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Regenwald. Meldungen (Teil 2)

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Spiegel online, Logo

20.4.2012: Urwald in Mexiko: Purépecha-Ureinwohner nehmen Polizisten 1 Tag als Geiseln als Protest gegen kriminelle Mörder-Holzfällerbanden

aus: Spiegel online: Kampf gegen illegale Holzfäller: Indios nehmen Polizisten als Geiseln; 20.4.2012;
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,828664,00.html

<In Mexiko haben Männer vom Volk der Purépecha 16 Polizisten für einen Tag festgehalten. Vorausgegangen war der Tod von acht Menschen. Die Indios fordern von der Regierung einen besseren Schutz vor kriminellen Banden.

Mexiko-Stadt - Im Kampf gegen illegale Holzfäller haben Indios im Westen Mexikos 16 Polizisten kurzzeitig als Geiseln genommen. Auf diese Weise wollten die Männer vom Volk der Purépecha auf ihre Probleme aufmerksam machen. Sie fordern einen besseren Schutz vor kriminellen Banden und eine Untersuchung der jüngsten Verbrechen.

Vorausgegangen war der Tod von acht Menschen. Zwei Waldschützer aus dem Dorf Cherán sollen von Holzfällern aus einem Nachbardorf erschossen worden sein. Zudem wurden die verbrannten Körper von sechs Bewohnern der Nachbargemeinde in einem Auto gefunden.

Die Polizisten wurden nach einem Tag wieder freigelassen. Sie waren zur Untersuchung der Morde nach Cherán gekommen. In Mexiko werden viele Verbrechen pauschal dem Drogenkrieg zugeordnet und häufig nicht ernsthaft strafrechtlich verfolgt. Laut einer Regierungsmitteilung will sich der Gouverneur des Bundestaates Michoacán nun mit den Einwohnern von Cherán treffen.

Die blutigen Zwischenfälle sind die Fortsetzung eines langen Kampfes der Purépecha aus Cherán um ihre Wälder. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die inzwischen selbstverwaltete Indio-Gemeinde verbarrikadiert, um kriminelle Banden und Holzfäller fernzuhalten.

hut/AP/dpa>

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n-tv online, Logo

Perverses Brasilien 25.4.2012: Aufweichung des Waldschutzes durch das Parlament - gegen die Regierung - Amnestie für illegale Rodungen

aus: n-tv online: Umwelt: Brasiliens Parlament billigt Aufweichung des Waldschutzes; 25.4.2012;
http://www.n-tv.de/ticker/Brasiliens-Parlament-billigt-Aufweichung-des-Waldschutzes-article6115896.html

<Brasília (dpa) - In Brasilien hat das Abgeordnetenhaus nach stundenlanger hitziger Debatte grundsätzlich einer Gesetzesnovelle zugestimmt, die eine Schwächung des Regenwaldschutzes beinhaltet. Die Parlamentarier stimmten Änderungen des sogenannten «Código Florestal» mehrheitlich zu, obwohl die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff sich demonstrativ dagegen stellte. Der Entwurf kommt der Agrar-Lobby entgegen und öffnet Wege für eine Amnestie für illegale Rodungen, die bis Juli 2008 erfolgten. Kritiker werten den Entwurf als «fatales Signal» und Freibrief für eine Ausweitung der Abholzungen.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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Der Standard online, Logo

Brasilien 31.5.2012: <Waldgesetz: Trickserei in Brasiliens Wäldern> - massenweise Schlupflöcher für Regenwaldvernichter

aus: Der Standard online; 31.5.2012;
http://derstandard.at/1336698309581/Waldgesetz-Trickserei-in-Brasiliens-Waeldern

<Gerhard Dilger aus Porto Alegre, 30. Mai 2012, 17:39

Gerodeter Regenwald bei Moju in Brasiliens Bundesstaat Para. Nach dem Weltumweltgipfel in Rio im Juni soll die Diskussion über das umstrittene Waldgesetz weitergehen.

Umweltschützer warnen: neues Waldgesetz würde Abholzer amnestieren - Präsidentin Dilma Rousseffs Veto stoppt den Kahlschlag nicht.

Brasiliens neues Waldgesetz würde Abholzer amnestieren, warnen Umweltschützer. Präsidentin Dilma Rousseff hat zwar ein teilweises Veto eingelegt - das stoppt den Kahlschlag am Amazonas aber nicht.

Seit Montag ist in Brasilien ein neues Waldgesetz in Kraft - vorläufig. Wenige Wochen vor dem UN-Umweltgipfel Rio+20 hat Präsidentin Dilma Rousseff ein Teilveto gegen die dramatische Aufweichung des Waldgesetzes eingelegt, die das Parlament Ende April beschlossen hatte. Zwölf Artikel sind nun ganz blockiert, 32 modifiziert. Doch die Umweltschützer, die ein totales Veto gefordert hatten, sind entsetzt.

Teilveto der Präsidentin

Nach dem Teilveto der Präsidentin werde es keine Amnestie für Waldzerstörer geben, versicherte Umweltministerin Izabella Teixeira noch am Freitag. Nachdem alle Änderungen veröffentlicht waren, wurden aber zahlreiche Schlupflöcher offensichtlich. "Rousseff hat ihr Wahlversprechen gebrochen", sagte Miriam Prochnow, die sich für den Atlantischen Regenwald in Südbrasilien einsetzt.

Offiziell soll das Waldgesetz vor allem den kleineren Produzenten zugutekommen. Sie brauchen künftig nur noch fünf bis 15 Meter zerstörtes Flussufer wieder aufzuforsten. Die bisherige Vorschrift von 30 Metern bei bis zu zehn Meter breiten Flüssen gilt nur noch für Großfarmer. Doch in der Praxis wird der Betrug durch die Aufteilung von Grundstücken geradezu ermutigt. "Zehn Jahre Raubbau werden amnestiert", fasste der sozialistische Abgeordnete Ivan Valente zusammen.

Die Offensive von Sojafarmern und Viehzüchtern im Amazonasgebiet, dem größten Tropenwald der Erde, dürfte ungebremst weitergehen. Rousseff schätzt die Landwirtschaft als Devisenbringer: 37 Prozent von Brasiliens Exporten sind Agrargüter.

Fünf Jahre Zeit

"Immerhin müssen alle ein wenig aufforsten", tröstet sich der Biologe Ricardo Rodrigues, "vor allem die großen Viehzüchter, die für vier Fünftel der Zerstörungen von Schutzgebieten verantwortlich sind." Dafür dürfen sie sich allerdings fünf Jahre Zeit nehmen.

Kátia Abreu, Vorsitzende des Großfarmerverbandes CNA und Senatorin, lobte die patriotische Haltung Rousseffs, die alle Interessen berücksichtigt habe. Ein anderer Abgeordneter freute sich, dass die Staatschefin vor einem kompletten Veto zurückschreckte und die Verhandlungen nach dem Weltumweltgipfel Rio+20 im Juni "in aller Ruhe" weitergehen.

In vier Monaten könnte das Parlament die Präsidentin wieder überstimmen. Zuletzt hatten die Abgeordneten auf Druck der Agrarlobby die zusätzliche Abholzung von mehr als 750.000 Quadratkilometern Wald legalisieren wollen, eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. (Gerhard Dilger, DER STANDARD, 31.5.2012)>


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20 minuten online, Logo

27.9.2012: Mafia-Banden holzen den Regenwald ab - und morden auch Ureinwohner

aus: 20 minuten online: Umweltzerstörung: Mafiöse Banden plündern die Regenwälder; 27.9.2012;
http://www.20min.ch/ausland/news/story/10466931


<Neue Studien zeigen auf, wie schlimm es um den Regenwald steht. Die Organisierte Kriminalität spielt beim Abholzen eine wichtige Rolle. Dagegen soll nun etwas unternommen werden.

In einigen Tropenländern gehen bis zu 90 Prozent der Abholzung auf das Konto Organisierter Kriminalität. Das berichteten das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die internationale Polizeiorganisation Interpol am Donnerstag auf einer Konferenz in Rom.

Ihrem Report zufolge gefährden die Täter durch das illegale Fällen der Wälder den Kampf gegen Klimawandel und Armut sowie den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt. Nach Angaben von Interpol kam es in diesem Zusammenhang sogar zu Verbrechen wie Mord, Gewalt und «Gräueltaten» gegen die in den Wäldern lebenden Einheimischen.

Der Generalsekretär von Interpol, Ronald Noble, forderte eine «starke, effektive und bahnbrechende internationale Strafverfolgung» der Kriminellen - solche Verbrechen könnten sogar die Stabilität und die Sicherheit eines Landes gefährden.

Betroffen von der illegalen Abholzung sind demnach beispielsweise das Amazonasgebiet, Zentralafrika und Süd-Ost-Asien.

Instrument gegen Klimawandel

Der Kampf gegen die Abholzung der Regenwälder ist eines der wichtigsten Instrumente gegen den Klimawandel. Tropenwälder sind ein bedeutender CO2-Speicher, rund 17 Prozent des Ausstosses von Treibhausgasen geht auf die Rodung von Tropenwäldern zurück.

Das illegale Fällen der Bäume ist aber ein lukratives Geschäft, mit dem laut dem Bericht jedes Jahr zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar umgesetzt werden.

Durch die illegale Abholzung würden unter anderem Schutzmassnahmen wie das sogenannte REDD -Programm untergraben, bei denen Ländern für den Schutz ihrer Wälder Geld gezahlt wird, heisst es in dem Bericht. Das System laufe ins Leere, wenn die Bewohner der Tropengebiete mit dem illegalen Bäumefällen mehr Geld verdienten als über die Zahlung der Mittel aus dem REDD -Topf hereinkomme.

Die illegalen Holzfäller agieren laut dem Bericht zudem immer professioneller. Nicht nur würden Bestechungsgelder gezahlt, um Genehmigungen für das Bäumefällen zu erhalten; es würden auch Internetseiten von Behörden gehackt, um die Holzmenge zu erhöhen, die für das Abholzen freigegeben wurde.

Das Problem dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, warnen UNEP und Interpol, angetrieben etwa von China dürfte die Nachfrage nach Holz bis 2020 um 70 Prozent wachsen.

(sda)>

Kommentar

Je mehr Satelliten, je mehr Überwachung, je mehr Internet, desto mehr Kriminelle, die die Spionagenetze nutzen. Der Urwald aber hat kein Spionagenetz, um sich zu wehren.

Michael Palomino, 28.9.2012

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Crónica
                              Viva del Perú online, Logo




19-10-2012: Nueva criminalidad sistemática: "Lavado de madera", balances manipulados, datos hackeados, sobornos etc.



19.10.2012: Neue systematische Kriminalität: "Holzwäsche", friesierte Bilanzen, gehackte Daten, Schmiergelder etc.
de / aus: Cronica Viva del Perú online: "Lavado de madera" es nuevo rubro del crimen organizado; 19.10.2012;
http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/crimen/52-crimen/52672--qlavado-de-maderaq-es-nuevo-rubro-del-crimen-organizado

<NUEVA YORK.- Las organizaciones criminales del mundo se están involucrando cada vez más en la tala ilegal de madera, advirtió la ONU en un documento, titulado ‘Carbono Limpio, Negocio Sucio: tala ilegal, blanqueo y fraude fiscal en los bosques tropicales del mundo’.

Hasta el 90 por ciento de la tala ilegal en los bosques tropicales puede ser atribuida al crimen organizado, que controla el 30 por ciento del comercio global de madera, de acuerdo con un informe elaborado

El referido estudio arroja que por años las autoridades consideraron que la tala ilegal estaba disminuyendo.

Ello, porque no estaban mirando en el lugar indicado, indicó el autor principal del estudio, Christian Nelleman, citado por la cadena británica de noticias BBC. Añade que los registros de importación y exportación no dicen la verdad debido a que los criminales son ahora más sofisticados en los métodos que emplean para cubrir sus rastros.

Entre los mecanismos utilizados están la falsificación de permisos, el hacking de bases de datos, el soborno de funcionarios y el ocultamiento de maderas ilegales en documentos de venta de cultivos.

"En Brasil y en el Sudeste Asiático hay cientos y miles de permisos, por ejemplo, para venta de palma aceitera u otras plantaciones, que solo existen en el papel, pero producen vastas cantidades de madera por lo que reflejan básicamente operaciones de lavado", detalla.>



<New York.- Die krmiinellen Organisationen der Welt wickeln weiterhin immer mehr illegalen Holzhandel ab, warnte die UNO in einem Dokument mit dem Titel 'Saubere Kohle, schmutziges Geschäft: Illegale Abholzung, Wäsche und Steuerbetrug in den tropischen Waldregionen der Welt'.

Bis zu 90% des illegalen Holzschlags in Tropengebieten kann den krmiinellen Organisationen zugeordnet werden, die 30% des weltweiten Holzhandels kontrollieren, so die übereinstimmende Information, die erarbeitet wurde.

Die bezügliche Studie gibt an, dass die Behörden seit Jahren meinten, der illegale Holzschlag würde zurückgehen.

Aber sie haben gar nicht richtig beobachet, was passiert, stellt der Hauptautor der Studie, Christian Nelleman, fest, der bei BBC auftrat. Er fügte hinzu, dass die Registrierungen bei Importen und Exporten nicht der Wahrheit entsprechen, denn die Kriminellen hätten heute bessere Methoden, um ihre Händel zu vertuschen.

Da sind zum Beispiel die Fälschung von Genehmigungen, das Hacken von Basisdaten, Schmiergelder an Funktionäre und die Nichtregistrierung illeal geschlagenen Holzes in Verkaufsdokumenten der Waldgebiete.

"In Brasilien und in Südostasien sind 100e und 1000e Bewilligungen ausgegeben worden, zum Beispiel, zum Verkauf von Palmöl und anderen Pflanzungen, die nur auf dem Papier existieren, aber dort werden grosse Mengen Holz produziert, um so eine Gegenmenge zu den illegal geschlagenen Hölzern zu schaffen", führte er aus.>


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Der Standard online, Logo

2.12.2012: Faseranalyse beweist es klar: 30% der deutschen Kinderbücher sind aus Tropenholz

aus: Der Standard online: Umweltschützer fanden Tropenholz in deutschen Kinderbüchern; 2.12.2012;
http://derstandard.at/1353207946742/Umweltschuetzer-fanden-Tropenholz-in-deutschen-Kinderbuechern

<30 Prozent der untersuchten Bücher enthielten erhebliche Menge an Tropenholz.

Berlin/Peking - Eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke ist plötzlich im Zwielicht: Für viele deutsche Kinderbücher wird nach einer Studie der Umweltorganisation WWF Holz im bedrohten Regenwald gerodet. Fast 30 Prozent der untersuchten Kinderbücher enthielten demnach erhebliche Mengen Tropenholz, vermutlich aus Südostasien.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) nahm stichprobenartig 79 Buchtitel deutscher Verlage unter die Lupe. In 22 von ihnen wurden in Buchdeckeln oder Buchseiten entsprechende Fasern nachgewiesen - einzelne Bücher hatten einen Tropenholzanteil von bis zu 53 Prozent, wie es in der vorab bekannt gewordenen Studie heißt, die der WWF am Montag veröffentlichen will.

"Die Laboranalysen haben unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt", erklärte der WWF-Waldreferent Johannes Zahnen. "Ohne es zu ahnen, laufen Eltern und Großeltern Gefahr, dem Nachwuchs wahre Umweltkiller unter den Weihnachtsbaum zu legen."

Coppenrath Verlag negativ aufgefallen

Besonders negativ aufgefallen sei bei dem Test der Coppenrath Verlag aus dem westfälischen Münster. In sechs seiner Bücher habe man Tropenholz gefunden, zum Beispiel in "Das ist der Wald" und "Frohe Weihnachten, kleiner Bär!". Coppenrath-Sprecher Tomas Rensing erklärte, der Verlag habe bereits Kontakt zu seinen Lieferanten aufgenommen. Man arbeite eng mit den Herstellern zusammen, um Tropenholz-Fasern im Papier zu vermeiden.

Drei der kritisierten Bücher stammen von der arsEdition (München). Die genannten Titel "Der kleine König Hubert kennt die Uhr" und "Meine Streicheltiere" seien allerdings nicht mehr lieferbar, sagte Verlagssprecherin Britta Kierdorf. Das beanstandete Buch "Tiere im Wald - Was hörst du hier?" werde beim anstehenden Nachdruck mit nachhaltigem FSC-zertifiziertem Papier produziert.

Produktion nach Asien verlagert

Hintergrund der hohen Trefferquote ist nach WWF-Angaben, dass deutsche Verlage Kinderbücher zunehmend in Asien produzieren lassen. So sei mittlerweile China zum wichtigsten Buchlieferanten für Deutschland geworden - und China importiere den für die Buchproduktion benötigten Zellstoff zum großen Teil aus Indonesien. Dort wiederum würden riesige Urwaldflächen illegal für die Papierproduktion abgeholzt. "Die Verlage lassen billig in Fernost produzieren und nehmen dabei wissentlich die Abholzung des Regenwaldes in Kauf", kritisierte Zahnen.

Besonders auf der indonesischen Insel Sumatra seien die Folgen des Raubbaus sichtbar. Die Insel sei vor wenigen Jahrzehnten noch nahezu vollständig bewaldet gewesen, so der WWF. In den vergangenen Jahren sei der Waldanteil auf unter 30 Prozent gesunken. Seltene Unterarten des Tigers, Orang-Utans und Elefanten drohten deshalb auszusterben.

Der WWF forderte eine Selbstverpflichtungserklärung der gesamten Branche, damit für deutsche Bücher kein Tropenwald mehr vernichtet wird. Die Umstellung auf nachhaltige Quellen wie Recyclingpapier oder FSC-zertifiziertes Papier aus nachhaltiger Holzwirtschaft sei längst problemlos möglich.(APA; 2.12.2012)>

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2.3.2013: Interpol jagt nun die Tropenholz-Mafia

aus: Taz online: Regenwald-Ganoven: Interpol jagt Tropenholz-Mafia; 2.3.2013;
http://www.taz.de/!111447/

<Schluss mit lustig. Die internationale Polizeiorganisation Interpol widmet sich der illegalen Rodung in Südamerika. 200 Verdächtige wurden bereits festgenommen.

BERLIN taz | Auch Interpol kämpft jetzt gegen die illegale Zerstörung des Regenwaldes. Die internationale Polizeiorganisation hat nach eigenen Angaben in einer länderübergreifenden Operation erstmals gegen den illegalen Einschlag im großen Stil 50.000 Festmeter Holz beschlagnahmen lassen. [...]>

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Brasilien hat sich ins eigen Fleisch geschnitten:



Brasilien 15.5.2013:
Dauernde Rodungen des Regenwalds verursachen eine Reduzierung des Regens - und die Reduktion der Leistung der Staudämme im Amazonas

aus: dradio.de:
Weniger Regenwald, weniger Energie: Regenwald-Rodungen reduzieren Stromausbeute von Wasserkraftwerken; 15.5.2013;
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2107555/

<Von Volker Mrasek

In Brasilien soll an einem Amazonas-Zufluss eines der größten Wasserkraftwerke weltweit gebaut werden. Forscher haben nun jedoch festgestellt, dass die anhaltenden Rodungen der Wälder Niederschläge verringern und damit die Leistung des Kraftwerks extrem reduzieren könnten.

Eigentlich sind Regenwaldbäume Wasserdiebe. Sie entziehen es dem Boden und verdunsten es über ihre Blätter. Dadurch landet es in der Atmosphäre und nicht etwa in benachbarten Fließgewässern. Andererseits sind die tropischen Baumriesen aber auch Regenmacher, wie man heute weiß. Denn aus dem Wasser, das sie verdunsten, entstehen am Ende Niederschläge, die wieder über dem Regenwald niedergehen.

Yadvinder Malhi, Professor für Ökosystemforschung an der Universität von Oxford in England:

"Wie Regenwald und Atmosphäre bei der Entstehung von Niederschlag zusammenwirken, ist inzwischen in Computermodellen simuliert worden. Diese Studien deuten an: Wenn man mehr als 30 bis 40 Prozent der Regenwald-Fläche einer Region rodet, nimmt auch der Regen dort deutlich ab."

In Berechnungen für die Stromausbeute von Wasserkraftwerken in den Tropen wurde das aber bisher nicht berücksichtigt. Ein Team von Forschern aus Brasilien und den USA holt das jetzt nach. Und kommt zu einem brisanten Ergebnis für den Belo-Monte-Wasserkraft-Komplex am Xingu, einem großen Amazonas-Zufluss.

Der Staudamm ist derzeit im Bau. Das riesige Wasserkraftwerk soll fast die Hälfte des zusätzlichen Strombedarfs decken, den Brasilien in diesem Jahrzehnt erwartet. Doch die Anlage wird womöglich 30 bis 40 Prozent weniger Energie erzeugen als erhofft. Das ergibt sich aus den Modellrechnungen der Forscher. Dabei spielten sie zwei Szenarien für die weitere Abholzung des Regenwaldes durch: In einem ist am Ende ein Fünftel der Bäume am Xingu gerodet, in dem anderen sind es zwei Fünftel.

Die Hauptautorin der neuen Studie, die US-Geografin Claudia Stickler vom Amazonas-Umweltforschungsinstitut:

"Beide unserer Szenarien sind durchaus plausibel. Sie decken sich mit aktuellen Plänen für die weitere Erschließung des Amazonas-Regenwaldes. Die Rodungen sind zwar zuletzt zurückgegangen. Aber das heißt nicht, dass unser Worst-Case-Szenario unrealistisch ist. Vielleicht sind wir Mitte des Jahrhunderts noch nicht bei einer Abholzungsrate von 40 Prozent. Aber dann dauert es halt etwas länger."

Im Modell geht zunächst der Niederschlag in der Region zurück. Dadurch führt auch der Xingu weniger Wasser, und das Kraftwerk am aufgestauten Fluss kann nicht mehr so viel Strom produzieren.

Die Anlage soll eine installierte Leistung von 11.000 Megawatt haben - so viel wie 15 Kohlekraftwerke - und wäre damit die drittgrößte der Welt. Doch selbst wenn überhaupt kein Regenwald gerodet würde - auf vollen Touren könnte das Mega-Kraftwerk sowieso nur zeitweilig laufen:

"Schon vor Beginn unserer Studien war den Projekt-Ingenieuren wohlbekannt, dass die Anlage im Jahresdurchschnitt nur etwa 40 Prozent ihrer maximalen Leistung erzielen wird. Wie viele andere südliche Zuflüsse des Amazonas verhält sich der Xingu nämlich saisonal sehr unterschiedlich. Es gibt mehrere trockene Monate im Jahr, da führt er nur ganz wenig Wasser. Unsere Ergebnisse zeigen nun: Durch die Rodung des Regenwaldes werden die Wasserstände sogar noch geringer sein."

Ergibt das Megaprojekt dann überhaupt noch Sinn? Rechtfertigt es den Bau eines riesigen Staudamms mit den entsprechenden Eingriffen in die Natur? Claudia Stickler zögert einen Moment mit der Antwort:

"Es ist schwer zu sagen, ob sie das Projekt unter diesen Umständen weiterführen sollen. Sie werden es auf jeden Fall weiterführen! Das steht fest. Aber Brasilien wird noch mehr tun müssen, um den Energiebedarf seiner wachsenden Bevölkerung und Industrie zu decken."

Auch andere tropische Länder wie Malaysia, Vietnam und die Republik Kongo haben Pläne für neue Wasserkraftwerke. Claudia Stickler rät ihnen, Niederschlagsverluste durch die Rodung von Regenwald zu berücksichtigen. Und sie in die Berechnung der Stromausbeuten für die Projekte miteinzubeziehen. Denn auch in Afrika und Südostasien - davon ist die Geografin überzeugt - sinken die Pegel der Flüsse, wenn Wald großflächig abgeholzt wird.

Mehr auf dradio.de:

Gekappte Verbindung - Staudammprojekte in den Zuflüssen gefährden die Ökologie des Amazonas
Wie sauber ist die Wasserkraft? - "Nature"-Studie sieht Wasserkraftwerke als CO2-Schleudern>


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n-tv
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Brasilien 6.6.2013: Noch 1% ist Regenwald - einst waren es 15% - wachsende Gefahren an den Küsten

aus: n-tv online:
Mehr Abholzung am Atlantik, weniger am Amazonas: Brasiliens zweifelhafter Umweltschutz ; 6.6.2013;
http://www.n-tv.de/wissen/Brasiliens-zweifelhafter-Umweltschutz-article10774311.html

<Die wuchernden Städte - hier ein Armenviertel in Rio de Janeiro - zerteilen den Atlantikwald immer stärker.

Regenwald bedeckte einst 15 Prozent Brasiliens, heute ist es nur noch 1 Prozent. Und die Erfolgsmeldung der brasilianischen Regierung über weniger Rodung der Waldflächen ist mit Vorsicht zu genießen: Während im Landesinneren tatsächlich weniger Bäume fallen, ist vor allem der ökologisch sehr bedeutsame Küstenwald stärker gefährdet denn je.

Brasiliens Regierung hat für das im Inland gelegene Amazonasbecken einen weiteren Rückgang der Regenwaldzerstörung gemeldet. In den Waldgebieten an der Küste nahm die Abholzung hingegen zu. Nach aktualisierten Zahlen wurden von August 2011 bis Juli 2012 insgesamt im Amazonas-Gebiet 4571 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt, wie das Umweltministerium mitteilte. Das ist zwar die niedrigste Rate seit Beginn der regelmäßigen Kontrollen im Jahr 1988, aber die abgeholzte Fläche entspricht noch immer rund 1,8-mal der Fläche des Saarlandes.

Bereits im November 2012 hatte die Regierung verkündet, dass die Abholzung im Amazonas-Gebiet im genannten Zeitraum auf 4656 Quadratkilometer gesunken und damit um 27 Prozent zum Vergleichszeitraum 2010/2011 zurückgegangen sei. Die routinemäßige Nachprüfung der Satellitenaufzeichnungen habe ergeben, dass dieses Ergebnis noch etwa zwei Prozent besser gewesen sei, sagte Umweltministerin Izabella Teixeira.

Wertvollste Wälder verschwinden immer schneller

Schlechter steht es um den sogenannten atlantischen Regenwald an der Ostküste und auch im Inland Brasiliens. Die wegen ihres überaus großen Artenreichtums bekannte "Mata Atlântica" an der Ostküste gehört zu den am stärksten bedrohten Regenwäldern der Welt. Zwischen 2011 und 2012 wurden in zehn Bundesstaaten 235 Quadratkilometer Waldfläche zerstört. Das seien 29 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2010/2011, teilten die Umweltschutzorganisation SOS Mata Atlântica und das Institut für Weltraumforschung (INPE) bei der Vorlage einer Studie mit. Die Abholzungsrate sei damit die höchste seit 2008, obwohl Brasilien 2006 ein Gesetz zur ausdrücklichen Konservierung der Region verabschiedet hatte.

Die "Mata Atlântica" erstreckte sich einst über die gesamte Ostküste Brasiliens. Heute sind nur noch Reste in 17 Bundesstaaten vorhanden, unter anderem auch in Ballungsgebieten wie Rio de Janeiro und São Paulo. Nur noch rund acht Prozent der ursprünglichen Fläche sind erhalten, auf dem restlichen Gebiet leben heute rund zwei Drittel der Bevölkerung von über 190 Millionen Menschen. Dieser sogenannte "Hot Spot" der Biodiversität ist außerdem ein bedeutender CO2-Speicher und bedeutendes Trinkwasserreservoir für Brasiliens Küstenstädte. Der Artenreichtum des Gebietes ist trotz seiner abnehmenden Größe immernoch höher als der des Amazonasbeckens. Grund dafür sind vor allem die vielen verschiedenen Höhenlagen und starken Regenfälle an der Küste, wodurch eine sehr vielfältige und dichte Flora und auch Fauna ermöglicht werden.

Restlicher Wald gleicht Flickenteppich

Nach Angaben von SOS Mata Atlântica bedeckte der Regenwald früher mit knapp 1,3 Millionen Quadratkilometern rund 15 Prozent des fünftgrößten Landes der Erde. Heute sei es nur noch 1 Prozent. Drei Viertel dieser Restfläche gelten als bedroht. Das geschundene Naturreservat steht heute seit 1999 der UNESCO-Liste der bedrohten Habitate. Die zunehmende Fragmentierung des ehemals zusammenhängenden Waldgebietes macht das Überleben der heimischen Arten in isolierten Waldresten sehr schwierig. So besteht der überwiegende Teil der erhaltenen Waldfläche aus kleinen Teilstücken von weniger als einem halben Quadratkilometer, die oft weit voneinander entfernt liegen. Bedroht wird die Artenvielfalt der "Mata Atlântica" auch nicht nur durch Rodung für Land- und Forstwirtschaft, sondern zudem durch gezielte Jagd und Waldbrände.

Die Abholzung des am Meer gelegenen Waldgebietes ist eng mit der Geschichte Brasiliens verknüpft. Sie begann bereits mit der Ankunft der ersten Europäer kurz nach Beginn des 16. Jahrhunderts und war Grundlage der ersten Handelskolonien. Der Landesname leitet sich gar von dem im dem Regenwald vorkommendem Brasilholz ab. Im Verhältnis zur Fläche ist es deutlich stärker betroffen als das Amazonasgebiet.

Quelle: n-tv.de , dpa/bwe>

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Indien 21.6.2013: Ein Waldfreund hat in der Wüste über 500 ha Wald erschaffen - und die Tiere kamen von alleine

aus: facebook: einartysken: Jadav Payeng – der Mann, der in Indien einen ganzen Wald pflanzte;
https://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Feinarschlereth.blogspot.de%2F2013%2F06%2Fjadav-payeng-der-mann-der-in-indien.html&h=9AQH8FNXA&s=1

Hier mal eine positive Geschichte, die zeigt, was möglich ist, was sogar ein Mensch allein zustandebringen kann. Mich hat sie begeistert.


20. Mai 2013
Aus dem Schwedischen von Einar Schlereth

Jadav Payeng gelang es, in dreißig Jahren über 500 Hektar öden Sandbodens in eine grüne Oase zu verwandeln, die von Leben überquillt. Das Projekt sah man als unmöglich an. Jetzt macht Payeng mit einem neuen Projekt weiter. Er teilte kürzlich mit, dass er einen anderen noch unwirtlicheren Ort in eine Oase verwandeln will.

Jadav Payeng entschloss sich bereits als Jugendlicher, dass er ein ödes, sandiges Gelände am Fluss Brahmaputra in einen Wald verwandeln wolle und nach 30 Jahren hat er eigenhändig 500 Hektar mit Wald bepflanzt. In diesem Wald haben viele verschiedene Tierarten eine neue Heimat gefunden. Heute ist Payeng 49 Jahre alt und seine Lebensgeschichte erinnert an eine poetische Geschichte von Jean Giono: 'Der Mann, der Bäume pflanzte'. [Jean Giono ist ein wunderbarer Schriftsteller und diese Geschichte kann ich auch wärmstens empfehlen. D. Ü.]

Jadav Payeng hat vor kurzem erklärt, dass er aus eigener Kraft das nächste große Gebiet, das unfruchtbar ist, in eine grüne Oase verwandeln will.

Payeng wurde stark von einem Ereignis beeinflusst, das 1979 eintraf. Der 16-jährige Payeng hatte bemerkt, dass Überschwemmungen eine große Menge Schlangen gezwungen hatten, sich auf die öde Sandfläche in Jorhat zu retten. Als das Wasser zurückging, wurde er Zeuge von dem plötzlichen Massentod von hunderten Schlangen.

„Die Schlangen waren an der Hitze gestorben. Es gab keine Bäume, die sie vor der Sonne schützten. Ich setzte mich hin und weinte über ihre toten Körper. Es war ein reines Massaker. Ich erzählte es dem Waldaufseher und bat ihn, Bäume zu pflanzen. Er sagte, dass an dem Ort nichts wachse. Und er sagte zu mir, dass ich ja versuchen könne, Bambus zu pflanzen. Das war sehr arbeitssam, aber das machte ich. Niemand wollte mir helfen, niemand kümmerte sich“, erinnert sich Payeng. Er baute eine einfache Hütte auf dem öden Plats, um mit seiner Pflanzarbeit fortzufahren.

Er säte Samen, goss sie jeden Morgen und Abend. Mit der Zeit verwandelte sich der sandige Boden in einen Bambuswald. Im Laufe der Jahre verwandelte sich der wertlose Boden in eine Oase, wo es heute eine reiche Flora und Fauna gibt. Nach einiger Zeit siedelten sich verschiedene Tiere an, sogar Nashorn und der Bengalische Tiger.

„Dann entschloss ich mich, richtige Bäume zu pflanzen. Ich brachte sogar rote Ameisen her, die mich oft gebissen haben. Aber diese Ameisen tragen dazu bei, den Boden zu verbessern“, erklärte Payeng.

„Nach 12 Jahren sah ich Geier und andere Vögel sich in dem Wald niederlassen. Es kamen sogar Rehe und damit Raubtiere.“

Die Waldbehörde hat paradoxerweise von Payengs geglücktem Vorhaben erst 2008 erfahren, als etwa 100 Elefanten in den Wald immigierten.

„Wir waren verwundert darüber, auf so einem sandigen Gelände einen dichten Wald zu finden. Menschen, die in der Nähe des Waldes wohnten, wollten ihn abholzen, weil manche Tiere Schaden an ihren Häusern anrichteten, aber Payeng sagte zu ihnen, dass sie dann zuerst ihn töten müssten. Für Payeng sind die Bäume und die Tiere wie seine eigenen Kinder. Als wir das sahen, beschlossen wir, ihn zu unterstützen. Wir waren überwältigt, was er in 30 Jahren geschaffen hat“, sagte der damalige Waldwächter Gunin Saikia.

Die örtlichen Bewohner nennen den Wald mit beinahe 530 Hektar Mulai [ein Spitzname von Jadav. D. Ü.]. Die Behörde will den Wald zu einem Schutzgebiet erklären. Payeng meint, dass er, wenn die Regierung es schafft, sich um seinen Wald zu kümmern, an einen anderen Platz ziehen wird und dort von neuem mit der Arbeit beginnt.

Payeng ist seiner Aufgabe treu geblieben. Mit seiner Frau Binit und drei Kindern lebt er im Wald. Sie haben Tiere und die Milch verkaufen sie in der naheliegenden Stadt. Jetzt kann er mit einem neuen Projekt an einem neuen Plats beginnen, der in eine Oase verwandelt werden soll.

„Das wird vielleicht weitere 30 Jahre dauern, aber ich bin Optimist. Ich fühle mich jedoch traurig, wenn ich sehe, wie die Menschen Wälder abholzen. Wir müssen die Natur schützen, sonst überleben wir nicht. Meine Anstrengungen waren nicht vergebens. Vielleicht lebe ich in Armut, aber ich bin zufrieden, dass ich die Menschen beeinflussen konnte, sich mehr für die Natur zu interessieren.“

Die Familie hat ihn in seiner Arbeit immer unterstützt. Sie sehnt sich auch danach, die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln.

Dies ist die Quelle mit der schwedischen Übersetzung:
Quelle - källa - source


Aber dies ist die Originalquelle und ich glaube, sie ist Tschechisch; jedenfalls scheint sie sehr fortschrittlich zu sein und wird viel gelesen:
Quelle

Und hier habe ich noch eine englische Version gefunden, die aber nicht ganz mit diesem Artikel übereinstimmt. Da stehen noch ein paar mehr Details drin:
Quelle >

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n-tv online, Logo

Ecuador 4.10.2013: Die Regierung Correa kann's nicht lassen: Gesetz zur Ölförderung im Urwald-Nationalpark verabschiedet

aus:n-tv online: Für die Förderung von Öl: Ecuador beutet Naturpark aus; 4.10.2013;
http://www.n-tv.de/politik/Ecuador-beutet-Naturpark-aus-article11486311.html

Der Yasuní-Nationalpark in Ecuador ist für Umweltschützer ein einzigartiges Juwel, die Unesco erklärte ihn zum Biosphärenreservat. Das Juwel ist allerdings bedroht sein, denn Ecuadors Parlament stimmt einem folgenschweren Gesetz zu.

Das Parlament Ecuadors hat der Regierungsinitiative zur Erdölerschließung im Nationalpark Yasuní zugestimmt. Die Abgeordneten bewilligten mit 108 zu 25 Stimmen die Ausbeutung von Erdölreserven in nicht mehr als 0,1 Prozent des von der Unesco zum Biosphären-Reservat erklärten Naturparks in Nordosten Ecuadors.

Staatschef Rafael Correa hatte Mitte August die Zustimmung des Parlaments beantragt, nachdem er die sogenannte ITT-Initiative für gescheitert erklärt hatte. Die Initiative sah den Verzicht auf das Erdöl vor, wenn die Industrienationen im Gegenzug einen solidarischen Ausgleichsbetrag in einen Fonds einzahlten. In sechs Jahren seien mit 13,3 Millionen Dollar (knapp 10 Mio Euro) jedoch nur 0,37 Prozent des erwarteten Betrags eingegangen, begründete Correa die Aufgabe der nach den Ölfeldern von Ishpingo, Tambococha und Tiputini (ITT) benannten Initiative.

Der Gewinn aus den Ölfeldern wird auf 18,3 Milliarden Dollar (knapp 14 Mrd Euro) geschätzt. Mit der Förderung kann in fünf Jahren begonnen werden.

Die Ölförderung im 950.000 Hektar großen Yasuní -Park ist höchst umstritten, gilt er doch als einer der Orte mit der weltweit größten Artenvielfalt. Auch leben hier zwei indigene Gruppen in freiwilliger Isolation vom Rest der Welt. Bei einer Ausbeutung der Ölreserven, so die Befürchtung von Menschenrechtlern und Umweltschützern, könnten die Stämme zum Untergang verdammt und das Gebiet in weiten Teilen verseucht werden.

Quelle: n-tv.de , ghö/dpa>

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n-tv
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3.11.2013: Das kriminelle Brasilien zerstückelt den Regenwald mit 17.000 km Strassen pro Jahr

aus: n-tv online: 17.000 Kilometer pro Jahr: Massiver Straßenausbau gefährdet Regenwald; 3.11.2013;
http://www.n-tv.de/wissen/Massiver-Strassenausbau-gefaehrdet-Regenwald-article11657151.html

<Etwa 50.000 Kilometer Straße wurden allein zwischen 2004 und 2007 durch den brasilianischen Regenwald am Amazonas gebaut. Das haben Forscher aus Großbritannien und Brasilien unter anderem mit Hilfe von Satellitenbildern errechnet. Es würden vor allem dort Straßen angelegt, wo das Wirtschaftswachstum hoch sei und neue Siedlungen gebaut würden, berichten die Forscher im Fachblatt "Regional Environmental Change".

Straßen nehmen in der Regel weniger als zwei Prozent der Fläche eines Landes ein, sie wirken aber auf eine bis zu zehn Mal größere Fläche ein, zum Beispiel, indem sie die Luft- und Bodentemperatur verändern oder die Wanderungen von Tieren begrenzen. Obwohl der Straßenbau eine der wichtigsten Ursachen für die Abholzung der Wälder und für den Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen sei, sei bisher wenig untersucht, wie und wo sich Straßen ausbreiten.

Die Forscher hatten nun in Zusammenarbeit mit dem Amazon Institute of People and the Environment (Belém/Brasilien) drei Jahre lang mit Hilfe von Straßenkarten und Satellitenbildern den Straßenbau im brasilianischen Amazonasgebiet verfolgt. Pro Jahr seien 17.000 Kilometer neue Straßen hinzugekommen, berichten die Wissenschaftler. Zu wissen, wo die Straßen sind und mit welcher Geschwindigkeit sie gebaut werden, sei der Schlüssel dazu, künftige Abholzungen vorherzusagen, so der Mitautor der Studie, Robert Ewers vom Department of Life Sciences des Imperial College in London.

Quelle: n-tv.de , dpa>

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Welt online, Logo

16.11.2013: <Wo die Wälder der Welt verschwinden>

aus: Welt online; 16.11.2013;
http://www.welt.de/wissenschaft/article121935241/Wo-die-Waelder-der-Welt-verschwinden.html

<2,3 Millionen Quadratkilometer Wald sind in den letzten Jahren weltweit verloren gegangen, zeigt eine weltweit einmalige Studie. Die Zahlen sind erschreckend, Umweltschützer sehen ein "Verbrechen".

Von Anja Garms

Zwischen 2000 und 2012 hat die Welt 2,3 Millionen Quadratkilometer Wald durch Abholzung und durch Naturereignisse wie Brände oder Stürme verloren. Zum Vergleich: Die Bundesrepublik hat eine Fläche von rund 357.000 Quadratkilometern. Hinzugekommen sind im selben Zeitraum weltweit nur 0,8 Millionen Quadratkilometer Wald, berichten US-Forscher nach der Auswertung von Satellitenbildern im Fachblatt "Science". Mit ihrer Studie werden erstmals die weltweiten Veränderungen der Bewaldung in hoher Auflösung sichtbar. Die Daten stellen eine Grundlage dar, um die Auswirkungen des Waldverlusts auf Umwelt, Wirtschaft oder die Gesellschaft weiter zu untersuchen.

"Verluste oder Zuwächse des Waldbestands beeinflussen viele wichtige Aspekte eines Ökosystems, etwa die Klimaregulation, die Kohlendioxidspeicherung, die Artenvielfalt oder das Wasserangebot", sagt der Erstautor Matthew Hansen von der Universität Maryland in College Park (US-Staat Maryland) in einer Pressemitteilung der Universität. "Aber bisher gab es keine Möglichkeit, detaillierte, akkurate, Satelliten-basierte Daten zur Veränderung des Waldbestandes von lokaler bis auf globale Ebene zu bekommen."

Kooperation mit Google Earth

Die Forscher um Hansen werteten Aufnahmen des Forschungsatelliten "Landsat 7" aus einem frei zugänglichen Archiv aus. Dazu kooperierten sie mit der Online-Plattform Google Earth Engine. Rechenprozesse, die einen einzelnen Computer 15 Jahre gekostet hätten, konnten den Angaben zufolge damit innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden. Die Auflösung der Satellitenbilder betrug 30 Meter.

Die Tropen sind der Auswertung zufolge die einzige Klimazone, für die ein eindeutiger Trend festzustellen ist: Jahr für Jahr ginge dort mehr Wald verloren, der Verlust steige um etwa 2100 Quadratkilometer pro Jahr, berichten die Forscher. Die höchste Verlustrate hätten die Länder Paraguay, Malaysia und Kambodscha. Die wichtigste Ursache sei Abholzung.

Auch im brasilianischen Amazonasgebiet ist die Abholzung nach ermutigenden starken Rückgängen in der Vergangenheit wieder angestiegen - in den vergangenen zwölf Monaten um 28 Prozent. Zwischen August 2012 und Juli 2013 wurden 5843 Quadratkilometer Wald gerodet. Im Vorjahreszeitraum war mit 4571 Quadratkilometern ein historischer Tiefststand der Urwaldrodung erreicht worden.

Auch in Brasilien wieder mehr Rodungen

Umweltministerin Izabella Teixeira bezeichnete die illegale Abholzung auf einer Pressekonferenz als "Verbrechen". "Es ist nicht hinnehmbar, dass illegale Rodungen zu einer Zunahme der Abholzung in Brasilien führen," sagte Teixeira. Die höchsten Zunahmeraten wurden in den Bundesstaaten Pará und Mato Grosso festgestellt.

Umweltschützer machen unter anderem die 2012 verabschiedete Novelle des Waldgesetzes für die zunehmende Waldrodung verantwortlich. Es sieht eine Amnestie für landwirtschaftliche Produzenten vor, die vor 2008 einstige Naturschutzgebiete urbar machten. Vor allem die Ausbreitung von Sojapflanzungen und Rinderzucht wird für die Verringerung des Waldbestands im Amazonasgebiet verantwortlich gemacht.

Im Vorfeld der Klimakonferenz in Warschau schwächen die neuen Zahlen die Position Brasiliens. Das größte Land Lateinamerikas hat sich verpflichtet, bis 2020 die Abholzung im Amazonasgebiet um 80 Prozent auf knapp 4000 Quadratkilometer jährlich zu senken. Im Jahr 2004 erreichte die Abholzung die Rekordmarke von 27.000 Quadratkilometern.

dpa>

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Netzfrauen
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Iquitos (Peru) 11.7.2014: Marsch und Sitzstreik gegen Ölverschmutzung durch Pluspetrol im Regenwald in Loreto

aus: Netzfrauen online: Marsch für den Amazonas – in Gummistiefeln, ausgelatschten Sandalen oder barfuß; 11.7.2014;
http://netzfrauen.org/2014/07/11/gummistiefeln-fuer-den-amazonas-marschieren/#more-15741

<Eingeborene protestieren im peruanischen Amazonas

Gehe mit uns. In Gummistiefeln, in abgetragenen Sandalen oder barfuß.

Alianza Arkana - Über tausend Kukama Kukamilla Menschen des Marañón Flussgebietes, unter ihnen Großväter und Mütter mit kleinen Kindern, liefen Mitte Juni an einem Wochenende über einhundert Kilometer, von der Stadt Nauta nach Iquitos, das politische Zentrum der Region Loreto.

Der Führer der Organisation Kukama, ACODECOSPAT, Alfonso Lopez, fragte die Menschen der Welt:

“Was tun wir? Warum lassen wir das zu? Oder wollen wir wirklich unseren Kindern und Enkeln ein völlig zerstörtes Weltwunder aushändigen?”

und nimmt damit Bezug auf die Anerkennung des Amazonas als eines der “sieben Naturwunder der Welt”.

In diesem Caminata Wika Ritama – der lange Weg der Opfer – marschierten sie Hand in Hand mit Quechas von der Pastaza, Kichwas aus dem Tigre, Achuar von den Corrientes, mit einheimischen Studenten aus ganz Loreto und mit Anführern der kommunalen sozialen Bewegungen.

Sie wollen unbedingt eine sofortige Lösung für die humanitäre Krise in ihren Heimatländern, ökologische und soziale Gerechtigkeit, die sie, nach nun mehr als 40 Jahren der Ölverschmutzung, verdienen. Während sie über zwei Tage in der glühenden tropischen Sonne auf dem kochenden Asphalt stehen, bitten die Kukama Leute nur um das Recht, ein menschenwürdiges und gesundes Leben zu führen.

Ihr Territorium im Marañón Flussgebiet ist die Heimat einer beeindruckenden Artenvielfalt. Es beherbergt den begehrten Pacaya Samiria National Reserve, das größte Naturschutzgebiet Perus. Daher wurde die peruanische Regierung genötigt, die Schäden an diesem „Naturerbe der Menschheit“ zu erkennen. Das taten sie dann auch im Mai 2014 mit der Erklärung, dass sich das Flussgebiet in einer Umwelt-und gesundheitlichen Notlage befindet .

Allerdings ist seit dieser Erklärung nichts unternommen worden, um Unterstützung für die betroffene Bevölkerung, die durch das toxische Wasser vergiftet wird, zu bekommen.

Internationale Solidarität und Druck auf den peruanischen Staat sind dringend nötig, um diesen Herausforderungen mit Lösungen zu begegnen.

Alfonso stellt fest:

„Wir kämpfen um unsere Umwelt und darum, das Leben und die Flüsse,  die Wälder, die integraler Bestandteil der einheimischen Weltanschauung sind, zu verteidigen und das in einer Welt, die im Angesicht des Klimawandels besteht. Wir wollen die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, die die Verteidigung der Menschenrechte und der Umwelt unterstützen. Du kannst dich unserer Sache anschließen. Gemeinsam können wir künftigen Generationen vererben, was sie verdienen.”

Am 18. Juni kamen die Kukamas am Plaza 28 von Iquitos an. Nicht überraschend warteten hier keine Regierungsvertreter, um sie zu begrüßen. So haben sie beschlossen, dort zu bleiben, bis die Behörden erscheinen, um ihnen zuzuhören.

Inzwischen hat sich der Quechua Bund, FEDIQUEP, in einem Zustand der friedlichen Mobilisierung in der Muttergemeinde Andoas , im Herzen von Pluspetrol Öl-Aktivitäten in Loreto, mit über zweitausend Ureinwohner versammelt.

Am Donnerstag, 19. Juni, haben sie eine Kommission von hohen Vertretern am Tisch des Dialogs begrüßt. Diese Kommission wurde von Präsident Ollanta Humala selbst geleitet und die primäre Agenda ist, dem Ruf nach sofortigem Handeln zu folgen und nach Lösungen zu suchen, um diese verheerende humanitäre Krise in Öl Block 1AB zu adressieren.

Der erste wesentliche Schritt ist, dass die Stimme der Vereinigung vom Staat gehört wird und dass ihre ersten Forderungen, der Zugang zu sauberem Wasser, zu Nahrung und Gesundheitsversorgung, erfüllt werden. Erst dann wird die Kommission für Entwicklung der vier Flussgebiete in der Lage sein, den Prozess der Wiedergutmachung, der ganzheitliche Maßnahmen für die Einheimischen beinhaltet, die fast ein halbes Jahrhundert unter den Menschenrechtsverletzungen in der nördlichen peruanischen Amazonas gelitten haben, zu beginnen.

Quelle: Alianza Arkana>


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