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Walfisch. Meldungen

Das Leben der Wale

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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14.4.2010: Buckelwale kommunizieren mit Gesang und Flossenschlagen

aus: n-tv online: Schlagen statt Singen: Lärm beeinflusst Wal-Gespräche; 14.4.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Laerm-beeinflusst-Wal-Gespraeche-article823145.html

<Wenn ihr Gesang im lauten Meer schlechter zu hören ist, unterhalten sich Buckelwale lieber mit Hilfe ihrer Finnen. Das haben australische Wissenschaftler bei Beobachtungen der Kolosse an der Ostküste des Kontinents entdeckt. Nahmen die natürlichen Geräusche mit den Windstärken zu, verständigten sich die Tiere immer weniger mit ihren beeindruckenden Lauten, sondern durch Auftauchen und Schlagen mit den Schwanz- oder Brustfinnen.

Mit ihren sprachähnlichen Signalen übermittelten die Buckelwale zwar eine große Bandbreite von Informationen, aber in lauter Umgebung könnten die verloren gehen, erläutern die Wissenschaftler um Rebecca A. Dunlop von der Universität von Queensland in Gatton. "Weitere Forschungen müssen nun klären, wie die Tiere mit dem vom Menschen verursachten Lärm umgehen", schreiben die Experten in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Unterwasserlärm, Fischerei, Umweltzerstörung und der Klimawandel bedrohen weltweit viele Wal-Arten. Die bis zu 30 Tonnen schweren Buckelwale sind bekannt für ihre wilden Luftsprünge und ihre einzigartigen, facettenreichen Gesänge.

dpa>

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Wal- und
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WDSF 25.5.2010: Walfische (z.B. auf den Färöer-Inseln) sind hochgradig mit Umweltgiften vergiftet: Quecksilber, PCB etc.

aus: Jürgen Ortmüller: Internationale Petition zur Beendigung des Walfangs und Konsums von Walfleisch auf den Färöer-Inseln; Rund-E-Mail des Wal- und Delfinschutz-Forums WDSF vom 25.5.2010

Die Fakten gemäss WDSF:
-- auf den Färöer-Inseln wird Walfang betrieben mit dem Stolze, ein "besserer Wikinger" zu sein
-- das Walfleisch wird an die Bevölkerung verteilt, Reste landen z.T. auf der Müllkippe
-- das Walfleisch ist hochgradig mit Umweltgiften belastet (Quecksilber, PCB etc.) und bewirkt Krankheiten und genetische Schäden an Neugeborenen
-- die Bevölkerung der Färöer-Inseln hat z.B. einen abnormal hohen Anteil an Parkinson
-- die Regierung der Färöer-Inseln ist nicht bereit zuzugeben, dass das Walfleisch giftig ist:

<Liebe Delfin- und Walfreunde, liebe TS/TR-Kollegen;

Andreas Morlok, Gründer und Geschäftsführer von ProWal und Jürgen Ortmüller, Gründer des WDSF, werden im Sommer 2010 auf die Färöer-Inseln im Nordatlantik fliegen, um sich für die Beendigung des blutigen und grausamen Delfin- und Walfangs einzusetzen. Die beiden Organisationen fordern ein Konsumverbot des mit Umweltgiften verseuchten Walfleisches. Geplant sind auch mehrere Treffen mit den Verantwortlichen der Regierung und Ärzten auf der Insel.

Aus seinen Erfahrungen des Besuchs der Färöer-Inseln im Jahr 2000 bei einer gemeinsamen Aktion mit Paul Watson (Ex-Greenpeace-Mitbegründer und Präsident der Sea Shepherd Conservation Society – SSCS) weiß Jürgen Ortmüller, dass der Aufenthalt auf der Inselgruppe nicht ungefährlich ist. Die Wikinger-Vorfahren wollen den alljährlichen Walmord an bis zu Eintausend Grindwalen und Delfinen möglichst geheim halten. Der überwiegende Teil des Walfleischs wird innerhalb der Bevölkerung verteilt, der Rest landete auch schon mal auf Müllkippen.

Insbesondere auch der Schutz der Kinder und Schwangeren liegt ProWal und WDSF am Herzen. Das Walfleisch ist aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen sehr stark mit Quecksilber, PCB und anderen Umweltgiften belastet. Trotzdem wird es konsumiert und führt nachweislich zu neurologischen Erkrankungen und einem sehr hohen Parkinson-Krankheitsanteil auf der Inselgruppe mit rund 45.000 Einwohnern. Der blutige Walfang findet nur aufgrund einer Jahrhunderte alten Tradition statt. Politische Parteien auf den Färöer haben Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen, wenn sie den Walfang (aus gesundheitlichen Gründen) verbieten würden.

Die wissentliche gesundheitliche Beeinträchtigung einer ganzen Bevölkerungsgruppe auf Kosten der sensiblen Meeressäuger ist jedoch eine internationale Angelegenheit!>

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n-tv
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8.7.2010: Lärm im Meer nimmt zu - Wale müssen lauter rufen oder weichen auf Klopfsignale aus

aus: n-tv online: Welt & All: Zunehmender Lärm im Meer: Wale müssen lauter rufen; 8.7.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Wale-muessen-lauter-rufen-article1016481.html

<Die Lärmbelastung im Meer nimmt durch die Schifffahrt zu. Wale, die unter Wasser kommunizieren, scheinen sich mit ihren Rufen kurzfristig an die Lautstärke anzupassen.

Auch Wale müssen lauter rufen, wenn es in ihrer Umgebung zu laut wird. So reagierten die Tiere auf den zunehmenden Lärm durch die Schifffahrt, berichtet Susan Parks von der Pennsylvania State Universität in University Park (USA) in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Parks und ihre Mitarbeiter hatten mit Hilfe von Saugnäpfen Aufnahmegeräte an 14 Atlantischen Nordkapern (Eubalaena glacialis) vor der Ostküste Kanadas befestigt.

Die Geräte registrierten nicht nur die Rufe der Wale, sondern auch die Umgebungsgeräusche im Meer. Dabei stellte sich heraus, dass die Tiere ihre Rufe kurzfristig anpassten und lauter riefen, sobald es rundherum mehr Krach gab. Die Wale rufen ihre Artgenossen in einem tiefen Frequenzbereich zwischen 50 und 400 Hertz. Gerade in diesem Bereich hat in den vergangenen Jahrzehnten die Geräuschbelastung im Meer durch Schiffsmotoren stark zugenommen.

Der Atlantische Nordkaper aus der Familie der Glattwale ist stark gefährdet. Seine Population von früher geschätzten 100.000 Tieren zählt heute nur noch wenige hundert und hat sich auch nach dem Ende des Walfangs nicht deutlich erholt.

Manche weichen auf Klopfsignale aus

Auch andere Walarten reagieren auf den zunehmenden Lärm im Meer: Erst kürzlich hatten australische Forscher berichtet, dass Buckelwale bei zunehmendem Geräuschpegel auf Klopfsignale ausweichen. Sie singen weniger, sondern schlagen stattdessen verstärkt mit ihren langen Brustflossen auf die Wasseroberfläche.

dpa>

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29.7.2010: Walmassaker auf den Färöer-Inseln

Mit einer
                  Treibjagd werden auf den Färöer-Inseln alljährlich
                  Grindwale in eine Bucht getrieben und dort
                  abgeschlachtet bzw. durch Verbluten brutal
                  geschächtet, und die ganze Bucht wird rot.

Mit einer Treibjagd werden auf den Färöer-Inseln alljährlich Grindwale in eine Bucht getrieben und dort abgeschlachtet bzw. durch Verbluten brutal geschächtet, und die ganze Bucht wird rot. Aber lesen Sie selbst:

aus: Pressemeldung vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF): Walschützer gehen in die „Höhle des Löwen“ auf den Färöer-Inseln; 29.7.2010; Möllerstr. 19, D-58119 Hagen; Tel. 0049-(0)2334-9190-22; E-Mail: wds-forum@t-online.de; www.wdsf.de; Geschäftsführer: Jürgen Ortmüller;  Spendenformular: http://www.wdsf.eu/component/mad4joomla/?jid=3

<Alljährlich fallen dem blutigen Treiben vor der skandinavischen Inselgruppe mehrere Hundert Meeressäuger in volksfestähnlichen Ritualen zum Opfer. Die Färöer betreiben diese Art des Walfangs seit mehr als 500 Jahren. Die Fischer schlagen in ihren Booten auf Eisenstangen, die mit dem anderen Ende im Wasser versenkt werden, um die vorbeiziehenden Tiere vor der Küste orientierungslos zu machen. Dann werden ganze Walschulen in die engen Buchten der zerklüfteten Inselgruppe getrieben und barbarisch abgeschlachtet. Das empfindliche Sonar der Grindwale wird durch das Stoßen einer Eisenstange in das Blasloch zerstört. Anschließend wird die Halsschlagader aufgeschlitzt. Die Sauerstoffatmer färben in ihrem bis zu 20 Minuten dauernden Todeskampf das Wasser der Buchten blutrot.

Im Juni und Juli wurden jetzt wieder mehrere Hundert der Grindwale, die zur Art der Delfine gehören, von den Färingern erlegt. Das Fleisch wurde, wie immer nach einer Jagd, unter polizeilicher Aufsicht an  Bevölkerungsteile der Inselgruppe mit rund 48.000 Einwohnern kostenlos verteilt. Gesundheitswarnungen von Wissenschaftlern, die erhebliche Belastungen des Walfleischs mit Quecksilber und anderen Umweltgiften bis zum hundertfachen oberhalb der vom Mutterland Dänemark festgesetzten Toleranzgrenzen festgestellt haben, werden von der autonomen Regierung der Färöer weitgehend ignoriert.

Das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) mit seinem Gründer Jürgen Ortmüller und der Leiter der Walschutzorganisation ProWal, Andreas Morlok, haben sich zusammen geschlossen, um eine Aufklärungskampagne auf den Färöer-Inseln zu starten. Der WDSF-Chef: „Wir werden in der kommenden Woche auf die Inseln fliegen, um Gespräche mit dem Leiter der Gesundheitsbehörde, Dr. Pál Weihe, dem Premierminister Logmand Johannsen, mit Parteien und den Medien zu führen. Wir wollen auf die Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr des kontaminierten Walfleischs insbesondere gegenüber den Kindern der Färöer hinzuweisen. Allerdings haben wir auch eine eigene Petition im Gepäck, die sich mit rund 60.000 Unterschriften aus aller Welt gegen den grausamen und nicht mehr zeitgemäßen Walfang richtet. Wir gehen sozusagen in die Höhle des Löwen, denn Kritiker sind auf den Inseln nicht willkommen und werden auch schon mal bedrängt.“

Der WDSF-Gründer Ortmüller war bereits vor 10 Jahren schon einmal mit seinem damals 18-jährigen Sohn auf der Inselgruppe, um zusammen mit dem legendären Walschützer und Ex-Greenpeace-Mitbegründer Paul Watson gegen die Waljagd zu demonstrieren. Unter ständiger Polizeibeobachtung konnten sie durch Kontrollfahrten an den Küsten zumindest erreichen, dass während ihres Aufenthalts kein Wal getötet wurde. Jetzt wollen die Organisationen WDSF und ProWal, die auch von Oscar-Preisträger O’Barry unterstützt werden, einen diplomatischen Versuch starten, dem blutigen Treiben ein Ende zu setzen.

Bisher hatten sich Tierschützer noch nie getraut, offiziell auf die Färöer zu reisen, da sie mit Angriffen aus der Bevölkerung rechnen mussten. „Das Risiko müssen wir zum Schutz der Wale eingehen, denn sonst wird sich nie etwas ändern“, so Ortmüller.>

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n-tv
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23.9.2010: <Massenhafte Walstrandungen: "Die Meere werden immer lauter">

aus: n-tv online; 23.9.2010; http://www.n-tv.de/wissen/Die-Meere-werden-immer-lauter-article1556606.html

<Ein trauriges Bild: 80 Grindwale sind an einen entlegenen Strand im Norden Neuseelands gestrandet.

Immer öfter erreichen uns die schrecklichen Bilder von gestrandeten Walen. Im August 2010 verendeten an einem Strand in Neuseeland mehr als 50 Grindwale. Nur einen Monat später stranden wieder 80 Tiere und kämpfen zusammen mit Tierrettern ums Überleben. Es scheint, als würden sich die Meeressäuger immer öfter verschwimmen. Ob das wirklich so ist, erklärt Dr. Kim Detloff, Referent für Meeresschutz beim Naturschutzbund Deutschland.

n-tv.de: Warum verirren sich die Wale im Meer und stranden schließlich?

Dr. Kim Detloff: Es lässt sich vermuten, dass der Mensch einen eindeutigen Einfluss auf die vielen Walstrandungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten hat. Die Meere werden immer lauter und viele Aktivitäten des Menschen verursachen einen immensen Unterwasserlärm. Die zunehmende Schifffahrt, seismische Untersuchungen, zivile und militärische Sonarsysteme oder sogenannte Offshore-Aktivitäten beim Bau von Windkraftanlagen oder Ölplattformen gehören als Lärmquellen dazu. Die Wale allerdings sind extrem abhängig von ihrem Gehör. Es sind äußerst schallsensible Tiere, die sich mit Hilfe der Echolokation orientieren. Das heißt, sie schaffen sich mit Hilfe ihres Gehörs ein akustisches Bild ihrer Umgebung. Wenn das System durch menschgemachten Lärm gestört wird, kann es zu Navigationsfehlern, Verirrungen und eben Strandungen kommen.

Oftmals sind es zahlreiche Wale die stranden und sterben. Woran liegt das?

Freiwillige versuchen mit allen Mitteln die Tiere vor dem Austrocknen zu bewahren, trotzdem ist der Großteil der Tiere gestorben.

Typischerweise passiert das bei großen Gruppen von Grindwalen, die auch als Pilotwale bezeichnet werden. Diese Tiere sind sehr soziale Wesen, die oftmals in Gruppen von mehreren hundert Exemplaren leben. Geführt werden diese Gruppen von wenigen oder nur einem Leittier. Wenn dieses eine Tier ein Schaden am Gehör hat oder in seiner Navigation gestört wird und sich verirrt, dann folgt die ganze Gruppe und nicht selten stranden dann alle Wale. Zudem ist der Zusammenhalt in der Gruppe sehr stark. Kranken oder  verletzten Tieren wird versucht zu helfen und die ganze Gruppe bleibt zusammen.

Ist es tatsächlich so, dass immer mehr Wale in den letzten Jahren stranden oder erfahren wir durch die moderne Berichterstattung nur öfter von solchen Ereignissen?

Ich glaube, beides ist der Fall. Zum Glück ist es so, dass die Öffentlichkeit und die Medien in den vergangenen Jahren wesentlich sensibler mit Walstrandungen umgehen, so dass wir auch immer öfter davon erfahren. Auf der anderen Seite habe ich den ganz persönlichen Eindruck, dass die Häufigkeit der Strandungen zugenommen hat. Leider gibt es dazu bisher kaum statistische Erhebungen.

Nach Walstrandungen gibt es immer häufiger Tierschützer und Freiwillige, die bemüht sind, die Tiere zurück ins Meer zu schaffen. Macht das Sinn?

160 Menschen kämpften in Neuseeland um das Leben von 24 Walen.

Ja, teilweise sind die Erfahrungen positiv. Das hängt jedoch sehr von der Walart ab. Die kleineren Tiere, überwiegend aus der Gruppe der Zahnwale, kann man häufig retten. Die großen Tiere jedoch, die Bartenwale, sind durch ihre Körpermasse kaum zu retten. Sie ersticken an ihrem eigenen Gewicht. Es gibt heute in den Regionen, in denen wir häufig mit diesen Katastrophen konfrontiert werden, sehr gut ausgebaute Netzwerke. Die Tiernotretter können schnell zu den gestrandeten Tieren gebracht werden. Vorort wird versucht, die Tiere erst einmal vor dem Vertrocknen durch Kühlen mit nassen Decken zu bewahren. Dann wird versucht, mit der auflaufenden Flut die Tiere zurück ins Meer zu bringen. Auch wenn man durch den Einsatz der Menschen immer wieder Tiere am Leben halten konnte, ist es jedoch noch nie gelungen, alle gestrandeten Wale zu retten.

Kann man denn als Privatperson - weit weg vom Ort des Geschehens - etwas tun, um auch in Zukunft solche Strandungen zu verhindern?

Ja, am wichtigsten ist die Entwicklung des Bewusstseins für den Schutz der Meere. Die Meere sind überlastet und jeder von uns sollte mehr für den Schutz der Meere tun. Jeder Einzelne von uns kann etwas dazu beitragen. Das fängt an beim Überdenken des Konsum- und damit verbunden des Wegwerfverhaltens. Müll im Meer ist beispielsweise ein riesiges Problem. Jeder kann sich beispielsweise überlegen, ob er die laute High-Speed-Fähre nutzt, von denen wir wissen, dass es auch häufig zu Kollisionen mit Walen kommt, oder aber eine langsamere, vielleicht leisere Fähre bevorzugt. Zudem können Menschen auf verschiedene Art und Weise die Arbeit von Umwelt- und Tierschutzorganisationen unterstützen. Das wichtigste jedoch ist die Thematisierung des Problems in allen Bereichen.

In den letzten Jahren entstehen immer mehr Offshore-Windanlagen, wie bewerten Sie diese Entwicklung bezüglich der Meeressäuger?

Dr. Kim Detloff.

Ganz klar ist, dass die Menschheit die erneuerbaren Energien braucht. Die Offshore-Windanlagen bieten diesbezüglich ein großes Potential. Das Problem an diesen Windanlagen ist die gängige Ausbaupraxis, die nicht ohne Risiken für die Meeresumwelt ist. Die Fundamente für die Windanlagen werden überwiegend gerammt, das heißt riesige, hydraulische Hammer rammen die Stützpfeiler, die bis zu fünf Meter im Durchmesser sind, in den Meeresboden hinein. Dabei entsteht ein höllischer Lärm. Dieser ist überaus gefährlich für Wale, Delfine und andere Tiergruppen. Bisher weiß man allerdings wenig darüber, welche Auswirkungen dieser Baulärm auf Fische oder andere Tiergruppen z.B. am Meeresboden hat. Das Problem ist, dass die Entwicklung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen steckt. Nötig sind ein viel effektiverer Lärmschutz und ein wesentlich größeres Wissen über die Auswirkungen von Unterwasserlärm. Solange unser Wissen so begrenzt ist, müssen entsprechend des Vorsorgeansatzes, menschliche Aktivitäten, die Tiere akut gefährden, unterlassen oder technisch angepasst und verbessert werden.

Mit Kim Detloff sprach Jana Zeh>


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Welt
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28.1.2011: Es sterben mehr Wale und Delfine als "Beifang" als durch die Harpune

aus: Welt online: 30 Haifischarten droht schon bald die Ausrottung; 28.1.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article12371296/30-Haifischarten-droht-schon-bald-die-Ausrottung.html

<Auch Wale und Delfin verenden als Beifang

Der BLAUWAL ist das größte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. Er wird bis zu 32 Meter lang und maximal 200 Tonnen schwer. Er ernährt sich von Kleinlebewesen wie Krebsen, Schnecken und Plankton, die massenhaft im Meer auftreten und als Krill zusammengefasst werden. Der weltweite Bestand wird laut WDCS auf 5200 Tiere geschätzt. Laut WWF stirbt alle zwei Minuten ein Wal oder Delfin in einem Fischernetz. Dies seien weit mehr Tiere als den Harpunen der Walfänger zum Opfer fielen.

Der BUCKELWAL wird durch japanische Walfänger bedroht: Charakteristisch für den bis zu 19 Meter langen und 30 Tonnen schweren Riesen sind seine langen Flossen. Buckelwale ernähren sich von Krill und Schwarmfischen und bewohnen alle Ozeane bis zur Packeisgrenze.

Der GRÖNLANDWAL bewohnt ausschließlich die kalten Meeresregionen an der Packeisgrenze der Arktis. Er wird etwa 15 Meter lang und 60 bis 80 Tonnen schwer und hat mit mehr als vier Metern die längsten Barten aller Wale. Auch der Grönlandwal wurde mancherorts bis zur Ausrottung gejagt. Der gesamte Bestand wird auf 11.080 Tiere geschätzt.

Der FINNWAL ist der zweitgrößte Wal. Er kann 27 Meter lang und 75 Tonnen schwer werden. Wie der Blauwal und alle anderen Bartenwale ernährt sich der Finnwal von Krill, den er mit seinen Barten aus dem Wasser filtert. Heute töten noch Island und Japan Finnwale. Der weltweite Bestand wird auf 40 000 Tiere geschätzt.

Der POTTWAL ist der größte Zahnwal. Er kann mehr als 20 Meter lang und bis zu 57 Tonnen schwer werden. Er ernährt sich vor allem von Tintenfischen, die er dank einer Ultraschallortung in finsteren Meerestiefen von bis zu 1200 Metern jagen kann. Japan deklariert seine Jagd auf Pottwale als wissenschaftliche Forschung. Der weltweite Bestand wird auf 360.000 Tiere geschätzt.

Der GLATTWAL unterteilt sich in den nordatlantischen Nordkaper, den Nordpazifischen Glattwal und den auf der Südhalbkugel heimischen Südkaper. Glattwale werden bis zu 17 Meter lang und 40 bis 80 Tonnen schwer. Sie ernähren sich von Krill. Der Gesamtbestand wird auf 7850 Tiere geschätzt.

Der BRYDEWAL wird rund 14 Meter lang und bis zu 19 Tonnen schwer. Die Tiere ernähren sich von Krill und Fischen. Sie leben als Einzelgänger oder Paare und bevorzugen Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad Celsius. Japan tötet Brydewale für sein angeblich wissenschaftliches Fangprogramm. Verlässliche Bestandschätzungen gibt es nicht.

Der GRAUWAL lebt im Nordpazifik und unterteilt sich in eine westliche und eine östliche Population. Grauwale durchwühlen den Meeresgrund nach Kleinkrebsen, Würmern und Weichtieren. Die Tiere werden bis zu 15 Meter lang und 14 bis 35 Tonnen schwer. Der Gesamtbestand wird auf 17.500 Tiere geschätzt.

Der ZWERGWAL ist mit 8 Metern Länge und einem Normalgewicht von 8 Tonnen der zweitkleinste der Großwale. Zu seiner Nahrung gehört Krill, auf der Nordhalbkugel auch Schwarmfische wie Hering oder Kabeljau. Zwergwale werden kommerziell von Island und Norwegen gejagt. Der weltweite Bestand wird laut WDCS auf 470.500 Tiere geschätzt.

Mit grausamen Bildern protestiert Greenpeace gegen den internationalen Walfang.

Rätselhaft: Immer mehr tote Schweinswale werden an Ostseeküste angespült.

Tödliche Wissenschaft: Japanische Walfänger erlegen angeblich nur für wissenschaftliche Zwecke die Wale.>

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n-tv
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25.2.2011: <Walforscher schlagen Alarm: Kaum Schweinswale in der Ostsee>

aus: n-tv online; 25.2.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Walforscher-schlagen-Alarm-article2704286.html

<Schnelles Handeln ist gefragt, wenn es darum geht, den Bestand der Wale zu sichern. Insbesondere die Schweinswale in der Ostsee gelten als extrem gefährdet. Viele von ihnen enden als Beifang in den Netzen der Fischer.

Der Schweinswal war ein Freund der Ostsee.

Die Zahl der Schweinswale in der Ostsee sinkt nach Angaben von Artenschützern stetig. "Besorgniserregend ist insbesondere der Trend in der Inneren Ostsee (östlich von Rügen), wo es schätzungsweise nur noch 250 erwachsene Tiere gibt", sagte Petra Deimer, die Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM). Sie bezog sich auf Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zum Jastarnia Plan. Dem vor zehn Jahren vereinbarte Rettungsplan für den einzigen in der Ostsee heimischen Wal sind die meisten Anrainerstaaten angeschlossen.

Aber auch in dänischen Ostsee-Gewässern seien die Zahlen gesunken. "Während die hochgerechnete Anzahl Schweinswale für 1994 für die Belt-See (Kattegat, Belte, Sund und Westliche Ostsee) noch 27 769 Tiere ergab, waren es für 2005 nur noch 10 865 Tiere", schreibt die GSM mit Verweis auf eine Promotion von Signe Sveegaard von der dänischen Universität Aarhus.

Viele Wale enden als Beifang

An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns werden immer mehr tote Schweinswale gefunden.

Spaziergänger und Wassersportler haben in den vergangenen drei Jahren zudem jährlich bis zu 170 Schweinswal-Kadaver allein an deutschen Ostseestränden gemeldet. "Über die Hälfte sind Beifänge", sagte Deimer unter Verweis auf Untersuchungen des Forschungs- und Technologie Zentrums Büsum. "Diese unnatürliche Sterblichkeit ist in jedem Fall zu hoch, sie dürfte ein Prozent eines gesunden Bestandes nicht überschreiten."

Ursache für den Rückgang der Wale seien vor allem der Beifang, aber auch die Meeresverschmutzung, die Gewinnung von Bodenschätzen und der zunehmende Schiffsverkehr. Die Jastarnia-Gruppe empfiehlt walfreundlichere Fischfanggeräte wie Fischreusen statt Stellnetze, die tödlich für Wale und Seevögel sein können.

dpa>

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n-tv
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24.3.2011: Vorläufiges Walfang-Ende von Japan durch Kampf der Tierschützer "Sea Shepherd"

aus: n-tv online: Vorläufiges Ende des Walfangs: Japan in die Knie gezwungen; 24.3.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Japan-in-die-Knie-gezwungen-article2936336.html

<Trotz weltweiter Kritik macht Japan noch immer Jagd auf Wale. Nun haben Tierschützer die Fangflotte zumindest vorerst zum Aufgeben gezwungen. Tokio hält weiter stur am Walfang fest - aber wie lange noch?

Walfanggegner sind erleichtert, Japan stinksauer: Mit waghalsigen Störmanövern auf hoher See hat die streitbare Tierschutzgruppe Sea Shepherd die japanischen Walfänger zum Abbruch der Jagdsaison im Südpolarmeer gebracht. Fischereiminister Michihiko Kano nannte am Freitag als Grund Sicherheitsbedenken.

Aus Protest über die wiederholten Attacken von Sea Shepherd bestellte Tokio am selben Tag die Botschafter der Niederlande, unter dessen Flagge Sea Shepherd fährt, sowie Australiens und Neuseelands ein. Tokio forderte die drei Länder auf, die Störmanöver der Tierschützer zu unterbinden. Japan will vor den Walfanggegnern nicht einknicken: Der "wissenschaftliche Walfang" werde fortgesetzt, zeigte sich Regierungssprecher Yukio Edano stur.

"Nie wieder eine Walfangsaison"

Neuseelands Außenminister McCully hofft, dass die Japaner den Walfang endgültig einstellen.

Australien und Neuseeland, aus deren Häfen die Schiffe von Sea Shepherd seit sieben Jahren in See stechen, reagierten erleichtert auf den vorzeitigen Abzug der Walfänger. "Ich bin froh, dass die Saison vorbei ist und Australien findet, dass es nie wieder eine Walfangsaison geben sollte", sagte der australische Umweltminister Tony Burke. "Ich hoffe, dass das vorzeitige Ende des Walfangs Zeit für einen konstruktiven Dialog bietet, um die Probleme rund um den Walfang international zu lösen", sagte Neuseelands Außenminister Murray McCully. "Unser Ziel ist es, den Walfang im Südpolarmeer total abzuschaffen." Die Jagdsaison dauert dort normalerweise bis März.

"Wenn Japans Fangsaison wirklich abgebrochen wird, ist das sicher auch Sea Shepherds Hartnäckigkeit zu verdanken", sagte die Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM), Petra Deimer, in einer Mitteilung der Organisation. "Mit einiger Sicherheit gibt es aber auch wirtschaftliche und politische Gründe dafür. Rechtliche nicht zu vergessen, denn Japan geht im antarktischen Schutzgebiet auf Jagd."

Walfang seit dem Zweiten Weltkrieg

Japan macht seit Ende des Zweiten Weltkrieges vor allem im Südpazifik Jagd auf Wale. Seit 1986 das internationale Walfangmoratorium in Kraft trat, betreibt Japan den Walfang nach eigener Darstellung bloß zu "wissenschaftlichen Zwecken". Dass das Fleisch nach der "Untersuchung" zum Konsum freigegeben wird, stellt ebenfalls keinen Verstoß gegen das Walfangmoratorium dar. Kritiker sehen in der Wissenschaft nur einen Vorwand, zumal Walforscher anderer Länder zu ähnlichen Forschungsergebnissen kommen, ohne die Meeressäuger zu töten. Die Regierung in Tokio machte den Walfang jedoch zum Exempel, um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren. Walfang wurde zu einer Frage der nationalen Identität.

Tokio argumentiert stets, es würden keine bedrohten Arten gejagt. Zudem sei der Walfang mit der Wildjagd in Europa vergleichbar. Dabei essen die meisten Japaner gar kein Walfleisch. In den Kühlhäusern sollen fast 6000 Tonnen Walfleisch ungenutzt lagern. Ohne staatliche Subventionen käme der Walfang laut Kritikern zum Erliegen. Doch solche Argumente ließen Tokio bislang kalt.

Schnellboot gerammt und versenkt

Umso hartnäckiger ging Sea Shepherd auf hoher See gegen die Japaner vor. Dabei kam es auch wiederholt zu gewaltsamen Zusammenstößen. In einem Fall hatte das Begleitschiff der Japaner das Schnellboot eines der Aktivisten gerammt und versenkt. Später fuhr der Neuseeländer mit einem Jet-Ski zu dem Walfangschiff, kletterte an Bord und verlangte Entschädigung. Er wurde stattdessen jedoch 2010 in Tokio zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Die Aktivisten von Sea Shepherd konnten den Walfang vorerst stoppen.

Doch Sea Shepherd ließ sich nicht einschüchtern. Letztlich hatten die Tierschützer Erfolg: Japan hatte eigentlich geplant, in dieser Saison rund 900 Zwergwale und 50 Finnwale zu fangen. Am Ende sollen es nur 30 bis 100 Wale gewesen sein. Das Fabrikschiff "Nisshin Maru" musste seine Arbeit deswegen am 10. Februar einstellen. "Hoffen wir, dass der 9. Februar 2011 als der Tag in die Geschichte eingeht, an dem der letzte Wal in antarktischen Gewässern geschlachtet wurde", meinte der Vorsitzende der grünen Partei Australiens, Bob Brown.

dpa>

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Von:
"Wal- und Delfinschutz-Forum" <wds-forum@t-online.de>
Betreff:
Pressemitteilung: Korruption verhindert Walschutzbeschlüsse der IWC - Walschützer bieten Geld
Datum:
Wed, 13. Jul 2011 14:04:54



13.7.2011: Japan schmiert Mitgliedsländer der Walfangkommission, um weiter Wale jagen zu dürfen - korrupte Staaten der Walfangkommission lassen Japan Wale jagen

aus: Pressemitteilung des Wal- und Delfin-Forums vom 13.7.2011: Korruption verhindert Walschutzbeschlüsse der IWC - Walschützer bieten Geld; 13.7.2011

<Die beiden Tierschutzorganisationen ProWal (Radolfzell) und Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF/Hagen/Westf.) waren jetzt auf der britischen Insel, um sich für den Walschutz einzusetzen.

(Jersey/Hagen-Westf./Radolfzell) Die Internationale Walfangkommission (IWC) mit ihren 89 Mitgliedstaaten tagt in dieser Woche auf der englischen Kanalinsel Jersey. Auf der Tagesordnung steht auch die Eindämmung der vermuteten Korruption gegenüber einigen Mitgliedsstaaten aufgrund eines Antrag Groß-Britanniens.

 

[Japans korrupte Regierung schmiert systematisch die Regierungen der "Entwicklungsstaaten" aus Pazifik, Afrika und Karibik]

In den vergangenen Jahren hieß es immer wieder, dass Japan Ländern, meistens Entwicklungsstaaten aus dem pazifischen, afrikanischen und karibischen Raum, „Entwicklungsgelder“ gewähre, damit diese der Kommission als vollwertiges Abstimmungsmitglied beitreten, um für die Walfanginteressen Japans zu votieren. Japan soll ebenfalls die jährlichen IWC-Mitgliedsbeiträge sowie die Flüge und Hotelkosten für die neuen Landesvertreter bezahlt haben. Obendrauf soll es noch 1.000 US-Dollar „Taschengeld“ pro Tagungstag und Delegierten gegeben haben. Japans Bestrebungsziel die IWC als zahnlosen Papiertiger, welcher keine Entscheidungen mehr treffen kann, darzustellen, um damit das Walfang-Moratorium zum Schutz der Großwale zu unterlaufen und gar zu kippen, rückt immer näher.

 

Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) [berichtet]:

Norwegen, Japan, Island und Dänemark mit seinen Reichsverbandsmitgliedern Grönland und Färöer-Inseln treten seit Jahrzehnten den Walschutz mit Füßen und haben nur ihren Profit und ihre eigene Interessen im Visier. Das muss gestoppt werden, sonst kann sich die IWC, die eine Walfang-Organisation und keine Walschutz-Organisation ist, gleich selbst auflösen. Japan tötet jedes Jahr mehr als 1000 Wale unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung, obgleich es heute Methoden gibt, um die gleichen wissenschaftlichen Ergebnisse zu erzielen, ohne dass dafür Wale getötet werden müssen. Das Walfleisch wird dann in japanischen Restaurants und Supermärkten als Delikatesse verkauft. Gleichzeitig sitzt das Land aber mittlerweile auf einem Berg von rund 6.000 Tonnen Walfleisch, für das es keine Nachfrage mehr gibt. Die Färöer-Inseln töten unter dem Schutz Dänemarks jedes Jahr ebenfalls über 1000 Grindwale und betreiben damit einen kommerziellen Handel, wie wir selbst dort nachweisen konnten.“


[Korruptes Dänemark]


Dänemark muss sich den Vorwurf der beiden Walschutz-Organisationen wegen mittelbarer Korruption ebenfalls gefallen lassen. Der EU-Staat bereitete für Grönland als Mitglied des dänischen Reichsverbands IWC-Anträge für die erneute Jagd auf Buckelwale vor. WDSF und ProWal werten dies als „verdeckte Vorteilsgewährung aus nationalen Interessen“.


[Die "Walfangkommission" ist von über 30 korrupten Staaten unterwandert]

Auf der IWC-Tagung bot der Geschäftsführer von ProWal (Kuratorium WDSF), Andreas Morlok, den IWC-Delegierten vor den Augen der Medien jetzt bündelweise internationale Geldscheine an. Morlok: „Korruption muss man mit einem symbolischen Korruptionsangebot beantworten, um diesen Skandal publik zu machen. Es ist untragbar, dass eine Kommission, die gar internationalen Rechtscharakter besitzt, von mehr als 30 korrupten Staaten unterwandert ist und niemand etwas dagegen unternimmt. Wir fordern die IWC-Mitglieder auf, diese gekauften Länder aus der IWC auszuschließen, damit wirkliche und weitreichende Schutzmaßnahmen für die Wale umgesetzt werden können.“

 

ProWal und WDSF forderten vor der IWC-Tagung die Vereinten Nationen (UNO) bei einem persönlichen Gespräch in NewYork auf, endlich eine echte Internationale Walschutz-Kommission ins Leben zu rufen, die sich um die vielseitigen Schutzmaßnahmen für die Meere und um alle Delfin- und Walarten kümmern soll. Leider mangele es der UNO an finanziellen Mitteln, so die Antwort in New York und nach Meinung der Walschützer wohl auch an einem festen Willen, den Meeressäugern einen Weg in eine sichere Zukunft zu ermöglichen.—

Pressekontakt:

ProWal – www.walschutzaktionen.de – Andreas Morlok, Tel.: +49 (0) 7732 14324

WDSF – www.wdsf.de – Jürgen Ortmüller, Tel.: +49 (0) 151 24030 952>


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20 minuten
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21.7.2011: "USA" verurteilt Island wegen Missachtens von Walfangverboten und droht mit Sanktionen

aus: 20 minuten online: Finnwalfleisch: Walfang: USA drohen Island mit Sanktionen; 21.7.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/17101156
<Die USA haben den Walfang in Island verurteilt und erwägen Handelssanktionen gegen den europäischen Inselstaat. Island ist überrascht über den Schritt.

Die USA haben den Walfang in Island verurteilt und erwägen Handelssanktionen gegen den europäischen Inselstaat. Das Land missachte das Fangverbot der Internationalen Walfangkommission (IWF), sagte Handelsminister Gary Locke laut einer am Mittwoch in Washington verbreiteten Mitteilung.

«Der Export von Finnwalfleisch bedroht eine gefährdete Art und unterläuft weltweite Bemühungen, Wale zu beschützen.» Er empfahl US-Präsident Barack Obama, binnen sechs Monaten auch diplomatische Massnahmen zu prüfen.

Grundlage für die angedrohten Restriktionen ist ein Artikel («Pelly-Amendment») im Gesetz zum Schutz von US-Fischereiflotten. Er berechtigt die Regierung nach Auskunft Lockes, die Einfuhr isländischer Produkte zu verbieten. Obama hat 60 Tage Zeit, um über solche Sanktionen zu entscheiden.

Die Vereinigten Staaten gehören neben der EU zu dem wichtigsten Absatzmarkt für die Fischerei-Industrie des Landes. Umweltschützer begrüssten den Vorstoss, der Island ihrer Meinung nach wahrscheinlich zum Umdenken anregen werde.

Island zeigte sich von dem Schritt überrascht. Der Walfang sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ohne Zweifel unschädlich. So würden von geschätzten 70 000 Minkwalen jährlich 216 und 154 Finnwale von 20 000 gefangen.

«Islands Walfang ist völlig legal und der Handel mit Walprodukten erfolgt gemäss internationalen Bestimmungen», sagte der isländische Fischereiminister Jón Bjarnason am Mittwoch laut einer Mitteilung.

(sda)

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Spiegel
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24.10.2011: <Fischerei und Lärm: Bedrohung für Pottwale und Delfine wächst> - sie haben wegen dem industriellen Lärm im Meer keine Orientierung mehr

aus: Spiegel online; 24.10.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,793535,00.html

<Delfin: Unterwasserlärm kann den Orientierungssinn der Meeressäuger stören

Die Gefährdung von Zahnwalen wie Pottwal und Delfin hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Die größte Gefahr geht von der Fischerei aus, denn viele Tiere verenden als Beifang. Wissenschaftler fordern daher, dass weltweit schonende Fangmethoden eingeführt werden.

Die größte Bedrohung für Delfine und andere Zahnwale sind Fischernetze: Verheddern sich Zahnwale in Stellnetzen, Drähten, Ringwadennetzen oder Grundschleppnetzen, bedeutet das nach einer Studie für 86 Prozent der betroffenen Tiere den Tod. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, den das Uno-Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (UNEP/CMS) am Montag in Bonn vorlegt.

Es handelt sich um eine Enzyklopädie der 72 Zahnwalarten, die der Kieler Forscher Boris Culik zusammengestellt hat. Sie enthält die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Verbreitung, das Wanderungsverhalten und die Bedrohungen für die Zahnwale, zu denen unter anderem Pottwal, Schnabelwal, Schweinswal und Delfin gehören.

Auch wenn sie nicht gezielt gejagt werden, leiden Zahnwale unter den Auswirkungen der Fischerei. Die Überfischung ihrer bevorzugten Beutetiere führte dazu, dass 13 Arten in diesem Jahr als bedroht eingestuft wurden. Im vor zehn Jahren veröffentlichten Bericht der CMS waren es noch elf Arten gewesen.

Culik fürchtet, dass weitere Zahnwalarten aussterben werden, wenn nicht bald spürbar gegen diese Bedrohung vorgegangen wird. Der wissenschaftliche Rat von CMS hat eine Resolution zum Fischen mit Stellnetzen vorgelegt, über die im November abgestimmt werden soll. Darin wird die internationale Gemeinschaft aufgefordert, sich umgehend für eine Verbesserung der Fischereimethoden einzusetzen. So ließe sich die Bedrohung der Meeressäuger verringern.

Den Tieren macht zudem der zunehmende Lärm in den Meeren zu schaffen. Wale kommunizieren mit verschiedenen Lauten unter Wasser. Außerdem nutzen sie Töne, um zu navigieren und um Beute zu finden. Vom Menschen verursachter Lärm, wie er etwa bei seismischen Untersuchungen, Bauprojekten unter Wasser, aber auch mit militärischem Sonar entsteht, behindert die Wale.

wbr/dpa>

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Von:
"Stephanie B - Avaaz.org" <avaaz@avaaz.org>
An:
"michael.palomino@gmx.ch" <michael.palomino@gmx.ch>
Betreff:
Tsunami-Hilfsgelder zum Töten von Walen?!
Datum:
Thu, 15. Dec 2011 20:35:09



16.12.2011: Der unsinnige Walfang der japanischen Regierung - ein paar Fakten

<Jetzt gerade bricht die japanische Walfangflotte gen Süden auf, um tausende majestätische Wale zu jagen. Mit dabei: Eine private Sicherheitseskorte, die mit 30 Millionen Dollar aus der Tsunami-Katastrophenhilfe bezahlt wird! Der japanische Premierminister steht bereits unter enormem Druck wegen mangelnder Hilfe für die Opfer des Tsunamis.

Gerade bricht die japanische Walfangflotte auf gen Süden, um tausende majestätische Wale zu jagen. Mit dabei: Eine private Sicherheitseskorte, die mit 30 Millionen Dollar aus der Tsunami-Katastrophenhilfe bezahlt wird!

Walfanggegner haben den japanischen Walfang zuletzt erfolgreich behindert -- und genau deshalb streicht die japanische Regierung Gelder für Tsunami-Hilfsmaßnahmen, nur damit Aktivisten nicht länger ihre Schiffe stoppen, während sie brutal Wale schlachten.

Wenn wir die Sicherheitsmaßnahmen für den Walfang stoppen und die Hilfsgelder an verzweifelte Bürger Japans bringen können, die noch immer in radioaktiven Gebieten gefangen sind, können wir der diesjährigen Jagd ein Ende setzen. Japans Premierminister Noda steht bereits unter enormem Druck nach seinem skandalösen Versagen bei der Entschädigung der Opfer der Atomkatastrophe. Ein weltweiter Protestruf kann in Japan und weltweit unserer Empörung Ausdruck geben und Noda zwingen, mit kostbaren Hilfsgeldern Menschen zu retten, anstatt Wale zu töten. Unterzeichnen Sie jetzt und leiten Sie diese E-Mail an alle weiter:

http://www.avaaz.org/de/japan_disaster_funds_whaling_b/?vl

Japans angeschlagene Walfangindustrie verursacht astronomische Kosten im Unterhalt -- das Töten eines einzigen Wales kostet bis zu 35.000 Dollar, und die Branche erhält bereits 6 Millionen Dollar pro Jahr an Auszahlungen von der Regierung. Doch jetzt verschwendet der Premierminister zusätzliche 30 Millionen an private Sicherheitsdienste, die die Wal-Schlächter auf dem Meer vor Umwelt-Aktivisten schützen sollen. Mit dieser zusätzlichen Unterstützung plant Japan diese Saison nun mehr als 1.000 Zwergwale für den kommerzielle Verkauf von Fleisch zu töten.

Beamte behaupten, dass Walfang-Subventionen vom Tsunami betroffene Küstengebiete unterstützen -- obwohl Japan schon Walfleisch einlagern musste, weil so wenig Nachfrage besteht. Gleichzeitig ignoriert die Regierung Bürger, die in Gebieten mit hoher Strahlung festsitzen, von denen nur wenige eine erbärmliche Entschädigung von 1.000 Dollar erhalten.>


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n-tv
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27.12.2011: <Ostsee-Schweinswale: Rettungsplan hat versagt> - Forderungen gegen die Stellnetzfischerei in Ostsee-Walgebieten

aus: n-tv online; 27.12.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Rettungsplan-hat-versagt-article5080196.html

<Vor zehn Jahren wurde ein Rettungsplan für den Ostsee-Schweinswal beschlossen. Doch die Wirkung blieb bei null, sagen Forscher. Sie fordern umgehende Maßnahmen zum Schutz und ein Verbot der Stellnetzfischerei in Rückzugsgebieten der Wale.

Knapp zehn Jahre nach dem Start eines Rettungsplans für den vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswal zieht der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, eine ernüchternde Bilanz. Die vereinbarten Ziele, den Bestand des Ostsee-Schweinswals zu stabilisieren, seien nicht erreicht worden, sagte der Walforscher. "Der Jastarnia-Rettungsplan hat versagt."

Benke forderte, umgehend Schutzmaßnahmen einzuleiten. Während in der westlichen Ostsee noch rund 11.000 Schweinswale leben, kommen in der Ostsee östlich von Rügen nur noch zwischen 250 bis 600 der sogenannten Ostsee-Schweinswale vor. Wegen ihrer abweichenden Schädelform und den genetischen Unterschieden werden sie als eigene Population eingeordnet. Angesichts der hohen Beifangrate, die zwischen 47 und 86 Prozent aller Totfunde betrage, sei ein konsequentes Verbot der Stellnetzfischerei in Schutzgebieten unumgänglich, forderte Benke.

Lärm muss verringert werden

Der Rettungsplan für den Schweinswal wurde 2002 im polnischen Jastarnia als Unterabkommen des internationalen Abkommens zum Schutz der Kleinwale in Nord- und Ostsee ASCOBANS beschlossen. Demnach darf der Beifang beispielsweise nicht 1,7 Prozent der auf dem Gebiet lebenden Tiere übersteigen.

"Wir können nicht erkennen, dass sich der Bestand der Schweinswale seit 2002 erholt hat", sagte Benke. Allein in diesem Jahr seien 23 tote Tiere an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern gefunden worden.

Der Meeresbiologe forderte zudem, den Lärm in der Ostsee zu minimieren, da die Schweinswale sich kaum noch per Echoortung orientieren oder kommunizieren könnten. Dazu gehörten der Einsatz von sogenannten Blasenschleiern beim Rammen der Windparkfundamente sowie die Entwicklung leiserer Schiffsantriebe.

dpa>

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Financial
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2.1.2012: <Kampf gegen Fangflotte: Tierfreunde stören Japans Waljagd mit Drohnen> - Greenpeace hat "modernisiert"

aus: Financial Times Deutschland online; 2.1.2012;
http://www.ftd.de/wissen/natur/:kampf-gegen-fangflotte-tierfreunde-stoeren-japans-waljagd-mit-drohnen/60148531.html

<Umweltaktivisten um den Greenpeace-Gründer Paul Watson haben für ihre Störmanöver gegen Japans Walfangflotte ein offenbar effektives Hilfsmittel gefunden: Überwachungsdrohnen, die über dem Ozean die Walfangschiffe orten.

von Stefan Schaaf  Berlin

Bislang hatten die Walschützer die japanischen Fangtrawler oft in den Weiten des Südpolarmeers aus den Augen verloren und konnten sie nicht mehr von ihren Schlauchbooten aus stören. Die Drohnen mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern können dies nun verhindern, berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian".

Japan hatte im vergangenen Jahr angekündigt, 1000 Wale fangen zu wollen, zum größten Teil Zwergwale, die bis zu zehn Meter lang werden. Die international umstrittene Jagd auf die Tiere rechtfertigt Japan damit, dass diese wissenschaftlichen Zwecken diene. Ein großer Teil des Fleisches wird in Japan jedoch in Restaurants verwertet. Zwergwale sind, anders als manche größere Walart, zwar nicht von der Ausrottung bedroht, seit 1985 gilt allerdings auch für sie ein Fangmoratorium.

2010 brach Japan die Fangsaison nach nur 200 gefangenen Tieren ab, da die Fangflotte beharrlich von Umweltschützern behindert wurde. Watson ist zuversichtlich, dass er mit den drei Schiffen seiner Sea Shepherd Conservation Society dank des Drohneneinsatzes den Walfang so effektiv stören kann, dass er sich nicht mehr lohnt. "Unser Ziel ist es, sie wirtschaftlich zu zerstören", sagte Watson dem "Guardian". Jede der Drohnen kostet etwa 10.000 Dollar. Das Geld dafür bekam Watson von einer Recyclingfirma in den USA.>

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Spiegel
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1.4.2012: Tod von Walen und Delfinen im Golf von Mexiko nimmt immer mehr zu - Zusammenhang mit Ölkatastrophe vermutet

aus: Spiegel online: Nach Ölkatastrophe: Im Golf von Mexiko sterben die Delfine; 1.4.2012;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,825044,00.html

<Von Frank Patalong

Seit Anfang 2010 verenden im Golf von Mexiko ungewöhnlich viele Wale und Delfine. Eine Studie zeigt nun, wie schlecht es den Meeressäugern dort wirklich geht. Der Verdacht der Forscher: Viele der Tiere leiden und sterben an Spätfolgen der "Deepwater Horizon"-Katastrophe.

Hamburg - Sie nennen es ein Unusual Mortality Event, kurz UME: Es ist die amtliche Bezeichnung dafür, dass seit Februar 2010 ungewöhnlich viele Meeressäuger an den Stränden im Golf von Mexiko tot angeschwemmt werden. In Louisiana, dem am stärksten betroffenen Gebiet, erhöhte sich die Zahl der tot angeschwemmten Meeressäuger von durchschnittlich 20 in den Jahren 2002 bis 2009 auf 138 im Jahr 2010 und 159 im Jahr 2011.

 Damit starben in den letzten zwei Jahren vor Lousianas Küste fast 16-mal so viele Wale und Delfine wie sonst in einem Jahrzehnt. Insgesamt liegt die Quote tot angeschwemmter Meeressäuger in der Golfregion, dessen Anrainer-Bundesstaaten sehr unterschiedlich stark betroffen sind, rund fünfmal über Normalniveau. Mit schon 37 toten Tieren bis März 2012 scheint klar, dass dieser Trend auch in diesem Jahr ungebrochen ist.

In der nüchternen Sprache der Wissenschaft ist das statistisch signifikant, für die Naturschutz- und Fischereibehörden und für Tierschützer eine Katastrophe. Und für viele ist der Schuldige daran natürlich ausgemacht: Das Sterben der Wale begann fast zeitgleich mit der Katastrophe der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April 2010, die elf Arbeiter das Leben kostete, die Plattform zerstörte und die größte Ölpest aller Zeiten verursachte. Geschätzt 800 Millionen Liter Öl ergossen sich in das Meer, das wenige Tage darauf von einem fast 10.000 Quadratkilometer großen Ölteppich bedeckt war. Es dauerte bis zum 6. August 2010, bis das Leck, aus dem das Öl ausströmte, endlich abgedichtet war.

Dass ein Ereignis dieser Größenordnung die Umwelt in erheblichem Maße belasten würde, war klar: Monatelang kämpften Experten darum, das Öl irgendwie aufzufangen, zu verbrennen oder chemisch zu binden. Am Ende schienen auch natürliche Prozesse ganz kräftig mitgeholfen zu haben, und schneller als erwartet verschwanden die Ölteppiche und Ölfilme im Wasser. Bereits vier Monate nach der Katastrophe glaubten US-Behörden, drei Viertel des ausgelaufenen Öls seien unschädlich gemacht worden. Unabhängige Forscher widersprachen: 80 Prozent des Öls, wollten Wissenschaftler der Universität Georgia herausgefunden haben, wabere nach wie vor durch die Tiefen - hinabgedrückt durch die zur Bindung des Öls eingesetzten Chemikalien.

Tot gestrandete Wale und Delfine im Golf von Mexiko
Zeitraum     
Florida     
Mississippi     
Alabama      Lousiana     
Total
Jahresdurchschnitt 2002 - 2009 20 14 20 20 74
2010 (Feb-Dez) 33 25 64 138 260
2011 33 59 111 159 362
2012 (Jan-März) 15 9 23 37 84
Zahlen: NOAA





 Zwei Jahre nach der Katastrophe deutet sich nun an, dass diese noch weit schwerere Konsequenzen für die Umwelt haben könnte als bisher gedacht. Erste Studien über Korallen und Insekten in der Region hatten in den letzten Monaten gezeigt, dass auch diese Lebewesen erheblich belastet sind. In einer von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und dem Ölkonzern BP, dem die "Deepwater Horizon" gehörte, gemeinschaftlich finanzierten Studie stellten Forscher ein erhebliches Korallensterben fest. Ungewöhnlicherweise erstreckte sich das auch in größere Tiefen. Als Grund wird vermutet, dass durch chemische Bindestoffe schwer gewordenes Rohöl unter die Meeresoberfläche abgesunken sei und sich dort in großen Wolken verbreitet habe. Das Verschwinden der Ölteppiche habe somit keineswegs bedeutet, dass das Öl unschädlich gemacht worden sei.

Krank, weil durch die Ölpest geschwächt?

Das Sterben der Meeressäuger ist da ein weiteres Indiz. Ein Beweis ist es aber noch nicht: Das UME begann zwei Monate vor der Ölkatastrophe. Die höchsten Fallzahlen stellte die NOAA für die Wochen vor der Explosion der "Deepwater Horizon" fest. Die Behörde behandelt auch diese Fälle im Kontext der "Deepwater"-Umweltkatastrophe. Es gibt aber auch noch andere Faktoren.

Nachdem Forscher der NOAA im Oktober 2011 in fünf tot angeschwemmten Delfinen einen Befall mit Brucellen feststellten, einem auch bei Meeressäugern auftretenden Bakterium, das die oft tödlich verlaufende Brucellose verursacht, ließ die Behörde weitere Tiere testen. Am 25. März 2012 lagen die Ergebnisse für 43 getestete, tot angeschwemmte Delfine vor: Elf davon, also rund 25 Prozent, waren an Brucellose verendet.

Das schließt einen Zusammenhang mit der "Deepwater Horizon"-Katastrophe aber keineswegs aus. Schlagzeilen machte die Behörde nun mit einer Studie, die auf der Untersuchung von 32 lebend gefangenen Delfinen beruht. Die endgültigen Ergebnisse sind noch nicht veröffentlicht, doch schon die Ende März vorab herausgegeben Statements zeigen die Größe des Problems: Die Behörde beschreibt den Zustand der gefangenen Tiere als außergewöhnlich schlecht. Die Hälfte habe unnormale Hormonwerte gezeigt, viele seien deutlich untergewichtig gewesen. Zu den medizinischen Befunden, die von der Normalität abwichen, zählten zudem verminderte Hämoglobinwerte im Blut, Lungen- und Leberleiden. Die erhöhte Anzahl von Tieren, die an Infektionen erkrankt sind, könnte also durchaus darauf zurückzuführen sein, dass diese deutlich geschwächt scheinen.

Lungen- und Lebererkrankungen waren als Folgen der Umweltkatastrophe erwartet worden. 800 Millionen Liter Rohöl emittieren jede Menge Dämpfe, und der vergebliche Versuch, das Öl zu verbrennen, verursachte zeitweilig erhebliche Luftverschmutzungen in der Region. Die Leberschädigungen aber dürften die Konsequenz erhöhter Giftstoffaufnahme sein. Wie Menschen stehen Wale am obersten Ende der Nahrungskette: Was an Schadstoffen in die Nahrungskette einfließt, zeigt sich am obersten Ende dann in konzentrierter Form.

Angst vor Schadstoffen in der Nahrung

In den USA wurden als Reaktion auf die NOAA-Studie umgehend wieder Befürchtungen laut, Fisch und Meeresfrüchte aus der Region könnten ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die Behörde widerspricht solchen Befürchtungen: Gerade Delfine könnten auf vielfältige Weise mit Öl und Chemikalienrückständen in Kontakt kommen, durch die Menschen nicht gefährdet seien. Dazu gehöre neben dem Einatmen von Öldämpfen auch die Aufnahme über die Haut und die Möglichkeit, dass sich die Säuger selbst vergiften, wenn sie ölverseuchte Schlämme am Meeresboden nach Nahrung durchsuchten. Die Gewässer des Golfs von Mexiko würden seit der Katastrophe intensiv überwacht, alle Fischerzeugnisse ständig getestet. Der Verzehr sei unbedenklich.

Für Entwarnungen ist es aber offensichtlich zu früh. Auch die Küstenregionen stellen nach wie vor fest, dass Belastungen durch das ausgelaufene Öl anhalten, auch das Pflanzenwachstum stellenweise deutlich eingeschränkt ist - die Ölpest tötet noch immer.

Auch für BP ist die Katastrophe nicht ausgestanden. Trotz Kooperationen mit den US-Behörden im Rahmen der "Gulf Spill Restauration"-Anstrengungen, mit denen die Umweltfolgen des Desasters beseitigt werden sollen, beharken sich Behörden und BP nach wie vor gerichtlich, werfen sich gegenseitig vor, nötige Akteneinsichten nicht zu gewähren. Mit einer Gruppe privater Kläger einigte sich BP auf eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar. Der Konzern hat sich aber darauf vorbereitet, dass die Rechnung am Ende noch erheblich höher ausfallen könnte. Insgesamt soll der Ölmulti 37 Milliarden Dollar an die Seite gelegt haben, um weitere Forderungen erfüllen zu können.>

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Basler
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16.6.2012: <Eine App zum Schutz der Wale> - die Nachrüstung auf der Brücke von grossen Schiffen

aus: Basler Zeitung online; 16.6.2012;
http://bazonline.ch/digital/computer/Eine-App-zum-Schutz-der-Wale/story/13735675

<Grosse Schiffe kollidieren immer wieder mit grossen Meeressäugern – oft mit tödlichen Folgen. Dank einer App soll damit Schluss sein, zumindest an der nordamerikanischen Ostküste.

Eine App für iPhone und iPad soll Wale vor Kollisionen mit Schiffen zumindest vor der US-Ostküste bewahren. Die «Whale Alert App» bezieht ihre Informationen von Unterwassermikrofonen, die die Wale orten, und leitet diese dann per GPS auf iPhones und iPads weiter, berichtete ein Sprecher der Tierschutzorganisation International Fund for Animal Welfare, Patrick Ramage, in Boston. «Noch werden Wale von grossen Schiffen überfahren, aber wir können sie retten», sagte er. Die App funktioniere vorläufig nur vor Neuengland, zwischen Florida und Maine, weil nur dort spezielle Bojen mit Mikrofonen platziert seien. Das Bojensystem gibt es schon seit einigen Jahren, bisher mussten Schiffe aber per Telefon über Wale auf ihrem Weg alarmiert werden. In der Region leben rund 550 Wale, meist Atlantische Nordkaper, die über 16 Meter lang und 70 Tonnen schwer werden können. (rub/dapd)>

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20 minuten
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16.6.2012: <Neue Fremdsprache: Walisch reden, leicht gemacht>

aus: 20 minuten online; 16.6.2012;
http://www.20min.ch/wissen/news/story/Walisch-reden--leicht-gemacht-21503544

<Wie wäre es wohl, wenn wir Wale verstehen und auch walisch sprechen könnten? Dank einer Website, die die Meeressäuger retten will, können Sie nun tatsächlich singen wie Willy und Co.

Viele Meeresbewohner sind vom Aussterben bedroht. So auch die Wale. Um sie und ihre Umwelt zu schützen, gibt es - nebst anderen - seit 1989 den gemeinnützigen Verein OceanCare. Er setzt sich auf verschiedenen Ebenen dafür ein, dass die Zerstörung der Meere, welche der Lebensraum für eine Vielzahl von faszinierenden Tieren und Pflanzen ist, gestoppt wird.

Laut den Umweltschützern sind die Wale nicht einmal in Schutzgebieten vor Netzen und intensiver Beschallung sicher. Deshalbe fordern sie gesicherte Gebiete für die Tiere.

Um sich mit ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen, haben die Tierfreunde auf www.be-their-voice.com den Walen ganz einfach zu einer Sprache verholfen, die wir verstehen: Der Menschensprache. Auf der Website können Sie einfach eintippen, was Sie gerne einem Freund oder Bekannten auf walisch sagen möchten. Und schon singt der Computer los, wahlweise in Englisch oder auf Deutsch.

Und wenn Sie schon dort sind können Sie ja gleich noch die Online-Petition unterschreiben und so zum Botschafter für Wale werden.

(lue)>

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n-tv
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5.9.2012: <Enormer Rückgang im Schwarzen Meer: Schweinswale extrem bedroht>

aus: n-tv online; 5.9.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Schweinswale-extrem-bedroht-article7129821.html

<Eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler offenbart Erschreckendes: Die Zahl der Schweinswale im Schwarzen Meer schrumpft binnen eines halben Jahrhunderts um rund 90 Prozent. Ursachen sind Überfischung, Überdüngung und die Einschleppung fremder Arten.

Die Zahl der Schweinswale im Schwarzen Meer ist einer Modellrechnung zufolge in 50 Jahren um rund 90 Prozent geschrumpft. Darauf lasse die Analyse von Erbgutproben aus dem heutigen Bestand schließen, berichten Forscher in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften in den USA ("Pnas"). Hauptursache sei neben dem Walfang die kommerzielle Fischerei.

Die Wissenschaftler um Michaël Fontaine von der Universität Paris-Süd hatten die genetische Vielfalt von Schweinswalen (Phocoena phocoena relicta) im Schwarzen Meer untersucht. Sie verwendeten unter anderem Erbgut aus den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, deren Erbgut nur von der Mutter stammt. Weil bei der Fortpflanzung keine Vermischung mit dem väterlichen Erbgut stattfindet, eignet sich mitochondriales Erbgut zur Bestimmung von Verwandtschaftsbeziehungen. Mit Hilfe von Computermodellen schlossen die Forscher aus den Erbgutproben von mehr als 60 Tieren auf Veränderungen der Population in den vergangenen Jahrtausenden.

Bedenklicher Rückgang

Die Daten ergaben, dass die Zahl der Wale vor höchstens 5000 Jahren massiv zunahm und dass es einen extremen Rückgang in den vergangenen 50 Jahren gegeben haben muss. Der wahrscheinlichsten Rechnung nach seien einst rund 300 der Tiere ins Schwarze Meer eingewandert, als dieses vor rund 8000 Jahren wieder eine Verbindung zum Mittelmeer bekam. Die Population sei dann auf rund 7500 Tiere herangewachsen. Für den Bestand der Unterart derzeit ergebe sich eine Zahl von etwa 700 Tieren. Herkömmliche Schätzungen gingen dagegen von einigen Tausend Individuen aus, der Unterschied lasse sich aber aus der Methode heraus erklären und stelle nicht die Ergebnisse als solche infrage, heißt es in der Studie.

Das Schwarze Meer sei ein geschundenes Ökosystem, dem unter anderem Überfischung, Überdüngung und die Einschleppung fremder Arten geschadet hätten, schreiben die Forscher. In den frühen 70-er Jahren seien allein von der Türkei aus jährlich mehr als 80.000 Schweinswale erlegt worden. Von 1966 an habe es in Bulgarien, Rumänien und der ehemaligen Sowjetunion und von 1983 an auch in der Türkei ein Fangverbot für Wale und Delfine im Schwarzen Meer gegeben. Illegal sei die Jagd aber weitergegangen, die Bestände rängen bis heute um Erholung. Eine weitere Ursache sei, dass sich immer wieder Schweinswale und Delfine in Fischernetzen verhedderten und ertränken.

Die Methode, aus dem Erbgut auf die Entwicklung einer Population zu schließen, lasse sich auch auf andere räumlich isolierte Tiergruppen anwenden, schreiben die Forscher. Ihre Analyse zeige, dass menschliche Aktivitäten einen klaren "Abdruck" in der genetischen Vielfalt von Tieren hinterlassen können.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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Welt
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14.5.2013: <Evolution: Als das Meer für Wale ein Schlaraffenland war> - vor 30 Millionen in der Eiszeit machten die Wale einen evolutionären Sprung

aus: Welt online; 14.5.2013;
http://www.welt.de/wissenschaft/article116170834/Als-das-Meer-fuer-Wale-ein-Schlaraffenland-war.html

<Meeresbiologen haben einen verblüffenden Zusammenhang aufgedeckt: Die Evolution der Wale machte vor 30 Millionen Jahren einen riesigen Sprung – verursacht durch die Vereisung der Antarktis.

Von

Schon seine Körperlänge markiert den Zwergglattwal Caperea marginata zu einem Sonderling unter den Bartenwalen: Während die sonstigen Arten dieser Unterordnung wahre Kolosse sind – unter ihnen die größten Tiere, die jemals auf der Erde gelebt haben –, ist der Zwergglattwal mit allenfalls sechs Meter Länge gerade einmal so groß wie der Kopf eines Blauwals.

Obendrein lebt die Art zurückgezogen und scheint so selten zu sein, dass sogar die Walfänger sie ignorieren. Auch Wissenschaftler bekamen Caperea marginata, so sein lateinischer Name, kaum einmal zu Gesicht, und seine Verwandtschaftsverhältnisse zu anderen Walen waren daher bislang völlig unklar.

Als jetzt Ewan Fordyce und Felix Marx von der University of Otago im neuseeländischen Dunedin die wenigen Knochen und Fossilien von Zwergglattwalen in ihrer geologischen Sammlung und im Nationalmuseum des Landes Te Papa in Wellington miteinander verglichen, enthüllten sie eine kleine Sensation: Die kleinen Bartenwale gehören gar nicht zur Familie der Glattwale, sondern sind die letzten Überlebenden einer Familie von Walen, die Forscher seit mehr als zwei Millionen Jahren für ausgestorben hielten, die sogenannten Cetotheriidae.

Wie die beiden Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" schreiben, ergänzt diese Familie damit die Furchenwale, Grauwale und Glattwale zu einem Quartett der heute noch lebenden Familien der Bartenwale.

Und: Der Zwergglattwal hat damit auch eine direkte Verbindung von den Urwalen bis zur Entstehung der ersten modernen Wale. Die Spuren letzterer tauchten nämlich vor rund 30 Millionen Jahren auf. Nicht sehr viel später schwammen dann vor etwa 25 Millionen Jahren die ersten Cetotheriidae durch die Weltmeere.

Wiege der modernen Wale

Die Wiege dieser modernen Wale aber schwamm auf den Meeren rund um die Antarktis, vermutet Ewan Fordyce. Genau dort, in den kühlen Gewässern vor Neuseeland, der Südküste Australiens oder vor den Falklandinseln wurden bisher auch in sehr wenigen Fällen Zwergglattwale gesichtet.

In der Entstehungsgeschichte der Wale blättern Forscher wie Ewan Fordyce immer wieder wie in einem offenen Buch, wenn es um die Regionen im Süden der Südinsel Neuseelands geht. Dort fand man etwa in den Kalksteinen im Waitaki-Tal gut hundert Kilometer nördlich von Dunedin versteinerte Kiefer eines Delfins, in denen oben und unten je zwei lange Reihen scharfer Zähne sitzen, die wie Zahnräder ineinandergreifen.

Obwohl sich ihr Schnabel selbst seither nur wenig verändert hat, haben heutige Delfine dieses rasiermesserscharfe Gebiss nicht mehr, das ein wenig an einen Hai erinnert. Solche Delfine aber schwammen zur gleichen Zeit wie die ersten Bartenwale durch die Weltmeere.

Sie gehören, wie alle Delfine, zur zweiten Unterordnung der Wale, der Zahnwale. Solche Fossilien tauchen im Kalk des heutigen Waitaki-Tals auf, weil dort viele Jahrmillionen lang ein flaches Meer an die Küste schwappte. An seinem Grund bildete sich aus den Schalen toter Muscheln und Krebse der Kalk, der heute im Tal abgebaut wird, um daraus Häuser und Brücken zu bauen.

Sanken dort tote Wale auf den Grund, versteinerten einige ihrer Knochen mit der Zeit und blieben der Nachwelt so erhalten. Später hoben die Kräfte des Erdinneren diese Schichten über den Meeresspiegel.

Ältesten Spuren moderner Wale

Auf Grund dieser einmaligen geologischen Geschichte tauchen im Waitaki-Tal immer wieder versteinerte Delfine und Wale aus der Zeit vor 24 bis 32 Millionen Jahren auf, während solche Funde im Rest der Welt extrem selten sind.

Seit 1982 untersucht Ewan Fordyce die Fossilien dieser Gegend und wundert sich seither über einen verblüffenden Zusammenhang. Nirgendwo auf der Welt finden sich ältere Spuren von ersten modernen Zahn- und Bartenwalen – und die Überreste beider tauchen im Waitaki-Tal in Neuseeland zuhauf auf. Daraus schließt der Wissenschaftler, dass sowohl Zahn- als auch Bartenwale genau in der Zeit entstanden sein müssen, als sich der Kalk des Waitaki-Tals bildete.

Auch ein weiterer Wendepunkt der Erdgeschichte gibt Ewan Fordyce gute Gründe für seine Annahme. Weiter im Süden lag der Kontinent Antarktis bereits vor 120 Millionen Jahren am Pol, war aber damals ganz oder zumindest weitgehend ohne Gletscher und Eispanzer.

Damals gab es aber noch Landbrücken nach Südamerika und nach Australien, die nach den Annahmen von Geologen anscheinend erst vor rund 34 Millionen Jahren abbrachen. Seither lag die Antarktis wie eine riesige Insel am Südpol. In diesen Breiten aber wehte fast immer ein starker Westwind, der das Wasser der Meere wie einen riesigen Kreisel rund um die Antarktis trieb.

Dieser Ringstrom isolierte die gesamte Region von den wärmeren Gegenden weiter im Norden. Erst diese Isolation ließ dann die Gletscher wachsen, die vorher nur wenige Regionen im Hochgebirge bedeckt hatten. Nach einiger Zeit lagen schließlich große Teile der Antarktis unter einem dicken Eispanzer.

Ozean kühlte kräftig ab

Die Eismassen aber türmen sich im Durchschnitt 2000 Meter hoch über dem Meeresspiegel auf. Die Luft über diesem weiß glitzernden Dom kühlt seither dramatisch ab und wird dabei auch schwerer. Daher blasen vom Landesinneren seit Beginn der Vereisung kalte Stürme hinunter zum Ozean und kühlen dort das Wasser kräftig ab.

Im Winter friert dann ein breiter Wasserstreifen rund um die Antarktis zu Packeis. Das Salz aus diesen Schichten aber konzentriert sich im extrem kalten Wasser unter dem Eis. Dadurch wird dieses Wasser sehr schwer, sinkt in die Tiefe und wirbelt dort die Nährstoffe wieder auf, die von oben auf den Grund rieseln.

Diese aber machen das Südpolarmeer zu einer Art Schlaraffenland, in dem sich riesige Mengen winziger Lebewesen tummeln. Die Urwale entwickelten bald riesige Mäuler mit den Barten: Hornplatten im Oberkiefer statt Zähnen, mit denen sich das Wasser ganz einfach nach Futter durchkämmen lässt.

Die ältesten Exemplare dieser Meeressäuger findet Ewan Fordyce in den Kalksteinen des Waitaki-Tals. Zu ihnen gehören auch der Zwergglattwal und seine Cetotheriidae-Familie, die nicht allzu lange nach der Vereisung der Antarktis entstand.

Daneben ernähren sich damals wie heute aber auch Fische von den Kleinlebewesen im nährstoffreichen Wasser des Südpolarmeeres. Um diesen Fischreichtum zu ernten, entwickelten andere Urwale ebenfalls eine raffinierte Strategie. Sie bildeten sehr spitze Zähne, mit denen sich die Fische in gut zu schluckende Streifen zerteilen ließen.

Raffinierte Echo-Ortung entsteht

In den Schädelknochen der damals entstehenden Delfine lassen sich winzige Mulden entdecken. Dort setzen Muskeln an, die feinfühlig die Nase bewegen und so verschiedene Töne erzeugen können. Das Echo dieser Laute verriet den Delfinen, wo sie im trüben Wasser ihre Beute finden konnten.

Mithilfe dieser raffinierten Echo-Ortung jagen Delfine und andere Zahnwale bis hin zum riesigen Pottwal noch heute. Sie ist also ein Erbe des Klimawandels, der vor 34 Millionen Jahren begann, die Antarktis zu vereisen. Im Waitaki-Tal im Süden Neuseelands erfährt man daher nicht nur, wie die modernen Zahn- und Bartenwale entstanden – sondern auch, wie stark das Klima mitunter die Evolution steuert.

Forscher vermuten, dass Wale ursprünglich einmal Landtiere waren, die sich im Laufe der Zeit immer besser an das Leben im Wasser anpassten. Der früheste bekannte Urwal, Pakicetus genannt, lebte vor etwa 53 Millionen Jahren. Sein Schädel wies noch große Ähnlichkeiten mit denen der Landtiere auf.

Die letzten Urwale starben wahrscheinlich vor rund 30 Millionen Jahren aus. Dann entwickelten sich explosionsartig nach und nach die modernen Wale mit den beiden Unterordnungen der Zahn- und Bartenwale.

Vor rund 15 Millionen Jahren bildeten sich die heutigen Bartenwale heraus; die Zahnwale hatten ihre Hochphase der Entwicklung schon früher, vor rund 20Millionen Jahren. Dabei entstand vor allem bei Zahnwalen eine große Vielfalt. Delfine als Vertreter dieser Unterordnung tauchten vor zwölf Millionen Jahren zum ersten Mal im Wasser auf.

Bartenwale und Zahnwale nahmen in ihrer Entwicklung ganz unterschiedliche Wege. Die großen Bartenwale nutzen charakteristische Hautfalten zum Aufsperren des Mauls, in dem das Wasser nach Futter gefiltert wird. Die kleineren Zahnwale hingegen haben sich für die Fischjagd auf Echolokation spezialisiert.>


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Spiegel
                    online, Logo

22.5.2013: <Kanaren:
Keine Walstrandungen mehr nach Sonarverbot>

aus: Spiegel online; 22.5.2013;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/kanaren-keine-wal-strandungen-mehr-nach-verbot-von-sonar-a-901203.html

Blauwal: Gestört von Sonargeräten

<Ruhe im Ozean: Seit einigen Jahren dürfen Marineschiffe vor den Kanaren unter Wasser keine Schallwellen-Geräte mehr verwenden. Nun berichten Forscher, dass das Sonarverbot Wirkung zeigt. Seither hat es dort keine Massenstrandung von Walen mehr gegeben.

Großer Erfolg für die spanischen Tierschützer: Seit der Verhängung eines Verbots von Sonargeräten bei Marinemanövern vor neun Jahren hat es auf den Kanarischen Inseln keine Massenstrandung von Walen mehr gegeben. Die Kanaren avancierten aufgrund dieses Erfolges weltweit zum Vorbild beim Schutz der Meeresfauna und insbesondere der Meeressäuger, sagte der Leiter des Instituts für Tiergesundheit der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), Antonio Fernández, am Dienstag der Nachrichtenagetur efe.

Nur Spanien habe nach einer entsprechenden Empfehlung des Europäischen Parlaments 2004 ein Verbot von Marinemanövern mit dem Einsatz von Sonargeräten, die Schallwellen unter Wasser senden, für das Meeresgebiet um die Inselgruppe im Atlantik vor der Westküste Nordafrikas verhängt, so Fernández. Diese Entscheidung habe sich spätestens jetzt als richtig erwiesen. Der Wissenschaftler hofft, dass seine Veröffentlichung der Ergebnisse der Initiative in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Nature" dazu führt, dass andere Länder dem Beispiel folgen.

Kurz vor dem spanischen Sonar-Verbot waren nach Massenstrandungen auf den Kanaren 14 (2002 auf Lanzarote) und vier (2004 auf Fuerteventura) Wale verendet. Eine Forschergruppe um Fernández stellte damals fest, dass vor dem Massensterben nördlich der Kanaren Seekriegsmanöver stattgefunden hatten, bei denen mit Sonargeräten Explosionen im mittleren Frequenzbereich erzeugt worden waren, was zur Aufspürung von feindlichen U-Booten dient.

"Wale reagieren sehr sensibel auf die Sonargeräte. Heute weiß man, dass die Tiere in Panik geraten und ihr Tauchverhalten dadurch gestört wird", sagt Fernández. Das führe bei den Walen zu einem Leiden, das mit der Dekompressionskrankheit bei Tauchern, die zu schnell auftauchen, verglichen werden könne.

Walen macht der zunehmende Lärm in den Meeren zu schaffen. Wale kommunizieren mit Lauten unter Wasser. Außerdem nutzen sie Töne, um zu navigieren und um Beute zu finden. Vom Menschen verursachter Lärm, wie er etwa bei seismischen Untersuchungen, Bauprojekten unter Wasser, aber auch mit militärischem Sonar entsteht, behindert die Wale.

boj/dpa>

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Der Standard online, Logo

9.12.2013: <Orcas können auch ohne Echoortung im Dunkeln jagen>

aus: Der Standard online; 9.12.2013;
http://derstandard.at/1385169705588/Orcas-koennen-auch-ohne-Echoortung-im-Dunkeln-jagen

<Orcas werden in verschiedene Ökotypen unterteilt: Einer davon hat sich ganz auf die Jagd auf Meeressäugetiere - Robben und Kleinwale - spezialisiert.

Klicklaute würden Säugetiere warnen - Orcas schleichen sich daher lieber lautlos an ihre Beute heran.

San Francisco - Orcas verfügen über mehrere Möglichkeiten Beutetiere aufzuspüren. Eine davon, die Delfin-typische Echoortung, wird aber nicht immer eingesetzt. Die Art der Beute ist dabei entscheidend: Manche Orcas machen hauptsächlich Jagd auf Fische, andere sind auf Meeressäugetiere spezialisiert. Und dieser Typ von Orcas benutzt seine Echoortung lieber nicht zur Jagd - vermutlich, um die Beute nicht zu verschrecken.

"Wenn die Säugetierjäger die ganze Zeit klickend herumschwimmen würden, wäre ihre Beute gewarnt", sagte Volker Deecke von der Universität Cumbria. Dennoch können auch diese Orcas im Dunkeln jagen. Vermutlich setzen sie dabei auf ihr Gehör, berichteten Deecke und seine Kollegen bei einer Tagung der US-Gesellschaft für Akustik (ASA) in San Francisco von den Ergebnissen eines Experiments, das sie mit Orcas durchgeführt hatten.

Der Versuch

Die Forscher hatten vor Alaska 13 frei lebende Orcas mit Aufnahmegeräten ausgestattet. Die Rekorder registrierten alle Laute, die die Tiere von sich gaben oder um sich herum hörten. Dabei stellten die Wissenschafter fest, dass die Orcas nicht nur bei Tageslicht jagen.

Eine Aufnahme dokumentiert die Jagd auf ein Seehund-Männchen. Zunächst sei in der Ferne das Rufen zu hören, mit dem der Seehund ein Weibchen anlocken will, berichten die Forscher. Während der folgenden halben Stunde werde dieses Geräusch immer lauter - der Orca schwimmt also auf den Seehund zu. Nach drei lauten Rufen aus direkter Nähe sei das Geräusch des Killerwals beim Beuteschlag zu hören. Danach folge Stille.

Dies seien deutliche Hinweise darauf, dass die Orcas nach dem Gehör jagen, sagt Deecke. Die Erkenntnisse könnten anderen Wissenschaftern zu verstehen helfen, wie beispielsweise Schiffslärm die Wale beeinflusst. (APA/red, derStandard.at, 9. 12. 2013)>

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Ostsee 31.1.2014: <Saisonaler Schichtwechsel bei Schweinswalen festgestellt> - Zählungen mit Unterwasser-Mikrofonen

aus: Der Standard online; 31.1.2014;
http://derstandard.at/1389857987758/Saisonaler-Schichtwechsel-bei-Schweinswalen-festgestellt

<Ein Schweinswal zeigt sich an der Oberfläche. Mit Hydrofonen können die Tiere aber auch gezählt werden, wenn kein Sichtkontakt möglich ist.

Deutsche Forscher installierten Unterwassermikrofone in der Ostsee, um Populationen zu überwachen.

Bonn/Stralsund - Der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) ist ein gedrungen gebauter Delfin mit stumpfer Schnauze, der im Nordatlantik und Nordpazifik verbreitet ist. Als Spezies ist er glücklicherweise nicht gefährdet, auch wenn ihm Meeresveschmutzung, Unterwasserlärm und Fischerei zusetzen - die nur etwa 1,80 Meter großen Tiere enden oft als Beifang.

Schichtwechsel

Auch in der Ostsee ist der Schweinswal heimisch. Die dortigen Populationen wurden im Rahmen eines mehrjährigen Projekts genauer unter die Lupe genommen, wie das deutsche Bundesamt für Naturschutz berichtet. Oder genauer gesagt unters Mikrofon, denn diesmal wurden die Populationen anhand der Lautäußerungen der Tiere analysiert. Forscher des Deutschen Meeresmuseums haben mit Hilfe von Unterwasser-Mikrofonen über zehn Jahre hinweg den Bestand der Schweinswale in der deutschen Ostsee ermittelt - der einzigen Walart, die in dieser Region vorkommt. Die gesammelten Daten lassen darauf schließen, dass hier zwei Schweinswal-Untergruppen leben, die sich je nach Jahreszeit abwechselnd in der Pommerschen Bucht vor der deutschen und polnischen Küste aufhalten

Wie die Forscher im Fachmagazin "Marine Ecology Progress Series" berichten, dürfte eine Schweinswal-Gruppe aus der dänischen Beltsee für die Spätsommer-Monate in die Pommersche Bucht einwandern, während sich über den Spätwinter eine Gruppe aus der zentralen Ostsee einquartiert. Gerade diese zweite Gruppe wird mit einem Bestand von nur noch wenigen Hundert Tieren als vom Aussterben bedroht eingestuft und steht seit 2008 auf der Roten Liste.

Zählen durch Abhören

Ermöglicht wurden diese Erkenntnisse durch eine neue Zählmethode: Während normalerweise mit Flügen Tiere gezählt werden, die zum Atmen an die Oberfläche kommen, ist der Einsatz von Mikrofonen bzw. "Hydrofonen" auch bei schlechtem Wetter und nachts möglich. Insgesamt wurden für die Überwachung zwölf Hydrofone ausgebracht. Dabei wurden in der Pommerschen Bucht anders als in anderen Ostseeregionen nicht eine, sondern zwei Spitzen der Schweinswal-Aktivität im Verlauf des Jahres registriert - daher der Schluss auf zwei verschiedene Populationen.

Insgesamt werden die Bestandszahlen der Schweinswale in der Ostsee als kritisch eingestuft. Die Forscher fordern daher dringend konkrete Schutzmaßnahmen für die Tiere. Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums und Erst-Autor der Studie: "Die bisherigen Maßnahmen sind ausnahmslos Papiertiger." (red, derStandard.at, 1. 2. 2014)

 

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20
                        minuten online, Logo

2.7.2014: <Sydney: Surfer schwimmen mit Wal um die Wette>

aus: 20 minuten online; 2.7.2014;
http://www.20min.ch/panorama/news/story/22478850

<Australische Surfer bekamen Besuch von einem ungewöhnlich grossen Unterwasserfreund: Ein riesiger Wal schwamm mit ihnen in der Brandung.

«Wir dachten, es sei ein Baumstamm», sagten junge Surfer gegenüber dem britischen Nachrichtensender CNN – in Wirklichkeit schwammen sie an Sydneys Freshwater Beach mit einem riesigen Südkaper-Wal.

Südkaper gehören zur Familie der Glattwale. Die Jungs erzählten, der Wal habe sehr interessiert gewirkt. Damit mögen sie richtig liegen: Südkaper gelten als besonders gesellig und neugierig. Dies ist leider auch ein Grund dafür, warum sie lange als einfache Beute für Walfänger galten.

Solche Begegnungen können schmerzhaft enden

Friedlich paddelten die Surfer auf ihren Brettern mit ihrem grossen Begleiter durchs Meer. Bis die lokalen Rettungsschwimmer sie via Lautsprecher dazu aufforderten, sich von dem Wal zu entfernen. Schwimmer sollten sich nicht näher als 30 Meter an die Säuger heranbewegen. Nicht ohne Grund: Wenn so ein Meeressäuger einen kräftigen Stoss mit seiner Schwanzflosse macht und dabei einen Schwimmer trifft, kann er diesen ernsthaft verletzen. Im Video (siehe oben) kommt es beinahe zu einem solchen Vorfall.

Der Chef der Rettungsschwimmer, Wayne Frankly, sagte denn auch zur australischen Zeitung «Sydney Morning Herald»: «Ich war etwas besorgt, da die Wale mehr als 70 Tonnen wiegen können. Erst letztes Jahr wurde ein Surfer ins Krankenhaus gebracht, weil er mit einem Wal zusammengestossen war.»

Südkaper werden zwischen 14 und 18 Metern lang und bis zu 80 Tonnen schwer. Oft schwimmen sie in flachem Wasser nahe der Küste. Deshalb treffen sie oft mit Surfern und Booten zusammen.>

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Spektrum.de online, Logo

Schottland 5.5.2017: Britischer Schwertwal ist hochgradig verseucht: PCB mit Unfruchtbarkeit
Meeresverschmutzung: Toter Schwertwal war chemische Bombe
http://www.spektrum.de/news/toter-schwertwal-war-chemische-bombe/1455243

<Lulu, einer der letzten britischen Schwertwale, starb in Fangleinen. In ihrem Körper schlummerten aber auch Gifte, die sie zum am stärksten kontaminierten Wal der Erde machten. von

Die Trauer in Großbritannien war groß, als die Schwertwalkuh "Lulu" im Januar tot an der schottischen Küste angetrieben wurde: Sie hatte sich in Fangleinen aus der Fischerei verheddert und ist danach entweder ertrunken oder verhungert. Mit ihr war einer der letzten neun Schwertwale gestorben, die noch dauerhaft in den Gewässern rund um die Insel leben. Eine Autopsie durch die University of Aberdeen ergab jetzt, dass das Tier womöglich ohnehin dem Tod geweiht war und warum die Walkuh noch nie ein Kalb bekommen hatte, obwohl sie im besten Alter war. Denn Lulu wies in ihrem Fettgewebe mehr als 950 Milligramm polychlorierte Biphenyle (PCB) pro Kilogramm auf – einer der höchsten Werte, die jemals in einem Meerssäuger festgestellt wurde, wie der "Guardian" berichtet. Der Grenzwert für die Kontamination von Walen mit diesem Stoff liegt bei neun Milligramm pro Kilogramm Blubber. Darüber löst die Chemikalie bereits Vergiftungserscheinungen aus, welche die Tiere beeinträchtigen. PCB stört den Hormonhaushalt und führt zu Unfruchtbarkeit, weswegen die schottische Schwertwalschule wohl seit mehr als 20 Jahren nicht mehr erfolgreich Nachwuchs gezeugt haben

Darüber hinaus hat die schwere Belastung vielleicht auch die geistigen Fähigkeiten Lulus und ihren Orientierungssinn beeinträchtigt, weshalb sie sich in Seilen verfangen hat, mit denen Fangkäfige für Hummern und Krabben an Bord gehievt werden. Da ihre Familie sich nicht mit anderen, durchreisenden Schwertwalgruppen austauscht, dürfte der Bestand über kurz oder lang zum Aussterben verdammt sein. Allerdings sind auch andere Schwertwale aus dem Nordostatlantik mit PCB und anderen Chemikalien belastet. Eine Studie aus dem Jahr 2016 hatte gezeigt, dass die Tiere hier durchschnittlich mit 150 Milligramm PCB pro Kilogramm verseucht sind. Da Schwertwale am oberen Ende der Nahrungskette stehen, reichern sie in ihrem Gewebe große Mengen an aufgenommenen Schadstoffen an.

PCB wurden 1981 in Großbritannien verboten, 1987 folgte die Europäische Union. Zuvor verwendete man sie reichlich in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Hydraulikflüssigkeit sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen. Da sie biologisch praktisch nicht abgebaut werden, sind sie in der Umwelt jahrzehntelang vorhanden – mittlerweile wurden selbst in entlegenen Regionen wie der Antarktis PCB nachgewiesen. Ein Großteil der produzierten PCB wurden zudem nicht sicher entsorgt, weshalb sie weiter in die Natur gelangen können. Dafür spricht unter anderem, dass die mittleren PCB-Konzentrationen in Meeressäugern nach einem Rückgang in den 1990er Jahren seit der Jahrtausendwende nicht mehr weiter sinken.

© Spektrum.de>




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