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Raubvögel

Grundlagen und Analyse

von Michael Palomino (2003)

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1. Kommentar - 2. Quellen - 3. Begriffe - 4. Grundprinzipien für Raubvögel -
5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW



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1.
Kommentar

Die folgende Schilderung der Zusammenhänge der Vogelwelt der Raubvögel (alle Vögel, die Wirbeltiere fressen) und der Welt der Flora und Fauna gibt einen grossen, systematischen und schnell erfassbaren Überblick über das Naturreservat Erde bezüglich Europa. Wir müssen es erhalten und nicht vom lärmenden Autoverkehr und der Profitgier kaputtmachen lassen.

Nach allgemeinen Angaben erfolgt die Chronologie. Geschildert sind v.a. die Vorkommen, die Vogelzüge (Standvogel-Zugvogel), die Brutgrenze, Wuchs und Flug, Nest und Brut sowie die erforderliche Beute.

Es erscheint traurig, dass die Schulbildung der "Zivilisation" dieses Wissen nicht als Grundwissen vermittelt und Ingenieure und Architekten scheinbar bis heute meist keine Ahnung haben, wie ihr Tun für eine "Entwicklung" von Siedlungen und Strassen die Tierwelt und Pflanzenwelt gefährdet.

Wir haben nicht das Recht, Tiere auszugrenzen, nur weil diese keine Regierung haben.

Hiermit sei die Forderung erhoben, die Ausrottung von Tieren unter Strafe zu stellen.


Michael Palomino
Juli 2004


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2.
Quellen

-- Ulrich A.Corti/Walter Linsenmaier: Die Brutvögel Europas. Band I.: Singvögel; Silva-Verlag Zürich (ohne Jahr)

-- Ernst Sutter / Paul Barruel: Die Brutvögel Europas. Band II.: Spechte, Rackenvögel, Segler, Nachtschwalben, Kuckucke, Eulen, Raubvögel, Tauben und Flughühner; Silva-Verlag Zürich, Vorwort mit Datum 1958

-- Ernst Sutter / Martin Schwarz / Paul Barruel: Die Brutvögel Europas. Band IV.: Seetaucher, Lappentaucher, Sturmvögel, Pelikane, Tölpel und Kormorane, Reiher und Störche, Flamingo, Schwäne, Gänse und Enden, Alken. Text: Martin Schwarz und Ernst Sutter, Bilder: Paul Barruel. Silva-Verlag Zürich 1962.

-- Petra Horch: Merkblatt: Hecken und Vögel; Schweizerische Vogelwarte, 2002/PH
-- Petra Horch: Merkblatt: Pflanzen für Gartenvögel; Schweizerische Vogelwarte, 2002/PH
-- Petra Horch: Merkblatt: Nahrung von Gartenvögeln; Schweizerische Vogelwarte, 2002/P.Horch
-- Petra Horch: Merkblatt: Nahrung von Vögeln; Schweizerische Vogelwarte, 2002/P.Horch



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3.
Begriffe
-- Südrussland: = der Süden der damaligen Sowjetunion: Ukraine, Krim, Georgien, Kasachstan etc.
-- Spanien und Portugal, Pyrenäenhalbinsel: = Sp./Port.
-- Skandinavien: = Skand.
-- Fennoskandien: Skandinavien, Russisch Karelien, Halbinsel Kola: = FS


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4.
Grundprinzipien für Raubvögel

Als Raubvögel gelten alle Vögel, die Wirbeltiere fressen (Definition Palomino).

In vielen Horsten der Raubvögel brüten unten in kleinen Hohlräumen Singvögel.

Kombinierte Nutzungen: Geteilte Horste, Höhlen, Nester
- kleine Vögel nutzen Hohlräume in grossen Horsten und bauen darin ihr Nest, quasi als "Untermieter"
- kleine Vögel nutzen leere Nester und Höhlen anderer Vögel
- Spatzen erobern fremde Nester

Bachstelze nistet als Mitbewohner a. in Horsten von Seeadler, Fischadler, Seemilan, Hausstorch u. Graureiher (Bd.I, S.60-64)
Feldsperling nutzt Horste der Weissstörche P.Horch
Fischadler Horste werden von Staren mitgenutzt (Bd.I, S.24-30)
Fischadler Horste werden von Bachstelzen mitgenutzt (Bd.I, S.60-64)
Graureiher Horste werden von Kohlmeisen mitbenutzt (Bd.I, S.72-80)
Graureiher Horste werden von Bachstelzen mitgenutzt (Bd.I, S.60-64)
Hausstorch Horste werden von Bachstelzen mitgenutzt (Bd.I, S.60-64)
Hohltaube nutzt Schwarzspechthöhlen P.Horch
Kaiseradler Horste werden von Staren mitgenutzt (Bd.I, S.24-30)
Kohlmeise nistet auch in Horsten, z.B. Graureiherhorst (Bd.I, S.72-80)
Mauersegler brüten im Spessart gemeinsam mit Turmdohlen (Bd.I, S.8-19)
Raufusskauz nutzt Schwarzspechthöhlen P.Horch
Saatkrähe Horste werden von Staren mitgenutzt (Bd.I, S.24-30)
Seeadler Horste werden von Staren mitgenutzt (Bd.I, S.24-30)
Seeadler Horste werden von Bachstelzen mitgenutzt (Bd.I, S.60-64)
Seemilan Horste werden von Bachstelzen mitgenutzt (Bd.I, S.60-64)
Star nutzt leere Elsternkobel und Horste der Saatkrähe, Kaiseradler, Seeadler, Fischadler (Bd.I, S.24-30)
Turmfalke nutzt leere Elsternkobel (Bd.I, S.8-19)
Waldohreule nutzt leere Elsternkobel; Horch: und Krähennester (Bd.I, S.8-19)


Die Jäger haben die "Raubvögel" wie Eulen, Adler etc. oft ausgerottet oder beinahe ausgerottet, weil sie um ihren Profit als Bauer fürchteten. Heute stehen in der Schweiz alle "Raubvögel" unter Schutz, Habicht und Sperber oft nur kantonal. Eulen haben entwicklungsmässig einen anderen Ursprung (Bd.II, S.114).

Raubvögel vermeiden die Jagd in der Nähe des eigenen Horstes (Bd.II, S.84).

Bei den meisten Raubvögeln ist das Weibchen fast doppelt so schwer u. bedeutend grösser und stärker als das Männchen (Bd.II, S.86).

Die allfällige Rückkehr aus Südeuropa und Afrika und v.a. die Brut der Raubvögel findet 1-2 Monate später als die der kleinen Singvögel statt, so dass die Raubvögel ein grosses "Nahrungsangebot" an kleinen Singvögeln vorfinden (Bd.II, S.86).

Bei vielen Raubvögeln wird das kleinste Junge von den Mitgeschwistern ermordet und aufgefressen (Bd.II, S.94).

Nester werden übernommen
Falken übernehmen im Mai / Juni Krähennester nach deren Brut (Bd.II, S.114,128); Falken-Brut in Nischen oder Felsbänken direkt auf dem Boden, oder es wird ein Horst eines anderen Vogels erobert (Bd.II, S. 128), und Falken bessern die Horste auch nicht aus (Bd.II, S.104). Baumfalken z.B. brüten erst ab Juni u. übernehmen alte Krähen- oder Elsternester (Bd.II, S.106). Der Falke Merlin brütet ab Mai/Juni in Krähennestern (Bd.II, S.112). Der Rotfussfalke übernimmt Horste von leeren Saatkrähenkolonien, die schon gebrütet haben (Bd.II, S.114).

Zehenlängen je nach Beute
Kürzere, derbe Zehen wie beim Würgefalken eignen sich zum Erbeuten von kleinen Säugern, schlanke, lange Zehen wie beim Sperber und Wanderfalken sind sehr gut für den Vogelfang geeignet (Bd.II, S.108).

Futterflüge und Flügellängen
"Raubvögel" kann man unterteilen in Suchflug- und Ansitzjäger. Die Segelflügel der Segler sind lang, mässig breit und stumpf. Andere wie Habichte und Sperber haben breite und kurze Flügel mit raschem Flügelschlag für schnelle und wendigen Flug, jagen gern in deckungsreichem Gelände überfallartig ohne Gleiten (Bd.II, S.126).

Das Prinzip des Niedrigflugs:
Der Jagdfalke / "Islandfalke" z.B. fliegt tief über dem Boden und erschrickt die Beute nach einer Bodenwelle od. Klippe durch plötzliches Auftauchen (Bd.II, S.108), so dass kleine, erschrockene Vögel z.B. dem Baumfalken direkt vor den Schnabel fliegen (Bd.II, S.106).

Das Prinzip der Ansitzjagd:
Der Raubvogel lauert auf einem äusseren Ast und überblickt das Beutefeld (Bd.II, S.124).

Das Prinzip des Rüttelflugs (Sturzflugs):
Langsames Fliegen mit gesenktem Kopf gegen den Wind, Flügel fächernd, so erreicht der Vogel praktisch einen Stillstand, leicht in der Luft balancierend (Bd.II, S.118), dann Sturz nach unten mit angezogenen Flügeln, z.B. Falken (Bd.II, S.128) oder mit hochgezogenen Flügeln.

Zugvogelflüge über Land: segelnd, oder: übers Meer im Ruderflug
Störche und Adler segeln bei den Jahreszügen von Aufwindschlauch zu Aufwindschlauch und können deswegen das Mittelmeer nur an engsten Stellen überqueren: über Gibraltar oder den Bosporus (Bd.IV, S.66,68).

Fischreiher u. kleinere Zugvögel fliegen ihre Jahreszüge mit Flügelschlag im Ruderflug und überqueren das Mittelmeer direkt, sind somit zur Zugszeit überall im Mittelmeerraum anzutreffen, und fliegen meistens nachts (Bd.IV, S.66).

Adler (Aar), Geier, Bussarde, Habichte, Milane und Weihen
"Raubvögel" wie Geier, Adler, Falken, Bussarde und Habichte sind über die ganze Erde verbreitet und zählen mit 270 Arten doppelt so viele wie die Eulen: Neuweltgeier 6 Arten, Fischadler 1 Art, Falken 58 Arten, und alle übrigen aufgeteilt in Adler, Geier, Bussarde, Habichte ( Bd.II, S.114), Milane und Weihen (Bd.II, S.116).

Erkennen der Silhouette
-- am Flugbild, wie er fliegt: Gleitflug, Stossgeschwindigkeit, Wendemanöver;
-- am Flügelschnitt
-- am gewinkelten Flügel oder am breit ausgespannten Flügel
-- am gefächerten Schwanz oder am eng zusammengelegten Schwanz (Bd.II, S.116).

Die Augen dieser Vogelgruppe sind die schärfsten, die es gibt. Turmfalken sehen 8 mal schärfer als der Mensch, sehen Heuschrecken aus den Höhen (Bd.II, S.118).

Die Magensäfte dieser Vogelgruppe lösen auch die Knochen auf. Die Nahrung ist nicht an den "Gewöllen" (Speiballen) ablesbar wie bei den Eulen, weil sich kaum Knochenstücke drin befinden, sondern nur Haare, Federn und Chitinteile. Diese Vogelgruppe rupft die Beute und lässt Überreste am Boden: Die Vögel ziehen der Beute das Fell ab und fressen sie, oder ziehen einem Vogel die Schwungfedern fein säuberlich heraus. Es bleiben an der Fressstelle übrig: Federn, Schnabel, Füsse, Darmteile, Knochen. Vergleich: Fuchs oder Marder beissen die Federn ab (Bd.II, S.118).

Im dehnbaren Kropf dieser Vogelgruppe können Vorräte angesammelt werden, denn viele Jagdvorgänge bleiben erfolglos, und die Vögel müssen für Schlechtwetterphasen vorsorgen, v.a. die Geier (Bd.II, S.120).

Alle Raubvögel dieser Gruppe segeln in den Alpen, indem sie die Auftriebskräfte der Aerodynamik ausnutzen (Bd.II, S.120) [Luft wird über heissen Steinflächen von der Sonne aufgeheizt und steigt auf, über Waldflächen und Wiesenflächen weniger bis gar nicht].

Horstbau dieser Raubvogelgruppe v.a. mit Reisig, Zweigen, Knüppeln. Bei den Falken fehlt der Nestbautrieb (Bd.II, S.128).

Die Brut dieser Vogelgruppe verläuft in 4-6 Wochen, bei Geiern 6-8 Wochen. Die Jungen haben von Anfang an offene Augen, 1-3 Monate Nestlingszeit (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd. Geier u. Adler sind erst ab dem 5. Altersjahr geschlechtsreif, haben meist nur ein Junges, sind wegen ihrer Grösse beliebtes Jägerziel und sind absolut von der Ausrottung bedroht (Stand 1958) (Bd.II, S.129).


Mausjahrgänge und Raubvögeljahrgänge stehen in engem Zusammenhang

Die Hauptnahrung der Raubvögel, der Eulen, der Wiesel und anderer Raubtiere sind Feldmäuse und Lemminge (skand. Wühlmaus). Der Feldmaus- und Lemmingsbestand schwankt, erreicht nach 3-4 Jahren einen regelmässigen Höhepunkt, zusammen mit der Raubvogelpopulation. Die Eulen z.B. und andere Raubvogelweibchen legen dann mehr Eier als im Durchschnitt und ziehen mehr Jungen gross als normal. Da die Raubvögel überhand nehmen, bricht jeweils nach 3-4 Jahren regelmässig der Mausbestand zusammen. Die Eulenbestände passen sich dem Nahrungsangebot an. Im Jahr nach dem Zusammenbruch der Mauspopulation sind somit nur wenig Eulen vorhanden, und Eulen verzichten sogar auf eine Brut (Bd. II, S.104). Die Schneeeule wandert bei Mäuseknappheit bis nach S-Europa. Junge von Schleiereulen fliegen wahllos in alle Richtungen und siedeln neu bis in über 1000 km Entfernung. Der Waldkauz dagegen hält sich immer an eine geringe Anzahl Junge und steht die Mäusekrise durch. Manche Raubvögel stellen auch auf Vogelfang um, beuten Spatzen- od. Amselschlafplätze aus etc. So kann der Mäusebestand sich erholen und eine neue Basis für neue Bruten im übernächsten Jahr bilden, ein Kreislauf von Auf und Ab (Bd. II, S.106).

Häufigste Nachtraubvögel sind Schleiereule, Waldkauz, Steinkauz, Waldohreule (Bd.II, S.58).




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5. Die Raubvögel

A
5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW


Adler und Aar (Bd.II, S.124)
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Fischadler
(Pandion haliaëtus)
in N-Eur. Zugvogel, in S-Eur. Standvogel
37 Tage (Bd.II, S.102)
auf der ganzen Welt, in Eur. in N- u. O-Eur., westl. bis PL, N-Dtld., Skand., im S bis Sp., Korsika, Sard., Siz.; früher weit verbreitet in Mitteleuropa, in der Schweiz das letzte Mal 1918 brütend, ab dann nur noch Durchzügler (Bd.II, S.102);
Apr./Mai-Aug./Okt., im Winter im trop. u. südl. Afrika (Bd.II, S.102)
stark gebogene Krallen, Beine ohne Federn, Körperbau zum Fischen angepasst (Bd.II, S.102)
Horst im Baumwipfel, seltener auf einem Fels; Brut April/Mai, 51-60 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.102) gleitet u. späht über Wasserflächen, stösst im Sturzflug in die Fluten, greift bis 2 kg schwere Fische, aber schon 400 g täglich sind genug (Bd.II, S.102)
Gleitaar (Elanus caeruleus) ev. Brut in Port., Brutzentrum in Asien u. Afrika, unternimmt Züge bis Mittel-, W- u. S-Eur.;
leicht aussehender Flug (Bd.II, S.88)
gern in offenem Gelände, auf Bäumen nistend (Bd.II, S.88) jagt v.a. abends, fängt fliegend Insekten od. erbeutet im Sturzflug Mäuse u. kleinere Vögel (Bd.II, S.88)
Habichtsadler
(Hieraaëtus fasciatus)
Standvogel
ca. 40 Tage Brut (Bd.II, S.76)
ist der schnellste u. kühnste Adler in den Bergen des Mittelmeergebiets, in Sp./Port., S-Frankreich, Korsika, Sardinien, S-Italien, S-Balkan (Bd.II, S.76) Horst im Fels; Brut ab Feb/März, ca. 65 Tage Nestlingszeit (Bd. II, S.76) Wartejagd auf Kaninchen, Feldhühner, Tauben, Dohlen (Bd.II, S.76)
Kaiseradler
(Aquila heliaca)
Teilzugvogel
43 Tage Brut
etw. kleiner u. träger als Steinadler, im Südteil v. Sp./Port., in SO-Eur. im nördl. Griech-ld., Mazedonien, Serbien, Albanien, Kroatien, Slowenien, Bulgarien, Ungarn, S-Russland (Bd.II, S.72) gern im offenen Flachland; Horst in Waldinseln der Steppe, in Ufergehölzen, in hohen Einzelbäumen, in Bulgarien a. mitten in Dörfern (Bd.II, S.72);
Brut ab April, Nestlingszeit ca. 2 Monate (Bd.II, S.72)
jagt Kleinsäuger, Ziesel (Nagetier), Hamster, Ratten, Mäuse, Hasen, Kaninchen, Rebhühner, Hausgeflügel, a. Aas (Bd.II, S.72)
Schelladler
(Aquila clanga)
Strich- u. Zugvogel (Bd.II, S.74)
in O-Europa v. S-Finnland bis Rum., in der Schweiz selten (Bd.II, S.74);
April-Sep./Okt.; überwintert z.T. in S-Eur., meist aber in Ägypten u. Vorderasien u. weiter östlich (Bd.II, S.74);
Flugbild wie Steinadler (Bd.II, S.74)
in urwüchsigen Wäldern, die an Wiesen, Sümpfe, Flüsse u. Seen grenzen, sehr ans Wasser gebunden (Bd.II, S.74);
Brut ab April/Mai (Bd.II, S.74)
schreiten durch Sumpfgebiete u. jagen dort Frösche, Reptilien u. Nager, jagt a. Wasservögel (Bd. II, S.74)
Schlangenadler
(Circaëtus _gallicus)
Zugvogel
45 Tage Brut (Bd.II, S.100)
Sp./Port., S- u. Mittel-Frankreich, Südschweiz (Tessin), Italien, Balkan, Ungarn, PL, in Baltenstaaten selten (Bd.II, S.100);
März/Apr.-Sep./Okt., im Winter im trop. Afrika (Bd.II, S.100);
vorherrschendes Weiss am Unterkörper u. an der Flügel-Unterseite; legt nur ein Ei, ist absolut gefährdet (Stand 1958) (Bd.II, S.100)
braucht grosses Revier an sonnigen Buschhängen, a. in bewaldeten Niederungen mit Blössen u. Sumpfland, mit _Ringelnatterbeständen, Horst meist in Bäumen (Bd.II, S.100);
Brut April/Mai, 75 Tage Nestlingszeit, Futter aus dem Schlund (Bd.II, S.100)
v.a. Reptilien wie Vipern, Nattern, Eidechsen; auch  Blindschleichen, Frösche, Insekten, seltener Mäuse od. Vögel _(Bd.II, S.100);
Jagd am Morgen, wenn die Reptilien sich sonnen, lauert auf Hochständen od. in der Luft mit Sturzflug, packt die Beute u. tötet sie mit einem Schnabelhieb u. verschlingt sie kopfvoran, ohne am Schlangengift zu erkranken (Bd.II, S.100)
Schreiadler
(Aquila pomarina)
Zugvogel
40 Tage Brut
in O-Eur., im N bis Baltikum, im W bis N-Dtld. u. Ungarn, im S bis ca. N-Griech-ld., in der Schweiz selten (Bd.II, S.74);
Apr.-Ende Sep., im Winter in S-Afrika (Bd.II, S.74);
Aussehen fast wie Schelladler, Flugbild wie Steinadler (Bd.II, S.74)
in urwüchsigen Wäldern, die an Wiesen, Sümpfe, Flüsse u. Seen grenzen, aber a. in Bergwäldern  (Bd.II, S.74);
7-8 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.74)
schreiten durch Sumpfgebiete u. jagen dort Frösche, Reptilien u. Nager (Bd. II, S.74)
Seeadler
(Haliaeetus allicilla)
Standvogel
5-6 Wochen Brut
Island, Skand., Finnland, Russland, N-Dtld., N-PL, Donaubecken, Mazedonien (Bd.II, S.92);
2-2,4m Spannweite, kurzer Keilschwanz, schwer bedroht wegen Naturzerstörung durch die Technik der "Zivilisation" (Stand 1958) (Bd.II, S.92)
Horst mit Revier: Wasser mit üppigen Fisch- u. Wasservogelvorkommen,  an Meeresküsten u. grossen Seen u. Flüssen kombiniert mit urwüchsigem Waldbestand mit Fallwild (Bd.II, S.92);
Horst im Wipfel grosser Bäume od. auf einem Fels, wird über Jahre beibehalten u. ausgebaut (Bd.II, S.92);
Brut ab Jan.-Apr., 10 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.92)
keine genauen Angaben, [vielleicht alles was schwimmt und lebt und kleiner ist als ein Seeadler]
Steinadler
Standvogel
40-45 Tage Brut (Bd.II, S.70)
Sp./Port., Massiv central, Alpen, Italien, Korsika, Sardinien, Sizilien, Kreta, Balkan, Karpaten, N-Russland, SF, Skand., Schottland; in Mitteleur. in Wäldern u. im Flachland ausgerottet (Bd.II, S.70);
Weibchen grösser als Männchen (Bd.II, S.70)
in den Alpen, fliegt täglich die gleichen Wege, oft paarweise (Bd.II, S.124)
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128); immer derselbe Horst, der laufend ausgebaut wird, in Nischen von Felswänden, in der Schweiz selten als Baumhorst; i.d.R. liegen Adlerhorste unterhalb der Waldgrenze; Adler bauen z.T. mehrere Horste, die sie abwechselnd benutzen, -> Anzahl Horste ist viel grösser als die Anzahl Brutpaare (Bd.II, S.70);
Brut ab März/Apr., 77-80 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.70);
Junge werden mit offenen Augen geboren (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.70); die Adlereltern begleiten die Jungen bis in den Winter (Bd.II, S.70); die Jungen sind erst ab _5.Altersjahr geschlechtsreif (Bd.II, S.129), ab 4-5 Jahren geschlechtsreif u. gründen Familie (Bd.II, S.70)
jagt im Sommer auf den oberen Alpweiden bis in den ewigen Schnee (Bd.II, S.70); jagt Murmeltiere, die bei Sichtung der Adler-Silhouette mit "Pfeifkonzert" reagieren u. sich alle verstecken; die Adler müssen z.T. lange für eine Beute jagen; auch Ansitzjagd;
Hauptnahrung im Sommer: Murmeltiere, Schneehasen, Schneehühner, kranke od. tote Gemskitze u. Rehkitze, Aas, Mäuse, Ratten, Eichhörnchen, Blindschleichen, Frösche, Heuschrecken; der Adler reguliert den Wildbestand (Bd.II, S.124).
Steppenadler
(Aquila rapaxorientalis)
Zugvogel (Bd.II, S.72)
in südrussischen Steppen u. in der Dobrudscha in Rumänien (Bd.II, S.72) brütet auf der Erde od. im niederen Gebüsch; Brut ab April/Mai (Bd.II, S.72) jagt in niedriger Höhe, jagt hauptsächlich Nager, v.a. Ziesel (Nagetier), daneben Eidechsen, Heuschrecken, Aas (Bd.II, S.72)
Zwergadler
(Hieraaëtus pennatus)
Zugvogel
30-35 Tage Brut (Bd.II, S.76)
eher selten, in Sp./Port., Balearen, S- u. O-Frankreich, Balkan, im N bis Kroatien, Ungarn, Galizien, Rum., S-Russland (Bd.II, S.76);
März/Apr.-Sep.; im Winter in Afrika (Bd.II, S.76);
Wuchs so gross wie Mäusebussard, aber viel stärkere Klauen (Bd.II, S.76)
Der Zwergadler ist der einzige wirkliche Waldadler mit Horst in Bäumen; Brut ab Mai; ca. 50 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.76) jagt im Wald u. auf Lichtungen, Beute: Vögel, kleine Säuger wie Ziesel, Pfeifhasen in schnellem Stossflug (Bd.II, S.76)


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Blauracke (Coracias garrulus) (Bd.II, S.32,34,36)
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Blauracke
Zugvogel, a. innerhalb Europas
19 Tage Brut
S- u. O-Eur., im N bis S-Schweden u. Estland, im W bis etwa zur Elbe, dort lokal u. selten
April/Mai-Aug./Sep.
im Winter in Ostafrika zw.
Kenia u. Oranjefluss
gerne in trockenem, durchsonnten Ödland mit ab u. zu alten Bäumen;
in geräumigen Baumhöhlen, Nischen in altem Gemäuer, notfalls in selbstgegrabenem Erdloch in einer Lehmwand;
z.T. in Kolonien brütend, wenn es möglich ist;
28 Tage Nestlingszeit
Jagd ähnlich wie die Würger: von freistehender Warte wird auf die Beute losgestürzt, Zerstückelung u. Verzehr am Sitzplatz: Heuschrecken, grössere Käfer, Frösche, Eidechsen, Feldmäuse




Bussard
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Adlerbussard
(Buteo rufinus)
Zugvogel (Bd.II, S.80);
generell
Brut 4-6 Wochen (Bd.II, S.128);
in Griech-ld. u. S-Russland [mit Ukraine?];
Flüge bis nördl. Balkan, nur selten in die Alpen (Bd.II, S.80);
etwas grösser als der Mäusebussard (Bd.II, S.80);
Gleiter mit langen, mässig breiten und stumpfen Flügeln (Bd.II, S.126)
in Steppen oder im kahlen Bergland, nistet auf der Erde oder auf dem Fels; Brut ab April (Bd.II, S.80);
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128)
Junge werden mit offenen Augen geboren (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129)
keine Angaben
Mäusebussard
(Buteo buteo)
Stand-, Strich- u. Zugvogel
28-31 Tage Brut
(Bd.II, S.78)
ganz Eur. ausser Isld., Irland, im N bis zum Polarkreis (Bd.II, S.78)
Feb./Apr.-Sep./Okt., ein Teil aber bleibt ganzjährig (Bd.II, S.78), ziehen im Winter von N-Eur. nach Mitteleuropa (Bd.II, S.126)
etw. schwerfällig (Bd.II, S.124), z.T. in Gruppen fliegend, von Aufwind zu Aufwind (Bd.II, S.78); ist im Freien kaum vom Rauhfussbussard unterscheidbar (Bd.II, S.80);
Gleiter mit langen, mässig breiten und stumpfen Flügeln (Bd.II, S.126)
Horst hoch in Bäumen, gewöhnlich auf Seitenast am Stamm od. in Astgabel (Bd.II, S.78);
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128);
Brut ab März/April, ca. 45 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.78);
Junge werden mit offenen Augen geboren (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129)
kann nicht schnell jagen (Bd.II, S.126), Bodenjäger auf Wiese u. Feld, v.a. Feldmäuse, alle Kleintiere vom Engerling u. Regenwurm bis zum Kaninchen, auch Aas, nur selten im mittelhohen Suchflug anzutreffen (Bd.II, S.126); erntet im Winter in Mitteleuropa die mit Mäusen verseuchten Felder ab; Gefahren durch Hunger und Mausgifte (Bd.II, S.126)
Rauhfussbussard
(Buteo lagopus)
31 Tage Brut
(Bd.II, S.80)
Norwegen, Nordhälfte Schwedens, Finnlands u. Russlands, auf Hochflächen (Fjäll) u. in Tundren (Bd.II, S.80)
zieht im Winter Okt./Nov. bis März/April nach S-Schweden, Mittel- u. O-Eur., nur selten nach W-Eur. (Bd.II, S.80);
ist im Freien kaum vom Mäusebussard unterscheidbar (Bd.II, S.80);
Gleiter mit langen, mässig breiten und stumpfen Flügeln (Bd.II, S.126)
Horst auf Felsklippe od. auf Tundrahügel; Brut ab Ende April bis Anf. Juni;
41 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.80);
Junge werden mit offenen Augen geboren (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129)
Lemminge (skand. Wühlmaus), jagt im Gleitflug od. Sturzflug (Bd.II, S.80)
Wespenbussard
(Pernis apivorus)
Zugvogel
30-31 Tage Brut
ganz Eur. ausser N-Skand., N-FS, GB, Norw., S-Sp., S-Frankr., S-Italien (Bd.II, S.82);
Ende April/Mai-Ende Aug./Okt., im Winter im trop. Afrika; wandert in Schwärmen (Bd.II, S.82);
Gleiter mit langen, mässig breiten und stumpfen Flügeln (Bd.II, S.126)
Horst in Bäumen, immer mit grünem Laub geschmückt;
Brut ab Mai/Juni; ca. 40 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.82);
Junge werden mit offenen Augen geboren (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129)
Nahrung v.a. Wespen u. Hummeln, gräbt deren Erdnester mit Füssen aus; das satte, schuppenartig dichte Gefieder schützt ihn vor Stichen, a. zw. Schnabel u. Auge; Ziel: die Brut u. der Honig, fängt Wespen a. mit dem Schnabel; weitere Beutetiere: Insekten, Regenwürmer, Frösche, Nattern, Jungvögel, Kleinsäuger, Beeren, süsses Obst (Bd.II, S.82)






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E 5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW


Eisvogel (Bd.II, S.32,34)
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze Nestbau Nahrung
Eisvogel
Stand- u. Strichvogel, z.T. a. Zugvogel
2-3 Bruten
19-21 Tage  Brut
ganz Eur., im N nur bis auf die Höhe von  Mittelschweden;
Ende Apr.-Juli/Aug.;
nur Schwirrflug mit rel. einfachen Flügeln, dafür a. Stosstaucher u. Fischer;
Eisvögel aus N-Eur. überwintern in Mitteleur.
Not ab Vereisung der Flüsse, strenge Winter produzieren Massentod;
Fischer stellen Fallen u. jagen Eisvögel mit der Behauptung, der Eisvogel sei schuld an Fischverlusten (und die Chemie nicht, Stand: 1950er Jahre)
an klarfliessenden Bächen u. Flüssen u. Uferstreifen der Seen, wo noch Ruhe herrscht;
grosse Reviere, nur zur Brutzeit gemeinsames Auftreten, sonst Einzelgänger; -> geeignete Nistplätze werden immer seltener;
gräbt Niströhren in lehmigen oder sandigen Uferbänken, 40-100cm lang, nach jedem Aufenthalt wird ein kurzes Bad im Wasser genommen;
23-26 Tage Nestlingszeit;
Nestlinge sitzen im Kreis und machen beim Füttern Karussel, so dass jedes einmal drankommt;
flügge: Nach einige Tagen streifen die Jungen allein durch Bach- u. Seeregionen mit Zügen bis ans Mittelmeer
Der Eisvogel benutzt immer wieder dieselben Lauerplätze, Fangen, Betäubung der Beute mit ein paar Schlägen gegen einen Zweig, dann wird die Beute kopfvoran verschlungen; oder: Schwirren in der Luft an der Stelle u. dann Tauchstoss mit bis 7cm langen Fischen als Beute, oder wasserbewohnende Insektenlarven, Krebstiere, Kaulquappen u. andere kleine Wassertiere




Elstern: siehe: Krähenvögel




Eulen, Kauze, Uhu (S.86-98)
Eulen generell Nahrung
sind Nachtvögel, früher aus Unwissen mit unheimlichem Aberglauben besetzt als Zaubervogel, Hexenvogel u. Todesbote;
am Tag sehen Eulen drollig aus, mit Minenspiel im Gesicht, grosse, runde Augen, als Sinnbild der Weisheit;
der Federpelz täuscht einen grossen Kopf vor;
Auge: ist auf höchster Entwicklungsstufe, ein Auge ist so gross wie das Hirn, u. Eulen haben unter den Vögeln eines der bestentwickeltsten Gehirne; die Augen sind birnförmig wie mit Teleobjektiv gegen aussen: Die Hornhautkalotte überwölbt den Linsenabschnitt röhrenartig, die Netzhaut besteht fast nur aus _Stäbchen, stehen sehr dicht, mit Sehpurpur, mehrere Sinneszellen pro Nerv, so ist der Sammelimpuls für das Gehirnbild stärker,; Eulen sehen nur schwarz-weiss, da kaum Zäpfchenzellen vorhanden sind, ist eine einseitige Spezialisierung aufs "Dämmersehen", v.a. bei Waldkauz u. Schleiereule;
die Augen sehen nach vorn, absolut scharfe Weitsichtigkeit mit Perspektivenüberschneidung; die Augäpfel sind nicht drehbar, dadurch ist die Bildschärfe in der Nähe etw. beeinträchtigt,  dafür der Kopf als Ausgleich bis 3/4 Drehung drehbar; Fressvorgänge gehen ohne Sehen, dafür mit Tastfedern vor sich;
Gehör: absolut entwickelt: Der lange Gehörgang mündet seitlich hinter den Augen unter den Federn u. nicht dort, wo die Feder-"Ohren" aufstehen; die Ohrklappen verstärken aber das Richtungshören, sind beweglich u. einstellbar; sind die besten Ohren der Vögel, besser als Menschenohr, Eulenohren sind empfindlich a. für hohe Töne, z.B. das Pfeifen einer Maus; somit können Eulen in eine Richtung sehen, gleichzeitig in eine andere Richtung hören
Gefieder: mit Samtpolster mit flaumigem Überzug, so dass der Luftstrom abgedämpft wird; deswegen wirkt der Flug v. Eulen geisterhaft u. ist erfolgreich bei der Beutesuche. Schwungfedern am Flügelrand sind der ganzen Aussenkante entlang fein gezähnelt u. tragen dazu bei, dass die Luft geräuschlos zerteilt wird; meist rindenfarbenes Tarnkleid, am Tag oft in Höhle od. in anderem schattigen Versteck;
die Gesichter heben sich ab u. sind individuell;
Haltung bei Bedrohung: richten sich auf, sträuben alle Federn, fächern mit den Flügeln, knappern mit dem Schnabel.
Schlafbäume der Eulen: Indikatoren sind verschieden (Bd. II, S.86-98);
die Jungen sind unterschiedlich alt, bis zu 2 Wochen Differenz; bei Futtermangel, bei Schlechtwetterperioden u. Hungerzeiten tötet die Eulenmutter das Schwächste, das von den Geschwistern gefressen wird, od. die grösseren Jungen bringen das Kleinste selber um (Bd.II, S.108); im Normalfall aber ist immer ein Vorrat an Mäusen vorhanden (Bd.II, S.110);
Wenn die Jungen flügge sind, werden sie noch 2 Monate von den Elternvögeln begleitet, bis Aug./Sep. bleibt die Familienstruktur erhalten (Bd.II, S.110), dann suchen sich die Nachkömmlinge neue Quartiere (Bd.II, S.112)
Jagd ab Dämmerung, die Arten im hohen Norden a. bei Sonnenschein, v.a. weil im Sommer immer Tag ist bzw. im Winter fast nur Dunkelheit herrscht, hat eine Anpassung stattgefunden;
Beute: Mäuse, schlafende Vögel, Jagd in der Nacht, sicheres Zugreifen in der Nacht durch scharfe Augen u. Ohren, keine hochempfindliche Nase nötig, Augen sind noch besser als die von Nachtschwalben _(Bd.II, S.86-98);
Eulen jagen zu unterschiedlichen Zeiten, da manche in der Nacht nichts sehen (Bd.II, S.100);
Krallen der Eulen sind scharf u. tödlich, Beute wird oft an den Standplatz getragen u. dort verschlungen, nur grössere Beute wird zerrupft; Knöchelchen u. Haarpelz ballen sich im Magen zu einem länglichen, daumendicken Gebilde zs. u. werden ausgewürgt (="Gewölle") (Bd.II, S.100), (="Speiballen") (Bd.II, S.102);
Nahrung: Fische, Frösche, Reptilien, Vögel, an den Knochen im Speiballen ablesbar mit Resten von Insekten, Schnecken u. a. von Regenwürmern (Borsten) (Bd.II, S.102); insgesamt machen aber die Vögel nur einen geringen Teil der Eulenbeute aus (Bd.II, S.108).
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Bartkauz
(Strix nebulosa)
Standvogel
(Bd.II, S.48)
N-Russland, Finnland, Skand. (Bd.II, S.48);
kleine, gelbe Augen, ist gleichzeitig fast so gross wie ein Uhu (Bd.II, S.48)
im Nadelwald, sucht alte Raubvogelhorste u. brütet da (Bd.II, S.48) jagt bei Tag u. bei Nacht (Bd.II, S.98), mehr bei Tag als bei Nacht, da kleine Augen (Bd.II, S.48): Mäuse, Lemminge (skand. Wühlmaus), Eichhörnchen, Vögel (Bd.II, S.48)
Habichtskauz
(Strix uralensis)
Standvogel
27-29 Tage Brut (Bd.II, S.48)
in O-Eur., im N bis Skand., PL, im S bis Kapraten, a. in Waldgebirgen des Balkan u. in den Ostalpen inselartig brütend (Bd.II, S.48); meist in Mischwäldern, meist in Baumhöhlen (Bd.II, S.48)
34 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.48)
jagt bei Tag u. bei Nacht (Bd.II, S.98): Mäuse, Frösche, Vögel, Insekten (Bd.II, S.48)
Rauhfusskauz
(Aegolius funereus)
Stand- u. Strichvogel, im Winter manchmal in Tälern u. Niederungen
25-31 Tage Brut (Bd.II, S.54)
im hohen Norden (Bd.II, S.98), von FS bis in die Bergwälder des Balkan, Alpen u. Jura, sporadisch in Mitteldeutschland _(Bd.II, S.54);
dicht bepelzte Füsschen (Bd.II, S.54);
pfeift im Frühling wie ein Wiedehopf (Bd.II, S.54)
im Nadelwald od. Buchen-Tannenwald, in geräumigen Baumhöhlen, gerne in _Schwarzspechtbauten (Bd. II, S.54);
30 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.54)
jagt nachts v.a. Mäuse, im Winter a. viele Vögel (Bd.II, S.54); jagt in N-Europa a. tagsüber, in der Schweiz nur in der Nacht _(Bd.II, S.100)
Schleiereule
(Tyto alba)
2 Bruten jährlich
32-34 Tage  Brut (Bd.II, S.44)
in fast ganz Eur., im N bis PL, Litauen, S-Schweden, Schottland, nicht im südl. Balkan; variatives Gefieder je nach Region: weisse Unterseite im S u. W, zart rostgelbe bis rostbraunen Unterseite in Mitteleur.; tagsüber zus.-gezogener, in der Nacht breit entfalteter Schleier (Bd.II, S.44);
empfindet noch 10-1000 mal schwächeres Licht als der Mensch (Bd.II, S.92);
Indikator für Schlafbaum: Gewölle am Boden (Bd.II, S.100)
Stadteule (Bd.II, S.46);
beziehen gern dunkle Winkel im Kirchturm, unter Scheunendächern od. in Ruinenmauern auf blankem Boden (Bd.II, S.108);
in Scheunen, in leeren od. bewohnten Taubenschlägen, in Türmen, Ruinen; Indikator: Kalkspritzer (Bd.II, S.44);
64-66 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.44)
90% Mäuse, darunter a. Fledermäuse, im Winter als einzige Eule viele Spitzmäuse (Bd.II, S.102)
Schneeeule
(Nyctea scandiaca)
Stand- u. Strichvogel
33 Tage Brut (Bd.II, S.50)
N-Skand., Island, im Winter bis S-Norwegen u. Polen, z.T. stossartige S-Züge (Bd.II, S.50); bei Wanderung nach S-Europa werden Schneeeulen oft abgeschossen (Bd.II, S.106);
Männchen mit schneeweissem Gefieder, Weibchen mit dunklen Bänderflecken (Bd.II, S.50)
nistet nördl. der Baumgrenze in Fjällen (skand. Hochebenen) u. in arktischen Tundren, brütet auf blossem Grund, gern auf Hügelchen mit freiem Rundblick (Bd.II, S.50)
8 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.50)
jagt bei Tag u. bei Nacht (Bd.II, S.98); v.a. Lemminge (skand. Wühlmaus), Schneehasen, Schneehühner, an Küsten a. Enten, Lummen (artkischer Seevogel) u. Alken (arktischer Meeresvogel) (Bd.II, S.50);
bei Mäuseplage massiv mehr Junge, bei Mäuseknappheit Wanderung bis S-Europa (Bd.II, S.104)
Sperbereule
(Surnia ulula)
z.T. Zugvogel ins Baltikum, selten bis Mitteleur.
N-Russland bis Skandinavien (Bd.II, S.48);
Nadelwald, nistet in Höhlen od. in Raubvogelhorsten und brütet da (Bd. II, S.48) jagt bei Tag u. bei Nacht (Bd.II, S.98) Mäuse, Lemminge (skand. Wühlmaus), Kleinvögel (Bd.II, S.48)
Sperlingskauz
(Glaucidium passerinum)
4 Wochen Brut (Bd.II, S.52)
Skand., Finnland, Russland, PL, Gebirge von O- u. Mitteleur., Alpen, Jura; pfeift ähnlich wie Gimpel (Bd.II, S.52) meist in Spechthöhlen;
26 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.52)
jagt bei Tag u. bei Nacht (Bd.II, S.98), jagt am Tag u. in der Dämmerung kleine Singvögel, vom Ast aus od. im Flug, rupft u. frisst die Vögel in seinem Bau; 1/3 Vögel, 2/3 Nager u. Spitzmäuse (Bd.II, S.52)
Steinkauz
(Athene noctua)
meist Standvogel
28 Tage Brut (Bd.II, S.56)
ganz Europa, im N bis Lettland, DK, Mittelengland, nicht in Irland; in kalten Wintern hohe Verluste möglich (Bd.II, S.56);
miauende bis kläffende Laute (Bd.II, S.56)
in Niederungen im offenen Gelände bis in mittl. Höhenlagen, in ausgefaulten Bäumen, Mauerluken, Dachwinkeln, in Baumgärten, Alleen u. Parkanlagen, in Kopfweidengruppen, Feldgehölzen, Eichenhainen _(Bd.II, S.56);
auch Stadteule (Bd.II, S.46)
4-5 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.56);
jagt in Wiesen u. Feldern, stürzt sich vom Hochsitz od. vom Rüttelflug, od. schreitet am Boden u. fängt Insekten (Bd.II, S.56); jagt ab Nachmittag (Bd.II, S.98), 2/3 Mäuse, daneben Käfer, Heuschrecken, Grillen im Flug u. vom Boden, gelegentlich a. Würmer, Frösche, Eidechsen, kleine Vögel, wie Waldkauz _(Bd.II, S.102), v.a. Feldmäuse (Bd.II, S.104)
Sumpfohreule
(Asio flammeus)
Strich- u. Zugvogel
24-29 Tage Brut (Bd.II, S.60)
von Island, N-Eur., Frankreich, Italien bis zum nördl. Balkan, oft unregelmässig u. sporadisch, in der Schweiz selten, nicht in Irland (Bd.II, S.60);
im Winter z.T. Zug nach Mittel- u. S-Eur. bis Ostafrika, in manchen Jahren invasionsartig (Bd.II, S.60);
kläffend, im Frühling Ruf "bu-bu-bu" mit herabstürzendem Balzflug (Bd.II, S.60)
Bodenbrüter: Bodennest (Bd.II, S.60), ist die einzige Nestbauerin unter den Eulen: Gras, Stengel, Nest im Wies- u. Riedland versteckt (Bd.II, S.108);
4-5 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.60)
jagt bei Tag u. bei Nacht (Bd.II, S.98) Feldmäuse, Lemminge (skand. Wühlmäuse) in sumpfigem Wies-, Moor- u. Riedland, Dünenlandschaften od. arktische Tundren, Beute wird am Boden verzehrt (Bd.II, S.60)
Uhu
(Bubo bubo)
35 Tage Brut
(Bd.II, S.64)
in Europa bis über den Polarkreis, im gesamten S-Eur. (Bd.II, S.64);
die grösste Eule, vor der Industrialisierung überall, heute nur noch in stillen Bergtälern u. in weiten Wäldern im Norden (Bd.II, S.64)
ab Ende Jan./Feb. Ruf gg. Abend "hu-u"  (Bd.II, S.64);
viele Tote durch Hochspannungsleitungen, bleibt stets von Ausrottung gefährdet (Bd.II, S.64)
gern felsige Waldkuppen über tief eingeschnittenen Schluchten od. an Hängen von Hochtälern mit Runsen (Wildbachrinnen) u. Geröllhalden (Bd.II, S.64);
brütet je nach Möglichkeit am Boden, im Fels, an Steilhängen od. im Gestrüpp in der Ebene od. in grossen Raubvogelhorsten (Bd.II, S.64);
2-3 Junge, laufen nach 5 Wochen, flügge nach 8 Wochen, viele Brutverluste (Bd.II, S.64)
weite, nächtliche Jagdausflüge (Bd.II, S.64); hat beim Fressen die Augen geschlossen u. frisst durch Spüren der Tastfedern (Bd.II, S.92); hat ähnliches Menu wie Waldkauz, z.B. Feldmäuse, Lemminge (skand. Wühlmaus), dazu Wildkaninchen, Schneehasen, Feldhasen, Eichhörnchen, Igel, Krähen, Rebhühner, Schneehühner, viele Mäuse, ebenso Frösche, Fische, Insekten, bis zum Fuchs, Auerhuhn, Waldkauz oder schlafende Wanderfalken (Bd.II, S.104)
Waldkauz
(Strix aluco)
Standvogel
1 Brut jährlich
28-30 Tage Brut (Bd.II, S.46)
in ganz Eur., im N bis ca. 63.Breitengrad, nicht in Island, Irland, Korsika, Sardinien (Bd.II, S.46)
Gefieder: grau od. braun od. fuchsrot mgl. (Bd.II, S.46);
hat grösseres Auge als Menschenauge; mit 56'000 Stäbchen pro mm2 Netzhaut; empfindet noch 10-1000 mal schwächeres Licht als der Mensch (Bd.II, S.90,92);
Indikator für Schlafbaum: Kotspritzer am Boden (Bd.II, S.100);
Balzlied: "huhuuu" Pause, dann "hu huhuhuhuuuuuu", mit Antworten, das Weibchen "kjewit"; bei menschlicher Imitation kommt der Kauz herbei [u. meint, es sei ein Eindringling vorhanden] _(Bd.II, S.112)
bezieht gern geräumige Baumhöhlen (Bd.II, S.108), in alten Bäumen im Wald, in Parks, in Gärten, in Niederungen wie a. in den Bergen; a. Stadteule (Bd.II, S.46);
4-5 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.46)
2/3 Mäuse, daneben Käfer, Heuschrecken, Grillen im Flug u. vom Boden, gelegentlich a. Würmer, Frösche, Eidechsen, kleine Vögel, wie Steinkauz (Bd.II, S.102), im Detail: Feldmaus, Waldmaus, Rötelmaus, viele Käfer, in Flugjahren Maikäfer, zeitweise viele Regenwürmer, bei Nähe von Gewässern a. Fische: greift Hecht, Barsch, Forelle, od. hat Vorliebe f. Frösche u. Kröten; greift a. grössere Wirbeltiere wie Junghasen u. grosse Vögel wie Krähen, a. Maulwurf, Wanderratte, Spatzen, Finken, Amseln, Goldhähnchen etc. (Bd. II, S.104)
Waldohreule
(Asio otus)
Stand- u. Strichvogel, z.T. Zugvogel nach Südwesten
28 Tage Brut
fast in ganz Eur., im N etwa bis zum 65.Breitengrad, in den Alpen bis Baumgrenze, nicht in Port., Sardinien, Kors., Griech-ld. (Bd.II, S.58);
lange Federohren, leuchtende, feuergelbe Augen (Bd.II, S.58);
männlicher Balzruf "Uhu-u", das Weibchen summt leise, auch katzenartiges Fauchen od. Gebell (Bd.II, S.58)
drückt sich an den Tannenstamm u. macht sich dünn, wenn sie sich entdeckt fühlt (Bd.II, S.98);
Indikator für Schlafbaum: Kotspritzer am Boden, im Winter gerne in Gesellschaften, wochenlang in derselben Fichte, z.T. über Jahre wiederkehrend (Bd.II, S.100)
gerne im Nadelwald (Bd.II, S.58), beziehen alten Raubvogelhorst, Krähen- od. Elsternnest (Bd. II, S.108);
am Tag verborgen in ruhigen Orten im Wald od. in kleinen Gehölzen, v.a., in dichtgewachsenen Fichten, Föhren u. Tannen (Bd.II, S.58);
20 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.58)
jagt nachts über Wiese- u. Ackerland, fängt v.a. Wühlmäuse (Bd.II, S.58), 90% Mäuse, v.a. Fledermäuse (Bd.II, S.102)
Zwergohreule
(Otus scops)
Zugvogel
24-25 Tage Brut
(Bd.II, S.62)
S-Eur., im N bis Mittelfrankreich, in der Schweiz im Wallis, Tessin, in Tälern in Graubünden, selten im Mittelland, ausserdem in Ungarn (Bd.II, S.62)
Apr.-Sep./Okt., im Winter im tropischen Afrika (Bd.II, S.62)
feiner Ruf "g'u g'u" in warmen Nächten (Bd.II, S.62)
klein, schwer auffindbar (Bd.II, S.62)
gerne nahe von Häusern in Gartenbäumen, in Alleebäumen u. Pflanzungen, in kl. Gehölzen u. Waldlichtungen, in Baumlöchern, Mauerlöchern, in alten Vogelnestern (Bd.II, S.62);
ca. 3 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.62)
v.a. Insekten, auch Mäuse, Singvögel, Eidechsen u. Frösche (Bd.II, S.62)



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F 5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW


Falken und Wanderfalken
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Falken generell sind die Vögel mit dem schnellsten Flug aller "Raubvögel"; lange, spitz geformte, kräftige Flüge (Bd.II, S.128) kein Horstbau, sondern Brut in Nischen oder Felsbänken direkt auf dem Boden, oder es wird ein Horst eines anderen Vogels erobert (Bd.II, S. 128), und Falken bessern a. keine Horste aus (Bd.II, S.104)
Brut 4-6 Wochen (Bd.II, S.128);
Junge werden mit offenen Augen geboren, 1-3 Monate Nestlingszeit (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129)
Sturzflug mit angelegten Flügeln auf das Opfer, das Opfer kann nur in Hindernisse flüchten, was z.T. gelingt; aus Vogelschwärmen werden die schwächsten Tiere ausgesucht, die behindert erscheinen; gewisse Arten fressen v.a. Vögel, andere Insekten (Bd.II, S.128)
Baumfalke
(Falco subbuteo)
Zugvogel
28 Tage Brut
in ganz Europa, in N-Mittel-Finnland, S-Schweden, Südengland (Bd.II, S.106);
Aprl./Mai-Sep./Okt., im Winter in O- u. S-Afrika (Bd.II, S.106);
kleiner u. schlanker als Wanderfalken, immer längsgestreifte Unterseite, lange u. spitze Flügel wie bei den Seglern, schnell u. gewandt fliegend wie Schwalben u. Mauersegler (Bd.II, S.106)
Horstbesetzung erst ab Juni: altes Krähen- od. Elternnest, hoch in Baumkrone am Waldrand, bei einer Lichtung, od. im Feldgehölz; Nestlingszeit 28-32 Tage (Bd.II, S.106). jagt dicht über dem Boden, erschreckt kleine Vögel, die dann auffliegen und ihm direkt vor den Schnabel fliegen: Lerchen, Finken etc., fängt a. Insekten Maikäfer, Libellen, Nachtfalter; jagt a. in kleinen Gruppen (Bd.II, S.106).
Eleonorenfalke
(Falco eleonorae)
auf Felseninseln im Mittelmeerraum: von Balearen bis zu den Zykladen u. bis Zypern (Bd.II, S.116);
grösser als Baumfalke, im Flugbild u. Federkleid gleicht er dem Baumfalken (Bd.II, S.116)
in Felsnischen; Brut erst ab August, Zugvögel sind das Futter für die Jungen (Bd.II, S.116) Heuschrecken, Käfer, Libellen, Eidechsen, Fledermäuse, z.T. a. Vögel, v.a. im Herbst u. im Frühling werden Zugvögel gejagt (Bd.II, S.116)
Feldeggsfalke
(Falco biarmicus feldeggii)
im östlichen Mittelmeerraum ab Sardinien, Sizilien, S-Italien, Dalmatien, bis Griech-ld., im felsigen Bergland u. an Steilküsten; andere Rassen sind über ganz Afrika verbreitet (Bd.II, S.108);
sieht aus wie Würgfalke, Lebensweise wie Würgfalke (Bd.II, S.108)
nistet im Fels (Bd.II, S.108) jagt im Flug Vögel, jagt laufendes Wild (Bd.II, S.108)
Jagdfalke / "Islandfalke"
(Falco rusticolus)
Standvogel
Strichvogel
Zugvogel
28 Tage Brut
in Island, Mittel- u. N-Skand., N-Russland ("Gerfalke"); im Winter vereinzelt bis GB, N-Dtld., Baltikum, selten weiter südlich (Bd.II, S.110);
gross, stark, kühn, in Skand. kleiner und anders gemustert als in Island; Körperbau ähnlich wie Würgfalke (Bd.II, S.110)
in der arktischen Tundra, auf einsamen Hochflächen u. kahlen Felsengestaden der Nordmeere, meist an Felswänden; Brut ab April/Mai (Bd.II, S.110) fliegt tief über dem Boden und erschrickt die Beute nach einer Bodenwelle od. Klippe durch plötzliches Auftauchen: greift vom Boden Lemminge (skand. Wühlmaus), Schneehasen, Schneehuhn; greift in der Luft u. aus dem Wasser: Möwen, Seeschwalben, Lummen, Alken u. andere Vögel (Bd.II, S.108)
Merlin (Falke)
(Falco columbarius)
z.T. Zugvogel
28-29 Tage Brut
Russland, Baltikum, Finnland, Skand., GB, Island; im Winter v.a. in W- u. S-Eur. u. in N-Afrika (Bd.II, S.112);
ist der kleinste Falke, in der Schweiz nur Durchzügler u. im Winter (Bd.II, S.112)
nistet ab Mai/Juni am Boden zw. Heidekraut od. in einem Krähennest; 25-27 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.112) jagt in sehr geringer Flughöhe sehr beweglich über freies Feld, Heide, Riedland, überholt die Beute u. stösst dann hinunter: kleinere Singvögel, Drosseln, Wartvögel, Rebhühner, Lemminge, Mäuse, Insekten (Bd.II, S.112)
Rötelfalke
(Falco naumanni)
Zugvogel
28 Tage Brut
(Bd.II, S.116)
S-Eur., im N bis Pyrenäen, S-Frankr., Mittelitalien, Ungarn, S-Russland, selten bis W- u. Mitteleur.; im Winter in afr. Steppe bis zum Kapland in S-Afrika (Bd.II, S.116);
etwas kleiner u. schlanker als der Turmfalke; das Rötelfalkenweibchen gleicht dem Turmfalkenweibchen (Bd.II, S.116)
in Felsnischen, Mauerlöchern u. an alten Gebäuden in Kolonien brütend, Brut im Mai/Juni (Bd.II, S.116) v.a. Insekten wie Libellen u. Heuschrecken, a. Eidechsen u. Mäuse (Bd.II, S.116)
Rotfussfalke
(Falco vespertinus)
Zugvogel
23 Tage Brut
Donaubecken bis Ungarn, S-PL, Russland, selten weiter westlich (Bd.II, S.114);
im Winter im trop., u. südl. Afrika; in der Schweiz nur auf Durchreise im Frühling (Bd.II, S.114)
übernehmen gern Horste von leeren Saatkrähenkolonien, Brut ab Mai/Juni; 27 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.114) schnappt in der Luft: Insekten, Maikäfer, Mitkäfer; schnappt im Sturzflug od. von einer Warte aus: Frösche, Kröten, Eidechsen, Mäuse, gelegentlich Jungvögel; jagt oft in der Abenddämmerung (Bd.II, S.114)
Turmfalke
(Falcotinnunculus)
Standvogel
Strichvogel
Zugvogel
27-29 Tage Brut
in ganz Eur. bis in den "hohen Norden", nicht in Island; im Winter Verlagerung in den Raum zw. S-Schweden u. dem trop. Afrika; ist in der Schweiz der häufigste Raubvogel (Bd.II, S.118);
neckt sich in der Luft oft mit Krähen u. Bussarden (Bd.II, S.118)
auf freiem Felde, im Flachland und in den Bergen, bis zur Alpenweide; a. in Städten brütend; Brut in Felsnischen od. in Elstern- od. Krähennest, od. in Kirchtürmen, Mauerlöchern, Nistkästen, Baum- od. Erdhöhlen; Brut ab April/Mai; 27-33 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.118) Jagd im Sturzflug (Bd.II, S.118): frisst v.a. Mäuse (Bd.II, S.128) von offenem Gelände, a. Eidechsen; Jagd im Gleitflug auf grössere Insekten; in Notzeiten frisst er auch Singvögel (Bd.II, S.118)
Wanderfalke
(Falco peregrinus)
Stand-, Strich- u. Zugvogel
28-29 Tage Brut (Bd.II, S.104)
in ganz Europa, selten geworden (Stand 1958), nicht in Island; v.a. die flüggen Jungen wandern, im Winter bis ins tropische Afrika (Bd.II, S.104);
scharfer "Falkenzahn", charakteristische Gesichtszeichnung, quergebänderte Unterseite, beim Jungvogel noch längs gebändert _(Bd.II, S.104);
im Winter a. Stadtvogel (Bd.II, S.104)
Horst in den Bergen in geschützter Nische an Felswänden, im Flachland Baumhorst eines Raubvogels od. Reihers (Bd.II, S.104);
Brut ab März/Apr., 35-40 Tage _Nestlingszeit (Bd.II, S.104)
fängt Beute im Flug, v.a. Wildtauben, Krähen, Häher, Kiebitze, Stare u. Drosseln; Jagt im Winter in Städten auf Türmen: Haustauben u. Lachmöwen (Bd.II, S.104)
Würgfalke
(Falco cherrug)
Standvogel
Strichvogel
Zugvogel
östl. Steppenvogel in S-Russland u. im Donaubecken bis Wien; im Winter Streifzüge bis Italien, selten nach Mitteleuropa (Bd.II, S.108);
schlankere Flügel als beim Wanderfalken (Bd.II, S.108)
nistet im Feld od. in grossen Baumhorsten; Brut ab Apr./Mai (Bd.II, S.108) greift im niedrigen Gleitflug über der Steppe v.a. Ziesel u. andere Nager, schnappt a. Vögel in der Luft (Bd.II, S.108)



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Geier (Bd.II, S.120,122)
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Geier generell grösste Vögel mit bis fast 3m Spannweite; lange Hälse verhindern das Verschmieren des Gefieders durch die Fressorgien am Aas;
gleichzeitig relativ schwache Füsse, nicht zum Ergreifen von Beute geeignet (Bd.II, S.120,122)
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128);
Brut 6-8 Wochen (Bd.II, S.128);
Junge werden mit offenen Augen geboren, 1-3 Monate Nestlingszeit (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd; die Jungen sind erst ab 5.Altersjahr geschlechtsreif (Bd.II, S.129).
Nahrung nur vom Aas, viele Fastentage, weil kein Aas gefunden wird, weite Suchflüge, wobei auch andere Aasgeier beobachtet werden, und wo einer niedergeht, kommen auch gleich weitere; im Zusammenspiel wird ein totes Rind in 2 Stunden gefressen, der Vorrat ist in den Kröpfen; die Geier sind manchmal so schwer, dass sie kaum noch fliegen können.
Bartgeier
(Gypaëtus barbatus)
55 Tage Brut (Bd.II, S.68)
in Mitteleuropa praktisch ausgerottet, bis 1850 viel in den Alpen (Bd.II, S.121), in den Zentral- u. Ostalpen Anf. 19.Jh. ausgerottet; noch in Spanien, in den Pyrenäen, südl. Balkan, Griech-ld., wieder vereinzelt in Österreich u. im Wallis (Bd.II, S.68);
mit vielen Eigenheiten im Körperbau (Bd.II, S.121), 2,7-3m Flügelweite (Bd.II, S.68);
Gerüchte behaupteten Lämmer- u. Kinderraub sowie Attacken auf Jäger u. Hirten (Bd.II, S.68)
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128), Horst in Felswänden, Brut ab Jan./März (Bd.II, S.68) kann a. grosse Röhrenknochen, Rindenwirbel und Hufe verdauen, ist Hauptnahrung (Bd.II, S.121), frisst Aas, v.a. grosse Knochen, die der Bartgeier aus grosser Höhe herunterfallen lässt, so dass sie zersplittern; im Süden macht der Bartgeier dasselbe mit Schildkröten; greift sich gelegentlich a. kleinere Tiere (Bd.II, S.68).
Gänsegeier
(Gyps fulvus)
52 Tage Brut (Bd.II, S.66)
grösster Geier in Europa (Bd.II, S.120);
häufig in Sp./Port., Pyrenäen, Sardinien, Sizilien, südlicher Balkan, in den südfrz. Causses selten; Flüge ohne Brut bis in die österr. Alpen, vereinzelt in ganz Mitteleuropa (Bd.II, S.66)
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128); brütet in Kolonien an hohen Felswänden, Brut ab Februar (Bd.II, S.66);
3 Monate Nestlingszeit (Bd.II, S.66)
gerne Eingeweide, kommt zuerst dran, wenn ein totes Tier gefunden wird, schlitzt es auf (Bd.II, S.120)
Mönchsgeier / Kuttengeier (Aegypius monachus) (Bd.II, S.66) zweitgrösster Geier in Europa (Bd.II, S.120);
Sp./Port., Balearen, Sardinien, Sizilien, Balkan, inzwischen nur noch selten (Bd.II, S.66);
2,8m Flügelweite, massive Muskulaturen am Schnabel _(Bd.II, S.66)
nur paarweise in lichten, weiten Wäldern (Bd.II, S.66);
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128);
Horst im Wipfel eines grossen Baumes _(Bd.II, S.66);
Brut ab Feb./März (Bd.II, S.66)
Haut, Muskeln, Sehnen, Knochen (Bd.II, S.66); frisst gerne Fleisch u. Knochen nach dem Gänsegeier (Bd.II, S.120); jagt a. lebende Beute (Bd.II, S.66)
Schmutzgeier
(Neophron percnopterus)
Zugvogel
6 Wochen Brut (Bd.II, S.66)
kleinster Geier Europas (Bd.II, S.66);
in Eur. in Sp./Port., S-Frankreich, Korsika, Sizilien, Italien, grosser Teil der Balkanländer (Bd.II, S.66);
März/April-Sep./Okt., als Zugvogel im Winter am Südrand der Sahara;
im Orient in den Städten neben Schlachthöfen u. Abfallhalden;
die Flügel sehen im Flug aus wie Storchenflügel (Bd.II, S.66)
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128), Horst in Felsnischen, verziert mit allen möglichen Abfällen (Bd.II, S.66);
Brut ab März/April (Bd.II, S.66)
Aas; Schmutzgeier als die kleinsten Geier müssen nehmen, was die grösseren Geier übrig lassen: Darminhalt, andere Reste, a. gern Exkremente; frisst a. Schildkröten, Eidechsen, Frösche (Bd.II, S.66)


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Habicht
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Habicht
(Accipiter gentilis)
Stand- u. Strichvogel
35-38 Tage Brut
(Bd.II, S.84)
ganz Eur. ausser Island, Irland, GB, Port., z.T. fast ausgerottet (Bd.II, S.84);
breite, kurze Flüge, rascher Flügelschlag für schnellen u. wendigen Flug, gern in deckungsreichem Gelände, jagt überfallartig, verfolgt Beute bis ins Gezweige (Bd.II, S.126); nach der Aufzucht Einzelgänger bis Jan., jagt dann auch über Kulturland bis an Siedlungsränder (Bd.II, S.84)
Horst in ruhigem Waldteil mit altem Baumbestand, Horst aus Reisig (Bd.II, S.84);
Brut ab April/Mai, fliegt u. kreist kaum während der Brut (Bd.II, S.84);
Junge werden mit offenen Augen geboren, 1-3 Monate Nestlingszeit (Bd.II, S.128), 40 Tage Nestlingszeit, in Horstnähe bis Ende Juli (Bd.II, S.84),  schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129), dann selbständig (Bd.II, S.84)
lauert auf Bäumen (Bd.II, S.84): schnappt sich auf Bauernhöfen Tauben oder Hausgeflügel; in Wildbahn: Krähen, Elstern, Häher, die selbst Nesträuber sind; so bleibt der Schaden im Gleichgewicht (Bd.II, S.126)




Häher (Garrulinae) (Bd.I, S.20-24)
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Eichelhäher
z.T. Zugvogel
1 Brut jährlich im März, 2 Wochen Brut
in fast ganz Europa;
bis 1600m ü.M. brütend;
hüpft auf dem Erdboden
(Bd.I, S.20-24)
Nester am Stamm eines Nadelbaums platziert; relativ feste Nester, 4-6m über dem Boden, manchmal auch frei im Dickicht von Bäumen und Gebüschen;
v.a. im Laubwald, ab und zu auch im Nadelwald;
Niststoffe: Reisig, Wurzeln, trockene Grashalme, Pflanzenbast, Stengel, Moose, Flechten
(Bd.I, S.20-24)
Allesfresser: Insekten, Raupen, Plündern von Wespennestern u.a. Nestern, Würmer, kleine Schnecken, manchmal Vogeleier und Nestjunge, Beeren der Eberesche, Wacholderbeeren, Walnüsse;
speziell: Bucheckern, Eicheln und Walnüsse; Vergraben von Vorräten, die er im Winter nicht mehr wieder findet, so Verbreitung der Buche und der Eiche;
Futter für die Jungen: Insekten, Schnecken, wirbellose Tiere, später Grünzeug (Bd.I, S.20-24); Eier u. Jungvögel, selten Kleinsäuger u. Reptilien; Samen u. Früchte: Eicheln, Haselnüsse, Bucheckern, Esskastanie, Getreide, v.a. Mais (Merkblatt: Nahrung v. Gartenvögeln 2002)_, Himbeere, Roter Holunder, Schwarzer Holunder, Schwarzdorn, Traubenkirsche (Merkblatt: Beeren u. Singvögel 2003), Hagebuche (Merkblatt: Der vogelfreundliche Garten 2001)
Arvenhäher /  Tannenhäher

russische Rasse z.T. Zugvogel nach Mitteleuropa

1 Brut jährlich im März, 2 Wochen Brut
südliches FS überall, Baltikum, mitteleur. Alpen, NW-Balkan;
brütet bis an die obere Waldgrenze;
hüpft auf dem Erdboden
Die Nester sind am Stamm eines Nadelbaums platziert; relativ feste Nester, 4-6m über dem Boden
v.a. auf Nadelbäumen, v.a. auf Arven, Arvenhäher sind "Arvenanzeiger", daneben auch auf Fichten, Weisstannen, Föhren und Lärchen;
Niststoffe: Reisig, Wurzeln, trockene Grashalme, Pflanzenbast, Stengel, Moose, Flechten, auch Lehm und Holzmulm
Allesfresser: Insekten, Raupen, Plündern von Wespennestern u.a. Nestern, Würmer, kleine Schnecken, manchmal Vogeleier und Nestjunge, Beeren der Eberesche, Wacholderbeeren, Walnüsse;
speziell: Samen von Nadelbäumen, Samen der Arve (Zirbelnüsschen), Haselnüsse; Vergraben von Vorräten, die er im Winter nicht mehr wieder findet, so Verbreitung der Arve und Haselnusssträucher;
Futter für die Jungen: Insekten, Schnecken, wirbellose Tiere, später Grünzeug (Bd.I, S.20-24); Insekten, Spinnen, ganzjährig vegetabil; legt Vorratskammern mit Früchten von Pinus-Arten an (Kiefer, Föhre, Fichte); Koniferensamen [Tannenzapfensamen], Laubbaumsamen, viele Beeren u. weiche Früchte (Merkblatt: Nahrung v. Gartenvögeln 2002)
Rotschwanzhäher / Unglückshäher

1 Brut jährlich im März, 2 Wochen Brut
im mittl. + nördl. Norwegen
im mittl. + nördl. Schweden
im mittl. + nördl. Finnland
in Nord-Russland;
hüpft auf dem Erdboden
Die Nester sind am Stamm eines Nadelbaums platziert; relativ feste Nester, 2-3m über dem Boden, selten 4-6m hoch
v.a. auf Nadelbäumen;
Niststoffe: Reisig, Wurzeln, trockene Grashalme, Pflanzenbast, Stengel, Moose, Flechten; Mulde mit Pflanzenwolle, Federn von Wildhühnern und Eulen
Allesfresser: Insekten, Raupen, Plündern von Wespennestern u.a. Nestern, Würmer, kleine Schnecken, manchmal Vogeleier und Nestjunge, Beeren der Eberesche, Wacholderbeeren, Walnüsse;
Futter für die Jungen: Insekten, Schnecken, wirbellose Tiere, später Grünzeug
Tannenhäher siehe: Arvenhäher



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Kauz: siehe: Eulen




Krähenvögel: Krähen und Elstern (lat.: Corvinae) (Bd.I, S.8-19)
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Mischlinge der Rassen Rabenkrähe und Nebelkrähe schreiten auf dem Boden

Blauelster Sp., Port.;
schreitet auf dem Boden
horstartiges, festes Nest, normalerweise in Baumkronen; das Nest ist ähnlich einem kleinen Krähennest oder einem grossen Würgernest; Tendenz zur Koloniebildung, z.T. zwei Nester auf einem Baum Allesfresser, v.a. wirbellose Tiere; Grünzeug, Beeren, Früchte;
Baumfrüchte, Ausplündern von anderen Nestern; Nahrungssuche in der Nähe von Gehölzen
Elster weit in Europa verbreitet;
bis 1450m ü.M. brütend;
schreitet auf dem Boden
kugelförmiges, überdachtes Nest mit Loch an der Seite: "Kobel";
Nest normalerweise in Baumkronen, hoch in den Wipfeln alter Bäume, oft aber auch in Dickichten gleich über dem Boden, in Röhrichten (Rohrdickicht), auf Leitungsmasten;
Elsternkobel werden auch von anderen Vögeln benutzt, z.B. von Turmfalken, Hohltauben oder Waldohreulen
Allesfresser, v.a. wirbellose Tiere; Grünzeug, Beeren, Früchte; Baumfrüchte, Ausplündern von anderen Nestern; Nahrungssuche in der Nähe von Gehölzen (Bd.I, S.8-19); vegetabile Kost v.a. im Winter (Merkblatt: Nahrung v. Gartenvögeln 2002):  Berberitze, Vogelbeerbaum (Merkblatt: Hecken u. Vögel 2002); ganzjährig: Abfall, kleine Wirbeltiere, Vogeleier, Aas (Merkblatt: Nahrung von Gartenvögeln 2002), Roter u. Schwarzer Holunder (Merkblatt: Beeren u. Singvögel 2003)


Elsternkobel werden auch von Staren benutzt (S.24-30)
Kolkrabe weit in Europa verbreitet;
bis subalpin brütend;
schreitet auf dem Boden
horstartiges, festes Nest; auf Steingesimsen, in Felsklüften, auf hohen Bäumen kleinere, v.a. kranke Wirbeltiere, Säuger, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische, Aas, Schnecken, Muscheln, Würmer, Eier, Insekten, Krebse, Früchte aller Art, Beeren, Samen, Grünzeug
Krähen
sind je nachdem Standvogel oder Zugvogel
nur 1 Brut/Jahr im März-Mai 3 Wochen

meist mit Reisig, neben Reisig sind Niststoffe auch Grashalme, Pflanzenbast, Moos, Federn, Tierhaare, Stofflappen, lehmige Erde, Drahtstücke, Knochen etc.; die Krähennester sind sehr stabil, werden oft mehrfach, z.T. über Jahrzehnte benutzt Die meisten Krähenvögel suchen die Nahrung auf Erdböden, Wiesen, Feldern, an Ufern
Nebelkrähe Irland, N-GB, _Fennoskandien, Italien, Osteuropa;
bis subalpin brütend;
schreitet auf dem Boden
horstartiges, festes Nest, normalerweise in Baumkronen kleinere, v.a. kranke Wirbeltiere, Säuger, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische, Aas, Schnecken, Muscheln, Würmer, Eier, Insekten, Krebse, Früchte aller Art, Beeren, Samen, Grünzeug; Muscheln und Nüsse werden ergriffen, von hoch oben fallen gelassen, dann aufgesplittert und so der Inhalt frei gegeben
Rabenkrähe Zugvogel v.a. in GB, Sp., Port., Westeuropa;
bis subalpin brütend;
schreitet auf dem Boden
horstartiges, festes Netz; brechen auf Bäumen auch frische Zweige für den Nestbau ab; Horst normalerweise in Baumkronen, auch auf Felsbändern, Eisengerüsten, auf dem Erdboden kleinere, v.a. kranke Wirbeltiere, Säuger, Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische, Aas, Schnecken, Muscheln, Würmer, Eier, Insekten, Krebse, Früchte aller Art, Beeren, Samen, Grünzeug; Muscheln und Nüsse werden ergriffen, von hoch oben fallen gelassen, dann aufgesplittert und so der Inhalt frei gegeben
Saatkrähe Zugvogel GB, FS, N-Eur., O-Eur.;
nur im Tiefland brütend;
schreitet auf dem Boden
horstartiges, festes Nest, normalerweise in Baumkronen, meist in Kolonien auftretend, brütet auch auf unbenutztem Schornstein selten Aas und lebende Wirbeltiere, mehr Getreide, Grünzeug, Insekten


Die Horste der Saatkrähe werden auch von Staren benutzt (S.24-30)
Steinkrähe (Bergkrähe)
in den Alpen Zugvogel
Westküste Irlands und Englands, Bretagne, Sp., Port., Alpen, Sardinien, S-Italien, Sizilien, Griechenland;
bis subalpin brütend;
schreitet auf dem Boden
horstartiges, festes Nest, brütet z.T. in Kolonien an Felsen, oft auch vereinzelt, in Mauerlücken von alten Burgen oder in Dachstühlen von Türmen oder Ruinen keine Angaben


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L 5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW


Löffler: siehe: Schreitvögel


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Milane
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Milan generell nicht so schwerfällig wie die Geier, leichter Flug mit etw. abgewinkelt getragenen, langen Schwingen (Bd.II, S.122) Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128);
Brut 4-6 Wochen (Bd.II, S.128);
Junge werden mit offenen Augen geboren, 1-3 Monate Nestlingszeit (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129)
gerne Aas; greift sich die Beute aber auch aus der Luft vom Boden od. vom Wasser, frisst z.T. schon im Flug: kranke Fische, tote Fische, Aas, Abfälle, Regenwürmer, Käfer, Frösche, Mäuse, junge Vögel;
Milane jagen Habichten und Wasserfalken die Beute ab;
Milane besuchen gern Reiherkolonien, um herumliegende Fischreste zu erben (Bd.II, S.122)
Schwarzer Milan (Schwarzmilan)
(Milvus migrans)
besser: Schwarzbrauner Milan
Zugvogel
32 Tage Brut
Kontinentaleuropa, im N bis S-Finnland, nicht in Skand., DK, NL, Belg., N-Frankreich (Bd.II, S.90);
März/Apr.-Aug./Sep., im Winter im trop. u. südl. Afrika (Bd.II, S.90);
Balzflüge der Paare (Bd.II, S.90)
häufig an Wasserläufen u. Seen, Horste auf hohen Waldbäumen od. niedrig im Gebüsch, in Felsnischen an Steilhängen über dem See, manchmal in Kolonien (Bd.II, S.90);
Horste sind dekoriert mit Lumpen, Papierfetzen u. Abfällen (Bd.II, S.90);
42-45 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.90)
kranke od. tote Fische u. allerlei Schwemmgut, das an der Oberfläche treibt, jagt a. im Feld u. bis in mittlere Berglagen, an Nahrungsquellen a. in Scharen auftretend (Bd.II, S.90);
in S-Eur. u. im Orient frisst er meist Aas, schart sich um Abfallstätten der menschlichen Siedlungen
Schwarzmilan, Karte des Vogelzugs (Vogelzugkarte) mit Sommerquartier und Winterquartier; aus: Die Rückkehr der Zugvögel. Karte 2008; Schweizerische Vogelwarte, 6204 Sempach; www.vogelwarte.ch
Schwarzmilan, Karte des Vogelzugs
                    (Vogelzugkarte) mit Sommerquartier und
                    Winterquartier; aus: Die Rückkehr der Zugvögel.
                    Karte 2008; Schweizerische Vogelwarte, 6204 Sempach;
                    www.vogelwarte.ch
Roter Milan (Rotmilan)
(Milvus milvus)
meist Zugvogel, in S-Eur. Standvogel
28-30 Tage Brut (Bd.II, S.90)
in Mitteleur. ausser NL, Belg., W-Frkr., in S-Eur. ausser S-Balkan, in S-Schweden u. Wales (Bd.II, S.90)
Feb./Apr.-Sep./Nov., im Winter in S-Eur. u. N-Afrika, z.T. fast ausgerottet (Bd.II, S.90)
Horst im bewaldeten Hügelland; Brut ab April, 50-54 Tage Nestlingszeit (Bd.II, S.90) jagt segelnd über Felder od. kreist über Seen (Bd.II, S.90)



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R 5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW


Reiher: siehe Schreitvögel


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Schreitvögel: Reiher, Störche, Löffler, Sichler
Reiher 60 Arten, Ibisse (Sichler, Löffler) 28 Arten, Störche 17 Arten

Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Schreitvögel generell weltweit in gemässigten Zonen (Bd.IV, S.58); sind näher verwandt mit Ruderfüsslern als mit den Kranichen, sind den Kranichen nur äusserlich ähnlich; können nur schreiten, nicht rennen, im Gegensatz zu Watvögeln und Läufern (Bd.IV, S.56), können nur fliegend fliehen (Bd.IV, S.58);
haben meist tief angesetzte Hinterzehe u. so einen Klammerfuss zum Stehen im Geäst, Kraniche nicht (Bd.IV, S.58)
Horst in Baumkronen (Bd.IV, S.58);
Junge werden mit offenen Augen geboren (Bd.IV, S.58)
suchen schreitend die Nahrung im seichten Wasser u. Sumpf, auf Wiesen, Feldern u. in Steppen; packen die Beute, sind gleichzeitig immer auf jede Gefahr und zum Fluchtflug gefasst; (Bd.IV, S.56)
Ibisse: Löffler und Sichler generell Ibisse waren im "Alten Ägypten" heilig (Bd.IV, S.70); Schreitvögel, in warmen Zonen SO-Europas, in Sümpfen u. in offenen Seichtwasserflächen, in SW-Europa nur verstreute Kolonien  (Bd.IV, S.70);
meist schlanker u. gebogener Schnabel mit feinfühligen Tastorganen, selten löffelförmig abgeplattet (Bd.IV, S.70)

sucht in seichten Wassern auf weichem Grund, rührt den Schlamm auf u. schnappt Kleintiere: Würmer, Schnecken, Muscheln, Insekten, Krebschen, Kaulquappen, kleine Fische (Bd.IV, S.70)
Ibis: Löffler
(Platalea leucorodia), a. Löffelreiher genannt, ist aber kein Reiher!
Apr.-Aug. in Eur., Aug.-Okt. Zug nach S, im trop. Afrika, März-Apr. Zug nach N (Bd.IV, S.54);
im Sommer in Asien bis S-Russland [Ukraine?], bis Balkan, Ungarn u. Neusiedlersee, u. regelm. in SW-Sp. u. NL brütend, in dichten Kolonien zu 100e bis 1000 (Bd.IV, S.54)
Nest in Ufergürteln od. Sümpfen mit dichtem Schilf, Gehölz, im Schilfwald; Brut ab April/Mai, 21 Tage Brut, in 4 Wochen laufen die Jungen, in 8 Wochen sind sie flügge (Bd.IV, S.54) jagt im seichten Wasser, nur in wenigen Gewässern wegen spezialisierter Ernährung: seichte, vegetationsarme Schlamm- u. Sandböden: Steppenseen, Süsswasserlagunen, Brackwasserlagunen, Wattenmeer (Bd.IV, S.54); zieht Schnabel in schneller, mähender Schwenkbewegung durchs Wasser u. sammelt die Beute schnatternd ein (Bd.IV, S.70)
Ibis: Sichler im untiefen Wasser, a. in Schlickbänken, auf verwachsenem Morast u. auf Sumpfwiesen _(Bd.IV, S.70)
stochert im Boden wie die Schnepfenvögel (Bd.IV, S.70)
Ibis: Sichler, Brauner
(Plegadis falcinellus)
in wärmeren Regionen Asiens u., Europas Apr./Mai-Sep./Okt., a. in Mittel-"Amerika"; das Verhalten in Afrika ist nicht abgeklärt (Stand 1962) (Bd.IV, S.56); im Sommer gelegentlich in Oberitalien u. SO-Eur., nicht mehr bis Ö, Siz. u. a. nicht mehr in S-Sp.; kann jahrelang ausbleiben (Bd.IV, S.56); fliegt in Schwärmen (Bd.IV, S.56) brütet unregelmässig, brütet in Kolonien im Schilf u. Sumpfgehölzen mit Reihern u. Zwergscharben; Brut Mai/Juni 21 Tage, 6 Wochen Nestlingszeit (Bd.IV, S.56);
die Jungen unternehmen völlig unberechenbare Streifflüge, z.T. bis N-Eur. (Bd.IV, S.56)
jagt ähnlich wie der Löffler in Flachseen u. Lagunen, mit weiten Schilfsümpfen u. offenen Schlammflächen (Bd.IV, S.56)
Ibis: Waldrapps zuerst verbreitet in S-Europa u. bis S-Dtld, ab 17.Jh. Rückzug nach S-Eur., dann nur noch in Afrika u. Vorderasien (Stand 1962) (Bd.IV, S.70)

Reiher generell weltweit 60 Arten, beherrscht perfekt Wasser u. Luft, Federn sind variabel einsetzbar, bald am Körper angelegt, bald aufgerichtet, zarte Schmuckfedern (Bd.IV, S.58) für Geste u. Balzspiel (Bd.IV, S.58,60), absolut schlanker Körper u. sehr dünner Hals, Hals seitlich versteift, nur in Längsrichtung frei beweglich, kann mit Wucht vorschnellen zur Jagd od. Verteidigung (Bd.IV, S.60); Flughaltung mit zurückgezogenem Hals, hält den Kopf zw. den Schultern (Bd.IV, S.36) Gemischte Reiherkolonien sind platziert im Weidendickicht, im Sumpf od. auf hohen Laub- u. Nadelbäumen, 100e Horste, mit Gerüchen von gärenden Exkrementen u. verwesendem Fisch (Bd.IV, S.40) jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer (Bd.IV, S.60)
Reiher: Fischreiher / Graureiher
(Ardea cinerea)
ca. 50% Zugvogel, ca. 50% Standvogel
25-26 Tage Brut (Bd.IV, S.36)
in Eur. Feb./März-Aug./Sep. ausser Island, im N bis S-Skand., S-Finnland, nur lokal in Sp./Port., S-Frankreich u. Italien (Bd.IV, S.36); um 1900 in Eur. sehr verfolgt (Bd.IV, S.36), seit 1925 in der Schweiz unter Schutz, Bestand zunehmend (Bd.IV, S.62), 1962 gut 500 Paare in der Schweiz (Bd.IV, S.36); Jahreszüge von ca. 50% der Population, die andere Hälfte Standvogel (Bd.IV, S.36);
Zug im Herbst über das Meer mit Flügelschlag, bis ins trop. Afrika, ohne feste Route u. folglich im Mittelmeerraum zur Zugzeit überall anzutreffen _(Bd.IV, S.66); extrem berührungsscheu, a. bei der Paarung (Bd.IV, S.66)
Horst über Jahre derselbe od. neuer Horst auf Astgabel durch Männchen festgelegt u. dann Balz; Horst im Wipfel v. Laub- od. Nadelbäumen, seltener im Schilf od. auf dem Boden;  Brut normalerweise in Kolonien; jüngste Junge sterben oft durch Futterknappheit od. Misshandlung der grösseren Geschwister (Bd.IV, S.36);
ab 6-7 Wochen laufen sie, ab 8-9 Wochen flügge, ziehen oft 100e km weit in die Landschaft zerstreut (Bd.IV, S.36)
jagt a. oft Mäuse, aber immer noch 2/3 Fisch (200g Weissfisch von der Oberfläche) täglich, hält dabei den Fischbestand im Gleichgewicht, sonst hätte er bald keine Beute mehr; Schäden in Zuchtanlagen möglich (Bd.IV, S.60)
Reiher:
Kuhreiher
(Ardeola ibis)
Zugvogel
21-24 Tage Brut
in Eur. in SW-Portugal, vereinzelt in der Camargue; in Ebenen Andalusiens bei Rinderherden, um von Rindern aufgestörte Heuschrecken, Käfer u. Frösche aufzulesen; seit einigen Jahrzehnten a. in "Amerika", hat sich von Guayana aus an der Ostküste zw. Amazonas u. St.Lorenzstorm ausgebreitet (Bd.IV, S.42);
von Europa nach Afrika unregelmässige Zugbewegungen; fast ganz weisses Gefieder, gering rostbraun (Bd.IV, S.42), untersetzte Gestalt, kurzer Hals (Bd.IV, S.44)
Brut ab April/Mai (Bd.IV, S.42) jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer (Bd.IV, S.60)
Reiher:
Nachtreiher
(Nycticorax nycticorax)
Zugvogel
21 Tage Brut
ganz S-Eur.; in W-Eur. u. NL nur isolierte Brutplätze; streift regelm. durch Mitteleur.; in Eur. März/Apr.-Sep./Okt.; im Winter im trop. Afrika (Bd.IV, S.44);
oben schwarz, Flügel grau, unten weiss gefiedert; stark untersetzte Gestalt, praktisch kein Hals, ähnlich Rohrdommel (Bd.IV, S.44)
am Tag verborgen im Laubwerk in dichtem Gebüsch od. in hohen Baumkronen; nistet gern in gemischten Kolonien, z.B. mit Seidenreiher u. Rallenreiher, meist auf Bäumen od. Büschen; Brut April/Mai; Nestlingszeit 3-4 Wochen; ab 7-8 Wochen flügge u. selbständig (Bd.IV, S.44) geht ab der Dämmerung gruppenweise lautlos auf Futtersuche an Wassergräben, Teichrändern, auf überschwemmten Reisfeldern, allg. seichten Stellen; jagt während der Brut auch tagsüber (Bd.IV, S.44)
Reiher: Purpurreiher
(Ardea purpurea)
Zugvogel
24-28 Tage Brut
(Bd.IV, S.38)
in S- u. SO-Eur., nördl. der Alpen lokal bis NL, seit 1941 in der Schweiz heimisch am Neuenburgersee; März/Apr.-Aug., Zug in den S Aug.-Okt., im Winter im Mittelmeergebiet bis S-Afrika (Bd.IV, S.38);
schmaler Körper, grau-oranges Tarngefieder (Bd.IV, S.38)
nur in Sumpf u. Schilf, brütet meist im dichten hohen Schilf, Brut ab Apr./Mai, 5-6 Wochen Nestlingszeit, ab 2 Wochen klettern die Jungen im Schilf herum (Bd.IV, S.38) jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer (Bd.IV, S.60)
Reiher:
Rallenreiher
(Ardeola ralloides)
Zugvogel
ca. 22 Tage Brut
ähnliche Gebiet wie Seidenreiher in S-Eur., stellenweise häufig in SO-Europa, ansonsten selten; streift a. in Mitteleuropa (Bd.IV, S.42); in Eur. Apr./Mai-Aug./Sep. (Bd.IV, S.42);
untersetzte Gestalt, kurzer Hals (Bd.IV, S.44); fast total weisses Gefieder, Gestalt fast wie Kuhreiher
versteckt im Sumpfland, meist in Kolonien verwandter Arten nistend; Brut ab Mai/Juni (Bd.IV, S.42) jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer (Bd.IV, S.60);
jagt oft erst ab der Dämmerung (Bd.IV, S.42)
Reiher:
Rohrdommel, Grosse_
Standvogel
Zugvogel
25-26 Tage Brut
lebt wie der Zwergreiher, in Eur. Feb./März-Okt./Nov., im Winter im Mittelmeergebiet u. _trop. Afrika, überwintert z.T. a. in W- u. Mitteleuropa an eisfreien Gewässern (Bd.IV, S.48) in 8 Wochen sind die Jungen flügge (Bd.IV, S.48) jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer _(Bd.IV, S.60)
Reiher:
Seidenreiher
(Egretta garzetta)
Standvogel
Zugvogel
21-25 Tage Brut (Bd.IV, S.40)
in ganz S-Eur., in Sp./Port., S-Frkr., wachsende Population bis zum Teichgebiet von Dombes zw. Lyon u. Genf, z.T. bis Mitteleuropa (Bd.IV, S.40)
oft Anführer gemischter Reiherkolonien; in Eur. Apr./Mai-Sep./Okt., im Winter im Mittelmeergebiet bis ins tropische Afrika (Bd.IV, S.40);
schwarzer Schnabel, weisses Gefieder, im Frühling Haubenfedern  (Bd.IV, S.40)
Brut im Weidendickicht; Nestlingszeit 5 Wochen (Bd.IV, S.40) jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer (Bd.IV, S.60)
Reiher: Silberreiher
(Egretta alba)
Zugvogel
28 Tage Brut
fast so gross wie Fischreiher, auf der ganzen Erde, in SO-Europa, im N bis Südböhmen bis Neusiedlersee, selten a. durch die Schweiz streifend (Bd.IV, S.38), überall "selten geworden", wird wegen Federschmuck massenweise geschossen, Silberreierfedern noch um 1900 auf Märkten verkauft; jetzt wieder zunehmender Bestand (Bd.IV, S.38);
März-Okt., im Winter im östl. Mittelmeerraum (Bd.IV, S.38);
gelber Schnabel, weisses Gefieder (Bd.IV, S.38)
in Sumpfgebieten; Brut ähnlich wie beim Purpurreiher;
Brut Apr./Juni (Bd.IV, S.38)
jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer (Bd.IV, S.60)
Reiher:
Zwergreiher / Zwergrohrdommel
(Ixobrychus minutus)
Zugvogel
1-2 Bruten jährlich
16-19 Tage Brut
der kleinste Reiher in Eur., in ganz Kontinentaleur. im N bis u. mit Baltikum, in Eur. Apr./Mai-Aug./Sep., im Winter im trop. bis südl. Afrika (Bd.IV, S.46);
schmaler Körper für das Schilfleben, klettert im Schilf herum, bei Gefahr zu einem dünnen Pfahl erstarrend (Bd.IV, S.46)
in üppigem Schilfwuchs, im Schilf an langsam fliessenden Gewässern, an grossen Seen, a. an kleineren Weihern; führt ein praktisch unbemerktes, verstecktes Leben; brütet paarweise u. einzeln, manchm. in kleinen, losen Kolonien; Nest über dem Wasser im Schilf auf geknickten Halmen od. in einem Busch; Brut Mai/Juni, manchm. 2.Brut im Juli; Fütterung aus dem Schlund, ab 8 Tagen klettern die Jungen im Schilf herum, ab 30 Tage flügge (Bd.IV, S.46) jagt schleichend im höchstens knietiefen Wasser, a. auf dem Land; Beute sind Fische, daneben andere Wasser- u. Sumpftiere wie Frösche, Käfer, Würmer (Bd.IV, S.60)
Storch, Weisser (Ciconia ciconia)
im W bis NL u. Elsass, im N bis DK, S-Schweden, Estland, im S bis Balkan, Griech-ld, im SW Sp./Port. u. N-Afr., im SO a. in Kleinasien bis Persien, a. _Turkestan u. im äussersten Ostasien (Bd.IV, S.50);
in der Schweiz im Jahr 1900 140 Horste, 1920 ca. 50 Horste, 1934 10 Horste, 1950 keine brütenden Weissen Störche mehr in der Schweiz, noch verbreitet im Elsass, in S-Dtld., a. dort abnehmend (Bd.IV, S.62); 1958 noch 95'000 Brutpaare in Eur. (Bd.IV, S.50)
ist Nähe zu Menschen gewöhnt, reagiert negativ bei Eingriffen in sein Revier, neg. Faktoren: intensive Bodennutzung, Trockenlegen v. Sümpfen, Absenken des Grundwasserspiegels, sich ausbreitende Industrie u. Ortschaften, Hochspannungsleitungen (v.a. junge Störche), ausserdem Abschuss in gewissen Durchzugsländern; die Population sinkt trotz Schutz in der Schweiz  (Bd.IV, S.62);
Ende Feb./März-Aug. in Eur., zuerst Ankunft des Männchens, das den Horst besetzt, dann das Weibchen (Bd.IV, S.64); immer derselbe Horst, der z.T. blutig gg. Rivalen verteidigt wird (Bd.IV, S.50);
Wanderungen: Routenteilung entweder über Gibraltar bis in die Savannen u. Steppen, od. über Bosporus-Anatolien-Nil bis S-Afrika je nachdem, was näher liegt (Bd.IV, S.64), meidet die Überquerung v. Wasser, segeln v. Aufwindschlauch zu Aufwindschlauch (Bd.IV, S.66); einzelne Störche bleiben in Eur. u. überleben milde Winter ohne Schaden (Bd.IV, S.50); über Bosporus-Nil ca. 10'000 km Flugstrecke, im Durchschnitt etw. über 100 km täglich (Bd.IV, S.68); Reise nach Afrika in 3 Monaten, Rückflug in 2 Monaten (Bd.IV, S.68); Adler u. Störche ziehen oft zs. in selber Flugweise (Bd.IV, S.66,68);
Winter in Afrika nur 2 Monate (Bd.IV, S.64), Hauptüberwinterungsgebiet zw. Rhodesien u. Kapland, Eintreffen im Oktober zur Regenzeit zur Vermehrungszeit der Wanderheuschrecken, in Afrika "Heuschreckenvogel" genannt (Bd.IV, S.68).
Horst in kleinen Siedlungen od. einzeln, Horste auf Gebäuden od. starken Bäumen od. Felsen, jahrelang derselbe, wird immer weiter ausgebaut _(Bd.IV, S.50); Brut Ende März bis Mai/Juni 31-34 Tage; Futter wird im Kehlsack zugetragen, am Horstrand ausgewürgt u. von den Jungen ausgelesen (Bd.IV, S.50); Junge haben schwärzlichen Schnabel, ausgewachsen rot (Bd.IV, S.50);
flügge ab 8-9 Wochen; die Jungen wandern einige Tage vor den Eltern nach Süden; geschlechtsreif erst im 3.-4. Altersjahr (Bd.IV; S.50)
Jagd in Ried u. Wässermatten: Frösche, Egel, Wasserkäfer, Schnecken (Bd.IV, S.62), kleine Wassertiere, auf Wiesen Mäuse, Maulwürfe, Regenwürmer, Heuschrecken (v.a. im Sommer), _Maulwurfgrillen, Laufkäfer, Erdraupen (Bd.IV, S.64); in N-Afrika u. Kleinasien im Winterquartier jagt er v.a. in der trockenen Steppe (Bd.IV, S.64)
Weissstorch, Karte des Vogelzugs (Vogelzugkarte) mit Sommerquartier und Winterquartier; aus: Die Rückkehr der Zugvögel. Karte 2008; Schweizerische Vogelwarte, 6204 Sempach; www.vogelwarte.ch
Weissstorch, Karte des Vogelzugs
                    (Vogelzugkarte) mit Sommerquartier und
                    Winterquartier; aus: Die Rückkehr der Zugvögel.
                    Karte 2008; Schweizerische Vogelwarte, 6204 Sempach;
                    www.vogelwarte.ch
Storch: Regenstorch / Abdimstorch zieht zw. Sudan u. S-Afrika, im Winter mit dem Weissen Storch zusammen (Bd.IV, S.68), kleiner als der Weisse Storch, kann nicht bis Eur. segeln (Bd.IV, S.68).
geht mit dem Weissen Storch auf Heuschreckenjagd (Bd.IV, S.68)
Storch: Schwarzstorch
(Ciconia nigra)
Zugvogel
Apr.-Aug. in Eur./Kleinasien, Aug.-Okt. auf Reise n. Afr., in O- u. S-Afrika, März-Apr. auf Reise in den Norden (Bd.IV, S.52);
scheuer Waldvogel,; über ganz Mitteleur. verbreitet, heute nur noch in Rückzugsgebieten in Port., SW-Sp., östl. der Elbe, östl. der Alpen bis Russld., weiter durch ganz Asien, aber nur rel. dünne Bestände (Stand 1962) _(Bd.IV, S.52); klappert selten u. kaum lang (Bd.IV, S.52)
nur in ruhigen Regionen, wo keine Menschen auftauchen, in Niederungen, im waldreichen Bergland in Tälern u. Schluchten, in einsamen, urwüchsigen Wäldern mit Seen-, Auen- u. Sumpfgebieten (Bd.IV, S.52); Horst auf hohen Waldbäumen od. Felsflühen (Felswänden) (Bd.IV, S.52);
Brut ab April/Mai, 35-46 Tage Brut, 9 Wochen _Nestlingszeit (Bd.IV, S.52);  Junge mit grünem Schnabel, später rot (Bd.IV, S.52)
Beute: v.a. Fische, Lurche, Wasserinsekten (Bd.IV, S.52)

n-tv online, Logo

23.7.2011: Störche in Norddeutschland finden immer weniger Nahrung wegen Monokulturen - weniger Nachwuchs

aus: n-tv online: Tiere: Störche kommen immer schlechter über die Runden; 23.7.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Stoerche-kommen-immer-schlechter-ueber-die-Runden-article3879366.html

<Lübtheen (dpa) - Mecklenburg-Vorpommern bietet Störchen in diesem Jahr keine guten Bedingungen. So ist es nach ersten Schätzungen um den Nachwuchs schlecht bestellt. Im Kreis Ludwigslust hätten von 84 Storchenpaaren 25 keinen Nachwuchs. Das sagte der amtierende Storchenbeauftragte des Naturschutzbundes im Land, Helmut Eggers. Das heiße, rund 30 Prozent seien ohne Junge. In den 1980er Jahren seien im Durchschnitt 10 Prozent «kinderlos» geblieben. Das Hauptproblem, ist nach Eggers' Überzeugung der Nahrungsmangel: Auf Monokulturen von Mais oder Raps finden die großen Vögel nichts.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Basler Zeitung online, Logo

31.8.2011: <Spanische Mülldeponien bedrohen Basler Störche>

aus: Basler Zeitung online; 31.8.2011;
http://bazonline.ch/basel/stadt/Spanische-Muelldeponien-bedrohen-Basler-Stoerche/story/16558536

<Vor einigen Tagen hat sich der Basler Storch Amelios auf den Weg in den Süden gemacht. Dank einem Sender kann seine Route mitverfolgt werden. Nun scheint seine Reise zu Ende zu sein.

Die Tage werden kürzer und kürzer. Für die Störche der Region ein Zeichen, dass es Zeit wird, in wärmere Gefilde aufzubrechen. Genau das machte vor einigen Tagen auch der Basler Storch Amelios, der im Frühling im Basler Zolli das Licht der Welt erblickt hat.

Der Jungstorch wurde am 7. Juli mit einem kleinen Sender versehen, mit dessen Hilfe die Reise des Vogels mitverfolgt werden kann. Der Sender ist Teil eines Projekts, mit dem die Gesellschaft Storch-Schweiz das veränderte Zugverhalten der Störche analysieren möchte.

Nachdem Amelios einige Zeit in der Region zwischen Wahlen und Oberwil hin und her gependelt ist, hat er ungefähr am 24. August die Schweiz verlassen, teilte der Basler Zolli heute mit. Am 26. August durchquerte der Vogel das Rhonetal. Über Montélimar, vorbei an Nîmes und Montpellier gelangte er entlang der Küste am 27. August nach Spanien. Tags darauf zog er entlang der Küste weiter und erreichte 12 Kilometer nördlich von Barcelona den Ort Cami de la Torra Negra.

Das Rätsel um den Zug der Störche

Dank den besenderten Störchen konnten nun gemäss Zolli erste Erkenntnisse gewonnen werden. Die Koordinaten eines anderen Storches zeugen von einem Aufenthalt auf einer Mülldeponie in Spanien, von welcher die Organisation Storch-Schweiz bisher keine Kenntnisse hatte. Bereits in früheren Jahren seien Ringrückmeldungen aus diesem Ort eingegangen. Dank der punktgenauen GPS-Koordinaten wisse man nun, dass sich auch jene Störche mit grösster Wahrscheinlichkeit auf dieser Mülldeponie aufgehalten hatten, schreibt der Zolli weiter. Eine seit längerem bekannte Deponie liege nur etwa 30 km entfernt.

Amelios und seine Artgenossen sollen mithelfen, ein Rätsel zu klären. Ein grosser Teil der westwärts ziehenden Störche zieht zum Überwintern nicht mehr nach Westafrika, sondern überwintert in Spanien. Dort finden sie Nahrung in Reisfeldern, vor allem aber auf grossen Mülldeponien. Die Forscher wollen nun herausfinden, ob die Verhaltensänderung auf Zucht- und Auswilderungsprojekte zurückzuführen ist oder ob die Mülldeponien mit ihrem grossem - leider nicht immer gesundem - Nahrungsangebot im Süden Spaniens dafür verantwortlich sind. (amu)>

Sichler: siehe: Schreitvögel




Sperber
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Sperber
(Accipiter nisus)
Standvogel, Strichvogel, Zugvogel;
33-35 Tage Brut
(Bd.II, S.86)
ganz Eur., im N bis Baumgrenze (Bd.II, S.86);
als Zugvogel in Eur. von März/Apr.-Sep./Okt., als Standvogel im Winter in N- u. Mitteleur., als Zugvogel lim Winter in S-Eur. u. NW-Afrika, selten im trop. Afrika (Bd.II, S.86);
breite, kurze Flügel, rascher Flügelschlag für schnelle u. wendigen Flug, gern in deckungsreichem Gelände (Bd.II, S.126), hat lange u. schlanke Zehen, Krallen so scharf wie Nadelspitzen, hohe Ständer zum Greifen der Beute aus Verstecken (Bd.II, S.126);
das Weibchen ist fast doppelt so schwer u. bedeutend stärker als das Männchen; meist stiller Einzelgänger, kaum sichtbar, fliegt kaum ausser Balzflüge (Bd.II, S.86)
Horst im Geäst von Fichtengruppen;
Brut ab Mitte Mai; 24-30 Tage Nestlingszeit, dann Familienleben 2-3 Wochen , dann suchen die Jungen eigenes Revier (Bd.II, S.86)
v.a. Vögel (Bd.II, S.86): Suchflug dicht über dem Boden u. über Hecken, überrascht Vögel, oder sitzt im Dickicht auf der Lauer, jagt überfallartig z.B. Spatzenschwärme, wo er den schwächsten herausgreift und über 50% der Spatzenverluste produziert, eher selten Buchfink, Amsel, Singdrossel, Ammer, Lerche, Meise; Sperberweibchen (grösser als das Männchen) jagen a. Eichelhäher; verfolgt Beute bis ins Gezweige: v.a. Kleinvögel; da die Eichelhäher ganze Nester ausplündert, bleibt der Schaden der Sperber an Kleinvögeln im Gleichgewicht (Bd.II, S.126)
Kurzfangsperber
(Accipiter badius)
in Eur. Zugvogel
SO-Eur. bis Griech-ld., Albanien, Serbien, v.a. Asien u. Afrika;
April/Mai-Aug./Sep. (Bd.II, S.88)
in warmen Ebenen, v.a. Flusstäler mit Laubwäldern;
Brut ab Ende Mai/Juni
(Bd. II, S.88)
Nahrung v.a. Insekten, Eidechsen, Schlangen, Nager; Jagd auf offenem Gelände (Bd.II, S.88)




Störche: siehe: Schreitvögel


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U 5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW


Uhu: siehe: Eulen


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W 5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW


Weihen
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Weihen generell in Steppe und Sumpfland (Bd.II, S.94) 
weicher Flügelschlag mit plötzlichen Richtungswechseln (Bd.II, S.122)
Horstbau mit Reisig, Zweigen und Knüppeln (Bd.II, S.128)
Brut 4-6 Wochen (Bd.II, S.128);
Junge werden mit offenen Augen geboren, 1-3 Monate Nestlingszeit (Bd.II, S.128), dann schrittweises Erlernen der Jagd (Bd.II, S.129)
jagt in geringer Höhe über Ried, Wiese, Feld u. Heide: gewöhnlich Mäuse, Frösche, Heuschrecken (Bd.II, S.122,124)
Rohrweihe
(Circus aeruginosus)
im N Zugvogel, am Mittelmeer Standvogel
32-33 Tage Brut (Bd.II, S.94)
ganz Eur., im N bis S-Finnland, S-Schweden, S-England, in der Schweiz selten nur zur Zugzeit sichtbar (Bd.II, S.94);
März/Apr.-Aug./Okt., im Winter in S-Eur. u. Afrika; das Brutzentrum als Standvogel ist am Mittelmeer (Bd.II, S.94);
Rohrweihen sind so gross wie Bussarde, ist die stärkste Weihe, mit schnittigerer Flügelform als Bussarde, Flügel höher gehalten als beim Bussard (Bd.II, S.94)
Horst versteckt im ausgedehnten Schilfwald über dem Wasser auf einer Plattform umgeknickter Halme (Bd.II, S.94);
Brut Mai/Juni; ab Alter von 3 Wochen klettern die Nestlinge im Rohr herum, sind in 56 Tagen flügge (Bd.II, S.94);
oft Geschwistermord am Kleinsten, das aufgefressen wird (Bd.II, S.94)
kühner Räuber (Bd.II, S.94): Mäuse, Frösche, Heuschrecken, speziell a. Wassergeflügel (Bd.II, 122-124)
Kornweihe
(Circuscyaneus)
Standvogel
Strichvogel
Zugvogel
29-30 Tage Brut
in Mittel-, N- u. O-Eur., im S bis Ungarn, Serbien, N-Italien, im W bis Mittelfrankr., N-Sp., Schottld., in der Schweiz kaum brütend (Bd.II, S.96);
März/April-Sep./Nov., im Winter in Mitteleur., S-Eur. bis N-Afr. (Bd.II, S.96);
Männchen auffallend silbergraues Gefieder wie eine grosse Möwe, Weibchen braun, unten rostfarben bis ockergelb (Bd.II, S.96)
flaches, welliges Gelände mit Feldern, Wiesen u. Ödland u. Sumpfsenken; Horst im hohen Gras od. in der Heide od. im Kornfeld (Bd. II, S.96);
5-6 Wochen Nestlingszeit; Männchen bringt Nahrung, Weibchen zerteilt die Nahrung u. füttert sie den Jungen; verunfallt das Weibchen u ist nicht mehr da, bringt das Männchen weiter Nahrung an den Horst, zerteilt die Nahrung aber nicht u. lässt die Jungen sterben , keine Anpassung des Futtertriebes _(Bd.II, S.96).
Mäuse, Frösche, Heuschrecken u. speziell kleine Vögel, selten grosse Vögel (Bd.II, 122-124)
Steppenweihe
(Circus macrourus)
Zugvogel
30 Tage Brut
Russld., Rum., gelegentlich bis Südschweden u. N-Dtld. (Bd.II, S.96);
Apr./Mai-Sep./Okt., im Winter in O- u. S-Afrika; im Herbst manchmal invasionsartig im östl. Mitteleur. (Bd.II, S.96);
etwas kleiner als die Kornweihe, das Männchen mit silbergrauem Gewand mit weissem Kopf (Bd.II, S.96,97)
Steppenvogel; Brut Mai / Juni, Nestlingszeit ca. 5 Wochen (Bd.II, S.96). Mäuse, Frösche, Heuschrecken u. speziell kleine Vögel, selten grosse Vögel (Bd.II, 122-124)
Wiesenweihe
(Circus pygargus)
Zugvogel
28-29 Tage Brut
in ganz Eur., im N bis Baltikum, England, selten bis S-Schweden, im S in Sp./Port., N-Italien, Ungarn, Rum., in der Schweiz selten; Apr./Mai-Aug./Sep., im Winter im trop. u. v.a. im südl. Afrika (Bd.II, S.98);
feiner gebaut als die Kornweihe (Bd.II, S.98)
Horst in Ried u. feuchtem Wiesengelände, am Boden v. Jahr zu Jahr unterschiedliches Auftreten, gern in kleinen Kolonien brütend; Brut Mai/Juni, ca. 5 Wochen Nestlingszeit (Bd.II, S.98) Mäuse, Frösche, Heuschrecken u. speziell kleine Vögel, selten grosse Vögel (Bd.II, 122,124)




Würger (Lanius)
in Europa 5 Arten, mit typischem Hakenschnabel
(Bd.I, S.82-84)
Vogelart
Standvogel-Zugvogel
Anzahl Bruten
Vorkommen und Brutgrenze
Wuchs und Flug
Nestbau Nahrung
Raubwürger
meist Standvogel
1 Brut jährlich, 14 Tage Brut
im mittl. + östl. FS, Sp./Port., Mittel- u. O-Eur.;
leben in Gelände v. Baumgruppen, Einzelbäumen u. Buschwerk mit Acker, Wiesland, Sümpfen, Mooren u. Gewässern, sitzen gern auf hohen Zweigen od. Leitungsdrähten zum Erspähen der Beute (Bd.I, S.82-84)
Nester ähnl. der Horste der Krähen aus Reisern, Grashalmen, Moos als Dichtungsmittel, lockere Bauweise; Platzierung in Gebüschen, auf Bäumen (Bd.I, S.82-84) Insekten, Schnecken, kl. Wirbeltiere; die Nahrung wird an Dornen aufgespiesst, wenn sie nicht sofort benötigt wird; erbeutet die Beute wie Turmfalken von oben her im Sturzflug die Beute (Bd.I, S.82-84)
Schwarzstirnwürger
Zugvogel
1 Brut jährlich, 14 Tage Brut
in Mittel- u. S-Eur., nicht in Sp./Port., nicht in Korsika, Sard. u. Sizilien;
leben in Gelände v. Baumgruppen, Einzelbäumen u. Buschwerk mit Acker, Wiesland, Sümpfen, Mooren u. Gewässern, sitzen gern auf hohen Zweigen od. Leitungsdrähten zum Erspähen der Beute _(Bd.I, S.82-84)
Nester ähnl. der Horste der Krähen aus Reisern, Grashalmen, Moos als Dichtungsmittel, lockere Bauweise; Platzierung in Gebüschen, auf Bäumen (Bd.I, S.82-84) Insekten, Schnecken, kl. Wirbeltiere; die Nahrung wird nur selten an Dornen aufgespiesst, wenn sie nicht sofort benötigt wird (Bd.I, S.82-84)
Rotkopfwürger
Zugvogel
1 Brut jährlich, 14 Tage Brut
in Mittel- u. S-Eur.;
leben in Gelände v. Baumgruppen, Einzelbäumen u. Buschwerk mit Acker, Wiesland, Sümpfen, Mooren u. Gewässern, sitzen gern auf hohen Zweigen od. Leitungsdrähten zum Erspähen der Beute (Bd.I, S.82-84)
Nester ähnl. der Horste der Krähen aus Reisern, Grashalmen, Moos als Dichtungsmittel, lockere Bauweise; Platzierung in Gebüschen, auf Bäumen (Bd.I, S.82-84) Insekten, Schnecken, kl. Wirbeltiere; die Nahrung wird an Dornen aufgespiesst, wenn sie nicht sofort benötigt wird (Bd.I, S.82-84)
Maskenwürger
Zugvogel
1 Brut jährlich, 14 Tage Brut
Türkei, Griechenland, Mazedonien;
leben in Gelände v. Baumgruppen, Einzelbäumen u. Buschwerk mit Acker, Wiesland, Sümpfen, Mooren u. Gewässern, sitzen gern auf hohen Zweigen od. Leitungsdrähten zum Erspähen der Beute (Bd.I, S.82-84)
Nester ähnl. der Horste der Krähen aus Reisern, Grashalmen, Moos als Dichtungsmittel, lockere Bauweise; Platzierung in Gebüschen, auf Bäumen (Bd.I, S.82-84) Insekten, Schnecken, kl. Wirbeltiere; die Nahrung wird an Dornen aufgespiesst, wenn sie nicht sofort benötigt wird (Bd.I, S.82-84)
Dornwürger / Neuntöter
Zugvogel
1 Brut jährlich, 14 Tage Brut
im südl. FS, S-England, kontinentales Eur., in den Alpen durchschnittlich bis 1550m ü.M. brütend, nicht in der Südhälfte v. Span./Port.;
leben in Gelände v. Baumgruppen, Einzelbäumen u. Buschwerk mit Acker, Wiesland, Sümpfen, Mooren u. Gewässern, sitzen gern auf hohen Zweigen od. Leitungsdrähten zum Erspähen der Beute (Bd.I, S.82-84)
Nester ähnl. der Horste der Krähen aus Reisern, Grashalmen, Moos als Dichtungsmittel, lockere Bauweise; Platzierung in Gebüschen, auf Bäumen, a. in Röhrichten, a. am Boden oder im Heidekraut (Bd.I, S.82-84) Insekten, Schnecken, kl. Wirbeltiere; die Nahrung wird an Dornen aufgespiesst, wenn sie nicht sofort benötigt wird (Bd.I, S.82-84); Insekten, a. Spinnen u. kleine Säugetiere (Merkblatt: Nahrung v. Gartenvögeln 2002)
Neuntöter, Karte des Vogelzugs (Vogelzugkarte) mit Sommerquartier und Winterquartier; aus: Die Rückkehr der Zugvögel. Karte 2008; Schweizerische Vogelwarte, 6204 Sempach; www.vogelwarte.ch
Neuntöter, Karte des Vogelzugs (Vogelzugkarte)
                    mit Sommerquartier und Winterquartier; aus: Die
                    Rückkehr der Zugvögel. Karte 2008; Schweizerische
                    Vogelwarte, 6204 Sempach; www.vogelwarte.ch

5. Die Raubvögel AA - BB - EE - FF - GG - HH - KK - LL - MM - RR - SS - UU - WW    nach oben


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