1.7.2025: Trick für Wald und Garten:
Alte und tote Bäume teilweise stehenlassen - der
Hochstumpf für die Spechte, Pilze, Spinnen,
Insekten usw.
https://www.baysf.de/presse/forstbetrieb-fichtelberg-macht-hochstuempfe/
Fichtelberg (Bayern): Forstleute stehen vor gekapptem
Baumstumpf (Hochstumpf), mittlerweile voller
Pilzkonsolen und Spechtlöchern [1]
Förster Bernhard Kraus und Forstanwärterin Sophie Parton
an einem menschengemachten Hochstumpf, in dem der
Schwarzspecht Höhlen angelegt hat.
1. Juli 2025, Fichtelberg – Regelmäßig
bleiben bei Holzerntemaßnahmen im Staatswald
Baumstümpfe stehen, die in 4 bis 6 Meter
Höhe gekappt wurden. Bernhard Kraus, Förster
am Forstbetrieb Fichtelberg, erklärt die
Hintergründe.
[Es existieren in Bayern mehrere
Fichtelbergs - man weiss nicht, welches
gemeint ist (Link)].
Auf den ersten Blick wirken sie wie
vergessene Baumstümpfe aus einem
misslungenen Holzeinschlag: kahl, gebrochen,
seltsam entrückt. Doch wer genauer hinsieht
– oder besser: wer zuhört, beobachtet und
versteht, der erkennt: Hochstümpfe sind
lebendige Inseln inmitten des Waldes.
Stehendes Totholz, das in Wahrheit voller
Leben pulsiert.
Bernhard Kraus, Förster bei den Bayerischen
Staatsforsten und zuständig für das
Forstrevier Vordorf, steht inmitten eines
lichten Fichtenwaldes am Westhang der
Platte. Neben ihm ragt ein Hochstumpf in die
Höhe – der Rest eines Baumes, der in gut
vier Metern Höhe gekappt wurde. „Das sieht
erstmal ruppig aus“, sagt Kraus und klopft
auf die rissige Rinde, „aber für viele Arten
ist genau das ein Zuhause, ein Lebensraum,
der heute seltener wird.“
Gezielt geschaffen, um Vielfalt zu
bewahren
Was früher meist zufällig durch Sturm oder
Pilzbefall entstand, wird heute gezielt
gefördert: Hochstümpfe werden aktiv mit dem
Harvester erzeugt – als gezielte Maßnahme
des Waldnaturschutzes. Der Baum wird nicht
gefällt, sondern in drei bis fünf Metern
Höhe gekappt. Was bleibt, ist ein mächtiger
Stamm voller ökologischer Möglichkeiten.
„Schon nach einem Jahr sieht man, wie sich
die ersten Kleinstrukturen entwickeln“,
erklärt Sophie Parton, angehende Försterin
am Forstbetrieb Fichtelberg, während sie mit
dem Fernglas die Rinde eines Hochstumpfs
absucht. „Rindenstücke lösen sich, darunter
krabbeln Insekten, verstecken sich
Fledermäuse oder picken Spechte nach
Nahrung.“ Besonders die seltene
Mopsfledermaus profitiert von diesen
Strukturen – ebenso wie Buntspechte,
Hohltauben, Käuze, Gartenschläfer oder
Eichhörnchen, die Spalten im Stamm als
Nahrungsdepot nutzen.
Ein Mikrokosmos für die Zukunft
Je älter und zersetzter ein Hochstumpf ist,
desto mehr Leben beherbergt er. „Wir finden
hier Buntkäfer, die sich von Borkenkäfern
ernähren und damit sogar einen Beitrag zum
Waldschutz leisten“, so Kraus. „Und das
Beste: Es spielt kaum eine Rolle, ob der
Stumpf von einer Fichte oder einer Buche
stammt – entscheidend sind Anzahl,
Verteilung und Alter.“
Die Bayerischen Staatsforsten sehen in
Hochstümpfen ein wirkungsvolles Mittel, um
gezielt Lebensräume zu schaffen – besonders
in strukturarmen Waldbereichen. Das vom
Freistaat Bayern geförderte Programm „Der
Wald blüht auf“ unterstützt solche Maßnahmen
aktiv. „Mit jedem Hochstumpf schaffen wir
ein kleines Biotop, ein Trittstein für
Insekten, Vögel und Fledermäuse – und
letztlich für das große Ganze“, sagt Parton.
Ein stilles Versprechen inmitten
des Waldes
Hochstümpfe sind keine Reste – sie sind
Versprechen. Ein Zeichen dafür, dass auch
scheinbar totes Holz Leben schenken kann. So
entstehen auch beim Einsatz von großen
Maschinen Strukturen, die unserer Tier- und
Pflanzenwelt nutzen und ihnen neuen
Lebensraum bieten.
„Wenn man einmal gesehen hat, wie ein
Specht am morschen Stamm klopft, während
darunter eine Mopsfledermaus schläft und
darüber ein Eichhörnchen Bucheckern
versteckt“, sagt Kraus lächelnd, „dann weiß
man: So ein Hochstumpf im Wald ist
eigentlich ein Hochhaus voller Leben.“
Saarwellingen (D) am 25.7.2025: Totholz
liegenlassen und Hochstümpfe für Spechte schaffen
https://www.facebook.com/photo/?fbid=1212644447331675
🌳 HABITATBÄUME: LEBENSRAUM FÜR DIE ZUKUNFT IM
GEMEINDEWALD 🐦🍄
Die Gemeinde Saarwellingen geht konsequent voran beim
Klima- und Naturschutz! 💚 Bereits zum dritten Mal erhält
sie Fördermittel aus dem „Klima- und Transformationsfonds“
des Bundesumweltministeriums – und setzt diese gezielt für
eine klimaresiliente Waldbewirtschaftung ein.
🌳Eine Maßnahme: die Schaffung sogenannter Habitatbäume.
Beispielsweise in Schwarzenholz, entlang des Lohbachs,
wurden alte Buchen nicht gefällt, sondern in Hochstümpfe
umgewandelt – perfekte Rückzugsorte für Höhlenbrüter,
Insekten und andere Waldbewohner. Auch liegendes
Totholz bleibt bewusst im Wald und fördert die
Biodiversität. 🌿🪵
👉 Insgesamt 3.705 Habitatbäume wurden im Gemeindewald
kartiert und mit Habitat-Tafeln gekennzeichnet – weit mehr
als die gesetzlich geforderten 3.145!
🔨Besonderer Moment: Bürgermeister Dr. Horst Brünnet
brachte das letzte Schild höchstpersönlich an Baum Nummer
3.705 an – gemeinsam mit Revierleiter Nils Lesch und
Cosmin Truta von der Firma Kletter Spezial Wallachei, die
auch die Umsetzung vor Ort übernahm.
💬 Mit diesen Maßnahmen schützt Saarwellingen aktiv
Artenvielfalt und macht den Wald fit für die Zukunft – als
Lebensraum, Klimaschützer, Ort der Erholung und
nachhaltige Ressource. 🌲💪
30.11.2025: Totholz im Garten ist ein
Zuhause für 500 Tier- und Pflanzenarten
https://www.facebook.com/photo/?fbid=1164033885836607
30.11.2025: Totholz im Garten ist ein Zuhause für 500
Tier- und Pflanzenarten [2]
🌳✨ Im Totholz ist das meiste Leben!
Klingt paradox? Ist aber Natur pur!
Während wir denken: „Ach, das Stück Holz ist tot“, feiern
dort schon 500 Arten WG-Party – von Käfern über Wildbienen
bis zu Pilzen 🎉🐞🍄
Totholz ist für die Natur nämlich sowas wie:
Airbnb + Bioladen + Kindergarten + Seniorenresidenz in
einem.
Alles inklusive, keine Miete, top Lage!
Ob als Totholzhaufen, alter Stamm oder einfach ein Ast,
der liegen bleiben darf – für unzählige Tiere ist das der
lebenswerteste Hotspot im Garten.
Während bei uns WLAN das Wichtigste ist, zählt hier:
Moosdecken, Rindenhöhlen und kuschelige Mulm-Heizung 🔥🌿
Also: Nicht wegschaffen, liegen lassen!
Euer Garten dankt’s euch – und die Natur zieht ein. 🐝🪲🦎
#TotholzIstLeben