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Merkblatt: ADHS

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präsentiert von Michael Palomino

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n-tv online,
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18.8.2010: Es wird viel zu viel ADHS prognostiziert und viel zu viele Medikamente geschluckt

aus: n-tv online: US-Studie untersucht ADHS-Kinder: Viele Fehldiagnosen befürchtet; 18.8.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/Viele-Fehldiagnosen-befuerchtet-article1300186.html

<Eine Untersuchung in den USA kommt zu dem Ergebnis, dass vielen Kindern fälschlicherweise ADHS diagnostiziert wird. Die Arzneimittelkosten für die mutmaßlich falschen Diagnosen schätzen die Forscher auf bis zu 500 Millionen Dollar.

Schätzungen zufolge betrifft ADHS in Deutschland rund vier bis acht Prozent aller Schulkinder.

In den USA leben einer Untersuchung zufolge möglicherweise fast eine Million Kinder mit einer falschen Diagnose der Konzentrationsstörung ADHS. Betroffen seien vor allem die jüngeren Kinder einer Jahrgangsstufe in Kindergarten oder Schule, schrieb der leitende Autor der Studie, Todd Elder, von der University Michigan im "Journal of Health Economics". Bei den jüngsten Kindergarten-Kindern eines Jahrgangs etwa werde im Schnitt 60 Prozent häufiger ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktiv-Syndrom (ADHS) diagnostiziert als bei den Gruppenältesten. Bei Schulkindern sei der Anteil sogar bis zu doppelt so hoch.

Die Diagnose werde zwar häufig von einem Arzt gestellt, oft aber auf Veranlassung der Erzieher oder Lehrer. "Aber die 'Symptome' könnten einfach nur die emotionale und geistige Unreife der jüngeren Kinder widerspiegeln", erläuterte Todd in der Studie

Langzeitwirkung unklar

Die Arzneimittelkosten allein für die mutmaßlich falschen Diagnosen bezifferten die Autoren der Untersuchung auf 320 bis 500 Millionen Dollar (250 bis 390 Millionen Euro). Das staatliche Gesundheitssystem Medicaid werde dadurch mit bis zu 90 Millionen Dollar belastet.

Zudem sind die Langzeitwirkungen einer solchen Behandlung von Kindern mit Psychopharmaka nicht gut erforscht. Die Wissenschaftler werteten für die Untersuchung die Daten von 12.000 Kindern aus. ADHS geht mit Konzentrationsstörungen, ungewöhnlichem Aktivitäts- und Bewegungsdrang sowie extremer Impulsivität einher.

AFP>

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Spiegel online,
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30.9.2010: Typische Genveränderungen lassen auf genetische Ursache für ADHS schliessen

aus: Spiegel online: ADHS: Ärzte finden genetische ursache für Hyperaktivität; 30.9.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,720496,00.html

Erstmals haben Forscher direkte Hinweise auf eine genetische Ursache für ADHS gefunden. Eine Studie stellte bei Kindern mit der psychischen Störung deutliche Unterschiede im Erbgut fest. Andere Wissenschaftler warnen jedoch davor, den alleingen Grund in den Genen zu vermuten.

Viele Forscher vermuten es schon länger. Nun haben britische Wissenschaftler erstmals einen direkten Beweis dafür erbracht, dass die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern zumindest zum Teil genetisch bedingt ist. Wie ein Forscherteam um Anita Thapar im Medizinjournal "The Lancet" berichtet, weist das Erbgut von Kindern mit der psychischen Störung gegenüber solchen, die nicht darunter leiden, deutliche Unterschiede auf.

Die Wissenschaftler nutzten dabei eine Methode, die in den vergangenen Jahren immer mehr in Mode gekommen ist: Sie nennt sich GWAS - genome-wide association study - und ist mehr oder weniger eine Kombination aus epidemiologischen Studien und Genomanalysen. Dabei untersuchen die Forscher sogenannte Punktmutationen, das heißt, einzelne veränderte Bausteine der DNA, die ungleich verteilt im menschlichen Genom auftreten und von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind.

Für die ADHS-Studie verglichen die Wissenschaftler das Erbgut von 366 Kindern mit der psychischen Störung mit dem von 1047 Kindern ohne ADHS. Bei hyperaktiven Kindern liegen demnach bestimmte Abschnitte der DNA, sogenannte Genkopiezahlvarianten (CNV), entweder in doppelter Ausführung vor oder fehlen. CNV wurden bereits mit Krankheiten wie Autismus oder Schizophrenie in Verbindung gebracht.

"Wir haben bereits seit einigen Jahres gewusst, dass ADHS wohl genetisch bedingt sein muss, weil es in betroffenen Familien immer wieder vorkommt", sagte Anita Thapar, Professorin für neuropsychiatrische Genetik in Cardiff. "Wirklich spannend ist, dass wir erstmals die genetische Verbindung gefunden haben."

Hyperaktive Kinder würden wegen ihres Verhaltens oft stigmatisiert, nicht selten werde dies auf angebliche schlechte Erziehung durch die Eltern zurückgeführt. "Die Entdeckung dieses direkten genetischen Zusammenhangs dürfte dieses Missverständnis ausräumen", sagte Thapar. Die Forscher machten allerdings deutlich, dass noch viel Arbeit bevorstehe, ehe die psychische Störung vollständig verstanden werden könne.

Andere Experten, wie etwa Christian Rauschenfels, Familientherapeut von der Sinn-Stiftung München halten jedoch dagegen. "Die Vorstellung, die Probleme der Kinder seien genetisch bedingt, ist für viele Eltern eine enorme Entlastung", sagte er vor kurzem im SPIEGEL. Wer die Umwelt ausblende, müsse sich nicht vorwerfen lassen, die Erziehung sei schuld am Schulversagen und an den sozialen Problemen des Kindes.

Studienmethode mit Grenzen

Und es gibt auch immer mehr Kritik an dem Studienverfahren, das die britischen Forscher verwendeten: Zwar finden die Forscher mit GWAS Genvarianten, die irgendwie mit einer bestimmten Erkrankung in Zusammenhang stehen - seriöse Vorhersagen über das Erkrankungsrisiko ließen sich indes aber nicht treffen, schrieb kürzlich der Populationsgenetiker David Goldstein im "New England Journal of Medicine".

ADHS ist die häufigste psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen und kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Bisher gibt es keine eindeutige Erklärung dafür. Die Hauptursache wird in der Veränderungen der Funktionsweise des Gehirns vermutet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass neben genetischen Faktoren zum Beispiel auch Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen in Deutschland schwankt in Studien zwischen zwei und etwa sechs Prozent. Schätzungen zufolge sind rund 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen, Jungen dabei drei- bis viermal so häufig wie Mädchen.

[Medikamentenkonsum gegen ADHS geht zurück - heftige Nebenwirkungen der Medikamente]

Die Verschreibung von Medikamenten für Kinder mit dem sogenannten Zappelphilipp-Syndrom ist in Deutschland in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten DAK-Studie verschreiben die Ärzte aber offensichtlich zunehmend weniger ADHS-Medikamente wie Ritalin und Strattera an Grundschüler. Die Zahl der Rezepte für Sechs- bis Neunjährige sei zwischen 2007 und 2009 um ein Viertel (24 Prozent) gesunken, teilte die Krankenkasse in Hamburg mit.

Im Zusammenhang mit ADHS-Medikamenten werden immer wieder Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Wachstumsstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden genannt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen hatte deshalb vor kurzem die Verordnung von ADHS-Medikamenten wie Ritalin eingeschränkt.

Die Diagnose muss künftig noch umfassender als bisher gestellt werden und darf in der Regel nur noch von Spezialisten erfolgen. Zudem soll die Therapie regelmäßig unterbrochen werden, um Auswirkungen auf das Befinden des Kindes zu beurteilen.

cib/AFP>

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Spiegel online,
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11.9.2011: Spezielle ADHS-Ferienlager

aus: Spiegel online: ADHS-Ferienlager: "Hier hat jeder einen Knall"; 11.9.2011;
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,777329,00.html

<Von Mathias Hamann

Urlaub für schwierige Gäste: In Mecklenburg-Vorpommern findet jährlich ein Sommercamp für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Störung statt. Weil dort jeder ein bisschen anders ist, fällt keiner mehr auf. Das entspannt - und zur Not gibt es immer noch den Ruheraum.

"Ich mach' oft Terror, schubse andere und provoziere gerne", sagt das 14-jährige Mädchen mit der grünen Kappe. Manchmal flippe sie völlig aus. Jetzt springt sie mit acht anderen Kindern durch den Wald und holt Holz für ein Lagerfeuer. Das Mädchen ist schmächtig, Wutanfälle passen nicht zu ihrem Äußeren. Und doch gehört sie zu jenen Kindern, mit denen Ferien verdammt anstrengend werden können.

Das Mädchen und auch die anderen Kinder, die für das Lagerfeuer sammeln, haben die Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADS) oder ein Aufmerksamkeitsdefizit mit Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Ihnen fällt es schwer, sich zu konzentrieren, manchmal werden sie zudem sehr aggressiv. Einen eindeutigen Test, um ADHS zu diagnostizieren, gibt es bislang nicht. In Deutschland tritt es - je nach Schätzung - bei zwei bis sechs Prozent der Kinder auf. Immer wieder heißt es, ADHS sei nur eine Modekrankheit.

Fest steht: Diese Kinder sind nicht leicht zu handhaben. Hier an der Mecklenburgischen Seenplatte sind sie unter sich. In der Jugendbegegnungsstätte Forsthof Schwarz gastiert seit Jahren ein Ferienlager für Kinder mit ADS und ADHS. Thema dieses Jahr: Wikinger.

Traumhaftes Betreuungsverhältnis

Der Organisator Fred Freese begrüßt als Oberwikinger die Holzsammler. Er hat sich einen Rauschebart angeklebt und erzählt von seiner Idee: "Viele der Kinder hier fahren nicht auf Klassenfahrten oder Ferienlager, weil sie in einer großen Gruppe Schwierigkeiten haben." Das sei auch der Grund, warum Lehrer ADHS-Kinder manchmal nicht auf Klassenfahrten mitnehmen, es fehlten die Betreuer. Seinen eigenen Kindern geht es ähnlich, also rief er vor neun Jahren das ADHS-Camp ins Leben. Damals startete er mit 30 Kindern, inzwischen kommen in zwei Wochen 146.

Ein Erwachsener kümmert sich dabei um zwei Kinder. Um die hohe Betreuerzahl zu halten, bieten die Organisatoren finanzielle Anreize: Begleitet ein Elternteil sein Kind, kostet die Woche für beide 150 Euro, fährt der Sprössling allein, sind es 200 Euro. Zudem setzen die Organisatoren auf Praktikanten und angehende Erzieher, um den Preis niedrig zu halten.

Beim ersten Ferienlager vor neun Jahren kümmerte sich ein Erwachsener um vier Kinder. Das sei aber zu anstrengend gewesen, erinnert sich Freese. Heute könnten sie besser vermeiden, dass sich Konflikte hochschaukeln. Sollte das mal nicht klappen, gibt es noch den Ruheraum, in dem auch gerade wieder jemand relaxt. Nur einmal musste er ein Kind nach Hause schicken, sagt Freese, weil es zu gewalttätig war, das sei aber fünf Jahre her.

Es kommt schnell zu Streit und Rangeleien

Was ist besonders an den Jungen und Mädchen? Sie wirken lebendig, ein paar knuffen sich in die Rippen, andere spielen Fangen. Eigentlich alles normal, oder? "Man merkt das, wenn man länger mit ihnen zusammen ist", sagt Frank Wiegert. Der Vater sitzt unter einem Holzdach, mittlerweile hat es angefangen zu regnen. "Es kommt viel schneller als bei anderen zu Streit oder Rangeleien." Die Kinder sind sehr impulsiv, einige rasten mal aus, manchmal kabbeln sich auch Kumpels. Wiegert sieht trotz Ferien geschafft aus.

Es gibt hier aber auch andere Kinder: Der Sohn von Frank Wiegert, der 15-jährige Jan, hat das Asperger-Syndrom, eine leichte Form des Autismus. Er springt auf, seine Hand schnellt zur Begrüßung vor. "Es fällt mir schwer, Kontakt mit anderen aufzubauen", erklärt er seine Krankheit. Daher ist es auch nicht so leicht, Freunde in der Schule zu finden: "Die anderen wollen nicht hören, wie ich rede." Er spricht ihnen zu gewählt. Er interessiert sich aber auch selbst eher für seine Themen als für ihre. Hier im Camp versinkt er am liebsten in seinen Büchern und Architekturskizzen.

Ins Ferienlager kommt er jetzt seit fünf Jahren: "Hier hat jeder einen kleinen Knall, es ist total normal, wenn man hier nicht normal ist", sagt der schlaksige Junge. Seine Kumpels sitzen im Raum, lachen und nicken. Das ist der Clou an dem Lager, dadurch sind alle entspannter.

"Die Gymnasiasten sind viel schlimmer"

Auch die Eltern fühlen sich wohl: "Sonst denkt man, das eigene Kind ist einzigartig, besonders anstrengend", sagt Stephan Leibiger. Der 43-Jährige hilft zum zweiten Mal im Camp und ist als Rettungsschwimmer dabei. Die vielen ADS-Kinder empfindet er nicht als Belastung, sondern als Befreiung: "Man sieht, das eigene Kind ist nicht besonders, es gibt noch andere, die genauso sind."

"Viele Lehrer denken ja, ADS sei keine Krankheit, sondern eine Modediagnose und die Kinder nur schlecht erzogen", sagt er und erzählt dann von seiner ältesten Tochter: Sie war unkonzentriert, hat immer wieder in die Hose gemacht. Medikamente hätten dagegen geholfen. Weil die Sommerferien in seinem Bundesland später anfangen, hat er seine Kinder freistellen lassen, damit sie teilnehmen können.>

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Der Standard
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1.12.2011: <Hyperaktivitätssyndrom: ADHS wächst sich nicht immer aus>

aus: Der Standard online; 1.12.2011;
http://derstandard.at/1322531588566/Hyperaktivitaetssyndrom-ADHS-waechst-sich-nicht-immer-aus

<ADHS-Patienten schlafen wenig und fühlen sich morgens müde.

Erwachsene mit ADHS scheinen einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus zu besitzen - Experten hoffen auf Entwicklung neuer Therapieansätze.

„Ob Menschen Frühaufsteher oder Nachtschwärmer sind, ist zumindest teilweise genetisch vorprogrammiert; und dieses „genetische Programm des Tag-Nacht-Rhythmus" scheint bei Menschen mit ADHS fundamental gestört zu sein", sagt Johannes Thome. Er ist seit über einem halben Jahr Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Rostock. Zuvor war der 44-jährige Arzt Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie an der Universität Swansea in Wales/ Großbritannien. Von dort hat er den Forschungsschwerpunkt ADHS bei Erwachsenen („Zappelphilipp-Syndrom") nach Rostock mitgebracht und etabliert ihn neben der Demenzforschung an der Rostocker Psychiatrischen Universitätsklinik.

Die Erwachsenenpsychiatrie beschäftigt sich weltweit mit diesem Thema erst seit wenigen Jahren", sagt Thome, der auch als Secretary General im Vorstand der World Federation of ADHD (Weltgesellschaft für ADHD) ist. „Es ist Anliegen unserer Klinik, für erwachsene ADHS-Patienten eine optimale Diagnostik und Therapie anzubieten, die zu einer verbesserten Lebensqualität führt", gibt  Thome das Ziel seiner vor.

Probleme im Beruf und Privatleben

Erste Erkenntnisse veröffentlichte der Wissenschaftler zusammen mit  Andrew Coogan von der National University of Ireland,  Alison Baird und weiteren Wissenschaftlern aus Swansea jüngst in der international anerkannten Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry". „Bei Kindern ist AHDS sehr gut erforscht", sagt Thome. „Viele Patienten verlieren diese psychische Störung aber nicht, wenn sie 18 sind". Bei etwa einem Drittel der Patienten wächst sich ADHS nicht aus. Für sie gibt es kaum fachärztliche Betreuung in Deutschland.

Die Betroffenen haben erhebliche Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme im Beruf und Privatleben, verpassen Termine. Sie leiden unter Schlafdefizit und Stimmungsschwankungen, sind überaktiv und impulsiv, haben ihr Leben nicht im Griff. Wenn diese Patienten dann zum Alkohol greifen, gesellt sich ein Suchtproblem dazu. Etwa drei bis fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind schätzungsweise von ADHS betroffen.

Verkürzter Rhythmus

„Wir haben beobachtet, dass der 24-Stunden-Rhythmus bei psychisch Kranken häufig gestört ist", so der Thoms. „Es gibt Hinweise, dass der Rhythmus bei ADHS-Patienten verkürzt ist". Sie schlafen wenig und fühlen sich morgens müde. Auch finden sich in dieser Patientengruppe sehr viel häufiger „Nachtschwärmer" als in der Normalbevölkerung.

Am Uni-Klinikum Rostock wird jetzt der Lebens-Rhythmus von erwachsenen ADHS-Patienten untersucht. Im Klartext: Die Medizin-Forscher suchen nach den genetischen, zellulären und molekularen Veränderungen, die für den gestörten Zeitrhythmus bei ADHS im Erwachsenenalter verantwortlich sind.

Den Aktivitätszustand von Patienten verfolgen die Rostocker Forscher über eine Acti-Watch, einen Miniaturcomputer, der aussieht wie eine Quarzuhr und am Handgelenk getragen werden kann. So wird der Tag-Nacht-Rhythmus aufgezeichnet.

Gestörte Genproduktion

Die Forscher untersuchen zusätzlich nach einer eigenständig entwickelten Methode, die weltweit nur wenige Labors beherrschen, die sogenannten Clock-Gene. „Das ist kein Gentest", stellt Thome klar. Vielmehr wird die Menge des Genproduktes gemessen, das für die innere Uhr des Menschen verantwortlich ist. „Erhalten wir den Nachweis, dass die Genproduktion für den 24-Stunden-Rhythmus gestört ist, haben wir die wissenschaftliche Erklärung dafür, warum Erwachsene mit ADHS häufig Probleme mit ihrem Tages- und Nachtrhythmus haben", beschreibt Thome das Procedere. Diese Erkenntnisse könnten auch zur Entwicklung neuer Therapieansätze beitragen. Erst seit diesem Jahr gibt es auch für Erwachsene ein zugelassenes ADHS-Medikament.

Bereits zu Beginn des nächsten Jahres will der Rostocker Mediziner die Untersuchungsmethode auf andere psychische Erkrankungen mit schweren Störungen des Lebensrhythmus übertragen. „An erster Stelle auf Demenzpatienten, bei denen nächtliche Unruhe und Erregungszustände beschrieben sind", so Thome. In einer weiteren Studie will seine Klinik herausfinden, wie Medikamente die gestörte Genproduktion beeinflussen und möglicherweise verbessern können. Dabei soll die erfolgreiche Kooperation mit Dr. Coogan fortgesetzt und intensiviert werden. (red)>

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Welt online,
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6.3.2012: ADHS-Diagnosen: Oft wird normale Unreife als "krankhaft" und als ADHS gedeutet

aus: Psychologie: Früh eingeschulte Kinder tappen in die ADHS-Falle; 6.3.2012;
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13904651/Frueh-eingeschulte-Kinder-tappen-in-die-ADHS-Falle.html

<Eine groß angelegte Studie bestätigt, was Experten bereits befürchtet haben: ADHS wird oft falsch diagnostiziert – unreifes Verhalten wird als krankhaft gedeutet.

Bei früh eingeschulten Kindern wird besonders häufig eine Aufmerksamkeitsstörung ADHS diagnostiziert und behandelt. Ihr im Verhältnis zu ihren älteren Klassenkameraden unreiferes Verhalten wird irrtümlich als krankhaft interpretiert, wie kanadische Forscher in einer Studie mit fast einer Million Grundschulkindern herausgefunden haben.

Besonders hoch sei das Risiko für Fehldiagnose und falsche Behandlung bei Kindern, die kurz vor dem Stichtag für das Einschulungsalter Geburtstag hatten. Sie seien typischerweise die jüngsten und unreifsten ihrer Klasse, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Canadian Medical Association Journal". (doi:10.1503/cmaj.111619)

Analysen bestätigten die Befürchtungen, dass die normale Spannbreite des Verhaltens von Kindern zunehmend mit Medikamenten behandelt werde, sagt Erstautor Richard Morrow von der University of British Columbia in Vancouver. Jüngere Kinder einer Klasse würden aufgrund ihres alterstypischen Verhaltens häufig falsch etikettiert und behandelt. Die Studie zeigte, dass solche Kinder um 39 Prozent wahrscheinlicher mit ADHS diagnostiziert und sogar zu 48 Prozent eher mit Medikamenten behandelt werden.

Forscher warnen vor den Folgen einer vorschnellen Diagnose

Angesichts dieser Zahlen warnen die Forscher davor, Kinder unnötig den potenziellen Schäden und Langzeitfolgen einer Fehldiagnose und medikamentösen Behandlung auszusetzen. Denn Mittel gegen ADHS wie Methylphenidat können sich negativ auf den Appetit, das Wachstum und den Schlaf der Kinder auswirken.

Auch das Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei erhöht, sagen die Wissenschaftler. Außerdem verhielten sich Eltern und Lehrer gegenüber ADHS-Kindern häufig anders. Das wiederum könne zu psychischen Folgen wie einem schlechten Selbstwertgefühl bei den Kindern führen.

"Diese Studie wirft Fragen für Ärzte, Lehrer und Eltern auf, wir müssen uns fragen, was sich ändern muss", sagt die Psychiaterin Jane Garland, Mitautorin der Studie von der University of British Columbia. Man müsse zukünftig stärker auf das relative Alter der Kinder achten und auch mehr ihr Verhalten außerhalb der Schule für die Einschulungstests in Betracht ziehen.

Fast eine Million Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren untersucht

Für ihre Studie hatten die Forscher Daten von 937.943 Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren ausgewertet und den gesundheitlichen Werdegang dieser Kinder über elf Jahre hinweg verfolgt. Alle Kinder wurden in der kanadischen Provinz British Columbia eingeschult, wo der Stichtag für die Einschulung am 31. Dezember liegt.

Kinder, die kurz vor diesem Datum Geburtstag haben, dürfen im Folgejahr in die erste Klasse gehen; Kinder, die erst Anfang Januar geboren sind, müssen ein Jahr warten. In Deutschland ist der Stichtag je nach Bundesland verschieden, liegt aber bei den meisten im Sommer.

Der Effekt des relativen Alters auf die ADHS-Diagnosen sei in der gesamten Studienzeit und bei Kindern aller untersuchten Altersklassen zu beobachten gewesen, sagen die Forscher. Immer seien die im Dezember geborenen Kinder stärker betroffen gewesen als die im Januar geborenen und daher später eingeschulten Kinder.

Das gelte sowohl für Mädchen als auch für Jungen, obwohl Jungen insgesamt bis zu dreimal häufiger mit der Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert und entsprechend behandelt werden.

Warum Jungen stärker betroffen sind, ist noch nicht eindeutig geklärt. Vermutungen nach könnte dies aber an der leicht unterschiedlichen Ausprägung der Symptome bei beiden Geschlechtern liegen: Jungen mit ADHS werden oft durch Hyperaktivität und impulsives Verhalten auffällig, bei Mädchen äußert sich die Aufmerksamkeitsstörung häufiger durch Verträumtheit und Unkonzentriertheit - und wird daher möglicherweise seltener erkannt.

dapd/oc>


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Welt online,
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31.3.2012: <Fehldiagnosen: Nicht jeder Zappelphilipp hat ADHS> - sie wollen doch nur Medikamente verkaufen

aus: Welt online; 31.3.2012;
http://www.welt.de/gesundheit/article106140073/Nicht-jeder-Zappelphilipp-hat-ADHS.html

<Wer zappelt, impulsiv ist und sich nicht gut konzentrieren kann, muss ADHS haben. Nach solchen Faustregeln entscheiden Jugendpsychiater häufig. Dass sie oftmals falsch liegen, zeigt eine neue Studie.

Bei Kindern und Jugendlichen wird zu häufig das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) diagnostiziert. Das haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Basel nach eigenen Angaben erstmals mit repräsentativen Daten belegt.

Danach fällen Psychotherapeuten und Psychiater ihr Urteil eher anhand von Faustregeln, statt sich eng an die gültigen Diagnosekriterien zu halten, wie die Ruhr-Uni erklärte. Bei Jungen werden demnach deutlich mehr Fehldiagnosen gestellt als bei Mädchen.

Die Wissenschaftler schrieben den Angaben zufolge 1.000 Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und -psychiater bundesweit an, von denen 473 an der Untersuchung teilnahmen. Sie erhielten je eine von vier unterschiedlichen Fallgeschichten und sollten eine Diagnose stellen und eine Therapie vorschlagen.

Häufig Fehldiagnosen

In drei der vier Fälle lag kein ADHS vor, nur ein Fall war mit Hilfe der geltenden Leitlinien und Kriterien eindeutig als ADHS-Störung diagnostizierbar. Auch bei den drei anderen Fällen lautete das Ergebnis trotzdem häufig ADHS.

Entschieden werde häufig nach prototypischen Symptomen, hieß es: „Der Prototyp ist männlich und zeigt Symptome von motorischer Unruhe, mangelnder Konzentration oder Impulsivität.“ Bei einem Jungen werde dann oft automatisch ADHS angenommen, bei einem Mädchen nicht. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass Männer häufiger das Syndrom diagnostizieren als Frauen.

Zahl der ADHS-Fälle um 400 Prozent gestiegen

Die ADHS-Diagnose sei inflationär geworden, kritisieren die Wissenschaftler: Zwischen 1989 und 2001 sei die Zahl der Fälle in der klinischen Praxis um fast 400 Prozent gestiegen. Die Ausgabe von ADHS-Medikamenten verneunfachte sich von 1993 bis 2003. Auch die Dosierungen wurden erhöht. Diesen Zahlen und dem offenbar großen öffentlichen Interesse an ADHS stehe „eine bemerkenswert geringe Basis an empirischen Studien zu diesem Thema gegenüber“, schreiben die Autoren der Studie.>

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4.8.2012: <Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht!> - psychosoziale Hintergründe verursachen "zappeliges Verhalten"

aus: Meinungsverbrechen;
http://www.meinungsverbrechen.de/?p=287

<Erstellt am 04.08.2012 von Winston Smith

Der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg gilt als der Erfinder des psychiatrischen Krankheitsbilds Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS – im Volksmund auch Zappelphilipp-Syndrom genannt. Mit diesem Etikett werden Kinder und jugendliche pathologisiert, die in der Schule durch unruhiges, implsives Verhalten auffallen. In der Regel wird dann von Psychiatern das Stimulanz Methylphenidat (Handelsname Ritalin) verschrieben, welches von Spöttern auch als “Koks mit Kinderfreigabe” bezeichnet wird. Kritiker unterstellen schon seit langer Zeit, ADHS wäre eine erfundene Krankheit.

Kurz vor seinem Tod gestand Eisenberg dem Medizinjournalisten Jörg Blech, daß AHDS ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung sei, wie die FAZ berichtet. Ferner stellt die FAZ fest, daß psychische Krankheiten keine Krankheiten, sondern ein Deutungsmuster seien: Als psychisch krank würde definiert, was gegen bestimmte Regeln verstoße und von Normen abweiche. Diese Normen wären nicht ein für alle Mal festgelegt, sie könnten sich verändern.

Damit ist nun die konservative FAZ zu einer Meinung gelangt, die der libertäre Psychiater und Psychiatriekritiker Thomas Szaz schon lange war. Szasz meint, es gäbe psychische Krankheiten garnicht im eigentlichen Sinne, sondern nur als Metapher für unerwünschtes Verhalten.

Im Deutschlandradio gab Blech ein Interview, in dem er über seinen Besuch bei Eisenberg berichtet. Eisenberg kämpfte einst darum, ADHS als angebliche Hirnstörung in das DSM – die Bibel der Psychiatrie – aufzunehmen. Doch Eisenberg habe seine Meinung geändert. Er sei jetzt der Meinung, Kinderpsychiater müssten viel gründlicher die psychosozialen Gründe ermitteln, die zu Verhaltensauffälligkeiten führen könnten.

Doch die Modediagnose AHDS ist vor allem eines: Ein riesen Geschäft für die Pharmaindustrie. Laut Spiegel seien die Verschreibungen von Ritalin von 34 Kilogramm im Jahre 1993, auf Jahr 1760 Kilogramm im Jahr 2011 angestiegen.>

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Warum französische Kinder kein ADHS haben

Ist ADHS eine biologisch-neurologische Störung? Überraschenderweise hängt die Antwort auf diese Frage davon ab, ob Sie in Frankreich, Deutschland oder in den Vereinigten Staaten von Amerika leben.


18.5.2013: <Warum französische Kinder kein ADHS haben> - die Lösung im sozialen Umfeld vermeidet jede Medikamentation

aus: Radio Utopie; 18.5.2013;
http://www.radio-utopie.de/2013/05/18/warum-franzosische-kinder-kein-adhs-haben/

Die französischen Kinderpsychiater verwenden auch nicht das gleiche DSM-System (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) zur Einstufung von emotionalen Probleme der Kindheit wie amerikanische Psychiater. Der französische Verband der Psychatrie entwickelte die alternative Klassifizierung CFTMEA (Classification Française des Troubles Mentaux de L’Enfant et de L’Adolescent) als Widerstand gegen den Einfluss des DSM-3, der vieles “pathologisiert”, was ein normales Verhalten in der Kindheit ist.

Von petrapez | 18.Mai 2013

Ist ADHS eine biologisch-neurologische Störung? Überraschenderweise hängt die Antwort auf diese Frage davon ab, ob Sie in Frankreich, Deutschland oder in den Vereinigten Staaten von Amerika leben.

Immer mehr Kinder werden in unserer Gesellschaft als Produkte angesehen, die das Siegel “Pflegeleicht” tragen müssen. Wer durch das Netz der eng gefassten Normen fällt gilt als Aussenseiter und eine Behandlung mit Medikamenten ist angesagt.

Diese Einstellung ist die gleiche wie die Zuchtmerkmale von Haustieren oder landwirtschaftlichen Erzeugnissen, für die es gesetzliche behördliche Vorschriften gibt. Wir dürfen nur das konsumieren was erlaubt ist, alles andere fliegt raus, das heisst, es wird vernichtet und darf nicht auf dem offiziellen Markt verkauft werden.

Der Vergleich mag zwar sehr krass formuliert sein, aber es gibt Parallelen wie zum Beispiel gentechnologisch veränderte Pflanzen und Tiere durch die biochemische Industrie und die Medikamentengabe der Pharmachemischen Firmen schon an Kinder im Vorschulalter durch entsprechende Diagnose von Fachexperten.

Die Anzahl der Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert wird steigt stetig. So wie die schier überquellende Fülle an Wildpflanzen, die Vielfalt der uralten Tierrassen und Anbaukulturen mit ihren gesunden, vitalen Inhaltsstoffen reduziert oder verboten wird, wird auch die Phantasie, Kreativiät und Lebendigkeit der Kinder abgetötet.

Alles muss gleichförmig mit vorgeschriebenen Eigenschaften sein.

In beiden Fällen setzt eine Degeneration ein. In beiden Fällen sind die Lebewesen mit chemischen Inhaltsstoffen vergiftet.

Es liegt an der Gesellschaft selbst, welche Vorstellungen sie aufstellt und diesen folgt.

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist ein aus vielen Gründen künstlich hochgepuschtes Thema des Westens, dessen Hauptnutzniesser die offiziell registrierte Drogenmafia ist. In den wenigsten diagnostizierten Fällen liegt eine ernsthafte Stoffwechselerkrankung vor. Schuld an der Zunahme der Fälle ist eine gestresste Gesellschaft, die das zulässt. Eltern, Verwandte, Nachbarn, die sich über “Kinderlärm” (allein diese unmögliche Wortschöpfung sagt schon alles) beschweren, Erzieher, der Einfluss der Medien, Ärzte, Therapeuten …

Aber es geht überraschenderweise mitten in Europa auch ganz anders.

Am 8. März 2012 erschien der Artikel “Why French Kids Don’t Have ADHD” in Psychology Today von der U.S.-Amerikanerin Dr. Marilyn Wedge, Familientherapeutin und Autorin des Buches “Pills Are Not for Preschoolers: A Drug-Free Approach for Troubled Kids”

Marilyn Wedge schreibt, dass in den U.S.A. neun Prozent der schulpflichtigen Kinder mit ADHS diagnostiziert und mit Medikamenten (Ritalin) vollgepumpt werden.

In Frankreich hingegen werden nur 0,5 Prozent der Kinder mit dieser Krankheit von Ärzten und Psychatern behandelt – noch dazu mit einem völlig anderen Ansatz: die Untersuchung des sozialen Umfeldes.

Französische Kinderpsychiater sehen ADHS als einen medizinischen Zustand, der psycho-soziale und situative Ursachen hat. Statt die Behandlung der Kinder mit Verhaltensstörungen mit Drogen durchzuführen, die das Gehirn beeinflussen, versuchen die französischen Ärzte das zugrunde liegende Problem im sozialen Kontext mit Psychotherapie oder Familienberatung zu beheben.

“Dies ist eine ganz andere Sicht der Dinge als die amerikanische Tendenz, allen Symptomen einer biologischen Dysfunktion durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn des Kindes zuschreiben.”

Die französischen Kinderpsychiater verwenden auch nicht das gleiche DSM-System (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) zur Einstufung von emotionalen Probleme der Kindheit wie amerikanische Psychiater.

Der französische Verband der Psychatrie entwickelte die alternative Klassifizierung CFTMEA (Classification Française des Troubles Mentaux de L’Enfant et de L’Adolescent) als Widerstand gegen den Einfluss des DSM-3, der vieles “pathologisiert” was ein normales Verhalten in der Kindheit ist. Der Schwerpunkt der CFTMEA liegt auf der Identifizierung und den zu Grunde liegenden Ursachen der Symptome der psychosozialen Kinder und nicht auf der Suche nach den besten pharmakologischen Pflastern, mit denen die Symptome maskiert werden.

Der französische ganzheitliche, psycho-sozialen Ansatz ermöglicht auch die Berücksichtigung ernährungsphysiologischer Ursachen für ADHS-Symptome – speziell die Tatsache, dass sich das Verhalten einiger Kinder nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit künstlichen Farben, bestimmten Konservierungsmittel und/oder Allergenen verschlechterte.

Weitere Informationen und Artikel von Marilyn Wedge sind in unten angeführter Quellenangabe zu finden.

Die Familientherapeutin nimmt den Kampf mit der grossen Pharmalobby auf, mit der sie gnadenlos abrechnet. So ist sie Bloggerin in der Huffington Post und wurde in Babble, im Wall Street Journal, in Natural Health, in People Magazine, L. A. Parent und vielen weiteren Publikationen veröffentlicht. Sie wurde von CBS-San Francisco, San Diego Living und in der The Fanny Kiefer Show und National Public Radio (NPR) interviewt und versucht die Aufmerksamkeit auf dieses schwerwiegende Problem zu lenken – für das Wohl der Kinder, die sich gegen die Entscheidungen der Erwachsenen nicht wehren können.

In Deutschland steigt die Anzahl der verschriebenen ADHS-Medikamente, auch für Erwachsene stark an, siehe hier und hier.

Artikel zum Thema

30.06.2010 Die Normalen sind die Kränkesten
Also sprach Erich Fromm, einer der einsamen Rufer in dieser geistig-kreativen trost- und antriebslosen Wüste sinngemäss:

Unter einem Defekt leidet ein Mensch dann, wenn es ihm an einer Eigenschaft mangelt, die als spezifisch menschlich gilt. Geht man beispielsweise davon aus, dass Spontanität ein Ziel ist, das jeder Mensch erreichen sollte, so leidet ein Mensch, der sein Selbst nicht gut veräußern kann und völlig unspontan ist, an einem Defekt, der als Neurose wahrgenommen werden kann.

Wie es der Gesellschaft möglich ist, bestimmte Grundbedürfnisse des Menschen zu fördern oder zu unterdrücken, können auch psychische Defekte durch die Kultur hervorgebracht werden. Da nun die Mehrheit der Mitglieder einer Gesellschaft an gewissen Defekten leidet, werden diese als Normalität wahrgenommen und der Einzelne setzt sie sich sogar zum Ziel, um einem Außenseitertum aus dem Weg zu gehen: „Was [dem Einzelnen] an innerem Reichtum und an echtem Glücksgefühl verlorengegangen sein mag, wird durch die Sicherheit kompensiert, die das Gefühl gibt, zur übrigen Menschheit zu passen – so wie er sie kennt.“

Dieses Zugehörigkeitsgefühl verhindert zu einem entscheidenden Teil die Fortentwicklung des Defekts in eine tatsächlich wahrgenommene Neurose. Ferner liefert die Gesellschaft diverse „Gegenmittel“, um den Ausbruch einer Krankheit zu vermeiden. Fromm spricht in diesem Zusammenhang von „kulturellen Opiaten“, wie Fernsehen, Radio oder Sportveranstaltungen. Würde man den Menschen diese Opiate schlagartig für einen längeren Zeitraum verweigern, wäre der Ausbruch der psychischen Krankheit rasch in Form von Nervenzusammenbrüchen und akuten Angstzuständen beobachtbar.

27.09.2009 Pharmaindustrie: grausame Medikamentenversuche unter dem Motto “Kinder sind unsere goldene Zukunft”
Die folgenden drei Videos zeigen die Experimente der Pharmaindustrie an New Yorker Kindern, die unter die Vormundschaft der Administration for Children’s Service (ACS) der Stadt New York (Jugendamt) standen und die unter anderem in dem Katholischen Heim Incarnations Children’s Center durchgeführt wurden. In dieses Heim kamen auch Kinder, deren Eltern sich weigerten, ihre Kinder gegen Aids behandeln zu lassen. Den Angehörigen wurde das Sorgerecht entzogen. Dort wurden jahrelang geheime Versuche an den Kindern durchgeführt, auch an wenige Monate alten Kindern. Weigerten sich die Kinder, die Medikamente zu nehmen, wurde ihnen ein Schlauch in den Magen operiert, durch den die Medikamente verabreicht wurden.

Quelle: http://www.psychologytoday.com/blog/suffer-the-children/201203/why-french-kids-dont-have-adhd>

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Der Standard
              online, Logo

22.5.2013: Familientherapeut Jepser Juul: <"ADHS ist Folge professioneller Vernachlässigung">

aus: Der Standard online; 22.5.2013;
http://derstandard.at/1363711375599/ADHS-ist-Folge-professioneller-Vernachlaessigung

<Interview |
Lisa Mayr

Familientherapeut, Autor und derStandard.at-Kolumnist Jesper Juul.

Die Diagnose ADHS ist bei Kindern rasch zur Hand. Hinter der Krankheit steckt auch ein gesellschaftliches Problem [die Vernachlässigung], sagt der dänische Familientherapeut Jesper Juul.

Kinder und Jugendliche reagieren schnell mit Symptomen auf krankmachenden Druck – bei ihren Eltern dauert das länger. Jesper Juul findet das schade. Der dänische Familientherapeut, Bestseller-Autor und derStandard.at-Kolumnist ist überzeugt, dass ein Lebensstil, der Kinder permanent ablenkt und bespaßt, sie letztlich krank macht. Kinder bräuchten nämlich viel unstrukturierte Zeit, um Selbständigkeit, Kreativität und den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen zu lernen. Das schütze auch vor ADHS.

derStandard.at: ADHS ist heute die am häufigsten diagnostizierte Verhaltensstörung bei Kindern und Jugendlichen. Die Betroffenen sind innerlich und äußerlich unruhig, unaufmerksam und können sich schlecht konzentrieren. Glauben Sie wirklich, dass hier etwas aufgebauscht wird?

Jesper Juul: Es gibt die Diagnose zweifellos – und es hat sie vor 100 Jahren gegeben. Heute wird sie aber verwendet, um von einem Konflikt abzulenken: Dass nämlich die Eltern oft nicht wissen, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen. ADHS ist in vielen Fällen die Folge professioneller Vernachlässigung. Die Ärzte spielen leider oft mit. Die dänischen Kinderpsychiater haben sogar zugegeben, dass sie 40 bis 45 Prozent der Fälle von kindlichem ADHS falsch diagnostizieren.

derStandard.at: Kann man sagen, dass der zeitliche oder ökonomische Druck, den viele Eltern erleben, ADHS bei ihren Kindern verursacht?

Juul: Dieser Druck spielt eine wichtige Rolle. Denn ADHS ist ein Lebensstilsymptom. Kinder werden heute gezwungen, den Lebensstil ihrer Eltern nachzumachen - obwohl die Eltern merken, dass sie selbst unglücklich sind. Vor 30 Jahren hatte unsere Gesellschaft noch mehr Zeit und Raum für Kinder. Wir haben den Kindern in den letzten Jahren dann rund zwölf Stunden Freizeit pro Woche weggenommen. Mit Freizeit meine ich wirklich freie Zeit, die nicht mit Aktivitäten verplant ist.

derStandard.at: Wie schaffen es Eltern, den Druck, dem sie ausgesetzt sind, nicht an ihre Kinder durchzureichen?

Juul: Ich werde sehr oft gebeten, in meinen Vorträgen etwas zur sogenannten Work-Life-Balance zu sagen. Wenn ich das mache, dauert es zwei Minuten und keiner will es hören: Die Erwachsenen stehen heute vor einer existentiellen Frage, die im Prinzip einfach ist. Sie lautet: Will ich so ein Leben führen? Will ich gestresst sein, keinen Sex mehr haben und dass dieses System nur deshalb funktioniert, weil wir so gut organisiert sind? Das muss sich ein erwachsener Mensch nämlich fragen. Wenn er zum Ergebnis kommt, dass er so leben will, dann hat das eben seinen Preis. Leider auch für die Kinder. Wir sehen heute, dass die Menschen, die so leben, sich nach acht, neun Jahren trennen, weil sie das Tempo nicht aushalten.

derStandard.at: Nehmen wir die Eltern, die mit ihren Smartphones in der Hand am Spielplatz sitzen oder ihre Kinder im Laufschritt durch die Stadt schleifen. Lässt sich das wirklich nur mit der allgemeinen Beschleunigung erklären? Geht es da nicht auch um den Stellenwert, den Kinder in einer Gesellschaft haben?

Juul: Ein wesentlicher Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist, dass Erwachsene teilweise in der Zukunft leben können. Sie können sagen: Jetzt arbeite ich zwei Jahre lang wie wahnsinnig, dann können wir uns das Haus, das Auto, was auch immer leisten. Kinder können das nicht sagen, die leben im Hier und Jetzt. Deshalb entwickeln sie sehr schnell Symptome, die zeigen, dass unser Lebensstil nicht passt. Sie fangen an, Nein zu sagen und trotzig zu werden. Kinder machen also genau das, was die Erwachsenen eigentlich tun sollten. Die klassischen Stresssymptome wie Bluthochdruck, Burn-out, Beziehungskrise - das kommt bei Erwachsenen meist zeitverzögert.

derStandard.at: Wenn beide Elternteile Geld verdienen, mehrere Jobs haben müssen und ökonomisch unter Druck sind, ist es für sie schwierig, mit ihren Kindern gelassen unverplante Zeit zu verbringen. Welche Aufgabe hat der Staat, den Druck von den Kindern zu nehmen?

Juul: Eine große. In Dänemark und Schweden gibt es sogenannte Waldkindergärten. Die waren früher eine Notlösung in skandinavischen Großstädten, weil es dort keine Gebäude für Kindergärten gab. Man sagte: Wir holen die Kinder in der Stadt ab und bringen sie in den Kindergarten im Wald. Sie sind dort den ganzen Tag im Freien, ohne Lärm und ohne Staub. Diese Einrichtungen gibt es seit 30 Jahren und sie sind gut erforscht. Es zeigt sich eindeutig: Den Kindern dort geht es viel besser als anderen Kindern. Sie sind kreativer, weniger krank, weniger gestresst – und sie haben seltener ADHS.

derStandard.at: Warum ist das so?

Juul: Weil sie in der Natur viel Raum haben, den sie selbst strukturieren müssen. Sie haben dort erwachsenenfreie Zonen. Das brauchen Kinder. Es gibt nicht einmal einen Zaun um das Gelände des Kindergartens. Die Kinder wissen aber genau, wie weit sie gehen können und was sie nicht dürfen. Sie werden dort nicht übermäßig befürsorgt, sondern sind sehr selbstständig. Das macht sie stärker.

derStandard.at: In ihrem Buch "Miteinander" beschreiben sie Kinder, die permanent "außer sich" sind, weil sie ständig bespielt und in Aktivitäten gezwungen werden. Sie sagen, dass diese Kinder den Weg zu sich selbst nicht mehr finden.

Juul: Für diese Kinder ist es unheimlich schwierig, Empathie zu entwickeln, alleine zu spielen oder sich selbst zu beschäftigen, weil sie es gewöhnt sind, dauern abgelenkt zu werden. Sie verlieren den Kontakt zu ihren Wünschen und Bedürfnissen. Deshalb empfehle ich Eltern, ihren Kindern möglichst viel unstrukturierte Zeit zu ermöglichen und sie nicht ständig in durchgeplante Tagesabläufe einzuspannen. Eltern sollten sich Zeit für die Kinder nehmen, ohne diese Zeit ständig mit Aktivitäten zu füllen. Das ist sehr wichtig.

derStandard.at: Warum fällt es vielen Eltern so schwer, sich ohne konkretes Ziel mit ihren Kindern zu beschäftigen? Haben wir das ablenkungsfreie Nichtstun verlernt?

Juul: Weil viele Eltern Erzieher und Pädagoginnen zum Vorbild haben. Sie fühlen sich verpflichtet, die Kinder ständig anzuregen und dauernd etwas zu unternehmen. Das macht die Kinder krank. Es muss einen für das Kind deutlich spürbaren Unterschied geben zwischen Kindergarten oder Schule und der Familie. Erwachsene sollten natürlich so viel wie möglich für die Kinder da sein, aber sie sollten nicht ständig mit den Kindern spielen. Die Eltern sollen ihr Erwachsenenleben leben. Denn die Kinder können ja nur zuhause lernen, wie man erwachsen ist. Wenn sie ihre Eltern aber immer nur als Spielonkel und Spieltanten erleben, dann lernen sie nichts über das Erwachsensein. (Lisa Mayr, derStandard.at, 19.5.2013)

Jesper Juul, geboren 1948 in Dänemark, ist Lehrer, Gruppen- und Familientherapeut, Konfliktberater und Buchautor. Er studierte Geschichte, Religionspädagogik und europäische Geistesgeschichte. Statt die Lehrerlaufbahn einzuschlagen, nahm er eine Stelle als Heimerzieher und später als Sozialarbeiter an und ließ sich zum Familientherapeuten ausbilden. Er ist Begründer des Family Lab.

Auf derStandard.at/familie beantwortet Jesper Juul alle zwei Wochen Fragen zu Erziehung, Partnerschaft und Familienleben.>


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