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Energiewende, alternative Energie

Wasserkraft: Gezeitenkraftwerke

Das Meer bringt Energie, man muss nur wissen wie

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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17.2.2012: <Strom aus der Kraft der Gezeiten: Siemens setzt auf Ebbe und Flut>

aus: n-tv online; 17.2.2012;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Siemens-setzt-auf-Ebbe-und-Flut-article5524856.html

<Die Neuausrichtung in der deutschen Energiepolitik verbessert die Erfolgschancen von Nischenanbietern im Markt für Erneuerbare Energien. Der Dax-Konzern Siemens prescht mit einer Übernahme vor und sichert sich so Knowhow für Gezeitenkraftwerke.

Der deutsche Industrieriese Siemens will das kleine britische Unternehmen Marine Current Turbines (MCT) komplett übernehmen. In den nächsten Wochen sollen die restlichen Anteile erworben werden, teilte Siemens mit. Über die finanziellen Details wurden keine Angaben gemacht. Erst im November 2011 hatte der Münchner Technologiekonzern die Beteiligung auf 45 Prozent aufgestockt worden.

MCT mit Sitz in Bristol gilt als Spezialist im Markt für Meeresenergie. Experten erhoffen sich von diesem noch sehr jungen Segment aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien großes Zukunftspotenzial.

Gezeitenkraftwerke nutzen die durch Ebbe und Flut entstehenden Strömungen im Meer zur Stromerzeugung. Im Prinzip funktionieren sie dabei nicht viel anders als Windkraftwerke: Ein Propeller treibt einen Generator an. Dieser wandelt die natürlich anfallende Bewegungsenergie in elektrischen Strom um. Anders als bei einer Windturbine drehen sich die Rotoren unter Wasser.

Vom Land ist in der Regel nur die Wartungsplattform sichtbar. Ein besonderes Merkmal: Aufgrund des großen Wasserwiderstands fallen die Rotorblätter sehr viel kürzer und kompakter aus. Gezeitenkraftwerke bestehen aus massiven Konstruktionen, die mit ihrer Verankerung nicht nur die Kraft der Gezeiten aushalten müssen, sondern auch dauerhaft der Korrosionsgefahr durch Salzwasser ausgesetzt sind.

Gezeitenturbinen machen sich letztendlich die Anziehungskraft des Mondes zunutze. Ihr größter Vorteil liegt in der Beständigkeit des durch den Mondumlauf ausgelösten Tidenhubs. Anders als Winde treten Gezeitenströme in regelmäßigen Wechsel auf. Die anfallende Strommenge lässt sich mit einigen kleineren Abweichungen im Voraus berechnen.

Allerdings lassen sich die Gravitationskräfte des Mondes nur in wenigen Regionen sinnvoll ausnutzen. Um starke Strömungen zu erzeugen, bedarf es besonderer geografischer Küstenformationen.

Geeignet für die Errichtung Gezeitenkraftwerken gelten vor allem einzelne Küstenbereiche Kanadas, Großbritanniens, Irlands, Frankreichs und einigen Ländern im ostasiatischen Raum.

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Frankreich 3.11.2012: Gezeitenkraftwerk unter dem Wasserspiegel im offenen Meer

aus: Welt online: Erneuerbare Energien: Frankreich baut ein Kraftwerk unter Wasser; 3.11.2012;
http://www.welt.de/wirtschaft/article110591813/Frankreich-baut-ein-Kraftwerk-unter-Wasser.html

<Während in Deutschland die Landschaft und das Meer mit Windrädern übersät werden, versuchen es die Franzosen mit Turbinen unter Wasser. Das hat eine Menge Vorteile – nicht nur optisch.

Die Bretonen haben für die Leute aus Paris normalerweise nicht so viel übrig. Projekte der Zentralregierung sind schon oft an der Starrköpfigkeit der Küstenbewohner gescheitert. Vor allem Projekte der Energieversorgung. Da wollen sich die Bretonen nicht reinreden lassen.

So ist es etwa kein Wunder, dass von den 58 Atomkraftwerken Frankreichs kein einziges in der Bretagne steht. Gut, bis auf Brennilis, diesem winzig kleinen Versuchsreaktor mit kaum nennenswerten 70 Megawatt Leistung. Und selbst für den gab es nur Platz im abgelegenen Teufelsmoor Yeun Elez, von dem die alten Kelten sagten, es sei der Zugang zu einer anderen Welt, und die christlichen Missionare, es sei der Zugang zur Hölle.

Der Pannenmeiler Brennilis ist schon seit einem Vierteljahrhundert stillgelegt, eine Ruine. Den Bau eines größeren Reaktors verhinderten die Bretonen 1980 im Dorf Plogoff mit Straßenschlachten und Barrikadenbau gegen ein Großaufgebot der Polizei.

Kein Atomkraftwerk hat es in die Bretagne geschafft

Der Angriff römischer Kohorten auf das kleine gallische Dorf des Asterix, das in der Nähe gelegen haben soll, war nichts dagegen.

Selbst eine Spezialtruppe Fallschirmjäger der Gendarmerie konnte den Willen des Staates nicht durchsetzen. Es war eine Anti-Atom-Revolte im Atomstaat Frankreich, wie sie sich außerhalb der bretonischen Grenzen nicht mehr wiederholen sollte.

Jetzt wird aber die Bretagne Schauplatz einer neuen Energie-Revolution. Und obwohl im Mittelpunkt erneut Frankreichs staatlicher Atomkonzern Électricité de France (EdF) steht, spielen die sonst so widerborstigen Bretonen diesmal mit. Ein kleines Wunder geschieht: EdF wird in der Bretagne ein Kraftwerk bauen. Aber es ist ein Kraftwerk, das keiner sieht und niemand hört: Es wird das erste Unterwasserkraftwerk der Welt im offenen Meer, ein Kraftwerk, das nur durch die Strömung der Gezeiten angetrieben wird.

EdF-Manager überzeugt Bevölkerung von neuem Kraftwerk

Möglich gemacht hat das Wunder Vincent Denby-Wilkes, ein Urgestein der französischen Energiewirtschaft, der die EdF-Geschäfte in der Bretagne leitet. Denby-Wilkes hat den Widerstand der Einheimischen mit einer völlig zivilen Methode gebrochen: Bürgerbeteiligung. Freilich auf eine flexible, nachgiebige, pragmatische Art und Weise, von der die Planer eines Großprojektes wie Stuttgart 21 viel hätten lernen können.

Denby-Wilkes ist ein Manager, der statt Anzug lieber Blouson oder Regenjacke trägt, weil er so oft an der Küste bei den Leuten ist. Seit vier Jahren setzt er sich alle paar Wochen regelmäßig mit Fischern, Schiffseignern, Hoteliers, Umweltschützern, Dorfbürgermeistern und Stadtverordneten zusammen und spricht über das Projekt der EdF, das vor allem sein Projekt ist, aber von dem er immer nur sagt: "Es ist das Projekt der Leute hier, es gehört ihnen."

Das Kraftwerk ist kurze Zeit zu besichtigen

Seit zwei Jahren investiert der Manager zwei Tage seiner Arbeitswoche, um bei den Anwohnern für das einmalige Projekt des Gezeitenkraftwerks zu werben.

Die Stelle im Meer, an der 2013 das Unterwasserkraftwerk versenkt werden soll, wurde nicht vom Energiekonzern ausgewählt, sondern von den ortsansässigen Fischern: Die Männer entschieden sich für eine Schutzzone für Hummer und Krustentiere, in der Fischereifahrzeuge ohnehin nicht auf Fang gehen.

Das Wunder, um das es geht, ist noch für kurze Zeit zu besichtigen, bevor es untergeht: In Brest, der Hafenstadt an der äußersten Spitze des französischen Hexagons, die weit in den Atlantik hinausragt. Völlig zerbombt im letzten Krieg, prägen heute vor allem gesichtslose Betonbauten das Bild des Marinestützpunkts.

Kraftwerk sieht aus wie ein Zyklopenauge

Festgezurrt an der Hafenmole unter den Festungsmauern der Stadt liegt hier ein Katamaran, der zwischen seinen Auslegern einen 16 Meter großen, fast makellos weißen Ring aus Stahl trägt. Mit seinem breiten Band aus Lamellen sieht die Konstruktion aus wie die Iris eines Zyklopenauges. Es ist der Prototyp der Gezeitenturbine "Arcouest".

Seeleute aus Irland machen den Katamaran los, und schleppen das Turbinenrad schon mal testweise durch die Hafengewässer. Nur halb im Wasser, eingeklemmt zwischen den Auslegern des Katamarans, beginnt sich die Arcouest langsam zu drehen – und Elektrizität zu produzieren wie der Dynamo an einem Fahrrad.

Ökostromtechnik mit geringster Umweltbelastung

James Ives ist immer wieder begeistert: "Die Turbine ist absolut zuverlässig und wartungsarm, sie hat nur ein einziges bewegliches Teil", sagt der Chef der irischen Herstellerfirma OpenHydro. "Keine andere Ökostrom-Technologie hat so geringe Umweltauswirkungen."

Das ist zunächst einmal schwer zu glauben: Denn mit ihrem Standgerüst ist die Meeresturbine 21 Meter hoch und 850 Tonnen schwer. Eine so monströse Fischhäcksel-Maschine soll keine Umweltauswirkungen haben?

Doch Ives und seine Auftraggeber von der EdF sind sich ihrer Sache sicher. Anders als Offshore-Windräder, argumentiert er, werden die Unterwasserturbinen lediglich auf dem Meeresgrund abgesetzt.

Lärmende Fundament-Bohrungen sind daher nicht nötig. Und an den für die Stromproduktion ergiebigen Stellen mit einer Strömungsgeschwindigkeit von mindestens drei Metern pro Sekunde fühlten sich Fische ohnehin nicht wohl. Monatelang hätten sie die Anlage im "European Marine Energy Center" auf den schottischen Orkney Islands auf Nebenwirkungen getestet. Man fand keine.

Gegenüber Windkraftanlagen haben die Unterwasserturbinen noch eine Reihe weiterer Vorteile. Während das Windaufkommen unberechenbar und unstet ist und immer wieder durch Flauten unterbrochen wird, arbeiten die Gezeitenturbinen im starken Tidenhub vor der französischen Küste so gleichmäßig und vorhersagbar wie ein Schweizer Uhrwerk: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Für die Stabilität des Stromnetzes ist das Gold wert. Alle sechs Stunden wechselt zwar die Strömungsrichtung. Während des Umschwungs von Ebbe und Flut gibt es aber täglich nur ein geringes Zeitintervall von 20 bis 70 Minuten, in dem die Turbine nicht arbeitet.

Kraftwerke in Flüssen kaum noch durchsetzbar

Die Idee, die Kraft der Gezeiten zur Stromgewinnung auszunutzen, ist alles andere als neu. Schon 1966 hatte Électricité de France die Mündung des Flusses Rance in der nordöstlichen Bretagne komplett mit einem Damm gesperrt, in den 24 Turbinen zur Stromgewinnung eingebaut wurden. Mit 240 Megawatt ist La Rance noch immer das zweitgrößte Gezeitenkraftwerk der Welt nach der erst im vergangenen Jahr fertiggestellten Anlage im Sihwa Lake in Südkorea, die ebenfalls in einen Damm eingebaut ist.

Doch Absperrungen ganzer Flüsse sind künftig wohl kaum noch durchsetzbar, ökologische Überlegungen sprechen dagegen und touristische auch. Deshalb hat die neue Idee, Strömungsturbinen frei stehend im küstennahen Meer aufzustellen, weitaus mehr Potenzial.

Gezeitenkraftwerk mit 2,2 Megawatt Leistung

So wird das erste Gezeitenkraftwerk im offenen Meer vor der Küste von Paimpol-Bréhat mit zunächst vier Turbinen nur eine Testanlage mit bescheidenen 2,2 Megawatt sein. Doch schon damit lässt sich der Strombedarf von bis zu 3000 Haushalten rund ums Jahr verlässlich decken.

Wenn die Anlage im Herbst kommenden Jahres in 35 Meter Wassertiefe versenkt wird, könnte das also die Geburtsstunde einer vielversprechenden neuen Ökostrom-Technologie sein. Entlang der 3400 Kilometer langen Küste Frankreichs gibt es genug starke Meeresströmungen, um Gezeitenkraftwerke mit 3000 Megawatt anzutreiben, glaubt man bei EdF: Damit könnte man schon drei bis vier Atomkraftwerke ersetzen. Für ganz Europa wird das Potenzial auf 15.000 Megawatt geschätzt.

Hollande will Atomstrom zurückfahren

Für Frankreichs Präsident François Hollande kommt das Ökostrom-Projekt der Électricité de France wie gerufen: Der Sozialist hatte im Wahlkampf angekündigt, den Anteil von Atomstrom in Frankreich bis zum Jahr 2025 von derzeit 75 auf 50 Prozent senken zu wollen.

Schon 2016 sollen zwei Meiler im elsässischen Fessenheim abgeschaltet werden, obwohl Deutschland auf der anderen Seite der Grenze dann ebenfalls weitere Meiler stilllegen will. Um seine neue Energiepolitik einzuleiten, berief Hollande bereits einen zeitlich streng durchgetakteten Konsultationsprozess ein, der im Mai 2013 in ein neues Energiegesetz münden soll.

Zwar ist klar, dass die junge Technologie frei stehender Gezeitenkraftwerke auf mehrere Jahre hinaus noch keinen substanziellen Beitrag zur Deckung der Stromnachfrage in Frankreich leisten kann. Doch als markantes Aushängeschild der Ökostrom-Vision des französischen Präsidenten taugt der neue "Gezeitenturbinenpark Paimpol-Bréhan" wohl schon jetzt.>


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7.4.2013: Neue Generation von Wellenkraftwerken und Strömungskraftwerken: <Kraft der Gezeiten liefert unfassbar viel Energie>

aus: Welt online; 7.4.2013;
http://www.welt.de/wissenschaft/article115038976/Kraft-der-Gezeiten-liefert-unfassbar-viel-Energie.html

<Strom aus der Kraft der Wellen.

In den Strömungen der Meere steckt die Energie von 1000 Kernkraftwerken. Die Wasserbewegungen kann die neue Generation von Wellenkraftwerken immer effizienter nutzen, sie liefern Hunderte Megawatt.

Von

So könnte das Wellenkraftwerk der Zukunft aussehen: wie riesige rote Wasserschlangen auf dem Meer. Konzipiert wird dieses Kraftwerk von der schottischen Firma Pelamis Wave in Edinburgh.

Gezeiten, Strömungen und Wellen halten die Wassermassen in den Weltmeeren in ständiger Bewegung. Die darin gespeicherte Energie könnten moderne Techniken anzapfen. Das World Energy Council in London schätzt die prinzipiell nutzbare elektrische Energiemenge auf 2000 Terawattstunden pro Jahr – das entspricht gut dem Dreifachen des deutschen Jahresstromverbrauchs.

Damit könnten weltweit 250 Millionen Menschen mit erneuerbarer Energie versorgt werden, glaubt der Weltenergierat: "Vor allem Kraftwerke, die Gezeiten und starke Meeresströmungen für die Elektrizitätserzeugung nutzen, werden schon in naher Zukunft einen Anteil zur regenerativen Energieversorgung beisteuern."

Sie funktionieren ähnlich wie Windkraftwerke, nur unter Wasser, und können überall da betrieben werden, wo Ebbe und Flut starke Strömungen im küstennahen Bereich erzeugen. Weil Wasser eine rund 800 Mal größere Energiedichte hat als Wind, können die Unterwasserkraftwerke sehr viel effizienter elektrischen Strom erzeugen. Das Potenzial der Technik schätzen Energieexperten auf 1,5 Terawatt, was der Leistung von etwa 1000 Kernkraftwerken entspricht.

Den Anfang machte 1967 das Gezeitenkraftwerk La Rance in der Bretagne, wo der Fluss Rance in der Bucht von St. Malo in den Atlantik mündet. Das Kraftwerk nutzt einen Tidenhub von zwölf bis 16 Metern. Dabei strömt das Wasser bei Flut durch 24 Rohrturbinen in die von einer Staumauer abgetrennte Bucht. Liegt der Wasserstand zwischen offenem Meer und Staubecken auf gleichem Niveau, werden die Röhren geschlossen. Mit sinkendem Pegel bei Ebbe wiederholt sich der Vorgang in umgekehrter Richtung.

Rohrturbinen wie in Speicherkraftwerken

Mit seiner Gesamtleistung von 240 Megawatt liefert das Gezeitenkraftwerk im Jahr rund 600 Millionen Kilowattstunden Elektrizität. Das ist etwa genauso viel, wie 300 Windräder produzieren, und reicht für eine Stadt mit 150.000 Haushalten. Den Superlativ, das größte Gezeitenkraftwerk der Welt zu sein, hat der alte Pionier vor zwei Jahren an das Gezeitenkraftwerk von Sihwa-ho in Südkorea abgeben müssen.

Das in der Asan-Bucht nahe der Hauptstadt Seoul errichtete Kraftwerk verfügt über eine Gesamtleistung von 254 Megawatt. Allerdings nutzt es nur das einströmende Wasser bei Flut für die Stromerzeugung, bei Ebbe wird das Wasser ungenutzt ins Meer zurückgeleitet. Zum Einsatz kommen ebenfalls Rohrturbinen, wie sie seit Langem auch Speicherkraftwerke für die Energieerzeugung nutzen.

Auf technologisches Neuland, sprich ins offene Meer mit seinem sturmgepeitschten, salzigen Wasser wagten sich Ingenieure in dem von dem britischen Unternehmen Marine Current Turbines angeführten deutsch-britischen Forschungsprojekt "Seaflow". Im Bristolkanal vor der Küste Cornwalls nahm im Jahr 2003 das erste Meeresströmungskraftwerk seinen Betrieb auf.

Geballte Kraft unter dem Wasser

Der aus zwei Flügeln aufgebaute Rotor hat einen Durchmesser von elf Metern und ist mehrere Meter unter Wasser an einem Stahlturm montiert, der auf dem Meeresboden verankert wurde. Das Meer ist dort rund 50 Meter tief. Der Prototyp verfügte über Rotorblätter, die sich entgegengesetzt drehen konnten, damit sich die Strömungen sowohl bei Ebbe als auch bei Flut optimal zur Stromerzeugung nutzen lassen. Die Testanlage erreichte eine maximale Leistung von 290.000 Watt und lieferte ein Jahr lang wertvolle Forschungsdaten.

Diese haben den Bau des Nachfolgers SeaGen in der nordirischen Meerenge nahe dem Fischerstädtchen Strangford ermöglicht. Es ist das erste kommerzielle Meeresströmungskraftwerk. Die dort herrschenden starken Strömungen von bis zu vier Metern pro Sekunde machen den Einsatz der Technik wirtschaftlich. Das Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt ist seit 2008 in Betrieb und liefert fast rund um die Uhr Strom.

Es ähnelt einer Windkraftanlage mit zwei Turbinen. Allerdings ist davon nur wenig zu sehen. Nur der obere Teil des Stahlturms ragt aus dem Wasser. Mindestens drei Meter unter dem Wasserspiegel drehen sich die beiden jeweils an einem Ausleger sitzenden Rotoren in der Strömung. Der von ihnen erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist und reicht, um 1500 Haushalte zu versorgen.

Längere Rotoren erinnern an Windkraftwerke

Da das so gut läuft, plant nun der Energietechnikkonzern Siemens, der SeaGen mit Marine Current Turbines übernommen hat, den Bau eines Zehn-Megawatt-Kraftwerks. Der neue Unterwasserstrompark soll in der Irischen See vor Wales in der Nähe der Skerries-Inselgruppe errichtet werden und wird in der Endausbaustufe aus fünf Anlagen des weiterentwickelten Typs SeaGen-S bestehen. Das Kraftwerk soll im Jahr 2015 in Betrieb gehen und dann Strom für rund 10.000 Haushalte liefern.

Dafür wird die Leistung der neuen Turbinen deutlich gesteigert. Mit jeweils einem Megawatt ist diese fast doppelt so hoch wie bisher. Auffälligstes Merkmal sind die großen Rotoren, deren Durchmesser von 16 Metern beim Vorgängertyp auf nun 20 Meter verlängert wird und die zudem mit je einem zusätzlichen Rotorblatt ausgestattet werden. Damit werden die Unterwasserkraftwerke den Windkraftanlagen immer ähnlicher.

Die Analogie geht noch weiter, wie Wolfgang Maier, Leiter Geschäftsentwicklung beim schwäbischen Unternehmen Voith Hydro Ocean Current Technologies, erläutert. "Wie bei der Offshore-Windenergie führt die Entwicklung bei Strömungskraftwerken zu immer leistungsstärkeren Anlagen, die in Unterwasserstromparks errichtet werden. Das hat den Vorteil, dass große Mengen Strom gebündelt ans Festland transportiert werden."

Hunderte Turbinen in riesigen Dimensionen

Ein solches Großprojekt, für das Voith die Turbinen liefert, ist vor der Küste der südkoreanischen Provinz Jeollanam-do in Planung. Mit dem Seaturtle Tidal Park wird dort ab 2016/2017 das größte Gezeitenströmungskraftwerk der Welt errichtet. Es wird in der Endausbaustufe Hunderte Turbinen vereinen, die eine Gesamtleistung von 150 Megawatt liefern. Das Projekt setzt mit seinen Dimensionen neue technologische Maßstäbe, eine Herausforderung für die beteiligten Ingenieure und Techniker.

Deshalb hat der Hersteller zunächst die Belastungen an einem Modell im Maßstab 1:3 mit einem 110-Kilowatt-Prototyp einer neuartigen Gezeitenströmungsturbine getestet. "Die Rotoren und Turbinengehäuse müssen so konzipiert sein, dass sie den rauen Betriebsbedingungen im Meer standhalten, besonders im Hinblick auf Korrosion durch Salz sowie den Bewuchs durch Algen und Seepocken", sagt Stefan Riedelbauch, Professor am Institut für Strömungsmechanik und hydraulische Strömungsmaschinen der Universität Stuttgart. Mit seinem Team war der Wissenschaftler an der Optimierung des neuen Turbinentyps beteiligt.

Die inzwischen wieder abgebaute und zurückgeholte Testturbine habe die in sie gesetzten Erwartungen "voll erfüllt", betont auch der Hersteller. Die Konstruktion basiert auf wenigen bewegten Bauteilen, die robust und seewasserfest konzipiert sind. "Die Rotorblätter sind beidseitig anströmbar und können somit Energie aus beiden Richtungen aufnehmen, ohne dass die Anlage bei Wechsel der Gezeitenströmung gedreht werden muss. Die Lager werden vom Seewasser geschmiert und kommen ganz ohne Öle und Fette aus. Die gesamte Turbine und so auch der Generatorspalt werden von Seewasser durchflutet und gekühlt", zählt Voith-Hydro-Experte Maier die wichtigsten Fortschritte auf.

"Klaffende Auster" aus Schottland

Dass den Ingenieuren die Ideen für die Nutzung der Meereskraft nicht ausgehen, beweist das Projekt "Oyster" des Unternehmens Aquamarine Power aus Edinburgh. Das im küstennahen Flachwasser schwimmende, im Meeresboden verankerte Kraftwerk hat die Form einer riesigen Klappe und erinnert damit an eine klaffende Auster. Während der eine Teil der sperrigen Anlage knapp unter dem Wasserspiegel liegt, ragt der andere Teil der Klappe fast senkrecht aus der Wasseroberfläche heraus. Durch den Wellengang wird diese nach vorn heruntergedrückt und schwingt dann in ihre Ausgangsposition zurück.

Die durch die Wellenenergie verursachte rhythmische Bewegung wird auf zwei Pumpkolben übertragen, die Wasser durch eine Leitung an Land befördern. Das unter hohem Druck stehende Wasser treibt dort eine Turbine an. So erklärt der schottische Hersteller das Funktionsprinzip der ungewöhnlichen Technik, die er bereits mit einem Prototyp erprobt hat. Nach seinen Angaben lieferte Oyster 1 während Tests 2009 beim European Marine Energy Center auf den Orkney-Inseln eine Leistung von 315 Kilowatt und absolvierte dabei 6000 Betriebsstunden.

Inzwischen erprobt der Hersteller ein noch stärkeres Kraftwerk. Oyster 2 misst im ausgeklappten Zustand 16 mal 26 Meter und kommt auf eine Leistung von 800 Kilowatt. Drei solche Anlagen sollen in diesem Jahr zu einem "Auster"-Kraftwerk zusammengefasst werden. Auf seinen Webseiten träumt das Unternehmen schon von einem Kraftwerkspark mit bis zu 100 Megawatt Leistung.

Kraftwerk auf dem offenen Meer möglich

Nicht minder pfiffig ist die Idee, mit der das niederländische Unternehmen SBM Offshore die in den Meereswellen gespeicherte Bewegungsenergie direkt in elektrischen Strom wandeln will: mit elektroaktiven Kunststoffen, in denen die Kraft der Wellen eine Änderung ihrer Form und damit Ladungsverschiebungen im Material auslöst. Dieser Weg der Stromerzeugung funktioniert tatsächlich auch in der Praxis, wie Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt und der Robert Bosch GmbH mit einem eigens konstruierten dielektrischen Elastomer-Generator bereits bewiesen haben.

Bei einem weiteren Konzept ist vorgesehen, Bojen im Meer zu vertäuen. Die Taue, mit denen die Bojen auf dem Meeresgrund befestigt werden, sollen aus gerollten Folien elektroaktiver Polymere bestehen. An sie leiten die Bojen das Auf und Ab der Wellenbewegungen weiter. Die Polymere werden also gedehnt und gestaucht und erzeugen auf diese Weise Strom. In Zukunft könnte so ein Kraftwerk auf dem offenen Meer entstehen.>

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