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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

5. "Klassische" Musik: Selbstverstümmelung im Sinn der oberen 10.000
  Handgelenkschiene bei
                    Sehnenscheidenentzündung: Zu viel gespielt...
Handgelenkschiene bei Sehnenscheidenentzündung:
  Zu viel gespielt...

  von Michael Palomino (2002 / 2008 / 2010; Meldungen)

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aus: eigene Erfahrungen und Beobachtungen und weitere Quellen.


Das Adjektiv "klassisch" heisst "erstklassig" - grosser Aufwand und kleines Publikum

Das Adjektiv "klassisch" bedeutet "vollkommen, ausgewogen in Form und Inhalt, ausgereift, Massstäbe setzend, altbewährt, seit langem verwendet, mustergültig, zeitlos, toll, grossartig".

<>(Duden: Das Fremdwörterbuch, 1982, S.39)

Die eigentliche Bedeutung im römischen Reich aber war "die römische Bürgerklasse betreffend", "erstklassig", als Substantiv "Bürger der ersten Klasse".

<>(Langenscheidts Grosses Schulwörterbuch Lateinisch-Deutsch, 1982, S.19)


Berücksichtigt man die obigen Definitionen, so kann jeder abschätzen, als was sich die "klassische" Musik und deren Interpreten selbst sehen wollen: als die Vollkommenen, Zeitlosen, Tollen, Ausgereiften, Massstäbe setzenden etc., aber auch als diejenigen, denen - wie zu Zeiten des Römischen Reichs der römischen Bürgerklasse - mehr Rechte im Leben zustehen als den "anderen". Man kann es auch anders formulieren: Um "Klassische" Musik auszuüben, muss der Interpret so viele Stunden am Tag mit seinem Instrument verbringen, dass ihm mehr Rechte als "anderen" Menschen zugestanden werden. Gleichzeitig vollzieht sich im klassischen "Musiker" ein Isolationsprozess:  Für ihn wird die umliegende Welt fremd und er findet sich mit seinem Instrument derart "toll" , dass alle andere Musik für ihn keinen grossen Wert mehr hat, weil diese viel einfacher und mit weniger Aufwand aufzuführen ist.

Übezimmer
                      mit Klavier, ein Ort der stundenlangen
                      Einsamkeit.
Übezimmer mit Klavier, ein Ort der stundenlangen Einsamkeit.

ABBA auf der Bühne mit einfachen
                      Botschaften.
ABBA auf der Bühne mit einfachen Botschaften, die von klassischen Musikern nicht ernst genommen werden....

Dieser grosse Aufwand hatte auch Folgen für die Fürstenhöfe im späten Mittelalter und für die Kirche, da diese oberen 1000 Europas stets nach der Perfektheit strebten und mit dem vielen Geld, das sie besassen, sich diese teuerste aller Musikarten leisten konnten, eigene Kapellen und Orchester gründeten und zu jedem grösseren Gottesdienst ein kleines bis mittleres Orchester mit entsprechendem Chor gehörte, bei entsprechender Bezahlung der Musiker, die bis heute zum Teil als Repräsentanten "höherer Sphären" angesehen werden. Diese "Klatschtheater" bzw. "Klatschopern", wo der "beste" Musiker den längsten Applaus einheimst, kosteten und kosten heute noch zum Teil ein Vermögen an Geld und Arbeitsaufwand, der an anderer Stelle viel effizienter und sinnvoller eingesetzt werden könnte.




Opernhaus Zürich: Alle bezahlen mit
                      Steuern, aber nur wenige brauchen es...
Opernhaus Zürich: Alle bezahlen mit Steuern, aber nur wenige brauchen es...
Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin: Alle
                      bezahlen mit Steuern, aber nur wenige brauchen
                      es...
Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin: Alle bezahlen mit Steuern, aber nur wenige brauchen es...


Der Ursprung der "klassischen" Musik aus Indien und Asien

Dabei ist es den meisten Kulturschaffenden so gut wie unbekannt, dass die "klassische" Musik, die sich nach den Kreuzzügen ab 1300 in Europa zu entwickeln begann, ihre Wurzeln in der arabischen Kultur hat, diese hinwiederum in der indischen Kultur. Ab 500 n.Chr. entwickelte sich der grossartige arabische Burgenbau bis nach Syrien.

<>(Sigrid Hunke: Kamele auf dem Kaisermantel. Deutsch-arabische Begegnungen seit Karl dem Grossen. Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart 1976, S.12)

Indien:
                      Sri-Krishna mit Flöte
Indien: Sri-Krishna mit Flöte.
Türkei:
                      Ottomanische Flöten
Türkei: Ottomanische Flöten.

Indische Einflüsse brachten Zahlen und Spiele in die arabische Welt, woraus sich das Schachspiel sowie die Spielkarten sich entwickelten (Hunke, S.16). Die arabische Kultur entwickelte eine abwechslungsreiche Liedkultur von Liebesliedern, Preisliedern, Klage- und Spottliedern und waren elementares Element der arabischen Lebensweise, einstimmiger, rhythmisch gegliederter Gesang, mit hochentwickelter Verstechnik und Melodieführung, mit pythagoräischer Tonleiter. Gesang und Sängerinnen gehörten zu "jedem arabischen Haushalt". Gesang bildete in der arabischen Kultur einen eigenen Berufsstand. Hauptausbildungszentrum war Mekka, mit Verbreitung auch in Persien und Byzanz. Arabische Musiktheorie mit Takt, Rhythmus und Mensuralnotation ist bei al-Kindi bezeugt (Hunke, S.16).

Ab 780 wurde unter Wesir Harun in Bagdad in Palästina beim Bau der Verteidigungslinie südlich des Taurus erste Spitzbogenarchitektur verwendet, so beim Bau der Zisterne von Ramleh bei Jaffa (Hunke, S.12).

Die arabische Kultur konnte um ab 500 also bereits eine Vielzahl von Gefühlen und Sinneszuständen in Spiel und Musik ausdrücken und grossartige und stabile Palastkonstruktionen errichten, als die europäischen Völkerschaften immer noch in ihren Urschreien und Unkenrufen ihrer Met-Besäufnisse in Steinhütten verhaftet waren. Nach der letzten Niederlage der "christlichen" Heere im "Heiligen Land" bei Akkon 1291 musste in der europäischen Welt eine Rückbesinnung stattfinden, wobei im religiösen Klassenkampf zwischen "christlichem" Kreuz und "arabischem" Halbmond die "nützlichen" Elemente der arabischen Kultur "übernommen" bzw. nachgeahmt und weiterentwickelt  wurden: der Burgenbau, die Spiele, die Reiterei, die Säulen- und Kuppelarchitektur sowie die Musik. Die Kirche machte sich diese Elemente mit dem Beginn der Kirchenbauten und der Förderung der Musik besonders zunutze.

So machten erste Kirchenkomponisten wie Guillaume de Machaud ihre Erfahrungen mit Musik in Säulenbauten, die in den Musikepochen Barock und Klassik ihre Nachfolger und Anhänger unter den meist analphabetischen Gläubigen fanden, analphabetisch deswegen, weil nur Mönche und Adel lesen und schreiben lernen durften. Die "klassische" Musik der Hofstaaten und Kathedralen war geboren, die Tonleiter wurde mit den damals bekannten sieben Planeten begründet, und die arabischen Wurzeln der Säulenarchitektur und der klassischen Musik nicht mehr erwähnt.

Mit Orgelbau und Entwicklung klassischer Musikinstrumente perfektionierten die Techniker die "klassische" Musik immer mehr, was bis heute in der Perfektion von CD-Produktionen ihre "Vollendung" findet. Die klassische Musik hingegen blieb meist eine Angelegenheit der oberen 10.000 der Oberschicht. Mittel- und Unterschichten wurden von der Oberschicht in Kohlengruben, in Akkordarbeit oder an den Backtrog geschickt, nicht selten mit unabsehbaren Dauerfolgen an Leben und Gesundheit. Die klassische Musik ist die Musik des Profits.


Die Nutzung der "klassischen Musik" in Europa für Krieg, Kolonialismus und Rassismus

Die folgenden Ausführungen ergeben sich aus meinen Erfahrungen als Ausübender klassischer Musik auf Geige und Bratsche bis 1996 sowie Geschichtsstudien 1992-2001:

Die klassische Musik wurde ab der Gründung der weiss regierten "USA" auf indianischem Boden und vor allem ab Napoleon auch Element des Nationalismus und rassistischen Kolonialismus, was von Musikhistorikern geschichtsverfälschend als schwärmerische "Romantik" umschrieben wird. Dabei waren die Folgen solcher Schwärmerei meist tödlich, vor allem für die Soldaten, die der Marschmusik folgend in Kriege ziehen mussten und bei Verweigerung geköpft wurden. Jede "Nation" hatte ihre nationalen Komponisten, wobei die Regierungen der Nationen jeweils eine Taktik der Ausdehnung und oft auch den Kolonialismus pflegten. Das Nationalgefühl wurde in Konzerten mit "nationaler" Musik regelmässig gestärkt, und den ausführenden Musikern war entsprechender Dank sicher, der "Nation" und den dazugehörigen Waffen neues Leben eingehaucht zu haben, England mit Edward Elgar weltweit, Frankreich mit Chopin gegen England weltweit, Deutschland mit Brahms und Wagner gegen Frankreich, Russland mit Tschaikowsky gegen die Türkei, Italien mit Verdi in Afrika, Österreich-Ungarn mit Strauss auf dem Balkan etc.

Die Nutzung der "klassischen Musik" in Europa für Krieg, Kolonialismus und Rassismus


Marschmusik vor der Truppe: Die
                      "klassische Musik" führt in den Tod...
"Marsch der Männer von Pori" (1897-1900) von Albert Edelfelt. Die Marschmusik vor der Truppe: Die "klassische Musik" führt in den Tod...

  
National Music mit der Flagge der
                      "USA", Plakat. Die
                      "klassische", nationale Musik soll die
                      Eroberungsbereitschaft stärken.
National Music mit der Flagge der "USA", Plakat. Die "klassische", nationale Musik soll die Eroberungsbereitschaft stärken.
Plattencover
                      Elgar mit Armee. Die Toten der "klassischen
                      Musik" sieht man nicht...
Plattencover Elgar mit Armee. Die Toten der "klassischen Musik" sieht man nicht...

Wagner-Festspielhaus in Bayreuth:
                      "Klassische Musik" für die obersten 500
                      Rassisten schon vor dem Dritten Reich...
Wagner-Festspielhaus in Bayreuth: "Klassische Musik" für die obersten 1500 Rassisten schon vor dem Dritten Reich, mit Beschwörung der "Niebelungentreue"...
Kriegsbegeisterung in Berlin im
                      August 1914, Truppen mit klassischer Blasmusik
                      vorne dran...
Kriegsbegeisterung in Berlin im August 1914,
Truppen mit klassischer Blasmusik vorne dran...



Es ist unglaublich, was für eine Verwüstung und was für Kriegsfolgen die "romantische Musik" bzw. die "nationale Musik" an den Menschen Europas und der ganzen Welt bereits vor dem ersten Weltkrieg herbeigeführt haben. Die Komponisten und Musiker selbst scheinen sich selbst kaum als Werkzeug der Kriegsführung der Regierungen und der Waffen- und Industrieindustriellen begriffen zu haben, da sie im Sinn der "Kultur" zu handeln glaubten. Dass ein Marsch in den Tod führt, kann aber nur allzu offensichtlich gewesen sein. Die Blindheit aber war und ist bis heute unbegrenzt, sonst hätte es nach Napoleon keine neuen Marschkompositionen geben können. Die Industriellen aber profitierten am meisten vom "Geist" der romantischen Musik der Verbreitung der "Zivilisation", weil die Kolonialstaaten die unterjochten Völker anderer Kontinente als Arbeitssklaven einsetzen konnten und zusätzlich die Profite aus dem Gewürzhandel absahnten.


"Klassische Musik": Instrumentenbau und Wettbewerbe mit Konkurrenz bis zur Vernichtung von Kindheit und Jugend

Ein Nebenkriegsschauplatz der "klassischen" Musik sind der Instrumentenbau und Wettbewerbe. Je nach Nation entwickelten sich Traditionen und Charakterklänge, die miteinander bis heute konkurrieren. Das Mass der Einbildung und die Lebensziele werden unter Musikern zum Teil allein nach den Instrumenten abgesteckt, die sie besitzen oder mit denen sie auftreten. Hersteller und Herkunftsland werden z.T. in Programmen erwähnt und spielen bei Wettbewerben oft eine mitentscheidende Rolle. Wettbewerbe unter "National"-Vertretern können völkerverbindend wie auch als sinnloses Konkurrenzspektakel angesehen werden. In Anbetracht der Armut und des Hungers der unteren Schichten der europäischen Bevölkerungen ab 1650 ist jedoch eher letztere Ansicht annehmbar.


Mikhail Ovrutsky, unisa-Preisträger für
                      Geige 2002. Wie viele Jahre hat er bisher im
                      "Kämmerlein" verbracht? Viele...
Mikhail Ovrutsky, unisa-Preisträger für Geige 2002. Wie viele Jahre hat er bisher im "Kämmerlein" verbracht und auf seelische Entwicklungen verzichten müssen? Viele...
Arcadia
                      Kammermusikwettbewerb 2004: Verzicht auf viele
                      Jahre Freizeit und Verzicht auf seelische
                      Entwicklungen - für die "klassische
                      Musik"...
Arcadia Kammermusikwettbewerb 2004: Verzicht auf viele Jahre Freizeit und Verzicht auf seelische Entwicklungen - für die "klassische Musik"... Claire Liu, Klavier, Liz Pritchard, Cello.


Der Nationalsozialismus ab 1933 schliesslich integrierte die klassische Musik planmässig in seine Propagandamaschinerie. Wagner, Furtwängler und der junge Karajan weigerten sich nicht, für das rassistische Hitler-Regime aufzutreten. Die "klassische" Musik diente nach 1945 aber weiter dem französischen und englischen Nationalstolz gegenüber den Kolonialstaaten, die nach und nach die "Unabhängigkeit" auf dem Papier erlangten, oft erst nach jahrelangen Kriegen gegen französische, englische oder gemischt-europäische Armeen wie die Fremdenlegion, wo alte Nazis Unterschlupf gefunden hatten. Die blinden Musiker, die glaubten, eine "Nationalkultur" zu vertreten, dienten indirekt weiter dem Kolonialismus, der nun im Widerspruch zu den Menschenrechten stand.

Hier ist eine Hölle:

Musiker, die "klassische" Musik ausüben, haben kaum den Willen, sich einmal in andere Kulturkreise als die "zivilisierte" europäische Gesellschaft zu vertiefen. Afrikanische Rhythmen oder südamerikanische Eingeborenengesänge sind ihnen oft ein Gräuel, unmusikalisch, unsauber, zu improvisiert, zu ungeplant, zu wenig perfekt etc. Die Diskriminierung und der Selbstdünkel werden offensichtlich. Das Kulturverständnis scheitert an der Einschätzung und Relativierung der Präzision, wobei die klassische Musik schon eher eine zwanghafte Genauigkeit voraussetzt, um als gut aufgeführt zu gelten. Die Panikzustände bei Musikern und Musikerinnen der klassischen Musik sind auch dementsprechend.


Schwere Körperverletzung (Selbstverstümmelung) durch "klassische Musik"

Gehörschäden und Körperverstümmelungen wie Sehnenscheidenentzündungen oder Verkrümmungen der Wirbelsäule (Skoliose) sowie Augenschäden sind in Orchestern ausserordentlich oft anzutreffen. Unfälle auf Opernbühnen sind auch nicht selten. Somit fragt sich, wer wohl die gesündere Musik ausübt, eine Gospel-Gruppe aus Schwarz-Afrika, eine südamerikanische Meditationsgruppe, oder ein Orchester aus Europa. Letztere sind es sicher nicht.

Schwere Körperverletzung (Selbstverstümmelung) durch "klassische Musik"
Orchester-Bläserterror, Beispiel Aargauer
                        Symphonieorchester in der Tonhalle
vergrössernOrchester-Bläserterror, Beispiel Aargauer Symphonieorchester in der Tonhalle.

Gehörschaden Tinnitus durch Blasmusik oder
                      hohe Frequenzen auf der Geige.
Gehörschaden Tinnitus durch Blasmusik oder hohe Frequenzen
auf der Geige.


Pulswärmer gegen beginnende
                      Sehnenscheidenentündzung. Es wird dann
                      weitergespielt...
Pulswärmer gegen beginnende Sehnenscheidenentündzung. Es wird dann weitergespielt...

Tigerbalsam: gegen Erkältungen, und gegen
                      Sehnenscheidenentzündung.
Tigerbalsam: gegen Erkältungen, und gegen Sehnenscheidenentzündung.

Handgelenkschiene bei Sehnenscheidenentzündung: Zu viel gespielt...

Handgelenkschiene bei
                      Sehnenscheidenentzündung: Zu viel gespielt...
Skoliose
                          (Rückgratsverkrümmung) durch zu viel
                          einseitige Belastung bei dezentral gehaltenen
                          Musikinstrumenten.

Skoliose (Rückgratsverkrümmung) durch zu viel einseitige Belastung bei dezentral gehaltenen Musikinstrumenten: Geige, Bratsche, Flöte, Fagott etc.



Musiker als typische Brillenträger, die zu viel unter Stress und bei schlechtem Licht lesen müssen und so kurzsichtig werden: Beispiel der Pianist Bernd Glemser.
Musiker als
                      typische Brillenträger, die zu viel unter Stress
                      und bei schlechtem Licht lesen müssen und so
                      kurzsichtig werden: Beispiel der Pianist Bernd
                      Glemser.


Es stellt sich somit die Frage:

Wieso nehmen Menschen das Joch eines "klassischen" Musikinstrumentes auf sich, wo die darauf gespielte Musik doch meist nur Eigenbrödelei, stundenlanges Üben in "Übezellen", Krieg für die oberen 10.000, Aufopferung und Tod für die Masse der mittleren und der Unterschichten sowie Selbstverstümmelung bei sich selbst mit sich bringt? Sowie: Wieso ist es bis heute legal, dass  Eltern ihre Kinder stundenlang mit einem Instrument in einem Raum bzw. in einer "Übezelle" einsperren und zum Üben erpressen? Hohe Krankheitskosten für den Musiker oder die Musikerin für körperliche und seelische Krankheiten sind oft die Folge, was gleichzeitig aber als "Kultur" der "Zivilisation" bezeichnet wird. Zusätzlich vergöttern auch die Steiner-Schulen (Waldorf-Schulen) die "klassische" Musik als Perfektion der Ausdrucksfähigkeit. Da sollte man doch die "Zivilisation" woanders suchen gehen...

Depression: Der Kopf wird nur noch
              nach unten gehalten und überlegt, wie viel Leben
Depression: Der Kopf wird nur noch nach unten gehalten und überlegt, wie viel Leben
man hinter dem Instrument in der Kindheit und Jugend verloren hat...

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n-tv online,
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9.3.2011: Orchestermusik innerhalb des Orchesterbereichs kann so laut werden wie eine Kreissäge - Gehörschäden bei Orchestermusikern sind fast normal

aus: n-tv online: So laut wie eine Kreissäge: Orchestermusiker leiden unter Lärm; 9.3.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Orchestermusiker-leiden-unter-Laerm-article2792636.html

<Musik kann richtiger Krach sein. Da verwundert es nicht so sehr, dass immer mehr Popmusiker einen Hörschutz tragen. Aber auch in einem Sinfonieorchester sind die Musiker einem Lärmpegel ausgesetzt, der zu Schwerhörigkeit führen kann.

Fast jeder dritte Orchestermusiker hört nach zehn Jahren im Beruf deutlich schlechter. Besonders betroffen seien Streicher und Bläser, sagt die Medizinerin Edeltraut Emmerich vom Universitätsklinikum Jena. "Es mag schwer vorstellbar sein, doch die Flötistin an der Piccoloflöte ist einem Lärmpegel ausgesetzt, der dem einer Kreis- oder Motorsäge entspricht." In Jena tagt derzeit die Deutsche Gesellschaft für Audiologie. Auf der dreitägigen Konferenz beschäftigen sich rund 500 Ärzte, Ingenieure, Hörtechniker und Pädagogen mit den gesundheitlichen Folgen von Lärm.

"Hörschutz beeinträchtigt"

Emmerich, die das Hörlabor am Universitätsinstitut für Physiologie leitet, forscht zu Schäden durch Berufslärm. Nach ihren Beobachtungen schützen sich Musiker in Sinfonieorchestern kaum vor Lärm durch ihre Instrumente - anders als Popmusiker, die immer häufiger einen Hörschutz trügen. "Orchestermusiker sagen meist, ein Hörschutz beeinträchtige sie. Aber häufig ist das auch eine Geldfrage." Dabei könne Schwerhörigkeit für Berufsmusiker erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Anders als in der Schweiz werde Schwerhörigkeit bei Musikern in Deutschland nicht als Berufskrankheit anerkannt.

Durch Lärm am Arbeitsplatz verursachte Schwerhörigkeit ist eine der häufigsten Berufskrankheiten. Die Berufsgenossenschaften hätten jährlich rund 35 Millionen Euro allein an Entschädigungsleistungen für betroffene Arbeitnehmer zu leisten, sagte Emmerich. Besonders lärmgefährdet sind nach ihren Angaben Arbeiter in der Stahl- und Autoproduktion, in Brauereien, der Holzwirtschaft und Orchestermusiker. Auch Zahnärzte, Beschäftigte in Diskotheken und Bars sowie Lehrer und Kindergärtnerinnen seien einer überdurchschnittlichen Geräuschkulisse ausgesetzt. Ob auch Geräusche durch Bürocomputer das Gehör schädigen könnten, werde noch erforscht.

Je länger, desto schlimmer

Lärm beginnt ab einem Lautstärkepegel von etwa 85 Dezibel, für gesundheitliche Auswirkungen ist vor allem die Lärmdauer entscheidend. Neben der Schwerhörigkeit als Folge von Schädigungen der Haarzellen am Innenohr, die für den Hörsinn verantwortlich sind, beeinträchtigt Lärm nach Beobachtungen der Fachleute auch Blutdruck, Herz und Kreislauf sowie die Psyche. "Dies ist besonders dann der Fall, wenn ein Geräusch als unangenehm empfunden wird und man ihm nicht entfliehen kann." In Deutschland leiden nach Schätzungen bis zu 17 Millionen Bundesbürger unter lärmbedingter Schwerhörigkeit.

Katrin Zeiß, dpa>

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Welt online, Logo

31.10.2012: <Berufskrankheiten: Mit welchen Leiden Musiker für ihren Job bezahlen> - Experten schlagen Alarm und fordern den obligatorischen Gesundheitscheck

aus: Welt online; 31.10.2012;
http://www.welt.de/gesundheit/article110458350/Mit-welchen-Leiden-Musiker-fuer-ihren-Job-bezahlen.html

<Ob Schwerhörigkeit, Kopfschmerzen, Halswirbelprobleme oder psychische Überlastung: Berufsmusiker haben einen Knochenjob - und bezahlen dafür mit ihrer Gesundheit. Experten sehen dringend Handlungsbedarf.

Geiger mit Schulter- und Halswirbelproblemen, Flötisten mit schmerzenden Ellbogen, schwerhörige Schlagzeuger – Musizieren sieht oft so leicht und spielerisch aus und kann doch krank machen. "Profimusiker haben einen Knochen- und Muskeljob, vergleichbar dem eines Leistungssportlers", sagt der Musikmediziner Egbert Seidel aus Weimar.

Doch während Fußballer oder Hockeyspieler regelmäßig zum Gesundheitscheck müssen, kommt die vorbeugende medizinische Betreuung von Musikern nach Ansicht von Fachleuten zu kurz. Dabei wäre sie nötig.

Nach einer Untersuchung der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) klagt jeder zweite Orchestermusiker in Deutschland über körperliche Beschwerden, viele geben deshalb ihren Beruf vorzeitig auf.

Bereits junge Musiker leiden

"Es gibt zu wenig Präventionsangebote", kritisiert DOV-Gesundheitsexperte Willibert Steffens. Zudem müssten diese meist von den Musikern aus eigener Tasche bezahlt werden, sagt Mediziner Seidel. Bereits junge Musiker litten unter gesundheitlichen Problemen.

"Sie kümmern sich allerdings oft erst dann darum, wenn es nicht mehr anders geht – und dann sind sie meist schon 40, 50 Jahre alt." Die Situation habe auch mit Defiziten an den Musikhochschulen zu tun, von denen nur wenige Gesundheitsangebote für die Studenten parat hätten, die wenigen Stellen für Musikermedizin würden teilweise sogar gestrichen.

Ärztlich begleitete Probenwoche

Seidel leitet das Zentrum für physikalische und rehabilitative Medizin am Klinikum Weimar, das in einem Modellprojekt das sächsische Landesjugendorchester medizinisch betreut. Das von einer gesetzlichen Krankenkasse finanzierte Projekt soll das Gesundheitsbewusstsein beim Musikernachwuchs fördern. 90 junge Musiker beteiligen sich in dieser Woche an einer ärztlich begleiteten Probenwoche in Weimar.

Zu ihnen gehört der 18-jährige Friedrich, der sein halbes Leben Posaune spielt und es mit Talent und vielen Stunden fleißigen Übens zum Ersten Posaunisten des sächsischen Jugendorchesters gebracht hat.

Zum Ausgleich setze er sich gern aufs Fahrrad, erzählt der schmale, junge Mann, der jetzt unter Anleitung von zwei Physiotherapeuten gymnastische Übungen mit Ball und Bändern absolviert. Das soll die Muskeln trainieren.

Körperhaltung muss oft korrigiert werden

In einem anderen Workshop korrigiert Egbert Seidel derweil die Körperhaltung junger Streicherinnen. "Die Schulterstütze für die Violine muss höher sein, sonst kommt es zu Verspannungen", erläutert er.

Bereits beim Musiknachwuchs hätten sich falsche Körperhaltungen oft schon verfestigt, beobachtet der Mediziner. Einer Geigerin empfiehlt er neben Lockerungsübungen auch eine Therapie. "Sonst drohen chronische Kopfschmerzen."

Hörschäden weit verbreitet

Die Befragung der DOV unter 2500 Berufsmusikern hat in diesem Jahr ergeben, dass bei den Instrumentalisten vor allem orthopädische Probleme dominieren. An zweiter Stelle rangieren Hörschäden – die häufig Grund für das vorzeitige Ausscheiden der Musiker aus dem Beruf sind.

"30 Prozent der Musiker erreichen wegen gesundheitlicher Beschwerden nicht das reguläre Rentenalter", sagt DOV-Experte Steffens. Er sieht dringenden Handlungsbedarf.

"Orchester benötigen endlich eine eigene medizinische Betreuung – die großen philharmonischen Orchester genauso wie die kleinen."

dpa/oc>

Kommentar

Leider ist die klassische Prävention gegen Haltungsschäden nicht erwähnt: Die Alexander-Technik.

Auch die Blutgruppenernährung wäre empfehlenswert, um Sehnenschäden vorzubeugen.

Man sollte auch nicht unbedingt mehr als 4 Stunden täglich musizieren, sondern sich auch mal still weiterbilden.

In Sachen Gehörschäden ist die Sitzordnung im Orchester natürlich nicht befriedigend, wenn laute Blasinstrumente anderen Musikern dauernd direkt ins Ohr blasen dürfen und die Pauken gleich neben anderen MusikerInnen stehen. Gemäss Arbeitsrichtlinien fehlt da eine Schallschutzmauer. Man kann das Problem auch mit 2 m Abstand lindern, nur fehlt dafür der Platz. Ergo gehört der gesamte klassische Musikbetrieb unter Aufsicht mit Schallmessgeräten und Belastungstests. Oder man muss die Instrumente leiser konstruieren.

Michael Palomino, 31.10.2012

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Bildernachweis
-- Übezimmer mit Klavier: http://www.newman-haus.mhn.de/impressionen/Haus.htm
-- ABBA auf der Bühne: http://www.abba-story.com/bio.html
-- Opernhaus Zürich: Fassade bei Nacht: http://www.zueri.ch/d/sig005.htm
-- Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin, Fassade bei Nacht: http://www.ieee-icnp.org/2004/pages/Berlin/pic_20.htm

-- Sri Krishna mit Flöte: http://www.buckinghammusic.com/bansuri/bansuri.html
-- Flöten der Türkei: http://www.fondazionecini.it/english/attivita/eventi/gallery.php?ideventi=192&eventgalleryPage=3

-- Marschmusik vor der Truppe: http://inkpot.com/classical/sibsym1.html
-- National Music mit Flagge der "USA", Plakat: http://www.philaprintshop.com/ef3.html
-- Plattencover Elgar mit Armee: http://www.musicweb.uk.net/classrev/2002/July02/EDWARD_ELGAR_1stSymphonyHandley.htm
-- Wagner-Festspielhaus Bayreuth: http://www.airtour.at/05genussreisen/04musik/bayreuth.htm
-- Niebelungentreue: http://www.wz.nrw.de/magazin/artikel.asp?nr=225&ausgabe=1999/4&titel=Hitler%5Ein%5EBayreuth&magname=
-- Kriegsbegeisterung in Berlin August 1914: http://www.bwbs.de/bwbs_biografie/index.php?l=en&p=wg&m=2&id=472

-- Mikhail Ovrutsky, unisa-Preisträger für Geige 2002: http://www.unisa.ac.za/Default.asp?Cmd=ViewContent&ContentID=924
-- Arcadia Kammermusikwettbewerbe 2004: http://www.arcadiachamberplayers.org/contest2004.htm

-- Gehörschaden Tinnitus durch Blasmusik: http://www.lapperre.be/content/default.asp?id=366&menu=02&subitem=1
-- Aargauer Symphonieorchester auf der  Tonhallebühne: http://www.aso-ag.ch/index.php?folderid=9&contentid=279
-- Pulswärmer: http://www.lareine.ch/produkte/strick.html
-- Tigerbalsam: http://www.weifaprodukter.no/index.html?emne=2&catid=37
-- Handgelenkschiene: http://www.servo-med.de/cgi-bin/1.cgi?obj=www&_cgi=shop&pos=0512
-- Skoliose: http://www.m-w.com/mw/art/scoliosi.htm
-- Musiker als typische Brillenträger: Bernd Glemser: http://www.musicmasters.ch/default.htm?frame=http%3A//www.musicmasters.ch/Bilder/Biobilder/Glemserpre.htm
-- Depression Kopf nach unten: http://www.fims.uwo.ca/newmedia2005/default.asp?id=126

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