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Merkblatt Herzinfarkt

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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9.6.2010: Die ersten Anzeichen von Herzinfarkt sind schwere Schmerzen in Brustkorb, Armen und Schulterblättern, kombiniert mit Atemnot, Übelkeit, Brechreiz und Angst

aus: n-tv online: Fehlalarm nimmt niemand übel - Verdacht auf Infarkt? Sofort 112!; 9.6.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/gesundheit/Verdacht-auf-Infarkt-Sofort-112-article913382.html

[Den ärztlichen Notdienst rufen, und nicht zuerst den Hausarzt]

<Die Deutsche Herzstiftung hat eine bundesweite Kampagne zur Information über den Herzinfarkt gestartet. Unter dem Motto "Herzinfarkt: Jede Minute zählt! Sofort 112" will die Stiftung die Menschen auffordern, bei Infarktverdacht sofort den Rettungsdienst anzurufen.

Auch der Hausarzt ruft 112

Viele Menschen hätten aber eine gewisse Scheu, sofort die Nummer 112 zu wählen, sagte der Sprecher der Herzstiftung, Michael Wichert, in Frankfurt. Stattdessen werde häufig der Hausarzt oder der ärztliche Notdienst verständigt. Dies sei aber "ein lebensgefährlicher Umweg. Selbst wenn der Hausarzt kommt, kann er nichts anderes tun, als die 112 anzurufen", teilte der Vorsitzende der Stiftung, Prof. Hans-Jürgen Becker, mit.

Jedes Jahr sterben in Deutschland über 60.000 Menschen an einem Herzinfarkt, berichtete die Stiftung. Jeder vierte sterbe bevor er in die rettende Klinik komme. "Bei einem Herznotfall geht es um jede Minute. Ein Herzinfarkt kann jederzeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen", betonte der Direktor der Kardiologie am Frankfurter Universitätsklinikum, Prof. Andreas Zeiher.

Je früher ein Patient aber in einer Klinik behandelt werde, desto mehr Herzmuskel - das heißt Pumpkraft des Herzens - könne erhalten werden, sagte der Oberarzt der Kardiologie am Uniklinikum, Joachim Ehrlich. Ehrlich der auch Notarzt beim Frankfurter Rettungsdienst ist, forderte dazu auf, bei infarkttypischen Beschwerden sofort die 112 anzurufen: "Ich verzeihe es jedem, der fehlalarmiert."

Typische Alarmzeichen

Als typische Anzeichen für einen drohenden Herzinfarkt nannte er, schwere, länger anhaltende Schmerzen in Brustkorb, Armen und Schulterblättern. Außerdem müsse auf Atemnot, Übelkeit, Brechreiz und Angst geachtet werden. Nächtliches Erwachen mit Schmerzen im Brustkorb sei ein besonderes Alarmzeichen.

Die Deutsche Herzstiftung baut in ihrer Kampagne auf rund neun Quadratmeter große Plakate, von denen 3100 in 105 Städten aufgestellt werden sollen. Die Informationen über das richtige Verhalten bei einem Herznotfall werden auch über Fernsehspots sowie Infomaterial vermittelt.

dpa>

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Hildegard-Drogerie: Herzinfarkt

aus: Auswahl bewährter und wirkungsvoller Naturheilprodukte. Ausgabe 2002. Hildegard-Drogerie AG, Aeschenvorstadt 24+25, 4010 Basel.

Herzinfarkt: Vorbeugung:
-- Selenpräparate einnehmen (S.39)
-- Bärlauchpräparate einnehmen (S.52).


Dr. med. Volker Schmiedel / Dr. med. Matthias Augustin: Herzinfarkt

aus: Dr.med.Volker Schmiedel / Dr.med. Matthias Augustin: Handbuch Naturheilkunde. Methoden, Anwendungen, Selbstbehandlung. Haug-Verlag, Heidelberg 1997.

Herzinfarkt
-- ist zu ca. 50% ernährungsbedingt (S.98)
-- wird begünstigt durch die Schadstoffe im Zigarettenrauch und 1014 zellzerstörende Radikale pro Zigarettenzug (S.235).


Dr. Vogel: Herzinfarkt

aus: Alfred Vogel: Der kleine Doktor. Hilfreiche Ratschläge für die Gesundheit. Verlag A.Vogel, Postfach, CH-9053 Teufen AR, 66.Auflage 1991

Trotz schwerer körperlicher Arbeit gab es im 18.-19.Jh. keine Herzinfarkte. In den 1980er Jahren ist es eine der häufigsten Todesursachen, trotz aller Hilfsmittel und Maschinen. Mit der körperlichen Arbeit hat Herzinfarkt folglich NICHTS zu tun (S.205). Faktoren der "zivilisierten" Welt, die Herzinfarkt begünstigen:

-- einseitige Betätigungen, Bewegungsmangel, keine frische Luft
-- keine Wechsel Spannung - Entspannungsphasen, Fehlen von Harmonie zwischen Tätigkeit und Ruhe
-- Autofahrer wandern kaum noch, fahren auch noch Fussgängerdistanzen mit dem Auto (S.206)

->> alles, was nicht mehr gebraucht wird, verkümmert (S.207)
->> das Herz degeneriert durch mangelnde Betätigung
->> Häufung von Verkrampfungen, Stauungen, Spasmen/Krämpfen, hoher Blutdruck etc.

->> ab 60 kann die Kombination der Faktoren zum Herzinfarkt führen, eventuell mitten in der Arbeit, meist bei solchen, die körperlich nichts mehr tun (S.206), nicht mehr wandern, keine Gartenarbeit machen, keinen Sport mehr machen (S.207). So wird das Leben um 20-30 Jahre verkürzt (S.207).

Bei einem Herzschlag versagt das Herz, wenn die Herzmuskulatur nur noch aus Narben besteht (S.210). Bei einem tödlichen Herzinfarkt reisst das Herz, sofortiger Tod (S.210).

Herzinfarktgefahr / Apoplexie

Gefährdete Personengruppen: Geschäftsleute, Beamte, Parlamentarier (S.207), Managertypen (S.208). Behandlung der Apoplektiker:

-- hohen Blutdruck abbauen
-- Mistelpräparate und Rauwolfiaextrakte reichen nicht
-- Saftkuren und Ernährungsumstellung

-- Eiweisse auf 40g täglich reduzieren
-- Gemüse, Salate, Quark- und Sojaeiweisse einnehmen
-- Naturreis wirkt regenerierend auf Blutgefässe

-- Fette und Öle beim Kochen weglassen, nur kalt verwenden, in Salatsossen mit Molkekonzentrat (S.794)

-- Kochsalz weg, stattdessen würzen mit Knoblauch, Meerrettich, Petersilie
-- Alkohol und Nikotin aussortieren (S.795).

Herzinfarkt: Behandlung nach überlebtem Herzinfarkt
Wochenlange Bettruhe. Heilung des Herzens ist aber kaum möglich, denn es handelt sich nach zigfachen Herzanfällen einfach um eine weisse Narbe mehr im Herzmuskel (S.210).

Lebensumstellung und Behandlung:
-- nicht mehr rauchen
-- nur mässigen Alkoholgenuss, Fleischgenuss
-- Nusskämbentee machen aus den inneren Scheidewänden zwischen den Walnusskernen: die Nusskämben von 4-5 Nüssen einen Tag einweichen, dann kochen und nüchtern trinken, dauernd einnehmen, wirkt gegen Druck und Schmerzen auf der Brust (S.210).

oder: wöchentlich zwei Safttage z.B. Montag und Donnerstag mit Dr.Vogels Fastenmischung, wirkt gegen alle "Zivilisations"-Krankheiten inklusive Krebs: milchvergorene Säfte: 60% roter Randensaft / Rote Beete-Saft, 30% Karottensaft / Rüeblisaft, 10% Sauerkrautsaft (S.787), vergoren mit rechtsdrehender Milchsäure (S.791), reich an natürlich gebundenem Kalium und Magnesium, Basel-Säuren-Verhältnis 3:1 (S.793); anfangs eventuell mit kohlensäurefreiem Mineralwasser verdünnen (S.791)

+ gute Luft zuführen: Wanderungen oder Gartenarbeiten, bei Sonne mit Hut
+ Stauungen mit Reflexzonenmassage beheben und massvoll, aber regelmässig (S.793) Bewegungstherapie
+ Stärkung der Herzmuskeln mit Weissdorn-Frischpflanzenpräparat Crataegus-Komplex (S.794).

Herzinfarkt: Vorbeugung

Pflichten abbauen, Zeit weise einteilen, Mittelweg zwischen Arbeit und Erholung finden, die dann aber auch Erholung sein muss, wandern, Gartenarbeit oder Sport als Ausgleich (S.207), insgesamt weniger essen, aber vollwertig essen. In der Umstellung vom Stress in den Mittelweg soll man regelmässig Taigawurzeltinktur / Eleutherococcus und Ginseng-Stärkungsdragees einnehmen (S.208).

oder: Saftfasten mit Dr.Vogels Fastenmischung wirkt gegen alle "Zivilisations"-Krankheiten inklusive Krebs: milchvergorene Säfte: 60% roter Randensaft / Rote Beete-Saft, 30% Karottensaft / Rüeblisaft, 10% Sauerkrautsaft (S.787), vergoren mit rechtsdrehender Milchsäure (S.791), reich an natürlich gebundenem Kalium und Magnesium, Basel-Säuren-Verhältnis 3:1 (S.793); anfangs eventuell mit kohlensäurefreiem Mineralwasser verdünnen (S.791).

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Faktor entzündetes Zahnfleisch und entzündeter Zahnhalteapparat (Paradontitis): 2 bis 3 mal mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle

Zahnarzt Dr. Schulte aus Luzern gibt an:

Gemäss neusten, gesicherten Forschungsergebnissen haben Personen mit Paradontitis ein zwei- bis dreimal so hohes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall wie Personen ohne Paradontitis.

Die anaeroben Parodontitiskeime werden in die Blutbahn ausgeschwemmt und sind Ursache für Blutgerinnsel.
(http://www.dr-schulte.ch/parodontose/)


Dr. Kuepper, Bad Säckingen:

Für Herzinfarkte ist das Risiko bei Parodontitis 1,5 bis 2 mal so hoch, für Schlaganfall bis 3 mal soch hoch wie für Menschen ohne Parodontitis.
(http://www.doktorkuepper.de/parodontologie/intern_begleiterkrankungen.html)

Hirnblutungen (Infarkte) werden durch die Bakterien der Parodontitis begünstigt.
(Dr. Sorg; http://www.meinzahnarzt.ch/fachinformation/behandlungen/zahnfleischbehandlung.cfm)

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Faktor Fussballspiel: Mehr Herzinfarkte bei viel Aufregung

aus: spiegel online, 31.1. 2008: Fussball-WM 2006: Elfmeter-Krimi gegen Argentinien sorgte für mehr Herzinfarkte;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,532219,00.html

Von Holger Dambeck

<Wenn das deutsche Team bei der Fußball-WM 2006 spielte, gab es deutlich mehr Herzinfarkte als sonst. Für besonders viele sorgte das Elfmeterschießen gegen Argentinien und das Halbfinale gegen Italien, berichten Münchner Mediziner. Das Spiel um Platz 3 war weniger gefährlich.

Keine Frage - sie war aufregend, die Fußballweltmeisterschaft 2006. Für manchen Zuschauer war die Aufregung aber so groß, dass er mit einem Herzinfarkt oder Rhythmusstörungen beim Notarzt landete. Mediziner von der Universitätsklinik München haben jetzt festgestellt, dass während der Spiele der deutschen Mannschaft die Zahl der notärztlich behandelten Herzattacken um das 2,7-fache angestiegen sind.

WM-DRAMEN: FUSSBALL, DER ANS HERZ GING

Die meisten Einsätze hatten die Ärzte am Tag des Spiels gegen Argentinien, das die Klinsmann-Truppe erst nach dem Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte. Auf Rang zwei in der Herzproblemstatistik folgt das Halbfinale gegen Italien, das für die Deutschen in der Verlängerung verloren ging. Das Spiel um Platz 3 gegen Portugal brachte die Herzen der Zuschauer jedoch nicht messbar aus dem Tritt: Die Zahl der Einsätze bewegte sich auf normalem Niveau. Die nun vorliegenden Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Rhythmusstörungen zu, berichten die Gerhard Steinbeck und seine Kollegen im "New England Journal of Medicine" (Bd. 358, S. 475) Die lange diskutierte Rolle von emotionalem Stress als Auslöser von Herzinfarkten sei nun statistisch bewiesen.

Die Mediziner hatten Protokolle von 24 Notarztstandorten aus München und Umgebung ausgewertet und mit Daten aus den Jahren 2003 und 2005 verglichen. Für die Studie erfasst wurden nur deutsche Patienten, die wegen eines kardiologischen Notfalls den Notarzt gerufen hatten und von diesem behandelt und in eine Klinik eingewiesen wurden. Insgesamt umfasst die Studie Daten von 4279 Patienten.

Vor allem Männer nahmen sich die Spiele der Deutschen zu Herzen: Während der Spieltage des Klinsmann-Teams waren 71 Prozent der Herzpatienten männlich, in den Vergleichsperioden 2003 und 2005 lag ihr Anteil hingegen nur bei knapp 57 Prozent.

Ähnliche Daten zu Erdbeben

Die Erkenntnisse der Münchner Mediziner überraschen Experten kaum. Stress sei zwar kein klassischer Risikofaktor wie Rauchen, gelte aber als "Risikofaktor zweiter Ordnung", sagte Claus Jünger, Statistik-Experte am Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Wir gehen davon aus, dass Stress ein Auslöser für Herzinfarkte ist." Auch Fußballspiele müssten als Stress gewertet werden.

Thomas Meinertz, Kardiologe am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Vorstand der Deutschen Herzstiftung, zeigte sich ebenfalls wenig überrascht von den Erkenntnissen aus München: "Das hätte ich so erwartet." Starke psychische Bewegung erhöhe die Herzinfarktquote, sagte er im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Es gebe ähnliche Daten zu Erdbeben, bei denen sich Infarkte häuften, obwohl die Betroffenen nicht verletzt seien. Neu an der Studie sei aber, dass auch extrem positive Ereignisse Leute so in Anspannung versetzen könnten, dass es "zu einer Explosion" komme.

Dass besondere Ereignisse die Herzinfarktquote beeinflussen, hatten Experten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie erst im Dezember berichtet. Die Zahl der Notfälle nimmt beispielsweise während der Weihnachtstage ab. "Das ist sozusagen ein Herzensgeschenk vom Christkind, ein Bonus der Natur", sagte Jochen Senges, Direktor des Ludwigshafener Instituts für Herzinfarktforschung. Die Untersuchung fußt auf Daten des Mitra-plus-Registers, dem größten europäischen Herzinfarktregister, das Informationen aus 398 Herzkliniken umfasst.

Zu Weihnachten sinkt Herzinfarktquote

In den Tagen vom 20. bis 22. Dezember liegt die Infarkthäufigkeit demnach bei 99 Prozent, ab dem 23. Dezember sinkt sie um ganze zehn Prozent. Dieser Befund kommt laut Senges "völlig unerwartet, weil andere Festtage wie zum Beispiel der eigene Geburtstag vor allem bei Männern mit einer deutlich höheren Infarktquote verbunden sind". Weihnachten habe offenbar einen positiven Effekt, erklärte Statistik-Experte Jünger. "Die Menschen kommen zur Besinnung, zur Ruhe, entspannen."

Bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft war dies offensichtlich nicht der Fall. Die Sanitäter in den WM-Stadien rückten während eines Spiels durchschnittlich hundert Mal aus, um Spielern oder Zuschauern zu helfen. Das waren nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes doppelt so viele Einsätze wie bei einem Bundesligaspiel. Herz-Kreislauf-Beschwerden kamen am häufigsten vor. Fünf Prozent der Patienten mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Besser nicht aufregen

Für Kardiologen wie Thomas Meinertz vom Hamburger UKE sind Herzprobleme im Stadion oder vor dem Fernseher geradezu programmiert: Durch den Stress werde das sympathische Nervensystem erheblich stimuliert, Blutdruck und Herzfrequenz stiegen. "Da unter den Zuschauern auch immer solche mit koronarer Herzkrankheit, also einer Erkrankung der Herzkranzgefäße, sind, kommt es zu mehr Infarkten." Meinertz glaubt nicht, dass ein Gesunder durch die Aufregung eines Fußballspiels einen Infarkt erleiden kann.

"Männer ab 40, Frauen ab 50 sollten sich untersuchen lassen, vor allem wenn bei ihnen Risikofaktoren wie Rauchen, fehlende Bewegung und ein gestörter Fettstoffwechsel vorliegen", empfiehlt der Mediziner. All diese Faktoren könnten dazu beitragen, dass sich eine Koronarkrankheit entwickle.

Und was können Betroffene tun? "Man sollte vermeiden, sich unkontrolliert in höchste Gefühlslagen zu versetzen", meint Meinertz. "Es wäre besser, mit einer gewissen Distanz heranzugehen. Fußball ist eben nur ein Spiel.">

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18.4.2009: <Flavonol schützt Gefässe: Kakao ist gut für's Herz

aus: n-tv online; 18.4.2009; http://www.n-tv.de/1139456.html

Nicht nur Rotwein und Grüntee sind gut für das Herz, sondern auch Kakao mit einem hohen Anteil des Pflanzeninhaltsstoffs Flavonol. Das berichteten Forscher des Universitätsklinikums Aachen und der University of California in Davis auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim.
 
In einer Studie hatten die Forscher Patienten mit einer Herzkranzgefäßerkrankung, die medikamentös optimal versorgt waren, zweimal täglich Kakao-Drinks gegeben. Ein Teil der Getränke hatte einen besonders hohen Anteil am Pflanzeninhaltsstoff Flavonol. Flavonoide sind eine Gruppe von Pflanzenfarbstoffen, die vor allem in Früchten und Gemüse, aber auch in Rotwein und Tee vorkommen. Sie binden sehr reaktive, zellschädigende Stoffe, die sogenannten freien Radikale.
 
Gemessen wurde dann anhand verschiedener Parameter die Wirkung dieser Maßnahme auf Vorläuferzellen, die wichtig sind für die Regenerationsfähigkeit geschädigter Gefäßwände. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Flavonol-haltiger Kakao bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) die Vorläuferzellen mobilisiert.
 
Je mehr Flavonol im Kakao enthalten ist, desto größer ist der Effekt, heißt es in dem Bericht. "Das könnte zur nachhaltigen Verbesserung der Gefäßschäden und zum besseren Krankheitsverlauf bei KHK-Patienten beitragen, die regelmäßig Flavonol-haltige Nahrungsmittel zu sich nehmen", schreiben die Wissenschaftler. Welche Kakaosorten oder Schokoladen-Drinks die Wirkung begünstigten, war der Pressemitteilung nicht zu entnehmen.
 
Auf der DGK-Jahrestagung in Mannheim diskutierten an drei Tagen mehr als 7000 Teilnehmer aus 25 Ländern neue Erkenntnisse aus der Herz-Kreislauf-Forschung.>

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20 minuten
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Deutschschweiz 28.7.2009: Weniger Herzinfarkte oder Hirnschläge in den Bergen und für in den Bergen geborene Menschen

aus: 20 minuten online: Gesunde Alpenluft: In der Höhe lebt es sich länger; 28.7.2009;
http://www.20min.ch/news/wissen/story/10275711

<Höhenluft ist gut fürs Herz: Schweizer Bergbewohner sterben gemäss einer Studie von Forschern der Universität Zürich seltener an Herzinfarkten oder Hirnschlägen als Unterländer.

Wer in den Bergen geboren ist, behält für immer einen Teil des schützenden Höheneffekts.

Die Forscher um David Fäh und Matthias Bopp vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich stützten sich für ihre Studie auf Daten von 1,64 Mio. Deutschschweizerinnen und Deutschschweizern. Sie untersuchten, wie der Wohnort zusammenhängt mit dem Risiko, an einem Herzinfarkt oder einem Hirnschlag zu sterben.

Es zeigte sich, dass das Leben in grosser Höhe über Meer einen starken Schutzeffekt hat, wie die Universität Zürich am Dienstag mitteilte: Pro 1000 Höhenmeter sank das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben um 22 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Hirnschlag zu sterben, nahm um 12 Prozent ab.

Luftqualität und Sonnenlicht

Einwohner von Davos beispielsweise haben also laut der Studie ein deutlich geringeres Risiko für tödliche Herzkreislaufkrankheiten also Bernerinnen und Berner. Die Forscher glauben, dass für die schützende Wirkung klimatische Faktoren verantwortlich sind.

Einen Effekt haben könne zum Beispiel die bessere Luftqualität in den Bergen, sagte Matthias Bopp auf Anfrage. Oder die höhere Sonneneinstrahlung: Weil es in den Bergen weniger Nebel gebe, hätten Alpenbewohner vielleicht einen höheren Pegel des gesunden Vitamins D, das sich nur mit Hilfe von Sonneneinstrahlung im Körper bildet.

Dass andere, klassische Risikofaktoren für die Unterschiede verantwortlich sind, glauben die Forscher dagegen nicht. Befragungen hätten gezeigt, dass Bergbewohner kaum weniger rauchten oder weniger übergewichtig seien als Unterländer und sich auch nicht gesünder ernährten oder mehr bewegten.

Hoher Geburtsort von Vorteil

In diese Richtung deutet auch ein weiterer Befund aus der Studie: Es zeigte sich nämlich, dass nicht nur Menschen, die in grosser Höhe leben einen Überlebensvorteil haben, sondern auch jene, die dort geboren sind. Wer also im Engadin geboren wurde, nachher aber in tieferen Lagen lebt, behält einen Teil des schützenden Höheneffekts.

Umgekehrt ist ein tiefer Geburtsort ein Nachteil, wenn es um Krankheiten des Herzkreislaufs geht. Wer aus dem Unterland ins Engadin zügelt, hat zwar ein tieferes Sterberisiko, als wenn er im Flachland geblieben wäre. Aber der waschechte Engadiner, der seiner Heimat treu blieb, ist immer noch besser dran.

Anpassungen im Mutterleib

Die genauen Ursachen dieses Schutzes kann die im Fachmagazin «Circulation» veröffentlichte Studie zwar nicht eruieren. Bopp vermutet aber, dass bislang unbekannte Anpassungen im Mutterleib dazu führen könnten, dass ein Geburtsort in den Bergen einen Überlebensvorteil darstellt.

Möglich wurde die Studie gemäss dem Communiqué durch eine anonyme Verknüpfung von Personendaten aus der Volkszählung 1990 und dem Sterberegister der Jahre 1990 bis 2000. Berücksichtigt wurden Deutschschweizer im Alter von 40 bis 84 Jahren, die in Höhen von 259 bis 1960 Metern über Meer lebten.

(sda)>

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gmx Logo

9.6.2010: <Kleine Menschen haben laut Studie grösseres Herzinfarktrisiko

aus: gmx: Gesundheit; 9.6.2010;
http://portal.gmx.net/de/themen/gesundheit/krankheiten/10579052-Herzinfarkt-trifft-vor-allem-kleine-Menschen.html#.00000002

Forschern ist noch nicht ganz klar, warum sich die Körpergrösse auf das Herzinfarktrisiko auswirkt.

Frauen unter 1,53 Meter und Männer unter 1,65 Meter hätten ein 50 Prozent höheres Risiko, Herzprobleme zu bekommen, als Frauen über 1,66 Meter und Männer über 1,73 Meter, heißt es in einer Studie des "European Heart Journal". Die Forscher regen an, eine geringe Körpergröße mit auf die Liste der bereits bekannten Risikofaktoren wie Übergewicht, hohes Alter oder hoher Cholesterinspiegel zu setzen.

Der Zusammenhang zwischen Körpergröße und Herzerkrankungen wurde in den vergangenen 60 Jahren in fast 2000 Studien zu ermitteln versucht, die Ergebnisse blieben dabei meistens widersprüchlich. Für die jüngste Studie gingen Forscher der finnischen Universität von Tampere unter Leitung von Puula Paajanen sämtliche Arbeiten noch einmal durch und betrachteten sie unter einem neuen Blickwinkel: Sie beschlossen, die kleinsten Menschen mit den größten zu vergleichen. Schließlich konzentrierten sie sich auf 52 Studien, die rund drei Millionen Menschen untersucht hatten.

"Das Ergebnis ist eindeutig: Eine kleine Körpergröße hängt mit einem erhöhten Risiko einer Herzerkrankung zusammen", schreibt Jaakko Tuomilehto von der Universität Helsinki. Allerdings seien die patho-physiologischen, umweltbedingten und genetischen Faktoren bei diesem Zusammenhang noch nicht bekannt, fügte er hinzu. Eine Theorie geht davon aus, dass kleine Menschen kleinere Herzkranzgefäße haben, die schneller verstopfen. Aber auch eine genetische Veranlagung könne eine Rolle spielen, schreibt Studienleiterin Paajanen.

Kleine Menschen müssten sich aber deshalb keine Sorgen machen, betonte Paajanen. "Die Größe ist nur ein Faktor bei Herzerkrankungen. Menschen können ihre Größe nicht beeinflussen, aber sie können ihr Gewicht und ihre Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Trinken und Sport kontrollieren." Große Menschen hätten zwar einen Risikofaktor weniger - könnten dafür aber immer noch alle anderen haben.

© AFP>

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Spiegel
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10.7.2010: Kälte schützt das Gehirn fast komplett - Anwendungsbereiche nach Herzinfarkt oder bei Herzoperationen

aus: Spiegel online: Medizin: Herzstillstand bei 28 Grad; 10.7.2010;
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,704730,00.html

<Von Veronika Hackenbroch

Kälte schützt das Hirn. Eine wachsende Zahl von Ärzten entscheidet sich deshalb dafür, Patienten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall abzukühlen - mit verblüffendem Erfolg. Besonders die Kinder-Herzchirurgen operieren gern bei Körpertemperaturen von unter 30 Grad.

Weich ist Leonhardts Brustbein und kaum dicker als ein Streichholz. Aber Michael Hübler durchtrennt ja nicht zum ersten Mal einen Säuglingsknochen. Ganz behutsam führt er die zierliche Knochensäge.

Schließlich liegt das Herz frei. Kaum größer als eine Pflaume schlägt es im offenen Brustkorb. Mit zwei Kanülen schließt Hübler es an die Herz-Lungen-Maschine an. "28 Grad?", fragt der Kardiotechniker Wolfgang Böttcher, der die Maschine bedient. Hübler bestätigt mit einem knappen Ja.

Böttcher tippt die Zieltemperatur ein. Der Kältetauscher in der leise summenden Herz-Lungen-Maschine springt an. 35,5, 33,4, 31,7 - rasant sackt der Temperaturwert auf dem Anästhesiemonitor. 14 Minuten später erreicht er schließlich 28,0 - fast 10 Grad Celsius unter der Normtemperatur.

Drei Tage alt und sieben Pfund schwer ist der Patient im OP 5 des Deutschen Herzzentrums Berlin. Nicht einmal die Nabelschnur ist schon abgefallen.

Leonhardt wurde mit einem schweren Herzfehler geboren. Die Anschlüsse seiner großen Körper- und Lungenschlagadern sind vertauscht. Das Blut des Jungen fließt deshalb in zwei getrennten Kreisläufen. Hätten die Ärzte in den vergangenen drei Tagen die vorgeburtliche Verbindung der beiden Kreisläufe nicht künstlich offen gehalten, wäre der Junge wahrscheinlich schon tot. Jetzt aber ist es höchste Zeit für die Operation.

Die Kälte hat Leonhardts Herzschlag bereits auf 45 Schläge pro Minute verlangsamt. Jetzt befiehlt Hübler: "Kardioplegie vor!" Eine kaliumhaltige Flüssigkeit läuft in das winzige Herz. Sekunden später steht es still.

Jetzt arbeitet nur noch die Herz-Lungen-Maschine. Hübler kann sich daranmachen, Körper- und Lungenarterie vom Herzen abzutrennen und in der richtigen Position wieder anzunähen - eine langwierige, komplizierte Prozedur, deshalb die radikale Abkühlung.

"Von Lawinenopfern und Menschen, die ins Eis eingebrochen sind, wissen wir ja schon seit längerem, dass Kälte das Gehirn vor Sauerstoffmangel schützen kann", erklärt Hübler. "Genau diese Wirkung erhoffen wir uns auch von der Kühlung während der Operation."

Denn niedrige Temperaturen schützen umfassend wie kein anderes Verfahren vor Sauerstoffmangel. Wenn die Versorgung knapp wird, reagiert das Gehirn empfindlich - ganze Kaskaden schädlicher Reaktionen werden in Gang gesetzt: Aggressive freie Radikale und toxische Stoffwechselprodukte fluten das Gewebe, das Blut übersäuert, das Gehirn schwillt. Ein Medikament kann allenfalls einzelne dieser Reaktionen verhindern. Kühlung jedoch vermag fast alle Kaskaden gleichzeitig herabzuregeln. "Das ist einmalig", urteilt Katharina Schmitt, die am Berliner Herzzentrum ein eigenes Forschungslabor zum Thema Kühlung leitet.

Dabei ist die Idee der "therapeutischen Hypothermie", wie die Kühlung zu Behandlungszwecken genannt wird, keineswegs neu. Schon zu Napoleons Zeiten war bekannt, dass verwundete Soldaten im Schnee eher überlebten, als wenn man sie ans Feuer brachte. Und für die ersten großen Herzoperationen in den fünfziger Jahren packten die Ärzte Herzkranke einfach von oben bis unten in Eis, bis das Herz stillstand - und operierten dann ganz ohne Herz-Lungen-Maschine. Nach dem Eingriff wärmten sie ihre Patienten wieder auf, bis ihr Herz aufs Neue zu schlagen begann.

In sibirischen Kliniken operieren Ärzte sogar bis heute auf diese Weise - und berichten von verblüffend niedrigen Sterblichkeitsraten. In der westlichen Welt dagegen verlor die therapeutische Kühlung nach der Erfindung der Herz-LungenMaschine stark an Bedeutung. Erst jetzt erlebt sie plötzlich einen breiten Boom. In immer mehr Bereichen der Medizin hält sie Einzug: Bei Kindern, die während der Geburt unter Sauerstoffmangel litten, aber auch nach Schlaganfällen, Herzinfarkten und Kopfverletzungen wird die Kühlung erprobt. Besonders verbreitet ist sie in der Kinder-Herzchirurgie.

Lange ist es nicht her, dass es bei großen Operationen wie bei dem Säugling Leonhardt ums nackte Überleben ging. Inzwischen jedoch liegt die Sterblichkeit selbst bei komplizierten Eingriffen nur noch bei ungefähr einem Prozent. "Jetzt", sagt Felix Berger, Direktor der Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie am Herzzentrum Berlin, "geht es darum, dass die Kinder die OP ohne Schaden überstehen.">

2. Teil: "Hypothermie kann nicht nur schützen, sondern auch schaden"

aus: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,704730-2,00.html

Langzeitstudien berichten, dass bei den Operierten später nicht selten Konzentrationsschwächen, Wortfindungsprobleme, leichte motorische Auffälligkeiten oder andere Leistungsstörungen auftreten - wahrscheinlich sind dies unter anderem auch Folgen einer subtilen Minderversorgung des Gehirns während der OP. "Die Kinder können ein normales Leben führen, und durch Training lässt sich viel ausgleichen", sagt Berger, "aber bei der Frage Abitur oder nicht kann das das Zünglein an der Waage sein."

Ein zentrales Ziel der Ärzte ist es deshalb, den Schutz des Gehirns während der OP zu verbessern. Allein in Bergers Abteilung befassen sich zehn Mitarbeiter mit diesem Thema. Am Berliner Herzzentrum ist es inzwischen zum Beispiel selbstverständlich, dass während der Operation auch die Sauerstoffsättigung des Gehirngewebes mit Hilfe optischer Sensoren ständig überwacht wird.

Doch einfach immer tiefer zu kühlen ist riskant. "Hypothermie kann nicht nur schützen, sondern auch schaden", warnt Schmitt, "das zeigt die klinische Erfahrung ebenso wie unsere Forschungen an Zellen."

Unterhalb von 30 Grad kann es zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Blutgefäße werden undicht, es droht ein Kapillarlecksyndrom, bei dem Flüssigkeit aus den Adern austritt, bis der Körper grotesk angeschwollen ist. Selbst bei geringer Abkühlung, so zeigten Untersuchungen von Schmitts Mitarbeiterin Antje Diestel, schrumpfen längliche Zellen bereits zu Kugeln. Dies kann winzige Wunden in die Blutgefäße reißen oder eine Entzündung anheizen. "Eine Kühlung ist ein großer Eingriff in den Körper", sagt Schmitt.

Wie tief also sollte gekühlt werden? Wie lange? Und wie schnell darf man den Patienten wieder erwärmen? All dies sind Fragen, die Schmitt und ihre Arbeitsgruppe klären wollen. Zudem haben sie herausgefunden, dass die Kombination zweier gängiger Medikamente möglicherweise helfen könnte, ein Kapillarlecksyndrom zu verhindern.

Etliches könnten die Herzchirurgen möglicherweise auch von den Notfallmedizinern lernen. In den Notarztwagen gehört vielerorts inzwischen ein Spezialkühlschrank zur Standardausrüstung, in dem sich Infusionen mit vier Grad Celsius kalter Salzlösung befinden. "Damit", erklärt Alex Lechleuthner, Leiter des Kölner Rettungsdienstes, "kühlen wir allein in Köln jedes Jahr etwa 400 Menschen, die wir nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand wiederbelebt haben." Knapp zwei Liter eiskalte Infusionsflüssigkeit senken die Körpertemperatur schon auf dem Weg ins Krankenhaus um rund ein Grad. Auf der Intensivstation kühlt dann ein Spezialkatheter, der über die Leistenvene eingeschoben wird und der wie der Kältetauscher eines Kühlschranks funktioniert, den bewusstlosen Patienten weiter herab: 24 Stunden lang auf 33 Grad. Danach wird er ganz langsam wieder erwärmt.

Es hat sich gezeigt, dass dies schon ausreicht, um die Überlebenschancen deutlich zu verbessern. "Jeder sechste Todesfall lässt sich so verhindern", sagt Bernd Böttiger, Direktor der Kölner Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin. Böttiger sorgte dafür, dass die Hypothermie in die europäischen Leitlinien zur Herz-Kreislauf-Wiederbelebung aufgenommen wurde. Seit Januar übernehmen auch die deutschen Krankenkassen die Kosten dafür.

Immer wieder zeigt sich, dass selbst eine geringfügige Abkühlung den Ausschlag geben kann. Lange bevor sich das Verfahren etabliert hatte, rettete etwa der Bonner Notarzt Markus Födisch einen 37-Jährigen, der mit einem Herzinfakt in einem Supermarkt zusammengebrochen war, indem er nach der Reanimation Tüten mit Tiefkühl-Pommes-frites auf den Bewusstlosen häufte. "Nur so", ist Födisch überzeugt, "konnte der Mann seinen Herzstillstand ohne neurologische Schäden überstehen."

Auch auf Neugeborenenstationen zählt die Kühlung oftmals schon zur Routine: Die Körpertemperatur von Säuglingen, die während der Geburt unter Sauerstoffmangel litten, wird drei Tage lang auf 33,5 Grad gesenkt. Die Ärzte gehen davon aus, dass dies ihre Aussichten deutlich verbessert.

Selbst zur Verhinderung von Querschnittslähmungen bei Rückenmarksverletzungen wird die Hypothermie erprobt. Einzelne spektakuläre Heilungserfolge gibt es bereits. So verletzte sich der Footballspieler Kevin Everett von den Buffalo Bills das Rückenmark, als er versuchte, einen Gegenspieler zu Fall zu bringen. Sein Mannschaftsarzt war geistesgegenwärtig genug, Everett noch auf dem Spielfeld eine eisgekühlte Infusion zu legen - und tatsächlich erholte sich der Mann zur Überraschung der Ärzte weitgehend.

Auch Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt könnten in Zukunft gekühlt werden. "Man hat schon über tausend Substanzen erprobt, mit denen man das Gehirn nach einem Schlaganfall vor Sauerstoffmangel schützen wollte - aber alles ohne Erfolg", sagt der Neurologe Rainer Kollmar von der Universität Erlangen. "Das einzige aussichtsreiche Mittel ist - die Kühlung." Kollmar will das Verfahren jetzt in einer größeren Studie an Schlaganfallpatienten erproben.

Auch hier gibt es Hinweise, dass schon eine geringe Kühlung, ja allein das konsequente Senken des Fiebers, das bei Schlaganfällen häufig auftritt, erstaunliche Effekte haben kann.

Noch aber fehlt es an Förderung. Zwar ist das Kühlen eines Patienten einfach und billig - doch paradoxerweise ist gerade dies der Grund für Kollmars Geldnöte. Denn für die Pharmaindustrie, die sonst in der Regel die klinischen Studien finanziert, ist ein Verfahren, das kaum etwas kostet, nicht von Interesse. "Es ist eine verrückte Situation", sagt Kollmar. "Wir haben die Waffe in der Hand - aber irgendwie fehlt uns die Munition."

Auch sein Kölner Kollege Böttiger kennt das Problem. Erst als er begann, potentielle neue Medikamente zu erproben, mit denen sich Patienten innerhalb von Minuten um etliche Grad herunterkühlen lassen sollen, boten sich plötzlich Sponsoren an. Noch allerdings werden diese Substanzen - zum Beispiel Hormone, die bei Tieren den Winterschlaf steuern - lediglich im Tierversuch erprobt.

Im OP 5 fängt unterdessen Leonhardts Herz von selbst wieder an zu schlagen. Sein Herzfehler ist vollständig behoben, offiziell gilt er nun als herzgesund.

Draußen im Vorraum wartet sein Wärmebettchen.>

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30.7.2010: Kalzium-Präparate erhöhen das Herzinfarktrisiko um 30% [man sollte also natürliches Kalzium zu sich nehmen und keine Präparate...]

aus: n-tv online: Osteoporose-Präparate gefährlich? Höheres Infarktrisiko durch Kalzium;
http://www.n-tv.de/wissen/Hoeheres-Infarktrisiko-durch-Kalzium-article1167096.html

<Kalzium-Präparate, die vor allem von älteren Menschen zur Stärkung der Knochen eingenommen werden, können einer aktuellen Studie zufolge das Risiko eines Herzinfarktes erhöhen. Die Forscher, die ihre Ergebnisse im "British Medical Journal" veröffentlichten, forderten deshalb, dass die Rolle von Kalzium-Präparaten bei der Behandlung der Knochenkrankheit Osteoporose überprüft werden müsse.

Für die Studie untersuchte ein Forscherteam der neuseeländischen Universität von Auckland die Ergebnisse von elf klinischen Untersuchungen mit insgesamt 12.000 Patienten. Dabei kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Kalzium-Präparate mit einem Anstieg des Herzinfarktrisikos um 30 Prozent in Verbindung stehen. Dieser Zusammenhang erwies sich dabei als unabhängig von Geschlecht, Alter und Art des Kalzium-Präparats. Frühere Studien waren zu dem Schluss gekommen, dass eine natürliche Steigerung der Kalzium-Aufnahme durch Veränderungen in den Essgewohnheiten nicht zu einer Zunahme von Herzproblemen führt.

AFP>

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19.1.2011: <Schlechte Hobbys: TV und Computer gefährden das Herz>

aus: gmx; 19.1.2011; http://www.gmx.net/themen/gesundheit/krankheiten/5274ssk-tv-und-pc-gefaehrden-das-herz

<Zu viel Fernsehen, Internetsurfen und Computerspielen sind bekanntlich ungesund. Wie schlecht solcher Zeitvertreib für das Herz-Kreislauf-System sein kann, belegt eine aktuelle Untersuchung eines britisch-australischen Forscherteams.

Wer einen großen Teil seiner Freizeit vor einem Bildschirm verbringt, hat demnach ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen frühzeitigen Tod - unabhängig davon, wie viel Bewegung sich der Betreffende den Rest des Tages über verschafft, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Journal of the American College of Cardiology" (doi:10.1016/j.jacc.2010.05.065).

Die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler basieren auf den Daten von 4.512 Teilnehmern des Scottish Health Survey 2003, darunter 1.945 Männern. Die Teilnehmer waren alle 35 Jahre oder älter. Sie mussten unter anderem Angaben darüber machen, wie viel Zeit sie pro Tag vor einem TV- oder Computer-Bildschirm saßen und wie körperlich aktiv sie ansonsten waren. Die Forscher konzentrierten sich bewusst auf den Faktor "Freizeit vor dem Bildschirm" und nicht auf die Zeit, die jemand aus Berufsgründen am Rechner verbringt, weil man letzteres kaum selbst beeinflussen kann.

Die gesundheitliche Entwicklung jedes Teilnehmers wurde bis zum Jahr 2007 verfolgt. Innerhalb dieses Zeitraums wurden 215 Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen registriert. Außerdem starben 325 Teilnehmer aus unterschiedlichen Gründen.

Bei der Auswertung dieser Daten gelangte das Team um Dr. Emmanuel Stamatakis vom University College London zu klaren Ergebnissen: Wer mindestens vier Stunden seiner täglichen Freizeit vor dem Fernseher oder Computer sitzt, hat ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Menschen, die sich mit weniger als zwei Stunden Bildschirm-Unterhaltung begnügen. Zudem steigt auch das Sterberisiko jeglicher Ursache um 50 Prozent.

Dieser Zusammenhang veränderte sich auch dann kaum, als die Forscher andere bekannte Risikofaktoren für Herz und Kreislauf wie körperliche Aktivität, Rauchen und Bluthochdruck bei ihren Berechnungen berücksichtigten.

Der Zusammenhang zwischen langem Sitzen vor dem Bildschirm und dem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko lässt sich nach Meinung der Wissenschaftler zu etwa 25 Prozent mit Stoffwechsel- und Entzündungsfaktoren erklären - Body-Mass-Index, HDL-Cholesterin und C-reaktives Protein. Für die restlichen 75 Prozent scheinen andere Faktoren ausschlaggebend zu sein, die nicht in die Untersuchung mit einbezogen worden waren, wie etwa die Ernährungsweise und psychologische Faktoren. "Um den exakten Mechanismus aufzukären, sind weitere Studien notwendig", so die Forscher. (mf)>

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20 minuten
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10.2.2011: Light-Limonaden (mit Zuckerersatz) und Salz provozieren Gefässschäden mit Herzinfarkt und Schlaganfall

aus: 20 minuten online: Diät-Softdrinks: So gefährlich sind Light-Getränke; 10.2.2011;
http://www.20min.ch/wissen/gesundheit/story/So-gefaehrlich-sind-Light-Getraenke-14148285

<Wer täglich Diät-Getränke konsumiert, hat ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden.

In einer über neun Jahre andauernden Studie von Forschern der Universität von Miami hatten Liebhaber von Diät-Softdrinks ein um 61 Prozent höheres Risiko für Gefässleiden als Menschen, die gar keine Limo tranken. Die Forscher stellten die auf Angaben von 2564 Menschen beruhende Studie auf der Internationalen Schlaganfallkonferenz in Los Angeles vor.

Diät-Softdrinks seien möglicherweise nicht der optimale Ersatz für solche mit Zucker, wenn es darum gehe, Gefässleiden zu vermeiden, sagte Studienleiterin Hannah Gardener. Sie hatte insgesamt 559 Gefässschäden registriert und bei der Auswertung Faktoren wie Sport, Rauchen, Alkoholkonsum und die tägliche Kalorienaufnahme berücksichtigt.

Gefährliches Salz

Doch nicht nur Diät-Limo, auch Salz kann den Blutgefässen schaden, wie die Forscher in einer weiteren Studie mit 2657 Probanden bestätigten. Menschen, die über 10 Gramm Salz (4 Gramm Natrium) pro Tag konsumierten, hatten ein doppelt so hohes Schlaganfallrisiko wie Menschen, die weniger als 4 Gramm Salz zu sich nahmen.

Zu viel Salz schade sowohl Menschen mit als auch ohne Bluthochdruck, erklärt Gardener. Es erhöhe in jedem Fall das Risiko für Schlaganfall. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt einen Kochsalzkonsum von weniger als 5 Gramm pro Tag.

In der Schweiz liegt der Durchschnittswert momentan laut Schätzungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bei etwa 10 Gramm. Das Bundesamt will den Salzkonsum bis 2012 auf 8 Gramm senken, langfristig strebt es die von der WHO empfohlenen maximal 5 Gramm an.

(sda)>

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7.3.2011: Herzinfarkt ist zu einem gewissen Grad genetisch bedingt

aus: Welt online: Gefahr im Erbgut: Gene bestimmen Herzinfarktrisiko mehr als gedacht; 7.3.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article12721252/Gene-bestimmen-Herzinfarktrisiko-mehr-als-gedacht.html

<Die neu entdeckten Gene steigern das Infarktrisiko um sechs bis 17 Prozent

Die Veranlagung zum Infarkt ist weit verbreitet – Forscher haben nun 13 neue Risikogene entdeckt, die den Infarkt wahrscheinlicher machen.

Ein Konsortium internationaler Wissenschaftler unter Federführung der Universität Lübeck hat 13 neue Risikogene für koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt entdeckt. Dadurch sei belegt, dass erbliche Faktoren bei der Entstehung von Herzinfarkten eine größere Rolle spielten als bislang angenommen, sagte der Leiter der Studie, der Lübecker Professor Heribert Schunkert.

Untersucht wurden jeweils zwei Millionen Marker im Erbgut von rund 87 000 Probanden weltweit. Das Ergebnis dieser weltweit größten genetischen Studie zu diesem Thema ist im Wissenschaftsjournal „Nature Genetics“ veröffentlicht.

Insgesamt wurden nach Angaben Schunkerts 23 genetische Varianten nachgewiesen, die das Herzinfarktrisiko erhöhen. „Viel mehr Menschen als bislang bekannt tragen die erbliche Veranlagung zum Herzinfarkt in sich“, sagte Schunkert. Dabei zeigte sich, dass bei Vorliegen nur eines der neu entdeckten Risikogene das Erkrankungsrisiko bereits um sechs bis 17 Prozent steige.

Doch die Studie habe auch gezeigt, dass nur wenige dieser Varianten das Risiko über die klassischen Risikofaktoren wie hohe Cholesterinwerte oder hohen Blutdruck steuern. „Bei der überwiegenden Mehrheit der Risikogene spielen Mechanismen eine Rolle, die es noch zu erforschen gilt“, sagte Schunkert.

Gemeinsam mit der Lübecker Firma Euroimmun arbeiteten die Wissenschaftler schon seit einiger Zeit an einem Test, der das Infarktrisiko eines Menschen feststellen kann. „Der könnte in zwei bis drei Jahren verfügbar sein“ schätzt die Koordinatorin der Studie Jeanette Erdmann von der Universität Lübeck. Wichtiger ist für Schunkert jedoch der Nutzen für die Prävention. „Wenn wir den Mechanismus verstehen, können wir die Vorbeugung verbessern“, sagte er.

Der Herzinfarkt ist in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen. Europaweit sterben jedes Jahr rund 750 000 Menschen daran.

dpa/epd/db>

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15.7.2011: Berufe in Sitzposition provozieren frühen Herztod - Blutwerte spielen bei sitzender Position verrückt: negativer Zucker geht hoch, positives HDL-Cholesterin runter

aus: Welt online: Körperhaltung: Wer viel sitzt, riskiert den frühen Herztod; 15.7.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13487197/Wer-viel-sitzt-riskiert-den-fruehen-Herztod.html

<Autor: Jörg Zittlau

Langes Verharren auf Stuhl und Sessel schadet: Der Blutzucker steigt, gutes HDL-Cholesterin sinkt. Vielsitzer riskieren einen frühen Herztod.

Die kanadischen Forscher hatten erwartet, dass man zehnjährige Kinder kaum für längere Zeit auf einem Stuhl halten könnte. Doch mit Hilfe von Fernsehen und Videospielen war das kein Problem. "Die Kinder waren sehr diszipliniert", berichtet Studienleiter Mark Tremblay, der an der Universität Montreal den Pädiatrie-Lehrstuhl leitet.

Die Blutwerte seiner Probanden waren dafür umso undisziplinierter – Tremblay hatte den Versuch ersonnen, um diesen Zusammenhang von Sitzen und Stoffwechselveränderungen zu erfassen. Die Zuckerwerte gingen steil nach oben und die Werte an günstigem HDL-Cholesterin steil nach unten. "Und das bereits nach zwei bis sieben Stunden ununterbrochenem Sitzen", sagt Tremblay. Die Veränderungen waren so dramatisch, dass einem Wissenschaftler Zweifel daran kommen können, ob es überhaupt ethisch noch vertretbar ist, Kinder für eine Studie stundenlang auf einem Stuhl festzuhalten.

Grundschulkind sitzt täglich neun Stunden

Andererseits kann er sich damit "trösten", dass er ja von den Kindern nichts einfordert, was sie sonst nicht auch tun würden. Im Gegenteil. Ein deutsches Grundschulkind verharrt durchschnittlich neun Stunden pro Tag in Sitzposition, und mit dem zunehmendem Alter werden es immer mehr. Ein Erwachsener verbringt hierzulande 11,5 Stunden auf Stühlen, Autositzen oder Sesseln. Wenn nun aber, wie die kanadische Studie zeigte, bereits sieben isolierte Sitzstunden derart rabiate Wirkungen auf die Blutwerte haben, lässt sich leicht ausmalen, wie verheerend dies für die Gesundheit sein muss.

Aktuelle Daten bestätigen diesen Verdacht. In einer 14 Jahre währenden Beobachtungsstudie an 120.000 US-Amerikanern zeigte sich: Männer, die täglich sechs Stunden oder mehr sitzend verbringen, haben eine um 20 Prozent höhere Sterberate als die Bis-zu-Drei-Stunden-Sitzer. Bei den Frauen beträgt der relative Unterschied sogar 40 Prozent.

[Risiko für Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Sitzen ist eine tödliche Aktivität]

Wendell Taylor von der University of Texas kommt in einer Übersichtsarbeit zu dem Fazit, dass pro Doppelstunde sitzender Tätigkeit das Risiko für Übergewicht um fünf Prozent ansteigt. Die Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt in ähnlichem Maße.

Am Pennington Biomedical Research Center in Louisiana erfasste man 13 Jahre lang den Gesundheitszustand und Lebensstil von 17.000 Testpersonen: Die Dauersitzer zeigten dabei ein um 50 Prozent höheres Herztodrisiko als die Wenigsitzer.

Taylors Resümee fällt daher desillusionierend aus: "Sitzen an sich, ob im Auto, vor dem Fernseher oder am Schreibtisch, ist lebensbedrohlich." Aber sein Kollege James Levine von der Mayo-Klinik in Rochester geht sogar noch einen Schritt weiter: "Sitzen ist eine geradezu tödliche Aktivität." Und der Endokrinologe hat seine Gründe dafür.

[Die Auswirkungen der Sitzposition im Detail]

"Wenn wir den Hauptteil unserer wachen Zeit sitzend verbringen", so Levine, "beeinträchtigt dies auf vielfache Weise unsere Gesundheit". Als erstes wäre da natürlich der geringe Kalorienverbrauch zu nennen, der zudem noch mit einer reduzierten Fettverbrennung einhergeht.

Schon wenige Stunden Sitzen reichen aus, um in den Blutgefäßen die Ausschüttung von Lipoproteinlipase (LPL) einzuschränken. Dieses Enzym ist an der Fettverdauung beteiligt, Mangel führt zu Übergewicht und erhöhten Blutfettwerten. Bei gelegentlichem Sitzen fällt der LDL-Verlust noch nicht sonderlich ins Gewicht. "Doch wer täglich längere Zeit sitzt, reduziert die LPL-Aktivität um bis zu 50 Prozent", so Levine.

Schwer wiegen auch die Folgen des langen Sitzens auf die Muskulatur: Die Bauch-, Bein- und Gesäßmuskeln werden immer schwächer, während sich die Rückenmuskeln vor allem verkürzen. Diese Dysbalance führt zu einer unphysiologischen Belastung des Skelettes, bis es schließlich zu Rücken- und Gelenkschmerzen kommt.

Die sind zwar prinzipiell nicht lebensbedrohend, schränken aber die Lebensqualität ein und erfordern oft den Einsatz von Schmerzmitteln, die bekanntermaßen schwere Nebenwirkungen haben können.

Sogar die Psyche leidet unter dem Dauersitzen. In einer spanischen Studie zeigten diejenigen, die mehr als 42 Stunden pro Woche vor dem Fernseher saßen, ein um 31 Prozent erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen als diejenigen, die weniger als elf Stunden vor der Glotze saßen.

Was freilich auch am Fernsehprogramm liegen könnte. Oder an ganz anderen Gründen, die wiederum die Ursache dafür sind, warum ein Mensch überhaupt so lange vor dem Fernsehgerät sitzt.

Doch Levine betont, dass Sitzen an sich bereits eine erhebliche Wirkung auf das vegetative Nervensystem hat: Auf der einen Seite steigt die Müdigkeit, auf der anderen Seite verschlechtert sich die Fähigkeit zum Abbau von Stress – und diese Kombination bildet einen guten Nährboden für Ängste und Depressionen.

Bleibt die Frage nach den Ursachen für all die negativen Auswirkungen des Sitzens. Die Antwort: Es ist zu jung für uns. Der Homo sapiens der Steinzeit saß noch – wenn überhaupt – im Fersensitz, in dem er es nur einige Minuten lang aushielt. Außerdem erforderte diese Position immer wieder Gewichtsverlagerungen, die das völlige Versacken von Herz, Kreislauf und Muskeln verhinderten.

Als dann jedoch im Zuge der Zivilisation spezielle Sitzmöbel eingeführt wurden, konnte der Mensch plötzlich extrem lange und extrem passiv sitzen bleiben. Sein Körper und auch seine Psyche waren aber darauf nicht eingestellt, und die Evolution hatte bisher nicht genügend Zeit, um an ihnen nachzubessern. "Wir sind von der Evolution darauf programmiert, uns zu bewegen", erklärt Levine. "Für das lange Sitzen fehlen uns eigentlich die Voraussetzungen".

Nichtsdestoweniger kann der moderne Mensch durchaus etwas unternehmen, um sich dem Diktat des Sitzens zu entziehen. Und das muss, wie Wissenschaftler in jüngerer Zeit immer öfter betonen, kein Sport sein. "Es reicht schon, wenn man das Sitzen immer wieder für kurze Zeit unterbricht", betont Tremblay.

Auch Levine sieht in der "Wieder-Infizierung" des Alltags mit kurzfristigen Bewegungspausen – wohlgemerkt im Sinne von Pausen mit Bewegung – die bessere Antwort auf die Massenträgheit unserer Tage, allein schon deshalb, weil sie in der Summe mehr Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat.

[Bewegung ist nicht gleich Sport - Sport ist nicht speziell notwendig für ein gesundes Leben]

In einer australischen Studie an 4700 Probanden zeigten diejenigen, die gar keinen Sport machten, ähnlich günstige Insulin- und Blutfettwerte sowie eine ähnlich schlanke Taille wie ein regelmäßiger Sportler, sofern sie sie sich nur im Alltag genug bewegten.

Gesünder und schlanker als die kompletten Couch-Potatoes waren sie allemal. "Die obersten 25 Prozent der Probanden, die am meisten Sitzunterbrechungen einlegten, hatten im Schnitt einen um 4,1 Zentimeter geringeren Hüftumfang als die 25 Prozent, die sich am wenigsten bewegten", berichtet Studienleiterin Genevieve Healy von der University of Queensland.

Sie rät daher zu mehr Unbequemlichkeit im Alltag. Beispielweise dergestalt, dass man Telefone und häufig benutzte Aktenordner so deponiert, dass man für ihre Benutzung aufstehen muss. Auch Stehkonferenzen und -pulte können helfen – und natürlich der ebenso oft gehörte wie ignorierte Tipp, dass man so oft wie möglich auf Fahrstuhl und Auto verzichten sollte.>

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29.8.2011: Schokolade mit Flavonol stärkt das Herz und beugt Herzinfarkt vor

aus: n-tv online: Wegen Kakao-Inhaltsstoff? Schokolade hilft dem Herz; 29.8.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Schokolade-hilft-dem-Herz-article4162246.html

<Nach dieser Nachricht werden Schokoladen-Freunde ihre Süßigkeiten wohl noch mehr genießen: So bekommen Liebhaber kakaohaltiger Produkte weitaus seltener Herzinfarkte als Menschen mit sehr niedrigem Konsum. Von übermäßigem Schokoladenverzehr ist dennoch abzuraten – der macht nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit krank.

Wer viele Schokolade isst, leidet einer Studie zufolge deutlich seltener an gefährlichen Herz- und Gefäßerkrankungen. Demnach ist das Risiko, sich einen Herzinfarkt oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zuzuziehen, bei Liebhabern von Kakaoprodukten um 37 Prozent geringer als bei Menschen mit einem sehr niedrigen Konsum. Auch das Schlaganfallrisiko liege bei den Schokoladen-Fans um 29 Prozent niedriger, schrieb das Forscher-Team um Oscar Franco von der englischen Universität Cambridge im "British Medical Journal". Vor hemmungslosem Naschen warnen die Forscher aber dennoch.

Für die in Paris vorgestellte Studie werteten die Wissenschaftler die Daten von sieben Untersuchungen mit insgesamt mehr als 114.000 Teilnehmern aus. Diese Arbeiten hatten unter anderem Hinweise darauf geliefert, dass das in Kakao enthaltene Flavonol gesundheitsförderlich sein könnte. Flavonoide sind eine Gruppe von Pflanzenfarbstoffen, die vor allem in Früchten und Gemüse, aber auch in Rotwein und Tee vorkommen. Sie binden sehr reaktionsfreudige, zellschädigende Stoffe, sogenannte freie Radikale.

Um den potenziell positiven Effekt des Schokoladen-Konsums eindeutig zu betätigen, seien allerdings weitere Studien nötig betonten die Experten. Nicht untersucht wurde beispielsweise, ob der Effekt nur bei bestimmten Schokoladen-Sorten auftritt. Zudem sei normale Schokolade sehr kalorienreich. "Exzessiver Konsum wird wahrscheinlich zu einer Gewichtszunahme führen", schreiben die Wissenschaftler. Und Übergewicht sei wiederum ein Risikofaktor für Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Allgemeinen.

Keine Hinweise brachte die Übersichtsarbeit darauf, dass ein hoher Schokoladen-Konsum auch das Risiko von Herzinsuffizienz senken kann.

dpa>

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29.9.2011: Väter haben weniger Herzinfarktrisiko als Männer ohne Kinder - Kinder wirken ausgleichend

aus: n-tv online: Je mehr Kinder, um so gesünder: Väter haben stärkere Herzen; 29.9.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Vaeter-haben-staerkere-Herzen-article4421126.html

<Verheiratete Männer, die in ihrer Ehe ein Kind gezeugt haben, sind weniger gefährdet an einem Herzinfarkt zu sterben, als verheiratete Männer ohne Kinder. Die Wissenschaftler der Studie vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Sexualhormonspiegel und der Herzgesundheit.

Kinder sind gut fürs Herz. Das zumindest kann man aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Stanford Universität in Kalifornien interpretieren. Die Wissenschaftler um Dr. Michael E. Eisenberg fanden heraus, dass sogar die Anzahl der gezeugten Kinder in einer Ehe als grobe Maßeinheit für die "reproduktive Fitness" der Männer angegeben werden kann, schreibt die Ärzte Zeitung.

Für die Untersuchung wurden die Daten einer großen Beobachtungsstudie in den USA genutzt. Die Erhebungen von 137.903 verheirateten Männern im Alter zwischen 50 und 71 Jahren wurden analysiert. Bei 92 Prozent von ihnen war aus der Ehe ein Kind hervorgegangen. Im Durchschnitt brachten es die Väter auf 2,6 Kinder. Im Beobachtungszeitraum von zehn Jahren wurden insgesamt 13.702 Todesfälle registriert. 3082 waren durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingt.

Viele Kinder, gesundes Herz

Bei kinderlosen Ehemännern ist das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung nach den Berechnungen der Forscher zu sterben, um 17 Prozent größer als bei Vätern mit mindestens einem Kind. Im Vergleich der Gruppe von besonders zeugungsfreudigen Vätern, also mit fünf und mehr Kindern mit zeugungsmüden Männern erhöhte sich das Risiko sogar um 21 Prozent. Aber auch Väter mit nur einem Kind hatten gegenüber den besonders fleißigen Produzenten von Nachkommen ein um 11 Prozent höheres Risiko.

Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass ein gestörter Sexualhormonspiegel im Zusammenhang mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko stehen könnte. Um diese These zu untermauern, sind weitere Untersuchungen nötig.

jze>

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Spiegel
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29.9.2011: <Herzattacke: Versteckte EKG-Signale verraten Infarktgefahr>

aus: Spiegel online; 29.9.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,789045,00.html

<EKG: Signale können Infarktgefahr verraten

Wie groß ist das Risiko, nach einem Herzinfarkt einen weiteren zu erleiden? Bisher konnten Mediziner die Gefahr bei den meisten Patienten kaum vorhersagen. Jetzt aber haben Forscher verräterische Signale im EKG aufgespürt.

Wer einen Herzinfarkt überlebt, ist gewarnt: Es droht eine zweite Attacke, die nicht selten tödlich endet. Wie hoch das Risiko ist, können Mediziner derzeit nur mit geringer Treffsicherheit vorhersagen. Verfahren wie die Echokardiographie und die Analyse klinischer Risikofaktoren erfassen in der Regel nur Patienten, die am stärksten gefährdet sind. Die große Mehrheit der Todesfälle nach einem Infarkt wird davon aber nicht erfasst. Und die Zahlen sind gewaltig: Allein in Deutschland starben nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr mehr als 59.000 Menschen an einem Herzinfarkt, davon 56 Prozent Männer und 44 Prozent Frauen.

Jetzt stellen US-Ärzte ein Verfahren vor, das Besserung verspricht: Verborgene Anomalien im EKG können demnach einen drohenden tödlichen zweiten Infarkt ankündigen. Das ergab eine Computeranalyse der EKG-Daten von 4557 Herzinfarktpatienten, schreiben Zeeshan Syed von der University of Michigan in Ann Arbor und seine Kollegen im Fachblatt "Science Translational Medicine".

"Heutige Methoden zur Identifizierung von Infarktopfern können zwar einige Patientengruppen mit hohem Komplikationsrisiko aufspüren", erläutert Syed. "Aber sie verfehlen die meisten Todesfälle - bis zu 70 Prozent." So komme bei der Mehrheit der Patienten, denen ein Defibrillator gegen plötzlichen Herzstillstand eingepflanzt wurde, das Gerät niemals zum Einsatz. Bei den meisten Todesopfern durch plötzlichen Herzstillstand wiederum komme der Infarkt völlig überraschend, da die Gefahr mit den bisherigen Verfahren nicht erkannt werde.

Die Wissenschaftler analysierten jeweils 24 Stunden EKG-Daten früherer Infarktpatienten, deren Herz routinemäßig im Krankenhaus überwacht worden war und deren Schicksal bereits bekannt war. Dabei stießen die Forscher auf Anomalien in den EKGs, aus denen sich drei charakteristische Marker für das Risiko eines künftigen Infarkts ableiten ließen:

  • winzige Variationen, die in einem scheinbar normalen Herzschlag über lange Zeiträume erkennbar werden,
  • Veränderungen in der Herzschlagrate, die anzeigen, ob das Herz normal auf die Nervensignale reagiert,
  • Abweichungen des Langzeit-EKGs von dem anderer Patienten mit ähnlicher Krankheitsgeschichte.

Diese Anomalien würden sich normalerweise im Rauschen verbergen und seien an der EKG-Kurve nicht direkt mit bloßem Auge ablesbar, betonen die Forscher. Ohnehin könne ein Arzt stets nur einen kurzen Ausschnitt aus dem EKG betrachten.

Die nachträgliche Analyse der Patientendaten zeigte, dass Patienten mit mindestens einem der drei Biomarker ein zwei- bis dreifaches Risiko hatten, innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem EKG zu sterben. Die Kombination aller drei Biomarker konnte 50 Prozent mehr Todesfälle korrekt vorhersagen, bei weniger Fehlalarmen. "Das entspricht Tausenden oder Zehntausenden Patienten, für die Ärzte potentiell eine effektiv vorbeugende Behandlung verschreiben könnten, basierend auf der individuelleren Bewertung ihres Komplikationsrisikos", sagt Syed.

mbe/dpa>

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Welt online,
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2.10.2011: Familienleben gegen Herzinfarkt: <"Wer sich geliebt fühlt, kriegt selten Herzinfarkt">

aus: Welt online: Eckart von Hirschhausen: "Wer sich geliebt fühlt, kriegt selten Herzinfarkt"; 2.10.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13635248/Wer-sich-geliebt-fuehlt-kriegt-selten-Herzinfarkt.html

<Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen: Humor hilft, gesund zu bleiben

Seine Botschaften könnte er direkt an die Patienten in einer Klinik richten: Doch Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen hält seine Sprechstunden lieber auf der Bühne ab.

Eigentlich wollte Eckart von Hirschhausen ein Wissenschaftsjournalist werden. Heute steht der promovierte Mediziner auf der Bühne oder im Fernsehstudio, um Menschen die Welt der Medizin und Psychologie kabarettistisch näherzubringen. Warum Humor helfen kann, gesünder zu leben, erklärt von Hirschhausen im Gespräch mit Norbert Lossau.

Welt Online: Warum interessieren sich viele Menschen so sehr für Wissenschaft?

Eckart von Hirschhausen: Die Welt zu erkunden und zu begreifen ist in uns angelegt. Das machen wir von Beginn des Lebens an – und man wird ja auch nie fertig. Unser Wissen kann man sich als eine Insel vorstellen: Je größer die Insel des Wissens, umso länger wird automatisch das Ufer zum Ozean unserer Ignoranz.

Welt Online: Also sollte man sein Wissen besser nicht erweitern?

Hirschhausen: Diese Konsequenz scheinen in der Tat einige für sich gezogen zu haben. Doch häufiger beobachte ich, dass bei Menschen, die anfangen sich für etwas zu interessieren, die Neugierde und der Wissensdurst immer weiter wachsen.

Welt Online: Doch Kinder sind in der Regel viel neugieriger als Erwachsene.

Hirschhausen: Das offenbart das zentrale Dilemma unseres Bildungssystems. Den Kindern wird ja eher gesagt: Sei doch nicht so neugierig! Besser wäre es, ihnen zu sagen: Sei doch nicht so erwachsen! Wissen ist übrigens nichts, was man einmal hat und dann für immer behält. Vielmehr ist es eine Grundhaltung, immer wieder Fragen zu stellen: Warum ist das so? Könnte es auch anders sein? Noch besser, wenn man die Sache mit Humor angeht und sich bewusst bleibt, dass man sich auch irren kann. Wir amüsieren uns etwa darüber, was die Mediziner vor 50 Jahren gedacht und gemacht haben. Daraus folgt doch auch, dass die Menschen in weiteren 50 Jahren ebenfalls darüber lachen werden, was wir heute für richtig und modern halten. Das lässt einen doch sehr bescheiden werden. Wissenschaft ist immer nur der aktuelle Stand des Irrtums.

Welt Online: Ihre Wissensinsel ist in erster Linie die der Medizin?

Hirschhausen: Ja, Medizin und Psychologie interessieren mich schon am meisten. Mein Fokus liegt beim Menschen, seinem Körper, dem Gehirn und auch der Seele, was immer das sein mag. Astronomie hat mich beispielsweise nie so richtig angetörnt. Viele finden die Frage ja spannend, ob es irgendwo im Universum außerirdische Zivilisationen gibt. Ich finde es ehrlich gesagt schon schwierig genug, intelligentes Leben auf der Erde nachzuweisen.

Welt Online: Und beim Menschen geht es Ihnen immer auch um seine Schwächen?

Hirschhausen: Ja, mich interessiert, warum wir immer wieder in die gleichen Fallen tappen – wider besseres Wissen. Nehmen wir das Beispiel gesunde Ernährung. Jeder weiß doch, dass er mehr Gemüse essen sollte, doch im Zweifel drückt man dann doch beide Augen zu und sagt, Pommes ist auch so eine Art Gemüse.

Welt Online: Haben Sie einen klugen Rat, wie man Wissen dennoch in richtiges Handeln umsetzen kann? Wie schafft man es, sich gesund zu ernähren?

Hirschhausen: Ich muss gestehen, dass ich in den vergangenen Jahren selber an Gewicht zugelegt habe und deshalb will und kann ich nicht der Diätapostel der Deutschen sein. Der wichtigste Tipp ist jedoch, sich viel zu bewegen. Wenn man sich da ausreichend betätigt, kann man im Prinzip essen, was man will. Und: Ein rundlicher Mensch, der Ausdauersport betreibt, ist gesünder als ein Hagerer, der sich nicht bewegt. Ich selber stelle mir, bevor ich etwas in den Mund stecke, immer die Frage: Möchte ich daraus bestehen? Das hilft, manchem Gelüste den Garaus zu machen. Wenn man einmal begriffen hat, dass unser Körper letztlich aus dem besteht, was wir ihm als Bausubstanz zuführen, dann fällt es leichter, etwa auf künstliche Fette oder Konservierungsstoffe zu verzichten. Ich brauche keine Konservierungsstoffe, um länger zu halten. Und noch was: Man sollte immer mit Freude und nie mit einem schlechten Gewissen essen.

Welt Online: Kann Humor dabei helfen, gesünder zu leben?

Hirschhausen: Auf jeden Fall. Mit humorvoller Wissensvermittlung kommt man viel weiter als mit Drohungen. Ein gutes Beispiel ist das Rauchen. Es gibt keinen Raucher, der nicht wüsste, dass das nicht besonders gesund ist. Doch das hindert sie offensichtlich nicht daran, es dennoch zu tun. Studien zeigen, dass für Jugendliche das Rauchen umso attraktiver ist, je mehr man über die Gefahren des Rauchens redet. Warum ist das so? Ein Jugendlicher möchte seine Stärke beweisen. Wenn man ihm dann sagt, da ist etwas total Gefährliches, dann kann er ja beweisen, dass das ihm nichts ausmacht. Das ist dann so eine Art Mutprobe. Besser ist es, den Jugendlichen zu erzählen, dass die Zigarettenindustrie bereits vor 50 Jahren versucht hat, mit bestimmten Inhaltsstoffen junge Menschen gezielt süchtig zu machen. Dann packt man den Jugendlichen bei seiner Ehre, der sich da nicht manipulieren lassen möchte und stolz Zigaretten ablehnt mit dem Satz: Ich lass mich doch nicht verarschen.

Welt Online: Sie wollen die Augen für subtile psychologische Zusammenhänge öffnen?

Hirschhausen: Ja. Menschen, die sich geliebt fühlen, sind sehr viel gesünder und haben ein geringeres Risiko für einen Herzinfarkt. Wunden heilen schlechter, wenn man sich gestritten hat. Unsere körperlichen Befindlichkeiten hängen stark vom Seelischen ab. Und das Seelische wird wiederum sehr von den Menschen um uns herum geprägt. Wir sprachen ja vorhin über gesunde Ernährung. Wenn gute Freunde abnehmen, dann ist dies einer der stärksten Einflussfaktoren auf das eigene Gewicht. Das ist Gruppenpsychologie. Gewicht verhält sich also wie eine Ansteckung. Hat man dicke Freunde, neigt man selber auch eher zum Dicksein. Und hat man schlanke Freunde, fördert das wiederum das Schlanksein oder -bleiben. Diese Phänomene sind bislang erst wenig erforscht.

Welt Online: Manche Phänomene sind so komplex, dass sie sich kaum als eine einfache Botschaft transportieren lassen.

Hirschhausen: Ja, und ich beobachte da mit einem Augenzwinkern die kurzlebigen Trends in der Boulevardberichterstattung von Wissenschaft – Klimakatastrophen, tödliche Gifte im Essen und manche schöne Verschwörungstheorie. Oft wird da nur ein Aspekt herausgepickt und maßlos übertrieben. Am Ende bleibt meist sehr wenig Substanzielles übrig. Wer hat zum Beispiel noch heute Angst vor Acrylamid im Essen? Es sind nicht die Spuren von irgendwelchen Giften im Essen, die uns umbringen. Nein, es sind die Dinge, die im Essen reichlich drin sind: Fett, Zucker, zu viel Salz und zu viel Kalorien.

Welt Online: Sie wollten ja am Beginn Ihrer Karriere Wissenschaftsjournalist werden?

Hirschhausen: Das bin ich doch geworden! Dass ich mal eine eigene Fernsehsendung zum Thema Medizin und Gesundheit bekommen würde, hätte ich mir damals nicht träumen lassen. Die Neugier für medizinische Themen hatte ich schon als Kind. Ich habe aber auch als Jugendlicher Witze gesammelt und Zaubern gelernt. Dabei habe ich sehr viel über die Psychologie der Wahrnehmung erfahren und darüber, wie leicht Menschen zu täuschen sind. Und ich habe verstanden, dass Menschen einen tiefen Wunsch nach Verzauberung und Spirituellem haben. Heute sehe ich mich als eine Art Medizinmann. Der Medizinmann verfügt nicht nur über medizinisches Wissen, sondern kennt auch die seelischen Bedürfnisse der Menschen und ist zugleich Showmaster. Um die Leute zu erreichen, muss man im wahrsten Sinne des Wortes auf die Trommel hauen und ein bisschen Rauch machen. Was ich sagen will: Ich habe das Rad nicht neu erfunden, sondern nur existierende Elemente aus meiner Biografie so zusammengesetzt, dass etwas Neues entstanden ist.

Welt Online: Sie haben Medizin studiert. Warum ist Ihr Arbeitsplatz heute nicht eine Klinik oder Praxis?

Hirschhausen: Ich habe ja nach meinem Medizinstudium zunächst im Krankenhaus gearbeitet. Damals gewann ich die Erkenntnis, dass man viele Krankheiten, mit denen ich dort konfrontiert wurde, leicht verhindern könnte. Da habe ich mich gefragt, ob ich nicht besser früher ansetze, bevor die Menschen erkranken. Wenn ich auf der Bühne stehe und etwa im Berliner Tempodrom an einem Abend 3000 Menschen erreiche, dann ist das inhaltlich gar nicht so viel anderes, als wenn ich etwas den Patienten in einer Klinik für Psychosomatik erzählen würde. Doch dort müsste ich mit jedem einzeln reden, wofür ich einfach viel zu ungeduldig bin. Und wenn mir heute im Fernsehen Millionen Menschen zuhören, dann hätte ich für den gleichen Effekt in der Klinik sehr viele Jahre gebraucht. Ich habe also nur neue Verbreitungswege entwickelt, um Menschen klarzumachen: Viele unserer körperlichen und seelischen Probleme haben mit der Lebensführung zu tun und damit, wie wir mit uns und anderen umgehen.

Welt Online: Sieht sich denn der Medizinmann Dr. von Hirschhausen im Kern noch als Wissenschaftsjournalist?

Hirschhausen: Durchaus. Meine Kompetenz ist es, komplizierte Sachverhalte zu verstehen, runterzubrechen, ohne dass sie falsch werden, und dann eine bildhafte Sprache zu finden – vielleicht mit einer Analogie zu einem Bereich, an den man nicht sofort denken würde. Dann bleibt die Sache in den Köpfen hängen.

Welt Online: Geben Sie uns doch bitte ein Beispiel für diese Kunst.

Hirschhausen: Gerne. Es wird viel über Hirnscanner berichtet, die Bildchen produzieren, auf denen man bestimmte Areale im Gehirn aufleuchten sieht. Und dann stellen die Forscher irgendwelche Korrelationen auf, nach dem Motto: Wenn es an dieser Stelle aufleuchtet, dann bedeutet es dies oder jenes. Mein Eindruck ist, dass diese Bilder überinterpretiert werden. Um das zu verdeutlichen, ist mir die Analogie zur nächtlichen Großstadt eingefallen. Stellen Sie sich also vor, das Gehirn ist eine Stadt und man würde nachts eine Aufnahme anfertigen. Dann sieht man Fenster mit Licht, aber eben auch dunkle Fenster. Die Hirnforscher interessieren sich in dieser Analogie für die hellen Fenster, doch es ist sehr naiv zu glauben, dass hinter den Fenstern, wo kein Licht an ist, auch nichts passiert! Was ich damit sagen will: Es kann sich beim Studium des Hirns doch auch lohnen, die Areale anzuschauen, bei denen gerade keine Aktivität ist. Es kommt auf das Gesamtmuster von hell und dunkel an. Auf den ersten Blick mag man die Analogie mit der nächtlichen Großstadt nur für einen Witz halten. Doch der Vergleich ist tatsächlich nicht falsch und bringt eine methodische Problematik beim Neuro-Imaging auf einen Punkt – auf eine Pointe. Es liest sich leicht, aber solche Analogien zu finden ist eine Kunst. Und wenn ich eine finde, freue ich mich wie über einen kleinen Schatz.

Welt Online: Welchen Unterschied gibt es bei der Ausübung Ihrer Kunst zwischen dem Auftritt auf der Kabarett-Bühne und dem im Fernsehstudio?

Hirschhausen: Die intensivste Begegnung mit dem Publikum habe ich natürlich auf der Bühne. Die Menschen dort haben Geld bezahlt und sich auf den Weg zum Theater gemacht. Die haben eine positive Erwartungshaltung und sind auch viel offener, sich auf Dinge einzulassen. Mein Wunsch ist es, die starken Momente, die ich auf der Bühne erlebt habe, hinein ins Fernsehen zu transportieren. Fernsehen ist immer ein Medium – es steht also immer etwas zwischen dir und dem Empfänger. Das ist die Kamera, die Mattscheibe, die Entfernung und alles, was sonst noch im Wohnzimmer passiert. Vor dem Fernsehbildschirm sind die Menschen tendenziell abgelenkter und zappen auch hin und her. Der Riesenvorteil ist allerdings, dass man sehr viele Menschen erreichen kann, die sich normalerweise nicht für das Thema interessiert hätten und nicht zu mir ins Theater gekommen wären. Der Printjournalismus, den ich auch sehr liebe, hat einen anderen großen Vorteil. Hier kann der Leser sein Tempo selber bestimmen. Beim Fernsehen muss ich mich ja an den Leuten orientieren, die tendenziell etwas länger brauchen, um etwas zu verstehen. Beim Zeitunglesen kann man jedoch zurückspringen und auch Pointen verstehen, die sich vielleicht erst beim zweiten Lesen erschließen. Der Vorwurf, dass Fernsehen platt ist, liegt nicht nur an den Flachbildschirmen, sondern auch an der Tatsache, dass es sich hier um ein Medium handelt, das sich an viele Millionen Menschen gleichzeitig wendet.

Welt Online: Welche Neuigkeit war für Sie in den letzten zwölf Monaten die verblüffendste oder spannendste?

Hirschhausen: Das ist die Erkenntnis, warum der Mensch das einzige Lebewesen mit einem weißen Augapfel ist. Alle Menschenaffen haben hingegen um die Pupille und Iris dunkle Haut. Leipziger Forscher haben herausgefunden, dass wir eben auch mit den Augen anderer die Welt sehen. Damit ich weiß, wohin jemand gerade schaut, wofür er sich also interessiert, ist es sehr hilfreich, wenn die Augen auch aus der Entfernung gut zu erkennen sind. Das Wort Respekt (lat. respectare, zurückschauen) hat damit zu tun, dass ich sehe, wohin du guckst. Das heißt, ich interessiere mich nicht nur für meine Sicht der Dinge, sondern auch für das, was du siehst. Das kann man schon bei kleinen Kindern beobachten. Die erkennen schon sehr früh, dass man sich gemeinsam an einer Sache freuen kann, indem man gemeinsam hinguckt. Und wenn man mit dem Finger irgendwo hinzeigt und sagt „Guck mal“, dann schaut ein gesundes Kind nicht auf den Finger, sondern dorthin, wohin der Finger weist.>

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Der Standard online, Logo

Freiburg i.Br. 2.11.2012: <Ein Implantat, das vor Herzinfarkt warnt>

aus: Der Standard online; 2.11.2012;
http://derstandard.at/1350259933847/Ein-Implantat-das-vor-Herzinfarkt-warnt

<Am Universitäts-Herzzentrum Freiburg (UHZ) wurde europaweit zum ersten Mal Patienten ein Gerät implantiert, das noch vor den ersten Symptomen einen Herzinfarkt erkennt.

Freiburg - "Guardian" ist der Namen des Geräts, das wie ein Herzschrittmacher in den Brustraum eingesetzt und über einen dünnen Draht mit dem Herzen verbunden wird. Das Implantat erkennt eine Mangeldurchblutung des Herzens und warnt auf visueller sowie akustischer Weise den Patienten. Im Idealfall können die verschlossenen Herzkranzgefäße im Herzkatheterlabor rechtzeitig wieder eröffnet werden, so dass es zu keinem Herzinfarkt kommt.

Eine Arbeitsgruppe um den Stellvertretenden Ärztlichen Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des UHZ, Manfred Zehnder, hat, in Kooperation mit mehreren Kliniken in den USA, maßgeblich an der Entwicklung des Gerätes mitgewirkt. "Unser Ziel ist es, die Zeit vom ersten Auftreten von Symptomen bis zum Beginn der medizinischen Betreuung zu verkürzen, um noch rechtzeitig eingreifen zu können", erklärt der Kardiologe.

Anwendung derzeit primär in den USA

Das Gerät soll in Zukunft vor allem Patienten implantiert werden, die ein besonders hohes Risiko für einen Gefäßverschluss haben oder bei denen beim ersten Herzinfarkt keinerlei oder nur atypische Symptome aufgetreten sind. Ebenfalls profitieren sollen Patienten die einen weiteren Herzinfarkt aufgrund einer Vorschädigung des Herzens mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben würden.

Derzeit handelt es sich bei "Guardian" noch um ein Behandlungsverfahren, das unter streng kontrollierten, von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA vorgegebenen Bedingungen eingesetzt werden darf. Das Gerät kann daher bis jetzt nur bei ausgewählten Patienten, die besonders davon profitieren, im Rahmen einer kontrollierten wissenschaftlichen Studie angewendet werden. An der laufenden Studie nehmen in den USA 80 Zentren teil, bisher sind knapp 500 Patienten eingeschlossen. In über 20 Fällen konnte bereits ein Infarkt durch eine entsprechend frühzeitige Intervention verhindert werden.

In Freiburg wurde nun europaweit den ersten beiden Patienten das Gerät erfolgreich implantiert. (red, derStandard.at, 31.10.2012)

Zum Thema:

Schmerzen in den Beinen können vor Herzinfarkt warnen>

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n-tv
                    online, Logo

1.2.2012: Singles sterben mehr an Herzinfarkt als verheiratete Menschen

aus: n-tv online: Singles leben gefährlicher: Ehe senkt Herzinfarktrisiko; 1.2.2012;
http://www.n-tv.de/wissen/Ehe-senkt-Herzinfarktrisiko-article10043476.html

<Eheleute müssen nach einer neuen Studie nicht so viel Angst vor einem Herzinfarkt haben. Singles sind demnach gefährdeter. Doch es gibt auch Zweifel an den Erkenntnissen.

Verheiratete Männer und Frauen leben einer Studie zufolge mit einem geringeren Infarktrisiko als Singles. Dies gelte für alle Altersgruppen, berichten Forscher der Universitätsklinik im finnischen Turku. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie veröffentlichte die Studie im südfranzösischen Sophia Antipolis. Allerdings ist die Aussagekraft der Untersuchung begrenzt.

Wer einzeln lebt, hat nicht nur ein höheres Infarktrisiko, sondern stirbt der Studie zufolge auch schneller an den Folgen einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße. So starben 51 Prozent der unverheirateten Männer innerhalb von 28 Tagen nach einem Herzinfarkt.

Bei Geschiedenen lag dieser Wert der Studie zufolge immer noch bei 42 Prozent, bei Ehemänner dagegen bei nur 26 Prozent. Frauen sind durch die Ehe noch mehr geschützt als Männer. Laut Untersuchung starben 43 Prozent der unverheirateten Patientinnen innerhalb der 28-Tage-Frist, bei den Geschiedenen 32 Prozent. Für Ehefrauen verlief die Krankheit nur in 20 Prozent der Fälle tödlich.

Erkenntnisse mit Einschränkungen

Die finnischen Forscher schränken die Ergebnisse ihrer Studie gleichzeitig ein: "Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Menschen mit schlechter Gesundheit mehr dazu neigen, allein zu bleiben oder geschieden zu werden", heißt es in der Untersuchung. Zudem könnten die geringeren Infarktrisiken für verheiratete Menschen abhängen von schützenden Ehe-Faktoren: Dazu zählten besserer Finanzstatus, gesündere Lebensumstände oder mehr soziale Unterstützung im Vergleich zu Unverheirateten. Außerdem enthalte die Studie keine Erkenntnisse zum Anteil zusammenlebender, unverheirateter Paare.

Die Forscher nutzten für ihre Studie die finnische Datenbank Finami mit 15.330 Infarktfällen von Menschen im Alter zwischen 35 und 99 Jahren. Die Fälle stammen aus der Zeit zwischen 1993 und 2002.

Quelle: n-tv.de , dpa>

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Care 2 online, Logo

15.9.2014: Katzen stärken das Herz mit der Niedrigfrequenz des Katzenschnurrens

aus: Care 2 online: 14 Ways Your Cat Improves Your Health; 15.9.2014;
http://www.care2.com/causes/14-ways-your-cat-improves-your-health.html

Katzenbesitzer haben 40% weniger Herzinfarkte als Menschen ohne Katzen.

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News.ch online, Logo

26.1.2016: Herzinfarkt bei Frauen läuft anders ab als bei Männern
Differenzen bei Geschlechtern: Herzinfarkte treten bei Frauen deutlich anders auf
http://www.news.ch/Herzinfarkte+treten+bei+Frauen+deutlich+anders+auf/686269/detail.htm

Der wichtigste Teil des Artikels:

<Während das häufigste Herzinfarkt-Symptom Brustschmerz oder auch Unwohlsein bei beiden Geschlechtern auftritt, haben Frauen eher atypische Symptome wie Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Erbrechen und Rücken- oder Kieferschmerzen. Auch die Stärke der Risikofaktoren für einen Herzinfarkt unterscheiden sich bei den Geschlechtern. Beispielsweise sorgt Bluthochdruck eher bei Frauen für einen Herzinfarkt. Leiden junge Frauen an Diabetes, steigt ihr Risiko für Herzerkrankungen um das Vier- bis Fünffache im Vergleich zu jungen Männern.

Farbige Frauen erleiden in allen Alterskategorien mehr Herzinfarkte als weisse Frauen. Junge farbige Frauen sterben zudem häufiger während eines stationären Klinikaufenthaltes. Farbige und hispanoamerikanische Frauen haben zum Zeitpunkt des Infarktes mehr herzbezogene Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck. Farbige Frauen erfahren ausserdem seltener wichtige Therapien wie Herzkatheteruntersuchungen.>

Der ganze Artikel:

<Dallas - Ein Herzinfarkt hat bei Frauen häufig andere Ursachen als bei Männern - beispielsweise die Art der Gefässablagerungen.

Verglichen mit Männern, werden Frauen tendenziell unterbehandelt und nehmen seltener an Reha-Massnahmen für Herzpatienten teil. Zudem erhöhen Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes das Herzinfarktrisiko bei Frauen stärker als bei Männern. Zu diesen Schlüssen kommt die American Heart Association im Journal «Circulation».

Andere Ursachen und Symptome

Ein weiblicher Herzinfarkt könnte andere Ursachen, Symptome und Ergebnisse haben im Vergleich zu männlichen Patienten. Unterschiede bei den Risikofaktoren und Ergebnissen sind ausserdem noch weiter ausgeprägt unter farbigen und hispanoamerikanischen Frauen, halten die Studienautoren fest.

Laut den Experten der American Heart Association ist die Anzahl der Todesfälle durch Herzerkrankungen bei Frauen drastisch gesunken. Grund dafür sind verbesserte Therapie und Prävention von Herzerkrankungen, aber auch eine gestiegene Sensibilisierung der Öffentlichkeit für dieses Thema.

«Trotz beeindruckender Verbesserungen zur Verhinderung von kardiovaskulären Todesfällen im vergangenen Jahrzehnt, ergeht es Frauen immer noch schlechter als Männern und bleiben Herzerkrankungen bei Frauen unterdiagnostiziert sowie untertherapiert, besonders unter afroamerikanischen Frauen», sagt Laxmi Mehta, Kardiologin und Direktorin des Women's Cardiovascular Health Program an der Ohio State University.

Grosse Gefahr von Fehldiagnosen

Herzinfarkte durch Blockaden in den Hauptarterien, die zum Herzen führen, können bei beiden Geschlechtern auftreten. Doch die Art, wie die Blockaden ein Blutgerinnsel bilden, kann sich unterscheiden. Im Vergleich zu Männern können Frauen weniger ernste Blockaden haben, die keinerlei Stents erforderlich machen; trotzdem sind die Herzkranzgefässe geschädigt, was den Blutzufluss zum Herzen reduziert.

Das Ergebnis ist jedoch gleich: Bekommt das Herz zu wenig Blut, kann ein Herzinfarkt eintreten. Und: Wenn Ärzte die Ursache eines Herzinfarktes bei Frauen nicht korrekt diagnostizieren, werden sie wahrscheinlich nicht die richtige Therapie verschreiben. Medizinische Therapien und Medikamente sind ähnlich, unabhängig vom Grund des Herzinfarktes oder der Schwere der Blockaden. Dennoch werden Frauen im Vergleich zu Männern weniger behandelt - und das trotz der erwiesenen Vorteile der Medikamente.

Frauen erfahren mehr Komplikationen beim Versuch, die Blutzufuhr wiederherzustellen, weil Blutgefässe dünner, sie oft älter sind, wenn der Herzinfarkt eintritt und über mehr Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck verfügen. Standard-Mittel werden durchwegs bei Frauen weniger angewendet, was zu schlechten Ergebnissen führt. Zusätzlich werden Rehabilitationsmassnahmen seltener verschrieben. Wenn doch, nehmen Frauen seltener teil oder brechen die Massnahmen vorzeitig ab.

Unterschiedliche Risikofaktoren

Während das häufigste Herzinfarkt-Symptom Brustschmerz oder auch Unwohlsein bei beiden Geschlechtern auftritt, haben Frauen eher atypische Symptome wie Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Erbrechen und Rücken- oder Kieferschmerzen. Auch die Stärke der Risikofaktoren für einen Herzinfarkt unterscheiden sich bei den Geschlechtern. Beispielsweise sorgt Bluthochdruck eher bei Frauen für einen Herzinfarkt. Leiden junge Frauen an Diabetes, steigt ihr Risiko für Herzerkrankungen um das Vier- bis Fünffache im Vergleich zu jungen Männern.

Farbige Frauen erleiden in allen Alterskategorien mehr Herzinfarkte als weisse Frauen. Junge farbige Frauen sterben zudem häufiger während eines stationären Klinikaufenthaltes. Farbige und hispanoamerikanische Frauen haben zum Zeitpunkt des Infarktes mehr herzbezogene Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck. Farbige Frauen erfahren ausserdem seltener wichtige Therapien wie Herzkatheteruntersuchungen.

(bg/pte)>

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