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Psychologie: Alice im Hungerland. Zusammenfassung

Essstörung bis zur Magersucht und zum Skelett

Beispiel Marya: Die Psycho-Mechanismen zur Bulimie und Anorexie und das Spiel der kranken Person mit der Umgebung

von Michael Palomino (2004)

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aus: Hornbacher, Marya: Alice im Hungerland. Leben mit Bulimie und Magersucht. Eine Autobiographie; Aus dem Englischen von Nicole Hölsken; Campus-Verlag, Frankfurt / New York 1999

Kommentar
Hier werden die Zusammenhänge des Psychoterrors aufgezeigt, die in ihrer Kombination zu Essstörungen und Magersucht führen. Diese psycho-terroristischen Geschehnisse treten v.a. in den Staaten der so genannten "Zivilisation" auf. Es scheinen in dieser "Zivilisation" wesentliche Mängel zu bestehen, was die Grundbedürfnisse der Menschen angeht, sonst gäbe es keine essgestörten Menschen. Dem Kind werden die Entwicklungsphasen blockiert, so dass in der Jugend kindliche Ideen bis zum Todeswahn ausgelebt werden: das Spiel mit der Umwelt.

Die Zusammenfassung ist chronologisch geordnet: von den psychotischen familiätren Bedingungen über die Brechsucht zur Magersucht. Die Eltern der Kranken sind dabei völlige Versager und zu keiner Reflexion fähig.

Basel, November 2004



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Kapitel

1. Die Vorgeschichte, die zum Ausbruch einer Bulimie / Ess- und Brechsucht führt

2. Der Ausbruch der Fress- und Brechsucht / Bulimie: Erstes Stadium in der  Grundschule

3. Der Beschluss zur Magersucht: Magersucht ist perfekter und "billiger"

4. Krankheitsverlauf: Internat Interlochen beschleunigt die Magersucht

5. Spitalaufenthalt mit Magersucht und Fress-Brechsucht in Minnesota im Methodist Hospital

6. Fortgeschrittene Magersucht in Kalifornien

7. Die zweite Spitaleinlieferung in Minnesota ins Methodist Hospital

8. Arbeiten als Journalistin mit fortgeschrittener Magersucht

9. Heilung von der Essstörung: Das "Spiel" mit der Umwelt beenden, neue Ziele schaffen, aber der Körper bleibt geschädigt


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1.

Die Vorgeschichte, die zum Ausbruch einer Bulimie / Ess- und Brechsucht führt

Die Betroffene: Marya Justine Hornbacher, geboren 4.4.1974
(S.165)

Prinzip: "Wir spielten Normalität." (S.7)

Prinzip
-- "Eine Magersüchtige zu fragen, wie sie sich fühlt, ist ein vergebliches Unterfangen." (S.8)
-- Bulimie = Fressanfälle, Heisshunger
-- Bulimia nervosa = Ess- und Brechsucht, Ess-Brechsucht (S.8)
-- Anorexie = Appetitverlust
-- Anorexia nervosa = Magersucht durch Appetitmangel (S.8)
-- Bulimarexie = Mischung von Bulimia nervosa / Ess-Brechsucht und Anorexia nervosa / Magersucht (S.9)

Logik bei Essstörungen
-- Marya hat Angst vor ihrem Arsch, dass er sich über Nacht vergrössert
-- Marya lässt sich nicht helfen, lügt andauernd, um Hilfe abzuwenden
-- die Fähigkeit zu hungern ist Lebenszweck
-- je weniger Gewicht, desto höher ist das Selbstwertgefühl (S.10).

Logik bei Essstörungen
-- Faire-semblant, das Vorspielen einer Gesundheit, wird zur Manie (S.20)

Vorgeschichte
In der Klasse wird Marya andauernd als "fette Kuh" beschimpft (S.10). Marya entwickelt dadurch die Vorstellung, dass sie mit einem schlankeren Körper eher akzeptiert würde. Die Denkweise führt in ein zwanghaftes Fress-Brech-Verhalten. Marya wird aber dabei extrem, entwickelt eine Frauenfeindlichkeit gegen weibliche Körper, und ihr eigener Körper ist am Ende ein: Zitat:

"selbstzerstörerisches Spottgedicht" gegen das Figur-"Ideal" (S.79).

Logik bei Essstörungen
-- der Wunsch nach Macht macht ohnmächtig, man vernichtet sich dabei
-- die Betroffenen haben den Wunsch zu beweisen, dass man nichts braucht, aber man vernichtet sich dabei
-- Selbstverleugnung

-- Leugnung des Hungers
-- die Askese soll zur Auffindung der eigenen Identität führen, aber man vernichtet sich dabei als gesunde Identität (S.12)

-- es gelten Schönheitsideale, aber man ist so mager, dass alle nur noch spotten und man gar nicht diesem Ideal entspricht (S.12-13)

-- man hat den Wunsch, eine starke Frau zu sein, aber man wird so schwach, bedürftig und neurotisch wie sonst keine Frau

-- man hat den Wunsch nach Sicherheit durch Kontrolle, aber es geht alle Sicherheit durch Schwäche verloren
-- der geistige Wunsch entspricht nicht mehr dem körperlichen Zustand

->> es kommt zur Spaltung der Entwicklungen und so entwickelt sich die volle Essstörung (S.13).

Vorgeschichte
a) Für Essstörungen anfällige Mädchen-Charaktere
Sehr anfällig für eine Essstörung sind
-- sehr konkurrenzbewusste Mädchen
-- unglaublich selbstkritische Mädchen
-- rastlose Mädchen
-- perfektionistische Mädchen
-- zu Exzessen und Übertreibungen neigend (S.13).

b) Einflüsse der Umwelt auf die anfälligen Mädchen-Charakteren
-- die Gesellschaft erklärt die "Schlankheit" zum Ideal
-- immer mehr anfällige Mädchen wählen die Essstörung als Mittel, sich zu beweisen und profilieren (S.13)

-- Fitness-Studios geben einen negativen Eindruck vom Körper, wenn er nicht den Abbildungen der Werbung entspricht, denn immer sollen "Pfunde weg", und Marya, 4 Jahre alt, teilt die verschiedenen Frauen nach "Schlankheitsgrad" ein mit den Kriterien Schönheit, Hautfarbe und Dressfarbe (S.25-26).

Vorgeschichte: Kriterien bilden sich schon mit 5 Jahren heraus
-- die Mädchen spielen mit Esswaren und unterscheiden, was "dick" macht und was nicht (S.18-19)
-- die Mädchen beginnen mit 5 Jahren, Esswaren zu verschmähen, die "dick" machen
-- die Mädchen beginnen mit 5 Jahren, den "Idealen" der "Mode" nachzueifern, die von den Eltern angepriesen und vertreten werden

-- die Mädchen streiten schon mit 5 Jahren, welche ihrer Mütter besser kochen kann, so dass man nicht "dick" wird
-- die Mädchen beginnen schon mit 5 Jahren, Werbespots von Models nachzuäffen (S.19) und sich auf "Diät" zu fühlen (S.20).

Vorgeschichte: Gestörtes Familienleben
Bei Marya ist eine massive Vorbelastung in der Familie vorhanden, was das Essverehalten betrifft:

-- die Mutter von Marya hält mit rigiden Figurvorstellungen strenge Diät und Marya macht es mit 5 Jahren bereits nach (S.20)

-- Lebensmittelallergien halten das Thema "Essen" immer aktuell und fördern die Aversion gegen Essen (S.20)

-- die Grossmutter (Mutter der Mutter) ist auch magersüchtig, und der Grossvater mütterlicherseits ein Alkoholiker, so dass diese Verhaltensweisen z.T. weitergegeben werden (S.115)

-- die Grossmutter behauptet, die Tochter werde fett werden und verbietet Toast (S.44)

-- die Mutter will nur dem Grossvater gefallen - die Tochter Marya will nur der Mutter gefallen

-- in der Familie von Maryas Mutter gelten dicke Menschen als Menschen "zweiter Klasse", werden der Unterschicht zugeordnet, höhnisch verlacht, und es wird behauptet, sie hätten sich nicht unter Kontrolle

-- Essen wird in der Familie von Maryas Mutter als Ärgernis betrachtet, und ein dickes Kind insgeheim auch (S.116)

-- auch die Stiefgrossmutter lässt am Kind Marya kein gutes Haar (S.117)

Was die Wertvorstellungen betrifft, so werden in Maryas Familie nur Extreme vermittelt: Es wird nur zwischen Versagen und Höchstleistung unterschieden, und das ganze Mittelfeld wird ausgeblendet (S.322)

Vorgeschichte: Gestörtes Körperempfinden: Angst vor dem Aufquellen des Körpers - Schläge

Die weiblichen Familienmitglieder haben alle Angst vor dem Quellen des Körpers. Bei der Tochter Marya steigert sich die Angst vor Fettaufnahme durch eine Pizza innerhalb einer Gruppe mit anderen Kindern dermassen, dass Marya Angst bekommt, dass ihr Arsch aufquellen würde (S.21).

Die Mädchen sind immer mehr körperfixiert und entdecken immer mehr "Fehler" am Körper, stehen dauernd vor Spiegeln, Schaufenstern, reflektierenden Motorhauben (S.23).

Die Mädchen entwickeln einen Splin der Mikrountersuchung. Maryas Mutter behauptet dann einfach, die Tochter sei "eitel". Gleichzeitig meint Marya, sie sehe nie akzeptabel aus (S.23).

Schläge ergeben ein zusätzliches negatives Erlebnis des Körpers und fördern die Spaltung zwischen Körper und Geist schon im Kindesalter (S.21-22).

Vorgeschichte: Die Entwicklung einer Aversion gegen den eigenen Körper
-- die betroffenen Mädchen entwickeln eine Aversion gegen den eigenen Körper und gegen ihre Bedürfnisse (S.23)

-- die Mädchen beginnen mit 5 Jahren, den Atem anzuhalten, damit der Bauch sich nach innen wölbt (S.23)

-- die Mädchen werden vor dem Spiegel schizophren und unterscheiden zwischen: das Mädchen im Kopf - das Mädchen im Spiegel (S.23), von "Psychologen" oft auch das "Spiegelstadium" genannt (S.24)

->> Marya meint so mit 4 Jahren schon, sie sei dick, und die Eltern nehmen diesen Glauben nicht ernst, und sie tadeln das Mädchen mit Grimassen, statt über den Körper offen zu reden (S.25)

Vorgeschichte: Fehlverhalten der Eltern
-- Einzelkinder sind besonders magersuchtgefährdet, denn die Erwachsenen-Umwelt lässt im Kind dauernd eine Sehnsucht entwickeln, dazuzugehören und doch nie dazuzugehören: Maryas Eltern nehmen Marya an Erwachsenen-Parties mit, an Erwachsenen-Treffen, es werden Fernsehsendungen über "böse" Männer geschaut etc. (S.27)

-- Spielaversion: Die Eltern von Marya spielen nicht mit der 4-jährigen Marya (S.28)

[Eltern, die nie spielen:
Eltern, die nie mit Kindern spielen, sind dermassen hierarchie-krank, dass sie meinen, ein Spiel mit dem Kind würde sie als Familie der Unterschicht erscheinen lassen...]

-- die Mädchen-Phantasie von Marya bekommt bei den Eltern keinen Raum, keine Entfaltung, sondern wird rational kaputtgewertet und in die Erwachsenen-Realität gezerrt (S.28)

-- Marya entwickelt einen geistigen Widerstand gegen die Eltern-Welt mit immer grösserer Phantasie, und sie wird mit körperlichen Handlungen gleichzeitig immer unsicherer und traut sich am Ende nichts mehr zu

->> so kommt es zur Spaltung zwischen Körperkompetenz und geistiger Kompetenz (S.29)

Vorgeschichte: Entwicklung überdrehter Phantasien
-- Marya träumt, sie werde bestohlen: Monster würden ihr Münzen aus der Spardose klauen

-- die Eltern lassen das Kind bei Schlafstörungen nie im Elternzimmer schlafen (S.29)

-- Marya meint, wenn sie Erdnussbutter-Sandwich mit 20 Bissen isst, wird sie glücklich sein. Wenn sie mehr als 20 Bissen braucht, wird sie traurig sein (S.29-30)

-- Marya entwickelt ein eigenes Körperbild: Der Körper gibt durch die Haut Flüssigkeit nach aussen ab: Tränen nach aussen

->> Marya beisst sich auf die Lippen, bis diese bluten (S.35)

Vorgeschichte: Labile Eltern und Psychoterror
-- der Vater von Marya hat ein  z.T. überschwängliches Temperament, ist dann wieder schwer depressiv und bekommt Wutanfälle, ist insgesamt völlig unausgeglichen und nicht krisenfest

-- die Mutter von Marya ist eine Gefühlsverdrängerin: Ihre Handlungen wechseln willkürlich zwischen zärtlich und eisig

->> Marya ist dauerndem Psychoterror ausgesetzt, denn die Eltern haben nie ein zuverlässiges Verhalten
->> Nippsachen, Vorhänge, Bettlaken strahlen mehr Sicherheit aus als die Eltern (S.31)

-- Marya wird dauernd mit den Kompensationshandlungen ihrer Eltern konfrontiert, u.a. Parfum und Whisky

->> es ist eine chaotische Familie, die zudem noch streng kontrolliert, was die Tochter macht (S.31)

-- Ballettzwang: Marya wird als Krönung des Eltern-Terrors ins Ballett gezwungen mit der Absicht, die Tochter an das "Weibliche" zu gewöhnen. Dieser Zwang ist ein Schock für Marya, weil der Ballettsaal total verspiegelt ist und sie sich immer selber sehen muss (S.24).

Prinzipien der Entwicklung von Essstörungen
chaotische Familienverhältnisse
->> Entwicklung von Bulimie / Fress-Brechsucht
strenge Familienverhältnisse
->> Entwicklung von Anorexie / Magersucht durch Appetitmangel
chaotische und strenge Familienverhältnisse
->> Entwicklung von beidem zusammen: Bulimarexie

(S.9,31)


Vorgeschichte: Die Tochter übernimmt das chaotische Verhalten der Eltern
--  Essen ist ein Hauptthema
--  Vater: brüllt, schreit, frisst viel, säuft viel, raucht viel
--  Mutter: fastet für Schlankheit, wird schlanker und schlanker, redet immer schärfer formuliert, redet immer weniger (S.32)
--  die Mutter hat auch Spiegelkomplexe.

Marya nimmt die Verhaltensmuster von Vater und Mutter in sich auf und verliert später jegliche Hemmschwelle (S.32).

Das Falsche Lob für "Zierlichkeit"
-- die Magersucht gilt als Widerstand und die Magersüchtigen fühlen sich "heilig" (S.176), gelten als "zierlich". Diese zierliche Figur eifert religiösen und kulturellen Idealen nach (S.177)

-- die Selbstgeisselung zur Gewichtsabnahme wird anfangs von der Umwelt auch noch gelobt und belohnt, somit ist eine Essstörung verführerisch, um Anerkennung zu bekommen (S.322-323)

-- und Kleiderverkäuferinnen loben die "Zierlichkeit" ihrer Kundinnen ohne Wissen um die Essstörung (S.324).

Vorgeschichte: Streit ums Essen fördert Essstörungen
-- Fall Marya: Wenn der Streit ums Essen anhält, dass Marya das Essen verweigert, wird Marya für verrückt erklärt, bis das Kind im Krankenhaus landet, und die Eltern geben sich für die Situation gegenseitig die Schuld (S.33)

-- Streitigkeiten während der Mahlzeiten verschlimmern Essstörungen (S.34)

-- Fall Marya: Auch die Verwandten machen Essen und Figur immer wieder zum einem Hauptthema (S.34).

[Ergänzung:
Es scheint so, als ob das Thema "Essen" ein Kommunikationsmittel darstellt, weil die Leute zu dumm sind, über etwas anderes zu reden. Das ist so, wie wenn man dauernd übers "Wetter" spricht, nur viel schlimmer...]

Vorgeschichte: Alleinessen bringt Unregelmässigkeit
Alleinessen bringt neue Gewohnheiten, die Mahlzeit wird zum "Trostpflaster", oft Fastfood (S.34)

[und deswegen sind Einzelkinder besonders gefährdet].

Vorgeschichte: Marya will mit perfektem Körper Frieden stiften
Marya, 5 Jahre alt, meint, mit der Beherrschung ihres Körpers bei den Eltern Frieden zu erreichen: Wenn keine Flüssigkeit mehr im Körper sei, dann sei sie keine Belastung mehr für die Eltern da, und dann würden die Eltern sich endlich friedlich verhalten (S.35).

Vorgeschichte: Seelischer Kindsmissbrauch und Flucht in den "Spiegel"
Eheprobleme werden mittels Kind "gelöst" und so das Kind seelisch missbraucht, dies erleichtert die Flucht in den "Spiegel" (S.36)

plus:
Bei Marya ist die Situation mit den Eltern besonders dramatisch: Dem Kind ein Essen zu bereiten wird zum Liebesritual gegenüber dem Kind, wenn jeweils der andere Elternteil abwesend ist (S.36-37), v.a., weil die Eltern auch verschiedene Essgewohnheiten haben (S.37)

Vorgeschichte: Die Tochter von eifersüchtigen und gefühlskalten Eltern flüchtet in die Kompensation: Spiegel - Fressen - Depression
-- die Eifersucht der Eltern aufeinander auf den Erfolg des jeweils anderen mit Bitterkeit und Sarkasmus fördert das Gehabe der Tochter im "Spiegel" (S.36)

-- Eltern, die einander keine Wärme und Fürsorge geben können, können auch den Kindern keine bieten

Kinder mit solchen Eltern sind hin- und hergerissen. Sie flüchten in den "Spiegel", um sich ein Idealbild wenigstens von sich selbst vorzustellen (S.36).

plus:
Um schlanker zu erscheinen, stellen sich die betroffenen Mädchen vor, als Mann zu gelten, und sie stellen sich vor, dass die Existenz als Mädchen eine Schwäche sei, die es zu überwinden gilt.

oder:
Das betroffene Mädchen hat Angst vor dem Erwachsenwerden (S.263). Die Betroffene will keine weiten Hüften, keinen schönen Hintern, und auch keine Brüste haben. Zu hungern ist eine Methode, die eigene Entwicklung zu verhindern, als Mann zu gelten, und den unvermeidlichen Schmerz des Lebens von sich fernzuhalten (S.323).

-- Marya entwickelt eine allgemeine Traurigkeit, weil die Eltern nicht harmonieren

-- Marya überdeckt diese Traurigkeit mit Essen und beginnt erstmals, den Kühlschrank leer zu fressen (S.40)

[Hier beginnt der Teufelskreis
-- kompensative Kraft: Fressen wegen zu wenig Geborgenheit
-- kompensative Kraft: Frieden stiften wollen, indem man einen schlanken Körper hat, wegen der streitenden Eltern

->> die Unvereinbarkeit dieser beiden Kräfte ist vorprogrammiert und endet in einer Fress-Brechsucht].

Vorgeschichte: Dramatische Kinderzeichnungen
Marya malt sich mit 5 Jahren selbst als weinendes Kind und malt schiefe, magere Herzen, aus denen rote Tränen kommen (S.44).

Vorgeschichte: Unehrliche Intriganten-Mutter
-- die Mutter verbirgt vor der Tochter ihre eigenen Bedürfnisse (S.37)
-- die Mutter wirft der Tochter sogar offen vor, sich mit dem Vater gegen sie zu verbünden (S.38)

[Dieser Vorwurf erinnert an das Terror-Buch von Dreikurs: "Kindern fordern uns heraus", der auch Bündnisse von Kindern gegen ihre Eltern behauptet. Ist Marya ein Dreikurs-Opfer?]

Vorgeschichte: Die Tochter will Frieden stiften
-- Marya meint, wenn sie bestimmte Sachen isst, geht es den Eltern besser
-- Essen wird zum Familienpolitikum (S.38)

Vorgeschichte: Die Theater-Eltern von Marya: Der seelische Kindsmissbrauch am Theater
-- Theatereltern und Theaterwelt sind beste Voraussetzung für Narzissmus und Trugbild-Entwicklung (S.40)

-- Marya wird gezwungen, in Aufführungen mitzuspielen, wird gestylt und dann als "hübsch" bezeichnet, so dass Marya für sich den Eindruck hat, normal ohne "Style" herumzulaufen sei nicht "hübsch". Es kommt zur völligen inneren Destabilisierung gegenüber dem eigenen Körper

-- Maryas Vater als Regisseur hat dauernd Überreaktionen, schreit auch die 5-jährige Marya an, so dass sie sich regelmässig verkriecht, und der Vater hat keine Zeit für Trost, sondern betont "The show must go on" ["Die Schau muss weitergehen"]. Probleme werden nie besprochen...

-- das Theater bringt Marya das Bewusstsein, dass man die Realität und den Körper verändern könnte, so dass die Destabilisierung gegenüber dem eigenen Körper gefördert wird

-- Marya hat in ihrer Kindheit durch die Theaterspielerei eine Unmenge von Rollenkleidern und Make-up, für jede Rolle den spezifischen Lippenstift. Die seelisch-körperliche Destabilisierung geht in Richtung Zauberei, und: Faire-semblant (das Vorspielen einer anderen Welt) wird normal!

Vorgeschichte: Die Zeitbombe mit den Faktoren Essen als Thema - instabile Eltern - Theater-Erfahrung
-- die Tochter Marya wird seelisch eine tickende Zeitbombe
-- die Mutter will die Familie gar nicht
-- der Vater bleibt extrem sensibel
->> niemand weiss, wie man gemeinsam leben soll! (S.42)

-- die Umstände lassen das Märchen verziehen zu Grosstuerei, Arroganz, Überheblichkeit, laute Stimme, Unantastbarkeit (S.235)

plus:
Die eifersüchtig-intrigante Mutter macht eine Weiterbildung und leitet eigene Shows, was den Vater zu Wutanfällen provoziert. Die Eltern haben die Konkurrenzsitiation nicht nur nicht im Griff, sondern die Konkurrenzsituation eskaliert im Beisein des Kindes:
-- der Eltern schreien sich regelmässig gegenseitig an
-- die Eltern sprechen über Scheidung
-- Marya ist "Friedensstifterin" (S.43)
-- die Eltern streiten z.T. noch um Mitternacht, als Marya 7 Jahre alt ist (S.44)

Vorgeschichte: Psychopathische Eltern und maximaler psychischer Kindsmissbrauch
Als Marya 8 Jahre alt ist, verlieren die Eltern jede Kontrolle über ihr Selbst und über ihre Beziehung:
o  die Mutter ist in der Midlifecrisis, schminkt sich total und flirtet (S.45)
o  die Eltern drohen sich vor der 8-jährigen Tochter gegenseitig mit der Scheidung  (S.46)

o  der Vater ist in einer beruflichen Krise und in einer Identitätskrise, weil er wegen Ausplaudern von Wahrheiten eine Stelle verliert, mit Selbstzweifeln

o weil er für sich nicht gut genug ist, fühlt sich als Versager, es kommt zu Wutausbrüche, Trinken, und er jagt einer neuen Frau hinterher

o  das Kind wird für den Vater zum "Rettungsanker" (S.45)

[Fachbegriff, wenn die Kinder für die Eltern das Vorbild sein sollen und sich dadurch das Kind später nicht von den Eltern lösen kann: Parentifizierung]

o  die Mutter entfernt sich mehr und mehr vom Kind und vom Vater und meint, Vater und Tochter würden ein Komplott bilden

[das kriminelle Buch von Dreikurs "Kinder fordern uns heraus" äussert ähnliche Spekulationen von Kindern gegen Eltern]

o  dauernd kommt es zu Vorwürfen der Mutter an das Kind: "Du bist wie Dein Vater"
o  und dauernd kommt es auch zu Vorwürfen des Vaters an das Kind: "Du bist wie Deine Mutter" (S.46)

[->> das Kind weiss nie, wie es sich verhalten soll und reduziert sein Wesen auf den Körper
->> die ganze psychische Dimension des Lebens wird im Kind verschüttet und verkümmert].

Vorgeschichte: Flucht der Tochter in eine eigene Welt: Beschluss, dünn zu werden
-- Marya vermeidet es, Bedürfnisse zu zeigen, flüchtet sich in Märchen
-- Marya macht einen Fluchtplan aus der Welt der Eltern: dünn werden und grossartig werden, "herauskommen" [wie auf der Bühne] (S.46)

Vorgeschichte: Alleinsein
-- häufiges Alleinsein ist Zusatzfaktor der Orientierungslosigkeit (S.53-54)

Vorgeschichte: Angst-Neurose der Tochter vor der eigenen Angst
-- die Chaos-Welt im Kind bei Marya löst eine Angst-Neurose aus und Gebete mit der Bitte an Gott, dass er sie nicht fett werden lassen möge

-- alle Gegenstände werden magisch
-- alle Gegenstände müssen in bestimmter Ordnung stehen, das Bett auf eine bestimmte Art gemacht sein etc.
-- Marya stellt an sich den Anspruch der absoluten Pünktlichkeit
-- Marya führt Selbstgespräche (S.49)
-- Marya führt Gespräche mit ihren Puppen (S.50)

[These:
Der "Spiegel" des Theaters verfolgt die 8-jährige Marya nun ins Privatleben: Sie kann nicht unterscheiden zwischen Bühne und Zuhause, bzw. auch die Eltern verhalten sich zu Hause wie auf einer "Bühne"...]

Generell: Angst und Werbung lösen Essstörungen aus
-- die meisten Essstörungs-Patientinnen haben ca. 5 Jahre vor Ausbruch der Magersucht eine Angststörung (S.50)

-- die [männliche] Werbung verkauft mit dem Wort "schlank" Produkte, und Frauen, die nicht "schlank" gelten, beginnen sich, nicht mehr als guter Mensch und nicht mehr integriert  zu fühlen (S.50)

-- die Werbung, die Mode und Presse qualifizieren die Frauen ab:
oo  Schlanksein wird dargestellt als glückliches, reiches Leben, mit sexueller Freizügigkeit, Selbstbewusstsein, Existenz in einer höheren sozio-ökonomischen Klasse
oo  mit Dicksein werden Schwäche, Faulheit und Armut verbunden (S.59)

-- die Werbung für Fitnessstudios propagiert mit Plakaten durchgestylte und "vollkommene" Körper und die "Frauenzeitschriften" machen mit und propagieren nichct nur Fitnessstudios, sondern auch teure Diäten

Die [rassistisch geprägten] Medien [in den "USA"]:
-- Frauen in Serien sind meist schlank, blond, blauäugig, wie Barbiepuppen (S.59)
-- Pornostars sind blond und schlank
-- das Ideal der rassistisch geprägten Medien in den "USA" sind "zahnstocherdünne Schenkel und üppige Brüste, einen stahlharten Hintern und flache, feste Bäuche" (S.60)

-- die Werbung in den rassistisch geprägten "USA" und in Europa behauptet immer wieder, dass Fett eine "Sünde" sei, z.B. in der Formulierung "sündhaft sahnig", "Genuss ohne Reue"

->> die Gefährdeten interpretieren die Formulierungen auf ihre Weise destruktiv (S.282)

-- die kapitalistische [männlich-weiss-rassistisch geprägte] Welt [der "USA"] preist die Oberfläche am Körper, was sogar als "erwachsen" gilt: So entsteht ein Körperdenken und die Essstörungen, und das Denkvermögen geht verloren (S.158).


Beurteilung der Ärzte: Die Schul-"Medizin" nimmt die Patientinnen nicht ernst

Die "Ärzte" urteilen:
-- "chronisch" krank
-- "hoffnungsloser Fall" (S.9)
-- "Wahnvorstellungen"
-- "invalid" (S.10)
->> ist alles falsch (S.10).

-- die "magische Grenze" zur Diagnose der Krankheit sind 5 Jahre Essstörung
-- die Schulmedizin verweist die Essgestörten in eine "Station für Essstörungen" (S.97)

-- Essstörungen werden abgetan als "Ausdruck von Eitelkeit, von Unreife, als Neurose"
-- Essstörungen seien eine "Phase", seien behandelbar mit ein paar Therapiestunden, Medikamenten und Streicheleinheiten, oder

-- Essstörungen bekämen nur "Geistesgestörte und Neurotiker" mit unheilbar krankem Hirn, so werden alle Essgestörten zu "hoffnungslosen Fällen" (S.12).

Die essgestörte Marya hat gemäss den schul-"medizinischen" Ärzten ein "magisches Denken":
o  "eine Disposition, die das Metaphorische [übertragene Bedeutungen] als Faktum definiert"
o  bei Marya wird die Neigung festgestellt, Objekten "primitive, magische Kräfte" zuzuweisen (S.29).

Beurteilung der Ärzte: Ess- und Brechsucht / Bulimie wird verharmlost
Die Bulimie wird als weniger gefährlich eingeschätzt als die Magersucht, denn mit den Fressattacken werden die Betroffenen so eingeschätzt, dass sie der "Versuchung des Fleisches" nachgeben würden, wie bei Gelagen (S.176).

Es gilt für die ganze Zeit einer Bulimie nicht als vornehm, sich Finger in die Kehle zu stecken, und solche Patientinnen haben einen schweren Stand bei den "Ärzten" (S.177).

Beurteilung der Ärzte: Psychologen
Anorexie / Magersucht durch Appetitlosigkeit entsteht bei folgenden Bedingungen:

o wenn Essen ist in der Familie ein Hauptthema ist und wenn die Eltern eine schwere Persönlichkeitsstörung haben

o  wenn Essen das Hauptthema der Familie ist, und  wenn bei einem oder bei beiden Elternteilen eine schwere Persönlichkeitsstörung vorliegt (S.32)

Die Faktoren in Richtung Bulimie im Fall Marya

o dauernd Streit zwischen Vater und Mutter (S.32), so dass die 3-4 Jahre alte Tochter zum Bindeglied der Eltern wird

o Marya wird zum einzigen Thema, wo sich die Eltern jeweils einig sind (S.33)

o  Marya ist als Einzelkind der ganze Stolz der Familie, und das Einzelkind kann sie die Familie leicht manipulieren, und das Einzelkind ist auch immer der erste Fokus bei Streitereien (S.33)

o  Marya ist gleichzeitig neugierig, wie weit sie mit ihren eigenen Manipulationen gehen kann (S.34)

o  Marya hat zusätzlich noch eine Schizophrenie der Ansprüche der Eltern zu verkraften: Der Vater will, dass die Tochter ein Kind bleibt, die Mutter aber will, dass die Tochter sich schon als Kind wie eine Erwachsene aufführt (S.35)

o  Marya bekommt auch noch Masochismus als Vorbild vorgesetzt: Der Vater nennt sich Mr.Schwein, die Mutter Dr.Schwein, und die Tochter wird "Schwein" genannt, so dass sich eine negative Konnotation über den Körper einprägt (S.32)

o  Marya schärft sich ein, kein "Schwein" mehr sein zu wollen und will nur noch ein Skelett sein (S.35).

Strategien, Ausflüchte und Heilungsmöglichkeiten

-- die Eltern von Marya glauben, die Essstörung werde sich von allein regeln (S.29)

-- Essstörungen können nicht einfach überwunden werden (S.14)

-- Erfolgsdenken produziert bei Magersucht Workaholic-Frauen mit spindeldürren Körpern, dabei ist der "dünne Körper" der einzige "Erfolg" im Leben (S.29)




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2.
Der Ausbruch der Fress- und Brechsucht / Bulimie: Erstes Stadium in der  Grundschule

Krankheitsverlauf: Anzeichen in der Schule
-- der erste Krankheitsverlauft geht oft unbemerkt in eine Magersucht über, und oft wird sogar erst beim Tod der Betroffenen die Magersucht öffentlich bekannt (S.8)

-- Selbsteinschränkung: 1 Becher Jogurt täglich und alle 15 Minuten eine Zigarette ist die Selbstbestätigung der Selbstkontrolle

-- die Essstörung gibt einen Lebensinhalt, der die Betroffene vor der Umwelt abhält, die nur noch "böse" erscheint (S.30)

-- die essgestörten Mädchen sind in Gruppen und teilen sich selbst nach "Schlankheitsgrad" ein, sich selbst findet man dabei immer als "zu dick" (S.26)

-- die Mädchen geben sich selber Ohrfeigen, wenn sie sich fett und hässlich halten (S.22).


Krankheitsverlauf: Beginn
-- die betroffenen Mädchen, die dem Psychoterror zu Hause ausgesetzt sind, haben die Neugier, das Kotzen auszuprobieren; diese Neugier wird zum Verhängnis (S.17)

-- die Literatur über Essstörungen warnt nicht vor lebenslänglichen Folgen von Essstörungen, und so ist die Hemmschwelle, das "Kotzen" auszuprobieren, niedriger, als wenn richtig gewarnt würde (S.56)

-- die Logik lässt dann keine anderen Handlungen mehr zu und man hungert lieber, statt vor anderen das Fehlverhalten des Hungerns zuzugeben und sich zu verändern

-- damit wird eine "Umwelt" betreten, wo alle Werte umgekehrt sind, denn die Logik der essgestörten Person hält an der verkehrten Welt fest

-- der "böse Mann" der Frauenträume ist die Betroffene selbst geworden (S.18).

Weitere Faktoren zum Beginn der Krankheit: "Reinheitsgefühl" als schlanke Person...
-- die Chaos-Situation führt zur Flucht ins kompensative Fressen (S.53-54)

->> Gewichtszunahme
->> die Angewohnheit, sich im Spiegel anzuschauen, bleibt
->> Marya will das Hineingestopfte wieder herausholen

->> durch das Kotzen kommt ein neues "Reinheitsgefühl" zustande
->> das Kotzen wird zum Geheimnis, das zum "Kameraden" wird (S.54)
->> Marya spielt häufig das Gedankenspiel, ob sie überhaupt existiert oder nicht, weil es ja nicht bemerkt wird, dass sie für einen Moment ganz zum Kotzen verschwindet (S.55)

-- Kotzen befreit vom Völlegefühl, aber der Wunsch zu essen bleibt, so dass ein Rhythmus entsteht (S.255)

-- Bulimikerinnen können aber auffallen, wenn sie durch ihr Erbrechen ganze Abflusssysteme verstopfen [bei Toilette auch?] (S.288)

Krankheitsverlauf: Der Beschluss, brechsüchtig zu werden - Models als Vorbild - Oberschenkelvergleiche
Marya entschliesst sich mit ca. 9 Jahren, magersüchtig zu werden, ohne Wissen um die lebenslänglichen Folgen:
-- jedes Kotzen macht zuerst glücklich
-- dann kommt die psychische Instabilität, Reizbarkeit und schwankende Schulleistungen
-- dann entwickelt sich ein absoluter Streit mit den Eltern (S.56)

-- Marya nimmt Models der Pubertätszeitschriften zum Vorbild, nun stimmt an ihrem Körper nichts mehr:
o  die Oberschenkel sollen sich an den Innenseiten nicht mehr berühren
o  der Hintern muss weg (S.57)

-- Essgestörte vergleichen dauernd Oberschenkel, das ganze Leben lang
-- die Essgestörten weinen z.T., weil sie gegessen haben (S.114)

-- Marya kotzt auch auf dem Schulweg neben eine Baumgruppe unter das Laub (S.58)
-- die Toilette ist für Essgestörte die Sicherheit im Leben, das unbemerkte Kotzen zu ermöglichen (S.142)
-- die "Bürde des Gewichts" wird zum Hauptgedanken (S.59).

Krankheitsverlauf: Der Terror der anderen Mädchen in der Schule - die Aussenseiterin bei Bulimie
-- die Schulmädchen vergleichen auf Schultoiletten ihre Oberschenkel, und es werden "vollkommene" und hässliche Körper definiert, Marya hat keine Chance (S.60)
-- alle Mädchen, die "zu dick" sind, bekommen eine Sonderrolle (S.60), so dass Marya sich z.B. als zu viel vorkommt (S.61)
-- die Schulmädchen betreiben Maniküre z.T. schon mit 11 Jahren (S.61)

-- die Eltern von Marya  verweigern jede Anpassung an die anderen Familien der Schulkolleginnen: keine Mikrowelle, kein Video, keine goldene Rahmen um zweitklassige Bilder, keine Sofas, kein Sportwagen, keine teuren Kleider [dafür Theater auf der Bühne und zu Hause...] (S.61)

-- Maryas Kotzereien auf dem Schul-WC stempeln sie erst recht zur Aussenseiterin (S.61)

Faktor Prüderie gegen jegliches Gespräch über Sexualität
-- die Familie schweigt über alles Körperliche, und das Mädchen entwickelt ein Misstrauen gegenüber dem eigenen Körper (S.23)
-- die erste körperliche Entwicklung tritt bei Mareya mit 8 Jahren ein, völlig unvorbereitet und ohne elterliche Gespräche (S.51)

-- das Vorwölben der Brustwarzen ist ein Schock für Marya, sie bezeichnet es als "Krebs"
-- der Körper tut bei Marya, was er will, und die unvorbereitete Marya empfindet ihn als Feind (S.53)

-- Marya meint von sich, sie werde ein "Elefant" und entwickelt einen Hass auf ihren Körper (S.51)
-- Sex und Kinder bekommen ist absolutes Tabuthema, Marya empfindet Kindergespräche darüber als schmutzig (S.52)

-- die Eltern klären nie auf, sondern verbieten die Gossensprache, die sich Marya in Gesprächen über Körper und Sex angeeignet hat (S.52)

-- die Periode wird mit Schrecken und Ekel erwartet (S.61)

-- die Mutter beantwortet Briefe von Marya mit Fragen zum Körper nicht, nur der Vater reagiert, aber er reagiert mit Wut, dass die Briefe nicht an ihn geschrieben sind, und er meidet in der Folge die fragende Tochter! (S.62)

-- die Tochter Marya muss ihre Eltern zwingen, ihr einene BH zu kaufen

-- die Tampons muss sie an sich selber ausprobieren, ohne Anleitung der Mutter (S.62)

-- Marya, 10 Jahre alt, verschweigt der Mutter ein Jahr die Periode

-- Marya meint, sie sei nun bald erwachsen, so dass die Periode positiv bewertet wird, die Mutter aber - so erfährt Marya später, bewertet die Periode nur als "Ärgernis" (S.63)

-- als Marya kein Geld mehr hat, Tampons zu kaufen, ist die Mutter knausrig mit Binden, so dass die Tochter in der Schule unerwartet eine rote Hose bekommt: Die Grundschule aber ist genau so verklemmt, denn die Grundschule hat keine Binden, weil es ja eine "Grundschule" ist - da muss der Vater die Tochter zum Arzt bringen: Es wird vorgetäuscht, Marya habe eine Krankheit...

->> Marya entwickelt aus diesen Erlebnissen der Verklemmtheit eine totale Rebellion gegen Eltern und Schule gleichzeitig (S.63).

Krankheitsverlauf: Die Eltern bleiben instabil - die Tochter wird instabil
-- die Eltern entwickeln keine Stabilität

->> absolute Schwankungen bei Marya mit Wutanfällen und Heulkrämpfen
->> das Fress-Brech-Verhalten spielt sich täglich ein, eine volle Bulimie / Bulimia nervosa (S.64)

Die weitere Prüderie der Umgebung
-- Marya hat mit 11 Jahren einen voll entwickelten Körper, die Buben der Schule necken sie wegen ihres Busens (S.64-65)

->> Marya entwickelt Aversionen gegen Buben (S.65)
->> die Frühreife macht allgemein unglücklich und gibt Marya ein allgemein negatives Körpergefühl: Der Körper sei "falsch", denkt Marya (S.66)

-- ein reifer Frauenkörper wird in der [weiss-rassistisch geprägten und verklemmten] Gesellschaft [der "USA"] oft mit Begierde gleichgesetzt, so dass die körperliche Entwicklung Marya zusätzlich Vorurteile auf sich zieht (S.66)

Das Chaos in der Familie: Überreaktionen und Entwicklung von Hypersensibilität
In gestörten Familienverhältnissen bilden sich Überreaktionen heraus:
-- Abhängigkeit wird als Sklaverei empfunden
-- Intimität wird als Verletzung der Integrität empfunden
-- Sexualität wird als Kontrollverlust über Begierden angesehen, im Gegensatz zum Hunger, der kontrollierbar ist  (S.68).

Prüderie und Überforderung von Marya durch ihren voll entwickelten Körper
-- Marya kann ohne Wissen ihren Körper kaum noch kontrollieren, der Körper ist für Marya zu viel
-- die Eltern bleiben stumm und sind auch verärgert über die Frühreife ihrer Tochter!
-- die Eltern lassen die wenige Nähe, die in der Familie war, nun auch noch verschwinden (S.67)
->> für Marya ist der Körper schuld, dass alle Geborgenheit in der Familie verloren geht (S.68).

plus:
-- Marya entwickelt Berufsträume (S.68): Marya entwickelt die eigene Intellektualität und will alles gleichzeitig werden (S.68-69)
-- der Internat-Wunsch wird verweigert
-- ab 12 Jahren blendet Marya die Kommunikation mit den Eltern aus und zieht sich auch von den Freundinnen zurück
-- Marya schaltet erste Fastentage ein, um Macht über den Hunger zu erlangen
-- Marya hat starke heimliche Fressanfälle, Ängste und Gebete (S.70).

Drogenkonsum bei Bulimie - Drogen und Sex kombiniert
30-50 % der Essgestörten mit Bulimia nervosa / Fress-Brechsucht nehmen regelmässig Drogen zur Betäubung der Auswirkungen, u.a. auch Valium, Stilnox und Dalmadorm gegen Schlaflosigkeit (S.88).

Generell: Kombination von Sexsucht und extremen Gewichtssorgen
-- Leute mit extremen Gewichtssorgen haben oft eine Sexsucht
-- Fett sein ist ein "verschlingendes Gefühl", vor dem sich psychisch Geschädigte kaum wehren kann (S.90).

Medizinisch feststellbare Nachwirkungen des Erbrechens
-- Ansammlung von Flüssigkeit: Ödeme an Händen und Beinen
-- Störungen im Elektrolythaushalt:
oo  allgemeine Schwächeanfälle
oo  Verwirrung
oo  Gedächtnisverlust
oo  Denkstörungen
oo  emotionale Labilität (S.71).

-- Ess-Brechsüchtige / bulimische Menschen haben in der Kehle vom dauernden Erbrechen eine wunde Stelle (S.96). Um das Erbrechen auszulösen, müssen die Finger den Kotzpunkt finden, und manchmal ist es zu hastig und man verletzt sich am Gaumen mit den Fingernägeln (S.130)

-- es bilden sich Abschürfungen an der Hand, die zum Kotzen benutzt wird: Wenn die Finger in den Hals gesteckt werden, um das Kotzen auszulösen, kommt es zu Abschürfungen am jeweiligen Handrücken oder an den Knöcheln bis zur Narbenbildung (S.76).

-- die Fress-Brechsucht / Bulimie ist für die Betroffenen trotz aller Einschränkungen und Schmerzen aber kein Problem, weil der Anspruch, nicht zuzunehmen, erfüllt wird (S.82)

-- die Bulimie wird von vielen Verantwortlichen als harmlos eingestuft, weil dabei kaum Gewichtsabnahme erfolgt (S.155).

Die Ängste von Teenie-Mädchen
-- um Buben
-- um die Schule
-- um die Zukunft
-- um Sex
-- um den Körper
-- um das Leben (S.71).

Prüderie: Der Wachstumsschub von Marya zwischen 12 und 14 wird von den Eltern gefürchtet!
-- der Wachstumsschub wird von Marya begrüsst
-- Marya spielt mit Make-up
-- die Entwicklung wird von den Eltern angstvoll beobachtet

->> Marya versteht die Welt nicht mehr, denn die Eltern wollen die Tochter nicht mehr ansehen, plötzlich sind die Eltern gegen Make-up [das doch im Theater üblich war!] (S.72)

-- Marya wünscht, endlich erwachsen zu sein, um anerkannt zu werden
-- ab 13 kotzt Marya 2-3 Mal täglich (S.73).

Prüderie: Vermischung von Prüderie mit Kirchen- und Religionsritualen
-- die Prüderie in Kombination mit Kirchenritualen begünstigt das Schaffen einer eigenen privaten Hölle
-- die Freunde gehen alle verloren, weil diese nicht in diese Hölle wollen (S.74).

Krankheitsverlauf ab 13: Die Essstörung übernimmt die Herrschaft
Die Bulimie / Fress-Brechsucht diktiert das Leben von Marya (S.74). Der Gedanke an "Fett" diktiert das Leben von Marya (S.75).

Das heisst:
Zuerst ist die Essstörung ein Zeichen der Kontrolle über den Hunger. Dann behält Marya diesen Glauben bei, ohne zu merken, wann die Essstörung sie zu regieren beginnt. Die Vorgänge sind gleich wie beim Alkohol-Missbrauch (S.75).

Generell: Die Tricks zur Organisation einer Brechsucht / Bulimie
-- das Essen muss wieder raus, bevor es verdaut ist (S.75)

-- Essgestörte essen die Lebensmittel in einer ganz bestimmten Reihenfolge und benutzen "Markierungs-Lebensmittel": Die Essgestörten essen die Lebensmittel mit kräftiger Farbe zuerst und merken sich genau, was sie gegessen haben. Beim Kotzen wissen sie dann an der Farbe, wann alles draussen ist (S.75-76)

-- nach dem Kotzen ist die Essgestörte glücklich (S.76).

Prüderie: Beziehungsverbote
Die schwer verhaltensgestörten Eltern missbilligen im Fall von Marya auch Teenie-Freundschaften. Sie lassen sie nur widerwillig zu (S.76).

Krankheitsverlauf: Jeder Spruch über das Zunehmen verstärkt den Komplex
Die Lehrerin macht einen negativen Spruch über das Zunehmen durch fettige Lebensmittel: "eine Sekunde auf der Zunge, für immer auf den Hüften." Bei Marya verstärkt sich der Fett-Komplex (S.77).

Medizinische Krankheitssymptome bei Essstörungen
-- Schwindelanfälle, Turnunterricht nicht mehr möglich
-- Entwicklung von Verkrampfungen mit faustgrossen Knoten am Rücken
-- Kopfschmerz, oder
-- Rückenschmerz, oder
-- Atembeschwerden, oder
-- Bauchkrämpfe, oder
-- Übelkeit, oder
-- Muskelschmerzen, oder
-- Gelenkschmerzen (S.78).

Der Gefühlsstau bei Essstörungen - die Entwicklung von Schizophrenie und Sucht

Zitat Marya Hornbacher:
"Die Gefühle sind es, die den Körper von innen heraus zu sprengen drohen." (S.78)

Das Erbrechen ist für die Betroffene der einzige Weg, um mit den Ängsten klar zu kommen.

Insgesamt gleitet Marya in eine Schizophrenie:
--  das Erbrechen soll erlösen: Hoffnung
--  Marya weiss aber gleichzeitig, dass das die Essstörung den Tod bedeuten kann (S.79).

Die Essstörung wird zur Sucht, emotional und körperlich (S.79).

Medidizinische Folgen: Platzen der Blutgefässe der Augen - Trennung von Körper und Seele
Beim Erbrechen platzen Marya die Blutgefässe der Augen und das Blut sammelt sich im Auge in der unteren Hälfte. Es kommt zum Schockerlebnis (S.78), das bei Marya die Trennung des Empfindens von Körper und Seele vollendet (S.79).

Krankheitsverlauf: Instabile, unberechenbare Eltern destabilisieren zusätzlich
-- im Alter von 13-15 sind Maryas Eltern unberechenbar ->> Destabilisierung
-- die Mutter ist selber Workaholic, flüchtet so vor der Familie ->> Destabilisierung

-- zwischen Mutter und Vater herrscht Dauerstreit. Anders ausgedrückt: Streit wird als Spannungsabbau benutzt, und es werden diverse Sachbeschädigungen vor dem Kind begangen

-- der Streit ist das einzige Gemeinsame der Familienmitglieder, ist auch Selbstbestätigung (S.80) und eine Versicherung, dass man sich nicht verlässt (S.80-81)

-- gegen aussen geben alle drei Familienmitglieder immer noch das Bild einer "vollkommenen Familie" ab (S.81)

-- die Mutter lacht die Ängste der Tochter aus

-- der Sarkasmus der Mutter ist aber nie Thema, und die fehlgeleiteten emotionalen Bedürfnisse des Vaters auch nie, seine grundlosen Wutausbrüche werden auch nie thematisiert

-- nur die Defizite der Tochter sind Thema: Die Tochter ist ein "Problem", die Eltern nicht. Die Eltern sehen sich nie als Täter, und die Essstörung bleibt weiter unentdeckt (S.81).

Der Gipfel: Die Beleidigung der Mutter, Marya sei eine "Nutte"
Die Mutter bezeichnet Marya öfters vorwurfsvoll als"Nutte", so wie sie "aussehe" (S.82).



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3.
Der Beschluss zur Magersucht / Anorexie: Magersucht ist perfekter und "billiger"

Krankheitsverlauf: Beschluss, gar nichts mehr zu essen / Beschluss zur Magersucht

Eines Tages fasst Marya den Beschluss, das Fressen abzuschaffen und gar nichts mehr zu essen (S.82).

Schlank sein heisst für Marya Erfolg haben (S.102). Marya glaubt, mit Schlankheit und Magersucht ihre psychischen Schädigungen zu heilen [die sie durch die weiss-rassistischen Medien in den "USA" und durch die instabiloen Eltern erhalten hat] (S.102).

Schlank ist "in", bzw. für eine Mollige wie Marya heisst die Logik: "Eine dünne Frau kann alles haben" und eine mollige Frau bekommt nichts (S.98).

[Hier ist auch eine intellektuelle Schwäche zu sehen: Marya merkt nicht, dass sie durchaus zu allem fähig ist, was eine Frau tun kann. Marya gelingt es nicht, eine neutrale Logik erreichen, wie viele Bulimische oder Magersüchtige].

Die in ihrer Familie übliche Bezeichnung "Schwein" verwendet Marya nun gegen sich selbst und prägt ihr Denken: Die Formulierung "Schwein" wird als Stimulans angewandt, das masochistische Abnehmen zu unterstützen (S.89).

Krankheitsverlauf: Der Faktor Neugier spielt auch beim Beschluss zur Magersucht eine Rolle
Für die essgestörten Mädchen ist die Neugier mitentscheidend, um zu erfahren, wie die Umwelt bei massiver Gewichtsabnahme reagieren wird. Die Betroffene Marya geht aber noch weiter: Sie will auf masochistische Art und Weise herausfinden, was die Welt macht, wenn sich Marya zerstören will: Zitat:

"dass ich [...] einfach auch sehen wollte, was passieren würde."

->> dies wird so lange gehen, bis die Neugier gestillt ist (S.237)
->> es ist im Nachhinein gesehen ein "infantiles, feiges Spielchen" (S.311).

Krankheitsverlauf: Blinde Terror-Eltern - lügende Marya
-- die Eltern der 13-jährigen Marya denken nicht an Fress-Brechsucht / Bulimie (S.82)
-- Marya wird zur talentierten Lügnerin und kann insgeheim immer den Erfolg ihrer Lügen feiern (S.82)

-- der Vater respektiert die Privatsphäre der Tochter nicht, spioniert in Schubladen, liest Briefe, zeigt ein Boss-Verhalten. So ist die Bulimie das einzige, was der Tochter für sich bleibt (S.82-83).

Der Vater begeht mit seiner Spionage einen "emotionalen Inzest" (S.83).

Generell: Kinder von Terror-Eltern entwickeln keine Eigenständigkeit - die Tendenz zur Magersucht bei Kindern mit Terror-Eltern
-- Kinder von Terror-Eltern entwickeln so grosse Selbstzweifel, dass keine Eigenständigkeit zustandekommt, sondern die Einschätzung ist immer abhängig von äusseren Belohnungen und von der Einschätzung anderer

-- es kann sich bei solchen Betroffenen keine eigene seelische Atmung entwickeln

-- solche von Terror-Eltern betroffenen Kinder entwickeln später  den Wunsch nach eigener Macht, nach Unabhängigkeit, nach Autonomie, und dieser Wunsch wird eventuell mit  Bulimie / Fress-Brechsucht befriedigt (S.83)

-- die Nahrung wird dabei zum Sinnbild für den Zugang zu Gedanken und zum Herz, und diesen Zugang will man alleine kontrollieren

-- wenn die Eltern auch noch kontrollieren und zensieren, verstärkt sich dieser Wunsch (S.84).

-- die Magersucht bzw. der Beschluss zu hungern ist die Idee der Betroffenen, so Unabhängigkeit zu erlangen, Freiheit, Rettung und Identität zu entwickeln

-- die Ess-Brechsucht ist nicht perfekt genug: Marya will nicht mehr fressen und brechen müssen [sie will gar nichts mehr] (S.84).

Krankheitsverlauf: Maryas Einstimmung zur bevorstehenden Magersucht / Anorexie
-- Marya macht Planspiele, wie man eine Magersucht realisieren kann und wie man sich dabei verhalten muss (S.84)
-- Marya kneift sich die Fleischpartien, die es wegzuhungern gilt
-- Marya macht geistige Übungen zur Vorbereitung, gar nichts mehr zu essen: "Morgen kein Essen. Gar keins." (S.89)
-- der Schmerz des Hungers ist für Marya ein gutes Zeichen... (S.89)

Krankheitsverlauf: Das Zwischenstadium der Bulimarexie
Es entsteht zuerst ein Zustand im dauernden nahtlosen Wechsel im Hin und Her zwischen Ess-Brechsucht und Magersucht (S.84), denn bei Marya hört die Sucht nach Fressen nicht vom einen Tag auf den andern auf (S.85).

Medizinisches Krankheitsbild bei Magersucht
-- Magersüchtige erleben häufige Blackouts mit Stille wie der Tod

-- es tritt oft eine innere Stimme auf, die v.a. das Wort "dünner" sagt. Zitat Hornbacher:

"Du musst dünn werden" (S.85).

-- die Adrenalinausschüttung bei Magersucht bewirkt zuerst Lebendigkeit, erhöhten Antrieb, Schlaflosigkeit, erhöhten Ehrgeiz, macht aber süchtig (S.124)

-- die Essgestörten können oft nur 3 Stunden täglich schlafen, und das auch nur im Halbschlaf (S.283)

-- am Anfang kommt es zu erhöhter Intensität des Erlebens: Alles schmeckt und riecht intensiver, der Tastsinn ist sensibler

-- die Essstörung gibt ein Gefühl der Macht, ohne zu merken, dass man von den neuen Gefühlen abhängig wird (S.125)

-- die Macht, die Natur zu besiegen, macht süchtig (S.142)

-- das Hochgefühl am Anfang will immer wieder erreicht werden, braucht aber immer länger (S.125).

Das medizinische Krankheitsbild allein schon durch Fettverzicht
Fettarme Ernährung allein provoziert bei ansonsten normalen Kalorienzahlen schon häufiger als sonst gewisse Symptome:
-- Depression
-- Angstzustände
-- Stimmungsschwankungen
-- Konzentrationsstörungen
-- Kommunikationsschwierigkeiten
-- solche Leute produzieren häufiger Autounfälle (S.283).

Krankheitsverlauf: Marya ist mit 14 Jahren eine hochbegabte Rebellin - Promiskuität - und Drogen
Marya zeigt [durch die dauernde Nicht-Akzeptanz der Umwelt] ein absolut rebellisches Verhalten gegen die Welt mit  Ausreissen, Schreien, Zusammenbrüche, Drogen, und die Eltern ahnen nichts (S.90).

Gleichzeitig spielt Marya trotz aller Handicaps mit 13 und 14 Jahren immer noch Theater-Hauptrollen und gewinnt Literaturpreise (S.103).

Der Bestätigungsdrang des Körpers meldet sich in anderer Weise zu Wort:

-- Bumsen mit Jungs wird zum Hobby, das Bumsen ist die Abwechslung zum Kotzen
-- Alkoholkonsum in der Schule, der Alkohol ist in Mineralwasserflaschen abgefüllt, z.B. Wodka, so dass es niemand merkt
-- der Schmollmund wird dazu eingesetzt, um Drogen gratis zu bekommen

-- die Ess-Fresssucht wird nebensächlich, das Essen wird als "kindisch" abgetan (S.86)
-- die Schulleistungen sinken, Marya fliegt aus dem Förderprogramm, die Eltern und die LehrerInnen fragen sich, wieso Marya ihr "Potential" nicht ausschöpft, Marya selbst ist es egal

-- Marya entwickelt die Angewohnheit, im Toilettenraum zu essen, um das Essen dann gleich wieder auszukotzen
-- der Drogenkonsum steigert sich bis zum Kokain (S.87)

-- es sind so viele Jungs, mit denen sie Sex hat, dass sie sich nicht mehr an die Namen erinnert (S.88)
-- Marya schläft immer mit einem Dealer, um im Austausch für sexuelle Dienste gratis an Drogen zu kommen (S.92)

Sex ist Mittel zur Selbstbestätigung bei Magersüchtigen

Die seelischen Verletzungen, Schmusereien und der Sex sind für Marya der Beweis, dass sie existiert (S.88). Sex wird zum Bestätigungsritual des Daseins, und: Zitat Hornbacher:

"Sex ist wie das Fressen der Versuch, die Leere zu füllen."

[Diese Zusammenhänge gelten oft auch für karrieresüchtige "Pop-Stars" und "Sternchen"...]

Sex ist bei Ess-Brechsüchtigen häufiger als normal, denn: Zitat Hornbacher:

"Sex lindert die schreckliche Angst und schafft Nähe zu einem anderen Menschen"

Sex bei Ess-Brechsüchtigen kann zur Sucht werden, so dass die eigene Identität mit der des Partners verschwimmt, bis zum zeitweiligen Identitätsverlust, bis zur Fragmentierung des Körpers (S.89)

"Medizinische" Beurteilung durch Ärzte: Die "Psychiater" tappen ins Leere
-- Marya geht nur deswegen gern zum Psychiater, weil dann die Schule ausfällt (S.93)
-- die Notizen, die sich der Psychiater macht, sind für Marya absolut sinnlos und lösen die Probleme nicht (S.95)

-- die Betroffene meint, Essstörung, Drogen und Sexsucht seien "keine grosse Sache" (S.96)
-- Marya gerät an einen passiven Versager-Psychiater, der von den Eltern von Marya nur das Geld kassiert (S.97)

Krankheitsverlauf: Verrat und Belohnung: Die Kranke steht im Zentrum
Eine Schulfreundin verrät Maryas Ess-Brechsucht .
->> Jetzt steht Marya im Zentrum des Interesses, das, was sie sich immer gewünscht hat (S.98).

Krankheitsverlauf: Die Eltern nehmen Marya nicht ernst!
Marya erzählt den Eltern von der Essstörung, wobei Marya gleichzeitig annimmt, sie werde von den Eltern nicht ernst genommen. Die Eltern nehmen Maryas Erzählungen über ihre Essstörung dann auch tatsächlich nicht ernst, und Marya hat richtig spekuliert (S.98).

Krankheitsverlauf: Marya geht Pleite - kaum Gewichtsabnahme - endgültiger Beschluss zur Magersucht
-- das ganze Taschengeld geht für die Fress-Brechsucht drauf, weil sie immer wieder Esswaren selbst kaufen muss, und es erfolgt kaum Abmagerung
-- der Körperumfang bleibt!
->> eine Magersucht / Anorexie ist für Marya billiger und wird nun zu einem unbedingten Ziel (S.99).

Medizinische Symptome der Magersucht
-- häufige Ohnmachten in der Schule und dauernd Lügen, es sei nur eine Grippe oder ähnliche Erklärungen
-- schlimme Erkältung, Bronchitis (S.99)

Krankheitsverlauf: Sexsucht und Begierde-Ersatz: Lebensmittel als Dildo etc.
-- Marya hat viele Jungs
-- Telefonsex bis tief in die Nacht
-- Aufrisse im Kino (S.99)

[als Kompensation dafür, dass sie nie richtig verstanden wird].

Es entwickelt sich auch ein Begierde-Ersatz: Die Nahrung selbst wird zum "Objekt der Begierde", ist Ersatzbefriedigung, z.B. ein angebrochener Apfel, bei dem das Fruchtfleisch beleckt wird, wie wenn man Sex mit dem Apfel hätte.

Bei Bulimie / Ess-Brechsucht wird der Mechanismus hinein - hinaus ohne Ende zelebriert (S.173). Für Marya ist die ganze "Kultur" bulimisch: Völlerei und Erbrechen wechseln sich dauernd ab (S.177)

[bei den gesunden Menschen erfolgt das Erbrechen einfach über die Geschlechtsorgane...].

Pubertät: Machtgefühl der Mädchen über Jungs
Die 14 Jahre alten Mädchen haben die Vorstellung, durch die Beherrschung von Penissen und durch arrogante, weibliche Gesten die Männerkörper und die Bedürfnisse der Männer zu beherrschen und zu kontrollieren (S.100)

->> die Mädchen meinen, Sex gebe ihnen Macht über die Männer
->> der Sex löscht bei der Frau den weiblichen Geist aus, der durch Machtgier ersetzt wird (S.101).

Krankheitsverlauf: Motivation zur Magersucht: Die Magersucht führt zuerst zum Sexrausch durch eine schlankere Figur
-- der Gewichtsverlust und die schlankere Figur hat zur Folge, dass die Magersüchtige für Männer noch attraktiver wird
-- der Gewichtsverlust und die schlankere Figur steigert sich bei der Betroffenen zu einem absoluten Machtgefühl: Zitat Hornbacher:

"Ich hatte die Vorstellung, dass meine Macht über sie [die Männer] proportional zu meinem Gewichtsverlust ansteigen würde." (S.102)

Generell: Die Motivation zur Magersucht und die Extremisierung des Lebens

Marya entwickelt bis zum Alter von 15 Jahren einen Willen, der stärker als der Körper ist: kein Essen, kein Sex, keine Berührungen, kein Schlaf, Kokain gegen Schlaf, denn Schlaf gilt als Schwäche (S.103).

Die Schlaflosigkeit führt zu Manie und rasenden Gedanken und Angstzuständen, z.B. vor Dunkelheit, Warten auf den "Mann mit dem Messer" etc. (S.103).

Gesund zu werden bzw. den eigenen Körper anzunehmen und gesund zhu pflegen gilt für Marya als Schwäche (S.168).



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4.
Krankheitsverlauf: Internat Interlochen beschleunigt die Magersucht

Da die Situation für die dummen Eltern unbeherrschbar wird, erlauben sie Marya ein Internat. Sie kommt ins Internatz Interlochen mit insgesamt 350 Jugendlichen (S.136).

Faktor Prüderie im Internat - Krankheitsverlauf im Internat: Die Stimulation zur Magersucht nimmt zu statt ab
Die Situation für Marya ändert sich im Internat gegenüber vorher kaum. Im Internat gilt Sexverbot. Wenn Besuch auf dem Zimmer ist, muss die Türe offen sein. Wer beim Sex im Internat erwischt wird, muss das Internat verlassen (S.153).

Marya verliert den ganzen Freundeskreis von zu Hause (S.106). Zusätzlich haben viele Mädchen im Internat den Traum vom Abnehmen und träumen von den Komplimenten, wenn sie schlank sein werden (S.105). Die Mädchen träumen vom Schlanksein, denn Schlanksein soll eine neue Frau aus einem machen. Der Traum von "langen Beinen" ist der "amerikanische Traum", der Traum, eine "Superfrau" zu werden für einen Typ wie Ken Barbie (S.109).

Bei Marya entwickelt sich angesichts der fortlaufenden Prüderie und der anderen Mädchen, die auch nur vom Essen reden, eine Blickverhärtung, mit dem gleichzeitigen Gefühl, erwachsen zu werden (S.106). Sie hegt den Wunsch, sich neu zu erschaffen, so dass die Eltern sie nicht wiedererkennen: dunkel, geheimnisvoll, majestätisch, wobei das alte Selbst vernichtet werden muss (S.107). Sie will stolz werden wie eine Katze (S.108).

Marya beschliesst, nicht mehr "niedlich" oder "pummelig" zu sein. Komplimente, sie sei "niedlich", interpretiert sie als negatives Ereignis... (S.108)

Generell: Mädcheninternate in den "USA" als Magersucht-Zentren - die Magersucht-Religion
Internate in den "USA" sind Brutstätten für Essstörungen (S.119). [Die Eltern haben also das Schlimmste für Marya getan, und sie haben blind dem weiss-rassistischen System der "USA" vertraut].

Die Umstände zur Entwicklung der Magersucht-Religion:

-- Toiletten von Mädcheninternaten sind dauernd durch Erbrochenes verstopft (S.120)
-- das Internat in Interlochen ist voller magerer Mädchen (S.121)
-- es gilt das Gerücht, dass man im ersten Jahr durchschnittlich 15 Pfund zunimmt (S.125).

Bei Marya wächst in der Folge die Angst vor ihrem eigenen Hintern, und gemeinsam beschliessen die Mädchen um Marya, sie wollten abnehmen statt zunehmen und entwickeln eine absolute Wachsamkeit gegen das Essen (S.123) wie eine Religion, mit "religiösen Eifer" (S.125).

->> Kauf von Diät-Lebensmitteln und Abführmitteln (S.124)
->> Abführmittel machen abhängig, und man verliert nur Wasser damit, ist sehr gefährlich (S.170).

Wochenlang ist in der Mädchengruppe nur das Essen Thema. Erst später bemerken einige die Sucht und protestieren gegen das ewige Essgerede (S.125).

[Komischerweise merken die jungen Frauen nicht, dass den Männern das Gewicht von Frauen eigentlich nicht so wichtig ist...]

Die Magersucht-Religion und das Wissen um die Wirkungsweisen von Lebensmitteln ohne Fett
Fettlos sind:
-- Zucker
-- Kokain
-- Koffein (S.133-134)
-- Möhren, Senf, Sellerie (S.136)

-- Mais, Reis, Salz (S.137).

Kokain zerfrisst die Nase (S.146). Drogen sind Nahrungsersatz (S.151).

Magersüchtige entwickeln durch die Entwässerung des Körpers eine Salzsucht . Die betroffenen Mädchen streuen unsinnig viel Salz auf die Speisen (S.137).

-- Trauben haben abführende Wirkung (S.161)

-- Koffein kurbelt den Stoffwechsel künstlich an und beschleunigt planmässig die Herzfrequenz (S.168-169)

-- Cornflakes und Körnerfutter kratzen die Kehle beim Kotzen und werden gemieden (S.186).

Der Stolz der Essgestörten auf das Wissen um Nahrungsmittel
-- Essgestörte essen nach ihren eigenen Systemen, die für sie wie ein rettender Gott sind

-- die Ess-Systeme sind tief im Gehirn verankert und gelten als einziges Mittel gegen die Unsicherheit der Existenz gegenüber der Umwelt

-- Essgestörte sind stolz auf ihr Wissen um Nahrungsmittel und verachten alle Ernährungsexperten, die es besser wissen wollen, denn z.B. nicht 2000, sondern 500 Kalorien reichen für das tägliche Leben, so die Essgestörten

-- Essgestörte leben in der Illusion der Allmacht (S.282)

-- Marya ist stolz auf ihre 320 Kalorien täglich, im Wissen, dass 900 Kalorien täglich langfristig schon zum Verhungern führen (S.283)

Beim Erwischtwerden wird einfach die Taktik geändert
Wenn Magersüchtige oder Bulimikerinnen bei einer Essstörung erwischt werden, so ändert man einfach die Taktik und geht zu einer neuen Taktik über: Statt auf Kalorien zu verzichten wird dann z.B. auf Fette verzichtet etc. (S.248)

Krankheitsverlauf Magersucht: Dauerbrechen unter Drogen - Symptome - Sexsucht mit dummen Männern
Das Dauerbrechen nach jeder Mahlzeit führt zu schneller Gewichtsabnahme. Drogen geben den Augen einen seltsamen Schimmer (S.108). Marya pflegt Sex mit Männern, die "dumm wie Stroh" sind, z.B. auf den Rücksitzen in Autos (S.108-109).

Krankheitsverlauf Magersucht: Lügen, Lügen, Lügen - Vaters Diät gegen seinen "Bauch"
Die Eltern bleiben in Lebenslügen verhaftet. So neigt das Kind auch zum Lügen. Zitat Hornbacher:

"Der Geruch der Lüge, der Geruch des Unausgesprochenen." (S.110)

Marya erbricht sich inzwischen 3-4 Mal täglich (S.110), und inzwischen macht auch der Vater Diäten gegen seinen "Bauch" (S.110-111).

Der medizinisch-psychiatrische Zustand bei Magersüchtigen - emotionaler Unterschied zwischen Bulimie und Magersucht / Anorexie
-- Magersüchtige wollen umsorgt werden, und die Wahrheit ist nicht gefragt (S.149)

-- die Bulimie / Fress-Brechsucht ist mit Leidenschaft verbunden, die die Bedürfnisse des Körpers noch erkennt, mit paralleler Entwicklung von Überemotionalität und gleichzeitig Hoffnungslosigkeit (S.111)

-- die Bulimie ist parallel zu sehen zum Hin und Her zwischen Furcht und Begierde: Der überbordende, unbefriedigte Lebenswille steht dem Tod gegenüber (S.112)

-- die Magersucht / Anorexie ist dagegen mit der Illusion verbunden, dem Fleisch und den Gefühlen zu entkommen, mit dem Ziel: Zitat Hornbacher:

>eine "Leerstelle im Spiegel" zu sein (S.111).

[Die pubertäre Betroffene spielt mit der Irrealität, dünner als ein Strich zu werden...].

Krankheitsverlauf Magersucht: Entwicklung von Dauerangst und Wahn
Die Lebenslust verwandelt sich in einen Angstzustand: Der Geist dringt neugierig in dunkle Bereiche vor. Die Tiefe der Phantasie wird zur Bedrohung (S.112).

Eine Magersucht / Anorexie verläuft ohne Leidenschaft. Sie verläuft still, wie ein stilles Verhungern, und die Betroffene geht den Weg, egal, wie schmerzhaft er ist [immer im Kampf um Anerkennung] (S.112).

Marya muss sich in einen Wahn hineinsteigern, damit sie überhaupt beginnen kann, stärker als das Hungergefühl zu werden (S.121).

Medizinisch-psychische Krankheitsentwicklungen bei Magersucht
-- wenn man nicht genug isst, verändern sich die Denkprozesse, so dass sich die Gedanken nur noch ums Essen drehen

-- es ist ein Irrglaube zu denken, Hungern würde nichts verändern ausser das Gewicht: Es bleibt nichts beim alten, und viele Frauen werden Opfer dieses Irrglaubens (S.124)

-- das Schwachwerden vor bestimmten Lebensmitteln muss abtrainiert werden
-- Mahlzeiten werden ausgelassen
-- Marya kommt zum Essen, wenn die anderen schon fertig sind und isst die Krumen auf (S.126)
-- Marya braucht 3 Stunden, um ein Brötchen zu essen, dreht es andauernd in den Händen herum (S.204)
-- Marya seziert Muffins / Mürbeteiggebäck und knabbert dann an den Krümeln herum
-- Marya hechtet am Ende einer Mahlzeit ins Badezimmer (S.10).

Ziel ist: ein neuer Mensch werden mit Askese als Leidenschaft. Das Kotzen der Bulimie soll ein Ende haben, ja, der Körper soll ganz verschwinden, so die Vorstellung der Betroffenen. Dazu ist das brutalste Mittel recht: verhungern. Der Hass auf den Körper wächst dermassen, dass die Liebe zum Essen stirbt (S.127).

Die Logik bei Magersüchtigen:

-- je mehr man abnimmt, desto mehr Sorge macht man sich um das eigene Gewicht (S.127)
-- nur wenn das Gefühl der körperlichen Integrität nie erworben wurde, ist die Magersucht möglich (S.127-128)
-- für Marya wird ihr Körper überflüssig: Der Geist ist nur dann der Herrscher über den Körper, wenn der Körper verschwindet (S.128).

[Dies ist Schwarz-Weiss-Denken, wie es bei Kindern aus Missbrauchs-Familien üblich ist. Marya kommt aus dem psychischen Missbrauch und aus dem psychischen Inzest von zu Hause nicht heraus. Gleichzeitig vollzieht der weiss-rassistische Staat "USA" mit Sexverboten weiterhin den psychischen Inzest im Internat. Marya bemerkt diese Situation nicht, denn eigentlich sollte sie aus dem Internat flüchten...].

Erstes Ziel der Magersucht: 10 kg abnehmen - Flaumentwicklung - weisse Haut
Der Körper entwickelt bei Magersucht eine Art Flaum, "Lanugo", als Reaktion gegen zu niedrige Kalorienzufuhr, um die Körpertemperatur zu erhalten: Maryas Körper bekommt überall einen kleinen Pelz. Sie wirkt bärenhaft (S.128), auch mit Flaum im Gesicht (S.159).

Die Haut von Marya wird total weiss, sie wirkt wie ein Geist (S.128), die Haut ist grau (S.159). Sie wird high von Drogen und vom Aushungern (S.159).

Generell: Die Kalorie als "Antichrist" - Abführmittel
Kalorien sind wie ein "Antichrist", werden nicht mehr als Energiequelle betrachtet (S.128). Abführmittel unterstützen das Abnehmen (S.129).

Internat: Der Fitnessraum der "diätenden Armee"
Die Bewegungen im Takt zur Musik sind ja noch normal (S.138). Im Winter ist der Fitnessraum am Tag aber voller Mädchen, und viele Mädchen sieht man im Internat schrumpfen wie eine "diätende Armee" (S.129).

Marya fängt an, meilenweise Läufe auf dem Flur zu machen (S.129), bis 25 Meilen täglich (S130).

Krankheitsentwicklung Magersucht: Die Auflösung des Körpers und die verkehrte Welt der Gefühle - Wahn
-- die Muskeln lösen sich auf (S.130-131)
-- z.T. kommt es zu einem unerklärlichen Schluchzen in der Nacht

-- es kommt zum absoluten Gefühlsverlust:
o  Qual und Hunger wird als normal empfunden
o  Gesundheit wird als falsch empfunden (S.131)
o  Aufnahme von Nahrung gilt als Schwäche (S.132)

->> Magersüchctige können mit der Magersucht nicht stoppen (S.131)

o  man hält sich so lang wie möglich wach, um viele Kalorien zu verbrennen (S.134)
o  Motto: "Nahrung behindert den eigenen Fortschritt" (S.134).

-- der Bauch bildet eine konkave Höhle zwischen den Beckenknochen (S.132)
-- Haare fallen aus (S.135)
-- am Rücken zeichnen sich die Knochen ab (S.135)

-- Marya hat Phantasien, dass Frauen sich in Luft auflösen, oder dass Frauen beim Spaziergang in Porzellanstaub zerfallen

-- das eigene Denken wird so weit manipuliert, dass alle Gedanken vom Essen ferngehalten werden (S.134).

Krankheitsentwicklung Magersucht: Der Sextrieb lässt nun sehr nach - Abtreiben ist normal - Hass auf Brüste
-- der Sextrieb lässt nun bei Marya stark nach, denn Sex gilt nun als etwas "Unkontrolliertes" und lenkt vom Ziel des Todes ab, weil aus Sex ja Leben entstehen kann

-- die Annahme eines Geliebten gilt als Schwäche, als Zuwendung zur niederen Existenz (S.132)

-- Essgestörte glauben, Selbstverleugnung und Selbstkontrolle sei ein Zeichen moralischer Überlegenheit (S.177)

-- die Essstörung ist für Marya die Bestätigung, dass sie über sich, über ihr Verlangen und ihre Wünsche die völlige Kontrolle hat (S.257)

[Schlussfolgerung:
In diesem Sinn denken Magersüchtige rassistisch und meinen, sie seien eine "höhere Existenz", weil sie die "niederen Triebe" von Hunger und Sex überwunden hätten. Die Hunger-Mädchen verlieren damit jegliche Sozialkompetenz...]

-- Sex und Marihuana machen immer hungrig ->> also werden Sex und Marihuana aus dem Leben gestrichen (S.133)

--  bei Magersucht / Anorexie  herrscht ein leerer Hunger, ein: Zitat Hornbacher:

"Hunger unerfüllter Leidenschaft" (S.173)

-- Schwangerschaft wird als Niederlage gegen den Körper empfunden, weil dadurch Leben produziert würde (S.188)

-- Essgestörte wollen keine Brüste haben, ist Fett, das weg muss (S.189)

-- und eines Tages setzt auch die Periode aus (S.248),

[denn der Körper hat wohl keine Ernergie mehr zur Hormonabgabe und zum Aufbau neuer Schleimhäute in der Gebährmutter. Die genauen Vorgänge beim Ausbleiben der Periode wissen die Ärzte].

Krankheitsentwicklung Magersucht: Entwicklung des Kettenrauchens
Das Rauchen erfolgt im Internat in der Toilette am Dunstabzug, sonst würde man aus dem Internat fliegen (S.135). Bei Marya entwickelt sich ein Kettenrauchen, Schritte in die Einsamkeit, und lange Spaziergänge (S.135).

Internat: Eifersucht auf dünne Mädchen - die Lügensysteme der Mädchen zur Besiegung der Triebe
Die Mädchen vergleichen ihre Abnehm-"Fortschritte" und entwickeln Eifersucht auf die magersten Mädchen, v.a. auf die Tänzerinnen (S.137).

Generell entwickelt sich bei den hungernden Mädchen ein System von Bluff und Lüge,
-- immer mit der Aussage, man sei "nicht hungrig"
-- mit der Aussage, man pflege die "heilige Körperlosigkeit" und fühle sich als "Superfrau" (S.138)

-- gleichzeitig meinen die Hunger-Mädchen, Macht zu haben und eine "Dame" zu werden (S.139).

Krankheitsverlauf: Bulimie und Magersucht im Wechsel
Es kommt eine neue seelische Leere auf, die Marya mit Esswaren zu stopfen versucht, aber ohne Erfolg: Sie vollzieht heimlich Fressanfälle ohne Kauen und erbricht sofort wieder (S.139). Der Körper übertrumpft oft den Hungerwillen, so dass es immer wieder zu Fress-Brech-Mechanismen kommt (S.141)

Das Erbrechen folgt, weil Marya sich als Essgestörte "schuldig" fühlt, gegessen zu haben. So denken alle Hunger-Mädchen (S.141-142).

Wenn es vorkommt, dass Marya gegessen und nicht gekotzt hat, fühlt sie sich schuldig und isst am nächsten Tag gar nichts (S.160).

Dabei bleibt das Streben nach Sicherheit und Identität unerfüllt (S.139).

Internat: Prävention ohne Essstörung
Alkohol und Drogen werden im Internat mehr thematisiert als Essstörungen. Die Essstörungen sind kaum Thema, und so können die Hunger-Mädchen ihrer Essstörung weiter fröhnen, ohne gross entdeckt zu werden (S.140).

Krankheitsverlauf Magersucht: 100 Kalorien täglich
 Marya beschliesst, nur noch 100 Kalorien täglich zu sich zu nehmen: Möhren, Senf, zwei Brezeln, Kaffeesahne. Das Zureden von Freunden und Freundinnen nützt nichts (S.140).

Das falsche Lob über die Gewichtsreduktion: in der der Familie - im Internat
Als die Eltern Marya wieder sehen, kommen die erwarteten Komplimente, dass Marya abgenommen habe. Für Marya ist es ein "hohles, flüchtiges Gefühl des Erfolges" (S.141).

Der Vorgang wiederholt sich im Internat: Schülerinnen loben Marya, wie sie abgenommen habe (S.148).

Krankheitsverlauf Magersucht: Einmal Reis pro Woche essen
Nach den Winterferien fasst Marya den Beschluss, nur noch einmal pro Woche zu essen: am Sonntag Reis (S.141).

Generell: Lebensmittel horten
Häufig horten Magersüchtige Lebensmittel im Zimmer für den "Notfall" [eines Fressanfalls] (S.143). Die Essgestörten lieben das Gefühl, die Essvorräte um sich zu haben (S.149)

Medizinisch-psychische Veränderung der Persönlichkeit im Wahn der Magersucht
-- die Grausamkeit gegen den Körper wird verdrängt, bis die warnende Stimme verschwindet und eine absolute Veränderung eintritt

-- Wortbedeutungen verkehren sich ins Gegenteil

-- hinter dem Spiegel wird man zum Zentrum des Universums

-- Marya sieht im fortgeschrittenen Stadium nur noch die Dinge, mit denen man direkt zu tun hat

-- sie hat das Gefühl, eine Papierpuppe zu sein (S.14)

-- Marya verliert alle Angst und Rücksicht auf ihren Körper und freut sich heimlich wegen der besorgten Menschen um sich, im Zentrum zu stehen (S.144)

-- der Schmerz des Hungers macht einen stark und stärker, so ist man nicht mehr Sklave seines Körpers, denkt Marya (S.145)

-- der Tod wird Begleiter, die Krankheit Magersucht überstrahlt alle anderen Lebensbereiche (S.146).

Krankheitsverlauf: Der Niedergang mit Magersucht bis ins Spital
-- zuerst wird die Selbstdisziplin gelobt (S.146)
-- Marya erleidet öfters Ohnmachtsanfälle im Internat (S.149), die sie vor den Verantwortlichen mit "Grippe" begründet (S.150)

-- jeder Zusammenbruch ist ein Sieg des Körpers über den Willen zur Magersucht und macht Marya rasend, weil ihr Willen gegen den Körper verloren hat (S.155), dabei wird Marya sowieso verlieren: Entweder ist der Körper stärker, dann gewinnt der Körper gegen Maryas Willen, oder der Geist stirbt mit dem Körper mit (S.155-156)

-- es erfolgt der totale Rückzug in sich selbst, ohne Rücksicht auf Verluste, mit der für Marya positiven Aussicht zu "verschwinden", zu sterben, übernatürlich zu werden. Es grenzt an Zauberei [und die Vorstellung, dünner als ein "Strich" zu werden oder eine "Leerstelle" im Spiegel zu werden, wird immer mehr verwirklicht] (S.150)

-- Marya spuckt Blut und behauptet noch: "Es geht mir gut!"
-- Einnahme von Appetitzüglern

Marya lügt und lügt:
--  sie behauptet, sie würde sich nicht mehr täglich übergeben, so ginge es ihr besser
-- und sie behauptet, sie habe Magenprobleme, deswegen könne sie nichts essen, dabei hungert sie weiter in der Magersucht (S.154)

-- und alle glauben es und loben ihre weitere Gewichtsabnahme (S.155)

Dann wird die schwere Krankheit festgestellt und die Freunde wenden sich ab (S.146). Wenn die Magersucht bekannt ist,  isoliert sie von allen Bekannten, sie vergessen einem (S.182).

Pubertät: Die Lügenmärchen der 15-Jährigen
-- die Weibergruppe um Marya verachtet alle Männer und Jungs
-- die Weiber um Marya prahlen mit Sex, den sie nie hatten (S.147).

Internat: Keine Massnahmen für Essgestörte
Die Freundinnen von Marya appellieren an die Internatsleitung, etwas für Marya zu unternehmen. In der Folge behauptet Marya an gemeinsamen Sitzungen, es sei "gar nicht so schlimm", es gäbe noch dünnere Mädchen! (S.155).

Generell Magersucht: Grenzen ausloten oder Zerstörung in Kauf nehmen
-- Magersüchtige, die behaupten, nur die Grenzen des Körpers ausloten zu wollen, sind v.a. Sportlerinnen
-- Magersüchtige nehmen aber allgemein den Tod in Kauf, wollen den Körper eliminieren (S.157)
-- Magersüchtige meinen, mit Intelligenz ihre eigene Körperdressur zu betreiben, und die Dressur würde ihnen am meisten Respekt einbringen (S.158).

Krankheitsverlauf
-- Marya bleibt ehrgeizig und will den Erfolg und den Respekt mit der Körperlosigkeit erreichen (S.158)
-- der Erfolg ist dann erreicht, wenn sie: Zitat:  "vor der Tür des Todes" steht (S.159).

Krankheitsverlauf: Medizinische Untersuchung der Gesundheitsschäden bei Marya
-- die Schwellung unter dem Kiefer in der Kehle ist Zeichen, wie viel sie gekotzt hat (S.162)
-- die Augen können nicht mehr fokussieren (S.162-163)
-- Marya kann nicht mehr gerade gehen, ohne auf den Boden zu schauen (S.163)

-- das Berührung von Nasenspitze und Zeigefinger bei geschlossenen Augen ist nicht mehr möglich
-- keine Reflexe in den Beinen
-- die Fingernägel sind blau, wenn der Nagellack abgeschabt wird
-- Flaum am Bauch
-- Marya sieht keine Gefahr, weil andere noch dünner seien (S.163)

-- Feststellung einer Anämie [Blutarmut]
-- Feststellung von Ketonkörpern im Urin
-- der Blutdruck ist absolut instabil
-- langsamer Puls
-- Marya behauptet, ihr Idealgewicht sei 42 kg und sie werde dafür alles geben (S.164).

Nach der Untersuchung erfolgt die Einlieferung ins Spital (S.165).



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5.
Spitalaufenthalt mit Magersucht und Fress-Brechsucht  im Methodist Hospital von
Minnesota

Die Logik im Hirn von Essgestörten: Ein Spitalaufenthalt nützt
-- ein Spitalaufenthalt ist für Essgestörte ein Zufluchtsort, denn die Umsorgung ist total, und man kann lesen und spielen [und Kind bleiben], so viel man will (S.183)

-- ein Spitalaufenthalt ist eine Stimulans, magersüchtig zu sein, weil die Gegenkräfte gestärkt werden (S.167-168)

-- es ist ein Test, ob man Hilfe braucht, und der Wille gegen den Körper will keine Hilfe, so dass das Spital meint, die Essgestörte brauche keine Hilfe (S.168)

-- die Essgestörten im Spital müssen bei offener Tür in einen Plastikbehälter urinieren zum Messen der Flüssigkeitsmenge (S.169)

-- Essgestörte dürfen nur unter Aufsicht ohne Vorhang duschen (S.171).

Schwerkranke Magersüchtige: Verdauung ist nicht mehr möglich
-- die Därme verdauen die Mahlzeiten nicht, sind nicht mehr gewöhnt zu verdauen
-- die Därme umklammern die Mahlzeiten wie ein Schraubstock
-- Marya hat keinen Stuhlgang
-- nach 6-10 Tagen erfolgt ein Barium-Einlauf, der wie "Dynamit" wirkt (S.170).

Die Waage ohne einsehbares Zifferblatt - die Gewichtsorientierung fällt weg
Das Zifferblatt der Waage ist der Patientin abgewandt, nur das Personal sieht das Gewicht. Für die Magersüchtigen ist dies sehr deprimierend. Marya bekommt eine Wut und das "Gefühl, sich aufzulösen": Das Zentrum der Existenz, das Gewicht, ist nicht mehr einsehbar.

Marya entwickelt im Spital eine dauernde Angst, zuzunehmen, tagein tagaus (S.171). Eine allfällige Gewichtszunahme hat Panik zur Folge (S.173).

Spital: Essgestörte pflegen Essgestörte
Zum Teil arbeiten essgestörte Krankenschwestern auf der Station für Essgestörte. So kann kein Vertrauen aufgebaut werden. Es findet nicht ansatzweise ein Sphärenwechsel in eine psychisch gesunde Umgebung statt, denn sogar die Angestellten diskutieren intern ums Essen und werden von den Patientinnen belauscht (S.172).

Spital: Der Schein wird gewahrt
Es folgen im Spital die tägliche Beinrasur, perfektes Make-up, Beschäftigungstherapie (S.172)

Spital: Emotionen bei regelmässigen Mahlzeiten
-- eine Mahlzeit bedeutet zuerst Angsttränen, dann aus Lust Freudentränen (S.174)
-- am Essen darf nicht über Gewicht oder Sport gesprochen werden, und die Krankenschwestern überwachen die Essenseinnahme (S.175)
-- auffällige Essenseinnahmen werden moniert als "angelerntes Verhalten" (S.175)

-- zu langsames Essen wird mit Nachsitzen bestraft und die Krankenschwester zählt die Kalorien, die noch auf dem Teller liegen (S.175-176)

-- bei Essverweigerung wird Nährflüssigkeit im Becher gegeben, die in 10 Minuten getrunken sein muss

-- wenn die Nährflüssigkeit verweigert wird, kommt die Essgestörte an den Tropf mit Zwangsernährung (S.176).

Schwerkranke Magersüchtige: Blutdruck und Beobachtungsstation
Bei jedem Aufstehen saust bei Marya der Blutdruck in den Keller, ein Merkmal der Magersucht. Es kommt fast zum Herzstillstand. So kommt sie regelmässig auf die Beobachtungsstation (S.176)

[also noch mehr Umsorgung].

Schwerkranke Magersüchtige: Schwere Schäden an der Luftröhre
-- Marya hat eine perforierte Luftröhre
-- jedes Husten produziert  Blutspritzer (S.176)

Spital: Therapieversuche
-- Beschäftigungstherapie soll Erfolgserlebnisse verschaffen: Nähen, Sticken, Häkeln (S.178-179)
-- Ernährungslehre [soll die geistige Orientierung umdressieren]

-- Rollenspiele mit Aufsagen aufgestauter Wünsche und Gefühle [sollen die Seele entlasten]

-- Tagesziele definieren
-- Training von Abgrenzung und Gefühlen durch Sprüche, die an Wänden aufgehängt werden (S.179)

Spital: Die Eltern besuchen Marya im Spital
Maryas Eltern machen täglich Besuche und spielen mit ihr, was einen guten Eindruck auf die Mit-Essgestörten macht. Marya schweigt zu den eigentlichen Umständen und muss sich ins Faire-semblant fügen (S.179).

[Die Eltern sind scheinbar nicht fähig, selbst eine Therapie zu machen oder ihre Erziehungsfehler zu entdecken...]

Spital: Erste Aussagen, dass die Eltern Mitschuld tragen
Marya erlebt im Spital die erste Selbstreflexion, dass ein paar der nahrungsbezogenen Neurosen von der Mutter übernommen sein könnten (S.179-180). Beim Gespräch mit der Tochter mimt die Mutter die Unschuld und verdrängt (S.180).

Spital: Einzeltherapie und Familientherapie deckt die destruktiven Motivationen von Vater und Mutter auf
-- bei der Familientherapie wird die Mutter sehr gereizt, wenn der Therapeut die Mutter in Zweifel zieht, und der Therapeut wird gereizt, wenn er in Zweifel gezogen wird

-- Marya teilt gegen die Eltern aus, spuckt u.a. dem Vater ins Gesicht (S.180)

-- die Eltern wollen Marya einfach wieder zum Essen bringen und meinen, dann sei die Sache "in Ordnung", aber so
ist kein Fortschritt möglich, weil die Magersucht die ganze Palette von Gefühlen und Komplexitäten abdeckt

-- die Eltern betrachten die Essstörung als seltsamen Trieb
-- Marya bemerkt die Unfähigkeit der Eltern zur Selbstreflexion

-- die Mutter schiebt alles auf den Vater, der Vater alles auf die Mutter, schliesslich soll alles die Schuld der Tochter sein

-- der Therapeut behauptet, niemand sei schuld

-- es kommt heraus: Die Ehe wurde nur wegen des Kindes aufrechterhalten (S.181).

Anderer Besuch als die Eltern kommt nicht (S.182).

[Die Freundinnen vergessen Marya noch so gern, weil sie immer mehr zu einer unerklärlichen Belastung wurde].

Die Lüge für die Entlassung
Marya isst auf Befehl und behauptet, sie wolle gesund werden (S.182).

Die Entlassung macht gleichzeitig Angst, weil nach der Entlassung der Essensrhythmus selber eingehalten werden muss, weil das Spitalprogramm fehlt (S.183).

Marya behauptet, sie wolle in Kalifornien gesund werden und zieht dorthin ins Haus der ersten Frau des Vaters an eine neue High School (S.183,187).



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6.
Fortgeschrittene Magersucht in Kalifornien

Krankheitsverlauf: Manie nach der Waage - Abtreibung - der Busen ist ein Feind

Marya steht 10 Mal täglich auf die Waage (S.187).

[Ihr ganzes Bewusstsein ist völlig besessen von der Bezeichnung "kg"].

Marya treibt ab: Sie lässt sich bäuchlings die Treppe hinunterfallen. Der Körper gibt den Fötus ab, der Körper ist "überlistet".

Gewissensbisse hat Marya nur wegen ihrer Brüste, die noch immer da sind und noch nicht weggehungert sind (S.189)

Krankheitsverlauf: gesteigerter Wahn
Der Zustand bei Marya:
-- Tag und Nacht gehen fliessend ineinander über (S.189)
-- sie hat Sex mit Jungs, die keine Fragen stellen (S.190)
-- dann fasst sie einen erneuten Entschluss zu hungern (S.190), dieses Mal soll es eine Freude sein, nichts essen zu müssen (S.191)

-- gleichzeitig denkt Marya, den Schulboy Julian zu heiraten
-- Marya verfällt in ein planloses Leben (S.192)

-- Marya lügt den Eltern  vor, sie sei auf dem Weg zur Gesundung, und den Freundinnen lügt sie vor, dass ihre Magersucht vorbei sei

-- in Wahrheit nabelt sich Marya aber von der realen Welt ab und isst nichts mehr mit dem Versuch zu verhungern (S.193).

Beurteilung der Ärzte in Kalifornien: kaum Kontrolle über Marya
-- die Mediziner in Kalifornien halten die Überwachung von Marya nicht ein, führen den Auftrag des Spitals von Minnesota nicht aus

-- Marya kann die Ärzte anlügen, wie sie will, lügt sogar Gedichte vor (S.194).

Das falsche Lob vom Freund
-- der Freund Julian behauptet, es gefalle ihm, wie Marya mager sei (S.196)
-- Marya ist regelmässig mit Julian zusammen, aber er merkt die Lügen von Marya auch nicht (S.200-201)
-- später stellt sich heraus, das hat er nur aus Höflichkeit gesagt... (S.196)

Organisiertes, heimliches Kotzen
"Ich muss mich eben frisch machen" heisst: ich gehe kotzen (S.194).

Wenn das Haus voller Leute ist wie vor Weihnachten, muss Marya sich etwas einfallen lassen, um unbeobachtet kotzen zu können: Sie lügt einen Besuch in der Bibliothek vor, um wegzukommen und ein heimliches Kotzen zu arrangieren (S.195).

Generell
-- Brechmittel: 2 Tabletten kohlensaures Natrium (S.195)
-- Brechmittel: ein Brechsirup (S.196)

Schwangerschafts-Lüge, um an Brechsirup zu kommen
Marya spielt in der Drogerie mit vorgestrecktem Bauch eine Schwangerschaft vor, um an den Brechsirup zu bekommen (S.197), nimmt die volle Flasche ein und spuckt dann im nächsten Kaffee eine Stunde lang Kotze und Blut (S.197-198).

Krankheitsentwicklung Magersucht: Wahn und Zerfall
-- die Magersucht führt ab einem gewissen Zustand ins Verrücktsein (S.198)
-- die Finger lassen sich nur noch schwer bewegen (S.202)
-- es kommen Todessehnsüchte auf mit der Vorstellung und nicht wieder aufzuwachen (S.199-200).

Marya wartet konkret auf den Tod (S.201). Marya sieht aus wie eine ausgehungerte KZ-Überlebende im Mai 1945 (S.202). Sie schreibt Todesgedichte an die Eltern, und die Eltern melden es nicht weiter (S.203). Der Freund Julian wird zum einzigen gesunden Teil des Lebens (S.204).

Tricks an der Waage zur Gewichtserhöhung
Die Waage der Therapeutin wird von der Betroffenen kurz vor der Sitzung manipuliert, als Marya allein im Therapeutenzimmer sitzt (S.202).

Weitere Manipulationen am Körpergewicht:

-- Bücher und Steine in Taschen, BH, Hose, speziell angebrachte, unsichtbare Taschen (S.202)
-- viel Wasser trinken vor dem Wägen (S.202), z.B. 4 Liter Wasser, um 4 kg mehr auf die Waage zu bringen (S.240)
-- das Ausfüllen der Fragebögen wird von der Ernährungsphysiologin geglaubt (S.202-203)



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7.
Die zweite Spitaleinlieferung in Minnesota ins Methodist Hospital

Der Wahn in der Magersucht geht weiter
-- mit der Zwangsvorstellung, man habe sein Gewicht verändert
-- mit der Zwangsvorstellung, man sei immer dicker oder dünner als die Norm
-- mit der Zwangsvorstellung, man sei ein kleines Nilpferd, wenn man gegessen hat, weil die Haut spannt
-- gesund sein würde heissen, nicht mehr im Zentrum zu stehen (S.207)

-- die Betroffene liebt ihre Krankheit, weil sie so dramatisch ist und die Umwelt auf Trab hält, die Krankheit Magersucht ist ein "grosses Epos", so wird man nicht mehr mit Kleinkram des Lebens konfrontiert (S.321)

-- es ist wie eine: Zitat Hornbacher:

"sadomasochistische Affäre mit dem eigenen Spiegelbild." (S.322)

Medizinische Symptome bei Marya in ihrer fortgeschrittenen Magersucht
Die Untersuchung zeigt:
-- kein Puls mehr an Schläfe und am Handgelenk (S.211)
-- Furcht vor Verlassenwerden, gleichzeitig Furcht vor Intimität, und Furcht vor Männern (S.214).

Generelle medizinische Symptome bei fortgeschrittener Magersucht
-- über 50 % können keine Angaben über ihre Gefühle machen (S.222)
-- die Magersüchtigen selbst wissen selbst nicht, was mit ihnen los ist (S.223)
-- das chemische Ungleichgewicht im Körper durch die Magersucht produziert Depressionen (S.225).

Bewertung der Ärzte: Psychiatrie für Magersüchtige
-- Marya wird mit 16 Jahren als schwer Magersüchtige in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung untergebracht, wo sie nicht hingehört, und wo sie die Therapiegespräche manipuliert (S.227)

Therapiemittel in dieser geschlossenen Abteilung sind u.a.
-- am Abend Geschichten vorlesen
-- nach der Geschichte muss jeder jeden umarmen.

->> Körperhasser fallen auf und laufen weg, z.B. Marya (S.231-232).

Generell fortgeschrittene Magersucht: Gesundheitsschäden - Spiel-Phase - Manipulationsversuche
Marya hat keine Gefühle mehr: Die dritte Dimension geht verloren, man fühlt sich flach. Zitat Hornbacher:

"Ich fühlte mich flach. Ich fühlte mich zweidimensional, nur vorne und hinten." (S.234)

[Eigentlich wollte sie ja eindimensional sein, nur noch ein "Strich"...]

In der Psychiatrie holt Marya einen Teil der Spiel-Phase mit einem 12-jährigen Buben nach (S.234). Gleichzeitig versucht sie weiter, Therapiegespräche mit hochgeistigen Inhalten zu manipulieren (S.235).

Krankheitsverlauf: Erste Selbstreflexion
Das ganze Selbstlügensystem fliegt auf: Grosstuerei, Arroganz, Überheblichkeit, laute Stimme, Unantastbarkeit (S.235). Die Ärzte entdecken das Lügensystem. Als Folge schneidet sich Marya die Haare ab (S.235), will nicht mehr sie selbst sein, will das Selbst abtöten (S.236), will die unvollkommene Seele herausschneiden (S.237).

Es beginnt die Aufarbeitung der Familiengeschichte der Kindheit. Es ist der Beginn einer Ordnung im Leben, Selbsterkenntnis (S.238)

Eine andere Betroffene will ihr Selbst abtöten, indem sie sich an allem schneidet (S.236).

Krankheitsverlauf fortgeschrittene Magersucht: Der Wahn - die Lüge vom sexuellen Missbrauch
Normal essen heisst für Marya: das Gehirn abstellen und nicht mehr nur an Kalorien, Kohlehydrate und Fette denken (S.243).

Marya treibt ihre Manipulations-Experimente aber weiter auf die Spitze. Sie erfindet, sie sei im Theater als Kind sexuell missbraucht worden. So kommt Marya zu noch mehr Aufmerksamkeit (S.243) und das Missbrauchsproblem lenkt von der Magersucht ab, was Marya recht ist (S.244).

Die Eltern bemerken die Lüge, sagen aber nichts (S.244), und die ganze Klinik ist manipuliert, und Marya wird nach einer gewissen Genesung wieder entlassen, ohne die Lüge geklärt zu haben, was Marya erst in der Therapie der Selbstreflexion bereut (S.245).



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8.
Arbeiten als Journalistin mit fortgeschrittener Magersucht

Maryas Rückfall in die Magersucht
Die Zwänge von Lernen und Arbeiten führen wieder zu einer schleichenden Essstörung (S.247). Die Periode setzt wieder aus (S.248).

Marya bekommt die weitere Entwicklung nicht in den Griff:

-- Marya hat die simple Neugier, ob man den Essplan etwas "reduzieren" kann (S.248)
-- Marya lügt sich vor, sie esse genug (S.249)
-- Marya reduziert weiter und weiter. Zitat Hornbacher:

"Man vergisst, dass man die Gewohnheit hat, zu reduzieren, bis nichts mehr übrig ist." (S.250)

Marya will die Lüge und die Selbstlüge nicht aufgeben (S.250) und die Bulimie / Fress-Brechsucht kommt auch zurück (S.253-254).

Rückfall in die Magersucht
-- in Kombination mit Gedächtnisverlust / Amnesie sind unendliche Wiederholungen des Fress-Brech-Rhythmus möglich (S.255)
-- der Lichtschalter der Küche wird zu einem Impulsgeber: "Friss!" (S.255)
-- trotz Kotzen ist das Gefühl da, man habe zugenommen (S.256).

Generell: Sex wird von Essgestörten gehasst oder als "Spiel" geliebt - Marya nimmt Sex als Selbstzerstörung
-- die meisten essgestörten Frauen hassen Sex wie die Pest (S.259)
-- andere brauchen Sex als Quelle der Intimität in einer feindlichen Welt (S.259-260)
-- oder die Essgestörten benutzen Sex zur Machtdemonstration, ausser der Sex ist überwältigend, dann ist das "Spiel" verloren (S.260)

-- oder die Essgestörten benutzen Sex, um Kalorien zu verbrennen (S.260)
-- oder die Essgestörten benutzen Sex als Abwechslung vom Hungergefühl, aber sexuelle Begierde ist auch Hunger
-- oder Sex wird zur Komponente der Selbstzerstörung: Jeder darf den Korpus ficken, damit dieser noch mehr zerstört wird, so denkt Marya (S.260).

Sex zu Hause mit fremden Männern: Die Psychose des Vaters - die Trennung vom Vater
-- der Vater verbietet Marya Sex zu Hause
-- der Vater hat Angst vor dem Erwachsenwerden der Tochter und will der wichtigste Mann im Leben der Tochter bleiben
-- Marya wird zur jungen Frau
-- der Vater verliert die Tochter, sie löst sich in nichts auf
-- der Vater gewinnt eine Gefährtin, wenn er den Freund der Tochter akzeptiert (S.261).

Umziehen ist keine Lösung der Probleme
-- Umziehen bringt kein neues Ich
-- Weisheit: Zitat Hornbacher: "Wohin du auch gehst, du bist immer schon da!" (S.265)

Krankheitsverlauf fortgeschrittene Magersucht mit Job
-- Verliebtheit in einen Job lenkt von Gedanken an die Essstörung ab und fördert gleichzeitig die Essstörung (S.266)
-- Lügen in der Therapie lassen die Essstörung unentdeckt (S.267)
-- freies Buffet ist der Alptraum für Fress-Brechsüchtige / Bulimikerinnen, denn man könnte mehrmals alles aufessen (S.270)

-- Kleinigkeiten werden in der Denkweise Essgestörter zu Hauptsachen, von denen das Ende der Welt abhängt (S.270)

-- Gewichtsverlust entschuldigt Marya bei den Eltern mit Velofahren (S.274)
-- Marya isoliert sich, weil sie "Reiterhosen" kriegt (S.275)
-- dünner als die Mutter sein wird zum Lebenszweck (S.276)

-- das Vorheucheln einer Normalität wird Alltag, Heuchlerin zu sein wird Alltag (S.276)

-- wenn man gerade einmal nicht so mager ist und die Krankheit "Magersucht" angibt, kommt regelmässig der Spruch der Therapeuten und Ärzte, man würde nicht wie eine Magersüchtige "aussehen", und dann wird gar nicht weiter auf die Magersucht eingegangen! (S.277)

-- Marya kotzt ohne Mageninhalt: Blut und Stücke der Speiseröhre (S.278).

Operation während einer Magersucht: Schwere Komplikationen
Marya muss z.B. die Weisheitszähne herausoperieren lassen: Sie hat keine Reserve für eine Genesung, das Immunsystem ist bald am Boden, Medikamente werden wieder ausgespuckt, eine Reihe von Folgeerkrankungen sind die Folge: Blasenentzündung, Nierenentzündung, schlimme Erkältung, Kratzer auf den Armen, die keinen Schorf bilden etc., und ein hoher Gewichtsverlust (S.278-279).

Krankheitsverlauf fortgeschrittene Magersucht nach Operation: der Wahn
-- die Unterhose hängt an den beiden Hüftknochen wie an zwei Kleiderhaken (S.280)
-- zu dünn ist man nie, wie man auch nie zu reich sein kann
-- aus Neugier will Marya es bis zum Tod treiben. Zitat Hornbacher:

"Sie wollte doch einfach nur sehen, was passieren würde." (S.281)

-- Marya entwickelt auch eine Neugier, wie lange es möglich ist, nur mit Luft zu leben, und was das absolute Minimum an Nahrung sei (S.281).

Krankheitsverlauf: Die fortgeschrittene Magersucht herrscht über die Magersüchtige
Das System der Zahlen und Essensregeln herrscht über Marya:
o  Fett, Zucker und Kalorienüberschuss gilt als Sünde
o  sie definiert "sichere" und "reine" Nahrungsmittel (S.281)
->> das System engt Marya ein bis fast in den Tod (S.282).

Krankheitsverlauf fortgeschrittene Magersucht: Der Lügenwahn gegenüber den Eltern
-- Marya schreibt den Eltern, sie würden essen, dabei stimmt es nicht (S.288)

-- Marya am College [oberes Gymnasium]: Zuerst ist sie überschwänglich, den Eintritt ins College trotz ihrer Krankheit geschafft zu haben, dann erfolgt der Rückzug in die eigenen vier Wände und ein Mahlzeiten-Boykott

-- es entstehen Löcher und Lücken zwischen den Knochen, wo früher Fleisch gewesen war
-- Marya beginnt, die Lücken zu betrachten und die Lücken zu messen
-- der Körper wird mehr und mehr zum leeren Raum

-- Marya lügt den Eltern falsche Gewichtszahlen von der medizinischen Untersuchung vor (S.289) [mit der Spekulation, die Eltern würden ihre Angaben schon nicht kontrollieren]

-- Marya lügt den Eltern aber auch vor, sie habe z.B. zu Mittag gegessen (S.302).

Krankheitsverlauf fortgeschrittene Magersucht: Skelett-Dasein, Organschäden und Zwangsvorstellungen
-- zuerst wird das Fett weggehungert, dann die Muskeln, und zuletzt die Organe, u.a. auch das Gehirn (S.295)

-- Marya hat das Gefühl, der Hunger fresse die Rippen auf (S.291)

-- Marya wird ein skelettähnlicher Geist (S.296)

-- überall an den Knochenenden sind Prellungen, weil kein Fleisch mehr vorhanden ist: an Hüftknochen, an Beckenknochen, am Steissbein (S.291)

-- es kommt zu Hirnstörungen, weil auch das Gehirn verhungert (S.295)

-- Marya wächst nicht mehr und bleibt bei 1,5 m stehen (S.291,297)

-- Marya entwickelt eine Angst vor fremden Menschen (S.297)

-- das Gefühl für die erste Person Singular, die Ich-Darstellung, geht verloren und ist für Marya nicht mehr möglich (S.298)

-- im Winter leidet Marya unter einer absoluten Überempfindlichkeit gegenüber Kälte, denn die Kälte geht in die Knochen und ins Blut über, der Herzschlag verbreitet Kälte im Körper. Zitat Hornbacher:

"Man fühlt sich an wie ein Eiswürfel."

Es ist die totale Unterkühlung (S.303).

-- Marya entwickelt eine Butter-Aversion (S.304-305)

-- Marya hat die Vorstellung, dass Fett direkt in den Hintern wandern und den Hintern vergrössern würde (S.304-305).

Therapie
Normalmenschen, z.B. die gesunde Zimmernachbarin, erinnern Marya an ihre Grundprobleme: Angst vor Nahrung, Angst vor dem Essen, Angst vor Berührung, Angst vor Nähe, Angst vor Liebe (S.304-305).

Krankheitsverlauf fortgeschrittene Magersucht: das Skelett-Dasein
-- die Brüste sind nur noch braune Warzen, und die Haut ist zwischen den Knochen eingesunken
-- vom Rücken zu den Beinen ist eine gerade Linie, der Arsch ist nicht mehr vorhanden
-- Marya hat tief eingesunkene Wangen, und die Zähne drücken sich an der Haut gegen aussen ab

-- der Grossteil der Haare fällt aus
-- die Haut wird grau
-- die Füsse bestehen nur noch aus Knochen
-- die Schuhe müssen mit Papier extra ausgepolstert werden, um Schmerzen an den Knochen zu verhindern (S.305).

Krankheitsverlauf fortgeschrittene Magersucht: Wahn und geistige Störungen
im Fall Marya: Marya arbeitet in Washington als Journalistin [!]:

-- Marya hat Wahrnehmungsstörungen: Der Himmel senkt sich auf eine Seite
-- die Grenzen des Blickfeldes schrumpfen oder weiten sich ohne Vorwarnung (S.307)
-- die Energie zum Gehen ist nicht durch Nahrung, sondern durch äussersten Willen bis zum Wahnsinn gespeist

Marya ist stolz über die Herrschaft über sich selbst. Am Ende kann sie aber nicht einmal mehr aufstehen (S.308).

-- Marya hat keine Erinnerung an Gesprächsinhalte bei Therapeutenstunden
-- Marya verirrt sich in der Stadt, wo sie schon monatelang als Journalistin arbeitet

-- Marya kann Wege nicht mehr rekonstruieren
-- Marya hat einen Nervenzusammenbruch
-- Marya hat keine Erinnerung mehr an Gespräche mit den Eltern (S.308)

-- Marya steigert mit 5 Liter Wasseraufnahme ihr Gewicht beim Arzt
-- Marya beschwichtigt den Arzt mit dem Geständnis, dass sie eine Essstörung habe, und dass sie daran "arbeite", so dass der Eindruck entsteht, es sei schon ein anderer Arzt zuständig: Der Trick funktioniert (S.309)

-- Marya kann nicht mehr lesen, denn die Worte wandern vor ihren Augen hin und her (S.310,312)
-- Marya fällt auf der Rolltreppe [ohne Angabe von Verletzungen] mit dem Gedanken, jetzt sei sie endlich tot (S.310)

-- Mahlzeiten im Magen machen "Lärm" und "hüpfen auf und ab" (S.312)
-- Marya hat Fressanfälle in der Stadt und erbricht in der Stadt in die Gassen (S.312-313).

Krankheitsverlauf Magersucht kurz vor dem Tod: Der Körper ist voll invalid
-- Maryas Körper ist in "losen Fäden"
-- das Herz stolpert aber noch weiter, ist bereits faltig und verschrumpelt (S.316)

-- Marya hat Narben an den Armen (S.316) und zerfetzte, rückgebildete Muskeln (S.278), graue Haare, Hautfalten (S.316)

-- die Menstruation bleibt aus
-- das Immunsystem hat fast keine Kraft mehr
-- die Wunden schmerzen immer wieder (S.316)

-- Marya kann nicht mehr gehen und wird im Rollstuhl geschoben (S.317).



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9.
Heilung von der Essstörung: Das "Spiel" mit der Umwelt beenden, neue Ziele schaffen, aber der Körper bleibt geschädigt

Heilung: Erkennen der Notwendigkeit der Umkehr der Selbstzerstörung

Irgendwann kommt die Frage, wieso man Essen oder Trinken wegwirft: "Was will ich damit beweisen?" Und damit ist die ganze Essstörung in Frage gestellt (S.313). Die Rebellion in die falsche Richtung zur Selbstbestätigung und Selbstverwirklichung ist gescheitert (S.14).

Heilung: [Kindlicher] Trotz gegen die Todesankündigung
Als die Ärzte ankündigen, dass Marya nur noch eine Woche leben würde, reagiert Marya mit Trotz und Überlebensmut (S.317). Der Tod wird als "störend" empfunden, weil so viel passiert in der Frist, die Marya sich gesetzt hat, so dass sie den Entschluss zum leben fasst (S.325). Marya verhindert, das Opfer ihres eigenen Epos "Essstörung" zu werden (S.326).

Heilung: Erkennen des Wahns
-- Erkenntnis, dass Hungerstreik nicht mehr "in" sei
-- Marya will "un-krank" werden, wie sie krank geworden ist (S.317)
-- Marya erkennt, wie langweilig Essstörungen für andere sind (S.318)

-- Marya anerkennt das Zusammengehören von Seele und Körper (S.320) und gibt den Glauben an einen Kampf zwischen Körper und Seele auf (S.321)

-- der Lebenswille wird stärker als der Todestrieb (S.320)

-- es stellt sich eine neue Reizfrage: Was passiert um einen, wenn man mit Abnehmen aufhört? (S.321)

->> Die Betroffenen müssen beim Erwerb ihrer Sozialkompetenz ganz von vorn anfangen (S.14).

Heilung: Regelmässige Nahrungsaufnahme und geistiger Boden im Glauben - das Spiel ist zu Ende

-- die Umwelt ist verwundert, dass man zunehmen will (S.324)

-- regelmässige Nahrungsaufnahme nach der Magersucht kann heftige Reaktionen des Körpers auslösen bis zum Herzversagen (S.7).

[Die Organe, insbesondere Magen und Darm müssen langsam wieder an die regelmässige Nahrungsaufnahme gewöhnt werden].

Marya nimmt den Glauben als geistige Stütze an (S.321)

Marya und überhaupt alle Essgestörten müssen, um zu einer Heilung zu kommen, das Spiel mit ihrem Umfeld nun "beenden", und das ist schwierig (S.323), denn im Moment, wo man das Spiel verlässt, ist man sehr einsam. Die Betroffene weiss gar nicht, wie es ist, "gesund" oder "normal" zu sein (S.324).


Heilung: Zustand nach der unvollkommenen Heilung

Die "geheilten" Essgestörten, die unheilbar sind, wissen von ihrer geringen Lebenserwartung (S.324). Die Heilung von der Essstörung kann von anderen Zerstörungsversuchen begleitet sein, bei Marya z.B. durch Rasierklingen (S.236-237).

Marya zerfetzt sich damit ihre Muskeln, so dass die Muskeln vorzeitig verkümmern (S.278). Gleichzeitig glaubt Marya nicht daran, je einmal ohne Essstörung leben zu können und geht nicht voll an die Genesung heran (S.240). Die Erinnerung an den Körper, der in "losen Fäden" war, kommt immer wieder hoch (S.316),

denn:
-- die Narben an den Armen bleiben (S.316) und die zerfetzten, rückgebildeten Muskeln bleiben auch (S.278)
-- die Hautfalten bleiben
-- die Wunden schmerzen immer wieder (S.316)

-- die Essstörung ändert sich, bleibt aber bei Marya unheilbar (S.317)

-- Marya kann Trauer zulassen, reagiert aber destruktiv und ritzt sich die Arme (S.318), muss dabei erkennen, dass der Schmerz nicht wegfliessen kann (S.319).

Marya bleibt invalid als freie Schriftstellerin. Sie kann sich an einen Zustand vor der Essstörung nicht erinnern (S.319). Marya meint: "Es gibt keine Heilung" (S.325): Eine Heilung ist unmöglich, denn die Erinnerung bleibt, eine "besudelte Erinnerung" bleibt (S.326), die Erinnerung an eine zerstörte Kindheit, Jugend und an desolate Schulen (S.326-327). Gleichzeitig hat Marya das Gefühl, die "Dämonen" besiegt zu haben (S.327)

Marya ist 23 Jahre alt und wird von einem freundlichen Barkeeper auf 36 Jahre geschätzt (S.316,327). Die innere Stimme in Marya behauptet nun, sie sei fett und schwach (S.328). Marya entwickelt eine neue Angewohnheit: Selbstgespräche (S.328). Im Schlafzustand sinkt ihr Puls weiterhin auf den Zustand der Magersucht ab, ein Halbtot-Zustand mit Schlafpuls von ca. 39 pro Minute (S.328).

Der Körper von Essgestörten bleibt meist ein Leben lang von der Bulimie oder Magersucht geschädigt. Die Essstörung oder ein Teil davon bleibt bei über 50 % der Betroffenen ein Leben lang (S.14).

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