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Ameisen Meldungen 01


Meldungen

präsentiert von Michael Palomino (ab 2008)

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9.7.2025: Tapinoma-Ameise breitet sich im Kanton Basel-Land aus:
Baselland: Invasive Ameise breitet sich aus!
https://www.nau.ch/news/schweiz/baselland-invasive-ameise-breitet-sich-aus-67016259

Ines Biedenkapp - Muttenz - Die invasive Tapinoma-Ameise sorgt in Böckten und Muttenz für Aufruhr. Mit Heisswasser und Insektiziden will man sich einer Ausbreitung entgegenstemmen.

    Die invasive mediterrane Tapinoma-Ameise breitet sich im Kanton Baselland aus.
    Es gibt zwei bestätigte Befallsherde in Böckten und Muttenz.
    Nun wird nach Methoden gesucht, wie man die Störenfriede wieder loswird.

Seit zwei Jahren gibt es auffällig viele Ameisen vor dem Haus einer Anwohnerin in Böckten BL. Dies erzählt die ältere Frau «Baseljetzt».

Bei den kleinen Tieren um ihr Haus handelt es sich um die mediterrane Tapinoma-Ameise. Sie können mit unterirdischen Tunnelsystemen etwa Stromkästen und Trottoirs beschädigen. «Ich habe Albträume», sagt die Frau dem Portal.
Tapinoma-Ameise
Die Tapinoma-Ameise lebt in riesigen Kolonien. (Symbolbild) - keystone

In Deutschland und im Kanton Zürich wurden bereits grossflächige Befallsherde entdeckt. Im Kanton Baselland sind nun zwei Befallsstellen bekannt: eine in Böckten, die andere in Muttenz.
Suche nach nachhaltigen Methoden

Gabriel Stebler, Leiter Ressort Störfallvorsorge und Chemikalien beim Kanton Baselland, hat noch wenig Erfahrung mit der Bekämpfung der Tapinoma-Ameise.
Wasserstrahl zur Bekämpfung
Heisses Wasser hat sich als gute Methode erwiesen, die riesigen Nester der Tapinoma-Ameise zu verkleinern. (Symbolbild) - keystone

In Deutschland etwa reinigt man die Nester mit heissem Wasser. Bei dieser Methode werden keine schädlichen Gifte eingesetzt.

In Böckten setzt Gemeindearbeiter Michael Armbruster die Methode mit Unterstützung einer externen Firma um. Dabei zeigt sich: Die Kolonie erstreckt sich über mehrere hundert Meter entlang der Strasse.

Komplett ausrotten lässt sich das Problem jedoch mit heissem Wasser wohl nicht, sagt Stebler zu «Baseljetzt».
Kombination von Heisswasser und Insektizid wahrscheinlich

Die Baselbieter Behörden bleiben daher verhalten optimistisch. Die Beispiele aus Deutschland zeigten zumindest, dass man die Population zumindest merklich reduzieren konnte.
Heimische Ameise
Die mediterrane Tapinoma-Ameise verdrängt die hier gezeigte heimische Ameise. (Symbolbild) - keystone

«Wahrscheinlich wird es auf eine kombinierte Methode mit dem punktuellen Einsatz von Insektiziden hinauslaufen», erklärt Stebler.
Bedrohung für die Artenvielfalt

Ein Gemeindevertreter aus Muttenz beobachtet das Vorgehen, um möglicherweise ähnliche Massnahmen zu ergreifen.
Findest du Insekten faszinierend?

Die Tapinoma-Ameisen sind zwar für den Menschen harmlos, sie bedrohen jedoch das einheimische Ökosystem. Aufgrund ihres räuberischen Verhaltens verdrängen sie nämlich die heimischen Ameisenarten.




Afrikanische Campanotus-Ameise am 28.10.2025:
Ameisen produzieren Antibiotika - desinfizieren Wunden - operieren Artgenossen - verletzte Beine werden amputiert - und die Ameise läuft mit 5 Beinen weiter:
Ameisen: Amputation als Vorsorge

https://science.orf.at/stories/3232612/

Ameisen haben in medizinischer Hinsicht einiges zu bieten, sie produzieren Antibiotika, desinfizieren Wunden und operieren sogar Artgenossen: Verletzte Beine werden automatisch amputiert – als Prophylaxe gegen Infektionen.

Medizinische Arbeitsgeräte haben Ameisen natürlich keine – brauchen sie auch nicht. Denn ihre Kiefer sind Multifunktionswerkzeuge. Schere, Waffe und nicht zuletzt Skalpell, wie jetzt der deutsche Biologe Erik Frank in einer Studie nachweist. Er hat bei afrikanischen Campanotus-Ameisen beobachtet, dass diese mit ihren Kieferscheren auch Operationen vornehmen, genauer: Beine amputieren, die sie „an der Schulter praktisch abbeißen.“ (siehe Video)

Ähnliche Beobachtungen hatte das Team von der Uni Würzburg bereits letztes Jahr gemacht. Nun haben die Forscher und Forscherinnen die Hintergründe des Verhaltens geklärt. Durch die Amputationen werden Infektionen vermieden, bevor sie sich im Körper ausbreiten können, sagt Frank gegenüber ORF Wissen. „Es wird immer sofort das Bein amputiert. Prophylaktisch. Um auf Nummer Sicher zu gehen, falls die Wunde infiziert war. Damit die Ameise nicht stirbt.“

Wie läuft man mit fünf Beinen?

Safety first im Ameisenstaat. Nach ein paar Minuten ist das Bein ab. Dahinter steckt auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Zwar bestehen Ameisenkolonien aus vielen Tausend, manchmal sogar aus Millionen Individuen – bei der nun untersuchten Art, Camponotus maculatus, tragen allerdings zehn bis zwanzig Prozent der Arbeiterinnen Verletzungen am Körper. Es macht also für den Insektenstaat einen großen energetischen Unterschied, ob man die Verletzten rettet oder nicht.

Operation: Ameise beißt Artgenossin das Bein ab
Bart Zijlstra, UNIL

Operation: Die verletzten Ameisen kooperieren „bereitwillig“, sagt Erik Frank.

Aus Sicht der Ameise stellt sich die Frage: Wie kann die eigentlich noch laufen, wenn ein Bein fehlt? Wenn eines der sechs verloren gehe, so Frank, könne das die Ameise noch sehr gut kompensieren. In den ersten 24 Stunden nach einer Amputation bewege sich die Ameise „ungefähr 30, 40 Prozent langsamer, weil sie noch lernt, wie sie mit fünf Beinen laufen kann. Aber nach einem Tag läuft die verletzte Ameise praktisch schon genauso schnell wie eine gesunde.“

Dem Menschen nicht unähnlich

Medizinisch wirken die Amputationen durchdacht, obwohl Ameisen mit größter Wahrscheinlichkeit ihr Verhalten nicht reflektieren. Intelligentes Verhalten lässt sich offenbar auch mit winzigen Gehirnen bewerkstelligen. „Ameisen überraschen uns mit ihrem Verhalten immer wieder“, sagt Frank, der die Akutversorgung im Ameisenstaat schon seit Jahren untersucht. Ähnliche Verhaltensweisen gebe es – trotz der Unterschiede im Gehirnvolumen – auch bei uns Menschen.

ORF SoundLogo von oe1 28.10.2025, 12.49 Uhr
Insektenstaat: Ameisen amputieren Beine

„Ich nehme immer gerne dieses Beispiel: Wenn ich mich am Finger schneide, werde ich automatisch den Finger in den Mund nehmen und meinen Speichel auftragen. Da denke ich nicht daran, dass sich im Speichel antimikrobielle Proteine befinden, die Krankheitserreger bekämpfen und gegen Infektionen wirken. Ich tue es einfach.“ Ein rein instinktives Verhalten, das im Laufe der Evolution entstanden sei – genauso wie das der Ameisen.

Robert Czepel, ORF Wissen

Der Beitrag begleitet die Sendung „Ö1-Mittagsjournal“, 28. Oktober 2025.




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