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Faktoren der Erziehung zwischen Eltern und Kind

Die Kunst des Gleichgewichts zwischen seelischer Geborgenheit und analytischer Pädagogik

Buchdeckel
                "Das unverstandene Kind" von Müller-Eckhard
von Michael Palomino (2007)

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aus: Hans Müller-Eckhard: Das unverstandene Kind; Klett-Verlag, Stuttgart 1953, 6. Auflage 1960


Inhalt
1. Allgemeine Angaben
2. Kinder zwischen Geburt und Zahnwechsel
3. Kinder zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife
4. Das Essen beim Kind
5. Krankheiten beim Kind
6. Das Gleichgewicht zwischen Gehorsam und Trotz finden lernen
7. Konstruktive und destruktive Schule
8. Kinder zwischen Geschlechtsreife und Erwachsenenleben
9. Die Sexualerziehung
10. Freizeiterziehung
11. Wenn Kinder Kinder haben
12. Scheidung und die Folgen für die Kinder
13. Schlussfolgerung


1. Allgemeine Angaben

Wahrheit bewahren

"Die Wahrheit ist nicht da, wo sie am lautesten und am klarsten vertreten wird, nicht da, wo sie am eindringlichsten ist, selbst nicht dort, wo sie als reine Weisheit erscheint, sondern wo? Die heilige Hildegard von Bingen hat es einmal gesagt:

'Wo die meiste Liebe ist,
da ist die Wahrheit.
Denn da ist Gott und sein Reich.' " (S.181)

Der Schlaf des Kindes

"Der Schlaf ist für das Kind von ganz besonderer Bedeutung [...]. Die Seele des Kindes, die ohnehin noch in ihrem Lebenselement und in ihrer Seelenheimat, der Christuswirklichkeit, zu Hause ist, vermag im Schlaf aus der göttlichen Welt himmlische Kräfte und Gnaden zu empfangen. Zu seiner gesunden und vollkommenen Seelenentfaltung ist das Kind auf den ständigen Empfang dieser Kräfte und Gnaden angewiesen, wenn nicht von Anfang an seine Seele verkümmern oder durch Entbeherungen verkrüppeln soll. [...] Seinen Freunden schenkt es der Herr im Schlafe!" (S.252)

"Täuschen wir uns nicht: Das Kind nimmt doch an allem Teil, seine Teilnahmefähigkeit (Participation) hört auch im Schlaf nicht auf, sie ist dauernd tätig." (S.252)

Kinder, die das Bett mit anderen Kindern oder mit Erwachsenen teilen müssen, haben auch am Tag ein Gefühl, eingeengt zu sein:

"Bei allen Kindern, die mit einem oder zwei (oft sogar erwachsenen) Menschen das Bett teilen müssen, ereignet es sich, dass das nächtliche Eingeengtsein, die Freiheitsbeschränkung und das Gefühl, bedrängt zu sein,  vom Unterbewusstsein festgehalten und zuletzt vom Wachbewusstsein übernommen werden. So wirkt sich nächtliches unbewusstes Erleben im Alltag aus. Man sieht es diesen Kindern an, dass sie ihrem Wesen nach 'eingeengt' und beeinträchtigt sind." (S.253)

Der Kinderschlaf ist von Engeln begleitet bzw. die Kinder haben noch die intuitive Vorstellung, dass der Schlaf im Gottesreich passiert, analog Matthäusevangelium: "Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehret es ihnen nicht, denn für solche ist das Gottesreich." (S.257)

Durch diese Vorstellung wird die Rangordnung in Gottes Reich umgedreht: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen [...] Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf." (S.258)

In jedem Kind kommt uns Christus entgegen:

"Es kann weder ein Zweifel daran bestehen, dass die Tränen irgendeines Kindes nicht gesehen und gezählt würden, noch daran, dass uns in jedem der Christus entgegenkommt." (S.258)

Phänomene am Kind ablesen

"Während der Erwachsene sich gut auszudrücken vermag - wenngleich auch bei ihm das Aufsuchen seiner Konflikte oft mühsam und schwierig ist - kann das Kind über seine inneren Nöte nichts aussagen. Wir sehen nur an seinen Symptomen, dass es Hilfe benötigt." (S.236)

[Viele Erwachsene haben inzwischen verlernt, sich auszudrücken, und man kann an ihnen auch nur an den Phänomenen am Körper ablesen, wo die psychischen Blockaden sind].

Erziehungsarbeit: Das Vorbild zählt

"Ausschlaggebend aber ist nicht das Tun der Mutter, sondern das, was sie ist und wer sie ist!" (S.256)

Die Erziehungsarbeit als geistige Geburtshilfe

"Ehe wir beginnen, die kindlichen Lebensalter zu betrachten, sei noch eine Bemerkung über die Notwendigkeit des Immer-wieder-Neu-Geborenwerdens und Immer-wieder-Neu-Entbundenwerdens erlaubt. Es gibt keine körperliche Geburt, keine körperliche Entbindung ohne Gefahr und ohne Schmerzen. Auch im Gebiet des Seelisch-Geistigen gibt es keinen Geburtsvorgang ohne Schmerzen und ohne Gefahren. So ist alles Wachsen und Reifen ein schmerzhafter Vorgang. Von hier aus gesehen ist Erziehungsarbeit eine ständige Geburtshilfe." (S.92)

"Die Ablösung einer Lebensphase durch die andere darf nicht künstlich beschleunigt und gesteigert werden. [...] Was das Quantum des Lernens schlechthin anbetrifft, ist zu sagen, dass der Mensch im ersten Lebensjahr mehr lernt als in seinem ganzen übrigen Leben." (S.93)

Die wertlose Psychologie der Akademiker

"Es entspricht dem besonderen Anliegen des Verfassers, darauf hinzuweisen, dass der Begriff des unverstandenen Kindes nicht erschöpft und nicht erschöpfbar ist durch psychologische Erklärungen oder durch ein Verstehen der kindlichen Schwierigkeiten in seinem Milieu oder durch Ähnliches, sondern erst dann voll und ganz, wenn dieses Unverstandensein vor allem geistig aufgefasst wird.

Jede Psychologie, auch die Tiefenpsychologie Freuds, ist für das Kind wertlos, ja zerstörend, wenn sie nicht eingebettet wird in die anthropologische Grundsituation des Kindes einerseits und in die der Welt, in die das Kind hineingeboren wurde, andererseits.

Wie armselig ist das Weltbild einer fundamentlosen Psychologie, wie seelenfern die angebliche und vorgetäuschte Seelennähe einer Psychotherapie (Seelenbehandlung), deren letzte Weisheit psychologische Urbestände und Elemente sind, die angeblich allen Menschen gemeinsam sein sollen und auf die sich schliesslich alles zurückführen lässt, sei es Kunst oder Beten oder Weinen. Jede so fundamentlose Psychologie aus dem Bereich jener "Nichts als...-Philosophie", die alles erklären kann, die diabolisch alles, auch das Erhabenste, auflöst, die zuletzt nicht mit dem Menschen als Ebenbild Gottes in Verbindung steht, sondern nur mit dem Gespenst und dem Schatten eines Menschen, mag eine noch so glorifizierte akademische Bedeutung haben, für den Menschen ist sie wertlos." (S.28)

"Das enge Blickfeld der Nur-Psychologie reicht gar nicht aus, das Kind in seiner geistigen Erscheinung zu schauen und ihm gerecht zu werden." (S.262)

"So erweist es sich gerade bei der Pädagogik, als der Wissenschaft, die sich mit dem Kinde befasst, dass sie letzten Endes zerstörend wirkt, wenn sie nicht mit ihren Methoden und Denkweisen auf den geistigen Gesetzen der göttlichen Offenbarung fusst, die vom Mysterium des Kindes als einem mit der Engelwelt verbundenen und selbst engelhaften Wesen weiss." (S.262)


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2. Kinder zwischen Geburt und Zahnwechsel

Gottes Werk und Reinkarnation

"Jede Geburt eines Kindes trägt in sich das immer neue Wunder der Inkarnation eines geistigen Wesens aus der göttlichen Welt." (S.28)

Der Partner Nr. 1 für die Kinder: Die Mutter

"Es ist ein nicht abzuleugnendes Gesetz: Entferne ein Kind nur wenige Wochen von seiner Mutter, vor allem in der wichtigen Zeit von der Geburt bis zum fünften Lebensjahr, - seine seelische Entfaltung bleibt sofort stehen, etwa so wie eine Uhr stehenbleibt! Die Nähe und Wärme selbst einer weniger vollkommenen Mutter ist immer noch heilsamer und besser als die Pflege des vollendetsten Kinderheims!" (S.149)

Die ersten zwei Lebensjahre sind sehr wichtig mit der Mutter - Mutters Seelenhülle

"Wir sagen sogar: Der Mensch sei eigentlich ein Jahr (vielleicht sogar zwei?) zu früh geboren. Was heisst das? Wir wollen damit sagen, dass er im Grunde genommen noch in den Mutterleib gehört, weil er ausserhalb der mütterlichen Leibeshülle fast noch nicht lebensfähig ist." (S.149)

"An die Stelle der Leibeshülle, die das Kind neun Monate lang nährend, beschützend und wärmend umgab, tritt nach der Geburt  die mütterliche Seelenhülle. Ihre Aufgaben unterscheiden sich von der der Leibeshülle in keiner Weise. Die Seelenhülle gibt dem Kind das Bewusstsein des unbekümmerten Sichüberlassenkönnens, die Gewissheit totaler Geborgenheit und das Gefühl der Seelenheiterkeit; sie schützt das Kind vor angstmachenden Einflüssen und dem zu frühen und zu harten Zusammentreffen mit der Welt der Erwachsenenordnung. Sie nährt aber auch das Kind! Nur in der Seelenhülle der Mutter entfaltet sich die Kinderseele, wächst sie, wird sie reich und gedeiht wie eine Pflanze mit Blättern und Blüten." (S.150)

"Wenn wir heute die Lebensgeschichten von 100 Schulversagern hinsichtlich der Frage untersuchen, ob und wann die Kinder aus der Seelenhülle der Mutter entfernt worden sind, machen wir die erstaunliche Feststellung, dass das Versagen in der Schule bei mehr als 75 Kindern damit zusammenhängt, dass ihnen so oder so die mütterliche, nährende Seelenhülle gefehlt hat. Es war Seelenentbehrung, die die Kinder in der Schule scheitern liess. Nur bei einer normalen und ungestörten Seelenentfaltung vermag sich die Intelligenz zu entwickeln. Das Intelligenzalter ist also abhängig vom Seelenalter des Kindes." (S.150)

"Das Kindertagesheim ist keine Lösung!" (S.151)

"Täuschen wir uns nicht, die Seelenhülle der Mutter wirkt noch im späteren Leben. Wir meinen oft, wir seien ihr längst entronnen. Plötzlich, in einer Gefahr, bei einem Unfall, einer Verwundung, in höchster Not, kommt es aus den letzten Tiefen unseres Seins, wir rufen nach der Mutter. In diesen Augenblicken flieht der Mensch wieder zurück in die eine Ur-zuflucht aller Menschen: In die Seelenhülle der Mutter. Wer wie wir zahllose Verwundete auf Kriegsschauplätzen gesehen, erlebt und versorgt hat, wird uns bestätigen, dass selbst von älteren Menschen, unmittelbar im ersten Schmerzschock, der ewig letzte Ruf nach der Mutter zu hören war." (S.157)

Die technisch orientierte "Zivilisation" verliert den Kontakt zum Göttlichen

"Dieses Urbewusstsein des Menschen: aus Gott zu sein, sozusagen als natürliche Veranlagung, als ein tief in der Menschenseele verborgenes Wissen, bröckelte später immer mehr ab und ist eines Tages verlorengegangen. Das helle, klare Licht am Anfang des vierzehnten Jahrhunderts, ein strahlender Beginn - bedeutet es für das geistige Leben des Abendlandes nicht auch zugleich ein letztmaliges, so grosses und innerstes Erleuchtetsein?

500 Jahre später sieht die Geistesgeschichte des Abendlandes dasselbe Licht erloschen und erlebt die Heraufkunft des kalten, künstlichen, unheimlichen Lichtes einer unvorstellbar steil ansteigenden, rein intellektuellen Entwicklung. Durch das neue Licht geblendet, vermag der abendländische Mensch nicht mehr unmittelbar teilhaftig zu sein am unverhüllten göttlichen Sein der Wahrheit, und steht hilflos, vergeblich durch begriffliches Denken Zugänge zu einer versunkenen Welt suchend, antwortlos vor einem verlorenen Paradies.

Das Licht des 'finsteren Mittelalters' war weit heller als das künstliche Licht der technischen 'fortschrittlichen' Entwicklung des modernen Menschen, der unaufhaltsam in eine Seelenverlassenheit geriet. Künstliche Befruchtung, Elektroschock, Gehirnschnitt (Leukotomie) (S.29) und Anwendung der Atombombe sind einige Stationen dieser Entwicklung.

Welch gewaltige geistige Umwälzung vollzog sich in der Menschheit: Der Mensch des abendländischen Ursprungs, der griechische Mensch, verstand sein ganzes Dasein aus der göttlichen Welt. Asl sich das Denken verselbständigte, von Gott löste, kam es bald zu einem verhängnisvollen Denkgefälle mit ungefähr folgender Stufenleiter: Ich denke, also bin ich; ich zweifle, also bin ich; ich habe Angst, also bin ich; und zum Schluss: Ich ekle mich, also bin ich!"

Das Kind muss den Sprung in die technisch orientierte "Zivilisation" schaffen - das Kind muss seine phantasievolle Welt vernichten

"Was hat dies alles mit einem Seelenverständnis des Kindes zu tun? Was haben solche Erörterungen in einem Buch über das unverstandene Kind zu suchen?

Erst jetzt stehen wir mitten im Thema dieses Kapitels: 'Aus der einen Welt in die andere.'

Diese Überlegungen allein sind in der Lage, begreiflich zu machen, warum es das Kind heute schwerer hat, aus seiner Traum-, Spiel- und Lichtwelt aufzuwachen, als in früheren Tagen der Menschheitsgeschichte, in denen die Welt des Erwachsenen und der Bewusstseinszustand der Menschen noch erleuchteter war.

Jetzt wird folgendes verständlich: Der Weg des Kindes aus seiner Welt in die andere ist unendlich weit und mühsam geworden. Er war einmal ganz kurz, weil in vergangenen Jahrhunderten die Welt der Erwachsenen der Welt des Kindes wesensmässig viel näher lag. Um diesen weiten Weg zurückzulegen, steht dem heutigen Kind in unserer grausamen, technisierten Welt, die keine Geduld und Gelassenheit mehr kennt, immer weniger Zeit zur Verfügung.

Die Menschheit brauchte für das Zurücklegen dieses langen Weges einige tausend Jahre. Auch hier hat das biogenetische Grundgesetz Haeckels volle Gültigkeit. Dieses Gesetz sprach zunächst nur vor der biologischen Tatsache, dass die Entwicklung des Einzelwesens eine Wiederholung der Entwicklung des ganzen Stammes sei. Diese Regel behält auch ihre Gültigkeit für die seelisch-geistige Entwicklung; das will sagen, dass das Kind alle Phasen, Stufen und Lebensprozesse der Gesamtmenschheitsentwicklung (S.30) in ganz kurzer Zeit durchzumachen und zu wiederholen gezwungen ist. Und wenn die Welt noch einige 1000 Jahre älter würde, das Kind müsste trotz aller Fortschritte der Menschheit immer wieder ganz von vorn anfangen, da, wo die Menschheit begonnen hat.

Wie ein Angehöriger eines so genannten 'primitiven' Naturvolkes plötzlich in vollen Zügen 'Teilnehmer' der glorreichen Vorteile des zwanzigsten Jahrhunderts sein müsste, so ginge ein Kind zugrunde oder erkrankte von vornherein, wenn es gezwungen würde, noch schneller, als es ohnehin schon geschieht, das Land seiner Kindheit zu verlassen, und hineingestossen würde in die Welt des Zweckes, der Sachlichkeit, der kalten Intelligenz und des Erfolges.

Die Trotzperiode ["Trotzalter"] zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr ist ein sichtbares Zeichen der Revolution, die im Kinde vorgeht; sie ist deutlicher Ausdruck dafür, dass die verordnete Wirklichkeit der Erwachsenenwelt dem Kinde ersten Schwierigkeiten bereitet. Sie ist die erste und wichtigste Krise im Leben des Kindes, die nicht aufmerksam genug beobachtet werden kann. Die dem Kinde gestellten Aufgaben, die aus dem Erwachsenenverstand kommen, entsprechen keineswegs den magischen und mystischen Traumgesetzen des Kindes. Sie entsprechen nicht seiner schöpferischen Phantasiewelt, nicht den freien Gesetzen seines Spiels, nicht seinem ureigenen kindlichen Temperament, nicht seinem Bewegungsdrang, nicht seinen Begriffen von 'Sauberkeit', nicht seinen Vorstellungen von Besitz und Eigentum, nicht seiner unverfälschten Harmlosigkeit, nicht seiner typischen Unbekümmertheit und auch nicht seiner Geborgenheitssehnsucht. Die Anforderungen aus der Erwachsenenwelt entsprechen auch weder seinen Kraftäusserungen noch seinem Vermögen, Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Da stehen sich zwei Welten gegenüber." (S.31)

"Die erste Revolution [das Trotzalter] ist nichts als eine unverfälschte und naturhafte Kundgebung des Willens, der sich in seinem urwüchsigen Ausdehnungsdrang behindert und eingeschränkt sieht. Sie ist also nichts anderes als eine kindliche Reaktion auf das Zusammentreffen von 'zu viel' und 'zu plötzlicher' Erwachsenen-Ordnung." (S.117)

Eltern, die Kinder für dumm halten und die Kinderwelt verbieten, vernichten ihre Kinder

"Aber was hilft es, wenn die Erzieher ahnungslos alle 'unvollkommenen und unnützen' Qualitäten des Kindes nur 'beseitigen' wollen und wenn in den Augen der Eltern Kinder nur dumme, unvernünftige (S.31) und verstandlose Miniaturausgaben der Erwachsenen sind?

Wie wenig ist in die Erziehung das Moment der Pflege eingeflossen oder gar in ihr zu einem lebendigen Anliegen geworden! Wie selten werden die ersten Äusserungen des Kindes, vor allem seine Phantasie gepflegt und ehrfürchtig gehütet! Längst hat man sich daran gewöhnt, die Märchentraumwelt zu zerstören und auszurotten. Traum ,eigne Dichtung und Wahrheit, sinnliche und übersinnliche Wirklichkeit, welches noch unverfälschte Kind vermag das zu unterscheiden?

Nicht nur hinsichtlich der Windeln gibt es einen Fanatismus, Kinder baldigst trocken zu machen, sondern auch bezüglich ihrer Phantasie und ihrer Bewusstseinsformen. Eine solche intellektuelle Austrocknungsaktion zieht aber regelmässig ernste Folgen nach sich. Wer seinem Kinde widerspricht oder es gar moralisierend tadelt, weil es Dinge wahrnimmt, die der Erwachsene gar nicht sieht, vertreibt es bald aus seinem Paradies, in dem es noch eine Weile bleiben muss, wenn es nicht krank werden soll, und stösst es in eine Welt, in der es sich nicht zurechtfindet.

Der heutige Mensch kann, menschheitsgeschichtlich gesehen, wesensmässig, wie oben eingehend angedeutet worden ist, das Kind in seinen tiefsten Lebensbedingungen nicht mehr verstehen und begreifen. Die Kinderpsychologie mag immer gelehrter und raffinierter werden, die Erfahrungen immer grösser, die Zahl der psychologischen Institute immer mehr zunehmen, für den Menschen unsrer Zivilisation ist die Welt des Kindes schicksalhaft verschlossen.

Diese Zivilisation ist an jene Schwelle gekommen, an der für sie die unabweisbare Tatsache des Unvermögens in der Kindererziehung deutlich wird. Jeder Zivilisation wird eines Tage die Schicksalsfrage der Erziehung und das Problem seiner unverstandenen Kinder gestellt. Auch der verfallenden und bereits zersetzten antiken Kultur wurde eines Tages diese Frage gestellt. Sie erwies sich als ein unumkehrbares Schicksal. Das fortgesetzt offenbleibende Erziehungsproblem ist eines der sichersten Zeichen für den Verfall von Zivilisation und Kultur. Es gibt einen Zeitpunkt in dieser Entwicklung, von dem an niemand mehr in der (S.32) Lage ist, eine Umkehr zu bewirken." (S.33)

"Wer uns sagt, ein Kind sei böse und schlecht, dem antworten wir: Wie (S.98) böse und schlecht muss die Atmosphäre gewesen sein, die es einatmete, wie gemein und lieblos müssen die Menschen seiner Umgebung gewesen sein! Es ist noch nie ein böses und schlechtes Kind geboren worden!" (S.99)

Lebenserhaltung der Psyche durch die Atmosphäre des Gebets

"Nicht die entwickeltste und entfaltetste psychologische Technik kann den einzig und allein heilenden Bereich schaffen, in dem seelenkranke Kinder heute behandelt und verstanden werden müssen, jenen Bereich, der allerdings nicht durch Denkvorgänge 'hergestellt' werden kann. Es ist die Atmosphäre des Gebets. Mit ihr allein kommen wir in die Welt des Kindes. Wer den Versuch machen würde, sich mit Fischen zu unterhalten und sie zu behandeln, wäre genötigt, ins Wasser zu gehen; nur dort können Fische erreicht werden und eine Behandlung überstehen. So kann auch nur in der Atmosphäre des Kindes die Kinderseele erreicht werden. Nur in dieser Atmosphäre ist der Erzieher dem Kinde gerecht. Hier finden wir die einzige Möglichkeit einer heilsamen Pädagogik." (S.33)

Fremde Erwachsene richten über Kinder als "Psychologe" - die Unmöglichkeit

"Es wird eine Zeit kommen, in der jede Schule einen Psychologen oder einen Psychiater haben wird. Es wird eine Flut von Ärzten geben, die analysieren gelernt haben. Die fortschrittliche Zivilisation wird auch auf diesem Gebiet Wort halten. Aber alle diese Bemühungen scheitern an der Tatsache, dass diese Helfer sich in jenem Zustand befinden, von dem es heisst, er bringe die Unfähigkeit mit sich, in das Himmelreich einzugehen - der Mensch kann nicht sein wie ein Kind.

Das genaue Verständnis dieses Kapitels ist die Grundlage für die nächsten und weiteren, insbesondere für das wichtige von der religiösen Erziehung des Kindes." (S.33)

Das Kind ist noch Botschafter der himmlischen Welt

Noch eines bleibt zu sagen. Nur in der Nähe des Menschen, der mit Gott und der göttlichen Welt kommuniziert, das heisst: mit dieser Welt in einem inneren wesenhaften Kontakt ist, in dessen Bewusstsein die Wirklichkeit einer übersinnlichen Welt lebt, kann ein Kind wesenhaft verstanden werden. Nur von einem Erwachsenen in diesem Bewusstseinszustand ahnt und fühlt sich ein Kind verstanden, denn es sind da viele Brücken und geheimnisvolle Wege, die in seine Seelenheimat führen, aus der es vor noch nicht langer Zeit gekommen ist.

Die Kinderseele erfährt die beglückende Nähe der Geborgenheit. Das Kind ist ja von der Himmelswelt noch gar nicht so getrennt wie der Erwachsene. In der Nähe eines für das Göttliche geöffneten Erwachsenen (S.33) ruft und lockt in der Tiefe des Kindes seine noch in Erinnerung gebliebene himmlische Welt." (S.34)

Kinder verdursten geistig und seelisch in einem formalen "Christentum"

Es ist selbstverständlich, dass wir keineswegs durch das zuletzt Gesagte beabsichtigten, Erzieher und Eltern eines toten, dogmatischen, formalistisch festgefahrenen und durch Liebesarmut entstellten Christentums in ihren oft zerstörenden Erziehungsmethoden zu bestätigen. Es ist sicher, dass gerade dort Kinder, wie in kaum einem andern Milieu, krank werden und irgendwann neurotisch entarten. Die Tatsache eines formalistischen Christentums ist nie ein Beleg für eine richtige Erziehung gewesen. Gerade aus dem gesetzmässigen, erstickenden Bereich des Formalismus und aus der Situation der unevangelischen Angst vor dem 'drohenden Buchstaben der Bibel' kommen heilsame Energien nicht.

An den Wurzeln eines solchen 'Christentums' nagt die Unerlöstheit. Gibt es irgendwo mehr pädagogische Besserwisser als unter jenen Menschen, die ihren Kindern ununterbrochen die 10 Gebote vorhalten? In solchen Familien sehen wir die Krise der Autorität meist nur dürftig verhüllt und zu einem Dauerzustand geworden. In dem Milieu eines biblischen Formalismus, der die Kinder nach dem leblosen gedruckten Bibeltext erziehen will, ist kaum wirkliche Geborgenheit möglich. In keinem anderen Milieu verhungern und verdursten die Kinder so an Geist- und Seelenentbehrung." (S.34)

Der Beginn der Dressur: Trocken sein

"Was hier beschrieben ist, ist das Detail eines allgemeinen Dressurbeginns. Nun wiederholt sich täglich das Gleiche. Immer die gleichen Worte, immer dieselbe Zeremonie des Töpfchensitzens und des Abgehaltenwerdens. Bald hat sich das Kind an alles gewöhnt. Oh, es beobachtet und lernt so schnell. In einer Stunde seines Lebens macht es in Riesenschritten ganze Jahre der Gesamtmenschheitsentwicklung durch." (S.36)

Seelische Not, wenn die Disziplin zu früh einsetzt

"War der Einbruch der Erwachsenen-Ordnung zu früh, wenngleich lehrbuchgerecht (S.36), aber gerade für dieses Kind zu früh, - war die erste Begegnung mit der Erwachsenenvernunft zu heftig, zu ungeduldig, war der Entzug der Liebesportionen zu krass und zu plump, dann gerät das Kind unweigerlich in eine erste schwere Not. Je nach seinem Temperament reagiert es.

Das sanguinische und cholerische Kind wird sich nicht so ohne weiteres dressieren lassen. Vor allem dann nicht, wenn die Dressur zu zeitig und ohne Liebe und Geduld begonnen wurde. Wer die seelischen Lebensbedingungen seines Kindes nicht durchschaut hat, erntet gerade jetzt im Erlebnis dieser ersten kritischen Begegnung den ersten praktischen Streik. Das temperamentvolle Kind leistet Widerstand.

Das phlegmatische zieht es oft vor, gegen den Partner Nr. 1 keine Revolution zu veranstalten. Es beginnt schon gar nicht zu kämpfen. Es zieht das weit Bequemere vor, seine Freiheit gar nicht zu verteidigen und sich ohne Unterbrechung in der Gunst des liebenden Partners zu sonnen.

Der ahnungslose Partner Nr. 1 wird sagen: 'Ein artiges Kind, ein liebes Kind!' Von einem 'blinden' Gehorsam geht für alle Eltern die stärkste Verführung aus! Sie deuten ihn unbesehen als gute Eigenschaft des Kindes. Sie deuten aber auch sehr gern jeden Widerstand als 'böse'. Bei gefügigen Kindern ist es gut, daran zu denken, dass ihr Gehorsam keineswegs blind, sondern sehend ist.

Das bewegliche Kind kann einen erheblichen Gegenwillen entwickeln. Es produziert keinen Kot, wenn der Partner Nr. 1 mit seinen Zeremonien und Geräten erscheint. Bald hat es auch herausgefühlt, wie weit der Wille der Mutter geht; bald merkt es sogar, unter welcher Bedingung der mütterliche Wille kapituliert. Es entstehen heikle Situationen, ja, bald ein Ringkampf der beiden Strebungen. Oft geht das Kind als Sieger hervor. Es werden ihm dann meist noch 'einige Wochen' der alten Freiheit zugebilligt. Vorläufig hat es gesiegt. Die Liebesportionen werden ihm übrigens wieder wie früher zuteil.

Etwas aber bleibt zurück. Ein erstes Erlebnis und eine Erfahrung; vielleicht auch eine nicht angenehme und angstvolle Ahnung, dass sich das gleiche wiederholen kann. Die Macht des Partners Nr. 1 imponierte (S.37) doch erheblich. Vielleicht wurde auch zum ersten Mal die Tatsache einer Abhängigkeit empfunden, einer Abhängigkeit in jeder Beziehung, nicht nur im Empfangen von Liebe und Güte.

Hier entsteht die Frage: War diese Begegnung nicht zu früh?

Wir haben einen Fall von Tausenden herausgegriffen, um die Intensität der ersten Begegnung mit der 'Macht' des Erwachsenen zu demonstrieren. Es braucht nicht besonders betont zu werden, dass bei jedem Kind dieses erste Erlebnis anders verläuft.

Eines aber ist noch hervorzuheben. Alle diese ersten Erlebnisse und Begegnungen mit der 'Ordnung' der Erwachsenen können zum Lebensschicksal des Kindes werden. Niemand weiss zunächst, wie in der geheimnisvollen Verborgenheit der Kinderseele dieses erste Erlebnis verarbeitet wird. Niemand weiss, wie gross das Mass der Verwundung ist. Das zeigt sein späteres Menschsein.

Insbesondere wird sich einmal zeigen, wie viel Angst bei dieser ersten Begegnung eine Rolle gespielt hat. Natürlich wird es später schwer sein zu erfahren, wann da ein Angsterlebnis war. Das Grunderlebnis der ersten geforderten Kotproduktion ist längst versunken. Eines bleibt oft übrig: die Angst.

Weit komplizierter gestaltet sich diese erste Kontaktkrise, wenn der Partner Nr. 1 in allen seinen Bestrebungen und Aktionen noch beeinträchtigt wird durch eine ständig korrigierende und bis zur Unerträglichkeit nörgelnde Grossmutter. Es kann keine Frage sein, dass das Kind in solchem Milieu der Hauptleidtragende ist. In vielen Familien spielen sich wahre Tragödien ab. Es ist so wichtig, dass das Kind, bei der ersten Begegnung mit der Erwachsenen-Ordnung, zunächst nur mit einem einzigen Partner zu tun hat, dessen Wollen fest und ruhig ist, und nicht beirrt wird durch ein ununterbrochen hineinredendes Element. Dieses Hineinreden ist schon deswegen kinderfeindlich, weil es nicht den geringsten Respekt vor der Mutter des Kindes hat, die der Partner Nr. 1 ist und zunächst bleiben muss und die dem Kinde alles bedeuten soll. Wie gesundmachend, wenn das Kind zunächst fühlt und ahnt: Es gibt nur einen Willen, einen einzigen, das ist der des Partners Nr. 1! (S.38)


Der Reihe nach müssen die Eltern das Kind lenken und zur Beherrschung seiner Sinne angewöhnen:

-- die Sauberkeitsgewöhnung und die Blasenfunktion, wobei die Empfindung "freucht-und-warm" in Einklang mit der Hygiene zu bringen ist (S.39)

-- der Schrei- und Lärmdrang (S.41), der eventuell ein Liebeskummer ist (S.42)

-- das Bewegungsbedürfnis (S.43), das nicht als "Ungezogensein" gedeutet werden darf (S.45)

-- die "totale" Besitzlust (S.46), wobei Spielzeuge von Kindern immer personalisiert und als lebendig empfunden werden (S.47), und zu viel Verwöhnung ist sehr destruktiv, weil Lernprozesse und geistige Entwicklungen verhindert werden (S.77)

-- überbordende Phantasiekräfte (S.50), die dem seelenlosen Geld-Leben der Erwachsenen entgegenstehen (S.51)

Bewegungsdrang und Antrieb laufen lassen

"Dem Leben in unserer Zivilisation und dem in ihr herrschenden allgemeinen und gewöhnlichen Erziehungsprinzip ist eigentümlich, dass Triebansprüche ununterbrochen eingeschränkt werden. Der Sinn jeglicher (S.119) Erziehung scheint doch bei genauer Betrachtung nichts anderes zu sein, als Triebansprüche zu unterbinden, zu drosseln und Freiheit einzuschränken. Diese Art 'Pädagogik' beginnt wie ein dunkles Schicksal bereits vor der Vollendung des ersten Lebensjahrs seine hemmende und krankmachende Wirkung auf das Kind auszuüben." (S.120)

"Die drängenden Antriebe können durch Strafen und Drohungen weitgehend verdrängt werden, ja sogar ganz aus dem Bewusstsein herauskommen. Was bewusst bleibt, ist meist Angst und Schuldgefühl." (S.120)

Die Reaktion gegen Schlägereltern kommt:

"Die Heftigkeit, die Gründlichkeit und der tiefe Ernst der kindlichen Abwehr entsprechen der Grobheit, der Ungeduld und der Gewalt der Erwachsenenforderungen." (S.121)

Pflege der Kinderphantasie als Lenkung der Denkgewohnheiten - falsche Bestrafung von Lügengeschichten

"Alles was wächst, muss gepflegt werden. Wie pflegt man nun die Kräfte der Kinderphantasie? Sie brauchen eine gute und reichliche Nahrung. Wer seinen Kindern keine Geschichten erzählt, keine Märchen anbietet, sie nicht in Sagen leben lässt, macht, dass die Phantasiekräfte ohne Lenkung und Führung wuchern, wild wachsen und verwahrlosen. Eine der Hauptursachen der Kinderlügen ist die mangelnde Pflege der Phantasiekräfte, die entweder gar nicht beachtet oder sogar unterdrückt wurden.

Gerade einzige Kinder, die an sich so unendlich schwer zu erziehen sind, brauchen eine ganz kräftige Phantasienahrung. Sie sind es auch, die sich gern einen unsichtbaren Spielkameraden anschaffen, bis sie endlich mit 'wirklichen' Kindern spielen dürfen." (S.53)

"Wie vermittelt man den Kindern Märchen und Geschichten? Besser als das Vorlesen ist immer die freie Erzählung. Der Kontakt mit dem Erzähler ist grösser und die Lebendigkeit echter. Es lohnt sich schon, wenn die Mutter sich auf die Abendstunde vorbereitet und vorher ein Märchen liest. Glücklich die Kinder, deren Väter Märchen frei erfinden können, die in hundert spannenden Fortsetzungen immer weiter erzählt werden.

Wer sagt: 'Mein Kind lügt!" klagt sich selber an. Warum? Weil sein Kind es nötig hat zu lügen. Lügen ist etwas ganz und gar Unnötiges. Es kann ohne weiteres entbehrt werden. Er klagt sich an, weil er die Phantasie seines Kindes wahrscheinlich gar nicht beachtet und nie an die Pflege dieser Phantasiekräfte gedacht hat. Er klagt sich ausserdem an, weil - und das ist noch am wahrscheinlichsten - er seinem Kinde ganz zu Unrecht eine Lüge zuspricht, die gar keine ist." (S.54)

Kinder lügen aus Phantasien heraus, etwas zu erleben, was andere schon erleben können. Diese Kinder zu bestrafen, ist kontraproduktiv (S.54), denn die Scheinwelt im Kind lebt weiter, da die Eltern an den Umständen nichts ändern oder die Umstände sogar noch verschlechtern. Wer wegen Lügengeschichten seine Kinder schlägt, begeht ein Verbrechen am Kind und an seiner Phantasie, denn zum Leid der Entbehrung kommt nun auch noch körperliches Leid hinzu (S.55).

Die Kinder werden dann kriminell, wenn sie ihre Phantasiewelt alleine verwirklichen müssen und keine Führung haben.

"Die immer mehr zunehmende Kriminalität Jugendlicher beweist uns, wie ernst eine Phantasiepflege zu nehmen ist. Aus vielen Biographien jugendlicher Krimineller haben wir immer wieder gesehen, dass sich in der frühen Kindheit dieser Gestrandeten niemand um die Phantasie gekümmert hat. Die Phantasiegestalten dieser Jugendlichen haben einen so ungeheuren Einfluss, dass eines Tages zwingend die verwahrloste und wildgewucherte Phantasie zur Tat wird, so dass sie im Verhalten auftritt, leibhaftig wird und Gestalt annimmt!" (S.55)

"Wer heute mit wachem Auge sich die Angeklagten der Jugendgerichte ansieht, nimmt wahr, dass der wahre Angeklagte nicht der jugendliche Täter ist, sondern die seelenlose, habgierige und unsoziale Gesinnung (S.216) des nicht vorbestraften Bürgers der verwesenden abendländischen Zivilisation, in der der Mensch nur noch unpersönlicher Gegenstand der Gesellschaft ist." (S.217)

-- das Liebes- und Geborgenheitsverlangen (S.66), das in einem vernünftigen, menschlichen Mass geregelt sein soll (S.66-67)

Liebe als Belohnung für Disziplin ist destruktiv - Liebesverweigerung ist destruktiv

"Die übelste Bedingung, die hier in Frage kommt, ist die völlige Unterwerfung des Kindes unter den Willen der Mutter. Das Kind soll also 'folgen'. Es soll alles tun, was die Erwachsenen-Ordnung verlangt, dann wird es geliebt, dann erhält es Zärtlichkeit. Wird diese Bedingung nicht erfüllt, dann zieht die Mutter sich zurück, und das Kind geht leer aus. Solches Verhalten der Eltern kann nach aussen hin noch sehr freundlich und zärtlich aussehen, zumal wenn das Kind für eine neue und totale Unterwerfung gerade wieder einmal belohnt wird. IN Wirklichkeit aber ist solche 'Liebe' nichts anderes als Härte. Sie ist von der Bedingung abhängig, dass das Kind seine notwendige Freiheit ständig einschränkt, und dass es ununterbrochen bereit ist, gefügig zu sein. Kinder, die in einer derartigen Atmosphäre gross werden, verkümmern alsbald in jeder Beziehung" (S.67)

"Wer seinem Kind Tag für Tag vorhält: Du bist schlecht und böse [so sagt es die Bibel über jeden Menschen!], du bist ein Lügner und ein Dieb, ein Nichtsnutz! -, wer sogar zu ihm spricht: Wiederhole es, also was bist du?! Sag es selbst! -, wer seinem Kind dauernd einredet, dass aus ihm nie mehr 'etwas Gescheites' wird, ja, dass es später sicher einmal ins Gefängnis kommt, der wird erleben, dass das Kind tatsächlich genau so wird, wie man es ihm bis zur Unerträglichkeit vorgeredet hat. Wer nicht mehr an sein Kind glauben kann, wird nicht erwarten dürfen, dass es noch selbst an sich glaubt. Dieser Glaube aber an sich selbst ist die wichtigste Voraussetzung für eine gesunde Seelenentwicklung und Persönlichkeitsentfaltung." (S.80)

[Die Kirche produziert also mit dem dauernden Gelalle, dass die Menschen "böse" sind, geradezu die Kriminalität!]

"Ist das Kind erst einmal im Zustand der Selbstverachtung, dann gelingt es nur noch schwer, es wieder zu einem vernünftigen Kontakt mit anderen Menschen zu bringen. Wie viele sind Feinde der menschlichen Gesellschaft geworden, weil sie sich selbst verachteten! [...] Wie erschütternd ist es zu hören, dass schon ganz kleine Kinder auf die Frage, ob sie gute und liebe Kinder seien, antworten: Nein, ich bin nicht lieb!

Wie viele Eltern gibt es übrigens, die bei ihren Kindern geradezu Lügen provozieren. Da wird die kleine Tochter noch einmal ausdrücklich gefragt, ob sie Honig genascht hat. Die Mutter weiss längst aus den Flecken auf dem Tischtuch, dass das Kind naschte. Warum also die ganze unnötige Lügenfalle?! Warum nicht so:; Wenn du dir wieder Honig nimmst, achte auf die Tischdecke!..." (S.80)

Lebensrhythmus: Kinder leben mit dem Sommer-Winter-Rhythmus und mit der Sonne

"Das Kind hat im Winter ein viel grösseres Schlafbedürfnis. Es lebt förmlich mit der Sonne. Ist die Sonne noch nicht aufgegangen, dann ist das Kind noch nicht wach. Wie sinnlos es ist, ja, wie schädlich, in das natürliche Ordnungssystem des Kosmos einzugreifen und plötzlich die Uhrzeit um zwei Stunden vor- oder nachzurücken, hat sich buchstäblich gezeigt: Ehe die Sonne hoch genug stand, sassen die Kinder schon in der Schule. Sie waren müde und unaufmerksam. Nachmittags bei Sonnenschein kamen sie schon ins Bett. Es gibt überhaupt kein törichtes Experiment, das der kluge abendländische Mensch nicht schon gemacht hätte." (S.75)

"Wie sicher, wohl und geborgen, fühlt sich ein Kind, das im ersten Lebensjahr Kontakt mit dem Willen des Partners Nr. 1 ungestört und (S.76) ungeteilt aufnehmen kann. Gewiss, das Kind soll nicht isoliert und 'auf den Gedanken gebracht werden', es gäbe ausser der Mutter keine anderen Menschen mehr. Aber bestimmend soll zunächst die Mutter sein. Und es ist gut, wenn der Partner Nr. 1 den Rang der Sonne hat und alle anderen Menschen vorerst nur den Rang erdenferner Planeten. Vom Ende des ersten Jahres ab dürfen die Planeten ruhig näherkommen und an Licht zunehmen. Sie dürfen aber nicht über den Rang von Planeten hinauswachsen.

Der Partner Nr. 2 ist die nächste Sonne, die im Leben des Kindes erscheinen soll. Es ist aber gut, wenn ihre strahlende Kraft erst mit dem siebenten Lebensjahr des Kindes ihre volle Wirkung erreicht. Bis dahin wäre es richtig, wenn das Kind den Partner Nr. 1 und 2 als eine einzige Sonne wahrnehmen würde!" (S.77)


Selbstreflexion zur Gesundung der sozialen Zustände

"Nur wenige Eltern gibt es, die das annehmen: Wir sind es, die sich ändern müssen, dann erst werden wir von unserem Kind erwarten, dass es sich ändert! Die meisten Eltern aber wollen so bleiben, wie sie sind, das Kind aber soll sich ununterbrochen ändern." (S.80)

"Das aus der Ordnung herausgefallene Kind wird selten ohne eingehende psychotherapeutische Behandlung wieder 'in Ordnung' kommen können. Diese Behandlung steht und fällt mit der Frage, ob die Eltern ernsthaft bereit sind, auf ihre alte bisherige Erziehungsmethode zu verzichten und die Ratschläge des Erziehungsberaters anzunehmen." (S.81)


Die religiöse Atmosphäre zwischen 1 und 7 Jahren - wörtliche Religion tötet den kindlichen Geist ab

"Das Kind ist bis zum siebenten Lebensjahr schlechthin ein religiöses Wesen. Das Neue Testament sagt, dass den Kindern das Gottesreich gehört." (S.83)

"Eines ist also sicher: Nur der gewandelte und wiedergeborene Erwachsene ist berufen und geeignet, das Kind religiös zu lenken, die wunderbaren Seelenfähigkeiten des Kindes zu fördern und zu pflegen und ihm so das Kostbarste zu bewahren, was es besitzt." (S.83)

"Dieses von der Geburt an wahrnehmende Wesen [das Kind zwischen 1 und 7 Jahren] besitzt die Fähigkeit, Wahrheiten 'einzuatmen', zu assimilieren. Eine Atmosphäre echter religiöser Gesinnung wird sich bis in seine Organe hinein gesundmachend auswirken. Seine Seele wird sich entfalten können, die aus der göttlichen Welt mitgebrachten Kräfte werden nur in dieser Atmosphäre gedeihen können. Im Bereich eines religiösen buchstabengläubigen Formalismus, eines ausgetrockneten Dogmatismus oder gar einer 'Gerichtstheologie' wird ein Kind sehr schnell religiös verkümmern. Es wird aus dem reichen Paradies seiner himmlischen Veranlagung ausgestossen. Seine Gebete, ursprünglich ein weites Geöffnetsein für die unsichtbare Seelenheimat, werden moralistisch erstickt." (S.84)

"Auf welche Weise vermögen wir dieser religiösen Erlebnisart zu entsprechen? Wie können wir uns dem Wunder des kindlichen Seelenverlangens nähern? Nur so zunächst: indem wir dem Kind die Liebe und die Sehnsucht für die übersinnliche Wirklichkeit bewahren und immer wieder neu erwecken. Nur so bleibt es geöffnet für das Himmlische. Nur so wird es ein bleibendes religiöses Fundament erhalten." (S.85)

"Das Kind ist nicht religiöser Betrachter und Zuschauer, ist nicht theologischer Nachdenker und süchtig nach christlichen 'Begriffen', [sondern] es ist in der göttlichen Welt zu Hause." (S.86)

"Wie verdirbt und verdorrt eine Kinderseele, wenn sie nichts anderes hört als moralisierende Ermahnungen, als Wahrheitsinhalte (in der Gestalt von Bibelsprüchen), die nur den Zweck haben, dass es 'brav' ist, nicht so laut und lebhaft, gefügig ist und sich unterwirft." (S.87)

"Oft haben Kinder, die in einer religiös gleichgültigen Welt aufgewachsen sind, später weit besser einen Zugang zum Evangelium, als solche aus einer exklusiven christlichen Umgebung. Ihre Seelensehnsucht nach der unsichtbaren göttlichen Welt ist erhalten geblieben, zwar verkümmert und nur noch in Spuren, aber sie wurde nicht erstickt vom grössten Feind des kindlichen religiösen Verlangens: der moralistischen und (S.87) dogmatischen Entstellung des Christentums. Noch einmal sei gesagt, dass die christliche Wahrheit dem Kind nicht durch Worte und Wahrheitsinhalte nähergebracht wird, sondern durch ein Tun - ein Handeln und Verhalten." (S.88)

"An dieser Stelle darf an die kinderfeindlichen und kinderverachtenden Erziehungsmethoden des frühen Pietismus erinnert werden. Nach den pädagogischen Anschauungen Speners und Franckes war den Kindern sogar das Spielen verboten! Man stellte ihnen das Spielen als Eitelkeit und Torheit hin,m als etwas, was ihre 'Gemüter bald von Gott abzieht und zu einem Seelenschaden führt wegen der zu grossen Zerstreuung'. Die 'wahre Freude und süsse Herzenslust sollen die Kinder allein in ihrem Heiland finden, nicht an irdischen Dingen!' Wie zerstörend muss eine 'Erziehung' wirken, die die Kinder veranlasst, ihre Lust, zu spielen, für eine Sünde zu halten, die unterdrückt werden muss!" (S.88)

"Da das Kind selbst ein religiöses Wesen ist, bedarf es vor dem siebenten Lebensjahr keiner eigentlichen und besonderen religiösen Erziehung. Erst viel später versteht es geschichtliche Zusammenhänge und den Sinn des Evangeliums. Das Kind predigt bis zu seinem siebenten Lebensjahr durch die Reinheit seines Wesens selbst das Evangelium, ja, es ist selbst ein Stück Evangelium! In der Umgebung eines Kindes sind gute Kräfte und helle lichte Engelwesen. In seinem Märchen vom 'selbstsüchtigen Riesen' hat Oscar Wilde das dargestellt, was allein die Gegenwart (S.88) von Kindern bedeutet. Im Garten des selbstsüchtigen Riesen wuchsen Obstbäume, die nur dann blühten und Früchte trugen, wenn Kinder in seinem Garten spielen durften. Auch die Blumen auf der Gartenwiese blühten nur, wenn sie Kinder entdeckten. Der Dichter hat auf diese Weise das Kind so gedeutet, wie es wirklich ist: als im Besitz eines göttlichen Begnadetseins, um das der erwachsene Mensch später trotz vieler Frömmigkeit vergeblich ringt." (S.89)

Das Gleichgewicht zwischen religiöser Atmosphäre und seelischer Entfaltung finden

"Es ist aber auch selbstverständlich, und das sei vor allem für den christlichen Erzieher gesagt, dass religiöse 'Gesinnung' allein, ohne die befreiende Erkenntnis des wahren Seelenzustandes und ohne die heilende Erhellung des Menschen im Sinne der Tiefenpsychologie, keine entscheidende Hilfe bringen kann." (S.218)

[Und Geld allein hilft in der Erziehung auch nicht, wenn das Gleichgewicht zwischen Religion und seelischer Entfaltung fehlt].

"Erst in der gesunden Seele wächst wertvolles und schöpferisches religiöses Leben." (S.218)

"Das landläufige Christentum kennt nur die Theorie der Nächstenliebe. In Wirklichkeit sind aber Nächstenliebe und Selbstliebe voneinander abhängig, ja gleichgesetzt." (S.234)

Gestik - Vormachen und Nachmachen

"Die Gebärde und die Geste sind die Verständigungsmittel. Es ist selbstverständlich, dass es für diesen Lebensabschnitt nur ein Erziehungsprinzip gibt: das Vormachen! Denn das Kind steht in dem Gesetz ununterbrochener Nachahmung." (S.94)

"Durch Worte ist ein Kind vor dem siebenten Lebensjahr kaum zu erreichen. In jeder Hinsicht nimmt das Kind Wahrheit und Weisheit (erinnert sei vor allem (S.94) auch an die Möglichkeit des Bekanntwerdens mit religiösen Wahrheiten!) nur in der Gestalt des Tuns und des Vormachens an. Das Kind im Zustand seiner unendlichen Seelenreinheit, mehr noch der Sphäre einer Engelwelt angehörend, lebt bis zum siebenten Lebensjahr offenbar ganz nach den Prinzipien dieses himmlischen Reiches, 'das nicht in Worten besteht, sondern in Kraft', in einem Tun und einem tätigen Sein.

Alle Erklärungen dogmatischer und moralischer Art, alle Ermahnungen mit begreiflichen Inhalten und Vorstellungen, alles Herantragen von Wahrheitskonserven sind nicht nur sinnlos, sondern zwecklos." (S.95)

Bilder und Märchen prägen sich dem Kind zwischen 1 und 7 Jahren am besten ein

Die Art des kindlichen 'Denkens' ist bildhaft und märchenhaft. Das Kind lässt sich vor dem siebenten Lebensjahr nur in Bildern und Märchen erreichen. Nur in Bildern und Märchen wird es uns verstehen. Also nicht so: 'Ich habe dir gesagt, du sollst folgen, wenn du nicht folgst, wirst du verhauen!' Sondern so: Nach einem 'reichlich unfolgsamen' Tag setzt sich die Mutter ans Bett der fünfjährigen Tochter. Nicht, um sie vor dem Schlafengehen zu moralisieren. Nein, denn vor dem Schlafengehen wird alles verziehen. Es ist die Stunde der Versöhnung. Und doch kann die Mutter jetzt einen erzieherischen Einfluss auf die Fünfjährige ausüben. Aber wie?

Nur in Bildern und in Märchenform. 'Es war einmal ein kleines kluges Mädchen. Die war fünf Jahre alt. Sie wollte der Mutti nie folgen...' Die Erzählung wird spannend und verwickelt, fast sieht es aus, als ob es dem Mädchen in der Geschichte schlecht geht, so unfolgsam ist sie. Letzten Endes geht die Geschichte doch gut aus.

Die fünfjährige Susi hat mit Spannung zugehört und wird sich mit dem kleinen Mädchen in der Geschichte identifizieren. Die lebhafte, bilderreiche Geschichte wird weit mehr das Seelenwesen des Kindes beeindrucken als alle Strafe, als alle ermahnenden Worte und alle moralisierenden Vorstellungen. Immer wieder muss versucht werden, mit möglichst gleichen und ähnlichen Bildinhalten auf das Kind einzuwirken. Wem hierbei Geduld und Gelassenheit fehlt, wird keinen Erziehungserfolg sehen." (S.95)

"Entscheidend für das Verhalten (S.111) der Kinder dem Lehrer gegenüber ist die erzieherische Vorarbeit im Elternhaus während der Zeit vom ersten bis zum siebten Lebensjahr." (S.112)

Ultimaten an Kinder haben keinen Sinn

"Wer dem Kind Termine setzt, von wann ab es sich ändern und bessern muss, beweist, dass er nicht das geringste Verständnis für die seelische Entfaltung des Kindes hat." (S.95)

Schulbeginn vor dem 7. Altersjahr ist problematisch

"Kommt das Kind vor seinem siebenten Lebensjahr zur Schule, dann gibt es nur ein einziges Unterrichtsmittel, nur eine einzige Unterrichtsmethode: es ist die bildliche Anschauung." (S.96)

Das intellektuell lernfähige Alter ist abgegrenzt durch den Zahnwechsel (S.96).

Der Zahnwechsel ist "ein Zeichen dafür, dass das Kind nunmehr seelisch-geistig einen anderen Raum zu betreten beginnt. Erst jetzt ist sozusagen die körperliche Geburt ganz vollendet." (S.96)

"Vor dem Zahnwechsel sollte das Kind grundsätzlich nicht in die Schule aufgenommen werden!" (S.96)

"Nur selten wurde einem zu früh eingeschulten Kind durch den vorzeitigen Schulbesuch kein Schaden zugefügt." (S.105)

"Das zu früh intellektuell geweckte Kind kommt leicht zu einer Verachtung und Geringschätzung des Spätentwicklers." (S.106)

"Es bleibt künftig nur eines übrig: Bis zum dritten Schuljahr nur Gleichbegabte und Gleichgereifte und -entwickelte gemeinsam zu unterrichten. Nur so kommen auch die wertvollen Spätentwickler (S.106) zu ihrem Recht." (S.107)

Stottern hat mit den Umständen zu Hause zu tun

"Auch im Stottern ist oft der Hilferuf des nach rückwärts geflohenen, unverstandenen Kindes nicht zu verkennen. Das Stottern will folgendes sagen: 'Seht ihr grossen Menschen denn gar nicht, wie klein und hilflos ich noch bin? Hört ihr nicht, wie ich spreche? Ich kann ja nicht einmal richtig sprechen, - dass ihr das nicht einseht!'" (S.139)

"Auch hier hilft nicht Drohung und Ermahnung, helfen nicht Schläge und ununterbrochenes Korrigieren! Auch hier ist die Frage zu stellen: warum?! Warum muss mein Kind stottern? Ist meine Erziehung wirklich so vollkommen? Warum zerhackt es so eigensinnig die Worte? Will es nicht mich damit treffen?" (S.139)

Stotterkurse bringen meistens wenig, denn nach dem Kurs kommt das Kind in dieselben Umstände in der Familie wie vorher und stottert wieder. Deswegen gilt folgendes:

"Alle Teilnehmer von 'Sprach-Heilkursen' sollten zunächst von einem Kinderpsychiater psychologisch untersucht werden, damit nicht erst ein Versuch am ganz und gar untauglichen Objekt gemacht wird." (S.139)

Die Therapie der Eltern hat also erste Priorität, bevor am Kind herumgedoktert wird.

Daumenlutschen bis zum Zahnwechsel

Daumenlutschen ist der erste Versuch der eigenen Willensäusserung (S.140-141).

"Wer seinem Kinde beharrlich das Daumenlutschen verbietet, wird eines Tages erleben, dass es kontaktarm wird. Das Kleinkind nimmt alle Dinge seines Seelenhofes zunächst in den Mund und lutscht daran. Das Lutschen ist eine allererste primitive, aber notwendige Kontaktaufnahme mit der Umwelt, eine positive Einstellung zur Aussenwelt. Einem Kind, dem das Lutschen untersagt wird, kann die Lust zur Nahrungsaufnahme verleidet werden, weil das bestrafte Daumenlutschen eine solche Unlust nach sich zog, dass diese auf alle Dinge, die dem Munde zugeführt werden, übertragen wird. Auch auf die Nahrung! Im übrigen: Es kann gut sein, dass ein Kind später das Daumenlutschen nachholt, weil es als Kleinkind nicht einmal seine Babywünsche ausleben konnte." (S.141)

Daumenlutschende Kinder, kleine und grosse, lutschen deswegen, weil ihnen etwas fehlt. Sie entbehren nahezu alle irgendwie der echten liebenden Wahrnehmung. Wie schnell sind alle Mütter bereit zu behaupten: 'Aber von mir erhält das Kind alles, was es braucht!' Wie schnell sind die meisten Mütter mit sich zufrieden und halten eine ernste Selbstprüfung nicht für notwendig! Das Daumenlutschen ist keine Unart, keine seelische Abwegigkeit und auch keine Tätigkeit des Kindes, die mit 'Unanständigem' in Zusammenhang gebracht werden kann, - das Daumenlutschen ist zuerst eine wichtige Funktion, eine Lebensäusserung der Kinderseele, die, in Not geraten, eine Spannung überbrücken muss und sich in einer lustarmen Situation selbst Lust bereiten muss." (S.141)


3. Kinder zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife

"Die zweite Lebensperiode beginnt mit dem siebenten Lebensjahr und endet mit dem vierzehnten, genauer gesagt, sie beginnt mit dem Zahnwechsel und endet mit der Geschlechtsreife. Das Lebensprinzip heisst nicht mehr Nachahmung, sondern Nachfolge. Für diesen zweiten Lebensabschnitt gibt es deshalb nur ein Erziehungsprinzip: die Autorität. Natürlich ist hier nicht eine erzwungene, sich mit Gewalt durchsetzende Autorität gemeint, sondern eine selbstverständliche, eine, die in der strahlenden und bergenden Kraft einer Persönlichkeit erscheint." (S.97)

"So reift das eigene Urteil, indem das Kind lange Zeit verehrend und ehrfurchtsvoll am Urteil des von ihm bewunderten Menschen hängt." (S.97)

"Alle Belastung mit abstrakten Begriffen wirkt schädigend und vergreisend." (S.98)

"Vom neunten Lebensjahr beginnt sich das Ich und die Aussenwelt zu trennen und zu scheiden." (S.98)

"Vor uns steht, genau gesehen, ein neuer, ganz anderer Mensch." (S.98)

Moral und doch nicht zu viel Moral

"In der Zeit zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, etwa zwischen dem elften und zwölften Lebensjahr, besteht endlich die Möglichkeit, auf das Kind durch Worte moralisch einzuwirken. Zu bedenken ist aber, dass jede starre und dogmatische Moralisierung, jede Angstbereitung vor dem 'drohenden' Buchstaben der Bibel, jede Strafandrohung und jedes unbegründete Verbot nur schädliche Wirkungen zeitigen." (S.99)

"Eine nur moralisierende Beurteilung seiner Person bringt ihn [den Menschen] keinen Schritt weiter; sie [die Beurteilung] macht ihm [dem Menschen] lediglich bewusst, dass er ein Gezeichneter ist und nunmehr mit einem Makel durch die Welt geht." (S.100)

"Es ist ein Gesetz: Wo frühkindliche Revolutionen unterdrückt wurden, werden sie sich später in irgendeiner Form wiederholen." (S.117)

Gehorsam kann kontraproduktiv sein:

"Gerade in Deutschland hat das Erziehungsprinzip des unbedingten und sofortigen Gehorsams, verbunden mit einer ungewöhnlichen Lammesgeduld vor allem Behördlichen und einer autoritären Gefügigkeit vor allem, was Titel und Macht hat, zu jenem grauenvollen Irrtum geführt, dass Vatergehorsam, Ehrfurcht vor Gott und unbedingte Staatsbejahung zusammengehörig seien! Nur so war es möglich, dass Millionen eines Tages gefügig und gehorsam das Böse bejahten und taten." (S.117)

Spielen (Sport) bleibt wichtig für das Selbstwertgefühl

"Von 60 Eltern klagten 42 spontan darüber, dass ihre Kinder (darunter über die Hälfte zwischen Sexta und Untertertia) nur eines im Sinn hätten: zu spielen! Welch groteske Anklage! In ihrem Spieldrang sehen sich diese Schüler zurück in das Kindheitsparadies, in dem es noch keine Forderungen und Pflichten gab. Jetzt möchten sie nachholen, was sie versäumt haben. Sie müssen es nachholen, denn eine genügend lange Zeit (bei jedem Kind verschieden) muss das Kind in der ihm eigenen Welt des Spiels gelebt haben, um seelisch gesund zu bleiben." (S.236)

"Das in der Schule und im Elternhaus durch vielfältige Ursachen überforderte Kind erlebt im Spielen endlich sein Selbstwertgefühl." (S.237)

[Dabei sollte der Sport nie Selbstzweck werden, denn die Verletzungsgefahr ist zu hoch, und die Jagd nach Sekunden und 100stel-Sekunden ist absolut krankhaft, auch wenn das Fernsehen v.a. solchen Schwachsinn zeigt].

Therapeutisches Spiel

Spiel kann therapeutisch gedeutet werden: 

"Das Kind vermag so [durch das Spiel] seine seelischen Konflikte durch seine Art zu spielen kundzutun, durch seine Art, mit anderen Kindern zusammenzusein, zu singen, zu sprechen, sich zu bewegen, und durch seine Art zu zeichnen und zu malen." (S.236)

"Da ist ein zehnjähriger Junge, der malt nur kalte Landschaften mit kahlen Bäumen und leeren einsamen Strassen. Der Vater des Jungen ist tot, die Mutter arbeitet. Er ist immer allein. Seiner Seele fehlt die ganze liebende Wahrnehmung." (S.237)

[Wesentlich ist, dass die Erwachsenen auf solche Signale reagieren. Die Erwachsenen um das Kind nehmen aber diese Signale aber oft nicht ernst und überlassen die Signale den Kindern selbst].

Spieltherapie hebt das Selbstwertgefühl bedrängter Kinder

Spieltherapie "ermöglicht den Kindern, noch einmal das Kinderparadies der Freiheit auszusuchen, sie erleben sich im Spiel als freie (S.238) Geschöpfe, und der mit ihnen spielende Therapeut wird ihnen zu einer wichtigen Brücke echten Vertrauens und echter Beziehungen." (S.239)

Spieltherapie gibt den Kindern Selbstbestätigung, so dass sie die Aufgaben in der Schule besser meistern können (S.238).

Kinder, die mit ihrem eigenen Kot spielen, brauchen einen Schmier- und Schmutzkasten [mit Sand] (S.238).

Überraschenderweise spielen Kinder noch oft mit der Milchflasche (S.238) [als Zeichen der Unzertrennlichkeit des Lebens mit der Kindheit].

[Wesentlich ist auch hier, dass die Erwachsenen auf die Nöte der Kinder reagieren. Die Erwachsenen um das Kind nehmen aber diese Signale oft nicht ernst und überlassen die Signale den Kindern selbst. Die Konfrontation zwischen Kind und dummen, uneinsichtigen Eltern ist vorprogrammiert].

Schule: Zeugnisse sind totes Papier

"Zeugnisse haben für Kinder immer etwas Todernstes. Ein Schulzeugnis atmet nicht mehr den Geist des Spiels und des Spasses, es ist humorlos." (S.105)

"Das herrschende und heute übliche Erziehungssystem der offiziellen Schulen, das vorwiegend auf Erfolg und Zensur angelegt ist, ist in vielem, so auch in diesem Punkt, nicht nur an den Ergebnissen der modernen Kinderpsychologie vorübergegangen, sondern entspringt auch nicht der nötigen Ehrfurcht vor dem Seelenwesen der Kinder." (S.105)

Schule: Lehrpersonen als Vaterpersonen

"Wie wichtig ist es, dass ein Lehrer kein Urteil - auch keine Zensur - abgibt, ohne durch einen, oder, wenn nötig, durch mehrere Hausbesuche das Milieu des Kindes kennengelernt zu haben! Nur so wird er erfahren, warum zum Beispiel Peter 'so artig' und warum der Fritz so wild und ausgelassen ist. Er wird auch bald wissen, warum der Georg dauernd 'lügt' (lügen muss!) und der Bernhard zittert, wenn er ihn aufruft.

So wird der Lehrer bald aus gänzlich vordergründigen Beurteilungen herauskommen. Er wird ständig die Frage stellen: Warum muss der Werner so sein, wie er ist?! Er wird bald entdecken, dass oft ein Schüler dem Lehrer die gleiche Rolle überträgt, wie zu Hause sein Vater spielt." (S.112)

"Der gute Lehrer, der die inneren Entwicklungsgesetze des Seelenwesens des Kindes kennt, weiss, dass ein Kind unterrichtsmässig wirklich nur gefördert werden kann, wenn es den Lehrer verehrt!" (S.113)

Schule: Grundfehler, die gegen das Kind verstossen

"Die totale Staatsschule mit einem festgelegten und starren Erzhiehungssystem, ihrem Leistungsapparat und ihrer Zensiermethode, verstösst Schritt für Schritt gegen das Prinzip der Ehrfurcht und der liebenden Wahrnehmung." (S.106)

"Immer mehr scheint es, dass nicht nur der offiziellen Schulmedizin, sondern auch der Pädagogik ein allgemeines anthropologisches Fundament fehlt." (S.107)

"Es ist überhaupt erstaunlich, dass die offiziellen Schulen im ersten Schuljahr sofort die gleichen 'Sitzzeiten' pro Unterrichtsstunde haben wie die älteren Jahrgänge. Das ist zweifellos für die kleinen Schulanfänger nicht zuträglich. Gibt es überhaupt Anstrengenderes für sie als das Stillsitzen?" (S.108)

"Wozu es gut sein soll, dass ein Siebenjähriger schon am Ende des ersten Schuljahres lesen und schreiben kann, das weiss niemand." (S.108)

"Das Beste ist noch eine gute Mischung von Buchstaben- und Ganzheitsmethode, wobei die vom einzelnen Buchstaben ausgehende Buchstabenmethode vorherrscht." (S.109)

"Der gute Lehrer weiss weiter, dass eine erzwungene und mit Strafe einhergehende Autorität nur krankmachend wirkt und die seelische und geistige Entfaltung des Schülers hemmt." (S.113)

Schule: Sprechspuren

"In der Sprechspurmethode wirkt sich ein kindfeindliches Leistungsprinzip aus." (S.110)

Schule: Gleichgewicht finden zwischen Verehrung und künstlerischem Tun

"Zu einer gesunden und günstigen seelischen Entwicklung des Schulkindes gehört aber noch eine andere Bedingung: Der Unterricht muss nicht nur in einer Atmosphäre der Verehrung atmen - er muss auch künstlerisch lebendig sein. Das entspricht der inneren geistigen Situation der Schulkinder. Gerade in dieser Atmosphäre sind sie zu Hause und fühlen sich wohl. In ihr lässt sich auch lernen: spielend lernen und spielerisch auffassen. Wo das spielerisch-künstlerische Moment aus dem Unterricht verschwunden ist, zieht das trostloseste und entsetzlichste ein, was es gibt: das Gespenst der Langeweile. Wie viele Kinder werden von diesem Gespenst gequält!" (S.113)

Reaktionen von unterdrückten Kindern - die Rache an den Eltern

"Die Aggressionen nehmen die seltsamsten Formen an. Da fällt der achtjährige Erich auf das Knie, weil er (es sind Ferien) am Vormittag schon zum dritten Mal von der Mutter vom Spielen abgerufen wurde mit immer neuen Aufträgen. Einmal sollte er im Keller, das zweite Mal im Garten u8nd beim dritten Mal etwas vom Krämer holen. Beim dritten Mal fällt er so, dass er gar nicht mehr gehen kann. In seinem Innersten spricht eine Stimme: 'Das geschieht der Mutter ganz recht, dass jetzt mein Knie kaputt ist.' Jetzt kann sich die Mutter ihre Sachen endlich allein besorgen, und die ungestörte Spielruhe ist garantiert.

Versteckte Aggressionen liegen auch im Machterlebnis der neunjährigen Ruth, die die Mutter drei Stunden lang zwingt, bei den Schulaufgaben zu helfen. Ruth könnte diese Aufgaben in einer halben Stunde allein bewältigt haben. Die Mutter ist aber das Opfer ihrer Kinderlist geworden. Drei Stunden ist sie den geschickt getarnten kindlichen Angriffen ausgesetzt. Sie steckt eine empfindliche Niederlage ein.

Das gleiche spielt sich ab  bei den täglichen Fütterungsszenen des bald acht Jahre alten Gretchens. Unter Tränen gesteht sie, nicht den Teller leer essen zu können. Die Mutter fällt auf die Aggressionsgelüste herein. Sie füttert das 'arme Kind'. Gretchen triumphiert und geniesst es, die Mutter eine ganze Stunde lang damit zu bestrafen, dass sie gezwungen ist, die bald Achtjährige wie ein Baby zu füttern. Bei dieser Aggression ist das Machterlebnis des Kindes dann am vollkommensten, wenn die Mutter beim Füttern immer ärgerlicher und gereizter wird und wenn sie am Ende der Fütterung bestätigt: 'Kind, du machst mich noch ganz krank, nein, was hast du mich wieder müde gemacht!'

Jedes Mal ist aber zu fragen: Warum sind Ruth und Gretchen zum Angriff übergegangen? Warum haben sie es nötig, die Flucht nach (S.125) vorwärts anzutreten? Woraus fliehen sie? Was kann am Kindesmilieu geändert werden? Was muss am Erzieher geändert werden? was muss getan werden, damit Ruth und Gretchen aus diesem falschen Lebensstil so bald wie möglich wieder herauskommen?! [...]

Es kommt buchstäblich zu einer Vergeltung für die langdauernde Unterdrückung und Drosselung der kindlichen Freiheit. Viele verwahrlosten Kinder haben eine solche Vorstufe ihrer Verwahrlosung erlebt, die zunächst den Sinn hatte: aus ihrem gänzlichen Unverstandensein herauszufliehen in Abwehrstellung einer versteckten Aggression gegen die Eltern. [...] Es wird dann oft von den Kindern vollbewusst erlebt, dass die Eltern die eigentlich Leidtragenden, Gepeinigten und Gequälten sind. [...]

Einen Weg gibt es, auf dem am schnellsten ein Kind in die Flucht nach vorwärts getrieben und aggressiv wird: Man ertöte alsbald den kindlichen (S.126) Willen, verachte fortgesetzt die Gesetze der kindlichen Seelenentfaltung und erhebe Gefügigkeit beim Kind zur Kardinaltugend! Wie humorlos und phantasiearm werden manche Kinder erzogen! Wie sehr hat man verlernt, dass Gehorsam nur ganz allmählich, ohne Terminsetzung und ganz behutsam, mit grosser Gelassenheit und Geduld erwartet werden darf!" (S.127)

"Wer seine Kinder in die Abwehrstellung treibt und aus ihnen durch Gewalt und Machtmittel Meuterer macht, der hat nicht verstanden, dass Erziehung eine Art Evangelium ist. Wirkliches Evangelium spricht immer die Ur-Worte: 'Fürchtet euch nicht, ich verkündige euch grosse Freude!' Jedem Verbot, das ein Erzieher ausspricht, sollte die ernsthafte Überlegung vorausgegangen sein: Was macht dem Kind noch mehr Freude als das, was ich jetzt verbieten will?!" (S.128)

"Gehorsam sollte nie direkt, nie auf geradem Wege 'erzielt' werden, sondern nur immer sozusagen als Nebenprodukt, ganz beiläufig, unauffällig und unbemerkbar." (S.128)

Das kann bis zur Revolutionsabsicht gehen:

"Kein Geringerer als Dostojewski hat darauf hingewiesen, dass Menschen, die sich selbst verachten, sich und andere ständig gefährden durch ihre zerstörende revolutionäre Gesinnung, weil sie sich an anderen dafür rächen wollen, dass das Schicksal sie benachteiligt hat." (S.234)

Rückfälle beim Bettnässen

"Es gibt bei bettnässenden Kindern [zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife] praktisch nur eine einzige Behandlungsmethode: die Wiederherstellung echter liebender Wahrnehmung und Geborgenheit, die Wiederherstellung eines seelischen Klimas, in dem das Kind sich unbekümmert und sorglos den Eltern überlassen kann. Ist das der Fall, dann hat es nicht mehr nötig, die Flucht nach rückwärts anzutreten." (S.138)

Rückfälle beim Daumenlutschen

"Später, beim älteren Kinde, bedeutet das Daumenlutschen eine Flucht nach rückwärts. Jetzt stellt es ein Mahnzeichen dar. Aber auch jetzt darf das Daumenlutschen nicht unterdrückt werden. Alle ironischen Bemerkungen und Beschämungen haben zu unterbleiben. Nicht so: Jetzt bist du 13 Jahre alt und hast den Daumen noch im Mund? Ich sage es deinem Lehrer, der wird es der ganzen Schulklasse erzählen, was du für ein Kerl bist. Mit Gelassenheit, einem feinen Taktgefühl und einem verständnisvollen Ignorieren erreichen (S.141) wir viel mehr.

Ältere Daumenlutscher sind empfindsame und störbare Menschen, die nur scher ihre Nöte verarbeiten. Ja aber soll denn mein neunjähriger Junge immer noch am Daumen lutschen, wenn er abends zu Bett geht? - so fragte eine besorgte Mutter. Ja, er soll es - er muss es sogar! Er hat sicher etwas nachzuholen.

Aber, nun gilt es ernsthaft und unermüdlich nachzusinnen, auf welche Art die Atmosphäre angstfreier und liebevoller Geborgenheit herzustellen ist." (S.142)

Nägelbeissen: Dinge in den Mund nehmen

"Das Nägelbeissen ist ebenfalls ein Zeichen von Seelenentbehrung. Wie unsinnig, es einfach unter Strafe zu stellen! Wie unsinnig, es moralisierend oder ästhetisch zu behandeln! Allen Nägelbeissern fehlt etwas, sie sind in Not geraten und wissen keinen Ausweg. Auch das Nägelbeissen ist eine regressive Lebensäusserung des Kindes, ein Zurückfliehen in einen frühkindlichen Raum, in dem es ganz natürlich war, ständig Dinge in den Mund zu nehmen." (S.142)


4. Das Essen beim Kind

Die falsche Autorität der Eltern - die Kinder sollen so bald wie möglich selber schöpfen lernen

"Dass Kinder essen müssen, ist schon das Unheil! Dass die Mahlzeit eine einzige Heulszene ist, liegt doch nicht an den Kindern, sondern an den Müttern!" (S.143)

"Warum man es nicht den Kindern überlässt, die Menge und die Art ihrer Nahrung selbst zu bestimmen, hängt mit der allgemeinen Verkennung des kindlichen Seelenwesens zusammen." (S.143)

"Wie grausam und unsinnig ist das Verhalten vieler Erzieher, wenn sie ihre Kinder zu ganz bestimmten und besonderen Speisen zwingen (oft sind es die Lieblingsspeisen der betreffenden Erzieher!). Es ist nicht nur ehrfurchtslos, solches zu verlangen, sondern in höchstem Masse krankmachend. Gerade aus diesen unerträglichen Szenen flieht das Kind in die Abwehrstellung." (S.144)

"Eine vernünftige Mutter lässt so früh wie nur eben möglich die Kinder selbst die Speisen nehmen, lässt die Kinder selbst bestimmen, wie viel Kartoffeln, wie viel Gemüse, wie viel Suppe sie mögen." (S.145)

"Was die Ernährung der Kinder anbetrifft, scheinen viele Mütter vergessen zu haben, dass die Mahlzeiten in erster Linie doch nicht dazu da sind, um die nötige Kalorienmenge einzhunehmen, sondern zur Bereitung einer wirklichen Freude, zum Empfang eines Segens." (S.145)

[Es gilt zu berücksichtigen, dass die Kinder lernen müssen, mengenmässig die Speisen abzuschätzen, so dass sie nicht zu viel auf den Teller schöpfen, was sie dann stehenlassen. Gleichzeitig muss man Resten auf dem Teller nicht immer gleich fortwerfen, sondern man kann sie im Kühlschrank noch einen Tag stehen lassen, und das Kind kann auf die Resten weiterhin Zugriff haben].

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5. Krankheiten beim Kind

Krankheit ist Zeit für Gespräche

Nein, das Kind ist nicht schuld, dass es krank ist, sondern die Umstände haben es krank werden lassen:

"Diese Krankheit ist gerade jetzt notwendig geworden." (S.159)

"Die Körperkrankheit ist für den erwachsenen Menschen oft der Ausweg aus innerer Seelennot." (S.165)

"Da gilt es jetzt mit besonderer Aufmerksamkeit, dem Kinde zuzuhören und behutsam eine noch engere Verbindung mit ihm aufzunehmen. Manche Kinder sind während ihrer fieberhaften Krankheiten 'durchlässiger' als in gesunden Tagen. Während dieser Krankheitstage besteht oft eine gute Gelegenheit, vom Kinde zu erfahren, was es in der letzten Zeit bedrückt und gequält hat, welche Kümmernisse und Erlebnisse nicht verarbeitet wurden, welche Strafen gar nicht verstanden wurden, wann die Strenge zu hart war und die elterliche Geduld zu mangelhaft." (S.159)

"Es ist ganz sicher, dass jedes körperlich kranke Kind von seinen Eltern und seinem ganzen Milieu jetzt das will, was es entbehrt hat. Es gilt alsbald zu erfahren, wo es dem Kinde 'fehlte'! Welch tiefe Bedeutung und wunderbare Weisheit liegt doch in jener Frage, die man kranken Menschen stellt: Was fehlt dir denn?!" (S.160)

"Gerade dauernd kränkelnde Kinder oder solche, die eine schwere Organkrankheit nach der andern haben, leiden oft an 'Unverstandensein'. Ihre seelischen Konflikte verdichten sich so sehr und so lange, bis der Körper unter der Last der angestauten Konflikte versagt. Oft opfert sich dann ein Körperorgan, es wird krank und durch die Seelenspannung in seiner Funktion gestört. An Stelle der Seele wird ein Organ (S.160) krank. Der Seele bleibt so das Schlimmste erspart. Von hier aus gesehen ist eine Körperkrankheit immer eine Gnade und voll tiefer innerer Weisheit. Bei jeder Krankheit vollzieht sich eine Art Lösung und Klärung, und aus jeder Krankheit sollte eine neue Lebenserkenntnis geboren werden." (S.161)

Das heisst: Eine organische Krankheit ist ein Zeichen für eine seelische Verstümmelung, und so soll eine seelische Krankheit verhindert werden, indem die Eltern sich mehr um das Kind kümmern müssen:

"Es muss sich oft Gewaltiges ereignen; in vielen Fällen sogar das Gewaltigste und Ungeheuerlichste: der Wahn, der nicht, wie die offizielle Psychiatrie annimmt, ein aus dem Körperlichen kommender Krankheitsprozess ist, sondern ein grossartiger Heilungsvorgang des seelengestörten Menschen." (S.165)


Strenge Hausordnung führt zur Verkümmerung der Seele

Solche Seelenmängel, die sich dann in Krankheiten äussern, sind z.B. die seelenlose Disziplin,

"wo die Hausordnung wochen- und monatelang zum Lebensinhalt wird: vom Wecken morgens um 6 Uhr, dem meist völlig sinnlosen Fiebermessen um 6 Uhr 15 und so weiter, bis zum Abendbrot um 6 Uhr abends und der tödlichen Langeweile bis zum Einschlafenkönnen! Der Tag ist ohne Höhepunkte. Täglich verkümmert die Seele mehr." (S.161)

Im Spital werden kaum Gespräche geführt - das Kind bleibt mit der Seelennot allein

"In den zur Verfügung stehenden Kinderabteilungen der allgemeinen Krankenhäuser werden meist die seelischen Belange der Kinder nicht im entferntesten mit der gleichen Aufmerksamkeit beachtet, mit der man das Körpergeschehen untersucht. Hieraus entsteht dem in das Krankenhaus 'eingelieferten' Kind viel Leid und Not." (S.161)

Die Krankheit im Kindesalter formt die Seele des Kindes mit - und provoziert Entwicklungsschritte

"Es [das Kind] besitzt noch die 'Fähigkeit', durch eine Körperkrankheit ganz umgewandelt zu werden, ja, seine Persönlichkeit kann sich von Grund aus erneuern." (S.166)

"Es gibt genügende und gründliche Beobachtungen, die die Behauptung rechtfertigen, dass eine Kinderkrankheit nicht nur den Sinn und die Aufgabe hat, dem Kind schwere und ernste Seelenkrisen überbrücken zu helfen, sondern einen Umwandlungsprozess der gesamten kindlichen Persönlichkeit zu vollziehen. Wir stehen jetzt unmittelbar vor der ketzerischen Formel, dass ein Kind also Kinderkrankheiten hat, um gesünder zu werden. Offenbar kann das Kind ohne Hilfe der Kinderkrankheiten nicht so gut und nicht so schnell die Anpassung und Eingewöhnung vollziehen, die die Erwachsenenwelt fordert. Es muss sich ständig wandeln, fortgesetzt lernen, unaufhörlich üben." (S.166)

Das gilt für Kinderkrankheiten wie Scharlach, Masern, Röteln, die psychologische auf das Kind wie eine Häutung wirken (S.167).

Das Kind nach den Kinderkrankheiten kennt seine Grenzen besser:

"Seine Ich-Entwicklung ist vollzogen. Es hat sich nach aussen abgegrenzt, es ist selbständig geworden. Es kann jetzt auch (S.167) seine Grenzen empfinden, es 'fliesst nicht mehr über'. Manches Kind hörte nach seiner Scharlacherkrankung auf, ein Bettnässer zu sein." (S.168)

Kinderkrankheiten können die kindliche Persönlichkeitsentwicklung in ein oder zwei Wochen sehr voranbringen wie sonst kein Einfluss von aussen es möglich machen würde (S.169).

Schutzimpfungen gegen Kinderkrankheiten verhindern Entwicklungen durch Krankheitserlebnisse bei Kindern

"Es sollte lediglich (S.172) daran erinnert werden, dass Kinderkrankheiten einen Sinn und eine innewohnende wichtige Aufgabe haben. Bei allen wohlgemeinten Absichten aller Schutzimpfungen gegen die Kinderkrankheiten scheint man doch eines vergessen zu haben, dass man mit den Kinderkrankheiten, die man 'beseitigt' und deren Entstehen unmöglich gemacht wird, auch die tätigen und heilsamen Funktionen dieser Krankheiten dem Kinde wegnimmt und raubt." (S.173)

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6. Das Gleichgewicht zwischen Gehorsam und Trotz finden lernen

"Gehorsam und Ungehorsam sind überhaupt nicht und niemals einfache Eigenschaften, die ein Kind hat oder nicht hat. Es sind Reaktionen des Kindes auf die Forderungen seiner Umgebung." (S.174)

"Das total gefügige Kind ist meist seelisch verarmt und in seinem Gemüt zertrümmert." (S.175)

"Ohne Autorität im Kindesalter wird Chaos und Verwahrlosung geerntet." (S.175)

"Erfüllt das Kind aber Forderungen, die ihm weder fremd noch feindlich sind, dann kann es Vertrauen haben, es weiss sich geborgen und es wendet sich liebend, unbekümmert und mit einem rührenden Vertrauen der kindfreundlichen Autorität zu. Es entfaltet sich wie eine Blume, die in der Sonne steht. Sie weiss von der Macht dieser Sonne, überlässt sich aber ganz dieser Macht, ja es bedeutet sogar höchstes Glück für sie, sich ihr hinzugeben." (S.175)

Strafprinzipien und Versöhnungsregeln

"Wie soll es [das Kind] bestraft werden? [...] Versteht das Kind die Strafe? [...] Mit moralisierenden Worten ist ein Kind vor dem siebenten Lebensjahr nicht zu erreichen. Ein älteres Kind kann wirksam mit Worten bestraft werden. Wirksam ist auch ein leichter Klaps auf die Hände, ohne jedes Wort. In besonderen Fällen kann eine Entbehrung verordnet und ein Verzicht befohlen werden, zum Beispiel eine Nachspeise nicht gegeben oder das Lieblingsspielzeug für einen Nachmittag eingeschlossen werden. Der plötzliche Ausschluss aus der Tischgemeinschaft kann notwendig werden. Das Kind isst in einem anderen Raum seinen Teller leer. Diese Strafe kommt natürlich nicht in Frage, wenn das Kind auch nur Spuren einer Angst verrät, allein sich in jenem Zimmer aufzuhalten!" (S.176)

"Versöhnungsversuche, die nach solchen kleinen Strafen vom Kinde aus angebahnt werden, sind nicht zurückzuweisen. Nach einer Strafe ist der Fall als erledigt zu betrachten. Es darf mit keinem Wort auf den Fehltritt des Kindes zurückgekommen werden. Die Versöhnung ist unbedingt abends, beim Gutenachtsagen der Mutter, am Bett des Kindes, noch einmal zu bestätigen und hervorzuheben. 'Es ist alles wieder gut!' Nie darf eine Strafe das letzte Ereignis des Tages sein!" (S.176)

Prügelstrafe nützt nichts

"Jede Prügelszene hat etwas vom Charakter einer Exekution." (S.177)

"Ebensowenig wie die Zahl der Todesurteile die Kriminalität eines Landes zum Absinken bringen kann, vermag eine Häufung von körperlichen Züchtigungen ein Kind 'zu bessern'." (S.178)

Strafen bis Zahnwechsel - Strafen ab dem Zahnwechsel

"Kinder unter sieben Jahren sollten nur 'sofort' und ohne Verzögerung bestraft werden. Ältere Kinder dagegen empfinden Affektstrafen meist als ungerecht und als peinvoll. Nur zu deutlich sehen sie im Affekt des Strafenden seine Schwäche." (S.179)

Strafen provozieren neue Angst - gewaltlose Erziehung ist eine Kunst

"Jeder Erzieher, der straft, sollte sich überlegen, was es bedeutet, durch Strafe Angst zu bereiten. Eine angstfreie Erziehung ist nur denkbar (S.179) im Rahmen einer gewaltlosen Erziehung. Gewaltlos zu erziehen ist unendlich mühevoller und schwieriger als die landläufige Methode. Wer je in einer Erziehungsberatungssprechstunde mithören konnte, weiss, wie wichtig es ist, diese landläufige Methode zu verlassen, ja zu verabscheuen! Mit Deutlichkeit entdeckt er die verheerende Wirkung der üblichen Gewalterziehung. Er erlebt sie als Misshandlung der Kinderseele. Er entdeckt aber auch, dass es sich lohnt, ein Kind gewaltlos zu erziehen.

Direkt schädigend und von weittragender Bedeutung ist die Angstbereitung als Strafmassnahme, zum Beispiel das Einsperren des Kindes in ein dunkles Zimmer oder in den Keller." (S.180)

"Nicht die Zucht und das moralisierende Wort helfen einem unverstandenen (S.180) Kind, sondern nur die behutsame und liebevolle Herausführung aus seiner Not, seiner Isolierung und der Knechtschaft der krankmachenden Energien angestauter und unverarbeiteter Konflikte. Nur so kann einem abwegigen Lebenslauf eine neue gesunde Richtung gegeben werden." (S.181)

Strafen: Die sinnlose "Strafarbeit"

"Mit wenigen Worten soll noch eine völlig kindfremde und rückständige Strafmethode erwähnt werden, die in Schulen bis heute üblich und anscheinend unausrottbar ist. Es ist das strafweise sinnlose Abschreiben eines Wortes, eines Satzes oder einer Buchseite. Gelegentlich wird die Strafe auch so verhängt: Du schreibst zehn Seiten aus dem Lesebuch ab!

'Strafarbeiten' dieser Art steigern den Affekt der Kinder durch das Bewusstsein der gänzlichen Nutzlosigkeit und Sinnlosigkeit dieser Tätigkeit, die gar nicht mehr den Namen Arbeit verdient. Das kommt meist auch zum Ausdruck in der schlechten Schrift solcher Abschreibereien. Wie deutlich empfindet das Kind die Krise der Autorität dessen, der eine solche Strafarbeit verhängt." (S.180)

Strafen: Belohnungen können wie Zuchtmittel wirken

"Täuschen wir uns nicht, auch Belohnungen sind Zuchtmittel und können den gleichen niedrigen Rang wie Prügel haben, wenn sie als Belobigung für Gefügigkeit und Unterwerfung verteilt werden." (S.180)


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7. Konstruktive und destruktive Schule

Leistungszwang blockiert die Kinderseelen [und auch die Seelen der Erwachsenen]

"Selten stehen dem dauernd körperlichen und seelischen Krisen und Revolutionen unterworfenen Kinde seine gesamte Fähigkeiten und sein vollständiges intellektuelles Können zur Verfügung. Jede Examenssituation sollte für den Prüfer eine sehr ernste und beunruhigende Prüfung seines eigenen Gewissens sein." [!] (S.183)

"Welch enorme Rolle spielen gerade beim Schüler und bei der Schülerin ab Sexta: Konflikte, Hemmungen, Furcht und Angst, Verlegenheit, Not, äusserste Verwundbarkeit des Scham- und Ehrgefühls, des Stolzes und des Selbstbewusstseins!" (S.183)

"Bei dieser Gelegenheit ist es wichtig hervorzuheben, dass die Lehrpläne und Leistungsziele der Schulbehörden noch auf die alte ehemalige unverbrauchte nervöse Substanz der Kinder zugeschnitten sind. Beides, Lehrpläne und Klassenleistungsziele, sind heute nicht mehr dem wirklichen Wesen des Kindes angepasst. Sie gehen nicht vom Kinde aus, sondern von einem vorgestellten und von Erwachsenen ausgeklügelten Leistungsprinzip, das den Lebensbedingungen des Kindes heute nicht mehr entspricht.

Schon das gesetzliche Festhalten an dem herkömmlichen Schuleintrittstermin verkennt sowohl die körperliche als auch die seelisch-geistige Entwicklung des heutigen sechsjährigen Kindes. Immer mehr bestätigt sich die Tatsache: erst das siebenjährige Kind ist schulbelastungsfähig." (S.185)

[Oder dann ist die Schule mit sechsjährigen Kindern eher ein Spiel als eine Schule].

Blockierte Kinder: Blockade, weil man die Kinder nicht kennt

Da steht z.B. im Zeugnis:

"Der Schüler X könnte bei grösserem Fleiss und besserer Aufmerksamkeit mehr leisten." (S.188)

Aber da sollte dann schon noch mehr stehen, was denn dieses Verhalten verursacht (S.189), denn:

"In den meisten Fällen von Lernschwierigkeiten handelt es sich nicht um verdeckte Intelligenzmängel, sondern um ein Unvermögen, das aus unverarbeiteten seelischen Konflikten kommt.

Der Schüler X kann überhaupt nicht fleissiger und aufmerksamer sein. Seine Seelenkräfte sind so stark gebunden, so sehr an Kampfplätzen seelischer Auseinandersetzungen beschäftigt und festgehalten, dass seine intellektuellen Fähigkeiten gebremst und gehemmt sind. Insbesondere seine Gedächtniskräfte und seine Lernfähigkeit." (S.189).

"Der Schüler X [...] sitzt vielleicht direkt vor dir in der Quarta und versucht seit einiger Zeit, um dein Herz zu kämpfen. Er braucht gerade dich jetzt, deine Hilfe. Er würde aufblühen, wenn du nicht nur 'feststellen' würdest, dass er nicht fleissig und nicht aufmerksam ist, sondern wenn du versuchen würdest, die Frage zu stellen: Warum kann er denn nicht jetzt fleissig und aufmerksam sein? [...]

Wir schreiben so: 'Der Schüler X könnte mehr leisten, wenn er sich besser verstanden wüsste...' " (S.190)

Gescheite und mit ihrem Ich verbundene Lehrer können Kinderseelen helfen

"Der im Leistungsprinzip tätige Lehrer muss seinen eigenen 'Schatten' kennen. Je gründlicher ein Lehrer seine eigenen 'Tiefenperson' erkannt hat, desto echter und wirksamer ist sein Helfen und sein Erziehen, vor allem aber desto gesundmachender ist sein persönlicher Kontakt. Kinderseelen sind ungeahnt empfindliche, feine und verwundbare Gefässe." (S.190)

Psychisch blockierte, sadistische Lehrpersonen mit eigenen inneren Konflikten spielen mit der Angst

"Ein Lehrer, der selbst unaufgelöste Konflikte hat, der als Junge schlecht behandelt, streng erzogen wurde, der nie im Raum einer Geborgenheit gelebt hat, wird jetzt durch den nicht verarbeiteten Konflikt seiner zu früh und zu brutal gebrochenen, natürlichen Aggressionsantriebe veranlasst, ständig hart und unerbittlich mit seinen Schülern zu sein. (S.190)

Er wird die tragische Erfüllung seines Lebens darin finden, endlich auch zu herrschen, mit einem Unfehlbarkeitsnimbus vor der Klasse auf und ab zu gehen, um prickelnd die Furcht und Angst der Schüler und Schülerinnen vor seinem Notenbüchlein wahrzunehmen.

Eine Lehrerin, die seit der Jugendzeit an einem nicht aufgelösten Schuldkonflikt leidet, ist aus diesem einen (ihr zwar unbekannten) Motiv unerhört genau und pedantisch. Ihr ganzes Leben ist eine einzige Sühneleistung für den sie belastenden Schuldkonflikt. Der Konflikt selbst ist längst verdrängt und weitgehend vergessen. Übriggeblieben ist eine 'rätselhafte' selbstquälerische Sucht, äusserst genau und peinlich korrekt zu sein. Unbewusst versucht sie dauernd Schuld abzutragen und wieder gut zu machen. Jetzt, als Lehrerin in einer höheren Schule, müssen die Kinder unter ihrer überkorrekten, pedantisch-genauen und ständig moralisierenden Art leiden. Ihre Zeugnisse sind hart, ihre Examenssituationen unbarmherzig. Wie sie gegen sich ist, ist sie auch gegen andere. Sie kennt und schätzt nur eines: die Leistung. Und das Tragische, sie kennt ihren Schatten nicht und muss so sein. Es fehlt ihr jede Selbsterhellung.

Es ist klar, dass beide Lehrkräfte, so lange die eigenen inneren Konflikte nicht gelöst sind,m eine ständige kinderfeindliche Atmosphäre ausatmen." (S.191)

[Am schlimmsten ist es für die Kinder, wenn sie selber psychisch blockierte Eltern haben, die es "gut" finden, wenn ein Kind von einer psychisch blockierten Lehrperson gequält wird. Diese Fälle sind nicht selten. Das Kind hat als Erwachsener dann die Aufgabe, sich von zwei Traumata gleichzeitig zu lösen, von den sarkastischen Lehrpersonen und von den sarkastischen Eltern].

Der Klassenprimus ist später oft gar kein "Primus" mehr

"Der Primus der Klasse sonnt sich allein, dank seiner robusten Veranlagung, in der Wonne eines immer mehr wachsenden Selbstwertgefühl. Die klägliche Rolle, die ein grosser Teil dieser Klassenbesten im späteren Leben spielt, beweist die ungesunde, mitunter psychisch abwegige Laufbahn, die begonnen wurde mit einem Brillantfeuerwerk gehirnlicher Intelligenz, provoziert durch einen verderblichen allzu frühen Ehrgeiz, und mit einer Seelenverarmung und menschlichem Versagen endete." (S.188)

Zu viel Schulstoff in der Schule

"Längst ist die höhere Schule zu einer 'Aufgaben-Schule' geworden. Der Schwerpunkt der Leistung wurde aus der Schule in die Familie verlegt. [...] Die Zahl der höheren Schüler, die ohne jede Mithilfe Erwachsener ihre Schulaufgaben erledigen, ist klein geworden." (S.193)

Der Angsttraum von der Überforderung durch eine Lehrperson

Die heutige pädagogische Situation der höheren Schulen ist ausweglos. Nichts ist dringlicher als eine Reform des "Leistungssolls" der höheren Schüler und Schülerinnen (S.193). Es gibt eine Reihe psychisch gesunder Erwachsener. Sie träumen bis in ihr hohes Alter in verschieden langen Abständen einen immer sich wiederholenden Angsttraum. Es ist der Traum, in dem der Lehrer ihres ehemals schwächsten Faches erscheint und eine unmögliche, noch nie gehörte Aufgabe stellt. Es ist der Angsttraum des nicht verarbeiteten, als seelische Verwundung immer noch weiter wirkenden Leistungsprinzips." (S.194)

Das Kind muss sich psychisch selber tragen lernen - das Gleichgewicht finden

"Es muss hervorgehoben werden, dass das heutige Kind nicht mehr mit irgendeiner Erziehungsmethode, die selbst vor etwa 20 Jahren noch 'verwendungsfähig' war, gefördert werden kann. Wir haben es, ganz allgemein gesagt, heute mit ungewöhnlichen Kindern zu tun. Gerade dieses Ungewöhnliche unserer Kinder ist die Ursache der ständig wachsenden pädagogischen Ratlosigkeit, der immer mehr wachsenden Erziehungsunsicherheit und nicht zuletzt des erschreckenden Nachlassens der Erziehungsbereitschaft. Mehr denn je ist der heutige Erzieher aufgerufen, selbst 'ungewöhnlich' zu werden.

Mehr denn je sind wir alle verpflichtet, nachdenklich zu werden und gewissenhaft zu prüfen, ob unsere Massstäbe und allgemeinen Leistungsnormen veraltet sind, ob sie aus Zeiten stammen, in denen ganz andere Kinder (S.194) lebten und atmeten, Kinder, die noch nichts ahnten und wussten [vom Bombenkrieg] [...].

Unsere Kinder haben scheinbar alles 'vergessen'. Aber die zerstörenden Bilder dieses modernen Grauens leben in ihren Seelen und haben ihr innerstes Sein verändert. Die Seelen unserer heutigen unverstandenen Kinder sind wie Pflanzen, die neue Gärten brauchen, neue Gärtner, ganz neue Bedingungen der pflege und der Behutsamkeit, und vor allem: ein ganz neues, noch 'festzustellendes' Leistungssoll." (S.195)


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8. Kinder zwischen Geschlechtsreife und Erwachsenenleben

Erwerbung des abstrakten Denkvermögens

"Jetzt erste beginnt seine Fähigkeit für begriffliches und abstraktes Denken. Jetzt vermag er das selbst zu beurteilen (S.100), was er früher gedächtnismässig gelernt hat. Jetzt kann er 'nachdenken'. Jetzt erst kann er beobachten und betrachten. Jetzt erst ist er weitgehend getrennt von allen Dingen und Erlebnissen. Er kann 'objektiv' sein." (S.101)


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9. Die Sexualerziehung

Die Kräfte der Sexualität müssen ins Gleichgewicht gebracht werden

Die jugendlichen Menschen entdecken mit der Sexualität, dass sie tierische Elemente in sich tragen. Damit ist ein lästiges Element des Lebens verbunden, denn:

"Zum Prinzip des Tierhaften gehört: Gewalt." (S.196)

Gewalt wird planmässig verdrängt:

"Wir behaupten, dass das, was sich in Hiroshima beispielsweise ereignete, noch überhaupt nicht wahrgenommen wurde, weil man sonst allein das Wort 'Hiroshima' nur knieend oder mit gefalteten Händen würde aussprechen können." (S.196)

Atheisten und Leistungsmenschen tun sich dauernd Gewalt an

"Viele (S.196) Bereiche der Person dieses von der göttlichen Welt abgeschnittenen Menschen sind wesenhaft krank geworden. Der Mensch, aus der Hand Gottes kommend, ist nur insofern und so lange wesenhaft Mensch, als er in seinem Lebenselement und in der Atmosphäre seines Ursprungs atmet. Der Fisch aufs Land geworfen, ist zwar noch Fisch, aber wesenhaft Fisch ist er nicht mehr. Nur im Element seines Lebens in der Atmosphäre seines Ursprungs: dem Wasser, bleibt er wesenhaft.

Tertullian, einer der ältesten Kirchenlehrer, sagte von der Menschenseele - nur ein in das Geheimnis der Seele Eingeweihter konnte das sagen! -: Sie sei naturaliter christiana (von Natur aus, naturgemäss Christus zugewandt, in dem Christus wesend und lebend); das würde heissen, dass nur so lange der Mensch wesenhafte Person ist, als diese Urnatur seiner Seele, das Göttliche in ihm tönt (Person, von personare = durchtönen, durchklingen!)" (S.197)

Die sexuelle Freiheit der Eltern hat ihre Grenzen

"Das Sexuelle [die umgesetzte sexuelle Gewalt], das aus der Person herausgefallen und das dem erkennenden Eros entfremdet war, brachte dem Menschen, ausser einer masslosen und beispiellosen Enttäuschung, nichts als Angst und Entsetzen." (S.198)

"Das zerstörende dämonisierte sexuelle Geschehen wirkt auf das Kind unserer Tage von vornherein krankmachend. In seiner ungeschützten Hilflosigkeit und Arglosigkeit wird es oft schicksalshaft in den Bann des Sexuellen gezogen." (S.199)

Sex vor den Kindern verwirrt die Kinder:

"Wie viel Verwirrung, schwere Konflikte, Ratlosigkeit, Entsetzen und Empörung, wie viel Hass und Seelennot entstehen, wenn Kinder im elterlichen Schlafraum Zeugen werden von sexuellen Beziehungen. Es ist gut, von Anfang an das Kind in einem besonderen Raum schlafen zu lassen und ihm schicksalsvolle Konflikte zu ersparen, an deren Verarbeitung mancher Mensch lange, oft lebenslang, zu tragen hat." (S.254)

Die Barbarei, wenn nur die Kraft der Sexualität regiert

"Aus der Theorie Darwins, der Herkunft und der 'Abstammung' des Menschen aus dem Tier, wurde ein praktischer Darwinismus und bald eine zoologische Barbarei." (S.199)

[Das Resultat war der Zweite Weltkrieg und die Vernichtung Mitteleuropas].

Das Christentum blockiert die Sexualität

"Aber nicht nur im ausserchristlichen Raum ist das Sexuelle belastet und entstellt, sondern auch mitten im Leben des offiziellen Christentums." (S.199)

In der Kirche "fand eine Missdeutung und eine 'welt'flüchtige Verächtlichmachung des Sexuellen und des Erotischen statt. Auch die sexuelle Erziehung, im christlichen Raum, war schon immer belastet durch die pessimistische Art der Menschendeutung und durch die Weltbilder derjenigen, die unentwegt alles Sexuelle ausschliesslich unter dem Gesichtspunkt der Gemeinheit und des Schmutzes sahen. Das hat nicht nur viele christliche Ehen zerstört, sondern auch eine vernünftige sexuelle Erziehung der Kinder so schwer gemacht. Es gab und gibt immer christliche Erzieher, die selbst mit dem sexuellen Problem nicht fertig geworden sind, und die, unfähig sich frei von falschen Vorurteilen zu machen, durch ihre moralistische Art mehr geschadet als genutzt haben. Nie konnten Kinder und Jugendliche zu solchen Erziehern Vertrauen haben. Ihre Sprechzimmer atmeten die eiskalte Luft eines religiösen Formalismus und Dogmatismus. Eines ist sicher: Nichts ist so sehr die Ursache von nervösen Störungen, Angst und Neurosen wie religiöser Formalismus und Dogmatismus." (S.200)

Das Eheversprechen an ein Geistwesen

"Was sagen sie sich? Sie sagten: 'Du bist es, ich bleibe bei dir, ich gehöre zu dir auf immer!'

Was ist das für eine Sprache? Es ist die Stimme der unverfälschten, noch nicht entstellten Natur des Menschen vor der Vertreibung aus dem Paradies; das Blickfeld für den Partner ist weder eingeengt durch seine Einschätzung als Sexualwesen noch durch einen anthropologischen Pessimismus. Es locken nicht ausschliesslich Sexualeigenschaften und es drohen keine dunklen Ängste vor Schmutz und Sündenschuld.

Nein, hier wird von Natur aus der Mensch eingeschätzt als ein geistiges Wesen. Als ein Wesen mit einer Seelenverwundbarkeit und einer angeborenen Würde, die er aus seinem Ursprung - und sei es in Spuren - noch an sich trägt. Denn nur einem geistigen Wesen mit unvergänglicher Seele kann man sagen: auf immer!" (S.201)

[Es handelt sich um Ideale, die auf der menschlichen Basis nur wenig durchgeführt werden können].

Zusätzlich hat jede Eheschliessung in der Kirche den Verdacht in sich, dass der Partner oder die Partnerin sich der Sünde Sex hingeben wolle bzw. die "Sündenangst" schafft in der Ehe totale Sexualkomplexe (S.201-202).

Sexualerziehung der Kinder ist mit Eltern mit Komplexen nicht möglich

"Wir brauchen es wohl nicht besonders zu betonen, dass eine vernünftige sexuelle Erziehung der Kinder in einem solchen Raum [mit Sexualkomplexen und der Definition von Sex als "Sünde"], ja eine gesundmachende Erziehung überhaupt unmöglich ist." (S.202)

Die herrischen Zurechtweisungen an eine drei Jahre alte Tochter, die beim Sitzen den Rock nicht heruntergezogen hat, schüchtert das Kind nur ein (S.204).

"Ein empfindsames Kind wird bald vereinsamt sein, verschüchtert, unbeholfen. Es erhält frühzeitig den verwirrenden und vergiftenden Eindruck, dass schon im unschuldigsten Tun etwas ist, was angeblich 'unanständig', gemein und schmutzig sein soll. Eine solche Bemerkung kann übrigens zum Schicksal eines Kindes werden, weil sie unabsehbare, krankmachende Wirkungen hat." (S.205)


Körperfeindliche Wissenschaftler sind der Feind der Kinder

"Die meisten Menschen, darunter viele Juristen, Theologen, Lehrer und andere Erzieher meinen, die 'Erfahrung und der gesunde Menschenverstand' seien völlig ausreichend, um in diesen Dingen der sexuellen Erziehung etwas zu verstehen. Auf keinem Gebiet wird so dilettantisch vorgegangen wie gerade auf diesem. Nur der mit dem Seelenwesen des Kindes Vertraute kann hier das Wort haben." (S.202)

Onanie ist normal

"Nichts ist verkehrter und zerstörender, als das Kind schon frühzeitig durch Verbote und strafende Worte oder gar durch Schläge an der Selbstberührung zu hindern. [...] Vergessen wir nicht, dass zunächst die lustbetonte Selbstberührung ein unverfälschtes, ganz natürliches Grunderlebnis ist, aus dem aber ein höchst kompliziertes verwirrendes Erleben werden kann. Die mit dem Grunderlebnis verkoppelte Freiheitstendenz wird bei der geringsten Provokation wach und bewusst." (S.203)

"Vor dem dritten Lebensjahr einem Kind, weil es seine Genitalien berührt, auf die Hände zu hauen, sollte unter allen Umständen unterbleiben. Durch eine solche Massnahme wird es ja geradezu darauf hingewiesen, dass es etwas Verbotenes getan und etwas 'Unanständiges' berührt hat. Etwas Verbotenes zu tun, ist schon für ein Kleinkind von vornherein reizvoller als etwas Erlaubtes. [...] Man unterlasse vor allen Dingen bei der ersten Entdeckung der Onanie eines Kindes die sittliche Entrüstung! Sie ist in keiner Weise angebracht. Welche Not und welche Schuldgefühle können eine einzige Bemerkung auslösen! [...] Und wenn längst die Schuldgefühle verdrängt wurden und in völlige Vergessenheit gerieten, kann die ihnen anhaftende Angst ein ganzes Leben vergiften." (S.206)

"Entstehen erhebliche körperliche Folgen bei einem onanierenden Kind? Diese Frage ist zu verneinen." (S.207)

Dabei verhält es sich so: "Die kindliche Onanie ist eine nahezu normale sexuelle Durchgangsstufe." (S.206)

[denn der Hormonschub der männlichen Jugendlichen lässt sich nicht anders abbauen als mit Onanie, da die Frauen erst mit 25 sexuell auf gleichem Niveau sind].

Mit dem Kind über Onanie reden

"Wie viel Behutsamkeit und Taktgefühl und wie viel Respekt vor der Schamhaftigkeit des Kindes (vor allem des Knaben) erfordert eine erste notwendige Unterredung zwischen der Mutter und dem Kind! Was hängt alles von einem solchen ersten Gespräch ab! Wie sehr kommt es darauf an, dass es ohne Drohung und liebevoll genug stattfindet. Vergessen wir aber nicht die Grenzen solcher Unterredungen und erinnern wir uns [...] vor allem daran, dass ein Kind vor dem siebenten Lebensjahr mit Worten nicht zu erreichen ist. Alle Drohungen und Gewaltmassnahmen bewirken in der sexuellen Erziehung genau das Gegenteil dessen, was erreicht werden soll." (S.207)

"Viel wichtiger als alle Worte, als alle moralistischen Versuche und Beeinflussungen, ist die Gesinnung einer wirklichen liebenden Wahrnehmung und Geborgenheit, die ein Kind gerade jetzt erleben muss. [...] Das Vertrauen des Kindes ist sofort erschüttert, wenn die Erzieher eine ständige Schnüffelei nach 'verbotenen' und 'unanständigen' Dingen unternehmen oder taktlose Verdächtigungen vorbringen." (S.208)

Verbot der Masturbation kann die spätere Revolte gegen die Eltern bedeuten

"Vergessen wir jenen bösen Kreislauf nicht, der dann in Gang kommt: Aus gedrosselter Freiheitstendenz wird Machtbedürfnis, aus Machtantrieb wird Aggression. Aus der Aggression gegen die Eltern und die Erzieher kommt immer und unaufhaltsam Angst und Schuldgefühl. Das sind die Stationen einer neurosefördernden Erziehung." (S.203)

"Es ist auffällig, dass von nahezu allen Erziehern immer wieder der Fehler gemacht wird, die Tatsache der Onanie des Kindes überzubewerten, zu wichtig zu nehmen und durch eine mangelnde Gelassenheit dem Kinde gerade das für seine kritische Situation so wichtige Bewusstsein der Geborgenheit zu rauben." (S. 204)


Geheimniskrämerei um Sexualität ist fehl am Platz

"Nichts ist ausserdem verkehrter und zerstörender, als bei älteren Kindern fortgesetzt in Geheimniskrämerei zu machen. So kommt das Sexuelle dauernd in den Bereich des Besonderen, des Verbotenen und Verschwiegenen. In Anwesenheit von Kindern sollte niemals leise gesprochen werden. Was zu sagen ist, soll so gesagt werden, dass auch das Kind es hört, oder man sollte warten, bis das Kind abwesend ist. Es wird sich nie eine offene Atmosphäre des Vertrauens bilden, die gerade im Kampf der Erzieher um die sexuelle Bewahrung so wichtig ist, wenn solche grundlegenden, die Würde des Kindes missachtenden Fehler gemacht werden. Dass sie dauernd gemacht werden, ist bewiesen durch die Tatsache, dass es ganz verschwindend wenig Kinder gibt, die in sexuellen Dingen ein offenes Wort zu ihren Eltern sagen können." (S.203)

[Die Verpornographierung der Gesellschaft durch Porno-Handys und Porno-DVDs ändert an der Verklemmtheit der Kinder nicht viel, weil ihnen weiterhin nicht gelehrt wird, wie man das Gleichgewicht der sexuellen Energien findet].

"Was ist zur sexuellen Aufklärung zu sagen? Sie kann stufenweise, dem kindlichen Zeitalter angepasst, schon früh beginnen, wenn das Kind Interesse zeigt. Wer seine Kinder abfertigt (S.209) mit den Worten: 'Das verstehst du noch nicht, du bist noch viel zu klein. Solch unanständige Dinge fragt man überhaupt nicht', kann wissen, dass er sein Kind verlassen hat und es in entscheidenden Dingen allein lässt." (S.210)

"Es gibt Kinder, die sehr frühzeitig geradezu einen Forschungsdrang entwickeln und unentwegt nach der Entstehung der Kinder fragen. Es kann nicht genug betont werden, dass die kindlichen Fragen eine aufmerksame und genaue Antwort notwendig machen. Keinesfalls ist der Forschungsdrang zu unterdrücken." (S.210)

"Fragen sind klar zu beantworten, aber nicht mehr, als aus der Frage hervorgeht. Besser Vater oder Mutter beantworten diese Fragen, als der bereits 'erfahrene' Schulfreund oder die Schulfreundin. Man kann es wohl als ein Verbrechen ansehen, wenn ein Mädchen von seiner ersten Menstruation überrascht wird, ohne zu ahnen, was das ist." (S.210)

"Bisher durfte die Schwester immer baden. Jetzt hat sie ihre erste Menstruation. Es ist ein grober Unfug, wenn dem Jungen nicht klarer Wein eingeschenkt wird." (S.211)

"Kinder, die mitten im heftigsten Onanie-Abgewöhnungskampf stehen, brauchen einen Partner, der nicht als Richter und Besserwisser auftritt, sondern der ein Freund ist." (S.211)


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10. Freizeiterziehung

Die Leere des Konsumismus

"Was heute die abendländische Zivilisation der Jugend an Kultur anzubieten hat, ist nur eine technisierte Scheinkultur. Eine Kulturindustrie grössten Stils arbeitet daran, der tödlichen Langeweile des entpersönlichten Menschen Herr zu werden. Die Zeitschriften müssen immer stärkere Reize bringen, um einen Rausch erzeugen zu können. Radio, Kino und Sportplatz zaubern für einige Stunden einen Rausch. Bald entsteht eine Süchtigkeit nach neuer Betäubung. Aber alles dies vermag nicht das seelische Vakuum auszufüllen. Das Entsetzliche der heutigen Situation ist, dass die Geistentbehrung nicht mehr empfunden und erlebt wird. Die Jugendlichen von heute wissen praktisch nicht, was sie mit ihrer 'Freizeit' anfangen sollen! Die Technisierung des ganzen Lebens drängt den Menschen immer mehr in eine passive Rolle." (S.212)

Die Technisierung des Lebens provoziert die allgemeine "Seelenverödung" (S.213).



11. Wenn Kinder Kinder haben

Sex als Ablenkung aus der Seelenverödung ist gerade gut genug

Kinder, die z.B. eine Seelenverödung durch frühen Schulabbruch und Arbeit im Jugendalter erleiden, sind besonders gefährdet:

"Durch nichts werden gerade diese jungen Menschen intensiver beeindruckt als durch den sexuellen Rausch; denn gerade auf den Menschen, der sich im Zustand der Seelenverödung, der inneren Leerheit und dumpfen Erlebnisarmut befindet, wirkt das Sexuelle besonders faszinierend und versetzt ihn in die helle Scheinwelt eines Glücks." (S.213)

Und wenn solche seelenverödeten Menschen wieder Kinder bekommen, die wieder  seelenverödet aufwachsen, dann geht der Kreislauf der Seelenverödung weiter (S.215).

Seelisches Kind geblieben

"Da Margarete nicht wirklich und nicht wesenhaft von ihrer Mutter geliebt wurde, war sie selbst unfähig geworden, sich und andere Menschen zu lieben." (S.234)

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12. Scheidung und die Folgen für die Kinder

Entwicklung von Dauerangst und Kontaktgestörtheit

"Es ist psycho-logisch, dass Kleinkinder, die in der seelenvergifteten Welt einer kranken Ehe atmen und die die entsetzlichen Szenen miterleben, wie sie nahezu jeder Ehescheidung vorausgehen, für lange Jahre ihres Lebens seelisch beeinträchtigt sind, sei es, dass sie kontaktgestört, gehemmt, ängstlich, misstrauisch werden, oder dass sie infolge der erlebten 'Härte' und Ungeborgenheit in ihrer gesamten geistigen Entwicklung gestört bleiben." (S.241)

Das Kind bleibt allein ohne Eltern - vorzeitige seelische Vergreisung

"Jedes Kind spiegelt irgendwie die Situation der Ehe wider, aus der es kommt. Zu früh erleben die heutigen Kleinkinder den krassen Unterschied zwischen sich und der Aussenwelt, der vielfach das Organ,m das Kind wahrzunehmen (der Kindersinn!), und die Ehrfurcht vor dem Kinde fehlt. Ja, eines Tages sehen sie diesen tiefen klaffenden Riss, und ihr Bewusstsein füllt sich bald mit der Gewissheit des Abgetrenntseins. Wir wollen nicht zögern, dieses Erlebnis als einen Zustand der Angst und der Verlassenheit zu bezeichnen. Der Seelenraum, in dem diese Kinder atmen, hat nichts Bergendes und Tragendes mehr. Es besteht keine Zusammengehörigkeitsgewissheit mehr, aus der das so notwendige blinde und unbekümmerte Sichüberlassenkönnen kommt. Sie erleben also jetzt schon etwas, was sich bei einer gesunden Entwicklung vielleicht erst mit sechzehn oder achtzehn Jahren vollziehen darf. Wir wollen weiter nicht zögern, diesen Vorgang als einen frühen Vergreisungsprozess anzusehen." (S.242)

13. Schlussfolgerung

Wir brauchen immer ein Gleichgewicht zwischen Geborgenheit und der Analyse der Pädagogik. Die Analyse ist ein Hilfsmittel, um die Geborgenheit in der Familie aufrechtzuerhalten und um Hindernisse in den Mechanismen in der Familie zu orten. Entscheiden bei Erziehungsproblemen ist, dass sich Kind und Eltern reflektieren können und sich beide Teile ernst nehmen, um das Gleichgewicht zu wahren.


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