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Farben: Rohstoffe und Herstellung

von Michael Palomino (2007)

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aus: Anke-Usche Clausen und Martin Riedel: Methodisches Arbeitsbuch Band IV: Schöpferisches Gestalten mit Farben mit der dazugehörigen Materialkunde. Für alle Altersstufen. Mellinger-Verlag Stuttgart, 1981


Zum Aufbau der Farben generell - Naturfarben sind Lichtkräfte

Farben bestehen aus
-- Farbstoffe
-- Bindemittel, die die Farbstoffe am Malgrund haften lassen (S.18).

Ab dem Mittelalter kommt in Europa die Technik des Vorbeizens und des Beizens dazu (S.31-32).

"Naturfarben entstehen alle in der lebenden Pflanze durch die Einwirkung des Lichtes, der Sonne, denn Keime sind weiss oder Weiss ist die Farbe der Keime. Verwenden wir also Pflanzenfarben, so malen wir gewissermassen mit 'Lichtkräfte', Farb-Licht-Kräften. [...] Wir legen vor allem Wert auf die so wichtigen heilend wirkenden Pflanzenfarben. Sie können in der heutigen Zeit der aggressiven, grellen Teerfarbenprodukte, Leuchtreklamen, Röhrenbeleuchtungen, Fernsehbildern usw. beruhigend, erholsam und strahlungsabschirmend wirken (S.43).

Es gibt zwei Arten von Färbstoffen:
-- solche, die direkt am Gewebe haften, so genannte direktziehende Färbstoffe
-- und solche, die nicht am Gewebe haften, sondern die an der Beize haften, so genannte beizenziehende Färbstoffe (S.32).

Die Trennlinie ist dabei nicht eindeutig, "denn die beiden Gruppen greifen ineinander über. Alle direktziehenden Färbstoffe können auch wie beizenziehende behandelt werden, und die letzteren besitzen zum Teil die Fähigkeit, auch ohne Beizmittel haltbare Farben zu liefern." (S.32)

Direktziehende Färbstoffe sind der Waid, der Indigo, verschiedene Farbflechten, die Walnussschalen und die Walnusswurzeln, ebenso die Flechtenfarbstoffe Orseille, Cudbeare, Persio und die Berberitzenwurzeln und die orientalische Kurkuma sind direktziehende Färbstoffe. Die Mehrheit der Färbstoffe ist aber beizenziehend und verlangt die Anwendung von Beizmitteln. Die Färbstoffe beider Gruppen lassen sich somit unterscheiden in freilösliche und gebundene Färbstoffe. Die letzteren Färbstoffe müssen mit Hilfe von Säuren und Alkalien oder durch Vermittlung eines Gärungsprozesses aufgeschlossen werden (S.32).

Färbstoffe sind Kräuter, Wurzeln, Rinden, Auswüchse, Flechten, Blätter, Triebe, Blüten, Samen, Früchte, Fruchtschalen und Hölzer (S.36).

Farben aus Färbpflanzen und Tieren (organische Farben) - aus Gesteinen und Erden (anorganische Farben)

Es werden unterschieden:
-- Farben aus Erden (Erdfarben) und Farben aus Gesteinen bzw. Mineralien (Mineralfarben), die anorganischen Farben

-- Farben aus Pflanzen und Tieren, die organischen Farben

-- schwarze Farben aus Russen und Schwärzen

-- Rohstoffe, die gleichzeitig als Farbe und als Gerbmittel dienen

-- künstliche, organische Stoffe, insbesondere Teerfarben (S.22).

Die Natur liefert dem Menschen die Farbstoffe aus Pflanzen (organische Farbstoffe) und aus dem Mineralreich (anorganische Farbstoffe), und ein kleiner Teil aus dem Tierreich (organische Farbstoffe) (S.19). Lösliche Farben sind die Pflanzenfarben und die Farben von tierischen Stoffen. Die färbenden Bestandteile von Erdfarben und Steinen lösen sich nicht in Flüssigkeiten (S.23).

Leute, die gerne mit natürlichen Farben malen oder färben, können im eigenen Garten die Pflanzen anpflanzen, mit denen man die verschiedenen Farben färben kann, so genannte "Färbpflanzen". Farbstoffe können z.B. aus Flechten, Moosen oder Apfelrinde gewonnen werden. Sie werden in der Färberküche verarbeitet. Die Empfindung für die Pflanzen wird auf diese Weise mit verschiedenen Farben und mit den gefärbten Kleidern oder mit gemalten Bildern verbunden.

Pädagogisch beginnt man mit erstem Sammeln und Färben in der Unterstufe. Das Färben in der Färberküche wird dann so richtig in der Mittelstufe und in der Oberstufe vollzogen (S.18).

[Die Eltern und Grosseltern können dies ebenfalls lernen, nicht nur die Kinder].


Farbenlösungen: Pigmentfarben (Bindemittel mit Farbpulver)

Die Farbe in der Pflanze oder in einer Rinde ist im festen Zustand. Zum Färben braucht man die Farbe aber im gelösten Zustand in einer Lösung. Dann wird der zu färbende Gegenstand in die Lösung eingetaucht und der Farbstoff bindet sich chemisch an die Textilfaser.

Pigmentfarben bestehen aus Bindemittel und Farbpulver. Die Farbpulver sind nicht wasserlöslich, sondern sind fein verteilt in einem Bindemittel (z.B. Leim). Das Farbpulver schwebt im Leim. Wenn die Farbe lange nicht gebraucht wird, setzen sich die Pigmente am Boden ab (z.B. bei Ölfarben). Vor dem neuen Gebrauch muss dann die Farbe wieder gut durchmischt werden. Die Maler haben früher ihre Farben immer selbst gerieben und gemischt, z.B. mit Pigmentpulver von verriebenem, ungebranntem Lehm oder von fein gemahlenen, gebrannten Ziegeln. Je nach Bindemittel bilden die Pigmentfarben durchscheinende oder deckende Schichten auf dem behandelten Gegenstand (S.18).

Bindemittel sind:
-- mineralische Bindemittel
-- pflanzliche Bindemittel, Firnisse und Lacke (S.22).


Farbenlösungen: Tinten und Lacke

Die farbstarke Pigmente (Substratfarben, Lacke) kommen zum grossen Teil von Tinten pflanzlicher oder tierischer Herkunft. Sie werden auf Tonerde niedergeschlagen. Erst auf der Unterlage (Substrat) werden sie zu Pigmentfarben. Aus Indigo wird blaue Tinte, aus der Krappwurzel wird Krapplack (eine Färber-Tinte), Drachenblut ist ein echter Lack, aus Schuppen einiger Tintenfischarten aus dem Mittelmeer wird Sepia gewonnen, eine organische Tinte (S.19).


Anorganische Mineralfarben und die Verwendung

Die anorganische Mineralfarben aus Farbstoffen aus dem Erd- und Mineralreich  sind z.T. direkt in der Natur vorhanden wie Russ, Graphit etc. Die meisten anorganischen Farben müssen aber auf chemischem Weg erst gewonnen werden. Sie werden v.a. verwendet für
-- Drucktechniken aller Art  (Buch- und Steindruck)
-- Anstrichfarben für Holz, Metalle, Mauerwerk, Bindemittel sind u.a. Leim, Kalk, Öl, Firnis
-- Papierfärberei (Massenproduktion)
-- Künstlerfarben (Aquarell- und Ölfarben) zum Anmalen von Glas, Porzellan, Steingut und Emailwaren
-- als Appretur- und Beschwerungsmittel für die Textilindustrie (weisse Farbstoffe)
-- für Tapeten (S.19).

Anorganische Mineralfarben: Herstellung

-- Erden zerpulvern
-- das Pulver feucht anrühren und ein Bindemittel zusetzen
-- nun kann man mit der Mischung "malen": Die Partikel der Erde werden auf einer Fläche verteilt
-- Entwicklung von wasserfesten Farben (S.24).


Anorganische Farben aus Erden, Gesteinen und Kristallen

Tabelle: Organische Stoffe zur Farbherstellung
Farbe
Organischer Stoff
Herkunft
Herstellung der Farbe
Braun: Mumie, Knochenbraun
Mumien, heute selten, heute meist aus Kadavern
Ägypten
Mahlen der mit Asphalt imprägnierten ägyptischen Mumien (S.21)

Tabelle: Mineralien zur Farbherstellung
Farbe
Mineral Herkunft
Herstellung der Farbe
Blau: Bergblau
in tafel- oder säulenförmigen Kristallen, oder derb und eingesprengt in strahligen bis dichten Varietäten oder erdigen Massen zusammen mit anderen Kupfererzen (S.20)


Blau: Ölblau
Vorkommen als Covelin, Covellite und Kupferindig (S.20)
Mansfeld, Chile u.a. (S.20)

Blau: Ultramarin (Azurblau, Waschblau) im Lasurstein, Lapislazuli (S.20)
Lapislazuli aus Sibirien, China, Persien, Brasilien (S.20)
Braun: Kasselerbraun
findet sich in Torf- und Braunkohlenlagern, in Nestern, als erdiges Pulver oder in Brocken von erdiger Weichheit, gemischt mit Holzteilen (Kassel) (S.21)


Braun: Ocker
Ockererde (S.20). Ocker ist eine Gelberde (S.24).
Schönste Ockererden kommen aus dem Harz, aus Thüringen, Bayern, dem Westerwald usw.
Durch Brennen der gelblichen Ockererde wird der Farbton röter und entspricht dann etwa dem der rötlichen Ocker. Bei sehr hohen Temperaturen (950 bis 980 Grad Celsius) ist ein Braun möglich (S.20)
Braun: Rehbraun (fawn brown, samtbraun)
Mischungen von roher und gebrannter Umbra mit stark gefärbter Ocker (S.21)


Braun: Terra di Siena
kommt in dunkelbraunen bis gelblichbraunen Brocken und Stücken vor, z.B. sehr hart
im Harz, in der Toscana, in Nord-"Amerika" etc. (S.21)

Braun: Umbra

in fast allen Ländern der Erde, in Mitteleuropa in Thüringen, am Saaleufer, im Harz, am Rhein, im Elsass etc. (S.21)
Das Brennen der rohen Umbra unter Luftzufuhr lässt je nach Zusammensetzung der Umbra lebhaft rötlichbraune bis tiefschwarzbraune Farben entstehen (S.21)




Grau: Saalfelder Grau
ist eine Mischung von Schieferschwarz und Gips (S.21)


Rot: Eisenrot Eisenglanz, Roteisenstein, als Bestandteil in vielen Mineralien und Gesteinen, die rotes oder bräunlichrotes Eisenoxyd enthalten, z.B. roter Bolus, rote Tonarten usw.(S.20)

Schwarz: Chinesische Tusche
Russ, chinesische Tusche

Der Russ der Holzkohle wird in einem Trichter aufgefangen [und dann im Mörser zerstossen]. Chinesische Tusche ist sehr feiner Russ und wird mit mit Gummilösung und geringen Mengen von Kampher und Moschus angerieben.
Schwarz: Eisenoxydschwarz
ist als Magneteisenerz viel verbreitet (wichtiges Eisenerz) (S.22)

Herstellung des Eisenoxydschwarz mit Ammoniak, Natronlauge oder Soda unter Luftzufuhr. Dann wird der entstandene Niederschlag ausgewaschen und getrocknet (S.22).
Schwarz: Schieferschwarz

findet sich in Bergwerken besonders rein in Spanien, Thüringen, bei Osnabrück, Bayreuth, in der Schweiz etc. (S.21)
ist Bestandteil von Saalfelder Grau aus Schieferschwarz und Gips (S.21)
Ultramarin (Azurblau, Waschblau)
siehe: Blau: Ultramarin


Weiss: Muschelweiss
aus Muscheln

Die Muschelschalen werden zu Pulver gemahlen (S.21)

Tabelle: Mineralien zur Lackherstellung
Lack
Mineral
Herkunft
Herstellung des Lacks
Asphaltlack
Bitumen (S.21)


Braunschweiger Lack
Bitumen (S.21)

Eisenlack
Bitumen (S.21)

Japanlack
Bitumen (S.21)


Tabelle: Mineralien und ihre Herkunft
Mineral
Herkunft
Farbe
Alabaster
ist ein plattenförmiger Gips mit blättrigem Gefüge (S.21)

Asphalt (Erdpech, Bitumen, Mineralteer)
ist derb, eingesprengt in Hohlräumen verschiedenartiger Gesteine, auch auf Erzgängen, als Kluftausfüllung, als Imprägnation von Sand- und Kalkstein, in Albanien (Asphaltstein), auf Trinidad (Asphaltsee), auf Cuba etc. (S.20)

Bitumen
ist ähnlich dem Asphalt, aber etwas heller in der Farbe. Mit Bitumen werden Asphaltlack, Braunschweiger Lack, Eisenlack, Japanlack hergestellt, auch Lösungen von Asphalt in Terpentinöl (S.21).

Bleimennige, Mennige ist Bleioxyd. Es entsteht beim Oxydieren von metallischem Blei bei hoher Temperatur unter Lufteinwirkung (Malermennige) (S.20).
Braunerz entsteht aus Spateisenstein unter Einwirkung von Luft und kohlensäurehaltigem Wasser (S.20)
Gips
im unreineren, dichteren Zustand als Gipsstein mächtige Gebirgslager, in körnigem kristallinischem Zustande (S.21)
ist Bestandteil von Saalfelder Grau aus Gips und Schieferschwarz (S.21)
Graphit
ist im Mineralreich sehr verbreitet, kommt in sehr verschiedener Form und Reinheit vor. Graphit kristallisiert in hexagonal-rhomboedrischen, dünnen Tafeln oder in kurzen Säulen, kommt häufiger derb vor in blättrigen bis dichten Aggregaten, findet sich im Granit, Gneis, Glimmerschiefer, Urkalk, in Schottland, Cumberland, im südlichen Sibirien, auf Ceylon, in Marburg, Böhmen usw. (Schlämmen, Silbergraphit) (S.21)

Grünerde ist ein häufiges Zersetzungsprodukt von Augit und Hornblende, und findet sich besonders charakteristisch in Böhmen, am Monte Baldo, auf Zypern, in basaltischen Mandelsteinen in Island und auf den Färöer-Inseln als Überzug, ist stark tonig und fühlt sich fettig an. In derber und mandelförmiger Form eingesprengt in Grünsand und in Grünsandsteinen in Westfalen, Hessen, am Harz etc. (S.20)

Kalk
in grossen Massen als Gebirge vorkommender, kohlensaurer Stein (S.21)

Kreide
feinerdiger, weiss, grau oder gelblich gefärbter Kalkstein (S.21)

Marienglas, Fraueneis
ist weiter kristallisierter Alabaster (kristalisierter Gips) (S.21)

Raseneisenstein (Wiesenerz, Morasterz, Sumpferz, Seerz, Limonit) (S.20)

Rötel
ist ein abfärbender, roter Toneisenstein, mit dem Farbstifte hergestellt werden (S.24)

Schiefergrau
in Gängen, Stöcken oder vereinzelten Knollen mit Schwefelkies durchsetzt, sehr verbreitet (am Rhein, Eifel, Thüringen usw.) (S.21)




Ton- oder Kieseleisenstein ist ein Roteisenstein (Rötel), der mit Kieselerde gemengt ist (S.20)
Ton, roter ist in Lagern und Schichten in ziemlicher Mächtigkeit vorwiegend im bunten Sandstein, auch im Lias. Der so genannte armenische Bolus oder die Lemnische Erde findet sich in mehr oder weniger harten und derben, bräunlichen Massen, und wird gewöhnlich in derselben Form, wie sie gefunden wird, etwas getrocknet, in den Handel gebracht (S.20).
Zinkblende, Metallweiss
in derben, blättrigen, dornigen, zuweilen faserigen oder stengeligen Aggregaten (Strahlenblende), oder nach den Flächen des Rombendodekaeders gut spaltbaren Kristallen in der Natur; im Oberharz, Erzgebirge usw. (S.21)

Zinnober, Bergzinnober, Merkurblende Zinnober ist ein rotes Quecksilbererz (S.24). Natürlicher Zinnober findet sich auf Lagern und in Gängen im kristallinischen Schiefergebirge (S.20).


Organische Farben aus Pflanzen

Tabelle: Die besten Färbpflanzen
Farbe
Pflanze
Blau
Waid [Färberwaid]
Indigo (ausgiebiger)
Beeren von Attich, Holunder, Liguster, Heidelbeeren (das Blau der Beeren verändert sich mit der Zeit durch die Wirkung des Sauerstoffs in ein fahles Braungrau) (S.36)
Blauholz (aus "Amerika", verändert sich mit der Zeit durch die Wirkung des Sauerstoffs in ein fahles Braungrau)
Schlehenfrüchte in Verbindung mit Alkalien (S.36)
Braun
einige Flechten
frische Walnussschalen
frische Walnusswurzeln
verschiedene Rinden
zum Abdunkeln von Gelb: Glanzruss
alle gelb- und rotfärbenden Stoffe in Kombination mit Eisen und Kupfer (S.37)
Gelb
Wau
Schartenkraut
Heidekraut (S.36)
gemeiner Knöterich
wilder Körbel
Birkenblätter (S.37)
Gelb: Bräunlichgelb
verschiedene Flechten (S.37)
Grau
Die stark gerbsäurehaltige Färbstoffe zusammen mit Eisen ergeben Grau:
Galläpfel
Knoppern
Sumach
Bärentraube
Erlenrinde usw. (S.37)
Rot
Krapp
Labkraut
Färberwaldmeister
Beeren (unbeständig, kaum verwendbar)
Saflor (unbeständig, kaum verwendbar)
Flechtenpräparat Orseille (unbeständig, kaum verwendbar)
Flechtenpräparat Cudbeare (unbeständig, kaum verwendbar)
Flechtenpräparat Persio (unbeständig, kaum verwendbar) (S.37)
Schwarz: mattes Schwarz
Die stark gerbsäurehaltige Färbstoffe zusammen mit Eisen ergeben Grau, das man durch Verstärken des Vorgangs auf ein mattes Schwarz verstärken kann:
Galläpfel
Knoppern
Sumach
Bärentraube
Erlenrinde usw. (S.37)
Schwarz: volles Schwarz
muss mittels Kombination gefärbt werden (S.37)


Tabelle: Färbpflanzen (S.38-39)
Farbe
Färbpflanze
Blau
Ahorn
Bibernell
Bingelkraut
Blauholz
Clitoris
Commeline
Eibisch
Eschenrinde
Flechten
Flockenblume
Gardenie
Heidelbeere
Himbeere
Holunderbeere
Johannisbeere
Kaffeehirse
Kartoffel
Kastanie
Kohl
Lakmus, Croton
Liguster
Nachtschatten
Rittersporn
Tollkraut
Veilchen

Wachtelweizen
Wegdorn
Wolfsmilch
Pflanzen, die Indig enthalten:
Ampfer
Cichorie
Fleckblume
Geisraute
Indigpflanze
Kichererbse
Knöterich

Leukoje
Limodorum
Mardenie
Oleander
Peltsche
Podalirie
Robinie
Salat
Skabiose
Schöllkraut
Schwalbenwurz
Waid
Braun
Ahorn
Aloe
Areca
Birnbaum
Catechu
Dosten
Eiche
Elsbeerbaum
Erdbeere
Erle
Fichte
Flechten
Ginsel
Kaffee
Kastanie
Kelchblume
Kirsche
Lisimachia
Mahagonirinde
Plantanus
Pflaumenholz
Rosskastanienschale
Schwamm von Apfelbäumen
Walnussschalen
Wegdorn
Wolfsrauch (Staubschwamm)
Wurzelbaum
Zucker, gebrannter
Braun: dunkelbraun
Fast alle gerbstoffhaltigen Pflanzen in Kombination mit Chrom- und Eisensalzen färben dunkelbraun.
Braun: hellbraun
Die meisten Farben, die gelb färben, färben auch hellbraun.
Gelb
Adonis
Ahorn
Akazie
Alpenrose
Amaranth
Ampfer
Anemone
Apfelbaum
Bärlappe
Balsamine
Beifuss
Beissbeere
Berberis
Birke
Birnenblätter
Blasenstrauch
Blutwurzel
Brünelle
Cassie
Christwurz
Curcuma [Kurkuma]
Datiska
Dill
Distel
Dürrwurz
Einbeere
Erdrauch
Erle
Esche
Feige
Filzkraut
Flechten
Frauenflachs
Gänsedistel
Gelbholz
Ginster
Goldrute
Guttabaum
Habichtskraut
Hagedorn
Hainbuche
Hartheu
Hartriegel
Haselnuss
Heidekraut
Heidelbeerblätter
Heksame
Himbeeren Hirschwurz
Holunder
Johannisbeere
Judasbaum
Kälberkopf
Kamille
Kartoffel
Klappertopf
Kleesamen
Knabenkraut
Kuhhornkleesamen
Lauch, Zwiebelschale
Lisimachie
Maclura
Maulbeerbaum
Mistel
Möhre
Mutterkraut
Narzisse
Orlean
Pappel
Pfriemen
Rhabarber
Röttlere
Rohr
Rosskastanie
Ruhrkraut
Safran
Safranbaum
Salat
Scharte
Schierling
Schimmel
Schlehe
Schmeezwurz
Schneckenklee
Schneeball
Schöllkraut
Schotenklee
Schusserbaum
Schwalbenwurz
Schwamm von Apfelbäumen
Schwertel
Sennes
Sinngrün
Sonnenblume
Spinat
Spindelblume
Spitzkette
Streichkraut
Sumach
Totenblume
Trauerbaum
Unform
Wacholder
Wau
Wegdorn
Wolfsrauch
Gelb: Rote Pflanzenabsude, die gelb färben
Amaranth
Ampfer
Balsamine
Drachenbaum
Mangoldwurzel

Grün
Brunelle
Flechten
Fleckblume
Gamander
Ginsel
Holunder
Kälberkopf
Kirschenblätter
Klee
Kohlblätter
Kreuzkraut
Küchenschelle
Malve
Melde
Nachtschattenbeeren
Schwertel
Skabiose
Spindelblume
Vogelpflaume
Grün: Saftgrün
Bitterkleeblätter
Einbeeren, unreife
Eisenhutblumen
Küchenschelle
Ochsenzungenblumen
Ritterspornblumen
Schwertelblumen
Wegdornbeeren

Rot
Ahornrinde
Alkanna
Aloe
Beerblume
Berberis
Birke
Bohnenhülsen
Cäsalpinienholz
Christophskraut
Comarunwurzel
Coreopsis
Dosten
Drachenblut
Fernambukholz
Fichtenzapfen
Flachsseide
Flechte
Gerberstrauch
Harmelraute
Hartheu
Kapuzinerkresse
Kermesbeere
Kinogummi
Kirsche
Korallenholz
Krapp
Labkraut
Leukoje
Liastris
Lobelie
Lotwurz
Mangold
Maulbeere
Mohn
Mohrrübe
Morindenwurzel
Natterkopfwurzel
Nelken
Ochsenzungen
Oldenlandie
Orseille
Paeonie
Paraguatan
Pimpernuss
Plumbago
Rosenblätter
Rotholz
Saflor
Sandelholz
Schlehe
Schwarzwurz
Seidelbast
Steinsame
Tollkraut
Tormentill
Vaillantie
Veilchen
Waldmeister
Weide
Wollblume
Schwarz: Gerbende und schwarzfärbende Pflanzen
Adler-Saumfarren
Ahorn
Akazienschoten
Andorn
Andromede
Angelika
Bablah
Birke
Blauholz
Buche
Cascalote
Catechu
Christophskraut
Cipresse [Zypresse?]
Comarum
Dickblatt
Dividivi
Eberesche
Eberwurz
Eiche
Elsbeerbaum
Enzianwurzel
Efeu
Erdbeere
Erle
Esche
Fichte
Fingerkraut
Flechten
Gagel
Galläpfel
Gerberstrauch
Geum
Granatenschalen
Hartheu
Hartriegel
Hauhechel
Heidekraut
Heidelbeere
Helmkraut
Heuchere
Hexenkraut
Himbeere
Hopfen
Hülsen
Kastanie
Kirsche
Knöterich
Knoppern
Krebsdistel
Lerchenfichte
Löwenfuss
Mahalebpflaume
Mehlblume
Mandel
Mimose
Mirobalanen
Mispel
Münze [Pfefferminze?]
Pappel
Pfriemen
Phyllanth
[Pfefferminze?] Münze
Platterbse
Quitte
Rose (Hainbutte)
Rosenwurz
Rosskastanie
Rüster [Ulme]
Ruhrkraut
Salbei
Sandbeere
Sanddorn
Schachtelhalm
Schlehe
Schwertel
Seerose
Spierstaude
Steinbrech
Storchenschnabel
Sumach
Tamariske
Thymian
Tormentill
Wasserdosten
Weide
Weiderich
Weinstock
Wiesenknopf
Zigeunerkraut
[Zypresse?] Cipresse
Schwarz: Pflanzensäfte, die an der Luft schwarz werden
Akajounuss
Balsamstrauch
Camoceladie
Katappabaum
Maclend
Mancinellbaum
Rauwolfie
Sumach, Firnis
Zigeunerkraut


Organische Farben aus dem Tierreich

Es handelt sich dabei um Läuse, Asseln, Krebs, die Purpurschnecke, färbende Frösche, Wespennester und Sepia-Tinte des Tintenfischs (S.41).

Tabelle: Organische Farben aus dem Tierreich
Tier
Herkunft und Wirkungsweise
Stecheichenschildlaus und Kermesschildlaus
auf strauchartigem Bau, Kermeseiche [Kirmeseiche] genannt, da dieser zur Kermeszeit [Kirmeszeit, Jahrmarktzeit] gepflanzt wurde; die erbsengrosse Laus saugt sich an den Blattstielen und Blättern fest und sondert einen Lacksaft aus, der an Astspitzen den Jungen eine Hülle bietet, daher "Stock-Lack", Lak-Lak genannt. Lakinsekt, Schellak ist also echtes Harz, Gummilak - Stengellack an bestimmten Feigenbäumen (S.41)

Die Weibchen der Kermesschildlaus (Coccus ilicis) wurden um die Zeit der Sommersonnenwende von den Blättern der Kermeseiche (Quercus coccifera) abgesammelt. Der rote Farbstoff fiel ab der Einführung des Karminrot aus "Amerika" zurück, wurde aber bis ins 18. / 19. Jahrhundert noch benutzt.
Blattläuse - Schildläuse
Chochinelle oder Cochinella [Cochenille, Koschenille] (span. Kellerassel)
1526 wurde dieses Insekt aus Mexiko in den Handel gebracht (lat. Schalachschildlaus). Sie lebt auf der so genannten Fackeldistel - Nopalpflanze, eine Kaktusart, deren Stamm fleischig ist, von deren Saft sie sich ernähren, und an der einmal festgesetzten Stelle immer bleiben. So findet man unter dem schildförmigen Körper der abgestorbenen Muttertiere die Eier, aus welcher die künftige Generation hervorgeht. Man hat grosse Kulturen für diese Tiere angelegt, sie in Körben gesammelt und getötet (S.41).
Osteuropäische Farbschildlaus (Johannisblut, Maragarodes polonicus)
lebt an den Wurzeln der Knauel (Sceleranthus) (S.42).
Krebse, die rote Farbe ergeben
Die Krebse enthalten z.T. einen roten Farbstoff, der harzig ist (S.41)
Purpurschnecke
Die Tropfen mit Purpur werden von einer Drüse im Darmkanal der Purpurschnecke abgesondert (Stachelschnecke). Der Tropfen ist zuerst grüngelblich. Erst unter dem Einfluss der Sonne entwickelt sich daraus der prachtvolle Purpur. Die Forschung behauptet eine Purpurproduktion schon für 1600 v.Chr. auf Kreta, und andere meinen, dass die Indogermanen Purpur bereits in der Urzeit kannten. Die Schnecken werden gezüchtet, mit Netzen gefangen, zerschnitten und 10 Tage lang  gekocht. Die Zuchtorte waren streng geheim. Die Tönungen schwanken zwischen Dunkelrot und Blaurot bis zur Farbe des Amethysts. Für eine ganz prächtige Färbung wird die Wolle vor dem Eintauchen in Kalkwasser geweicht und hernach in Lauge gewaschen, oder sie erhält einen Sud aus Meergras, Ochsenzungenkraut und anderen Pflanzen (S.42).
Frosch, färbender
gibt einen intensiven Farbstoff ab, der, wenn man diesen auf die federentfernte Haut eines Vogels gibt, die neukommenden Federn auch einfärbt (S.41).
Wespennester
haben schwärzliche Körper, die sich in den Zellen befinden. Diese geben im Wasser gelöst eine Farbe, die der Sepia gleicht und sogar noch mehr Glanz und Tonveränderung hat (S.41).
Sepia
heisst die Absonderung vom Tintenfisch in bräunlicher Farbe (S.41).



Die Herstellung von Pflanzenfarben zum Färben oder Malen

Regeln zum Farbgehalt von Pflanzen

Faktoren Bodenbeschaffenheit, Klima und Wachstum

1. Pflanzen auf trockenen, steinigen Böden enthalten mehr färbende Teile und ihre Rinde mehr Gerbstoff als Pflanzen, die auf feuchten und fetten Böden wachsen.

2. Pflanzen, die in warmen Sommern wachsen, enthalten mehr färbende Teile als solche, die in feuchten und kühlen Sommern wachsen.

3. Die Farbstoffe von Pflanzen, die langsam wachsen, sind haltbarer als die Farbstoffe schnell wachsender Pflanzen.

4. Die Farbstoffe des Stammes sind im Allgemeinen beständiger als die Farbstoffe von Blüten.

Der Faktor der Blütezeit

5. Zur Zeit der Blüte haben die Blätter am meisten färbende Teile.

6. Zur Zeit kurz nach der Blüte haben die Stängel oft am meisten färbende Teile.

7. Zur Zeit kurz vor der Blüte enthalten die Blüten oft am meisten Farbstoff, teilweise auch kurz bald nach der Blüte. In einigen Blüten entwickelt sich der Farbstoff erst beim Verwelken.

Regeln zur Baumrinde

8. Baumrinden enthalten am meisten Gerbstoffe oder färbende Teile zur Zeit, wenn die Bäume im vollsten Safte sind, also wenn die Knospen sich öffnen (Frühling), am wenigsten im Winter. Eichenrinde enthält im Frühjahr 108 % Gerbstoff, im Winter 30 %.

9. Baumrinden enthalten ebenfalls wenig Gerbstoff in kalten Frühjahren. In kalten Frühjahren sollte man bis zum Sommeranfang mit Abschälen warten.

10. Die äusseren Teile der Baumrinden enthalten weniger färbende Teile und Gerbstoff als die mittleren und inneren Teile der Baumrinde, weil der Sauerstoff der Luft die Färbstoffe und die Gerbstoffe verändert und zersetzt. Der innerste Teil der Rinde, der Bast, enthält am meisten färbende Teile und Gerbstoff.

11. Rinde von jungen Bäumen enthält mehr Färbstoffe und Gerbstoff als die Rinde alter Bäume, Rinde von dünnen Zweigen mehr als die Rinde vom Stamm, glatte Rinde mehr als raue. Also entastet man am Besten die dünnen Zweige von Eichen, die alljährlich wieder nachwachsen, und so kann man Eichenwälder auch länger nutzen. Eichenwälder, die auf Lohe benutzt werden, lässt man gewöhnlich alle 40 Jahre fällen.

Stammholz

12. Im Stammholz entwickeln sich die färbenden Stoffe häufig erst mit dem höheren Alter, z.B. im Holz von Blaubaum, Rotbaum, Akazie, Erle etc.

Wurzeln
13. Wurzeln enthalten am meisten Färbstoff, wenn sie ausgewachsen sind.

Verarbeitung nass oder getrocknet
14. Die meisten Pflanzenkörper geben im trockenen Zustand mehr färbende Teile an das Wasser ab als im frischen Zustand. Der Grund ist, dass sich während des Trocknens z.T. Farbstoff entwickelt. Zum Teil ist es auch so, dass aus den Pflanzen im trockenen Zustand die Färbstoffe besser löslich sind, weil diese im frischen Zustand fest eingeschlossen sind. Andere, insbesondere Gelb färbende Pflanzen färben frisch meist besser, da ihr Farbstoff während des Trocknens durch Sauerstoffanziehung verändert wird. Gelb wird bei der Trocknung mehr oder weniger Braun.

Verarbeitung mit Gärung
15. In mehreren Pflanzenkörpern entwickelt oder verbessert sich der Pflanzenfarbstoff erst durch eine Gärung, z.B. beim Waid, Fernambuk und anderen Rothölzern, bei Krapp, Flechten etc. (S.40)


Die Bindemittel der Farben

Bindemittel

Die Bindemittel

-- verbinden die einzelnen Farbkörnchen untereinander
-- verbinden die Farbkörnchen mit der Unterlage, wenn möglich wasserfest
-- sollen die Farbkörnchen möglichst lange konservieren (S.48).

Mineralische Bindemittel
Kalk
gelöschter Kalk
Ätzkalk
Kalkhydrat Wasserglas
Kaliwasserglas
kieselsaures Kalium

Dies ergibt eine klebrige Flüssigkeit, die auch mineralischer Leim genannt wird. Sie bildet mit Kalkhydrat Magnesium- und Zinkoxyd-Silikate, welche zu wasserunlöslichen Verbindungen erhärten. "Darauf beruht die Mineralmalerei. Als Untergrund dient ein 1-2 cm dicker Zement-Kalkmörtel. Hierauf wird der Malgrund aufgetragen, der aus Quarzsand, Marmorpulver, Kieselgur und Kalk besteht. Auf die oberste Schicht lässt man Flusssäure einwirken, wobei sich Fluorverbindungen bilden, die mit dem später aufzutragenden Wasserglas die Festigung des ganzen Malgrundes bedingen. Die Farben werden nass auf dem Malgrund aufgetragen; hiernach lässt man das Bild vollkommen austrocknen und fixiert mit Kaliwasserglas, das mit Ammoniak versetzt ist; diese Mischung heisst: Fixierungswasserglas. Es tritt Verkieselung und Verkittung der Farbstoffe ein. Sie halten sich noch besser als Fresko (S.48).

Tabelle: Pflanzliche Bindemittel und Rohstoffe für Firnisse und Lacke (S.48-50)
Art
Bindemittel
Herkunft
Anwendung
Balsame
Gummigutt, Gutti
ist erstarrtes Sekret der Innenrinde, welches durch künstlich erzeugte Wunden ausfliesst (von der Garcinia Morella Desr. u.a. Arten (Fam. Guttiferae)


Kopaivabalsam gewonnen durch Verletzung des Kernholzes (Copaifera-Arten)

Perubalsam
gewonnen aus dem Holze der Tolnifera Pereira Myroxylon P. Legum


Storax, Styrax
der durch Kochen aus dem mit Rinde bedeckten Splintholz gewonnen wird (v. Liquidambar orientalis Mill usw.)


Terpentin
Wunderbalsame der Rinde und des jungen Holzes, durch Verwundung zum Ausfliessen gebracht, von der Pinus-, Larix- u.a. Koniferenarten


Tolubalsam
aus Einschnitten, die bis ins Stammholz reichen von Myroxylon toldiferum (Fam. d. Leguminosae)

Gummi
Traganth
erhärtetes Sekret, das durch Wunden an Astragalus-Arten (Leguminosenfam.) zum Ausfliessen gebracht wird
Verwendung von Gummi-Arabi:
- bei Gummi-Aquarellfarben (lasierend)
- bei Guaschfarben (deckend)

Gummiarabikum
Sekret der Rinde u.a. A. Acaria gummifera-Leguminossae
Harze Akoroidharz
rotes Xanthorrhoeaharz, Fam. Liliaceae Asphodeloideae, Harze, die durch Teilumwandlung der Stammgewebe entstanden sind
Verwendung der Harze und Lacke:
- für Harz-Ölfarben
- für die Ölharzmalerei der Renaissance und der Neuzeit

Kirschgummi, Traganth:
- für Pastellfarben
- für Pastellkreiden

Benzoe, Gummi benzoe
ist erhärteter Balsam durch Verwundung der Mittelrinde sowie der anderen Stengelgewebe (durch Verharzung), von 7-10-jährigen Styrax Benzoin Dryand (Fam. Styraceae)

Bernstein, Succinit
fossiles Harz von der Bernsteinfichte

Drachenblut
Sekret, das zwischen den Fruchtschuppen austritt, einfach abgelassen (haselnussgrosse Kugeln) oder erwärmt, in Stangen gepresst usw. vom Daemonorops Draco, Dracena Draco, Pteracarpus Draco, Croton Draco usw.

Elemi, Gummi Elemi
Balsame mehrerer Arten der Familien Burseraceae und Rutaceae. Gemeines Harz, Fichtenharz, Föhrenharz, Wurzelpech, durch Verdunstung u. teilweise Verharzung d. ätherischen Öle entstandene eingedickte Produkte aus Terpentinen; z.T. als feste Ausscheidung aus Stämmen oder der künstlichen Destillation von mehreren Arten der Familien der Pinaceae

Kolophonium
Harz oder Geigenharz aus Terpentin durch vollständiges Abdampfen der Riechstoffe gewonnen, bis die Masse völlig amorph wird (gemeines Harz)

Kopal
sind harte, aus der Erde gegrabene und weicher ()noch in der Jetztzeit entstehende) von den Bäumen abgelesene Harze. Die Abstammung grösstenteils unbekannt (z.T. Fam. der Leguminoseae-Caesalpinioideae)

Lack, Gummilack
erzeugt durch den Stich der befruchteten Weibchen der Lackschildlaus auf ostindischen Bäumen (Feigenbaumarten, Fam. Moraciae usw.), verschiedene Sorten: Stocklack, Rubinlack, Körnerlack, Klumpenlack, Schelllack u.a. (das Harz umhüllt die Zweige, daher Stock-Lack)

Mastix, Gummi Mastix
tropfenweise austretendes Harz aus künstlichen Verwundungen von der Pistacia lentiscus (Fam. Anacardiaceae)

Sandarak, Resina Sandaraea
ist erhärtetes Sekret, das in der Rinde gebildet ist (Balsamtröpfchen von Callitris quadricalvis Vent., Fam. Pinaceae)

Waldweihrauch, Galipot
ist ein Scharrharz der französischen Terpentins, sind Überwallungsharze u.a. der Schwarzföhre (Pinus laricio) der Lärche (Larix decidua)
Öle, Fette Hanföl aus Schliessfrüchten gewonnene Öle (Fam. Moraceae) Verwendung der Öle und Fette:
- trockene Ölfarben
- trockene Öle mit Wasser
- nicht trocknende Öle
- braucht man zur Pinselkonservierung

Leinöl aus Samen gewonnenes Öl, durch kalte und warme Pressung usw. (Linaceae)

Leinölfirnis


Mohnöl aus Mohnsamen gewonnenes Öl

Nussöl

Wachs Bienenwachs Baustoff der Honigwaben

Anrühren einer Harzemulsion

Eine Harzemulsion aus reinen, pflanzlichen Substanzen ist ein erprobtes Bindemittel für Trockenfarben, z.B. zum Anrühren für Pflanzenfarben (Aquarellfarben). Die Harzemulsion ist - mit Wasser verdünnt - für jede wässrige Technik verwendbar. Sie dient zum Überstreichen des Malgrundes sowie als Zwischenfirnis oder Schlussfirnis (S.50).



Herstellung von Malfarben

Herstellung von Farben - Vergleich Naturfarben - synthetische Farben

Früher rieb sich jeder Maler selbst seine Farben auf einer Steinplatte etc. und konnte so ein Gefühl für den Stoff entwickeln, aus dem sein Bild entstand. Das Reiben der eigenen Farben war wie eine heilige Handlung. Das Wissen um die Farben in den Pflanzen war weit verbreitet (S.57).

Heute werden in alternativen Einrichtungen in einer Pflanzenfarben-Werkstatt wieder die Farben aus Pflanzen hergestellt. Die Pflanzenfarben enthalten immer mehrere Farbstoffe in meisterhaften Mischungen, wie sie nur in der Natur möglich sind. Die Industrie mit ihren synthetischen Farbstoffen kommt nie an diese harmonischen Farbtöne der der Mischungen von Naturfarben heran (S.57).

Die Naturfarben werden in Blöcken an alternative schulische Einrichtungen geliefert. Die SchülerInnen müssen die Farben dann selber "anrühren", und der ganze Raum wird dabei vom Harzduft der Naturfarben erfüllt (S.57).

Bis heute ist in Europa hinkt die Produktion von Naturfarben aber jenen leuchtenden Naturfarben hinterher, die die Hausfrauen in Indien, China und Kurdistan mit einfachsten Mitteln ohne Chemiekenntnisse herstellen. Die dortigen Naturtöne passen gar nicht in die europäischen Farbskalen der Zivilisation hinein. Die Farbe hat dort ihre Individualität bewahrt, indem das natürliche Produkt so belassen wurde, wie es eben gewachsen ist (S.58).

Die synthetischen Farben haben keine Individualität, denn es ist nur der Farbstoff da aus einem Destillat, und alles andere der Pflanze ist abgetrennt (S.57, 58).

Zubereitung der Naturfarben

-- Farbpulver und Harz-Emulsion werden in der Reibschale dickflüssig angerieben
-- dann wird mit dem Stössel zusammengeschoben und 5 bis 10 Minuten stehengelassen
-- nun wird noch einmal ohne Wasser durchgerieben
-- nun kommt langsam Wasser dazu (S.58), und abwechselnd immer wieder verrieben (S.59): "Am besten geht es, wenn man einen Pinsel mit Wasser füllt und ihn am Rand der Reibschale abstreift", und dem Wasser sollten einige Tropfen Harz-Emulsion beigesetzt werden (S.59)
-- nun wird weiter verrieben, bis eine homogene Konsistenz erreicht wird: Farbpulver, Harz-Emulsion und Wasser müssen gleichmässig verteilt sein (S.58).

Jedes Farbpulver hat ein anderes Rezept und die Verarbeitungszeiten variieren. Das Verreiben ist für die Qualität des Farbtons bestimmend, v.a. bei Rot (S.58).

Es empfiehlt sich vor dem Malen mit der Farbe, einige Probeanstriche zu machen, um die Qualität zu überprüfen, denn: "Falls die Farbe nach dem Auftrocknen nicht wischfest ist, muss Harz-Emulsion nachgegeben werden." (S.59)

"Eingetrocknete Farbe in der Reibschale wird mit Wasser (dem etwas Harz-Emulsion zugegeben werden kann) wieder angerieben." (S.59)

Bestandteile der Harz-Emulsion: Tragant (Pflanzenschleim), Styrax (Weihrauch-Baum-Harz), Fichtenharz, Bienenwachs, Lavendelöl, Leinöl, Terpentinöl, Wasser (S.59).

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