Um das Präparat Ritalin ranken sich Mythen. So behaupten Forscher, dass die verschreibungspflichtigen Medikamente für Personen mit einer sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zur Verbesserung der Konzentration und kognitiven Leistungen führen. Dadurch werden sie sogar häufig auch von Schülern ohne diese diagnostizierte Störung eingenommen (siehe TN-Artikel «ADHS-Medikamente wie Ritalin verringern die Leistung von Schülern»).
Und nicht nur das. Laut dem «Verordnungsreport» der Techniker Krankenkasse 2022 stieg der Anteil der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland, die Psychopharmaka verordnet bekamen, von 3,5 Prozent im Jahr 2017 auf etwa 4,3 Prozent im Jahr 2020. Diese Zahl bezieht sich nicht exklusiv auf ADHS-Medikamente, sondern auf Psychopharmaka insgesamt. Doch ADHS-Mittel machen darin einen Großteil aus – bei den Schulkindern laut Bericht «rund 70 Prozent der Psychopharmaka-Verordnungen».
Bedenkt man, dass es in Deutschland 13 bis 14 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren gibt, bekommen also 560.000 bis 600.000 davon (4,3 Prozent) Psychopharmaka verordnet – und ein Großteil davon wiederum ADHS-Medikamente wie Ritalin.
Doch warum dieser regelrechte «Hype»? So bezeichnen Kritiker seit Jahren Ritalin als «Kinderkokain». Robert Whitaker, Autor des preisgekrönten Buches «Anatomy Of An Epidemic» (Anatomie einer Epidemie), sagte mir dazu 2013 im Interview:
«Die New York Times brachte vor Kurzem eine Geschichte über einen Jugendlichen heraus, der von Ritalin süchtig wurde. Der Unterschied zwischen Ritalin und Kokain ist, dass Ritalin länger im Körper bleibt, aber ihr Wirkmechanismus ist so ziemlich der gleiche.»
Auch ergab eine 2023 erschienene Studie, dass ADHS-Medikamente wie Ritalin die Konzentration und Leistung beeinträchtigen (TN berichtete).
Greenmedinfo hat die brisante Thematik jetzt aufgegriffen und einen langen Beitrag «über die dunkle Wahrheit über die Verabreichung» von Ritalin & Co. gebracht. Zugleich wird darin über einen «natürlichen Extrakt, der die Entwicklung des Gehirns fördert und nicht verhindert» berichtet. In dem Text heißt es:
[...]«Jeden Tag werden Millionen von Kindern Amphetamin-basierte Medikamente gegen ADHS verschrieben – eine Praxis, die ethisch skandalös und medizinisch rücksichtslos ist. ADHS-Stimulanzien wie Adderall und Ritalin sind im Wesentlichen pharmazeutisches ‹Speed›, das in seiner Wirkung fast identisch mit illegalen Betäubungsmitteln ist und in beispiellosem Ausmaß an heranwachsende Kinder verabreicht wird.»