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Gartenbau: Meldungen 01
präsentiert von Michael Palomino
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Österreich 13.4.2023: Gräber sollen Gartenbeete werden:
Gemüse anbauen auf dem Friedhofhttps://orf.at/stories/3312496/
Wer ein Grab auf einem der 46 städtischen Friedhöfe hat, kann bald eigenes Biogemüse anbauen und ernten. In Zusammenarbeit mit der Firma Ackerhelden ist nun Urban Gardening auf dem Wiener Zentralfriedhof und dem Friedhof Südwest in Meidling möglich.Mehr dazu in wien.ORF.at
28.4.2023: Garten mit Strom = Elektrokultur = 300% mehr Ertrag
https://t.me/Ungeimpfte_Schweiz_kennenlernen/50991
Gartenschere 29.5.2023: Gartenschere scharf halten: Gut säubern - etwas schleifen - immer trocknen - trocken aufbewahre:
So bleibt die Gartenschere lange scharf
https://www.nau.ch/lifestyle/wohnen/so-bleibt-die-gartenschere-lange-scharf-66498070
Eine stumpfe Gartenschere kann das Schneiden von Blumen und Pflanzen zu einer mühsamen Aufgabe machen. Die regelmässige Pflege ist deshalb wichtig.
Eine Gartenschere ist ein unverzichtbares Werkzeug für jeden Gärtner oder Hobbygärtner. Sie ermöglicht das Schneiden von Blumen und Pflanzen, um sie in Form zu bringen und so für ein gesundes Wachstum zu sorgen.
Doch eine stumpfe Gartenschere kann diese Aufgabe zu einer mühsamen und ineffektiven Arbeit machen. Um sicherzustellen, dass Ihre Gartenschere scharf bleibt und länger hält, gibt es ein paar Dinge, die Sie tun können.
Reinigung
Das Reinigen nach jeder Verwendung ist ein wichtiger erster Schritt. Schmutz und Rückstände können sich auf den Klingen ansammeln und diese stumpf machen.
Verwenden Sie warmes Wasser und Seife, um Schmutz zu entfernen, und spülen Sie die Schere gründlich ab.
Verwenden Sie gelegentlich auch eine Drahtbürste, um hartnäckige Flecken zu entfernen. Achten Sie darauf, dass die Klingen vollständig trocken sind, bevor Sie die Schere wieder in die Aufbewahrung legen.
Schärfen
Das Schärfen ist eine weitere wichtige Massnahme, um sicherzustellen, dass die Schere scharf bleibt. Verwenden Sie dazu eine Feile oder einen Schleifstein, um die Klingen in einem Winkel von etwa 20 Grad zu schärfen.
Arbeiten Sie langsam und gleichmässig, um sicherzustellen, dass beide Klingen gleich geschärft sind. Testen Sie die Schärfe der Schere, indem Sie ein Blatt Papier schneiden.
Wenn es sauber durchschneidet, ist die Schere scharf genug für den Einsatz.
Lagerung
Die richtige Lagerung ist ebenfalls wichtig, um Verletzungen und Beschädigungen zu vermeiden. Bewahren Sie sie an einem trockenen und sicheren Ort auf, um Schäden und Rost zu vermeiden.
Verwenden Sie eine Schutzhülle oder eine Schachtel, um Ihre Schere zu schützen und sicherzustellen, dass sie nicht beschädigt wird.
Pflege lohnt sich langfristig
Eine gut gepflegte Gartenschere kann Ihnen helfen, Ihre Gartenarbeit effektiver zu gestalten und sicherzustellen, dass Ihre Pflanzen gesund und gepflegt bleiben.
Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Gartenschere richtig zu pflegen und zu schärfen, um das Beste aus diesem nützlichen Werkzeug und Ihrem Garten herauszuholen.
20.6.2023: Gartenbau ohne Pestizide: Beispiele:
Statt Massenproduktion von Lebensmittel mit viel Chemie! Landwirtschaft geht auch anders, ohne GVO und Pestizide!
https://netzfrauen.org/2023/06/20/gardening-3/#more-78545
Fruchtbare Ackerflächen und Wasser sind rare und begehrte Ressourcen, die weltweit immer knapper werden. Rasen ist heute ein fester Bestandteil und perfekt soll er ebenfalls sein. In Deutschland wächst auf etwa 1,8 Millionen Hektar Rasen, der in wertvolle Ackerflächen umgewandelt werden könnte. Denn Gras kann man nicht essen, und so gibt es weltweit Menschen, die eine Alternative zu Rasen für sich entdeckt haben. Ein neuer Trend zur Individualität trifft Nestlé, Unilever, Mondelez, General Mills oder Kraft Heinz gleichermaßen. Jungen Start-ups dagegen kommt er zugute. Gerade die Silicon-Valley-Milliardäre investieren lieber in „gesunde Ernährung“ statt Konzerne, die für ihr Junkfood bekannt sind. In den letzten Jahren hat die Landwirtschaft so etwas wie einen romantischen Glanz bekommen, was teilweise der wachsenden Beliebtheit der Regional- bzw. der Von-der-Farm-auf-den-Tisch-Bewegung und ihrem Widerhall in entsprechenden Lifestyle-Veröffentlichungen geschuldet ist. Gerade junge Menschen schließen sich zusammen und bauen ihr eigenes Gemüse an. Regionale Produkte kaufen, weniger Müll produzieren – das Umdenken hat bei vielen bereits begonnen. Die Supermärkte sind voll mit Lebensmitteln, aber es handelt sich hauptsächlich um Importe aus anderen Ländern, und es gibt nicht viele Sorten. Missbildungen, Krankheiten und Viehsterben, das ist der tatsächliche Preis von Glyphosat & GVO! Die Probleme der modernen Landwirtschaft sind nicht von der Hand zu weisen. Bio-Gemüse erfolgreich direkt vermarkten, auch das ist möglich. Dass man nicht dazu eine riesige Fläche braucht, zeigen wir Ihnen anhand von einigen Beispielen auf.Landwirtschaft geht auch anders, ohne GVO und Pestizide! Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not – Wir zeigen Ihnen anhand von einigen Beispielen auf, dass es möglich ist.
In nur 100 Jahren gingen auf Grund von Monokulturen über 75 Prozent der biologischen Vielfalt verloren. Pflanzen, Insekten und Organismen sind für die Nahrungsmittelproduktion von entscheidender Bedeutung, doch diese Artenvielfalt geht verloren. Die UN-Lebensmittelbehörde warnt deshalb vor der Bedrohung der weltweiten Nahrungsmittelproduktion durch mangelnde Artenvielfalt in der Umwelt.Ein neuer Trend zur Individualität trifft Nestlé, Unilever, Mondelez, General Mills oder Kraft Heinz gleichermaßen. Jungen Start-ups dagegen kommt er zugute. Gerade die Silicon-Valley-Milliardäre investieren lieber in „gesunde Ernährung“ statt Konzerne, die für ihr Junkfood bekannt sind.
- Mit Standorten in Kalifornien, Colorado, Illinois, Nevada, Tennessee, New York City und Texas wurde Lyfe Kitchen mit Sitz in Palo Alto im Jahr 2011 gegründet und es gewinnt seitdem immer mehr an Bedeutung und zahlreiche neue Investoren.
- Schulspeisungen sind bekanntlich weit davon entfernt, nahrhaft zu sein, aber Revolution Foods hat dies geändert. Dieses Unternehmen stellt pro Woche mehr als eine Million gesunde und frische Mahlzeiten her und serviert Lebensmittel, die frisch verarbeitet werden. Sie haben keinen Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt, künstliche Aromen oder Zusatzstoffe. Revolution Foods sorgt dafür, dass Kinder in der Schule eine angemessene Ernährung erhalten (insbesondere Kinder, die an kostenlosen und reduzierten Mahlzeiten teilnehmen), was eine sehr gute Sache ist, das fand auch der Mitbegründer von AOL, Steve Case und investierte 30 Millionen US-Dollar in das Unternehmen.
- Mehr Informationen: Geht doch! Brutales Ende der Top-Marken! Die Krise der großen Lebensmittelmarken NESTLÉ, COCA-COLA und KRAFT HEINZ!
Kennen Sie Peter Buffett?
Peter Buffett ist der jüngste Sohn von Warren Buffett, dem Freund von Bill Gates – zwei Männer, die eine Vorliebe für Monsanto und GMO haben. Peter ist Musiker und Komponist. Er schrieb die Musik zu der berühmten Feuer-Szene in Kevin Costners Indianerdrama Der mit dem Wolf tanzt. 1999 gewann er einen Emmy für den Soundtrack zu einem Dokumentarfilm. Als sein Vater Warren Buffett seinem Sohn Peter eine Milliarde Dollar für gemeinnützige Projekte schenkte, wurde Peter Buffett unverhofft Milliardär.
Eine alteingesessene Farm, 100 Kilometer von New York entfernt, wurde zu einem Forschungs- und Lehrzentrum für lokale und nachhaltige Landwirtschaft – es ist das größte Vorhaben dieser Art im Land. Peters Buffetts ambitioniertes Ziel ist es zu beweisen, dass eine Alternative zur industriellen Landwirtschaft im großen Stil funktioniert.
Buffett und seine Frau gründen Novo, eine gemeinnützige Stiftung mit dem Ziel, einen „globalen Wandel der Gesellschaft von einer Kultur der Unterdrückung in eine Kultur der Gleichheit und der Zusammenarbeit“ herbeizuführen. Er macht genau das Gegenteil von dem, was sein Vater macht.
Er löste eine Debatte aus, als er die Stiftungen kritisierte, also auch die Bill-Gates-Stiftung. Die Stiftungen der Industriellen und Finanziers mühten sich um Lösungen für Probleme, die sie und ihre Mitstreiter mit ihren kommerziellen Aktivitäten selbst angerichtet hätten, so Peter Buffett.
Landwirtschaft muss neu gedacht werden
Aus der industriellen Tretmühle ganz auszubrechen, ist sicherlich möglich, aber jeder Schritt in diese Richtung bedeutet inneres Wachstum und eine stärkere Verbundenheit mit allem, was unser Leben unterstützt und für das wir dankbar sind. Mit Landwirtschaft Geld zu verdienen, war immer schon sehr hart. Wenn das nicht stimmte, hätte es nicht diese weltweiten Wanderungsbewegungen vom Land in die Städte seit dem Beginn der Zivilisation gegeben. Seit ein paar findet Jahren ein Umdenken statt
Kennen Sie Paul Kaiser?
Paul Kaiser zeigt mit seinem kleinen Hof, wie er trotz der Dürre reichlich erntet. Seine Farm nennt er Singing Frogs Farm. Wir hatten Ihnen in einem Beitrag gezeigt, dass Landwirtschaft auch anders geht, ohne GVO und Pestizide! Paul Kaiser ist dafür bekannt, dass auch eine Dürre dem Gemüsegarten nichts ausmacht. Siehe:Landwirtschaft muss neu gedacht werden! Kennen Sie Paul Kaiser? Ein kalifornischer Landwirt hat die wirksamste Methode gefunden, Nutzpflanzen in Dürregebieten anzubauen! The Drought Fighter- Farmer in California have found the most effective way to grow food in a warming world
Eine andere Welt ist pflanzbar
Genial! Gesunde, sichere, hochqualitative und finanzierbare Nahrung für alle Menschen „Jeder hat das Recht, gutes Essen zu bekommen“, erklärt Will Allen. Der ehemalige Profi-Basketballer, der einen Bauernhof in einem Armutsviertel von Milwaukee gründete. Mit der Farm ernährt Will Allen viele Tausende Menschen und hilft gleichzeitig, junge Menschen von der Straße zu holen. Mit Erfolg. Will Allen startete seine eigene Revolution. Von einem erfolgreichen Basketballspieler zu einem erfolgreichen Urban Farmer. Siehe: Eine andere Welt ist pflanzbar – Another world is plantable
Organisationen zeigen ihre „essbaren“ Landschaften
Zum Beispiel: HomeHarvest erschafft „essbare“ Landschaften im Gebiet von Boston, Massachusetts. Ben Barkan gründete Home Harvest und steckte seine Erfahrungen, die er auf 35 biodynamischen Farmen auf der Welt gesammelt hatte, hinein in die städtische Umwelt, in der er regenerative Ökosysteme installieren und die Menschen direkter mit ihren Lebensmitteln verbinden möchte. HomeHarvest hat auch eine gemeinnützige Abteilung, die hauptsächlich Obstbäume als Lebensmittelquelle für bedürftige Gemeinden pflanzt und zugleich die Anwohner lehrt, sie zu unterhalten und zu nutzen. Siehe: Eine andere Welt ist pflanzbar! 15 Organisationen zeigen ihre „essbaren“ Landschaften – 15 Organizations Creating Edible Landscapes
Urbane Gärten und Gemeinschaftsgärten sind ein weltweit vorkommendes Phänomen.
Immer mehr Menschen kommen zusammen, um gemeinsam ihre Umgebung zu gestalten und ökologische Nahrungsmittel anzubauen. Der innerstädtische Gemüseanbau hat auch Deutschland erreicht. Die Landwirtschaft kehrt in die Städte zurück. Selbstversorgung durch Gemüseanbau: Überall boomt die neue Lust am Eigenanbau von Gemüse und Obst. Gemüsegarten statt Rasen: Der innerstädtische Gemüseanbau in Detroit soll größer werden, Bürgermeister Mike Duggan kündigte an, dass der neue Teil des 24 Hektar großen Stadtparks, mit einem Wert von 13,75 Millionen Euro, mit Obst und Gemüse bebaut werden soll. Siehe: New York „Eine Stadt macht satt“ – Gemüse von den Dächern Brooklyns
Ist Ihnen Herwig Pommeresche in Norwegen bekannt ?
Er ist ein ausgewanderter Deutscher, der zwischen den Felsen in Nordnorwegen einen Humusgarten aufgebaut hat. Er betreibt seit vielen Jahren die Erdisierung, nicht mit Kompost, sondern mit Pflanzengrütze, Chloropyll und Direktnahrung für die Bodenlebewesen. Herwig Pommeresche ist deutschstämmiges Permakultur-Urgestein in Norwegen, Mitorganisator des 3. Welttreffens der Permakultur (IPC) 1993 in Skandinavien, Autor von „Humussphäre-Humus – ein Stoff oder ein System“ und Träger der Francé-Medaille 2010 für seine Verdienste um diese biologische Denk- und Vorgehensweise für die Erzeugung gesunder Lebensmittel und den Erhalt und den Aufbau der Humussphäre. Er studierte in Hamburg Architektur, lebt seit 1974 in Norwegen und ist seit 1988 Permakulturdesigner in Norwegen.
Herwig Pommeresche stellt dem gängigen chemisch-technisch geprägten Landwirtschaftssystem ein ökologisch orientiertes Verständnismodell entgegen. Darauf aufbauend, diskutiert er die agrarkulturellen Errungenschaften beispielgebender prähistorischer Völker ebenso wie die wichtigsten Erkenntnisse moderner Biologen und Agrarfachleute, die auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet haben.
Die Humussphäre ist keine neue Entdeckung! Auf Grund der Verknappung der Rohstoffe wie der chemischen Ressourcen muss eh ein Umdenken stattfinden. Das macht auch dieser Beitrag deutlich: Monsantos Phosphorfabrik – Immer mehr Schandtaten von Monsanto! Geldstrafen für Freisetzungen von toxischen Chemikalien – Monsanto’s Superfund Secret.
Bereits Justus von Liebig beschäftigte sich in seinem Buch „Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie“ 1840 mit dem Thema.
Auszug aus seinem Buch:
„In einem Boden, welcher der Luft zugänglich ist, verhält sich der Humus genau wie an der Luft selbst; er ist eine langsame äußerst andauernde Quelle von Kohlensäure.
Um jedes kleinste Teilchen des verwesenden Humus entsteht, auf Kosten des Sauerstoffs der Luft, eine Atmosphäre von Kohlensäure.
In der Kultur wird durch Bearbeitung und Auflockerung der Erde, der Luft ein möglichst ungehinderter und freier Zutritt verschafft.
Ein so vorbereiteter und feuchter Boden enthält also eine Atmosphäre von Kohlensäure und damit die erste und wichtigste Nahrung für die junge Pflanze, welche sich darauf entwickeln soll.
Im Frühlinge, wo die Organe fehlen, welche die Natur bestimmt hat, die Nahrung aus der Atmosphäre aufzunehmen, wo diese Organe erst gebildet werden, sind es die Bestandteile des Samens, welche zuerst und ausschließlich zur Bildung der Wurzeln verwendet werden; mit jeder Wurzelfaser erhält die Pflanze einen Mund, eine Lunge, einen Magen.
Von dem Augenblicke an, wo sich die ersten Wurzelfasern gebildet haben, sind sie es, welche die Funktionen der Blätter übernehmen, sie führen aus der Atmosphäre, in der sie sich befinden, aus dem Boden nämlich, Nahrung zu; von dem Humus stammt die Kohlensäure her.
Durch Auflockerung des Bodens um die junge Pflanze, erneuern und vervielfältigen wir den Zutritt der Luft, wir begünstigen damit die Bildung der Kohlensäure; die Quantität der erzeugten Nahrung würde sich vermindern mit jeder Schwierigkeit, die sich im Boden dieser Lufterneuerung entgegenstellt; bei einem gewissen Grade der Entwicklung der Pflanze ist sie es selbst, welche diesen Luftwechsel bewirkt. Die Atmosphäre von Kohlensäure, welche den unverwesten Teil des Humus vor weiterer Veränderung schützt, wird von den feinen Wurzelhaaren, den Wurzeln selbst, aufgesaugt und hinweggenommen, sie wird ersetzt durch atmosphärische Luft, die ihren Platz nimmt; die Verwesung schreitet fort, es wird eine neue Quantität Kohlensäure gebildet. In dieser Zeit empfängt die Pflanze von den Wurzeln und äußeren Organen gleichzeitig Nahrung, sie schreitet rasch ihrer Vollendung entgegen (…) “ Quelle: Justus von Liebig: Ursprung und Verhalten des Humus
Wissenschaftlerehepaar RAOUL H. FRANCÉ und ANNIE FRANCÉ-HARRAR
Bis 1926 untersuchten sie die europäischen Böden. Dann dehnten sie die Forschung aus auf tropische Böden: afrikanische und australische Wüstenböden, Urwaldböden von Vorderasien, Indien, Westindien, Zentralamerika. Bis vor 200 Jahren wurde dem Boden nichts hinzugefügt, so Annie Francé-Harrar.
Sie haben die Mikroorganismen als die Grundlage alles Lebendigen und die Bewahrer der Fruchtbarkeit unserer Erde entdeckt. Aus organischen und anorganischen Bestandteilen des Bodens erzeugen sie den Humus, die lebendige Pflanzennahrung. Seit der Mensch sesshaft geworden ist und Ackerbau und Viehzucht betreibt, verbraucht er Humus. Raoul Francé war der erste, der sich intensiv und mit den technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit versehen, daran machte, die Kleinstwelt zunächst im Wasser (Streifzüge im Wassertropfen, 1906) und dann im Boden (Leben im Boden,1922) zu erforschen. Seine große Leistung war es, dieses Wissen auch allgemeinverständlich in Wort und Bild zu den Menschen zu bringen. (Fotografie war noch nicht möglich, deshalb erfand er extra eine Zeichenmethode, um die Kleinstlebwesen darzustellen). Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt und allein in Deutschland 3 Millionen mal verkauft. Durch den ersten Weltkrieg, III. Reich und zweiten Weltkrieg wurden viele seiner Arbeiten und sein Institut zerstört und sein Werk geriet in Vergessenheit.
„Die letzte Chance, für eine Zukunft ohne Not“ (erst erschienen 1950) von Raoul Heinrich Francé und Annie Francé-Harrar.
Annie Francé-Harrar (02. 12. 1886 – 23. 01. 1971) war als Verfasserin von Romanen bekannt. Sie unterstützte als Ehefrau die Arbeit des universellen Naturforschers Raoul Heinrich Francé und wirkte nach dem Tod ihres Mannes als Beraterin im Ministerrang der mexikanischen Regierung für Humusfragen. Erosion und Humusschwund hatten angefangen, die kleinbäuerliche Landwirtschaft Mexikos zu gefährden. Heute stellen diese Prozesse eine globale Bedrohung dar. Ihre Erfahrungen aus der Zeit in Mexiko mit neuen Ansätzen zur Bodenverbesserung hat Annie Francé-Harrar in dem Buch „Humus, Bodenleben und Fruchtbarkeit― (1957) zusammengefasst.
Es ist wenig bekannt und wird wie ein Tabu behandelt, dass Deutschland der größte Agrarimporteur der Welt ist; Die sogenannten Überschüsse sind also nicht hier produziert, sondern importiert. Das ist insofern verständlich, als dieses Land viele Industriegüter exportiert und als Kompensation Rohstoffe einführt. Auf dieser Grundlage gibt es in anderen Ländern ökologische, soziale und wirtschaftliche Fehlentwicklungen. Alles, was heute schon schreckliche Wirklichkeit ist wie Regenwaldzerstörung, Waldraubbau, Klimaveränderung, Wassernot, Sauerstoff- und Ozonabbau, Versteppung, Wüstenbildung, Bodenversauerung usw., hat Annie Francé-Harrar schon damals vorhergesagt.
Altes Wissen ist in der heutigen Zeit wichtig, denn es hat sich gezeigt, dass die großen Konzerne nicht die Lösung haben, im Gegenteil, immer mehr Chemie, die Vielfalt der Pflanzen geht verloren und die Böden werden durch die Monokulturen verseucht. Landwirte aus den USA überdenken den Gebrauch von biotechnischen Saaten, weil deren hohe Preise immer schwerer nachzuvollziehen sind angesichts der mickrigen Erträge der gegenwärtigen Landwirtschaft.
In einer Handvoll Boden können zahlenmäßig gesehen mehr Bodenorganismen leben, als es Menschen auf der Erde gibt.
Abhängig von der Qualität des Bodens können in einem Bodenwürfel von 10 cm Kantenlänge bis zu 10 Milliarden Bodenlebewesen vorkommen. In den 1920er-Jahren erforschten Raoul Francé und seine Frau Annie Francé-Harrar genau das, was für den heutigen Boden wichtig ist. Sie prägten die Gesamtheit der im Boden lebenden Organismen, auch Edaphon (griechisch: »das im Boden Lebende«) genannt.
Auch Herwig Pommeresches Buch »Humus – Ein Stoff oder ein System?« beschäftigt mit sich dem Thema, aber mit einer völlig anderen Sichtweise auf den natürlichen Stoffkreislauf von Boden, Pflanze und Tier bzw. Mensch. Folgt man der Argumentation, so müsste eines der erfolgreichsten und zugleich äußerst problematischen Kapitel der angewandten Chemie neu geschrieben werden: die Anwendung von Kunstdünger, im Wesentlichen bestehend aus Stickstoff, Phosphor und Kalium, in der vom Autor als »technologisch« bezeichneten Landwirtschaft.
Für Herwig Pommeresche ist es eine Verschwendung, lebendiges Material so lange im Kompost zu lagern, bis es den größten Teil seiner Energie verloren hat. Bei ihm werden pflanzliche Küchenabfälle deshalb mit einem Haushaltsmixer zerkleinert und direkt ans Bodenleben verfüttert.
Die Probleme der modernen Landwirtschaft sind zahlreich, aber die Lösungen nicht so sehr. Lokale organische Landwirtschaft kann (und wird) die Gesellschaft in positiver Weise umwandeln, aber der begrenzende Faktor sind unsere Zahlen. Unsere Welt braucht mehr Kleinbauern!
Die Menschen vor Ort zu ernähren, ist harte Arbeit, aber es kann Teil eines erfüllten Lebensstils mit einem tiefen Sinn für die Verbindung mit dem Land und der Gemeinschaft sein. Zusammenarbeit wäre eine Lösung. Heute gründen sich durch kleine Genossenschaften immer mehr Gemeinschaften von Selbstversorgern. Auch dieser Gedanke ist nicht neu, denn während der mitteleuropäischen Hungersnot im Winter 1846/1847 hatte Friedrich Wilhelm Raiffeisen eine tolle Idee.
„Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“. Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-88), deutscher Agrarpolitiker, Gründer der Raiffeisengenossenschaften. Dazu auch : Kennen Sie die „U B U N T U“ – Geschichte? Wissen Sie, was Genossenschaft oder Crowdfunding bedeutet?
Ein neuzeitlicher Pionier ist John Kempf.
Er ist der Gründer der Advancing Eco Agriculture (AEA) und Top-Experte auf dem Gebiet der biologischen und regenerativen Landwirtschaft. 2006 gründete er AEA, um die Landwirte zu beraten, dass es auch anders geht. Als er mit 14 die Schule verließ, stieg er in die familieneigene Obst- und Gemüseproduktion in Ohio ein, wo er im Lauf der Zeit für Berieselung, Düngung sowie den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden Verantwortung übernahm. Er setzte auf Pferde statt auf Traktoren und arbeitete mit einem Sprüher, der von einem kleinen Motor angetrieben wird. Es war eine schlimme Zeit für die Familie. Infektionen und Krankheiten belasteten die Ernte, Kempf sah sich selbst in einem stetig zunehmenden chemischen Krieg gefangen – und das mit nur sehr geringem Erfolg. Der Tiefpunkt war 2004 erreicht, als deutlich mehr als die Hälfte der Ernte bei Kempfs – Tomaten, Gurken, Zucchini und Zuckermelonen – verdarb. Die Familie kam finanziell in eine äußerst kritische Lage, es bestand Handlungsbedarf.
Der damals 16-jährige Kempf stellte daher alles in Frage, was er je über Landwirtschaft gelernt hatte.
Er untersuchte die wenigen erfolgreichen Ernteplätze des Jahres und versuchte herauszufinden, warum auf einem Stück Land, das an die Farm angrenzte, Zuckermelonen besonders gut gewachsen waren. In diesem Jahr hatten die Kempfs einige Reihen Zuckermelonen von ihren alten Feldern auf Neue übertragen, die bis dahin noch nicht jahrelanger, chemischer Behandlung ausgesetzt waren. Die Ergebnisse, wie Kempf es in einem seiner Youtube-Videos beschreibt, waren erschütternd.
Auf den alten Feldern schlug überall der echte Mehltau zu. Direkt daneben, die Grenze war klar erkennbar, wuchsen die identischen Pflanzen, die im gesamten Zeitraum identisch behandelt worden waren, absolut gesund heran – so Kempf in seinem Video.
Dieser unbeabsichtigte, aber exakte Feldversuch belegte die unterschiedlichen Historien der Felder auf beiden Seiten der Grundstücksgrenzen in Bezug auf Chemie-Einsatz – für Kempf war das der „Heureka“-Moment, wie er selbst sagt.
Er fühlte, dass es eine Antwort auf seine Fragen gab. Aber all jene, die dazu hätten beitragen können, waren nur an Details interessiert und übersahen das „Big Picture“.
Warum gediehen die Pflanzen auf dem neuen Feld, während die anderen verkümmerten? Und warum nahmen die Krankheiten und Probleme laufend zu, trotz seiner Bemühung, ihnen mit Pestiziden den Garaus zu machen?
Er studierte Fachmagazine wie Soil Science Society of America Journal und Biology and Fertility of Soils. Er führte Gespräche mit Experten, fand Lücken im eigenen Wissen und füllte diese: Botanik, Pathologie, Entomologie, Physiologie, Immunologie usw..
„Landwirtschaftliche Forschung und Ausbildung konzentriert sich auf Spezialgebiete”, sagt Kempf. „Viele der Wissenschaftler glauben, dass die Antworten auf landwirtschaftliche Herausforderungen im eigenen Bereich zu finden sind. Und sie kommunizieren nicht untereinander”.
Kempf war daran gelegen, mit allen zu sprechen, um ein durchgängiges Verständnis von Boden- und Pflanzengesundheit zu gewinnen, das er in seinem Betrieb anwenden kann. Obwohl er nur ein Teenager war, der nicht einmal die 9. Klasse erfolgreich abgeschlossen hatte, waren die Wissenschaftler daran interessiert, mit ihm zusammenzuarbeiten.
„Ich wurde ernst genommen, da ich in der Lage war, intelligente Fragen zu stellen und niemandem mein Alter verriet“, so Kempf.
Ihm kam schnell der Verdacht, dass die chemiebasierten landwirtschaftlichen Methoden, die er anwendete, die Ursache und nicht die Lösung des Problems waren.
„Viele der Materialien, die in industrieller Landwirtschaft zum Einsatz kommen, steigern das Pflanzenwachstum und den Ertrag, wirken sich aber negativ auf die Biologie der Böden aus“, sagt er.
Die Taktik der verbrannten Erde, die er mit Pestiziden und Herbiziden angewendet hatte, war zu erfolgreich. Das mikrobielle Leben, das für gesunde Böden unverzichtbar ist, war ein Kollateralschaden. Als Folge konnte man akzeptable Erträge für die verschiedenen Produkte nur noch erreichen, indem man den Boden in Dünger „ertränkte“. Diesen Ansatz verwarf er schnell und setzte alles daran, wieder einen gesunden Boden herzustellen. Er ließ Pflanzen damit das tun, wozu sie am besten geeignet sind, wenn man ihnen eine Chance gibt: wie verrückt zu wachsen.
Seit 2006 verzichtete Kempf komplett auf Pestizide und verbrachte mehr und mehr Zeit damit, seine Ideen mit Wissenschaftlern und Farmern im gesamten Land zu diskutieren. Sein Vater stellte ihn vor die Wahl: Hör auf zu quatschen – oder verdiene Geld damit.
Kempf entschied sich für die zweite Option und gründete im gleichen Jahr seine landwirtschaftliche Beratungsfirma Advancing Eco Agriculture (AEA).
Sein Ansatz in Kürze:
Gesunder Boden sorgt für gesunde Pflanzen. Gesunde Pflanzen haben ein gesundes Immunsystem, um Krankheiten abzuwehren. Pflanzen mit gesundem Immunsystem sind – wie Kempf sagt – auch gesünder, wobei es hierfür aber noch keinen soliden wissenschaftlichen Nachweis gibt. Laut AEA kann man den Ertrag zwischen 10-30 % steigern und gleichzeitig die Kosten durch den Verzicht auf Pestizide senken.
Kempf vermeidet die Phrase „nachhaltig“, um den Eindruck zu vermeiden, die derzeitige Form der Landwirtschaft solle erhalten bleiben. Er spricht daher bevorzugt von „regenerativer Landwirtschaft“. Mit seinem Ansatz besetzt er eine eigenartige Nische. Er fordert die Farmer auf, auf Pestizide zu verzichten, gleichzeitig kritisiert er den biologischen Anbau. „Der typische Bioanbau ist nur negativ, beschäftigt sich damit, was nicht erlaubt ist“, sagt Kempf. Siehe: Landwirtschaft geht auch anders, ohne GVO und Pestizide! – Farming in a different way!
JM FORTIER – Vom eigenen Garten leben
Jean-Martin Fortier ist ein Landwirt, Erzieher und Autor, der sich auf organische und biologisch intensive Anbauflächen spezialisiert hat. Sein preisgekröntes Buch The Market Gardener hat weltweit Zehntausende von Lesern inspiriert, um menschliche Nahrungsmittelsysteme zu reimagieren. Dieses Buch gibt es jetzt endlich auch in deutscher Sprache.
Zusammen mit seiner Frau Maude-Hélène Desroches hat er einen zertifizierten Bio-Garten in Saint-Armand, Quebec. Ihre Farm ist international bekannt. Fortier maximiert die Erträge auf einem Minimum an Land durch ein “ biologisch intensives “ Anbausystem. Das Buch dient als praktisches Handbuch für die Kleinbauernwirtschaft. Es beschreibt Fortiers Produktionsmethoden und Geschäftspraktiken und enthält Informationen zu Themen wie Gartengestaltung, Kleinanlagen, Bodenbewirtschaftung, Saatgut, Unkrautbekämpfung, Insekten- und Krankheitsmanagement, Kulturpflanzen und Marketing. Die Tipps sind in jedem ökologischen Garten umsetzbar.
Dazu ein Auszug aus dem Buch und ein dickes Dankeschön an den Löwenzahn-Verlag, denn es ist schwierig, heute ein solches Buch in die deutsche Sprache übersetzen zu lassen.
Von einem gepachteten 1000 m² großen Grundstück in Québec, auf dem sie in den Anfangstagen vorübergehend sogar campten, starteten die jungen Gemüsegärtner Jean-Martin Fortier und seine Frau in das Abenteuer der Vielfalts-Gärtnerei. Sie wollten einfach nur gärtnern und davon leben. Heute gehören sie zu den einflussreichsten Gemüsebauern der Welt und erwirtschaften auf ihrem (nun etwas größeren) Feld jährlich sechsstellige Summen.
„Besser anbauen, statt mehr“
Das Außergewöhnliche an der Geschichte: Das Credo der Fortiers lautet „Besser anbauen, statt mehr“. Anstatt auf große Investitionen und die Mechanisierung ihrer Kulturflächen zu setzen, schlugen sie von Anfang an den Weg der biointensiven Landwirtschaft ein. Auf der Basis von minimalen Kosten verfolgten sie von Beginn an die Idee, die Produktion zu intensivieren und gleichzeitig so weit wie möglich manuell zu arbeiten.
Ohne viel Eigenkapital, Geräte und auf einer Fläche, die so groß ist wie ein Fußballfeld, vom Gärtnern leben — geht das überhaupt?
Vogelgezwitscher statt Motorenlärm, Radhacke statt Traktor
Von der Auswahl des Standorts, der Berechnung der Anfangsinvestitionen bis zur Vermarktung und dem Vertrieb der Ernte hat er zukunftsweisende Antworten für Food-Coops, Selbstversorger, Gemeinschaftsgärtner und angehende Gemüsebauern. Ja, das geht, Jean-Martin Fortier macht es uns eindrucksvoll vor: Ein funktionierender und rentabler Kleinbetrieb, der auf gesunde, regionale und biologische Landwirtschaft setzt, ist möglich. Man muss dazu kein Träumer sein oder wildromantischen Fantasien nachhängen. Der Verzicht auf Technisierung, die vermeintliche Selbstbeschränkung auf kleine Flächen, das Beharren auf direktem Vertrieb — die Maximen seiner „biointensiven Methoden“ folgen einer bestechenden Logik und nicht etwa naiver Fortschrittsverweigerung. Und seine Methode zahlt sich aus, wie Fortier uns in seinem Buch, das jetzt schon ein Klassiker der Gartenliteratur ist, vorrechnet.
Was, wenn wir die Landwirtschaft neu denken könnten?
Entdeckt in diesem Auszug aus „Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten“ Jean-Martin Fortiers Traum von einer anderen Landwirtschaft und lasst euch von seiner Vision der Vielfalts-Gärtnerei anstecken!
Dach begrünen am 14.7.2023: "Im Beet mit Blick: So kannst du dein Dach bepflanzen"
https://www.blick.ch/life/garten/im-beet-mit-blick-so-kannst-du-dein-dach-bepflanzen-id18746972.html
Im urbanen Raum wird es immer heisser. Begrünte Dächer können helfen. Warum und worauf du achten solltest, wenn du dein Dach in eine grüne Oase verwandelst, weiss Blick-Gartenexpertin Scarlet Allenspach.
Aleksandra Hiltmann - Redaktorin Gesellschaft
Flachdächer zu begrünen liegt im Trend, denn es hilft dem Klima, insbesondere dem Stadtklima. Urbane Regionen mit viel Beton heizen sich im Sommer auf – mit Blick auf den Klimawandel wird das wohl auch in Zukunft nicht besser.
Die Vorteile
Pflanzen kühlen und befeuchten die Luft, in dem sie Wasser erst speichern und dann verdunsten lassen. Zudem filtern sie Schadstoffe und Staubpartikel aus der Luft.
Und ein begrüntes Dach bietet weitere Vorteile: «Man gibt Tieren einen Teil des Lebensraums zurück, den man ihnen weggenommen hat», sagt Blick-Gartenexpertin Scarlet Allenspach (35). Darüber freuen sich etwa Schmetterlinge, Bienen, Raupen oder Vögel. Sogar naturschutzrelevante Käferarten konnten Forschende auf begrünten Dächern finden.
Gleichzeitig dämmt und kühlt die Bepflanzung das Gebäude und schützt das Dach vor UV-Strahlung und starken Temperaturschwankungen.
Rund um Gebäude sorgen begrünte Flachdächer dafür, dass bei starkem Regen die Kanalisation entlastet wird.
Gartenexpertin Scarlet Allenspach hat bereits selbst ein Dach begrünt. Als Pflanzen empfiehlt sie zum Beispiel mediterrane Kräuter.
In einigen Schweizer Kantonen ist es mittlerweile Pflicht, Flachdächer zu begrünen, zumindest die von Neubauten.
Grundlegende Fragen klären
Eine grossflächige Dachbegrünung sollte professionell geplant werden, raten Städte und Bauunternehmen. Scarlet Allenspach erklärt, dass man sein Dach − idealerweise ein Flachdach – aber je nach Grösse auch ohne Gartenbaufirma begrünen kann.
Folgende Fragen lohnt es sich in jedem Fall zu klären: Wie viel zusätzliche Last hält das Dach aus? Wie kann die Bepflanzung mit einer allfälligen Solaranlage kombiniert werden? Welche rechtlichen Grundlagen gilt es zu beachten? Wie bereitet man das Dach für die Bepflanzung vor?
Substrat auslegen
Hat man die ersten grundlegenden Fragen geklärt, geht es ans Eingemachte. An die Substratschicht, die Schicht, aus der heraus die Vegetation wächst.
Sie muss dick genug sein, um genügend Feuchtigkeit für die Pflanzen speichern zu können. «Je nachdem, was man pflanzen möchte, braucht es weniger oder mehr Substrat», so Scarlet Allenspach.
Pflanzen auswählen
Für die Pflanzen selbst gilt: Idealerweise sollten sie Hitze, Kälte, Trockenheit und Nässe aushalten können. «Ich empfehle möglichst lokale Sorten und Pflanzen, die gut auf kargem Boden wachsen, zum Beispiel Wildblumen», sagt unsere Gartenexpertin.
Der Favorit von Scarlet Allenspach: Sedum, eine Gattung sogenannter Dickblattgewächse. «Wenn sie zuwachsen, ergibt das ein schönes Farbbild – orange, rot.»
Auch mediterrane Kräuter eignen sich: Thymian, Rosmarin, Lavendel. «Wenn man etwas mehr Substrat hat, kann man daraus kleine Hügel bauen und sie dort einpflanzen.»
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Die rote Fetthenne ist eine von über 400 Sedum-Pflanzen.
Ebenfalls empfehlenswert sind speziell für Dachgärten zusammengestellte Saatmischungen.
Je diverser das Dach bepflanzt ist, desto höher die Artenvielfalt über die Pflanzen hinaus. Denn mehr verschiedene Pflanzen bedeutet mehr Nahrung für mehr Tiere.
Insektenhotels aufstellen
Wer Insekten und Vögel zusätzlich glücklich machen will, bringt ein Vogelhäuschen an und arbeitet mit dicken Ästen, Kies, Sand- und Steinhaufen. Letztere sind gerade bei Wildbienen als Unterschlupf beliebt. «Äste und Holzhaufen müssen gut befestigt werden – wegen des Windes», fügt die Expertin an.
Pflegen
Sie rät, den Dachgarten im Frühling anzulegen, wenn es viel regnet. «Zu Beginn sollte man die frisch ausgesäten Pflanzen zudem regelmässig giessen. Bis sie richtig anfangen zu wachsen.» Danach sei der Dachgarten pflegeleicht.
Die Stadtgärtnerei Basel empfiehlt, die Dachfläche und die technischen Anlagen einmal jährlich zu kontrollieren.
Alternative
Und hält das Dach oder Budget einer professionellen und grossflächigen Begrünung nicht stand, helfen auch Pflanzen in kleineren Gefässen wie Töpfen, Trögen oder Hochbeeten, das Mikroklima zu verbessern.
3.11.2023: Der Kalender zum Aussäen von Gemüse in Europa
https://t.me/Ungeimpfte_Schweiz_kennenlernen/66795
Petersilie - Brokkoli - Kohl - Blumenkohl - Aubergine - Paprika - Tomate - Basilikum - Ringelblume - Kürbis
Schottergarten ist nicht so kreativ am 20.3.2024: Solothurn verbietet als erster Kanton Schottergärten
https://www.srf.ch/audio/regional-diagonal/solothurn-verbietet-als-erster-kanton-schottergaerten?id=12558893
https://t.me/standpunktgequake/137807
Reine Schottergärten [wo gar nichts wächst, also Kiesflächen] sollen im Kanton Solothurn in Zukunft verboten werden. Das hat das Kantonsparlament beschlossen. Weiterhin erlaubt sind Steingärten, die einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten und in denen das Regenwasser versickern kann.
Schottergarten ist nicht so kreativ am 23.3.2024: Da kann nichts wachsen und nichts leben - geht nicht:
https://www.blick.ch/schweiz/mittelland/solothurn/steingarten-besitzern-haessig-wegen-drohendem-verbot-es-ist-mein-grundstueck-da-mache-ich-was-ich-will-id19559894.html
https://t.me/standpunktgequake/138174
Gemeinden wie Bubendorf BL, Grenchen SO oder Steffisburg BE haben die Kieswüsten bereits aus der Landschaft verbannt. Die Steingärten sollen dem Klima und der Biodiversität schaden. Ein nationales Verbot wird in Politikerkreisen bereits diskutiert.
Gartenbau Schweiz am 1.9.2025: Neues Pflanzverbot für 53 invasive Pflanzenarten: Kirschlorbeer, Tessinerpalme, Sommerflieder:
Alles, was Gartenbesitzer zum Gesetz wissen müssen: Jetzt gilt das neue Pflanzenverbot
https://www.blick.ch/life/wohnen/alles-was-gartenbesitzer-zum-gesetz-wissen-muessen-jetzt-gilt-das-neue-pflanzenverbot-id20091073.html
Fototexte:
1. Seit dem 1. September 2024 dürfen Kirschlorbeer in der Schweiz nicht verkauft, verschenkt und nicht neu gepflanzt werden.
2. Der Kirschlorbeer ist als immergrüner Sichtschutz in Gärten besonders beliebt. Für bestehende Pflanzen in Gärten gibt es keine Bekämpfungspflicht. Sie sind vom neuen Verbot ausgenommen.
3. Werbung
4. Ebenfalls verboten: Sommerflieder sieht hübsch aus, zählt aber auch zu den Neophyten. Solche gebietsfremden Pflanzen breiten sich immer häufiger unkontrolliert aus.
5. Auch die Tessinerpalmen sind auf der neu geltenden Liste der verbotenen Pflanzen aufgeführt.
6. Das Verbot gilt auch für den Import der gelisteten Pflanzen. Neu sind Importkontrollen durch den Zoll möglich.
Der Artikel:
Corine Turrini Flury - Redaktorin Wohnen - Seit dem 1. September gilt in der Schweiz das neue Pflanzenverbot. Davon betroffen sind 53 invasive Pflanzenarten wie der beliebte Kirschlorbeer oder Tessinerpalmen. Das müssen Gartenbesitzer dazu wissen.
Im März 2024 hat der Bundesrat die Freisetzungsverordnung angepasst. 53 invasive gebietsfremde Pflanzenarten oder -gruppen dürfen daher seit 1. September in der Schweiz nicht mehr in Verkehr gebracht werden.
Damit soll verhindert werden, dass sich invasive und gebietsfremde Pflanzen in der Umwelt weiter ausbreiten und Schäden anrichten.
Auf der schwarzen Liste mit invasive Neophyten finden sich unter anderem der in Schweizer Gärten besonders als Sichtschutz beliebte Kirschlorbeer, Sommerflieder oder Tessiner Palmen.
Verbot gilt für Firmen und Privatpersonen
Sämtliche aufgeführten Pflanzen dürfen ab sofort in der Schweiz weder verkauft noch verschenkt oder aus dem Ausland importiert und eingepflanzt werden. Das gilt nicht nur für Gärtnereien, sondern auch für Privatpersonen. Neu können auch Kontrollen am Zoll durchgeführt werden.
Keine Bekämpfungspflicht für bestehende Pflanzen
Wer in seinem Garten aber bereits Pflanzen hat, die auf der neu geltenden Liste stehen, muss deswegen weder Palme noch Lorbeerhecke ausreissen. Für bestehende Pflanzen in Gärten gibt es keine Bekämpfungspflicht. Sie sind vom neuen Verbot ausgenommen.
ebenda:
Ab Sofort: Neue gebietsfremde Pflanzenarten in der Schweiz verboten
https://www.infoflora.ch/de/home/news/2024/09/01/ab-sofort-neue-gebietsfremde-pflanzenarten-in-der-schweiz-verboten/
Neue gebietsfremde Pflanzenarten in der Schweiz verboten
Hinweis: Diesen Artikel haben wir bereits im Frühling veröffentlicht. Zum Inkrafttreten am 1.9.2024 der angepassten Freisetzungsverordnung (FrSV) publizieren wir ihn erneut. Für weitere Informationen empfehlen wir die entsprechende Webseite von JardinSuisse sowie das dazugehörige FAQ.
Die Liste der verbotenen gebietsfremden Arten wird dank eines neuen Anhangs 2 in der Anpassung der Freisetzungsverordnung (FrSV) aktualisiert, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in einer Medienmitteilung bekannt gibt.
Diese Anpassung wurde vom Bundesrat an seiner Sitzung vom 1. März 2024 beschlossen und wird am 1. September 2024 in Kraft treten, um den betroffenen Unternehmen genügend Zeit zu geben, ihre Sortimente an die neuen Bestimmungen anzupassen.
Ab September dürfen 53 invasive gebietsfremde Pflanzenarten oder -gruppen nicht mehr in Verkehr gebracht werden; davon gilt für 22 das Umgangsverbot (diese sind in Anhang 2.1 aufgeführt, während die anderen 31 Arten in Anhang 2.2 enthalten sind). Pflanzen, die bereits in Gärten vorhanden sind, sind von dem Verbot nicht betroffen.
Darüber hinaus werden mit der Anpassung der FrSV nun auch Importkontrollen durch den Zoll möglich sein. Mit Ausnahme dieser Kontrollen sind für den Vollzug der Verbote die Kantone zuständig.
In seinem erläuternden Bericht erklärt das BAFU in den Anhängen 2.1 und 2.2 das Vorgehen bei der Erstellung der Listen und die Zuordnungskriterien (basierend auf der Einstufung der Nationalen Strategie Neobiota und der Liste der invasiven und potenziell invasiven Arten der Schweiz).
Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an den Mediendienst BAFU:
Freisetzungsverordnung (FrSV) – PDF
+41 58 462 90 00, medien@bafu.admin.ch
Links
https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/86380.pdf
Erläuternder Bericht (BAFU) – PDF
https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/86457.pdf
JardinSuisse Webseite zur FrSV
https://www.jardinsuisse.ch/de/umwelt/umweltschutz/freisetzungsverordnung/
FAQ von JardinSuisse – PDF
https://www.jardinsuisse.ch/documents/5807/Freisetzungsverordnung_01.09.2024_QAs_Juni_2024_DE_wAuT03G.pdf
Gesetzliche Grundlagen invasive Neophyten
https://www.infoflora.ch/de/neophyten/neophyten.html#gesetzliche-grundlagen
Liste der invasiven und potenziell invasiven Neophyten der Schweiz (DE, FR, IT) mit aktualisierte Kolumne zu den Anhänge 2.1 und 2.2
https://www.infoflora.ch/de/assets/content/documents/neofite/neofite_varie/liste-inv-neoph-ch-2021-d-f-i_Update032024.xlsx
1. Pflanzen
Wissenschaftlicher Name - Deutscher Name - Nom français - Nome italiano
Ailanthus altissima - Götterbaum - Ailante - Ailanto
Ambrosia spp. (A. artemisiifolia, A. confertiflora, A. psi-lostachya, A. trifida) - Ambrosien, Traubenkräuter - Ambroisies - Ambrosie
Asclepias syriaca - Syrische Seidenpflanze - Asclépiade de Syrie - Albero della seta
Cabomba carolini-ana - Karolina-Haarnixe - Cabomba, Evantail de Caroline - Cabomba della Caro-lina
Celastrus orbicula-tus - Rundblättriger Baumwürger - Bourreau des arbres asiatique - Celastro
Crassula helmsii - Nadelkraut - Orpin de Helms - Erba grassa di Helms
Elodea spp. (E. can-densis, E. densa, E. nuttalli) - Wasserpest - Elodée - Peste d’acqua
Heracleum mantega-zzianum - Riesenbärenklau - Berce du Caucase, Berce de Mantegazzi - Panace di Mantegazzi
Humulus japonicus - Japanischer Hopfen - Houblon du Japon - Luppolo giapponese
Hydrocotyle ra-nunculoides - Grosser Wassernabel - Hydrocotyle fausse-renoncule - reniforme
Impatiens glandu-lifera - Drüsiges Springkraut - Impatiente glanduleuse - Balsamina ghiandalosa
Lagarosiphon major - Schmalrohr - Grand lagarosiphon - Peste d'acqua arcuata
Ludwigia spp. (L. grandiflora, L. pe-ploides, L. x ken-tiana) - Südamerikanische Heusenkräuter inkl. Hybride - Jussies sudaméricai-nes hybrides incl. -
Porracchie sudameri-cane incl. ibridi
Myriophyllum spp. (M. aquaticum, M. - Tausendblätter - Myriophylles - Miriofilli
Pueraria lobata - Kopoubohne - Puéraire hérissée - Kudzu
Reynoutria spp. (Fallopia spp., Po-lygonum polystach-yum, P. cuspidatum, P. perfoliatum) - Asiatische Knöteriche inkl. Hybride - Renouées asiatiques hybrides incl.
Poligoni asiatici incl. ibridi
Rhus typhina - Essigbaum - Sumac - Sommacco maggiore
Salvinia molesta - Lästiger Schwimmfarn - Salvinie géante - Erba pesce gigante
Senecio inaequidens - Schmalblättriges Greiskraut - Séneçon du Cap - Senecione sudafri-cano
Sicyos angulatus - Haargurke - Sicyos anguleux - Sicios angoloso
Solidago spp. (S. ca-nadensis, S. gigan-tea, S. graminifolia; ohne S. virgaurea) - Amerikanische Goldruten inkl. Hybride - Solidages américains, Verges d’or améri-caines, hybrides incl. - Verghe d’oro ameri-cane, incl. ibridi
Toxicodendron radi-cans - Kletternder Giftsumach - Arbre à la gale - Edera velenosa
2. Für das Inverkehrbringen für den direkten Umgang in der Umwelt verbotene invasive gebietsfremde Organismen
Wissenschaftlicher Name - Deutscher Name - Nom français - Nome italiano
Acacia dealbata - Falsche Mimose - Mimosa blanchâtre - Mimosa
Amorpha fruticosa - Bastardindigo - Amorphe buis-sonnante - Indaco bastardo
Artemisia verlotiorum - Verlotscher Beifuss - Armoise des frères Verlot - Assenzio dei fratelli Verlot
Aster novi-belgii aggr. (A. ×salignus, A. ×versicolor, A. lanceo-latus, A. novi-belgii, A. par-viflorus) - Neubelgische Aster
(Weiden-Aster, Ge-scheckte Aster, Lan-zettblättrige Aster, Neubelgische Aster, Tradescants Aster)
Aster de la Nouvelle-Belgique - (Aster à feuilles de saule, Aster versico-lore, Aster lancéolé, Aster de la Nouvelle-Belgique, Aster de Tradescant)
Astro americano
(Astro a foglie di sa-lice, Astro cangiante, Astro lanceolato, Astro americano, Astro di Tradescant)
Azolla filiculoides - Grosser Algenfarn - Azolla fausse filicule - Azolla maggiore
Broussonetia papyrifera - Papiermaulbeerbaum - Mûrier à papier - Gelso da carta
Buddleja davidii - Schmetterlingsstrauch - Buddléia de David - Buddleja
Bunias orientalis - Glattes Zackenschötchen - Bunias d'Orient - Cascellore orientale
Cornus sericea - Seidiger Hornstrauch - Cornouiller soyeux - Corniolo serico
Cotoneaster horizontalis - Korallenstrauch - Cotonéaster horizon-tal - Cotognastro orizzon-tale
Echinocystis lobata - Stachelgurke, Igelgurke - Concombre sauvage, C. piquant - Sicios lobata
Erigeron annuus - Einjähriges Berufkraut - Vergerette annuelle - Cespica annua
Galega officinalis - Geissraute - Galéga officinal - Capraggine comune
Glyceria striata - Gestreiftes Süssgras - Glycérie striée - Gramignone striato
Lonicera henryi - Henrys Geissblatt - Chèvrefeuille de Henry - Caprifoglio di Henry
Lonicera japonica - Japanisches Geissblatt - Chèvrefeuille du Japon - Caprifoglio giapponese
Lupinus polyphyllus - Vielblättrige Lupine - Lupin à folioles no-mbreuses - Lupino fogliuto
Oenanthe javanica - Wasserfenchel, Japanische Petersilie - Persil japonais - Finocchio acquatico di Giava
Parthenocissus quin-quefolia aggr. (P. in-serta, P. quinquefo-lia) - Fünffingerige - / Gewöhnliche Jungfernrebe - Vigne vierge à cinq folioles / - commune
Vite del Canadà co-mune / Vite del Ca-nadà domestica
Paulownia tomentosa - Blauglockenbaum - Paulownia - Paulownia
Pennisetum setaceum - Afrikanisches Lampenputzergras - Herbe aux écouvil-lons, Herbe fontaine - Penniseto allungato
Phyllostachys aurea - Gold-Bambus - Bambou moyen - Bambù dorato
Prunus laurocerasus - Kirschlorbeer - Laurier-cerise - Lauroceraso
Prunus serotina - Herbst-Traubenkirsche - Merisier tardif - Pruno autunnale
Pseudosasa japonica - Japanischer Bambus - Bambou du Japon - Pseudosasa giapponese
Rubus armeniacus - Armenische Brombeere - Ronce d'Arménie - Rovo d'Armenia
Rubus phoenico-lasius - Rotborstige Himbeere - Framboisier du Japon - Lampone del Giappone
Sagittaria latifolia - Breitblättriges Pfeilkraut - Sagittaire à larges feuilles - Sagittaria americana
Sedum spurium - Kaukasus-Fettkraut - Orpin bâtard - Borracina caucasica
Sedum stoloniferum - Ausläuferbildendes Fettkraut - Orpin stolonifère - Borracina stolonifera
Trachycarpus fortunei - Chinesische Hanfpalme, Fortunes Hanfpalme - Palmier chanvre - Palma di Fortune
Gartenbau im Kanton Solothurn am 2.9.2024: Neue Steingärten werden verboten: Alle sollen Gartenbau lernen:
Kanton macht Ernst: Steingarten-Verbot in Solothurn kommt ab 1. Oktober
https://www.blick.ch/politik/im-kanton-solothurn-steingarten-verbot-tritt-am-1-oktober-in-kraft-id20098173.html
Tobias Ochsenbein - Redaktor Politik - Der Kanton Solothurn will das Anlegen neuer Stein- und Schottergärten im Kanton untersagen. Das neue Gesetz tritt ab 1. Oktober in Kraft.
Im Kanton Solothurn ist bald Schluss mit Schottergärten. Jetzt ist auch klar wann: Ab dem 1. Oktober tritt eine Gesetzesänderung in Kraft, die das Anlegen von neuen reinen Stein- und Schottergärten verbietet. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem die Referendumsfrist abgelaufen war, wie die Staatskanzlei am Montag verkündete.
Bloss: Das war kein leichtes Unterfangen. Die SVP bekämpfte das Verbot. Ein solcher Eingriff sei eine Zumutung für Hausbesitzer und raube den Gemeinden ihre Entscheidungsfreiheit. Und auch beim Volk kam die geplante Gesetzesänderung nur ganz schlecht an, wie eine Blick-Umfage zeigte. Aber die Mehrheit im Kantonsrat blieb hart: Steinwüsten ade!
Gewisse Regeln werden gelockert
Ein kleiner Trost für die Liebhaber von Kies und Steinen gibt es aber: Steingärten sind weiterhin erlaubt, solange sie nicht kahl und öde sind. Sobald sich Pflanzen wie der Steinbrech dort niederlassen, gelten sie als Grünflächen – und dürfen bleiben.
Doch das ist nicht alles: Mit den neuen Regeln wird das Bauen in Solothurn auch einfacher. Einige Bauprojekte brauchen künftig keine Bewilligung mehr, und die Gemeinden dürfen beim Grenzabstand etwas lockerer sein. Zudem bekommen Solothurner mehr Zeit, um gegen Bauvorhaben Einspruch zu erheben – ganze 20 Tage statt wie bisher nur 14.
Die Botschaft ist klar: Der Kanton Solothurn will grüner werden – und dabei bleibt kein Stein auf dem anderen.
Steingärten am 4.10.2024: sind das ALLERletzte: und 4 Jahre später kommt Moos + Jäten im Schotter ist mühsam:
Warum Schottergärten der Natur schaden
https://www.blick.ch/green-circle/schoene-optik-aber-biologisch-tot-warum-schottergaerten-der-natur-schaden-id20183431.html
Schotter ist zerkleinertes, oft scharfkantiges Gestein. In Gärten ist dieser Belag sehr beliebt, weil er als pflegeleicht gilt. Die Folge sind sterile Schottergärten. Gegen sie regt sich Widerstand.
Ziel verfehlt: Schottergärten sind nicht nur unökologisch, sondern verursachen letztlich mehr Pflegeaufwand.
Susanne Wagner
Wenn Kinder einen Garten zeichnen, malen sie eine Wiese, einen Baum, Blumen und Schmetterlinge. Heute sieht längst nicht mehr jeder Garten so aus. Vor allem sogenannte Schottergärten sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Sie bestehen hauptsächlich aus Steinen statt aus Blumenbeeten. Pflanzen gibt es höchstens vereinzelt, wie etwa Kakteen oder Buchsbäumchen, die verloren herumstehen.
Für Gartenbesitzer und Hauseigentümerinnen, die keine Zeit oder Lust auf Gartenarbeit haben, erscheint ein Schottergarten als ideale Lösung: Er benötigt wenig Wasser und Pflege und gefällt vielen durch die klare Linienführung und die minimalistische Gestaltung. Doch der Schottergarten hat ein Problem: Er tut der Natur keinen Gefallen. Denn diese Art von Garten ist sogar ziemlich lebensfeindlich oder gar biologisch tot.
Der Grund dafür: Schottergärten und oft auch Kiesgärten sind meistens mit einer Folie unterlegt, damit möglichst wenig wachsen kann, das man giessen, schneiden oder jäten muss. Dadurch ist der Boden versiegelt und das Regenwasser kann nicht absickern. Eine mehrere Zentimeter dicke Steinschicht sorgt dafür, dass sich der Boden schneller erwärmt und zur Hitzebildung beiträgt: Jeder Stein speichert Hitze und jede Pflanze hilft, die Luft abzukühlen und zu befeuchten.
DIE FOLIE MACHT DEN UNTERSCHIED
Schottergärten können bis zu 50 Grad heiss werden und bieten kaum Lebensraum oder Nahrung für Vögel, Eidechsen, Bienen und andere Insekten. Die fehlende Bepflanzung verringert die biologische Vielfalt. Nicht zu verwechseln sind Schottergärten mit Steingärten, auf dem alpine und trockenheitsresistente Pflanzen blühen, die Insekten anlocken. Oder Magerwiesen mit Wildstauden. Der Unterschied: Bei Schottergärten ist der Boden versiegelt, bei Steingärten und Magerwiesen nicht.
Seit die Schottergärten an Popularität gewonnen haben, werden immer mehr kritische Stimmen dagegen laut. Schon im Februar 2017 wies eine Studie der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz darauf hin, dass «Verschotterung» Grünflächen zum Verschwinden bringt: «Schottergärten führen zu zusätzlichem Abwasser, Verlust der Bodenfruchtbarkeit, negativen Auswirkungen auf das Mikroklima und ästhetisch wertlosen Flächen in der Siedlungslandschaft.»
GÄRTEN DES GRAUENS
Im Netz sorgt der Trend der sterilen Schottergärten für Hohn und Spott: Der
Berliner Biologe Ulf Soltau begann 2019 auf seiner Facebookseite «Gärten des Grauens» mit sechsstelligen Followerzahlen Beiträge mit Fotos von kargen Schotter-Vorgärten und Betonwüsten ohne jegliches Grün zu posten.
Hierzulande erhitzen die Gärten des Grauens nicht nur die Temperaturen, sondern die Gemüter und sorgen für heisse Diskussionen. Bereits 2020 entschied sich die Gemeindeversammlung der Solothurner Gemeinde Langendorf einstimmig und ohne Gegenstimme, folgenden Satz ins revidierte Baureglement aufzunehmen: «Steingärten (Schottergärten), die keinen ökologischen Nutzen haben, sind nicht erlaubt.»
Weitere Gemeinden in der ganzen Schweiz sind seither gefolgt. Als erster Kanton beschloss im letzten April Solothurn, dass diese Art von Gärten im ganzen Kanton nicht mehr erlaubt sind. Auch die Kantone Zürich und Basel-Stadt haben dieses Jahr Verbote für Schottergärten erlassen.
MEHR ARBEIT STATT WENIGER
Der Glaube, dass Schottergärten kostengünstig sind und kaum Arbeit machen, erweist sich als Irrtum. Zwar sind die Kosten beim Anlegen in der Regel tiefer als für einen traditionellen Garten. Aber schon nach ein paar Jahren wirkt der Schotter unansehnlich: Organisches Material wie Laub und Moose sammeln sich an. Auf Schotter sind sie viel schwerer zu entfernen als auf normaler Erde.
Da sogenanntes Unkraut nicht nur von unten spriesst, sondern sich auch über den Luftweg durch Samen verbreitet, nützt auch die Folie unter dem Schottergarten wenig. Das Jäten zwischen Schottersteinen ist sehr mühsam und zeitraubend.
Daher haben Schottergärten auch keine ökonomischen Vorteile. Eine Rückverwandlung würde sich lohnen: Der erste Schritt ist die Entfernung der Folie unter den Steinen. Wer den Boden mit Sand und Kompost anreichert, schafft die Grundlage für eine attraktive Magerwiese mit Blumen und Wildstauden, auf der sich auch Schmetterlinge wieder wohlfühlen.
Gartenbau in Zürich am 28.1.2026: Laubbläser sollen bald nur noch elektrisch surren:
Benzinbetriebene Laubbläser erhalten in Zürich Gnadenfrist
https://www.nau.ch/politik/regional/benzinbetriebene-laubblaser-erhalten-in-zurich-gnadenfrist-67088538
Keystone-SDA Regional -- Zürich -- Die Stadt Zürich hat den benzinbetriebenen Laubbläsern eine einjährige Gnadenfrist gewährt. Noch bis Frühling 2027 dürfen die Geräte benutzt werden. Im Herbst 2026 müssen die Geräte aber erstmals pausieren.
Von Oktober bis Dezember 2026 dürfen nur elektrische Laubbläser und -sauger benutzt werden, wie die Stadt Zürich am Mittwoch mitteilte. Die Polizeiverordnung tritt offiziell schon am 1. April 2026 in Kraft.
Ab dem 1. April 2027 müssen Interessierte dann eine Bewilligung für die Nutzung elektrischer Geräte beantragen, die benzinbetriebenen sind dann komplett verboten. Erlaubt bleiben elektrische Laubbläser bei Veranstaltungen, etwa der Street Parade, oder bei Baustellen.
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