Handwerk in Motta di Livenza bei Treviso
1m 16.10.2024: Schärfen von Werkzeugmaschinenteilen+
Herstellung von Holzverarbeitungsmaschinen - Lehrlinge
halten nicht durch:
Familienbetrieb findet keine Mitarbeiter, 1.500 Euro zu
wenig? “Mein Vater ist gezwungen, mit 76 wieder zu
arbeiten”
https://www.suedtirolnews.it/italien/mein-vater-ist-gezwungen-mit-76-wieder-zu-arbeiten
Von: ka
Motta di Livenza – Dass es nicht an Betrieben und
Aufträgen, sondern an “Händen” fehlt, zeigt einmal mehr
das Beispiel des kleinen Familienunternehmens Affilatura
Mottense in Motta di Livenza bei Treviso, das auf die
Herstellung von Holzverarbeitungsmaschinen spezialisiert
ist. Da die Auftragslage gut ist, sucht die Affilatura
Mottense, die neben den Mitgliedern der Gründerfamilie nur
sechs Mitarbeiter zählt, händeringend nach neuen
Mitarbeitern. Trotz ansprechender Arbeitszeiten und eines
guten Anfangsgehalts findet sich jedoch niemand, der
länger als ein paar Wochen “durchhält”. Um keine Aufträge
zu verlieren, kehrte der Seniorchef, der bereits in den
Ruhestand getreten war, wieder in die Werkshalle zurück.
“Mein Vater ist gezwungen, mit 76 Jahren wieder zu
arbeiten”, so der Sohn, der heute die Affilatura Mottense
führt. “Meine Mutter ist auch wieder bei uns, sie kümmert
sich um Verwaltungsaufgaben”, fügt er hinzu.
Die Affilatura Mottense, die erst heuer den 50. Jahrestag
ihrer Gründung gefeiert hat, gehört zu den kleinen
Familienunternehmen, die das Rückgrat der Wirtschaft
Venetiens bilden. Der Betrieb, der auf das
Schärfen
beweglicher Teile von Werkzeugmaschinen sowie
auf die
Herstellung von Holzverarbeitungsmaschinen
spezialisiert ist, kann nicht über fehlende Aufträge
klagen. Was fehlt, sind jedoch genügend Mitarbeiter. Trotz
ansprechender Arbeitszeiten und eines guten Anfangsgehalts
findet sich niemand, der länger als ein paar Wochen
“durchhält”.
Affilatura Mottense di Motta di Livenza
ha da poco compiuto i 50 anni di attività:«Anche mia mamma
è di nuovo con noi, cura la parte amministrativa. Serve
più rete tra imprese e scuole»
Posted by Corriere del Veneto on
Sunday, October 13, 2024
Um keine wertvollen Aufträge zu verlieren, sah sich der
Seniorchef und Gründer des Familienbetriebs, der im fernen
Jahr 1948 geborene Primo Valeri, gezwungen, aus dem
verdienten Ruhestand wieder in die Werkshalle
zurückzukehren. Aus dem gleichen Grund musste auch seine
Frau Marinella ihren ruhigen Lebensabend an den Nagel
hängen. Sie übernimmt seit ihrer Rückkehr
Verwaltungsaufgaben.
“Da mein Vater wegen seines Alters nur noch die
Auslieferungen erledigen kann, suchen wir seit anderthalb
Jahren einen Mitarbeiter für die Produktion. Aber wir
können niemanden finden. Die Berufsschulen erklären uns,
dass die meisten ihrer Abgänger schon vergeben sind. Bei
uns haben fünf neue Mitarbeiter angefangen, aber keiner
von ihnen hat es geschafft, länger zu bleiben. Es gibt
Leute, die einfach nicht für das Schleifen und Schärfen
geschaffen sind, jedoch auch solche, die frei heraus ‘Das
ist nichts für mich’ sagen und das Handtuch werfen”,
berichtet der Juniorchef Marco Valeri.
Affilatura Mottense
“Es handelt sich nicht um einen besonders anspruchsvollen
Beruf. Es geht vielmehr darum, dass man ein bisschen
Engagement mitbringt und die Angst vor Fehlern, die ich
bei mehreren jungen Leuten beobachtet habe, ablegt.
Praktisch fangen alle bei null an. Nachdem sie mit den
manuellen Tätigkeiten Sicherheit gewonnen haben, beginnen
sie mit den CNC-Maschinen zu arbeiten”, beschreibt der
Juniorchef die Arbeit in der Werkshalle.
In anderen Familienbetrieben sind es oft die
Lohnbedingungen und die Arbeitszeiten, die selbst die
Bereitwilligsten abschrecken, aber bei Affilatura Mottense
scheint dies nicht der Fall zu sein. “Wir arbeiten an den
Werktagen von 8.00 bis 12.00 und von 13.30 bis 17.30 Uhr,
am Samstag, am Sonntag und an allen Feiertagen sind wir
geschlossen. Wenn wir dringende Aufträge zu erfüllen
haben, bitte ich meine Mitarbeiter, am Samstagvormittag
zur Arbeit zu kommen. Was das Gehalt betrifft, so hat der
letzte Mitarbeiter, der uns verlassen hat, 1.500 Euro im
Monat verdient”, so Marco Valeri.
Lo segnala l'imprenditore Marco Valeri,
titolare dell'Affilatura Mottense: "Il lavoro ci sarebbe,
ma non troviamo chi vuole crescere imparando il mestiere"
Posted by Oggi Treviso on Sunday,
September 29, 2024
Die Suche nach genügend Personal bereitet Kleinbetrieben
wie Affilatura Mottense ständig Sorgen. Dabei stehen die
jungen Leute, die aus den Berufsschulen kommen, besonders
hoch im Kurs. “Die Berufsschulen bieten eine wertvolle
Ausbildung, aber der richtige Beruf wird in den Betrieben
erlernt. Deshalb glaube ich, dass sich Schulen und
Unternehmen stärker vernetzen müssen”, meint der
Juniorchef.
Nicht wenige Betriebe behelfen sich mit ausländischen
Arbeitskräften. “Bei uns arbeitet bereits seit zehn Jahren
ein junger Albaner. Wenn es einen Klon von ihm gäbe, würde
ich alles tun, um ihn zu bekommen. Er hat über diesen
Beruf nichts gewusst. Ich habe ihm alle Grundkenntnisse
beigebracht, jetzt ist er für uns unverzichtbar”, freut
sich Marco Valeri über seinen wertvollen Mitarbeiter.
Trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds ist
die Auftragslage gut. “Würde ein echter Aufschwung kommen,
müsste ich mangels Arbeitskräfte wahrscheinlich auf einige
Aufträge verzichten”, schließt Marco Valeri. Italiens
Betrieben scheint es nicht an Arbeit, sondern an “Händen”
zu fehlen.
Geschichte von Barbier und Coiffeur am
9.7.2025: Er war auch mal Notfallarzt für Zähne, kleine
OPs, Aderlass usw. - die Flagge rot-weiss-blau
(Blut-Bandage-Vene) - und sie dreht sich:
Das Geheimnis der
rot-weiß-blauen Spirale - Warum dieses
Zeichen bis heute jede Barbiersäule ziert
https://www.suedtirolnews.it/unterhaltung/wer-haette-das-gedacht/das-geheimnis-der-rot-weiss-blauen-spirale
Von: atav - Der unscheinbare Blickfang mit Geschichte
Wer kennt ihn nicht: den rot-weiß-blauen Pfosten, der sich
unaufhörlich dreht und vor vielen Friseursalons steht.
Doch was heute wie ein nostalgisches Deko-Element wirkt,
war einst ein wichtiges Zeichen für medizinische
Hilfeleistungen. Der sogenannte Barber Pole ist mehr als
nur Tradition, er ist ein historisches Symbol, das eine
faszinierende Geschichte erzählt.
Wenn Barbiere Chirurgen waren
In der Zeit des Mittelalters beschränkte sich der Beruf
des Barbiers nicht nur auf Rasur und Haarschnitt. Barbiere
übernahmen medizinische Aufgaben: Sie zogen Zähne, führten
kleine Operationen durch und verabreichten die
berüchtigten “Aderlässe”. Da es damals kaum ausgebildete
Ärzte gab, galten Barbiere oft als einzige Hoffnung für
schnelle Behandlungen.
Die Bedeutung der Farben
Die Farbkombination am Barber Pole kommt nicht von
ungefähr:
Rot steht für das Blut, das bei den Eingriffen floss
Weiß symbolisiert die Bandagen und Verbände.
Blau, vor allem in den USA verbreitet, steht für die Venen
oder sollte amerikanische Barbershops von den europäischen
unterscheiden.
Die spiralförmige Darstellung geht zurück auf
blutbefleckte Tücher, die nach den Eingriffen ausgewrungen
und zur Schau gehängt wurden. Mit der Zeit entwickelte
sich daraus der ikonische Pfosten mit den gedrehten
Farben.
Warum sich der Pfosten dreht
Der rotierende Effekt des Barber Pole ist eine spätere
Ergänzung. Er soll Aufmerksamkeit erregen – und das
gelingt ihm bis heute. Der visuelle Trick der drehenden
Spirale zieht Blicke auf sich und wirkt beinahe
hypnotisch. Besonders in belebten Straßen wirkt der
drehende Pfosten wie ein Leuchtturm für jene, die einen
Haarschnitt oder eine Rasur suchen.
Vom blutigen Handwerk zur urbanen Ikone
Mit der Entwicklung der modernen Medizin verschwanden die
medizinischen Aufgaben aus dem Barbierberuf. Geblieben ist
jedoch der Pfosten als Symbol für Vertrauen,
Handwerkskunst und Tradition. Heute findet man ihn in
Metropolen wie New York, São Paulo oder London, wo er zum
festen Bestandteil des Stadtbilds gehört.
In vielen Städten gibt es sogar Paraden und
Veranstaltungen, bei denen historische Barbierkunst
zelebriert wird, mit dem Barber Pole als Ehrenzeichen.
Ein Symbol mit bleibender Wirkung
Auch wenn heute niemand mehr wegen einer Zahn-OP in den
Friseursalon geht, ist der Barber Pole ein lebendiges
Stück Geschichte. Wer das nächste Mal an einem drehenden
Pfosten vorbeigeht, weiß: Dahinter steckt viel mehr als
nur ein guter Haarschnitt.