Transition News: Am 19. Januar veröffentlichte Schwedens größte Tageszeitung Aftonbladet Ihren Beitrag über die Gefahren der Mobilfunkstrahlung, den Sie gemeinsam mit Lennart Hardell verfasst haben. Wie präsent sind Bedenken hinsichtlich der schädlichen Auswirkungen von WLAN, 4G und 5G in den schwedischen Mainstream-Medien?
Mona Nilsson: Über die Gefahren der Mobilfunkstrahlung oder von WLAN wird in den schwedischen Mainstream-Medien generell nicht gesprochen. Das Thema scheint auch in den sozialen Medien mit einem Shadowban versehen, also blockiert zu sein. Informationen über schädliche Auswirkungen werden seit rund zehn Jahren komplett zensiert. In den Jahren 2014 und 2015 ist irgendwas passiert. Davor haben die großen Medien sowohl über schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit als auch über Studien berichtet, die Unbedenklichkeit attestierten.
Wissen Sie, woran es liegt, dass über die gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkantennen lange nicht mehr berichtet wurde?
Nun ja, ich vermute, dass die Telekommunikationsbranche mehr Einfluss auf die Medienberichterstattung bekommen hat, allerdings habe ich dafür keine handfesten Beweise.
Seit wann forscht Ihre Organisation Strålskyddsstiftelsen, die schwedische Stiftung für Strahlenschutz, auf diesem Gebiet?
Seit rund sechs Jahren. Damals haben wir begonnen, mit Dr. Lennart Hardell von der Stiftung für Umwelt- und Krebsforschung zusammenzuarbeiten. Er war davor Professor und Chefarzt der Onkologischen Klinik am Universitätsklinikum Örebro.
Und was sind Ihre neuesten Erkenntnisse?
Unsere neuesten Erkenntnisse zeigen, dass in Schweden Kinder zunehmend kognitive Probleme haben, beispielsweise Gedächtnisprobleme. Außerdem leiden mehr und mehr Kids unter Schlafstörungen. Dies betrifft vor allem die Altersgruppe der Fünf- bis Neunzehnjährigen, was äußerst besorgniserregend ist, da gesunde Kinder in diesem Alter keine Schlaf- oder Gedächtnisprobleme haben sollten.
Wissenschaftliche Studien haben wiederholt gezeigt, dass das Erinnerungsvermögen und der Hippocampus, der maßgeblich für das Gedächtnis verantwortlich ist, durch diese Art von Strahlung geschädigt werden. Die negativen Auswirkungen auf das Gedächtnis sehen wir sowohl in Tierversuchen als auch in Untersuchungen an Menschen.
Die schwedische Regierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Handynutzung in Schulen einzuschränken. Reicht das nicht?
Nein, das reicht nicht. Denn dabei geht es lediglich um den Einfluss von Bildschirmen und sozialen Medien auf das Wohlbefinden der Kinder. Die Strahlung von WLAN in Schulen und von den umliegenden 5G-Basisstationen wird dabei nicht berücksichtigt.
WLAN-Router sind problematisch, da sie eine hohe Sendeleistung haben und insbesondere in unmittelbarer Nähe der Router die Strahlung sehr stark ist. Kinder können dadurch sehr hohen Dosen schädlicher Mikrowellenstrahlung ausgesetzt sein, ebenso wie durch die 5G-Basisstationen, die sich oft in unmittelbarer Nähe von Schulen befinden.
Die Regierung muss daher nicht nur die schädlichen Auswirkungen von Bildschirmen und sozialen Medien berücksichtigen, sondern auch die mittlerweile bekannten schädlichen Auswirkungen der Mikrowellenstrahlung.
Wenn Sie von WLAN-Routern und 5G-Basisstationen sprechen, welche Entfernung halten Sie für sicher? Wie nah ist zu nah?
Nun, das ist schwer zu sagen. Es ist schwierig, eine allgemeine Entfernung anzugeben, da dies von der Leistung des WLAN-Routers abhängt. Aber Lennart Hardell und ich stimmen mit vielen anderen Wissenschaftlern überein – beispielsweise empfahl das Europäische Parlament im Jahr 2011, in Schulen gänzlich auf WLAN zu verzichten und stattdessen verkabelte Internetverbindungen zu nutzen. Schon damals bezeichnete der Europäische Rat WLAN als Gesundheitsrisiko für Kinder.
Antennenausrichtung, Sendeleistung und Antennenhöhe sind ebenfalls wichtige Faktoren für die Strahlungsbelastung durch 5G-Basisstationen. Was ich pauschal sagen kann:
5G sollte gestoppt werden. Es hätte nie zugelassen werden dürfen.
Denn es ist nie nachgewiesen worden, dass 5G für die menschliche Gesundheit unbedenklich sei. Die ersten Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen realer 5G-Strahlung zeigen ein schnelles Auftreten von Symptomen des Mikrowellensyndroms, wie beispielsweise Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Auch Kinder wurden in diese Studien einbezogen.
Wie gut ist die Öffentlichkeit über diese Risiken informiert?
Im Allgemeinen ist die Öffentlichkeit sich des Gesundheitsrisikos überhaupt nicht bewusst, weil die Medien nicht darüber berichten. Die Medien zensieren und unterdrücken die zunehmenden Beweise für schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Stattdessen bringen sie ausschließlich Nachrichten über die positiven Aspekte der Technologie sowie Studien, die belegen sollen, dass die Strahlung kein Gesundheitsrisiko darstelle. Sie vertreten damit offensichtlich die Position der Industrie, die jegliche Hinweise auf Gesundheitsrisiken leugnet.
Leider tragen die Medien eine große Verantwortung für die mangelnde kritische Analyse und Berichterstattung zu diesem Thema. Es gibt auch keine investigativen Berichte über die schwedische Strahlenschutzbehörde, die völlig versagt hat und über wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Gesundheitsrisiken ganz offensichtlich Lügen verbreitet. Stattdessen sind die Medien zum Propagandaorgan der Telekommunikationsindustrie und der Regierungsbehörden geworden.
Welche Schritte sind notwendig, damit Ihre Forderungen in Schweden Realität werden?
Erstens sollte die Strahlenschutzbehörde anfangen, den kritischen Fachleuten zuzuhören, zum Beispiel Lennart Hardell oder mir. Und auf internationaler Ebene gibt es viele weitere Experten, wie beispielsweise Dr. Igor Belyaev, der früher hier in Schweden geforscht hat und jetzt in der Slowakei tätig ist. Er ist ein hervorragender Wissenschaftler. In Lund hat ein Professorenteam unter der Leitung von Leif Salford wichtige Forschungsarbeiten durchgeführt, die in Tierstudien schädliche Auswirkungen auf das Gehirn nachweisen.
Es gibt viele weitere Experten auf internationaler Ebene, die die Behörde konsultieren könnte. Sie müssten sich nicht auf diejenigen beschränken, die der Telekommunikationsbranche treu ergeben sind und daher immer nur gehorsam abnicken, dass von dieser Technologie keine Gesundheitsrisiken ausgehen würden, solange die extrem hohen Grenzwerte nicht erreicht sind. Diese Grenzwerte wurden übrigens von einer deutschen Organisation festgelegt, der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) – übersetzt etwa «Internationale Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung».
Zweitens müssen die laut ICNIRP zulässigen Grenzwerte für die Exposition gegenüber dieser Strahlungsart gesenkt werden. Sie müssen grundlegend überarbeitet und verschärft werden.
Wir müssen diese Grenzwerte deutlich nach unten korrigieren.
Und drittens müssen wir die gesamte Öffentlichkeit über die bekannten Gesundheitsrisiken und die Ergebnisse von objektiven Studien informieren. Es ist bekannt, dass diese Art von Strahlung die Gehirnfunktion beeinträchtigt und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme verursachen kann. Diese Strahlungsart kann den frühen Ausbruch von Alzheimer begünstigen. Sie kann Depressionen, Stress, ungewöhnliche Müdigkeit und viele andere Krankheiten hervorrufen. Und langfristig kann diese Art der Mikrowellen-Hochfrequenzstrahlung beispielsweise Krebs begünstigen.
Es liegen mehrere hundert Studien vor, die belegen, dass diese Strahlung oxidativen Stress verursacht und die Gehirnfunktion schädigt – bei Mensch und Tier. Etwa hundert Studien zeigen zudem, dass die DNA geschädigt werden kann. Und all dies geschieht unterhalb der bestehenden Grenzwerte, die laut schwedischer Regierung und den zuständigen Behörden dazu dienen sollen, die Öffentlichkeit vor allen bekannten schädlichen Auswirkungen zu schützen.
Wie sind die bestehenden Grenzwerte definiert worden?
Sie wurden durch Tierstudien festgelegt, bei denen die Strahlung extrem hoch war, und diese extrem hohe Exposition führte innerhalb einer Stunde zu unmittelbaren Erwärmungseffekten. Die geltenden Grenzwerte schützen also nur vor unmittelbaren, akut schädlichen Erwärmungseffekten, vor nichts sonst.
Diese hohen Grenzwerte sind von enormer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung für die Telekommunikationsbranche und den militärisch-industriellen Komplex.
Wie wichtig ist denn 5G für das Militär?
Dazu kann ich nichts Genaues sagen. Aber für ein einflussreiches Unternehmen wie Ericsson, eines der wichtigsten Unternehmen Schwedens und ein weltweit führender 5G-Anbieter, ist 5G von extrem hoher Bedeutung. Es handelt sich um einen Großkonzern mit enormem Einfluss auf die Regierungspolitik und vermutlich auch auf die EU-Kommission und die Weltgesundheitsorganisation.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat stillschweigend Webseiten entfernt, auf denen stand, dass Handys ungefährlich seien, gleichzeitig startet das US-Gesundheitsministerium unter Robert F. Kennedy Jr. eine Studie zur Mobilfunkstrahlung. Welche Auswirkungen hat dies auf Ihre Arbeit und die gleichgesinnter Organisationen weltweit?
Das ist eindeutig ein sehr positives Zeichen und es lässt auf eine bessere Zukunft hoffen, denn meines Wissens ist sich Robert F. Kennedy Jr. der schädlichen Auswirkungen dieser Strahlung sehr wohl bewusst. Er teilt unsere Position und die vieler kritischer Experten zu diesem Thema. Wir hoffen daher, dass die US-Regierung die Behauptung, von dieser Strahlung gingen keine Gesundheitsrisiken aus, nicht länger unterstützt, da sie diese Webseiten nun entfernt haben.
Wir glauben, dass dies in Zukunft zu einem besseren Verständnis der Gesundheitsrisiken dieser Technologie führen wird, und dass die Industrie keinen Einfluss mehr auf die Bewertung der Gefahren nehmen kann.
Mir liegt ein Schreiben eines städtischen Gesundheitsamts vor, aus dem hervorgeht, dass die Behörde ausgerechnet das Unternehmen, das die Mobilfunkbasisstation betreibt, nach möglichen gesundheitlichen Problemen gefragt hat. Der Betreiber hat natürlich schädliche Auswirkungen ausgeschlossen. Wie sollten Gesundheitsbehörden reagieren, wenn sich Bürger über Mobilfunkantennen beschweren?
Natürlich sollten Behörden die Situation unabhängig analysieren und sich nicht auf die Sichtweise der Industrie verlassen. Es ist sehr enttäuschend, so etwas zu hören. Die Behörden sind dazu da, die Öffentlichkeit zu schützen und nicht die Interessen der Industrie zu verteidigen.
Eine weitere gängige Antwort, um Kritiker zum Schweigen zu bringen, scheint zu sein, dass der sicherste Ort direkt unter einer Mobilfunkbasisstation wäre. Wie ist die Sichtweise Ihrer Organisation?
Das ist absolut falsch. Wir haben sehr hohe Werte unterhalb und direkt unterhalb der Antennen und der Basisstationen gemessen. Das stimmt also nachweisbar nicht. Es handelt sich dabei um einen Mythos, der von der Industrie und der schwedischen Sicherheitsbehörde – die ich lieber als «Unsicherheitsbehörde» bezeichnen möchte – verbreitet wird.
In zwei unserer Fallstudien zu 5G haben wir Personen untersucht, die direkt unter einer Basisstation leben, und dabei sehr hohe Strahlungswerte gemessen. In einem Fall konnte das Paar, das unterhalb der Antenne wohnte, nach der Installation und Aktivierung der 5G-Antenne nur zwei Tage dort aushalten.
Stehen Sie mit anderen Organisationen, die sich dem Thema Mobilfunkstrahlung annehmen, in Kontakt?
Ja, wir stehen mit Organisationen in den USA und in Europa in Kontakt. Wir arbeiten beispielsweise mit europäischen Organisationen an einer Beschwerde beim EU-Ombudsmann bezüglich des stark voreingenommenen und irreführenden SCHEER-Berichts der Europäischen Kommission, der 2023 veröffentlicht wurde.
Gibt es Länder, die ihre Bürger besser vor Strahlung schützen?
Ja, die Schweiz. Dort gelten deutlich niedrigere Grenzwerte für die zulässige Strahlung von Antennen. Auch in Polen, Russland und Bulgarien gelten niedrigere Grenzwerte. Brüssel und Italien hatten eigentlich ebenfalls niedrigere Grenzwerte, doch im Vorfeld des 5G-Ausbaus überzeugte die Industrie sie, diese anzuheben, da ein 5G-Ausbau sonst nicht möglich gewesen wäre.
Die Industrie behauptet, 5G würde unsere Strahlenbelastung nicht erhöhen, – das ist offensichtlich falsch, denn sonst müssten sie die Länder und Regionen nicht davon überzeugen, die Grenzwerte anzuheben.
Wozu dient 5G überhaupt?
5G nützt der Industrie und Ericsson. Ericsson hat ein Geschäftsmodell, das darauf beruht, ständig neue Technologien zu verkaufen, sobald sie den Markt mit ihrer bisherigen Technologie gesättigt haben.
Wenn der Markt beispielsweise mit 3G gesättigt ist, müssen sie 4G, die nächste Technologie, anbieten. Und sobald der Markt mit 4G-Antennen gesättigt ist, müssen sie die neue 5G-Technologie anbieten. Und sobald der Markt mit 5G gesättigt ist – Schritt eins – müssen sie die neue 5G-Millimeterwellentechnologie verkaufen – Schritt zwei –, deren Einführung jetzt beginnt. Und nachdem der 5G-Markt gesättigt ist, bieten sie 6G an.
So sieht das Geschäftsmodell von Ericsson aus. Der Nutzen von 5G kommt somit nur der Branche zugute, die die Infrastrukturtechnologie vertreibt. Natürlich profitieren auch die Handyhersteller davon, da sie neue 5G-fähige Geräte verkaufen können. Es besteht also nur ein Vorteil für die Industrie. Wir brauchen 5G nicht.
Sie erwähnten die 5G-Millimeterwellentechnologie. Könnten Sie darauf etwas näher eingehen?
Das bedeutet, dass eine große Anzahl kleinerer Antennen installiert wird, die viel näher an den Menschen platziert werden, beispielsweise am Straßenrand. Dabei werden sehr hohe Frequenzen ausgesendet, sogenannte Millimeterwellen ab 26 Gigahertz. Wie bei früheren Technologien sind die Auswirkungen dieser Frequenzen auf die Gesundheit von Mensch und Umwelt noch nicht erforscht.
Es handelt sich also um ein weiteres Experiment, weil Unternehmen die neue Technologie verkaufen müssen, um ihren Umsatz und ihre Gewinne zu sichern.
Die Branche behauptet, der Fokus beziehungweise der Strahl des 5G-Millimeter-Signals sei sehr fokussiert und daher würde es zu einer «geringeren Belastung» kommen. Stimmen Sie dem zu?
Nein, das ist völliger Unsinn. Das zu behaupten, ist genauso absurd, wie zu behaupten, es gäbe keine Gesundheitsrisiken durch die heutige Mikrowellenstrahlung. Denn die Beweislage ist eindeutig.
Es gibt Hunderte, wenn nicht Tausende von Studien, die schädliche Auswirkungen belegen. Es ist also eine offensichtliche Lüge. Und woher wollen die Unternehmen oder offizielle Stellen denn wissen, dass es keine gesundheitlichen Auswirkungen, keine Risiken geben soll, wenn das nicht unabhängig untersucht wurde?
Das ist doch total lächerlich. Und wie breit dieser angeblich direkte Strahl sein soll, weiß nur die Branche selbst. Und diese Branche ist nicht gerade für ihre Ehrlichkeit über die schädlichen Auswirkungen ihrer Technologie bekannt.
Muss es also, wie von Ihnen oben angedeutet, ein 5G-Moratorium geben?
Natürlich. Über 400 Wissenschaftler und Ärzte haben in ihrem 5G-Appell, der an die Europäische Kommission gesendet wurde, ein Moratorium für 5G gefordert.
Was können diejenigen tun, deren Gesundheit durch Mobilfunkstrahlung beeinträchtigt ist?
Zunächst sollten sie sich ein Messgerät besorgen und die Strahlung, der sie im Alltag ausgesetzt sind, überprüfen – zu Hause, in der Schule, insbesondere bei Kindern, oder am Arbeitsplatz. Bei hoher Strahlenbelastung sollten sie diese reduzieren. Die EMF-Leitlinien von 2016 können ihnen dabei als Ausgangspunkt und als Richtlinie für die optimale Strahlungsbelastung dienen.
Es gibt auch Materialien, die man in seinen Wohnräumen verwenden kann, um sich vor der schädlichen Strahlung zu schützen. Nutzen Sie kein WLAN, sondern verbinden Sie sich per Netzwerkkabel mit dem Internet. Auch die Nutzung von Mobiltelefonen sollte eingeschränkt und stattdessen sollten Festnetztelefone verwendet werden. Außerdem sollten alle unnötigen Technologien vermieden werden, die Mikrowellenstrahlung abgeben.
Und natürlich sollten Sie, wenn sie sich der Gesundheitsrisiken bewusst sind, auch andere darüber informieren. Erst wenn die Stimme der Öffentlichkeit stark genug ist, können wir Politiker dazu bewegen, in dieser Angelegenheit zu handeln. Und erst wenn die Medien objektiv über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Strahlung berichten, werden wir in dieser wichtigen Frage eine Veränderung erreichen.
Können Sie bitte auf das Thema Handys und Kinder noch etwas näher eingehen?
Eltern sollten ihren Kindern erst ab einem bestimmten Alter Smartphones oder Handys geben. Vor zwei Jahrzehnten lag die Empfehlung noch bei 16 Jahren. Ich halte das für einen guten Richtwert.
Natürlich sollten Jugendliche auch darüber aufgeklärt werden, wie sie die Exposition reduzieren können, sobald sie ein eigenes Handy haben. Und sie sollten das Handy niemals an den Körper oder an den Kopf halten, wenn es eingeschaltet ist.
Die Computer der Kindern sollten über ein Netzwerkkabel mit dem Internet verbunden sein und nicht drahtlos. WLAN sollte im Kinderzimmer nicht vorhanden sein. Denn Kinder sind besonders sensibel. Daher sollten Mütter und Väter ein kleines Baby nicht im Arm halten, während sie telefonieren oder auf ihren Smartphones surfen. Wenn Eltern mit einem kleinen Baby im Arm ununterbrochen telefonieren, setzen sie das Kind einer sehr hohen Strahlung aus.
Babys und Kinder sind viel empfindlicher, weil sich ihr Nervensystem ständig entwickelt. Und jegliche Schäden, die sehr früh auftreten, können chronisch werden. Kinder müssen daher besonders geschützt werden. Sie sollten weder den Mobiltelefonen ihrer Eltern noch WLAN oder starker Strahlung von 5G-Antennen ausgesetzt sein.
Welche Pläne hat Ihre Organisation für das Jahr 2026?
In 2026 wollen wir uns unter anderen dem Thema Altenpflege widmen. Die Umgebung älterer Menschen in Schweden – und vermutlich auch in vielen anderen Ländern – ist mittlerweile von drahtloser Technologie durchdrungen und Ältere reagieren darauf besonders empfindlich. Diese Strahlung hat einen starken Einfluss auf die Gehirnfunktionen und kann zu Verwirrung und Gedächtnisverlust führen. Meiner Erfahrung nach, die ich aus mehreren mir bekannten Fällen habe, scheint diese Art von Strahlung den Ausbruch von Demenz und Alzheimer zu begünstigen.
Wir schlagen daher vor, Seniorenheime frei von WLAN-Routern zu halten, insbesondere in den Schlafzimmern – heutzutage können WLAN-Router oft direkt über den Betten in Pflegeheimen platziert werden. Und auch 5G-Basisstationen befinden sich bedenklich nahe an Pflegeheimen und Krankenhäusern.
Die Menschen, die in der Altenpflege arbeiten, auch die Heimleitung, sind über die Folgen der Einführung dieser Technologie in den Schlafräumen und Wohnbereichen der älteren Menschen nicht ausreichend informiert.
Auch die Einführung der drahtlosen Technologie in den Krankenhäusern, oft direkt in den Patientenzimmern, ist besorgniserregend. Dadurch verwandeln sich ausgerechnet die Krankenhäuser, in denen geheilt werden soll, in ein ungesundes Umfeld. Das Gegenteil sollte der Fall sein.
Wir planen, als ersten Schritt, den Bereich Altenpflege mit einer Kampagne zu sensibilisieren. Und generell werden wir unsere Arbeit fortsetzen und weiterhin unser Bestes geben, um eine bessere Umwelt zu schaffen und die menschliche Gesundheit vor dieser Art von Strahlung zu schützen. Wir werden forschen, über neue Studien berichten und uns für einen besseren Schutz der Bevölkerung einsetzen.
Das Interview führte Sophia-Maria Antonulas. Sie ist selbst betroffen.


