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Leitfaden für eine wohnliche Stadt

5.2. Empfehlenswerte Massnahmen für den öffentlichen Verkehr ÖV

Niederflurtram in Strassburg / Strasbourg, mit
                    Warteinsel für Behinderte
Niederflurtram in Strassburg / Strasbourg, mit Warteinsel für Behinderte

von Michael Palomino (2003 / 2005 / 2011)


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Abschrankungen der Eisenbahntrasse, die nicht rosten
Bahnhofshalle mit Licht durchflutet
Blumenkübel grenzen ebenerdige Traminselseite ab

Farben von Zug/Tram/Bus nicht knallig, innen marmoriert
Fussgängerbereiche: dunkle und helle Platten mit Rinnenabgrenzung
Fussgängerzone mit Trams ohne Trottoirs
Grossmuster in repräsentativen Bahnhöfen, Stationen

Haltestelle: Businsel 2,8 m breit
Haltestellen: Markierung der Trottoirkante schachbrettartig für Sehbehinderte und Blinde
Lärmschutzwände bei Eisenbahnstrecken in Siedlungen

Minibar mit vegetarischen, gesunden Esswaren
Minibar mit Veloglocke zur Ankündigung
Mosaike in repräsentativen Bahnhöfen
Pflastersteine: Tramtrasse in Granit-Grosspflaster, wenn die Tramtrasse nicht zur Strassenüberquerung genutzt wird
Pfosten im alten Stil grenzen Tramtrasse und Platzraum ab
Poller zum Abgrenzen der Busspur

Tramlinien, neue, mit rollstuhlfreundlichen Trams
Tramtrasse in Fussgängerzone ohne Trottoirs: siehe: Fussgängerzone mit Trams ohne Trottoirs
Tramtrasse in Rasenfläche
Tramtrasse in Strassenmitte ca. 5cm angehoben, Betonplatten, Bordstein abgerundet als "Rundbord" , fussgängerdurchlässig  
Tramübergang / Strassenbahnübergang - Tramübergänge / Strassenbahnübergänge
Tramverkehr / Strassenbahnverkehr und Geschwindigkeit

Abschrankungen der Eisenbahntrasse, die nicht rosten und somit nie rostrot  bis dunkelbraun hässlich anlaufen, und die somit immer einen gepflegten Eindruck machen (Italien) EMPFEHLENSWERT
Abschrankungen der
                    Eisenbahntrasse, die nicht rosten, aus Gussbeton,
                    Italien
Abschrankungen der Eisenbahntrasse, die nicht rosten, aus Gussbeton, Italien.
Bahnhofshalle mit Licht durchflutet, gibt Atmosphäre, macht den Zugverkehr attraktiv, gibt Heimatgefühl (Bahnhof SBB, Basel, Hauptbahnhof Mailand, Hauptbahnhof Zürich, Hauptbahnhof Nizza, dem Autor bekannt) EMPFEHLENSWERT
Blumenkübel grenzen ebenerdige Traminselseite ab (Linkenheim) F6, S.2 EMPFEHLENSWERT, wenn kein Hindernis für die Trampassagiere entsteht
Farben von Zug/Tram/Bus nicht knallig, innen marmoriert, wirkt architektonisch ansprechend, erinnert an Hausbau, an wichtige Bauten, gibt dem Passagier das Gefühl, etwas "wert" zu sein (z.B. CISALPINO zwischen Zürich und Mailand) EMPFEHLENSWERT
Fussgängerbereich: dunkle und helle Platten mit Rinnenabgrenzung: Busspur in dunklen Platten, Rinnen in Grosspflaster, Fussgängerbereich in hellen Platten; die Busspur wird in beiden Richtungen benutzt, Sichtkontakt, bei Stosszeiten Funkabsprache (Hanau) F9, S.1 Mangel:
-- Rinnen in Grosspflaster verleiten zum Stolpern, müsste Kleinpflaster sein
-- halb so viele Querstreifen sind zur Gliederung und zum Abbremsen der  fäG auch genug
BEDINGT EMPFEHLENSWERT
Fussgängerbereich: dunkle
                    und helle Platten mit Rinnenabgrenzung zur Busspur,
                    Hanau
Fussgängerbereich: dunkle und helle Platten mit Rinnenabgrenzung zur Busspur, Hanau.
Fussgängerzone mit Trams ohne Trottoirs ("weiche Trennung")
nur farblich und mit verschiedenen Pflasterarten abgesetzt, "funktioniert ohne Probleme" (Augsburg) F5, S.2; (Strassburg) F11, S.3; ist nur dann EMPFEHLENSWERT, wenn Fussgängerbereiche mit Platten verlegt sind (für RullstuhlfahrerInnen, Gehbehinderte, Kinder, fäG), und wenn die Rinnen in kontrastreichem Pflaster oder in niedrigen Kanten gelegt sind (für Blinde und Sehbehinderte).

Fussgängerzone mit Trams ohne Trottoirs: Fussgängerbereich in Platten, Abgrenzung mit langer Entwässerungsrinne 10cm breit, Tramtrasse in Grosspflaster (Strassburg) F11, S.3, ist für Blinde und Sehbehinderte gut erkennbare Abgrenzung. Mangel: Die Tramtrasse, in Grosspflaster behindert RollstuhlfahrerInnen, Gehbehinderte, Kinderwagen, Kinderfahrgeräte etc. in hohem Masse:  bedingt EMPFEHLENSWERT
Fussgängerzone mit Trams
                    ohne Trottoirs: Platten, Rinne, Grosspflaster in
                    weicher Trennung. Beispiel: Strassburg
Fussgängerzone mit Trams ohne Trottoirs: Platten, Rinne, Grosspflaster in weicher Trennung. Beispiel: Strassburg.
Grossmuster in Bahnhöfen und Stationen in rutschfesten Platten zur charakteristischen Bodengestaltung, steigert die Attraktivität des ÖV  (z.B. Hauptbahnhof Mailand, Hauptbahnhof Zürich) EMPFEHLENSWERT
Haltestelle: Businsel 2,8 m breit (Aachen) F2, S.2,3 EMPFEHLENSWERT

Haltestelle: überdacht, mit Oberlicht, so dass die Haltestelle am Tag immer hell und freundlich wirkt (Tramstation Riehen Dorf, Riehen, dem Autor bekannt) EMPFEHLENSWERT
Haltestelle,
                    Tramhaltestelle: überdacht mit Oberlich. Beispiel:
                    Riehen
Haltestelle, Tramhaltestelle: überdacht mit Oberlich. Beispiel:  Riehen.
Wieso kann das nicht Standard werden auf der Welt?
Haltestellen: Markierung der Trottoirkante  schachbrettartig schwarz-weiss  (Potsdam) H3, S.3 EMPFEHLENSWERT, ist auch für Sehbehinderte eine grosse Hilfe, schachbrettartig, helle Linie  (Auskunft des SBV, Mai 2003) oder heller Stein (Schmidt/Manser: Richtlinien 2003)
Haltestelle,
                    Tramhaltestelle: Markierung der Trottoirkante,
                    schachbrettartig schwarz-weiss, als Gefahrenzone.
                    Beispiel: Potsdam
Haltestelle, Tramhaltestelle: Markierung der Trottoirkante, schachbrettartig schwarz-weiss, als Gefahrenzone. Beispiel: Potsdam.
Lärmschutzwände bei Eisenbahnstrecken in Siedlungen und zur Eindämmung der Verstäubung innerhalb der Siedlungen EMPFEHLENSWERT
Minibar
Minibar mit vegetarischen, gesunden, vitaminreiche Esswaren (Idee Palomino) EMPFEHLENSWERT

Minibar mit Veloglocke zur Ankündigung (italienische Staatsbahn) EMPFEHLENSWERT
Mosaike in repräsentativen Bahnhöfen mit Motiven der Stadt (z.B. Hauptbahnhof Mailand) bedingt EMPFEHLENSWERT, denn bei Reparaturen sind die Farben der neu eingesetzten Steine nicht dieselben wie die Farben der zuerst gesetzten Steine.

Mosaik im Hauptbahnhof Mailand 01,
                              Doppeladler fliegend
vergrössernMosaik im Hauptbahnhof Mailand 01, Doppeladler fliegend
Mosaik im Hauptbahnhof Mailand 02,
                              Doppeladler stehend SPQR
vergrössernMosaik im Hauptbahnhof Mailand 02, Doppeladler stehend SPQR
Mosaik im Hauptbahnhof Mailand 03,
                              Wappen FERT
vergrössernMosaik im Hauptbahnhof Mailand 03, Wappen FERT
Mosaik im Hauptbahnhof Mailand 04,
                              schwarz-weisse Platten
vergrössernMosaik im Hauptbahnhof Mailand 04, schwarz-weisse Platten

Mosaik im Hauptbahnhof Mailand 05,
                                schwarz-weisse Platten mit Einrahmung
vergrössernMosaik im Hauptbahnhof Mailand 05, schwarz-weisse Platten mit Einrahmung

Pflastersteine: Tramtrasse in Granit-Grosspflaster  (G2,S.3) nur dann EMPFEHLENSWERT, wenn die Tramtrasse nicht zur Strassenüberquerung genutzt wird
Pfosten im alten Stil grenzen Tramtrasse und Platzraum ab (Strassburg) F11, S.3 EMPFEHLENSWERT nur dann, wenn die Verkehrsräume auch mit Belagswegsel oder niedriger Kante verbunden sind, so dass sie mit Blindenstock ertastbar sind
Poller zum Abgrenzen der Busspur F2, S.1 EMPFEHLENSWERT
Tramlinien, neue
mit rollstuhlfreundlichen Trams, mit rollstuhlfreundlichen Tramstationen und rollstuhlfreundlicher Stadtgestaltung, erhöhen die Lebensqualität durch Lärmminderung und Kapazitätserweiterung der Transportmöglichkeiten (z.B. Neubau von Tramlinien in Freiburg i.Br., Strassburg, Mulhouse) EMPFEHLENSWERT

Neue Tramlinien / Strassenbahnlinien (Stand 2015)
Sogar die Stadt Bordeaux hat ein neues Tramsystem gebaut. Basel hat eine Tramlinie nach Weil am Rhein gebaut. In Spanien wurden neue Strassenbahnen gebaut. In Ecuador in Cuenca wurden Strassenbahnen gebaut. In der Region Zürich wurde die Glattalbahn gebaut, die leider 2010-2014 viel zu schnell unterwegs war und eine zum Teil tödliche Unfallserie verursacht hat.
Tramtrasse in Fussgängerzone ohne Trottoirs ("weiche Trennung")
nur farblich und mit verschiedenen Pflasterarten abgesetzt, "funktioniert ohne Probleme" (Augsburg) F5, S.2; (Strassburg) F11, S.3; ist nur dann EMPFEHLENSWERT, wenn Fussgängerbereiche mit Platten verlegt sind (für RullstuhlfahrerInnen, Gehbehinderte, Kinder, fäG), und wenn die Rinnen in kontrastreichem Pflaster oder in niedrigen Kanten gelegt sind (für Blinde und Sehbehinderte).
Tramtrasse in Rasenfläche
lockert das Stadtbild auf und dient der Stadtluft; ist überall dort möglich, wo die Trasse ansonsten nicht benötigt wird (Basel, dem Autor bekannt) EMPFEHLENSWERT

Der Rasen im Tramtrasse wird noch viel zu wenig angewandt.

Rasen immer kurz zu schneiden ist bei Tram-Rasenflächen nicht unbedingt notwendig. Man kann den Rasen auch mal als Blumenwiese 1 Monat stehen lassen und Trams durch die 10-15cm hohe Wiese fahren lassen. Höhere Wiesen sind aber nicht empfehlenswert, weil sich dann Tiere in der Wiese verstecken, so dass die Wiese unberechenbar wird.

Zusatz Juli 2015
Leises Tram und Rasenflächen sind eine gefährliche Kombination
Wenn das Tram / die Strassenbahn ein Modell ist, das sehr leise fährt (wie das Cobra-Tram in Zürich), bewirkt die Rasenfläche, dass das Tram / die Strassenbahn praktisch unhörbar wird, was wiederum sehr nachteilig für die Verkehrssicherheit ist. Zu leise Trams / Strassenbahnen sollten somit vermieden werden, bzw. im Falle von sehr leisen Trams / Strassenbahnen sind Rasenflächen negativ zu werten. In diesem Fall: NICHT EMPFEHLENSWERT
Tramtrasse in Rasenfläche.
                    Beispiel: Basel
Tramtrasse in Rasenfläche. Beispiel:  Basel.
Tramtrasse in Strassenmitte
Eine Tramtrasse ca. 5cm angehoben, mit abgerundeten Bordsteinen ("Rundbord") und aus Betonplatten bestehend F8, S.2, wird auch von FussgängerInnen als Übergang benutzt [wenn der Tramverkehr nicht übermässig ist] (Dessau) F8, S.3 und ist dann auch rollstuhlgängig  EMPFEHLENSWERT.

Besser wären nur ca. 3 cm Höhe.

Der Mangel ergibt sich dann an den Strassenseiten, wenn Bürgersteige / Trottoirs nicht abgesenkt sind, so dass RollstuhlfahrerInnen die Strasse dann wegen der hohen Bürgersteigkanten / Trottoirkanten nicht überqueren können.
Tramübergang / Strassenbahnübergang - Tramübergänge / Strassenbahnübergänge
Zusatz von 2015

Bahnschranken: Jeder Aufwand für Signalanlagen, Warnlicht, Warnton mit Bahnschranken lohnt sich, wenn man die schlimmen Personenschäden bedenkt, die ohne Bahnschranken entstehen können. Dies gilt auch für relativ kleine Übergänge, die nur den Veloverkehr und Fussgängerverkehr betreffen, weil in der Gesellschaft durch Handy, iPhone und Internet die Aufmerksamkeit und Konzentration immer mehr abnimmt, dafür aber der Grössenwahn immer mehr zunimmt. Die Menschen werden immer dümmer, dümmer als die Katzen.

Geschwindigkeit 25km/h: Kreuzungen bzw. Tramübergänge / Strassenbahnübergänge sollten nie mit mehr als 25km/h befahren werden. Auch bei Übergängen mit Schranken sollte nicht über 25km/h gefahren werden, weil immer "was passieren" kann. Also: Sogar mit Bahnschranken kann heutzutage immer "was passieren".

Kreuzungsfrei: Angesichts der manchmal hohen Kosten von Personenschäden nach Unfällen lohnt sich oft sogar der Bau von Unterführungen oder Brücken, um das Tram / die Strassenbahn möglichst kreuzungsfrei fahren zu lassen.

Michael Palomino, Poli-Historiker, 14.7.2015
Tramverkehr / Strassenbahnverkehr und Geschwindigkeiten
Zusatz von 2015

Meine Beobachtungen in der Region Basel und die Analyse über die Unfallserie der Glattalbahn zwischen Kloten und Dübendorf zeigen klar:

Grundsatz: Es gilt der Grundsatz: "Fahren Sie bitte langsam, ich möchte schnell ans Ziel."

5-10km/h: In Fussgängerzonen kann ein Tram / eine Strassenbahn maximal 10km/h fahren, oft aber nur 5km/h. Die Fussgänger sind verpflichtet, dem Tram / der Strassenbahn den Vortritt zu lassen. Lieferwagen dürfen die Geleise nicht verstellen etc.

Maximal 30km/h: Innerorts in mittleren bis dichten Siedlungsgebieten oder in Industriegebieten sollte ein Tram / eine Strassenbahn einen kurzen Bremsweg haben, weil es immer vorkommen kann, dass Leute oder Fahrzeuge auf den Schienen sind. Somit sollte ein Tram bzw. eine Strassenbahn innerorts in Siedlungsgebieten nie mehr als 30km/h fahren.

Maximal 25km/h: Kreuzungen bzw. Tramübergänge / Strassenbahnübergänge sollten nie mit mehr als 25km/h befahren werden und sollten bei mässigem bis hohen Verkehrsaufkommen IMMER mit Warnlichtern, Warnton und Schranken ausgestattet sein. Auch bei Übergängen mit Schranken sollte nicht über 25km/h gefahren werden, weil immer "was passieren" kann. Also: Sogar mit Bahnschranken kann heutzutage immer "was passieren".

Maximal 50km/h: 50km/h kann ein Tram / eine Strassenbahn nur in weitläufigen oder ausserhalb von Siedlungsgebieten, auf einer gesicherten, eigenen Trasse und in Tunneln fahren.

Nur ausnahmsweise 60km/h: 60km/h sollten nur ausnahmsweise erlaubt sein, um verlorene Zeit "aufzuholen", um Verspätungen zu vermeiden.

Die Planer: Die Planer von Fahrplänen sollten diese Geschwindigkeitsnormen berücksichtigen und Reservezeit einbauen, damit beim Einhalten des Fahrplans kein Stress für die Fahrzeugführer und die anderen Verkehrsteilnehmer entsteht.

Michael Palomino, Poli-Historiker, 14.7.2015





Bildernachweis

Niederflurtram Strassburg / Strasbourg: http://www.trampicturebook.de/tram/europ_sw/frankreich/strasbourg/


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