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Giraffe. Meldungen 01

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino
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1.4.2018: Giraffen vom Aussterben bedroht: Wilderei und Giraffenkrankheit in der Subsahara:
Die eleganten Riesen der Savanne werden ausgerottet! – Giraffes are facing ’silent extinction‘
https://netzfrauen.org/2018/04/01/giraffen-2/

<Giraffen gehören zu den größten Tierarten der Erde – trotzdem können sie sich nicht vor dem Aussterben schützen.

Die Zahl der Giraffen schwindet auf Grund von Lebensraumverlust und Wilderei in ihrer gesamten Verbreitung. Doch auch ihre Schwänze und andere Körperteile werden in Europa und anderen Teilen der Welt gehandelt. Hinzu kommt der Handel mit dem Buschfleisch. Die majestätischen Tiere ersticken in Drahtfallen oder werden von hinten mit Macheten zu Fall gebracht und geschlachtet. Ihr Fleisch wird auf Märkten verkauft, ein Handel, der sie ebenfalls aussterben lässt. Jetzt kommt noch eine mysteriöse Giraffen-Krankheit hinzu. Die mysteriöse Krankheit, die in Subsahara-Afrika weit verbreitet ist, verursacht gräuliche, krustige Läsionen an Giraffenhälsen und -beinen. Es ist nicht bekannt, welche umweltbedingten Faktoren dafür verantwortlich sind oder ob es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Krankheiten handelt, die die Haut der größten Säugetiere der Welt angreifen. Die Anzahl der lebenden Giraffen ist in den vergangenen 15 Jahren bereits um 40 % gesunken. 

Giraffen stehen vor der heimlichen Ausrottung

Giraffen stehen vor der heimlichen Ausrottung: Nur noch 90 000 Tiere durchstreifen die afrikanischen Ebenen, wesentlich weniger als im Fall des bedrohten afrikanischen Elefanten, warnte bereits 2016 eine Dokumentation der BBC, moderiert von Sir David Attenborough, der ein Team von Tierschützern begleitete, die eine Gruppe von 20 Tieren auf die andere Seite des Nil in Uganda umsiedelten in der Hoffnung, dass sie dort vor Ölschürfern sicher waren.

15 Jahre zuvor hatte es noch circa 150 000 wildlebende Giraffen gegeben, aber seitdem ist ihre Anzahl um 40 % gesunken durch Verlust des natürlichen Lebensraums und durch Wilderei.

„Diese sanften Riesen wurden vernachlässigt,“ sagte Sir David. „Dass afrikanische Elefanten bedroht sind und es von ihnen weniger als eine halbe Million gibt, ist bekannt. Aber was niemand wirklich begriffen hat, ist, dass es beträchtlich weniger Giraffen gibt. In sieben Ländern sind die Giraffen bereits ausgestorben. Sie werden wegen ihres Fleischs getötet und ihre Lebensräume werden zerstört. Die Zeit läuft uns davon.“

Trapped in a snare, a dead giraffe lies prostrate with its head removed. In certain parts of Africa the heads and bone marrow from the creatures are prized as a cure for Aids

In Tansania können die Köpfe von Giraffen und Knochen einen hohen Preis erzielen, da einige Leute glauben, dass ihr Knochenmark Aids heilen kann. Viele Giraffen werden für süßes und beliebtes Fleisch getötet.

Jeder denkt, dass sie überall sind. Aber die Zahlen fallen stark. Eine Welt ohne Giraffen wäre wirklich eine traurige. In sieben Ländern Afrikas sind sie schon ausgestorben.

Obwohl die Zahl der noch lebenden Giraffen ein Fünftel derer der afrikanischen Elefanten beträgt, wird die Notwendigkeit der Rettung immer noch als „von geringstem Interesse“ beurteilt.

Giraffenexperte Dr. Julian Fennessey, geschäftsführender Direktor der Stiftung zur Rettung der Giraffen: „Ich bin vollkommen erschüttert darüber, dass niemand einen Plan hat. Dieses ist ein Aussterben, das still und heimlich geschieht, und einige Populationen haben weniger als 400 Tiere. Dieses Tier ist gefährdeter als jeder Gorilla oder fast jedes andere große Säugetier der Welt.

Mysteriöse Giraffen-Krankheit

Die mysteriöse Hautkrankeit, die in Subsahara-Afrika weit verbreitet ist, verursacht gräuliche, krustige Läsionen an Giraffenhälsen und -beinen. Darüber berichtet nationalgeographic.com am 30. März 2018. Noch sei die Ursache für die blutigen Läsionen unbekannt. Auch weiß man nicht, ob diese Hautkrankheit ebenfalls  zum Rückgang der größten Säugetiere der Welt beiträgt. Aber die Wissenschaftler sind sich sicher, dass es eine weitere Bedrohung für die ohnehin schon gefährdeten Giraffen darstellen könnte.

Nachdem sie mehrere online-wissenschaftliche Datenbanken durchforstet hatten, fanden Arthur Muneza, Biologe und auf Giraffen spezialisiert, und seine Kollegen nur acht Quellen, die die Hautkrankheit in wilden Populationen aus den 1990er Jahren erwähnen. Das Team sandte Fragebögen an Forscher, Naturschützer und Tierärzte, die mit Giraffen arbeiteten, um mehr über diese Krankheit zu erfahren. Sie erhielten 63 Antworten, davon 48 aus Zoos. Von diesen hatten über 30 Prozent der Befragten Hauterkrankungen bei Giraffen in Gefangenschaft gesehen, und von diesen Fällen waren 70 Prozent Giraffenhauterkrankungen. Bei wilden Giraffen hatten Wissenschaftler die Krankheit in sieben Ländern südlich der Sahara entdeckt.

Zum Beispiel, während keine Fälle der Krankheit in drei Nationalparks oder Naturschutzgebieten im Nordwesten Tansanias verzeichnet waren, berichtete der zentral gelegene Ruaha National Park, dass 79 Prozent ihrer Masai-Giraffen infiziert waren. Es ist nicht bekannt, ob die Inzidenz der Erkrankung in den letzten Jahren zugenommen hat.

Ausgerüstet mit diesen Daten arbeiten Muneza und sein Berater Robert Montgomery nun mit Zoos, Universitäten und afrikanischen Regierungen zusammen, um Proben von infizierten Giraffen zu sammeln und Ursachen und Auswirkungen der Krankheit zu ermitteln.

Die Läsionen könnten zum Beispiel die Giraffen weniger beweglich machen und diese wären somit einfache Beute für die Raubtiere, so Montgomery Notes. Zum Beispiel könnte die Untersuchung einer Population von Giraffen mit einem hohen Auftreten der Krankheit zeigen, dass die Population stark gelitten hat oder Opfer von Umweltveränderungen sei.

Eine der am stärksten bedrohten Populationen ist eine Gruppe von weniger als 1000 Rothschild-Giraffen, die im Murchinson Falls Nationalpark in Uganda lebt. Alle Tiere leben auf einer Seite des Nil, aber der Boden unter ihnen beherbergt über 75 % des entdeckten ugandischen Öls. Uganda hat grünes Licht für die Ausbeute der Ölressourcen erteilt und hofft so auf einen Geldsegen für die klamme Staatskasse. Beteiligt sind europäische Ölkonzerne, die den Kampf gegen die chinesischen Ölkonzerne gewonnen haben. Siehe: Traurig! Wir haben den Kampf verloren! Öl gegen Gorillas – Oil versus gorillas

Sir David Attenborough: Giraffen stehen vor der heimlichen Ausrottung – Sir David Attenborough: giraffes are facing ’silent extinction‘


Julian Fennessy:  „Während Giraffen auf Safaris, in Zoos und in den Medien relativ häufig zu sehen sind, ist den meisten Menschen nicht bewusst, dass diese majestätischen Tiere von einer stillen Ausrottung bedroht sind“.

Netzfrau Doro Schreier>



6.11.2025: GEWUSST? GIRAFFEN hören die Alarmrufe von Vögeln - der Rotschnabel-Madenhacker - und lernen sie genau - so wissen sie früh, wenn Feinde kommen:
Giraffen nutzen Vögel als „Alarmanlage“

https://science.orf.at/stories/3232790/

Giraffen müssen ihre Umgebung ständig im Blick behalten, um Feinde wie etwa Löwen rechtzeitig zu bemerken. Dabei hilft ihnen eine in Afrika weit verbreitete Vogelart. Laut Studiendaten aus Österreich lernen Giraffen, die Alarmrufe der kleinen Vögel zu deuten.

Die Giraffen in Südafrika leben in einer symbiotischen Beziehung mit dem Rotschnabel-Madenhacker. Die kleinen Singvögel sind bekannt dafür, dass sie sich gerne auf den Rücken größerer Tiere setzen. „Dort ernähren sie sich von den Parasiten, zum Beispiel den Zecken der Giraffen. Und im Gegenzug werden diese Krankheitserreger eben von den Vögeln entfernt“, erklärt der Biologe Anton Baotic von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Gespräch mit ORF Wissen.

Sowohl die Giraffen als auch die Vögel profitieren also voneinander. Baotic wollte nun aber klären, ob ihre Zusammenarbeit noch darüber hinausgeht. In der südafrikanischen Savanne fiel ihm auf, dass einige Giraffen erst dann auf den Forscher aufmerksam wurden, wenn die Vögel auf ihrem Rücken Alarm schlugen. „Da wollte ich dann einfach wissen: Verstehen die Giraffen die Warnrufe der Vögel tatsächlich als solche?“

Giraffen hören auf Vogelpartner

Um das zu klären, führte Baotic sogenannte „Playback Experimente“ durch. In mehreren Reservaten mit Giraffen wartete er, bis die Tiere entspannt und unachtsam waren, weil sie zum Beispiel gerade fraßen, und spielte ihnen dann aufgenommene Warnrufe der Rotschnabel-Madenhacker vor.

ÖAW, Baotic
Giraffen und Rotschnabel-Madenhacker haben eine symbiotische Beziehung

Das Ergebnis, das der Biologe gemeinsam mit der Bioakustikerin Georgine Szipl vor Kurzem auch in einer Studie im Fachjournal „BMC Biology“ präsentierte, war laut Baotic eindeutig. „Sobald die Warnrufe abgespielt wurden, haben die Giraffen aufgehört zu fressen, haben ihren Kopf gehoben und versucht, den Warnruf zu lokalisieren und zu verstehen, aus welcher Richtung er kommt.“ In dieser Warnhaltung blieben die Giraffen so lange, bis sie sich wieder sicher fühlten.

Auch Giraffen lernen dazu

So gut wie alle Giraffen reagierten auf die Alarmrufe der Vögel, wie achtsam sie dadurch wurden, hing aber scheinbar auch von ihren bisherigen Erfahrungen mit Raubtieren ab. Die Studie wurde in Reservaten mit Löwen, aber auch in solchen ohne durchgeführt. „Die Giraffen, die in den Reservaten mit Löwen leben, haben wesentlich intensiver reagiert“, so Baotic. „Sie verharren länger in einer aufmerksamen Haltung.“

Giraffen, die in der Nähe zu Raubtieren leben, müssen scheinbar erst lernen, die Warnsignale der Vögel entsprechend zu deuten.

Erfahrung verstärkt Verhalten

Diesen Lerneffekt konnten Baotic und Szipl auch in einer weiteren Studie im Fachjournal „Frontiers in Ecology and Evolution“ aufzeigen. Anstatt der Vogelwarnrufe wurde den Giraffen in Südafrika dabei Löwengebrüll vorgespielt.

Alle Giraffen zeigten eine sofortige Reaktion auf die Raubtierlaute – selbst jene, die in löwenfreien Gebieten lebten. Aber auch in diesem Experiment zeigte sich: Giraffen, die regelmäßig mit Löwen konfrontiert waren, blieben deutlich länger wachsam. „Das unterstreicht, dass Giraffen nicht nur über eine angeborene Sensibilität für gefährlich klingende Laute verfügen, sondern dass Erfahrung ihr Verhalten zusätzlich verstärkt“, erklärt Baotic.

Zum Schutz der Giraffen

Die Erkenntnis, dass auch Giraffen erst lernen müssen, richtig auf Raubtiere in der Umgebung zu reagieren und die Warnrufe ihrer Vogelpartner zu deuten, sei auch in Sachen Naturschutz wichtig. Denn wenn Raubtiere aus einem Ökosystem verschwinden, verlieren die Giraffen die Fähigkeit, Gefahr zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. „Wir sprechen von einer sogenannten ökologischen Amnesie, die diesen Verlust der Verhaltenskompetenz erklärt“, so Baotic.

Das zu bedenken, sei in den Reservaten aber durchaus wichtig. „Es kommt dort oft vor, dass Giraffen von einem Reservat ins nächste gebracht werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass die Tiere vielleicht gewisse Erfahrungen mit Löwen hatten oder eben nicht“, erklärt der Biologe. Giraffen, die nie mit Löwen konfrontiert waren, sind weniger wachsam, da sie nicht gelernt haben, die Warnrufe der Rotschnabel-Madenhacker mit Gefahr in Verbindung zu bringen. „Und da kann ich mir vorstellen, dass die Studien dabei helfen, Naturschutzmaßnahmen zu setzen.“

Artenübergreifende Kommunikation

Baotic geht auch davon aus, dass es eine derartige artenübergreifende Kommunikation nicht nur zwischen den südafrikanischen Giraffen und den Rotschnabel-Madenhackern gibt, sondern auch noch zwischen vielen anderen Tierarten, die regelmäßig in einem Ökosystem miteinander zu tun haben.

Giraffen erkennen Warnrufe von Vögeln

„Tiere sind intelligenter als wir glauben. Jede Art hat zwar ihre eigenen Kommunikationsarten und -frequenzen, sie können aber durchaus auch die Laute anderer Arten wahrnehmen und zum Teil eben auch richtig interpretieren. Das ist also alles sehr vielschichtig und komplex und wir beginnen in der Wissenschaft gerade erst, diese Zusammenhänge genauer zu verstehen“, sagt der Biologe Anton Baotic.

Dieser Beitrag begleitet die Sendungen „Guten Morgen mit Ö1“ und „Wissen Aktuell“, Ö1, 6. November 2025.












 

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