html

<Nach der Nuklearkatastrophe waren im Meer vor Japan tausendfach erhöhte Cäsium-Werte festgestellt worden. Auch jetzt sind Wasser und Meerestiere noch radioaktiv belastet. Forscher sehen aber keine Gefahr für die Menschen.

Die radioaktive Belastung des Meeres vor der Ostküste Japans ist nach Erkenntnissen von Forschern nicht so gefährlich wie befürchtet. Zwar seien drei Monate nach dem Gau im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi vom März 2011 bis zu tausendfach höhere Werte von radioaktivem Cäsium vor Japan festgestellt worden als zuvor. Die Strahlenrisiken lägen insgesamt jedoch "unterhalb dessen, was allgemein als schädlich für Meerestiere und menschliche Verbraucher angesehen wird, und selbst unter jenen von natürlich vorkommenden Radionukliden", schreiben die Forscher um Ken O. Buesseler im US-Journal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). So beeinflussen den Forschern zufolge natürliche radioaktive Elemente wie bestimmte Polonium- und Kalium-Sorten die Meerestiere in der Region stärker als das nun hinzugekommene Cäsium.

Der US-Forscher Buesseler von der Woods Hole Oceanographic Institution (US-Staat Massachusetts) und japanische Kollegen analysierten radioaktive Elemente aus Fukushima im Meereswasser, in Zooplankton und in Fischen. Dazu hatten sie Proben aus dem Meer und seiner Tierwelt in verschiedenen Wasserschichten vom Juni vergangenen Jahres genommen. In einer Entfernung von 30 bis 600 Kilometern vor der Küste sei dabei radioaktives Cäsium 134 und 137 gemessen worden. Die höchste Konzentration sei nahe der Küste festgestellt worden. Die sogenannte Kuroshio-Strömung fungiere dabei als südliche Abgrenzung beim Transport radioaktiver Stoffe.

Neben den direkt in die Luft gelangten radioaktiven Atomen habe auch das Wasser, das zur Kühlung der beschädigten Reaktoren eingesetzt wurde, zu Radioaktivität im Meer beigetragen. Nach den Kernschmelzen und Wasserstoffexplosionen sei die freigesetzte Radioaktivität zwar hoch gewesen. So sei die Konzentration an radioaktivem Cäsium an den Abwasserkanälen der Atomruine Anfang April mehr als 50-millionenmal höher gewesen als zuvor, hieß es.

Dennoch seien die Risiken geringer als das, was allgemein als gesundheitsgefährdend betrachtet werde. Allerdings mahnen die Forscher zugleich zu Vorsicht, da bei jeglicher Einschätzung von Strahlendosis auch die Auswirkungen einer langfristigen Belastung berücksichtigt werden müssten - zumal in der Anlage der Atomruine in Fukushima weiterhin Radioaktivität freigesetzt werde.
Bilderserie

Angst in der Atomruine Fukushima
Tausende arbeiten im zerstörten AKW

Quelle: n-tv.de, dpa>

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Der
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8.4.2012: <Nach Fukushima: Radioaktive Verseuchung von Meerestieren geringer als erwartet>

aus. Der Standard online; 8.4.2012;
http://derstandard.at/1333185118349/Nach-Fukushima-Radioaktive-Verseuchung-von-Meerestieren-geringer-als-erwartet

<Forscher mahnen aber zur Vorsicht: In küstennahen Zonen könnte die Radioaktivität wesentlich höher sein .

Die radioaktive Verseuchung des Ozeans in der Umgebung des havarierten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi ist geringer als befürchtet.

Tokio - Wissenschafter sind vorsichtig optimistisch, was die Folgen des Gaus im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi betrifft: Die radioaktive Belastung des Meeres vor der Ostküste Japans ist nach aktuellen Erkenntnissen nicht so hoch wie ursprünglich befürchtet. Zwar seien drei Monate nach der Katastrophe vom März 2011 bis zu 1.000-fach höhere Werte von radioaktivem Cäsium vor Japan festgestellt worden als vor dem Unglück.

Die Strahlenrisiken lägen insgesamt jedoch "unterhalb dessen, was allgemein als schädlich für Meerestiere und menschliche Verbraucher angesehen wird, und selbst unter jenen von natürlich vorkommenen Radionukliden", schreiben die Forscher um Ken O. Buesseler im US-Journal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). So beeinflussen den Forschern zufolge natürliche radioaktive Elemente wie bestimmte Polonium- und Kalium-Sorten die Meerestiere in der Region stärker als das nun hinzugekommene Cäsium.

Umfangreiche Untersuchungen

Der US-Forscher Buesseler von der Woods Hole Oceanographic Institution (US-Staat Massachusetts) und japanische Kollegen analysierten radioaktive Elemente aus Fukushima im Meereswasser, in Zooplankton und in Fischen. Dazu hatten sie Proben aus dem Meer und seiner Tierwelt in verschiedenen Wasserschichten vom Juni vergangenen Jahres genommen. In einer Entfernung von 30 bis 600 Kilometern vor der Küste sei dabei radioaktives Cäsium 134 und 137 gemessen worden. Die höchste Konzentration sei nahe der Küste festgestellt worden. Die sogenannte Kuroshio-Strömung fungiere dabei als südliche Abgrenzung beim Transport radioaktiver Stoffe.

Neben den direkt in die Luft gelangten radioaktiven Teilchen habe auch das Wasser, das zur Kühlung der beschädigten Reaktoren eingesetzt wurde, zu Radioaktivität im Meer beigetragen. Nach den Kernschmelzen und Wasserstoffexplosionen sei die freigesetzte Radioaktivität zwar hoch gewesen. So sei die Konzentration an radioaktivem Cäsium an den Abwasserkanälen der Atomruine Anfang April mehr als 50-millionen Mal höher gewesen als zuvor, hieß es. Dennoch seien die Risiken geringer als das, was allgemein als gesundheitsgefährdend betrachtet werde.

Warnung

Allerdings mahnen die Forscher zugleich zu Vorsicht, da bei jeglicher Einschätzung von Strahlendosis auch die Auswirkungen einer langfristigen Belastung berücksichtigt werden müssten - zumal in der Anlage der Atomruine in Fukushima weiterhin Radioaktivität freigesetzt werde. Außerdem muss die Entwarnung nicht für alle Meerestiere in der Region gelten. Es könnte nahe an der Küste und rund um das zerstörte Atomkraftwerk Zonen geben, in denen die radioaktive Belastung wesentlich höher sei. (APA/red, derstandard.at, 3.4.2012)

Abstract
 PNAS: Fukushima-derived radionuclides in the ocean and biota off Japan>

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Die Welt
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Die nackte Wahrheit 11.4.2012: <Greenpeace-Studie: AKW-Abriss könnte Bürger Milliarden kosten> - und die "Endlagerung" kostet noch einmal Milliarden und niemand will bezahlen

aus: Die Welt online; 11.4.2012;
http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article106173123/AKW-Abriss-koennte-Buerger-Milliarden-kosten.html

<Die Umweltorganisation Greenpeace fürchtet, dass die Kosten für den Rückbau alter Atomkraftwerke aus dem Ruder laufen könnten. Die Rückstellungen der Energiekonzerne reichten nicht aus.

Von Jens Twiehaus

Der Abriss alter Atomkraftwerke und die Endlagerung von Strahlenmüll könnte einer Studie von Greenpeace zufolge die Steuerzahler ab 2022 teuer zu stehen kommen. Dann endet die entsprechende Vereinbarung, wonach alle vier Energiekonzerne beim Rückbau für ihre jeweiligen Kernkraft-Tochterfirmen einstehen müssen, wie die Autorin der Studie, Bettina Meyer, erläuterte.

Greenpeace forderte deshalb, die Konzerne sollten die von ihnen zur Seite gelegten Milliarden für die Endlagerung von Atommüll in einen öffentlichen Fonds einzahlen. Das Geld für die Demontage könnte bei den Unternehmen bleiben.

Die Bundesregierung wies den Vorschlag für einen Staatsfonds umgehend zurück. Auch das Deutsche Atomforum als Interessenvertretung der Energiekonzerne hält jedoch am bisherigen System fest.

"Die AKW-Betreiber haben sich in der Vergangenheit zu ihrer Verantwortung bekannt und werden das uneingeschränkt auch in Zukunft tun", sagte Atomforums-Präsident Ralf Güldner. Er sah kein Risiko, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten. Durch die Erfahrungen beim Rückbau könnten die Aufwendungen "zuverlässig eingeschätzt werden".

44 Milliarden Euro für Demontage und Lagerung

Greenpeace hält Kosten von 34 Milliarden Euro für den Abbau und die Endlagerung für realistisch. Dennoch rechnen die Umweltexperten auch mit einem hohen Risiko, die die Ausgaben schnell auf 44 Milliarden Euro katapultieren könnten. Die jahrzehntelangen Arbeiten könnten gar bis zu 60 Milliarden erfordern, sagte Greenpeace-Energieexperte Thomas Breuer.

Die Energiekonzerne halten laut Atomforum derzeit rund 30 Milliarden Euro bereit, haben Greenpeace-Schätzungen zufolge aber vergangenes Jahr weitere drei bis vier Milliarden angesammelt. Diese Rückstellungen seien intransparent, kritisierte Greenpeace. Sie seien in der Bilanz jedes Konzerns verbucht – mit ihnen könnten die Firmen aber weiter wirtschaften.

Umweltschützer befürchten, die Energiekonzerne könnten sich bei den Kosten für den Rückbau alter Atomkraftwerke aus der Verantwortung stehlen. Meyer zufolge wäre es denkbar, dass sich ein Energiekonzern von seiner Atomsparte trenne. Weil diese Sparte ohne laufendes Atomkraftwerk kein Geld mehr verdiene, lebte sie fortan nur von den Rücklagen.

"Kommen unvorhergesehene Kosten, sind sie pleite", sagte Meyer. Möglich wäre dieses Szenario ab April 2022 - dann laufe eine entsprechende Solidarvereinbarung aus dem Jahr 2001 aus, die die Konzerne an die Entsorgungspflichten ihrer Atom-Tochterfirmen binde.

Greenpeace fordert Verpflichtung der Konzerne

Den Steuerzahlern drohe dann ein "finanzielles Desaster", warnte Breuer. Er forderte die Bundesregierung auf, die Konzerne dauerhaft per Gesetz und nicht nur per Vereinbarung zum Bezahlen zu verpflichten.

"Auch nach dem Verschluss des Endlagers müssen Konzerne für die weiteren Kosten aufkommen", sagte Breuer. Er unterstützt deshalb das von der Autorin Meyer vorgeschlagene Fondsmodell. Die Idee ist einem bereits in der Schweiz bestehenden Fonds entlehnt.

In den Fonds sollen schon bestehende Rückstellungen fließen und weitere zehn Milliarden "frisches Geld". Davon solle die Endlagerung finanziert werden – der Fonds müsse also über Jahrzehnte eine sichere Anlage bieten. Wer den Stock auffülle, wenn das Geld doch nicht ausreicht oder ein Börsencrash Kapital vernichtet, konnte Breuer nicht sagen.

dapd>

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Basler
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Schweiz 13.4.2012: Stupide schweizer Stromkonzerne Axpo und BKW wollen weiterhin vier neue AKWs

aus: Basler Zeitung online: AKW-Projekte bleiben auf dem Tisch; 13.4.2012;
http://bazonline.ch/schweiz/standard/AKWProjekte-bleiben-auf-dem-Tisch/story/14030414

<Von Hubert Mooser

Die Gesuche der Stromkonzerne Alpiq, Axpo und BKW für neue AKW sind zwar sistiert – aber nicht zurückgezogen. Die Branche habe ihre Atompläne noch nicht definitiv begraben, meinen Politiker.

Kommenden Mittwoch wird Energieministerin Doris Leuthard im Bundesrat die Eckwerte der neuen Energieperspektiven 2050 ausbreiten. Darin soll aufgezeigt werden, was es bei dem von Bundesrat und Parlament beschlossenen Atomausstieg an Massnahmen braucht, damit es keine Stromlücke gibt, wenn ab 2020 die ersten AKW vom Netz gehen. Wie baz.ch/Newsnet gestern berichtete, will Leuthard dabei unter anderem erneuerbare Energien in grossem Stile fördern.

Pikant ist aber, dass die drei Stromkonzerne Axpo, (AXP10 104.55 0.92%) Alpiq und BKW an ihren Gesuchen zum Bau neuer AKW festhalten, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Energie (Bfe) bestätigt. Die NZZ sprach in diesem Zusammenhang vergangene Woche von einem hilflosen und nicht sehr glaubwürdigen Agieren der Stromkonzerne. Die Bearbeitung dieser Gesuche wurde nach dem Unglück in Fukushima von Leuthard sistiert. Ein Rückzug war indessen für die Konzerne bisher kein Thema, obwohl der Zürcher Kantonsrat im September 2011 beispielsweise entschied, die Axpo soll ihr 2008 eingereichtes Gesuch zurückziehen.

Das erweckt den Eindruck, als hätten die Stromkonzerne ihre Hoffnungen auf die Realisierung neuer Atomkraftwerke noch nicht endgültig begraben. Alpiq-Verwaltungsratspräsident Hans Schweickardt machte jedenfalls vor knapp einem Jahr gegenüber der Zeitung «Sonntag» solche Andeutungen: Neue Kernkraftwerke seien sicherer als alte. Die Konsequenzen aus Fukushima müssten in aller Ruhe gezogen werden, weshalb ein Rückzug der Bewilligungsgesuche vorerst kein Thema sei. Die Option eines Baus von Ersatz-KKW behalte man sich offen, so Schweickardt. Das war allerdings noch, bevor im Parlament der Atomausstieg beschlossen wurde.

Axpo unterstützt Energiestrategie des Bundes

Bei der Axpo will man solche Hintergedanken nicht bestätigen. Wenn man aber fragt, wieso denn Axpo das Gesuch noch nicht zurückgezogen habe, antwortet Mediensprecherin Daniela Biedermann: «Indem wir die Sistierung der Rahmenbewilligungsgesuche unterstützten, haben wir ein Zeichen gesetzt.» Das Hauptaugenmerk liege zurzeit in der Umsetzung «unserer neuen Versorgungsstrategie, mit der wir den Versorgungsauftrag unserer Eigentümerkantone sicherstellen», so die Mediensprecherin weiter.

Dafür sei Axpo auf verlässliche, klare politische Rahmenbedingungen angewiesen. Biedermann betonte zudem: «Wir haben nach Fukushima gesagt, dass wir die Energiestrategie des Bundes unterstützen und dass der Bau neuer Kernkraftwerke nicht mehr mehrheitsfähig ist.» Axpo werde in den kommenden Jahren 21 Milliarden Franken investieren – davon einen Grossteil in erneuerbare Energien.

Keine schlechte Strategie der Stromkonzerne

Bei der Berner BKW tönt es ähnlich. Die Stromunternehmen hätten nach Fukushima die Sistierung der Rahmenbewilligungsgesuche unterstützt und die entsprechenden Arbeiten eingestellt, sagt Antonio Sommavilla, Leiter der BKW-Medienkommunikation. «Dies fand auch seinen Niederschlag in den Bilanzen, wo die Kosten für die Entwicklung der Projekte abgeschrieben wurden. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass es in der Öffentlichkeit neue Mehrheiten gibt und der Ersatz bestehender Kernkraftwerke durch neue wenig Anklang findet.» Die BKW fokussiert bei ihrer neuen Energiestrategie auf Wasser- und Windkraft.

Die Gesuche sind zwar wirtschaftlich abgeschrieben, und die Stromkonzerne planen offenbar die Nach-AKW-Ära, und trotzdem ist der Rückzug dieser drei Gesuche kein Thema. Der Aargauer SVP-Energiepolitiker Hans Killer hält das Vorgehen der Stromkonzerne für keine schlechte Taktik. «Gegenwärtig ist noch nicht klar, wie die Stromversorgung ohne Kernkraftwerke aussehen wird.» Es gebe zwar viele Ideen, wie man die Stromlücke ohne AKW-Bandenergie füllen wolle, aber noch keine konkreten Vorstellungen. Vielleicht komme man später einmal zur Erkenntnis, dass es ohne AKW nicht gehe. Und dann könne man diese Gesuche wieder reaktivieren.

Kein AKW-Verbot im Gesetz

Allerdings müsste man diese dann aber auf den neuesten Entwicklungsstand bringen, so Killer weiter. Er halte es deshalb nicht für opportun, im Gesetz die Option Kernenergie definitiv zu verbieten. Der Präsident der Umweltkommission des Nationalrates, Eric Nussbaumer (SP), schliesst wegen solcher Überlegungen nicht aus, dass die Stromlobby «noch etwas probieren wird, um ein Verbot neuer Atomkraftwerke im Gesetz zu verhindern.» Für Nussbaumer haben die drei Gesuche aber heute trotzdem keinen politischen Wert mehr, höchstens einen juristischen – weil der Atomausstieg im Gesetz noch nicht verankert sei.

Die Botschaft mit den entsprechenden Gesetzesänderungen wird Energieministerin Doris Leuthard diesen Sommer in die Vernehmlassung schicken. Im Parlament dürfte die Gesetzesänderung zum Atomausstieg frühesten Mitte 2013 beraten werden. Bis dahin werden die Gesuche zum Bau neuer Atomkraftwerke wohl in der Schublade in Bern bleiben, wie das Gesuch der Schweiz für einen EU-Beitritt.

(baz.ch/Newsnet)>

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Financial
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Posse 13.4.2012: Deutschland erwägt weiterhin Förderung der Atomkraft in Nachbarländern - scharfe Proteste

aus: Financial Times Deutschland online: Kernkraft in der EU: Deutschland eiert bei AKW-Subventionen herum; 13.4.2012;
http://www.ftd.de/politik/europa/:kernkraft-in-der-eu-deutschland-eiert-bei-akw-subventionen-herum/70022281.html

<Es klingt fast wie ein Scherz: Die Bundesrepublik steigt aus der Atomkraft aus und erwägt dann, die Technik in Nachbarländern finanziell zu fördern. Die Kritik ist heftig - auch an Umweltminister Röttgen.
 
In der EU ist die Debatte um die Stellung der Atomkraft neu entbrannt. Mehrere EU-Staaten wollen die Nuklearenergie mit erneuerbaren Energien gleichstellen und subventionsfähig machen. Über entsprechende Vorstöße einiger Länder werden die EU-Minister bei ihrem Treffen Ende nächster Woche in Dänemark diskutieren, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Dabei gehe es um die Frage, ob Nuklearenergie auf EU-Ebene - ebenso wie erneuerbare Energien - als klimafreundlich eingestuft werden könnte. Staatliche Unterstützung würde leichter.

Trotz der Energiewende im eigenen Land hat sich Deutschland noch auf keine Haltung festgelegt. Die Meinungsbildung zu den Gesamtvorschlägen sei noch nicht abgeschlossen, da viele der Anregungen zum EU-Energiefahrplan 2050 noch gar nicht vorlägen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Das Wirtschaftsministerium verwies darauf, dass bekanntlich einige Länder eine andere Haltung zu Atomkraft als Deutschland hätten.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" haben die vier Länder Frankreich, Großbritannien, Polen und Tschechien entsprechende Schreiben nach Brüssel geschickt. Ihr Ziel sei es, Atomkraftwerke künftig wie Solaranlagen oder Windräder als emissionsarme Technologien einzustufen. Falls sie sich durchsetzten, könnte der Bau neuer AKWs, aber auch der Verkauf von Atomstrom, gefördert werden.

Dabei geht es nach Angaben von EU-Diplomaten um Subventionen der Mitgliedsländer, aber auch der EU selbst. Bislang können Staaten den Bau von Atomkraftwerken fördern, müssen dabei aber die allgemeinen EU-Regeln einhalten. "Die staatliche Beihilfe darf den Wettbewerb nicht verzerren und muss im öffentlichen Interesse liegen", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Es gebe keine besonderen Regeln für solche Finanzspritzen im Atomsektor - im Gegensatz zu erneuerbaren Energien, bei denen Staaten leichter Geld zuschießen könnten.

Aus Deutschland gab es heftige Kritik von Umweltverbänden, Grünen und FDP an dem Vorschlag. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, sagte: "Ein Jahr nach Fukushima Milliardensubventionen für die Risikotechnologie Atomkraft zu fordern, ist Absurdistan in Reinkultur." Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer kritisierte das Verhalten von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU): "Während Röttgen sich nur noch um seinen Wahlkampf kümmert, wird in Brüssel die Zukunft der Erneuerbaren kaputtgemacht."

Aus dem Bundestag kamen ebenfalls kritische Stimmen: "Atomstrom zu subventionieren widerspricht allem, was in Deutschland beschlossen wurde", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Horst Meierhofer (FDP). Auch aus den Reihen der Opposition erntete der Vorstoß Kritik: "Deutschland muss sich dieser Forderung in den Weg stellen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsgrünen, Bärbel Höhn, der "Welt"

In Europa ist es Sache jedes einzelnen Staates, über die Nutzung von Energieträgern wie Kohle, Öl, Gas, Wind oder Atomkraft zu entscheiden. Auch der Energiemix ist nationale Angelegenheit. Während Frankreich einen großen Teil seines Stroms aus Kernkraft gewinnt, hat Deutschland 2011 den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Tschechien möchte das umstrittene AKW Temelín nahe der bayerischen Grenze ausbauen, Polen prüft geeignete Standorte für Kraftwerke.

Derzeit läuft die Debatte um die zukünftige EU-Energiepolitik, den sogenannten Energiefahrplan 2050. Die EU-Kommission hat darin Modelle vorgelegt. Atomkraft soll nach den Plänen wichtig bleiben. Bis 2050 will die EU-Kommission den Ausstoß des Klimakillers CO2 um 80 bis 95 Prozent im Vergleich mit 1990 verringern.

Laut Bundesumweltministerium wollen die EU-Staaten bei dem Ministertreffen am 15. Juni ein Papier verabschieden. Was darin stehe, werde "richtungsweisend" für die zukünftige Energiepolitik sein, schrieb das Ministerium. Für den Beschluss sei grundsätzlich Einstimmigkeit nötig, Enthaltungen würden die Annahme nicht behindern.>

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Der
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15.4.2012: Japan: Alle 54 Atomreaktoren stehen vorübergehend still

aus: Der Standard online: Alle Anlagen vom Netz: Japan wird ab Anfang Mai vorerst ohne Atomstrom auskommen; 15.4.2012;
http://derstandard.at/1334368977607/Alle-Anlagen-vom-Netz-Japan-wird-ab-Anfang-Mai-vorerst-ohne-Atomstrom-auskommen

<Auch die Atommeiler in Oi werden vorerst nicht ans Stromnetz angeschlossen.

"Vorübergehend" werde keiner der 54 japanischen Atomreaktoren mehr Strom ins Netz speisen.

Tokio - Das energiehungrige Japan muss ab Anfang Mai ohne Atomstrom auskommen. Ab 6. Mai werde "vorübergehend" keiner der 54 japanischen Atomreaktoren mehr am Netz sein, sagte Industrieminister Yukio Edano am Sonntag.

Tags zuvor soll der letzte, noch arbeitende Atomreaktor für Wartungsarbeiten vom Netz genommen werden. Er gehört zu einem Atomkraftwerk in Hokkaido.

Edano hatte am Freitag darauf hingewiesen, dass die Regierung in einigen Wochen zwei Atommeiler in Oi, nördlich von Osaka, wieder in Betrieb nehmen will. Allerdings ging der Gouverneur von Fukui nicht auf den Aufruf des Industrieministers ein, umgehend eine Genehmigung für die Inbetriebnahme zu erteilen.

Stromengpässe nach Fukushima befürchtet

Am 11. März 2011 waren nach einem Erdbeben der Stärke 9,0 riesige Tsunamiwellen über das Kraftwerk in Fukushima gegangen. Daraufhin fielen noch am selben Tag die Kühlsysteme der Anlage aus, was den schwersten Reaktorunfall seit der Atomkatastrophe von Tschernobyl auslöste.

Im Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk wurde eine Sperrzone eingerichtet, die rund 100.000 Menschen verlassen mussten. Die Atomkraft ist seit dem Unglück extrem umstritten. Andererseits befürchtet die Regierung Stromengpässe, vor allem durch den intensiven Betrieb von Klimaanlagen im Sommer. Die Umweltorganisation Greenpeace vertrat jedoch die Ansicht, es werde keine Engpässe geben, selbst wenn alle Atomkraftwerke abgeschaltet seien. (APA, 15.4.2012)

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Der
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16.4.2012: <Freiwilliger Verzicht: Österreich wird in Zukunft atomstromfrei>

aus: Der Standard online; 16.4.2012;
http://derstandard.at/1334530846829/Freiwilliger-Verzicht-Oesterreich-wird-in-Zukunft-atomstromfrei

<Laut Mitterlehner werde es eine Kennzeichnung, aber kein vollständiges Importverbot für Atomstrom geben.

Heimische Versorger sollen bis Ende 2013 für Haushaltskunden die Kennzeichnung sicherstellen, Atomstrom soll nicht mehr dabei sein.

Wien - Österreich soll spätestens ab dem Jahr 2015 atomstromfrei sein. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich am Montag Regierung, Energiewirtschaft und Umweltorganisationen beim dritten Atomstromgipfel auf eine Vorgangsweise geeinigt, bei der in Zukunft keine als Atomstrom gekennzeichnete elektrische Energie mehr an österreichische Verbraucher oder Industrien verkauft werden soll. Bei Haushaltskunden soll diese freiwillige Verpflichtung der Versorger bereits Ende 2013 sichergestellt sein. Ein Atomstromimportverbot wird es nicht geben, da dies EU-rechtlich nicht möglich ist.

Freiwillige Kennzeichnung

Beginnend mit 1.1.2013 bis Ende 2013 verpflichten sich die heimischen Energieversorger freiwillig, die Kennzeichnung von an Haushaltskunden gelieferten Strom sicherzustellen. Atomstrom sollte dann keiner mehr dabei sein, da die Versorgungsunternehmen sich verpflichten, auf dessen Bezug zu verzichten. Für Industriekunden soll diese freiwillige Maßnahme aufgrund langlaufender Lieferverträge erst bis Ende 2015 umgesetzt werden.

Als zusätzliche Maßnahme ist die Schaffung eines "Atomstromfrei-Gütesiegel" geplant, das auf dem seit Jahresbeginn existierenden Stromkennzeichnungssystem basieren soll. Diese Maßnahme soll den österreichischen Energieversorgern die Möglichkeit bieten, diesen "einzigartigen Verkaufsvorteil" auch werbetechnisch zu nutzen.

In einem zweiten Schritt wird es eine gesetzliche Regelung zur vollständigen Stromkennzeichnung ab 1. 1. 2015 geben. Eine entsprechende Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetzes (Elwog) soll nach erfolgreicher Notifikation durch die EU in Kraft treten.

Aus für den Graustrom

Die Versorgung mit Strom unbekannter Herkunft, sogenannter "Graustrom", der derzeit noch 14,7 Prozent - und davon 26 Prozent Atomstrom - ausmacht, wird untersagt. Lediglich jene Unternehmen, die direkt von einem ausländischen Energielieferanten Strom beziehen, könnten noch teilweise mit Atomstrom versorgt werden, die - so die Annahme - nur wenig Wert darauf legen werden, als Handlanger der Atomlobby bezeichnet zu werden. Eine Aussnahme, die der AK Wien nicht gefällt, wie sie in einer Aussendung wissen lässt, da der Anteil der Industrie an "Graustrom" wesentlich höher als im Haushaltsbereich sei. Zudem sei für die Industrie der Strom ohnehin um einiges günstiger. Sie dürfe daher nicht bevorzugt werden, wie bei der Ökostromförderung. Die AK wünscht sich, dass die Kosten für die zusätzlichen Herkunftszertifikate zwischen Wirtschaft und Haushalten fair geteilt werden und plädiert überhaupt für Lösungen auf EU-Ebene "insbesondere eine lückenlose, transparente und nachvollziehbare Kennzeichnung der Herkunft von Strom."

"Das ist ein guter Tag für jene, die gegen Atomenergie sind", findet indes Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). Mit den beschlossenen Maßnahme wolle Österreich nicht nur zeigen, dass es keinen Atomstrom brauche, sondern auch zur Speerspitze derer gehöre, "die jenen Ländern gegenüberstehen, die uns fälschlicherweise einreden wollen, dass Atomenergie wirtschaftlich besonders günstig ist und dass Atomstrom eine Art Erneuerbare Energie ist", um in der Folge auch von Förderungen zu profitieren. Österreich dagegen setze auf den Ausbau von erneuerbaren Energien.

Keine Verletzung von EU-Recht

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) sprach von einem "guten Auftakt für eine gemeinsame Zielsetzung", Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) von einem guten Kompromiss für weitere Verbesserungen, ohne dass EU-Recht - etwa durch ein Atomstromimportverbot - verletzt worden sei. Es bestehe auch nicht die Gefahr, dass die Durchleitung von Strom und somit die Rolle Österreichs als Energiedrehscheibe gefährdet werde. Für die Endkunden werden sich die finanziellen Belastungen in "ganz geringen Grenzen bewegen", so Mitterlehner.

Die Umweltorganisationen Global 2000 und Greenpeace sehen in der heutigen Vereinbarung ebenfalls einen großen Erfolg, "dessen Bedeutung über den Kampf gegen die Atomkraft weit über Österreich hinausgeht", wie die Geschäftsführer von Greenpeace Alexander Egit und von Global 2000 Klaus Kastenhofer betonten.

Auch die Regulierungsbehörde E-Control ist zufrieden, unterstütze doch die Einigung alle Anstrengungen, "die zu mehr Transparenz für die österreichischen Stromkonsumenten führen." Für die Grünen war die heute beschlossene Kennzeichnungspflicht schon längst überfällig, und das BZÖ fordert den raschen Ausbau Erneuerbarer Energien.  (APA, 16.4.2012)>

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