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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

25. Unmögliche Gefängnisbedingungen (Teil 2)

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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4.6.2012: Im Gefängnis illegalen Wein selber herstellen - Pruno stinkt, aber der Alkoholgehalt ist bei Verwendung heissen Wassers bis ca. 8%
Pruno: So stellen Sträflinge in Amerika illegalen Wein her
http://www.welt.de/vermischtes/kurioses/article106405476/So-stellen-Straeflinge-in-Amerika-illegalen-Wein-her.html

Das Rezept:

1. Zehn geschälte Orangen, eine Dose mit Cocktailfrüchten und Wasser landen in einem Plastikbeutel. Der Inhalt wird zu Brei gerührt. Der festgeknotete Beutel wird unter fliessend heissem Wasser 15 Minuten lang erhitzt und für 48 Stunden in ein Handtuch gewickelt.

2. Der Beutel wird geöffnet, 60 Stücke Würfelzucker und sechs Teelöffel Ketchup hinzugefügt. Dann wird der Beutel mit dem Brei für 30 Minuten mit heissem Wasser übergossen. Täglich 15 Minuten erhitzen und dann jeweils 24 Stunden stehenlassen.

3. Nach dreit Tagen kann man das Getränk absieben: Der Pruno fertig und kann getrunken werden.

Der Artikel:

<In US-Haftanstalten wird mit legalen Zutaten der verbotene Gefängniswein Pruno hergestellt. Er stinkt, schmeckt ekelig, enthält aber Alkohol. Vor 20 Jahren hat ein Insasse das Rezept aufgeschrieben.

Von Pinar Abut

Orangen mit Ketchup ist nicht unbedingt die erste Kombination, die für einen Cocktail gewählt wird. Für amerikanische Gefängnisinsassen aber sind die Zitrusfrucht und die zuckerhaltige Tomatensoße wichtige Zutaten für ein selbst gebrautes alkoholisches Getränk.

Wer es schafft, zehn Orangen, Cocktailfrüchte aus der Dose, 60 Stücke Würfelzucker und Ketchup in seiner Zelle zu horten, ist von seinem Pruno, dem Gefängniswein, nur ein paar Arbeitsschritte entfernt.

Die geschälten Apfelsinen landen mit den Dosenfrüchten und 450 Milliliter Wasser in einem Plastikbeutel. Dieser wird fest verknotet und der Inhalt zu Brei geknetet. Insassen, die Zimmer mit heißem Wasseranschluss haben, sind klar im Vorteil, denn der Beutel muss jetzt für 15 Minuten unter fließendem, heißem Wasser im Waschbecken erhitzt werden. Für 48 Stunden wird die Mixtur in ein Handtuch gewickelt und in einer ungestörten Ecke liegen gelassen.

Alkoholgehalt des Prunos variiert

Nach dieser ersten Etappe wird der Beutel geöffnet, um den Zucker und sechs Teelöffel Ketchup hinzuzufügen. Anschließend wird der Brei für 30 Minuten mit heißem Wasser übergossen. Täglich wird es für weitere 15 Minuten erhitzt. Nach drei Tagen ist der Pruno fertig und kann, wenn das Fruchtfleisch mit einem Löffel entfernt wurde, getrunken werden. Je nach Zuckergehalt und erzielter Wärme kann das Getränk einen Alkoholgehalt eines leichten Bieres bis hin zu einem starken Wein [ca. 8%] erreichen.

Wer dieses Getränk erfunden hat, ist nicht eindeutig, aber die detaillierte Anleitung ist Jarvis Jay Masters zu verdanken. Der zum Tode verurteilte US-Amerikaner sitzt seit 1981 im Gefängnis San Quentin in Marin County in Kalifornien. 1992, vor genau 20 Jahren hat er ein Gedicht geschrieben, das sowohl sein Schicksal im Gefängnis beschreibt als auch das Pruno-Rezept erklärt. Wofür er auch mit einem Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Es stinkt nach Fäulnis

Tätowierte Männer zeigen auf Youtube, wie sie Pruno herstellen und anschließend trinken. Laut ihren Beschreibungen stinkt es unerträglich nach Fäulnis. Es ist kein Getränk, das je ein Mensch freiwillig trinken würde. Zum Runterschlucken halten sich einige die Nase zu, damit sie nicht brechen müssen. Ex-Häftlinge berichten, dass der Gestank ausreicht, um sich vor sexuellen Übergriffen von anderen Insassen zu schützen, denn keiner würde diesen Gestank lange aushalten.

Dennoch wird der Alkohol in amerikanischen Gefängnissen illegal hergestellt, was zu gewalttätigen Handlungen führt. In den schwerwiegenden Fällen, seien die Insassen betrunken gewesen, sagte Ron Nipper, Sprecher des Gefängnisses im kalifornischen Lancaster der "Los Angeles Times".

2003 wurde in dieser Haftanstalt frisches Obst vom Speiseplan gestrichen, was jedoch nicht das Alkohol-Problem beseitigen konnte. Die Kreativität der Insassen kennt keine Grenzen, auch wenn sie selbst für Jahre oder bis zum Tod eingesperrt sind. Denn Pruno lässt sich auch mit Sauerkraut, verschimmeltem Brot, Süßigkeiten oder Rosinen herstellen.

Der Verfasser des Gedichts ist Buddhist

Jarvis Jay Masters, der Verfasser des Pruno-Rezepts, hat dem Alkohol abgeschworen. Er hat während seiner Zeit im Gefängnis den Buddhismus für sich entdeckt. Als 19-Jähriger wurde er wegen bewaffnetem Raubüberfall zu 22 Jahren Haft verurteilt. Weil er aber 1990 während seiner Haft an einem Mord an einem Gefängniswärter beteiligt war, wurde ihm die Todesstrafe verhängt.

Der frühere Mörder lebt jetzt nach den buddhistischen Regeln. Der 50-Jährige ist zum Philosophen geworden, hat die Bücher "Frieden finden: Schriften aus der Todeszelle" und "Der Vogel hat meine Flügel. Die Autobiografie eines unschuldigen Mannes im Todestrakt" geschrieben. Noch lebt Jarvis. Sein ausgezeichnetes Gedicht beendet er mit der Zeile: "Möge Gott sich deiner Seele erbarmen.">

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23-06-2012: <En Brasil reclusos rebajarán penas si leen [hasta] 12 obras al año>


23.6.2012: In Brasilien können Gefangene die Strafe reduzieren, wenn sie bis zu 12 Bücher pro Jahr lesen
de / aus:
http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/mundo/america/43888-en-brasil-reclusos-rebajaran-penas-si-leen-12-obras-al-ano

<Los presos en Brasil podrán rebajar su condena, 48 días por año, si prueban haber leído al menos 12 obras literarias, científicas o filosóficas al año, de acuerdo a una norma que entró en vigor este viernes. La norma fue establecida como un estímulo a la lectura.

Para acceder al beneficio, los reclusos deberán presentar una reseña por libro leído que será evaluada por autoridades penitenciarias, señala la ley publicada en el diario oficial de ese país.

Informaron además que la norma fue aprobada como estímulo a la lectura en la comunidad carcelaria del país brasileño, que asciende a 513 mil internos.

Con esta ley cada recluso tendrá un plazo de hasta 30 días para leer una obra literaria y podrá probar hasta un máximo de 12 títulos por año, con lo que al final logrará reducir 48 días por cada año de condena.

Con una población de 191 millones de habitantes, Brasil cuenta con 513.000 presos. Hasta 2005, se calculaba que un 70% de los presos no habían completado el ciclo de escolarización básica.>


<Die Gefangenen in Brasilien können ihre Strafe um 48 Tage pro Jahr reduzieren, wenn sie beweisen, mindestens 12 literarische, wissenschaftliche oder philosophische Bücher pro Jahr gelesen zu haben. Dieses neue Gesetz ist seit diesem Freitag in Kraft und soll zum Lesen ermuntern.

Die Gefangenen müssen dabei eine Rezension des gelesenen Buchs abliefern, die dann der Gefängnisleitung beurteilt wird, so das neue Gesetz im offiziellen Blatt des Landes.

Das Gesetz soll zum Lesen anregen. In Brasilien sind 513.000 Menschen zur Zeit in Gefängnissen untergebracht.

Mit diesem Gesetz soll jeder Gefangene soll jeder Gefangene bis zu 30 Tage Zeit erhalten, ein literarisches Buch zu lesen, und kann dies bis auf 12 Titel pro Jahr ausweiten. Am ende reduziert sich die strafe dann um 48 Tage für jedes Strafjahr.

Brasilien hat 191 Millionen Einwohner, und 513.000 Gefangene. Bis 2005 wurde geschätzt, dass 70% der Gefangenen die Grundschule nicht abgeschlossen haben.>

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n-tv
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15.8.2012: <Gewalt in deutschen Gefängnissen: Viele Häftlinge werden Opfer> - rund 25% werden Opfer physischer Gewalt
http://www.n-tv.de/politik/Viele-Haeftlinge-werden-Opfer-article6980181.html

<Deutsche Gefängnisse sind alles andere als Besserungsanstalten. Das belegt eine neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Das Ausmaß der Gewalt ist erschreckend: Jeder vierte der für die Studie befragten Gefangenen spricht von sexueller Gewalt, Schlägen und anderen Attacken.

In deutschen Gefängnissen wird einer Studie zufolge ein großer Anteil der Häftlinge zum Opfer von Gewalt. Jeder vierte Häftling werde hinter Gittern im Laufe eines Monats Opfer von körperlichen Übergriffen, berichtete die "Zeit" vorab unter Berufung auf eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

25,7 Prozent aller männlichen Befragten und 25,6 Prozent aller weiblichen Befragten gaben demnach an, in den vier Wochen zuvor im Gefängnis Opfer physischer Gewalt geworden zu sein. Bei den Jugendlichen waren es sogar 49 Prozent. Die Wissenschaftler befragten dem Bericht zufolge anonym knapp 6400 Häftlinge in 33 Gefängnissen in Bremen, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen.

Die Gefangenen berichteten von körperlichen und sexuellen Übergriffen, Schlägen im Sportraum und Vergewaltigungen in der Gemeinschaftsdusche. Als besonders gefährliche Orte wurden die Gemeinschaftszellen sowie unübersichtliche Flure, Duschen und Freistundenhöfe mit dunklen Ecken benannt. Fast die Hälfte der Opfer gab an, keine Anzeige erstattet zu haben.

Jeder zweite Gefangene habe zudem von weiteren Formen der Gewalt berichtet. Demnach wurden die Häftlinge schikaniert, erpresst, von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen, mit Müll oder Exkrementen beworfen oder durch Lügen und Gerüchte verächtlich gemacht. Die Forscher informierten die Anstaltsleiter laut "Zeit" über jene Fälle von körperlichen Auseinandersetzungen und sexuellen Übergriffen, zu denen sie genauere Informationen hatten. Die Untersuchung sei die erste aussagekräftige Studie, die das Ausmaß des Gewaltproblems im deutschen Strafvollzug erkennen lasse, hieß es.

Quelle:n-tv.de, AFP>

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n-tv
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22.9.2012: Folter in Gefängnissen in Georgien - das Video des Wärters kommt kurz vor den Wahlen - und der Wärter bittet in Brüssel um Asyl
Videobeweis: In Georgien wird gefoltert: Gefängniswärter wollte aufklären
http://www.n-tv.de/politik/Gefaengniswaerter-wollte-aufklaeren-article7288066.html

<Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Georgien droht wegen Videos mit brutalen Folterszenen von Häftlingen eine politische Schlammschlacht. Der Urheber der Videos flieht nach Brüssel und bittet dort um politisches Asyl. Spannend ist die Frage, welche Rolle die georgische Opposition dabei spielt. Dessen Chef ist eine schillernde Persönlichkeit.

Ein früherer georgischer Gefängniswärter, der Videoaufnahmen mutmaßlicher Misshandlungen von Häftlingen veröffentlichte, wollte damit nach eigenen Angaben ein Ende der Folter in der Ex-Sowjetrepublik erreichen. "Ich wollte dem Ganzen für immer und ewig ein Ende bereiten", sagte Wladimir Bedukadse in Brüssel, wo er politisches Asyl beantragte. Der 35-Jährige war nach eigenen Angaben seit 2008 im Gldani-Gefängnis bei Tiflis beschäftigt. Die erschütternden Aufnahmen machte er demnach zwischen 2010 und 2012.

"Ich wollte zeigen, was vor sich ging, damit die Leute das wissen", sagte Bedukadse. Auf den Aufnahmen werden Häftlinge brutal getreten und offenbar vergewaltigt. Nach Bedukadse wird in Georgien gefahndet. Er floh nach eigenen Angaben im Mai mit den Videos und erreichte im Juli Brüssel. Seine Familie ist demnach jedoch weiterhin in Georgien. Bedukadse wies Vorwürfe zurück, er habe im Namen der Opposition gehandelt. "Ich wurde nicht bezahlt. Es war ein persönlicher Protest". Sein Anwalt erklärte, wenn es keine Folter gegeben hätte, gäbe es auch keine Videos.

Häftlinge bekräftigten die schweren Vorwürfe gegen ihre Aufpasser. Täglich hätten Justizbeamte zwei Gefangene ausgesucht und heftig verprügelt, berichteten Insassen Journalisten im Gefängnis Nr. 8 in Tiflis. Sie hätten ihre Wärter nie ansehen dürfen. Zudem seien ihnen für die Zeit nach der Parlamentswahl noch heftigere Prügel angedroht worden. Vor den Gefängnissen versammelten sich besorgte Angehörige.

Veröffentlichung im Schatten der Parlamentswahl

Der Folterskandal führte zum Rücktritt des Innenministers und des für den Strafvollzug zuständigen Ministers. Staatschef Michail Saakaschwili erklärte, der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Videos ziele auf eine Beeinflussung der Parlamentswahlen am 1. Oktober ab, die als wichtiger Stimmungstest für seine Partei gilt. Es müsse die Frage gestellt werden, warum die Aufnahmen erst jetzt gezeigt würden, sagte er in einer Fernsehansprache.

Ex-Präsident Eduard Schewardnadse verurteilte die Vorfälle scharf. "Ich wünschte, ich hätte das nicht mehr erlebt", sagte der 84-jährige Vorgänger Saakaschwilis. "Oppositionsführer Bidsina Iwanischwili sollte an die Macht kommen. Er ist unabhängig", sagte Schewardnadse. Unter dem reichsten Mann Georgiens werde das Land seinen Weg in die EU und in die Nato fortsetzen, meinte der Politiker, der als einer der Väter der deutschen Einheit gilt.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton äußerte sich "empört" über die Foltervideos. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Regierung zu einer "gründlichen und unabhängigen Untersuchung" auf. Auch die UN-Kommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, zeigte sich entsetzt.

Oppositionsführer als Menschenfreund

Der 56-jährige Iwanischwili machte sein Vermögen als Banker und Investor in Russland und war lange in Georgien nur als öffentlichkeitsscheuer Philanthrop bekannt, der durch großzügige Spenden die Künste, das kulturelle Erbe und soziale Projekte unterstützte. Sein Vermögen wird auf bis zu fünf Milliarden Euro geschätzt. Er residiert in einer riesigen Stahl-und-Glas-Villa auf einem Hügel über der Hauptstadt Tiflis.

Als Iwanischwili vergangenes Jahr in die Politik eintrat, wurde ihm wegen angeblicher Gesetzesverstöße sein Pass entzogen. Zudem wurde er zur Zahlung einer Strafe in Millionenhöhe verurteilt.

Die Regierungspartei wirft Iwanischwili vor, den Interessen Russlands zu dienen, mit dem Georgien seit dem Krieg um Südossetien im Sommer 2008 keine Beziehungen mehr unterhält. Der Milliardär tritt dagegen für eine Normalisierung der Beziehungen ein. Seiner Ansicht nach kann sich die frühere Sowjetrepublik die Feindschaft mit dem großen Nachbarn im Norden nicht leisten. Daher lehnt er es auch ab, Russlands Präsident Wladimir Putin zu kritisieren.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa>

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"USA" 16.10.2012: Der schwarze Präsident tut nichts für die Schwarzen, sondern es geht ihnen schlechter als zuvor - Beispiel: Das "US"-Gefängniswesen
Übervolle Gefängnisse: Obama bringt Schwarzen keinen «Change»
http://www.20min.ch/ausland/dossier/uswahlen/story/24253334

<Die Wahl Barack Obamas sollte ein Meilenstein in der Geschichte der Afro-Amerikaner werden. Doch die Situation der Minderheit verschlechtert sich auch unter seiner Ägide dramatisch weiter.

[0,7% der Bevölkerung im Gefängnis, davon 50% Schwarze - die Behörden "vergessen" oft die Erfassung der Gefangenen]

Dass zahlreiche Statistiken das Gegenteil behaupten, hat laut Soziologie-Professorin Becky Pettit einen einfachen Grund. In ihrem neuen Buch «Unsichtbare Menschen» schreibt sie, dass die Behörden in ihren Studien oft vergessen, Häftlinge zu berücksichtigen. Das birgt zweierlei Probleme: Mit rund 2.3 Millionen oder 0.7 Prozent ihrer Bevölkerung hinter Gittern weisen die USA die höchste Inhaftierungsrate der Welt auf. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt sie mit 0.08 Prozent zehnmal tiefer. Hinzu kommt, dass die Hälfte aller Häftlinge schwarz sind.

Viele Verhaftungen wegen Drogenvergehen

Vor diesem Hintergrund muss so manche Kennzahl korrigiert werden: Ein Abgleich der Inhaftierungsrate mit der Wahlstatistik zeigt zum Beispiel, dass die Wahlbeteiligung von Schwarzen 2008 um 13 Prozent zu hoch eingeschätzt worden war. Auch der angebliche Enthusiasmus der Afro-Amerikaner über die Kandidatur Obamas fällt im historischen Vergleich tiefer aus: Der Anteil junger schwarzer Schulabbrecher, die an der Präsidentschaftswahl 2008 teilnahmen, lag tiefer als 1980. Damals gewann die republikanische Lichtgestalt Ronald Reagan gegen den demokratischen Amtsinhaber Jimmy Carter.

Auch die Beschäftigungsrate junger Schwarzer ohne High-School-Abschluss liegt traditionell bei tiefen 42 Prozent – doch wenn Häftlinge miteingerechnet werden, fällt sie auf katastrophale 26 Prozent. Experten erklären die siebenmal höhere Inhaftierungsrate von Schwarzen im Vergleich zu Weissen mit der unterschiedlichen Verfolgung von Drogenvergehen: «Es gibt keine Hinweise, dass Drogen etwas mit Rasse oder Volkszugehörigkeit zu tun haben – ausser bei den Verhaftungen», schreibt Ernest Drucker in seinem Buch «Gefängnisplage». «Racial Profiling» sei unter den Ordnungshütern gängige Praxis und sorge für überproportional viele Verhaftungen von Schwarzen.

Bald jeder Dritte mit Gefängnis-Erfahrung

«Wir haben ein verzerrtes Bild über die Situation schwarzer Amerikaner entwickelt», schreibt Professorin Pettit. Der Grund dafür sei die systematische Ausklammerung der vielen Häftlinge. Das US-Justizministerium schätzt, dass bald jeder dritte Schwarze in den USA mindestens einmal in seinem Leben hinter Gittern sitzen wird. Die Vorstellung, dass es für Schwarze seit der Bürgerrechtsbewegung der 1960er – wenn auch langsam, mühsam und mit Rückschlägen – aufwärtsgeht, ist laut Pettit nicht haltbar.

(kri)>

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Ein "Handbuch" zur Behandlung von Gefängnisinsassen seit 2001:

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"USA", Irak und Kuba 26.10.2012: Wikileaks deckt geheime "Anweisungen" zum Umgang mit Häftlingen in US-Militärgefängnissen auf - ein "Handbuch" über den rechtsfreien Raum seit dem 11.Sep.2001
Guantánamo und Co.: Wikileaks zeigt geheime Knast-Papiere
http://www.20min.ch/ausland/dossier/wikileaks/story/10326070


<Wieder ärgert Julian Assange die USA. Seine Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht neue US-Militärdokumente. Dabei geht es um die umstrittenen Militärgefängnisse.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat mit der Veröffentlichung von mehr als hundert neuen US-Militärdokumenten begonnen. Darunter befänden sich auch Anweisungen zum Umgang mit Häftlingen in den umstrittenen Militärgefängnissen im Irak und im Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba.

Insbesondere verfüge Wikileaks über ein Handbuch, das im Jahr 2002 kurz nach der Gründung des Lagers Guantánamo unter US-Präsident George W. Bush herausgebracht worden war, teilte Wikileaks-Gründer Julian Assange am Donnerstag weiter mit.

«Dieses Dokument ist von grosser, historischer Bedeutung, Guantánamo Bay ist zu Recht zu einem Symbol für die systematische Verletzung der Menschenrechte im Westen geworden», erklärte Assange.

Es werde dokumentiert, wie nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ein rechtsfreier Raum geschaffen worden sei, in dem das US- Verteidigungsministerium Verdächtige habe inhaftieren können, ohne darüber Rechenschaft ablegen zu müssen.

USA in «permanentem Ausnahmezustand»

«Es zeigt die Exzesse der frühen Tage des Kriegs gegen einen unbekannten 'Feind' und wie diese Massnahmen reiften und sich entwickelten, um in den permanenten Ausnahmezustand zu münden, in dem sich die USA heute ein Jahrzehnt später befinden», erklärte Assange.

Seine Organisation hatte mit der Veröffentlichung geheimer Dokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie zehntausender Diplomatendepeschen den Zorn der USA auf sich gezogen.

Assange unter Druck

Seit einiger Zeit macht aber vor allem Assange selbst von sich reden. Mitte Juni war der Australier in Ecuadors Botschaft in London geflohen, nachdem er alle Rechtsmittel gegen seine Auslieferung an Schweden ausgeschöpft hatte, wo er wegen mutmasslicher Sexualdelikte befragt werden soll.

Der 41-Jährige befürchtet nach eigenen Angaben, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm der Prozess wegen Geheimnisverrats gemacht werden könnte.

(sda)>


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Welt
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25.11.2012: Kommt der Bruder zu Besuch - und dann geht der Sträfling frei - am Wachpersonal vorbei
Belgien: Häftling überlistet Wachleute mit Rollentausch
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article111490954/Haeftling-ueberlistet-Wachleute-mit-Rollentausch.html

<Zehn weitere Jahre sollte ein belgischer Drogenhändler seine Strafe absitzen, doch dann kam sein Bruder zu Besuch. Sie tauschten einfach ihre Rollen.

Zwei Brüder haben in Brüssel mit einem Rollentausch die Wachleute eines Gefängnisses überlistet. Während sein Bruder für ihn nach dem Haftbesuch in die Zelle zurückgekehrt sei, sei ein 23-jähriger Häftling am Samstag unerkannt durch das Haupttor des Gefängnisses getürmt, meldete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Erst am Sonntagmorgen konnte der einem Zeitungsbericht zufolge wegen Drogenhandels und Hehlerei bis 2022 verurteilte Flüchtige aufgegriffen werden. Sein Bruder muss nun auch mit einer Strafe rechnen. Es war bereits der zweite Ausbruch aus dem Gefängnis Saint-Gilles binnen einer Woche.

AFP/nib>

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n-tv
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14.4.2013: Gummigeschosse gegen Gefangene in Guantanamo, die sich gegen Einzelzellen wehren
Terrorismus Menschenrechte USA: Eskalation in Guantánamo mit Gummigeschossen gegen Gefangene
http://www.n-tv.de/ticker/Eskalation-in-Guantanamo-mit-Gummigeschossen-gegen-Gefangene-article10469026.html

<Washington (dpa) - Nach wochenlangen wachsenden Spannungen im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay ist es zu einer Eskalation gekommen. US-Wärter setzten nach Medienberichten Gummigeschosse gegen Häftlinge ein, die sich gegen eine Verlegung aus einem Gruppenunterkunft in Einzelzellen wehrten. Auf beiden Seiten habe es aber nur leichte Verletzungen gegeben, zitierte CNN einen Militärsprecher. In Guantánamo werden zurzeit noch 166 Terrorverdächtige festgehalten, viele von ihnen schon seit 2002.

Quelle: n-tv.de , dpa>

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Gulli online, Logo

4.6.2014: Kriminelle "USA" missbraucht Radarsysteme gegen Gefängnisinsassen: <Amerika überwacht Gefängnisinsassen per Radar>
http://www.gulli.com/news/23958-amerika-ueberwacht-gefaengnisinsassen-per-radar-2014-06-04

<US-Gefängnisse arbeiten daran, die Vitalfunktionen ihrer Insassen künftig genau zu überwachen. Ein vom amerikanischen Justizministerium finanziertes Gerät ist in der Lage, Werte wie Herzschlag und Atemfrequenz genau zu analysieren. Durch ein an den Sensoren angeschlossenes Alarmsystem, soll die Selbstmordrate innerhalb der Anstalten künftig enorm reduziert werden.

Suizid ist unter Insassen amerikanischer Gefängnisse ein großes Problem. 35 Prozent aller Todesfälle innerhalb der Anstalten gehen auf einen Selbstmord zurück. Risikogefährdete Personen werden vom Personal mehrmals pro Stunde überprüft, womit allerdings ein hoher personeller und finanzieller Aufwand verbunden ist.

Wie die Zeitschrift NewScientist berichtet, hat das amerikanische Justizministerium aus diesem Grund eine Sensortechnik anfertigen lassen, die die Häftlinge computergesteuert überwacht. Das vom Unternehmen General Electric entwickelte System, analysiert mittels eines Doppler-Radars mehrere Vitalfunktionen eines Insassen. Durch die Bewegungen des Brustkorbes wird die Atem- und der Herzschlagfrequenz errechnet. Das sensible Gerät ist dabei sogar in der Lage, nichtmetallische Objekte zu durchleuchten, falls sich der Gefangene bei einem Selbstmordversuch zu verstecken versuchen sollte. In ersten Testreihen konnte die Technik eine Genauigkeit von 86 Prozent erreichen.

Kevin Lockyer, Kriminaljustizberater in Großbritannien ist trotz dieser Quote nicht durchweg überzeugt von dem Projekt. "Behandelt man so die Symptome oder die Ursache?", fragt er kritisch. Entsprechend müsse das System seiner Meinung nach mit Präventivmaßnahmen wie Therapien kombiniert werden.

General Electric arbeitet derweil schon an Möglichkeiten, das System auch außerhalb von Haftanstalten vertreiben zu können. Laut einem Unternehmenssprecher sei beispielsweise auch die Überwachung von Neugeborenen und älteren Personen denkbar.

Julian Wolf () am Mittwoch, 04.06.2014 11:15 Uhr>

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Epoch
                          Times online, Logo 

Bishopville (South Carolina) 16.4.2018: 7 tote Häftlinge und 17 schwerverletzte Häftlinge in Gefängnis
7 Tote und 17 Verletzte bei Kämpfen in US-Hochsicherheitsgefängnis
https://www.epochtimes.de/politik/welt/7-tote-und-17-verletzte-bei-kaempfen-in-us-hochsicherheitsgefaengnis-a2402012.html

<In einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Staat South Carolina ist es zu schweren Kämpfen zwischen den Insassen gekommen.

In einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Staat South Carolina ist es zu schweren Kämpfen zwischen den Insassen gekommen. Dabei wurden sieben Häftlinge getötet und mindestens 17 weitere schwer verletzt.

Laut Gefängnissprecher Jeff Taillon wurden dabei keine Angestellten verletzt. Die 17 verletzten Insassen würden außerhalb des Gefängnisses ärztlich versorgt.

Die Hochsicherheitseinrichtung in Bishopville, nahe der Hauptstadt Columbia,  beherbergt etwa 1.500 Insassen, einige von South Carolinas gewalttätigsten Straftätern mit den längsten Haftstrafen.

Es kam nicht zum ersten Mal zu tödlichen Auseinandersetzungen in dem Gefängnis. Zwei Wärter wurden bei einem Kampf im Jahr 2015 erstochen. Ein Häftling tötete einen anderen im Februar.

(mcd)>

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Muttenz (Schweinz / Schweiz) 22.5.2018: Terroristen als Wärter mit Sadismus gegen Gefangene
Muttenz BL: Häftlinge klagen über «sadistische» Wärter
http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/Mehrere-Gefaengniswaerter-entlassen-13379068

<Im Strafjustizzentrum in Muttenz arbeitete ein ehemaliger, wegen Alkoholproblemen entlassener Grenzwächter. Insassen werfen ihm und weiteren Betreuern Schikane vor.

Im Strafjustizzentrum in Muttenz, das vor vier Jahren eröffnet wurde, häuften sich die Beschwerden von Gefangenen: Sie würden von ihren Betreuern schlecht behandelt. Die Vorkommnisse kamen im Zusammenhang mit dem Kündigungsstreit eines zu Unrecht entlassenen Wärters ans Licht, wie die «Basler Zeitung» am Dienstag berichtete.

Gefangene werfen einer Gruppe von Wärtern «sadistische Neigungen» vor. Dies geht aus Aufzeichnungen der Insassen hervor, die der BaZ vorliegen. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Zentrums bestätigt entsprechende Vorkommnisse und gibt an, unter der Situation im Gefängnis Muttenz gelitten zu haben.

Alkoholiker erhält zweite Chance als Wärter in Muttenz

Im 2014 neu eröffneten Strafjustizzentrum stellte man einen ehemaligen Grenzwächter ein, der wegen eines massiven Alkoholproblems entlassen worden war. Der Mann hatte im Streit einen Nachbarn mit seiner Dienstwaffe bedroht. Ausserdem hatte er auf dem Heimweg vom Dienst alkoholisiert einen Autounfall verursacht.

Im Gefängnis in Muttenz wurde er eingestellt, da man ihm eine zweite Chance geben wollte, wie Generalsekretär Stephan Mathis gegenüber der Zeitung bestätigt. Andere Verwaltungsmitglieder sagen, dass man dem Mann den Job aufgrund seiner Beziehungen zu Mathis angeboten habe.

[Alkoholiker-Wärter schimpft gegen Ausländer im Muttenz-Gefängnis]

Gefangene in Muttenz litten unter ihm und äusserten ihre Vorwürfe in Briefen. «Die Ausländer werden von X. als Scheiss-Habaschen bezeichnet, für welche er keinen Finger krümmen würde», schreibt ein Insasse. «Er beschimpfte mich mit: Fick dich ins Knie!», so ein anderer.

«Dann haben wir eine Zelle mehr» [falsche Rasierklingen - Medikamente werden vorenthalten - Postgeheimnis wird verletzt etc.]

Nicht nur über den ehemaligen Grenzwächter, auch über andere Betreuer beschwerten sich die Gefangenen. «Es wurde reklamiert, dass die neuen Rasierklingen die Haut aufschneiden, worauf geantwortet wird mit: ‹Mir doch egal, wenn Sie sich die Halsschlagader aufschneiden, dann haben wir eine Zelle mehr frei», steht in einem Brief.

Vorgeworfen wird dem Personal weiter die «Wegnahme von ärztlich verordneten Medis», «Durchstöbern der Anwaltspost in der Zelle» und ähnliches. Viele Gefangenen litten unter der «Wärter-Bande». Ein ehemaliger Insasse sagt: «Je ruhiger und je depressiver man sich als Gefangener in Muttenz verhielt, desto besser war es.»

«Wir mussten uns von Mitarbeitenden trennen» - [sadistische Wärter bereits entlassen, wegen Verstoss gegen Sicherheitsbestimmungen]

Gerhard Mann, Leiter des Justizvollzugs, habe bisher nichts von diesen Beschwerden mitbekommen, sagte er gegenüber der BaZ. Er gibt jedoch zu, dass nicht alles gemäss den Vorschriften lief und man dementsprechend Massnahmen getroffen habe. «In drei Fällen haben diese Massnahmen leider nicht zum Erfolg geführt, und wir mussten uns von diesen Mitarbeitenden trennen», so Mann. Die Kündigungen erfolgten nicht aufgrund der Beschwerden der Häftlinge, sondern weil gegen verschiedene Sicherheitsbestimmungen verstossen wurde. Einer der Entlassenen ist der Betreuer mit Alkoholproblem.

Der zu Unrecht entlassene Wärter – der eigenen Aussagen zufolge unter dem Arbeitsklima in der Anstalt gelitten habe – darf wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren oder muss entschädigt werden. Das Gericht hat seine Kündigung aufgehoben.

(lb)>

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Gefängnis Witzwil (Schweinz / Schweiz) 4.6.2018: Köche servieren ungeniessbares Essen, so dass Häftlinge zusammenklappen
Schlechtes Essen: Häftlinge protestieren gegen Essen in Witzwil
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Haeftlinge-hungern-in-JVA-Witzwil-12176708

<Der Direktor der Justizvollzugsanstalt Witzwil hat eine Beschwerde von Häftlingen erhalten, weil das Essen im Gefängnis schlecht und eintönig sei. Es brodle, so ein Insasse.

ach dem Aufstand im Gefängnis Thorberg legen sich Häftlinge der Justizvollzugsanstalt Witzwil mit der Führung an. Das geht
aus einer Beschwerde hervor, die an den Direktor der Anstalt, Hans-Rudolf Schwarz, adressiert ist und von 75 Häftlingen unterschrieben wurde. Das Essen sei «massiv unzureichend ausgewogen, geschweige denn gesund», heisst es darin. «Wir Gefangenen von Witzwil teilen Ihnen mit, dass wir uns fast täglich von Konfitüre zusätzlich ernähren müssen, um unsere nötigen Kalorien zu erreichen.» Auch Früchte würden die Häftlinge keine bekommen.

Dies bleibe nicht ohne Folgen: «Aufgrund dieses Dauerzustandes der Küche ist es mehreren Gefangenen nicht mehr möglich, ihre Freizeitangebote in Anspruch zu nehmen», steht im Beschwerdebrief. Gemäss Informationen von 20 Minuten soll es auch schon bei der Arbeit zu Zusammenbrüchen gekommen sein. Ein Insider sagt, einige Häftlinge würden bereits Zusatznährstoffe wie Magnesium ins Gefängnis schmuggeln, weil sie derart geschwächt seien. Auf Beschwerden hätten die Küchenmitarbeiter nicht reagiert.

Gefangene ernähren sich von Konfitüre

Meist würden Teigwaren serviert, die zu wenig oder zu lange gekocht worden seien. Dazu gebe es immer lediglich grünen Salat. Auch Kartoffeln oder Pouletfleisch würden regelmässig zu wenig lange gekocht oder gebraten. Als Abendessen hätten die Gefangenen etwa Spiegelei mit «praktisch rohen» Kartoffeln erhalten. Daraufhin habe es einen kleinen Aufstand gegeben.

Gemäss dem Beschwerdebrief werfen viele Gefangene das Essen weg. Weil auch die Nahrungsmittel im Gefängniskiosk teuer seien, würden sich viele nur noch von Konfitüre, Schokolade oder Gummibärchen ernähren. Keine gute Basis für ihre Arbeit: Die JVA Witzwil betreibt einen grossen Landwirtschaftsbetrieb, in dem die Gefangenen mitarbeiten. Sie helfen etwa beim Kartoffel- und Gemüsebau, bei der Rindvieh- oder Pferdehaltung oder im Werkatelier.

«Schikaniert und unter Druck gesetzt»

Gefängnisdirektor Schwarz hat aufgrund der Petition einen runden Tisch veranstaltet und beschlossen, dass das Abendessen angepasst wird, regelmässig Früchte bereitgestellt werden und die Küche einen Feedback-Briefkasten erhält.

Schwarz bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass er sich mit den Küchenmitarbeitern und drei Petitionären getroffen hat. Die Rückmeldung der Gefangenen auf die beschlossenen Massnahmen seien positiv gewesen. Am Donnerstag habe es erneut ein Treffen gegeben. «Sämtliche Anwesenden distanzierten sich von einer ‹Beschwerde› und bekräftigten, dass die Massnahmen vollumfänglich umgesetzt worden seien.»

«Wenigstens die Küche sollte stimmen»

Ein Häftling bestreitet dies: «Umgesetzt wurde davon nichts.» Stattdessen würden die Insassen seit ihrer Beschwerde von Vollzugsmitarbeitern «schikaniert und unter Druck gesetzt». «Die Häftlinge kochen. Wir haben hier ein zweites Thorberg. Nur das System ist etwas anders.» Das Gefängnis Thorberg sorgte im vergangenen Herbst mit einem Streik für Schlagzeilen.

Peter Zimmermann, Präsident von Reform 91, einer Organisation für Strafgefangene und Ausgegrenzte, begrüsst es, dass Schwarz den Dialog mit den Gefangenen gesucht hat. Auch dass er Veränderungen beschlossen hat, sei ihm anzurechnen. Auch Zimmermann zieht eine Parallele zum Fall Thorberg. Auch dort haben Häftlinge im November unter anderem für besseres Essen gestreikt. Zimmermann schlägt vor, dass die Verantwortlichen das Essen doch einmal selbst probieren sollten, «so käme man auf eine breitere Beurteilung».

Auch die Vorwürfe der Gefangenen, sie würden schikaniert und unter Druck gesetzt, überraschen Zimmermann nicht. «Unter dem Vorwand der Sicherheit werden laufend neue Regelungen – für die Insassen entpuppen die sich mehrheitlich als Schikanen – aufgebaut, welche indessen die Sicherheit kaum erhöhen, sondern dem Publikum bloss eine solche vorgaukeln. Auch hier wird anstaltsintern einmal ein Level erreicht, der zum Widerstand der Insassen führt.» Umso wichtiger sei, dass wenigstens die Küche stimme.

Die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern hat zum Fall bis am Sonntag keine Stellung genommen.

(vro/daw)>

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The Guardian
                                  online, Logo
"USA" - July 6, 2018: Modern slavery: how we exposed deadly sex trafficking in US prisons "USA" 6.7.2018: Moderne Sklaverei: Tödliche Zwangsprostitution in den "USA" aufgeflogen - es begann im normalen Gefängnis
https://www.veteranstoday.com/2018/07/06/modern-slavery-how-we-exposed-deadly-sex-trafficking-in-us-prisons/

ttps://www.theguardian.com/membership/2018/jul/05/the-trap-women-sex-trafficking-us-prisons-jails-documentary

Documentary: The Trap

<Landmark Guardian investigation, produced over 18 months, examines how US sex traffickers recruit jailed women for prostitution

In January of 2017, we sat in a nondescript hotel room in Orlando Florida and listened while Kate (we’ve changed her name at her request) calmly described how in 2014 she was recruited and trafficked out of a state prison by a convicted sex offender and self-styled “super-pimp” Richard Rawls.

After being promised a relationship and somewhere safe to stay, Kate instead left one prison for another. She spent months locked inside Rawl’s house with a group of other women – all also former inmates – who were being controlled with drugs and violence and forced to prostitute themselves to make him money.

It was a shocking story, and one that we would hear over and over again over the following year as we investigated how prisons and jails across the US have become lucrative recruiting grounds for pimps and sex buyers in America’s thriving domestic sex trafficking industry. The work culminated in our documentary, The Trap, which exposes the systematic pattern of grooming and recruitment of women prisoners by pimps and sex buyers in the US.

As two journalists who have covered modern slavery and human trafficking for the best part of a decade, we have travelled far into the dark depths of human exploitation across the globe. Yet for both of us – and for Guardian videographer Alex Healey – this story has been a profound, deeply troubling and emotionally challenging experience.

Most of the women we worked with over the last months don’t fit the profile of what many women would think of as trafficking victims. All are American nationals, none have been moved across international borders or controlled by huge organised crime gangs.

Yet across the US, hundreds of thousands of women, men and children are being sold in a multi-billion dollar domestic sex trafficking industry that thrives on the lack of value that society is placing on those being exploited.

All the women we spoke to for this story had personal histories of abuse and trauma. For many, the path into pimp-controlled prostitution had started with a need for love or a relationship, which had been twisted through domestic violence, drug use and basic survival into something very different. None of them had planned or expected their life to end up the way that it has.

We started researching this story at the end of 2015 but didn’t pick up a camera until the middle of 2016 – instead we spent the following year corroborating our initial leads and spent hours on the phone slowly building the trust of the women we wanted to film.

Thanks to the foundation funding that we received to help finance this investigation, we were able to return to Florida, Massachusetts and Chicago a number of times over the months of filming and reporting, an extraordinary luxury in today’s journalistic climate.

As journalists we are supposed to be impartial, using our skills and our platform to report on what is happening to others. Yet trying to process and comprehend the trauma of those whose lives we were dipping in and out of took a toll on all of us.

Despite both of us having a lot of experience on reporting on human rights and trafficking stories, we both found it increasingly difficult to hear story after story of women branded as outcasts of society, who have never had a chance at living a life that hasn’t been shaped by abuse and violence. Most were living hand to mouth on the streets, some were pregnant, many had lost their children. We are both mothers of small children and coming home and having to make the switch from one role to the other became increasingly hard.

[Isolated prisons provoke more hope for love - and so the pimps get their victims]

For Mei-Ling, the weeks of filming along with Alex Healey inside a jail in Massachusetts, was a disorientating and psychologically jarring experience. Cut off from the outside world, many of the women serving time were only in their 20s but had been in and out of jail and prisons multiple times. Many felt a bleak resignation that things would be no different for them when they were released. There was a suffocating absence of hope.

It was easy to see how these facilities have become hunting grounds for people wanting to exploit this loneliness and isolation. One woman told us that getting a letter from the outside world was like a gift from God.

[Pimps profit from emergency sending money for basic needs]

Then there are the practicalities: without these men sending money into their prison bank accounts, many of the inmates we interviewed wouldn’t be able to buy shampoo, tampons or toothpaste, the things that made them feel human while behind bars. Without these men, few would be able to meet their basic need for housing and food when they left incarceration.

In Massachusetts, we saw first-hand the same women being cycled out of jail and immediately back into a life of addiction and exploitation at the hands of pimps and sex buyers.

[The victims don't believe to a good life any more]

That correctional facilities have become recruiting grounds for pimps and sex buyers is just an indication of how pervasive the trap of incarceration and exploitation has become for this community of women. In Worcester, Massachusetts, where some women are finding support, we saw the impact that a criminal record and a lack of exit services or specialist interventions had on those we met in jail. Many felt they had no option but to go back to the same life that put them there in the first place with arrest an inevitability.

[Violence by sex clients - NGO "LIFT"]

The biggest shock was the daily violence that is a byproduct of their life on the streets. For the film we spent a year following Nikki Bell, herself a trafficking survivor who now runs her own NGO, Living in Freedom Together (LIFT), who is dedicating her life to helping other women both inside jail and on the streets of Worcester. She told us how, when she was in prostitution and addiction, she had been beaten, thrown out of cars and violently assaulted by sex buyers. Now she sees this violence perpetrated on a daily basis to the women she works with.

[Drugs, overdoses, the victims are killed by drug frustration - 34 years is the medium life expection]

Seven women she works with have already died this year of overdoses. One of the most sobering facts we learned on this project was that the average life expectancy of a street sex worker in the US is 34.

The practicalities of working with women who have lived or are living these experiences is difficult and fraught with ethical dilemmas. Insensitive or overly intrusive interviewing can quickly retrigger trauma, yet many of those who agreed to speak to us were desperate for their stories to be heard. Navigating these interviews, which often took hours, was a huge challenge.

[The election of the victims for the documentary]

What you won’t see is the hours and hours of footage that didn’t make it into the film. The complexity of the story meant not all those people we interviewed could be included in the documentary. Having to explain this to them when they had been so brave to come forward with their stories and so generous with their time was one of our least favourite parts of this whole process.

[Some victims gave the interviews up]

We also pursued leads which ultimately we had to abandon. In Ohio we followed a sex trafficking survivor who was going through an expungement, a legal process to attempt to get the 102 charges on her criminal record – every one of them the result of her trafficking – wiped clean. After a few days she called us, saying she was finding the whole experience too upsetting and so we agreed to stop our interviews with her immediately.

[Reconstruct life normally again]

Yet amid the bleakness, there is also inspiration and hope. Despite all she has gone through, Kate has now left her life of prostitution and addiction behind her and now has a job and a house and is slowly rebuilding her relationship with her family.

The bravery of those who agreed to talk to us and the resilience and compassion of women like Nikki Bell who have survived trafficking and now work relentlessly to try and give others the chance of a different kind of life has been the biggest thing we have both taken away from this story. They can teach us much about how to find light in the darkness of human rights reporting, and we are deeply grateful to them for sharing their lives with us.>

Dokumentarfilm: Die Falle (The Trap)

<Die Landmark-Guardian-Untersuchung, die über 18 Monate dauerte, untersuchte, wie US-Zuhälter Frauen für Prostitution rekrutieren.

Im Januar 2017 saßen wir in einem unscheinbaren Hotelzimmer in Orlando Florida und hörten zu, während Kate (wir haben ihren Namen auf ihren Wunsch hin geändert) ruhig beschrieb, wie sie 2014 von einem verurteilten Sexualstraftäter und selbst ernannten "Superzuhälter" Richard Rawls aus einem Staatsgefängnis rekrutiert und verschleppt wurde.

Nachdem ihr eine Beziehung und ein sicheres Leben versprochen worden war, kam Kate aber nur von einem Gefängnis in ein anderes. Sie wurde monatelang im Haus von Rawl eingesperrt, zusammen mit einer Gruppe anderer Frauen - alles auch ehemalige Gefängnisinsassen - die nun mit Drogen, Gewalt und Zwangsprostitution kontrolliert wurden, und ihm auch noch Geld einbrachten.

Das war eine schockierende Geschichte, und sie wiederholte sich im Verlaufe der Untersuchung laufend immer wieder, wie Gefängnisse in den "USA" zu lukrativen Rekrutierungsquellen für die Zuhälter und Sexkunden wurden - und so floriert die häusliche Sexindustrie mit Zwangsprostitution.  Die Arbeit hat nun ihren ersten Höhepunkt mit dem Dokumentarfil "Die Falle" ("The Trap") gefunden, die das Muster mit der Anmache und der Rekrutierung der weiblichen Gefängnisinsassen durch die Zuhälter und Sexkunden in den "USA" auffliegen lässt.

Als zwei Journalisten, die seit einem Jahrzehnt über moderne Sklaverei und Menschenhandel berichten, sind wir weit in die dunklen Tiefen der menschlichen Ausbeutung auf der ganzen Welt gereist. Doch für uns beide - und für den Guardian-Videofilmer Alex Healey - war diese Geschichte eine tiefe, zutiefst beunruhigende und emotional herausfordernde Erfahrung.

Die meisten der Frauen, mit denen wir in den letzten Monaten zusammengearbeitet haben, passen nicht in das Profil dessen, was viele Frauen als Opfer des Menschenhandels ansehen würden. Alle sind amerikanische Staatsbürger, keine wurde über die internationalen Grenzen gebracht oder von großen organisierten Verbrecherbanden kontrolliert.

Doch in den "USA" werden Hunderttausende von Frauen, Männern und Kindern in einer Multi-Milliarden-Dollar-Sexindustrie verkauft, die von dem Mangel an Wert lebt, den die Gesellschaft den Ausgebeuteten beimisst.

Alle Frauen, mit denen wir für diese Berichterstattung sprachen, hatten eine persönliche Geschichte von Missbrauch und Trauma. Für viele begann der Weg in die von Zuhältern kontrollierte Prostitution mit einem Bedürfnis nach Liebe oder einer Beziehung, die durch häusliche Gewalt, Drogenkonsum und grundlegendes Überleben zu etwas ganz anderem verdreht worden war. Keine von ihnen hatte geplant oder erwartet, dass ihr Leben so endet, wie es war.

Wir begannen Ende 2015 mit der Erforschung dieser Geschichte, nahmen aber erst Mitte 2016 eine Kamera in die Hand - stattdessen verbrachten wir das erste Jahr damit, unsere ersten Hinweise zu verifizieren und verbrachten Stunden am Telefon, um langsam das Vertrauen der Frauen aufzubauen, die wir filmen wollten.

Dank der Stiftungsgelder, die wir zur Finanzierung dieser Untersuchung erhielten, konnten wir im Laufe der Monate mehrmals nach Florida, Massachusetts und Chicago reisen, ein außergewöhnlicher Luxus im heutigen journalistischen Klima.

Als Journalisten sollen wir unparteiisch sein und unsere Fähigkeiten und unsere Plattform nutzen, um über das zu berichten, was mit anderen geschieht. Doch der Versuch, das Trauma derer zu verarbeiten und zu begreifen, deren Leben wir ein- und austauchten, forderte einen Tribut von uns allen.

Obwohl wir beide viel Erfahrung mit der Berichterstattung über Menschenrechte und Menschenhandel hatten, war es für uns beide immer schwieriger, Geschichten von Frauen zu hören, die als Ausgestoßene der Gesellschaft gebrandmarkt wurden, die nie eine Chance hatten, ein Leben zu führen, das nicht von Missbrauch und Gewalt geprägt war. Die meisten lebten Hand in Hand auf der Straße, einige waren schwanger, viele hatten ihre Kinder verloren. Wir sind beide Mütter von kleinen Kindern und kommen nach Hause und der Wechsel von einer Rolle in die andere wurde immer schwieriger.

[Isolierte Gefängnisse lassen die Sehnsucht nach Liebe steigern - und schon haben die Zuhälter ihre Opfer]

Für Mei-Ling waren die Wochen der Dreharbeiten zusammen mit Alex Healey in einem Gefängnis in Massachusetts eine desorientierende und psychologisch erschütternde Erfahrung. Von der Außenwelt abgeschnitten, waren viele der Frauen erst in ihren 20er Jahren aber schon öfter im Gefängnis. Viele fühlten eine düstere Resignation, dass die Dinge für sie nicht anders sein würden, wenn sie freigelassen würden. Hoffnung gab es nicht, das war ein erstickendes Gefühl.

Es war leicht zu sehen, wie diese Einrichtungen zu Jagdrevieren für Menschen geworden sind, die diese Einsamkeit und Isolation ausnutzen wollen. Eine Frau sagte uns, dass ein Brief von der Außenwelt wie ein Geschenk Gottes sei.

[Zuhälter nützen Not aus und schicken Geld für Grundbedürfnisse]

Dann sind da noch die praktischen Dinge: Ohne diese Männer, die Geld auf ihre Gefängniskonten schicken, könnten viele der von uns befragten Insassen kein Shampoo, keine Tampons oder Zahnpasta kaufen, die sie sich hinter Gittern menschlich fühlen ließen. Ohne diese Männer wären nur wenige in der Lage, ihr Grundbedürfnis nach Unterkunft und Nahrung zu befriedigen, wenn sie aus der Haft entlassen würden.

In Massachusetts sahen wir aus erster Hand, wie dieselben Frauen aus dem Gefängnis geholt wurden und sofort wieder in ein Leben mit Sucht und Ausbeutung zurückkehrten - angetrieben durch Zuhälter Sexkunden.

[Die Opfer glauben nicht mehr an ein gutes Leben]

Dass Justizvollzugsanstalten zu Rekrutierungsgründen für Zuhälter und Sexkäufer geworden sind, ist nur ein Indiz dafür, wie allgegenwärtig die Falle der Inhaftierung und Ausbeutung für diese Gemeinschaft von Frauen geworden ist. In Worcester, Massachusetts, wo einige Frauen Unterstützung finden, sahen wir die Auswirkungen, die ein Strafregister und ein Mangel an Ausstiegsdiensten oder spezialisierten Interventionen auf diejenigen hatten, die wir im Gefängnis trafen. Viele glaubten, sie hätten keine andere Wahl, als in das gleiche Leben zurückzukehren, in die Art Gefängnisleben, das sie seit der Verhaftung unvermeidlich erlebt hatten.

[Gewalttätige Sexkunden und Freier - die NGO "LIFT"]

Der größte Schock war die tägliche Gewalt, die ein Nebenprodukt ihres Lebens auf der Straße ist. Für den Film verbrachten wir ein Jahr mit Nikki Bell, selbst eine Überlebende des Menschenhandels, die jetzt ihre eigene NGO Living in Freedom Together (LIFT) leitet, die ihr Leben der Hilfe für andere Frauen im Gefängnis und auf den Straßen von Worcester widmet. Sie erzählte uns, wie sie, als sie in der Prostitution und Sucht war, geschlagen, aus dem Auto geworfen und gewaltsam von Sexkunden angegriffen wurde. Jetzt sieht sie diese Gewalt, die täglich an den Frauen, mit denen sie arbeitet, ausgeübt wird.

[Drogen, Überdosen, die Opfer sterben an Drogenfrust - 34 Jahre durchschnittliche Lebenserwartung]

Sieben Frauen, mit denen sie zusammenarbeitet, sind in diesem Jahr bereits an Überdosen gestorben. Eine der ernüchterndsten Tatsachen, die wir bei diesem Projekt erfuhren, war, dass die durchschnittliche Lebenserwartung einer Straßensexarbeiterin in den USA 34 Jahre beträgt.

Die praktische Arbeit mit Frauen, die diese Erfahrungen gemacht haben oder machen, ist schwierig und mit ethischen Dilemmas behaftet. Unempfindliche oder übermäßig aufdringliche Interviews können schnell ein Trauma auslösen, doch viele von denen, die sich bereit erklärten, mit uns zu sprechen, wollten unbedingt, dass ihre Geschichten gehört werden. Die Leitung dieser oft stundenlangen Interviews war eine große Herausforderung.

[Die Auswahl der Opfer für den Doc-Film]

Was Sie nicht sehen werden, sind die Stunden und Stunden an Filmmaterial, die es nicht in den Film geschafft haben. Die Komplexität der Geschichte bedeutete, dass nicht alle von uns interviewten Personen in den Dokumentarfilm aufgenommen werden konnten. Ihnen das erklären zu müssen, wenn sie so mutig waren, ihre Geschichten zu erzählen und so großzügig mit ihrer Zeit umzugehen, war einer unserer unbeliebtesten Teile dieses ganzen Prozesses.

[Manche Opfer wollten nicht mehr reden]

Wir verfolgten auch Spuren, die wir schließlich aufgeben mussten. In Ohio folgten wir einer Überlebenden der Zwangsprostitution, die eine Löschung durchlief, ein rechtliches Verfahren, um die 102 Anklagepunkte in ihrem Strafregister - jeder von ihnen das Ergebnis ihrer Prostitution - auszulöschen. Nach ein paar Tagen rief sie uns an und sagte, dass sie die ganze Erfahrung zu verwirrend fand und so stimmten wir zu, unsere Interviews mit ihr sofort zu beenden.

[Das Leben wieder normal aufbauen]

Doch inmitten der Trostlosigkeit gibt es auch Inspiration und Hoffnung. Trotz allem, was sie durchgemacht hat, hat Kate nun ihr Leben der Prostitution und Sucht hinter sich gelassen und hat nun einen Job und ein Haus und baut langsam ihre Beziehung zu ihrer Familie wieder auf.

Die Tapferkeit derjenigen, die sich bereiterklärt haben, mit uns zu sprechen, und die Widerstandsfähigkeit und das Mitgefühl von Frauen wie Nikki Bell, die den Menschenhandel mit Zwangsprostitution überlebt haben und nun unermüdlich daran arbeiten, anderen die Chance auf ein anderes Leben zu geben, war das Größte, was wir beide dieser Geschichte genommen haben. Sie können uns viel darüber lehren, wie wir Licht in der Dunkelheit der Menschenrechts-berichterstattung finden können, und wir sind ihnen zutiefst dankbar, dass sie ihr Leben mit uns teilen.>



29.6.2018: Der Dokumentarfilm "Die Falle" ("The Trap") - systematische Verlockung auf ein gutes Leben nach dem Gefängnisaufenthalt endet in Zwangsprostitution

[Viele Gefängnisleitungen lassen scheinbar jede Post durch. Um stabile Verhältnisse zu garantieren, dürfte nur Post von Familienangehörigen durchgelassen werden].
[Die Prostituierten füllen die Gefängnisse und garantieren den Angestellten den Job!]
[Es gibt kein Übergangsheim, um die Frauen nach der Entlassung aufzubauen].

Das Filmprotokoll:

Die Zuhälter suchen Frauen in Gefängnissen im Internet, die kurz vor ihrer Entlassung stehen (1'11''), vor allem Frauen mit Drogendelikten, oder die schon wegen Prostitution ins Gefängnis gekommen sind (1'19''). Da ist z.B. der Lowell-Betriebssystemgesellschaft (Lowell Correctional Institution), die Gefängnisse betreibt. Man sucht auf google dann einfach "prostitutes in lowell" und schon kommen alle möglichen Kandidatinnen (1'21'').

Der Kreislauf von Traumatisierung in der Jugend, Prostitution und Gefängnis in den "USA"

Durch traumatische Erlebnisse in der Familie oder durch Vergewaltigungen in der Jugend erleben manche Frauen keine Liebe in der Jugend und werden dann später zu liebessüchtigen Frauen, die in die Prostitution gehen. In den "USA" ist Prostitution ein Gefängnisdelikt, so dass viele Frauen im Teufelskreis landen und laufend von der Strasse ins Gefängnis wandern, immer und immer wieder (4'20'').

Je mehr Gefängnisse es gibt, und je grösser die Gefängnisbevölkerung wird, desto mehr Opfer kann es für die Zuhälter geben (4'50''). Die Zwangsprostituierten fühlen sich dann manchmal wie als "Tier" betrachtet (5'52''). Die Angst vor dem Tod ist immer da in der Zwangsprostitution, wie Müll behandelt zu werden (6'12''). Die gleichzeitige Drogensucht macht die Opfer noch verletzlicher (6'26''). Prostituierte werden kriminalisiert - und von den Freiern auch noch geschlagen, bis hin zum deformierten Gesicht (6'48'').

Wenn Drogensüchtige mit Drogenzuhältern "zusammenarbeiten", erleben die Opfer alle Arten von Gewalt

Wenn Prostituierte drogensüchtig sind, fühlen sie sich bei Zuhältern, die auch Drogen konsumieren, wie zu Hause (7'36''). In diesem Teufelskreis von Drogensucht und Prostitution macht das Opfer jede Art von Gewalt durch (7'55''). Und der Zuhälter macht sich immer Sorgen, das Opfer könnte irgendwann wieder die eigene Familie aufsuchen wollen (8'17''). Und wenn unter der Leitung des Zuhälters neue Verbrechen begangen werden, dann wird die Prostituierte bestraft, der Zuhälter kaum (8'26''). Wenn der Zuhälter also die Zwangsprostituierte zum Drogenkaufen schickt, wird die Prostituierte verhaftet, der Zuhälter bleibt frei (8'54'').

In den "USA" werden in vielen Bundesstaaten die Daten von Inhaftierten auf der Webseite Arrests.org online öffentlich ausgestellt, so dass die Gefangenen öffentlich im Raum stehen, mit Art der Bestrafung und Heimadresse (10'3''). Die Zuhälter suchen sich so ihre Opfer aus, ganz nach ihrem Geschmack, und verlocken sie (10'9''). Dann schreiben die Zuhälter Briefe, um das Vertrauen zu gewinnen, eine Beziehung einzugehen (10'20'').

Das dauernde Unwohlsein im "US"-Gefängnis ist Absicht - und provoziert bei den Frauen Sehnsüchte nach Geborgenheit

Die Gefängnisse in den "USA" sind nicht so gebaut, um sich dort sicher zu fühlen, sondern sind maschinell eingerichtet, mit weissen Wänden, mit oranger Einheitskleidung, und mit Angst provozierenden, klickenden Türen (11'1''). Jeder Insasse hat ein Armband und wird mit Strichcode kontrolliert (11'12''). Die Struktur provoziert bei den Frauen im Gefängniss eine Hoffnungslosigkeit (11'20''). Und DESWEGEN haben die Zuhälter bei den Frauen so gute Chancen (11'31'').

Workshops können die Frauen schulen, sich gegen die Angebote zu wehren und SELBST Stärke und Eigenständigkeit zu entwickeln (12'5''). Also die Zuhälter sitzen da draussen, werden nie festgenommen, und schreiben freundliche Briefe (guys letters) (12'8'').

[Und viele Gefängnisleitungen lassen scheinbar jede Post durch. Um stabile Verhältnisse zu garantieren, dürfte nur Post von Familienangehörigen durchgelassen werden].

Das Geld des "Weihnachtsmanns" (Zuhälters) auf dem Konto

Wenn die Zuhälter den Frauen im Gefängnis Geld aufs Gefängniskonto überweisen, haben die Zuhälter bereits "gewonnen" (12'52''). Die Behörden kontrollieren in vielen Bundesstaaten nicht, woher das Geld kommt (12'59''). Und die Zuhälter spielen den Weihnachtsmann und  nutzen das dann aus (13'21''). Und die verlorenen Frauen in den Gefängnissen fahren auf das Geld ab und tun alles, dass der Kontakt mit dem Weihnachtsmann nicht abbricht (13'43'').

Beispiel: Ein "guter Mann" schreibt allen Frauen, die wegen Prostitution im Gefängnis sitzen

Jill ist bereits das 22. Mal im Gefängnis. Da ist ein Mann, der allen Frauen schreibt, die wegen Prostitution im Gefängnis sitzen. Und sie weiss, wenn sie rauskommt, dann erwartet er was von ihr (14'44'').

Zuhälter im Gefängnis: Die Frauen sehnen sich nach Kontakt und Geld

Manche Frauen fühlen sich im Gefängnis so alleine, dass sie total auf die Post abfahren (15'3''). Das Zuhältersystem für Frauen in "US"-Gefängnissen ist in den ganzen "USA" durchorganisiert (15'27''). Für die Zuhälter ist es ein normaler Ablauf, Frauen zu rekrutieren, die aus Gefängnissen entlassen werden (15'37''). Die Zuhälter müssen doch nur ein bisschen was schreiben und Geld auf ihr Konto überweisen, das ist alles. Viele Frauen haben niemanden, der ihnen hilft, und so werden die Frauen zu den fremden Männern, die da schreiben, zutraulich (16'4'').

Zuhälterin im Gefängnis: Auch Frauen können Zuhälterinnen sein, die mit Briefen die Frauen im Gefängnis ködern, die sich dann auf eine gewisse Art in sie verlieben (16'24''), und dann tun sie alles für sie, egal was, um ihr zu gefallen (16'31'').

Zuhälter im Gefängnis: Die Zuhälter-Typen "Freund", "Gorilla", der "Raffinierte", der Drogensüchtige

Bei Zuhältern gibt es verschiedene Typen: Den Freund-Zuhälter, den Gorilla-Zuhälter, den raffinierten Zuhälter (finesse pimp) (16'40''), und den drogensüchtigen Zuhälter (16'42''). Der raffinierte Zuhälter macht einfach den Finanzablauf, ohne emotionale Bindung zum Opfer, und wenn sie nicht tut, was sie soll, wird sie geschmissen (16'57''). Der Drogen-Zuhälter zwingen die Frauen zum Geldverdienen, weil der Zuhälter selber drogensüchtig ist (17'0''). 90% der Frauen sind dann ebenfalls drogensüchtig (17'2''). Der Gorilla-Pimp ist der schlimmste: Schläge, Anbinden, alles Schlimme tun sie den Frauen an, damit die Frauen bleiben (17'14'').

Eine Zuhälterin im Gefängnis erzählt: Frauen muss man bei Fehlverhalten strafen, aber "wie Königinnen behandeln" (??!!)

Manchmal muss man die Frauen etwas prügeln, etwas wie erdrosseln oder so, oder schlagen, aber nie so, wie wenn ich einen Neger bekämpfen würde, denn insgesamt sollen die Frauen ja wie Königinnen behandelt werden, aber Strafe muss schon sein, wenn sie nicht gehorchen (17'33'').

Zuhälter im Gefängnis: Er hat den Frauen nichts angetan, sondern sie waren ja schon im Prostituierten-Milieu. Er hat sie nur bestraft, wenn es nötig war (17'49'').

NGO-Frau

Das Justizsystem und Gefängnissystem bestraft die Prostituierten, die aber keine Führung erleben, aus dem Teufelskreis auszusteigen, und wenn sie immer wieder im Gefängnis landen, haben sie am Ende das Gefühl, keine andere Wahl zu haben (18'40''). Sie fühlen sich gefangen wie in einer Falle (18'46'').

Ein Zuhälter im Gefängnis erzählt: Alle soziale Hilfe für die Opfer fehlt - Männer warten bereits vor dem Gefängnis auf die entlassenen Frauen

Es gibt keine Anlaufstellen, es gibt keine Bewährungsstrafen, man bekommt nach der Entlassung kaum Arbeitsstellen, Wohnung bekommt man als Verbrecher nicht, und Geld ist auch keins da für eine Wohnung (18'53''). Also geht das Leben dann im selben Trott weiter wie vorher, mit den Instinkten von Essen und Überleben, egal ob es illegal ist oder nicht (19'3''). Da lungern bereits Leute vor dem Gefängnis herum, wenn Frauen entlassen werden, so wie Taxifahrer (19'14''). Die machen die entlassenen Frauen an, und nach ein paar Sprüchen geht es los von dort (19'22'').

Filmsprecherin: Genauer gesagt: Die entlassenen Frauen werden vor den Gefängnissen von Zuhältern empfangen (19'33'').

Sogar entlassene Sexualstraftäter können sich auf diese Weise Frauen besorgen, die für sie in der Zwangsprostitution arbeiten (19'45''). Da leben z.B. 25 Frauen mit dem Zuhälter in einem einzigen, kleinen Haus (19'52'').

Gefängnisangestellter: Die Gefängnisleitung sieht schon, dass da immer derselbe Mann auf die entlassenen Frauen wartet, so jeden Monat einmal (20'14''). Filmsprecherin: Und es kommt sogar zu Prostitution im Gefängnissystem selbsst (20'22'').

Eine Gefängnisangestellte: Sie hat aus Gesprächen mitbekommen, dass da ein Prostitutionsring im Gefängnis existiert und meldete es den Vorgesetzten und der Leitung. Mehr als ein "Yeah, ok" kam aber nicht dabei raus (20'42''). Sie lehnen jede zusätzliche Arbeit ab und untersuchen nichts, sondern sie wollen das Leben mit ihrem Job geniessen und so weitermachen (20'50'').

Die Gefängnisleitungen verweigern die Kontrolle - und die Prostituierten füllen die Gefängnisse

Gefängnisangestellter: 99% der Gefängnisangestellten tun so, wie wenn sie gar nicht wüssten, was Zwangsprostitution ist (20'58''), oder sie fühlen sich nicht dafür zuständig (21'4'').

[Die Prostituierten füllen die Gefängnisse und garantieren den Angestellten den Job!]

Es fehlen Vorschriften, wer die entlassenen Frauen aus dem Gefängnis abholt (21'13''). Sie bekommen 50 Dollar in die Hand gedrückt, das reicht natürlich nirgends hin (21'20'').

Die Entlassung der Frauen aus dem Gefängnis: Der Staat gibt ihnen 50 Dollar, die eigenen Sachen, und 1 Auto muss die Frau abholen [Prostitution ist vorprogrammiert]

Überlebende: Also die drücken dir ein bisschen Geld in die Hand, man bekommt seine Klamotten und persönlichen Sachen zurück, und jemand muss die entlassene Frau mit einem Auto abholen, was von Überwachungskameras überwacht wird (21'32'').

Überlebende: Viele Frauen wissen nicht wohin, und gehen mit dem Vertrauten mit, der das so nett geschrieben hat (21'45''). Da kommt der "nette Mann" mit Auto, bringt neue Kleider und Stiefel mit, und im Auto wird bereits wieder Bier getrunken und bei Drogensüchtigen werden auch Drogen bereits mitgebracht (22'5''). Und so geht die Drogensucht wieder weiter, z.B. mit Crack (22'10''). 2 Wochen wird die "schöne Welt" vorgespielt, und dann wird auf Zwangsarbeit umgeschaltet: Männer treffen, Verdienst ansprechen, die Kosten für die Drogen ansprechen, und so der Frau vorwerfen, dass sie ihm Geld schulde (22'35'').

Bei Drogensucht macht die süchtige Person ALLES, um an Drogen zu kommen, auch Prostitution (22'44''). Zuhälter reagieren mit Einschüchterung und Gewalt, wenn Frauen nicht gehorchen, und dann machen die Frauen, was der Zuhälter von ihnen will (22'55''): Strassenprostitution (23'17''). Frauen, die den Ausstieg geschafft haben, sehen dann auf der Strasse die Opfer, die noch im Teufelskreis der Zwangsprostitution sind (23'58'').

[Es gibt kein Übergangsheim, um die Frauen nach der Entlassung aufzubauen].

Krankheiten durch die Kombination von Alkohol+Drogensucht: Leberschäden, Vaskulitis

Zwangsprostituierte: Alkohol und Drogen wie Crack oder Heroin provozieren Leberinsuffizienz und Vaskulitis, eine Kreislaufentzündung (Entzündung von Arterien, Venen, Kapillaren etc.) (25'5'').

Überlebende: Viele Opfer sind im ewigen Teufelskreis: Prostitution - Gefängnis - Prostitution - Gefängnis etc. (25'36'').

Die Überlebende Nicky gründet ein Drop-In Center als Übergangsheim

Filmsprecherin: Frauen aus dem Gefängnis haben keinen Zugang zu Hilfe oder sozialen Diensten, z.B. in Worcester (Massachussetts) (25'46''). Nun hat die Überlebende Nicky ein Sicherheitsnetz organisiert, um den Freiern und Zuhältern zu entkommen (25'57''). Die Frauen haben kein Geld für Miete, und Nicky hat eine Notstelle organisiert, das Drop-In Center (26'16''). So bekommen die Frauen, was sie brauchen, und können den ewigen Teufelskreis aufbrechen (26'56'').

Nicky hat sich eine Familie aufgebaut und hilft anderen, das ebenfalls zu tun, indem sie im Drop-In Center die Selbständigkeit erlernen, die sie meist in der Jugend durch traumatische Erlebnisse verloren haben (28'10'').

Oder die Familie rauft sich zusammen und holt das Opfer aus dem Gefängnis, damit die Zuhälter keine Chance mehr haben (29'17'').

Und das gesamte Gefängnissystem der "USA" nützt nichts, sondern ist für die meisten nur ein Faktor, dass die Opfer in der Kriminalität BLEIBEN und immer wiederkommen (30'40'').

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27.7.2018: TRUMP TERRORISIERT DIE MENSCHEN in den "USA" mit einem Computerprogramm RCA "Risk Classification Assessment", so dass viele Job und Wohnng verlieren
US-Gefängnisse: Wenn der Algorithmus Nein sagt …
https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Wenn-der-Algorithmus-nein-sagt

<Red. / 27. Jul 2018 - Vor einem Jahr änderten die US-Einwanderungsbehörden Software zur Risikobewertung. Nun sitzen Tausende wegen Lappalien in Haft.

Die Mitarbeiter der US-Einwanderungsbehörde stützen sich bei der Entscheidung, ob Untersuchungshäftlinge bis zum Gerichtstermin gegen Kaution auf freiem Fuss bleiben dürfen, seit 2013 auf die Empfehlung einer Software namens RCA (Risk Classification Assessment). Ein Algorithmus ermittelt anhand von Statistiken, ob ein Sans-Papier auf Kaution freikommt und wie hoch die Kaution sein muss.

Bei dieser Entscheidung spielt es keine Rolle, was das «Vergehen» ist, ob jemand seit Jahrzehnten in den USA lebt oder gerade an der Grenze angekommen ist. Im letzten Jahr änderte die Behörde den Algorithmus und entfernte die Option «freilassen». Das hat ein Sprecher der Behörde gegenüber «Reuters» bestätigt. Die Anzahl der Inhaftierten hat sich seither auf 43‘000 verdreifacht. Tausende sitzen in Haft, bis ein Gericht entscheidet, ob sie überhaupt ein Gesetz übertreten haben. Grösstenteils ohne Vorstrafen und wegen Lappalien.

Ein bürokratischer Alptraum, der Existenzen zerstört

In den ersten 100 Tagen der Trump-Administration sei die Hälfte der Immigranten wegen eines Verkehrsdelikts festgenommen worden, rechnet «Reuters» vor – und dabei sei nicht einmal Trunkenheit am Steuer berücksichtigt.

Die Software stützt sich auf bis zu 178 Fragen, die der betreffenden Person gestellt werden, erklärt «Vice». Darunter sind Fragen zu Familie, Integration, Krankheiten. Die Empfehlung muss mindestens zweimal überprüft werden. Ein Angestellter der Einwanderungsbehörde ICE muss sie nicht annehmen, in der Praxis ist das jedoch meist der Fall. Bereits 2015, als es die «Freilassen»-Option noch gab, wurde die Software in einer Untersuchung des Heimatministeriums als ineffizient bezeichnet. Inzwischen ist sie zu einem bürokratischen Albtraum geworden, der Existenzen zerstört.

Alternativen werden nicht mehr berücksichtigt

Die Entscheidung über Freilassung auf Kaution «ist nicht wie in einem Strafverfahren, wo innerhalb von 48 Stunden entschieden wird, ob jemand ins Gefängnis muss oder nicht», sagt Katherine Evans, die die Einwanderungsklinik am College of Law der Universität Idaho leitet. «Das ist vier bis sechs Wochen später». Bevor sich also überhaupt herausstellt, ob jemand im Gefängnis sein sollte, hat er bereits seinen Arbeitsplatz und sehr wahrscheinlich auch seine Wohnung verloren. Dabei gäbe es Alternativen. Elektronische Fussfesseln etwa oder die als sehr erfolgreich getestete Kontrolle durch Sozialarbeiter.

Es kann auch deutlich länger dauern. Wie im Fall von Morena Vasquez, den «Reuters» dokumentiert hat. Die alleinerziehende Mutter von sechs Kindern lebt seit 23 Jahren in den USA und wartete ein Jahr lang auf ihre Freilassung. Im Februar 2017 war sie losgefahren, um einer Arbeitskollegin einen Schlüssel zu bringen. Als illegale Immigrantin aus El Salvador hatte sie nie die Möglichkeit gehabt, eine legale Fahrprüfung zu machen.

Eine Polizeikontrolle stellte fest, dass Morena Vasquez keinen Führerschein besass und alarmierte die Immigrationsbehörden. Vasquez, deren Mann fünf Jahre zuvor ausgewiesen worden war und infolge eines Autounfalls eine Behinderung hat, stellte mehrere Anträge auf Freilassung auf Kaution – erfolglos. Sie verlor ihre beiden Arbeitsplätze und ihre Wohnung. Ihre sechs Kinder, allesamt US-Bürger, kamen beim Grossvater unter, der gesundheitlich stark eingeschränkt ist. Das Gericht stellte dennoch eine hohe Fluchtwahrscheinlichkeit fest.

Antragsflut und Kostenfalle

Statt die US-Gesellschaft vor gefährlichen Individuen zu schützen, wie es die Trump-Administration angekündigt hatte, steigen die Kosten für «Detention Centers» infolge der Software-Umstellung steil an. Ein Inhaftierter ohne Vorstrafen bleibt für durchschnittlich 63 Tage in Haft (Reuters) und kostet laut «Vice» pro Tag im Schnitt 133 US-Dollar. Er kann eine Anhörung zur Freilassung auf Kaution beantragen, was für US-Gerichte hohen bürokratischen Aufwand bedeutet. Im Mai 2018 warteten 711'142 Anträge bei den Immigrationsgerichten auf Bearbeitung, mehr als jemals zuvor. Falls die Freilassung auf Kaution möglich ist, ist diese oft so hoch, dass ein inzwischen meist mittellos gewordener Gefängnis-Insasse oder seine Familie sie gar nicht mehr aufbringen können. Der Betroffene stellt also noch einen Antrag, in der Hoffnung auf eine geringere Kaution.

Im September 2017 stellte ein Richter fest, dass Morena Vasquez berechtigt sei, «legal in den USA zu leben und zu arbeiten». Vasquez blieb dennoch in Haft. Die Immigrationsbehörde beurteilte eine Entlassung auf Kaution noch immer als nicht notwendig. Bis zur endgültigen Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis könne Vasquez noch immer untertauchen, befand sie. Am 20. Februar 2018 wurde der letzte Antrag verhandelt, diesmal mit Hilfe eines Pro-Bono-Anwalts, den die Schule ihrer ältesten Tochter ausfindig gemacht hatte. Seither ist Vasquez frei, wohnt bei Bekannten, lebt von Gelegenheitsjobs auf dem Bau und sucht nach einer Möglichkeit, ihre Kinder zu sich zu holen.

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Diesen Beitrag hat Daniela Gschweng aufgrund eines Berichts von «Reuters» und anderer Quellen erstellt. Grosse Medien in der Schweiz haben bisher nicht darüber berichtet.>



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