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Autoren der Psychoanalyse: C.G. Jung (1875-1961)

Erste ganzheitliche Psychoanalyse - Entdeckung der Archetypen und des kollektiven Unterbewussten

C.G. Jung, Portrait
                  in jungen Jahren     C.G. Jung, Portrait in späteren Jahren     C.G.-Jung-Institut in Zürich

von Michael Palomino (2006)

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aus:
-- Ann Faraday: Positive Kraft der Träume, Gondrom-Verlag, Bindlach 1996; orig.: Dream Power, Afar Publishers AG 1972
-- Ernst Aeppli: Der Traum und seine Bedeutung. Eigen Rentsch-Verlag, Zürich 1943; Taschenbuchausgabe: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 1984
-- Wikipedia: http://de.wikipedia.org


Carl Gustav Jung, geboren in Kesswil 26.7.1875, Kanton Thurgau, Schweiz, gestorben in Küsnacht bei Zürich, am 6.6.1961 (wikipedia).

Lebenslauf / Biographie von Carl Gustav Jung: Basel - Zürich - Afrika - Asien - Zürich - Basel

C.G. Jung war Sohn eines Pfarrers, machte ab 1895 ein Medizinstudium in Basel und wurde 1900 Assistent des rassistischen Psychiaters Eugen Bleuler im Burghölzli in der psychiatrischen Klinik in Zürich. 1902 erste Publikation mit einer Dissertation über "occulte Phänomene", dann für 6 Monate bei Pierre Janet in Paris. 1903 Heirat mit Emma Rauschenbach. 1905 Habilitation beim rassistischen Bleuler mit umfangreichen diagnostischen Assoziationsstudien. Lehrtätigkeit an der Universität Zürich.

1907 Begegnung mit Sigmund Freud und Publikation der Arbeit "Über die Psychologie der Dementia Praecox". 1909 Zerwürfnis mit dem rassistischen Bleuler und Anschluss an die Freudianer: Jung wird Redakteur des "Internationalen Jahrbuchs für psychologische und psychotherapeutische Forschung". 1910 bis 1914 Präsident der "Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung". 1912 Publikation des Buchs "Wandlungen und Symbole der Libido", das wegen Kritik an Freuds Libido-Theorie zum Bruch mit Freud führt.

1913 gibt Jung die Lehrtätigkeit an der Universität Zürich auf. Er macht eine eigene Praxis auf und reist viel, v.a. nach Afrika und Asien. Weiterhin Publikationen unter dem Titel "Analytische Psychologie" oder "Komplexe Psychologie". Seine Richtung der Psychoanalyse und Traumanalyse gewinnt mehr und mehr an Reputation. 1929 darf er bei der "Allgemeinen Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie (AÄGP) eines der Hauptreferate halten. 1930 wird er zum 2. Vorsitzenden in den Vorstand der AÄGP gewählt.

1933 wird Jung durch den Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Ernst Kretschmer Vorsitzender der AÄGP und wird gleichzeitig Herausgeber des verbandseigenen "Zentralblatts für Psychotherapie", weil der deutsche Jude Arthur Kronfeld als Schriftleiter wegen Verbots der öffentlichen Betätigung auch ausfällt. Bis 1939 kann Jung die AÄGP unter dem Namen "Internationale Allgemein Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie" (IAÄGP) aufrecht erhalten. Als Profiteur von Rücktritten steht er fortan im Verdacht des Antisemitismus.

1933 nimmt er die Lehrtätigkeit an der ETH Zürich auf, ab 1935 als Titularprofessor, bis 1942. Ab 1944 ist er Professor in Basel, Zuletzt ist er vermehrt in Forschungen tätig über seine Theorie des "kollektiven Unbewussten" und die Bedeutung der Religion für die Psyche.


Jungs neue psychoanalytische Richtung gegen Freud

C.G. Jung wendet sich scharf gegen die Traumtheorien Sigmund Freuds.

Jung erkennt, dass das Unterbewusstsein psychische Energie und eigene Gesetze hat, in einer sich wiederholenden Bilderschrift (Aeppli, S.146).

Jung: Das Unterbewusstsein mit dem Traum ist die "innere Instanz"

Jung sieht das Unterbewusstsein als "die innere Instanz", das im Traum die verschiedenen Aspekte in den Lebenssituationen der Menschen klarmacht (Aeppli, S.151).

Ein Traum ist gemäss Jung ein Kanal, der ans Unterbewusstsein gelangt, an die Quelle des schöpferischen Lebens. Der Traum erklärt auch den Sinn des Daseins (Aeppli, S.159).

Jung widerlegt Freud

Jung und Freud analysieren sich gegenseitig ihre Träume. Freud verweigert aber z.T. persönliche Details zu seinen Träumen, die für eine Deutung wichtig wären, mit der Begründung, er wolle nicht seine Autorität aufs Spiel setzen. Jung notiert: "In dem Moment verlor er sie völlig." (Faraday, S.286).

-- Jung stellt klar fest, es sei absurd, alle Träume auf Wünsche rückführen zu wollen (Faraday, S.109)

-- Jung sieht dabei [richtigerweise] auch die Integrität der träumenden Personen verletzt, denen von Freud immer ein sexuell-gewalttätiger Untergrund unterstellt wird (Faraday, S.109-110)

-- Jung dreht das Inzestmotiv von Sigmund Freud um: Die erotischen Neigungen zwischen Sohn und Mutter oder Tochter und Vater gehen gemäss den Untersuchungen von Jung eher von den Müttern zu ihren heranswachsenden Söhnen und von den Vätern zu ihren heranwachsenden Töchtern aus und nicht umgekehrt. Eifersucht und Mordabsichten der Kinder gegen das elterliche gleichartige Geschlecht fallen weg (Aeppli, S.135)

[es sind doch meistens die Väter, die morden]

-- Jung hält Freud den Talmud entgegen, der besagt, dass jeder Traum seine eigene Deutung habe

-- Jung betrachtet Träume für natürliche Ereignisse, Träume seien keine listige Erfindung, die der Irreführung dienten (Faraday, S.115)

-- Jung greift die Couch-Methode an, denn Freud lässt die Leute auf der Couch einfach daherreden, ohne einzugreifen oder sie zu lenken (Aeppli, S.163), und nach Monaten oder Jahren geraten die Patienten dann in eine entsetzliche seelische Leere, ohne aus ihren Schilderungen etwas gelernt zu haben (Aeppli, S.163-164)

-- jeder Traum hat gemäss Jung einen eigenen Sinn und ist speziell auf die träumende Person zugeschnitten (Aeppli, S.146)

 -- Jung konzentriert sich auf den Trauminhalt, ohne eine Tarnung anzunehmen
-- manchmal drückt ein Traum einen verborgenen Konflikt oder ein Problem aus, das für die träumende Person nicht gleich ersichtlich ist
-- oft zeigt ein Traum einen Weg in die Zukunft (Faraday, S.115) und deckt neue Möglichkeiten auf, karrieremässig oder psychologisch (Faraday, S.116)
-- Jung sieht eine Bildersprache des Hirns und erweitert den Freudschen Code (Faraday, S.116)
-- die Symbolik von Freud bleibt z.T. erhalten, aber die Rückführung auf infantile sexuelle Erfahrungen lehnt Jung ab
-- Jung meint, Träume würden sich immer auf eine gegenwärtige Situation im Leben beziehen, infantile Erfahrungen hätten in Träumen nichts zu suchen (Faraday, S.116).


Traumdeutung gemäss C.G. Jung

Jung: Symbole, die verschiedene Bedeutungen haben

Symbole haben gemäss Jung verschiedene Bedeutungen:

-- Jung ordnet den Traumelementen und Traumgestalten mehr persönliche Aspekte zu (Faraday, S.110)

-- eine Schlange kann Symbol für einen Penis sein, oder für Heilkraft und Weisheit, oder für das Böse schlechthin

-- ein Kreis kann Symbol für die weiblichen Geschlechtsorgane sein, oder für Ganzheit und Ausgeglichenheit (Mandala) (Faraday, S.116).

Jung popularisiert die Traumdeutung

Die Traumdeutung ist die Übersetzung der Bildersprache des Unterbewusstseins in die Sprache des Bewusstseins (Aeppli, S.190).

Ab Jung erhalten auch Nicht-Fachleute Zugang zur Traumdeutung, denn Jung zeigt auf, wie  jeder seine Träume selber deuten kann (Faraday, S.123). Er regt auch an, die Traumdeutung vom Sprechzimmer in die Öffentlichkeit zu bringen. Seine Schüler Frederick Perl und Calvin Hall folgen ihm (Faraday, S.123).

Eine gewisse Deuter-Erfahrung kann sich jeder aneignen (Aeppli, S.152). Ein gemischtes Rollenverhalten zwischen männlicher und weiblicher Rolle in der Gesellschaft kann dabei nur positiv für das Verständnis der geschlechtlich anderen Seite wirken. Auch Dichtung und bildende Künste können nur positiven Einfluss auf das Traumleben haben (Aeppli, S.166).

Bei der Selbstdeutung deutet man zuerst immer das Gegenüber statt sich selbst. Auch die Urbevölkerungen deuteten zuerst das, was am weitesten entfernt war, z.B. die Sterne und Gestirne. Der Weg zur Analyse der Menschen selbst dauerte Jahrtausende (Aeppli, S.165).

Jung: Die Ansprüche an die Traumdeuter / Traumdeuterinnen

Die Selbst-Traumdeutung ist eine gemeinsame Arbeit zwischen Ich und Unterbewusstsein. Geht man zu einem Traumdeuter / zu einer Traumdeuterin, so besteht die Traumdeutung gleich aus vier Faktoren:

 -- das Ich der träumenden Person
-- das Unterbewusstsein der träumenden Person
-- das Ich der deutenden Person
-- das Unterbewusstsein und die Erfahrung der deutenden Person (Aeppli, S.159).

Traumdeuter sind quasi Geburtshelfer, die die Botschaft der Seele (das "Kind") erklären sollen. Diese Botschaft ist im Traum manchmal auch als Kind dargestellt: Eine Botschaft wird geboren (Aeppli, S.159).

Traumdeuter sollen viel Lebenserfahrung haben (Aeppli, S.159), eine feste seelische Basis haben (Aeppli, S.160). Traumdeuter, die nur aufgrund von Intuition arbeiten, sind instabil und untauglich. Ein Traumdeuter muss durch eigene Analyse in seiner eigenen Ordnung angelangt sein, denn er ist quasi geistiger Geburtshelfer für andere, die sich an seiner Ordnung orientieren (Aeppli, S.160).

Der Traumdeuter mit unterentwickelten Seiten läuft Gefahr, eigene persönliche Wünsche in die Patiententräume hineinzuprojizieren (Aeppli, S.160).

Traumdeuter

-- dürfen nie herrisch auftreten, müssen eine zurückhaltende Führerrolle einnehmen

-- Traumdeuter sollen eine genaue, persönlich gewonnene Kenntnis der modernen Tiefenpsychologie haben und sollen ihre Methoden kennen (Aeppli, S.164)

-- Traumdeuter sollen die Welt der Mythen, Sagen und Märchen kennen, als "Gefässe ewig jugendfrischer Menschheitssymbole"

-- Traumdeuter sollen eine der Künste beherrschen, um mehr Zugang zum Unterbewusstsein zu erlangen

-- Traumdeuter sollen ein grosses Allgemeinwissen haben über Naturwissenschaften, Technik, Soziologie und Kulturen inklusive die religiösen Kulte und Riten, die alle in den Träumen angesprochen werden

-- Traumdeuter sollen eine eigene, ursprüngliche, religiöse Erfahrung gemacht haben (Aeppli, S.164).

Wenn der Deuter / die Deuterin keine grosse, schöpferische Ordnung für das eigene Leben erfasst hat, so wird die deutende Person zum Tiefsten, das diese Ordnung bewirkt, auch keinen Zugang haben können (Aeppli, S.164-165).


Die Traumdeutung akzeptieren ist nicht so leicht

Das Hauptproblem bei der Traumdeutung ist, zu akzeptieren, wie man ist, dass es die Wünsche und Realitäten gibt, wie sie die Träume schildern (Aeppli, S.191).

Viele träumende Personen empfinden das Akzeptieren eines Trauminhalts so, wie wenn sie ein Opfer bringen müssten. Manche beharren sogar auf der "Freiheit" und nehmen Träume nicht ernst (Aeppli, S.192).

Dabei ist die Seele unparteiisch und an den Lebensgesetzen und Lebenswerten orientiert. Mit der Annahme des Traumes wird dann jeweils wieder eine Flut von Energien frei (Aeppli, S.193), als Beitrag zu den psychischen Kollektivkräften der Welt (Aeppli, S.194).


Jung: Der Traumtext

Ein Traum hat einen Traumtext [in Bildern], der "Urtext der unbewussten Seele" (Aeppli, S.167). Jedes Detail ist ernst zu nehmen, sonst wird der Traumtext verwischt (Aeppli, S.167-168).

Zu den Traumbildern darf man nichts dazuerfinden. Traumbilder dürfen nicht ausgeschmückt sein, sondern dürfen nur die farbige Illustrierung des Traums sein, ohne darstellerischen Ehrgeiz (Aeppli, S.170). Nebenerscheinungen können dabei im Traum äusserste Wichtigkeit  erlangen (Aeppli, S.171).  Den Traum "auszufeilen" verfälscht ihn. Erfundene Träume erkennt der geschulte Traumdeuter sofort (Aeppli, S.169).

Auch kurze Träume können grosse Botschaften in sich tragen (Aeppli, S.177).


Assoziationen durch Objektsstufe

Bei den verschiedenen Einstellungen zu den Traumfiguren und den verschiedenen Deutungen gehen der träumenden Person dann die Lichter auf (Aeppli, S.181).

Träume geben kaum die konkreten Zusammenhänge auf der Welt in Subjektsstufe wieder. Die gesamte Szenerie des Traums ist mit Assoziationen auf der Objektsstufe zu verstehen. Man träumt also nicht von der und der Person, sondern von der Beziehung zur Person (Aeppli, S.183).

Die Traumfiguren sehen Personen in Realität ähnlich, sind aber nie ganz gleich, und die Eigenschaften, die sie im Traum haben, haben sie im realen Leben nie (Aeppli, S.182).


Jung: Die Reihenfolge bei der Traumdeutung

Jung will gar keine Deutungstheorie haben, und man solle gar nicht mit einer "Methode" an Träume herangehen, sondern die PatientInnen müssten sich Gedanken machen und wissen dann schon, was der Traum sagen will (Faraday, S.122).

Der Sinn des Traums wird aus den Faktoren Traum + dazugehörige Erinnerung + gegenwärtiger Lebensstil erschlossen (Aeppli, S.171-172).

Jung besteht nie auf einer einzigen Deutung. Unangenehme Tatsachen muss die träumende Person zuerst selber akzeptieren, bevor man sie für wahr erklärt (Faraday, S.115).

Zuerst werden die bekannten Teile eines Traums gedeutet, die sofort assoziiert werden können. Sie bilden gedeutete "Inseln" im Traum, und von da aus deutet man weiter in Vermutungen. Eventuell muss man gleichungsartig agieren, indem man für eine Bedeutung eines Elements x oder y einsetzt. So erkennt man bei Jung langsam einen Sinn (Aeppli, S.147), den Kontext, eventuell bis zum Hauptsinn. Die Reihenfolge der Deutung soll dabei immer eingehalten werden (Aeppli, S.148).

Der Traum enthält "Schwellenfiguren" und "Schwellenereignisse" zwischen den Szenen, z.B. ein Wetterwechsel, ein Wind, eine bestimmte Figur etc. (Aeppli, S.148).

Wenn zwischen zwei Szenen Erinnerungslücken bestehen, kann man diese durch Einfälle der träumenden Person provisorisch auffüllen, wie eine punktierte Linie. Skizzen unterstützen die Traumdeutung wesentlich (Aeppli, S.169).

Traumstimmungen gilt es zu berücksichtigen (Aeppli, S.172).

Einfälle der träumenden Person zu den Träumen sind ernst zu nehmen, auch die scheinbar unpassenden Einfälle, denn gerade diese können wichtig sein (Aeppli, S.174).

Eventuell kommt es zu Bedeutungserweiterungen (Amplifikationen), wenn ein Gegenstand oder eine Figur mehrere Bedeutungen haben kann (Aeppli, S.177).

 

Historische Persönlichkeiten in Träumen

Historische Persönlichkeiten in Träumen stehen für Eigenschaften der träumenden Person, und wenn die Persönlichkeiten der träumenden Person nicht bekannt sind, dann muss man im Lexikon nachschlagen, für was diese Personen stehen. Das Unterbewusstsein weiss es scheinbar, ohne dass die träumende Person es weiss... (Aeppli, S.177).


Jung: Das Verhalten zwischen Traumdeuter und träumender Person

-- der Traumdeuter muss warten, bis der Träumer die Geschichte bringt, und der Traumdeuter darf keine eigenen Phantasien hineinspinnen (Aeppli, S.160)

-- der Traumdeuter darf nie jemanden unter Druck setzen zu erzählen. Er darf interessiert, aber nicht neugierig sein, denn die Ungeduld zerreisst das Kunstwerk Traum

-- der Traumdeuter darf nie seine Vorahnungen präsentieren, wie der Traum weitergehen wird

-- der Traumdeuter darf nur hinhören, der Sinn kommt dann von allein (Aeppli, S.161)

-- eigene Einfälle zu den Patiententräumen muss der Traumdeuter zuerst für sich behalten

-- bei Unklarheiten soll der Patient Skizzen machen, z.B. bei Kreuzungsszenen, Fluss, Bahngleiche, Tischordnung, ein Mosaik am Boden etc.

-- der Patient setzt Schwerpunkte, nicht der Traumdeuter

-- gemäss Jung ist es sehr selten, dass der Sinn des Traums sich mit dem erwarteten Sinn deckt (Aeppli, S.162)

-- oft hat die träumende Person eine feinere "Witterung" für die Traumdeutung als der betreuende Traumtherapeut / die Traumtherapeutin, und Dogmen sind absolut sinnlos

-- Träume sind "Erkenntniskinder" des Patienten (Aeppli, S.163).


Jung entdeckt die Struktur der Träume: bis 5 Akte

Diejenigen Träume, die ganz erinnert werden, sind wie ein Drama aufgebaut. Man soll Ort, Zeit und handelnde Personen feststellen (Aeppli, S.148). Das Drama besteht dann aus Vorstellungszene - Szene mit besonderer Entwicklung - Höhepunkt - Lösung der Dramatik - Schlussakt mit gutem oder schlimmem Ausgang (Aeppli, S.148-149). Die Träume können dabei nur 3, 4 oder auch 5 Akte haben (Aeppli, S.149). Aeppli nimmt an, dass die Gliederung des Bühnendramas auf die Traumgliederung zurückgeht (Aeppli, S.149-150).


Jung: Traumserien

Wenn die Träume auf verschiedene Art denselben Themenkomplex behandeln, sind Traumserien vorhanden, um eine innere Angelegenheit bzw. einen Konflikt bewusst zu machen, "der zur Lösung reif ist." (Aeppli, S.150)

 Das Unterbewusstsein stellt einfach eine Aufgabe nach der andern, in der eigenen Reihenfolge (Aeppli, S.152-153). Wenn ein Traumtagebuch geführt wird, ist dies gut erkennbar, wie eine innere Biographie: Jedes Thema, das bewältigt werden sollte, hat seine Traumserie (Aeppli, S.153).

Oft machen erst die Traumserien das eigentliche Thema der Träume klar. Wenn die Deutung herauskristallisiert ist, dem Bewusstsein angenähert ist und sich seelisch die Haltung verändert hat, dann ist die Voraussetzung für eine neue seelische Entwicklungsstufe gegeben (Aeppli, S.152).


Jung: Wiederholungstraum

Manchmal wiederholt sich ein Traum, und es wird immer wieder dieselbe Lösung vorgeschlagen (Aeppli, S.151), aber meist immer mit besonderen Aspekten (Aeppli, S.152).

Träume reden so lange, bis die träumende Person sich die Problematik zu Herzen nimmt (Aeppli, S.151).


Jung entdeckt die Archetypen


Archetyp: Der "dunkle Doppelgänger"

Ein weiterer Archetypus in Sagen und Legenden ist gemäss Jung der "dunkle Doppelgänger" oder der persönliche Teufel, der in den Sagen und Legenden den Helden verfolgt. Der Verfolger symbolisiert für Jung die dunkle, unterdrückte Seite der Persönlichkeit, die integriert werden müsse (Faraday, S.119).


Archetyp: Liebhaber / Märchenprinz (Animus) und Sirene / Liebesgöttin (Anima)

Jung findet in den Träumen seiner Patientinnen und Patienten immer wieder den Mythos vom dämonischen Liebhaber / Märchenprinz und der Sirene / Liebesgöttin, die nach Freud nicht einzuordnen sind, mit tiefen emotionalen "Obertönen". Jung bezeichnet die Figuren als Animus-Komplex oder Anima-Komplex, je nachdem, welche Seite bei den PatientInnen unterdrückt wird und im Traum auftaucht. Die träumende Person mit Animus- und Anima-Träumen soll die Ganzheit beider Elemente erreichen (Faraday, S.121).

Die Frau: ergänzt "männliche" Eigenschaften wie Initiative und Intellekt
Der Mann: ergänzt "weibliche" Eigenschaften wie Zärtlichkeit (Faraday, S.121) und Intuition (Faraday, S.122).

Hat die Frau zu viel männlichen Animus, so ist sie hart und zu selbstbewusst.
Hat der Mann zu viel weiblichen Animus, so ist er launisch wie ein "altes Weib" (Faraday, S.122).


Jung: Spezifische Bedingungen bei der Traumdeutung

Jung: Die Traumdeutung je nachdem, ob Mann oder Frau träumt

Die Träume von Männern und Frauen sind manchmal ähnlich. Dies bedeutet aber nicht das gleiche, denn oft sind es Ergänzungsträume über das jeweils andere männliche oder weibliche Element, "die in uns unbewusst vorhandenen Möglichkeiten des Gegengeschlechts" (Aeppli, S.153).

 Eine gleichgeschlechtliche Figur im Traum stellt z.B. den seelischen Schatten dar, die "gleichgeschlechtliche Hintergrundfigur". Eine Frau im Traum eines Mannes kann z.B. auch die Anima darstellen, die weibliche Seelenfigur im Mann, die im realen Leben fehlt (S.154).


Jung: Personen im Traum, die verschiedene Bedeutungen haben

-- Personen, die man gut kennt, sind, wenn sie im Traum vorkommen, gemäss Jung die Personen selbst und nicht die träumende Person

-- historische, erdachte und mythische Personen stellen gemäss Jung einen Teilaspekt der träumenden Person dar (Faraday, S.116)


Deutungen auf der Objektsstufe

-- Personen im Traum sind in verschiedenen Grössen und in verschiedener Kleidung dargestellt. Diese Grössenverhältnisse und die Kleidung sind für die Traumdeutung wichtig (Aeppli, S.182). Eine Person in einem Trauerkleid bedeutet z.B., jemand ist in Trauer, oder: Die Figur symbolisiert die gesamte Beziehung und die Beziehung ist traurig (Aeppli, S.183)

-- werden Personen im Traum kleiner, dann sind sie im Alltag überbewertet, oder die Beziehung nimmt stetig ab (Aeppli, S.183)


Jung: Flexible Trauminterpretation

-- gemäss Jung kann eine Trauminterpretation nie "korrekt" sein, sondern die träumende Person muss einfach etwas mit der Deutung anfangen können (Faraday, S.116)

-- Träume können Gefühle kompensieren oder neue Anstösse geben (Faraday, S.117).


Jung: Träumen hat Lebenssinn

Jung ist vom Traum als Kraftquelle oder unbewusste Weisheit überzeugt. Jung meint, Träumen sei eine Art psychologische Gesunderhaltung und Reife, um so das Wachbewusstsein zu unterstützen (Faraday, S.118).

Vor allem erkennt Jung, dass es nicht an der Intelligenz und an der Bildung liegt, ob man träumt oder nicht, und auch nicht, ob die Träume symbolisch sind oder nicht (Aeppli, S.156-157). Alle Menschen werden bezüglich Träumen gleichbehandelt. Nur bei der Fähigkeit zur Deutung ergeben sich Unterschiede. Wenn ein unentwickelter Geist mit Bildern des Unterbewussten überschwemmt wird, kann das zu geistigen Störungen führen. Therapeutische Traumanalyse ist im Zweifel immer ratsam (Aeppli, S.157).


Jung: Träume je nach Lebensalter

Jung erkennt, "jede Lebensstufe hat ihre eigene Hauptaufgabe" (Aeppli, S.154).

Erst ab ca. 30 bis 35 z.B. - nach der Verwurzelung in der materiellen Welt - haben die Erwachsenen Träume, deren Analyse sie sehr bereichert. Man soll die Aussage annehmen und umsetzen, aber gleichzeitig die tägliche Arbeit nicht vergessen (Aeppli, S.158).

 Kinderträume dürfen nicht zu gross sein, denn Kinder müssen sich in die Wirklichkeit einleben. Grossträume bei jungen Erwachsenen sollen auch nicht zu oft erscheinen, sonst sind sie ein gefährliches Zeichen. In der zweiten Lebenshälfte wird die Persönlichkeitswerdung betont, denn die Naturziele mit Kinder haben und Familie gründen sind [meist] erreicht (Aeppli, S.154). Die älteren Personen werden vom Traum geleitet (Aeppli, S.155).

Derselbe Traum kann bei verschieden alten Menschen einen verschiedenen Sinn haben. Ein Traum einer 20-jährigen Frau z.B., die im Traum sieht, wie sie ein Kind bekommt, bedeutet, dass sie vielleicht ein Kind bekommt. Derselbe Traum bei einer 40-jährigen Frau heisst, dass ihre Persönlichkeit geboren wird (Aeppli, S.155).


Jung: Träume müssen verschieden gedeutet werden je nach Charakter und Beruf der träumenden Person

Von der träumenden Person ist es wichtig zu wissen,
-- soziale Position
-- Berufsziele
-- wirtschaftliche Situation
-- Wünsche und Geltungsziele
-- Situation in der Ehe und im Sexleben
-- Lebenseinstellung und Weltanschauung bezüglich religiöser Symbolik (Aeppli, S.156).

Extravertierte Menschen, die extravertierte Träume haben, verarbeiten mit dem Traum z.B. das Tagesgeschehen, introvertierte Menschen mit extrovertierten Träumen erhalten einen Kompensationstraum / Ergänzungstraum mit der Anregung zu mehr Lebensaktivität (Aeppli, S.156).


Jung: Angstträume

Gewisse angsterregende Träume müssen gemäss Jung besonders behandelt werden und passen nicht ins Freud-Schema (Faraday, S.122).


Jung: Traumserien - veränderte Persönlichkeit - veränderte Träume

Oft ist ein zweiter Traum die Erklärung für den ersten. Traumserien sind unbedingt zu beachten (Faraday, S.122). Die Veränderung der Träume lässt auf Veränderungen beim Patienten schliessen (Faraday, S.122-123). Es sind oft Traumserien, die sich über Jahre hinziehen (Faraday, S.123).


Jung: Traumdeutung für Gebildete mit dem "inneren Dialog" mit der Traumfigur

Ein Mittel, Träume selber zu deuten, ist der "innere Dialog" mit der Traumfigur. Die Traumfiguren entwickeln dann oft plötzlich ein Eigenleben und sagen überraschende Dinge mit unterdrückten oder verdrängten Aspekten der Persönlichkeit (Faraday, S.123). [Die träumende Person lernt so alle Blickwinkel in einem Geschehen kennen].

Jung setzt für seine Trauminterpretationen aber Kenntnisse in der archetypischen Mythologie und ein sehr hohes Einfühlungsvermögen voraus (Faraday, S.124).


Jung: Der Traum zum Erreichen der seelischen Mitte


Jede Traumerkenntnis ist ein Schritt in Richtung schöpferische Mitte der Seele der träumenden Person (Aeppli, S.163).

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Bildernachweis

-- C.G. Jung, Portrait in jungen Jahren: http://www.payer.de/neobuddhismus/neobud0601.htm
-- C.G. Jung, Portrait in späteren Jahren: http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,AB91B66D805F5CF9E0340003BA17F124,,,,,,,,,,,,,,,.html

-- C.G. Jung-Institut, Zürich: http://www.junginstitut.ch/index2.html

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