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Bärenleben

Bär im Münstertal August 2005 -- 2007: Bärengalle in China soll bis 2008 verschwinden -- Bär in Graubünden kostet die öffentliche Hand eine viertel Million Franken -- Bärenwald in Müritz (Deutschland) für 12 Bären auf 5 Hektaren -- Bären-Junge 10 Tage in der "Plastikfalle" -- Bär in Russland wird in einer Kantine gefüttert -- 2010: Bärenpark Bern ist ein Renner -- 2011: Bärengalle in Vietnam und die Massnahmen -- Erbgutanalysen -- 2012: Wunden bei Bären heilen im Winterschlaf von selbst -- immer noch Bärengalle in der chinesischen Medizin -- Genetik: Bär kreuzte sich mehrmals und passte sich dem Klima an -- Grislybär geht auf Wapitis -- Schäfer erschlägt Bär mit Axt -- hungrige Bären in Russland zum Abschuss freigegeben -- Streit um Bären zwischen Lindt und Haribo --

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Eine Auskunft des BUWAL zum Bär im Münstertal über die Nahrung der Bären, der ein Schaf und ein Rind gerissen hat, August 2005

[Herdenschutz ist nötig]
Der Bär ist ein Allesfresser und Raubtier. Obwohl seine Nahrung zu rund 80% aus pflanzlicher Nahrung besteht, ist er auch ein Fleischfresser und nimmt sowohl Aas wie auch selber erjagte Beute. Ein Bär muss, gerade auch vor der Winterruhe, sehr ökonomisch seine Fettreserven anfressen - Nutztiere sind da eine willkommene, einfach zu erschliessendee Nahrungsquelle. Um die Herden zu schützen, haben wir Hirten mit Herdenschutzhunden in das Münstertal geschickt. Natürlich braucht es eine gewisse Zeit, bis der Herdenschutz optimal funktionieren kann.

[Der Bär kann bald Reste der Jagd fressen]
Bald wird sich für den Bären eine neue Nahrungsquelle eröffnen, nämlich die Innereien der erlegten Hirsche, Gämsen und Rehe während der Jagd. Vermutlich wird er sich auf diese konzentrieren und und die Nutztiere in Ruhe lassen.

[Winterschlaf und Nachwuchs in der Höhle ohne Nahrungsaufnahme]
Im Winter sind kaum Probleme mit dem Bären zu erwarten: Bären halten eine Winterruhe ab, wozu sie sich in eine Höhle oder anderen ruhigen und geschützten Stellen zurück ziehen und kaum im Freien anzutreffen sind. Weibliche Bären bringen während der Winterruhe sogar ihre Jungen zur Welt und nähren sie die ersten paar Wochen aus ihren Fettreserven ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme.

Christoph Jäggi
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL)
Abteilung Artenmanagement
CH - 3003 Bern

[Der Bär ist noch im August wieder nach Italien weggewandert].

[Bären sind keine Kuscheltiere. Am 7.7.2006 kam die Meldung, dass ein Bär in Rumänien zwei Wanderer angegriffen hat].

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5.9.2005: Bärengalle in China soll bis 2008 verschwinden

aus: Die Bären sind los. Rettungsaktion im Reich der Mitte; In: 3sat 5.9.2005, 21:30-22:00, Tafel 324

<Gefangen, verstümmelt und in winzige Käfige gesperrt: So enden viele Braunbären in China. Seit Jahrzehnten wird hier aus Bärengalle ein Potenzmittel gewonnen. Doch das hat nun ein Ende.

China hat sich gegenüber Tierschutzorganisationen verpflichtet, alle Bärenfarmen nach und nach zu schliessen. Bis 2008, wenn die Olympischen Spiele nach China kommen, soll es dieses Tierelend nicht mehr geben.

Stefan Niemann war Ende 2003 dabei, als die ersten Braunbären befreit wurden.>


Filmprotokoll:
Allmählich werden die Bärenfarmen aufgelöst und die misshandelten Bären werden in Bärenlager gebracht, wo sie in relativ grossen Gehegen leben dürfen. Sie dürfen aber keine Jungen haben. Alle Männchen werden kastriert. Sonst würden die Gelder für das Programm nicht ausreichen.

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23.10.2007: <Bündner Bär kostet öffentliche Hand eine viertel Million Franken>

Tagesanzeiger, 23.10.2007; http://www.tages-anzeiger.ch/dyn/news/newsticker/805700.html

<Die beiden im Juni in Graubünden eingewanderten Braunbären haben die öffentliche Hand bisher rund eine viertel Million Franken gekostet. Den grössten finanziellen Aufwand verursachte die Arbeit der Wildhut.

Die Aufwendungen für die Wildhüter belaufen sich auf rund 200 000 Franken, wie der Bündner Regierungsrat Stefan Engler im Grossen Rat bekannt gab. Wieviel davon der Bund übernehme, sei noch nicht bestimmt.

Ausserdem mussten 50 000 Franken für Schäden bezahlt werden; darin enthalten ist die Entschädigung für rund 60 gerissene Nutztiere, vor allem Schafe. 80 Prozent dieser Kosten übernimmt der Bund, 20 Prozent gehen zu Lasten des Kantons. Nicht in der Kostenauflistung aufgeführt sind wissenschaftliche Arbeiten, für die der Bund vollständig aufkommt, wie Engler weiter sagte.>


Kommentar
Ist das nicht pervers? Mit diesem Geld kann man in Entwicklungsländer gleich mehrere Schulen finanzieren, und in der Schweiz wird das Geld für zwei Tiere ausgegeben, die in der eng besiedelten Schweiz eigentlich wirklich nichts mehr zu suchen haben.

Die Bevölkerung lässt es sein, weil es noch viel schlimmere Fälle von Geldverschwendung gibt...

Michael Palomino
23.10.2007

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14.5.2010: Bärenwald in Müritz (Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland) für 12 Bären auf 5 Hektaren

aus: n-tv online: Auslauf statt Käfig: Besuch im Bärenwald Müritz; 14.5.2010;
http://www.n-tv.de/reise/dossier/Besuch-im-Baerenwald-Mueritz-article872299.html

<Was ein echter Bärenhunger ist, hängt von der Jahreszeit ab: Im Sommer entspricht er 12 Kilo, im Herbst eher 17. Etwa so viel verputzen die Tiere pro Tag im Bärenwald Müritz. In der warmen Jahreszeit gibt es für jeden täglich jeweils zwei Kilogramm Brot, Äpfel und Melonen, dazu je ein Kilo Tomaten, Gurken und Karotten. Eine Nebenrolle spielen Fleisch, Fisch und Eier: Gefüttert werden 1,5 Kilogramm pro Tag und Schnauze. All das erfahren Bärenwald-Besucher gleich zu Beginn, wenn sie in dem Tierschutzprojekt südlich des Plauer Sees zum Rundgang aufbrechen.

Den Bärenwald im Süden Mecklenburg-Vorpommerns gibt es seit 2006, getragen wird er von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Zehn Braunbären teilen sich das fünf Hektar große Gelände - und erleben damit eine Weite, die sie vor ihrem Umzug auf das Gelände nahe des Dorfes Stuer nicht kannten. Denn die Tiere lebten zuvor in Käfigen in kleinen Tierparks und zum Teil auch in Privathaltung. Die 24 Jahre alte Katja zum Beispiel ist eine ehemalige Zirkusbärin. Über das Schicksal der einzelnen Tiere informieren Schautafeln und Filme, die unter anderem im Inneren eines alten Zirkuswagens gezeigt werden.

Zaun verhindert Direktkontakt

Den Bären in Stuer steht ein 5,5 Hektar großes Gehege zur Verfügung, in dem sie sich frei bewegen und umhertollen können.

Besucher müssen keine Angst haben, "Meister Petz" plötzlich ohne Schutz gegenüber zu stehen: Ein Zaun verhindert den direkten Kontakt. Auf der anderen Seite haben die Bären ihre Rückzugsräume, denn nicht das komplette hügelige Waldgelände ist vom Fußweg aus einsehbar. Wer eine Runde dreht, bekommt deshalb nicht unbedingt alle zehn Bären zu sehen. Wer aber Glück hat und sich ein wenig Zeit zum Beobachten nimmt, kann erleben, wie zum Beispiel Mascha ein ausgiebiges Bad in einem Tümpel nimmt, sich kräftig trockenschüttelt und weiterzieht.

Im Vergleich zu den etwa 30.000 Hektar, die ein Bärenrevier in freier Wildbahn umfasst, haben auch die Tiere in Stuer nicht viel Platz. Aber es ist deutlich mehr im Vergleich zu der Welt aus Beton und Gitterstäben, die sie zum Teil vorher als Alltag erlebt haben. Und die Projektmitarbeiter freuen sich, dass vergessen geglaubte Instinkte wieder wach werden: "In diesem Jahr haben zum ersten Mal alle zehn Bären eine Winterruhe gehalten", erzählt Betriebsleiterin Winnie Rösner. "Einige haben sogar eine richtige Höhle gegraben."

54.000 Besucher im Jahr 2009

Touristen-Hochsaison ist im Sommer - im Jahr 2009 kamen rund 54.000 Besucher in den Bärenwald. Dort schildert Vier Pfoten auch das Schicksal von Bären in anderen Ländern Europas, zum Beispiel in Rumänien. Dort gibt es noch etwa 5000 freilebende Bären, unter anderem in den Karpaten. Werden dort verwaiste Bärenbabys gefunden, landen sie oft im Zirkus, in Zoos oder bei Privatpersonen. Dieses Schicksal zu verhindern versucht eine "Bärenwaisenstation" von Vier Pfoten, die es seit 2004 in Rumänien gibt. Sie nimmt junge Bären auf und bereitet sie auf die Auswilderung vor.

Das geht bei Bären wie Lothar, Mascha, Ben und Katja nicht mehr - für ein Leben ganz in Freiheit wären sie heute nicht mehr gewappnet. Stattdessen bekommen sie in Zukunft aber neue Gefährten zum Spielen und Herumstreunen. Denn die Bärenwald-Fläche soll um acht Hektar erweitert und damit mehr als verdoppelt werden. Die Rodungsarbeiten sind schon gelaufen, einen Eröffnungstermin gibt es aber noch nicht. Ziel sei es, 14 weiteren Bären ein neues Zuhause zu geben, sagt Winnie Rösner. Bedarf sei mehr als genug vorhanden: "Es gibt noch etwa 60 Braunbären, die in Deutschland nicht artgerecht gehalten werden."
 
dpa>


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Basler Zeitung online, Logo

14.8.2010: Bären-Junge 10 Tage in der "Plastikfalle" - und kann nichts fressen

aus: Basler Zeitung online: Zehn Tage in der Plastikfalle; 14.8.2010;
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Zehn-Tage-in-der-Plastikfalle/story/20393252

<Biologen in Florida haben ein Bärenjunges vor dem sicheren Hungertod gerettet. Sie entfernten einen durchsichtigen Plastikbehälter vom Kopf des Tiers, der dort seit mindestens zehn Tagen feststeckte.
Armer, kleiner Bär: Sechs Monate alter Bär wäre fast verhungert.

Armer, kleiner Bär: Sechs Monate alter Bär wäre fast verhungert.

Biologen entfernten einen durchsichtigen Plastikbehälter vom Kopf des Tiers, der dort seit mindestens zehn Tagen feststeckte. Das sechs Monate alte Bärenjunge hatte seinen Kopf beim Durchstöbern von Müll in den Behälter gesteckt und war ihn dann nicht mehr losgeworden. Dadurch konnte das Tier keine Nahrung oder Flüssigkeit mehr zu sich nehmen und stand kurz vor dem Verhungern.

Biologen mussten zunächst die Bärenmutter betäuben, um an deren Junges heranzukommen. Die betäubte Mutter wurde dann in eine Falle gelegt, wohin ihr ihre Jungen folgten. Als sie wieder zu sich kam und ihre Kinder säugte, wurde die Bärenfamilie in ein weniger dicht besiedeltes Gebiet im Nationalforst Ocala gebracht. (bru/dapd)>

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n-tv online, Logo


Russland 2.9.2010: Bär folgt seiner Nase und wird in einer Kantine gefüttert

aus: n-tv online: Panorama: Erst essen, dann fliehen: Hungriger Bär stürmt Kantine; 2.9.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Hungriger-Baer-stuermt-Kantine-article1405676.html

<Ein hungriger Bär hat die Kantine einer russischen Fabrik gestürmt und sich von den Köchen füttern lassen. Wie die Zeitung "Twoij Den" berichtete, war das Tier offenbar seiner Nase gefolgt und in das Restaurant eines Betriebs in der Ural-Region Swerdlowsk eingedrungen. Die Angestellten fütterten den ausgehungerten Bär zunächst aus Mitleid mit Brot und Gebäck, bevor sie Wildhüter und Polizei informierten.

"Der Bär hat gespürt, dass die Uniformierten hinter ihm her waren und sich auf einen Baum gerettet", berichtete ein Augenzeuge. Anschließend habe das Tier die Flucht ergriffen und seine Verfolger erfolgreich abgeschüttelt.

Nahrungsmangel treibt Russlands Bären immer häufiger in die menschlichen Siedlungen. Mitte August wurde ein 60-jähriger Mann auf der Pazifikinsel Sachalin von einem Bären getötet. Im Oktober 2008 hatten dutzende ausgehungerte Braunbären zwei südsibirische Dörfer mehrere Wochen hinweg terrorisiert und schließlich zu Ausgangssperren gezwungen.

AFP>

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20 minuten online, Logo

Bern 19.10.2010: Zwei Millionen Besucher in einem Jahr - der Bärenpark in Bern ist ein Renner

Seit die Bären in Bern vom "Bärengraben" in ein natürliches Gelände umgesiedelt wurden, ist der "Bärenpark" eine viel besuchte Attraktion. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: 1 Jahr Bärenpark: Ein Schreckmometn und Millionen Besucher; 19.10.2010;
http://www.20min.ch/news/bern/story/Ein-Schreckmoment-und-Millionen-Besucher-25914241

<von Nina Jecker
- In nur einem Jahr hat sich der neue Bärenpark zum Touristenmagnet gemausert. Jetzt feiert er Jubiläum - und hat bereits eine bewegte Zeit hinter sich.

Urs und Berna haben sich im neuen Bärenpark gut eingelebt, wie diese Aufnahmen vom 19. Oktober 2010 zeigen.
Urs und Berna haben sich im neuen Bärenpark gut eingelebt, wie diese Aufnahmen vom 19. Oktober 2010 zeigen.Bildstrecke nochmals anschauen
«Fantastisch», nennt Gemeinderat Reto Nause das erste Jahr Bärenpark. «Wir wollten einem Wahrzeichen neuen Charme einhauchen und entstanden ist eine Attraktion, die in der touristischen Champions-League spielt.» Tatsächlich: Mit zwei Millionen Besuchern in nur einem Jahr braucht sich der Park im internationalen Vergleich nicht zu verstecken. So verzeichnet der Bundestag in Berlin zwei bis drei Millionen Touristen und auf den Eiffelturm wollen jährlich rund sechs Millionen.


In Bern bekamen Schaulustige von Anfang an einiges geboten: Kaum eröffnet, sprang ein verwirrter Mann in den Park und wurde von Bär Finn attackiert. Nur ein Schuss von der Polizei konnte das Tier stoppen. Nach der Winterruhe dann die süsse Überraschung – Björk hatte zwei Junge geboren. Die drolligen Bärenbabys Urs und Berna bescherten der Bundesstadt weitere Touristenmassen. Im Frühling 2010 dann wieder Schreckmomente: Eine Katze musste aus der Anlage befreit werden. Wenige Tage danach das Unglück um eine Elfjährige, die beim Park in die Aare stürzte und weggerissen wurde. Ein Anwohner rettete sie.

Der Bärenpark übte auch auf die Politik eine hohe Anziehungskraft aus. Sei es zum kulinarischen Angebot, der Sicherheit oder dem Behindertenlift: Die Vorstösse kamen von links bis rechts.

Bei der Jubiläums-Feier hält man sich aber zurück: «Der Park läuft wie der Teufel, Werbung ist unnötig», so Nause. All jene, deren gespendeter Pflasterstein erst diesen Herbst verlegt wurde, gibt es am Montag aber einen Apéro.>

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n-tv online, Logo

12.5.2011: Heilmittel Bärengalle: <Grausames Geschäft mit Bärengalle: Vietnam greift durch>

aus: n-tv online; 12.5.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Vietnam-greift-durch-article3311976.html

[Fototexte]: <Tierquälerei: Ein Kragenbär hockt in einer Farm in Hanoi in seinem engen Käfig. Pulver aus Bärengalle aus Nordkorea: Bärengalle als Heilmittel ist in Asien nach wie vor so populär, dass der illegale internationale Handel damit blüht (hier sind Gallenblasen aufgehängt).>

[Der Artikel]:

<Für die Bären ist es eine Qual - die Entnahme von Gallenflüssigkeit. In vielen asiatischen Ländern gilt dieser Saft aber als Heilmittel. Vietnam will dem Bärengallen-Tourismus nun ein Ende bereiten. Doch der Handel mit dem Extrakt floriert.

Vietnam erhöht den Druck im Kampf gegen das grausame Geschäft mit der Bärengalle. Die Flüssigkeit wird den Bären entnommen und bereits seit über 3000 Jahren in der chinesischen Medizin genutzt. Sie soll vor allem gegen Leberkrankheiten helfen.

Das Nationale Amt für Tourismus hat nun Leitlinien herausgegeben, wonach Reiseunternehmen ihre Lizenz verlieren könnten, falls sie "Bärengallen-Ausflüge" anbieten. Die Welttierschutzgesellschaft (WSPA) begrüßt dieses Vorhaben - doch ein Ende des lukrativen Geschäfts ist wohl noch nicht in Sicht. "Es bringt Profit", sagte Nguyen Manh Cuong vom vietnamesischen Tourismus-Amt.

Nie verheilende Wunde

Als "Hot Spot" für die Bärengallen-Reisen gilt der WSPA zufolge die vietnamesische Urlaubshochburg Ha Long. Pauschaltouristen - vor allem aus Südkorea - bekommen bei entsprechender Buchung die Live-Entnahme von Galle geboten. Außerdem können sie die Flüssigkeit kaufen und illegal in ihr Heimatland einführen. Ein Milliliter lässt sich in manchen Gegenden schon für einen Dollar kaufen.

Die Entnahme der Gallenflüssigkeit ist für die Bären, deren Käfige häufig nicht größer als Telefonzellen sind, schmerzhaft. Bis zu dreimal täglich wird ihnen laut WSPA der Saft abgezapft - aus einer Wunde, die man oft nicht verheilen lässt. Die Tiere leiden daraufhin häufig an schweren Infektionen. In vielen Fällen verenden sie.

Der Unsitte ein Ende setzen

WSPA-Projektleiter Dave Eastham begrüßt, dass Hanoi härter gegen die Reiseunternehmen durchgreifen will. "Das sind fantastische Neuigkeiten", sagte er. "Vietnam ist bislang das einzige Land, das dieser Unsitte ein Ende setzen will." In Südkorea und China hingegen seien Bärenfarmen weiter legal. Mehr als 12.000 Bären befinden sich laut WSPA in asiatischen Farmen in Gefangenschaft.

Vietnam hat sich bereits 2005 zu einer schrittweisen Abschaffung dieser Einrichtungen entschlossen. Auf Initiative des Ministeriums für Landwirtschaft wurden rund 4000 in Gefangenschaft lebenden Bären Mikrochips eingepflanzt, um ihren Bestand zu kontrollieren. Dennoch durften die Farmer ihre Tiere als Touristenattraktion behalten. 2009 wurde schließlich eine Gesetzesnovelle auf den Weg gebracht, die das Halten geschützter Arten zu kommerziellen Zwecken verbietet. Doch immer wieder entdecken Tierschützer illegale Farmen.

Und auch der illegale internationale Handel mit Bärengalle blüht in Asien. Das sei verheerend für die bedrohten asiatischen Schwarzbären und Malaienbären, schrieb jüngst die Organisation Traffic, die gegen den Schmuggel von Tieren und ihren Produkten kämpft. Mehr als 50 Prozent der Geschäfte mit traditionellen Heilmitteln in China, Hongkong, Malaysia, Birma und Vietnam führen nach Traffic-Angaben Bärengallensaft im Sortiment.

Von Marianne Brown, dpa>


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8.7.2011: <Erbgut-Analyse: Eisebären stammen von irischen Braunbären ab>

aus: Spiegel online; 8.7.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,772507,00.html

<Von Nicole Hulka

Sie gelten als Feinde - Braunbären und Eisbären bekämpfen sich in freier Wildbahn. Doch die Tiere haben ein Geheimnis: Sie paarten sich viel häufiger als angenommen, stellten Forscher nun fest. Ihr gemeinsamer Vorfahre lebte unlängst in Irland.

Eisbären und Braunbären kommen sich eigentlich ungern in die Quere: Treffen beispielsweise Grizzlys und Polarbären aufeinander, greifen sie sich oft an. Biologen begründen die Unterschiede beider Arten: Polarbären spalteten sich vor etwa 150.000 Jahren von den Braunbären ab - das bewies ein etwa 120.000 Jahre alter Eisbär-Kieferknochen. Das heißt, aus einer Tierart entwickelten sich über Tausende von Jahren zwei völlig ungleiche Bären.

Doch 2010 erlebten Forscher eine Überraschung: Sie entdeckten in Kanada einen sogenannten Pizzly-Bär mit weißem Fell und braunen Tatzen. Der Fund erregte unter Biologen enormes Aufsehen, denn er entpuppte sich als Kreuzung aus Grizzly und Eisbär, und zwar in zweiter Generation: Das bedeutet, die Mutter war bereits ein Mischling und der Vater ein Grizzly.

Immer wieder paaren

Wieso paarten sich die Tiere nun wieder und wahrscheinlich sogar schon über längere Zeit, obwohl sie sich eigentlich vor mehr als 100.000 Jahren auseinanderentwickelt haben? Wissenschaftler der Penn State University sind diesem Rätsel nachgegangen und haben dabei das Auftreten solcher Mischbären und die Evolution der Eisbären in ein völlig neues Licht gestellt: Beth Shapiro und ihre Kollegen fanden heraus, dass sich die eigentlich völlig verschiedenen Bären auch in den letzten 100.000 Jahren erfolgreich gepaart haben.

Die Biologen analysierten die Erbsubstanz DNA von mehr als 200 Braun- und Eisbären. Die Forscher stellten dabei fest, dass der weibliche Vorfahre aller noch lebenden Polarbären ein vor 9000 Jahren ausgestorbener Braunbär war. Er lebte in einer Population während der letzten Eiszeit, also vor 20.000 bis 50.000 Jahren in der Umgebung des heutigen Großbritanniens und Irland, wie die Wissenschaftler im Fachjournal "Current Biology" berichten.

Pizzly-Bär aus Kanada

Die Untersuchungsergebnisse von Shapiro und ihrem Team sind bahnbrechend, denn über die Evolution der vom aussterben bedrohten Eisbären war bislang wenig bekannt. Forscher betrachten Hybriden, also Kreuzungen aus zwei verschiedenen Tieren, zudem als problematisch und sprechen sich für deren Tötung aus. Auch der Pizzly-Bär aus Kanada wurde erlegt.

Kreuzungen könnten das Überleben der Tiere aufgrund ihrer völlig verschiedenen Art zu jagen und sich fortzubewegen gefährden, meinen Biologen. Die Unterschiede beider Tiere sind groß: Eisbären sind außerordentlich gute Schwimmer. Bis zu 700 Kilometer können sie am Stück zurücklegen , um Robben zu verfolgen. Der Braunbär hingegen ist ein Kletterer, der perfekt an die Jagd in den Bergen und Wäldern angepasst ist.

Mischen sich die Gene, könnte das die Jagdfähigkeit beider Tiere verschlechtern. Bei Hybriden konnte zudem beobachtet werden, dass sie zeugungsunfähige und unfruchtbare Nachkommen gebären - was bei beiden ohnehin schon geschützten Spezies problematisch wäre. Die Jungen können sich später nicht fortpflanzen und rauben den Elterntieren im Prinzip für die Aufzucht unnötig Kräfte.

Braunbären auf dem Eis

"Trotz dieser Unterschiede wissen wir, dass sich die beiden Spezies während der letzten 100.000 Jahre mehrmals gepaart haben", sagt Shapiro. Die Kreuzung scheint den Bären demzufolge nicht ausschließlich Nachteile gebracht zu haben.

Shapiro berichtet in ihrer Studie auch, dass bisherige Analysen des heutigen genetischen Materials von Polarbären zeigten, dass sich ihre Gene vor etwa 14.000 Jahren gemischt haben müssen. Ihre Vorfahren waren Forschern zufolge an der Küste Alaskas lebende Braunbären. "Der Braunbär hat sein Erbgut an das Erbgut der Polarbären weitergegeben", sagt Shapiro.

Die Forscher haben die sogenannte mitochondriale DNA (mtDNA) der Bären analysiert, die sich in den Zellorganellen beziehungsweise Mitochondrien der Tiere befindet - dieser Teil des Erbguts wird ausschließlich von den Muttertieren an den Nachwuchs weitergeben. Bis heute war den Wissenschaftlern jedoch unklar, wann genau die Eisbären ihre mtDNA in der heutigen Form erworben haben.

Braunes Fell wird weiß

Um den Stammbaum der Polarbären zurückverfolgen zu können, untersuchten Shapiro und ihre Kollegen die mtDNA von weltweit insgesamt 242 fossilen Bären aus den letzten 120.000 Jahren - darunter waren sowohl Braun- als auch Eisbären. Ebenso setzten die Biologen ihre Analysen ins Verhältnis zu den Veränderungen der Umwelt und des Lebensraums der Bären.

Sie entdeckten, dass der mütterliche Vorfahre des heutigen Eisbären ein irischer Braunbär war. Die genetischen Analysen von Shapiro und ihrem Team bewiesen, dass die mtDNA in heute noch lebenden Eisbären während der letzten Eiszeit im jetzigen Irland vor etwa 50.000 Jahren entstand. Eine in diesem Gebiet lebende, vor etwa 9000 Jahren ausgestorbene Population an Braunbären paarte sich demzufolge mit Eisbären.

Erderwärmung bringt Tiere näher zusammen

Laut Shapiro überlappten sich die Lebensräume der Braun- und Eisbären infolge des Klimawandels. In einer Wärmeperiode waren Eisbären infolge des schmelzenden Eises gezwungen, sich auf dem Festland Nahrung zu suchen. Umgekehrt verirrten sich Braunbären während Kälteperioden auch in das Jagdgebiet der Polarbären.

Die britisch-irische Eisdecke erreichte ihre höchste Ausdehnung vor etwa 20.000 Jahren. Die Gletscher reichten bis in das westliche Küstenflachwasser sowie von der Irischen See bis in die Keltische See. In dieser Zeit waren weite Teile des irischen Festlands aufgrund der Vereisung nicht bewohnbar und drängten Braunbären zu den Eisplatten auf dem Meer.

"Das Resultat war, dass die Tiere für längere Zeiten zusammentrafen und währenddessen sowohl ihre Umwelt als auch die Gene teilten", sagt Shapiro. Zum momentanen Zeitpunkt erwartet den Planeten laut Klimaexperten wieder eine Erwärmung. Die könne dazu beitragen, dass sich die Lebensräume der Braun- und Polarbären weiter überschneiden und es zu Kreuzungen kommt, so Shapiro.

Die neuen Erkenntnisse über die mtDNA des Eisbären können nun auch dazu beitragen, Lösungen zum Schutz des Eisbären zu verbessern und neu zu entwickeln. Die Ergebnisse von Shapiro und ihren Kollegen zeigen ebenso, dass die Hybriden, wie die aus Kanada, nun nicht zwingend getötet werden müssen - sondern, dass es vielleicht sogar klüger ist, sie ebenfalls zu schützen. Denn sie könnten durchaus dazu beitragen, das Überleben des Eisbären zu sichern.>

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6.12.2011: Bärengalle von einer "Bärenfarm" in Vietnam: <Gequälte Bären in Vietnam gerettet>

aus: 20 minuten online: Horror-Farm: Gequälte Bären in Vietnam gerettet; 6.12.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/12031929

<14 teils verletzte Bären wurden in Vietnam von einer Farm befreit. Tierquäler hatten den hilflosen Tieren die Galle entzogen. In Vietnam werden tausende Mondbären gefangen gehalten.

Tierschützer haben 14 teils verletzte Mondbären in Vietnam aus der Gefangenschaft befreit. Die Tiere wurden in einer Farm im Süden des Landes gehalten, wo ihnen in einem schmerzhaften Prozess Galle entzogen wurde, berichtete die Organisation Animals Asia Foundation (AAF) am Dienstag.

Bärengalle ist als Heilmittel in der traditionellen asiatischen Medizin begehrt, obwohl Ärzte die Wirkung bestreiten. Die Besitzer der Bärenfarm in der Provinz Binh Duong übergaben die Tiere nach eigenen Angaben freiwillig, nachdem sie über die Arbeit der Tierschützer im Fernsehen gehört hatten.

«Ich liebe Bären», sagte einer von ihnen, Nguyen Ngoc Tien. «Ich rufe andere Farmen auf, die Tiere auch abzugeben.» Die Bären werden jetzt in einer Tierschutzeinrichtung in der Nähe von Vietnam wieder aufgepäppelt. Viele hätten Verletzungen gehabt, die darauf hinweisen, dass sie mit Fallen in der Wildnis gefangen wurden, teilte die Organisation mit.

Tausende Bären in Gefangenschaft

Nach AAF-Schätzungen werden in Asien mehr als 14 000 Mondbären wegen ihrer Galle in Farmen gehalten. In Vietnam liegen sie meist in engen Käfigen. Die Tiere werden halbwegs betäubt, ehe die Gallenblase mit grossen Spritzen angestochen wird.

Das Geschäft ist zwar illegal, Tierschützern zufolge blüht der Schwarzmarkt aber. Nach Angaben der Regierung wurden 2005 rund 4200 Bären auf Farmen gehalten. Die Zahl ist angeblich um etwa 700 zurückgegangen, neuere Statistiken gibt es aber nicht.

(sda)>

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Der Standard online, Logo

19.3.2012: Heilungen von bärischen Wunden im Winterschlaf: Schussverletzungen und Bissverletzungen heilen sich von selbst ab

aus: Der Standard online: Phänomen: Heilung durch Winterschlaf; 19.3.2012;
http://derstandard.at/1331780076591/Phaenomen-Heilung-durch-Winterschlaf

<US-Forscher gingen den verblüffenden Selbstheilkräften ruhender Bären systematischer nach.

Ein noch nicht ganz wacher Braunbär im März. Begeben sich die Tiere mit infizierten Wunden im Herbst zur Ruhe, erwachen sie im März meist völlig geheilt.

London/Wien - In diesen Tagen und Wochen erwachen die Bären auch bei uns wieder langsam aus ihrem Winterschlaf. Ein wenig länger dauert es noch für ihre Verwandten in Übersee, die Amerikanischen Schwarzbären, die übrigens für die britische Armee unfreiwillig den Grundbestandteil der Bärenfellmützen liefern.

Doch nicht allen Schwarzbären geht es an den Kragen, im Gegenteil: Ein US-amerikanisches Zoologenteam um David Garshelis von der Universität Minnesota überwacht seit 25 Jahren das Verhalten und den Gesundheitszustand von rund 1000 der dunklen Gesellen und machte bei den Routinebeobachtungen eine verblüffende Entdeckung: Bären, die sich mit zum Teil stark infizierten Schuss- oder Bisswunden in den Winterschlaf begaben, erwachten im Frühling fast völlig geheilt.

Für eine Studie im Fachblatt "Integrative Zoology" gingen die Forscher dem Phänomen nun systematischer nach. Sie beobachteten an 14 Bären, die mit einem Peilsender ausgestattet waren, wie sich kleine Schnitte im Fell zwischen November und März entwickelten. Tatsächlich heilten die kleinen Wunden fast narbenfrei, es gab keine Anzeichen von Infektionen, und die Bären bildeten im neuen Gewebe sogar Haarfollikel aus.

Damit ist der Winterschlaf um ein Rätsel reicher, denn die Tiere verlieren trotz halbjähriger Ruhe auch keine Muskel- oder Knochenmasse. Das neu entdeckte Phänomen ist deshalb besonders interessant, weil es helfen könnte, die Wunden von bettlägrigen Personen zu heilen. Dazu müsste man aber noch klären, wie das die Bären genau machen. (tasch, DER STANDARD, 20.3.2012)


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Der Standard online, Logo

20.4.2012: Bären töten Wärterinnen in japanischem Zoo

aus: Der Standard online: Japanischer Zoo: Entlaufene Bären töteten zwei Wärterinnen; 20.4.2012;
http://derstandard.at/1334795741068/Japanischer-Zoo-Entlaufene-Baeren-toeteten-zwei-Waerterinnen

<In einem Zoo im Norden Japans standen mehrere Käfige offen - Lage auch nach Einbruch der Dunkelheit nicht im Griff.

Warum die Türen zu den Gehegen offen standen ist noch unklar. Zwei Wärterinnen starben. Bislang wurden sechs Bären erschossen.

Tokio - Mehrere aus ihren Gehegen in einem japanischen Tierpark entkommene Bären haben am Freitag zwei Wärterinnen getötet und die Menschen in der Umgebung in Angst und Schrecken versetzt. Bis Anbruch der Dunkelheit wussten Jäger und Polizei noch nicht einmal, wie viele der insgesamt 38 Bären ausgebrochen waren. Glücklicherweise war der Tierpark in der Präfektur Akita im Norden der Hauptinsel Honshu für den Winter geschlossen.

Auf dem verschneiten Gelände des Bärenparks Hachimantai standen am Freitag mehrere Käfige offen. Aus Angst vor Angriffen trauten sich die per Notruf herbeigerufenen Einsatzkräfte aber stundenlang nicht auf das Gelände. Erst am Abend bargen sie die Leichen von zwei Frauen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Vermutlich handelt es sich dabei um zwei Wärterinnen. Ihr Kollege konnte sich am Morgen gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Sechs Bären getötet

Die Polizei rief alle Anrainer auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Bis zum Abend töteten Jäger sechs der entlaufenen Tiere. Sie hielten sich nach Angaben des Polizeisprechers innerhalb des umzäunten Geländes auf. Bei den meisten Bären in dem Park handelt es sich um Braunbären. Während der wärmeren Perioden ist der Bärenpark bei Touristen sehr beliebt, vor allem, weil hier das Füttern der Raubtiere ausdrücklich erlaubt ist. (APA, 20.4.2012)>

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China 25.4.2012: Bärengalle gegen Augen- und Leberbeschwerden von gefolterten Bären in der chinesischen Medizin

aus: 20 minuten online: Begehrter Gallensaft: Das grausame Leiden der Bären für die Medizin;
http://www.20min.ch/wissen/news/story/Das-grausame-Leiden-der-Baeren-fuer-die-Medizin-24671641

Zusammenfassung:



<Ein Arbeiter des pharmazeutischen Unternehmens Guizhentang in der chinesischen Provinz Fujian entnimmt am 22. Februar einem Bären den Gallensaft. Die Tiere müssen in engen Käfigen ausharren, bis die qualvolle Prozedur vorüber ist. 470 Bären leben hier auf engstem Raum. Das Pharmaunternehmen Guizhentang möchte seine Bärenfarm auf 1200 Tiere aufstocken. Doch die Haltung und die Praktiken der Gewinnung der Bärengalle stossen in China und international auf grosse Kritik. Jetzt will der Pharmakonzern den Börsengang wagen, doch chinesische Künster, Schriftsteller, Intellektuelle und andere Prominente fordern in einer Petition, diesen dem Unternehmen zu vebieten.>

Der Artikel:

<Für die traditionelle chinesische Medizin ist die Bärengalle ein Wundermittel. Um das «flüssige Gold» den Tieren zu entziehen, müssen diese schmerzvolle Qualen durchstehen. Jetzt regt sich Widerstand gegen die umstrittene Praktik.

In China leiden etwa 10 000 Bären Höllenqualen für die traditionelle Medizin. Viele Menschen halten die flüssige Bärengalle für ein wahres Wundermittel, doch nun regt sich Widerstand gegen die brutalen Praktiken an den Tieren.

In China wachse der Unmut über das Abzapfen von Gallenflüssigkeit bei lebendigen Bären, wie ein Forscher-Team um Qiang Weng von der Universität für Forstwirtschaft in Peking am Mittwoch im Fachblatt «Nature» schrieb.

Mit einer Nadel ziehen die Mitarbeiter spezieller Bären-Farmen die Flüssigkeit aus der Galle der lebendigen Tiere. «Eine schmerzhafte und erschreckende Prozedur», heisst es in dem Artikel.

Die begehrte Substanz ist mittlerweile auch künstlich im Labor herstellbar - viele Reiche wollen dennoch das echte «flüssige Gold». Für einige Firmen sei das Motivation genug, die Tierquälerei zu unterstützen.

Bärenfarmen verbieten

Die Tierschutzorganisation Animal Asia Foundation kämpft den Forschern zufolge seit zehn Jahren gegen das Geschäft mit dem Gallensaft der Bären: «Jetzt bekommt sie starke öffentliche Rückendeckung.»

Das Team fordert in seinem Artikel, China müsse Ersatzprodukte stärker bewerben und die Bevölkerung besser aufklären. Ausserdem solle ein Tierschutzgesetz erlassen werden, das eventuell sogar die Bären-Farmen verbiete.

Auch in Vietnam gilt die Gallenflüssigkeit von Bären als Heilmittel. Dort gefährdet aktuell ein Bauprojekt ein Schutzprogramm für Bären, die von einer der sogenannten Galle-Farmen befreit wurden.>

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Weisser Bär, Braunbär, Schwarzbär:

Der
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24.7.2012: Der Bär kreuzte sich mehrmals und passte sich jeweils dem Klima an

aus: Der Standard online: Das braune Erbe der Eisbären; 24.7.2012;
http://derstandard.at/1342947541893/Das-braune-Erbe-der-Eisbaeren

<Klaus Taschwer

Beten, dass es wieder kälter wird. Eisbären sind eine viel ältere Erfindung der Evolution als gedacht. Doch immer wenn es warm wurde, gingen ihre Zahl und ihre Größe zurück.

DNA-Analysen lassen vermuten, dass sich Eisbären vor vier bis fünf Millionen Jahren von Braunbären abgetrennt haben. Dennoch dürfte es immer wieder zu einem genetischen Austausch (hier als graue Zonen dargestellt) zwischen den beiden Arten gekommen sein. Die Untersuchung von nur über die Mütter weiter gegebene mitochondriale Erbanlagen (punktierte Linien) zeigt, dass zumindest einmal vor rund 160.000 Jahren (hier mit einem x markiert) Mitochondrien-DNA des Eisbären durch jene des Braunbären ersetzt worden sein dürfte.

DNA-Analysen zeigen, dass der Eisbär sich schon vor vier Millionen Jahren vom Braunbären abspaltete - Seitdem kam es zu Warmzeiten immer wieder zu Kreuzungen.

Sie sind perfekt an ihre eisige Umwelt angepasst: Das Fell und die bis zu zehn Zentimeter dicke Fettschicht darunter isolieren den Eisbären so gut, dass Infrarotaufnahmen der weißen Riesen praktisch unmöglich sind. Weiß erscheinen Eisbären vor allem deshalb, weil ihre äußeren Fellhaare hohl sind, was für noch mehr Wärmedämmung sorgt.

Das sind noch längst nicht alle Besonderheiten, die den Eisbären von seinen nächsten Verwandten - dem Braunbären und dessen großen arktischen Unterarten wie dem Grizzly - unterscheiden. Dennoch schienen erste DNA-Analysen darauf hinzudeuten, dass der Eisbär eine relativ junge, gerade einmal 160.000 Jahre alte Erfindung der Evolution ist.

Eine neuere Studie im Fachblatt Science im April datierte die Aufspaltung von Eis- und Braunbären etwas weiter zurück, nämlich auf 800.000 Jahre. Doch selbst das dürfte viel zu kurz gegriffen sein, wie die bisher umfassendste vergleichende Erbgutanalyse von 28 verschiedenen Bären zeigt. Demnach gingen die Braun- und die Schwarzbären bereits vor rund fünf Millionen Jahren getrennte Wege. Wenig später bereits spalteten sich dann die Eisbären von den Braunbären ab, schreibt ein internationales Forscherteam um Charlotte Lindqvist (Uni Buffalo) im Fachblatt PNAS. Damit hätten die Eisbären viel länger Zeit für ihre Anpassungen an das Leben in den Polarregionen gehabt.

Neue Eisbären-Urmutter

Wie aber kam es, dass man sich beim genetischen Alter der Eisbären zunächst so sehr verschätzte? Das lag daran, dass zuerst bloß die sogenannte mitochondriale DNA analysiert wurde, die sehr viel kleiner ist als jene des Zellkerns und bloß mütterlich vererbt wird. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass vor rund 160.000 Jahren die Population sehr stark zurückging, sich die Tiere nolens volens mit Braunbären paarten - und eine Braunbärin zur neuen Urmutter der nachfolgenden Eisbärengenerationen wurde.

Für Charlotte Lindqvist zeigen die neuen Daten außerdem, wie sich die Klimageschichte ins Genom der Eisbären einschrieb: "Als es kälter wurde, nahm die Anzahl der Bären zu, und sie wurden größer." In Warmzeiten passierte das Gegenteil. Sind die Eisbären also womöglich besser auf den Klimawandel vorbereitet als bisher gedacht? Die Biologin ist skeptisch.

Einerseits deute die sehr viel längere Entwicklungsgeschichte zwar darauf hin, dass die Tiere schon öfter Warmzeiten überstanden. Andererseits dürften Eisbären knapp am Aussterben vorbeigeschrammt sein, was ihre genetische Diversität stark einschränkte, so Lindqvist. "Und deshalb reagieren sie heute wahrscheinlich sehr viel empfindlicher auf Veränderungen des Klimas als früher." (Klaus Taschwer, DER STANDARD, 25.7.2012)>

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Der
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18.5.2013: Eingewanderte Seeforelle verdrängt die angestammte Forelle - und der Grizzly verschmät die eingewanderte Seeforelle - und geht auf Wapitis

aus: Der Standard online:
Yellowstone-Park: Eingewanderte Forelle bedroht junge Hirsche;
http://derstandard.at/1363711042981/Yellowstone-Park-Eingewanderte-Forelle-bedroht-junge-Hirsche

<Nachdem der Grizzlybär die eingewanderte Seeforelle verschmäht, muss er sich jungen Wapitis als Hauptnahrungsquelle zuwenden.

Indirekter Effekt: Grizzlybären verschmähen neue Fischart und konzentrieren sich verstärkt auf junge Wapitis - Dies könnte gesamtes Nahrungsnetz verändern.

London - Eine verhältnismäßig kleine Veränderung in der Artenzusammensetzung des amerikanischen Yellowstone-Nationalparks hat weitreichende Folgen für das gesamte Ökosystem der Region: Nachdem eine eingewanderte Forelle die angestammte Forellenart aus dem Yellowstone-See weitgehend verdrängt hat, droht in der Folge dem Nachwuchs von Hirschen Gefahr. Schuld ist ein indirekter Effekt, wie US-Biologen berichten: Die ursprüngliche Forellenspezies stellte die Haupt-Nahrungsquelle von Grizzlybären dar; die neue Fischart dagegen verschmähen sie. Dadurch konzentrieren sich die Bären verstärkt auf junge Wapitis, eine nordamerikanische Hirschart.

Die im Yellowstone-See heimische Cutthroat-Forelle (Oncorrhynchus clarkii) war bis Ende der 1980er-Jahre ein wichtiger Fett- und Energielieferant für die Bären, schreibt ein Team um Arthur Middleton von der Universität von Wyoming in Laramie (USA) in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Mittlerweile hat jedoch die eingewanderte amerikanischen Seeforelle (Salvelinus namaycush) die Cutthroat-Forelle verdrängt. In vielen Zuläufen des Sees, in die die Cutthroat-Forelle früher zum Laichen aufstieg, ist ihre Zahl demnach inzwischen bis auf ein Zehntel gefallen. Die Seeforelle schwimmt dagegen nicht in die Bäche, sondern legt ihre Eier am Seegrund ab.

Grizzlys ändern Speiseplan

In der Folge haben die Grizzly-Bären ihre Ernährung umgestellt. Wie Spuren und andere Analysen zeigen, jagten sie in den vergangenen Jahren vermehrt junge Wapitis. Dadurch ist deren Zahl bereits zwischen vier und 16 Prozent zurückgegangen. Auf die gesamte Wapitipopulation führte dies zu einen Rückgang von zwei bis elf Prozent.

Die Verschiebung des Nahrungsspektrums der Bären könnte zu einer dauerhaften Veränderung des gesamten Nahrungsnetzes im Yellowstone-Park und darüber hinaus führen, schließen die Forscher. Es zeige sich hier zudem, wie stark die meist getrennt betrachteten Ökosysteme von See und Land zusammen wirken und sich beeinflussen könnten. (APA/red, derStandard.at, 18.05.2013)

Abstract
Proceedings B: "Grizzly bear predation links the loss of native trout to the demography of migratory elk in Yellowstone">

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Russland 27.11.2013: Hungrige Bären auf der Kamtschatka-Halbinsel zum Abschuss freigegeben

aus: Tiere Russland: Kein Winterschlaf: Russische Region gibt Bären zum Abschuss frei; 27.11.2013;
http://www.n-tv.de/ticker/Kein-Winterschlaf-Russische-Region-gibt-Baeren-zum-Abschuss-frei-article11807576.html

<Moskau (dpa) - Wer nicht schläft, muss sterben: Die Behörden auf der russischen Pazifik-Halbinsel Kamtschatka haben Braunbären zum Abschuss freigegeben, die aus Hunger noch keinen Winterschlaf halten. Die Bären kämen auf der Suche nach Nahrung den Menschen oft gefährlich nahe, sagte ein Sprecher der Forstbehörde. In diesem Jahr habe es in den Flüssen auf Kamtschatka zu wenig Fische und in den Wäldern zu wenig Zapfen und Beeren gegeben. Mehrmals waren Bären sogar im Zentrum der Regionshauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski gesehen worden.

Quelle: n-tv.de , dpa>

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Basler Zeitung
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10.4.2014: Streit um Bären zwischen Lindt und Haribo

aus: Basler Zeitung online: Bissige Lindt-Anwälte gegen «niedrigpreisige» Haribo-Bären; 10.4.2014;
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Bissige-LindtAnwaelte-gegen-niedrigpreisige-HariboBaeren/story/15341060

<Der Gummibär-Hersteller Haribo will keine Konkurrenz durch die Lindt-Schokobären. Morgen dürfte der Streit entschieden werden – die Anwälte können sich Seitenhiebe nicht verkneifen.

m Supermarktregal stehen sie in der Weihnachtszeit friedlich nebeneinander: Die Haribo-Goldbärchen und die Schoko-Teddys von Lindt & Sprüngli. Doch zwischen den Herstellern tobt schon seit Jahren ein Streit. Denn Haribo sieht durch die Schokoladenbären des Schweizer Herstellers seine jahrzehntealten Markenrechte verletzt und will die Teddys verbieten lassen.

Morgen dürfte das Kölner Oberlandesgericht sein Urteil im Goldbärenstreit verkünden. Es ist ein Streit, der nicht nur Schokoladen- und Fruchtgummiliebhaber bewegt, sondern auch Juristen.

Es geht um Neuland: Denn geschützt ist bei Haribos Goldbären der Markenname. Die Frage ist nun, ob diese Markenrechte von einem Produkt wie Lindt & Sprünglis Schokoladen-Teddy verletzt werden - die Figur stellt zwar einen goldenen Bären dar, heisst aber anders. Letztinstanzlich wurde das noch nie geklärt.

Hochwertiger Schokobär gegen billiges Naschzeug

Für die Haribo-Rechtsanwälte steht fest: «Es kann nur einen Goldbären im Süssigkeitensegment geben.» Lindt & Sprüngli sieht dagegen keine Verwechslungsgefahr. Schliesslich handele es sich bei dem einen Produkt um «niedrigpreisige Naschware im Beutel», beim anderen um hochwertige Schokoladenprodukte aus dem gehobenen Preissegment, wie die Rechtsanwälte des Kilchberger Chocolatiers nicht ohne Seitenhieb auf die Konkurrenz argumentieren.

 
 

In erster Instanz hatte sich Ende 2012 vor dem Kölner Landgericht Haribo durchgesetzt. Dennoch sind die Aussichten für Lindt nicht schlecht, das Blatt in der zweiten Instanz zu wenden.

Schon bei der mündlichen Verhandlung im März signalisierte der 6. Zivilsenat in einer vorläufigen Einschätzung, dass er in den Lindt & Sprüngli-Teddys keine Verletzung der Markenrechte von Haribo erkennen könne.

Wer den Teddy sehe, denke wohl eher an den ähnlich gestalteten Lindt & Sprüngli-Goldhasen, als an die Gummibären aus Bonn, sagte der Vorsitzende Richter Hubertus Nolte.

Konzerne wollen durch alle Instanzen gehen

Doch egal, wie die Entscheidung des Kölner Oberlandesgerichts am Ende ausfällt: Das letzte Wort wird auch dies nicht bleiben. Haribo und Lindt & Sprüngli sind sich darüber einig, dass das Verfahren unabhängig von der Entscheidung der Kölner Richter durch alle Gerichtsinstanzen getrieben werden soll, um endlich Rechtssicherheit zu schaffen.

Doch auch im Bärenstreit wird nichts so heiss gegessen, wie es gekocht beziehungsweise in die Bärchen-Formen gegossen wird. Denn Haribo und die Kilchberger haben sich bereits vor dem ersten Urteil aussergerichtlich darauf verständigt, dass die Chocolatiers ihre Teddys auf jeden Fall bis zur Entscheidung in letzter Instanz weiter verkaufen dürfen. Und damit ist wohl nicht vor Ende 2015 zu rechnen. (kle/sda)>


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Finnland 9.7.2017: Wenn Bären vor einem Haus auftauchen - mit dem Schrubber verhagen
Finne
verjagt Bär mit Schrubber - VIDEO
https://de.sputniknews.com/videoklub/20170709316529121-finne-verjagt-baer-mit-schrubber-video/

<Ein Bär tauchte in Finnland plötzlich bei einem Wohnhaus auf. Der Bewohner des Hauses in der Nähe der Stadt Kuusamo (im Osten des Landes), Juho Liikanen, der das Tier bemerkte, ließ sich nicht erschüttern.

Das Tier war wohl auf Nahrungssuche von einer Mülltüte angelockt worden. Der Finne ignorierte alle Verhaltensregeln für solche Situationen, schrie den Bären an und verjagte ihn mit einem Schrubber, meldet das lokale Portal yle.fi.>



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