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Grillieren. Meldungen

Welche Grillmethoden zu guten Resultaten führen

von Michael Palomino (2006 / 2009)

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3.9.2010: <Gib der Kohle richtig Feuer!>

<Niemals Brandbeschleuniger verwenden!

Spiritus und Benzin gehören nicht auf die Holzkohle. Sie stinken und verleihen dem Grillgut eine widerliche Geschmacksnote. Sobald die Kohle auch nur etwas angeglüht ist, sollte man selbst spezielle Grillanzünder nicht mehr hinzugießen. Stichflammen verursachen binnen Bruchteilen von Sekunden schwerste Verbrennungen. Die bis zu 1800 Grad heißen Flammen führen zu irreparablen Verletzungen der Haut. Beim Grillen meist an Unterarmen, Bauch, Hals und im Gesicht. Jährlich werden rund 4000 Grillunfälle gemeldet. In diesem Jahr mussten bereits 500 Freizeitgriller mit Brandwunden im Krankenhaus behandelt werden [1].

Flüssig-Grillanzünder

Im Vergleich zum Spiritus oder gar Benzin verbrennen die flüssigen Grillanzünder langsam und rückstandsfrei. Allerdings stinkt die auf N-Parafin oder Petroleum basierende Flüssigkeit anfangs ein wenig. Den Anzünder sparsam über die Kohlen gießen, etwas einziehen lassen und dann mit einem langen Streichholz entzünden. Auch wenn die flüssigen Feuerhelfer nicht zur Verpuffung neigen, können sie Stichflammen auslösen, sobald sie auf bereits glühende Kohlen geschüttet werden. In Deutschland müssen Flüssiganzünder den TÜV-Stempel tragen. Falls nicht: Finger weg [2].

Feststoff-Anzünder

Immer noch die beste Art, seinen Kohlen Feuer zu machen. Die festen Anzündhilfen gibt es aus verschiedenen Stoffen. Meist handelt es sich um Holzfasern oder Holzwachs, sie werden aber auch als Parafin-Würfel angeboten. Keine Kaminanzünder verwenden! Die sehen zwar den Grillanzündern ähnlich, riechen beim Abbrennen jedoch stärker und rußen. Die Verwendung ist einfach: Die Kohle zu einer kleinen Pyramide aufschichten, Würfel drunter, mit einem langen Streichholz anzünden und abwarten. Bei Bedarf Luft durch einen Blasebalg, Föhn oder speziellen Handkurbel-Lüfter zuführen. Feststoff-Anzünder sollten die erste Wahl sein, wenn Kinder in der Nähe sind. Es kann keine Stichflammen oder Verpuffungen geben. Und Flaschen mit brandgefährlichem Inhalt stehen auch nicht herum [3].

Nur die Kohle zählt

Auch wenn sie alle schwarz und staubig sind: Es gibt Holzkohle mit verschiedenen Brennwerten in unterschiedlichen Formen und Qualitäten. Generell wird Holzkohle in Stücke und Briketts, auch Kissen genannt, unterschieden. Die leichten Holzkohlestücke sind ideal für das schnelle Grillen von Grillgut mit kurzer Garzeit. Sie lassen sich leicht entzünden und glühen in knapp 20 Minuten durch. Allerdings ist eine normale Grill-Befüllung in gut einer Stunde verbraucht. Für den längeren Grillabend oder größeres Grillgut eignen sich die Briketts am besten. Sie bestehen aus Holzkohle, die mit Bindemitteln wie Mais- oder Kartoffelstärke versetzt und in Form gepresst werden. Briketts brauchen länger zum Durchglühen, halten die Hitze jedoch auch noch nach zwei Stunden. Zur Holzkohlegewinnung wird zumeist Buche verwendet. Sind auf der Tüte nicht ausdrücklich die verwendeten Hölzer aufgeführt, lieber nicht kaufen. Unter Umständen sind bei der Herstellung auch Reste aus belasteten Althölzern verwendet worden. Den neusten "Modellen" unter den Briketts werden Kokosnussschalen beigemischt. Die Fasern steigern den Brennwert und die Brenndauer erheblich [4].

Der Anzündkamin

Die beste Anzündhilfe überhaupt: der Anzündkamin. Wer häufiger grillt, kann sich mit dem unscheinbaren Gerät das Griller-Leben erheblichen vereinfachen. Der Anzündkamin sieht aus wie ein großer Wasserkocher, der im Boden und dem unteren Rand Löcher hat. Er wird mit Holzkohle gefüllt und mit einem Feststoffanzünder angefeuert. Durch die schmale Bauweise entsteht ein starker Sogeffekt, wenn die heiße Luft aufsteigt und frische Luft aus dem Bodenlöchern des Kamins ansaugt. Selbst Briketts sind in gut 20 Minuten durchgeglüht. Danach den Anzündkamin in der Feuerschale des Grills auskippen und mit dem Grillen beginnen [5].

Kartons und Zapfen - Alternative-Anzünder

Alternative-Anzünder Grill-Puristen vermeiden jedwede chemische Anzündhilfe. Sie schwören auf die Brennwirkung von Eierkartons im Zusammenspiel mit dem Anzündkamin. Einige favorisieren trockene Tannenzapfen und Holzspäne. Die Zapfen brennen zwar recht heiß, erzeugen jedoch viel Rauch. Die Tanne aus dem Garten gehört jedoch nicht in die Feuerschale. Ihre Harze erzeugen Bitterstoffe, die das Fleischaroma ruinieren können [6].

200 Grad liegen an, Herr Grillmeister!

Das Grillgut sollte erst dann auf den Rost, wenn die Holzkohle von einer hellen Ascheschicht überzogen ist und heiß genug glüht. Die Temperatur am Rost sollte mindestens 200 Grad betragen. Wer kein Thermometer zur Hand hat, kann eben diese zum Hitzetest nehmen. Die flache Hand auf Höhe des Rostes halten und zählen "1 Mississippi, 2 Mississippi, 3 Mississippi …" Wenn man ab "4 Mississippi" seine Hand reflexartig zurückzieht, liegen etwa 200 Grad an.

Und so heiß muss es sein, damit die Maillard-Reaktion startet, benannt nach dem französischen Chemiker Louis Maillard. Wenn die Zuckermoleküle und Eiweiße im Fleisch miteinander reagieren, entstehen braune Farbpigmente und Aromastoffe - eben die leckere Kruste beim Braten und das typische Aroma von gegrilltem Fleisch. Ist die Temperatur zu niedrig, klebt das Fleisch am Rost, ist sie zu hoch, verbrennt unter Umständen der Zucker und das Aroma wird bitter.

Die Hitze am Holzkohlegrill kann mit drei Methoden reguliert werden:
1: Die Holzkohle auseinanderziehen, um die Hitze zu senken. Die Kohlen wieder zusammenschieben, um sie zu erhöhen.
2: Das Rost in der Höhe verstellen.
3: Bei Kaminzuggrills die Luftzufuhr drosseln. Je weniger Luft von unten nachströmt, desto niedriger die Temperatur [7].

Smoking Chips

Ein besonders Aroma erhalten Fleisch und Fisch durch den Rauch von Nuss- und Fruchtbaumhölzern. Dafür müssen keine kompletten Scheite ins Feuern wandern. Es gibt die sogenannten Smoking Chips in verschiedenen Variationen. Sie werden etwa eine Stunde vor dem Grillen in Wasser eingelegt und dann über die glühende Holzkohle gestreut. Viele bessere Gasgrills haben für die Chips eigene kleine Rauchkammern. Damit der aromatische Rauch auch gut ins Fleisch ziehen kann, sollte der Grill am besten einen Deckel haben. Perfekt dafür geeignet sind Kugelgrills. Doch nicht jede Holzart passt zu jedem Gericht. Hickory, Apfel und Ahorn sind ideal für Schwein, ein Mix aus Apfel, Kirsche und Eiche passen gut zu Geflügel, Mesquite harmoniert mit Fisch wunderbar. Kirsche ist der Alleskönner, der Geflügel als auch Schwein und Rind gleichermaßen gut würzt [8].>

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6.7.2011: Grilltipps von n-tv

aus: n-tv online: Umweltbilanz beim Grillen: Grillkäse schädlicher als Bratwurst; 6.7.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Grillkaese-schaedlicher-als-Bratwurst-article3751531.html

<Wer vegetarische Alternativen sucht, fährt mit Maiskolben gut.

Letztlich ist es wohl sowieso Geschmackssache, was auf den Grill kommt. Doch wer sein Barbecue guten Gewissens angehen will, der sollte auf Rindersteaks und Grillkäse besser verzichten. Bei der Wahl des Geräts trumpft der Elektrogrill mit der besten Ökobilanz auf.

Auch beim Grillen können Verbraucher Gutes für die Umwelt tun: Wer nicht nur Wert auf Geschmack und Qualität seiner Steaks legt, sondern auch die Umwelt schonen will, sollte schon beim Einkauf auf die richtige Auswahl achten. Der TÜV Rheinland hat die Ökobilanz von Fleisch, Käse und Gemüse untersucht und gibt Tipps für einen umweltfreundlichen Grillabend.

Was schneidet bei der Ökobilanz am schlechtesten ab?

"Klimasünder" ist demnach vor allem Rindfleisch, gefolgt von Grillkäse. Hähnchenfleisch liegt im Mittelfeld. Schwein und Würstchen schneiden noch deutlich günstiger ab. Am besten für das Klima aber ist gegrillter Mais.

Wie lassen sich umweltschädliche Emissionen vermeiden?

Allein rund 18 Prozent klimaschädlicher Emissionen spart man, wenn auf Rindfleisch und Grillkäse verzichtet wird und stattdessen Gemüse, Würstchen oder Schweinefleisch auf den Rost kommen. Die TÜV-Experten haben für eine achtköpfige Grillrunde die Umweltauswirkungen der jeweiligen Produkte analysiert, angefangen von der Herstellung und Erzeugung über den Transport und Verkauf bis hin zur Verwertung. Einkaufspreis, Qualität oder Geschmack spielten keine Rolle.

Welchen Einfluss hat die Wahl des Grills?

Die Wahl zwischen Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill ist laut TÜV für die Umwelt längst nicht so wichtig wie die Auswahl des Grillguts, das nahezu 95 Prozent der klimarelevanten Emissionen beim Grillen verursacht. Allerdings entstehen je nach Grillart Emissionen, die etwa einer Autofahrt von rund 120 Kilometern mit einem Mittelklassewagen entsprechen.

Welcher Grill ist am umweltfreundlichsten?

Der Elektrogrill schneidet bei der Ökobilanz am günstigsten ab, gefolgt vom konventionellen Holzkohlegrill sowie dem Gas- und dem Einweggrill. Beim Materialverbrauch kommen der Gas- und der Einweggrill am schlechtesten weg - der Gasgrill, weil er für die Herstellung des verwendeten Butans eine nicht erneuerbare Ressource nutzt und der Einweggrill, weil er nur einmal verwendet werden kann. In punkto Abfallvermeidung ist der Einweggrill ohnehin die ungünstigste Alternative.

AFP>

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16.7.2011: Kasseler nicht grillen - gepökeltes Fleisch nicht grillen: Es entstehen Schadstoffe

aus: gmx Meldungen: Kasseler gehört nicht auf den Grill; 16.7.2011;
http://www.gmx.net/themen/essen-geniessen/gesund_geniessen/587vvsq-kasseler-nicht-grillen

<Bonn (dpa/tmn) - Gepökelte Fleischwaren wie Kasseler, Wiener Würstchen und Leberkäse gehören nicht auf den Grill. Darauf weist der Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn hin.


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/essen-geniessen/gesund_geniessen/587vvsq-kasseler-nicht-grillen#.A1000146

Kasseler sollte nicht gegrillt werden. Denn das im Pökelsalz enthaltene Nitrit reagiert durch die Hitze mit Eiweißen im Fleisch zu gesundheitsschädlichen Nitrosaminen. Auch geräucherte Lebensmittel eignen sich nicht zum Grillen.

Am besten sind magere Fleischstücke, aus denen weder Fett noch Saft in die Glut tropfen kann. Sonst könnten sich krebserregende Stoffe entwickeln. Aus demselben Grund sollten Marinaden auch immer gut vom Grillgut abgestrichen werden, bevor es auf den Rost kommt.>


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/essen-geniessen/gesund_geniessen/587vvsq-kasseler-nicht-grillen#.A1000146
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Welt online, Logo

12.8.2011: <Gesundes vom Rost: Kräutermarinade senkt beim Grillen das Krebsrisiko>

aus: Welt online; 12.8.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13541398/Kraeutermarinade-senkt-beim-Grillen-das-Krebsrisiko.html

<Autor: Jörg Zittlau.

Experten empfehlen eine Marinade aus Rosmarin und Thymian.

Ein gängiges Vorurteil: Fleisch vom Grill ist krebserregend. Doch das Risiko lässt sich minimieren. Etwa mit selbstgemachten Kräutermarinaden.

Deutschland ist Grillland. In acht von zehn Haushalten lässt man sich hier sechs bis 20 Mal die Düfte gegrillter Koteletts, Fleischspieße und Bratwürste um die Nase wehen – egal ob der Sommer herbstlich ausfällt oder der Herbst schon ins Winterliche kippt. Obwohl immer wieder warnende Stimmen zu den gesundheitlichen Risiken dieser Tradition zu hören sind.

Doch dies sollte selbst sensible Gartenparty-Fans nicht beunruhigen. Denn Wissenschaftler fanden heraus, dass Grillen in mancherlei Hinsicht sogar besonders gesund ist – und seine Risiken lassen sich problemlos minimieren.

Tatsache ist, dass beim Grillen von Fleisch aus Aminosäuren, Zucker und Muskelkreatin heterocyclische aromatische Amine (HAA) entstehen, die im menschlichen Körper für oxidativen Stress sorgen, das Erbgut verändern und dadurch Krebs auslösen können.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg untersuchte kürzlich den Zusammenhang dieser Problemstoffe mit dem Krebsrisiko. Das Ergebnis: In der Gruppe mit den höchsten HAA-Verzehrmengen fand man etwa 50 Prozent mehr Adenome (Polypen, die zum Krebsgeschwür auswachsen können) im Darm als bei den Personen mit den niedrigsten Verzehrquoten. Und dieser Unterschied lasse sich, wie Studienleiterin Sabine Rohrmann betont, „nicht allein durch den generell höheren Fleischkonsum erklären“.

Vielmehr gebe es einen klaren Zusammenhang zwischen der Vorliebe für stark Gebratenes und der Häufigkeit von Adenomen. Weswegen Rohrmann warnt: „Vorsicht beim Grillen und Braten – lieber Schmorgerichte oder andere Zubereitungsarten wählen, die mit geringerer Hitze auskommen.“ Zudem sei beim Grillen zu bedenken, dass heterozyklische Amine nur ein Teil des Giftcocktails sind, der in Fleisch und Würstchen entstehen kann.

So bildet sich in der Kruste mit Acrylamid eine weitere Problemsubstanz, und wenn das Fett aus dem Fleisch in die glühende Kohle tropft, entstehen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die beim Verdampfen auch im Grillgut hängen bleiben. Acrylamid und PAK besitzen als Krebsauslöser ebenfalls ein beachtliches Potenzial.

In statistischen Erhebungen hatten Menschen, die viel durch- oder mediumgegrilltes Fleisch aßen, ein dreifach höheres Magenkrebsrisiko als eine Vergleichsgruppe, die vorzugsweise leicht angebratenes Fleisch auf ihrem Teller hatten. Ähnliche Zusammenhänge wurden auch für Blasen- und Prostatakrebs gefunden. Dies sind schon ziemlich bedenkliche Fakten.

Gesundheitliche Vorzüge des Grills

Andererseits bietet Grillen durchaus auch gesundheitliche Vorzüge. Englische Forscher entdeckten in gegrillten Würstchen keine einzige Salmonelle mehr, während sich der Erreger bei der Zubereitung auf dem in der heißen Abluft des Kohlefeuers beim Barbecue, erst dann komplett verabschiedete, wenn die Wurst unappetitlich verkohlt war. Der amerikanische Mikrobiologe John Luchansky fand heraus, dass Grillen in starkem Maße gefährlichen Escherichia-coli-Stämmen zusetzt – und das ist ja ein Argument, was man gerade in Zeiten von EHEC nicht ignorieren sollte.

Wer Fische auf den Grill legt, kann laut chinesischen Wissenschaftlern davon ausgehen, dass er beim anschließenden Verzehr weitaus schwächer mit Quecksilber belastet wird als beim Besuch im Sushi-Restaurant. Der Grund: Die hohen Grilltemperaturen und die damit einher gehenden Veränderungen in Chemie und Gewebestruktur schlagen auf die Bioverfügbarkeit des Schwermetalls. Allerdings gehen sie zu auch zu Lasten der Bioverfügbarkeit von Spurenelementen wie Kupfer und Zink.

Dafür enthalten Fleisch und Fisch vom Grill weniger Fette als ihre Pendants aus der Pfanne. Die naheliegende Erklärung: Das Grillgut schmort weder in fremden noch in eigenem Saft, sondern sein Fett tropft hinab in die Glut. Was allerdings wiederum das Aufziehen PAK-haltiger Dämpfe zur Folge haben kann – hier wird also eher der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben.

„Doch dieses Risiko lässt sich leicht reduzieren, indem man spezielle Schalen benutzt, die den Saft auffangen“, erklärt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Diese Schalen sind idealerweise gerippt, so dass sie nicht nur das Abtropfen verhindern, sondern auch, dass die Grillstücke im eigenen Saft baden.

Nicht ablöschen und selbst marinieren

Wie sich überhaupt die Gesundheitsrisiken beim Grillen problemlos reduzieren lassen. Dazu gehört, dass man das Grillfleisch nicht, wie es oft üblich ist, mit Bier „ablöscht“. Geschmacklich bringt das nämlich wenig bis gar nichts, weil das alkoholische Getränk viel zu schnell verdampft, doch die Zeit reicht, um neue giftige Stoffe entstehen zu lassen.

Einige Grillexperten raten auch davor ab, das Fleisch vor dem Grillen mit Marinade zu behandeln. Tatsächlich aber bietet diese Zubereitungsform, wie aktuelle Forschungen belegen, sogar gesundheitliche Vorzüge. Sofern die Marinade nicht mit Stärke – sie bildet unter starker Hitze gefährliches Acrylamid –, sondern mit der richtigen Gewürzmischung abgemischt wird.

Scott Smith von der Kansas State University untersuchte, mit welcher Kräutermarinade sich am besten potenziell krebserzeugende Prozesse auf dem Grillgut verhindern lassen. „Denn Gewürze enthalten natürliche Antioxidanzien, mit denen man die HAA auf dem Fleisch reduzieren kann“, erklärt der amerikanische Lebensmittelchemiker.

Als besonders wirkungsvoll erwies sich eine Rosmarin-Thymian-Marinade, sie reduzierte die problematischen Amine um 87 Prozent. Ähnliche Erfolge erzielte eine Mischung aus Oregano, Thymian und Knoblauch, aber auch Senf, Salbei und Basilikum besitzen ein enormes antioxidatives Potenzial.

Bleibt die Frage, ob Grillfreunde akzeptieren, dass ihr Steak nach Rosmarin oder Thymian schmeckt. Doch diese Bedenken kann Smith zerstreuen: „Meistens merkt man gar nicht, wenn das Fleisch vorher mit Rosmarinextrakt bestrichen wurde.“

Der Grund: Hauptverantwortlich für den Geschmack von aromatischen Kräutern wie Rosmarin und Thymian sind ihre ätherischen Öle – und die verdampfen in der Grillhitze nahezu rückstandlos in der Luft. Wer freilich will, dass sich der Kräutergeschmack durchsetzt, sollte sein Fleisch noch am Abend vor dem Grilltermin mit der Marinade bestreichen. In jedem Falle aber sollte er sie eigenhändig auftragen. Denn bei den vormarinierten Grillprodukten des Handels handelt es sich nicht selten um Mogelpackungen, in denen mangelhafte Fleischqualität unter einem bunten Marinadenaufstrich versteckt wird.

Weniger Mogelpackung, dafür aber grilluntauglich sind gepökelte Waren wie etwa Kasseler, Speck, Leberkäse, Bockwürstchen und Fleischwürste. Denn die wurden in der Regel mit Nitritsalzen konserviert, die sich unter Hitze zu krebserregenden Nitrosaminen verwandeln.

Strittig: Geflügel auf dem Grill

Strittig ist auch, ob helles Hühner- oder Putenfleisch auf den Grill darf. Denn das enthält zwar in der Regel weniger Fett als Schweine- und Rinderprodukte, doch dafür entwickelt es unter extremer Hitze bis zu 30 Mal so viele oxidative Schadstoffe. Inwieweit das konkrete Auswirkungen auf das Krebsrisiko hat, wurde bisher nicht untersucht.

Immerhin konnte aber Lebensmittelforscherin Monika Gibis von der Universität Hohenheim nachweisen, dass sich die Hühner-HAA durch eine Marinade aus Olivenöl, Zwiebeln, Zitronensaft und Knoblauch ausbremsen lassen. Die optimale Mischung liegt bei 31 Prozent Zwiebeln, 29 Prozent Knoblauch und 15 Prozent Zitronensaft, der Rest ist Öl. Doch selbst wenn man tatsächlich diese Quoten exakt einhält – auch diese Mischung wird die Schwemme aggressiven oxidativen Substanzen aus dem gegrillten Huhn in den menschlichen Körper nicht hundertprozentig aufhalten können.

Hundertprozentig sicher sind dafür die Gefahren, die von den Verbrennungsunfällen beim Grillen ausgehen. In der Hochsaison passieren hierzulande bis zu 3000 Grillunfälle pro Monat, und von denen zieht, wie Andreas Gohritz von der Medizinischen Hochschule in Hannover warnt, „jeder fünfte schwere Verbrennungen mit bleibenden Schäden nach sich“.

Der Wiederherstellungschirurg hat 50 Grillunfälle ausgewertet, die in seiner Klinik behandelt wurden. Im Durchschnitt verbrannten 21 Prozent der Haut, bei einem Patienten waren es sogar zwei Drittel der Hautoberfläche. Hauptauslöser waren Brandbeschleuniger wie Benzin und Spiritus, die bis zu 1800 Grad Hitze und eine zehn Meter hohe Stichflamme entwickeln können. Fachleute empfehlen daher, die Kohlebrickets fürs Grillen nur mit trockenen Anzündwürfeln zu entfachen.>

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27.4.2012: Grillanweisung

aus: n-tv online: Wurst, Material, StandortLecker und sicher grillen; 27.4.2012;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Lecker-und-sicher-grillen-article6132111.html

<Ob im eigenen Garten, im Park oder auf dem Balkon - der Frühling ist da und in Deutschland beginnt die Grillsaison. Doch damit Bratwurst & Co. zum einen gut gelingen und zum anderen nicht zum Sicherheitsrisiko werden, gibt es einiges zu beachten.

Für Asthmatiker ist der Rauch eines Holzkohlegrills unangenehm. Abhilfe schaffen Gas- oder sogenannte Vertikal-Grills.

Sommerliche Temperaturen werden in den kommenden Tagen in weiten Teilen Deutschlands erwartet - für viele Bürger Gelegenheit, die Grillsaison zu eröffnen. Für ein sicheres und gesundes Grillen gibt es aber ein paar Dinge zu bedenken.

Wo sollte der Grill stehen?

Der Grill braucht einen sicheren Standplatz auf festem und ebenen Untergrund, in der Nähe sollten sich keine brennbaren Materialien wie etwa Lampions oder ein Sonnenschirm befinden. Wer einen Holzkohlegrill im Windschatten platziert, vermeidet Funkenflug. Spielende Kinder müssen in jedem Fall vom Grill fern gehalten werden.

Wie kleidet sich der Grillmeister?

Schürze, Grillhandschuh und langes Grillbesteck sind der beste Weg, um sich vor heißen Fettspritzern zu schützen. Wer solch einen Aufzug beim Grillfest albern findet, sollte sich die Statistiken ansehen: Etwa 4000 Grillunfälle gibt es im Jahr, rund 500 davon mit schweren Verbrennungen, unter deren Folgen die Betroffenen zum Teil ihr Leben lang leiden.

Wie wird die Holzkohle am besten entzündet?

Die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin rät von Brennspiritus oder gelartigen Grillpasten ab. Denn Spiritus und Benzin können zu leicht entflammbaren, unter Umständen hochexplosiven Gemischen verdunsten. Auf jeden Fall sollten es auf Sicherheit geprüfte Grillanzünder sein, feste Grillanzünder gelten als am sichersten.

Ab wann dürfen Fleisch und Würstchen auf den Grill?

Erst sollte die Kohle gut durchgeglüht sein, bevor das Grillgut auf den Rost kommt. Die richtige Grilltemperatur ist erreicht, wenn sich auf der Kohle eine weiße Ascheschicht bildet - was je nach Grill bis zu einer knappen Stunde dauern kann. Der Abstand des Rosts mit dem Grillguts zur Glut sollte nicht zu gering sein, sonst verbrennt es schnell: Lieber bei niedrigen Temperaturen etwas länger grillen. Verkohltes Fleisch schmeckt nicht nur schlecht, es ist auch ungesund.

Wozu sind Grillschalen gut?

Sie dienen der Sicherheit, weil vom Grillrost herabtropfendes Fett sich entzünden kann. Sie dienen aber auch der Gesundheit: Denn bei der Verbrennung von tierischem Fett, Fleischsaft oder Marinade werden Schadstoffe wie das krebserregende Benzopyren gebildet, die dann mit dem aufsteigenden Rauch auf das Grillgut gelangen. Das Garen in Grillschale oder Alufolie reduziert die Schadstoffbelastung.

Ist jedes Fleisch geeignet?

Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren wie zum Beispiel Kasseler Koteletts sind nicht für das Grillen geeignet. Sie enthalten Nitritpökelsalz, aus dem bei großer Hitze als krebserregend geltende Nitrosamine entstehen können.

Was mache ich bei Bränden?

Sollte Fett in Brand geraten, ist das Feuer mit Sand, Löschdecke oder Feuerlöscher zu bekämpfen. Keine Löschversuche mit Wasser - dabei kann eine Stichflamme entstehen. Am besten ist, sich etwa einen Eimer Sand bereit zu stellen.

Was mache ich nach dem Grillen mit der Asche?

Die Restglut kann mit Sand erstickt werden. Auf jeden Fall muss die Asche aber völlig erkaltet sein - erst dann darf sie über den Restmüll entsorgt werden.

Und was ist bei Regen? - [Grillgut auf dem Herd weiterbraten - den Grill NICHT ins Haus nehmen]

Am besten das Grillgut auf dem Herd weiter braten - auf keinen Fall darf der Grill mit ins Haus genommen werden. Grillen mit Holzkohle in Innenräumen kann lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftungen verursachen, in der Vergangenheit gab es immer wieder Todesfälle. Auch sollte die Restwärme des Grills keinesfalls zum Heizen der Wohnung genutzt werden.

Video
Panorama 07.07.10 02:00 min Figurkiller beim Grillen Tipps zum Kaloriensparen

Quelle: n-tv.de, AFP>


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Quellen

[1] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-1584133.html
[2] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-fluessig-grillanzuender-1584133-ef55c8ef0610802e.html
[3] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-feststoff-anzuender-1584133-dbf092cc2439771c.html
[4] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-nur-die-kohle-zaehlt-1584133-1151563434ed2e67.html
[5] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-der-anzuendkamin-1584133-35bc49732393deb0.html
[6] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-kartons-und-zapfen-alternative-anzuender-1584133-41d46d593144da89.html
[7] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-200-grad-liegen-an-herr-grillmeister-1584133-909ec293563154ac.html
[8] http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/grillanzuender-gib-der-kohle-richtig-feuer-smoking-chips-1584133-890c81a6fc918022.html



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