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Sexualkrankheiten


Kondome in verschiedenen Farben. Kondome
                        schützen vor Geschlechtskrankheiten
Kondome schützen vor Geschlechtskrankheiten [1]. Mit Kondomen kann man auch eine Schwimmweste bauen, Handys vor Wasser schützen, Brüche schienen, und sie können auch als Wasserbehälter dienen [web01]. Kondome sind mitnichten nur ein Fall für Sex!


Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Der Standard
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1.9.2011: Da sind nicht nur HIV und Syphilis: Viele Krankheiten im Sexualbereich breiten sich rasant aus

aus: Der Standard online: Worüber keiner spricht: Fokussierung auf "Sexuelle Gesundheit". Die Konzentration auf HIV und Syphilis ist zu wenig - Die Verbreitung anderer sexuell übertragbarer Infektionen erfolgt indessen rasant; 1.9.2011;
http://derstandard.at/1314652701554/Worueber-keiner-spricht-Fokussierung-auf-Sexuelle-Gesundheit

<Kondome bieten den sichersten Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Frankfurt - Wie steht es um die sexuelle Gesundheit in Deutschland? Die Antwort: Keiner weiß es.  Denn mit Ausnahme von HIV und Syphilis erlaubt die derzeitige Datenlage zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI - sexually transmitted infections) keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Infektionsrate. Norbert Brockmeyer, HIV-Forscher und Mediziner der Ruhr-Universität Bochum, fordert ein Umdenken in der Gesundheitsversorgung: „Unsere HIV/AIDS-Politik muss durch eine umfassende STI-Politik ergänzt werden." Die Dermatologische Klinik der Ruhr-Universität hat sich bereits diesen neuen Herausforderungen mit der Gründung eines „Zentrums für Sexuelle Gesundheit" gestellt. Weitere Lösungsansätze und Praxisbeispiele werden am 2. und 3. September auf dem Deutschen STD-Kongress in Frankfurt vorgestellt. STD steht für „sexually transmitted diseases".

Hohe Hemmschwelle

HIV, Syphilis, Gonorrhöe, Herpes, Genitalwarzen, Chlamydien: „Die Bereitschaft sich auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen zu lassen, ist immer noch mit einer hohen Hemmschwelle verbunden", so Brockmeyer. Ein Vergleich mit anderen Ländern ist daher schwierig. Dabei verbreiten sich STI in der Bevölkerung rasant: Schätzungen zufolge bleiben beispielsweise mehr als 100.000 Frauen in Deutschland durch unbehandelte Chlamydieninfektionen ungewollt kinderlos - ein durchaus vermeidbares Risiko, da durch ein bundesweites Chlamydien-Screening die Infektionen eingedämmt werden könnten. Gleiches gilt für Hepatitis- und Humane Papillomvirus-Infektionen (HPV), die Leberschäden, Gebärmutterhalskrebs und weitere Tumore hervorrufen können. Mit der Impfung gegen Hepatitis B und gegen HPV ließe sich in diesen Fällen die Entstehung schwerwiegender Krankheiten deutlich senken, sagt Brockmeyer.

Nur die Spitze des Eisbergs

Der HIV-Experte und Präsident der Deutschen STD-Gesellschaft (DSTDG), sieht vor allem Handlungsbedarf bei der STI-Versorgung in Deutschland. „Ich plädiere für eine breite Aufstellung im Bereich sexuell übertragbarer Krankheiten. Wir dürfen uns nicht nur auf HIV/AIDS fokussieren, sondern sollten alle STI und die Förderung der sexuellen Gesundheit insgesamt in den Blick nehmen". Dabei gibt er zu bedenken, dass Patienten mit HIV (ca. 70.000 in Deutschland) und Syphilis (ca. 3.000 Infizierte jährlich) nur die Spitze des Eisberges darstellen - die Versorgung von Patienten mit anderen STI ist aufgrund der epidemischen Verbreitung eine zunehmende Herausforderung für das Gesundheitssystem.

Sexuelle Gesundheit als eigenständiger Bereich in der Gesundheitsversorgung existiert in Deutschland nicht. „Was wir brauchen, sind regionale Fachzentren, in denen umfassend informiert, diagnostiziert und behandelt wird", so Brockmeyer, der bereits 2009 das „Zentrum für Sexuelle Gesundheit" an der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität gründete. In einem ganzheitlichen Konzept geht es hier um alle Aspekte, die zur sexuellen Gesundheit gehören. Dazu zählen u. a. eine befriedigend gelebte Sexualität, Offenheit für die individuelle sexuelle Orientierung, Schwangerschaftsberatung und ebenso Hilfe bei sexueller Gewalt oder bei Gesundheitsgefährdungen durch Infektionen.

Zukunftsmodelle, Zahlen und Fakten

Fachleute aus Kliniken, Praxen, dem öffentlichen Gesundheitswesen und der Forschung diskutieren auf dem Jahreskongress der Deutschen STD-Gesellschaft am 2. und 3. September in Frankfurt unter dem Motto „Mobilität: Menschen, Sexualität und Erreger unterwegs" neue Wege zur sexuellen Gesundheit. „Die Jahrestagung der Deutschen STD-Gesellschaft richtet sich nicht nur an Experten, sondern ist an alle adressiert, die sich für ein neues STI-Zukunftsmodell interessieren", so Brockmeyer. (red)>

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Der Standard
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6.6.2012: <WHO warnt vor "unheilbarem" Tripper> - Antibiotika schlagen oft nicht mehr an

aus: Der Standard online; 6.6.2012;
http://derstandard.at/1338558839902/Antibiotika-Resistenzen-WHO-warnt-vor-unheilbarem-Tripper

<Hohe Infektionsraten und schwindende Therapien: Durch Antibiotika-Resistenzen könnte die Geschlechtskrankheit bald unheilbar werden.

Genf - Für Millionen Menschen, die sich mit der Geschlechtskrankheit Tripper infizieren, könnte es in absehbarer Zeit keine Heilung mehr geben. Davor warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gegen ein Breitband-Antibiotikum, das bisher allgemein als letzte Behandlungsmöglichkeit für die sogenannte Gonorrhoe galt, seien in vielen Ländern Resistenzen beobachtet worden, erklärte die WHO in Genf.

Dadurch steige die Gefahr, dass sich ein mutmaßlich "harmloser" Tripper zu einer schweren und schließlich tödlichen Erkrankung auswachse. "Die Gonorrhoe wird durch hohe Infektionsraten und schwindende Behandlungsmöglichkeiten zu einer bedeutenden Herausforderung für das Gesundheitswesen", sagte die zuständige WHO-Expertin Manjula Lusti-Narasimhan. Jedes Jahr würden sich weltweit 106 Millionen Menschen - fast ausschließlich beim Geschlechtsverkehr - mit der Krankheit infizieren.

Resistenzen in unterschiedlichen Ländern

Nach Auskunft der WHO gibt es alarmierende Berichte unter anderem aus Australien, Frankreich, Japan, Norwegen und Schweden über Resistenzen der als Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae) bekannten Erreger gegen Cephalosporine, eine Gruppe von Breitband-Antibiotika. Für die Eindämmung der Tripper-Gefahren veröffentlichte die WHO am selben Tag einen umfangreichen Globalen Aktionsplan.

Neben erheblich größerer "Wachsamkeit" von Medizinern bei der Anwendung von Antibiotika zur Bekämpfung von Gonorrhoe seien dringend Forschungen zur Suche nach alternativen Behandlungsmethoden erforderlich, forderte Lusti-Narasimhan. "Wenn Gonokokken unheilbar werden, sind die Folgen für die Gesundheit äußerst schwerwiegend", warnte sie.

Antibiotikum-Resistenzen können tödlich sein

Die Tripper-Bakterien heften sich an Schleimhautzellen der Harnröhre oder des Gebärmutterhalses fest und schädigen das Gewebe durch Entzündung mit eitrigem Ausfluss. Ohne Behandlung können die Infektionen leicht auf andere Organe übergreifen. Durch die Wunden im Genitalbereich wird zudem das Risiko der Übertragung des Aids-Erregers HIV erheblich erhöht.

Antibiotikum-Resistenzen (AMR) wie sie in letzter Zeit verstärkt bei der Gonorrhoe beobachtet worden seien, "können töten", heißt es in dem WHO-Bericht. Zumindest aber würden sie Behandlungen erheblich schwieriger machen, die Leiden von Patienten und deren Familien vergrößern und zu erheblichen Kostensteigerungen führen. Zu den vermeidbaren Ursachen gehöre eine zu häufige, leichtfertige und nicht zielgerichtete Anwendung von Antibiotika, aber auch die Verwendung von Medikamenten schlechter Qualität. (APA, 6.6.2012)>

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Spiegel
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Rassistische "USA" 7.6.2012: Experimente mit Syphilis-Kranken in Tuskegee - und sie sahen den schwarzen Patienten beim Sterben zu

aus: Spiegel online: Medizin-Skandal: Todesstudie von Tuskegee; 7.6.2012;
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/24966/todesstudie_von_tuskegee.html

<Buchempfehlung: Susan M. Reverby: "Examining Tuskegee: The Infamous Syphilis Study and Its Legacy (John Hope Franklin Series in African American History and Culture)." University of North Carolina Pr, 2009, 384 Seiten.

Es war ein schockierender Menschenversuch: 1932 startete in den USA die Tuskegee-Studie. An Syphilis erkrankte afroamerikanische Landarbeiter hofften auf Hilfe - und wurden Opfer eines grausamen Experiments. Denn die Regierungsärzte heilten nicht, sie sahen den ahnungslosen Menschen beim Sterben zu.

Von Johanna Lutteroth


Durch Zufall schnappte Peter Buxtun im Herbst 1965 beim Mittagessen einen Gesprächsfetzen auf, der sein Leben verändern sollte. Ein Kollege des jungen Sozialarbeiters und Epidemiologen sagte: "Als der Mann wahnsinnig war, brachte man ihn zu einem Arzt außerhalb von Tuskegee." Buxtun wurde neugierig und hörte weiter zu: "Der Arzt erkannte sofort, dass der Mann an Syphilis im Endstadium litt. Er verschrieb ihm Penicillin - und bekam deshalb furchtbaren Ärger von der Seuchenschutzbehörde. Ihm wurde vorgeworfen, er habe jemanden behandelt, der nicht behandelt werden durfte. Kein Wunder, er wusste nichts von der Studie."

Peter Buxtun, der damals für den staatlichen Gesundheitsdienst (PHS) Syphilis-Kranke in den Problemvierteln San Franciscos behandelte, sah seine Kollegen fassungslos an. Warum hatte dieser Mann nicht schon vorher Penicillin bekommen? Seit den vierziger Jahren wurden Syphilis-Kranke damit nicht nur behandelt, sondern auch geheilt. Und was für eine Studie? Warum verbot die Seuchenschutzbehörde eine Behandlung? Entrüstet quetschte er seine Kollegen weiter aus. Was er daraufhin zu hören bekam, zerstörte nicht nur sein Weltbild. Er verlor auch sein Vertrauen in den PHS - und kündigte 1967 schließlich seinen Job.

Denn jener Wahnsinnige, von dem seine Kollegen gesprochen hatten, war Opfer des längsten und grausamsten Menschenversuchs, den es je unter staatlicher Aufsicht in den USA gegeben hat: Um den Verlauf einer unbehandelten Syphilis ungestört beobachten zu können, schottete der PHS zwischen 1932 und 1972 insgesamt 399 syphiliskranke Afroamerikaner aus Macon County in Alabama mit perfiden Methoden von allen gängigen Therapien ab. Offiziell hieß das Experiment "Tuskegee-Syphilis-Studie". In Wirklichkeit war es ein staatlich verordnetes qualvolles Sterben, dem Behörden und Regierungsärzte ungerührt zusahen.

Ein geschlossenes Laboratorium

Ungebremst fraß sich die Syphilis jahrzehntelang durch die Körper der 399 Probanden. Mit grauenhaften Folgen: Bleibt die Krankheit unbehandelt, können sich überall im Körper entzündliche Wucherungen bilden, die schließlich das Herz angreifen können. Irgendwann ist auch das Nervensystem betroffen. Die Menschen leiden unter Lähmungen, erblinden und werden schließlich wahnsinnig.

Wie menschenverachtend das Experiment war, offenbart ein Brief, den Oliver Wenger, einer der Studienleiter, an seinen Kollegen Raymond Vonderlehr schrieb, der die Studie von Tuskegee aus koordinierte: "So wie ich das sehe, haben wir kein weiteres Interesse mehr an diesen Patienten, bis sie sterben." Letztlich ging es ihnen nur um die Autopsie der Leichen, um bis ins kleinste Detail zu sehen, was die Syphilis im Körper anrichtet.


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Im November 1965 machte Buxtun seiner Empörung über das menschenverachtende Experiment in einem internen PHS-Bericht Luft: "Warum sollten Forscher in aller Ruhe den Tod unbehandelter amerikanischer Syphilispatienten abwarten, wenn sie doch eigentlich nur die Arbeit irgendeines Arztes aus Dachau kopieren?" Doch sämtliche Kollegen im PHS winkten ab, wie Susam M. Reverby in ihrem 2009 erschienenen Buch "Examining Tuskegee" schrieb. Alles habe seine Ordnung, hieß es. Buxtun stellte schnell fest, das nichts in Ordnung war. Denn Wenger und Vonderlehr hatten den 399 Männern nicht nur verschwiegen, dass sie an fortgeschrittener Syphilis litten - sie verheimlichten den Probanden auch, dass sie Teil eines grausamen Experiments waren.

In Macon County lebten Anfang der dreißiger Jahre hauptsächlich bettelarme Landarbeiter. Die meisten waren Analphabeten. Ein Drittel der Bevölkerung litt an Syphilis - ohne es zu wissen. Denn einen Arztbesuch konnten sie sich nicht leisten. Also kurierten sie die Symptome mit Hausmitteln. Aus Sicht von Vonderlehr und Wenger waren das ideale Voraussetzungen für ihre Studie: Die Gegend war eine Art "geschlossenes Laboratorium mit Hunderten von syphiliskranken Schwarzen im medizinischen Urzustand - nämlich unbehandelt", wie es der SPIEGEL 1981 formulierte. Eiskalt und berechnend nutzten die beiden Ärzte die Unwissenheit der Menschen aus.

"Keine moralischen Bedenken"

1932 durchkämmten Wenger und Vonderlehr auf der Suche nach Probanden Macon County und köderten kranke Landarbeiter mit dem Versprechen, sie kostenlos zu behandeln. Sie gaukelten den ahnungslosen Menschen vor, sie würden an "schlechtem Blut" leiden. Unter Afroamerikanern war das ein Sammelbegriff für verschiedene chronische Leiden und als Diagnose durchaus akzeptiert. Also fanden sich bald genug, die sich "behandeln" lassen wollten.

Gutgläubig und voller Vertrauen kamen sie regelmäßig zu den anberaumten Untersuchungen ins John Andrew Memorial Hospital in Tuskegee und schluckten die Placebos und Aspirin, die ihnen die Ärzte verabreichten, um den Schein der Behandlung zu wahren. Keiner von ihnen ahnte, dass sie in Wahrheit menschliche Versuchskaninchen waren.

Obwohl Buxtun innerhalb des PHS nichts erreichen konnte, um die Studie zu stoppen, gab er nicht auf. 1966 beschwerte er sich schriftlich bei der US-Seuchenschutzbehörde. Auch hier wimmelte man ihn ab. Das Experiment werde "bis zu seinem projektierten Ende" weitergeführt, also bis zur Autopsie des letzten Probanden, hieß es dort. Als er drei Jahre später noch einmal nachhakte, teilte die Behörde ihm mit, man habe "keine moralischen Bedenken".

Ein Experiment entgleist

Tatsächlich war das Programm in Macon County 1929 unter überaus positiven Vorzeichen gestartet. Die Rosenwald-Stiftung, die sich vor allem für eine bessere Gesundheitsversorgung und Bildung der Afroamerikaner einsetzte, finanzierte das Projekt unter der Maßgabe, dass die Syphilis-Kranken aufgeklärt und behandelt werden. Damals gab es zwar noch kein Penicillin, aber mit dem arsenhaltigen Salvarsan waren beachtliche Erfolge erzielt worden. Die Syphilis sollte in Alabama gänzlich ausgerottet werden. Doch der Börsencrash 1929 brachte auch den Rosenwald-Fund in finanzielle Schwierigkeiten. Er konnte die Studie nicht mehr finanzieren und übergab sie dem PHS. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Anstatt das "Macon-County-Projekt", wie es anfangs hieß, im Sinne des Rosenwald-Funds weiter zu führen, machte der Gesundheitsdienst daraus 1932 die "Tuskegee-Syphilis-Studie", die in die Medizingeschichte einging als "das längste nichttherapeutische Experiment mit Menschen", wie es James H. Jones in seinem 1981 erschienenen Buch "Bad Blood" formulierte. Hauptverantwortlich für die Entgleisung des Projekts waren Vonderlehr und Wenger.

Schon die Grundannahme der beiden Ärzte war von tiefem Rassismus geprägt: Beide glaubten, dass sich die Syphilis bei Schwarzen anders auswirkt als bei Weißen. Bei Weißen, so die These, seien eher das Gehirn und das Nervensystem betroffen, bei Schwarzen die Herzkranzgefäße, weil das Gehirn für eine gravierende Schädigung zu wenig ausgebildet sei. Wenger und Vondelehr fanden schließlich gewichtige Fürsprecher in der staatlichen Gesundheitsbehörde, die ihr absurdes Forschungsvorhaben über Jahrzehnte bedingungslos unterstützten. Keiner fragte, welcher therapeutische Nutzen sich daraus ergeben könnte. Letztlich ging es darum, belegen zu können, dass Weiße und Schwarze sich nicht nur in der Hautfarbe unterschieden.

Moralisch nicht mehr vertretbar

Selbst als 1942 die ersten Syphilis-Fälle mit Penicillin geheilt wurden und der PHS Mitte der vierziger Jahre das Medikament als Standardtherapie genehmigte, dachte keiner an die Versuchskaninchen von Macon County. Im Gegenteil: Vonderlehr und Wenger achteten akribisch darauf, ihre Probanden gegen jeden Einfluss von außen abzuschirmen. Sie durften in kein anderes Krankenhaus gehen und keine anderen Ärzte konsultieren. Es galt um jeden Preis zu verhindern, dass sie das lebensrettende Penicillin in die Hände bekamen. Die Götter in Weiß nahmen ihnen jede Chance auf Heilung. Und der PHS spielte mit, obwohl der Sinn des Experiments angesichts einer wirksamen Therapie noch fragwürdiger wurde.

Wichtigster Verbündeter in diesem abgekarteten Spiel war die schwarze Krankenschwester Eunice Rivers, die mit viel Energie für den reibungslosen Ablauf der Studie sorgte. Sie kannte jeden einzelnen Probanden persönlich und genoss großes Vertrauen. Regelmäßig holte sie die Männer zu den Untersuchungen in der Universitätsklinik ab und überzeugte sie wenn nötig, sich nicht in die Hände anderer Ärzte zu begeben. Es gelang ihr auch fast immer, von den Angehörigen die Genehmigung für die Autopsie einzuholen. Bis zum Ende war sie die Seele des Experiments.

Weil alle seine Versuche scheiterten, dem Treiben von Tuskegee auf offiziellem Weg ein Ende zu bereiten, weihte Buxtun 1972 schließlich die Journalistin Jean Heller in seine Rechercheergebnisse ein. Zu diesem Zeitpunkt lebten nur noch 74 der Männer, die 40 Jahre zuvor für das Experiment rekrutiert worden waren. Der Rest war bereits verstorben. Am 25. Juli 1972 veröffentlichte Heller schließlich im "Washington Evening Star" ihren Artikel unter dem vergleichsweise nüchternen Titel "Syphilis-Patienten starben unbehandelt". Welche Lawine der Artikel ins Rollen brachte, hätte selbst Buxtun nicht erwartet.

"Ekelerregende Gefühllosigkeit"

Die Nation befand sich im Schockzustand. Sämtliche US-Zeitungen berichteten am nächsten Tag über die Tuskegee-Opfer. Der Vergleich mit den Menschenversuchen in deutschen Konzentrationslagern war in aller Munde. Ein New Yorker Journalist fasste die allgemeine Fassungslosigkeit treffend zusammen: "Wie ist eine solch ekelerregende Gefühllosigkeit außerhalb Nazi-Deutschlands überhaupt möglich?" Die Öffentlichkeit hatte sich innerhalb kürzester Zeit eine klare Meinung gebildet: Die Studie war nicht nur unmoralisch, sondern auch zutiefst rassistisch. Denn welchem Weißen wäre jemals über Jahrzehnte die rettende Penicillin-Behandlung vorenthalten worden?

Sowohl der PHS als auch die Seuchenschutzbehörde gerieten mächtig unter Druck und setzten einen Untersuchungsausschuss ein, der den Tuskegee-Fall bewerten sollte. Der Ausschuss brauchte volle drei Monate, um den Abbruch der Studie zu beschließen. Endlich, nach sieben Jahren zähen Kampfes, hatte Buxtun sein Ziel erreicht. Die Bürgerrechtsorganisation NAACP erstritt mit Hilfe des Staranwalts Fred Gray, der schon Martin Luther King vertreten hatte, vor Gericht schließlich außerdem eine Entschädigung von neun Millionen US-Dollar für die Überlebenden und eine lebenslange kostenlose medizinische Versorgung für die Opfer und ihre Familien.

Für sein menschenverachtendes Verhalten zur Rechenschaft gezogen, wurde jedoch keiner der Verantwortlichen der "Tuskegee-Syphilis-Studie". Und am Ende bestätigte sich, was sich von Anfang an abgezeichnet hatte: "Durch keines der Ergebnisse wird auch nur ein einziger Fall von infektiöser Syphilis verhindert, entdeckt oder besser behandelt", zog ein Arzt des PHS das Resümee der grausamen Studie.>

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Standard
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13.6.2012: Scheidenpilz: <Chronischer Vaginalpilz: Harmloser Killerkeim>

aus: Der Standard online; 13.6.2012;
http://derstandard.at/1336698370394/Genauer-Betrachtet-Chronischer-Vaginalpilz-Harmloser-Killerkeim

<Regina Philipp,
13. Juni 2012, 10:27

Kehrt der Scheidenpilz mehr als viermal im Jahr wieder, ist von einer chronischen Infektion die Rede.

Weißlicher Fluor, Juckreiz, Rötung und Brennen im Vaginalbereich: Beinahe jede Frau erfährt diese Symptome im Laufe ihres Lebens einmal am eigenen Leib. Einige davon werden das Problem Scheidenpilz nicht mehr los. Sie leiden wiederholt unter einer Infektion, die im Grunde einfach zu behandeln ist, aber viel Raum für Spekulationen bietet. 

An und für sich ist der Hefepilz Candida albicans ein ganz harmloser Keim, der bei etwa einem Drittel der Bevölkerung als Kommensale auf Haut und Schleimhäuten sein Dasein fristet. Seine Fähigkeit zum Opportunismus bereitet der Wissenschaft jedoch seit Jahren Kopfzerbrechen. Vom Killerpilz und invasorischen Monster ist mitunter die Rede, die therapeutische Intervention bei bloßer Anwesenheit wird kontrovers diskutiert.

Exakte diagnostische Abklärung

"Eine Candida-Infektion gehört therapiert, wenn sie Symptome verursacht", sieht Herbert Kiss, Leiter des Gynäkologischen und Geburtshilflichen Infektionslabors am Wiener AKH, die Lage pragmatisch. Grund genug, den Beschwerden gleich medikamentös zu begegnen, ist das für den Gynäkologen aber noch nicht. "Selbst wenn der optische Blick und das subjektive Gefühl einen Scheidenpilz vermuten lassen, liegt man nur in 50 Prozent der Fälle auch richtig", betont der Experte. 

Vorab ist daher, wie bei jeder anderen Erkrankung auch, eine exakte diagnostische Abklärung erforderlich, die bei der Vaginalmykose mit Hilfe eines Abstriches zur mikroskopischen Beurteilung erfolgt. In seltenen Fällen und bei einer chronisch rezidivierenden Verlaufsform ist eine Pilzkultur erforderlich. Bestätigt sich der Verdacht, wird nur bei gleichzeitig bestehender Symptomatik behandelt.

Systemisch oder lokal

"Die moderne Pilztherapie des 21. Jahrhunderts ist die orale Therapie", betont Kiss. Der Effekt, den Patientinnen bei einmaliger Einnahme der antimykotischen Kapsel erzielen, ist vor allem deshalb einer lokalen Therapie überlegen, weil der Pilz in aller Regel nicht nur im Vaginalbereich, sondern auch im Darm beheimatet ist. Studien haben die Wirkung von Fluconazol und Itraconazol bestätigt, trotzdem kommen Antimykotika oft erst spät ins Spiel. "Die meisten Frauen, die mit einem chronischen Scheidenpilz zu mir in die Praxis kommen, haben noch keine orale Therapie erhalten, sondern bislang nur mit Hilfe von Lokaltherapeutika therapiert", berichtet Kiss. 

In der Kategorie topische Therapie ist das Angebot groß, Recherchen im Internet lassen jedoch Uneinigkeit bezüglich der Effizienz auch unter Experten vermuten. Azole wie Clotrimazol und Miconazol sowie Polyene wie Amphtericin B, Nystatin und Ciclopirox kommen in Form von Salben, Cremes, Vaginaltabletten oder Ovula zum Einsatz. Alternativ sollen lokale vaginale Antiseptika wie Povidon-Jod, Hexetidinpräparate beziehungsweise Ammoniumbasen der Candida albicans den Garaus bereiten. "In Studien wurde nachgewiesen, dass bei einer einfachen, sporadisch auftretenden Pilzinfektion lokale und orale Therapie gleichwertig sind", betont Kiss und hält im Bereich der Lokaltherapeutika Clotrimazol für das Mittel der Wahl.

Stress triggert Abwehrschwäche

Geht man den Ursachen einer chronischen Vaginalmykose auf den Grund, wird man im Netz ebenfalls außerordentlich fündig. Von einer aus dem Gleichgewicht geratenen natürlichen mikrobiellen Keimflora der Vagina ist da unter anderem die Rede, einer übertriebenen Intimhygiene und einem eventuellen Zusammenhang mit dem Verhütungsmittel Spirale.

Und auch mit Lösungen wird nicht gespart. Laktobazillen sollen helfen, den Säuregehalt des Scheidenmilieus wiederherzustellen und damit die Vermehrung krankmachender Pilze zu verhindern. Das bloße Entfernen der Spirale könne ebenfalls die ersehnte Heilung bringen. Kiss gewinnt beiden Theorien nichts ab: "Es gibt keinen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen chronisch rezidivierendem Scheidenpilz und der Spirale, und die Laktobazillen helfen nicht, weil es bei einem Laktobazillendefizit nicht zu einer Pilzinfektion, sondern zu einer bakteriellen Vaginose kommen kann. In 90 Prozent der Fälle von Pilzinfektionen findet sich eine völlig normale Laktobazillenflora, wie unsere jährlich tausenden Befunde bestätigen."

Warum der Hefepilz manchmal Symptome erzeugt und manchmal nicht, hat laut dem Wiener Gynäkologen wahrscheinlich mit einem bestehenden Immundefizit zu tun. Stress, Schwangerschaft oder die Einnahme von Antibiotika triggern diese Abwehrschwäche, die der Candida die Möglichkeit eröffnet, sich ungehindert zu vermehren.

Keine Ansteckungsgefahr im Schwimmbad

Banal und doch schwierig genug: Mit dem richtigen Lifestyle können Frauen also in aller Regel Reinfektionen verhindern. Ein Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna ist nur bedingt ein Problem. "Eine echte Ansteckung in öffentlichen Schwimmbädern ist nicht möglich, jedoch kann der hohe Chlorgehalt des Wassers dazu führen, dass die Schleimhäute derart irritiert und gereizt werden, dass in weiterer Folge die lokale Immunabwehr der Schleimhäute zusammenbricht", ergänzt Kiss und würde in Anbetracht dessen zumindest Vorsicht walten lassen. (Regina Philipp, derStandard.at, 13.06.2012)

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n-tv online,
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Deutschland 18.6.2012: Fallzahl bei Syphilis steigt wieder: <Am schlimmsten in Berlin: Syphilis breitet sich aus>

aus: n-tv online; 18.6.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Syphilis-breitet-sich-aus-article6527736.html

<Die Zahlen verheißen nichts Gutes. In Deutschland infizieren sich immer mehr Menschen mit Syphilis. Die meisten Betroffenen sind homosexuelle Männer in großen Städten. Allerdings müssen auch heterosexuelle Männer und Frauen vorsichtig sein.

Die Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um gut ein Fünftel auf knapp 3700 gestiegen. Das berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin. Der Trend zu sinkenden Syphilis-Meldungen habe sich damit umgekehrt.

Mehrheitlich seien homosexuelle Männer in Großstädten betroffen, auch unter heterosexuellen Männern und Frauen sei die Krankheit aber keine Seltenheit, heißt es in dem Bericht. Die Zahl infizierter Männer stieg mit 23 Prozent deutlich stärker als die der Frauen (13 Prozent).

In elf Bundesländern registrierte das RKI einen Anstieg der Fallzahlen. Die höchsten Raten wurden in den Stadtstaaten gemeldet: Während bundesweit durchschnittlich 4,5 Infektionen auf 100.000 Einwohner kamen, waren es in Berlin 18, in Hamburg 13,3 und Bremen 7,9. In Köln gab es 24 Fälle je 100.000 Einwohner, in Frankfurt 21 und in München 17,3. In Saarland und Sachsen-Anhalt stagnierten die Zahlen, in Thüringen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz sanken sie.

Von 2004 bis 2008 hatten die Werte bundesweit stagniert und waren 2009 und 2010 gesunken. Dieser Trend hat sich laut RKI nun gewendet. Die Infektionszahlen haben demnach wieder das Niveau von 1986 erreicht. Ob sich der aktuelle Trend fortsetzen werde, sei zwar noch unklar. In diesem Jahr habe es aber bereits wieder erhöhte Meldezahlen gegeben.

Quelle: n-tv.de, dpa>

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Abtreibung auf natürliche Art

(aus peruanischen Quellen)

-- mit Oregano

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27.7.2012: Syphilis-Rate in Deutschland so hoch wie 1986 - vor allem unter schwulen Männern

aus: Geschlechtskrankheit: Syphilis hat Deutschland wieder fest im Griff; 27.7.2012;
http://www.welt.de/gesundheit/article108391302/Syphilis-hat-Deutschland-wieder-fest-im-Griff.html

<Syphilis ist eine tückische Krankheit: Sie bleibt lange unerkannt. Dann können bei Infizierten plötzlich Hirnschäden auftreten. Die Zahl der Fälle ist in Deutschland so hoch wie zuletzt vor 25 Jahren.

Von Katja Heise

Ein kleines, schmerzfreies Geschwür im Genitalbereich, oft bemerkt der Betroffene es gar nicht oder hält es für einen Herpes. Dann wird es schnell wieder vergessen, weil es nach wenigen Wochen auch schon wieder verschwunden ist.

Möglicherweise trügt der Schein: Es könnte sich ja auch um eine Syphilis-Infektion im Anfangsstadium handeln. Zwar sah es viele Jahre lang so aus, als habe man die Krankheit in Deutschland gut im Griff. Doch nun steigen die Infiziertenzahlen plötzlich deutlich an. Mit rund 3700 Neuerkrankungen im vergangenen Jahr ist mittlerweile wieder das Niveau von 1986 erreicht.

Vor allem in Großstädten wie Köln, Frankfurt am Main und Berlin schnellten die Zahlen hoch. Bundesweit wurden dem Robert-Koch-Institut 22 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr gemeldet. Zwar hat die "Lustseuche" nicht mehr den Schrecken, der tödlichen Pustelkrankheit, die Kolumbus Männer 1492 wahrscheinlich aus Amerika mitbrachten und prominente Opfer wie Casanova, Friedrich Nietzsche oder Heinrich Heine forderte.

Ursache für Anstieg der Zahlen unklar

Dennoch: "Es hat uns schon sehr überrascht, denn die Zahlen waren in den vergangenen Jahren stabil und 2010 sogar relativ niedrig", sagt Viviane Bremer, Syphilis-Expertin am Robert Koch-Institut. Kehrt die fast schon überwunden geglaubte Syphilis also nach Deutschland zurück?

"Die genauen Gründe für den Anstieg der Zahlen kennen wir nicht", erklärt Bremer. Ein Teil rühre sicherlich daher, dass mittlerweile öfter getestet würde. "Es sind hauptsächlich Männer betroffen, die Sex mit Männern haben. Aber daraus nun zu schließen, dass sich ein sorgloseres Verhalten ausbreitet, ist nur Spekulation."

Auch Armin Schafberger von der Deutschen Aidshilfe lenkt bei der Begründung der Syphilis-Zahlen ein: "Es ist es kaum möglich, zu sagen, worauf der Anstieg wirklich zurückzuführen ist. "Wer mehr testet, findet auch mehr". Zur Klärung der Frage müsse erst einmal weiter geforscht werden.

Penizillin schnell erfolgreich

Die Therapie der Syphilis mit Penizillin ist – falls die Diagnose früh erfolgt – zumeist schnell erfolgreich. Das Problem dabei: Die Syphilis-Bakterien schädigen die Schleimhaut, so dass auch HIV-Erreger leichter eindringen können.

"Bei den sexuell übertragbaren Krankheiten haben wir nicht nur Syphilis im Blick, aber diese Krankheit birgt mit Blick auf HIV das höchste Risiko", sagt der Experte der Deutschen Aids-Hilfe. Zwar sei es ganz normal, dass es bei der Syphilis eine gewisse Wellenbewegung gebe, doch die positive Entwicklung bei den HIV-Zahlen will man sich nicht kaputt machen lassen.

"Wir werden die Bestrebungen der letzten Jahre nochmals verstärken". Das soll heißen: Es wird noch mehr Aufklärung und auch mehr Syphilis-Testaktionen geben. Wer häufig wechselnde Partner hat, solle sich ein- bis zweimal pro Jahr testen lassen, sagt Schafberger, "das geht ganz einfach mit einem Bluttest." Bei den HIV-Zahlen schlage sich der Anstieg der Syphilis-Fälle bislang nicht nieder. "Das können wir erst zeitverzögert einschätzen – in ein bis zwei Jahren".

Plötzliche Abheilung nach einigen Wochen

Doch nicht nur, wegen der erhöhten HIV-Ansteckungsgefahr ist der sogenannte Treponema-pallidum-Erreger der Syphilis auch heute noch tückisch – trotz der guten Behandlungsmöglichkeit. Denn bis heute wird die "Lustseuche" wegen der sehr unterschiedlichen Symptome und Verläufe oft mit anderen Krankheiten verwechselt – "sie ist ein Chamäleon der Medizin", erklärt Schafberger.

Einige Tage nach der Infektion beginnt das erste Stadium der Krankheit. An der Eintrittstelle der Bakterien in den Körper kann sich ein hirsekorngroßes Knötchen bilden, das sich dann zu einem münzgroßen Geschwür mit hartem Rand entwickelt. Das meist schmerzarme Geschwür sondert eine klare, hoch ansteckende Flüssigkeit ab. Nach ein bis zwei Wochen schwellen auch die benachbarten Lymphknoten an. Das Geschwür heilt nach einigen Wochen plötzlich wie von selbst wieder ab.

Oft bleibt diese Phase unbemerkt, das kleine Geschwür wird übersehen oder mit einem Herpes verwechselt. Einige Wochen nach der Infektion, im zweiten Stadium dann, treten unspezifische Symptome, wie etwa Fieber und Appetitlosigkeit auf. Die Patienten fühlen sich "irgendwie krank".

Umliegendes Gewebe wird zerstört

Charakteristischer sind die Haut- und Schleimhautveränderungen: ein juckender, manchmal schuppender fleckiger Ausschlag. Danach tritt die Krankheit in eine Ruhephase.

Viele Infizierte hoffen dann, die Syphilis wäre überstanden. Und tatsächlich heilt die Krankheit nach Stadium eins oder zwei sogar in einem Drittel bis der Hälfte der Fälle ganz von selbst aus. Doch leider täuscht dieser Eindruck meist: Ohne Behandlung kann die Syphilis noch nach Jahren innere Organe, Gefäße und Herz sowie das zentrale Nervensystem schädigen. Typisch sind dann am ganzen Körper auftretende, oft gummiartig verhärtete Knoten, die beim Aufbrechen das umliegende Gewebe zerstören.

Schließlich kann auch das Gehirn befallen werden. Frühe Symptome sind dann nächtliche Kopfschmerzen, später folgen Nervenschmerzen, Lähmungen bis hin zu Wahnvorstellungen und Demenz. Die Krankheit kann sich also über Jahrzehnte hinziehen. "Aber nur noch in Einzelfällen wird sie so spät erkannt, dass dauerhafte Hirnschäden bleiben", erklärt Bremer.

Behandlung je nach Krankheitsdauer

Die Behandlung der Syphilis muss an das Stadium der Erkrankung angepasst werden: Liegt die Infektion weniger als ein Jahr zurück, reicht eine Spritze Penizillin in jede Gesäßbacke. Damit ist die Frühsyphilis optimal behandelt. Bei einer älteren Syphilis muss über einen längeren Zeitraum Penizillin gespritzt werden.

Nicht zu vergleichen also mit den brachialen Behandlungsmethoden, die Erkrankte früher über sich ergehen lassen mussten: giftige Quecksilber-Salben, -Dämpfe und –Injektionen – und das ohne jede Heilungschance. Noch um 1900 siechte ein Drittel der Psychiatrie-Patienten in Deutschland mit der Diagnose Syphilis vor sich hin, unheilbar krank – bis endlich, rund 20 Jahre nach dem Arsen-Präparat Salvarsan, das Paul Ehrlich 1909 entwickelte, das Penizillin entdeckt wurde.

Eine Impfung gibt es bis heute nicht. Die Syphilis hinterlässt außerdem keine ausreichende Immunität – man kann sich immer wieder infizieren. "Früherkennung, Therapie, Partnerinformation und prophylaktische Partnerbehandlung sind daher in der Prävention unerlässlich", schreibt die Deutsche Aids-Hilfe in ihrem HIV-Report 2012.

93 Prozent der Erkrankten sind Männer

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal der Syphilis: In Deutschland ist die Syphilis eine "Männerkrankheit": über 93 Prozent der Syphilis-Neudiagnosen entfielen 2011 auf Männer, nur 6,4 Prozent auf Frauen.

In Osteuropa jedoch werden deutlich mehr Frauen als Männer mit Syphilis gemeldet. Der Grund dafür? Die Dunkelziffer der infizierten Männer ist in Osteuropa sehr hoch, weil Homosexualität dort noch ein tabu ist, sagt Bremer.

Die Zahlen der Syphilis-Infizierten sind in osteuropäischen Ländern insgesamt aber sehr hoch. Auch, weil es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vielerorts keine gesicherte Gesundheitsversorgung gab und sich eine regelrechte Syphilis-Epidemie entwickeln konnte, die heute noch in den Zahlen sichtbar ist.

Ansteckung über unsichtbare Verletzungen

Der bestmögliche Schutz gegen die "Lustseuche" bei Vaginal- und Analverkehr ist und bleibt das Kondom. Denn für die Ansteckung reichen schon wenige Bakterien, die über kleine, oft kaum sichtbare Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut eingerieben werden.

Für eine Übertragung benötigt es dennoch intensiven Kontakt, einfache Berührung allein reicht nicht aus. Die Syphilis-Bakterien müssen für eine Übertragung aus den Geschwüren mit dem Gewebewasser"herausgerieben" werden. Die meisten befinden sich dabei an der Vorhaut oder Eichel, an den Lippen oder Zunge, um oder im Anus und bei Frauen an den großen Schamlippen und in der Vagina. Sie können jedoch auch an der Haut des Penis, an der Peniswurzel oder an Fingern auftreten.

Statistisch führt jeder dritte Sexualkontakt mit einem Syphilisinfizierten zur Infektion des Partners. Dennoch: "Kondome sind zwar wichtig, geben aber keinen 100-prozentigen Schutz", betont Bremer. Denn möglich sind sogar Infektionen bei intensivem Küssen, wenn etwa der Primäraffekt der Krankheit an der Lippe auftritt.

Sichere Heilung möglich

So gut sichtbar ist die Syphilis dann vielen Betroffenen besonders peinlich. Denn – ganz wie im Mittelalter – wecken sexuell übertragbare Krankheiten noch heute Assoziationen mit lebhaftem und sündhaftem Sexualverhalten. Wer eine solche Krankheit hat, ist vielleicht "fremdgegangen" oder war gar bei einer Prostituierten. "So verschmelzen Vorstellungen von einem partnerschaftlichem Treueideal und was eine gute und richtige Sexualität darstellt, mit Einstellungen zu einer bakteriellen Erkrankung.

"Unsere Gesellschaft scheint also noch weit davon entfernt zu sein, sexuell übertragbare Krankheiten als gewöhnliche Infektionen zu verstehen", sagt Schafberger. Deshalb gelte: "Auch wenn es für die Syphilis heute eine sichere Heilung gibt – besiegt ist die Krankheit noch längst nicht.">


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Quellen
[web01] http://www.menshealth.de/sex/verhuetung/wunderwaffe-kondom.89139.htm

Fotoquellen
[1] Kondome: http://www.menshealth.de/sex/verhuetung/wunderwaffe-kondom.89139.htm

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