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ENGL

Der Kindsmissbrauch bei der Familie Mozart

Das Beispiel einer psychopathischen Musikerfamilie im Musik-Fanatismus, die ihre Kinder herumzeigt, durch viele Reisen nur nach Anerkennung strebt und psychischen und körperlichen Kindsmissbrauch begeht

Mozart als Kind am Klavier
Wolfgang Amadeus Mozart: Dieses Kind
durfte nie seinen Freundeskreis entwickeln...

von Michael Palomino (2006)

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aus: Die Familie Mozart; Riemann Musiklexikon


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Inhalt

Zusammenfassung
1. Mozart, Johann Georg Leopold, 68 Jahre (Vater von Wolfgang Amadeus und "Nannerl")
2. Mozart, Maria Anna Walburga Ignatia, 78 Jahre ("Nannerl")
3. Mozart, Wolfgang Amadeus, 35 Jahre
4. Konstanze Mozart, Frau von Wolfgang Amadeus Mozart, 80 Jahre
5. Mozart, Karl Thomas, 74 Jahre, erster Sohn von Wolfgang Amadeus und Konstanze
6. Mozart, Franz Xaver Wolfgang (Wolfgang Amadeus), 53 Jahre, zweiter Sohn von Wolfgang Amadeus und Konstanze



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Zusammenfassung

An den Biographien der Familie Mozart ist erkennbar, wie die Familie Mozart musikfanatisch war und wie der Sohn Wolfgang Amadeus als Vorzeigekind missbraucht wurde und als Kind sicher sehr darunter gelitten hat. Wolfgang muss bereits mit 6 Jahren monatelange Reisen unternehmen, nur weil er gut Klavier spielen und komponieren kann. Ja, später tritt sogar eine Enttäuschung ein, als Wolfgang Amadeus Mozart den Kinder-Erfolg von Paris als Erwachsener nicht wiederholen kann.

Insofern ist bei der Mozart-Familie ein grosser psychischer Kindsmissbrauch festzustellen, der Musik-Fanatismus. Der Missbrauch ist wahrscheinlich sogar auch körperlich zu sehen, denn aufgrund der vielen Reisestrapazen nimmt das Kind Wolfgang Amadeus grossen Schaden, und einmal landen gleich beide Kinder - Wolfgang und die Schwester Nannerl - auf einer Reise für 4 Monate schwer krank im Bett.

Die Biographie dieser Familie Mozart ist vom heute bekannten psychischen Standpunkt aus betrachtet alles andere als ein Vorbild. Es ist zu hoffen, dass Eltern sich diese Biographie nicht zum Vorbild für ihre Kinder nehmen.

Diejenigen Personen, die keine Musik machen, leben in dieser Familie bezeichnenderweise am längsten, vor allem Mozarts Frau Konstanze, die 80 Jahre alt wird, und der erste Sohn, der die Musik aufgibt und es als hoher kaufmännischer Angestellter (damalige Bezeichnung "Offizial") auf  74 Jahre bringt.

Der zweite überlebende Sohn von Wolfgang Amadeus, Franz Xaver Wolfgang Mozart, wird in der Musikgeschichte kaum je erwähnt, obwohl er auch Musik geschrieben hat und in Lemberg Kapellmeister war.

Insgesamt fehlt bis heute in der klassischen Musikszene die Objektivität für die Gesamtzusammenhänge der Lebensentwicklung, und das Tabu des psychischen wie des körperlichen Kindsmissbrauchs durch Musik-Fanatismus an begabten Kindern ist bis heute nicht aufgearbeitet. Zwang zur Musik in der Kindheit ist Kinderarbeit und Folter und sollte gesetzlich verfolgt werden.

Michael Palomino (2005 / 2012)



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1.
Mozart, Johann Georg Leopold (Vater von Wolfgang Amadeus und "Nannerl")

Der Vater Leopold Mozart, getauft 14.11.1719 zu Augsburg, gestorben 28.5.1787 in Salzburg, wird deutscher Komponist, ist Sohn des Buchbinders Johann Georg Mozart (1679-1736), und später der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart und von "Nannerl". Am Jesuitengymnasium "Salvator" in Augsburg geniesst er eine humanistische Ausbildung, auch mit Ausbildung zu Violine, Orgel und Musiktheorie.

  

Johann Georg Leopold Mozart, der strenge
                        Vater von W.A.Mozart


Johann Georg Leopold Mozart, der strenge Vater von W.A.Mozart

Leopold Mozart muss scheinbar keine grossen Reisen unternehmen und kann seinen Freundeskreis normal entwickeln. 1737 beginnt für ihn der Besuch der Benediktiner-Universität in Salzburg mit einem Philosophie- und Rechtsstudium. 1739/40 muss er die Studien jedoch aufgeben [Gründe?].

Es folgt eine Anstellung als Kammerdiener und Musicus beim Grafen Thurn-Valsassina und Taxis, eine Anstellung als Violinist in der fürsterzbischöflichen Kapelle (1743) und als Violinlehrer am Kapellknabeninstitut.

Heirat mit Anna Maria Pertl (geb. 1720 St.Gilgen, gestorben 1778 Paris), die den zum niedrig-komischen neigenden Humor in die Familie bringt. Von 7 Kindern bleiben nur zwei am Leben (Maria Anna "Nannerl" und Wolfgang Amadeus).

1757 steigt Leopold zum Hofkomponisten und 1763 zum Vizekapellmeister auf. Er pflegt gleichzeitig Beziehungen zur Leipziger Mizlerschen Sozietät, zum Augsburger bürgerlichen Musikkollegium und zu Fr. W. Marpurg (Berlin). Leopold verkörperte Fleiss, Pflichtbewusstsein und Zähigkeit, einen besonderen Sinn fürs Populäre, alles mit frommem Katholizismus und mit Zügen der Aufklärung.

Leopolds Bedeutung ist [gemäss Riemann] als Komponist und musikpädagogischer Schriftsteller zu sehen, v.a. aber als Lehrer seines Sohnes Wolfgang Amadeus.

[Der psychische Kindsmissbrauch an Wolfgang Amadeus ist bei Riemann tabu].

Die grossen Reisen haben sicher den Grund gelegt für Wolfgangs Krankheiten und dessen frühen Tod.

[Dieser Kindsmissbrauch wird bei Riemann somit indirekt zugegeben. Der Terror des Vaters wird aber nicht als Grund genannt].

Ab 1781 erfolgt eine innere Entfremdung zwischen Vater und Sohn, so dass die Beziehung tragisch wird.

[Der grausame Vater, der Wolfgang schon die normale Kindheit geraubt hat, will dem Sohn nun auch noch die Heirat verbieten].

Kompositorisches Schaffen: Leopold Mozart erfindet eine Mischung von barockem, frühklassischem, Wiener, Mannheimer, nord- und süddeutsch-volkstümlichem Stil mit italienischen Elementen. Er verwendet ausserdem in den Sinfonien seltene Instrumente wie Radleier, Dudelsack, Hackbrett, Schellengeläut, Kuhhorn, Peitsche oder Pistole [wobei eine Pistole kaum als "Instrument" zu betrachten ist].

Die Klaviersonaten lehnen sich sehr denen von D. Scarlatti und Chr. Ph. E. Bach an.

Wegweisend ist Leopold Mozarts "Versuch einer gründlichen Violinschule" (1756, erweitert 1769), die den Schulen von Montéclair (1711/12), Tessartini (1741) und Geminiani (1751) folgt. Nach diesen ist Leopold Mozarts Violinschule die wichtigste ältere Methode des Violinspiels. Darin werden die italienische Violinkunst (Tartini, Locatelli) vermittelt, beeinflusst durch Quantz (1752) und Chr. Ph. E. Bach (1753). Ausserdem schreibt Leopold Mozart auch "Versuche" für Querflöte bzw. Klavier.

Leopold Mozart stirbt mit 68 Jahren 4 Jahre vor dem Tod seines Sohnes im Jahre 1787.

[Er hat den Kindsmissbrauch an seinem Sohn durch die Reiserei und den Musikzwang (Kinderarbeit) nie begriffen. Da auch die Umwelt den Kindsmissbrauch nicht zur Kenntnis nehmen will, werden bis heute begabte Kinder in dieser Weise erzogen und deren Seelen zum Wrack gemacht].


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2.
Mozart, Maria Anna Walburga Ignatia ("Nannerl")

geb. 30.7.1751 in Salzburg, gest. 29.10.1829 in Salzburg, Tochter von Leopold Mozart, ältere Schwester von Wolfgang Amadeus. Durch die Schulung des Vaters wird sie ihm gemäss eine der geschicktesten Klavierspielerinnen Europas. 1759 legt Leopold für sie ein Notenbuch an (19 Menuette, 21 nicht tanzgebundene Kompositionen, auch die ersten Kompositionen Wolfgangs).

Nannerl wird gezwungen, den kleinen Genie-Bruder Wolfgang Amadeus auf dessen Reisen zu begleiten und erleidet dabei wie der Bruder schwerste Krankheiten [und Verlust des Kinder-Bekanntenkreis].

1784 heiratet sie den Hofrat Johann Baptist Reichsfreiherr Berchtold zu Sonnenberg. Sie lebt mit ihm in St. Gilgen und nach dessen Tod 1801 als Klavierlehrerin in Salzburg.

[Es ist anzunehmen, dass ab der Heirat der Musikstress sehr nachlässt].

Am Ende des Lebens ist sie erblindet. Sie stirbt mit 78 Jahren für die damalige Zeit in hohem Alter.



Maria Anna Walburga Ignatia Mozart,
                        Nannerl
W.A.Mozarts Schwester Maria Anna Walburga Ignatia Mozart, Nannerl



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3.
Mozart, Wolfgang Amadeus

Taufnamen: Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus (lat. Amadeus); Firmungsname: Sigismundus.

geb. 27.1.1756 Salzburg, gest. 5.12.1791 in Wien.

Wolfgang Amadeus Mozart als Kind am
                          Klavier   

Wolfgang Amadeus Mozart als Kind am Klavier.


Hohe Musikalität und glänzendes Gedächtnis treten bei Wolfgang Amadeus schon im frühen Kindesalter auf, dazu Ernst und Intensität des Lernens. Erste Stücke, die er dem Vater diktiert, sind im Notenbuch Leopolds für Nannerl 1759 aufgezeichnet. 1762 schreibt Vater Leopold für Sohn Wolfgang ein "Notenbuch" mit deutschen, französischen und italienischen Kompositionen.

Familie Mozart auf Reisen
1762 (6-jährig) erfolgt die erste "Kunstreise", Vater Leopold Mozart mit seinen Kindern Wolfgang Amadeus und Nannerl nach München und Wien. Die Kinder werden vor den musikkundigen Mitgliedern des Hofes "präsentiert" (Wolfgang spielt Wagenseil eines von dessen Klavierkonzerten vor).

1763 erfolgt eine erste "grosse Reise", [ein absoluter Kindsmissbrauch mit Isolation von den Kinderfreundeskreisen, Familienkreisen und mit Dauerreisestress]: München-Augsburg-Ludwigsburg-Schwetzingen-Heidelberg-Mainz-Frankfurt am Main (Goethe hörte dort Mozart) - Koblenz-Aachen-Brüssel-Paris. Die Reise erregt an den Höfen und in den Städten grosses Aufsehen [bzw. der Vater steigert seinen Ruf auf dem Rücken seiner Kinder, deren feine Körper aufs schwerste strapaziert werden].

Es findet sich ein Förderer in Friedrich Melchior Grimm (1723-1807) und in Paris werden mit deutschen Musikern (Eckhardt Honauer und J. Schobert) Bekanntschaften geknüpft. Mozarts erste Kompositionen stehen unter Schoberts Einfluss: Sonates pour clavecin qui peuvent se jouer avec l'accompagnement de violon [Sonaten für Cembalo, die mit einer Geige begleitet werden können] (1764).

Die Reise geht weiter über den Ärmelkanal. Im April 1764 (8-jährig) tritt Mozart in London am Londoner Hof auf. Bei der Begegnung mit J. Chr. Bach, Musikmeister der Königin, wird mit Wolfgang musiziert.

Mozart wird an den Höfen jeweils regelmässig auf die "Probe" gestellt
mit
-- vom-Blatt-Spiel
-- schwierige Stücke
-- Singen und Begleiten aus vorgelegter Partitur
-- Improvisation einer Arie auf bestimmte Worte oder über eine vorgelegte Bassstimme
-- Spielen auf verdeckter Klaviatur
-- Transpositionen.

[Der kindlich-naive Ehrgeiz wird für die Erwachsenen zum Schauspiel, der absolute Kindsmissbrauch].

Es entstehen aus den Anregungen der Reisen
-- 6 Violinsonaten, die der englischen Königin gewidmet sind und gedruckt werden
-- kleine Sinfonien
-- und während einer Krankheit des Vaters entsteht auch ein "Notenbuch", das von Wolfgang selbständig mit Tänzen, freien Stücken und Sonatensätzen zusammengestellt wird.

Ausserdem hat Händel starken Einfluss auf Mozart, was Oratorien anbelangt.

[Die auftragsmässig betriebene Kompositionsarbeit als Kind ist klare Kinderarbeit. Wie viel Druck der Vater Leopold dabei ausgeübt hat, ist bis heute tabu, aber es ist ein schwerer Druck anzunehmen].

Im Juli 1765 geht die Reise weiter zurück über den Ärmelkanal auf das europäische Festland über Lille-Gent-Antwerpen nach Den Haag. Die Kinder erkranken schwer, so dass eine viermonatige Pause eingelegt werden muss.

[Hier wird der körperliche Kindsmissbrauch durch die vielen Reisen in der Kutsche fast tödlich. Der Vater lernt aber nicht daraus].

Die Familie hält sich ein halbes Jahr in der holländischen Aristokratie auf. Nach der Genesung der feinen Kinderkörper folgt [Anfang] 1766 der Auftritt von Wolfgang Amadeus in Amsterdam. Wolfgang Amadeus komponiert Klavier-Variationen, Orchester-Quodlibet "Galimathias musicum", Sonaten, Sinfonien.

Vater Leopold Mozart treibt seine beiden Kinder weiter auf die Reise. Es folgen die Stationen
Utrecht-Mecheln-Paris-Dijon-Lyon-Genf-Lausanne-Bern-Zürich-Donaueschingen-Ulm-München-Salzburg (Ende 1766).

[Diese "Reise" dauert somit von 1762 bis 1766 4 Jahre lang und hat den beiden Kindern Mozart 4 Jahre der Kindheit genommen, für die Schwester Nannerl die Spanne zwischen 11 und 15 Jahren, für den Wolfgang Amadeus die Spanne zwischen 6 und 10 Jahren].

Die Kinderarbeit von Wolfgang Amadeus gipfelt in einem Akt zum Oratorium "Die Schuldigkeit des ersten Gebots" (die anderen Akten werden von Michael Haydn und Adlgasser geschrieben). Des Weiteren entsteht eine Grabmusik und die lateinische Schulkomödie "Apollo et Hyacinthus".

[Wieso sich ein Kind von ca. 9 bis 10 Jahren bereits mit Grabmusik befassen soll, erscheint mehr als fragwürdig. Der seelische Kindsmissbrauch etabliert sich bei Wolfgang Amadeus nun scheinbar als ein "Normalzustand"...]

Wolfgang Amadeus studiert Fux' "Gradus ad Parnassum" [Der Weg zum Berg Parnass].

1768 erfolgt ein erster Dämpfer für das 12-jährige Kind Wolfgang Amadeus. Nach einer Reise von Salzburg nach Wien 1768 (12-jährig) wird er vom Vater Leopold bei Kaiser Joseph II. "präsentiert", um musikalisch und wirtschaftlich in Wien Fuss zu fassen. Aber wegen der Sparsamkeit von Kaiser Joseph II. und intriganter Konkurrenz ist in Wien für das Kind Wolfgang Amadeus kein grosser Erfolg möglich.

Das Singspiel "Bastien und Bastienne" erfährt im Hause von Dr. Mesmer die Uraufführung.

Die erste Oper von Mozart "La finta semplice" [Die einfache Intrige] erfährt in Salzburg 1769 ihre Uraufführung.

Mozart dirigiert zur Einweihung der Waisenhauskirche eine eigene Messe.

[Wolfgang Amadeus wird nun zu einer "Musikmaschine"...]

1769 wird Mozart (13-jährig) Konzertmeister in Salzburg.

[Dies ist der absolute Kindsmissbrauch: die bezahlte Kinderarbeit, aber zu dieser Zeit mussten viele Kinder arbeiten. Der Vater Leopold hat scheinbar nur den Familienstolz im Sinn und verkürzt mit diesem Dauerstress das Leben seines Sohnes...]

Wolfgang schreibt (13-jährig) Messen, Tänze und Serenaden.

Aber auch die Konzertmeisterstelle in Salzburg ist dem stolzen Vater Leopold Mozart für seinen Sohn noch nicht genug. Im Dezember 1769 wird die Arbeit durch eine Vater-Sohn-Reise nach Italien unterbrochen. Immerhin wird Nannerl nicht mehr mitgenommen, die ihrerseits die Spätpubertät aber nun ohne Vater durchleben muss. Stationen der Reise sind Verona-Mantua-Mailand. Es finden Begegnungen mit Sammartini und Piccini statt, und Wolfgang Amadeus erhält einen Opernauftrag [wieder institutionalisierter Kindsmissbrauch]. Die Reise geht weiter nach Bologna-Florenz-Rom-Neapel-Rom, wo Wolfgang vom Papst den Orden vom Goldenen Sporn erhält. In der Folge nennt sich Mozart gerne "Cavaliere Mozart" [Ritter Mozart].

[Die Folge ist auch eine andere: Mozart wird zu einem falschen Vorbild. Viele Kinder im europäischen "Kulturraum" bekommen den jungen Wolfgang Amadeus Mozart als Beispiel vorgehalten und müssen sich erniedrigen lassen, bis sie selber Auszeichnungen an Musikwettbewerben erhalten, die in etwa einem "Goldenen Sporn" entsprechen. Damit pflegt die Gesellschaft der klassischen Musik die kaiserlichen Hierarchien weiter. Das Thema des Kindsmissbrauchs bleibt tabu, und es fehlt jede soziologische Studie über diesen Kinderstress].

Vater und Sohn Mozart begegnen Padre G.B. Martini und den Opernkomponisten Majo und Paisiello. Mozart wird als "compositore" in die "Academia dei Filarmonici" aufgenommen und erhält dabei Unterricht bei Martini.

Wieder verrichtet Mozart Kinderarbeit, eine Oper "Mitridate, rè di Ponto", ein Auftragswerk für Mailand.

Erst im März 1771 ist Wolfgang Amadeus Mozart wieder in Salzburg (15-jährig).

[Die Italien-Reise von Dezember 1769 bis März 1771 dauerte 16 Monate, also 1 1/2 Jahre und blockiert Wolfgang die entscheidende persönliche Entwicklung zwischen 13 und 15 Jahren. Von den ersten 15 Lebensjahren ist Wolfgang Amadeus ca. 6 Jahren auf Reisen. Statt nun persönliche Entwicklungen nachzuholen und konstante Beziehungen aufzubauen, scheint Wolfgang Amadeus vom Vater weiter unter Druck zu stehen und reist weiter in Europa hin und her].


Komposition der Kantate "La Betulia liberata".

Die Reiserei geht weiter: Im Herbst 1771 ist Wolfgang Amadeus Mozart wieder in Mailand, wo die Aufführung der Serenata teatrale "Ascanio in Alba" erfolgt. Im April 1772 ist er wieder in Salzburg mit der Aufführung der Serenata drammatica "Der Traum des Scipio" (original italienisch: "Il sogno di Scipione". An Weihnachten 1772 ist er wieder in Mailand: Aufführung der Auftragsoper "Lucio Silla".

1773 ist Wolfgang in Salzburg, reist nach Wien und lernt die Streichqartette Haydns kennen. Er schreibt daraufhin Messen, Serenaden, Divertimenti, Konzerte, Streichquartette, Chöre und erste Klaviersonaten.

[Wolfgang Amadeus Mozart scheint kaum beziehungsfähig. Der Drill des Vaters bleibt ihm im Blut].

1775 komponiert er für München die Opera buffa "Die falsche Gärtnerin" (orig. italienisch: "La finta giardiniera") und für Salzburg die Festoper "Der König als Hirte" (orig. italienisch: "Il re pastore").

    
W.A.Mozart als junger Mann, ca. 20 Jahre alt


W.A.Mozart als junger Mann,
ca. 20 Jahre alt.

1777 entstehen 5 Violinkonzerte, Messen, Klavierkonzerte, Divertimenti, Serenaden und Symphonien.

Mozart hat aber immer noch keine gute Stellung, und man verweigert ihm in Salzburg weitere Reiseurlaube. Somit nimmt er von Salzburg Abschied [mit 21 Jahren].  Er kündigt seine feste Stellung und kann sich nicht mehr vom Lebensschema der Reiserei lösen, das er in seiner Kindheit durch den Zwang des Vaters erlernt hat.

Es folgt die zweite "grosse Reise" ab 1777 in Begleitung der Mutter nach München mit der Begegnung mit Klavierbauer J. A. Stein. In Mannheim macht er Bekanntschaft mit Cannabich, Toeschl, Filtz, Holzbauer, Schweitzer und dem Dichter Wieland. Die Liebesaffäre mit Sängerin Aloysia Weber endet unglücklich.

Wolfgang schreibt Arien, Flötenkonzerte, Flötenquartette und Klaviersonaten.

Im März 1778 reist Wolfgang auf energisches Drängen des Vaters hin nach Paris [Wolfgang wird weiterhin fremdbestimmt], wo ein Opernstreit zwischen Gluckisten und Piccinisten im Gang ist. Mozart kann die sensationellen Erfolge der Kindheit in Paris gleichzeitig nicht wiederholen. Es werden die Ballettpantomime "Les Petits Riens" von Noverres und eine Sinfonie (Pariser Sinfonie) aufgeführt.

Wolfgang gibt Klavierstunden. Begegnung mit Johann Christian Bach. Auftragskompositionen, Konzert für Flöte und Harfe, Sonaten und Variationen für Klavier, Violinsonaten.

Die Mutter wird krank und stirbt am 3.7.1778 in Paris [mit 58 Jahren].


Die Rückreise erfolgt über Strassburg-Mannheim-München. Wolfgang holt sich bei seinem Schwarm Aloysia endgültig einen Korb und kommt "leidgeprüft" von Tod und Liebe im Januar 1779 nach Salzburg nach Hause. Er tritt die alte Stelle als Konzertmeister in Salzburg wieder an und wird nun auch gleichzeitig Hoforganist.

Kompositionen folgen am Laufband: "Krönungsmesse", Vespern, Kirchensonaten, Konzerte, Symphonien, Serenaden, Violin- und Klaviersonaten, Singspiel "Zaide", Opera seria "Idomeneo" für den Münchner Karneval.

Dann folgt ein Aufenthalt in Wien, wo Wolfgang aus einem Zwist mit dem sich gleichzeitig in Wien aufhaltenden Erzbischof von Salzburg den Kürzeren zieht und die Salzburger Stelle verliert (8.6.1781). Wolfgang lässt sich nun als freischaffender Künstler in Wien nieder. Er stellt zum ersten Mal den Geistesadel über den Geburtsadel. Gesuche um eine feste Anstellung bleiben aber erfolglos.

Wolfgang Amadeus Mozart erteilt Unterricht, veranstaltet Akademien mit seinen Werken, bleibt aber immer in Geldschwierigkeiten. 1782 komponiert er für den Kaiser eine Auftragsoper / Singspiel "Die Entführung aus dem Serail".

Am 4.8.1782 heiratet er Konstanze Weber, die Schwester von Aloysia. Die Heirat führt zur Entfremdung mit dem Vater. Demgegenüber kommt mit Haydn eine konstruktive Freundschaft zustande (Streichquartette als Stimulans). Mozart verkehrt viel bei Baron van Swieten, bei dem nur Bach und Händel aufgeführt werden.

Mozart richtet die Bachschen Präludien und Fugen für Streichquartett ein und unternimmt eine Uminstrumentierung der Händelschen Oratorien.

1784 wird Wolfgang Amadeus Mozart Freimaurer (wie auch Haydn der Loge der Freimaurer angehört). Die [oberflächlichen] Ideen der Freundschaft und der Menschenverbrüderung kehren in Mozarts Werken wieder.

[Die eigentliche Idee der Freimaurerei ist die Weltbeherrschung durch eine kleine Clique, die behauptet, Nachfolger der Frau von Jesus zu sein, was nicht nur von Mozart und Haydn verdrängt wird].

Im selben Jahr 1784 wird am 21.9.1784 in Wien der erste Sohn geboren, der überlebt: Karl Thomas Mozart.

1786: Komposition der Komödie mit Musik "Der Schauspieldirektor", der Oper "Le nozze di Figaro". Der Figaro feiert in Wien und vor allem im [damals meistenteils deutschsprachigen] Prag Erfolge.

[Man kann es auch anders sehen: Mozart wäre auch mit der Hälfte seiner Werke bekannt geworden].

1787 komponiert Mozart in Prag selbst eine Auftragsoper für Prag, ein Dramma giocoso "Don Giovanni". Die Prager Zeit ist eine glückliche Zeit. Im April ist Beethoven für kurze Zeit Mozarts Schüler. Mozart erhält den Titel eines kaiserlichen Kammerkomponisten.

Im selben Jahr stirbt der strenge Vater, wahrscheinlich ohne Aussöhnung.

1788 komponiert Mozart in 6 Wochen die letzten drei grossen Sinfonien (Es-dur, g-moll und C-dur).

1789 Reise mit Fürst Lichnovsky nach Berlin über Dresden und Leipzig, wo Mozart Bach studiert. König Friedrich Wilhelm II. gibt Mozart in Potsdam einen Kompositionsauftrag für Streichquartette.

1790: Komposition der Oper "Così fan tutte".

1791: Komposition der Oper "La clemenza di Tito". Kunstreise nach Frankfurt am Main zur Kaiserkrönung. Ausserdem komponiert Mozart ein Auftragswerk für Schikaneders Theater auf der Wieden: "Die Zauberflöte", und ein Auftragswerk für einen Grafen Walsegg: "Requiem". Das Requiem bleibt unvollendet. Walsegg gib sich anfangs sogar selber für den Komponisten des Requiems aus.

Geburt des zweiten Sohnes, der überlebt, am 26.7.1791 Franz Xaver Wolfgang Mozart.

Mozart stirbt an schwerer Erkrankung, wahrscheinlich ein zunehmendes Nierenversagen (Niereninsuffizienz). Ein solches Nierenversagen hätte seine Wurzeln nicht zuletzt in den Reisestrapazen und in den nervlichen Überbelastungen seit den Kinderjahren.

[Es ist anzunehmen, dass das Immunsystem zusätzlich durch die nervlichen Belastungen und durch den Selbstzwang zu immer neuen Erfolgen entscheidend geschwächt wurde].

Die angebliche Vergiftung durch Salieri ist Legende. Mozart wird in einem Armengrab begraben, so dass man heute nicht mehr weiss, wo seine letzte Ruhestätte liegt.

[Die Warnung bezüglich Wolfgang Amadeus Mozart
Die Familie Mozart zersplittert also am Ende völlig. Der ganze Ehrgeiz, die ganze Reiserei und die Kinderarbeit und Kinderfolter am Instrument haben also keinen Familienzusammenhalt gebracht, sondern für Wolfgang Amadeus Stress und Armut, so dass dieser am Ende nicht einmal einen Grabstein bekommt. Ob bei der Ablehnung Mozarts in Wien auch verhaltensmässige Auffälligkeiten eine Rolle spielten, sei dahingestellt, scheint aber sehr wahrscheinlich. Ausserdem könnte in Wien auch ein gewisser Rassismus gegen Ausländer eine Rolle gespielt haben, wie es auch bei anderen Leuten der Fall war, die sich in Wien etablieren wollten, und denen dies verweigert wurde.

Das Beispiel Mozart ist eine Warnung, eine Zwangserziehung zur Kinderarbeit auf jeden Fall zu vermeiden. Die Kinder müssen selbst ihre seelischen Wurzeln und Beziehungen entwickeln können, und hierfür ist in der Familie ein Gleichgewicht der Kräfte und sicher kein Musikzwang mit Karrieredenken und mit Weltreisen im Kindesalter angebracht. Salzburg feiert mit Wolfgang Amadeus ein mehrfach missbrauchtes Kind, ohne dies jemals zu erwähnen.

Bis heute ist der Zwang zur Musik jedoch straffrei. Die Zwangsheirat ist inzwischen nicht mehr erlaubt, aber der Zwang zur Musik ist weiterhin erlaubt. Eine Ergänzung der Kinderrechte mit der Ahndung von Musikzwang (Ahndung des Zwangsspielzeugs Musikinstrument) würde solche Kinderschicksale vermeiden helfen, die bis heute weit verbreitet sind (Zwang zum Üben, Zwang zum Vorspiel, "Dekoration" der Familie mit musikausübenden Kindern, die eigentlich gar nicht musizieren wollen, Musiklehrer, die Kinder im Unterricht zwingen müssen etc.). Es fehlt hierzu jegliche soziologische Studie. Salzburg hätte allen Grund, hier Vorreiter zu sein].



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4.
Konstanze Mozart, Frau von Wolfgang Amadeus Mozart


Maria Constantia Caecilia Josepha Aloisia Mozart, geborene Weber (geb. 5.1.1762 in Zell im Wiesental im Schwarzwald, gestorben 6.3.1842 in Salzburg).

  
Konstanze Mozart, W.A.Mozarts Frau, geborene
                      Weber


Konstanze Mozart, W.A.Mozarts Frau, geborene Weber.

Ihr Vater ist ein Bruder von Carl Maria von Weber. Dieser muss 1763 seine Stellung als Amtmann in Zell aufgeben, so dass die Übersiedlung nach Mannheim erfolgt. Er wird dort Bassist, Kopist und Souffleur.

1777 lernt Wolfgang Amadeus Mozart die Familie erstmals kennen und bekommt von der älteren Schwester von Konstanze, Aloysia, eine Abfuhr.

1778 erfolgt die Übersiedlung der Familie Weber nach München, 1779 nach Wien. Drei der Schwestern werden Berufssängerinnen.

Am 4.8.1782 erfolgt die Heirat zwischen Wolfgang-Amadeus und Konstanze Weber. Von 6 Kindern überleben zwei: Karl Thomas, geboren 1784, und Franz Xaver Wolfgang, geboren 1791.

Nach Mozarts Tod 1791 heiratet Konstanze Weber 1809 erneut: Den dänischen Diplomaten Georg Nikolaus Nissen (1761-1826).

1810 erfolgt der Umzug nach Kopenhagen, 1820 nach Salzburg, wo Nissen Material zu Mozarts Biographie sammelt, die Konstanze nach seinem Tod herausgibt.

[Konstanze Mozart bzw. Konstanze Nissen wird 80 Jahre alt, sehr alt für diese Zeit, ohne so viel Musik-Reisestress während der Kindheit].



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5.
Mozart, Karl Thomas; erster Sohn von Wolfgang Amadeus und Konstanze

geboren 21. 9.1784 in Wien, gestorben 31.10.1858 in Mailand. Er ist der ältere der beiden überlebenden Söhne von Wolfgang Amadeus und Konstanze Mozart, wird bei Frau Niemetschek 1792-97 in Prag erzogen, mit Klavierunterricht bei Duschek.

1797 tritt er in ein Handelshaus in Livorno ein, aber der Versuch, einen eigenen Klavierhandel aufzubauen, schlägt fehl.

1806 Umzug nach Mailand. Karl Thomas wird auf Empfehlung von Haydn Schüler von Asioli.

1810 gibt Karl Thomas den Musikstress auf und wird Beamter in Mailand. Zuletzt ist er k.u.k. Staatsbuchhaltungs-Offizial. Gesamterbe ist das Mozarteum Salzburg (Konzertflügel von Wolfgang Amadeus Mozart).

[Er wird 74 Jahre alt, ganz schön alt für diese Zeit, ohne Musikstress].
W.A.Mozarts
                      Kinder: Franz Xaver Wolfgang (links) und Karl
                      Thomas (rechts)
W.A.Mozarts Kinder: Franz Xaver Wolfgang (links)
und Karl Thomas (rechts)





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6.
Mozart, Franz Xaver Wolfgang; zweiter Sohn von Wolfgang Amadeus und Konstanze


W.A.Mozarts Sohn Franz Xaver Mozart, ca.
                        40 Jahre alt
  

W.A.Mozarts Sohn Franz Xaver Mozart, ca. 40 Jahre alt


auch Wolfgang Amadeus genannt (geb. 26.7.1791 in Wien, gest. 29.7.1844 in Karlsbad), zweiter überlebender Sohn von W.A. und Konstanze Mozart.

Er wird Pianist und Komponist in Österreich, nimmt Musikunterricht bei Neukomm, A. Streicher, Hummel (Klavier), Salieri (Gesang), bei Abbé Vogler und Albrechtsberger (Komposition).

1802 (mit 11 Jahren) ist das erste Werk ein Klavierquartett op.1. Im Jahr 1805 erfolgt der erste Auftritt in Wien als Komponist und Pianist. 1808 (mit 17 Jahren) wird er Hausmusiklehrer in Galizien, ab 1810 Klavierlehrer und Chorleiter in Lemberg. 1818 erfolgt eine Kunstreise nach Russland, Polen, Dänemark, Deutschland, Italien, Schweiz und Österreich. Er spielt meist Werke seines Vaters und eigene Kompositionen.

1834 bekommt er eine Kapellmeisterstelle am Theater Lemberg. 1838 übersiedelt er nach Wien, erteilt Unterricht und pflegt Kontakte.

[Er wird nur 53 Jahre alt, mit Musikstress].

Sein musikalischer Nachlass ist im Mozarteum aufbewahrt, u.a. zwei Klavierkonzerte, Kammermusik mit Klavier, Klaviermusik, eine Symphonie, Kantaten und Lieder.


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Bildernachweis
-- Wolfgang Amadeus Mozart als Kind am Klavier: http://www.pianosociety.com/index.php?id=28
-- Wolfgang Amadeus Mozart, ca. 20 Jahre alt: http://www.ipl.org/div/mushist/clas/mozart.htm
-- Johann Georg Leopold Mozart, Vater: http://www1.harenet.ne.jp/~q9427m/End%20of%20MozartFamilyE.html
-- W.A.Mozarts Schwester Maria Anna Walburga Ignatia Mozart, Nannerl: http://www1.harenet.ne.jp/~q9427m/End%20of%20MozartFamilyE.html
-- Konstanze Mozart, W.A.Mozarts Frau, geborene Weber: http://www1.harenet.ne.jp/~q9427m/End%20of%20MozartFamilyE.html
-- W.A.Mozarts Kinder: Franz Xaver Wolfgang (links) und Karl Thomas (rechts): http://www1.harenet.ne.jp/~q9427m/End%20of%20MozartFamilyE.html
-- Franz Xaver Mozart, ca. 40 Jahre alt: http://www.about.lviv.ua/english/People/Franz_Xavier_Mozart.shtml

-- Hintergrundbild, Wolfgang Amadeus Mozart auf einer österreichischen Briefmarke von 1956:
http://www.austria-lexikon.at/af/Wissenssammlungen/Briefmarken/1956/200_Geburtstag_von_Wolfgang_Amadeus_Mozart


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