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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

31. Geschlagene Kinder

Der seelische und körperliche Mord am Kind durch Schläge

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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1974: Kindermörder-Eltern in der BRD


In der Bundesrepublik Deutschland (BRD, West-Deutschland) sterben pro Jahr 90 Kinder durch die Brutalität von Eltern (Stand 1974).

aus: Arbeitsbücher zur psychologischen Schulung: M. Perrez / B. Minsel / H.  Wimmer: Eltern-Verhaltenstraining. Für Eltern, Erzieher und Erwachsenenbildner; Theoretische Einführung; Otto Müller Verlag, Salzburg, 1974

Kindertötungen ereignen sich in Deutschland bis heute (2016) im einstelligen Bereich.


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Neuseeland verbietet Gewalt gegen Kinder

<WELLINGTON (Neuseeland) – Neuseeland hat heute das Schlagen von Kindern unter Strafe gestellt und damit ein Schlupfloch in der Gesetzgebung geschlossen. Die Abgeordneten verabschiedeten nach heftiger Diskussion die Vorlage mit 113 zu sieben Stimmen. Bisher hatte das Strafgesetz den Eltern eingeräumt, «angemessene Gewalt» bei der Erziehung ihrer Kinder anzuwenden. Allerdings war der Paragraf in Prozessen wegen Kindesmissbrauchs häufig zur Verteidigung herangezogen worden.

Nach dem neuen Gesetz dürfen Eltern keine Gewalt mehr gegen ihre Kinder einsetzen. Der Polizei wird dabei die Einschätzung überlassen, wann ein Zwischenfall von so geringer Bedeutung ist, dass er nicht verfolgt werden muss.>


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Deutschland 5.7.2007: Mindestens 30.000 Kinder in Deutschland geschlagen

aus: n-tv: Kinder geschlagen und misshandelt. Hunderttausende betroffen; Donnerstag, 5. Juli 2007, http://www.n-tv.de/823414.html

<Hunderttausende Kinder in Deutschland werden nach einer Studie von ihren Eltern brutal geschlagen, misshandelt oder vernachlässigt. "Das sind mindestens 30.000 Jungen und Mädchen eines Jahrgangs", sagte der Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Ulm, Jörg Fegert. Dies gehe aus Zahlen einer bundesweiten Kindergesundheitsuntersuchung des Robert Koch Instituts hervor.
 
Nur selten dringt das Leiden der Kleinen an die Öffentlichkeit. "Frühe Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern beschränkt sich nicht auf spektakuläre Einzelfälle wie etwa im Fall "Kevin"", mahnte Fegert. Gewalt gegen Kinder sei vielmehr "eine gesellschaftliche Herausforderung". Mit dem Modellprojekt "Guter Start ins Kinderleben" wollen Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen nun verstärkt dagegen angehen.
 
Viele Mütter seien einfach überfordert. "Probleme kann es vor allem geben, wenn sie sehr jung, psychisch krank, drogen- oder alkoholabhängig sind", sagte Fegert. Hilfsangebote werden nicht oft angenommen. Aus Angst vor Konsequenzen scheuten psychisch kranke Eltern den Kontakt zu Jugendämtern.

Nach Ansicht des Experten müssten Behörden künftig in gezielten Untersuchungen Risikogruppen ermitteln. "Ein Problem in Deutschland ist, dass wir in der Praxis wissenschaftlich fundierte Checklisten oder Kriterienkataloge nicht mögen." Derzeit beruhten Diagnosen oft ausschliesslich auf dem Gefühl des Mitarbeiters beim Jugendamt.
 
"Auch Jugendhilfe und Gesundheitswesen oder andere Partner wie Polizei und Familiengerichte sind nicht ausreichend vernetzt", sagte Fegert. Das sei wichtig, um Vernachlässigungen frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.>


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«Je eher man die Hand gegen ein Kind erhebt, je eher wird es ungezogen und aggressiv», suchte die UMP-Abgeordnete Edwige Antier am Sonntag in der Zeitung «Le Parisien» die Initiative zu begründen.

Anders als in der Schweiz hat sich in Frankreich ein autoritärer Erziehungsstil in Elternhaus, Kindergarten oder Schule auch nach der 68er-Bewegung gehalten. Nach Umfragen der Organisation des Familles en Europe (UFE) gaben 87 Prozent der französischen Eltern an, eine Tracht Prügel auf den Allerwertesten gehöre zu ihren pädagogischen Praktiken. Und 53 Prozent sprachen sich gegen ein Prügelverbot aus, wie es in Deutschland und 17 anderen Ländern der EU schon in Kraft ist.

Das einzige, was ein Kind aus Prügelstrafen lerne, sei, «dass man Konflikte mit Gewalt lösen kann und der Stärkere das Recht hat, den Schwächeren zu schlagen», erklärte die Abgeordnete Antier gegenüber «Le Parisien». Sie will das Verbot wie in Deutschland ins Bürgerliche Gesetzbuch aufnehmen lassen. Bei Eheschliessungen soll es den Eheleuten vorgelesen werden, «um die Mentalität zu verändern», so die Parlamentarierin.

(ap)>


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16.11.2009: Australien gedenkt englischen Einwanderer-Armenkindern, die von australischen Schlägereltern missbraucht wurden

aus: 20 minuten online: Australien: "Absolute Tragödie verlorener Kindheiten"; 16.11.2009;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/10450431

<Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd hat sich öffentlich für die Rolle seines Landes bei der Verschickung zehntausender Kinder verarmter britischer Familien nach Australien entschuldigt. Viele der Kinder, die in den vergangenen Jahrhunderten dieses Schicksal erlitten, wurden Opfer von Missbrauch oder Vernachlässigung.

Australiens dunkle Vergangenheit

Der australische Ministerpräsident hat sich im November 2009 für die Rolle seines Landes bei der Verschickung zehntausender Kinder verarmter britischer Familien nach Australien entschuldigt. Viele der Kinder wurden missbraucht und vernachlässigt.

Britische Waisenkinder 1953 im «Melrose House».

Die Kinder im Alter ab drei Jahren wurden von Grossbritannien ohne Angehörige unter anderem nach Australien verschickt. Viele derjenigen, die in den vergangenen dreieinhalb Jahrhunderten dieses Schicksal erlitten, wurden Opfer von Missbrauch oder Vernachlässigung.

Er entschuldige sich für «die absolute Tragödie verlorener Kindheiten», sagte Rudd am Montag bei einer Zeremonie in Canberra und schloss auch die sogenannten Vergessenen Australier ein. Nach einem Bericht des australischen Senats wurden im 20. Jahrhundert mehr als 500 000 Kinder in Heime gesteckt, wo viele von ihnen psychisch, physisch und sexuell misshandelt wurden.

An der bewegenden Zeremonie nahmen auch Vertreter der 7000 noch lebenden Betroffenen teil. Viele weinten und umarmten Leidensgenossen, als Rudd über die schmerzlichen Ereignisse der Vergangenheit sprach - Geschichten von Kindern, die mit Gürtelschnallen oder Bambusstöcken geschlagen wurden und die an Orten «ohne jede Liebe» aufwuchsen.

Dieser Tag solle ein Wendepunkt in der Geschichte Australiens sein, sagte Rudd unter dem Applaus der Anwesenden weiter. Die Regierung und die Behörden sollten alles in ihrer Macht stehende tun, damit sich so etwas nicht wiederhole. Der Ministerpräsident hatte sich im vergangenen Jahr schon bei den Aborigines für ihre langjährige Unterdrückung durch die europäischen Einwanderer entschuldigt.

Der 72-jährige John Hennessey, der im Alter von sechs Jahren aus einem britischen Waisenhaus in ein Kinderheim nach Australien verschifft wurde, zeigte Rudd nach der Zeremonie ein Bild seiner Mutter, die er auf Einladung der britischen Regierung erst 1999 in England wiedersehen konnte. Die Mutter war damals 86 Jahre alt. Hennessey wurde im Alter von zwölf Jahren vom Heimdirektor fast totgeprügelt, weil er in einem Weinberg aus Hunger unerlaubt einige Trauben gegessen hatte. Seitdem stottert er. «Was mich damals am meisten in Angst versetzt hat, war, dass ich dachte 'Das ist doch mein Vater. Was tut er?' Ich hatte niemanden sonst, und er war derjenige, zu dem ich aufsah.»

Auch britische Regierung will um Verzeihung bitten

Im Fall der zwangsweise verschickten Kinder hat auch die britische Regierung am Sonntag für das kommende Jahr eine offizielle Entschuldigung angekündigt. Schätzungen zufolge wurden von Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1967 etwa 150 000 Kinder nach Australien, Kanada und in andere frühere Kolonien gebracht, die meisten von ihnen ab Ende des 19. Jahrhunderts. Nach einem australischen Bericht von 2001 wurden noch im 20. Jahrhundert zwischen 6000 und 30 000 Kinder von Grossbritannien und Malta nach Australien deportiert, die oft alleinstehenden Müttern oder armen Familien weggenommen worden waren. Vielen der Kinder wurde gesagt, sie seien Waisen, obwohl dies nicht der Wahrheit entsprach. Geschwister wurden nach ihrer Ankunft in Australien üblicherweise voneinander getrennt.

In einer britischen Parlamentsuntersuchung von 1998 hiess es, zu den Motiven habe neben der Entlastung des eigenen Sozialsystems auch Rassismus gehört: Die Ausfuhr von «gutem weissen Bestand» in britische Kolonien sei ein wünschenswertes Politikziel gewesen.

Die britische Hochkommissarin Valerie Amos sagte, anders als die australische Regierung, die eine Entschädigung der Opfer ausgeschlossen habe, habe London darüber noch nicht entschieden.

(ap)>

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Spiegel online,
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17.11.2009: Englische Kinder für Australien: <"Wir brauchen euch zum Erhalt der weissen Rasse"> [und sie wurden geschlagen wie die Hunde]

aus: Spiegel online; 17.11.2009;
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5535/_wir_brauchen_euch_zum_erhalt_der_weissen_rasse.html

<Rund 7000 britische Kinder aus sozial schwachen Familien wurden zwischen 1930 und 1967 nach Australien verschifft und dort in Horrorheime gesteckt. Die Briten wollten Sozialfälle loswerden, die Australier freuten sich über weiße Neuankömmlinge. Den Kindern wurde erzählt, es ginge auf Abenteuerurlaub. Von Katja Iken

Wenn die Kinder ihre Betten eingenässt hatten, wurden ihnen zur Strafe die Gesichter blutig gescheuert. Zur Strafe mussten sie ihre Füße in kochendes Wasser stellen, ihr Erbrochenes und ihren Kot vom Boden auflecken. Sie wurden unter der Treppe eingesperrt und bekamen Essensreste hingeworfen wie Tiere. An Weihnachten mussten sie ihre Geschenke nach vier Stunden wieder abgeben.

Sie wurden vergewaltigt, geschwängert, gefoltert. Als billige Arbeitskräfte eingesetzt und gedemütigt, Jahrzehnte lang, in den staatlichen und kirchlichen Waisenhäusern, Heimen, Schulen irgendwo in Australien oder bei sogenannten Pflegeeltern. Wenn sie Glück hatten, durften sie ihren Namen behalten, aber oft bekamen sie nur eine Nummer: 23, 56, 2 - Anne, John, Frank.

Von 1920 bis 1967 wurden rund 7000 britische Kinder von speziellen Agenturen von Großbritannien auf den Fünften Kontinent verfrachtet. Oft ohne Einwilligung der Eltern hatte man die meist aus ärmlichen, zerrütteten Verhältnissen stammenden Kinder verschifft, ein "besseres Leben" stellte man ihnen in Aussicht - tatsächlich begann für sie nach Ankunft in Down Under die Hölle auf Erden.

Prügel mit dem Hockeyschläger

Für Ron Simpson aus einem Kaff bei Newcastle begann das Martyrium 1938, mit der Ankunft in der Fairbridge Farm School in Molong im australischen Bundesstaat New South Wales: "Ich war in der Küche, als mein Chef mich in die Toilette schubste und sich dort an mir verging", berichtete er Jahrzehnte später dem Londoner "Telegraph". Als er eines Morgens verschlafen hatte, prügelten die Erzieher ihn mit einem Hockeyschläger windelweich. Von den Schlägen hat sich seine Wirbelsäule bis heute nicht erholt.

Auch Caroline Carroll ging durch diese Hölle. Schon mit 14 Monaten hatte man sie von ihren Eltern und den sieben Geschwistern getrennt und auf die andere Seite der Erde verfrachtet. In Australien reichte man sie in sechs verschiedenen Institutionen herum, jedes Mal bekam sie einen neuen Namen oder auch nur eine Nummer. Nachts riss man sie aus dem Schlaf, um sie wieder in ein neues Heim zu stecken.

Die perversen Spielarten von Missbrauch, Vernachlässigung, Strafe - mit ihrem siebten Geburtstag kannte Caroline sie alle längst. Ihre Pflegeeltern, beide Alkoholiker, hatten versucht, sie im Bad zu ertränken, hatten sie körperlich gezüchtigt, vergewaltigt. "Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals gestreichelt, geliebt, gemocht worden zu sein", sagt sie dem "Sydney Morning Herald".

"Wir brauchen Euch zum Erhalt der weißen Rasse"

Mit neun Jahren musste sie ihre erste gynäkologische Untersuchung über sich ergehen lassen. Als Hure, "die die Beine für alle breit macht", habe die Ärztin sie beschimpft, Caroline schrie vor Schmerz. Mit 15 Jahren setzte sie man dann auf die Straße - nun sollte sie alleine klarkommen. Kurz davor traf sie einen ihrer Brüder, lernte ihre Eltern kennen. "Ich musste Hallo zu ihnen sagen, sie küssen und mit ihnen im Garten sitzen, für mich waren sie völlig fremd", erinnert sie sich.

John Hennessy war zehn Jahre alt, als er 1947 gemeinsam mit 146 anderen britischen Kindern von Bristol im Westen Englands nach Australien verschifft wurde. "Willkommen in Australien, wir brauchen euch zum Erhalt der weißen Rasse", habe ihnen der Erzbischof von Perth damals zugerufen, erzählt er Jahrzehnte nach seinem Leidensweg dem "Independent". Man steckte Hennessy in ein Heim der "Christlichen Brüder", wo er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeiten musste. Die Kinder seien geschlagen und ausgepeitscht worden wie die Sklaven, berichtet der ältere Herr.

In den Augen der australischen Regierung, die all dies duldete, waren die "vergessenen Kinder" billige Arbeitskräfte und formbare Immigranten aus "gutem weißen Bestand". Die Briten waren vor allem froh, teure Sozialfälle los zu sein. Den Eltern erzählte man, die Kinder würden adoptiert, den Kindern wurde weisgemacht, es gehe auf Abenteuerreise. Vielen wurde später vorgelogen, sie müssten bleiben, weil ihre Eltern gestorben seien. Erst 1967 endete dieser teils staatlich geduldete Kindesraub.

"Dies ist eine hässliche Geschichte"

Als erste entschuldigte sich die römisch-katholische Kirche in Australien im Jahr 2001 bei den "vergessenen Kindern". Nun hat der australische Regierungschef Kevin Rudd nachgezogen, das "Sorry" des britischen Premiers Gordon Brown steht noch aus. "Dies ist eine hässliche Geschichte", sagte Rudd am Montag vor rund Tausend überlebenden Opfern in Australiens Hauptstadt Canberra und meinte damit nicht nur das Martyrium der rund 7000 Kinder, die aus England ans anderer Ende der Welt entführt worden waren, sondern auch das jener insgesamt 500.000 Kinder, die von 1930 bis 1970 in australischen Kinderheimen und Waisenhäusern misshandelt worden waren.

Ob die späte Abbitte den heute erwachsenen Opfern noch hilft? Caroline Carroll, heute Präsidentin der "Alliance of the Forgotten Australians", ist Großmutter und lebt mit dem Trauma. "Ja, ich bin voller Hoffnung, dass diese Entschuldigung heilsam sein wird für viele, viele Menschen", sagt sie. Für Hunderte unter den "vergessenen Australiern" indes kam die offizielle Reue zu spät. Sie nahmen sich das Leben - unfähig, den Horror ihrer Kindheit mit sich heruherumzutragen.>


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<von Annette Hirschberg

Im Jahr 2009 wurden 253 im Kinderspital Zürich eingelieferte Kinder misshandelt [eingeliefert]. Drei starben. Ulrich Lips, Leiter der Kinderschutzgruppe, erzählt, wann sein Team Verdacht schöpft und welche Lügengeschichten Eltern ihm auftischen .

Ulrich Lips ist Leiter der Kinderschutzgruppe am Kinderspital Zürich.

Herr Lips, als Leiter der Kinderschutzgruppe im Kinderspital Zürich sind Sie täglich mit möglichen Kindsmisshandlungen konfrontiert. Gibt es typische Muster?
Ulrich Lips*: Ja, die gibt es. Beispielsweise finden wir nach einer Kindsmisshandlung Blutergüsse, die den schlagenden Gegenstand erkennen lassen, etwa eine Hand oder einen Kochlöffel. Oder die Blutergüsse sind an Orten, wo sie durch Hinfallen oder Anstossen nicht auftreten würden, z.B. an der Innenseite des Oberschenkels. Auch bei Knochenbrüchen gibt es ganz bestimmte Muster, die bei Unfällen kaum je auftreten.

Läutet bei Ihnen auch nach Aussagen von Eltern die Warnglocke?
Immer dann, wenn die Erklärung nicht mit dem Verletzungsmuster übereinstimmt. Zum Beispiel ein Junge, der mit massiven Blutergüssen im Gesicht ins Spital kommt, am restlichen Körper aber keine Verletzungen aufweist. Erklären die Eltern dann, ihr Sohn sei mit dem Fahrrad gestürzt, werden wir stutzig. Bei einem Sturz mit dem Fahrrad hat man am ganzen Körper mindestens kleinere Verletzungen.

Nehmen Sie das Kind in solchen Fällen zur Seite und befragen es ohne Beisein der Eltern?
Nein, das machen wir in der Regel nicht. Natürlich fragen wir ältere Kinder «Wie ist denn das passiert?», aber wir schicken die Eltern nicht aus dem Zimmer. Ein Kind käme durch eine solche Befragung nur in einen Loyalitätskonflikt gegenüber den Eltern.

Erhärtet sich der Verdacht einer Misshandlung, wird gleich die Polizei eingeschaltet?
Bei schwereren oder wiederholten Körperverletzungen machen wir ohne weitere Gespräche mit den Eltern eine Strafanzeige. Aber meistens konfrontieren wir zuerst die Eltern mit unserem Vermutungen. Wir sagen Ihnen, dass ein derartiges Verletzungsbild nicht zu ihren Schilderungen passt. Wir wollen von Ihnen wissen, wie sie sich das erklären.

Gibt es Eltern, die dann alles gestehen?
Wir haben alles. Am einen Ende sind die Eltern, die dann in Tränen ausbrechen und sagen: «Ja, es ist furchtbar, wir sind überfordert und wissen mit dem Kind nicht mehr weiter.»

Und am anderen Ende?
Da wird uns sofort mit dem Anwalt und einer Anzeige wegen Verleumdung gedroht.

Wie oft werden Sie tatsächlich verklagt?
Wir sind ein Mal angeklagt worden. Der Richter hat dann aber festgestellt, dass wir auf Grund der damals vorliegenden Fakten berechtigterweise eine Strafanzeige gemacht haben.

Wie gehen Sie vor, wenn die Eltern nichts zugeben, aber alle Anzeichen auf Missbrauch deuten?
Da ist die Aussage des Kindes wichtig. In vielen Fällen handelt es sich um kleine Kinder. Die plappern das Geschehene oft aus, wenn die Eltern nicht mehr dabei sind. Etwa ein Mädchen, das auf seine Scheide zeigt und «Papa Bobo» sagt.

Wird für Ermittlungen auch die Polizei eingeschaltet?
Wenn es sich um eine schwere Körperverletzung handelt, schalten wir immer die Polizei ein, auch wenn die Eltern geständig sind. Braucht es Beweise, ist die Arbeit der Polizei sehr wichtig.

Aber in gewissen Fällen, wird die Misshandlung ohne Polizei geregelt?
In leichten Fällen wenden wir uns an die zuständige Vormundschaftsbehörde. Vor allem wenn die Eltern überfordert sind und in erster Linie Hilfe brauchen. Wir Ärzte sind nicht verpflichtet Anzeige zu erstatten.

Haben Sie auch Eltern, die von sich aus bei der Einlieferung des Kindes zugeben, dass sie zugeschlagen haben?
Das ist die absolute Ausnahme. Fast alle erzählen uns irgendwelche Geschichten.

Welche Lügengeschichten werden Ihnen aufgetischt?
Ganz typisch ist, dass Eltern behaupten, nicht zu wissen, was geschehen ist. Sie sagen, «das Kind spielte allein in seinem Zimmer und plötzlich fing es an zu weinen.» Andere behaupten, der Bruder oder die Schwester habe das Kind geschlagen, es habe sich beim Spielen verletzt oder sei gestürzt.

Schlagen denn auch Geschwister zu?
Ja, aber das ist selten.

Von ihren 419 vermuteten Fällen haben sich 29 als unbegründet erwiesen. Wie reagieren Eltern, die zu Unrecht verdächtigt wurden?
Viele sind natürlich beleidigt und kommen nie wieder zu uns. Wir versuchen ihnen aber zu erklären, dass es uns um den Schutz der Kinder geht. Es gehört zu unserer Sorgfaltspflicht, Verdachtsfälle zu überprüfen. Einige haben dann doch Verständnis dafür.

* Ulrich Lips ist Leiter der Kinderschutzgruppe am Kinderspital Zürich>


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