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Affen. Meldungen (Teil 1)
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Halbaffe Lemure im Affenzoo in
                  Apeldoorn
Halbaffe Lemure im Affenzoo in Apeldoorn [5]

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Apeldorn (Holland) 26.9.2010: Instinkte im Liebesleben kann man / frau von den Affen abschauen - der Affenzoo in Apeldorn gibt erotische Affen-Workshops für Singles zur Verbesserung des Liebeslebens




Der Affenzoo in Apeldorn

Affenpark / Affenzoo
                            "Apenheul", Logo (Klick direkt auf
                            die Webseite des Affenparks)
Affenpark / Affenzoo "Apenheul", Logo (Klick direkt auf die Webseite des Affenparks) [1]

Affe, ein Schimpanse
Affe, ein Schimpanse [2]
Affe, ein Bonobo (Zwergschimpanse)
Affe, ein Bonobo (Zwergschimpanse) [3]
Karte von Holland mit der Position von
                          Apeldoorn
Karte von Holland mit der Position von Apeldoorn [6]

Patrick van Veen,
                          Biologe im Affenzoo in Apeldoorn
Patrick van Veen, Biologe im Affenzoo in Apeldoorn [7]
Bolivianische Totenkopfäffchen im
                          Affenzoo in Apeldoorn
Bolivianische Totenkopfäffchen im Affenzoo in Apeldoorn [4]
Halbaffe Lemure im Affenzoo in Apeldoorn
Halbaffe Lemure im Affenzoo in Apeldoorn [5]

Die Eintrittspreise sind ganz schön happig: 18 Euro für Erwachsene, und 14 Euro für Kinder [1]. Das Gelände des Affenzoos umfasst 300 Hektaren, und die Affen laufen und springen frei unter den Besuchern herum. Nur die Gorillas bleiben im eigenen Gehege und können nur aus der Ferne beobachtet werden. Brillenträger müssen aufpassen, dass ihnen die Brille nicht geklaut wird. Temporäre Verluste oder auch Komplettverluste von Brillen sind im Affenzoo von Apeldoorn Gang und Gäbe [2]. Die erotischen Affen-Workshops scheinen aber sehr nütlich zu sein, damit die Menschen ihr natürliches Verhalten wieder erlernen. Aber lesen Sie selbst:

aus: n-tv online: Wissen: Neue Hoffnung für Singles? Von Affen Erotik lernen; 26.9.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/Von-Affen-Erotik-lernen-article1573366.html

<Von Gibbons, Gorillas oder Schimpansen können Menschen so manches für Partnersuche und fröhlichen Beischlaf lernen. Davon jedenfalls sind holländische Experten überzeugt. Sie laden ein zum ersten affenerotischen Workshop für Singles.

Schimpansen tauschen Zärtlichkeiten aus. Von ihrem Verhalten können Menschen lernen, meint ein holländischer Experte.

Sein Bett sei stets aufgewühlt, bekannte einst Mick Jagger im Song "Monkey Man". Kein Wunder, schließlich sei er ein Affenmann, und seine liebestolle Freundin "a monkey, monkey woman". Von unseren engsten Verwandten im Tierreich können wir so manches in Sachen Partnerschaft und Erotik abgucken, meinen holländische Experten. Paarungsinteressierte sollen sich davon jetzt in Apenheul (etwa: Affenheim) überzeugen können, dem auf Primaten spezialisierten Zoo in der Stadt Apeldoorn.

"Wir unterscheiden uns auch in dieser Hinsicht weniger von Affen als wir glauben", sagt der Biologe Patrick van Veen. Der Initiator des Affen-Workshops für Singles ist überzeugt, dass die von Experten begleitete Beobachtung von Schimpansen, Gorillas oder auch Makaken wertvolle Rückschlüsse für das eigene Dating-Verhalten ermöglicht.

"Die Instinkte spielen mit" - [zuerst waren Kurse für einen besseren Führungsstil für Manager]

Bekannt wurde Van Veen mit Seminaren für Manager, denen am Verhalten von Affen gezeigt wird, wie sie einen besseren Führungsstil entwickeln können. Dem gegenseitigen Lausen, lehrt er, entspreche der Kaffeeklatsch im Büro, den man im Interesse des Betriebsklimas keineswegs unterdrücken dürfe. Auch aus Deutschland kamen schon mehrere Hundert Führungskräfte zu seinen Seminaren unter dem Motto "Manager entdecken den Affen in sich".

[Jetzt komen Flirt- und Sex-Kurse im Affenzoo]

Nun also das Sexleben: Weil das Verhalten von Affenhorden nicht nur in der Geschäftswelt, sondern auch bei der Partnersuche dem des Menschen ähnele, seien herkömmliche Dating-Ratgeber kaum hilfreich, sagt der Primatenmann. "Da steht, was wir anziehen und was wir sagen sollen, aber es wird übersehen, wie sehr die Instinkte mitspielen."

Deos nicht immer vorteilhaft - [kapitalistische Werbung verfälscht die Beziehung]

Auch die Werbung verstellt uns demnach oft den Blick für das Wesentliche. Die für gewisse Deosprays zum Beispiel, die Erfolg bei Frauen verspricht, wenn Mann nur gut riecht. "Am natürlichen Geruch des Gegenüber kann eine Frau unbewusst erkennen, ob sein Immunsystem zu ihrem eigenen passt", sagt Van Veen. "Das kommt aus unseren Achselhöhlen. Aber die sprayen wir mit Deos zu. Kein Wunder, dass Frauen da oft reinfallen."

"Anbaggern wie Schimpansen, wenn das nichts ist", sagt Sylvie de Vries. Die Amsterdamer Sekretärin findet allein schon die Idee zu dem Workshop "zeer geweldig", was sich mit "oberaffengeil" übersetzen lässt. "Vielleicht lerne ich, was bei meinen Beziehungen immer falsch läuft." Der Versuch sei ihr die 35 Euro Teilnahmegebühr wert.

Von den Bonobos lernen - [die Ergründung des Instinktlebens - Sex zum Stressabbau]

Ist der Körpergeruch wichtiger oder das Äußere? Welche unterbewussten Kriterien beeinflussen Männer und Frauen bei der Partnerwahl? "Teilnehmer entdecken, wie ihre Instinkte mit ein bisschen Lippenstift oder Haargel überlistet werden können oder warum Weibchen manchmal lieber robuste und dann wieder eher fürsorgliche Männchen bevorzugen", wirbt der Zoo.

Der Termin für den ersten affenerotischen Workshop am 9. Oktober ist kein Zufall. "Unsere Makaken und Totenkopfaffen sind dann mitten in der Paarungssaison", sagt Apenheul-Sprecherin Anouk Ballot. Schließlich gehe es ja nicht nur um Anmache, sondern auch um den praktischen Teil.

Dabei sind freilich die Bonobos (Zwergschimpansen) unschlagbar. "Die kennen sämtliche Stellungen aus dem Kamasutra", verspricht Van Veen. "Sie sind äußerst aktiv, aber nicht allein um sich fortzupflanzen. Sie machen es mehrmals am Tag, um Stress abzubauen oder weil sie es einfach schön finden." Vielleicht gibt ja auch Silberrücken-Gorilla Jambo ein paar Geheimnisse preis. Allerdings ist er mit seinen sechs Frauen nicht gerade eine Paradebeispiel für treue Zweierbeziehungen.>

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13.12.2010: Affen als Helfer für körperbehinderte Menschen

aus: Spiegel online: Tiere: Haarige Wohngemeinschaft; 13.12.2010;
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,734133,00.html

<Von Philip Bethge

Ein Kapuzineräffchen ist der treue Helfer einer gelähmten Person im Rollstuhl
Fotos von Robert Gallagher / DER SPIEGEL
Kapuzineraffe mit Handy: Der
                          querschnittsgelähmte Craig Cook mit
                          Kapuzineräffin Minnie: "Sie ist
                          menschenähnlicher als man denkt", sagt
                          Cook.
Kapuzineraffe mit Handy: Der querschnittsgelähmte Craig Cook mit Kapuzineräffin Minnie: "Sie ist menschenähnlicher als man denkt", sagt Cook [8]
Kapuzineraffe sammelt Abfall:
Kapuzineraffe sammelt Abfall: Äffin Minnie sammelt Müll ein: Seit sechs Jahren lebt sie in Cooks Bungalow und unterstützt ihn bei alltäglichen Aufgaben [9]
Kapuzineraffe bedient
                          Mikrowelle
Kapuzineraffe bedient Mikrowelle: Minnie mit Mikrowellen-Popcorn: Zwei bis vier Jahre werden die Affen im Monkey College der Organisation Helping Hands in Boston geschult, ehe sie als Helfer zu einem Menschen kommen [10]

Ein Kapuzineraffe
                          in der Ausbildung: Trainerin Payne im Monkey
                          College: Die Äffchen sind von Natur aus
                          neugierig. Um sie zu schulen, arbeiten die
                          Trainer daran, ihre Aufmerksamkeitsspanne zu
                          vergrößern
Ein Kapuzineraffe in der Ausbildung: Trainerin Payne im Monkey College: Die Äffchen sind von Natur aus neugierig. Um sie zu schulen, arbeiten die Trainer daran, ihre Aufmerksamkeitsspanne zu vergrößern [11]

In den USA helfen Kapuzineraffen Körperbehinderten im Haushalt. Die Tiere werfen den Müll weg, holen das Telefon oder bedienen die Mikrowelle. Und sie tun gut bei Einsamkeit.

Es sind vor allem ihre kleinen Hände, die Minnie so nützlich machen, haarig und schlank, mit schmalen Fingern und schwarzen Nägeln. Saftflaschen kann die Kapuzineräffin damit aufdrehen oder das Telefon bringen. Und wenn es Craig Cook mal am Kopf juckt, kommt Minnie und kratzt, bis es ihm bessergeht.

"Sie ist menschenähnlicher, als man denkt", sagt der seit über 14 Jahren querschnittsgelähmte Amerikaner. Liebevoll fährt er mit seinen steifen Fingern durch das Fell der Äffin, die sich auf seinen Schoß gekuschelt hat. Mit ihren großen braunen Augen mustert Minnie neugierig den Gast. Dann springt sie plötzlich auf, durchquert in wildem Lauf die Küche von Cooks Bungalow, kreischt und springt, ein Energiebündel in dunkelbraunem Fell.

"Ziemlich phantastisch, oder?", fragt Cook. Seine Augen leuchten. Schon seit sechs Jahren teilt sich der 44-Jährige seinen Bungalow in La Habra bei Los Angeles mit der 30 Jahre alten Kapuzineräffin. Die beiden sehen sich gemeinsam die Baseballspiele der Los Angeles Angels of Anaheim im Fernsehen an oder genießen auf der Terrasse die kalifornische Sonne. Und wenn Cook mal wieder "einen dieser schlechten Tage" hat, ist es Minnie, die ihn zum Lachen bringt.

"Es ist wunderbar, ein Tier wie dieses zu Hause zu haben", sagt Cook, ein ehemaliger Ingenieur und American-Football-Quarterback. Bei einem Autounfall brach er sich das Rückgrat. Er hat Glück gehabt mit seiner Minnie: Nur 45 Kapuzineräffchen wie sie gibt es in ganz Amerika. Und Minnie ist eine der besten.

Mehrere Jahre lang wurde die Äffin im Monkey College der Hilfsorganisation Helping Hands in Boston geschult. Die ungewöhnliche Lehranstalt an der Ostküste bildet die Primaten zu Haushaltshilfen und Lebenspartnern für Querschnittsgelähmte aus - und das mit großem Erfolg. "Die Kapuzineraffen verhelfen den Patienten zu mehr Unabhängigkeit und Lebensfreude", sagt Helping-Hands-Mitarbeiterin Andrea Rothfelder. "Diese Tiere sind sehr anhänglich und liebevoll; für viele Patienten kommt es einem kleinen Wunder gleich, wenn die Affen bei ihnen einziehen."

"Mischung aus Vorschule und Zoo"

Als "Mischung aus Vorschule und Zoo" beschreibt Cheftrainerin Alison Payne die Lehranstalt. Insgesamt beschäftigt Helping Hands 180 Tiere, 50 von ihnen werden derzeit in Boston ausgebildet. Auf drei Etagen pauken die Affen die Funktionsweise von Lichtschaltern, Schubladen, Trinkflaschen und CD-Spielern. Erste Handgriffe erlernen sie in einem spartanisch eingerichteten Raum. Später üben sie in einem "Lehrapartment" mit Rollstuhl, Bett, Bücherregal und Küchenzeile.

Rund dreißig englische Befehle bimsen die Trainerinnen den Affen ein. "Fetch" etwa bedeutet, dass die Tiere etwas holen sollen, "trash" heißt es, wenn der Müll in den Abfalleimer muss. Bei "push" schieben die Affen zum Beispiel die Kühlschranktür zu, "open" bewirkt das Gegenteil. Motiviert werden sie mit Erdnussbutter und Sprühsahne.

"Die Affen sind von Natur aus sehr neugierig", sagt Payne. "Wir versuchen, ihre Aufmerksamkeitsspanne zu verlängern." Zwischendurch darf sich die Affenbande aber auch mal entspannen. Chichi und Jessica beispielsweise tollen heute im Spielzimmer herum und jagen Seifenblasen. Für Kommilitonin Tricia dagegen ist Badetag. Trainerin Jennifer Evans hat ein handwarmes Schaumbad in der Küchenspüle eingelassen. Das Äffchen planscht herum und reckt das klatschnasse Köpfchen über den Beckenrand. Nach ein paar Minuten wird abgerubbelt.

"Sie erinnern sehr an zweijährige Kinder", sagt Payne. Tatsächlich aber sind die Affen bereits zwischen acht und zehn Jahre alt, wenn ihr Training beginnt - das ideale Alter fürs Pauken und Trainieren. In Pflegefamilien gewöhnen sich die Tiere zunächst an den Menschen. Zwei bis vier Jahre dauert dann die Ausbildung. Wenn sie stubenrein sind, können die Affen schließlich mit einem Behinderten zusammenziehen.

Als Cook seine Lebensabschnittspartnerschaft mit Minnie begann, lag der Abend, der sein Leben ruiniert hat, bereits viele Jahre zurück. Am 12. Januar 1996 traf sich der Ingenieur in Los Angeles mit einem Kollegen zum Abendessen. Um kurz vor Mitternacht verließen die beiden das Restaurant.

"Es war ein angenehm warmer Abend, und Tyler wollte noch eine Runde in meinem Cabrio drehen", erinnert sich Cook. Als die beiden über die Schnellstraße bretterten, verlor der Kollege die Kontrolle über den 300 PS starken Wagen. Das Auto überschlug sich und schoss die Böschung hinunter. Cooks Rückgrat brach sofort. Der Kollege blieb so gut wie unverletzt.

An diesem Tag verlor Cook alles: seinen Job, seine Freundin, die bald auszog, vor allem aber die Herrschaft über den eigenen Körper. Fortan fand er sich kaum zurecht in seinem neuen Leben, rutschte in die Depression. Eines Tages jedoch wurde ein Freund auf Helping Hands aufmerksam. Cook nahm Kontakt auf, schickte ein Bewerbungsvideo. Ein paar Monate später trat Minnie in sein Leben.

"Die Trainerinnen blieben für eine ganze Woche bei mir", erinnert er sich, "erst dann hatte Minnie mich als ihren neuen König akzeptiert." So sind die Kapuzineraffen. Sie leben in der Sippe und wählen ihren Anführer mit Bedacht.

Cook und Minnie sind unzertrennlich

Heute sind Cook und Minnie unzertrennlich. "Spoon", sagt Cook, und die Äffin holt einen Löffel aus der Besteckschublade. "Sun" - Minnie schaltet das Licht ein. "Can you do hand?" - Minnie wuchtet den von der Armlehne herabgerutschten Arm des Gelähmten hoch, mit dem Cook seinen Rollstuhl bedient.

"Minnie kann lebensrettend für mich sein", sagt Cook. Einmal bleibt er mit dem Rollstuhl auf der Terrasse stecken. Die Sonne geht bald unter. Er weiß, er wird die ganze Nacht im Dunkeln sitzen, frieren, sich einnässen, bis morgens die Pflegerin kommt. Er ruft Minnie. Sie holt das Telefon. Eine Stunde später kommt Hilfe. "Ich hatte Tränen in den Augen", so Cook.

"Die Affen können eine Rettungsleine sein; am wichtigsten für die Patienten sind aber die Gesellschaft und diese bedingungslose Liebe", sagt Cheftrainerin Payne. "Da ist plötzlich dieser kleine Affe zu Hause; für das Tier ist der Gelähmte der coolste Typ aller Zeiten."

Von einem Veteranen berichten die Helping-Hands-Mitarbeiter zum Beispiel, der im Irak beide Beine verloren hat. "Er sagt uns, dass der Affe der Einzige sei, der ihn so nimmt, wie er ist, und ihn nicht als Behinderten sieht", berichtet Rothfelder. Die Tiere könnten zwar keine Vollzeitpfleger ersetzen, "aber sie verringern den Schmerz und die Einsamkeit und machen sich auch noch im Haushalt sehr nützlich".

Entsprechend begehrt sind die schlauen Kapuzineräffchen. Doch nur sechs bis acht der Tiere jährlich kann Helping Hands Querschnittsgelähmten zur Verfügung stellen. Rund 40.000 Dollar kostet es die Organisation, einen einzigen Affen auszubilden. Alles muss aus Spenden finanziert werden. Für die Patienten ist der Service kostenfrei.

Craig Cook kann sich also glücklich schätzen. Seine Minnie hat ihm ein neues Leben beschert. Gut kann er sich noch an jenen Augenblick erinnern, als ihm das Tier nach fünf Monaten erstmals auf die Schulter sprang. "Plötzlich fuhr sie mir mit ihren Fingern durch die Haare", sagt er, "das ist der größte Liebesbeweis."

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Noch etwa 15 Jahre könnte Minnie leben, schätzt Cook. Über die Zeit danach mag er nicht nachdenken. Das Tier ist ihm längst ans Herz gewachsen.

"Minnie, bist du okay?" - so wird er heute Abend seine Äffin wieder rufen, wenn die Pflegerin ihm schließlich ins Bett geholfen hat. Und Minnie wird ihm antworten, aus ihrem Käfig im Wohnzimmer heraus, wo sie sich unter ihrer kleinen hellblauen Decke zusammengerollt hat.

"'Toot, toot, toot', so macht sie dann immer", sagt Cook und lächelt fein. Was das heißt? "Alles ist gut.">

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20.12.2010: Auch Affenkinder spielen gemäss Geschlechterrollen: Schimpansenmädchen mit Stock-Puppen - Schimpansenmännchen mit Stock-Waffen

Es ist scheinbar angeboren, dass weibliche Wesen sich eher behütend verhalten, und männliche Wesen die Aggressivität in sich tragen. Aber lesen Sie selbst:

aus: Spiegel online: Geschlechterrollen: Schimpansenmädchen spielen mit Stock-Puppen; 20.12.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,735668,00.htmlAP

<Angeboren oder anerzogen: Warum spielen viele Jungs lieber mit Autos und Mädchen eher mit Puppen? Wissenschaftler haben jetzt bei unseren nächsten Verwandten ebenfalls Geschlechtsunterschiede beim Spielverhalten entdeckt - was für eine biologische Vorliebe sprechen könnte.

Junge weibliche Schimpansen spielen mit Stöcken ähnlich wie Mädchen, die sich mit Puppen beschäftigen. Männliche Schimpansen zeigen dieses Verhalten hingegen nicht, berichten US-Forscher im Fachblatt "Current Biology". Ihre Untersuchung zeige erstmals bei freilebenden Tieren, dass männliche und weibliche Jungtiere bisweilen unterschiedliche Spiele bevorzugen. Dies deute darauf hin, dass es tatsächlich eine Art biologische Vorliebe für bestimmte Spiele und Spielzeuge gebe, schreiben Sonya Kahlenberg vom Bates College in Lewiston, Maine, und Richard Wrangham von der Harvard University in Cambridge.

Aus vielen Kulturen ist bekannt, dass Jungen eher zu Autos oder Spielzeugwaffen greifen, während Mädchen häufiger eine Präferenz für Puppen entwickeln. Eine frühere Studie am Yerkes National Primate Research Center in Atlanta hatte gezeigt, dass beim Rhesusaffen-Nachwuchs ähnliche Vorlieben zu finden sind: Bei der Wahl zwischen einem Stofftier und einem Spielzeugauto wählte der männliche Affennachwuchs fast ausschließlich das Auto, die Mädchen zeigten eine etwas größere Neigung für die Plüschtiere.

Ob dies allein auf der Erziehung beruht, einen biologischen Ursprung hat oder eine Mischung von beidem die Erklärung liefert, ist nicht geklärt. Einen eindeutigen Beweis liefert auch diese Untersuchung nicht.

Die Forscher hatten eine Gruppe Schimpansen im Kibale Nationalpark in Uganda 14 Jahre lang beobachtet. Sie stellten dabei unter anderem fest, dass die Kanyawara-Schimpansen Stöcke auf vier verschiedene Arten nutzten: Sie stocherten damit auf der Suche nach Wasser oder Honig in Löchern, sie nutzten sie als Spielwaffe zum Werfen oder Stoßen, sie spielten damit allein oder mit anderen, oder sie trugen die Stöcke minuten- bis stundenlang mit sich herum. Insgesamt sei die Nutzung von Stöcken jedoch eher selten zu beobachten, schreiben die Forscher.

Weibliche Jungtiere setzten die Stöckchen generell öfter ein - und sie trugen sie deutlich häufiger einfach mit sich herum. Die männlichen Tiere nutzten die Stöcke eher als Spielwaffe. Wenn sie das erste Mal Nachwuchs bekamen, hörten die Weibchen mit dem Herumtragen der Stöcke auf.

Die Forscher schließen daraus, dass die Stöckchen als eine Art Puppe benutzt werden und die Schimpansenmädchen Mutter spielen. Darauf deute auch hin, dass die Tiere die Stöcke regelmäßig mit in ihr Nest nahmen und auch dort gelegentlich mit ihnen spielten. Stöckchen, die zur Erkundung oder als Spielwaffe benutzt worden waren, wurden hingegen nie mit ins Nest genommen.

Die Forscher sind die ersten, die über diese Form des Spielens bei Schimpansen berichten - obwohl auch andere Affenkolonien zum Teil seit Jahrzehnten beobachtet werden. "Wir halten es für möglich, dass es sich um eine soziale Tradition handelt, die sich in dieser Gemeinschaft entwickelt hat, aber nicht in anderen", sagt Richard Wrangham. Falls sich das bestätigen sollte, sei dies der erste Fall einer Tradition, die speziell unterm Nachwuchs weitergeben werde - vergleichbar mit Kinderreimen oder manchen Spielen bei Menschen. "Dies würde nahelegen, dass die sozialen Traditionen der Schimpansen den menschlichen noch ähnlicher sind, als wir bislang angenommen haben."

wbr/dpa>

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Dasselbe Thema wurde auch in der Financial Times Deutschland beschrieben:

Financial Times Deutschland, Logo

20.12.2010: <Verhaltensforschung: Schimpansen-Mädchen spielen Mütter> - das Stöckchen ist die Puppe - und bei Schimpansen-Buben ist das Stöckchen eine Waffe

aus: Financial Times Deutschland; 20.12.2010;
http://www.ftd.de/wissen/natur/:verhaltensforschung-schimpansen-maedchen-spielen-muetter/50207606.html

<Eine Langzeitstudie an wild lebenden Affen hat gezeigt, dass weibliche Jungtiere andere Spielzeuge mögen als ihre männlichen Artgenossen. Die Ergebnisse decken sich mit bereits an Zootieren gemachten Beobachtungen.


Junge weibliche Schimpansen spielen mit Stöcken wie viele kleine Mädchen mit einer Puppe. Männliche Schimpansen zeigen dieses Verhalten hingegen nicht, berichten US-Forscher im Fachblatt "Current Biology". Ihre Untersuchung zeige erstmals bei freilebenden Tieren, dass männliche und weibliche Jungtiere anders spielten. Dies deute darauf hin, dass es tatsächlich eine Art biologische Vorliebe für bestimmte Spiele und Spielzeuge gebe und dies auch beim Menschen nicht nur ein Ergebnis der unterschiedlichen Erziehung sei.

Mein Stöckchen hat Aua: Junge Schimpansen-Mädchen spielen gerne Mutter

Sonya Kahlenberg vom Bates College in Lewiston im US-Staat Maine und Richard Wrangham von der Harvard University hatten eine Gruppe Schimpansen im Kibale Nationalpark in Uganda 14 Jahre lang beobachtet. Sie stellten dabei unter anderem fest, dass die Kanyawara-Schimpansen Stöcke auf vier verschiedene Arten nutzten: sie "beprobten" damit Löcher auf der Suche nach Wasser oder Honig, sie nutzten sie als Spielwaffe zum Werfen oder Stoßen, sie spielten damit allein oder mit Anderen, oder sie trugen die Stöcke minuten- bis stundenlang mit sich herum.

Das zuletzt beschriebene Verhalten zeigten deutlich häufiger weibliche Jungtiere als männliche, fanden die Wissenschaftler. Die männlichen Tiere setzen die Stöcke eher als Spielwaffe ein. Die Weibchen hörten allerdings mit dem Herumtragen der Stöcke auf, sobald sie das erste Mal Nachwuchs bekamen.

Stock-Puppen werden mit ins Nest genommen.

Die Forscher schließen daraus, dass die Stöckchen als eine Art Puppe benutzt werden und die Schimpansen-Mädchen Mutter spielen. Darauf deute auch hin, dass die Tiere die Stöcke regelmäßig mit in ihr Nest nahmen und auch dort gelegentlich mit ihnen spielten. Stöckchen, die zum Beproben von Löchern oder als Spielwaffe benutzt worden waren, wurden hingegen nie mit ins Nest genommen.

Die Forscher nehmen an, dass die Jungtiere das Spielverhalten nicht von ihren Müttern lernen, sondern voneinander abgucken. Von anderen freilebenden Schimpansen sei noch nie berichtet worden, dass die Mädchen mit Stöckchen wie mit einer Puppe spielen. Womöglich sei diese Tradition in der Kanyawara-Gruppe entstanden. Bei Schimpansen in Gefangenschaft war bereits beobachten worden, dass männliche Jungtiere lieber mit Autos spielen und weibliche lieber mit Puppen.>

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8.2.2011: Affen singen im Dialekt je nach Herkunft - Beispiel Gibbons

aus: gmx Nachrichten: Gibbon-Dialekt verrät Heimat der Affen, 8.2.2011;
http://www.gmx.net/themen/wissen/tiere/0277oay-dialekt-verraet-heimat-der-affen

<Göttingen/London (dpa) - Gibbons unterhalten sich in regionalen Dialekten. Das haben Göttinger Forscher bei einer Analyse der Menschenaffengesänge festgestellt.

"Jeder Gibbon hat seinen eigenen Gesang, aber - ganz wie bei Menschen - gibt es regionale Ähnlichkeiten zwischen Gibbons in derselben Gegend", erläuterte Van Ngoc Thinh vom Deutschen Primatenzentrum. Die Forscher stellen ihre Analyse im Fachblatt "BMC Evolutionary Biology" vor.

Das Göttinger Team hatte Gesänge und genetische Vielfalt bei insgesamt 19 Population aller 6 Arten von Schopfgibbons untersucht. Schopfgibbons (Gattung Nomascus) gehören zu den Kleinen Menschenaffen. Sie werden etwa 65 Zentimeter groß und sechs Kilo schwer. Sie tragen einen namensgebenden Haarschopf und haben keinen Schwanz.

Die Schopfgibbons leben in dichten Regenwäldern in China, Laos, Kambodscha und Vietnam. Sie kommunizieren über Gesänge, die akustisch optimal der Regenwaldumgebung angepasst sind. Sowohl Männchen als auch Weibchen singen, um ihr Revier zu markieren und um Partner zu finden. Pärchen singen sogar Duette, um ihre Bindung zu festigen.

Die Wissenschaftler analysierten 400 Gesangsproben anhand von 53 akustischen Parametern und verglichen sie mit der Herkunft sowie mit Mutationen in einem bestimmten Gen der Affen, das die Bauanleitung für ein zentrales, elektronentransportierendes Protein enthält. Es zeigte sich, dass die vier ähnlichsten Gesänge von den am engsten benachbarten Gibbonarten im Süden des Untersuchungsgebietes stammten, die zudem die größte genetische Übereinstimmung aufwiesen.

Mit den nördlicheren Populationen waren die Übereinstimmungen geringer. Das unterstütze auch die Annahme, dass sich die Gibbons von Norden nach Süden ausgebreitet haben, schreiben die Forscher.>


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n-tv online, Logo

1.4.2011: <Viren vom Menschen übertragen: Gorillas sterben nach Erkältung>

aus: n-tv online; 1.4.2011; http://www.n-tv.de/wissen/Gorillas-sterben-nach-Erkaeltung-article2996011.html

<Die Zahl der auf der Erde lebenden Berggorillas nimmt stetig ab. Die Tiere sind nicht nur durch immer weniger zur Verfügung stehenden Lebensraum und Wilderei bedroht, sondern auch durch Krankheitserreger, die vom Menschen eingeschleppt werden.

Die vom Aussterben gefährdeten Berggorillas haben mit einer weiteren Bedrohung zu kämpfen: Der Mensch raubt ihnen nicht nur den Lebensraum und stellt den extrem seltenen Menschenaffen als Wilderer nach, er bedroht sie auch durch Infektionskrankheiten. Immer mehr Kontakte mit dem Menschen steigern das Infektionsrisiko durch für den Menschen typische Viren. Bei zwei Gorillas, die 2009 gestorben waren, wurden menschliche Erkältungsviren nachgewiesen, berichten Forscher jetzt im Journal "Emerging Infectious Diseases" des US-Centers for Disease Control (CDC) in Atlanta.

Die beiden Gorillas, ein Weibchen und ein Jungtier, gehörten zu einer zwölfköpfigen Gruppe von Berggorillas in Ruanda. Bereits 2008 waren in dieser Gruppe Erkältungssymptome wie Schnupfen, Husten und tränende Augen aufgetreten, berichten die Forscher um Gustavo Palacios von der New Yorker Columbia-Universität.

Art und Weise der Übertragung bleibt ungewiss

Nach dem Tod des Weibchens und des Neugeborenen stellten die Forscher fest, dass beide mit dem Metapneumovirus infiziert waren, einem Virus, das bei Menschen zu Lungenentzündung führen kann. Dieses Virus muss vom Menschen auf die Wildtiere übergegangen sein, schließen die Forscher. Die Art und Zeit der Übertragung ist unklar, da das Weibchen bereits sehr früh erkrankte. Der betreffende Virusstamm war bereits bei Menschen in Südafrika aufgetreten.

Weniger als 800 wilde Berggorillas (Gorilla beringei beringei) leben heute noch in den Wäldern von Ruanda, Uganda und Kongo-Brazzaville. Viele sind bereits an Kontakte mit dem Menschen gewöhnt, da die Bevölkerung nah an die von Gorillas bewohnten Nationalparks herangerückt ist. Zudem hat sich in den vergangenen Jahren ein Ökotourismus ausgebildet, der tausende von Besuchern anlockt, die Gorillas zu beobachten. Die Einnahmen daraus helfen, den Schutz der Gorillas vor Wilderern zu finanzieren. Bereits seit langem hatten Forscher jedoch gewarnt, dass angesichts der großen genetische Ähnlichkeit zwischen Gorillas und Menschen – sie teilen etwa 98 Prozent ihres Erbguts – eine Übertragung von Menschenviren auf die bedrohten Tiere möglich sei.

dpa>

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Der Standard online, Logo

3.4.2011: Affen schätzen Nahrungsmengen falsch ein

aus: Der Standard online: Experimentreihe: Warum sich Affen beim Schätzen von Nahrungsmengen vertun; 3.4.2011;
http://derstandard.at/1297821889475/Experimentreihe-Warum-sich-Affen-beim-Schaetzen-von-Nahrungsmengen-vertun

<Deutsche Primatenforscherinnen stellen die Tücken der dualen Repräsentation fest.

Der Anubispavian tut sich beim Schätzen einer Menge leichter, wenn er deren Elemente nicht im Anschluss verputzen darf.

Göttingen - "De Gier is a Luada" lautet ein hübsch-hässliches Sprichwort hierzulande. Am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen dürfte dies nicht so geläufig sein - eine weitere inhaltliche Bestätigung wurde dort dennoch erbracht. Und zwar zeigten die Experimente zweier Göttinger Forscherinnen, dass die Mengenschätzfähigkeit von Affen beeinträchtigt wird, wenn sie keine neutralen Gegenstände "zählen" sollen, sondern etwas, das sie direkt im Anschluss fressen dürfen.

Die Studienergebnisse von Vanessa Schmitt und Julia Fischer könnten Erklärung für ein altes Rätsel bieten: Denn dass Affen sich bei einer wichtigen Aufgabe wie dem Vergleich verschiedener Futtermengen schwer tun, war bereits bekannt. Nur woran die Tiere eigentlich scheitern, blieb unklar. 

Rosinen, Steinchen und Platzhalter-Rosinen

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurden Anubispavianen (Papio anubis) und Javaneraffen (Macaca fascicularis) jeweils zwei Teller angeboten, auf denen unterschiedlich viele Rosinen lagen. Die ausgewählten Rosinen wurden dann an die Tiere verfüttert. Die Tiere wählten zwar häufiger die größere Menge - doch nicht immer, sondern nur in 69 Prozent der Fälle. In einem zweiten Versuchsszenario wurden zwei verschiedene Mengen von kleinen Steinchen präsentiert und - wichtig - die Affen jeweils mit der Menge an Rosinen belohnt, die der gewählten Anzahl von Steinchen entsprach. Hier entschieden sich die Tiere signifikant häufiger als bei den Rosinen für die größere Menge, nämlich in 84 Prozent der Fälle.

Die höhere Genauigkeit könnte man nun damit erklären, dass der Anblick von Rosinen es den Affen erschwert, ihren Greifimpuls zu unterdrücken - also erst nachzudenken und dann zu handeln. Eine andere Erklärung wäre, dass die Tiere Schwierigkeiten haben, gleichzeitig den Gedanken zu fassen, dass es sich um etwas Essbares wie auch um eine "Rechenaufgabe" handelt. Um diese beiden Erklärungsmöglichkeiten zu überprüfen, wurde eine dritte experimentelle Bedingung eingeführt: hier mussten die Tiere wiederum zwischen essbaren Mengen unterscheiden. Allerdings gab es dann nicht die jeweils gewählten Rosinen zu essen, sondern die gleiche Menge anderer Rosinen.

Wenn es allein Gier wäre, die die Entscheidungsfindung beeinträchtigt, dann sollte die Genauigkeit wieder sinken; wenn die Affen dagegen Schwierigkeiten haben, gleichzeitig zwei verschiedene Sachverhalte zu repräsentieren ("duale Repräsentation"), dann müssten sie gut abschneiden. In diesem Fall gab es die präsentierten Rosinen nicht zu essen, sondern sie waren ähnlich wie die Steinchen nur Platzhalter. Und in diesem entscheidenden Experiment waren die Affen ebenfalls sehr gut (86 Prozent korrekt). Offensichtlich nahmen sie die essbaren Teilchen nun vor allem als Stellvertreter für anderes Futter war und konnten die Differenz mit hoher Genauigkeit feststellen. Die höhere Genauigkeit war dabei nicht durch Lernprozesse zu erklären, wie verschiedene Kontrollexperimente zeigten.

"Entscheidend ist nicht, was man sieht, sondern was man denkt, was man sieht"

Die Leistung der Affen wird nach Ansicht der Wissenschafterinnen offensichtlich nicht durch die physikalische Qualität der Objekte (essbar oder nicht essbar) bestimmt, sondern durch deren mentale Repräsentation, also die Bedeutung der Objekte für die Affen. "Entscheidend ist nicht, was man sieht, sondern was man denkt, was man sieht", so Fischer. Offensichtlich fördert eine gewisse Distanzierung vom Objekt der Wahl das abstrakte Denken. Gleichzeitig scheinen Affen - ähnlich wie kleine Kinder - Schwierigkeiten zu haben, duale Repräsentationen ein und desselben Objektes zu bilden - solche dualen Repräsentationen gelten als wichtige Voraussetzung des menschlichen Symbolverständnisses. (red)>


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n-tv online, Logo

7.4.2011: Affen gähnen sich an, wenn sie sich sympathisch finden

aus: n-tv online: Ein Zeichen der Zugehörigkeit? Affen gähnen aus Sympathie; 7.4.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Affen-gaehnen-aus-Sympathie-article3045016.html

<Gähnen steckt an, auch bei Schimpansen. Am ansteckendsten ist der körperliche Reflex, wenn dem Tier sein Gegenüber sympathisch ist. Das finden Forscher bei der Untersuchung von 23 Affen heraus, denen Videos gezeigt wurden.

Gähnen ist vor allem dann ansteckend, wenn einem der Gegenüber sympathisch ist. Schimpansen gähnen häufiger, wenn zuvor ein Familienmitglied herzhaft gegähnt hat, als bei einem weniger bekannten Affen. Das stellten Forscher des Yerkes National Primate Research Centers der Emory Universität in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) bei Versuchen mit den Menschenaffen fest.

"Unsere Ergebnisse belegen die Vermutung, dass ansteckendes Gähnen als Maß für Einfühlungsvermögen genutzt werden kann, da die Tendenzen, die wir beobachtet haben, zuvor schon ähnlich bei Menschen gesehen wurden", schreiben sie im Fachjournal "PLoS ONE". "Die Idee ist, dass Gähnen aus dem gleichen Grund ansteckend ist, wie Lächeln, Stirnrunzeln und andere Gesichtsausdrücke ansteckend sind."

Versuche mit Videos

Matthew Campbell und Frans de Waal hatten 23 ausgewachsene Affen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Tiere sahen mehrere neun Sekunden lange Videoclips, in denen Schimpansen gähnten oder etwas anderes machten. Wenn die Affen ein Mitglied ihrer Gruppe gähnen sahen, gähnten sie selbst um 50 Prozent häufiger als bei fremden Tieren. Dass gähnen bei Schimpansen - wie auch bei Menschen - ansteckend ist, hatten Wissenschaftler bereits mehrere Jahre zuvor nachgewiesen.

Beim Menschen ist dem Bericht nach bereits bekannt, dass dieselben Bereiche des Gehirns aktiviert werden, wenn jemand Schmerz erfährt oder jemand anderen sieht, der Schmerzen empfindet. Aber auch in diesen Versuchen neigten die Versuchspersonen zu mehr Sensibilität gegenüber Mitgliedern der gleichen sozialen Gruppe.

Den Forschern zufolge können die Erkenntnisse auch einen Einblick in das menschliche Füreinander geben - etwa um Sympathiebarrieren zu brechen. Campbell betont: "Wer das menschliche Einfühlvermögen gegenüber Außenstehenden steigern will, sollte bedenken, dass Techniken zu diesem Zweck an Schimpansen und anderen Tieren getestet werden können." Allerdings lebten Schimpansen in kleinen Gemeinschaften, in denen Unbekannte per Definition als Teil einer anderen sozialen Gruppe betrachtet würden. Im Gegensatz dazu sehen Menschen Außenstehende nicht unbedingt als Teil einer "Fremdgruppe".

dpa>

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Spiegel online, Logo

7.4.2011: <London: Zoo will Affen das Sonnenbrillen-Klauen abgewöhnen> - bittere Substanz an den Brillen soll den Spass verderben

aus: Spiegel online; 7.4211; http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,755703,00.html

<Eine stattliche Sammlung an Augengläsern haben sie inzwischen zusammen, die Totenkopfäffchen im Londoner Zoo. Doch jetzt wollen die Wärter ihnen ihr kleptomanisches Tun abgewöhnen - mit einer Anti-Sonnenbrillen-Konditionierung.

London - Eine Affenbande im Londoner Zoo hat sich auf das Stibitzen von Sonnenbrillen spezialisiert - und muss nun bittere Folgen in Kauf nehmen. Mit der ersten Frühlingssonne seien die Bolivianischen Totenkopfäffchen auf die Idee gekommen, Besuchern ihre Sonnenbrillen vom Kopf zu klauen, sagte Tierpflegerin Kate Sanders von der Zoologischen Gesellschaft London am Donnerstag.

Mittlerweile hätten sie eine stattliche Sammlung, darunter auch teure Designer-Stücke. Jetzt haben die Wärter die Brillen mit einer bitteren Substanz eingerieben, um den Äffchen den Spaß daran zu verderben.

Die Zoomitarbeiter hoffen, dass die Affen in Zukunft die Finger von den Brillen lassen, wenn sie damit den bitteren Geschmack assoziieren. Die jungen Äffchen seien die schlimmsten, erläuterte Sanders. "Die Kleinen sind extrem neugierig, sie werden von den glänzenden Gläsern angezogen. Wenn sie einmal welche ergattert haben, rennen sie durch das Gehege und versuchen, sich die Brille abzujagen."

Der Sonnenbrillen-Klau ist nicht die erste räuberische Aktion der Affentruppe. Vor rund vier Jahren hatte sich die "Totenkopf-Bande" einem Anti-Mobiltelefon-Training unterziehen müssen, nachdem sie Zoobesucher regelmäßig um deren Handys erleichtert hatte.

sto/dpa>

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10.8.2011: <Essen wird geteilt: Schimpansinnen sind hilfsbereit>

aus: n-tv online; 10.8.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Schimpansinnen-sind-hilfsbereit-article4008191.html

<Schimpansenweibchen mit Nachwuchs im Tai-Nationalpark an der Elfenbeinküste.

Erst sah es so aus, als ob Schimpansenweibchen eher egoistisch handeln. Einer neuen Studie zufolge sind aber doch zu Hilfsbereitschaft gegenüber ihren Artgenossen fähig.

Hilfsbereitschaft scheint einer Studie zufolge keine rein menschliche Eigenschaft zu sein: Auch Schimpansenweibchen sind gern zur Unterstützung ihrer Artgenossen bereit, wie Forscher aus dem US-Bundesstaat Georgia im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichteten.

Im Labor ließen sie sieben tierische Probandinnen zwischen zwei bunten Spielsteinen wählen. Entschieden sie sich für einen von ihnen, bekamen sie eine Portion Bananen für sich selbst. Bei dem zweiten Stein wurde auch ein Versuchpartner versorgt. Dabei stellte sich heraus, dass die Schimpansinnen mehrheitlich die Doppelversorgung wählten.

"Wir waren begeistert"

Frühere Studien hatten darauf hingedeutet, dass die Tiere eher egoistisch handeln. "Wir waren begeistert, dass eine Schimpansin nach der anderen die Option wählte, Verpflegung für sich selbst und ihren Versuchpartner zu ergattern", sagte daher Studienleiterin Victoria Horner vom Yerkes National Primate Research Center. Zudem hätten die Tiere die Doppelportion eher dann gewählt, wenn ihr Partner zwar auf seine Anwesenheit hingewiesen, aber nicht zu einer bestimmten Wahl gedrängt habe.

Neu am Versuchsaufbau war laut der Publikation, dass die Versuchspartner im Sichtfeld der Probandinnen platziert wurden. Außerdem hätten die Bananen in knisternden Verpackungen gesteckt.

AFP>

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26.8.2011: <Mit buntem Fell: Neue Affenart entdeckt>

aus: n-tv online; 26.8.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Neue-Affenart-entdeckt-article4134901.html

<Forscher finden bei einer Entdeckungsreise im Westen Brasiliens eine vorher nie beschriebene Affenart. Das Tier hat eine ganz andere Fellfärbung als alle bereits bekannten Arten und ist auf einem Gebiet zwischen zwei Flüssen ausfindig gemacht worden, so ein WWF-Experte

Ein bislang unbekannter Affe ist in einem unberührten Stück Regenwald im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso entdeckt worden. Es handelt sich um eine neue Primatenart, die zur Gattung der Springaffen gehört, teilte der World Wide Fund For Nature (WWF) in Berlin mit. Die Entdeckung sei auf einer Expedition des WWF im Dezember 2010 gelungen. Analysen hätten die Neuartigkeit bestätigt.

"Die Spezies weist eine ganz andere Färbung auf als die bereits bekannten Arten. Sie wurde auf einem zwischen zwei Flüssen liegenden Areal gefunden", erklärte der Lateinamerika-Referent des WWF in Deutschland, Hernán Gutiérrez. "Es scheint so, als wirken die Flüsse und ihre Seitenarme als natürliche Barriere, die die verschiedenen Springaffen der Region voneinander trennen."

Springaffen leben den WWF-Angaben zufolge bevorzugt im Unterholz der Feucht- und Regenwälder Südamerikas. Sie ernähren sich vor allem von Früchten, Insekten und Blattwerk.

Während der 20-tägigen Forschungsreise seien darüber hinaus Tiere mehrerer bedrohter Arten gesichtet worden: Jaguar, Riesengürteltier, Riesenotter sowie ein Sittich, der bisher nur aus kolumbianischen Regenwäldern bekanntgewesen sei. Gutiérrez bilanzierte: "Mithilfe einer ökologischen Analyse können wir den Artenreichtum des Gebiets nun wissenschaftlich dokumentieren. Das wird uns helfen, unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen und die richtigen Schutzmaßnahmen umzusetzen."

dpa>

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5.10.2011: Lemuren-Affen in Madagaskar: <Vielmännerei bei Mausmakis: Kräftige Weibchen wollen Sex>, viel Sex

aus: n-tv online; 5.10.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Kraeftige-Weibchen-wollen-Sex-article4455111.html

<Sie könnten auf Grund ihrer Größe und ihrer Kraft die Männchen abwehren, wenn diese sie sexuell bedrängen. Doch weit gefehlt: Kräftige Mausmaki-Weibchen wollen viel Sex und wechseln dabei häufig den Partner. Das beobachten Wissenschaftler bei der Lemurenart auf Madagaskar und finden bislang keine Erklärung dafür.

Große, kräftige Affenweibchen haben mehr Geschlechtspartner und häufiger Sex als kleine. Dies ist zumindest bei Grauen Mausmakis so, haben Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Göttingen festgestellt. Die Weibchen der auf Madagaskar heimischen Lemurenart geben dabei nicht nur dem Drängen der Männchen nach. Sie suchen aktiv nach wechselnden Geschlechtspartnern.

Da Geschlechtsakte an den Kräften zehrten, begnügten sich schwächere Weibchen mit weniger Männchen, erklärte die DPZ-Forscherin Elise Huchard. Die Studie ist in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" erschienen.

Vorteile unklar

Dass Männchen möglichst viele Geschlechtspartnerinnen haben wollen, sei evolutionsbiologisch leicht zu erklären, schreiben die DPZ-Forscher. Sie erhöhten auf diese Weise ihre Chance auf Nachkommen. Bei Weibchen sehe dies anders aus. Ihr Fortpflanzungserfolg werde bei einer größeren Anzahl von Geschlechtspartnern nicht größer. Dennoch sei die Polyandrie (Vielmännerei) im Tierreich verbreitet.

Eine Erklärung dafür sei, dass Weibchen in solchen Fällen dem sexuellen Drängen der Männchen nachgeben. Ob dies stimmt, wollten die Göttinger Forscher in ihren Untersuchungen herausfinden. Sie erwarteten, dass größere Weibchen sich der Annäherungsversuche besser erwehren können und sich deshalb mit weniger Männchen paaren als kleinere Artgenossinnen.

Doch genau das Gegenteil war der Fall: Die großen Mausmaki-Weibchen hatten deutlich mehr Geschlechtspartner als die kleinen. "Die Lemuren-Damen suchen aktiv nach wechselnden Geschlechtspartnern", so Huchard. Was für Vorteile sie daraus ziehen, sei noch unklar.>

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Der kleinste Affe der Welt lebt im süd-"amerikanischen" Urwald:


Crónica viva del
                          Perú, Logo




El mono más pequeño solo tiene 10 cm


Der kleinste Affe der Welt wird nur 10 cm gross

de: El mono más pequeño del orbe vive en la selva peruana;

http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/regional/selva/29176-el-mono-mas-pequeno-del-mundo-vive-en-selva-peruanavideo

Viernes, 07 de Octubre de 2011 12:05



Freitag, 7. Oktober 2011, 12:05 Uhr

En la amazonía de Perú vive un pequeño mono que mide menos de 10 centímetros. Este pequeño primate conocido como Uacari calvo, por su diminuto tamaño, también es llamado como chimpancé de bolsillo, por no pesar más de 140 gramos.

Estos pequeñísimos monitos tití pigmeos, también habitan en la amazonía de Brasil, Colombia, Ecuador, los mismos que son  conocidos como  tití pigmeo o  chimpancé de bolsillo, por lo que se le califica como el  mono más pequeño del mundo.

Y le dicen pigmeo, no porque es pequeño, sino que es diminuto. Su cuerpo apenas mide cerca de  10 centímetros, y la cola unos 15  cm más. No pesan más que unos 140 gramos. Su pelaje es de un color pardo rojizo, con una cola con anillos negros.

Es tan raro dentro de los primates que tiene su propio subgénero, el nombre científico es Callithrix Cebuella pygmaea, y se dividen en dos especies la pygmaea pygmaea y la pygmaea niveiventris.

Comen frutas e insectos

Sus costumbres no varían de las del típico mono, comen frutas, insectos, hojas y a veces pequeños reptiles. Pero prefieren las hojas superdelgadas de lo alto de los árboles, que puede alcanzar gracias a su pequeño tamaño y su escaso peso.

También suelen morder la corteza de los árboles para tomarse su savia, se dice que pasan casi dos tercios de su tiempo con esta actividad. Sus dientes están especialmente adaptados para agujerear la corteza de los árboles.

C.A.U



In Amazonien in Peru lebt eine Affenart kleiner Affen, die nur 10 cm gross werden. Diese kleinen Primaten, die wegen ihres Kleinwuchses als Uacari-Kalkopfaffen (Uacari calvo) bekannt sind, werden auch als hosentaschen-Schimpansen (chimpancé de bolsillo) bezeichnet, weil sie nur bis zu 140 Gramm wiegen.

Diese Kleinst-Affen leben auch in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und werden auch als Zwergaffen bezeichnet, weil eer eben nicht nur klein ist, sondern winzig. Der Körper wird 10 cm, der Schwanz bis 15 cm gross. Sie wiegen nur bis 140 Gramm. Das Fellist braun bis rötlich, und der Schwanz hat schwarze Ringe.

Diese Zwergaffen fallen derart aus dem Rahmen, dass sie sogar ihre eigene lateinische Bezeichnung haben: Callithrix Cebuella pygmaea, und sie teilen sich in zwei Unterarten auf: pygmaea pygmaea und la pygmaea niveiventris.

Das Futter sind Früchte und Insekten

Die Manieren der Zwergaffen unterscheiden sich nicht von den der typischen Affen. Sie essen Früchte, Insekten, Blätter und manchmal auch kleine Reptilien. Aber sie bevorzugen vor allem die dünnen Blättchen der Baumwipfel, wo nur sie hingelangen können, wegen ihrer kleinen Körpergrösse und ihrem leichten Gewicht.

Sie knabbern auch gerne an der Baumrinde, um an den Pflanzensaft zu gelangen. Angaben sprechen davon, dass die Zwergaffen 2/3 ihrer Zeit mit dem Knabbern an der Baumrinde verbringen. Ihre Zähne sind für das Rinden-Knabbern speziell eingestellt.

C.A.U


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Der Standard online, Logo

20.10.2011: Assam-Makaken-Weibchen haben keine gemeinsame Menstruation - aber gleichzeitig parallelen Sex mit verschiedenen Männchen

aus: Der Standard online: Erstaunliche Beobachtung: Weibchen einer asiatischen Affenart haben gleichzeitig Sex - Menstruationszyklen der Assam-Makaken sind dagegen nicht synchronisiert; 20.10.2011; http://derstandard.at/1318726422039/Erstaunliche-Beobachtung-Weibchen-einer-asiatischen-Affenart-haben-gleichzeitig-Sex

<Göttingen/Wien - Ob Frauen, die in einer WG zusammenleben, ihren Menstruationszyklus synchronisieren, ist von der Wissenschaft bis heute nicht letztgültig geklärt, obwohl die These bereits 40 Jahren alt ist. Bei den Weibchen der Assam-Makaken, die bergige Regionen Asiens in Gruppen von mehreren Dutzend Tieren bewohnen, konnte diese Vermutung dank Kot-Untersuchungen ausgeschlossen werden, wie Biologen um Ines Fürtbauer von der Uni Göttingen im Fachblatt PLoS ONE berichten.

Die Forscher fanden bei den Beobachtungen über zwei Paarungssaisonen hinweg hingegen etwas noch viel Erstaunlicheres heraus: Die weiblichen Affen, die ihre fruchtbaren Tage übrigens vor den Männchen verbergen, haben überraschend oft gleichzeitig Sex. Wie Fürtbauer und ihre Kollegen vermuten, tun das die Weibchen, um nicht vom Alpha-Tier monopolisiert zu werden - und auch mit den anderen Männchen Kurzweil treiben zu können. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2011)>

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Basler Zeitung online, Logo

Kapstadt (Südafrika) 21.10.2011: Die Affen klauen immer mehr bei Touristen

aus: Basler Zeitung online: Diebische Affen; 21.10.2011;
http://bazonline.ch/digital/wild-wide-web/Diebische-Affen/story/24115187

<Es gibt Affen, die gar nichts kennen, wenn sie Süssigkeiten und andere Beute wollen. Sie überfallen zum Beispiel Touristen.

Affen-Alarm in der Umgebung von Kapstadt: Nachdem sich Angriffe von diebischen Affen auf Touristen und andere Leute gehäuft haben, will die südafrikanische Polizei eine Anti-Affen-Einheit ins Leben rufen, wie lokale Medien berichten. Im Internet sind inzwischen Bilder aufgetaucht, die zeigen, wie dreist diese Affen vorgehen. Bei ihren Raubüberfällen lassen sie sich auch nicht von Menschen, die in der Nähe sind, abschrecken. Diese Diebe machen, was sie wollen.>

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Wenn Affen mit Zündhölzern spielen, dann brennen Häuser, wie wenn Kinder mit Zündhölzern spielen:


Perú 21 online,
                          Logo




5/11/2011: Mona provocó incendio en dos casas



Übersetzung:
5.11.2011: Weiblicher Affe verursachte Brände in zwei Häusern

de / aus: Perú 21; http://peru21.pe/noticia/1328773/piura-mona-provoco-incendio-dos-casas

<La pequeña primate era aficionada a jugar con fósforos. Los enardecidos pobladores la persiguieron para ejecutarla. Ocurrió en Piura.

Una pequeña mona provocó el incendio de dos casas en el asentamiento humano Villa Jardín, en Piura, lo que provocó que enardecidos pobladores la persiguieran por todas calles y casas de la zona para sacrificarla.

La primate piromaniaca, aficionada a jugar con fuego, había prendido una frazada y terminó reduciendo a cenizas a dos viviendas. Decenas de vecinos pedían a gritos su muerte, pero la Policía tuvo que llegar al lugar para salvarla.

Los efectivos lograron atraparla después de varias horas, mientras protegía celosamente una caja de fósforos. Permaneció detenida en la comisaría de Piura, pero ahora sería enviada a un zoológico donde esperan que no provoque problemas.>

Pregunta

¿Por qué no enseñaron otra cosa a la mona? ¿Por qué no daron la mona a un parque zoológico antes del incendio?

Porque la prevención no está en la mentalidad de los peruanos...

Michael Palomino, 5/11/2011



<Der kleine Primat war leidenschaftlich auf Streichhölzer fixiert. Die geschädigten Bewohner verfolgten das Tier, um es zu töten. Dies geschah in Piura.

Eine kleine Äffin verursachte in der Gegend "Gartenstadt" ("Villa Jardín") in Piura Brände in zwei Häusern. Die geschädigten Bewohner verfolgten das Tier, um es zu töten, in allen Strassen und Häusern der Zone.

Das feuersüchtige Primatentier, das leidenschaftlich mit Streichhölzern spielte, hatte eine Decke angezündet und so ein Haus in Schutt und Asche gelegt. 100e Nachbarn schrien gegen das Tier mit Todesschwüren, und die Polizei musste kommen und das Tier retten.

Die Beamten konnten das Tier nach einigen Stunden fangen, während die Äffin immer noch eifersüchtig eine Schachtel Streichhölzer in der Pfote hielt. Das Tier wird im Polizeikommissariat in Piura gefangengehalten, und dann an einen Zoo übergeben werden, wo man erwartet, dass es keine Probleme mehr geben wird.>

Frage

Wieso unterrichteten die Menschen die Äffin nicht in anderen Dingen? Und wieso wurde die Äffin nicht vorher bereits einem Zoo übergeben?

Weil Prävention nicht in der der Mentalität der Peruaner liegt.

Michael Palomino, 5.11.2011

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20 minuten online, Logo

Indonesien 14.11.2011: Auf der Insel Borneo wird der Regenwald immer weniger - und die Bewohner töten die Orang Utans

aus: 20 minuten online: Fragwürdige Delikatesse: Dorfbewohner schlachten 750 Orang-Utans ab; 14.11.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/29531561

<Innerhalb eines Jahres sind auf der Insel Borneo 750 Menschenaffen getötet worden. Die vom Aussterben bedrohten Tiere wurden auch wegen ihres Fleisches gejagt. Die Behörden zweifeln an der Zahl.

Dorfbewohner auf der indonesischen Seite der Insel Borneo haben binnen eines Jahres 750 Orang-Utans getötet. Das geht aus einem neuen Untersuchungsbericht hervor, den die Zeitschrift «PLoSOne» am Montag veröffentlichte. Ein Teil der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen sei getötet worden, um Pflanzungen zu schützen. Andere wurden wegen ihres Fleisches gejagt.

In Indonesien leben 90 Prozent der verbliebenen 50 000 bis 60 000 Orang-Utans. Der Inselstaat war noch bis vor 50 Jahren von dichten Regenwäldern bedeckt. Die Hälfte der Bäume ist aber seitdem abgeholzt worden, um den Weltmarkt mit Bauholz, Zellstoff, Papier und neuerdings Palmöl zu versorgen. In der Folge geraten immer mehr Affen in den für sie oft tödlichen Konflikt mit Menschen.

Jagd auch fernab von Pflanzungen

Erik Meijard, einer der Autoren des Berichts, hob jedoch hervor: «Unsere Untersuchungen zeigen auch, dass Orang-Utans tief in bewaldeten Regionen genau wie andere Arten gejagt werden.»

Die nicht staatliche international arbeitende Organisation Nature Conservancy und 19 weitere private Organisationen, darunter der WWF und die Vereinigung indonesischer Primatenforscher, forschten gemeinsam, um die Ursachen der Jagd auf Orang-Utans zu ergründen. Für die Untersuchung wurden knapp 7000 Personen in drei Provinzen von Kalimantan, der indonesischen Seite Borneos, befragt. Indonesien teilt sich Borneo mit Malaysia und Brunei.

Nicht täglich auf dem Menüplan

Neil Makinuddin, einer der Manager von Nature Conservancy, zeigte sich überrascht darüber, wie viele der Befragten angeben, sie hätten die Primaten getötet, um ihr Fleisch zu essen. Ein Teil wurde verzehrt, nachdem man sie wegen des Schutzes von Pflanzungen getötet hatte. Ein anderer Teil wurde aus Angst getötet und ein dritter auf der Jagd nach Fleisch, wie der Bericht zeigt.

Diejenigen, die die Affen wegen ihres Fleisches gejagt hatten, gaben überwiegend an, sie hätten dies nur ein bis zweimal in ihrem Leben getan. «Orang-Utans sind nicht Bestandteil ihres täglichen Speiseplans», sagte Meijard.

Behörden glauben Forschern nicht

Ahmad Fauzi Masyhud, der Sprecher des indonesischen Forstministeriums, sagte, seinem Büro liege der Bericht noch nicht vor. Er bezeichnete ihn aber bereits als «aufgeblasen». «Wir müssen nachprüfen, ob das stimmt», sagte er. «Aber ehrlich gesagt, ich bezweifle es.»

Forscher Meijard versicherte, sie hätten verlässliche wissenschaftliche Methoden angewandt. «Selbst wenn wir annehmen, dass die meisten der Befragten logen, müssen wir davon ausgehen, dass die Jagd auf Orang-Utans eine unbequeme Wahrheit ist, mit der wir uns beschäftigen müssen, wenn wir die Art erhalten wollen.» Er habe viel zu viele Orang-Utan-Schädel, Felle und abgeschlagene Hände gesehen und viel zu viele Berichte aus erster Hand von Leuten gehört, die die Affen getötet und gegessen hätten, als dass er annehmen könnte, dass das nicht geschehe.

(dapd)>

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17.11.2011: Schimpansenkinder spielen teilweise mit denselben Kriterien wie Menschenkinder

aus: n-tv online: Toben und kreischen: Schimpansen spielen wie Kinder; 17.11.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Schimpansen-spielen-wie-Kinder-article4787266.html
<Schimpansen- und Menschenkinder spielen auf eine ganz ähnliche Art und Weise. Sie tollen am liebsten mit Gleichaltrigen herum, schneiden Grimassen und ändern ihr Spielverhalten, wenn sie älter werden.

Giada Cordoni und Elisabetta Palagi von der Universität Pisa hatten Schimpansen in zwei Zoos beobachtet. Anschließend verglichen sie ihre Daten mit Studien zum Spielverhalten kleiner Kinder. Es zeigte sich, dass junge Schimpansen grundsätzlich am liebsten mit anderen spielen. Ganz junge Affen spielen aber ähnlich wie Kleinkinder zunächst auch noch recht häufig allein, berichten die italienischen Wissenschaftler im Fachmagazin "PloS One".

Die Schimpansen fordern am liebsten gleichaltrige Tiere zum gemeinsamen Spiel auf. Bei jüngeren Tieren scheint das Herumtollen mit anderen hauptsächlich dazu zu dienen, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern, schreiben die Wissenschaftler. Später würden die Spiele kämpferischer, als eine Art Vorbereitung auf spätere Rangkämpfe. Genau wie beim Menschen nähme die Komplexität der Spiele mit dem Alter zu.

Eine weitere Beobachtung: Schimpansen schneiden nicht nur Grimassen, um andere zum Spielen aufzufordern oder die Beziehung zum Spielpartner zu festigen. Die schneiden auch Grimassen, wenn sie alleine spielen. Dies sei vermutlich bei beiden Arten ein Ausdruck des Befindens und lege nahe, dass Schimpansen wie Menschen sich ihrer Selbst bewusst wären und über sich selbst reflektierten.

dpa>

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7.12.2011: Schimpansen denken über Töne wie die Menschen: <Hohe Töne hell, tiefe dunkel>

aus: n-tv online: Hohe Töne hell, tiefe dunkel: Affen ordnen Klängen Farben zu; 7.12.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Affen-ordnen-Klaenge-Farben-zu-article4946861.html
<Sie spielen wie Kinder, gähnen aus Sympathie, empfinden Trauer und lachen mit: Schimpansen ähneln den Menschen sehr. Forscher decken nun eine weitere Gemeinsamkeit auf: Auch Schimpansen ordnen tiefe Töne dunklen Farben zu und hohe hellen.

Nicht nur für Menschen, auch für Schimpansen sind hohe Töne hell und tiefe Töne dunkel. Das haben Forscher der Charité und der Humboldt-Universität zu Berlin gemeinsam mit Experten aus Japan erstmals belegt, wie beide Einrichtungen mitteilten. Diese Verknüpfung ist eine natürliche Eigenschaft der menschlichen Sinnesverarbeitung.

In einem Experiment mussten mehrere Teilnehmer und sechs Schimpansen nun auf einem Bildschirm weiße und schwarze Quadrate erkennen und eine entsprechende Taste drücken. Gleichzeitig wurde ein hoher oder ein tiefer Hintergrundton gespielt. Dabei machten die Schimpansen mehr Fehler, wenn der Ton nicht zur Farbe des Quadrates passte, also etwa bei einem weißen Quadrat ein tiefer Ton erklang. Die Resultate deuten nach Angaben der Forscher darauf hin, dass es auch bei Schimpansen die Verknüpfung zwischen höheren Tönen und helleren Farben gibt.

Dies sei ein Hinweis darauf, dass der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse bereits systematische Verbindungen zwischen Klang und visuellen Eigenschaften kannte und dies auch das erste Vokabular prägte. Einige Theorien gehen davon aus, dass die ersten Wörter der menschlichen Vorfahren nicht zufällig waren, sondern dass es eine systematische Beziehung zwischen dem Klang eines Wortes und seiner Bedeutung gab.

Die Studie, die an der Universität Kyoto in Japan durchgeführt wurde, wird in Kürze in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht.

AFP>


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21.1.2012: <Wissenschaft: Borneo: Fast ausgestorben geglaubte Affen entdeckt>

aus: n-tv online; 21.1.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Wissenschaft/Borneo-Fast-ausgestorben-geglaubte-Affen-entdeckt-article5283831.html

<Bangkok (dpa) - Fast ausgestorben geglaubte Affen haben Forscher in einer Region auf Borneo wiederentdeckt. Es handelt sich um Grauhaarige Hose-Languren, die zur Gruppe der Mützenlanguren gehören, berichtet die Gruppe im «American Journal of Primatology».

Den Wissenschaftlern um Brent Loken von der Simon Fraser Universität in Burnaby (Kanada) gelang es, mit Kamerafallen Aufnahmen von den Primaten zu machen.

Der Lebensraum der Mützenlanguren erstreckt sich über Borneo, die indonesischen Inseln Sumatra und Java, Malaysia und Südthailand. Er ist durch Waldbrände, Abholzungen, Plantagen und Bergbau bedroht. Die Grauhaarigen Hose-Languren (Presbytis hosei canicrus) wurden bislang nur im Nordosten Borneos vermutet, sie galten lange als verschollen. 2008 entdeckten die Forscher Exemplare weiter westlich im Wehea-Wald, einem 38 000 Hektar großen, weitgehend unberührten Naturgebiet in der Provinz Ostkalimantan. Kalimantan heißt der indonesische Teil Borneos. Im Norden der Insel liegen auch zwei malaysische Provinzen sowie der Kleinstaat Brunei.

«Die Entdeckung war eine Überraschung, weil der Wehea-Wald außerhalb des Gebietes liegt, in dem diese Affen vermutet wurden», erklärte Loken. «Jetzt muss erforscht werden, wie groß die Population ist.» Primatenforscher hatten befürchtet, dass die Unterart ausgestorben sein könnte. Fotos lebender Tiere gab es bislang nicht - nur einige alte Museumsexemplare.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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Indonesien 27.1.2012: <Vor Kopfgeldjägern gerettet: Orang-Utans auf Borneo in verzweifelter Lage>

aus: Der Standard online; 27.1.2012;
http://derstandard.at/1326503966466/Vor-Kopfgeldjaegern-gerettet-Orang-Utans-auf-Borneo-in-verzweifelter-Lage

<Tierschützer retten einige der letzten freilebenden Menschenaffen auf der Pazifik-Insel. Orang-Utan-Mutter und Kind, wie die Tierschützer sie fanden - eine Gruppe Jugendlicher hatte sie umzingelt. Das auf Borneo bestehende Verbot, Menschenaffen zu töten, wird vielfach ignoriert.

Jakarta - Für die Orang-Utan-Mutter und ihre kleine Tochter sei es Rettung in letzter Minute gewesen, berichten indonesische und österreichische Tierschützer. Kopfgeldjäger, die für Palmölfirmen um 80 Euro pro Fang Jagd auf die Menschenaffen machen, hätten sie auf einem abgeholzten Stück Land umzingelt.

"Ein Gruppe jubelnder Jugendlicher, die Prämie schon vor Augen, wollten die Menschenaffen eben angreifen. Die beiden saßen wie versteinert da, die Mutter umklammerte das Kind", schildert Signe Preunschoft, Primatologin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Sie ist wegen Projekten zur Rettung der letzten freilebenden Orang-Utans auf Borneo.

Population dezimiert

Die Orang-Utans, so Preunschoft, seien aus der Umzingelung befreit und in ein geschütztes Regenwaldgebiet gebracht worden. Vor der Freilassung habe man sie mit Sendern ausgestattet, um zu kontrollieren, was weiter mit ihnen geschieht.

Denn die Lage der großen Menschenaffen, die es in Freiheit nur auf Sumatra und Borneo gibt, ist äußerst angespannt. Seit in ihrem Lebensraum, dem Tiefland-Regenwald, immer mehr Palmölplantagen geschaffen werden, hat sich ihre Zahl auf Borneo von 250.000 auf rund 50.000 verringert; auf Sumatra gibt es nur mehr wenige Hundert von ihnen.

Immerhin ist das Schicksal der Primaten auf Borneo zum Innenpolitikthema geworden. Anfang Jänner wurde erstmals ein Palmölfirmen-Manager wegen Orang-Utan-Verfolgung verhaftet. (bri, DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.1.2012)>


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20.2.2012: Menschenaffen trösten den Verlierer - Menschenaffen wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit - Elafenten erkennen sich im Spiegel

aus: n-tv online: Forscher lobt Sinn für Gerechtigkeit: Auch Affen zeigen sich fair; 20.2.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Auch-Affen-zeigen-sich-fair-article5550646.html

<Fairness und Mitgefühl gibt es auch unter Tieren. Das meint zumindest ein bekannter Verhaltensforscher vom Primatenzentrum in Atlanta. Bei Affen und Primaten habe er mehrfach beobachtet, dass ein Tier einem anderen nach einer verlorenen Auseinandersetzung zum Trost den Arm auf die Schulter legt.

Auch Menschenaffen haben einen Sinn für Gerechtigkeit. Das sagt der Biologe Frans de Waal vom Primatenzentrum an der Emory Universität in Atlanta. Die Tiere protestieren, wenn unterschiedliche Belohnungen für die gleiche Aufgabe verteilt werden.

Auch Mitgefühl sei weit verbreitet im Tierreich, berichtete de Waal in Vancouver zum Abschluss einer Tagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS. Bei Affen und Primaten habe er mehrfach beobachtet, dass ein Tier einem anderen nach einer verlorenen Auseinandersetzung zum Trost den Arm auf die Schulter legt.

[Elefanten erkennen sich im Spiegel]

Bei einer Videovorführung demonstrierte der Forscher und Buchautor auch, dass Elefanten sich im Spiegel erkennen. Die Aufnahmen zeigten eine asiatische Elefantendame namens Pepsi, die ihr Maul vor einem Spiegel weit öffnete und interessiert ins Innere sah. Außerdem versuchte sie, mit dem Rüssel ihre Augenregion abzutasten. Das Team von de Waal hatte je ein im Spiegel sichtbares X darüber gemalt. Der Verhaltensforscher widersprach der Auffassung, Tieren mangele es an der Fähigkeit zur Selbsterkennung, zur Empathie und einem Gefühl für Moral.

Der AAAS lädt jedes Jahr im Februar Wissenschaftler und Studenten der verschiedensten Fakultäten zu Vorträgen und Diskussionen ein. Ihre Konferenz gilt als weltgrößte interdisziplinäre Veranstaltung der Welt. Nach Angaben der Organisation nahmen in Vancouver mehr als 8000 Experten aus gut 60 Ländern an dem Programm teil.

dpa>

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1.3.2012: Schimpansen haben kein Teamwork: <Untersucht: Den Schimpansen fehlt es an Kooperation>

aus: Der Standard online; 1.3.2012;
http://derstandard.at/1330390150543/Untersucht-Den-Schimpansen-fehlt-es-an-Kooperation

<Junge Vertreter der Gattung Homo sapiens helfen und imitieren einander. Schimpansen hingegen sind nur eigennützig.

Tests von US-Forschern mit Kindern und Primaten zeigen, warum wir evolutionär erfolgreicher sind.

Washington/Wien - Im Vergleich zur natürlichen Evolution der Arten vollzieht sich die kulturelle und technische Entwicklung des Menschen nachgerade in einem Affentempo. Möglich wurde diese kulturelle Evolution auch durch unsere exklusive Errungenschaft der Sprache und das Teilen und Weitergeben von Wissen in der Gemeinschaft.

Letzteres kommt zwar auch bei einigen Tierarten vor - etwa bei Affen, die gelernt haben, Kartoffeln zu waschen, und die diese nützliche Information an die nächste Generation weitergeben. Im Vergleich zur menschlichen Kulturentwicklung nehmen sich diese Manifestationen tierischer Traditionsbildung allerdings eher bescheiden aus.

Der Kognitionsforscher Michael Tomasello (Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig) hat in mehreren einflussreichen Büchern - zuletzt im Band "Warum wir kooperieren" (2010) - einige Theorien darüber aufgestellt, was Schimpansen im Vergleich zu uns dafür fehlt: Vor allem können unsere nächsten Verwandten laut Tomasello keine interpersonale Beziehung zu ihren Artgenossen eingehen und sich nicht so auf sie einstellen, um zu kooperieren.

Einen experimentellen Beweis für diese These liefert nun ein Forscherteam um Rachel Kendal von der Universität in Durham, die drei- und vierjährige Kinder sowie dutzende Schimpansen und Kapuzineräffchen zu Tests antreten ließ. Die Probanden wurden an eine Box gesetzt, die sich nur in drei aufeinander aufbauenden Schritten öffnen ließ. Für jeden Schritt waren zwei parallel ausgeführte Aktionen nötig. Als Belohnung lockten jeweils Leckereien - speziell abgestimmt auf die jeweiligen Studienteilnehmer.

In fünf von acht Kindergruppen gab es mindestens zwei Kinder, die bei den Tests Stufe 3 lösten. Die Kinder verstanden die zweieinhalb Stunden lang präsentierte Aufgabe dabei als Gemeinschaftsprojekt: Sie hätten sich unterstützt, belohnt, nachgeahmt und untereinander Anweisungen gegeben, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science" (Bd. 335, S. 1114). Die Schimpansen und Kapuzineraffen hingegen agierten in einer gänzlich eigennützigen Art und Weise, größtenteils unabhängig vom Tun der anderen Tiere.

Nach 30 Stunden hatte nur ein einzelner Schimpanse Stufe 3 "geknackt", bei den Kapuzineräffchen schafften auch nach 53 Stunden nur zwei immerhin Stufe 2. Bei den Kindern seien zudem 215 altruistische Ereignisse erfasst worden, bei den Affen kein einziges, erläutern die Forscher.

Resümee der Forscher: Kooperatives, imitierendes und kommunikatives Verhalten bereits im Kindesalter erleichtert die Anhäufung von Wissen. Quod erat demonstrandum. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. März 2012)


Abstract
Science: Identification of the Social and Cognitive Processes Underlying Human Cumulative Culture>

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11.3.2012: Bei instabilen Affengruppen schlichten oft "Ordnungshüter" von aussen

aus: Welt online: Sozialverhalten: Auch die Affenbande hat einen Ordnungshüter; 11.3.2012;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13911142/Auch-die-Affenbande-hat-einen-Ordnungshueter.html
<Autor: Daniel Szewczyk

Schimpansen fühlen sich in einer intakten Gruppe am wohlsten und schauen über viele Streitereien hinweg. Ist die Gruppe jedoch instabil, greifen bei Konflikten zwischen zwei Artgenossen vermehrt außenstehende Dritte ein, um die Gruppe zu festigen.

Wenn zwei sich streiten, schlichtet der Dritte. Was bei Menschen klappt, wurde jetzt auch bei Schimpansen nachgewiesen – und liefert den Beweis für eine Affenmoral.

Beim Sport ist es der Schiedsrichter, in der Schule die Lehrerin und bei einem Unfall die Polizei: Wenn es zwischen zwei Personen zum Streit kommt, hilft oft nur ein unparteiischer Schlichter, um die Wogen zwischen den Streithähnen zu glätten und den Frieden wieder herzustellen.

Dass dieses Verhalten auch für Affen nicht ungewöhnlich ist, beweist eine neue Studie, die jetzt im Online-Journal "PLoS one"veröffentlicht wurde. Das Team um Prof. Carel van Schaik und Claudia Rudolf von Rohr fand heraus, dass Schimpansen, ähnlich wie Menschen, beim Streit zweier Artgenossen einschreiten. Das Besondere: Es geht ihnen dabei nicht um ihren eigenen Vorteil, sondern um den Gruppenzusammenhalt.

„Wir können sagen, dass wir bei den Schimpansen eine Moral festgestellt haben. Keine Menschenmoral, sondern eine Schimpansenmoral“, sagt Professor Carel van Schaik, Leiter des Instituts für Anthropologie an der Universität Zürich.

Nur Männchen greifen ein

Das Forscherteam beobachtete für seine Studie über anderthalb Jahre eine Gruppe von Schimpansen in einem Schweizer Zoo. Die Affengruppe bestand aus drei männlichen und acht weiblichen Tieren. Fast immer, wenn ein Streit zu eskalieren drohte, griff ein unbeteiligter Affe ein. Recht schnell fiel den Wissenschaftlern auf, dass es sich bei den Streitschlichtern stets um männliche Tiere handelte.

Eine Moral ließ sich so nicht nachweisen, da es bei männlichen Affen viele eigennützige Gründe für das Intervenieren in einer Streitsituation geben kann. So wollen Alphamännchen beispielsweise ihre Dominanz in der Gruppe weiter ausbauen oder sicherstellen, dass weibliche Schimpansen keine Zuneigung zu anderen Männchen entwickeln – denn dadurch würden ihnen potentielle Paarungspartner verloren gehen.

Weitere Studien zeigen Uneigennützigkeit der Affen

Deshalb weitete das Wissenschaftlerteam seine Forschung aus und bezog weitere Studien mit in seine Überlegungen ein. Es handelte es sich dabei um riesige Mengen unveröffentlichten Materials, welches allerdings eigentlich nicht darauf ausgelegt war, Moral bei Affen nachzuweisen – ein glücklicher Zufall für van Schaik und seine Kollegen.

In drei anderen Zoos wurde schon vor Jahren beobachtet, dass auch immer wieder alte, in der Gruppe etablierte Weibchen als Streitschlichter auftraten. Diese Tiere verschafften sich durch ihr Handeln keinen eigenen Vorteil, Dominanzgehabe lag ihnen fern. Von Eigennützigkeit also keine Spur.

Instabilität der Gruppe

Doch was war mit der eigenen Studie, bei der stets die männlichen Tiere für Recht und Ordnung sorgten? Den Schlüssel zur Antwort fanden die Forscher in der Zusammensetzung der Gruppe. Kurz nachdem die Aufzeichnung begann, wurden drei junge, weibliche Affen in die Gruppe integriert: „Die jungen Schimpansen dominierten die alten Weibchen, trauten sich jedoch noch nicht, selbst die Initiative zu ergreifen.

Somit hatten wir kein Weibchen, dass die Schlichter-Position hätte ausfüllen können“, sagt van Schaik. Erschwerend kam ein Machtkampf zwischen zwei männlichen Tieren hinzu, der zu einer Rangverschiebung führte. Die Gruppe sei somit sehr instabil gewesen.

Dieser Umstand stützte jedoch die These, dass es den männlichen Schimpansen bei ihrem Eingreifen darum ging, die Gruppe zu stabilisieren und näher zusammenzuführen. Ein gutes Beispiel hierfür bietet ein Vergleich der Studien: Innerhalb der von van Schaik und seinen Kollegen durchgeführten Hauptstudie kam es zu 438 Konflikten, bei denen in 15,75 Prozent aller Fälle interveniert wurde.

In einem anderen Zoo mit stabileren Gruppengefügen wurde bei 365 Konflikten lediglich zu 0,8 Prozent eingegriffen. Mit anderen Worten: Je instabiler die Gruppe, je öfter wird ein Affe tätig, um den Frieden zu wahren – und handelt somit ohne daraus einen Vorteil zu ziehen.

Auch in anderen Bereichen menschliches Verhalten

Die Schlichterfunktion ist nicht der einzige Bereich, in dem sich Menschen und Affen in ihrem Handeln ähneln. Forscher der Universität von Portsmouth wiesen bei Schimpansen ein Höflichkeitslachen zur Stärkung der sozialen Bindung nach. Bei Pavianweibchen wurde an der Universität Pennsylvania beobachtet, dass sie nach dem Tod ihres Partners in einen depressionsähnlichen Zustand verfallen und bei ihren Artgenossen Trost suchen. Die Trauer legt sich erst wieder, wenn sie einen Seelentröster zur Fellpflege gefunden haben.

Doch auch, wenn diese Studien ein menschenähnliches Verhalten zeigen, konnte hier keine Moral nachgewiesen werden. Van Schaik und seinem Team ist somit ein wichtiger Beweis gelungen.

Unterscheiden sich Affen- und Menschenmoral stark voneinander? „Bei menschlicher Moral geht es um Uneigennützigkeit und die Gemeinschaft, in der wir leben – also um die Bereiche, die auch bei der Schimpansenmoral wichtig sind. Differenzen gibt es lediglich in den Gesellschaftsformen“, sagt van Schaik. Vielleicht unterscheiden wir uns von Affen noch weniger, als wir bisher dachten.>

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3.4.2012: <Wie Menschenaffen und Kleinkinder: Paviane überraschend schlau>

aus: n-tv online; 3.4.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Paviane-ueberraschend-schlau-article5941691.html

<Paviane und Javaneraffen sind einer Studie zufolge in vielen Bereichen genauso schlau wie Menschenaffen. Sie haben ein genauso gutes räumliches Vorstellungsvermögen wie diese und können ebenso gut Mengen schätzen sowie Kausalzusammenhänge begreifen.

In Test zur sogenannten physikalischen Intelligenz, die Räume und Mengen erfasst, schnitten Paviane, Javaneraffen und Menschenaffen ähnlich gut ab wie Kleinkinder. Das zeigten drei Forscherinnen des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen und eine Studie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

"Die Intelligenz (der Affen) hängt offenbar nicht in erster Linie von der Verwandtschaft mit dem Menschen, sondern von der Umweltanpassung ab", sagte die Erstautorin der Göttinger Studie, Vanessa Schmitt, der Nachrichtenagentur dpa. Die Größe des Gehirns ist demnach für die Entwicklung der Denkfähigkeit nicht so entscheidend wie bislang angenommen.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass Paviane und Javaneraffen ebenso wie Schimpansen und andere Menschenaffen in der sozialen Intelligenz den Kleinkindern jedoch unterlegen sind.

Alle Affen mussten Aufgaben lösen oder Hinweise verstehen, um an Futter zu kommen. Um die soziale Intelligenz zu testen, deuteten die Forscher zum Beispiel auf einen mit Rosinen gefüllten Becher - ein weiterer daneben war leer. Doch weder Menschenaffen noch Tieraffen verstanden diesen Fingerzeig. Kleinkinder hingegen begriffen die soziale Geste.

Beim Test der physikalische Intelligenz mussten die Affen auf einen komplizierten Weg ohne Hilfe an Futter gelangen. Diese Aufgabe bestanden sowohl Paviane und Javaneraffen als auch Menschenaffen. «Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Grenze, die in der Forschung oft zwischen Menschenaffen und den übrigen Arten gezogen wird, vermutlich weniger deutlich ist, als angenommen», erklärte Schmitt.

In der Göttinger Versuchsreihe wurden 13 Javaneraffen und 5 Paviane beobachtet. Sie ist im Fachmagazin "PLoS ONE" veröffentlicht. Die Studienergebnisse mit den Menschenaffen hatte das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zuvor geliefert.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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16.4.2012: <Pavian Dan erkennt 308 Wörter: Affen können lesen lernen>

aus: n-tv online; 16.4.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Affen-koennen-lesen-lernen-article6016876.html

<Dass Affen "tierisch intelligent" sind, ist ja bekannt. Doch jetzt schaffen französische Wissenschaftler auch noch das, wovon Eltern lesemüder Kinder träumen: sie fürs Lesen zu begeistern – allerdings darf eine kleine Belohnung auch bei den Pavianen nicht fehlen.

Affen können das Lesen von Wörtern lernen, auch wenn sie die Sprache nicht beherrschen. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der südfranzösischen Universität Aix-en-Provence und des staatlichen französischen Forschungsinstituts CNRS. Für das Experiment präsentierten die Forscher einer Gruppe von sechs Pavianen aus dem westafrikanischen Staat Guinea eineinhalb Monate lang 8000 englische Wörter mit vier Buchstaben. Als Klassenbester erwies sich der dreijährige "Dan", der am Ende des Experiments 308 richtig geschriebene Worte erkennen konnte.

Der Unterricht fand in einem rund 700 Quadratmeter großen Gehege in der Nähe von Aix-en-Provence statt. Wie die "Science" berichtet, hatten die zur Familie der Meerkatzen gehörenden Paviane ständigen Zugang zu kleinen Hütten, in denen sich ein Bildschirm zum Berühren befand.
Getreidekörner zur Motivation

Auf dem Bildschirm erschienen in schneller Reihenfolge die englischen Wörter. Wenn das Wort richtig geschrieben war, mussten die Affen auf eine ovale Form drücken, war es falsch buchstabiert, auf ein Kreuz. Für jede richtige Antwort erhielten sie zur Belohnung ein Getreidekorn, das automatisch aus einem Automaten fiel.

Die sechs Affen absolvierten zwischen 43.000 und 56.000 Tests. In einer ersten Phase tauchten mehr richtig geschriebene Wörter auf, als solche mit Rechtschreibfehlern. "Innerhalb weniger Tage hatten die Affen gelernt, die Worte zu unterscheiden - obwohl deren Rechtschreibung sehr ähnlich war", berichten Jonathan Grainger und Joël Fagot, zwei der Forscher aus dem Team. Dies bedeute, dass sich die Tiere nicht die globale Form der Worte gemerkt hätten, sondern die richtige Aufeinanderfolge der Buchstaben. Sie seien also fähig, die exakte Buchstabenfolge von Anomalien zu unterscheiden.
Rückschlüsse auf den Menschen

Die Forscher maßen für das Experiment auch die "orthographische Distanz" zwischen richtig und falsch geschriebenen Worten - also die Anzahl der Buchstaben, die ausgetauscht werden müssen, um etwa von BANK zu JANK oder von BANK zu ZNAK zu gelangen. Dabei stellten sie fest, dass die Affen Worte dann besonders leicht als falsch identifizierten, wenn mehrere Buchstaben ersetzt wurden.

Die Wissenschaftler ziehen aus dem Experiment den Schluss, dass die Paviane die Struktur eines Wortes erkannt haben. Außerdem ist beim Lesen die visuelle Aufgliederung eines Wortes mindestens eben so wichtig ist, wie das Erkennen der einzelnen Silben, das die Fähigkeit zum Sprechen voraussetzt. Das Experiment mit den Pavianen lässt nach Überzeugung der Forscher den Rückschluss zu, dass auch der Mensch beim Lesen zumindest teilweise die Fähigkeit verwendet, sich die richtige Aufeinanderfolge von Buchstaben visuell einzuprägen.

Quelle: n-tv.de, AFP>



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16.4.2012: <Wissenschaft: Orang-Utans sind Meister im Bettenbau>

aus: n-tv online; 16.4.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Wissenschaft/Orang-Utans-sind-Meister-im-Bettenbau-article6038686.html

<Washington (dpa) - Orang-Utans scheinen beim Bau ihrer Schlafnester über ein recht ausgefeiltes technisches Fachwissen zu verfügen. Einer Untersuchung britischer Wissenschaftler zufolge wählen die Affen für die Konstruktion der tragenden Teile besonders starke Äste aus.

Mit dünneren und biegsameren Ästen fütterten sie das Nest dann aus. Das technische Know-how bei der Auswahl des Baumaterials und bei der Konstruktion des Nests sei dem vergleichbar, das für die Herstellung und Nutzung von Werkzeugen nötig ist, schreiben die Forscher in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS»).

Quelle: n-tv.de / dpa>


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21.4.2012: Kinder und Schimpansen ahmen das Verhalten der Mehrheit nach

aus: Der Standard online: Lernen: Kinder und Schimpansen kopieren das Verhalten der Mehrheit; 21.4.2012;
http://derstandard.at/1334530890561/Lernen-Kinder-und-Schimpansen-kopieren-das-Verhalten-der-Mehrheit

<Kinder und Schimpansen kopieren das Verhalten der Mehrheit.

Für Orang-Utans spielen Anzahl und Häufigkeit bei der Weitergabe kultureller Errungenschaften keine Rolle.

Leipzig - "Kultur" ist offenbar die Weitergabe von Mehrheitswissen: Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen haben nun herausgefunden, dass Schimpansen dazu neigen, eher Handlungen zu kopieren, die von einer größeren Anzahl von Individuen vorgemacht werden, als die am häufigsten ausgeführte Handlung. Zweijährige Kleinkinder richten sich sowohl nach der Anzahl der Individuen als auch nach der Häufigkeit vorgeführter Handlungen. Für Orang-Utans spielt dagegen keines dieser Muster eine Rolle.

Weitergabe von Verhaltensweisen und -strategien

Bei vielen Tierarten lernen Individuen von ihren Artgenossen und geben somit Verhaltensweisen und -strategien innerhalb ihrer eigenen Gruppe und an die nächste Generation weiter. Auch Schimpansen und Orang-Utans, bei denen sich das Verhaltensrepertoire von Population zu Population unterscheidet, übernehmen Traditionen und Kultur von anderen. Daniel Haun, Yvonne Rekers und Michael Tomasello von den Max-Planck-Instituten für evolutionäre Anthropologie und Psycholinguistik haben in ihrer aktuellen Studie untersucht, wie Menschen, Schimpansen und Orang-Utans Wissen durch soziales Lernen weitergeben.

Zunächst haben die Forscher untersucht, ob Kinder und Menschenaffen sich das am häufigsten demonstrierte Verhalten aneignen oder ob sie das von den meisten Individuen demonstrierte Verhalten kopieren. Zweijährige Kinder, Schimpansen und Orang-Utans konnten dabei eine Belohnung von einer aus drei farbigen Teilabschnitten bestehenden Apparatur erhalten, wenn sie einen Ball - wie zuvor vier "Vorspieler" - in einen Abschnitt einwarfen. Einer der Vorspieler wählte dafür dreimal denselben Teilabschnitt, die drei anderen wählten je einmal einen anderen Abschnitt. Anschließend durften die Beobachter selbst einen Ball in einen der drei Teilabschnitte einwerfen. Das Ergebnis: Die meisten der Schimpansen und Kinder suchten jenen Teilabschnitt aus, den auch die Mehrheit gewählt hatte. Orang-Utans entschieden sich dagegen offenbar rein zufällig für einen Teilabschnitt.

Studienteil zur Häufigkeit

Im zweiten Teil der Studie analysierten die Wissenschafter, ob die Häufigkeit, mit der die Vorspieler einen Teilabschnitt auswählten, für die eigene Wahl ausschlaggebend war. Der Studienaufbau war ähnlich wie zuvor, mit einem Unterschied: Nur jeweils zwei Kinder, Schimpansen oder Orang-Utans demonstrierten die Aktion. Ein Vorspieler warf drei Bälle in einen der farbigen Teilabschnitte und erhielt dafür pro Ball eine Belohnung. Der zweite warf nur einen Ball in den anders farbigen Teilabschnitt und erhielt dafür eine Belohnung. Das Ergebnis: Schimpansen und Orang-Utans wählten anschließend offenbar zufällig einen Teilabschnitt, während sich die meisten Kinder für den Teilabschnitt entschieden, in den mehr Bälle geworfen wurden.

"Wenn sie ihrem sozialen Umfeld Informationen entnehmen, achten Schimpansen in erster Linie auf die Anzahl der Individuen, die eine Aktion demonstrieren, und weniger darauf, wie oft die Aktion demonstriert wurde. Kinder achten auf beides, Orang-Utans auf keins von beiden", sagte Haun. Kinder und Schimpansen kopieren also das Verhalten der Mehrheit, während Orang-Utans dies nicht tun. Eine mögliche Erklärung: Im Gegensatz zu Menschen- und Schimpansengruppen leben Orang-Utans als Einzelgänger in losen Gruppengefügen zusammen. Soziales Lernen außerhalb der Mutter-Kind-Beziehung spielt daher bei ihnen möglicherweise eine kleinere Rolle. (APA, 21.4.2012)>

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25.4.2012: Weltweit wird Affenfleisch gegessen, auch in Europa

aus: Welt online: Skrupellose Wilderei: Auch in Europa wird Affenfleisch gegessen; 25.4.2012;
http://www.welt.de/wissenschaft/article106226266/Auch-in-Europa-wird-Affenfleisch-gegessen.html

<Schimpansen sind genetisch die nächsten Verwandten des Menschen: Dennoch machen Wilderer in Afrika unbarmherzig Jagd auf sie. Ihr Fleisch bringt hohen Profit und gilt nicht nur in Afrika als Delikatesse.

Für die intelligenten Menschenaffen sieht es finster aus: Ausgewachsene Primaten werden vor allem wegen ihres Fleisches getötet, das in manchen Teilen der Welt als Delikatesse gilt. Babyaffen werden als Haustiere verkauft.

Schimpansen sind ebenso wie die anderen afrikanischen Menschenaffen - Gorillas und Bonobos - zahlreichen Gefahren ausgeliefert. Das größte Problem ist der Verlust des natürlichen Lebensraums durch die Abholzung der Wälder.

Hinzu kommen blutige Konflikte etwa im Kongo, Krankheiten - und die Wilderei. Das sogenannte "Bushmeat" wird noch immer Tag für Tag auf afrikanischen Märkten verkauft. In der breiten Öffentlichkeit dürfte aber weitgehend unbekannt sein,  dass Schimpansenfleisch auch nach Europa geliefert wird, obwohl die Jagd auf Menschenaffen offiziell verboten ist.

Schimpansenfleisch wird weltweit gegessen

"Auf der ganzen Welt essen Menschen Schimpansenfleisch, nicht nur in Afrika. Es wird tonnenweise unter anderem nach London und überhaupt nach Europa, aber auch nach Tokio und in die USA geliefert", sagt der südafrikanische Schimpansenexperte Marc Cronje. Wenn nicht bald etwas geschehe, dann sehe die Zukunft für die intelligenten Menschenaffen finster aus.

"Die Wilderer schießen sie aus den Bäumen herunter, und die Mütter sterben vor den Augen ihrer Kinder. Eine ganze Gang von Wilderern geht meist in den Wald und schießt auf alles, was sich bewegt", führt Cronje weiter aus, der zusammen mit seinem Vater in Südafrika das Schimpansenreservat "Chimp Eden" betreibt.

Etwa 130.000 wildlebende Schimpansen gibt es heute noch auf dem Kontinent, vorwiegend in Äquatorialafrika. Die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) stuft sie als "stark gefährdet" ein.

Der Westliche Flachlandgorilla, der vor allem in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, Kongo, Gabun und Äquatorialguinea vorkommt, ist laut IUCN sogar "vom Aussterben bedroht".

Auch Gorillas im Zentralafrika werden gejagt

Insgesamt leben im westlichen Zentralafrika WWF-Angaben zufolge nur noch etwa 95.000 Exemplare. "Die größten Bedrohungen für die Gorillas sind die Wilderei und Krankheiten wie Ebola.

Zusammen haben diese beiden Bedrohungen einen Bestandsrückgang der Art um etwa 60 Prozent allein in den letzten 20 bis 25 Jahren verursacht", heißt es auf der Webseite der Organisation.

Noch viel schlimmer ist die Situation für die Berggorillas, deren Rettung sich schon die legendäre Verhaltensforscherin Dian Fossey (1932-1985) zur Aufgabe gemacht hatte. Heute gibt es weltweit noch 800 Tiere - rund 480 im Gebiet der Virunga-Vulkane im Grenzgebiet zwischen Ruanda, Kongo und Uganda und 320 im ugandischen Bwindi.

"Sie gelten weiterhin als vom Aussterben bedroht, auch wenn ihre Zahl durch aktive Schutzmaßnahmen zuletzt etwas zugenommen hat", sagt die Expertin Erika Archibald vom Dian Fossey Gorilla Fund.

Gorilla-Rettung für Schulkinder

In der von Fossey gegründeten Forschungsstation Karisoke in Ruanda gehen Mitarbeiter der Organisation täglich auf Patrouille, um die Berggorillas vor Wilderern zu schützen. Zusätzlich werden Gemeinden und Schulkinder in der Region in Sachen Gorilla-Rettung unterrichtet.

Auch Uganda hat sich den Schutz der "Silberrücken" und ihrer Familien auf die Fahne geschrieben - unter anderem, weil der Gorilla-Tourismus seit Jahren eine profitable Einnahmequelle für das Land ist. Auch hier wird die Bevölkerung für die Probleme der Primaten sensibilisiert.

"Zudem werden unsere Schutzgebiete von Soldaten bewacht, und wir haben auch ein Netzwerk mit unseren Partnern in Ruanda und Kongo aufgebaut", erklärt der Sprecher des Tourismusministeriums in Kampala, Vivian Lyazi.

Im Bürgerkriegsland Kongo ist die Situation allerdings weiterhin unüberschaubar, denn hier rücken Rebellengruppen bis in den Virunga-Nationalpark vor.

"Dort gibt es kaum Patrouillen und keine ausgebildeten Parkwächter, die die Tiere schützen könnten", sagt Archibald. Immer wieder wurden Gorillas grausam getötet, Beobachter sprachen gar von "Hinrichtungen".

Mehr Informationen um Thema:


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Der Standard
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25.4.2012: Österreich: Neues Affenhaus im Tiergarten Schönbrunn

aus: Der Standard online: Tiergarten Schönbrunn: Neues Affenhaus eröffnet; 25.4.2012;
http://derstandard.at/1334796179088/Tiergarten-Schoenbrunn-Neues-Affenhaus-eroeffnet

<Das Innere des generalsanierten Affenhauses im Tiergarten Schönbrunn in Wien. Nur mehr sechs Affenarten teilen sich das Haus.

Lichtdurchflutete Anlage für artgerechte Tierhaltung - Erstmals seltene Bärenstummelaffen in Wien.

Wien - Größer, heller, zeitgemäßer: Über eine echte Wellness-Oase mit Infrarotlampen und beheizten Liegeflächen dürfen sich die Bewohner des generalsanierten Affenhauses im Tiergarten Schönbrunn freuen. Das in den Originalzustand versetzte Bauwerk wurde nach dem Umzug der Orang-Utans in die ORANG.erie seit August 2010 renoviert und heute, Mittwoch, in Wien von Zoo-Direktorin Dagmar Schratter eröffnet.

Die Fassade wurde auf das historische Erscheinungsbild von 1906/07 zurückgebaut, Stahlkonstruktionen, Zwischenmauern und Gitter entfernt und durch viel Glas ersetzt. Auch der sogenannte "Sprungturm" steht wieder frei.

Erstmals ist nun die Galerie zugänglich, wo die Ausstellung "Affenzeiten" tief in die kulturgeschichtliche Beziehung zwischen Affe und Mensch blicken lässt und ausgewählte Exponate einer dem Tiergarten vermachten mehrere tausend Objekte umfassenden Privatsammlung zeigt.

Sechs Affenarten

Nur noch sechs Affenarten teilen sich das Affenhaus, darunter erstmals drei in Westafrika beheimatete Bärenstummelaffen. Die Zucht dieser gefährdeten Art ist dem Zoo ein großes Anliegen. "Nur dreißig solche Tiere befinden sich in Menschenhand", erklärte Schratter.

Darüber hinaus tummeln sich Kaiserschnurrbarttamarine, Springtamarine, Zwergseidenäffchen, Totenkopfäffchen, die rot-schwarzen Lemuren Rote Varis sowie Erdmännchen in der neuen Anlage.

Die Gesamtkosten der Sanierung beliefen sich auf 3,5 Millionen Euro, 400.000 Euro trug der Verein der Freunde des Tiergartens bei. Der älteste bestehende und einer der modernsten Zoos der Welt zog 2011 rund 2,4 Millionen Besucher an. (APA)>

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Spiegel online,
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Kriminelles Indonesien 15.5.2012: <Sumatra Orang-Utans sterben nach Brandrodung>

aus: Spiegel online; 15.5.2012;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/orang-utans-sterben-nach-brandrodung-auf-indonesien-a-833320.html

<Orang-Utan im Gunung Leuser National Park (Sumatra): Umweltschützer schlagen Alarm.

Den Tätern drohen hohe Strafen: Wer in Indonesien Wälder abfackelt, muss viel Geld zahlen und mit bis zu zehn Jahren Gefängnis rechnen. Dennoch sollen zwei Palmöl-Firmen auf Sumatra große Flächen Torfmoor abgebrannt haben. Mehr als hundert Orang-Utans könnten verendet sein.

Jakarta - Dutzende Orang-Utans sollen im Norden Sumatras nach einer Brandrodung gestorben sein - nun haben Indonesiens Behörden Ermittlungen gegen zwei Palmöl-Firmen eingeleitet. Diesen werde vorgeworfen, große Flächen eines Torfmoorwaldes abgebrannt zu haben, um Platz für ihre Plantagen zu schaffen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag.

Nach Angaben örtlicher Umweltschützer sind im Tripa-Wald etwa hundert Orang-Utans verendet, nur noch 200 seien am Leben. Bis Ende des Jahres könnten alle Menschenaffen in dem Gebiet vernichtet worden sein. Insgesamt wird die Zahl der Orang-Utans auf Sumatra auf 6600 geschätzt. Die Umweltschützer schlagen schon seit Monaten Alarm. Nur noch 14.000 der einst 60.000 Hektar Wald in der Region seien intakt.

Brandrodung ist in Indonesien verboten und kann mit zehn Jahren Gefängnis und mit umgerechnet fast 800.000 Euro bestraft werden. Dennoch ist das Abbrennen der Wälder weit verbreitet, um schnell große Flächen zu räumen. Dabei entsteht in Torfmoorwäldern wie in Tripa besonders viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), weil nicht nur die Bäume, sondern auch die Böden metertief ausbrennen.

Die beschuldigten Unternehmen sollen 1600 Hektar (16 Quadratkilometer) abgefackelt haben. Die Firmen weisen die Vorwürfe zurück und machen örtliche Landwirte verantwortlich.

Erst Anfang April scheiterte eine Klage von Naturschützern. Diese hatten versucht, gerichtlich eine Genehmigung zu stoppen, wonach der Palmölhersteller PT Kallista Alam eine 1600 Hektar große Fläche des Tripa-Waldes roden und eine Plantage anlegen darf. Das Gericht erklärte sich für nicht zuständig. Die Parteien hätten sich zuerst um eine außergerichtliche Einigung bemühen müssen, hieß es zur Urteilsbegründung.

"Wenn das Gericht früher erklärt hätte, dass es nicht zuständig ist, hätte man den Fall gleich an eine höhere Instanz reichen können", kritisiert der Biologe Ian Singleton, der das Sumatran Orangutan Conservation Programme (SOCP) leitet und seit Jahren für den Erhalt des Walds kämpft. "Man könnte das Verhalten der Richter als lächerlich bezeichnen, wenn es nicht so fatal für mindestens 200 vom Aussterben bedrohte Orang-Utans wäre."

nik/dpa>

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n-tv online,
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24.5.2012: Neue Affenart in Birma entdeckt: <Genetik bringt den Beweis: Stumpfnasenaffen sind neue Art>

aus: n-tv online; 24.5.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Stumpfnasenaffen-sind-neue-Art-article6341821.html

<Vor ungefähr zwei Jahren entdeckten Forscher in Birma einen Affen mit einer hochgewölbten Nase und ordneten ihn in die Gattung der Stumpfnasenaffen ein. Jetzt konnten sie genetisch nachweisen, dass die Affen eine neue Art bilden. Ein ganz besonderes Phänomen bleibt allerdings noch ungeklärt.

Die von Forschern in Birma entdeckten stupsnäsigen Affen, die angeblich bei Regen niesen, sind eine neue Art, die Genetik erbrachte den Beweis. Jäger hatten Wissenschaftler vor zwei Jahren auf die Fährte der Tiere gebracht.

Ein Team um Christian Roos vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen konnte nun bestätigten, dass die Affen wirklich noch nicht bekannt waren. "Bisher hatten wir gedacht, dass wir bereits alle Arten der Stumpfnasenaffen kennen", sagte der Genetiker Roos in Göttingen.

Es sei allerdings nicht bewiesen, dass die Affen wirklich bei Regen niesen müssen, sagte Roos. Das könne auch ein Märchen der Jäger sein. "Vorstellbar ist das aber schon, denn den Affen läuft wahrscheinlich Wasser in die Nase", erläuterte Roos.

Ein charakteristisches Merkmal der Tiere ist nämlich ihre nach oben geöffnete Nasenöffnung. Von bekannten Arten unterscheiden sie sich vor allem durch ihr Fell. Es ist vollkommen schwarz, nur Ohrbüschel, Kinnbart und Po sind weiß abgesetzt.

Die Tiere sind vom Aussterben bedroht. Nur noch etwa 300 Individuen soll es nach Schätzungen der Wissenschaftler geben. Die Abholzung der Wälder und Jäger bedrohten die Art. Aber dank einer Initiative der Behörden in Birma gibt es Hoffnung für die Affen, sagt Roos. Die Regierung mache sich für einen Nationalpark stark.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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Spiegel online,
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9.6.2012: Affenfleisch in Vietnams Restaurants als "Delikatesse" - gegen jedes Gesetz - Tierstationen bisher kaum bekannt

aus: Spiegel online: Restaurants in Vietnam Grausames Affenschlachten; 9.6.2012;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/vietnam-affen-werden-in-restaurants-geschlachtet-a-837365.html

Kaum ein Land beherbergt so viele bedrohte Primatenarten wie Vietnam. Doch schon bald werden die meisten von ihnen ausgerottet sein - Affenfleisch gilt in dem Land als Delikatesse. Mit versteckter Kamera gelang es SPIEGEL ONLINE, in Affenfleisch-Restaurants zu filmen. Es sind grauenhafte Bilder.

Irgendwo in einem Dorf in Zentralvietnam. Draußen sitzen ein paar junge Männer und lassen es sich schmecken. Auf dem runden Tisch vor ihnen befindet sich ein Fleischgericht. Es könnte Schwein sein oder Rind, aber es ist Affenfleisch. Dazu wird reichlich Bier getrunken. Von dem Fremden, der gerade vorbeikommt, um mal einen Blick in die Küche zu werfen, nehmen sie keine Notiz.

Eine deutsche Tierärztin in Vietnam ist mit dem Problem vertraut. Sie ist Spezialistin für Loris, sogenannte Faulaffen, und berichtete, in welcher Geschwindigkeit ihre Forschungsobjekte von der Bildfläche verschwinden. "Die Jagd ist ein beliebter Freizeitsport geworden", sagte sie, "am Wochenende schwingen sich die jungen Männer aufs Moped und fahren in den Wald." Die Affen würden später als Haustiere auf Märkten landen oder als Buschfleisch. Überall im Land gebe es Restaurants, die auch Affenfleisch auf der Speisekarte haben. Schon seien ganze Wälder regelrecht leer gegessen.

SPIEGEL ONLINE hat deshalb einen Blick hinter die Kulissen dieser Affenrestaurants geworfen. Da Ausländer in solchen Geschäften Misstrauen erregen, gab sich ein Vietnamese als Kunde aus, der für sein Restaurant in Hanoi auf der Suche nach Nachschub war. So wurde er eingeladen in die Hinterzimmer, Lagerhallen und Küchen der Affenschlächter. Die Bilder, die er mitbrachte, sind erschütternd.

Brutales Töten für Feinschmecker

Eine Szene spielt sich in einem düsteren Raum ab, in dem ein Affe zu erkennen ist. Es scheint ein Makak zu sein, sein Fell ist braun. Seine Arme sind hinter dem Rücken zusammengebunden. Das Tier liegt auf dem Boden, die starke Hand des Kochs drückt es zu Boden. Dann gießt eine Frau immer wieder heißes Wasser aus einem Plastikeimer über den Kopf des Tiers, und der Koch beginnt, dem Makaken die Haare auszurupfen. Seltsamerweise schreit das Tier kaum. Doch man sieht, wie es sich windet, mit dem Schwanz schlägt, um sein Leben kämpft. Wenig später kann man erkennen, wie der Küchenchef immer wieder mit einem Buschmesser auf den kahlen Schädel des lebenden Tieres einschlägt. Wenig später ist es tot.

Das Blut wird von der Frau in einer Plastiktüte aufgefangen. Der Rest landet im Nebenraum, wo schon zwei andere Affenkadaver enthaart und ausgenommen darauf warten, verarbeitet zu werden. Fast alles wird verwertet: das Fleisch gebraten, die Innereien gekocht, der Penis getrocknet. Was nicht der Sättigung dient, kann als traditionelle chinesische Medizin zu Geld gemacht werden. Im Vorraum lagern Dutzende tiefgefrorener Affen. Ein paar hundert könnten sie binnen weniger Wochen liefern, verkündet die Inhaberin des Restaurants stolz.

"Die Märkte sind voll von Buschfleisch", sagt der Schweizer Artenschützer und Naturfotograf Karl Ammann. "Durch das Wirtschaftswachstum und die bessere Infrastruktur wird es nur noch schlimmer." So würden derzeit selbst die entlegensten Regionen Südostasiens erschlossen; gleichzeitig sei der Verzehr seltener Tiere zur Mode geworden. "In Asiens Partyszene werden Tigerpenisse und Nashornpulver herumgereicht wie andernorts Kokain", sagt Ammann.

"In unserer Gegend wimmelt es von Affenrestaurants"

Seit anderthalb Jahren ist der Deutsche Georg Kloeble in Vietnam tätig. In der Provinz Thanh Hoa, rund 240 Kilometer südöstlich von Hanoi, baut er im Auftrag der deutschen Entwicklungshilfe den Forstschutz auf, ist für zwei Provinzen zuständig. "Anfangs hat sich wirklich niemand um die Tiere gekümmert", sagt Kloeble, der zuvor mehr als 20 Jahre lang in Malawi lebte, sich dort dem Überleben der Elefanten widmete und die Tierschutzorganisation Wildlive Action Group International ins Leben rief. Mittlerweile aber trügen seine Bemühungen, den Vietnamesen den Artenschutz näherzubringen, Früchte. Weil immer mehr Tiere konfisziert würden, hätte sich seine Forststation in einen kleinen Zoo verwandelt, der unter anderem 17 Affen, Pangoline und zwei Kragenbärenbabys beherbergt.

Damit sind die Unterbringungskapazitäten erschöpft. Besonders die Bären benötigen viel Platz. "Speziell für die Bären brauchen wir dringend sofortige Unterstützung, um ihnen so schnell wie möglich ein Gehege im Xuan-Lien-Naturreservat aufzubauen", sagt Kloeble. "Die Fütterung der Tiere mit Babynahrung und Obst kostet pro Bär etwa 1500 Euro pro Jahr."

Natürlich weiß Kloeble, dass er sich eine Sisyphusarbeit aufgehalst hat. "In unserer Gegend wimmelt es von Affenrestaurants." Der Kampf gegen das gesetzlich verbotene Treiben ist mühsam. Ein System von Informanten ist nötig, um die Läden aufzuspüren. Zudem schießen neue Restaurants wie Pilze aus dem Boden. Vom Erfolg seiner Arbeit ist Kloeble dennoch überzeugt: "Es dauert zwar lange, aber immerhin tut sich etwas.">

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Spiegel
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6.7.2012: <Orang-Utan-Experiment: Schwingen wie ein Riesen-Affe> - wie die grossen Orang-Utans fast ohne Kalorien auskommen

aus: Spiegel online; 6.7.2012;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/orang-utans-klettern-um-energie-zu-sparen-a-842609.html

Orang-Utans nehmen über die Nahrung kaum Kalorien auf. Wie sie mit so wenig Energie über den Tag kommen, haben Forscher nun untersucht, indem sie Menschen umherklettern ließen. Die Ergebnisse erklären auch, warum Orang-Utans trotz ihrer Größe in Bäumen leben.

Österreich/London - Einige Tiere bewegen sich auf ungewöhnlichen Wegen. Orang-Utans etwa schwingen sich von Baum zu Baum, anstatt am Boden durch den Dschungel zu wandern und das offenbar aus gutem Grund: Die Fortbewegung in luftiger Höhe kostet kaum Energie, berichteten Wissenschaftler von der Universität Roehampton in London Anfang der Woche bei einem Treffen der Gesellschaft für Experimentelle Biologie in Salzburg.

Orang-Utans müssen sparsam mit ihren Reserven haushalten, denn sie führen ein Leben am Energielimit. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, die ihrem Körper kaum Energie liefern. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass die Tiere einen Großteil ihres Lebens in Bäumen verbringen, weil ihr Körper dort weniger Energie benötigt.

Sparsames Schwingen

Um den Energieverbrauch der Menschenaffen zu messen, wählten die Forscher einen unkonventionellem Weg: Sie ließen Parcours-Athleten in einer Halle klettern und schwingen. Laut den Experimenten kommen Primaten besonders sparsam von Baum zu Baum, indem sie an einem Ast vor und zurück schwingen, bis sie den nächsten erreichen.

Sind die Äste hart und unbeweglich, sei es dagegen effizienter für die Tiere direkt zu springen, fanden die Wissenschaftler heraus. Nur schwere Orang-Utans machen in diesem Punkt eine Ausnahme, denn sie bringen auch stabile Äste mit ihrer Masse leicht in Bewegung. Daher ist Springen für sie fast nie die energieeffizientere Methode. "Schwere Orang-Utans springen nicht", erklärt Lewis Halsey, Leiter der Studie. "Jetzt haben wir möglicherweise eine Erklärung warum."

Menschen als Modell-Primaten

Die Studienteilnehmer mussten für den Versuch verschiedene Kletterparcours durchlaufen und dabei, ähnlich wie in einem Baum, von Holzstange zu Holzstange schwingen oder springen. Alle Teilnehmer waren Parcours-Athleten, die sonst in der Stadt Hindernisse mit gewagten Sprüngen überwinden. Um herauszufinden, wie viel Energie sie im Kletterparcours verbrauchten, trugen sie Masken, die ihren Sauerstoffverbrauch aufzeichneten.

Dass die Wissenschaftler den Versuch mit Menschen statt Affen durchgeführt haben, hat einen praktischen Grund. "Es ist deutlich aufwendiger mit Orang-Utans zu arbeiten. Deshalb konnte der Energieverbrauch der Tiere bisher nur indirekt gemessen werden", sagt Halsey. "Nun sind wir einen Schritt weiter gekommen, indem wir den Verbrauch eines Modell-Primaten untersucht haben - dem Parcours-Athleten.">

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Fotoquellen

Erotischer Affen-Workshop in Apeldorn
[1] Logo des Affenparks in Apeldorn: http://www.apenheul.nl/
[2] Schimpanse: http://de.wikipedia.org/wiki/Schimpansen
[3] Bonobo (Zwerkschimpanse: http://de.wikipedia.org/wiki/Bonobo
[4] bolivianische Totenkopfäffchen in Apeldoorn: http://www.camerapictures.net/animalsapenheul.htm
[5] Halbaffe Lemure in Apeldoorn: http://www.camerapictures.net/animalsapenheul.htm
[6] Apeldoorn, Karte: http://www2.apenheul.nl/index.cfm?pid=138
[7] Patrick van Veen, Biologe im Affenzoo von Apeldoorn: http://www.limburgonderneemt.nl/nieuws/?catID=9&newsID=417

Affen als Hilfe für körperbehinderte Personen
[8] Kapuzineraffe mit Handy: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-62687.html
[9] Kapuzineraffe sammelt Abfall: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-62687-2.html
[10] Kapuzineraffe bedient Mikrowelle: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-62687-3.html
[11] Kapuzineraffe in Ausbildung mit Trainerin: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-62687-4.html


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