https://science.orf.at/stories/3235783/
Lehrer und
Lehrerinnen sind entscheidend für die Lernmotivation
ihrer Schüler. Das bestätigt eine aktuelle Analyse:
Es macht einen immensen Unterschied, ob die
Lehrkräfte im Unterricht Freude oder Ärger
empfinden.
Wenn Lehrkräfte Freude an ihrem Tun empfinden,
bieten sie qualitativ hochwertigeren Unterricht, der
das Selbstvertrauen der Schüler und Schülerinnen in
ihre Fähigkeiten, ihr Interesse und ihre schulischen
Leistungen stärkt. Verärgerte Lehrende hingegen
gehen mit schlechterem Unterricht und schlechteren
Lernergebnissen der Schüler einher, wie das Team Marina Elena Pfeifer
von der Ludwig-Maximilians-Universität München im „Journal of
Educational Psychology“ berichtet. Lehren sei
eben nicht nur eine intellektuelle, sondern auch
emotionale Tätigkeit.
Die Forschenden hatten Daten von 679 Mathelehrern
sowie -lehrerinnen und mehr als 17.500 um die 15
Jahre alten Schülern und Schülerinnen in acht
Ländern zusammengetragen. Einbezogen wurden Schulen
in Chile, China, Kolumbien, Deutschland, Japan,
Mexiko, Spanien und Großbritannien. Alle Klassen
bearbeiteten für eine gute Vergleichbarkeit dieselbe
Mathematiklektion – die Einführung quadratischer
Gleichungen.
Freude vs. Ärger
Die Lehrkräfte wurden mit Hilfe der sogenannten
„Teacher Emotions Scale“ befragt, wie viel Freude
sie während des Unterrichts hatten oder wie groß
ihre Verärgerung war. Die Wahl sei auf Freude und
Ärger gefallen, weil dies nach vorhergehenden
Analysen die prägnantesten positiven und negativen
von Lehrkräften erlebten Emotionen seien. Die Kinder
wurden gebeten, die Unterrichtsqualität der
Lehrenden zu bewerten sowie über ihr Selbstvertrauen
in ihre Fähigkeiten und ihr Interesse am Fach zu
berichten. Zudem absolvierten sie einen
Leistungstest.
Lehrkräfte, die mehr Freude empfanden, waren im
Mittel eher in der Lage, den Unterricht effektiv zu
gestalten, unterstützende Beziehungen zu den
Schülern aufzubauen und kognitiv anregende
Unterrichtsstrategien anzuwenden. Dies wiederum war
mit einem höheren Selbstvertrauen der Schüler,
größerem Interesse am Lernen und besseren
Testergebnissen verbunden. Lehrer, die eher Ärger
empfanden, zeigten im Durchschnitt in allen drei
Aspekten eine schlechtere Unterrichtsqualität, auch
die Lernergebnisse ihrer Schüler waren schlechter.
Selbstverstärkende Prozesse
Vermutlich geraten Lehrer und Lehrerinnen leicht in
selbstverstärkende Kreisläufe, wie Pfeifer erklärte.
„Ein verärgerter Lehrer könnte Schwierigkeiten
haben, die Klasse effektiv zu führen, was zu
schlechten Leistungen der Schüler führt, was
wiederum dazu führt, dass sich der Lehrer noch
frustrierter und erfolgloser fühlt – ein
Teufelskreis.“ Fröhliche Lehrende wiederum schaffe
eine positive Spirale, bei der effektiver Unterricht
zum Erfolg der Schüler und Schülerinnen führt – „was
den Lehrer noch glücklicher und stolzer auf seine
Arbeit macht“.
Am faszinierendsten sei die Übereinstimmung der
Ergebnisse in den verschiedenen Ländern gewesen,
sagte Pfeifer. „Trotz erheblicher kultureller,
wirtschaftlicher und sprachlicher Unterschiede
blieben die Mechanismen, durch die die Emotionen
eines Lehrers die Unterrichtsqualität und die
Schülerleistungen beeinflussen, weltweit
bemerkenswert ähnlich.“
Es sei wichtig, die positive Haltung von
Lehrkräften zu fördern, schließen die Forschenden
aus ihren Ergebnissen. „Die wichtigste
Schlussfolgerung für die Praxis ist, dass die
Förderung des emotionalen Wohlbefindens von
Lehrkräften nicht nur ein ‚nettes Extra‘ ist – sie
ist entscheidend für den Lernerfolg der Schüler“, so
Pfeifer. Schulen und politische Entscheidungsträger
sollten der Reduzierung von Lehrerstress daher
Priorität einräumen.
Oberösterreich am 15.6.2026:
Kriminelle Buben werden als letzte Massnahme
zeitweise von der Schule ausgeschlossen - und 3x
mehr als im letzten Schuljahr:
OÖ: Suspendierungen in Schulen verdreifacht
https://ooe.orf.at/stories/3358563/
Immer mehr
Schülerinnen und Schüler fliegen zeitweise aus dem
Unterricht. Die Zahl der Suspendierungen hat sich in
Oberösterreich in den vergangenen Jahren
verdreifacht. Rund 500 Kinder und Jugendliche wurden
in diesem Schuljahr als Disziplinarmaßnahme
vorübergehend von der Schule ausgeschlossen, wie
neue Zahlen der Bildungsdirektion zeigen.
Die meisten Suspendierungen finden an
Mittelschulen statt, gefolgt von Volks- und
Sonderschulen. Vor allem Burschen im Alter von
zehn bis vierzehn Jahren sind betroffen, besonders
in städtischen Gebieten.
Wenn Konflikte oder Gewalt nicht mehr anders zu
lösen sind, wird oft auf die Disziplinarmaßnahme
der Suspendierung zurückgegriffen.
Ursachen und Maßnahmen
Laut Bildungsdirektion gibt es mehrere Gründe für
die steigenden Suspendierungen: Dazu gehören eine
stärkere Sensibilisierung im Umgang mit Konflikten
und Gewalt, mangelnde Regelakzeptanz sowie
persönliche Belastungen bei den Kindern und
Jugendlichen.
Seit knapp einem Jahr müssen Eltern nach einer
Suspendierung eine Beratungsbegleitung wahrnehmen.
Ab Herbst sind zudem in ganz Österreich
einheitliche Reintegrationsmodelle geplant, um die
Rückkehr in den Schulunterricht zu erleichtern.
Erziehungsregeln für eine gesunde
Gehirnentwicklung am 15.6.2026: 1. Nein sagen - 2.
Raus gehen - 3. Schritt für Schritt - 4. Regeln
einhalten - 5. Ämtliplan - 6. Risikokompetenz - 7.
Sonntag einhalten:
Seit vielen Generationen gut: 7 «verstaubte»
Erziehungstricks, die immer noch funktionieren
https://www.blick.ch/life/familie/seit-vielen-generationen-gut-7-verstaubte-erziehungstricks-die-immer-noch-funktionieren-id22014637.html
Jede Eltern-Generation erzieht ihre Kinder neu. Aber
manche Erziehungstricks haben nie ausgedient. Diese
sieben Dinge haben schon unsere Urgrosseltern getan –
und sie funktionieren in modernen Familien immer noch.
Ein klares «Nein» hilft Kindern, Grenzen zu
respektieren – und stärkt ihren Mut, selbst für sich
einzustehen.
1. Öfters mal Nein sagen
Habt keine Angst davor, das kleine Wörtchen «Nein» zu
euren Kindern zu sagen! Keine Sorge, sie verkraften
das schon, wenn sie nicht immer ihren Willen kriegen.
Ein «Nein» bringt viel Gutes in den Familienalltag.
Erstens lernen die Kinder dadurch, Grenzen zu
respektieren. Andererseits ermutigen wir sie, selber
den Mut für ein klares «Nein» aufzubringen.
2. Mehr Frischluft schnappen
Es ist nicht nur ein Bauchgefühl: Kinder verbringen
tatsächlich von Generation zu Generation weniger Zeit
an der frischen Luft. Seit es Bildschirme gibt, hat
sich dieses Problem noch einmal drastisch verschärft.
An Sonnentagen gehts ja noch, aber wann seid ihr
zuletzt mit euren Kindern im Regen rumgerannt und
durch Pfützen gehüpft? Zeit, das wieder einmal zu tun.
Es ist der Gesundheit, auch der psychischen, in so
vielerlei Hinsicht zuträglich. Und tut dem
Familiengefühl gut.
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3. Nur nicht überfördern
Unsere Grosseltern sind auch irgendwie erwachsen
geworden, obwohl sie weder Frühenglisch noch
Musikförderklasse besucht haben. Es ist gut, die
Interessen eines Kindes wahrzunehmen und deren
Entwicklung zu unterstützen. Aber die grassierende
«Überförderung» führt zu Überforderung. Allzu volle
Terminkalender führen dazu, dass mittlerweile bereits
Kinder in der Grundschule an Burn-outs erkranken.
Lassen wir den Kindern doch wieder mehr Zeit, in der
sie unbeobachtet, unverplant und ungestört ihre eigene
Welt erkunden dürfen.
Schon Kinderarzt Remo Largo pflegte zu sagen: «Das
Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.» Er
plädierte zu Lebzeiten dafür, Kindern mehr Freiraum zu
lassen, statt sie ins Frühförderungskorsett zu
stecken.
4. Konsequent auf Regeln beharren
Kaum ein Elternpaar vermittelt seinen Kindern noch den
klassischen Knigge. Wieso eigentlich? Der berühmte
Erfinder der Benimm-Tipps hatte schliesslich nicht
vor, uns mit seinen Regeln zu plagen, sondern wollte
einfach nur ein angenehmeres Zusammenleben für alle
erreichen. Selbstverständlich dürfen wir unsere
eigenen Regeln für gutes Benehmen aufstellen, aber auf
diesen zu beharren, macht absolut Sinn. Man nehme die
Situation Familientisch: Wenn Eltern auf ein gutes
Benehmen beim Essen bedacht sind und dieses auch von
ihren Kindern verlangen, profitieren alle davon. 1.
Fällt weniger Wäsche an, weil sauberer gegessen wird.
2. Können die Eltern ihr Essen auch geniessen. 3.
Lernen die Kinder, welches Verhalten zu Tisch
allgemein als akzeptabel gilt, was sie später vor
unangenehmen Situationen bewahrt.
5. Der gute alte Ämtliplan
Die Familie ist ein Trainingszentrum. Hier lernen
Kinder in einem geschützten Rahmen, dass eine
Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn alle
zusammenarbeiten. Zu einer guten Erziehung gehört,
dass Kinder lernen, im Haushalt gewisse Arbeiten zu
erledigen. Die sogenannten Ämtli sind in vielen
Familien in Vergessenheit geraten. Dabei haben sie
nicht nur einen tollen Lerneffekt, sondern auch viele
weitere Vorteile! Kinder lernen, den Wert von
unbezahlter Arbeit zu erkennen. Sie entwickeln Skills
für ihren eigenen Haushalt. Sie entlasten die Eltern.
6. Risikokompetenz statt Risikofreiheit
Kinder, deren Eltern jede Gefahr aus dem Weg räumen
und jedes Risiko vermeiden, lernen nicht, zu leben.
Sie entwickeln weder Konfliktfähigkeit noch Resilienz.
Und schon gar nicht die Fähigkeit, ihre eigenen
Fähigkeiten gesund einzuschätzen und Risiken zu
beurteilen. Kurz und gut: Überbehüten ist die wohl
schädlichste grassierende Erziehungskrankheit in der
heutigen Elterngeneration.
7. Der heilige Sonntag
Wisst ihr noch, als man sonntags nicht einkaufen
konnte, weil alle Läden geschlossen waren? Und wie gut
es damals tat, einen Tag zu haben, an dem man einfach
nichts tun muss, weil gar nichts möglich war? Wir
sagen nicht, dass es der Sonntag sein muss... aber ein
regelmässig wiederkehrender Abstand vom Konsumwahnsinn
der westlichen Welt sorgt für die Entwicklung eines
nachhaltigen Mind-Sets. Und falls bei den Kindern
deswegen Langeweile aufkommt, freut euch. Denn diese
ist wahnsinnig gut für die Entwicklung!
Schulzeit der Kinder am 16.9.2026:
Eltern müssen für die Kinder Zeit haben - das ist
entscheidend:
Bildung: Wie Eltern ihre Kinder prägen
https://www.nau.ch/lifestyle/gesellschaft/bildung-wie-eltern-ihre-kinder-pragen-67173518
Redaktion -- Bern -- Nachhilfe, Kontrolle, Druck: All
das bringt oft weniger Bildung als erhofft.
Entscheidend für den Schulerfolg der Kinder ist etwas
ganz anderes.
Der Lernerfolg von Kindern wird
stärker von den Eltern geprägt, als viele annehmen.
Entscheidend ist nicht, wie streng zu
Hause kontrolliert wird, sondern was genau.
Gemeinsam vereinbarte Regeln können
helfen, den richtigen Weg zu gehen.
Wie viel können Eltern zum Lernerfolg ihrer Kinder
tatsächlich beitragen? Die Forschung liefert dazu viele
Erkenntnisse, die in manchen Details überraschen. Neben
gezielter Lernhilfe spielt auch das tägliche Umfeld zu
Hause eine wichtige Rolle. Welche Rolle Eltern in der
Bildung ihrer Kinder spielen, lässt sich heute in vielen
Bereichen gut beschreiben.
Der Einfluss beginnt vor dem ersten Schultag
Bildung beginnt nicht erst mit der Einschulung, sondern
bereits in den ersten Lebensjahren im Elternhaus.
Kinder, denen regelmässig vorgelesen wird, verfügen in
der Regel über einen grösseren Wortschatz und lernen
leichter lesen. Darauf verweist das Schweizerische
Institut für Kinder- und Jugendmedien.
Auch Gespräche am Familientisch sind wichtig, denn dabei
lernen Kinder, ihre Gedanken zu ordnen und sie
verständlich auszudrücken. Dafür ist kein teures
Lernmaterial nötig, sondern Zeit und sprachliche
Zuwendung im Alltag. Frühe Unterschiede können lange
bestehen bleiben, auch wenn die Schule vieles
ausgleicht.
Der Zusammenhang zwischen Elternhaus und Schulleistung
ist in der Schweiz gut dokumentiert und wird regelmässig
untersucht. Wie der Bund in seiner 2026 veröffentlichten
Mitteilung zur PISA-Erhebung 2025 schreibt, spielen
soziale Herkunft und Sprache eine wichtige Rolle.
Jugendliche aus dem sozial am wenigsten begünstigten
Viertel erzielen in den Naturwissenschaften signifikant
tiefere Leistungen als jene der übrigen Gruppen.
Gleiche Leistung, ungleiche Wege
Ein besonders aufschlussreicher Blick ist der auf die
weitere Schullaufbahn. Wie der Bildungsbericht Schweiz
2023 der Schweizerischen Koordinationsstelle für
Bildungsforschung zeigt, lassen sich soziale
Unterschiede nicht vollständig durch Leistungen
erklären.
So unterscheidet sich das Risiko eines Abbruchs des
Gymnasiums je nach sozialem Hintergrund auch dann, wenn
die schulischen Leistungen berücksichtigt werden. Die
Gründe dafür sind laut Bericht jedoch nicht ausreichend
untersucht.
Bei schulischen Übergängen können Eltern ihr Kind
unterstützen, indem sie sich frühzeitig über die
Möglichkeiten informieren. Wer weiss, wie
Anmeldefristen, Prüfungen und Probezeiten funktionieren,
kann sein Kind gezielter begleiten.
Interesse besser als heimliche Kontrolle
Viele Eltern setzen auf mehr Kontrolle, sobald die Noten
über längere Zeit nicht stimmen. Forschungsergebnisse
deuten jedoch darauf hin, dass unterstützende Begleitung
hilfreicher ist als eine als Einmischung empfundene
Aufsicht.
Wer regelmässig fragt, was das Kind gerade beschäftigt,
signalisiert damit Wertschätzung für dessen Arbeit.
Hausaufgaben sollten Kinder möglichst selbst lösen,
damit sie Verantwortung für das eigene Lernen
übernehmen.
Hilfreich sind ein ruhiger Arbeitsplatz und eine feste
Zeit. Wer Hilfe benötigt, muss eine Nachhilfe bekommen.
Auch hier können Eltern effektiv helfen, indem sie diese
anbieten. Das Kind muss sie nicht annehmen, aber das
Gefühl, die Eltern kümmern sich, hilft oft.
Struktur, Schlaf und Bildschirmzeit
Auch der Alltag zu Hause prägt das Lernen. Ausreichend
Schlaf, regelmässige Mahlzeiten und verlässliche Abläufe
schaffen günstige Bedingungen für die Konzentration.
Das Smartphone, Tablet oder die Konsole spielen in der
Freizeit und am Wochenende oft eine grosse Rolle. An
Wochentagen verbringt fast die Hälfte der Jugendlichen
in der Schweiz zwischen einer und drei Stunden täglich
in sozialen Netzwerken. Ein Drittel kommt sogar auf mehr
als drei Stunden täglich, laut PISA 2025.
Gemeinsam vereinbarte Regeln können helfen, genügend
Zeit für Schlaf, Bewegung und schulische Aufgaben
freizuhalten.
Die Zusammenarbeit mit der Schule
Lehrpersonen und Eltern verfolgen dasselbe Ziel. Ein
regelmässiger Austausch hilft, Fragen frühzeitig zu
klären. Elterngespräche lohnen sich auch dann, wenn
gerade keine Probleme vorliegen und alles ruhig läuft.
Wer die Schule als Partnerin versteht, kann gemeinsam
mit ihr nach Lösungen suchen.
Hilfreich ist zudem, die Erwartungen realistisch zu
halten und den eigenen Bildungsweg nicht zum Massstab zu
machen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell,
und das Schweizer Bildungssystem bietet verschiedene
Wege und Anschlussmöglichkeiten.
Bildung: Wo Eltern an Grenzen stossen
Nicht alle Familien verfügen über ausreichend Zeit,
Sprachkenntnisse oder einen ruhigen Raum zum
konzentrierten Lernen. Genau hier setzen Angebote wie
Tagesstrukturen, Hausaufgabenhilfe und
Gemeindebibliotheken an. Die Kosten und
Zugangsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Gemeinde
und Angebot.
Auch Vereine und Musikschulen tragen zum Lernen bei,
ohne dabei als Schule aufzutreten. Eltern müssen den
Lernstoff nicht selbst beherrschen, um ihr Kind wirksam
und glaubwürdig zu unterstützen. Ehrlichkeit ist dabei
wichtiger als eine Fassade, denn Kinder merken schnell,
wenn Erwachsene etwas nur vortäuschen.
https://orf.at/stories/3442449/
Über 4.600 Ehrenamtliche gehen jede Woche in
Schulen, um mit den Kindern und Jugendlichen zu
lesen und ihnen Geschichten zu erzählen. Das
Bildungsministerium will das Programm nun weiter
ausbauen und stockt die Förderungen für
Ausbildung und Begleitung der Lesepatinnen und
Lesepaten auf.
Bedarf an Leseförderung gibt es genug: Zuletzt
verpassten am Ende der Volksschule 40 Prozent der
Schüler und Schülerinnen die Bildungsstandards im
Lesen, laut PISA-Studie schwächelt auch fast ein
Viertel der 15-Jährigen.
Die Lesepatinnen und -paten – im Einsatz sind
Freiwillige von der Studentin bis zum Pensionisten
– sollen den Kindern in Schulen, aber auch
Bibliotheken und anderen Bildungseinrichtungen
zusätzliche individuelle Lesezeit ermöglichen.
Dadurch sollen die Leseflüssigkeit und das
Leseverständnis der Kinder verbessert und
gleichzeitig deren Motivation und Selbstvertrauen
gesteigert werden.
Mehr Geld für Qualifizierung und Begleitung
Ehrenamtlicher
Aus Sicht des Bildungsressorts hat sich das
Programm bewährt, die Lesepaten leisteten einen
„unverzichtbaren Beitrag zur Förderung der
Lesefreude und der Sprachentwicklung“, hieß es
heute in einer Aussendung.
Die Aufstockung der Fördermittel um 120.000 Euro
für jene Organisationen, die ehrenamtliche
Lesepaten ausbilden, begleiten und vernetzen,
sieht man als „Grundlage für eine qualitativ
hochwertige und flächendeckende Leseförderung in
ganz Österreich“.
London am 21.9.2026: Eine Schule lässt
sich NICHT absaufen: "Michaela Community School" mit
Belohnungssystem für Leistungen:
Zurück zu Wissen und Disziplin? Der Blick nach
London
Die Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten nehmen
seit etwa 15 bis 20 Jahren rapide ab. Eine
Londoner Schule setzt dagegen auf Disziplin, klare
Regeln und systematisches Lernen – mit
bemerkenswerten Resultaten.
https://transition-news.org/zuruck-zu-wissen-und-disziplin-der-blick-nach-london
PISA ist ein Schlag in die Magengrube -
17. September 2026
Inside
Paradeplatz: Wie geht das, motivierte und
leistungsbereite junge Menschen? -
2. September 2026
Die Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten
unserer Schülerinnen und Schüler nehmen seit
ungefähr 15 bis 20 Jahren rapide ab. Das ist
mittlerweise Allgemeingut. Ein Gegenbeispiel
gefällig?
Ein Beispiel aus London liefert dazu einen
bemerkenswerten Kontrast. An der Michaela
Community School setzt Schulleiterin
Katharine Birbalsingh auf ein
Schulmodell, das in vielen Punkten quer zu aktuellen
pädagogischen Trends steht. Der Unterricht ist
streng geführt, die Regeln sind klar, und von den
Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie aktiv
mitarbeiten.
Wer eine Frage beantworten kann, soll sich
melden – und zwar nicht nur gelegentlich.
Im Unterricht machen möglichst alle mit.
Gleichzeitig herrscht eine hohe Disziplin. Wer
spricht, während die Lehrperson unterrichtet,
Material vergisst oder den Anweisungen nicht folgt,
muss mit Konsequenzen rechnen. Gute Leistungen und
besonderes Engagement werden dagegen sichtbar
anerkannt.
Die Schülerinnen und Schüler tragen
Uniformen mit Abzeichen, die etwa für
vollständige Anwesenheit, herausragende
Mathematikleistungen oder besonderes Engagement in
der Bibliothek stehen. Das System ist bewusst
konsequent angelegt: Fehlverhalten zieht zunächst
Strafpunkte und Verwarnungen nach sich, bei
wiederholten Verstößen sind weitergehende
Konsequenzen möglich.
Das Bemerkenswerte ist, wie die
Schülerinnen und Schüler selbst darauf
reagieren. Bei einem Besuch der Schule beschreibt die
Schweizer Unternehmerin Esther Ziegler sie als
aufmerksam, kommunikativ und stolz auf ihre Schule.
Die strenge Ordnung scheint dort zumindest nicht mit
der von Kritikern befürchteten Einschüchterung
einherzugehen.
[Wissen verankern - dann forschen]
Auch beim Unterricht verfolgt Michaela
einen klaren Ansatz. Statt Schüler
möglichst früh selbst herausfinden zu lassen, was
sie noch nicht wissen, wird zunächst Wissen
vermittelt. Danach wird es gezielt abgefragt und
wiederholt. Zum Einsatz kommen unter
anderem «Active Recall» und «Spaced Learning» – also
aktives Abrufen und Wiederholen in zeitlichen
Abständen.
Die Idee dahinter ist einfach:
Wer etwas noch nicht weiß, kann es nicht
selbstständig anwenden. Zuerst braucht es
Wissen und Grundlagen, danach können
komplexere Aufgaben und Transferleistungen folgen.
Die Schule setzt deshalb auf einen systematischen
Aufbau des Wissens.
Gerade dieser Punkt steht im Zentrum der
Kritik an manchen Entwicklungen der
vergangenen Jahrzehnte. «Selbstorganisiertes Lernen»
und «Kompetenzorientierung» haben in vielen Schulen
an Bedeutung gewonnen. Die Frage ist jedoch, ob
Schülerinnen und Schüler tatsächlich selbstständig
lernen können, wenn ihnen zuvor das notwendige
Wissen und die entsprechenden Fertigkeiten nicht
ausreichend vermittelt wurden.
Michaela liefert darauf zumindest ein
interessantes Gegenmodell. Die Schule
setzt auf hohe Erwartungen, klare Grenzen und
konsequente Rückmeldungen. Die dahinterstehende
Überzeugung lautet: Kinder werden nicht
dadurch gefördert, dass man ihnen möglichst
wenig abverlangt, sondern dadurch, dass man
ihnen etwas zutraut und sie entsprechend fordert.
Ein solcher Ansatz lässt sich nicht einfach
auf die Schweiz übertragen. Die
Rahmenbedingungen, die gesellschaftliche
Zusammensetzung und die Schulsysteme unterscheiden
sich. Auch ein einzelnes Schulbeispiel kann keinen
Beweis dafür liefern, dass ein bestimmtes Modell
überall funktionieren würde.
Es zeigt aber, dass die Debatte über Schule
nicht bei der Frage nach immer neuen Reformen stehen
bleiben muss. Angesichts der PISA-Befunde stellt
sich auch die grundlegende Frage, welche Rolle
Wissen, Übung, Disziplin und verbindliche
Leistungsanforderungen wieder spielen sollten.
Denn wenn Schülerinnen und Schüler Mühe
haben, Texte zu verstehen,
mathematische Probleme zu lösen oder
naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu erfassen,
geht es am Ende um elementare Fähigkeiten. Die Frage
lautet deshalb nicht nur, welche Kompetenzen die
Schule vermitteln soll, sondern auch, wie konsequent
sie das dafür notwendige Wissen tatsächlich aufbaut.
Die Michaela School zeigt ein mögliches
Prinzip: klare Regeln, konzentrierter
Unterricht, hohe Erwartungen und viel Wiederholung.
Ob dieses Rezept auch in Schweizer, deutschen oder
österreichischen Schulen die gewünschten Ergebnisse
bringen würde? Angesichts der aktuellen PISA-Befunde
lohnt es sich jedenfalls, genauer hinzusehen, was
andere Schulen anders machen.
[UND:
-- es braucht gute Spielplätze
-- es braucht Robinsonspielplätze zum Basteln im Sommer
wie im Winter
-- es braucht therapeutische Bauernhöfe, um den Kontakt
zur Natur und zum Planeten herzustellen
-- es braucht eine ausgeglichene, gesunde Ernährung
-- 1 Walnuss pro Tag gleicht das Hirn aus und reduziert
Nervosität].