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Landwirtschaft - allgemeine Angaben

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24.8.2012: <Nützlinge und Schädlinge> - der Industrie-Mensch macht sich die Plagen meistens selbst

aus: Planet Wissen online; 24.8.2012;
http://www.planet-wissen.de/natur_technik/insekten_und_spinnentiere/kaefer/nuetzlinge_und_schaedlinge.jsp

<Guter Käfer - schlechter Käfer? Ob ein Käfer als nützlich oder schädlich gilt, hängt ganz von der Betrachtungsweise ab. Und die des Menschen ist meist eine wirtschaftliche. Werden ganze Ernten vernichtet, ist dies ein Schaden. Betätigen sich Käfer in der Abwehr anderer Schädlinge wie Läuse oder Schnecken, gelten sie als nützlich. Doch ganz so einfach ist es nicht - und oft legt der Mensch selbst die Grundlage für massenhafte Schäden.

Ökologische Vielfalt

Käfer besiedeln nicht nur fast alle Lebensräume der Erde, sie haben auch unterschiedlichste ökologische Nischen erobert. Sie ernähren sich pflanzlich oder tierisch, sie fressen Aas oder leben räuberisch. Sie leben auf der Erde, unter der Erde, in Pflanzen und im Wasser. Jede der Arten hat ihre Rolle und ihren Platz im Naturhaushalt. Doch so manch eine Lebensweise bestimmter Käferarten kommt uns Menschen sehr zupass - was vielfach genutzt wird und in manchen Fällen das ökologische Gleichgewicht stört.

Marienkäfer haben Blattläuse zum Fressen gern

Die Nützlinge

Zu den Käfern, deren Nutzen direkt sichtbar ist, gehören beispielsweise Glühwürmchen und Feuerkäfer. Die Larven der Glühwürmchen ernähren sich gerne von Schnecken, sogar von Nacktschnecken, die andere Tiere links liegen lassen. Sie lähmen ihre Beute mit Gift, ziehen sie in ihr Versteck und vertilgen sie. Die Larven der Feuerkäfer, die unter der Rinde von Bäumen leben, fressen die Larven des gefürchteten Borkenkäfers. Der bekannteste und beliebteste Nützling unter den Käfern ist sicherlich der Marienkäfer. Sein Heißhunger auf Läuse macht ihn zum gern gesehenen Gast in der Landwirtschaft und in Gärten. Bis zu 40.000 der kleinen Plagegeister kann ein Marienkäfer in seinem Leben vertilgen. Kein Wunder, dass er inzwischen gezielt als biologischer Schädlingsbekämpfer eingesetzt wird.

Der Asiatische Marienkäfer ist recht aggressiv

Vom Nützling zum Schädling: Marienkäfer

Um die Blattlausbeseitigung noch effektiver zu machen, wurde in Europa Ende des 20. Jahrhunderts der Asiatische Marienkäfer eingeführt. Diese Art der Marienkäfer, erkennbar an den 19 Punkten und einem "W" auf dem Halsschild, vermehrt sich sehr schnell und frisst etwa fünfmal so viel wie der europäische Siebenpunkt-Marienkäfer. Sind die Blattläuse aufgezehrt, nimmt der Asiatische Marienkäfer auch gerne Obst, Gemüse, Getreide oder die Larven anderer Marienkäfer zu sich. Nicht einmal vor dem Menschen macht er Halt: Die recht aggressiven kleinen Tiere beißen und mögen auch menschliches Blut. Inzwischen richtet der Asiatische Marienkäfer Schäden im Weinbau an, da durch seinen Abwehrstoff so manch ein Wein ungenießbar wird. Obstbauern beklagen sich über angefressene Früchte, die für den Verkauf unbrauchbar sind und so manch ein Hausbesitzer beherbergt unfreiwillig die Käfer, die sich in Massen in Ritzen einnisten können, um dort zu überwintern. Inzwischen bestehen auch Befürchtungen, der Asiatische Marienkäfer könne die europäischen Arten verdrängen.

Der Kartoffelkäfer war ursprünglich relativ harmlos

Eingeschleppter Schädlinge

Heute ist der Kartoffelkäfer vor allem dafür bekannt, dass er in kürzester Zeit ganze Kartoffelernten vernichtet. Dabei war der Käfer, der aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Colorado stammt, ursprünglich relativ harmlos. In seiner Heimat ernährte er sich vom Stachel-Nachtschatten und stellte kein großes Problem dar. Doch dann kamen die europäischen Siedler und brachten die Kartoffel mit. Mit dem großflächigen Anbau schlug die Stunde des "Colorado Beetle", der sich von nun von dem für ihn neuen Nachtschattengewächs ernährte und prächtig gedieh. Von den USA aus gelangten Kartoffelkäfer in den 1870er Jahren nach Europa, wo sie bereits wenig später erste große Schäden anrichteten. Heute sind die Ernteschädlinge bis Asien verbreitet. Für große Ernteschäden sorgt auch der aus den USA stammende Maiswurzelbohrer, der mit dem vermehrten Maisanbau in Europa beste Lebensbedingungen vorfindet.

Für den gesunden Wald wichtig: der Borkenkäfer

Borkenkäfer

Auch wenn sein Ruf nicht der beste ist: Borkenkäfer gehören eigentlich nicht zu den Schädlingen im Wald. Ist der Wald gesund, spielen sie als Destruenten eine wichtige Rolle im Ökosystem, das heißt sie zersetzen organisches Material. Nur wenige Borkenkäferarten wie der Buchdrucker sind in der Lage, lebende Bäume so weit zu schädigen, dass diese absterben. Buchdrucker und Kupferstecher gehören zu den Rindenbrütern, die sich von den saftführenden Schichten ernähren und die Bäume damit zum Absterben bringen. Wird ein Kupferstecher-Befall bemerkt, ist es für den Baum meist zu spät. Problematisch wird es, wenn die Borkenkäfer sich explosionsartig vermehren. Dann können sie großen wirtschaftlichen Schaden im Wald anrichten. Betroffen ist auch gelagertes Holz, das durch den Befall stark an Wert verliert. Begünstigt wird die Ausbreitung des Borkenkäfers vor allem durch Monokulturen.

Vorratsschädling bei Getreide: der Kornkäfer

Vorratsschädlinge

Unangenehm wird es, wenn Käfer sich in Vorratslagern oder gar in der Küche breitmachen: Reis-, Brot- Tabak- oder Museumskäfer fallen über Mehl, Getreide, Teigwaren, Tütensuppen, Kakao und Tee her, aber auch über tierische Produkte wie Leder und Fell. Manche der Vorratsschädlinge befinden sich schon beim Einkauf in der Packung, andere finden den Weg durch offene Fenster oder Türen. Wirklich verhindern lässt sich ein Befall durch die Vorratsschädlinge nicht, aber durch dichte Aufbewahrungsgefäße und regelmäßige Kontrollen des Inhalts lässt sich den Krabbeltieren das Leben schwermachen. Und im Falle eines Falles hilft nur: großzügig alles wegwerfen!

Martina Frietsch, Stand vom 24.08.2012>


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Schweizer Fernsehen online, Logo

4.11.2014: <«Trockenmauern», alles andere als trocken> - Pflanzen- und Tierwelt in der Trockenmauer

aus: Schweizer Fernsehen online; 4.11.2014;
http://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/trockenmauern-alles-andere-als-trocken

<Karin Salm

Die Kunst des Trockenmauerns wurde in prähistorischer Zeit erfunden. In den 1970er-Jahren geriet das Handwerk beinahe in Vergessenheit. Das neu erschienene, imposante Buch «Trockenmauern» gibt Einblick in eine Tradition, die die Landschaft geprägt hat. Zwei Kilo, die das Zeug zum Standardwerk haben.

Warum haben Menschen Steine zu Trockenmauern aufeinander geschichtet? Ganz einfach: Weil sie nicht mehr als Sammler und Jäger unterwegs waren, sondern sesshaft wurden und Landwirtschaft betrieben. Sie räumten die Steine von den Feldern und bauten daraus Mauern, um Weideland einzuzäunen, und Terrassen, um den steilen Flanken urbares Land abzutrotzen. Steine waren das einfachste, elementarste Baumaterial. Architekten und Baumeister waren nicht nötig, es reichte das Kollektiv.

Ein archaisches Handwerk

Das Trockenmauern ist also ein archaisches Handwerk, in dem eine Menge Erfahrungswissen steckt. Es entstehen einfache Formen und weil das Material aus der Region stammt, gliedern sich die Bauwerke selbstverständlich in die Landschaft ein und prägen diese gleichzeitig. Trockenmauern sind zudem ökologisch, bieten Flora und Fauna reichlich Platz. Und als Tüpfelchen auf dem «i»: Trockenmauern – seien es Weidemauern, Trullis oder Stützmauern – sind unglaublich schön.

«Im Trockenmauer-Handwerk gibt es kein moralisches Dilemma», schreibt der britische Spezialist Richard Tufnell in seinem Essay im Prachtsband «Trockenmauern». In den späten 1970er-Jahren hatte er in Schottland einen Hof gekauft. Eine Trockenmauer war zu restaurieren. Ein schier unlösbares Problem, beherrschte doch kaum jemand dieses alte Handwerk.

Dank Richard Tufnell hat sich das geändert: Er hat das beinahe verloren gegangene Wissen gesammelt, aufgeschrieben und weitergegeben. Auch in der Schweiz. Aus seinem Wissen hat die Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz nun das «Trockenmauern»-Buch gemacht: 470 Seiten dick und 2 Kilo schwer.

Hand und Hirn

Entstanden ist ein Standardwerk, das Einblick gibt in ein faszinierendes Handwerk, das nicht nur Kraft und Ausdauer fordert, sondern auch das Auge für die richtigen, passenden Steine und ein Wissen über Statik, Hangdruck und Reibungswinkel – fürs Trockenmauern sind Hand und Hirn gefragt.

Doch «Trockenmauern» ist viel mehr als eine Bauanleitung. Dieses grosse Buch entpuppt sich als wahre Schatzkammer. Rasch wird einem klar: In einer einfachen Trockenmauer steckt viel Kultur- , Bau- und Landwirtschaftsgeschichte.>

Links

Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz (Hrs.): «Trockenmauern.» Hauptverlag, 2014.



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24.10.2014: Ein Leben ohne kriminelle Pestizide und Gentech: <Video: BioPioniere erzählen – Der lange Weg zur gesunden Ernährung>

aus: Netzfrauen online; 24.10.2014;
http://netzfrauen.org/2014/10/24/video-biopioniere-erzaehlen-der-lange-weg-zur-gesunden-ernaehrung/

<Der Film „BioPioniere erzählen – Sechs Leben für die Zukunft” ist eine beeindruckende Dokumentation über die Anfänge des Ökolandbaus. Sechs Pioniere der ersten Stunde berichten über ihre Erlebnisse, ihre Motivation und ihre Vision für die Zukunft.

BioPioniere erzählen… Sechs Leben für die Zukunft

… ist ein Zeitdokument über das Leben und die Arbeit wichtiger Persönlichkeiten der Geschichte des ökologischen Landbaus. Sie schildern ihre Erlebnisse als Pioniere, erzählen von ihren Gedanken und ihrer Motivation, sich für den Ökolandbau einzusetzen. Eine spannende Geschichte und ein wertvoller Beitrag, um die Anfänge und den Ursprung der Bewegung zu bewahren.

In den rasanten Zeiten des Internets ist es ein „alter“ Bericht aus 2012, den wir hier für die Netzfrauenleser herausgesucht haben – aber er ist ermutigend und immer noch richtig. Denn das Ziel der Dokumentation, ein fundiertes Verständnis über Entstehung, Nutzen und Ziele der Biobewegung auch für Neulinge, aber auch Kunden zu ermöglichen, wird damit auch heute erfüllt.

Der Film auf Youtube, veröffentlicht von Traineeprogramm Ökolandbau für die www.biopioniere.net, feierte am 24.10.2012 bereits Premiere. Er zeigt in aller Deutlichkeit auf, dass ein Leben jenseits von Monsanto & Co. möglich ist.

Ob Demeter, Bioland oder andere ökologische Organisationen: ohne Menschen, wie die im Film interviewten sechs Pioniere, aus den Bereichen Erzeugung, Verarbeitung, Handel und Forschung, sowie aus Verbänden, gäbe es die Biobewegung wie wir sie heute kennen nicht.

Netzfau Andrea Escher

USA: Immer mehr Landwirte kehren Monsanto den Rücken

Unkrautresistenz als Antwort auf die Giftcocktails – Die Natur schlägt zurück!

Unglaublich! Staatliche Erpressung zugunsten Monsanto – US requires El Salvador to buy Monsanto’s GMO seeds or no aid money

Pestizide – „Mord auf Raten”! Die Macht der Agrarlobby!>

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