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Merkblatt: Durchfall EHEC

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Das Coli-Bakterium EHEC

Durchfall durch Coli-Bakterien kann tödlich enden. Europa hatte eine solche EHEC-Epidemie im Jahre 2011:


Tagesanzeiger online, Logo

24.5.2011: Durchfall durch EHEC-Erreger: Verhaltensregeln und Prävention gegen die Ausbreitung

aus: http://www.tagesanzeiger.com/wissen/medizin-und-psychologie/Die-Schweiz-ist-vor-dieser-Welle-nicht-gefeit/story/20006313

Der Durchfall durch EHEC ist selten tödlich, aber er kann tödlich sein, weil er auch Nierenversagen provizieren kann. Die Ausbreitung des EHEC-Erregers geht blitzschnell und kann innert weniger Tage 1000e Kilometer zurücklegen.

Der EHEC-Erreger wird angeblich vor allem durch Hackfleisch und durch Bio-Gemüse verbreitet, da Bio-Gemüse mit Kompost und Tiermist gedüngt wird.

Verhaltensregeln und Vorsichtsmassnahmen bei Durchfall durch EHEC-Erreger sind gemäss dem Bundesamt für Gesundheit in Bern die folgenden:

Zitat:

<Das BAG erinnert an die Hygieneregeln beim Umgang mit Lebensmitteln. Vorweg: An Durchfall erkrankte Personen dürfen keine Lebensmittel zubereiten. Die weiteren Empfehlungen des BAG:

- Generell auf sorgfältige Hygiene achten und regelmässig die Hände waschen, vor allem nach dem Gang zur Toilette.

- Rohes Gemüse und Obst vor dem Konsum gründlich waschen oder schälen oder kochen. Rohmilch muss vor dem Konsum gekocht werden. Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch müssen die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen und abgetrocknet werden.

- Flächen und Gegenstände sind nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Verpackungen oder Tauwasser sofort gründlich zu reinigen und abzutrocknen - am besten mit Einwegtüchern.

- Rohes Fleisch ist von anderen Lebensmitteln getrennt aufzubewahren und zuzubereiten, auch beim Grillieren.(sda)>

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Welt online, Logo

24.5.2011: <Durchfallerkrankung: Was hilft, um sich vor dem EHEC-Keim zu schützen>

aus: Welt online; 24.5.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13391058/Was-hilft-um-sich-vor-dem-EHEC-Keim-zu-schuetzen.html

<Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt: Gründliche Hygiene im Bad und in der Küche, sowie Lebensmittel gründlich zu erhitzen.

Wie kann ich mich mit EHEC infizieren?

Menschen infizieren am häufigsten über den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln, meist sind das Rohmilch und Fleischprodukte. Bei Nutztieren (Rinder, Schafe, Ziegen, seltener Schweine) kommen EHEC häufig vor, ohne dass die Tiere daran erkranken. Die Erreger leben im Darm der Tieren und gelangen so über Milch und Fleisch auf den Tisch. Um eine Infektion bei Menschen zu verursachen, reichen schon zehn bis hundert Keime.

Man kann sich auch durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen, Tieren und Oberflächen anstecken. Auch das Baden in Gewässern kann die Keime übertragen. Die Erreger können zum Teil über viele Wochen in der Umwelt überleben.

Was sind die Symptome? Wie verhalte ich mich?

Bei andauernden wässrigen Durchfällen, insbesondere wenn sie mit Bauchkrämpfen auftreten, sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden. Blutiger Durchfall, vor allem bei Kindern unter 12 Jahren, ist auf jeden Fall als Alarmsignal zu deuten. In diesen Fällen unverzüglich zum Arzt, in der Regel muss man dann stationär behandelt werden. Bei Erkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten muss das Gesundheitsamt informiert werden.

Wie kann ich mich persönlich schützen?

Händewaschen nach dem Toilettengang, vor dem Essen und vor der Zubereitung von Mahlzeiten. Das gilt besonders dann, wenn man sich an Orten mit vielen Menschen aufhält. Auch nach dem Kontakt mit Tieren sollte man die Hände umgehend reinigen.

Wie sollte ich mit Lebensmitteln umgehen?

Das Durchgaren der Lebensmittel tötet die EHEC-Erreger und die von ihnen gebildeten Toxine ab. Dabei muss eine Mindestkerntemperatur von 70 Grad über mindestens 10 Minuten erreicht werden. Milch ist unbedenklich, wenn sie pasteurisiert und ultrahocherhitzt ist. Vorzugsmilch ist in der Regel risikolos, [da sie] unter besonderen Hygienebedingungen gewonnen wird. Gemüse sollte, bevor es als Rohkost verzehrt wird, gründlich geputzt und gewaschen werden. Dies gilt auch für Salat und Kräuter.

Bei der Verarbeitung von rohen tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Rohmilch und Eiern in der Küche gilt grundsätzlich: Diese Lebensmittel dürfen nicht in Kontakt mit Lebensmitteln kommen, die roh verzehrt werden (zum Beispiel Salat), auch nicht mittelbar über Hände, Messer, Schneidebrettchen oder andere Küchenutensilien.

Diese Lebensmittel können sonst ihrerseits zur Quelle für eine Infektion mit EHEC oder anderen Erregern werden. Darum: Auftauwasser sofort beseitigen, Kontakt mit Arbeitsflächen und anderen Lebensmitteln vermeiden, Reinigung mit heißem Wasser, bei Kontakt anschließend Hände waschen.

Was ist EHEC?

Der Begriff EHEC steht für „enterohämorrhagische Escherichia coli“. Dabei handelt es sich um eine gefährliche Gruppe von coli-Bakterien, die Shiga- und Verotoxine produzieren. Das sind starke Zellgifte, die beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen können. Es kann zu teilweise blutigem Durchfall und dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) kommen, das zu Nierenversagen führen kann. Die Keime leben vor allem im Darm von Wiederkäuern und treten in Deutschland immer wieder auf. Das RKI [Robert-Koch-Institut für Epidemiologie] hat seit 2001 bundesweit jährlich zwischen 800 und 1200 Erkrankungen registriert – oft mit leichterem Verlauf.

Wie verläuft die Krankheit?

Die Mehrzahl der EHEC-Infektionen verläuft ohne erkennbare Krankheitserscheinungen. Als häufigstes Symptom tritt wässriger Durchfall auf, der oftmals mit kolikartigen Bauchschmerzen, Übelkeit und leichtem Fieber einhergeht. Bei jedem fünften Fall entwickeln sich blutige Durchfälle, die besonders bei Kindern sehr häufig lebensbedrohliche Komplikationen haben: das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Dabei kann es zu bleibenden Schädigungen der Nieren und des Gehirns kommen, bei schweren Verlaufsformen kann es zum Tode kommen. Die aktuell bislang mehr als 40 schweren Verläufe in Deutschland litten unter HUS. Der Erreger wird in der Regel für 5 bis 20 Tage über den Stuhl ausgeschieden, in Einzelfällen kann sich dies jedoch auch über Wochen oder Monate erstrecken.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)>

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Basler Zeitung online, Logo

29.5.2011: Spekulation, ob Tiermist für die EHEC-Seuche verantwortlich ist

aus: Basler Zeitung online: EHEC: Gülle wirft Schatten auf Bio; 29.5.2011;
http://bazonline.com/panorama/vermischtes/EHEC-Guelle-wirft-Schatten-auf-Bio/story/25088810

<Der Durchfall-Erreger EHEC kommt im Magen von Wiederkäuern vor. Über ihre Exkremente könnte er auf unsere Teller gelangen. Ein Schweizer Immunologe greift nun das Saubermann-Image der Bioprodukte an.

Erstmals äussert sich der Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte, der Fribourger Chung-Yol Lee, zu den EHEC-Bakterien und schliesst eine Epidemie in der Schweiz nicht aus, «sollten entgegen den Beteuerungen der Lebensmittelimporteure doch grössere Mengen an kontaminiertem Gemüse oder Obst auch in der Schweiz in Umlauf kommen», sagte er gegenüber dem «Sonntag».

Der Professor und Immunologe Beda M. Stadler vom Institut für Immunologie der Universität Bern warnt gar vor einer EHEC-Seuche in der Schweiz. Besonders kritisch sieht er dabei die Bio-Produktion, die eigentlich ein sauberes Image pflegt, das sich von der schadstoffbelastet dargestellten konventionellen Landwirtschaft abheben will. Die EHEC-Bakterien sind laut Stadler hingegen der Beweis dafür, «dass man an Bio-Gemüse sterben kann».

Die EHEC-Bakterien wurden unter anderem durch spanische Bio-Gurken importiert. Natur pur sei «nicht zwingend gesund», so Immunologe Stadler: «Eine der häufigsten Todesursachen im Mittelalter waren verdorbene Lebensmittel. Ich hoffe nicht, dass wir in diese Zeiten zurückfallen.»

Gülle im Verdacht

Die EHEC-Bakterien kommen im Darm von Wiederkäuern vor. Es wird vermutet, dass der Keim durch Gülle in die kontaminierten Lebensmittel gelangt ist. «Gülle ist die normalste Verbreitung solcher Bakterien und wird nun mal oft von Bio-Bauern eingesetzt», sagt Stadler. Er stellt die Hygiene-Standards infrage.

Das führt zu Aufruhr beim Dachverband der Schweizer Bio-Produzenten Bio Suisse. «Über Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel sind viele Halbwahrheiten im Umlauf. Die Hygiene ist genauso gewährleitstet wie bei konventionellen Betrieben», sagt Sabine Lubow von Bio Suisse. Doch es gibt schwarze Schafe unter den 5800 Schweizer Bio-Betrieben.

Rund 200 Sanktionen hat die Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Schweiz für Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe Bio Inspecta laut «Sonntag» im letzten Jahr ausgesprochen. Dabei wurden Verstösse festgestellt, die sowohl die Stallhaltung als auch den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel betraf. Drei Bio-Betrieben wurde 2010 sogar der Status aberkannt. (rub/dapd)>

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Spiegel online, Logo

2.6.2011: EHEC-Erreger analysiert - neue Kreuzung aus zwei Bakterienstämmen und äusserst aggressiv

aus: Spiegel online: Darmkeime: Chinesen entschlüsseln EHEC-Erreger; 2.6.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,766285,00.html

<Ehec-Bakterienstämme: "Ansteckender und mehr Gifte"

Wissenschaftler aus der ganzen Welt arbeiten unter Hochdruck daran, den aggressiven Ehec-Erreger zu entschlüsseln. Jetzt ist Chinesen und Deutschen ein Durchbruch gelungen: Der Keim könnte aus der Kreuzung zweier Bakterienstämme hervorgegangen sein und ist gänzlich unbekannt.

London/Rom - Wissenschaftler haben neue Details über den gefährlichen Ehec-Darmkeim enthüllt: Das für den aktuellen Ausbruch potentiell tödlicher Durchfallerkrankungen verantwortliche Ehec-Bakterium ist offenbar keine reine Mutation des seltenen Serotyps O104:H4. Vielmehr handelt es sich bei dem jetzt identifizierten Bakterium vermutlich um eine Kreuzung aus zwei bekannten Serotypen des Escherichia-coli-Bakteriums.

Das erklärte Hilde Kruse, die bei der Weltgesundheitsorganisation WHO für das Thema Nahrungsmittelsicherheit zuständig ist. Das neue Bakterium weist zwar die gleichen Oberflächenmerkmale auf wie der seltene Serotyp O104:H4, weshalb es vom Münsteraner Konsiliarlabor des Robert Koch-Instituts als solches identifiziert wurde. Zusätzlich hat es aber im Laufe der Zeit Gene eines anderen Escherichia-coli-Stamms erworben. Das könnte seine Aggressivität möglicherweise erklären.

Gelungen war die Identifizierung des neuen Bakterienstammes Wissenschaftlern aus Deutschland und China. "Es handelt sich um einen besonderen Typ eines Ehec-Erregers", sagte Bakteriologe Holger Rohde vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) am Donnerstag.

Die Forscher hätten in dem Erbgut des Keims Anteile zweier ganz unterschiedlicher Bakterienstämmen gefunden. "Dieser Stamm ist nur ein ganz entfernter Verwandter der üblichen Ehec-Bakterien", ergänzte Rohde. In dem untersuchten Genom seien Teile des klassischen Erregers sowie von einem weiter entfernten Erreger gefunden worden. Die an der Sequenzierung beteiligten chinesischen Forscher benannten dieses andere Bakterium als einen Stamm, den man von Ausbrüchen in Afrika her kenne.

Die genetische Neukombination begünstige zum Beispiel das Anheften der Bakterien an die Darmzellen. Damit bleiben die Keime länger im Darm - und können dort auch länger Schaden anrichten. Der Keim weise zudem ein ganz besonderes Resistenzprofil auf. Die Arbeit gelang gemeinsam mit Kollegen des chinesischen Beijing Genomic Institute.

Stamm wurde noch nie bei Patienten entdeckt

Es handele sich um das erste Auftreten dieses offenbar neuen Subtyps, heißt es seitens der WHO. Die Gensequenzierungen sind noch nicht abgeschlossen. Doch bereits auf Basis der vorläufigen Ergebnisse habe sich gezeigt, dass es sich bei dem aktuellen, ungewöhnlich gefährlichen Bakterium wohl um eine Kreuzung handele. Diese kombiniere, so Kruse, "zahlreiche Charakteristiken, die dazu führen, dass es ansteckender ist und mehr Gifte produziert". Ein solcher Stamm sei noch nie bei Patienten isoliert worden.

Der lebensgefährliche Darmerreger hat inzwischen in Hamburg ein weiteres Todesopfer gefordert. In der Nacht zum Donnerstag sei eine ältere Patientin gestorben, sagte Rolf Stahl, Ärztlicher Leiter der 3. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Damit ist die Zahl der Todesfälle in Hamburg auf drei und bundesweit auf mindestens 17 gestiegen.

Ehec-Infektionen wurden in den letzten Tagen außerdem aus neun europäischen Ländern gemeldet, zwei Patienten werden derzeit in den USA behandelt. Fast ausnahmslos hatten sich alle kürzlich in Deutschland aufgehalten.

Ein Gegenmittel gegen die Infektion, die in zahlreichen Fällen zum lebensbedrohlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (Hus) führt, gibt es bisher nicht. In schweren Fällen, in denen die Erkrankten nicht nur neurologische Ausfallerscheinungen zeigen, sondern auch schwere Nierenschädigungen erleiden, helfen die Mediziner den Patienten vor allem mit Blutwäschen. Bisher hat sich aus dem besonders in Norddeutschland daraus resultierenden Mehrbedarf an Blutkonserven noch kein Engpass ergeben. Da es aber rund drei Wochen dauert, aus Blutspenden verwendungsfähiges Plasma zu gewinnen, gab es in den letzten Tagen Aufrufe zu Blutspenden, um möglicherweise drohende Engpässe zu vermeiden.

Behandlungsversuche mit Antikörpern

Eine schwer an Ehec erkrankte Schwangere wird derzeit im Klinikum Fulda mit Antikörpern behandelt. Die Behandlung wurde am späten Mittwochabend durchgeführt, wie der Infektiologe Daniel Jaspersen am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd sagte. Beim neurologischen Befund seien leichte Verbesserungen festzustellen. Bei der im fünften Monat befindlichen Frau war den Angaben zufolge am vergangenen Samstag Hus aufgetreten. Es sei zu neurologischen Störungen und einem epileptischen Anfall gekommen.

Die Patientin werde auf einer Intensivstation wegen Nierenversagens dialysiert. Zudem werde die Antikörpertherapie in den kommenden Tagen wiederholt. Jaspers sagte, dass bei der Behandlung das Wohl der Mutter im Vordergrund stehe. Die Antikörperbehandlung ist zwar für Ehec nicht zugelassen, hat aber dem Mediziner zufolge bei zwei Kindern schon Erfolge gezeigt. Die Frau und ihr Mann hätten der Behandlung zugestimmt. Auch in Hamburg würden Patienten so behandelt. Bei einer Schwangeren gebe es allerdings noch keine Erfahrungswerte.

Die Frau kam den Angaben zufolge Mitte Mai mit blutigem Durchfall in die Klinik. Am Mittwoch zeigte sie neurologische Störungen. Sie habe sich aller Wahrscheinlichkeit nach in Hamburg infiziert, hieß es.

Weiter Unklarheit über den Verbreitungsweg

Bei der Suche nach der Quelle des neuen Bakterienstammes tappen die Experten nach wie vor im Dunklen. Die EU-Kommission hob die Warnung vor spanischen Gurken, die als Überträger in Verdacht geraten waren, wieder auf.

Russland verbot derweil den Import von Frischgemüse aus der gesamten EU. Die EU-Kommission protestierte umgehend gegen die "unverhältnismäßige" Maßnahme. Ein Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli kündigte am Donnerstag in Brüssel ein Schreiben der EU-Kommission an die zuständige russische Behörde für die Überwachung von Verbraucherrechten an.

An dem hämolytisch-urämischen Syndrom (Hus) sind derzeit fast 500 Personen erkrankt. Politiker bezeichneten die Situation als besorgniserregend. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sagte in Berlin, leider sei die Botschaft weiterhin, dass "die genaue Ursache des Geschehens noch nicht eingegrenzt werden konnte". Bei Patientenbefragungen seien Tomaten, Gurken und Blattsalate, die in Norddeutschland verzehrt wurden, "auffällig in der Schnittmenge" gewesen.

Die spanischen Gurken trügen "nicht den eigentlichen Erreger", erklärte Aigner - zu diesem Zeitpunkt suchten die Experten allerdings noch nach den Bakterien vom Stamm O104:H4. Nach Hunderten von Proben seien sich die Experten noch nicht einmal sicher, ob überhaupt ein Agrarprodukt für die Infektionen verantwortlich gemacht werden könne. Denn der Erreger hätte auch bei Transport, Verladung und Verpackung auf die Ware gelangt sein können.

Andreas Samann vom Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg machte wenig Hoffnung, dass die Quelle des Darmkeims rasch entdeckt werde. In fast 80 Prozent aller Fälle weltweit finde man den Erreger nicht, erklärte er bei einer öffentlichen Sitzung im Ernährungsausschuss des Bundestages. Ähnlich sieht das auch BfR-Präsident Andreas Hensel: "In der Mehrzahl aller Ausbruchsgeschehen wird das Agens nicht isoliert", sagte er.

Die Angst vor rohem Gemüse sorgt bei den deutschen Bauern für Umsatzeinbrüche in Millionenhöhe. "Unsere Gemüsebauern haben jetzt einen Schaden von 30 Millionen Euro", sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner dem Fernsehsender N24. Er kritisierte, dass sich die Experten bei der Suche nach dem Ehec-Keim zu einseitig auf Gemüse festgelegt hätten, anstatt auch an anderen Stellen danach zu suchen.

Eine Forsa-Umfrage ergab, dass jeder zweite Bundesbürger wegen Ehec seine Ernährung umgestellt hat und derzeit auf rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate verzichtet.

pat/cib/AP/dapd/dpa>


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Financial Times Deutschland
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2.6.2011: <Kampf gegen Darmkrankheit: Erbgut des Ehec-Bakteriums entschlüsselt>

aus: Financial Times Deutschland online; 2.6.2011;
http://www.ftd.de/politik/europa/:kampf-gegen-darmkrankheit-erbgut-des-ehec-bakteriums-entschluesselt/60060224.html

<Deutsche und chinesische Experten sind dem Genom des tödlichen Erregers auf die Spur gekommen: Der E.coli-Typ kann Gifte produzieren, weil er mit einem anderen Bakterium verschmolzen ist. An den schweren Folgen starben in Deutschland bisher 17 Menschen.

Für die zahlreichen Darminfektionen durch den Ehec-Erreger in Europa ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein neuer, noch nie zuvor entdeckter Stamm von E.coli verantwortlich. Deutschen und chinesischen Ärzten gelang es, das Genom des Bakteriums zu entschlüsseln. Die neuen Erkenntnisse helfen den betroffenen Patienten nach Erkenntnissen der Experten allerdings nicht unmittelbar, sondern müssen in den nächsten Wochen erst interpretiert werden. Dennoch ist den Medizinern ihr "Gegner" nun weit besser bekannt als zuvor.

Allem Anschein nach haben für die neue Kombination zwei Bakterienstämme Teile ihrer Erbsubstanz miteinander ausgetauscht - in einer Art primitivem Sex. In der Summe entstand ein E.coli-Bakterium, welches das Hämolytisch-Urämische Syndrom (HUS) auslösen kann, sagte der Bakteriologe Holger Rohde. Etwa 80 Prozent stammten vom E.coli-Stamm O104. Die übrigen 20 Prozent wurden von einem anderen Bakterium übernommen. In diesem Teil des Genoms sind Erbanlagen zur Produktion des gefährlichen Shigella-Toxins, das den Patienten jetzt Probleme bereitet.

Unterdessen hat Russland wegen der wachsenden Zahl von lebensgefährlichen Ehec-Infektionen insbesondere in Deutschland alle Gemüseimporte aus der Europäischen Union gestoppt. "Der Importbann für frisches Gemüse aus den Ländern der Europäischen Union tritt in diesem Morgen in Kraft", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Chef der russischen Verbraucherschutz-Agentur Gennadi Onischenko.

EU kritisiert Russlands Schritt

Als Grund nannte er, dass die Ehec-Welle bislang noch nicht unter Kontrolle gebracht wurde. Er forderte seine Landsleute zu großer Vorsicht beim Einkauf von Gemüse auf und riet ihnen, heimische Waren zu kaufen. Mit der jüngsten Beschränkung weitete das Land seinen Importstopp gegen Einfuhren von Gemüse aus Deutschland und Spanien aus.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen vorübergehenden Importstopp für Gurken aus Deutschland, Spanien, Dänemark und den Niederlanden verhängt. Grundlage dafür sind laut Ministerium für Umwelt und Wasser Informationen "von internationalen Behörden für Nahrungsmittelsicherheit und Medienberichte".

Die EU kritisierte den russischen Schritt. "Es wird dazu in den nächsten Stunden einen Brief von Gesundheitskommissar John Dalli an die russischen Behörden geben", sagte ein Kommissionssprecher.

Inzwischen sind nach Angaben von EU-Vertretern auch in den USA drei Fälle aufgetreten. Das Robert-Koch-Institut sprach am Mittwoch von gut 1000 Ehec-Infektionen seit Anfang Mai allein in Deutschland.

Der lebensgefährliche Darmerreger hat in Hamburg ein weiteres Todesopfer gefordert. In der Nacht zum Donnerstag sei eine ältere Patientin gestorben, sagte Rolf Stahl, Ärztlicher Leiter der 3. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Damit ist die Zahl der Todesfälle in Hamburg auf drei und bundesweit auf mindestens 17 gestiegen. Auch in Baden-Württemberg ist eine 55 Jahre alte HUS-Patientin gestorben. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen gebe es allerdings noch keine Hinweise darauf, dass die Patientin auch mit einem EHEC-Erreger infiziert war, sagte das baden-württembergische Sozialministerium.
Infektionen auch in Großbritannien

Die Gesundheitsbehörden in Dänemark und Schweden melden rückläufige Zahlen bei den Infektionen. Nach Angaben aus Stockholm von Donnerstag sind bisher 46 Schweden erkrankt. Im Krankenhaus der Kleinstadt Borås war eine Frau Anfang der Woche gestorben. Die Zahl der Infektionen in Dänemark gab das Kopenhagener Seruminstitut mit 17 an. So gut wie alle Infizierten seien kurz vor ihrer Erkrankung in Deutschland gewesen.

In Großbritannien sind drei britische Staatsangehörige an Ehec erkrankt. Alle drei hätten sich die Infektion vermutlich in Deutschland zugezogen und sie mit nach Hause gebracht, teilte die britische Gesundheitsbehörde mit. Insgesamt gibt es damit sieben bestätigte Fälle auf der Insel - die vier weiteren sind deutsche Staatsbürger. Drei der sieben Betroffenen haben den Behörden zufolge die lebensgefährlichen Symptome entwickelt.

Die EU-Kommission hat derweil die europaweite Warnung vor spanischen Gurken aufgehoben. "Die jüngsten Ergebnisse haben gezeigt, dass das spanische Gemüse nicht verantwortlich für den Ausbruch von Ehec in Deutschland und anderen Mitgliedsstaaten ist", hieß es aus Brüssel. Neue Tests aus Deutschland und Spanien hätten ergeben, dass die aktuelle Darmseuche nicht von den auf einigen Gurken gefundenen Bakterien ausgelöst wurde. In Deutschland wird indes weiter dazu geraten, vorsichtshalber auf den Verzehr von rohem Gemüse zu verzichten.

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Schlussfolgerung und Massnahmen gegen EHEC

Man kann durchaus die Schlussfolgerung in Erwägung ziehen, dass der neue EHEC-Erreger aus einem Labor stammt, vielleicht durch irgendeinen dummen Studenten.

Massnahmen sind:

-- Kompotte essen
-- Gemüseaufläufe essen
-- Gemüse-Eintopf essen
-- KEINE rohen Früchte oder Salate mehr essen, oder eigentlich noch besser:  SALATE VERBIETEN

-- Mundschutz tragen oder zumindest so wenig wie möglich Kontakt mit anderen Menschen haben, bis Mittel gegen EHEC gefunden sind.

Das EHEC ist scheinbar so schlimm wie TB früher.

Michael Palomino, 2.6.2011

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20 minuten online, Logo

3.6.2011: EHEC kommt wahrscheinlich aus einem Labor

aus: 20 minuten online: Gefährliche Darmerreger: Experte schliesst EHEC-Anschlag nicht aus; 3.6.2011;
http://www.20min.com/wissen/gesundheit/story/Experte-schliesst-EHEC-Anschlag-nicht-aus-19847018

<Wurden die krankmachenden EHEC-Bakterien im Labor gezüchtet und vorsätzlich in Umlauf gebracht? Ein Berliner Hygiene-Experte hält dieses absurd anmutende Szenario nicht für unmöglich.

Noch immer gibt es keine Spur, die zur Quelle des EHEC-Erregers führt. Der Chefarzt für Hygiene an den Vivantes-Kliniken Berlin, Klaus-Dieter Zastrow, bemängelte im Gespräch mit dapd-Korrespondent Holger Mehlig am Freitag in Berlin, dass vorhandene Experten bei der Suche noch gar nicht eingebunden seien. Zugleich kritisierte er, dass Behörden die Möglichkeit nicht in Betracht zögen, dass die Epidemie durch einen Anschlag mit im Labor produzierten EHEC-Bakterien ausgelöst worden sein könnte.

Warum ist es so schwierig, die Quelle des EHEC-Darmkeims zu entdecken?
Klaus-Dieter Zastrow:
Der EHEC-Erreger wird über die Nahrungsmittelaufnahme verbreitet. Das Problem ist, dass kein Nahrungsmittel ausgeklammert werden kann. Ausnahmen sind die, die vorher entsprechend erhitzt worden sind: Zehn Minuten über 70 Grad. Da kann man beispielsweise Suppen, gekochtes Gemüse und auch kurz gebratenes Fleisch ausnehmen, auch Kaffee oder Tee. Aber Achtung: Eine wichtige Übertragungsquelle für alle Seuchen ist immer Wasser.

Also sollte man Leitungswasser nicht mehr ungekocht trinken?
Doch, das ist weiter möglich, weil die Trinkwasserqualität in Deutschland hervorragend ist. Hier werden jeden Tag bei den Wasserversorgern sehr viele Proben gemacht. Wenn aber jemand einen Brunnen auf dem flachen Lande hat, dann weiss man es nicht so genau. Es geht dann um die Frage, wie viele Menschen Zugang haben zu diesem, wie viele davon trinken. Was die Erkrankten verzehrt oder getrunken haben, muss man durch Befragungen rauskriegen. Das ist aber äusserst schwer.

Was ist das Problem?
Die Inkubationszeit beträgt bis zu zehn Tagen. Und wer kann schon sagen, was er vor zehn Tagen gegessen hat? Im Norden wurden die meisten Fälle gemeldet. Da muss es eine bislang völlig unbeachtete Quelle geben. Die gilt es, jetzt schnell zu finden. Das Robert-Koch-Institut ist überfordert, weil es auf keinen Fall genügend Leute hat, um da flächendeckend tätig zu werden. Vier oder fünf Leute reichen nicht aus. Eine gute Lösung wäre, die in Deutschland vorhandenen Experten und Hygieniker aus den Kommissionen am Robert-Koch-Institut (RKI) oder das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einzubinden. Das beim Verbraucherschutzministerium angesiedelte BFR, hat auch eine Hygiene-Kommission, die noch gar nicht angesprochen wurde. Man hat die Leute, nutzt aber die Ressourcen nicht. Darüber muss man sich schon wundern.

Kann man spekulieren, wo die Quelle sein könnte?
Es gibt Verkehrsknotenpunkte, an denen viele Menschen vorbeikommen. Beispielsweise Flughäfen oder Autobahnen. Das Flugzeug hat Verspätung, die Leute warten, also essen sie noch schnell ein Softeis oder eine Currywurst - und peng, haben sie sich mit irgendwelchen Keimen infiziert. So was muss man suchen. Es ist unglücklich, dass dieser EHEC-Keim so früh auf Gurken entdeckt wurde. Dadurch wurde alles andere ausgeblendet. Wichtigste Aufgabe ist es, die Quelle schnell zu finden, damit es nicht zur Erkrankung kommt. Da kann und muss man mehr tun.

Es kursieren Verschwörungstheorien, nach denen das Ganze ein Anschlag sein könnte.
Es ist nicht gut, in diesem Zusammenhang von Verschwörungstheorien zu reden, weil man dann gleich nicht mehr ernst genommen wird. Aber es gibt auch Verrückte, die in unserem Land rumlaufen, wie in der Vergangenheit schon häufig gesehen. Wir hatten doch schon Fälle, bei denen Leute zum Beispiel die Mayonnaise in Supermärkten vergifteten. Es kann durchaus sein, dass ein Schwachkopf unterwegs ist und denkt, ich bringe mal ein paar Leute um oder verpasse
10 000 Leuten Durchfälle. Das aus dem Blickfeld zu nehmen, halte ich für einen Fehler und geradezu fahrlässig. Man soll doch nicht so tun, als ob es so etwas nicht gäbe. Einen Terroranschlag halte ich allerdings auch für unwahrscheinlich. Dafür wären die üblichen Bekennerschreiben typisch - und die gibt es ja nicht.

Es soll sich ja um völlig neue Erreger handeln. Können solche Mutationen denn überhaupt von Kriminellen oder Terroristen produziert werden?
Ja, wer Geld hat, kann Labore beauftragen, die sich mit solchen Dingen beschäftigen. Im Internet sind ja auch Anleitungen zu finden, wie man Sachen panscht. Gerade jetzt, da es sich um einen völlig neuen Stamm handeln soll, einen Typ, von dem das Loeffler-Institut heute morgen sagte, er sei auch noch nie bei Rindern gesehen worden, lässt ja auch an ein Kunstprodukt denken. Wenn wir es jetzt mit einem völlig neuen Keim zu tun haben, muss man auch fragen, woher er kommt.

(dapd)>

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3.6.2011: Der EHEC-Erreger von 2011 ist eine Kombination des europäischen EHEC mit einem zentralafrikanischen Darmbakterium für Darmentzündungen

aus: gmx Nachrichten: Kieler Mediziner: Erreger aggressiver als gedacht; 3.6.2011;
http://www.gmx.net/themen/gesundheit/ehec/007phns-ehec-aggressiver-als-gedacht

<Kiel (dpa) - Der EHEC-Erreger ist nach Einschätzung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) noch aggressiver als zunächst angenommen. Er sei eine Kombination aus einem Bakterium, das in Zentralafrika blutige Darmentzündungen verursache und dem hier bekannten EHEC-Erreger.


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/gesundheit/ehec/007phns-ehec-aggressiver-als-gedacht#.A1000146
"Hier sind zwei tödliche Keime miteinander vereinigt", sagte der Direktor der Kieler Klinik für Innere Medizin, Prof. Stefan Schreiber, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. "Wir müssen extrem gewappnet für schwere Komplikationen sein."

weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/gesundheit/ehec/007phns-ehec-aggressiver-als-gedacht#.A1000146

Der zentralafrikanische EAEC-Erregers (Enteroaggregative E.coli) könne bei Menschen schwere Schäden infolge blutiger Durchfälle auslösen. Die Kombination mit EHEC berge nun mehr Probleme als bislang gedacht. "Dieser Keim hat alle heimtückischen Eigenschaften, um sich im Darm zu verhaften, ihn maximal zu entzünden und er produziert zusätzlich Toxine, die HUS und die schweren neurologischen Nebenwirkungen verursachen." Das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) ist eine besonders schwere Verlaufsform der Infektion mit dem EHEC-Erreger. Im UKSH liegen derzeit knapp 100 Patienten mit HUS.

Die Identifizierung habe auch Auswirkungen auf die Therapie der Patienten. So sei über eine frühere Therapie mit Antibiotika nachzudenken, weil EAEC-Erreger darauf anspringen.


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/gesundheit/ehec/007phns-ehec-aggressiver-als-gedacht#.A1000146
Wie sich das neue Bakterium gebildet hat, ist dem Gastroenterologen zufolge unklar. "Das ist ein Gen-Experiment der Natur."

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7.6.2011: <Gefährliche Infektion: Wie Ehec von Mensch zu Mensch wandern kann>

aus: Spiegel online; 7.6.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,767038,00.html

<Von Nina Weber

Verseuchte Lebensmittel sind wohl für die Ehec-Infektionen in Deutschland verantwortlich. Doch es gibt noch einen Weg, wie sich die Bakterien verbreiten können - von Mensch zu Mensch. Dagegen hilft nur eines: Hygiene.

Hamburg - Es könnte die Lösung sein: Sprossen aus einem niedersächsischen Betrieb sind womöglich das lang gesuchte Lebensmittel, über das sich die gefährlichen Ehec-Bakterien in den vergangenen Wochen in Norddeutschland verbreitet haben. Doch bisher fehlt ein eindeutiger Nachweis, die zuständigen Behörden warnen weiter vorm Verzehr roher Tomaten, Gurken, Blattsalate sowie vor Sprossen.

Und sie weisen auf eigentlich selbstverständliche Hygiene-Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen hin. Denn ein weiterer Übertragungsweg der gefährlichen Bakterien existiert: der von Mensch zu Mensch. So ansteckend wie eine Erkältung ist die Ehec-Infektion zum Glück nicht. Per Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten werden die Erreger nicht weitergetragen.

Aber sogenannte Schmierinfektionen sind möglich: Nach einem Toilettengang kann ein Infizierter, der sich nicht die Hände gewaschen hat, andere anstecken. Die Bakterien können sich zwischendurch auch auf Flächen absetzen, Türklinken etwa, und so ohne direkten Körperkontakt von einem Menschen zum nächsten wandern.

Jürgen Heesemann vom Pettenkofer-Institut in München berichtet von einem aktuellen Fall, bei dem diese Form der Übertragung sehr wahrscheinlich ist: Ein Mann, der mit seiner Frau auf Usedom war, wurde samstags in die Klinik eingeliefert, Diagnose: Ehec-Infektion. Mehrere Tage danach wurde der Erreger auch bei seiner Frau festgestellt. Da die Urlaubsreise aber schon länger zurücklag, als die Inkubationszeit von Ehec dauert, deutet vieles darauf hin, dass sich die Frau nicht durch kontaminierte Nahrung, sondern durch ihren Mann angesteckt hat.

Gibt es stille Überträger?

Das Tückische bei Ehec: "Schon 100 Bakterien können ausreichen, damit jemand erkrankt", sagt Stefan Zimmermann vom Uniklinikum Heidelberg. Zum Vergleich: Bei Salmonellen sind etwa 100.000 Keime nötig. "Beim Benutzen einer gemeinsamen Toilette mit einem Infizierten ist daher eine Ansteckung mit Ehec möglich. Dies kann aber durch Händewaschen und anschließende Desinfektion vermieden werden", erklärt der Oberarzt am Department für Infektiologie.

"Nach den bisherigen Erfahrungen mit diesem Ehec-Stamm würde ich davon ausgehen, dass Patienten die Keime bis zu zehn Tage nach den ersten Durchfällen ausscheiden", sagt Zimmermann. "Dauerausscheider wie bei Salmonellen sind bei uns bisher nicht vorgekommen", ergänzt er. Als Dauerausscheider werden Menschen bezeichnet, die auch zehn Wochen nach Abklingen aller Symptome noch Krankheitserreger abgeben.

Noch nicht beantworten können Ärzte, wie viele Menschen sich mit dem derzeit grassierenden Ehec-Stamm infizieren, ohne zu erkranken - sie kämen als Überträger besonders in Frage. Denn sobald jemand mit den typischen Ehec-Symptomen in die Klinik geht, wird er entsprechend isoliert. Die "stillen Überträger" aber untersucht kein Arzt. Wieso manche Menschen trotz einer Infektion nicht erkranken, lasse sich schwer beantworten, meint Petra Dersch vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektiologie. "Ihr Immunsystem könnte so gut reagieren, dass keine Krankheit ausbricht, obwohl sich die Erreger eine Zeitlang im Körper befinden. Oder jemand hat nur sehr wenige Erreger aufgenommen." Die Zusammensetzung der Darmflora, die aus verschiedensten Bakterien bestehe, könne auch eine Rolle spielen.

"Unsere Kausalkette ist wasserdicht"

Zimmermann hält stille Überträger allerdings "bei diesem aggressiven Erreger für unwahrscheinlich". Der Ehec-Stamm, der sich derzeit in Norddeutschland ausbreitet, ist deutlich gefährlicher als seine engen Verwandten. So erkrankt etwa jeder Dritte am hämolytisch-urämischen Syndrom (Hus); bisher lag diese Quote nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei fünf bis zehn Prozent.

Die Zahl der Ehec-Opfer ist unterdessen gestiegen: 22 Tote hat der aggressive Darmkeim nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile in Deutschland gefordert. 15 davon sind demnach an den Folgen des HU-Syndroms gestorben. Bei sieben weiteren Ehec-Infizierten wurde diese schwere Komplikation nicht festgestellt. Die meisten Toten gibt es nach RKI-Zahlen in Niedersachsen. Dort starben sechs Menschen. Fünf kamen in Schleswig-Holstein ums Leben, vier in Nordrhein-Westfalen.

Die Quelle für die Ausbreitung des Darmkeims haben die Ehec-Fahnder bisher nicht gefunden: Erste Laborproben von Sprossengemüse aus Niedersachsen fielen am Montag negativ aus. Dennoch hält das Verbraucherministerium in Hannover weiter an dem Verdacht fest, dass Sprossen eines Betriebs im Kreis Uelzen Auslöser der Ehec-Epidemie sind. Der Gärtnerhof in Bienenbüttel im Kreis Uelzen war nach einer Analyse von Lieferwegen als Ausgangspunkt des aggressiven Darmkeims ins Visier geraten. "Unsere Kausalkette ist wasserdicht und plausibel. Sie reißt nicht ab", begründete Ministeriumssprecher Gert Hahne den Verdacht, der auch nach den negativ ausgefallenen Laboruntersuchungen aufrecht gehalten wird. Experten diskutieren mehrere Szenarien, wie sich der Keim auf dem Betrieb verbreitet haben könnte, zum Beispiel über verseuchtes Brauchwasser.

Während Forscher bereits zu ergründen versuchen, wie dieser Ehec-Erreger so aggressiv geworden ist, bleibt der Bevölkerung in Norddeutschland nur, auf ein Abebben der Ehec-Welle zu hoffen. Und man sollte die Behördenempfehlungen beachten: beim Essen - und bei der Hygiene.>

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8.6.2011: Manche EHEC-Infektionen verlaufen schwer, andere nicht - Autoantikörper mit Autoimmunsystem ist manchmal "fehlgeleitet"

aus: n-tv online: Autoantikörper spielen eine Rolle: Ursache für schwere EHEC-Verläufe klar? 8.6.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Ursache-fuer-schwere-EHEC-Verlaeufe-klar-article3526511.html

<Mediziner der Universitätskliniken Greifswald und Bonn haben Hinweise auf die Ursache schwerer Krankheitsverläufe bei EHEC-Patienten mit HU-Syndrom gefunden. Vieles deute darauf hin, dass neben dem Giftstoff Shigatoxin auch die Bildung von Autoantikörpern für schwere Schädigungen verantwortlich sei, sagte der Greifswalder Transfusionsmediziner Andreas Greinacher am Mittwoch. Autoantikörper sind Antikörper, die sich nicht gegen fremde sondern gegen körpereigene Stoffe richten.

Die nun beschriebenen Autoantikörper verursachten einen Anstieg eines Gerinnungsfaktors, wodurch die Durchblutung wichtiger Gehirnregionen und der Nebennieren eingeschränkt sei. Sie würden nur von einigen EHEC-Patienten gebildet. Neurologische Auswirkungen wie Bewusstseinsstörungen und Epilepsien gehören zu den schwierigsten EHEC-Komplikationen.

Inzwischen wurden vier schwer erkrankte EHEC-Patienten in Greifswald mit einer speziellen Blutwäschetherapie behandelt, bei der die Autoantikörper aus dem Blut gefiltert werden. "Die ersten Entwicklungen bei den Blutwerten stimmen uns optimistisch", sagte Greinacher.

Komplikationen erst nach dem Durchfall

Warum bei bestimmten EHEC-Patienten das Autoimmunsystem fehlgeleitet sei, sei unklar. In den Gefäßzellen von Hirn und Nebennieren der betroffenen Patienten werde ein für die Gerinnung verantwortliches Eiweiß, der sogenannte Von-Willebrand-Faktor, nicht wie im Normalfall in kleine Stücke zerlegt, sondern sammele sich an und verstopfe die Kapillaren, also die kleinsten Gefäße. Dies führe dann zu den schwerwiegenden Krankheitsbildern.

Nach Angaben Greinachers und seines Bonner Kollegen Bernd Pötzsch bilden sich die Autoantikörper erst im Verlauf der EHEC-Erkrankung. "Die Autoantikörper entstehen frühestens fünf Tage nach der EHEC-Infektion. Damit erklärt sich, warum die Patienten die Durchfallerkrankung in der Regel bereits überstanden haben und erst danach die schweren neurologischen Symptome auftreten", sagte Greinacher. Das Greifswalder Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin erforscht die Ursachen von Blutkrankheiten.

dpa>

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9.6.2011: Interview mit Hans-Ulrich Grimm: Natürliches Futter tötet EHEC im Magen des Viehs ab - Mais und Kraftfutter züchten EHEC im Magen des Viehs - und es fehlt die nationale Lebensmittelkontrolle

aus: n-tv online: Die Logik der billigen Lebensmittel: "EHEC wurde förmlich gezüchtet"; 9.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/EHEC-wurde-foermlich-gezuechtet-article3538961.html

<Hans-Ulrich Grimm schreibt Bücher über die Lebensmittelindustrie, zuletzt "Die Ernährungsfalle. Wie die Lebensmittelindustrie unser Essen manipuliert".

Kühe sind Reservoir für EHEC.

Die Massentierhaltung ist widernatürlich, die Verbreitungswege völlig unübersichtlich, die Überwachung vorsintflutlich - und nichts ändert sich. "Gehen Sie mal zu Rewe und suchen was Regionales, da finden Sie vielleicht drei Kisten Äpfel", sagt der Autor Hans-Ulrich Grimm. "Das ist lachhaft." Die EHEC-Bakterien seien mit Mais und Kraftfutter förmlich gezüchtet worden.

n-tv.de: Gibt es etwas, das alle Lebensmittelskandale gemeinsam haben?

Hans-Ulrich Grimm: Lebensmittelskandale werden heute dadurch befördert, dass es diese unübersichtlichen industriellen Produktions- und Verteilungsstrukturen gibt und dass die Verantwortung dafür privatisiert ist. Wenn dann der Staat nachweisen soll, was die Quelle eines Problems ist, steht er meist dumm da.

Die Opposition kritisiert, dass eine Koordinierung der Kontrollmechanismen in Deutschland fehle. Liegt es wirklich an den Strukturen?

Ja, die Überwachungsstrukturen sind vorsintflutlich. Angesichts einer globalisierten Nahrungsmittelproduktion ist es absolut lächerlich, dass die Bundesländer für die Lebensmittelkontrollen zuständig sind. Das hätte schon längst angepasst werden müssen. Aber das kommt bei jedem Lebensmittelskandal wieder aufs Tapet, daran will niemand wirklich etwas ändern.

Jetzt stehen Gurken, Salat, Tomaten und Sprossen unter Verdacht. Was hat dann Massentierhaltung mit EHEC zu tun?

Mit den ursprünglichen EHEC-Keimen hat die Massentierhaltung sehr viel zu tun. Der erste von ihnen kam 1982 bei McDonald's in Hamburgern vor, er wurde deshalb "Hamburger-Keim" genannt. Diese EHEC-Bakterien hatten sich durch artwidrige Fütterung ausgebreitet, sagte der Münsteraner EHEC-Experte Professor Helge Karch schon vor Jahren. Nach amerikanischen Regierungsstudien werden bei Grasfütterung die EHEC-Bakterien im Verdauungstrakt der Rinder zu 99,99 Prozent abgetötet. Die übrigen 0,01 Prozent verenden, wenn sie ausgeschieden würden. Mit Mais und Kraftfutter dagegen werden diese EHEC-Bakterien förmlich gezüchtet, werden auch widerstandsfähiger gegen Säure, auch gegen die menschliche Magensäure. Dadurch werden sie gefährlich.

Und die Verteilungsstrukturen?

Die Massenproduktion hat zur Folge, dass von einem Standort aus unglaublich viele Menschen erreicht werden. Wenn dieser Standort Krankheitserreger verbreitet, kann das zu Epidemien führen. In San Diego ist damals, Anfang der 80er Jahre, ein Kind an einem Hamburger gestorben. Damals war es so, dass man Gentests machen musste, um den Keim vom Hamburger zurück in die Produktionsstätte zu verfolgen. Von welcher Farm der Keim kam, konnte nie festgestellt werden. Das ist ganz typisch. Beim bisher größten EHEC-Ausbruch, 1996 in Japan, dauerte es ein halbes Jahr, bis man herausfand, dass Rettich-Sprossen die Quelle waren.

Glauben Sie, dass es noch möglich ist, die Quelle der aktuellen EHEC-Infektion zu klären?

Die Vergangenheit lehrt, dass es schwierig ist, aber möglich ist es schon.

Wie kommt der EHEC-Keim überhaupt aufs Gemüse?

Der Keim kommt zwar aus der industriellen Massentierhaltung, breitet sich aber unglaublich schnell aus. In Kanada hat es schon EHEC-Infektionen gegeben, die aus dem Trinkwasser kamen. Auch in Bayern sind nach Regierungsuntersuchungen Trinkwasser-Versorgungseinrichtungen belastet. Sogar in bayerischen Bergbächen sind EHEC-Erreger schon festgestellt worden.

Der aktuelle EHEC-Stamm ist vor zehn Jahren erstmals in Deutschland aufgetaucht. Wie alt ist dieser Erreger?

Darüber weiß man bis jetzt noch nicht so arg viel. Man kann offenbar auch keine unmittelbare Verwandtschaftsbeziehung feststellen zwischen dem aktuellen Erreger O104:H4 und dem O157:H7, der bisher der bekannteste Bösewicht war.

Sind Bio-Produkte eine Alternative? Da gab es schließlich auch schon Lebensmittelskandale.

Ich bin ja ein absolut ideologisch verbohrter Bio-Anhänger (lacht). Aber diesen Rohkost- und Salatwahn habe ich noch nie verstanden. Ich fand schon immer suspekt, dass man diese komischen blassen Sprossen tagelang unter Plastik hält und dann im Büro isst. Solche Bio-Sachen mögen ja aus Liebe zu Mutter Erde hergestellt worden sein, aber wenn man die über weite Distanzen transportiert oder lange aufhebt, dann ist das natürlich auch naturwidrig. Irgendwann setzt einfach der Keimbefall ein.

Gibt es denn angesichts der wachsenden Weltbevölkerung eine Alternative zur massenhaften Produktion von Lebensmitteln?

Ich war in China, um genau dieser Frage nachzugehen. Zu meiner Überraschung stellte sich heraus, dass die dort zu größten Teilen von einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft ernährt werden. Ich war in Peking auf dem Großmarkt, der die Stadt mit ihren 15 bis 18 Millionen Einwohnern beliefert. Der Markt wird, sagte mir der Leiter, von 80 Millionen Kleinbauern beliefert. Man kann die Menschheit der Zukunft durchaus kleinbäuerlich ernähren. Die Frage ist, ob das jemand will. Vom jetzigen System profitieren halt unglaublich viele. Allein die spanischen Gemüsebauern haben jetzt angeblich einen Schaden von 200 Millionen Euro pro Woche. Nur mit Gurken und dergleichen. Wer 200 Millionen umsetzt pro Woche, hat ein massives Interesse an diesem System.

Könnte es nicht bei den Konsumenten eine Trendwende geben?

Ja, könnte - im Konjunktiv. Alternativen gibt es immer. Wenn etwas menschengemacht ist und nicht gottgegeben, dann können die Menschen das auch verändern. Aber gehen Sie mal zu Rewe und suchen was Regionales, da finden Sie vielleicht drei Kisten Äpfel. Das ist lachhaft, das ist alles bloß Marketing-Gehype. So bald etwas zu teuer ist oder zu aufwändig in der Herstellung oder die Transporte nicht übersteht, hat es im Supermarkt keine Chance, egal wie gesund es ist. Das beste Beispiel ist Leinöl, das gibt es im Supermarkt auch nicht, weil es einfach nicht lang genug hält. Das kann gesund sein, wie es will.

Was gab es bei Ihnen heute zum Mittag gegessen?

Nudeln mit Gemüse, aus dem Wok - wir machen das immer aus dem Wok.

Essen Sie noch Salat oder rohes Gemüse?

Natürlich, ich habe heute Morgen Radieschen gegessen, voll öko, hier aus der Gegend.

Mit Hans-Ulrich Grimm sprach Hubertus Volmer>

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Basler Zeitung online, Logo

13.6.2011: Sprossen als EHEC-Träger - und auch das Saatgut soll belastet sein

aus: Basler Zeitung online: Auch selbstgezogene Sprossen sind gefährlich; 13.6.2011;
http://bazonline.com/wissen/medizin-und-psychologie/Auch-selbstgezogene-Sprossen-sind-gefaehrlich/story/10434998

<Zur Vorsorge gegen den gefährlichen Darmkeim Ehec sollten Verbraucher auch auf selbstgezogene rohe Sprossen verzichten.

Der Verdacht hat sich erhärtet, dass Saatgut für Sprossen und Keimlinge mit dem Bakterium belastet ist, wie das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) mitteilte. Bei einer Familie aus Niedersachsen bestehe der Verdacht, dass selbstgezogene Sprossen Ursache für eine Ehec-Erkrankung sind.

Allerdings habe der Erreger noch nicht in den Samen nachgewiesen werden können. Die Untersuchungslaboratorien der Länder und das Nationale Referenzlabor am BfR untersuchen derzeit den Angaben zufolge eingegangene Saatgutproben. «Wenn bereits die Samen mit Keimen belastet sind, dann schützt auch die Einhaltung von Küchenhygieneregeln nicht vor einer Ehec-Erkrankung», sagte BfR-Präsident Andreas Hensel.

Saatgut oder infizierte Mitarbeiterinnen?

Am Freitag waren Sprossen aus einem niedersächsischen Betrieb als eine Quelle der aktuellen Ehec-Welle ausgemacht worden. Allerdings ist bislang ungeklärt, ob der Erreger durch verunreinigtes Saatgut oder durch bereits infizierte Mitarbeiterinnen auf die Sprossen gelangt ist. Das BfR hatte den Fund des aggressiven Erregerstamms durch Landesbehörden am Samstag bestätigt.

(pbe/dapd)>

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Spiegel online, Logo

16.6.2011: Die Zahl der neuen EHEC-Erkrankungen sinkt - aber die genaue Quelle ist immer noch nicht gefunden

aus: Spiegel online: Ehec-Epidemie: Darmkeim fordert weitere Todesopfer; 16.6.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,768862,00.html

Der Ehec-Darmkeim hat das 39. Todesopfer gefordert - und nach wie vor ist unklar, woher die Seuche gekommen ist. Die Hoffnung der Experten, die Quelle noch zu finden, schwindet zusehends. Doch inzwischen sinkt die Zahl der Neuinfektionen spürbar.

Berlin/Frankfurt am Main - Die Zahl der Ehec-Todesopfer steigt, doch die Ursache für den Ausbruch ist nach wie vor unklar. "Die heißeste Spur sind weiterhin die Sprossen", sagte Miriam Ewald, Sprecherin des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), am Donnerstag. Deshalb rät die Behörde noch immer vom Verzehr roher Sprossen ab.

Auch selbstgezogene Pflanzen und Keimlinge sollen nicht gegessen werden. Denn auch das Saatgut bleibt im Verdacht, mit dem Erreger belastet zu sein. Die Warnung vor Sprossen werde erst aufgehoben, wenn sich die Quelle für den Ausbruch findet oder es keine Neuinfektionen mehr gibt, ergänzte Ewald.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) starben in Deutschland bisher mindestens 38 Menschen durch die Epidemie. 25 von ihnen hatten die schwere Komplikation Hus (hämolytisch-urämisches Syndrom), die Nieren und Nervensystem schädigt. Auch in Schweden starb ein Mensch. Aus welchem Bundesland das 38. Todesopfer in Deutschland stammt, konnte das RKI zunächst nicht sagen.

Zahl der Neuinfektionen sinkt

Seit Anfang Mai sind laut RKI bundesweit bisher 3304 Ehec-Fälle bekannt, davon 786 mit dem schweren Hus-Verlauf. Die Zahl der Neuinfektionen ging in den vergangenen Tagen aber spürbar zurück. Von Mittwoch auf Donnerstag kamen bundesweit nur 48 Ehec-Fälle dazu.

In den Jahren zuvor hatte das RKI jeweils zwischen 800 und 1200 Fälle von Ehec und rund 60 Hus-Erkrankungen in Deutschland gezählt. Seit der Einführung der Meldepflicht 2001 starben pro Jahr durchschnittlich zwei bis drei Menschen an Hus.

Mediziner gehen davon aus, dass einige Hus-Patienten dauerhaft unter Nierenschäden leiden werden. Es bestehe die Gefahr, dass sie weiterhin auf die Dialyse angewiesen seien oder ein Spenderorgan bräuchten, sagte Reinhard Brunkhorst, Nierenspezialist und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Der Hamburger Psychologe Frank Schulz-Kindermann warnte vor den seelischen Folgen einer Ehec-Infektion. Die Krankheit könne zu depressiven Verstimmungen, Ängsten und Panikattacken führen, sagte der Experte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Dass die genaue Ursache der Epidemie nicht schnell gefunden wird, ist bei Ehec nicht ungewöhnlich. Rund 75 Prozent der bisherigen Ausbrüche wurden nach BfR-Angaben nicht aufgeklärt. Alle verdächtigen Lebensmittel außer den Sprossen führten die Experten bisher in eine Sackgasse. Auf spanischen Gurken und Salat in Bayern fanden sich zwar Ehec-Erreger, aber nicht der aktuell grassierende Typ.

Tausende Untersuchungen, kein Beweis

In Hessen wurde am Donnerstag ein Hof wegen Ehec auf Salat geschlossen - auch hier handelt es sich aber nicht um den aggressiven Typ. Der Erreger gelangte vermutlich mit verunreinigtem Wasser auf den Salat. Das Gemüse des Betriebes werde mit Wasser aus einem Brunnen gewaschen, sagte Geschäftsführer Steffen Gerlach.

Der Gurkenfund in einer Magdeburger Mülltonne in der vergangenen Woche enthielt zwar den lebensbedrohlichen Ehec-Typ O104:H4. Das Ergebnis sei für eine Weiterverfolgung aber nicht verwertbar, sagte BfR-Sprecherin Ewald. Denn die Gurke sei kein Lebensmittel mehr gewesen, sondern ein Abfallprodukt. So sei unklar geblieben, zu welchem Zeitpunkt der Erreger sich dort breit gemacht hatte.

In Deutschland haben Labore bis zum Mittwoch rund 9400 Lebensmittelproben auf Ehec untersucht. Zwei Drittel entfielen auf amtliche Untersuchungen, ein Drittel entstamme Eigenkontrollen der Wirtschaft, sagte Nina Banspach, Pressesprecherin des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Auch das BfR hat in seinem Labor inzwischen mehrere hundert Proben unter die Lupe genommen - entweder als Bestätigung für die Bundesländer oder als Erstuntersuchung.

Neben Sprossen würden weiterhin auch andere Lebensmittel auf Ehec untersucht, sagte BfR-Sprecherin Ewald. Doch auch zum Sprossen-Saatgut führt bisher keine definitive Spur. Der Verdacht sei in Gesprächen mit Mitarbeitern des inzwischen geschlossenen niedersächsischen Betriebs entstanden, nicht durch Analysen. Die niedersächsischen Behörden forschten aber weiter.

Das Thema Ehec dominierte unterdessen den Ruder-Weltcup in Hamburg. Mehrere ausländische Teams hatten ihre Teilnahme aus Angst vor dem Keim abgesagt. Bei den Organisatoren stieß das auf Unverständnis.

mbe/dpa>

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n-tv online, Logo

EHEC am 17.6.2011: <Beweis in Nordhessen: Mensch überträgt EHEC auf Essen> - es war eine infizierte Mitarbeiterin des Catering-Betriebs

aus: n-tv online; 17.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Mensch-uebertraegt-EHEC-auf-Essen-article3604761.html

<EHEC-Test im Labor: Die Übertragung von Mensch auf Lebensmittel ist bewiesen.

In Nordhessen ist der EHEC-Erreger von einem Menschen auf Lebensmittel gesprungen. Das beweisen Labortests. Ob die mangelnde Hygiene einer Mitarbeiterin oder verunreinigte Gegenstände verantwortlich sind, muss noch geklärt werden.

Der gefährliche EHEC-Keim ist in Nordhessen tatsächlich von einer Catering-Mitarbeiterin auf Lebensmittel übergesprungen und hat so 20 weitere Menschen krank gemacht. Die Ergebnisse von Labortests liegen vor und bestätigten bisherige Vermutungen, wie Sozial- und Verbraucherministerium in Wiesbaden mitteilten. Wie genau der Keim auf die Lebensmittel gelangte und ob es ein Hygieneproblem in dem Betrieb gibt, werde nun untersucht, sagte der Sprecher des Kreises Kassel, Harald Kühlborn.

Werden grundlegende Regeln wie Händewaschen nach dem Toilettengang eingehalten, könne es eigentlich nicht zu einer Übertragung des Keims kommen. Möglich sei aber, dass ein infizierter Gebrauchsgegenstand des Betriebs eine Rolle spielte, sagte Kühlborn. Die Mitarbeiterin des Partyservices war den Testergebnissen zufolge mit dem aggressiven EHEC-Keim infiziert, als sie Speisen für eine Feier in Niedersachsen zubereitete, sie hatte aber noch keine Symptome.

Wichtig: Hände waschen

Sie übertrug den Keim auf mehrere Lebensmittel, später erkrankte sie an der durch EHEC verursachten Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom). Nach der Feier erkrankten auch 20 von 65 Gästen. Acht Gäste stammten aus Hessen, bei zwei von ihnen brach ebenfalls HUS aus.

Das Sozialministerium rief insbesondere EHEC-Kranke und deren Familienangehörige beziehungsweise Mitbewohner nochmals dazu auf, sich nach dem Toilettengang und vor dem Essen gründlich die Hände zu waschen. Selbst nach überstandener Krankheit, auch bei nur leichtem Verlauf, wird der Erreger weiter über den Darm ausgeschieden, warnte das Ministerium. Zuletzt waren mehr als 50 Menschen in Hessen bekannt, die an HUS litten.

dpa>

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Spiegel online, Logo

24.6.2011: EHEC-Keime in Flüssen, Seen, Kläranlagen etc.

aus: Spiegel online: Ehec-Epidemie: Wo die Seuchengefahr noch immer lauert; 24.6.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,769758,00.html

Von Cinthia Briseño

Die Krankenzahl sinkt, Ehec scheint besiegt - doch immer wieder verunsichern Einzelfälle die Verbraucher: Wie gelangte der Erreger in einen hessischen Bach? Breitet er sich noch weiter aus, und wie lange können Infizierte andere Menschen anstecken? Alle Antworten im Überblick.

Hamburg - Wochenlang hat der Darmkeim Ehec in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt und vielen Menschen Kummer und Sorgen bereitet. Jetzt, da die Zahl der Neuerkrankungen deutlich zurückgeht, hat sich die Aufregung um die Seuche etwas gelegt. Die meisten Menschen essen wieder Gurken, Tomaten und Salat - nur an Sprossen will sich die Mehrheit noch nicht so recht ranwagen, schließlich warnen Experten weiterhin davor.

Trotzdem gibt es immer wieder Meldungen, die aufhorchen lassen - und die das Land spalten: In jenen Teil der Bevölkerung, der des Ehec-Alarmismus müde ist und davon nichts mehr hören will - und in jenen Teil, der sich weiter um seine Gesundheit sorgt. Einer der Gründe: Am vergangenen Wochenende war der für den Ausbruch der Seuche verantwortliche Ehec-Keim Husec 41 (Subtyp 0104:H4) in einem Bach bei Frankfurt entdeckt worden . Rasch vermuteten die Behörden, eine in der Nähe gelegene Kläranlage könne schuld sein.

Auch in diesen Tagen gibt es immer wieder neue Ehec-Nachrichten:

  • Experten melden sich zu Wort und sehen wegen der möglichen Mensch-zu-Mensch-Übertragung in den kommenden Wochen eine zweite Ehec-Welle herannahen.
  • In Mecklenburg-Vorpommern ist Ehec in einem Gewässer nachgewiesen worden.
  • Auf dem niedersächsischen Biohof, der als Ursprung für die Ehec-Seuche identifiziert wurde, versucht man weiterhin vergeblich herauszufinden, wie genau der Keim auf die Anlage gelangen konnte.
  • Auch für Wissenschaftler bleiben rund einen Monat nach dem Beginn der Ehec-Epidemie viele Fragen über den Ausbruch unbeantwortet. Vor allem der Grund für die Aggressivität des Erregers ist immer noch nicht vollständig geklärt.

Die Lage ist unübersichtlich: Wieso taucht der gefährliche Darmkeim plötzlich Hunderte Kilometer vom Seuchen-Ursprungsort entfernt in einem Gewässer auf? Welche Folgen könnte das haben? Wie gefährlich ist der Umgang mit Ehec-Infizierten und welche Gefahr geht von dem Erreger überhaupt noch aus? SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick:

24.6.2011: <Erreger in Gewässern: Wie Ehec sich in der Umwelt einnistet>

aus: Spiegel online; 24.6.2011; http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,769946,00.html

Klärwerk: Risiko durch mit Keimen verseuchte Fäkalien

Ein verseuchter Bach bei Frankfurt, Keime auf einem Salatkopf aus Frankfurt: Die neuesten Ehec-Funde bereiten den Experten Sorgen. Sie sind ein Indiz dafür, dass sich der gefährliche Erreger in der Umwelt einnisten könnte.

"Heute geschlossen." Tagelang stand das auf einem Öffnungszeiten-Schild eines Frankfurter Gemüsehofs geschrieben. Vor gut einer Woche waren auf einem Salatkopf Ehec-Erreger gefunden worden . Auch im Wasser der Gemüsewaschanlage fand man den Keim. Seit Mittwoch darf der Gemüsehof jedoch wieder verkaufen: Bei dem Ehec-Fund handelte es sich nicht um den gefährlichen Ehec-Typus O104:H4.

Unterdessen ist aber weiterhin unklar, wie hoch die Keimbelastung in einem Gewässer bei Frankfurt ist. Denn im Erlenbach, der nur wenige hundert Meter von dem Gemüsehof entfernt liegt, war am Freitag vergangene Woche just der aggressive Ehec-Erregertyp Husec 41, wie er auch genannt wird, gefunden worden.

Das Umweltbundesamt hatte zuvor vor Panikmache gewarnt. "Dass nun in einem Fluss mit Abwassereinfluss ein Ehec-Typ vom Ausbruchsstamm nachgewiesen werden konnte, ist nicht überraschend", hatte der Präsident des Amtes, Jochen Flasbarth, mitgeteilt. "Abwasser enthält immer auch Krankheitserreger, vor allem von solchen Krankheiten, die in der Bevölkerung gerade grassieren."

Die meisten Kläranlagen können Keime nicht vollständig eliminieren

Einzelne Ehec-Funde verschlimmerten die Gefahrensituation nicht. Da Kläranlagen Krankheitserreger nicht völlig eliminieren könnten, gebe es schon immer Badeverbote stromabwärts davon. "Durch einzelne Ehec-Funde besteht zurzeit keine neue Situation. Es besteht auch keine erhöhte Erkrankungsgefahr durch Wassersport."

Ähnlich sieht es der Infektionsbiologe Helge Karch von der Universität Münster. Er geht davon aus, dass sich der Keim in der Umwelt weiter ausbreiten wird: "Viele Menschen scheiden derzeit den Erreger aus. Wir können also nicht ausschließen, dass er sich in unserer Umwelt bereits eingenistet hat", sagte Karch.

Wie der Erreger in den Bach gelangen konnte, ist weiterhin unklar. Das hessische Verbraucherministerium aber rechnet bald mit neuen Erkenntnissen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schließt derzeit seine Analysen ab.

"Im Ablauf einer Kläranlage wird man immer Keime finden", sagte Ulf Theilen, Dozent für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die herkömmlichen Anlagen würden Ehec-Erreger nicht zurückhalten. Das "gereinigte Abwasser" enthalte eine gewisse "Rest-Verunreinigung". Dazu gehörten auch E. coli-Bakterien, zu denen Ehec zählt.

"Dieses Abwasser geht in der Regel direkt in einen Fluss." Da in Hessen Flüsse per Definition nicht als Badegewässer gelten, gebe es bisher keine Notwendigkeit, Keime aus dem Abwasser herauszufiltern, sagte Theilen.

In anderen Bundesländern ist die Lage teilweise anders. Wie etwa in Bayern: Dort darf man in der Isar auch baden, da man am Ende des Klärprozesses eine "Entkeimungsstufe" angefügt hat - eine UV-Anlage tötet dort die Keime nahezu vollständig ab. Allerdings sind solche Anlagen sehr teuer. In Bayern investierte man hohe Zuschüsse in die Kläranlagen, um keimfreies Flusswasser zu garantieren.

Trinkwasser ist dagegen eine sichere Quelle zum Durstlöschen: Trinkwasser wird aus Grundwasser bezogen, das in Wasserwerken aufbereitet wird. Es muss den Normen der Trinkwasserverordnung entsprechen. Keime wie E. coli-Bakterien dürfen nicht enthalten sein - andernfalls müssen sie nach Angaben des Umweltbundesamts abgetötet werden. "Trinkwasser aus größeren öffentlichen Versorgungen ist sehr sicher vor Ehec", so die Behörde.>

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30.6.2011: <Bockshornkleesamen im Verdacht: Kommt EHEC aus Ägypten?>

aus: n-tv online; 30.6.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Kommt-EHEC-aus-Aegypten-article3701571.html

<Nachdem Sprossen als Ursprung des EHEC-Ausbruchs in Deutschland in Verdacht geraten sind, gibt es jetzt konkretere Hinweise. Laut einer Analyse auf europäischer Ebene könnte ägyptischer Bockshornkleesamen den gefährlichen Erreger nach Deutschland und Frankreich gebracht haben. Derweil verteidigt Ministerin Aigner das Krisenmanagement der Behörden.

Ägyptische Bockshornkleesamen könnten der Auslöser für die EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich sein. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma in einer gemeinsamen Analyse mit dem Europäischen Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm.

Danach scheint es eine Verbindung zwischen einer ägyptischen Samenlieferung von 2009 zu dem EHEC-Ausbruch in Frankreich zu geben, während ein Export von Bockshornkleesamen im Jahr 2010 nach Deutschland dort eine Rolle gespielt haben könnte.

Ägyptische Bockshornkleesamen seien somit in die EHEC-Ausbrüche in beiden Ländern verwickelt, halten die europäischen Behörden fest. Allerdings gebe es noch viel Unsicherheit, ob das wirklich die gemeinsame Ursache aller EHEC-Erkrankungen sei.

"Krisenmanagement hat funktioniert"

Derweil verteidigte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner das Krisenmanagement der Behörden während der EHEC-Epidemie. Dieses habe funktioniert, sagte die CSU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". "Bund und Länder haben schnell und entschlossen reagiert und sehr eng zusammengearbeitet." Es gebe aber natürlich wie immer nach solchen Geschehnissen eine Manöverkritik. "Jetzt werden wir die einzelnen Abläufe auf den Prüfstand stellen, um zu sehen, was in Zukunft weiter verbessert werden könnte", kündigte die Ministerin an.

Aigner verteidigte auch die zwischenzeitliche Warnung vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Salat. Die Hinweise des Robert-Koch-Instituts und des Bundesinstituts für Risikobewertung seien "begründet und angemessen" gewesen, sagte die Ministerin. Die Spur zu den Sprossen sei erst später aufgetaucht. Wenn wegen des frühen Hinweises auf Salat aber auch nur ein Mensch indirekt auf Sprossen verzichtet und damit eine schwere Erkrankung vermieden habe, "dann war das im Interesse der Verbraucher."

Kostenerstattung für Krankenhäuser

Die Gesundheitsminister wollen derweil die Kassen notfalls per Gesetz zwingen, den Kliniken die Kosten für EHEC-Patienten zu ersetzen. Außerdem sollen die Meldewege beschleunigt werden. "Die Ministerkonferenz erwartet, dass die laufenden Verhandlungen zwischen Krankenhäusern und Kassen zu den Mehraufwendungen bis Ende 2011 abgeschlossen werden", sagte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner von der CDU zum Abschluss der zweitägigen Beratungen in Frankfurt. "Für den Fall, dass es dabei zu keiner einvernehmlichen Regelung kommt, wurde der Bund aufgefordert, die Kostenerstattung gesetzlich zu regeln."

In norddeutschen Ländern gehe es dabei "um Millionen", sagte Grüttner, ohne konkrete Zahlen für die bundesweiten Belastungen zu nennen. Die Krankenhäuser dürften nicht im Nachhinein für ihre hervorragende Arbeit bestraft werden, "indem Fälle außerhalb des vereinbarten Budgets nur zu 35 Prozent von den Krankenkassen getragen werden".

Zudem soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe nach Wegen suchen, das Meldewesen zu verbessern. Meldungen zu neuen Krankheitsfällen sollen künftig "schneller und tagesaktueller" bei den zentralen Stellen eingehen, sagte Grüttner.

Transportwege müssen untersucht werden

Die europäischen Behörden teilten weiter mit, dass weitere Analysen notwendig seien. Dringend sei dabei vor allem eine Untersuchung, auf welchen Wegen die ägyptischen Lieferungen in Deutschland und Europa verteilt worden seien. So sei ein Teil der ägyptischen Samen über ein britisches Unternehmen nach Frankreich gelangt.

Sprossensamen, die in Frankreich mehrere EHEC-Fälle ausgelöst haben sollen, kamen nach Pariser Regierungsangaben aus England. Im Raum Bordeaux waren zehn Menschen erkrankt, nachdem sie Sprossen aus Bockshornklee, Senf und Rucola gegessen haben. Die beiden Behörden halten ausdrücklich fest, dass Bockshornkleesamen oft in einer Samenmischung auf den Markt kommen, was eine Kontaminierung beim Umverpacken nicht ausschließe.

Zu den dringenden Ratschlägen der Experten an die Verbraucher gehört, dass sie keine Sprossen für den eigenen Konsum ziehen und Sprossen auch erst nach einem ausführlichen Kochen verzehren sollten.

dpa/AFP>

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20 minuten online, Logo

5.7.2011: EHEC höchstwahrscheinlich in Bockshornkleesamen aus Ägypten

aus: 20 minuten online: Gefährliche Darmbakterie: Der EHEC-Verursacher ist identifiziert; 5.7.2011;
http://www.20min.com/wissen/dossier/ehec/story/Der-EHEC-Verursacher-ist-identifiziert-24192446

<Endlich scheint die Quelle für die EHEC-Ausbrüche gefunden: Der Verdacht, dass Bockshornklee aus Ägypten kontaminiert war, hat sich erhärtet. Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden.
Ursache für den Ausbruch der EHEC-Epidemie in Deutschland sind mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Ägypten importierte Bockhornkleesamen. Aus den mit EHEC O104:H4 kontaminierten Samen seien in einem niedersächsischen Gartenbetrieb Sprossen hergestellt worden, sagte der Präsident des deutschen Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Weitere Erkrankungen möglich

Da möglicherweise noch mit EHEC kontaminierte Sprossensamen im Umlauf seien, sollten weiterhin Sprossen nicht roh verzehrt werden. Noch vorhandene Sprossensamen und Samenmischungen sollten im Restmüll entsorgt werden.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes ist noch mit weiteren Erkrankungen und Ausbrüchen durch den Erreger zu rechnen. Die Infektionen könnten von Mensch zu Mensch oder durch Lebensmittel übertragen werden, die durch Erkrankte kontaminiert wurden.

Über 50 Tote

Mehr als zwei Monate nach ihrem Ausbruch zeichnet sich nach Einschätzung von Experten ein Ende der EHEC-Epidemie in Deutschland ab. Verschiedene epidemiologische Kennzahlen deuten darauf hin, dass sich der Ausbruch dem Ende zuneigt.

Bislang wurden in Deutschland 48 Todesfälle im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim registriert. In Frankreich wurde über acht Fälle von EHEC-Erkrankungen berichtet, am 2. Juli starb eine ältere Frau. In 15 Ländern wurden weitere 119 EHEC-Fälle bekannt, deren Ursprung auf eine Sprossenfarm in Deutschland zurückgeführt wurde.

Wirtschaftlicher GAU

Der EHEC-Ausbruch und Mutmassungen über die Quelle des Darmkeims liessen den Gemüsemarkt einbrechen. Auch Wochen nach Aufhebung der Verzehrwarnungen für Gurken, Tomaten und Salat wird noch immer weniger Gemüse verkauft.

Die Verluste beliefen sich allein für den deutschen Gemüsemarkt auf etwa 75 Millionen Euro. Die Europäische Union will 210 Millionen Euro (rund 257 Millionen Franken) zur Entschädigung für betroffene europäische Bauern bereitstellen - viel zu wenig, klagen die Landwirte.>

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n-tv online, Logo

11.7.2011: EHEC-Keim wird auch in Medikamenten vermutet

aus: n-tv online: Bockshornklee-Rückruf: EHEC vielleicht in Arzneien; 11.7.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/EHEC-vielleicht-in-Arzneien-article3783531.html

<Arzneien mit Bockshornkleesamen könnten mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC verunreinigt sein.

Wegen möglicher EHEC-Kontamination werden bestimmte Chargen von Medizinprodukten und Arzneimitteln mit Bockshornkleesamen zurückgerufen. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn mit.

Besitzen Verbraucher Arzneimittel mit Bockshornklee, sollten sie diese vorsichtshalber entsorgen. Das gelte insbesondere für Bockshornkleesamen-Produkte, die Verbraucher normalerweise ohne Erhitzen "in zerstoßener Form löffelweise" zu sich nehmen, sagte Maik Pommer, Pressesprecher des BfArM.

Nicht betroffen sind laut Pommer einige homöopathische Arzneien, weil aufgrund einer hochkonzentrierten Alkohollösung darin kein Keim überlebt. Im Prinzip unbedenklich ist auch Tee oder die Grundlage für äußerlich anzuwendende Wickel, für die ein Brei aus den Samen aufgekocht werden muss. Werden diese "bestimmungsgemäß zubereitet", also etwa der Tee mit kochendem Wasser aufgegossen, bestehe keine Gefahr, sagte Pommer. Er rät dennoch, derzeit lieber grundsätzlich auf alle Produkte mit Bockshornkleesamen zu verzichten. Diese sind als Inhaltsstoffe auf der Packung ausgewiesen.

dpa>

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Spiegel online, Logo

21.7.2011: <Erbgutanalyse: Forscher entschlüsseln das Ehec-Geheimnis>

aus: Spiegel online; 21.7.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,775566,00.html

Von Cinthia Briseño

<Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, noch während einer Epidemie das Erbgut eines Erregers zu entschlüsseln: Experten in Münster haben den Stammbaum des gefährlichen Ehec-Bakteriums rekonstruiert.

Münster - Bakterien stecken voller Überraschungen - einige enden für den Menschen tödlich. Als Anfang Mai im Norden Deutschlands die ersten Ehec -Fälle auftauchten, ahnte niemand, dass die Infektionswelle zum weltweit bisher größten Ausbruch von Hus-Erkrankungen führen sollte: Mehr als 800 Betroffene kämpften mit der lebensbedrohlichen Komplikation der Nieren, mindestens 30 Hus-Kranke starben.

Wochenlang rätselten Bakteriologen, Infektiologen und Mediziner über diesen unheimlichen Erregerstamm. Was machte ihn so ungewöhnlich aggressiv? Wieso verliefen viele der Hus-Erkrankungen so anders, als man sie bisher kannte?

Die Bakterien, die die Experten zunächst in Ratlosigkeit versetzten, gehören zum Stamm der enterohämorrhagischen Escherichia coli (Ehec), ein Stamm, der für Mikrobiologen eigentlich ein alter Bekannter ist. Jährlich erkranken für gewöhnlich 60 Menschen in Deutschland an Hus, ausgelöst durch eine Ehec-Infektion. Diese Ehec-Welle aber war anders. Wenige Tage nachdem Mitarbeiter des Konsiliarlabors des Robert Koch-Instituts (RKI) am Universitätsklinikum Münster (UKM) mit der Analyse der Bakterien begonnen hatten, stand fest: In Deutschland wütete ein bis dahin extrem seltenes Ehec-Exemplar, Serotyp O104:H4.

Die Entstehungsgeschichte eines Bakterienstamms

Inzwischen ist die Infektionswelle überstanden, dem RKI wurde am 7. Juli letztmals ein O104:H4-Fall gemeldet. Für die UKM-Experten aber ging die Forschungsarbeit weiter, das Ergebnis präsentieren sie jetzt im Fachmagazin "PLoS One". Es ist nach eigenen Angaben die bisher eingehendste Erbgutanalyse des Ausbruchsstamms - und diese liefert einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des besonders aggressiven Ehec-Erregers. Denn sie vergleicht diesen mit einem Erregerstamm der vor einigen Jahren aufgetaucht war.

Zuvor hatten auch Wissenschaftler am Hamburger Uniklinikum Eppendorf (UKE) in Kollaboration mit einer chinesischen Firma das Genom sequenziert , ebenso wie Forscher um Rolf Daniel von der Universität in Göttingen, die zwei Isolate der deutschen Ehec-Epidemie untereinander verglichen und die Ergebnisse Ende Juni im Fachmagazin "Archives of Microbiology" veröffentlicht hatten.

Was die UKM-Wissenschaftler aber nun in ihrer Arbeit aufzeichnen, liest sich wie eine Art Familienstammbaum - an dessen Anfang jedoch ein bisher unbekannter Erreger steht. Wie Alexander Mellmann vom UKM erklärt, handelt es sich vermutlich um einen O104:H4-Vorläuferstamm. Ein Stamm, der ebenso wie der in Deutschland grassierende Erreger das gefährliche Shigatoxin produziert - ein tückisches Protein, welches grob gesagt die Eiweißproduktion in der Zelle unterbricht, so dass sie stirbt.

Doch erst die Evolution hat aus diesem unbekannten Vorläuferstamm einen derartig aggressiven Ehec-Keim entstehen lassen, der für den Tod Dutzender Patienten verantwortlich war. Es ist ein Bakterium, das verschiedene Eigenschaften naher verwandter Mikroben in sich vereint. Sie kommen dadurch zustande, dass die Bakterien im Laufe ihrer Evolution Gene für wichtige krankmachende Faktoren erworben haben. So fanden die Forscher etwa mehrere Antibiotika-Resistenzgene. Oder etwa ein Gen, das die Bakterien besonders säureresistent macht - eine wichtige Eigenschaft für die Erreger, um die Reise durch den menschlichen Magen zu überleben.

Wandelbare E.-coli-Bakterien

Dass E.-coli-Bakterien so wandelbar sind, verdanken sie einer besonderen Eigenschaft: Neben ihrem Bakterienchromosom, einem ringförmigen DNA-Molekül, auf dem der größte Teil der Erbinformation liegt, besitzen sie zusätzliches Erbgutmaterial in Form von sogenannten Plasmiden. Das sind kleinere ebenfalls ringförmige DNA-Moleküle, auf denen sich oft die Gene für krankmachende Faktoren befinden. Über eine Art primitiven Sex können Bakterien diese Plasmide untereinander austauschen. Mit der Zeit kann sich so ein Stamm entwickeln, der eine Genkombination in sich trägt, die ihn besonders pathogen macht.

Um der Evolution des Ehec-Ausbruchsstamms auf die Spur kommen zu können, haben die Münsteraner Wissenschaftler um Helge Karch vom UKM das Genom der Bakterien mit dem Erbgut einer Reihe anderer Verwandter verglichen. Darunter war auch jener Stamm, den Karchs Laborgruppe 2001 bei zwei Frauen in Köln isoliert hatten. Dessen Bakterienchromosom ist nahezu identisch mit dem aktuellen Ausbruchsstamm. Allerdings, so das Ergebnis des Karch-Teams, hat sich der neue Stamm seither einige neue genetische Elemente zugelegt.

"Diese Arbeit unterstreicht die große Bedeutung von Referenzstammsammlungen", sagt Karch. Seit 1996 hüten die Wissenschaftler in Münster eine vergleichsweise exklusive Sammlung von Bakterienstämmen, die Hus auslösen, Husec genannt. Auch für mögliche künftige Ehec-Ausbrüche, könnte sich diese Sammlung als besonders wertvoll erweisen.

Doch mit ihrer Arbeit in "PLoS One" ist den UKM-Forschern noch ein weiterer Durchbruch gelungen: Erstmals konnte mit Hilfe neuartiger Sequenziertechnologien das Bakterienerbgut des Ausbruchserregers noch im Verlauf der Infektionswelle untersucht werden. Die Experten sprechen von "Next generation sequencing" (NGS). "Dies ist die weltweit erste Demonstration der Anwendung von NGS im Rahmen eines Ausbruchsgeschehens nahezu in Echtzeit", sagt Dag Harmsen, der das Team zur Sequenzierung der Isolate in Münster leitete. "Das Verfahren wird neue Standards beim Handling solcher Ausbrüche setzen", sagt Harmsen im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

NGS soll es Wissenschaftlern in Zukunft ermöglichen, Erregerstämme schon früh während eines Ausbruchs analysieren und charakterisieren zu können. Bisher war das den Wissenschaftlern kaum möglich. Meistens war eine Seuche schon längst abgeebbt, bis die Forscher den Erreger endlich genau identifiziert hatten. Zwar kann man anhand solcher Ergebnisse Rückschlüsse auf mögliche künftige Ausbrüche ziehen - für eine Reaktion auf das aktuelle Ausbruchsgeschehen kam die Sequenzanalyse bisher zu spät.

Gerade einmal 62 Stunden benötigten die Münsteraner, um das Ehec-Erbgut vollständig zu analysieren. Und: Das NGS wird immer schneller und kostengünstiger. Warum bestimmte Bakterien oder aber auch Viren so aggressiv sind, das könnten Mediziner dank der raschen Weiterentwicklung künftig schneller erfahren; Schnelltests, um die Epidemie zu überwachen, lassen sich rascher entwickeln. Und schließlich, so die Hoffnung der Forscher, könnten NGS-Methoden auch die Entwicklung von Medikamenten oder Impfungen beschleunigen.>

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26.7.2011: <Entwarnung vom Robert-Koch-Institut: EHEC-Epidemie offizielle beendet>

aus: n-tv online; 26.7.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/EHEC-Epidemie-offiziell-beendet-article3904946.html

<Mehr als zwei Monate nach dem Ausbrauch der EHEC-Epidemie in Deutschland erklärt das Robert Koch-Institut (RKI) die vom Ehec-Erreger verursachte Krankheitswelle in Deutschland für beendet. Seit Anfang Mai sind in Deutschland 50 Menschen nach einer EHEC-Infektion gestorben.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den Ausbruch der gefährlichen EHEC-Darmbakterien in Deutschland für beendet erklärt. Der letzte Beginn einer Erkrankung in Verbindung mit den Keimen sei vor drei Wochen gemeldet worden, teilte das Institut in Berlin mit. Dieser Zeitraum berücksichtige die Inkubationszeit, die Zeit für eine Diagnose sowie für die Übermittlung des Falls. "Damit ist der größte EHEC-Ausbruch in Deutschland beendet", erklärte RKI-Präsident Reinhard Burger.

Seit den ersten bekannten Fällen dieses Ausbruchs Mitte Mai 2011 in Hamburg wurden dem Institut 4321 Fälle gemeldet. Davon erwiesen sich 3469 tatsächlich als EHEC-Fälle. Nicht alle Betroffenen erkrankten durch den Erreger, andere kamen mit starkem Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit ins Krankenhaus. Bei 852 Patienten führte die Infektion zu der schweren Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom), bei dem ein Nierenversagen droht. 50 Patienten starben in Folge ihrer EHEC- oder HUS-Erkrankung. Außerhalb Deutschlands wurde EHEC bei 76 Menschen nachgewiesen.

Das Institut will den EHEC-Erreger O104:H4 und etwaige Erkrankungen weiterhin intensiv überwachen. Die Forscher rechnen damit, dass es wegen der erhöhten Aufmerksamkeit für EHEC und HUS künftig mehr Meldungen über entsprechende Infektionen geben wird als zuvor. Einzelfälle der Krankheit seien auch nach Ausbruchsende möglich.

AFP>

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30.7.2011: <EHEC und die Folgen: Erreger ist nicht aus der Welt>

-- mehr Küchenhygiene, Gemüse und Früchte gründlich waschen
-- mehr Händewaschen

aus: n-tv online; 30.7.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Erreger-ist-nicht-aus-der-Welt-article3932261.html

<Mehr Sauberkeit in Küche und Bad. Auch drei Monate nach dem Ausbruch der EHEC-Epidemie beherzigen viele Deutsche diese Ermahnung.

Überfüllte Kliniken, Gemüse-Boykott, Hickhack zwischen Behörden, Politik und Bauern: Vor einigen Tagen wurde die EHEC-Seuche, die scheinbar ganz Deutschland im Griff hatte, offiziell für beendet erklärt. Viele Menschen haben dennoch langfristige Konsequenzen für ihren Alltag gezogen – und das aus gutem Grund, wie RKI-Präsident Burger erklärt.

Die EHEC-Krise ist überstanden, vergessen ist sie noch lange nicht. Rund 40 Prozent der Deutschen achten seit der Erkrankungswelle auf mehr Küchen-Hygiene, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Knapp die Hälfte der 1101 repräsentativ Befragten sagten zudem, sich durch die Warnungen vor EHEC und der Schweinegrippe gründlicher die Hände zu waschen.

Der Ausbruch ist nun drei Monate her, das Robert Koch-Institut (RKI) datiert ihn zurückgerechnet auf den 1. Mai. In Deutschland waren nach RKI-Angaben 50 Patienten an dem Darmerreger gestorben, Hunderte erkrankt. Der Keim war durch Sprossen verbreitet worden. Um die Verbreitung des Keims zu stoppen, hatten die Behörden während der Krise dazu aufgerufen, rohes Gemüse vor dem Verzehr, aber auch die eigenen Hände sorgfältig zu waschen. Diese Empfehlungen gelten immer noch, sagte Professor Reinhard Burger, der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), auch mit Blick auf andere Erreger. Die persönliche Hygiene sei "strikt" zu beachten. "Dazu gehören die Händehygiene, die Toilettenhygiene und die Küchenhygiene."

Am vergangenen Dienstag hat das RKI die Epidemie für beendet erklärt. Auch die Verzehrwarnungen für rohe Sprossen und Keimlinge galten - mit wenigen Ausnahmen - schon zuvor nicht mehr. Ob sie wieder zu ihrem Image als knackige Beilage zurückfinden werden, bleibt dennoch fraglich. Denn zumindest die YouGov-Umfrage zeigt: Rund die Hälfte derjenigen, die sich vor der Epidemie rohe Sprosse aufs Brot streuten oder sie unbewusst im Salat mitaßen, verzichten auch derzeit noch auf die Keimlinge. Auch Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft sieht die Zukunft der Keimlinge kritisch: "Auch ohne EHEC war es ein sehr kleines Segment jetzt ist es wohl ein nicht existierendes Segment geworden."

RKI: Gefahr besteht weiter

Die Gefahr durch den Darmerreger ist nicht für immer gebannt ist. Warum trotz erster Entwarnung gründliches Händewaschen wichtig bleibt, erklärt der Präsident des Robert-Koch Instituts, Reinhard Burger, der Nachrichtenagentur dpa:

Warum haben Sie den EHEC-Ausbruch kürzlich für beendet erklärt?

Burger: "Wenn man die erwartete Inkubationszeit zusammenrechnet, mit der Zeit, bis eine Diagnose gestellt ist und bis der ganze Vorgang gemeldet wurde, dann kommt man auf etwa drei Wochen. Wenn also mehr als drei Wochen keine neue Meldung erfolgt, kann man davon ausgehen, dass keine neuen Fälle auftreten. Das passt auch gut zu den Warnungen und dem Rückruf der verantwortlichen Sprossen und Samen." Kann also dauerhaft Entwarnung gegeben werden? Burger: "Nein, es wäre leichtfertig jetzt zu sagen: Es ist alles vorbei. Der Erreger ist nicht aus der Welt, wir wissen nicht: Was ist das Reservoir, findet er ein Reservoir? Außerdem kann es durchaus noch Ausscheider geben. Patienten, die krank waren oder Menschen, die überhaupt keine Symptome zeigen, aber Wochen danach den Erreger noch ausscheiden können. Deswegen drängen wir auf weitere Aufmerksamkeit: Wenn ein blutiger Durchfall auftritt sollte man rasch zum Arzt gehen. Und wir weisen weiter daraufhin, die persönliche Hygiene strikt zu beachten."

Glauben Sie, dass die verbesserte Hygiene in der Bevölkerung seit EHEC oder auch der Schweinegrippe von Dauer sein wird?

Burger: "Durch diese Warnungen wird man im gewissen Sinne auch geprägt. Das ist ein guter Nebeneffekt - sowohl von der Schweinegrippe als auch von EHEC - dass einem bewusst wird, wie wichtig Hygiene ist, gerade bei der Handhabung von Lebensmitteln. Unabhängig von EHEC gelten diese Regeln natürlich auch für andere Erreger, die durch rohe Lebensmittel übertragen werden, zum Beispiel Salmonellen oder Campylobacter."

dpa>

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Welt online, Logo

26.9.2011: EHEC: <Alle 10 Minuten blutiger Durchfall> und fast im Koma - und diese Erinnerung treibt zu ganz bewusstem Konsumverhalten

aus: Welt online: EHEC-Schicksal: Alle zehn Minuten blutiger Durchfall; 26.9.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13626273/Alle-zehn-Minuten-blutiger-Durchfall.html

<Autor: Dominic Wirth| 26.09.2011

Seit drei Monaten ist Nathalie Lorang wieder zu Hause – die ehemals EHEC-Infizierte hat die Krankheit überstanden, kleine Spuren sind dennoch geblieben.

Durch ein damals noch nicht zugelassenes Medikament konnte Lorang einem Leben, in dem sie auf Dialyse angewiesen wäre, entgehen.

Ins Restaurant geht Nathalie Lorang nur noch selten. Sie will die Zutaten für ihr Essen jetzt selber kaufen, auf der Verpackung lesen, was drin ist, und das Herkunftsland kennen. Sie will wissen, was in ihren Körper gelangt, in ihr Blut und in ihre Organe. Es ist fast drei Monate her, dass die junge Frau in Hamburg das Krankenhaus nach ihrer EHEC-Erkrankung verlassen konnte.

Allmählich verschwinden die äußerlich sichtbaren Zeichen des aggressiven Darmkeims - die bleiche Haut, die Narben von den Kathetern, die schlaffen Muskeln, die Müdigkeit. Aber es gibt auch Spuren, die die Zeit nicht so leicht wegwischen kann. Diese Spuren wirken beim Essen nach oder in Form der Desinfektionstücher, die Lorang nun stets bei sich trägt. Die Angst vor Bakterien und Viren und den Schmerzen, die sie verursachen können, ist geblieben: „Wenn ich unterwegs bin, habe ich oft das Bedürfnis, meine Hände zu reinigen.“

Alles habe mit einem „Grummeln im Magen“ begonnen, erzählt Lorang. Es war ein Sonntag Ende Mai, sie hatte das Wochenende bei ihren Eltern in Oberfranken verbracht. Am Abend fährt die Studentin zurück nach Hamburg. Von EHEC liest sie in der U-Bahn zum ersten Mal. „Ich habe mir nichts dabei gedacht, bin am Montag zur Uni. Da hat der Durchfall angefangen.“

„Wie ein Michelinmännchen“

Fünf Tage später liegt die 27-Jährige auf der Intensivstation. Zwei Schläuche erhalten sie am Leben. Der eine führt zum Dialyse-Gerät und versorgt sie mit gereinigtem Blut, das ihre beschädigten Nieren nicht mehr liefern können, der andere bringt flüssige Nahrung in ihren Körper. Lorang sieht die Welt nur noch wie durch einen Schleier, verursacht von Schmerzmitteln und unendlicher Erschöpfung. Alle zehn Minuten zwingt sie blutiger Durchfall auf die Toilette. Dazwischen dämmert sie vor sich hin. „Am Anfang war ich schon fast komatös“, sagt sie. Sie habe in abgehackten Sätzen gesprochen, sei manchmal sogar während eines Gesprächs eingeschlafen.

Obwohl sie selbst kaum etwas isst, hat sie elf Kilogramm zugelegt, „wie das Michelinmännchen“ habe sie ausgesehen, aufgedunsen, weil sie wegen der kaputten Nieren keine Flüssigkeit mehr ausscheiden konnte. Als ihre Mutter nach dem ersten Besuch aus dem Zimmer tritt, will sie die ganze Verwandtschaft zusammentrommeln. Alle sollen kommen, um sich von Nathalie zu verabschieden.

Nach zehn Tagen kommt der Oberarzt zu Lorang, er bringt ihr eine Broschüre über ein neues Medikament. „Er hat zu mir gesagt: Dieses Medikament ist die letzte Hoffnung für ihre Nieren.“ Er sagt ihr auch, dass das Medikament noch nicht zugelassen sei, aber bei einigen anderen Patienten schon gewirkt habe. Lorang muss sich entscheiden, ob sie ihr Leben lang auf ein Dialysegerät zur Blutwäsche angewiesen sein will oder ob sie sich auf ein Medikament verlässt, dessen Wirkung noch nicht vollständig geklärt ist. Sie entscheidet sich für das Medikament. „Ich hatte ja keine Wahl“, sagt sie.

Mit dem Medikament geht es rasch aufwärts mit Lorang, der Appetit kehrt zurück, die Nieren fangen wieder an zu arbeiten, sie kann duschen - zum ersten Mal seit zwei Wochen. Bald wagt sie ein paar Schritte, vom Bett zur Tür und zurück, „wie auf Eiern“, weil ihre Muskeln sie kaum noch tragen. Am 28. Juni wird Lorang schließlich aus dem Krankenhaus entlassen, aschfahl zwar und schon nach ein paar Schritten erschöpft, aber mit der Aussicht auf ein Leben mit funktionierenden Nieren.

Nun stehen Prüfungen an

Heute hat Lorang wieder Farbe im Gesicht, wirkt zufrieden und voller Tatendrang. Sie lernt gerade viel, es gibt Prüfungen nachzuholen, die sie während der Zeit im Krankenhaus verpasst hat. Bald geht das vierte Semester los. Nebenbei will sie wieder arbeiten. „Die Ärztin hat schon geschimpft, ich solle mich nicht überfordern“, sagt sie. Einmal im Monat muss Lorang derzeit noch ins Krankenhaus - zur Kontrolle der Nierenwerte.

Die junge Frau lacht immer wieder, wenn sie von der Zeit im Krankenhaus erzählt, ironisiert, wenn sie sagt, der blutige Durchfall sei „keine schöne Angelegenheit gewesen“. Hat sie das Erlebte verarbeitet, oder dient die Ironie als Abwehrmittel gegen die Erinnerungen? „Das ist natürlich ein Einschnitt, wenn man immer kerngesund war und dann plötzlich so schwer krank wird. Aber ich bin vollkommen darüber hinweg.“ Die Krankheit habe sie lockerer gemacht, die Relationen zurechtgerückt. „Ich sehe vieles nicht mehr so engstirnig.“ Statt sich über manches aufzuregen, sage sie sich lieber: „Lebe den Tag, denn es könnte dein letzter sein.“

dapd/jn>

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EHEC in Deutschland am 28.9.2011: Alle EHEC-Fälle geheilt bis auf 3 Fälle mit Lähmungen oder Sprachstörungen - 50 Todesopfer

aus: n-tv online: Noch drei Fälle von Ausfallerscheinungen: EHEC-Patienten wieder gesund; 28.9.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/EHEC-Patienten-wieder-gesund-article4413086.html

<Trotz ihrer lebensbedrohlichen Infektion haben sich die meisten EHEC-Patienten nach der Epidemie im Frühsommer gut erholt. Das berichtete Prof. Christian Gerloff, Leiter der Neurologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), auf der Jahrestagung der Deutschen Neurologischen Gesellschaft in Wiesbaden.

Von den etwa 100 Patienten, die er mit dem schwersten Krankheitsverlauf behandelt habe, zeigten nur noch drei Ausfallerscheinungen wie Lähmungen oder Sprachstörungen, sagte Gerloff. Alle anderen hätten sich sehr gut erholt.

In Deutschland wurden von Mai bis Juli 2011 laut Robert-Koch-Institut knapp 3500 EHEC-Fälle gezählt. 50 Patienten, die sich mit dem aggressiven Darmkeim infiziert hatten, starben daran.

Für die Neurologie sei die Krankheitswelle, ausgelöst durch verunreinigte Sprossen, Neuland gewesen: Sie habe "erstmals bei der Krisenbewältigung einer Epidemie" helfen müssen.

"Hamburg war das Epizentrum der Infektionen", sagte der Neurologe. Auf dem Höhepunkt der Epidemie Anfang Juni wurden allein im UKE 80 EHEC-Patienten gleichzeitig behandelt. Die Krankheit wurde durch das mutierte Coli-Bakterium 0104:H4 ausgelöst, das im menschlichen Körper das Shigo-Toxin bildet.

Der Krankheitsverlauf begann stets mit Durchfall. Bei jedem dritten Patienten kam aber ein lebensbedrohliches Nierenversagen hinzu - das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Jeder sechste Patient entwickelte zusätzlich schwere neurologische Störungen - zum Teil wie Schlaganfälle, zum Teil wie epileptische Anfälle, sagte Gerloff. "Patienten fielen in wenigen Tagen ins Koma."

Gerloff berichtete außerdem, dass es auch einige EHEC-Fälle mit neurologischen Störungen ohne HUS gegeben habe. Die Störungen hingen also nicht immer mit dem Nierenversagen zusammen.

dpa>


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14.11.2011: Antikörperbehandlung bei EHEC ist erfolgreich

aus: n-tv online: Wissenschaft: Studie: Neuer EHEC-Behandlungsansatz erfolgreich; 14.11.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Wissenschaft/Studie-Neuer-EHEC-Behandlungsansatz-erfolgreich-article4764246.htm

<Hamburg (dpa) - Die beim EHEC-Ausbruch vor einigen Monaten erprobte Antikörperbehandlung schwerkranker Patienten hat sich als wirksam erwiesen. Das zeigen die Zwischenergebnisse einer klinischen Studie, die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) am Montag in Hamburg vorstellten.

«Der Einsatz des Antikörpers Eculizumab hat die Schäden an Nieren, Gehirn und Blutbild der Patienten schnell und deutlich verbessert», sagte Professor Rolf Stahl.

Bei 95 Prozent der 148 in der Studie erfassten Patienten habe es eine komplette Heilung oder teilweise Verbesserung des Krankheitsbildes gegeben, hieß es weiter. Die EHEC-Kranken hatten am sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) gelitten, das Koma, Nierenversagen und Gehirnschäden zur Folge haben kann. «Zum Teil drohten anhaltende Schäden», sagte Professor Christian Gerloff.

Zunächst hatten die Mediziner das Blutplasma der Betroffenen ausgetauscht, doch der gewünschte Erfolg blieb aus. Daraufhin bekamen die Erkrankten den Antikörper Eculizumab - dessen Wirksamkeit damals noch unklar war. Im Verlauf der Behandlung habe sich der Zustand der Schwerstkranken langsam normalisiert, berichtete Gerloff.

Fast alle Patienten seien nach acht Wochen nur noch moderat, leicht oder nicht signifikant behindert gewesen, teilweise sogar symptomfrei. «Das ist ein sensationeller Erfolg.» Alle Behandelten waren wieder bei Bewusstsein, brauchten keine Dialyse und hatten keine epileptischen Anfälle. Auch das Blutbild normalisierte sich bei 93 Prozent der Studienteilnehmer.

Bei künftigen EHEC-Fällen werde der Antikörper vermutlich auch helfen, so Gerloff. Allerdings habe es bei der Studie keine Vergleichsgruppe gegeben - das sei die Schwäche, erklärte Stahl. Außerdem sei noch kein Medikament zugelassen. Mitte 2012 sollen die Abschlussergebnisse der Studie vorliegen. Wichtig sei es zudem, den Zustand der Patienten in ein bis zwei Jahren noch einmal zu erfassen und die Daten zu vergleichen, so die Wissenschaftler.

Bundesweit gab es zwischen Mai und August rund 3500 EHEC-Fälle, knapp 850 Patienten erlitten dabei das HUS, rund 50 Menschen starben.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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14.12.2011: Spätfolgen von EHEC: Bauchbeschwerden, hoher Blutdruck, nervliche Probleme, Ängste, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Denkprobleme, Gedächtnisprobleme, Sprachprobleme

aus: Welt online: Folgen einer Epidemie: Woran viele EHEC-Opfer heute noch leiden; 14.12.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13766851/Woran-viele-EHEC-Opfer-heute-noch-leiden.html

<Autor: Britta Kollenbroich

Der weltweit größte Ausbruch von EHEC im Mai dieses Jahres hat die Menschen in Atem gehalten: Doch kaum jemand weiß, dass viele Patienten immer noch leiden.

[Beispiel: EHEC bei Michael Frotscher, Professor für Neurobiologie]

An einige Tage im Mai dieses Jahres hat Michael Frotscher keine Erinnerung. Am Wochenende hatte der Professor für Neurobiologie einen Berglauf in Süddeutschland absolviert, nun lag er auf der Intensivstation im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg. Die Ärzte versetzten ihn in ein künstliches Koma. Sie hatten EHEC mit der schweren Verlaufsform HUS bei dem 64-Jährigen diagnostiziert, zwischendurch stand sein Leben auf der Kippe.

Als er wieder zu sich kam, hatte der Mediziner mit Problemen zu kämpfen: Wassereinlagerungen, Erschöpfung, auch sein Nervensystem war betroffen. An einen der schlimmsten Momente erinnert er sich genau: „Bei einer größeren Visite wusste ich, was ich antworten wollte, aber ich habe es nicht hinbekommen, es zu sagen“, erzählt Frotscher bei einem Symposium mit EHEC-Patienten in Hamburg, sechs Monate nach seiner Erkrankung.

„Ich habe diese Infektion zunächst maßlos unterschätzt.“ Bei den ersten Symptomen habe er auf seine Grundkenntnisse der Medizin vertraut. „Ich dachte, das ganze sei mit Zwieback und Tee in den Griff zu bekommen“, erzählt der Professor im Hörsaal des Universitätskrankenhauses (UKE).

Statt Studenten sitzen an diesem Montagabend Patienten vor ihm, die ähnliches durchgemacht haben. Viele litten an der lebensbedrohlichen Form HUS, die zu Nierenversagen, Veränderungen im Blutbild und neurologischen Problemen führt.

[Bundesweite Zahlen: 53 Tote durch EHEC]

Insgesamt infizierten sich in Deutschland 2987 Menschen nachweislich mit EHEC, 855 weitere erkrankten am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), 53 Menschen überlebten nicht. Beim Patientensymposium in Hamburg wollen Patienten und Mediziner sich austauschen - „Sechs Monate nach EHEC/HUS-Erkrankung: was geht - was bleibt?“.

[Die Nachwirkungen von EHEC: Bauchbeschwerden, hoher Blutdruck, nervliche Probleme, Ängste, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Denkprobleme, Gedächtnisprobleme, Sprachprobleme]

EHEC hat das Leben der Patienten nachhaltig verändert. Zwar hat der Einsatz eines Antikörpers die Schäden an Nieren, Gehirn und Blutbild vieler Patienten schnell und deutlich vermindert. Oft blieben aber Folgebeschwerden - auch psychische. „Ein Viertel der Patienten leidet noch unter Bauchbeschwerden“, berichtet Dr. Viola Andresen. Viele hätten noch immer Bluthochdruck.

Auch aus neurologischer Sicht seien nicht alle Patienten wieder bei voller Leistungsfähigkeit, sagt Neurologe Prof. Christian Gerloff. Auch Ängste und Depressionen gebe es noch, ist zu hören.

Die Unsicherheit der Patienten ist immer noch zu spüren. Orientierungslosigkeit, hoher Blutdruck, Magen-Darmbeschwerden, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsstörungen, Probleme beim logischen Denken oder mit dem Kurzzeitgedächtnis - Frauen und Männer berichten von solchen andauernden EHEC-Folgen.

„Sechs Monate sind für so einen schweren Zustand nicht lang“, entgegnet Friedrich Hagenmüller der Frage nach Besserung. Die Mediziner haben auch eine gute Nachricht: „Wahrscheinlich kann der Erreger Sie nicht noch mal krank machen“, sagt der Gastroenterologe Prof. Ansgar Lohse.

Auch bei Michael Frotscher hat es gedauert, bis er wieder fit war. „Ich hatte Mühe zu sprechen - das war nicht gleich weg.“ Sein Blutdruck ist immer noch zu hoch. Der Mediziner nimmt das Joggen als Indikator für die Besserung. „Dort seh' ich, dass das ein langsamer Prozess ist.“

Am Anfang seien selbst kurze Wege zu anstrengend gewesen. Mittlerweile schafft der 64-Jährige wieder 15 bis 20 Kilometer. Die Leichtigkeit fehle aber noch. Und noch etwas hat die Krankheit verändert: „Ich habe ein anderes Gefühl für jeden Tag und jede Stunde.“

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dpa/oc>


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Der Standard online, Logo

18.1.2012: <Darmerreger EHEC: Einige EHEC-Erkrankte nach fast einem Jahr noch in Therapie>

aus: Der Standard online; 18.1.2012;
http://derstandard.at/1326503086961/Darmerreger-EHEC-Einige-EHEC-Erkrankte-nach-fast-einem-Jahr-noch-in-Therapie

<Der Großteil der Betroffenen ist wieder gesund.

Berlin - Der Großteil der im Frühling 2011 in Deutschland am Darmerreger EHEC erkrankten Menschen ist wieder völlig gesund. Nur wenige der nach neuesten Erkenntnissen 4800 Betroffenen sind noch in Behandlung. Das sagte Joachim Röther, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG), bei einer Tagung von Neurologen in Berlin.

Neurologische Schäden

Allerdings habe ein niedriger Prozentsatz der rund 850 Menschen, die nach EHEC an dem aggressiveren HUS erkrankten, bleibende neurologische Schäden davongetragen. Sie litten etwa an Bewegungs- oder Sprachstörungen. HUS, das hämolytisch-urämische Syndrom, ist der schwere Krankheitsverlauf von EHEC und verursacht Nierenschäden. 53 EHEC-Erkrankte, darunter 35 HUS-Patienten, starben in Deutschland. (APA)>

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